{"numero_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_sha256": "8f1f11effb40980a30ad58a8926986830f8f34d240b8ec622a1ab9afa14baaf3", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1926/10_01/bmtnabg_1926-10_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1926/10_01/bmtnabg_1926-10_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c001", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "1", "page_fin": "1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.1", "titre_corps": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung.", "titre_sommaire": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.1", "debut_caractere": 98, "fin_caractere_exclue": 129, "texte": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c002", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "3", "page_fin": "3", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.2", "titre_corps": "Table of Contents", "titre_sommaire": "Table of Contents", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.3", "debut_caractere": 98, "fin_caractere_exclue": 263, "texte": "Herwarth Walden Berliner Sommer\n~¥7~ , O 1 • , _ Mein Merz und\nKurt OC11W1 Liers Meine Monstre Merz Muster Messe\nThomas Ring Die Krise des Imperialismus\nOktober 1926"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c003", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "97", "page_fin": "98", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.3", "titre_corps": "Berliner Sommer Publikum", "titre_sommaire": "Berliner Sommer Publikum", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "97", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2621, "texte": "Berliner Sommer\nPublikum\nWissen Sie, vorige Woche habe ich die Bergner\nin einer Privatgesellschaft getroffen. Sie hat\nsich ganz natürlich benommen. Dabei spielt\nsie nicht unter tausend Mark.\nMonatlich.\nTäglich.\nSie hat auch viele Spesen.\nDie Ausstattung ist fabelhaft.\nFrüher hatte man wenigstens Stil.\nSie hat wirklich schöne Beine.\nMein Mann sieht sich schon zum dritten Mal\nden Film an.\nUnd wie natürlich sie die Geige hält.\nIst ihr Gatte eigentlich musikalisch?\nWir haben zwei Parkettkarten zur Oper.\nIch sah ihren Gatten vorgestern mit einer\nDame in der Philharmonie.\nEine entfernte Verwandte von uns.\nIch hielt sie für eine Künstlerin.\nWenn ich die Bergner wäre, würde ich mich\nanders anziehen.\nÜbrigens habe ich in unserer Zeitung gelesen,\ndass sie garnicht so begabt sein soll.\nDie Leute tun ja so, als ob sie das Kino\ngepachtet hätten.\nEskimo-Eis gefällig?\nLinks rausgehen. Nicht drängeln.\nGuten Abend Herr Regierungsrat.\nGnädige Frau sehen wieder entzückend aus.\nGuten Abend Bertha. Ich konnte mich leider\nnicht früher freimachen.\nDu warst wohl wieder in der Philharmonie?\nGestern wollte ich dir den ganzen Tag erzählen.\nDenke dir, da kommt plötzlich die Frau des\nKollegen aus Lüneburg.\nDass Sie aber die Bergner versäumt haben,\nHerr Regierungsrat, wo Sie doch für ihre\nBeine schwärmen, wie ihre Gattin sagt.\nDie elegante Welt von heute.\nDie Dame von morgen.\nDie Wochenausgabe des Junggesellen.\nDas moderne Drama hat keine Gedanken.\nDie Sprache ist nicht gepflegt. Wenn ich an\nmeinen Lieblingsakt der Iphigenie denke.\nGewiss, Goethe hat seine enormen Qualitäten\nMan kann aber deswegen nicht.\nSelbst Goethe wird von diesen jungen Leuten\nangegriffen.\nIch habe ja Sonnenthal nicht mehr gesehen,\naber was man sich erzählt, wie dieser gott-\nbegnadete Schauspieler —\nLeider habe ich Sonnenthal auch nicht mehr\ngesehen. Aber wenn man diesen Masstab an-\nlegen will\nDie Börse geht wieder runter.\nStresemann hat doch das Menschenmögliche\nBismarck würde an seiner Stelle doch anders\ngehandelt haben. Wenn ich denke, was das\nfür Zeiten gewesen sind, diese Paladine.\nUnd der alte, bescheidene Kaiser. Und heute\ndiese jungen Leute\nBismarck ist selbstverständlich ein Masstab.\nAber schliesslich, man kann mir doch das\nRecht nicht nehmen, Masstäbe anzulegen.\nDiese breite Behandlung des Sexuellen\nWie geht es Ihrer Frau Gemahlin?\nMeine Frau ist klug. Sie lässt sich nicht\ndarauf ein, Experimente anzuhören.\nIch aber als Kulturmensch sage mir\nWilhelm, sieh mal, schon das elfte Mal in\ndie Welle.\nLass dich doch angagieren wennste kannst.\nSie sollten mehr Schanssonetten auftreten\nlassen.\nAus Männer mach ich mir nichts. Das kann"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1721, "texte": "mir nicht imponieren. Wenn sich meine Grete\nzum Vereins vergnügen das Trikot anzieht,\nist sie ooch eine richtige Künstlerin.\nDas sind eben alles nur diese dämlichen Illu-\nsionen. Das ist überhaupt keine Kunst nicht.\nAber elf Mal in die Welle in dem Tempo —\n• •\nSie sind wohl vom Lande?\nWoran merken Sie das?\nSie sehen so gesund aus.\nNa, diese käsigen Berliner\nIch kenne übrigens unseren Kronprinzen.\nWen kennen Sie?\nIn dieser dämlichen Republik gibt es keine\nMänner mehr. Aber weisst du, unser\nKronprinz\nSind Sie immer in diesem Lokal?\nWas soll man machen.\nTrinken Sie gern Champagner?\nHeute will uns das keiner mehr leisten.\nWir vom Lande sind nicht so dämlich, wie\ndie Berliner glauben. Ober, eine Pulle\nFranzösischen. Sonst will ich von den Schweinen\nja nichts wissen.\nBist du deutsch-völkisch, Kleiner?\nIch pfeife auf die Republik, von vorn und\nvon hinten.\nIch weiss noch ein feines Lokal, Kleiner,\nwo wir hingehen .können. Aber du musst\nmeine Freundin, die Elli mitnehmen. Das\narme Mädchen hat schon lange nichts Ver-\nnünftiges getrunken.\n• •\nIch möchte wissen, was sich der Maler dabei\ngedacht hat.\nAls ob ein Meister wie Rembrandt nicht\ngelebt hätte.\nMan lässt sich manches gefallen.\nIch nehme selbst die märchenhafte Phantasie\nvon Böcklin in den Kauf, aber nur Dreiecke\nund Vierecke, das geht mir zu weit. Ich\nfordere von der Kunst Verständlichkeit.\nBin ich dazu da, mich in die Verrücktheiten\nvon so einem Künstlerhirn hineinzuversenken.\nDiese masslose Subjektivität ist das ganze\nUnglück unserer Zeit. Dadurch ist der\nganze Sozialismus entstanden.\nIch sage nur, wenn für mich ein Rembrandt\ngelebt hat, kann ich meine Forderungen\nstellen. Kunst ist die Wiedergabe des Schönen,\nHässliches habe ich im Leben genug."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c004", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "98", "page_fin": "99", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.4", "titre_corps": "Verstellung kein Ereignis", "titre_sommaire": "Verstellung kein Ereignis", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.6", "debut_caractere": 1723, "fin_caractere_exclue": 2605, "texte": "Verstellung kein Ereignis\nSchmidt-Gentner dirigiert. Und wie er\ndirigiert. Er steht um Manneslänge ober-\nhalb des Orchesters, seine Arme flattern\nziellos und zwecklos durch den dunklen\nRaum. Und sein Name prägt sich nur\ndurch den Anzeigenteil der grossen Presse\nin das unwillige Gehirn. Das Orchester\nselbst ist aus Greifswald verschrien. Die\nMusik geht im Capitol vor sich. Welcher\nName könnte sich besser für ein Film-\nVerleihgeschäft eignen. Man redet in\ndieser Branche nicht umsonst vomKapitol.\nDer Verleih ist nicht umsonst, er hat\nKapital verschlungen. Das Innere des\nCapitols hingegen täuscht Zuckerguss und\nTropfstein vor. Selbstverständlich mit\nechtem Material imitiert. Wegen des\nVerbrauchs von Kapital, des Gebrauchs\nfür den Verleih und des Brauchs für den\nFilm. Der Verleih hat die Vorstellung\numsonst zur Verfügung gestellt. Und\nzwar eine Nachtvorstellung, die er sonst"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "99", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2904, "texte": "nicht abhalten darf. Sie ist dem Ober-\nbürgermeister der Stadt Berlin gestiftet.\nZu Gunsten eines Vereins, der Jugend\nund Kunst helfen will. Die Kunst muss\nimmer daran glauben. Auch die Jugend\nist hilflos. Zu diesem Zweck sind\nausser dem Oberbürgermeister persönlich\nDouglas Fairbanks und Mary Pickford\nin der Loge erschienen, der teuren, der\nblumengeschmückten. Schmidt-Gentner\nklettert nun in das Orchester hinunter und\nnimmt endlich den üblichen Dirigenten-\nsitz ein. Das Orchester spielt unter sich\nund auf der Leinwand erscheint der Film.\n„Die kleine Annemarie\". Dieser Roman\nist wenigstens keine Literatur, dafür aber\nauch ohne Freud und ohne Theosophie\nnicht unterhaltsam. Sonst kommt alles\nvor. Das Hohelied des braven Polizisten.\nDer schöne Mann ohne Beruf mit dem\nHerzen an der zuständigen Stelle. Mehrere\nApachen. Unsittliche Damen. Die zu\nfördernde Jugend. Der unwissende Arzt.\nDie Transfusion. Ein Ganztoter und ein\nHalbtoter. Die jüdische Familie, die gar\nnicht so schlimm ist, wie man glaubt.\nHumor mit Tränen und Tragik mit Lachen.\nUnd zwischendurch, drüberweg, überall\nund über alles Mary Pickford. Man ver-\nbreitet, dass sie der Liebling der ganzen\nErde ist. Die grosse Presse ist restlos\nbegeistert, dass man sich so verstellen\nkann. Mary ist eigentlich eine grosse\nDame, eine Dame von Welt und sie spielt\nkleine proletarische Mädchen mit dem\nHerz und der Leber auf dem richtigen\nFleck. Die Verstellung von Kunst wird stets\ndurch die Kunst der Verstellung erreicht.\nUnd wenn Kinder gern Erwachsene nach-\nahmen, warum sollen Erwachsene nicht\ngern Kinder nachahmen. Namentlich,\nda die Erwachsenen sich eigentlich recht\nalbern vorkommen müssten. Denn nur\ndie Erwachsenen, die Kinder sind, kann\nman Menschen nennen. Erwachsene, die\nnur Kinder spielen, sind hoch ernst zu\nnehmen. Schmidt-Gentner dirigiert zum\nBeispiel. Der Film verleiht Nachtvorstel-\nlungen zum Beispiel. Andere schreiben\nwieder unlesbare Bücher. Andere fördern\nwieder Jugend und Kunst. Andere imitieren\nKapitolien und Zuckerguss. Alles hoch-\nernste Angelegenheiten für Erwachsene.\nUnd Mary Pickford bekommt doch den\nschönen Mann aus Zuckerguss mit Hilfe\nvon Transfusion und der schöne Mann\nohne Beruf, aber mit Neigung, bekommt\ndoch das Kapital und darf Auto fahren\nund der transfusen Geliebten Blumen\nschenken und sie zu den höhren Ständen\nerheben. Ende gut, aber alles keine Kunst.\nUm Liebling des Volks zu sein, braucht\nman sich nur zu verstellen. Bis das Volk\nes merkt. Dann wird das Volk Kind und\nwirft das Zeug fort, das nicht Spiel ist,\nweil es nur Spiel gespielt hat statt Spiel\nzu sein. Schauspiel ist Schau und Spiel.\nDas Wort spricht Bände, während die\nBände die Wörter verstellen. Der\nOberbürgermeister dankt im Namen\nder Jugend und der Kunst, Mary Pick-\nford dankt dem Oberbürgermeister und\nSchmidt-Gentner dankt durch die jeweili-\ngen Hymnen den beteiligten Nationen,\ndie sich so herrlich verstellen können."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c005", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "100", "page_fin": "101", "image_debut": 8, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.5", "titre_corps": "Zum Film „Potemkin“", "titre_sommaire": "Zum Film „Potemkin“", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "100", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3214, "texte": "Zum Film „Potemkin“\nMenschen sind nicht gemein. Sie werden\nnur zur Gemeinheit dressiert. Sie lassen\nsich durch ihre angeborene Gutmütigkeit\ndressieren. Wie die Löwen und Tiger.\nDurch die Macht des menschlichen\nGeistes. Man redet ihnen ein, dass sie\nnur mit Erlaubnis essen dürfen. Man\nredet es den Kindern ein, die glauben. Man\nschlägt sie, wenn sie nehmen. Und sie\nnehmen nicht, um nicht geschlagen zu\nwerden. Mit dem zunehmenden Alter\nwerden die Schläge abstrahiert. Sie\nwerden und heissen Gewehre. Leute\nwerden zu Schlägern herangebildet, die\nlieber schlagen als geschlagen werden.\nSie bekommen dafür zu essen. (Und wenn\nsie nichts zu essen bekommen, sind sie\nKinder, die geschlagen werden. So\nschlagen sie lieber. Und wenn sie\nvor Hunger sich nicht mehr zu halten\nwissen, brechen sie aus und zerfleischen\ndie Dresseure. Essen ist nicht so un-\n-4! . VS I . \" . /\nwichtig, wie die Geistigen glauben.\nGeistige sind Menschen, die das Recht\nauf Essen für andere formulieren und\nfür sich beanspruchen. Man nennt die\nGeistigen in Europa auch Demokraten.\nIhre Theorie ist, dass auch die essen\nmüssen, die schon gegessen haben. Auch\nwenn sie zur Zeit satt sind. Das Volk\nist an sich anspruchlos, sagen sie, und\ndas kann noch warten. Tage warten.\nMonate warten. Jahre warten. Die Wirt-\nschaft muss in Ordnung bleiben, auch\nwenn die Gäste hungern. Eine schöne\nWirtschaft. Wirte müssen verdienen.\nDenn es ist Verdienst, den Leuten zu\nessen zu geben. Satt sein macht begehr-\nlich. Und die Begehrlichkeit verhindert\ndie Arbeit. Und die Arbeit der Andern\ndient der Begehrlichkeit der Wirte, die\nvon den Gästen leben. Die Satten be-\ntonen ihre Leiblichkeit durch Schmuck,\ndamit alle merken, wer satt ist. Damit\n' > .\ndie Hungrigen an den Satten eine Augen-\nweide haben, weil sie sonst auf ihrer\nWeide weit und breit nichts finden.\nVielleicht sind die Schafe für die Wölfe\n'\nda. Aber kein Wolf frisst mehr Schafe als\ner kann. Tiere aber, die sich Menschen\nnennen, fressen aus Wollust den Schafen\nalles fort, damit die Tiere, die sich\nMenschen nennen, die Wollust an der\nNotdurft der Schafe haben. Und wenn\ndie Schafe, die sich Menschen nennen,\nüber den Wolf herfallen, wird der Wolf\nbetrauert, der nun Schaf scheint. Die\nganze Angelegenheit nennt man national-\nökonomisch Gesellschaftsordnung. Oder\nauf deutsch: unter Volkswirtschaft ver-\nsteht man eine Wirtschaft gegen das Volk\noder eine Verwirtschaftung des Volkes.\nPlötzlich merken einige tausend Matrosen,\ndass man sie körperlich zu Grunde richtet.\nDie Kirche hat ihnen den Himmel im\n\\\nHimmel versprochen, sie möchten aber\neinmal auf der Erde auch nicht geschlagen\nwerden, weil sie eigentlich artige Kinder\nsind. Auch erschossen möchten sie nicht\nwerden, weil sie selbst die Waffen her-\nstellen und sie sogar auf Befehl gegen\nsich und unter sich anwenden. Sie finden\ndie Geistigkeit plötzlich etwas dumm, die\nSauwirtschaft auch und sie versuchen, sie\ndie Waffenträger, die Waffen gegen die\nWaffenlosen, die sich und den Andern\nden Geist einreden. Den Geist der Ord-\nnung. Maschinen funktionieren. Vor den\nMaschinen sind wenigstens alle Menschen\ngleich. Die stärkeren Maschinen siegen.\nUnd selbst ein Panzerkreuzer kann von\n» •• v ■ 1\nzehn Panzerkreuzern vernichtet werden."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "101", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2344, "texte": "Da merken Menschen, dass sie sich selber\nschlagen. Damit die Dritten sich freuen\nkönnen, wenn sich zwei streiten. Da\nhören die zwei auf zu streiten, sie wenden\nsich beide gegen die Freude des Dritten,\ndem die Freude erstirbt und das Leben.\nEin Jubel braust durch das Haus als der\nDritte stirbt. Aus tausenden von Mündern\nheult in diesem Jubel die ungeistige Qual\nder Sorge und der Not. Ihr Leben nicht\ngewollt und nicht gekonnt spielt sich\ngewollt und gekonnt für sie durch jene\nMenschen ab, die sich als Lichtbilder\nvor ihnen bewegen. Der Film\n~Potemkin\" Goskino, Moskau.\nNicht von Schauspielern dargestellt.\nNicht von Leuten, die nachahmen und\nsich auf Grund dieser affenhaften\nFähigkeit Künstler nennen. Keine\nDarsteller, Gestalter. Mitglieder.\nGlieder des Organismus Leben, das sie\nschauernd in sich erlebt und gelebt\nhaben und erleben. Mit dem mensch-\nlichen Begehren zu leben haben sie die\nBegehrlichkeit der Allzulebenden ver-\nnichtet. In Sowjetrussland hat die Mensch-\nlichkeit über die Menschheit gesiegt. Und\nwenn behauptet wird, dass auch jetzt\nnoch die Menschen dort hungern, so\nhungern sie nicht auf Befehl von Satten,\nsie hungern, um wenigstens in ihren\nKindern satt zu werden.\nKunst ist Intensität. Der Film „Potem-\nkin\" ist keine Tendenzkunst. Der Film\nist Kunst. Tendenz kann Wille sein,\nwird aber nie Vorstellung. Vorstellung\nentsteht nur dadurch, dass das Vorzu-\nstellendem organisch besteht und lebt\ndurch die Gliederung der notwendigen\nund nur der notwendigen organischen\nBestandteile. Hierzu gehört im Film\nnicht die Erklärung des Bildhaften durch\ngedankliche Sätze. Der Film „Potemkim\"\nkann diese gedanklichen Sätze umsomehr\nentbehren, da sie primär optisch in\nErscheinung treten. Die Erklärungen\nsind höchstens für Blinde geeignet.\nDieser Film ist ein Beweis dafür, dass\ndie Tendenz durch künstlerische Mittel\nabsoluter Art zwangläufiger sich einstellt\nals durch eine Darstellung der Tendenz,\nals Wille ohne Vorstellung.\nDie Menschen in Russland sind primäre\nMenschen. Die Männer und die Frauen.\nWeitherzig sind sie in der Weite und\ndurch die Weite dieses Landes. Die\nMänner Knaben und die Frauen Mädchen.\nIhre Augen sind Kinderaugen, voll von\nSehnsucht, voll von Staunen. Ihre Sinne\nsind ihr Denken. Und wenn ihr Denken\nganz über die Erde sinnen wird, wird\ndas Sinnen über die Erde sich zum Sinn\nder Erde verwirklichen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c006", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "102", "page_fin": "103", "image_debut": 10, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.6", "titre_corps": "Lübeck: Sein Mann und sein Neumann", "titre_sommaire": "Lübeck: Sein Mann und sein Neumann", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "102", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3116, "texte": "Lübeck: Sein Mann und\nsein Neumann\nThomas Mann, Professor Thomas Mann\nhat bekanntlich vor siebenhundert Jahren\ndie Freie Stadt Lübeck gegründet und\nsich und sie mit Frau Hansa vermählt.\nIn der Zwischenzeit wurde Schiffahrt\ngetrieben und Marzipan hergestellt, bis\ngenau die siebenhundert Jahre um waren.\nNebenbei entwickelte sich noch der ver-\nwickelte hanseatische Geist, der sich\nseinerseits in den Werken von Thomas\nMann verdichtert hat. Er ist zu seinem\nEhrentag persönlich erschienen, leicht\nangegraut. Die Jahrhunderte gehen eben\nnicht spurlos an den Menschen vorüber.\nLeider konnte ihn der Meister der Bürger\ndieser seiner Freien Stadt nicht persön-\nlich zum Professor ernennen. Der Senat,\neine bodenständige deutsche Einrichtung,\nhat den Meister der Bürger Neumann\nfallen lassen müssen, weil er nicht nur\nLübeck sondern ganz Deutschland mit\nfreiemhanseatisch-monarchistischemGeist\nbeträufeln wollte. Oder nur sollte, wie\ner erklärt. Statt Herrn Neumann musste\ndaher Herr Mann die Rede halten. Welche\nRede. Die grosse Presse teilt mit, dass\nsie sogar „den Rahmen eines Zeitungs-\nberichts sprengen würde\".\nWir in Berlin dürfen den Manen des\ngrossen Mann in Kinopalästen hul-\ndigen. Wir brauchen nicht den ganzen\nRoman lesen, wir bekommen den Geist\nin Filmdosen versetzt. Ein stolzer Geist:\n„Wir Kaufmannstöchter dürfen nicht\nimmer der Stimme unseres Herzens\nfolgen\". Les affaires sont les affaires.\nOder auf freideutsch: Hab und Gut gesellt\nsich gern. Oder auf Manndeutsch: Freies\nWeltbürgertum. Genau wie Goethe, der\nnicht einmal in Lübeck geboren ist. Zu\nerwähnen wäre noch, dass man Konkurse\nam besten durch Eingreifen des Schwieger-\nvaters abwendet. Dieser Geist von Lübeck\nhat bekanntlich nach und nach die ge-\nsamte kultivierte Erde erobert. Das Gute\nbricht sich Bahn (Thomas Mann).\nDurch die kleine Presse erfährt man\neiniges von dem Vortrag des Jubelgreises:\n„In äusserst fein psychologischer Weise\nverstand es Thomas Mann, in dem er\nsich sozusagen neben sich selbst stellte,\npsychologisch seine Werke zu erklären,\naus der Landschaft, in der er geboren,\naus der Meeresnähe und der Musik des\nMeeres, die ihm die ersten geistigen\nInspirationen gaben.\" Das ist eine äusserst\nfein psychologische Erklärung, die so-\nzusagen den wässrigen Geist aus der\nSeele der Landschaft erklärt. Aber damit\nnoch nicht genug: „Er findet aber auch\ndie Seele nicht des Einfach-Bürgerlichen,\nsondern des Aristokratisch-Bürger-\nlichen mit seiner zähen Tatkraft, die\nschwere Hemmungen überwinden kann.\"\nDurch den Schwiegerpapapa. Der Einfach-\nBürgerliche muss sich durch den Inseraten-\nteil der grossen Presse „Rat bei Zahlungs-\nstockungen\" suchen. Ihm fehlt eben die\nMeeresnähe. Aber Thomas Mann denkt\nnoch weiter für uns. Sozusagen noch\ntiefer. Bis auf den Meeresgrund. Mit\nreichen Schwiegervätern (aristokratisch-\nbürgerlich) lässt sich sogar das ganze\ndeutsche Reich vergeistigen: „Diese Bür-\ngerlichkeit ohne irgend einen Nebenton\nsozialer Klassengegensätze hält er für\ngeeignet, ein freies Weltbürgertum zu\nbilden aus dem deutschen geistigen Reich\nder Mitte\". Schade, dass Herrn Bürger-\nmeister Neumann die Möglichkeit ge-"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "103", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 881, "texte": "nommen wurde die Nebentöne der sozialen\nKlassengegensätze durch Erschiessen der\nVerursacher dieser unangenehmen Neben-\ngeräusche verstummen zu lassen. Dann\nhätten wir bereits das deutsche geistige\nReich der Mitte. Kulirein. Thomas Mann\nkonnte leider nur in einer Stadt geboren\nwerden, aber er teilt uns wenigstens mit,\nwo Seele und Geist geboren sind, ©der\nwenigstens, welche aristokratisch-bürger-\nliche Firma sie zu ihrem Stammkapital\numbuchen kann: „Die Vermittlung der\nWerte der Seele und des Geistes als\ndeutsches Ureigentum sieht er als\neine Zukunft unserer deutschen Kultur\".\nDas ist ein gewinnbringendes hanseatisches\nGeschäft, da Deutschland der Reserve-\nfond von Geist und Seele des Herren\nThomas Mann zur Verfügung steht. Und\nschlimmstenfalls haben wir den Schwieger-\npapapa.\nEs muss gehandelt werden. Mangels\nKapital mit Geist und Seele, G.m.b.H.,\nmade in Lübeck.\nHeil."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c007", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "103", "page_fin": "104", "image_debut": 11, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.7", "titre_corps": "Pfingstnachklänge", "titre_sommaire": "Pfingstnachklänge", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "103", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.11", "debut_caractere": 883, "fin_caractere_exclue": 2886, "texte": "Pfingstnachklänge\n\nWesten\nDrei Riesenhallen im Stil aller bekannten\nStilarten. Dazwischen ein hochgerichtetes\nBrückengeländer. Der Funkturm. Das er-\nschlossene Gelände von Charlottenburg, auf\ndem niemand Wohnstätten bauen wollte.\nIn der einen Halle geht es hoch her. Alpen-\nländische Sommerschau. Deutschland und\n• •\nOsterreich sollen mit Hilfe des Kitsches ver-\nbrüdert werden, da sie bereits mit ihm ver-\nschwägert sind. Die Sommerschau ist in\nWinterkojen untergebracht. Es werden Bild-\nchen mit der Laterna magica gezeigt, um die\nBedürfnisse der Reisebüros zu fördern. In\njeder Koje steht eine Familie, die sich wundert,\ndass das eine Mark 25 Pfennig kostet, für\nwelchen Preis man doch eine ganze Laterna\nmagica kaufen kann. Für die grosse Halle\nunten hat man wieder einen Verwandten von\nJohann Strauss entdeckt. Ausserdem haben\nBerliner Künstler so recht lustige Papier-\nguirlanden angebracht. Titel: Prater in Berlin.\nIm Hintergrund ist eine abgelegte Kulisse\nder berühmten Berliner Alpenbälle aufgestellt.\nAlles zu sehen und zu hören für eine Mark\n25 Pfennig. Ferner werden im Vestibül die\nWunder des elektrischen Tauchsieders vor-\ngeführt. Nusstangen, Bier und Linzer Torten\nsind überall erhältlich. Selbstverständlich\ngegen besondere Vergütung. Die deutsche\nund die österreichische Regierung haben sich\nsehr anerkennend über diesen Markstein der\nAnnäherung der verschwisterten Nationen\ngeäussert.\nNorden\nDie ganze Familie steht auf dem Balkon in\nder Schönhauser Allee. Das kleine Mädchen\nnehen der zarten Mutter, die wie ihre jüngere\nSchwester aussieht, jubelt: „Die vielen, vielen\nKommunisten\". Und das Dienstmädchen da-\nneben jammert: „Wenn die uns nachher\nregieren, werden sie mir mein neues Capp-\nkleid fortnehmen und es unter die Genossen\nverteilen\". Das kleine Mädchen tröstet es\nmit streichelnden Händen: „Bis dahin ist\nes doch nicht mehr Mode, Elisabeth, und\nSie haben es schon längst schmutziggetragen\".\nUnd der Gymnasiast erkundigt sich, ob das\nKleid so nach dem berühmten Kapp genannt"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "104", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1018, "texte": "ist, der beinah Deutschland siegreich ge-\nschlagen hat. Der Familienvater bemerkt,\ndass Capes früher nur von Künstlern ge-\ntragen wurden und auf deutsch Talent-\nwindeln heissen. Das kleine Mädchen sagt\naber garnichts mehr und winkt mit seinen\nzarten Händchen der Roten Front zu.\nPotsdamer Platz\nDer Lokalanzeiger lässt ein Extrablatt ver-\nteilen, dass die Kommunisten einen Schupo-\nbeamten mit unpassenden Worten beleidigt\nhätten. Die Reichsregierung wird aufgefordert,\nErhebungen anzustellen, und mit der Schwere\ndes Gesetzes vorzugehen. Die deutschnationale\nVolkspartei hat bereits den Antrag gestellt,\nden Polizeipräsidenten wegen passiver För-\nderung des Bolschewismus seines Amtes zu\nentsetzen.\nAusflug\nDie Professoren der Universität Jena, die gegen\ndie Haussuchung bei ihrem Kollegen Bernhard\ndurch meineidige Verräter (die gegenwärtige\nReichsregierung) protestierten, haben be-\nschlossen, ihre sonstige Untätigkeit nach\nHolland zu verlegen, um ihren Doorn nicht\netwa aus dem Auge zu verlieren.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c008", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "105", "page_fin": "105", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.8", "titre_corps": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung", "titre_sommaire": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "105", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 30, "texte": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c009", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "106", "page_fin": "107", "image_debut": 14, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.9", "titre_corps": "Mein Merz und Meine Monstre Merz Muster Messe im Sturm", "titre_sommaire": "Mein Merz und Meine Monstre Merz Muster Messe im Sturm", "signature_source": "Kurt Schwitters", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "106", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3067, "texte": "Mein Merz und\nMeine Monstre Merz\nMuster Messe im Sturm\n\nAls ich seinerzeit zum ersten Male Merz\nim Sturm ausstellte, war es mir darum\nzu tun, alles für die Kunst nutzbar zu\nmachen, und meine künstlerischen Fähig-\nkeiten an jedem beliebigen Material zu\nerproben. Denn Kunst ist nichts anderes\nals Gestaltung mit beliebigem Material.\nIm Laufe der Zeit gelangte ich zu einer\ngewissen Auswahl, indem ich mir voll\nbewusst war, dass diese Auswahl nur\nein privates Vergnügen ist. Heute ist\nmir das Wichtigste die präzise Auswahl\nund die präzise Gestaltung. Nicht als ob\nich dadurch etwa ein fertiges Werk schaffen\nzu können glaubte. Denn es ist unmög-\nlich, auf dieser Welt etwas schlechthin\nVollendetes zu schaffen.\nFür diejenigen aber, die behaupten, wir\nalle malten jetzt wieder wie früher nach\nder Natur, möchte ich erklären, dass\nmeine neuen Arbeiten mit Kopie der\nNatur wenig zu tun haben. Auch der\nEinfluss von Ingres auf mich ist doch nur\nsehr gering zu nennen. Ich selbst bin\nes mir kaum bewusst, aber ich bin auch\nnicht Picasso. Der Kritik würde ich vor-\nschlagen, lieber zu schreiben, ich wäre\nvon Moholy, Mondrian und Malewitsch\nbeeinflusst, denn wir leben im Zeitalter\ndes M, siehe Merz. Man nennt das Mon-\nstruktivismus. Vor einigen Jahren hiess\nes noch: „Kandinski, Klee, Kokoschka\",\nalles mit K. Davor hiess es Lissitzky\nmit L. Wir machen eben das ganze\nABC der Entwicklungen durch. Heute\nist nun die Mode bei M angelangt, weil\neben das Alphabeth so weitergeht. Und\neines Tages, wenn die Entwicklung bis\nS gekommen sein wird, heisst es plötzlich:\n„Schwitters\". Ja, ja, Kunst ist Mode.\nSie fragen, weshalb ich nicht mehr jedes\nbeliebige Material verwendete? Nicht als\nob ich die Gestaltung jeden Materials\nerreicht hätte, sondern das kann man\nnicht, es ist schlechterdings unmöglich\nund endlich auch unwichtig. Wichtig ist\nnur das Prinzip. Heute ist es die präzise\nForm, die ich Ihnen zeigen will neben\ngeklebten und genagelten Arbeiten wie\nfrüher. Nicht als ob mir die Form das\nWichtigste wäre, denn dann wäre meine\nKunst dekorativ. Nein, es ist das Lied,\ndas in mir klang, als ich arbeitete, das ich\nin die Form hineingegossen habe, das nun\nauch zu Ihnen klingt durch die Form.\nSind sie musikalisch? Ich meine musi-\nkalisch für Farben, Flecken und Linien?\nÜbrigens denken Sie nie, dass ich im\nKampfe mit der alten Kunst lebte. Ich\nkämpfe gegen das Alte, nicht gegen die\nKunst. Ganz im Gegenteil will ich ein\nInstrument mitschaffen helfen, das jeder\nKünstler verwenden kann.\nAber was das Instrument anbelangt, bin\nich der Meinung, dass sich keine Zeit\ngenügend selbst kennt, um zu wissen, was\nin ihr wertvoll ist und bleibend sein wird.\nGewiss, wir haben heute eine Zeit der\nTechnik, das unterscheidet uns von\nfrüheren Zeiten. Es wird uns von späteren\nZeiten nicht mehr unterscheiden, denn\nwir werden die Maschine behalten. Wir\nhaben auch eine Zeit des Verkehrsader\npraktischen Erfordernisse. Das alles wird\nbleiben für die Zukunft. Aber ob die\nKunst im Sinne der Technik arbeiten\nsoll, kann mir niemand beweisen. Gewiss\nhat der Konstruktivismus seinen Wert,"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "107", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1487, "texte": "denn er zeigt, dass man auch so Kunst-\nwerke unter Umständen gestalten kann,\naber das ist seinem eigenen Programm\nentgegen, welches an Stelle von Kunst\nKonstruktion setzen will, ohne den\nRhythmus in der Konstruktion als Wich-\ntigstes zu erkennen.\nAber wenn die Kunst der Zeit gefordert\nwird, sollte nicht gerade die Erlösung aus\nder Zeit der Technik, des Verkehrs, der\npraktischen Erfordernisse die Kunst eben\ndieser Zeit sein? Jede Zeit muss sich\nselbst erlösen, weil sie an sich allein\nleidet. Aber nichts kann den Geschäfts,\ngeist, den Geist der praktischen Kon-\nstruktion mehr erlösen, als das nutz-\nloseste aller Dinge auf der Welt: „Die\nKunst\". Und so wage ich es selbst heute\nnoch, mich offen zur Kunst zu bekennen.\nIch weiss, dass es heute, wo Kunst nicht\nmehr Mode ist, ein Wagnis ist, sich so\nzu kompromittieren. Aber „M\" ist gerade\nMode, weshalb soll Merz zurückstehen?\nKunst war Mode mit Klee und Kandinski,\nin der Serie K. Aber ich habe die alte\nTradition geerbt. Wenn heute keine\nKunst mehr leben würde, so lebte noch\nein Künstler, ich höre Sie schon\ndreimal „Bravo\" rufen: der Künstler\nheisst, und wenn es auch eine Schande\nwäre und wenn es auch davon zeugte,\ndass der betreffende ein rückständiger\nTrottel ist, ich kann es ruhig und ohne\nÜberheblichkeit sagen, weil es ja heute\nkeine Auszeichnung mehr ist, Künstler\nzu sein, dann eher schon Chauffeur,\nalso der einzige Künstler wäre, rufen Sie\nnoch dreimal „Bravo\", kein Geringerer\nals Ihr sehr ergebener\n\nKurt Schwitters"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c010", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "108", "page_fin": "112", "image_debut": 16, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.10", "titre_corps": "Die Krise des Imperialismus", "titre_sommaire": "Die Krise des Imperialismus", "signature_source": "Schluss folgt", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "108", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3354, "texte": "Thomas Ring\nDie Krise des Imperialismus\n\nSoll man in grundlegenden Lebensfragen\nsich entscheiden, so muss man alles aus-\nschalten was die Beurteilung und Durch-\nführung der in den Lebensfragen selbst\nliegenden Dialektik vom Grundsätzlichen\nablenken könnte. Nun leben wir nicht\ntheoretisch als Experiment im luftleeren\nRaum, sondern stehn mitten in einer realen\nEntwicklung, sind vom gegenwärtigen Ent-\nwicklungszustand der Menschen und Dinge\num uns beeinflusst. Neigt man in politischen\nFragen zur Entscheidung gegen den Im-\nperialismus, so fallen einem sofort Beispiele\nrührender Fürsorge und Pflichterfüllung\neinzelner Monarchen oder blendende Erfolge\nimperialistisch konstituierter Staatswesen ein.\nDie imperialistische Geschichtsschreibung,\naus der wir unser Wissen gewöhnlich be-\nziehen, hat dafür gesorgt dass gerade diese\nBeispiele als persönliche Verdienste heraus-\ngehoben oder als nachahmenswerte Ziele\nleuchtend aufgestellt sind. Aber abgesehen\ndavon dass sie der Vergangenheit an-\ngehören, aus der wir die Kausalität des\nGeschehens lernen und nicht Formen zur\nNachahmung heraussuchen sollen (weil nur\nprinzipiell gleiche, nicht dinglich gleiche\nBedingungen wiederkehren) haben uns die\nEreignisse der letzten Jahre vor eine Wende\ngestellt, an der wir prüfen müssen ob die\nimperialistische Lebensform für künftige\nMenschen tauglich ist.\nDas banale Vorurteil, dass die Menschen\nsich immer gleich bleiben, verschliesst uns\ndie Augen gegen die tiefgehenden Aen-\nderungen der menschlichen Erlebnisrichtung,\ndie mit industriell-wirtschaftlichen Wand-\nlungen und solchen der Verkehrsbedingungen\nzusammenhängen. Natürlich liebt und hasst\nder Mensch auch heute, aber das langsame\nAuskosten provinzialer Stimmungen darin\nhat sich seit der Postkutschenzeit doch\ngeändert. Ebenso kann man uns nicht mehr,\n* »\nwie zur Zeit der Verbreitung des Christen-\ntums, erzählen dass das Abschlachten von\n*\nHeiden ein gottwohlgefälliges Werk sei.\nDie Richtung der vom Christentum nicht\naufgesognen Mordinstinkte hat sich ge-\nändert, weil Gott nicht mehr politisch zug-\nkräftig ist und die Priester des heidnischen\nKapitalismus verkünden, dass Kommunisten\nan die Wand gehören oder die Priester\ndes Nationalismus verkünden, dass der\nMitmensch durch seine Geburt jenseits der\nGrenzpfähle Landesfeind (oder Freund, je\nnach der neuesten Abmachung) sei. Man\nwird bei einiger Beobachtung merken, dass\nim imperialistischen Staat die Sympathien\nund Antipathien immer nach dem akuten\nGeschäftsproblem gelenkt werden. Die per-\nsönliche Qualität des Staatsleiters kann\nnichts gegen diese Forderung tun, mensch-\nliche Bedenken müssen gegen die „Staats-\nraison\" zurückgestellt werden. Es muss\nalso die imperialistische Staatsraison selbst\nbeurteilt werden und nicht seine Vertreter.\nEs ist damit wie mit der Beurteilung des\nKapitalismus. Jeder kennt persönlich wohl-\nwollende und anständige Kapitalisten oder\nist selbst einer. Aber diese Anständigkeit\nkann gefährlicher sein als eine brutale Aus-\nsaugen und Erpresserpolitik, weil sie über\ndie Grundfrage des kapitalistischen Prinzips\ntäuscht und dadurch eine Gesellschaftsform\nerhalten hilft, die skrupelloseren Geschäfts-\nleuten ein Erpressen und Aussaugen ge-\nstattet. Nun beruhigt man sich damit, dass\nin solchen Fällen die Staatsgesetze regulativ\neingreifen. Aber sie greifen nicht ein wo\nes wirksam ist. Jeder kann sich davon"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "109", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3353, "texte": "durch eine nichtkapitalistische Presse, eine\nsolche die nicht vom Verschweigen der\nfür den Besitzlosen grundlegenden Dinge\nlebt, überzeugen. Der heutige Staat kann\nja auch garnicht eingreifen, da er selbst\nkapitalistisch fundiert ist und immer mehr\nzum Werkzeug einiger weniger Konzerne\nwird. Geld-Kapitalismus geht mit Idee-\nKapitalismus Hand in Hand. Die Feudal-\ngliederung des alten Kirchenstaats wurde\nabgelöst von den Konzernen der Wissen-\nschaften, die ein bestimmt gemünztes (auf\noptische Beobachtung geprägtes) Wissen\numsetzen, ängstlich auf Verteilung der\nDirektions- und Aufsichtsratsstellen ihrer\n■%\nFakultäten und auf Heranzüchtung eines\nim gleichen Prinzip denkenden Nachwuchses\nbedacht sind. Wir müssen also, um das\nPrinzip des Vorrechts auf Grund eines in\nMünze verwandelbaren Besitzes (Kapitalis-\nmus) oder eines in Gewalt umsetzbaren\nExpansionsdrangs (Imperialismus) zu ver-\nstehen, schon tiefer in die Natur des\nMenschen eindringen und das Verhältnis\ndes Einzelnen zu seiner gesellschaftlichen\nFunktion betrachten.\nJeder hat einen dialektischen Zwiespalt in\nsich. Denn was ist Dialektik schließlich\nanderes als das Durchdenken von Frage-\nStellungen die an uns herantreten, weil\nwir nicht allein auf der Erde sind. Das\nLeben fordert von uns Entscheidungen, so?\noder so? gruppieren sich Thesen und Anti-\nthesen, Gedanken für die von außen an-\ngeregte Sache oder dagegen, in uns. Jeder\nist grundsätzlich in der gleichen Lage,\nsteht als Einzelwesen einer Kollektivität\nvon toten und lebendigen Dingen gegen-\nüber, die sich zu immer wieder anderen\nErscheinungsbildern und Forderungen zu-\nsammentun. Der eine Faktor des Zwie-\nspalts bleibt immer der gleiche, er ist das\nentscheidungsfähige Ich, der andere Faktor\nändert sich mit der Lage der Dinge. In\ndiesem Hin und Her des Gegenfaktors zu\nuns selbst suchen wir nach Ruhe, Gleich-\nmass, Beständigkeit. Wir finden sie in\nWiederholung von Dingen und erhalten\ndadurch Merkpunkte für das Verfolgen der\nKausalität in der Entwicklung. Man ver-\nfolgt wiederholt dieselben Interessen, gründet\nein Heim, behält einen bestimmten Beruf\nbei, braucht also nicht täglich sich neu zu\norientieren, den Wohnort oder die Dinge\nseiner Wohnung wechseln, eine neue Fertig-\nkeit lernen. Tritt man dann verändert vor\ndie gleiche Sache so erkennt man seine\nÄnderung. Der Bürger hält sich bestimmte\nFamilienbeziehungen, um mit bestimmten\nMenschen den Fortschritt der aussen sich\nändernden Dinge durchzusprechen.\nEgozentrisch gesehen erscheinen die Dinge\nso in Ordnung, mit der Wahl nach ihrer\nEignung und dem Behalten nach persön-\nlicher Freude scheint genug getan. Jedes\nEgo hat sein Imperium, jedes Ich seine\nBefehlsgewalt. Aber auch der Egoismus\nkann krank sein, zu genügsam gegenüber\nder von aussen möglichen lebendigen Er-\nneuerung, man sperrt sich gegen Än-\nderungen ab wenn man sich nicht mehr\nzutraut, sie zu bewältigen. Nicht nur die\nMenschen sondern sogar die Dinge, mit\ndenen wir umgehen, haben ihre Eigen-\nwilligkeit und wenn unser Lebensgefühl\nnicht ebenso wachsam als unser Ruhebe-\ndürfnis mächtig ist, werden wir zu ihren\nSklaven. Jeder bei dem der gesunde, der\ndem Leben dienende Egoismus aussetzt,\nwird zum Sklaven der sich wiederholenden\nLebensformen; des Lebens mit einem per-\nsönlich bestimmten Mann ©der einer Frau,\ndes Angewiesenseins auf bestimmte Vorge-\nsetzte und Untergebene oder eines be-"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "110", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3380, "texte": "stimmten Klassentyps darin, seines Besitzes\noder seiner Besitzlosigkeit, besonderer\nSchlemmergelüste oder bestimmter Dinge\ndie puritanisch vom Erleben ausgeschaltet\nwerden. Sobald ein Ich den lebendigen\nKontakt mit einer Sache verloren hat, tut\nes diese gedankenlos weiter und stumpft\ndadurch ab. Sind mit der Sache Ent-\ntäuschungen verknüpft die man sich nicht\neingestehen will weil man dann einen\nWechsel der Dinge wagen müsste, ist aber\ntrotzdem der Gesundungswille stark genug,\nso wiederholt man in hysterischen Zwangs-\nhandlungen dieselben Formen oder Formen\ngleicher Bedeutung, gibt sich in Übereifer\nund Gereiztheit der Täuschung hin, dass\netwas Lebendiges geschehe. Erkennt man\ndie Enge dieser Festlegung ohne den Aus-\nweg konkret zu erfassen oder infolge seiner\nEinfachheit anerkennen zu wollen, so irrt\nder Lebenswille in neurotische Überspannnng\nund Ziellosigkeit hinein. Diese Zustände\nergeben die mangelnde gesunde Dialektik\ndes Lebens, an der jede untergehende\nKultur krankt, nichts ausser formal-hyste-\nrischer Selbstbespiegelung oder neurotischer\nAbweichung davon (Perversion) wird\nschliesslich mehr zum Problem. Das Im-\nperium jedes Ego läuft in sich leer, weil\nes sein Kapital an Erlebnisformen nicht\nmehr umsetzen kann, es muss sich daher\nnach aussen wenden um -Erneuerung zu\nsuchen. Daraus erklärt sich die Notwendig-\nkeit der Eroberung für das imperalistische\nPrinzip.\nMan kann also jede Sache auf doppelte\nArt tun, lebendig (organisch) oder tot\n(mechanisch). Mechanismen haben Sinn\nals Sparvorrichtungen, so auch mechanische\nHandlungen, die den Einsatz von Kräften\ngegenüber bestimmten Aufgaben ersparen,\num Kräfte für andere übrig zu behalten,\ndie als wichtiger erachtet werden. Man\nkann Kapitalist in lebendigem Sinne sein,\nwenn man sein Kapital als Teil des Ge-\nsamtvermögens betrachtet, in diesem Sinne\nverwaltet und nutzvoll anwendet. Die Be-\nwusstseinsform mit der man es tut ist aber\nnicht gleichgültig. Ein solcher Kapitalist\nübt in einem illegalen kommunistischen\nStaat einen Verwalterposten aus, müsste\nihn in einem tatsächlich konstituierten aus\nder Staatsökonomie heraus erhalten. In\neinem Staatssystem das das Kapital an sich\nheiligt ist keine Garantie gegeben, dass der\nBesitzende seinen Besitz in diesem Sinne\nhinnimmt und verwendet. Es werden im\nGegenteil durch das Haften an der Wieder-\nholung bestimmter Dinge Sklaven von Ge-\nburt an erzogen, Modesklaven, Genuss-\nsklaven, Bildungssklaven, deren Leben\nproblemlos langweilig oder symtomatisch\nüberreizt ist. Man erkennt daran, dass die\nTradition nicht mehr der notwendige\nruhende Faktor der Entwicklung, die Kon-\ntrolle im ständigen Fortgang ist, sondern\nüberflüssige Mechanisierungen enthält.\nLehnt sich organisches Gefühl in Form\npersönlicher Anarchie dagegen auf, wie bei\neinem grossen Teil der Jugendbewegung\noder der expressionistischen Revolution der\nKünstler, so trifft dies nicht das mechani-\nsierende Staatssystem, sondern der Einzelne\noder die Gruppe verneinen die ihnen\ngerade sinnenfällige Form der Abtötung.\nWeil man im Egozentrismus bleibt schafft\nman nur Atempausen organischen Lebens\noder neurotische Umkehrungen der allge-\nmeinen Hysterie. Diejenigen wieder, deren\nindividuale Weltflucht in eine okkulte oder\nliterarische Romantik führt, bekämpfen mit\nWorten die modernen Maschinen und Ein-\nrichtungen die sie doch benutzen und nicht\nentbehren könnten. Sie wollen also sinn-"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "111", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3412, "texte": "volle und damit natürliche Mechanismen\ntreffen und betonen im Privatleben den\nMechanismus der kapitalistischen Gesell-\nschaft, der keine Sparvorrichtung mensch-\nlicher Lebenssystematik mehr ist wie zur\nZeit der ersten Städtegründungen, sondern\nein Raubbau an der Kapital produzierenden\nKlasse.\nWir sind im Dasein nicht nur mit eignen\nsondern ebenso mit fremden Dingen ver-\nknüpft. Gehn wir eine Ehe, eine Inter-\nessen» oder Geschäftsverbindung ein, so\nfordert der Partner sein gleiches Recht und\nkämpft mit seinen Mitteln, bis das an den\nInteressen Gemeinsame gefunden und als\nKollektivwille lebendig erfasst ist. Der\nEgonzentrismus ist in Kollektivismus über-\nsetzt, sobald eine für mehrere Einzelwesen\nlebendige Daseinsform aktiviert wird. Dies\ngilt ebenso für den Egozentrismus eines\nEinzelmenschen wie einer Nation. Da wir\nEinzelne im Staat als einer Interessen-,\n• 1\nGeschäfts- oder Gefühlsverbindung leben,\nkönnen wir dem Kollektivismus nicht ent-\ngehen. Da die Faktoren des Zusammen-\nlebens von Nationen auf der Erde nicht zu\nvernichten sind, muss schliesslich der\nKollektivismus der Nationen entstehen. Ob\nwir sie positiv oder negativ empfinden, wir\nmüssen kollektive Formen mitleben, nehmen\nan einer Kollektivgestaltung teil und sind\nihr gegenüber verantwortlich. Ueben wir\neinen Beruf oder eine gesellschaftliche\nFunktion aus, so sind wir solange an die\nMethoden gebunden, durch die sich dieser\nBeruf oder diese gesellschaftliche Stellung\nerhält, bis wir eine sinnvollere Methode\ngefunden haben. Der ehrlichste Kapitalist\nkann heute nicht im Allgemeinnsinne\narbeiten, wenn er nicht durch Erfindung\nund Patentierung eines Artikels oder durch\nstaatliche Abmachung sich ein Monopol —\nwirtschaftliche Machtstellung — sichert und\nden gewonnenen Vorsprung an Gewinn für\nSozialeinrichtungen verwendet. Der freie\nWettbewerb ist eine sinnvolle Methode ge-\nwesen, solange genügend Umsatzraum vor-\nhanden war, durch Güte der Ware den Er-\ntrag zu steigern ohne den Konkurrenten\nmit Vernichtung zu bedrohen. Dadurch\nwurde die Gesamtproduktion gehoben. Mit\nzunehmender Schärfe der Konkurrenz musste\naber eine skrupellosere Geschäftsmethodik\nder Ueberbietung durch Tricks statt durch\nGüte der Ware einsetzen, oder die bessere Pro-\nduktion musste durch Antreibersystem gegen-\nüber dem Arbeiter erzielt werden. Der\n„freie41 Wettbewerb hat so den Unternehmer\nin eine Zwangslage geführt, der er nur da-\ndurch entgehen kann, dass er sich ausser-\nhalb stellt. Dies ist möglich durch Er-\nfindungen wie durch Konzerne die eine\nMonopolstellung erwerben. Erfindungen\nkönnen nur bis zu einem gwissen Grade\nden notwendigen Lebensbedürfnissen ent-\nsprechen, es bleibt ausser Luxuserfindungen\nnicht viel mehr übrig, als die notwendigen\nLebensbedürfnisse selbst durch Konzerne\nzu erfassen. Damit ist ein Krisenpunkt er-\nreicht, der biologisch etwa dem Moment\nkurz vor dem Ausschwärmen eines Bienen-\nstocks entspricht. Die Gesetzstruktur der\nalten Waben ist erfüllt und ein neuer Kollektiv-\nwille beginnt zu anderen Produktionssorten\nhinzureissen. In solchen geschichtlich\nimmer wiederkehrenden Krisenpunkten hat\ndas Verlangen nach Erneuerung durch\nandere Produktionsstellen und Absatzmärkte\nsich mit dem imperalistischen Verlangen\nnach Expansion verbunden und zu Er-\noberungen geführt. Die letzten Kriege\nhaben aber gelehrt, dass imperalistische\nKraftleistungen keine wesentlichen Märkte\nmehr erschliessen. Die Aktivität, von aussen"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "112", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2998, "texte": "schmerzvoll abgedrängt, muss sich not-\nwendig nach innen richten, auf staatliche\nNeukonstruktion. Die kapitalistische Kon-\nzernierung im Grossen — auch Staatsbetriebe\nals Unternehmen einer bestimmten Gesell-\nschaftsschicht rechnen hierzu — hat zwei\nFehlerquellen: die Art der Betreibung und\nVerwendung des Profits bleibt dem Egois-\nmus Einzelner überlassen und den Arbeitern\nselbst fehlt durch die Beobachtung dieser\nTatsache der innere Antrieb. Sie sind teil-\nnahmslose Beamte oder müssen durch\nmaterielle Zwangsmaßnahmen zur Erfüllung\nder alten kapitalistischen Gesetze gezwungen\nwerden, wenn die geistigen Bestechungs-\nmethoden versagen. Wenn, wie im Ford-\nsystem, das Wohlbefinden des Arbeiters als\nnoch gewinnbringender mit einkalkuliert\nund erreicht wird, so geht dies nur, solange\nes sich um ein vereinzeltes Unternehmen\nunter besonders günstigen Bedingungen\n— also Monopolstellung — handelt. Bei\nVerallgemeinerung muß nach hergestellten\nAusgleich die Presschraube von neuem an-\ngezogen werden und die Lage zum Krisen-\npunkt der Staatserneuerung treiben. Hat\nsich die Erde für Gewinne durch Gewalt\nzu klein erwiesen, so kann die Erneuerung\nnur durch planmässige Verteilung der Arbeit,\ndurch Austausch nationaler Errungenschaften\nund nationaler Bodenschätze kommen und\ndurch ein Rätesystem der Arbeitenden\ngarantiert werden.\nWie der Kapitalist abhängig vom Profit, ist\nder Leiter eines imperialistischen Staats-\nwesens abhängig vom Prinzip der Erobe-\nrung. Das imperialistische System muss\nerobern solange es noch zu erobern gibt,\nwie das kapitalistische System Profit suchen\nmuss solange es noch zu verdienen gibt.\nSchnürt man den Lebenswillen der Menschen\nt . . -V\nin nationale, dynastisch abgeleitete oder in\nKlassenkomplexe ein, so entstehn Verbände\neinzelner Egoismen, komplexe Daseins-\nformen deren jede sich auf Kosten der an-\ndern auszubreiten sucht. Die Massenhin-\nrichtungen unter Karl, Barbarossa, Napoleon\nsind nicht Ausdruck besonderer persönlicher\nGrausamkeit, sondern notwendige Folgen\ndes Wettbewerbs durch Eroberung. Die\nWände eines solchen Systems müssen zer-\nbrechen, sobald die allgemeine Vernunft\nder Egoismus der Menschheit, den zu eng\ngefassten Egoismus einzelner Komplexe\nüberwinde. Beruht ein imperialistischer\nStaat auf Feudalordnung, so sucht der\ndurch Wahl- oder Stammkaiser ausgedrückte\nzentrale Wille des Staats fremdes Gebiet zu\nerobern, um es unter die Lehnsleute zu\nverteilen. Beruht der imperialistische\nStaat auf kapitalistischer Ordnung, so sucht\nder Ausschuss der Interessenkonzerne\nfremdes Gebiet von seinen Waren abhängig\nzu machen, um den Gewinn unter seine\nBeamten zu verteilen. Stets wird Gewinn\nmit Menschenleben bezahlt und nach Ab-\nstufung der Kraft oder Schlauheit verteilt.\n»i /\nEin Wettbewerb ohne Kontrolle muss stets\nzur Anwendung von Gewalt führen, in\nMachtfragen kann Anspruch nur mit stär-\nkeren Mitteln der gleichen Art überboten\nwerden. Deshalb muss die Kontrolle von\ndenen ausgeübt werden die zugleich die\nFolgen tragen.\n\nSchluss folgt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c011", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 656, "texte": "Zeitschrift Der Sturm\nAn die Abonnenten und Leser der Zeitschrift Der Sturm\nErschienene Hefte des 17, Jahrgangs:\nApril Expressionismus\nI Mai Afrika und Sudsee-Kunst\nJuni Theater\nJuli Tanz und Plastik\nAugust Sturmabende Dichtungen\nSeptember: Wilhelm Ostwald\nSCHRIFTLEITUNG: HERWARTH WALDEN\nVerlag Der Sturm Berlin W9 Potsdamer Strasse 134 a\nFernruf Liitzow 4443: Postscheckkonto Berlin 120658\nVerlagsverzeichnisse kostenlos vom Yerlag Der Sturm\nJedes Heft hat zahl-\nreiche Abbildungen\nJahresbezug . M 12\nhalbjahrlich . M 6\nEinzelheft . . M 1\nMitglieder der\nGesellschaft der\nSturmfreunde E. V.\nerhalten die Zeit-\nschrift satzungsge-\nmafi zutn halben\nPre is e"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c012", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.2", "debut_caractere": 658, "fin_caractere_exclue": 937, "texte": "TEATRO\nI™\" Revue international du nouveau art\ndramatique\nHerausgegeben von\nRUGGERO YASARI\n„nd LUIGI ALESSIO\n| Elle s'interesse de faire connaitre en\nI Italie le ihe&tre vivant de toute nation\nAbonnement d'une annee (12 Hefte)\nLIRE 40\nEdizi oni Rinascimento\nTorino, Via Saluzzo 41"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c013", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.2", "debut_caractere": 939, "fin_caractere_exclue": 1257, "texte": "Jutta Klamt - Schule\nGymnastik-Tanz\nSEMINAR:\nAusbildung zur Lehrerin fiir\nGYMNASTIK und TANZ\nNeuzeitliche und erfolgreichste\nLehrgrundsatze\nKLASSEN fiir BUHNENTANZ\nGYMNASTIK fiir LAIEN\nBewegungsschulung fiir Schauspiel\nund Film\nSecretariat: Berlin W 15, Pariser Strasse 37\nFernsprecher: Oliva 3265\nAnfragen! 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MOHOLY-NAGY, Malerei, Photograghie, Film\ngeheftet Mk. 7\nin Leinen gebunden Mk. 9\nW. KANDINSKY, Punkt und Linie zu Flache\ngeheftet Mk. 15\nin Leinen gebunden Mk. 18"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c015", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "96", "page_fin": "96", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.4", "debut_caractere": 841, "fin_caractere_exclue": 1540, "texte": "LA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANQAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\nfondle par HENRY LAPAUZE, publie au commen-\ncement de chaque mois, un fascicule de 60 & 80\npages, format in 4° raisin (25:32) contenant de\nnombreuses illustrations.\nLA REDACTION de La Renaissance del' Art\net des Industries de Luxe com-\nprend les 6crivains et les critiques les plus autoris6s\nde tousles pays d'Europe. 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Oktober 1926 erscheint das dritte Heft\n„INDIVIDUALITAT\"\nVlerteljahresschrlft filr Philosophie und Kunst / Herausgeber: Willy Storrer und Hans Reinhart\nAus dem Inhalt:\nBetrachtung:\nRudolf Steiner: Der Egoismus in der Philosophie\nSpruch (Faksimile)\nWilly Stokar: Wilhelm Tell als Mythos der Schweiz\nHorst Miinzer: Am Ufer der Geschichte. Aphorism.\nFelix Durach: Farbige Schatten\nHans Wilhelm Keller: Kritik der Kritik\nGunther Schubert: Drama und Geschichte\nFelix Petyrek: Essay fiber ein musikal. Thema\nTheatrum tnundi:\nHans Wilhelm Keller: Das neue Zeitalter oder die\ngottliche Konferenz\nEduard Reinacher: Buffalos Miitterchen. Tragi-\nkomodie\nBuchbesprechungen / Zeitschriftenschau\nzum Theatrum mundi (Keller) von Walo von May\nVerlangen Sie eine Probenummer! Diese Zeitschrift erscheint vier Mai jahrlich. (April / Juli / Oktober ✓ Januar). Format: 18,5:26,5 cm.\nUmfang jedes Buches ca. 10 Bogen (160 Seiten) Preis der Einzelnummer: Schweiz Fr. 4,50; Deutschland M 3,60. Abonnements: Schweiz\nein Jahrgang Fr. 16,—, halbjahrlich Fr. 8.50. Deutschland ein Jahrgang M 12,—, halbjahrlich M 6,50\nGestaltung:\nAlexeij Remisow: Das Patenkind Christi\nHans Reinhart: Zwei Szenen aus K6nig David von\nRen6 Morax\nPaul Biihler: Zwei Gedichte\nWilhelm von Scholz: Der Tod der Veronika\nHermann Burte: Aus dem dramatischen Gedicht\nApollon Kassandra\nHermann Hesse: Drei Gedichte\nRobert Walser: Der Kuß. Skizze\nGustav Gamper: Aus „Die Brticke Europas\"\nPaul Hugo Lutz: Ahasverische Skizzen\nAdolf Attenhofer: Konig Schmerz. Gedicht\nKarl Sax: Philoktet. Dramatischer Dialog\nAlfred Nomert: Gedicht aus Atair. (Faksimile)\nHolzschnitte von Gustav Gamper und August Hagmann\nIllustrationen\nVERLAG FOR FREES GEISTESLEBEN\nLorach-Stetten / 151 Baselstraße\nBasel / BlisabethenstraOe 11-15"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c017", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "113", "page_fin": "113", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "113", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 342, "texte": "Kunstaussiellung\nDcr Sturm\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 134 a I\nOktober 1926\n154. 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Vinea u. Marcel lancu\nRedaktion: Str. Trinitatii 35\nBukarest Rumanien\nRasierklingen\n2.50 Mk. franko\nNichtgefallen\nGeld zuriick.\nFa.\nv. 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S. g.\nMark 1,25\nVcrlag Der Sturm\nBerlin W 9\nDurch jede gute Buchhandlung oder direkt\nvom Verlag Der Sturm zu beziehen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c022", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "115", "page_fin": "115", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "115", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.23", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 120, "texte": "a\n) *.Ot \"\nA\n*YVW<Wv\nAALVVW\nA\n/o«r\nPIANO-S\nVVv^\\/^w\\/JW\\AXXXX)COcyVyY/AVv^AAA^yVV(XX)\nBERLIN >W9i FRIEDRICH EBERT\n»*<*\n6"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c023", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "115", "page_fin": "115", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "115", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.23", "debut_caractere": 122, "fin_caractere_exclue": 1660, "texte": "Soebeti erscheint:\nLarissa Reissner 112\nSm Lande Hindenburgs\ntine Reise durch die deutsche Republik\ner war diese Larissa Reissner? Eine Revolutionarin, eine\nSchriftstellerin, eine Frau, und zwar von solcher Kraft, Fiille\nund Grosse, dass man sie Vorbild nennen muss.\nAls Tochter eines deutschen Universitatsprofessors 1895 geboren,\nmit alien europaischen Landern und alien Kulturen bekannt,'\nbeginnt ihr Leben und ihr Werk in der Stunde des Burger'\nkriegs. Als die Kugeln der Tschechoslowaken die roten russi-\nschen Matrosen umkrachen, als iiber Russland die grosse Welle\nder bolschewistischen Revolution dahinbraust, einer tausend-\njahrigen Knechtschaft Ketten zerbrechend, da steht Larissa\nReissner in den Reihen der wachsenden Roten Armee a]s\nSoldat und als Berichterstatter zugleich.\nDeutschland verfiigt xiber zwei Dutzend brillante Stilisten und\nüber eine Handvoll glanzender Reporter. Sie wirken wie\nSchreibtischkritzler neben diesem kampferfullten Menschen.\nDas revolutionare Proletariat bat in seinen Reihen Tatmenschen\nyon Mut, Wissen und Charakter. Wie blasslicb aber schimmern\nibre Artikel und Werke neben den journalistischen Kunst-\nwerken aus dieser gliihenden Feder.\n(Aus einem Nachruf von Gerhard Pohl.)\nBroschiert -,90 M. Leinen 1,50 M.\nterner erschienen von derselben Verfasserin\nDie Front 1918 bis 1919\nBroschiert —, 90 M.\nIm November erscheirit:\nGesammelte Schiiften ESBSTSMte\nBrosch, etwa 3,— M. 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Marzillier & Co. Berlin W * Grunewaldstr. 14-151\n• • 1 T J 1 T f* -mm «.\nGegriindet 1854\nGegriindet 1854 Hofspediteure S. M. des Konigs von Spanien\n|M|||| | N t 11|( b | —\nSpedition u. Mobeltransporte, Verpackung u. Lagerung von\nGemalden und Kunstgegenstanden jeder Art. Lieferung und\nJimpiang naeh und von alien Kunstausstellungen des In-\nunci Auslandes. Transportversicherungen aller Art\nSPe^L'fUjU\"Wir,I,Hi\"\".,then \"erbandes Bildender Kanstler / der Frelen Secession\ndesVerbandes Peutscher limsfaloren und Haussp.dlteure des \"stum\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c026", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "116", "page_fin": "116", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "116", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.24", "debut_caractere": 97, "fin_caractere_exclue": 1682, "texte": "Zum Verstandnis des modernen kulturellen und\npolitischen Lebens unentbehrlich ist die Lektiire der\nZeitschrift\nSR7.IALISTISCHE MOMTSHEFTE\nHerausgeber Joseph Bloch\nPreis pro Quartal 2,25 Mark, Einzelheft 75 Pfennig / Vorzugsausgabe\n(auf besonders schonem Papier) pro Quartal 4,50 M / Einzelheft 1,50 M\nDas Septemberheft 1926 enthalt:\nKar| Hildenbrand (Mitglied des Reichstags und Reichsrats)\nFur eine parlamentarische Arbeitsgemeinschaft\nProf- Max Schippol / Industrie und Arbeiterklasse\nJulius Kaliski / Der Eisenpakt\nDr. Ludwig Quessel (Mitglied d. Reichstags) / Deutschland in Gent\nArno Nadel / Pegasus\nWolfgang Heine (Ehein. preuss. Staatsminister) / Die lieamten\nder Republik — Dr. OttO KarutZ / Siedelungsverfahren und Siede-\nlungBergebni.se seit 1919 - HiltQart ViOlhaber / Franz yon Ass.si -\nDie SoziaKstische Internationale und der Volkerbund / wally Zep'er\nDie Genossenschaften im fascistischen Italien / Dr. Reinhard w«ber\nRasse und Kultur / Dr. Max Hodann — Leben und Leistung Max\nWebers / Prof. Conrad Schmidt — Musikfeste? / Dr. Max Butting\nDie Agrarenquete / Dr. Pritz Baade - Die Architekturausstellung der\nNovembergruppe / Ludwig Hilberseimer - Raphael Silberstein / Dr.\nKarl Kpllwitz — Die Toten: Hermann Greulich, Max Grunwald,\nGeorg Friedrich Knapp, Ernst Mehlich, Anton Nemec, Nikolaj Tschcheidse\nKonrad von Wangenheim\nProbehefte stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Verfugung,\nDem unterzeichneten Verlag ist die Mitteilung von Adressen will-\nkommen, an die die Zusendung von Probeheften ratlich erschemt.\nVerlag der Sozialistischen Monatshefte\nBERLIN W 35"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c027", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "116", "page_fin": "116", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "116", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.24", "debut_caractere": 1684, "fin_caractere_exclue": 1835, "texte": "Casa d'Arte\nBRAGAGLIA\nModerne Kunstausstellungen: Theater der\nUnabhangigen : Buchhandlung : Yerlag\nKunstgewerbe\nTerme Romane di Via Avignonesi 81 Rom 4"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c028", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "116", "page_fin": "116", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "116", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.24", "debut_caractere": 1837, "fin_caractere_exclue": 2056, "texte": "VERLAG DER STURM / BERLIN W 9\nHerwa r t li 1 ald en :\nEinblick in Kunst\nDie beste Einfiihrung in den\nExpressionismus und Kubismus\n70 Abbildungen / 4 farbige Kunstbeilagen\nLadenpreie Halbleinen gebunden M 6.—\nFTE AUFLAGE"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1926-10-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1926-10_01#c029", "volume": "bmtnabg_1926-10_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "116", "page_fin": "116", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "116", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.24", "debut_caractere": 2058, "fin_caractere_exclue": 2490, "texte": "Revue Germanique\nLille | 55 Rue Brule-Maison\nPeriodique trimestriel\nAbonnement 30 Frs. pour I'etranger\nInformations sur le mouvement\nlitteraire et les travaux philolo-\ngiques en Allemagne aux Pays-\nBas et en Scan dinavie\nINTEGRAL\nREYUE DE SINTHESE MODERNE du SEULE\nGROUPEMENT d'AVANTGARDE ROUMAINE\nPARAISSANT CHACQUE MOIS\nDIRIGE Par un Comite bucarestois et parisien\nREDACTION: M. 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V.\nerhalten die Zeit-\nschrift satzungsge-\nmafi zutn halben\nPre is e\n\nTEATRO\nI™\" Revue international du nouveau art\ndramatique\nHerausgegeben von\nRUGGERO YASARI\n„nd LUIGI ALESSIO\n| Elle s'interesse de faire connaitre en\nI Italie le ihe&tre vivant de toute nation\nAbonnement d'une annee (12 Hefte)\nLIRE 40\nEdizi oni Rinascimento\nTorino, Via Saluzzo 41\n\nJutta Klamt - Schule\nGymnastik-Tanz\nSEMINAR:\nAusbildung zur Lehrerin fiir\nGYMNASTIK und TANZ\nNeuzeitliche und erfolgreichste\nLehrgrundsatze\nKLASSEN fiir BUHNENTANZ\nGYMNASTIK fiir LAIEN\nBewegungsschulung fiir Schauspiel\nund Film\nSecretariat: Berlin W 15, Pariser Strasse 37\nFernsprecher: Oliva 3265\nAnfragen! Prospekte!"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.3", "texte": "17. JAHRGANG Berlin / oktober 1926 7. HEFT\nDER STURM\nMONATSSCHRIFT /HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n\nHerwarth Walden Berliner Sommer\n~¥7~ , O 1 • , _ Mein Merz und\nKurt OC11W1 Liers Meine Monstre Merz Muster Messe\nThomas Ring Die Krise des Imperialismus\nOktober 1926"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.4", "texte": "Verlag Albert Langen in Miinchen\nbauhausbOcher\n1\n2\n3\n4\n5\n6\n1\n8\n9\nWALTER GROPIUS, Internationale Architektur\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nPAUL KLEE, Padagogisches Skizzenbuch\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 8\nEIN VERSUCHSHAUS DES BAUHAUSES\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nDIE BOHNE IM BAUHAUS\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nPIET MONDRIAN, Neue Gestaltung\ngeheftet Mk. 3\nin Leinen gebunden Mk. 5\n11—IIIIIM Hi 111 I 111 111 ll'l I ■ lllliriflriMllWlTTlTrriirTTT^^\nTHEO VAN DOESBURQ, Grundbegriffe der neuen\ngeheftet Mk. 5 gestaltenden Kunst\nin Leinen gebunden Mk. 7\nNEUE ARBEITEN DER BAUHAUSWERKSTATTEN\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 8\nL. MOHOLY-NAGY, Malerei, Photograghie, Film\ngeheftet Mk. 7\nin Leinen gebunden Mk. 9\nW. KANDINSKY, Punkt und Linie zu Flache\ngeheftet Mk. 15\nin Leinen gebunden Mk. 18\n\nLA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANQAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\nfondle par HENRY LAPAUZE, publie au commen-\ncement de chaque mois, un fascicule de 60 & 80\npages, format in 4° raisin (25:32) contenant de\nnombreuses illustrations.\nLA REDACTION de La Renaissance del' Art\net des Industries de Luxe com-\nprend les 6crivains et les critiques les plus autoris6s\nde tousles pays d'Europe. Ses 6tudes docu-\nmentaires et ses chroniques d'actualit6s offrent un\ntableau constamment tenu & jour de L'ACTIVITE\nDES ARTS DANS LE MONDE ENTIER.\nAbonnements:\nFrance .... 100 francs\nStranger ... 150 —\nOn s'abonne chez tousles Libraires et &\nLA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANQAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\n10, Rue Royale / PARIS\n\nAm 15. Oktober 1926 erscheint das dritte Heft\n„INDIVIDUALITAT\"\nVlerteljahresschrlft filr Philosophie und Kunst / Herausgeber: Willy Storrer und Hans Reinhart\nAus dem Inhalt:\nBetrachtung:\nRudolf Steiner: Der Egoismus in der Philosophie\nSpruch (Faksimile)\nWilly Stokar: Wilhelm Tell als Mythos der Schweiz\nHorst Miinzer: Am Ufer der Geschichte. Aphorism.\nFelix Durach: Farbige Schatten\nHans Wilhelm Keller: Kritik der Kritik\nGunther Schubert: Drama und Geschichte\nFelix Petyrek: Essay fiber ein musikal. Thema\nTheatrum tnundi:\nHans Wilhelm Keller: Das neue Zeitalter oder die\ngottliche Konferenz\nEduard Reinacher: Buffalos Miitterchen. Tragi-\nkomodie\nBuchbesprechungen / Zeitschriftenschau\nzum Theatrum mundi (Keller) von Walo von May\nVerlangen Sie eine Probenummer! Diese Zeitschrift erscheint vier Mai jahrlich. (April / Juli / Oktober ✓ Januar). Format: 18,5:26,5 cm.\nUmfang jedes Buches ca. 10 Bogen (160 Seiten) Preis der Einzelnummer: Schweiz Fr. 4,50; Deutschland M 3,60. Abonnements: Schweiz\nein Jahrgang Fr. 16,—, halbjahrlich Fr. 8.50. Deutschland ein Jahrgang M 12,—, halbjahrlich M 6,50\nGestaltung:\nAlexeij Remisow: Das Patenkind Christi\nHans Reinhart: Zwei Szenen aus K6nig David von\nRen6 Morax\nPaul Biihler: Zwei Gedichte\nWilhelm von Scholz: Der Tod der Veronika\nHermann Burte: Aus dem dramatischen Gedicht\nApollon Kassandra\nHermann Hesse: Drei Gedichte\nRobert Walser: Der Kuß. Skizze\nGustav Gamper: Aus „Die Brticke Europas\"\nPaul Hugo Lutz: Ahasverische Skizzen\nAdolf Attenhofer: Konig Schmerz. Gedicht\nKarl Sax: Philoktet. Dramatischer Dialog\nAlfred Nomert: Gedicht aus Atair. (Faksimile)\nHolzschnitte von Gustav Gamper und August Hagmann\nIllustrationen\nVERLAG FOR FREES GEISTESLEBEN\nLorach-Stetten / 151 Baselstraße\nBasel / BlisabethenstraOe 11-15"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "97", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.5", "texte": "Berliner Sommer\nPublikum\nWissen Sie, vorige Woche habe ich die Bergner\nin einer Privatgesellschaft getroffen. Sie hat\nsich ganz natürlich benommen. Dabei spielt\nsie nicht unter tausend Mark.\nMonatlich.\nTäglich.\nSie hat auch viele Spesen.\nDie Ausstattung ist fabelhaft.\nFrüher hatte man wenigstens Stil.\nSie hat wirklich schöne Beine.\nMein Mann sieht sich schon zum dritten Mal\nden Film an.\nUnd wie natürlich sie die Geige hält.\nIst ihr Gatte eigentlich musikalisch?\nWir haben zwei Parkettkarten zur Oper.\nIch sah ihren Gatten vorgestern mit einer\nDame in der Philharmonie.\nEine entfernte Verwandte von uns.\nIch hielt sie für eine Künstlerin.\nWenn ich die Bergner wäre, würde ich mich\nanders anziehen.\nÜbrigens habe ich in unserer Zeitung gelesen,\ndass sie garnicht so begabt sein soll.\nDie Leute tun ja so, als ob sie das Kino\ngepachtet hätten.\nEskimo-Eis gefällig?\nLinks rausgehen. Nicht drängeln.\nGuten Abend Herr Regierungsrat.\nGnädige Frau sehen wieder entzückend aus.\nGuten Abend Bertha. Ich konnte mich leider\nnicht früher freimachen.\nDu warst wohl wieder in der Philharmonie?\nGestern wollte ich dir den ganzen Tag erzählen.\nDenke dir, da kommt plötzlich die Frau des\nKollegen aus Lüneburg.\nDass Sie aber die Bergner versäumt haben,\nHerr Regierungsrat, wo Sie doch für ihre\nBeine schwärmen, wie ihre Gattin sagt.\nDie elegante Welt von heute.\nDie Dame von morgen.\nDie Wochenausgabe des Junggesellen.\nDas moderne Drama hat keine Gedanken.\nDie Sprache ist nicht gepflegt. Wenn ich an\nmeinen Lieblingsakt der Iphigenie denke.\nGewiss, Goethe hat seine enormen Qualitäten\nMan kann aber deswegen nicht.\nSelbst Goethe wird von diesen jungen Leuten\nangegriffen.\nIch habe ja Sonnenthal nicht mehr gesehen,\naber was man sich erzählt, wie dieser gott-\nbegnadete Schauspieler —\nLeider habe ich Sonnenthal auch nicht mehr\ngesehen. Aber wenn man diesen Masstab an-\nlegen will\nDie Börse geht wieder runter.\nStresemann hat doch das Menschenmögliche\nBismarck würde an seiner Stelle doch anders\ngehandelt haben. Wenn ich denke, was das\nfür Zeiten gewesen sind, diese Paladine.\nUnd der alte, bescheidene Kaiser. Und heute\ndiese jungen Leute\nBismarck ist selbstverständlich ein Masstab.\nAber schliesslich, man kann mir doch das\nRecht nicht nehmen, Masstäbe anzulegen.\nDiese breite Behandlung des Sexuellen\nWie geht es Ihrer Frau Gemahlin?\nMeine Frau ist klug. Sie lässt sich nicht\ndarauf ein, Experimente anzuhören.\nIch aber als Kulturmensch sage mir\nWilhelm, sieh mal, schon das elfte Mal in\ndie Welle.\nLass dich doch angagieren wennste kannst.\nSie sollten mehr Schanssonetten auftreten\nlassen.\nAus Männer mach ich mir nichts. Das kann"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "98", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.6", "texte": "mir nicht imponieren. Wenn sich meine Grete\nzum Vereins vergnügen das Trikot anzieht,\nist sie ooch eine richtige Künstlerin.\nDas sind eben alles nur diese dämlichen Illu-\nsionen. Das ist überhaupt keine Kunst nicht.\nAber elf Mal in die Welle in dem Tempo —\n• •\nSie sind wohl vom Lande?\nWoran merken Sie das?\nSie sehen so gesund aus.\nNa, diese käsigen Berliner\nIch kenne übrigens unseren Kronprinzen.\nWen kennen Sie?\nIn dieser dämlichen Republik gibt es keine\nMänner mehr. Aber weisst du, unser\nKronprinz\nSind Sie immer in diesem Lokal?\nWas soll man machen.\nTrinken Sie gern Champagner?\nHeute will uns das keiner mehr leisten.\nWir vom Lande sind nicht so dämlich, wie\ndie Berliner glauben. Ober, eine Pulle\nFranzösischen. Sonst will ich von den Schweinen\nja nichts wissen.\nBist du deutsch-völkisch, Kleiner?\nIch pfeife auf die Republik, von vorn und\nvon hinten.\nIch weiss noch ein feines Lokal, Kleiner,\nwo wir hingehen .können. Aber du musst\nmeine Freundin, die Elli mitnehmen. Das\narme Mädchen hat schon lange nichts Ver-\nnünftiges getrunken.\n• •\nIch möchte wissen, was sich der Maler dabei\ngedacht hat.\nAls ob ein Meister wie Rembrandt nicht\ngelebt hätte.\nMan lässt sich manches gefallen.\nIch nehme selbst die märchenhafte Phantasie\nvon Böcklin in den Kauf, aber nur Dreiecke\nund Vierecke, das geht mir zu weit. Ich\nfordere von der Kunst Verständlichkeit.\nBin ich dazu da, mich in die Verrücktheiten\nvon so einem Künstlerhirn hineinzuversenken.\nDiese masslose Subjektivität ist das ganze\nUnglück unserer Zeit. Dadurch ist der\nganze Sozialismus entstanden.\nIch sage nur, wenn für mich ein Rembrandt\ngelebt hat, kann ich meine Forderungen\nstellen. Kunst ist die Wiedergabe des Schönen,\nHässliches habe ich im Leben genug.\n\nVerstellung kein Ereignis\nSchmidt-Gentner dirigiert. Und wie er\ndirigiert. Er steht um Manneslänge ober-\nhalb des Orchesters, seine Arme flattern\nziellos und zwecklos durch den dunklen\nRaum. Und sein Name prägt sich nur\ndurch den Anzeigenteil der grossen Presse\nin das unwillige Gehirn. Das Orchester\nselbst ist aus Greifswald verschrien. Die\nMusik geht im Capitol vor sich. Welcher\nName könnte sich besser für ein Film-\nVerleihgeschäft eignen. Man redet in\ndieser Branche nicht umsonst vomKapitol.\nDer Verleih ist nicht umsonst, er hat\nKapital verschlungen. Das Innere des\nCapitols hingegen täuscht Zuckerguss und\nTropfstein vor. Selbstverständlich mit\nechtem Material imitiert. Wegen des\nVerbrauchs von Kapital, des Gebrauchs\nfür den Verleih und des Brauchs für den\nFilm. Der Verleih hat die Vorstellung\numsonst zur Verfügung gestellt. Und\nzwar eine Nachtvorstellung, die er sonst"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "99", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.7", "texte": "nicht abhalten darf. Sie ist dem Ober-\nbürgermeister der Stadt Berlin gestiftet.\nZu Gunsten eines Vereins, der Jugend\nund Kunst helfen will. Die Kunst muss\nimmer daran glauben. Auch die Jugend\nist hilflos. Zu diesem Zweck sind\nausser dem Oberbürgermeister persönlich\nDouglas Fairbanks und Mary Pickford\nin der Loge erschienen, der teuren, der\nblumengeschmückten. Schmidt-Gentner\nklettert nun in das Orchester hinunter und\nnimmt endlich den üblichen Dirigenten-\nsitz ein. Das Orchester spielt unter sich\nund auf der Leinwand erscheint der Film.\n„Die kleine Annemarie\". Dieser Roman\nist wenigstens keine Literatur, dafür aber\nauch ohne Freud und ohne Theosophie\nnicht unterhaltsam. Sonst kommt alles\nvor. Das Hohelied des braven Polizisten.\nDer schöne Mann ohne Beruf mit dem\nHerzen an der zuständigen Stelle. Mehrere\nApachen. Unsittliche Damen. Die zu\nfördernde Jugend. Der unwissende Arzt.\nDie Transfusion. Ein Ganztoter und ein\nHalbtoter. Die jüdische Familie, die gar\nnicht so schlimm ist, wie man glaubt.\nHumor mit Tränen und Tragik mit Lachen.\nUnd zwischendurch, drüberweg, überall\nund über alles Mary Pickford. Man ver-\nbreitet, dass sie der Liebling der ganzen\nErde ist. Die grosse Presse ist restlos\nbegeistert, dass man sich so verstellen\nkann. Mary ist eigentlich eine grosse\nDame, eine Dame von Welt und sie spielt\nkleine proletarische Mädchen mit dem\nHerz und der Leber auf dem richtigen\nFleck. Die Verstellung von Kunst wird stets\ndurch die Kunst der Verstellung erreicht.\nUnd wenn Kinder gern Erwachsene nach-\nahmen, warum sollen Erwachsene nicht\ngern Kinder nachahmen. Namentlich,\nda die Erwachsenen sich eigentlich recht\nalbern vorkommen müssten. Denn nur\ndie Erwachsenen, die Kinder sind, kann\nman Menschen nennen. Erwachsene, die\nnur Kinder spielen, sind hoch ernst zu\nnehmen. Schmidt-Gentner dirigiert zum\nBeispiel. Der Film verleiht Nachtvorstel-\nlungen zum Beispiel. Andere schreiben\nwieder unlesbare Bücher. Andere fördern\nwieder Jugend und Kunst. Andere imitieren\nKapitolien und Zuckerguss. Alles hoch-\nernste Angelegenheiten für Erwachsene.\nUnd Mary Pickford bekommt doch den\nschönen Mann aus Zuckerguss mit Hilfe\nvon Transfusion und der schöne Mann\nohne Beruf, aber mit Neigung, bekommt\ndoch das Kapital und darf Auto fahren\nund der transfusen Geliebten Blumen\nschenken und sie zu den höhren Ständen\nerheben. Ende gut, aber alles keine Kunst.\nUm Liebling des Volks zu sein, braucht\nman sich nur zu verstellen. Bis das Volk\nes merkt. Dann wird das Volk Kind und\nwirft das Zeug fort, das nicht Spiel ist,\nweil es nur Spiel gespielt hat statt Spiel\nzu sein. Schauspiel ist Schau und Spiel.\nDas Wort spricht Bände, während die\nBände die Wörter verstellen. Der\nOberbürgermeister dankt im Namen\nder Jugend und der Kunst, Mary Pick-\nford dankt dem Oberbürgermeister und\nSchmidt-Gentner dankt durch die jeweili-\ngen Hymnen den beteiligten Nationen,\ndie sich so herrlich verstellen können."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "100", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.8", "texte": "Zum Film „Potemkin“\nMenschen sind nicht gemein. Sie werden\nnur zur Gemeinheit dressiert. Sie lassen\nsich durch ihre angeborene Gutmütigkeit\ndressieren. Wie die Löwen und Tiger.\nDurch die Macht des menschlichen\nGeistes. Man redet ihnen ein, dass sie\nnur mit Erlaubnis essen dürfen. Man\nredet es den Kindern ein, die glauben. Man\nschlägt sie, wenn sie nehmen. Und sie\nnehmen nicht, um nicht geschlagen zu\nwerden. Mit dem zunehmenden Alter\nwerden die Schläge abstrahiert. Sie\nwerden und heissen Gewehre. Leute\nwerden zu Schlägern herangebildet, die\nlieber schlagen als geschlagen werden.\nSie bekommen dafür zu essen. (Und wenn\nsie nichts zu essen bekommen, sind sie\nKinder, die geschlagen werden. So\nschlagen sie lieber. Und wenn sie\nvor Hunger sich nicht mehr zu halten\nwissen, brechen sie aus und zerfleischen\ndie Dresseure. Essen ist nicht so un-\n-4! . VS I . \" . /\nwichtig, wie die Geistigen glauben.\nGeistige sind Menschen, die das Recht\nauf Essen für andere formulieren und\nfür sich beanspruchen. Man nennt die\nGeistigen in Europa auch Demokraten.\nIhre Theorie ist, dass auch die essen\nmüssen, die schon gegessen haben. Auch\nwenn sie zur Zeit satt sind. Das Volk\nist an sich anspruchlos, sagen sie, und\ndas kann noch warten. Tage warten.\nMonate warten. Jahre warten. Die Wirt-\nschaft muss in Ordnung bleiben, auch\nwenn die Gäste hungern. Eine schöne\nWirtschaft. Wirte müssen verdienen.\nDenn es ist Verdienst, den Leuten zu\nessen zu geben. Satt sein macht begehr-\nlich. Und die Begehrlichkeit verhindert\ndie Arbeit. Und die Arbeit der Andern\ndient der Begehrlichkeit der Wirte, die\nvon den Gästen leben. Die Satten be-\ntonen ihre Leiblichkeit durch Schmuck,\ndamit alle merken, wer satt ist. Damit\n' > .\ndie Hungrigen an den Satten eine Augen-\nweide haben, weil sie sonst auf ihrer\nWeide weit und breit nichts finden.\nVielleicht sind die Schafe für die Wölfe\n'\nda. Aber kein Wolf frisst mehr Schafe als\ner kann. Tiere aber, die sich Menschen\nnennen, fressen aus Wollust den Schafen\nalles fort, damit die Tiere, die sich\nMenschen nennen, die Wollust an der\nNotdurft der Schafe haben. Und wenn\ndie Schafe, die sich Menschen nennen,\nüber den Wolf herfallen, wird der Wolf\nbetrauert, der nun Schaf scheint. Die\nganze Angelegenheit nennt man national-\nökonomisch Gesellschaftsordnung. Oder\nauf deutsch: unter Volkswirtschaft ver-\nsteht man eine Wirtschaft gegen das Volk\noder eine Verwirtschaftung des Volkes.\nPlötzlich merken einige tausend Matrosen,\ndass man sie körperlich zu Grunde richtet.\nDie Kirche hat ihnen den Himmel im\n\\\nHimmel versprochen, sie möchten aber\neinmal auf der Erde auch nicht geschlagen\nwerden, weil sie eigentlich artige Kinder\nsind. Auch erschossen möchten sie nicht\nwerden, weil sie selbst die Waffen her-\nstellen und sie sogar auf Befehl gegen\nsich und unter sich anwenden. Sie finden\ndie Geistigkeit plötzlich etwas dumm, die\nSauwirtschaft auch und sie versuchen, sie\ndie Waffenträger, die Waffen gegen die\nWaffenlosen, die sich und den Andern\nden Geist einreden. Den Geist der Ord-\nnung. Maschinen funktionieren. Vor den\nMaschinen sind wenigstens alle Menschen\ngleich. Die stärkeren Maschinen siegen.\nUnd selbst ein Panzerkreuzer kann von\n» •• v ■ 1\nzehn Panzerkreuzern vernichtet werden."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "101", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.9", "texte": "Da merken Menschen, dass sie sich selber\nschlagen. Damit die Dritten sich freuen\nkönnen, wenn sich zwei streiten. Da\nhören die zwei auf zu streiten, sie wenden\nsich beide gegen die Freude des Dritten,\ndem die Freude erstirbt und das Leben.\nEin Jubel braust durch das Haus als der\nDritte stirbt. Aus tausenden von Mündern\nheult in diesem Jubel die ungeistige Qual\nder Sorge und der Not. Ihr Leben nicht\ngewollt und nicht gekonnt spielt sich\ngewollt und gekonnt für sie durch jene\nMenschen ab, die sich als Lichtbilder\nvor ihnen bewegen. Der Film\n~Potemkin\" Goskino, Moskau.\nNicht von Schauspielern dargestellt.\nNicht von Leuten, die nachahmen und\nsich auf Grund dieser affenhaften\nFähigkeit Künstler nennen. Keine\nDarsteller, Gestalter. Mitglieder.\nGlieder des Organismus Leben, das sie\nschauernd in sich erlebt und gelebt\nhaben und erleben. Mit dem mensch-\nlichen Begehren zu leben haben sie die\nBegehrlichkeit der Allzulebenden ver-\nnichtet. In Sowjetrussland hat die Mensch-\nlichkeit über die Menschheit gesiegt. Und\nwenn behauptet wird, dass auch jetzt\nnoch die Menschen dort hungern, so\nhungern sie nicht auf Befehl von Satten,\nsie hungern, um wenigstens in ihren\nKindern satt zu werden.\nKunst ist Intensität. Der Film „Potem-\nkin\" ist keine Tendenzkunst. Der Film\nist Kunst. Tendenz kann Wille sein,\nwird aber nie Vorstellung. Vorstellung\nentsteht nur dadurch, dass das Vorzu-\nstellendem organisch besteht und lebt\ndurch die Gliederung der notwendigen\nund nur der notwendigen organischen\nBestandteile. Hierzu gehört im Film\nnicht die Erklärung des Bildhaften durch\ngedankliche Sätze. Der Film „Potemkim\"\nkann diese gedanklichen Sätze umsomehr\nentbehren, da sie primär optisch in\nErscheinung treten. Die Erklärungen\nsind höchstens für Blinde geeignet.\nDieser Film ist ein Beweis dafür, dass\ndie Tendenz durch künstlerische Mittel\nabsoluter Art zwangläufiger sich einstellt\nals durch eine Darstellung der Tendenz,\nals Wille ohne Vorstellung.\nDie Menschen in Russland sind primäre\nMenschen. Die Männer und die Frauen.\nWeitherzig sind sie in der Weite und\ndurch die Weite dieses Landes. Die\nMänner Knaben und die Frauen Mädchen.\nIhre Augen sind Kinderaugen, voll von\nSehnsucht, voll von Staunen. Ihre Sinne\nsind ihr Denken. Und wenn ihr Denken\nganz über die Erde sinnen wird, wird\ndas Sinnen über die Erde sich zum Sinn\nder Erde verwirklichen."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "102", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.10", "texte": "Lübeck: Sein Mann und\nsein Neumann\nThomas Mann, Professor Thomas Mann\nhat bekanntlich vor siebenhundert Jahren\ndie Freie Stadt Lübeck gegründet und\nsich und sie mit Frau Hansa vermählt.\nIn der Zwischenzeit wurde Schiffahrt\ngetrieben und Marzipan hergestellt, bis\ngenau die siebenhundert Jahre um waren.\nNebenbei entwickelte sich noch der ver-\nwickelte hanseatische Geist, der sich\nseinerseits in den Werken von Thomas\nMann verdichtert hat. Er ist zu seinem\nEhrentag persönlich erschienen, leicht\nangegraut. Die Jahrhunderte gehen eben\nnicht spurlos an den Menschen vorüber.\nLeider konnte ihn der Meister der Bürger\ndieser seiner Freien Stadt nicht persön-\nlich zum Professor ernennen. Der Senat,\neine bodenständige deutsche Einrichtung,\nhat den Meister der Bürger Neumann\nfallen lassen müssen, weil er nicht nur\nLübeck sondern ganz Deutschland mit\nfreiemhanseatisch-monarchistischemGeist\nbeträufeln wollte. Oder nur sollte, wie\ner erklärt. Statt Herrn Neumann musste\ndaher Herr Mann die Rede halten. Welche\nRede. Die grosse Presse teilt mit, dass\nsie sogar „den Rahmen eines Zeitungs-\nberichts sprengen würde\".\nWir in Berlin dürfen den Manen des\ngrossen Mann in Kinopalästen hul-\ndigen. Wir brauchen nicht den ganzen\nRoman lesen, wir bekommen den Geist\nin Filmdosen versetzt. Ein stolzer Geist:\n„Wir Kaufmannstöchter dürfen nicht\nimmer der Stimme unseres Herzens\nfolgen\". Les affaires sont les affaires.\nOder auf freideutsch: Hab und Gut gesellt\nsich gern. Oder auf Manndeutsch: Freies\nWeltbürgertum. Genau wie Goethe, der\nnicht einmal in Lübeck geboren ist. Zu\nerwähnen wäre noch, dass man Konkurse\nam besten durch Eingreifen des Schwieger-\nvaters abwendet. Dieser Geist von Lübeck\nhat bekanntlich nach und nach die ge-\nsamte kultivierte Erde erobert. Das Gute\nbricht sich Bahn (Thomas Mann).\nDurch die kleine Presse erfährt man\neiniges von dem Vortrag des Jubelgreises:\n„In äusserst fein psychologischer Weise\nverstand es Thomas Mann, in dem er\nsich sozusagen neben sich selbst stellte,\npsychologisch seine Werke zu erklären,\naus der Landschaft, in der er geboren,\naus der Meeresnähe und der Musik des\nMeeres, die ihm die ersten geistigen\nInspirationen gaben.\" Das ist eine äusserst\nfein psychologische Erklärung, die so-\nzusagen den wässrigen Geist aus der\nSeele der Landschaft erklärt. Aber damit\nnoch nicht genug: „Er findet aber auch\ndie Seele nicht des Einfach-Bürgerlichen,\nsondern des Aristokratisch-Bürger-\nlichen mit seiner zähen Tatkraft, die\nschwere Hemmungen überwinden kann.\"\nDurch den Schwiegerpapapa. Der Einfach-\nBürgerliche muss sich durch den Inseraten-\nteil der grossen Presse „Rat bei Zahlungs-\nstockungen\" suchen. Ihm fehlt eben die\nMeeresnähe. Aber Thomas Mann denkt\nnoch weiter für uns. Sozusagen noch\ntiefer. Bis auf den Meeresgrund. Mit\nreichen Schwiegervätern (aristokratisch-\nbürgerlich) lässt sich sogar das ganze\ndeutsche Reich vergeistigen: „Diese Bür-\ngerlichkeit ohne irgend einen Nebenton\nsozialer Klassengegensätze hält er für\ngeeignet, ein freies Weltbürgertum zu\nbilden aus dem deutschen geistigen Reich\nder Mitte\". Schade, dass Herrn Bürger-\nmeister Neumann die Möglichkeit ge-"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "103", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.11", "texte": "nommen wurde die Nebentöne der sozialen\nKlassengegensätze durch Erschiessen der\nVerursacher dieser unangenehmen Neben-\ngeräusche verstummen zu lassen. Dann\nhätten wir bereits das deutsche geistige\nReich der Mitte. Kulirein. Thomas Mann\nkonnte leider nur in einer Stadt geboren\nwerden, aber er teilt uns wenigstens mit,\nwo Seele und Geist geboren sind, ©der\nwenigstens, welche aristokratisch-bürger-\nliche Firma sie zu ihrem Stammkapital\numbuchen kann: „Die Vermittlung der\nWerte der Seele und des Geistes als\ndeutsches Ureigentum sieht er als\neine Zukunft unserer deutschen Kultur\".\nDas ist ein gewinnbringendes hanseatisches\nGeschäft, da Deutschland der Reserve-\nfond von Geist und Seele des Herren\nThomas Mann zur Verfügung steht. Und\nschlimmstenfalls haben wir den Schwieger-\npapapa.\nEs muss gehandelt werden. Mangels\nKapital mit Geist und Seele, G.m.b.H.,\nmade in Lübeck.\nHeil.\n\nPfingstnachklänge\n\nWesten\nDrei Riesenhallen im Stil aller bekannten\nStilarten. Dazwischen ein hochgerichtetes\nBrückengeländer. Der Funkturm. Das er-\nschlossene Gelände von Charlottenburg, auf\ndem niemand Wohnstätten bauen wollte.\nIn der einen Halle geht es hoch her. Alpen-\nländische Sommerschau. Deutschland und\n• •\nOsterreich sollen mit Hilfe des Kitsches ver-\nbrüdert werden, da sie bereits mit ihm ver-\nschwägert sind. Die Sommerschau ist in\nWinterkojen untergebracht. Es werden Bild-\nchen mit der Laterna magica gezeigt, um die\nBedürfnisse der Reisebüros zu fördern. In\njeder Koje steht eine Familie, die sich wundert,\ndass das eine Mark 25 Pfennig kostet, für\nwelchen Preis man doch eine ganze Laterna\nmagica kaufen kann. Für die grosse Halle\nunten hat man wieder einen Verwandten von\nJohann Strauss entdeckt. Ausserdem haben\nBerliner Künstler so recht lustige Papier-\nguirlanden angebracht. Titel: Prater in Berlin.\nIm Hintergrund ist eine abgelegte Kulisse\nder berühmten Berliner Alpenbälle aufgestellt.\nAlles zu sehen und zu hören für eine Mark\n25 Pfennig. Ferner werden im Vestibül die\nWunder des elektrischen Tauchsieders vor-\ngeführt. Nusstangen, Bier und Linzer Torten\nsind überall erhältlich. Selbstverständlich\ngegen besondere Vergütung. Die deutsche\nund die österreichische Regierung haben sich\nsehr anerkennend über diesen Markstein der\nAnnäherung der verschwisterten Nationen\ngeäussert.\nNorden\nDie ganze Familie steht auf dem Balkon in\nder Schönhauser Allee. Das kleine Mädchen\nnehen der zarten Mutter, die wie ihre jüngere\nSchwester aussieht, jubelt: „Die vielen, vielen\nKommunisten\". Und das Dienstmädchen da-\nneben jammert: „Wenn die uns nachher\nregieren, werden sie mir mein neues Capp-\nkleid fortnehmen und es unter die Genossen\nverteilen\". Das kleine Mädchen tröstet es\nmit streichelnden Händen: „Bis dahin ist\nes doch nicht mehr Mode, Elisabeth, und\nSie haben es schon längst schmutziggetragen\".\nUnd der Gymnasiast erkundigt sich, ob das\nKleid so nach dem berühmten Kapp genannt"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "104", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.12", "texte": "ist, der beinah Deutschland siegreich ge-\nschlagen hat. Der Familienvater bemerkt,\ndass Capes früher nur von Künstlern ge-\ntragen wurden und auf deutsch Talent-\nwindeln heissen. Das kleine Mädchen sagt\naber garnichts mehr und winkt mit seinen\nzarten Händchen der Roten Front zu.\nPotsdamer Platz\nDer Lokalanzeiger lässt ein Extrablatt ver-\nteilen, dass die Kommunisten einen Schupo-\nbeamten mit unpassenden Worten beleidigt\nhätten. Die Reichsregierung wird aufgefordert,\nErhebungen anzustellen, und mit der Schwere\ndes Gesetzes vorzugehen. Die deutschnationale\nVolkspartei hat bereits den Antrag gestellt,\nden Polizeipräsidenten wegen passiver För-\nderung des Bolschewismus seines Amtes zu\nentsetzen.\nAusflug\nDie Professoren der Universität Jena, die gegen\ndie Haussuchung bei ihrem Kollegen Bernhard\ndurch meineidige Verräter (die gegenwärtige\nReichsregierung) protestierten, haben be-\nschlossen, ihre sonstige Untätigkeit nach\nHolland zu verlegen, um ihren Doorn nicht\netwa aus dem Auge zu verlieren.\n\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "105", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.13", "texte": "Kurt Schwitters: Merzzeichnung"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "106", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.14", "texte": "Mein Merz und\nMeine Monstre Merz\nMuster Messe im Sturm\n\nAls ich seinerzeit zum ersten Male Merz\nim Sturm ausstellte, war es mir darum\nzu tun, alles für die Kunst nutzbar zu\nmachen, und meine künstlerischen Fähig-\nkeiten an jedem beliebigen Material zu\nerproben. Denn Kunst ist nichts anderes\nals Gestaltung mit beliebigem Material.\nIm Laufe der Zeit gelangte ich zu einer\ngewissen Auswahl, indem ich mir voll\nbewusst war, dass diese Auswahl nur\nein privates Vergnügen ist. Heute ist\nmir das Wichtigste die präzise Auswahl\nund die präzise Gestaltung. Nicht als ob\nich dadurch etwa ein fertiges Werk schaffen\nzu können glaubte. Denn es ist unmög-\nlich, auf dieser Welt etwas schlechthin\nVollendetes zu schaffen.\nFür diejenigen aber, die behaupten, wir\nalle malten jetzt wieder wie früher nach\nder Natur, möchte ich erklären, dass\nmeine neuen Arbeiten mit Kopie der\nNatur wenig zu tun haben. Auch der\nEinfluss von Ingres auf mich ist doch nur\nsehr gering zu nennen. Ich selbst bin\nes mir kaum bewusst, aber ich bin auch\nnicht Picasso. Der Kritik würde ich vor-\nschlagen, lieber zu schreiben, ich wäre\nvon Moholy, Mondrian und Malewitsch\nbeeinflusst, denn wir leben im Zeitalter\ndes M, siehe Merz. Man nennt das Mon-\nstruktivismus. Vor einigen Jahren hiess\nes noch: „Kandinski, Klee, Kokoschka\",\nalles mit K. Davor hiess es Lissitzky\nmit L. Wir machen eben das ganze\nABC der Entwicklungen durch. Heute\nist nun die Mode bei M angelangt, weil\neben das Alphabeth so weitergeht. Und\neines Tages, wenn die Entwicklung bis\nS gekommen sein wird, heisst es plötzlich:\n„Schwitters\". Ja, ja, Kunst ist Mode.\nSie fragen, weshalb ich nicht mehr jedes\nbeliebige Material verwendete? Nicht als\nob ich die Gestaltung jeden Materials\nerreicht hätte, sondern das kann man\nnicht, es ist schlechterdings unmöglich\nund endlich auch unwichtig. Wichtig ist\nnur das Prinzip. Heute ist es die präzise\nForm, die ich Ihnen zeigen will neben\ngeklebten und genagelten Arbeiten wie\nfrüher. Nicht als ob mir die Form das\nWichtigste wäre, denn dann wäre meine\nKunst dekorativ. Nein, es ist das Lied,\ndas in mir klang, als ich arbeitete, das ich\nin die Form hineingegossen habe, das nun\nauch zu Ihnen klingt durch die Form.\nSind sie musikalisch? Ich meine musi-\nkalisch für Farben, Flecken und Linien?\nÜbrigens denken Sie nie, dass ich im\nKampfe mit der alten Kunst lebte. Ich\nkämpfe gegen das Alte, nicht gegen die\nKunst. Ganz im Gegenteil will ich ein\nInstrument mitschaffen helfen, das jeder\nKünstler verwenden kann.\nAber was das Instrument anbelangt, bin\nich der Meinung, dass sich keine Zeit\ngenügend selbst kennt, um zu wissen, was\nin ihr wertvoll ist und bleibend sein wird.\nGewiss, wir haben heute eine Zeit der\nTechnik, das unterscheidet uns von\nfrüheren Zeiten. Es wird uns von späteren\nZeiten nicht mehr unterscheiden, denn\nwir werden die Maschine behalten. Wir\nhaben auch eine Zeit des Verkehrsader\npraktischen Erfordernisse. Das alles wird\nbleiben für die Zukunft. Aber ob die\nKunst im Sinne der Technik arbeiten\nsoll, kann mir niemand beweisen. Gewiss\nhat der Konstruktivismus seinen Wert,"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "107", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.15", "texte": "denn er zeigt, dass man auch so Kunst-\nwerke unter Umständen gestalten kann,\naber das ist seinem eigenen Programm\nentgegen, welches an Stelle von Kunst\nKonstruktion setzen will, ohne den\nRhythmus in der Konstruktion als Wich-\ntigstes zu erkennen.\nAber wenn die Kunst der Zeit gefordert\nwird, sollte nicht gerade die Erlösung aus\nder Zeit der Technik, des Verkehrs, der\npraktischen Erfordernisse die Kunst eben\ndieser Zeit sein? Jede Zeit muss sich\nselbst erlösen, weil sie an sich allein\nleidet. Aber nichts kann den Geschäfts,\ngeist, den Geist der praktischen Kon-\nstruktion mehr erlösen, als das nutz-\nloseste aller Dinge auf der Welt: „Die\nKunst\". Und so wage ich es selbst heute\nnoch, mich offen zur Kunst zu bekennen.\nIch weiss, dass es heute, wo Kunst nicht\nmehr Mode ist, ein Wagnis ist, sich so\nzu kompromittieren. Aber „M\" ist gerade\nMode, weshalb soll Merz zurückstehen?\nKunst war Mode mit Klee und Kandinski,\nin der Serie K. Aber ich habe die alte\nTradition geerbt. Wenn heute keine\nKunst mehr leben würde, so lebte noch\nein Künstler, ich höre Sie schon\ndreimal „Bravo\" rufen: der Künstler\nheisst, und wenn es auch eine Schande\nwäre und wenn es auch davon zeugte,\ndass der betreffende ein rückständiger\nTrottel ist, ich kann es ruhig und ohne\nÜberheblichkeit sagen, weil es ja heute\nkeine Auszeichnung mehr ist, Künstler\nzu sein, dann eher schon Chauffeur,\nalso der einzige Künstler wäre, rufen Sie\nnoch dreimal „Bravo\", kein Geringerer\nals Ihr sehr ergebener\n\nKurt Schwitters"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "108", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.16", "texte": "Thomas Ring\nDie Krise des Imperialismus\n\nSoll man in grundlegenden Lebensfragen\nsich entscheiden, so muss man alles aus-\nschalten was die Beurteilung und Durch-\nführung der in den Lebensfragen selbst\nliegenden Dialektik vom Grundsätzlichen\nablenken könnte. Nun leben wir nicht\ntheoretisch als Experiment im luftleeren\nRaum, sondern stehn mitten in einer realen\nEntwicklung, sind vom gegenwärtigen Ent-\nwicklungszustand der Menschen und Dinge\num uns beeinflusst. Neigt man in politischen\nFragen zur Entscheidung gegen den Im-\nperialismus, so fallen einem sofort Beispiele\nrührender Fürsorge und Pflichterfüllung\neinzelner Monarchen oder blendende Erfolge\nimperialistisch konstituierter Staatswesen ein.\nDie imperialistische Geschichtsschreibung,\naus der wir unser Wissen gewöhnlich be-\nziehen, hat dafür gesorgt dass gerade diese\nBeispiele als persönliche Verdienste heraus-\ngehoben oder als nachahmenswerte Ziele\nleuchtend aufgestellt sind. Aber abgesehen\ndavon dass sie der Vergangenheit an-\ngehören, aus der wir die Kausalität des\nGeschehens lernen und nicht Formen zur\nNachahmung heraussuchen sollen (weil nur\nprinzipiell gleiche, nicht dinglich gleiche\nBedingungen wiederkehren) haben uns die\nEreignisse der letzten Jahre vor eine Wende\ngestellt, an der wir prüfen müssen ob die\nimperialistische Lebensform für künftige\nMenschen tauglich ist.\nDas banale Vorurteil, dass die Menschen\nsich immer gleich bleiben, verschliesst uns\ndie Augen gegen die tiefgehenden Aen-\nderungen der menschlichen Erlebnisrichtung,\ndie mit industriell-wirtschaftlichen Wand-\nlungen und solchen der Verkehrsbedingungen\nzusammenhängen. Natürlich liebt und hasst\nder Mensch auch heute, aber das langsame\nAuskosten provinzialer Stimmungen darin\nhat sich seit der Postkutschenzeit doch\ngeändert. Ebenso kann man uns nicht mehr,\n* »\nwie zur Zeit der Verbreitung des Christen-\ntums, erzählen dass das Abschlachten von\n*\nHeiden ein gottwohlgefälliges Werk sei.\nDie Richtung der vom Christentum nicht\naufgesognen Mordinstinkte hat sich ge-\nändert, weil Gott nicht mehr politisch zug-\nkräftig ist und die Priester des heidnischen\nKapitalismus verkünden, dass Kommunisten\nan die Wand gehören oder die Priester\ndes Nationalismus verkünden, dass der\nMitmensch durch seine Geburt jenseits der\nGrenzpfähle Landesfeind (oder Freund, je\nnach der neuesten Abmachung) sei. Man\nwird bei einiger Beobachtung merken, dass\nim imperialistischen Staat die Sympathien\nund Antipathien immer nach dem akuten\nGeschäftsproblem gelenkt werden. Die per-\nsönliche Qualität des Staatsleiters kann\nnichts gegen diese Forderung tun, mensch-\nliche Bedenken müssen gegen die „Staats-\nraison\" zurückgestellt werden. Es muss\nalso die imperialistische Staatsraison selbst\nbeurteilt werden und nicht seine Vertreter.\nEs ist damit wie mit der Beurteilung des\nKapitalismus. Jeder kennt persönlich wohl-\nwollende und anständige Kapitalisten oder\nist selbst einer. Aber diese Anständigkeit\nkann gefährlicher sein als eine brutale Aus-\nsaugen und Erpresserpolitik, weil sie über\ndie Grundfrage des kapitalistischen Prinzips\ntäuscht und dadurch eine Gesellschaftsform\nerhalten hilft, die skrupelloseren Geschäfts-\nleuten ein Erpressen und Aussaugen ge-\nstattet. Nun beruhigt man sich damit, dass\nin solchen Fällen die Staatsgesetze regulativ\neingreifen. Aber sie greifen nicht ein wo\nes wirksam ist. Jeder kann sich davon"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "109", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.17", "texte": "durch eine nichtkapitalistische Presse, eine\nsolche die nicht vom Verschweigen der\nfür den Besitzlosen grundlegenden Dinge\nlebt, überzeugen. Der heutige Staat kann\nja auch garnicht eingreifen, da er selbst\nkapitalistisch fundiert ist und immer mehr\nzum Werkzeug einiger weniger Konzerne\nwird. Geld-Kapitalismus geht mit Idee-\nKapitalismus Hand in Hand. Die Feudal-\ngliederung des alten Kirchenstaats wurde\nabgelöst von den Konzernen der Wissen-\nschaften, die ein bestimmt gemünztes (auf\noptische Beobachtung geprägtes) Wissen\numsetzen, ängstlich auf Verteilung der\nDirektions- und Aufsichtsratsstellen ihrer\n■%\nFakultäten und auf Heranzüchtung eines\nim gleichen Prinzip denkenden Nachwuchses\nbedacht sind. Wir müssen also, um das\nPrinzip des Vorrechts auf Grund eines in\nMünze verwandelbaren Besitzes (Kapitalis-\nmus) oder eines in Gewalt umsetzbaren\nExpansionsdrangs (Imperialismus) zu ver-\nstehen, schon tiefer in die Natur des\nMenschen eindringen und das Verhältnis\ndes Einzelnen zu seiner gesellschaftlichen\nFunktion betrachten.\nJeder hat einen dialektischen Zwiespalt in\nsich. Denn was ist Dialektik schließlich\nanderes als das Durchdenken von Frage-\nStellungen die an uns herantreten, weil\nwir nicht allein auf der Erde sind. Das\nLeben fordert von uns Entscheidungen, so?\noder so? gruppieren sich Thesen und Anti-\nthesen, Gedanken für die von außen an-\ngeregte Sache oder dagegen, in uns. Jeder\nist grundsätzlich in der gleichen Lage,\nsteht als Einzelwesen einer Kollektivität\nvon toten und lebendigen Dingen gegen-\nüber, die sich zu immer wieder anderen\nErscheinungsbildern und Forderungen zu-\nsammentun. Der eine Faktor des Zwie-\nspalts bleibt immer der gleiche, er ist das\nentscheidungsfähige Ich, der andere Faktor\nändert sich mit der Lage der Dinge. In\ndiesem Hin und Her des Gegenfaktors zu\nuns selbst suchen wir nach Ruhe, Gleich-\nmass, Beständigkeit. Wir finden sie in\nWiederholung von Dingen und erhalten\ndadurch Merkpunkte für das Verfolgen der\nKausalität in der Entwicklung. Man ver-\nfolgt wiederholt dieselben Interessen, gründet\nein Heim, behält einen bestimmten Beruf\nbei, braucht also nicht täglich sich neu zu\norientieren, den Wohnort oder die Dinge\nseiner Wohnung wechseln, eine neue Fertig-\nkeit lernen. Tritt man dann verändert vor\ndie gleiche Sache so erkennt man seine\nÄnderung. Der Bürger hält sich bestimmte\nFamilienbeziehungen, um mit bestimmten\nMenschen den Fortschritt der aussen sich\nändernden Dinge durchzusprechen.\nEgozentrisch gesehen erscheinen die Dinge\nso in Ordnung, mit der Wahl nach ihrer\nEignung und dem Behalten nach persön-\nlicher Freude scheint genug getan. Jedes\nEgo hat sein Imperium, jedes Ich seine\nBefehlsgewalt. Aber auch der Egoismus\nkann krank sein, zu genügsam gegenüber\nder von aussen möglichen lebendigen Er-\nneuerung, man sperrt sich gegen Än-\nderungen ab wenn man sich nicht mehr\nzutraut, sie zu bewältigen. Nicht nur die\nMenschen sondern sogar die Dinge, mit\ndenen wir umgehen, haben ihre Eigen-\nwilligkeit und wenn unser Lebensgefühl\nnicht ebenso wachsam als unser Ruhebe-\ndürfnis mächtig ist, werden wir zu ihren\nSklaven. Jeder bei dem der gesunde, der\ndem Leben dienende Egoismus aussetzt,\nwird zum Sklaven der sich wiederholenden\nLebensformen; des Lebens mit einem per-\nsönlich bestimmten Mann ©der einer Frau,\ndes Angewiesenseins auf bestimmte Vorge-\nsetzte und Untergebene oder eines be-"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "110", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.18", "texte": "stimmten Klassentyps darin, seines Besitzes\noder seiner Besitzlosigkeit, besonderer\nSchlemmergelüste oder bestimmter Dinge\ndie puritanisch vom Erleben ausgeschaltet\nwerden. Sobald ein Ich den lebendigen\nKontakt mit einer Sache verloren hat, tut\nes diese gedankenlos weiter und stumpft\ndadurch ab. Sind mit der Sache Ent-\ntäuschungen verknüpft die man sich nicht\neingestehen will weil man dann einen\nWechsel der Dinge wagen müsste, ist aber\ntrotzdem der Gesundungswille stark genug,\nso wiederholt man in hysterischen Zwangs-\nhandlungen dieselben Formen oder Formen\ngleicher Bedeutung, gibt sich in Übereifer\nund Gereiztheit der Täuschung hin, dass\netwas Lebendiges geschehe. Erkennt man\ndie Enge dieser Festlegung ohne den Aus-\nweg konkret zu erfassen oder infolge seiner\nEinfachheit anerkennen zu wollen, so irrt\nder Lebenswille in neurotische Überspannnng\nund Ziellosigkeit hinein. Diese Zustände\nergeben die mangelnde gesunde Dialektik\ndes Lebens, an der jede untergehende\nKultur krankt, nichts ausser formal-hyste-\nrischer Selbstbespiegelung oder neurotischer\nAbweichung davon (Perversion) wird\nschliesslich mehr zum Problem. Das Im-\nperium jedes Ego läuft in sich leer, weil\nes sein Kapital an Erlebnisformen nicht\nmehr umsetzen kann, es muss sich daher\nnach aussen wenden um -Erneuerung zu\nsuchen. Daraus erklärt sich die Notwendig-\nkeit der Eroberung für das imperalistische\nPrinzip.\nMan kann also jede Sache auf doppelte\nArt tun, lebendig (organisch) oder tot\n(mechanisch). Mechanismen haben Sinn\nals Sparvorrichtungen, so auch mechanische\nHandlungen, die den Einsatz von Kräften\ngegenüber bestimmten Aufgaben ersparen,\num Kräfte für andere übrig zu behalten,\ndie als wichtiger erachtet werden. Man\nkann Kapitalist in lebendigem Sinne sein,\nwenn man sein Kapital als Teil des Ge-\nsamtvermögens betrachtet, in diesem Sinne\nverwaltet und nutzvoll anwendet. Die Be-\nwusstseinsform mit der man es tut ist aber\nnicht gleichgültig. Ein solcher Kapitalist\nübt in einem illegalen kommunistischen\nStaat einen Verwalterposten aus, müsste\nihn in einem tatsächlich konstituierten aus\nder Staatsökonomie heraus erhalten. In\neinem Staatssystem das das Kapital an sich\nheiligt ist keine Garantie gegeben, dass der\nBesitzende seinen Besitz in diesem Sinne\nhinnimmt und verwendet. Es werden im\nGegenteil durch das Haften an der Wieder-\nholung bestimmter Dinge Sklaven von Ge-\nburt an erzogen, Modesklaven, Genuss-\nsklaven, Bildungssklaven, deren Leben\nproblemlos langweilig oder symtomatisch\nüberreizt ist. Man erkennt daran, dass die\nTradition nicht mehr der notwendige\nruhende Faktor der Entwicklung, die Kon-\ntrolle im ständigen Fortgang ist, sondern\nüberflüssige Mechanisierungen enthält.\nLehnt sich organisches Gefühl in Form\npersönlicher Anarchie dagegen auf, wie bei\neinem grossen Teil der Jugendbewegung\noder der expressionistischen Revolution der\nKünstler, so trifft dies nicht das mechani-\nsierende Staatssystem, sondern der Einzelne\noder die Gruppe verneinen die ihnen\ngerade sinnenfällige Form der Abtötung.\nWeil man im Egozentrismus bleibt schafft\nman nur Atempausen organischen Lebens\noder neurotische Umkehrungen der allge-\nmeinen Hysterie. Diejenigen wieder, deren\nindividuale Weltflucht in eine okkulte oder\nliterarische Romantik führt, bekämpfen mit\nWorten die modernen Maschinen und Ein-\nrichtungen die sie doch benutzen und nicht\nentbehren könnten. Sie wollen also sinn-"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "111", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.19", "texte": "volle und damit natürliche Mechanismen\ntreffen und betonen im Privatleben den\nMechanismus der kapitalistischen Gesell-\nschaft, der keine Sparvorrichtung mensch-\nlicher Lebenssystematik mehr ist wie zur\nZeit der ersten Städtegründungen, sondern\nein Raubbau an der Kapital produzierenden\nKlasse.\nWir sind im Dasein nicht nur mit eignen\nsondern ebenso mit fremden Dingen ver-\nknüpft. Gehn wir eine Ehe, eine Inter-\nessen» oder Geschäftsverbindung ein, so\nfordert der Partner sein gleiches Recht und\nkämpft mit seinen Mitteln, bis das an den\nInteressen Gemeinsame gefunden und als\nKollektivwille lebendig erfasst ist. Der\nEgonzentrismus ist in Kollektivismus über-\nsetzt, sobald eine für mehrere Einzelwesen\nlebendige Daseinsform aktiviert wird. Dies\ngilt ebenso für den Egozentrismus eines\nEinzelmenschen wie einer Nation. Da wir\nEinzelne im Staat als einer Interessen-,\n• 1\nGeschäfts- oder Gefühlsverbindung leben,\nkönnen wir dem Kollektivismus nicht ent-\ngehen. Da die Faktoren des Zusammen-\nlebens von Nationen auf der Erde nicht zu\nvernichten sind, muss schliesslich der\nKollektivismus der Nationen entstehen. Ob\nwir sie positiv oder negativ empfinden, wir\nmüssen kollektive Formen mitleben, nehmen\nan einer Kollektivgestaltung teil und sind\nihr gegenüber verantwortlich. Ueben wir\neinen Beruf oder eine gesellschaftliche\nFunktion aus, so sind wir solange an die\nMethoden gebunden, durch die sich dieser\nBeruf oder diese gesellschaftliche Stellung\nerhält, bis wir eine sinnvollere Methode\ngefunden haben. Der ehrlichste Kapitalist\nkann heute nicht im Allgemeinnsinne\narbeiten, wenn er nicht durch Erfindung\nund Patentierung eines Artikels oder durch\nstaatliche Abmachung sich ein Monopol —\nwirtschaftliche Machtstellung — sichert und\nden gewonnenen Vorsprung an Gewinn für\nSozialeinrichtungen verwendet. Der freie\nWettbewerb ist eine sinnvolle Methode ge-\nwesen, solange genügend Umsatzraum vor-\nhanden war, durch Güte der Ware den Er-\ntrag zu steigern ohne den Konkurrenten\nmit Vernichtung zu bedrohen. Dadurch\nwurde die Gesamtproduktion gehoben. Mit\nzunehmender Schärfe der Konkurrenz musste\naber eine skrupellosere Geschäftsmethodik\nder Ueberbietung durch Tricks statt durch\nGüte der Ware einsetzen, oder die bessere Pro-\nduktion musste durch Antreibersystem gegen-\nüber dem Arbeiter erzielt werden. Der\n„freie41 Wettbewerb hat so den Unternehmer\nin eine Zwangslage geführt, der er nur da-\ndurch entgehen kann, dass er sich ausser-\nhalb stellt. Dies ist möglich durch Er-\nfindungen wie durch Konzerne die eine\nMonopolstellung erwerben. Erfindungen\nkönnen nur bis zu einem gwissen Grade\nden notwendigen Lebensbedürfnissen ent-\nsprechen, es bleibt ausser Luxuserfindungen\nnicht viel mehr übrig, als die notwendigen\nLebensbedürfnisse selbst durch Konzerne\nzu erfassen. Damit ist ein Krisenpunkt er-\nreicht, der biologisch etwa dem Moment\nkurz vor dem Ausschwärmen eines Bienen-\nstocks entspricht. Die Gesetzstruktur der\nalten Waben ist erfüllt und ein neuer Kollektiv-\nwille beginnt zu anderen Produktionssorten\nhinzureissen. In solchen geschichtlich\nimmer wiederkehrenden Krisenpunkten hat\ndas Verlangen nach Erneuerung durch\nandere Produktionsstellen und Absatzmärkte\nsich mit dem imperalistischen Verlangen\nnach Expansion verbunden und zu Er-\noberungen geführt. Die letzten Kriege\nhaben aber gelehrt, dass imperalistische\nKraftleistungen keine wesentlichen Märkte\nmehr erschliessen. Die Aktivität, von aussen"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "112", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.20", "texte": "schmerzvoll abgedrängt, muss sich not-\nwendig nach innen richten, auf staatliche\nNeukonstruktion. Die kapitalistische Kon-\nzernierung im Grossen — auch Staatsbetriebe\nals Unternehmen einer bestimmten Gesell-\nschaftsschicht rechnen hierzu — hat zwei\nFehlerquellen: die Art der Betreibung und\nVerwendung des Profits bleibt dem Egois-\nmus Einzelner überlassen und den Arbeitern\nselbst fehlt durch die Beobachtung dieser\nTatsache der innere Antrieb. Sie sind teil-\nnahmslose Beamte oder müssen durch\nmaterielle Zwangsmaßnahmen zur Erfüllung\nder alten kapitalistischen Gesetze gezwungen\nwerden, wenn die geistigen Bestechungs-\nmethoden versagen. Wenn, wie im Ford-\nsystem, das Wohlbefinden des Arbeiters als\nnoch gewinnbringender mit einkalkuliert\nund erreicht wird, so geht dies nur, solange\nes sich um ein vereinzeltes Unternehmen\nunter besonders günstigen Bedingungen\n— also Monopolstellung — handelt. Bei\nVerallgemeinerung muß nach hergestellten\nAusgleich die Presschraube von neuem an-\ngezogen werden und die Lage zum Krisen-\npunkt der Staatserneuerung treiben. Hat\nsich die Erde für Gewinne durch Gewalt\nzu klein erwiesen, so kann die Erneuerung\nnur durch planmässige Verteilung der Arbeit,\ndurch Austausch nationaler Errungenschaften\nund nationaler Bodenschätze kommen und\ndurch ein Rätesystem der Arbeitenden\ngarantiert werden.\nWie der Kapitalist abhängig vom Profit, ist\nder Leiter eines imperialistischen Staats-\nwesens abhängig vom Prinzip der Erobe-\nrung. Das imperialistische System muss\nerobern solange es noch zu erobern gibt,\nwie das kapitalistische System Profit suchen\nmuss solange es noch zu verdienen gibt.\nSchnürt man den Lebenswillen der Menschen\nt . . -V\nin nationale, dynastisch abgeleitete oder in\nKlassenkomplexe ein, so entstehn Verbände\neinzelner Egoismen, komplexe Daseins-\nformen deren jede sich auf Kosten der an-\ndern auszubreiten sucht. Die Massenhin-\nrichtungen unter Karl, Barbarossa, Napoleon\nsind nicht Ausdruck besonderer persönlicher\nGrausamkeit, sondern notwendige Folgen\ndes Wettbewerbs durch Eroberung. Die\nWände eines solchen Systems müssen zer-\nbrechen, sobald die allgemeine Vernunft\nder Egoismus der Menschheit, den zu eng\ngefassten Egoismus einzelner Komplexe\nüberwinde. Beruht ein imperialistischer\nStaat auf Feudalordnung, so sucht der\ndurch Wahl- oder Stammkaiser ausgedrückte\nzentrale Wille des Staats fremdes Gebiet zu\nerobern, um es unter die Lehnsleute zu\nverteilen. Beruht der imperialistische\nStaat auf kapitalistischer Ordnung, so sucht\nder Ausschuss der Interessenkonzerne\nfremdes Gebiet von seinen Waren abhängig\nzu machen, um den Gewinn unter seine\nBeamten zu verteilen. Stets wird Gewinn\nmit Menschenleben bezahlt und nach Ab-\nstufung der Kraft oder Schlauheit verteilt.\n»i /\nEin Wettbewerb ohne Kontrolle muss stets\nzur Anwendung von Gewalt führen, in\nMachtfragen kann Anspruch nur mit stär-\nkeren Mitteln der gleichen Art überboten\nwerden. Deshalb muss die Kontrolle von\ndenen ausgeübt werden die zugleich die\nFolgen tragen.\n\nSchluss folgt."}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "113", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.21", "texte": "Kunstaussiellung\nDcr Sturm\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 134 a I\nOktober 1926\n154. Ausstellung\nWilhelm Ostwald\nWilli Baumeister\nGeoffnet von 10—6\nSonntags von 11—2\nLeseBaal mit 70 auslan-\ndiechen Zeitechriften\nBilderverleih\nJeden Mi ttwoch\nBV2 Uhr\nStupm-\nKabarett\nNach der Vorstellung\nTANZ j Jazzband\nVerkauf von Kunstwerken auf Ratenzahlung\n\nGo nt i in p or an ul\nErste Zeitschrift der rumanischen\nmodernen Kunstgruppe\nInternationale Kunstmanifestation u.\njahrliche Ausstellung-en\nDirektion: I. Vinea u. Marcel lancu\nRedaktion: Str. Trinitatii 35\nBukarest Rumanien\nRasierklingen\n2.50 Mk. franko\nNichtgefallen\nGeld zuriick.\nFa.\nv. MuHcbbansen, Wesermiinde - Lehe\n50\n\nLesesaal dcr Kunstausstcllung Dcr Sturm\nBerlin W 9 | Potsdamer Strasse 134 a I\n70 Zeitschriften: K unst\nLiteratur j Musik\naus f°lSenden Ldndern: Agypten / Argentinien /\nBelgien / Danemark / Frankreich / Qrofibritannien\nItalien / Jugoslavien / Mexiko / Niederlande / Oster-\nreich / Polen / Rumdnien / San Salvador / Schweiz\nSowjet-Rufiland / Tschechoslowakei / U, S. A.\nGeoffnet taglich von 10—6 Uhr | Sonntags von 11—2\nFur Ausstellungsbesucher nnentgeltliche Benutzung"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "114", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.22", "texte": "/\nKunstler-Postkarten / Verlag Der Sturm\n..■_•• ( is ' ■ V\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bildwerken folgender Kunstler:\nAlexander Archipenko / 4\nRudolf Bauer / 4\nVincenc Benes\nUmberto Boccioni + / 2\nCampendonc / 2\nMarc Chagall / 7\nOthon Coubine\nRobert Delaunay\nTour Donas\nLyonel Feininger\nAlbert Gleizes / 2\nJacoba van Heemskerck j*/ 3\nSigrid Hjerten Griinewald\nAlexei von Jawlensky\nBela Kadar\nKandinsky / 3\nPaul Klee\nOskar Kokoschka / 2\nFernand L6ger / 2\nAugust Macke i\"\nFranz Marc 112 / 3\nCarl Mense\nJean Metzinger\nJohannes Molzahn\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nGeorg Schrimpf\nKurt Schwitters\nGino Severini\nFritz Stuckenberg\nArnold Topp\nMaria Uhden i*\nNell Walden\nWilliam Wauer / 5\nMarianne von Werefkin\nNegerplastik\nGewebe aus Alt-Peru\nJede Karte 20 Pfennig / Farbige Karte Chagall: Die Kleinstadt / 30 Pfennig\nDie Ziffern hinter den Namen bedeuten die Zahl der reproduzierten Kunstwerke\nDichtungen von Herwarth Walden\nDas Buch derMenschenliebe / Roman\nDie Harte der Weltenliebe / Roman\nJedes Buch 2 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSiinde / Ein Spiel an der Liebe\nQlaube / Komitragodie\nLetzte Liebe / Komitragodie\nJedes Buch 1 Mark\nSchriften von Herwarth Walden\nWeib / Komitragodie\n3 Mark\nKind / Tragodie\nTrieb / Eine biirgerliche Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 2 Mark\nIm Geschweig der Liebe / Gedichte\nGebunden in Ganzleinen 3 Mark\nDie neue Malerei / Mit zahlreichen Abbildungen / 5. Auflage\n2 Mark\nQesammelte Schriften\n, ii.v '\nErster Band: Kunstmaler und Kunstkritiker\n3 Mark\nExpressionistnus / Die Kunstwende / Mit 140 Abbildungen\nZur Zeit vergriffen\n\nNeu erschienen:\nErnft Marcus\nKritik\ndes Aufbaues (Syllogismus) der\ns p e z ie 11 en Relativitatstheorie\n2>tefe $kofd)ure entplt nid)t nur bie bu*d)f\nSBftcrfeguna bet fpesullen\nSU&eri fonbern\nlaud) eme neue Sidjtfjppotfjefe, burd) bie bas\nopttfdje 'SQMbilb nrirfltd) erfdjetnt. <£$ soerben\nIjter $enfgeij)of)nf)etten mafjrjjaft rct>otutiontcrt.\nSBenn em nod) fo fdjarffinmaer $iatf)ematifer,\nmi e$ Albert €injiein paetfeHoS ijl, tm lo*\nflifdjen $enfen nid)t genugenb gefdjult i(l, fo\nfann feme Sd)lu§folgerunfl au3=\nfallen. €tn foldjer gef)lfd)fuf (EinftemS ttf\nfrier unwtberlegltd) nacfygeunefen. 2>af)er xx>trb\n(Sinftetn f)ter mit feinen etgeren $Baff<n aufS\n§aupt gestagen. s)a§ problem, burd) ba3\ner &u feinen falfd)?n golgerungen gelangte, ift\nalfo tx>ie6er jur sDebatte gegeben, unb em\n$u feiner Sofung »irb f)ter Porge=\nfc&lagen. — Mes in oOem roivb ftd) Me ge=\nfctmte Sterne überjeugen, &af? nid)t Albert\n(Einftein, fonbern in Smmanuel s\\ant\nbas SBeltbilb roafjr&aft rettoluiioniert fjat Sn\n(Ernft SftarcuS sritb bie gufunft ben ed)ten\n(Etben $ant§ begrtiscn lemen. 2>ie *£ftitroelt\nef)rt nur $t\\\\ nic&t €tx>igfeitsge offen.\nfinb beriifjmt teniae (£in ©e=\nbcmfe, eine t»ie fw btefcS SBetl\nbetxmfl toritfc nut atte taufenb 3<ste ewmal\ngebasi unb entbetft. S. g.\nMark 1,25\nVcrlag Der Sturm\nBerlin W 9\nDurch jede gute Buchhandlung oder direkt\nvom Verlag Der Sturm zu beziehen"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "115", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.23", "texte": "a\n) *.Ot \"\nA\n*YVW<Wv\nAALVVW\nA\n/o«r\nPIANO-S\nVVv^\\/^w\\/JW\\AXXXX)COcyVyY/AVv^AAA^yVV(XX)\nBERLIN >W9i FRIEDRICH EBERT\n»*<*\n6\n\nSoebeti erscheint:\nLarissa Reissner 112\nSm Lande Hindenburgs\ntine Reise durch die deutsche Republik\ner war diese Larissa Reissner? Eine Revolutionarin, eine\nSchriftstellerin, eine Frau, und zwar von solcher Kraft, Fiille\nund Grosse, dass man sie Vorbild nennen muss.\nAls Tochter eines deutschen Universitatsprofessors 1895 geboren,\nmit alien europaischen Landern und alien Kulturen bekannt,'\nbeginnt ihr Leben und ihr Werk in der Stunde des Burger'\nkriegs. Als die Kugeln der Tschechoslowaken die roten russi-\nschen Matrosen umkrachen, als iiber Russland die grosse Welle\nder bolschewistischen Revolution dahinbraust, einer tausend-\njahrigen Knechtschaft Ketten zerbrechend, da steht Larissa\nReissner in den Reihen der wachsenden Roten Armee a]s\nSoldat und als Berichterstatter zugleich.\nDeutschland verfiigt xiber zwei Dutzend brillante Stilisten und\nüber eine Handvoll glanzender Reporter. Sie wirken wie\nSchreibtischkritzler neben diesem kampferfullten Menschen.\nDas revolutionare Proletariat bat in seinen Reihen Tatmenschen\nyon Mut, Wissen und Charakter. Wie blasslicb aber schimmern\nibre Artikel und Werke neben den journalistischen Kunst-\nwerken aus dieser gliihenden Feder.\n(Aus einem Nachruf von Gerhard Pohl.)\nBroschiert -,90 M. Leinen 1,50 M.\nterner erschienen von derselben Verfasserin\nDie Front 1918 bis 1919\nBroschiert —, 90 M.\nIm November erscheirit:\nGesammelte Schiiften ESBSTSMte\nBrosch, etwa 3,— M. Geb. etwa 4,— M.\nZu beziehen durch jede fortschrittliche Buehhandlung\noder direkt von\nNeuer Deutscher Verlag, Pcrlin NW 7\n\nMARTIN BORRMANN\nDen Tanz ,\nDas Theater\nDie Gebarden\nDas Schreiten\nDas Sprechen\nschildert\nder Dichter\nin seinem Werk\nS'U N D A\nEine Reise durch Sumatra\nMit 25 Bleistiftzeichnungen und\nAquarellen von\nSigfried Sebba\nQanzleinenband M 25—\nEine ungewohnlich fesselnde\nReise — ein prachtiges Ge-\nschenkwerk.\nTHOMAS MANN\nFrankfurter — Societafs\nAbteilung Buchverlag\n\nW. Marzillier & Co. Berlin W * Grunewaldstr. 14-151\n• • 1 T J 1 T f* -mm «.\nGegriindet 1854\nGegriindet 1854 Hofspediteure S. M. des Konigs von Spanien\n|M|||| | N t 11|( b | —\nSpedition u. Mobeltransporte, Verpackung u. Lagerung von\nGemalden und Kunstgegenstanden jeder Art. Lieferung und\nJimpiang naeh und von alien Kunstausstellungen des In-\nunci Auslandes. Transportversicherungen aller Art\nSPe^L'fUjU\"Wir,I,Hi\"\".,then \"erbandes Bildender Kanstler / der Frelen Secession\ndesVerbandes Peutscher limsfaloren und Haussp.dlteure des \"stum\""}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "116", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192610-01.1.24", "texte": "9, ä-sS b-a\nDruck: Vereinigte Druckereien, Andermann & Schindler, Berlin W 30 Munchener Strasse\n\nZum Verstandnis des modernen kulturellen und\npolitischen Lebens unentbehrlich ist die Lektiire der\nZeitschrift\nSR7.IALISTISCHE MOMTSHEFTE\nHerausgeber Joseph Bloch\nPreis pro Quartal 2,25 Mark, Einzelheft 75 Pfennig / Vorzugsausgabe\n(auf besonders schonem Papier) pro Quartal 4,50 M / Einzelheft 1,50 M\nDas Septemberheft 1926 enthalt:\nKar| Hildenbrand (Mitglied des Reichstags und Reichsrats)\nFur eine parlamentarische Arbeitsgemeinschaft\nProf- Max Schippol / Industrie und Arbeiterklasse\nJulius Kaliski / Der Eisenpakt\nDr. Ludwig Quessel (Mitglied d. Reichstags) / Deutschland in Gent\nArno Nadel / Pegasus\nWolfgang Heine (Ehein. preuss. Staatsminister) / Die lieamten\nder Republik — Dr. OttO KarutZ / Siedelungsverfahren und Siede-\nlungBergebni.se seit 1919 - HiltQart ViOlhaber / Franz yon Ass.si -\nDie SoziaKstische Internationale und der Volkerbund / wally Zep'er\nDie Genossenschaften im fascistischen Italien / Dr. Reinhard w«ber\nRasse und Kultur / Dr. Max Hodann — Leben und Leistung Max\nWebers / Prof. Conrad Schmidt — Musikfeste? / Dr. Max Butting\nDie Agrarenquete / Dr. Pritz Baade - Die Architekturausstellung der\nNovembergruppe / Ludwig Hilberseimer - Raphael Silberstein / Dr.\nKarl Kpllwitz — Die Toten: Hermann Greulich, Max Grunwald,\nGeorg Friedrich Knapp, Ernst Mehlich, Anton Nemec, Nikolaj Tschcheidse\nKonrad von Wangenheim\nProbehefte stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Verfugung,\nDem unterzeichneten Verlag ist die Mitteilung von Adressen will-\nkommen, an die die Zusendung von Probeheften ratlich erschemt.\nVerlag der Sozialistischen Monatshefte\nBERLIN W 35\n\nCasa d'Arte\nBRAGAGLIA\nModerne Kunstausstellungen: Theater der\nUnabhangigen : Buchhandlung : Yerlag\nKunstgewerbe\nTerme Romane di Via Avignonesi 81 Rom 4\n\nVERLAG DER STURM / BERLIN W 9\nHerwa r t li 1 ald en :\nEinblick in Kunst\nDie beste Einfiihrung in den\nExpressionismus und Kubismus\n70 Abbildungen / 4 farbige Kunstbeilagen\nLadenpreie Halbleinen gebunden M 6.—\nFTE AUFLAGE\n\nRevue Germanique\nLille | 55 Rue Brule-Maison\nPeriodique trimestriel\nAbonnement 30 Frs. pour I'etranger\nInformations sur le mouvement\nlitteraire et les travaux philolo-\ngiques en Allemagne aux Pays-\nBas et en Scan dinavie\nINTEGRAL\nREYUE DE SINTHESE MODERNE du SEULE\nGROUPEMENT d'AVANTGARDE ROUMAINE\nPARAISSANT CHACQUE MOIS\nDIRIGE Par un Comite bucarestois et parisien\nREDACTION: M. H. Maxy, Calea Yictoriei 79 Et. I\nBUCAREST-ROUMAINE\n\nKunstausstellung\nDer Sturm\nBerlin W9 / Potsdamer Strasse 134 a\nLiitzow 4443\nJeden Freitag 8 Uhr\nMusik - Abende\nim\nSturm\nDie junge Generation der Musiker\nAn jedem Abend Auftreten mehrerer Kiinstler\nKarten in der Sturm-Buchhandlung\nPotsdamer Strasse 138 a"}]}