{"numero_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_sha256": "7db75c578dd05f1242774c70446c175fe7959da8c1feff3792286433bc1cfa7b", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1927/01_01/bmtnabg_1927-01_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1927/01_01/bmtnabg_1927-01_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c002", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "143", "page_fin": "143", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.2", "titre_corps": "Table of Contents", "titre_sommaire": "Table of Contents", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.3", "debut_caractere": 100, "fin_caractere_exclue": 389, "texte": "Herwartl^Walden:\nHugo Händel:\nKurt Liebmann:\ns:\nDie neue Sachlichkeit\nDer moderne Gestaltungs-\nünterricht auf den preussi-\nschen Schulen\nRhythmen an Europa\nDie Märchen vom Paradiese\nA b b i 1 d u ii ff e 11:\nMarcel Janco:\nAlf Eggers:\nA. F. del Marie:\nT anzmotiv\nPlastik\nPrelude\nJanuar 1927"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c003", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "145", "page_fin": "146", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.3", "titre_corps": "Die neue Sachlichkeit", "titre_sommaire": "Die neue Sachlichkeit", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "145", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3802, "texte": "Die neue Sachlichkeit\nHerwarth Walden\nSeit einigen Monaten atmet die Kunstwelt auf.\nDie Kunstwelt ist die Gemeinde der Menschen,\ndie ihre Unsinnlichkeit auf Papier oder Lein-\nwand verunsinnlicht haben will. Zu dieser\nGemeinde gehören ausser der Oberschicht\nder feinfeingebildeten bürgerlichen Gesellschaft\ndie Kunstkritiker, die Kunsthistoriker, die\nLiteraten und etwa fünfundneunzigtausend Maler.\nAlso eine stattliche Gemeinde. Nun haben\nseit etwa zwei Jahrzehnten einige Menschen,\ndie Künstler sind, weil sie sehen und\nhören können, eine Bewegung verursacht. Sie\nhaben die Kunst von der Sachlichkeit befreit.\nDie Gemeinde wünscht Sachlichkeit der Kunst.\nDie Gemeinde denkt und kann nur sachlich\ndenken. Nämlich Sachen. Die Gegenstände\nder Botanik und der Zoologie einschliesslich\nder Klasse der Säugetiere, die Elemente nach\ngriechischer Auffassung, die Götter aller\nNationen und aller Rassen, natürlich mit Aus-\nnahme der Götter der Neger und Südsee-\ninsulaner: das sind alles Sachen, die man\ndenken kann, wobei man sich etwas denken\nkann. Also Sachen für die Kunst. Wir, die\nnicht denken, können garnicht denken, was\ndie Sachlichkeit der Kunst für Probleme zwar\nnicht zu lösen, aber zu bedenken hat. Rem-\nbrandt, der Genius der alten Sachlichkeit der\nGemeinde, Rembrandt, der Erzieher, ist so\nbedacht worden, dass man ihn nächstens vor\nseiner Gemeinde in Schutz nehmen muss. Er\nhat nach ihrer Ansicht etwa sechstausend\nBilder gemalt und jeden Monat wird mindestens\neins hinzugefunden. Die Gemeinde drückt sich\nso aus: „Das Kunsthistorische Museum in Wien\nbesitzt mehrere Selbstbilder von Rembrandt,\ndarunter ein ziemlich berühmtes Kniestück,\nworauf der Maler die rechte Hand im Gürtel\nhält.\" Ein Kniestück ist eigentlich unsachlich,\nweil der Mensch und auch der Maler bekannt-\nlich Beine hat und man sich Menschen ohne\nBeine schon der Aesthetik zuliebe nur ungern\ndenkt. Einem Meister wie Rembrandt werden\naber kleine Ursächlichkeiten verziehen, da er\nimmerhin die rechte Hand im Gürtel hält.\nNun hat man durch chemische Reinigung die\nSignatur sichtbar gemacht\n„Das Interessanteste an ihr ist die Jahreszahl.\nSie lautet nämlich 1652, während man bisher\ndas Entstehungsjahr des Bildes etwas später,\nnämlich 1657, annahm. Man war dazu wohl\nauch durch den Ausdruck des Kopfes ge-\nkommen, der bereits vom Leben ziemlich mit-\ngenommen aussieht. Nun also stellt sich her-\naus, dass Rembrandt mindestens fünf Jahre\nfrüher als man dachte, nämlich schon in\nseinem 47. Jahre so alt ausgesehen hat, wie\nman ihm bisher erst nach dem 52. glauben\nwollte.\" So denkt, so viel, so tief denkt ein\nKunsthistoriker von der Kunstwelt über ein\nKniestück von Rembrandt. Man denke. Der\nKopf ist vom Leben bereits ziemlich mitge-\nnommen. Das sieht man. Und zwar so mit-\ngenommen, dass der Kunstsachverständige, der\nKunstkenner und der Kunstfreund dem Kopf\ndes Kniestückes zweiundfünfzig Jahre gibt.\nVielleicht ist es für die Kunstgemeinde wichtig\nzu wissen, dass man neuerdings die Jahre\nauch an den Knien feststellt. Die Kunstmaler\nder neuen Sachlichkeit könnten sich daher\nin Zukunft bei Kniestücken den Kopf ganz\nschenken. Auch das Knie wird vom Leben\nziemlich mitgenommen. Dieses Glied, selbst\nnackt nachgekunstmalt, dürfte noch nicht unter\nSchund und Schmutz fallen. Nun also stellt\nsich heraus, dass die Sachlichkeit der Kunst\ntäuschen kann. Rembrandt hat mit siebenund-\nvierzig Jahren so alt ausgesehen, dass selbst\nKunsthistoriker ihn für Zweiundfünfzig gehalten\nhaben. Nun fragt sich, ob die Kunsthistoriker\nnicht richtig denken oder ob Rembrandt\nnicht richtig hat malen können. Vielleicht\nwollte der Meister aber auf dem Kniestück\nälter wirken. Da hätte er allerdings den Denk-\nfehler begangen, mit Jahreszahl zu signieren.\nJedenfalls, ein Kunsthistoriker kann sich nicht\num fünf Jahre irren. Hier muss ein Fehler"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "146", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2394, "texte": "der Kunst oder ein Kunstfehler vorliegen. Das\nsind eben die Kunstprobleme. Das ist Sach-\nlichkeit. Die alte und die neue Sachlichkeit.\nDie Demokratie wünscht Fortschritt. Die Un-\nordnung der Revolution muss beseitigt werden.\nDie gute bürgerliche Unterordnung muss wieder\nhergestellt werden, damit man die Freiheit be-\nsingen, bedichten, bemalen und behauen kann.\nDie Freiheit kann nur als Abstraktion geduldet\nwerden. Bei der Freiheit muss man sich etwas\ndenken können. Das ist eben die Kunst. Die\nFreiheit darf nur Kniestück sein. Auf zwei\nBeinen stört sie die Ordnung. Freiheit und\nKunst sind Entschuldigungsbegriffe der bürger-\nlichen Sachlichkeit. Man muss erst lernen,\nsich die Freiheit zu verdienen. Stundenweise\nzu halbem Tarif. Man muss sich um die Kunst\nverdient machen, indem man unverkäufliche\nGegenstände wenigstens in der Abbildung ver-\nkäuflich macht.\nDer Versuch zur Reaktion unter dem Namen\nneue Sachlichkeit ist kläglich. Man versucht,\nwie in der Politik, die Wiederherstellung der\nüberwundenen Macht durch neue Namen mit\nHilfe der stets ängstlichen Demokratie der\nMitte. Abbilder lassen sich besser beschreiben\nals Bilder. Und das Beschreiben ist die Exi-\nstenz der Kunstwissenschaft und der Kunst-\nkritik. Also ihre Sachlichkeit.\nAber morgen ist auch ein Tag und die Sonne\nscheint. Kinder machen Striche und Herr Fritz\nStahl, der Rokokokritiker der Gegenwart, feiert\nseinen siebzigsten Geburtstag und entdeckt in\nDresden, der Kitschstadt von Sachsen, den\ntoten Expressionismus, dessen Geburt ihm bei-\nnahe das Leben gekostet hat. Herr Stahl hat\njedenfalls die Leiche nach alter Weiber Sitte\nbesprochen und sie schön gefunden. Da die\nfortschrittlichen ebenso belanglosen Kollegen\nschon über die neue Sachlichkeit stolpern,\nkann Herr Stahl jetzt vor der Kunstgemeinde An-\nerkanntes anerkennen. Lieber Edward Münch,\ndas haben Sie auch nicht geahnt, für so alt\nhaben Sie sich nicht gehalten, daß Herr Stahl\nsie zum Enkel des Expressionismus macht.\nEs ist gut, dass Kunstkritiker manchmal Reisen\ntun. Denn wenn einer eine Reise tut, dann\nkann er was erzählen, sagt das deutsche Volk.\nStellen Sie sich vor, lieber Edward Münch,\ndass dieser Herr Stahl und andere Leute ein-\nmal nach Berlin reisen würden. Womöglich\nvon Wilmersdorf nach Berlin. Dann könnten\nsie was erleben.\nDie neue Sachlichkeit wohnt in München.\nAber es gibt auch anderswo genügend Idioten.\nIch bin für Kopfstücke."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c004", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "147", "page_fin": "148", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.4", "titre_corps": "Der moderne Gestaltungs-Unterricht auf den preussischen Schulen : Zu der Ausstellung von Schülerarbeiten im Sturm", "titre_sommaire": "Der moderne Gestaltungs-Unterricht auf den preussischen Schulen : Zu der Ausstellung von Schülerarbeiten im Sturm", "signature_source": "Hugo Händel", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "147", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3278, "texte": "Der moderne Gestaltungs-Unterricht\nauf den preussischen Schulen\nZu der Ausstellung von Schülerarbeiten im Sturm\nHugo Händel\nDie Pädagogen finden ihre besonderen Ziele\naus den wirtschaftlichen oder geistigen Be-\ndürfnissen der Zeiten heraus. Sie streben\ndanach, Lücken und Mängel zu beseitigen,\nindem sie durch immer neue Methoden\nschlummernde Kräfte zu neuen Leistungen zu\nbringen versuchen.\nWir leben in einer Notzeit. Die ältere Gene-\nration stand, als sie aus dem Felde heimkehrte,\nvor einer schier erdrückenden Zahl und Grösse\nvon Aufgaben. Nicht die Sorge um Granaten\nlastete mehr auf uns, sondern die Frage nach\ndem Wie und Wohin des geistigen Weges und\ndie Frage nach dem Schicksal der Jugend.\nDarin gab es unter Eltern und Pädagogen\nkeinen Zwiespalt.\nHier waren sich alle einig. — Sollte der durch\ndie Kriegsfurie geschundene Volkskörper ge-\nnesen, dann musste zuerst die Jugend gepflegt\nund gerüstet werden für die Zukunft. Und so\ngingen wir denn mehr oder weniger begeistert\nans Werk. — Und wir alle, die wir zum\nUeberfliessen erfüllt waren von Ideen und\nHoffnungen, wir strömten all unsere aufge-\nspeicherte Spannung, all unser Ungetanes, all\nunsere Fülle in die Aufgaben unseres Berufes\noder unserer Berufung. Wir strömten aus all\nunsere Kraft in unsere neuen Bilder, die unsere\neigenen Kinder waren, und strömten über all\nunsere Ueberfülle und neue Kraft auf die Jugend,\ndie uns anvertraut wurde. Missverstanden\nund abgelehnt zuerst und zumeist von den\nErwachsenen. Doch verstanden und getragen\nvon der Begeisterung der Jugend, welche mit\nsicherem Instinkt fühlte, dass sie am Anfang\neiner neuen Zeit, bald sehr früh selber die Ge-\nstaltung ihres Schicksals in die Hand nehmen\nMüsste, und dass sie eine grössere Verant-\nwortung in solcher Not- und Sturmzeit tragen\nmüsste als die Jugend normaler Zeiten. Die\nJugend, welche immer klarer die kommenden\nAufgaben sah und erkannte, dass das Leben\nvon ihr mehr eigenes, selbständiges Denken,\nArbeiten und Zielsetzen verlangte. —\nWie ein trockener Schwamm saugte diese von\nEntbehrung müde und ausgehungerte Jugend\nall unser Glühen, Hoffen, Glauben, Strömen in\nsich auf. — Was als Experiment so oft ver-\nspottet und bezweifelt ward von Müden, was\nuns oft selber mit banger Sorge erfüllte, was\noft im langsamen Werden, in zaghaften Ver-\nsuchen entstand, das ewig fortschreitende Leben,\ndie Zeit half es klären und stützen. Waren es\nzuerst nur Wenige, die, den Sinn und die Auf-\ngaben des neuen Jahrhunderts ahnend und die\nneue Form wollend, ihren Weg gingen fern\nden alten Methoden, die Zahl der Mitschaffenden\nwuchs, wie ein Fluss aus tausend und aber-\ntausend Quellen wächst und schwillt. — Einer\ntrug den andern. — Und wir alle, Lehrende\nund Schüler, fühlten uns als Mitschaffende,\nMitgestalter dieses Jahrhunderts; wir fühlten\nden lebendigen Puls einer neuen Zeit, die\nunsere Hoch-Zeit werden soll, einst, bald.\nWir wollen froh sein dieser neuen Zeit, dieser\nreichen wenn auch so harten Aufgaben, grade\nweil wir arbeiten, weil wir offenen Auges und\nSinnes in unsere Zukunftsaufgaben hinein-\nwachsen dürfen.\nSo fühlen wir eine Abkehr von der historischen\nEinstellung zum Leben als notwendig. —\nWir wollen zuerst Menschen der Gegenwart\nund Schaffende der Zukunft sein, dann Be-\ntrachter und Genießer der Vergangenheit. Nur"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "148", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2647, "texte": "nicht immer Jahrhunderte zu alt und durch\newiges Rückwärtsschauen, Betrachten und Er-\nklären der Vergangenheit an eigener Stosskraft\nund Erfindung gelähmt sein! — So betrachten\nwir den Zeichenunterricht als eine Lebensschule.\nUnd er soll nicht mehr Zeichenunterricht heissen;\ndenn wir wollen nicht nur Zeichnen lehren wie\nfrüher, als der Zeichenunterricht ein Anhängsel\ndes naturwissenschaftlichen Unterrichts war.\nAuch soll er nicht Kunstunterricht heissen.\nDenn die grosse, freie Kunst kann nicht gelehrt\nwerden. Kunst ist das ewig Neue, Geheimnis-\nvolle, noch nicht Analysierte und Begriffene, das\nvon stärkster Eigenpersönlichkeit Geschaffene\nund Geformte. Das Genie durchbricht alle\nFormeln, alle Methoden, alles Gewohnte, gibt\nneue Rätsel auf und zeigt neue Wege und\nAufgaben. —\nNicht Zeichenunterricht! Nicht Kunstunterricht!\nAber Gestaltungsunterricht und Werkunterricht!\nEr lehrt anschaulich denken, er lehrt uns bauen\nund konstruieren, er lehrt uns die elementaren\nGesetze künstlerischer Gestaltung. — Er lehrt\nuns die Zusammenhänge der Künste mit dem\nLeben erkennen, und er bringt in uns alle\nQuellen zum Fliessen. —\nUnd wenn wir dann nicht Kunst gestalten\nkönnen, dann sind wir doch wach geworden\nfür die Gesetze aller bildenden Künste und\ntechnischen Arbeit und wir werden wenigstens\nBasis und Hilfe sein für die Schaffenden. Die\nin handwerklicher und optisch künstlerischer\nGestaltung gänzlich Unbegabten aber werden\nnach solchem Unterricht, der sie selbsttätig\nmacht und mutig für die eigene Lebensarbeit, in\nihrem Beruf ihren Mann stehen, in lebendigem\nMiterleben und Fördern der Künste. — Lieber\nwollen wir einfache Menschen sein, aber echt\nund freien Hauptes, als mit fremdem Geist\ngeblähte. —\nWir wissen, dass die Vollkommenheit nur eine\nSehnsucht, nie Erfüllung sein kann. Doch sie\nist die Fahne auf höchstem Gipfel, der wir\nzustreben und deren Anblick uns Kraft für\nunseren arbeitsreichen Weg in unsere Zukunft\nhinein geben soll. —\nKeine starre Methode beengt uns. Mit immer\nneuem Material versuchen wir immer neue\nLösungen neuer Aufgaben aus möglichst vielen\nArbeitsgebieten der Kunst. So findet jeder seine\nspezielle Begabung für irgend ein Arbeitsgebiet\nheraus, in welchem er es dann zu Höchst-\nleistungen zu bringen trachtet. —\nDer Lehrer für Gestaltung muss nicht nur\nMaler sein, sondern ebensogut die Gesetze der\nBaukunst, Plastik und Technik beherrschen.\nWenn dann dem Gestaltungsunterricht der\nRaum im Stundenplan gegeben wird, der nötig\nist, wird ein für den Lebenskampf gerüstetes\nGeschlecht sich sein 20. Jahrhundert formen\nwie ein Werkmeister sein Werkstück, ein Bau-\nmeister seinen Bau und ein Künstler sein Bild."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c005", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "149", "page_fin": "151", "image_debut": 9, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.5", "titre_corps": "Rhythmen an Europa : Dem Sturm", "titre_sommaire": "Rhythmen an Europa : Dem Sturm", "signature_source": "Kurt Liebmann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 9, "page_imprimee": "149", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1339, "texte": "Rhythmen an Europa\nDem Sturm\nKurt Liebmann\n\nTN och flocken Blut im Scheitel\nqua! Do r n en gekrön t\nnoch voller Schwärenaufwurf\nWurf auch Schleuder\nvoller Zackennester Schreie\nflügelklirrend\nnoch kochend stampfend auch\nhinpratzend\nstemm\ndie Zehen\nm uskel klammernd\nkönnt ich dich auf werfen Erde\numwühlen deine Feuer\naufwühlen\nnoch Muskelsturm in Schenkeln\nhinstampfend Millionenstampf\nStampfkrieg Millionen\nWahnstampf Milliarden\nVolkblut geschleudert\nblutdampf\nder Mensch\nund\nDu und Du\nEintausend\nBlut und Blut\nNeunhundert\nBlut und Blut\nFluch\nVierzehn\nhinstürzend noch\nnoch Knäuel Wahnen\nWirren Knäueln\nwirr\nschon aber\nDämmern Hellen\nschreiten Menschen\nAhnen Tasten\njunge Leiber strahlen\nstrahlen Stirnen Mensehen\ngrüssen Stimmen\nGrn sb Europa\nstrahlt der Mensch\nMensch schreitet\ntritt hervor\nentstrahlt dem Blutbasalt Jahrtausend\nschnellt und schreitet\nwiegt\nund\ntanzt\nder Mensch\nund\ntanzt\nund\nPyramiden baumen\nspringen blockgeschnitten Wolkenhäuser\nNewyork\nSteil würfel\nTrommeln und Schall\nheult Totem Tabu\nDämonvogel entkreischt\nschrill in die Luft\nhornschlagend\nschattet Europa\nund\nTanzen Schreiten\ntanzt der Mensch die Erde\nreckt die Erde\nMenschenheere\nHeere Russland\nWogen Wolken\nMenschen wogen\nTanzen Kreisen\nkreist Tairoff die Sternenbühne\nSpiel kreist Welten\nsteigen Chöre\nVölkerchöre\nsteigen wachsen\ndonnern Zeiten\nbrechen Berge"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "150", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 972, "texte": "Trommeln rollen\nsteigen Schatten\nMenschenleiber\nZeiten stürzen\nLeiber Griechen\nAlpenleiber\nGriechenleib er\nunter Adlern\nGriechenkörper gleissend\nspielen Spiel\ndas Menschenspiel\nund\nDröhnen Kratern\nKathedralen\nstürmen\nkratern Alpen\ntosen brüllen\nwälzen Fugen\nChöre\nMenschenchöre\naufkelcht Berlin\nkreist Drama Sturm\nDer Sturm Der Sturm\nwühlt Erde\nSternerde die Welt\nund\nlichtet\nreckt Palucca\nreckt und formt\nströmt Körper\ntanzt\nund Sternentanz\nGemeinschaft\nSang symphonisch\nSterntanz\nRose\nBerg\nd'Arguto\nKindersang\ndie freien Strassen Plätze\nblühen rauschen\nwinkt Paris Salute\nWien Karl Kraus\ndie Fackel Erde\nblutet Erde\nSteigen Dehnen\nknospet Erde\nbluten Blüten\nneue Erde\nder neue Mensch\nDER MENSCH\nund\nRichten Wägen\nBauen Ordnen\nBahnen Hämmern\nWägen Klären\nLichten Richten\nWeiten Schreiten\nStrömen Tanzen\nTanzen Schreiten\nSchreiten Ordnung\nSiegen Lichten\nLichten Abendland Europa\nLichtland Morgen\nStrahlen Dämmern\nHerrschen Bauen\nBlühen Fruchten\nOrdnung herrscht der Mensch"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c006", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "151", "page_fin": "151", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.5.1", "titre_corps": "A. F. del Marle: Prélude", "titre_sommaire": "A. F. del Marle: Prélude", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "151", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 24, "texte": "A. 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Und es wusste es niemand, ob sie\neigentlich die berühmte Gold- oder die\nbekannte Pechmarie wäre. Darum ver-\ngoldete sie ihr Hahnepeterei golden an und\nsetzte es gemäss den ältesten Traditionen\naus dem ersten Hahnepetermärchen direkt\nan den Ofen auf eine lange Konservendose.\nAber sie hatte kein Gras zum Unterlegen\nund darum nahm sie Holzwolle und malte\nsie grün an. Die anderen Kinder aber\närgerten sich, dass Marie ihr Ei vergoldet\nhatte und schütteten Pech darüber, dass es\nkohlpechrabenschwarz wurde. Die Holz-\nwolle wurde auch schwarz, die Dose auch\nund das Ei war kaum mehr unter dem Pech\nzu erkennen. Das alles sah aus wie eine\ngrosse Kuppel mit vielen runden Ecken\ndrati. Ais Marie das sah, sagte sie, dass\nsie sich kein bischen darüber ärgerte, denn\nsie ärgerte sich furchtbar. Sie sagte, sie\nwäre und bliebe darum doch die Goldmarie,\nund das Ei würde mit dem Pech am warmen\nOfen eher noch eher auskommen, als später.\nUnd zwar meinte sie, nach zwölf Tagen, statt\nnach dreizehn. Nun kamen alle Fliegen und\nsetzten sich auf das Pech, weil sie es für\nSchokolade hielten, und blieben sitzen, weil\nsie festbackten und nicht wieder ab konnten.\nDie ganze Geschichte sah wie ein grosser\nSchokoladenpudding mit Fliegenrosinen\naus. Marie aber hatte guten Mut, und alle\nFliegen halfen ausbrüten. Und am zwölften\nTage lud Marie alle Kinder zum Auskommen\ndes Eis ein. Aber es kam kein Kind, weil\nalle wussten, dass Hahnepetereier erst nach\ndreizehn Tagen auskommen. Aber sie wussten\nverkehrt, denn am zwölften Tage kam Marie\nihr Ei aus. Es klingelte nicht, es klapperte\nnicht, denn es war zuviel Pech dabei. Es\nglitschte nur, so wie wenn der Vater der\nMutter einen Kuss gibt, weil der Vater\neinen Schnurbart hat, und die Mama sagt:\n„Aber nich son Nassen!\" Und dabei\nglitschte aus dem Ei ein neugebackener Pech-\nvogel aus. Der war kohlpechrabenschwarz\nanzusehen und verlor überall dicke Fäden\nPech. Ihr meint wohl nur an einem Ende,\naber nein, er verlor sie überall und immer.\nDenn darum war er ja ein Pechvogel. Ein\nguter Geschäftsmann hätte eine rentable\nPechfabrik daraus machen können und wäre\nsicher Multimillionär geworden, aber die\nMutter, die nichts vom Geschäft verstand,\nsah nur, dass ihre gute Stube 10 cm hoch\nvoll Pech gelaufen war. Ausgerechnet die\ngute Stube! Marie aber stand auf einem\nStuhl und fragte: „Ist das denn nicht ein-\nfach herrlich?\" wie Kinder manchmal so\ndumm fragen können. Die Mutter kam\njetzt vor Schreck garnicht erst mehr zum\nSchelten, sondern holte gleich die Hunde-\nlonge, um Marie damit beispiellos zu ver-\nhauen; aber in der Zwischenzeit war das\nPech schon bis zur Stuhlhöhe zusammen-\ngeflossen, und Marie stand auf dem Tische\nund sagte: „Ich bin aber doch eine Gold-\nmarie, wie könnt ich sonst so einen goldigen\nPechvogel besitzen.\" Und im Grunde konnte\nja die Marie auch nichts dazu, dass der\nPechvogel in einem Fort weiterfloss, darum\nlachte sie sehr vergnügt. Der ganze Pech-\nvogel kam ja nur davon, dass die anderen\nKinder das Pech auf das vergoldete Ei\ngeträufelt hatten. Aber inzwischen war das\nPech schon bis an die Tischplatte gestiegen,\nund die Mutter, die nicht ins Zimmer hinein-\nkonnte, war atemlos. Sie holte die Tritt-\nleiter und legte sie quer über das Pech, um"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "154", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3309, "texte": "den Vogel zu fangen, der so pechte und\nihn ohne Frist an die Luft zu setzen. Aber\ndie Leiter sank ein, und die gute Mutter\nwäre mit eingesunken und wie die Fliegen\nfestgebackt, wenn sie versucht hätte, drauf-\nzutreten. Da machte Marie das Fenster\nauf, und der Vogel flog hinaus. Marie\nwollte darnach greifen, da backte sie daran\nfest und wurde mit hochgerissen.\nWohin der Pechvogel mit Marie flog, das\nwisst ihr schon, denn alle Hahnepeter-\nmärchen beginnen in der alten Welt und\nenden im Paradiese. Und nach einer\nlangen ruhigen Luftreise landete der Pech-\nvogel Marie auf jener Insel, auf der schon\nPluvinel und Ungeflochten, Hahnemann und\nHahnepeter sowie Ernst, der Paradiesvogel\nund Leuchtmücken, Lissitzky, Hans Arp,\nBreitenstätter, Paul Samson Körner, Stefan\nGeorge, Alfred Kerr, Peter Röhl, Gropius,\nMoholy, Schlemmer, Werfel, Hugo von\nHoffmannsfal und Dr. Rudolf Blümner auf\nneuen Zuwachs aus Europa warteten. Das\nwusste Marie, und sie erstaunte, als sie\nstatt dessen eine drollige Blumenetagere\nauf sich zu kommen sah. Und sie erschrak\nbis ins Mark, als diese Blumenetagere\nplötzlich zu sprechen begann:\nNie hat der Reiz der Farben\nHalbblindem Blick gefrommt,\nIm Paradies muss darben,\nWer nicht bekränzt schon kommt.\"\nMarie schrie auf, als ob jemand sie in die\nFerse hatte stechen wollen und wollte so-\nfort wieder nach Hause. Aber da kam die\nBlumenetagere freundlich auf sie zu, lächelte\nwie ein Nilpferd und sprach: „Geliebtes\nKind, weine nicht. Denn Du selbst hast\ndie ganze Schuld an Deinem Elend.\" —\n„Was für Elend?\" fragte Marie, „denn ich be-\nsitze doch meinen goldigen Pechvogel\". —\n„O, Du Halbblinde,\" sagte das Nilpferd,\n„kommst Du nicht in Pech gehüllt? Solltest\nDu nicht lieber geschmückt mit Blumen\ngekommen sein wie eine Braut?\" Marie\naber verstand von alledem nichts, rein gar-\nnichts, und da sie es nicht wissen konnte,\nob das Nilpferd es gut oder böse meinte,\nrannte sie davon und rief: „Onkel Unge-\nkochten, Onkel Pluvinel, wo seid Ihr?\" —\nIndem Marie nun fortlief, sang die Blumen-\netagere weiter:\n„Es giebt ein Mass zu lohnen\ndie Tugend und die Pflicht.\"\nUnd die Worte verhallten in der Ferne des\nbrausenden Meeres. Und da kam auch\nschon Onkel Ungeflochten auf einem\nLippizaner angeritten. Marie erkannte ihn\ngleich an seiner Nase und sagte: „Guten\nTag, Onkel Ungeflochten, ich heiße Marie.\nIch bin nämlich die Goldmarie, aber ich\nhabe mich eben scheußlich erschrocken, dass\ndahier die Blumenetagere Beine ;hat und\nSingen kann. Und sie singt lauter Witze.\" —\n„Kindchen, erschreck Dich nicht so,\" sagte\nOnkel Ungeflochten, „das ist ja gar keine\nBlumenetagere, das ist doch nur ein ehe-\nmaliger Oberlehrer, was Du für eine\nBlumenetagere hältst. Der ist ganz harm-\nlos. Das ist Onkel Gustav Pfizer, ein\nschwäbischer Dichter und zwar nach dem\nkleinen Meyer ein Bruder des Vorigen. Er ist\ngeboren und gestorben, er ist auch Professor,\nhat Bulwer und Byron übersetzt und im\nJahre 1840 „Dichtung epischer und episch-\nlyrischer Gattung\" veröffentlicht. Der ist\nganz harmlos.\" — „Ist denn das ein Onkel,\nja warum tut denn der so?\" „Das kannst\nDu noch nicht verstehen, mein Kind, aber\nder ist wirklich ganz harmlos. Wir haben\nalle viel Freude an ihm!\" „Will denn der\nseine Blumen verkaufen, der Mann mit den\nBeinen?\" „0 nein, das darfst Du nicht tun,\nKind, dann wird er sehr böse, nimm ihm"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "156", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3427, "texte": "ja keine Blume ab, aber sonst tut er Dir\nnichts. Denk mal, als der Dichter wurde,\nda hat er den Vers gedichtet: „Im Paradies\nmuss darben, wer nicht bekränzt schon\nkommt,\" Und darum ist er hier im\nParadies von oben bis unten bekränzt an-\ngekommen, weil er eine schreckliche Angst\nhatte, eventuell darben zu müssen. Aber\nder steht jetzt nichts aus, der darbt kein\nbischen.\" — „Aber wozu hat der denn die\nBretter dabei?\" — „Kindchen, da stellt er\nseine Blumen in Töpfen darauf. Weil er es\nsehr gut haben will, schleppt er eine große\nMenge Blumen mit sich herum, denn je\nmehr er mitschleppt, desto weniger darbt\ner.\" — „Aber warum hat denn der Onkel\nPfizer die Töpfe dabei?\" — „Kindchen sonst\nsind doch die Blumen so schnell welk, er\nmüsste sich sonst dauernd neue Kränze von\nabgeschnittenen Blumen winden, wenn er\nbei dieser trockenen Hitze hier im Paradiese\nstets propper aussehen wollte.\" — „Ja aber\nwie pflegt denn der seine Blumen?\" —\n„Sehr einfach, seine Schüler begiessen ihn\nalle paar Stunden.\" — „Ja aber Onkel Un-\ngeflochten, hatte denn der das so gemeint\nmit seiner Blumenetagere, wie der das\nseinerzeit dichtete? Hat denn der nicht\nbloße Poesie machen wollen?\" — „Meine\nliebe Marie, hier im Paradiese gibt es keine\nblosse Poesie, hier im Paradiese muss man\nalles so tun, wie man es sagt. Darum sagen\nes auch alle Leute so, wie sie es meinen.\" -\n„Aber Onkel Ungeflochten, der redet doch\nin Bildern.\" - „I wo, Bilder gibt es nicht\nim Paradiese,\" sagte Onkel Ungeflochten.\n„Sei bloss froh Kind, dass es hier nicht auch\nnoch Bilder gibt. Ich habe die Kunst\nwirklich satt. Weisst Du, und ich hoffe,\ndass ich doch noch einmal mit Getreide\narbeiten kann. Dann kann ich mir wenigstens\nein Reitpferd leisten. Darum sag ich immer\nzu Onkel Pluvinel: „Getreide ist eine\nsolide Beschäftigung. Bei der Kunst kommt\ndoch kein Reitpferd heraus. Ich hätte lieber\nne Bar, oder wäre bei meinem Getreide-\nhandel geblieben.\" - „Aber Onkel Un-\ngekochten, musst Du denn hier auch noch\nGeld verdienen?\" — „Nein, Kind, das\nvergess ich ja immer wieder, Gott sei Dank\nnicht, denn ein Reitpferd hab ich hier so-\nwieso.\" - Und da kam plötzlich Onkel\nHerwarth Waiden mit dem Bubikopf und\nsagte: „HerrPrizer, Ihre Poesie hoch in Ehren,\ndenn ich interessiere mich lebhaft für Poesie,\ngleichsam immer schon; aber was Sie da\nschreiben,das sind für mich nur unbewiesene\nAussagen. Versuchen Sie es nur einmal\nzu beweisen, dass gerade die Bekränzten\nnicht zu darben brauchen. Ich kann Ihnen\nnur soviel sagen, dass von meinen Sturm-\nkünstlern mancher mit Ruhm bekränzt ist\nund hat doch gleichsam darben müssen.\" —\n„Jawohl,\" sagte Ungekochten, „Waiden hat\nnicht unrecht mit den unbewiesenen Be-\nhauptungen. Beweisen Sie erst mal.\" —\nDa sagte Onkel Pfizer: „Ich bin mein\neigener Beweis, denn ich laufe hier wie\nein Pfingstochse herum.\" - „Sie meinen\nwie ein Nilpferd,\" sagte Herr Geheirnrat\nUngeflochten, „aber das beweist darum doch\nnichts, denn wir darben hier alle nicht,\nWaiden nicht, Pluvinel nicht, und ich erst\nrecht nicht. Obgleich sich von uns keiner\nso mit Blumen seinen Anzug versaut hat,\nwie Sie. Entschuldigen Sie den harten\nAusdruck, aber Ihr Aufzug beginnt mich\nallmählich anzuekeln. Reiten Sie lieber\nöfter einmal, da kommen Sie auf ganz andere\nGedanken.\" — „O ja\" sagten die Kinder,\n„Onkel Pfizer mit den Blumen, soll auf\ndem zahmen Esel reiten.\" — Aber nun\nwurde mit einem Male Onkel Ungeflochten\nböse, indem er sagte: „A propos, Herr Pfizer,"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "157", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3406, "texte": "darben Sie ruhig mal ein paar Tage, denn\ndas ist bedeutend vernünftiger, als Ihr ver-\nrückter Aufzug da. Dada hoch in Ehren,\nich bin wohl für Dada, denn Dada hat eine\nZukunft. Aber Ihr blödsinniger Aufzug\nnicht.\" — Da nahm Waiden Onkel Pfizer\ngleichsam in Schutz und sprach: „Sie wissen\nalle, dass ich gegen jede Halbheit kämpfe,\naber das muss ich Onkel Pfizer lassen, er\nist wenigstens konsequent, denn er führt\nseinen Blödsinn auch aus.\" — Aber warum\nlacht denn Onkel Waiden so dabei?\" fragte\nMarie. Da sagte Waiden gleichsam: „Wenn\nman Literatur künstlerisch betrachtet, so\nentsteht der Humor, der insbesondere den\nDeutschen fehlt.\" — „Aber was tut denn\nOnkel Waiden hier?\" Da sagt Onkel Un-\ngekochten: „Der ist doch Vorstand der\nälteren Dichterabteilung geworden. Das\nist die lustigste Abteilung in unserem Hause.\"\nUnd plötzlich funkelte es im Dunkeln, und\nalle Kinder sagten: „Ah\" und fragten, was\ndenn das wieder wäre. Da sagte Onkel\nPfizer: „Das ist doch Hugos Seele. Denkt\nIhr denn etwa, dass ich der einzige Pfingst-\nochse hier bin?\" Und nun sagte gleich-\nsam der Bürochef Waiden: „Darf ich eben\nHugo von Hoffmannstal zitieren: „Das\nTal des Hofman lag nun im Dunkeln, und\nHugos Seele konnte nun funkeln.\" — „O ja,\nOnkel Waiden, zitiere noch mehr, der\nfunkelnde Hugo gefällt uns zu sehr\", sagte\njetzt Hahnemann, die Hände in den Hosen-\ntaschen, und die ganze Kindergruppe wurde\nvon dem funkelnden Hugo bald rot, bald\ngrün beleuchtet, und eine eherne Stimme\nsagte dazwischen: „Nach ewigen ehernen\ngrossen Gesetzen müssen wir alle unseres\nDaseins Kreise vollenden.\" Da sagte Waiden;\n„Etsch, der Herr wird nämlich gerade heute\n175 Jahre alt.\" Und plötzlich stand da so\n'ne Wackelpuppe, in einem schwarzen Kasten\nund machte wie ein Metronom Taktack\nTaktack, Taktack, Taktack, Taktacktak\".\nDas war der mit den ehernen Gesetzen\nnicht, aber der sah sehr spassig aus, und\nalle Kinder mussten schrecklich lachen.\nDer wiegt sich und biegte sich aus seinem\nKasten heraus und wieder hinein, und sein\nfeierlicher Zylinderhut passte sehr feierlich\nzu der Pelerine, die er trug und zu die feier-\nlichen Augen, die er immer feierlich nach\noben drehte, wenn er feierlich dazu „tak\"\nsagte, wenn sein feierlicher Stil feierlich\nan den feierlichen Kasten schlug. So was\nfeierliches hatten die Kinder noch nicht\ngesehen. Und sie waren alle gerührt und\nlachten ganz fürchterlich und sagten: „Onkel\nStefan, wackle noch ein bischen!\"\nUnd da wackelte der Onkel auch eben nach\nlinks. Da sah er ganz drollig aus, über-\nhaupt plötzlich ganz anders, gleichsam wie\nein schlankes Bein, und auf einem Ständer\nwiegte sich, göttlich nackt, eine breite Brust,\nund wenn die an den Bein anstiess, ging\nes allemal: „Tak\" das machte den Kindern\neinen höllischen Spass, und sie sagten:\n„Taktak, jühuh, ach bitte lieber Onkel\nHerwie, zitiere, zitiere wer das ist.\" Und\nOnkel Herwie zitierte:\n„Ihr höbet Euch vom Boden auf im Takte,\n„Die breite Brust gewiegt auf schlankem\nBeine\"\n„Aber was ist denn das für eine wackelige\nNippesfigur, dieses Monstrum\", sagten die\nKinder. „Gleichsam Onkel Stefan George\",\nsagte der Chef, „der dichtet die Ideale der\nZeit in veredeltster Auffassung, wie Onkel\nNaumann sagte. Und nun ging Ernst hin\nund klatschte mit der Hand auf die nackte\nBrust von Onkel Stefan, weil ihm das Nackte\ngleichsam reizte. Die Kinder aber schrien:\n„Onkel Herwie,Onkel Herwie, zitiere weiter,\ndas geht so schön. Da sagte der Chef:"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "158", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3358, "texte": "„Alle Mädchen erwarten wen,\n„Jump Heidi, Jump Heida,\n„Wenn die Bäume in Blüten stehn,\n„Tralala trala.\" Die Kinder juchten\nalle mit. „Aber wer ist denn das Mädchen ?\"\n— „Gleichsam der keusche Onkel Rainer\nMaria, der ist hier im Paradiese in seine\nOperettenform gleichsam umgegossen\", sagte\nder Chef. Und da kam das Mädchen auch\nschon heraus, gleichsam unter den Blüten-\nbäumen weg, was der Onkel Pfizer wiede-\nrum sehr schade fand und hüpfte und lachte\nund sagte plötzlich, als wenn das so ein\nneckischer Einfall gewesen wäre:\n„Aufeinmal weiss ich viel von den Fontänen\".\nDie Kinder wussten nicht, wie sie das wohl ge-\nmeint haben konnte, jumpheidi, jumpheida,\nund welche Fontänen. Was weiss son\nMädchen viel von den Fontänen, wenn se\nnoch eben unterm Blütenbaum gestanden\nhat und hat da wen erwartet, aber das ist\neben Operette man ahnt so was, und kein\nMensch weiss recht wohin. Und die Bäume\nknieten sich richtig hinein in ihre Blüten,\nals Onkel Herwie weiter zitierte: „Die Häuser\nfallen hinter uns ins Knie.\" Und nun karr\ndas Mädchen, die wo wen erwartet hatte,\ndie, wo sich in die Blumen hineingekniet\nhatte, jumpheidi, jumpheida, die wo nun\nauf einmal was von den Fontänen weiss,\nauf Onkel Herwie zu und trat ihn auf seine\nFüsse. Und wenn der zur Seite ging,\nging das Mädchen wieder da hin, und wenn\nder nun auf die andere Seite ging, dann\nging das Mädchen wieder da hin, und wo\nder hinging, da ging se immer mit und\nsagte: „Ich geh doch immer auf Dich zu.\"\nUnd da sagte der Professor Pfizer: „Sie ist\nnämlich ein Gottsucher.u Und die Kinder\nmussten furchtbar lachen, und Onkel Herwie\nsagte: „Aua, nun hör endlich mal auf, mich\nimmer auf meine Füsse zu treten, ich bin\nsowieso Dein Gott nicht, Du hast Dich\ngeirrt.\" — Und die Kinder lachten aus\nvollem Halse und fanden das ganz wunder-\nschön hier in der alten Poesieabteilung,\nwie Tante Rainer Maria den Onkel Herwie\nauf die Füsse irr mer gleichsam treten wollte.\nAber da kam ihm eine grossartige Idee,\nund er sagte zu das Mädchen: „Sieh mal,\nwie der Kleine da hinten weint!\" Da war\nsie gerührt und ging auf den zu, und der\nsass da in die Ecke, gleichsam gekrümmt,\ngleichsam wie eine Jammergestalt und fasste\nmit beiden Händen einen mächtigen Bündel\nPlunder und weinte zum Herzzerreissen.\nUnd alle Kinder weinten mit. Und Tante\nRainer Maria weinte mit, und Onkel Waiden\nsagte: „Das ist nämlich ein Expressionist,\ndas ist nämlich der gute Onkel Werfel.\nWein doch nicht, Onkel Werfelchen, Du\nhast doch noch einen schönen Ballen Plunder\nunter dem Arm!\"\nAber der schluchzte und sagte: „Was wir\nhatten, ist nicht mehr zu halten, und am\nEnde bleibt uns nichts als weinen. Uchhu,\nuchnu, uchhu, uchhu!\" Und alle Kinder\nschluchtzten mit: „Uchhu, uchhu, uhchhu.\nuchhu, jumpheidi, jumpheida!\" Aber nun\nkam Tante Rainer Maria auf Werfelchen zu,\nindem sie sagte: „Nun komm ich aber auf\nDir zu!\" und ging immer auf ihn zu. Der\nwollte sich aber nicht imhier auf seine\nHühneraugen treten lassen, darum Hess er\nsein Bündel alte Wäsche fallen und sprang\nimmer gleichsam hoch. Aber Tante Rainer\nMaria ging immer auf ihn zu, und jedes\nMal, wenn sie auf seine Füsse treten wollte,\nsprang er hoch, und alle schmutzige Wäsche\nsprang mit hoch, und dazwischen hopsten\nTante Rainer Maria und Onkel Werfelchen.\nUnd sie sagte dabei immer zu ihm: „Jetzt\nkomm ich aber auf Dir zu.\" Und er sagte:\n„Aua\", und schluchzte nur noch mehr."}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "159", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3329, "texte": "„Uchhu, uchhu!\" Und Ernst rief: „Feste,\nimmer feste die Mama hauen, dass se schreit!\"\nUnd die Kinder lachten und riefen: „Jurnp-\nheidi, jumpheida!\" Und das Metronom\nhörte garnicht auf, tacktack zu sagen, und\nOnkel Pfizer ritt dabei rückwärts auf einem\nlahmen Esel, und Onkel Ungeflochten führte\nihn an der Peitsche und knallte dabei mit\nder Longe. Und es war ein wunderbares\nFest für die lieben Kinder.\nUnd mit einem Male pfiff Onkel Herwie\nauf den Fingern so laut, dass sich alle ent-\nsetzt nach ihm umsahen. Onkel Ungefloch-\nten hörte auf, Onkel Gustav zu dressieren,\nOnkel Stephan wackelte nicht weiter, Tante\nRainer Maria lief nicht mehr gegen den\narmen Onkel Werfel seine Füße, und Onkel\nWerfel setzte sich mitten in den Haufen\nPlunder, weil er nicht mehr stehen konnte,\nweil die Tante ihm die Füße so kaputt ge-\ntreten hatte; und als alles stille geworden\nwar, sagte Onkel Herwie in Versalien:\n„DIE ALTE ABTEILUNG POESIE WIRD\nNUN GESCHLOSSEN. Alle Kinder müssen\nsich in die neue Abteilung begeben, auch\nUngeflochten und Pluvinel, und wer sonst\nnicht hierhergehört. Wer von den alten\nDichtern Urlaub wünscht, hat sich auf dem\nInstanzenwege durch Onkel Stefan über\nOnkel Werfel an mich zu wenden. Habt\nIhr das verstanden?\" — Da sagte Onkel\nStefan:\n„Du willst am MauerbrunnenWasser schöpfen\nUnd spielend in die kühlen Strahlen langen.\"\n„Wem soll ich eins langen?\" sagte Wal Jen.—\nDa sagte Onkel Stefan:\n„Dein feuchtes Auge küßte meine Seele\".\nDa sagte Waiden: „Lieber Stefan George\"\nsagte er, „Nicht aus dem Sinn, nur aus\nden Sinnen kann Kunst gestaltet werden.\nUnd da kannste wohl Recht mit Deinem\nfeuchten Auge haben.\" Und indem er sich\nan die anderen wandte: „Ihr könnt Euch\ndas alle merken, das mit dem Sinn und das\nmit den feuchten Augen.\" Die Kinder aber\nsagten alle: „Bitte lieber Onkel Herwie,\nlass uns doch noch wenigstens zehn Minuten\nin der alten Kitschabteilung bleiben, es ist\nhier doch so schön.\" Aber da nahm Onkel\nPluvinel die Longe zur Hand und trieb sie\nalle hinaus, und Onkel Herwie schloss mit\nbeiden Händen die Tür zu. Dichter dürfen\nnämlich nur auf Urlaub raus.\nNun hatten aber die Kinder noch einen\nkleinen Pechvogel, den Marie mitgebracht\nhatte. Und sie überlegten, was sie damit\nmachen sollten. Da sagte Onkel Unge-\nkochten: „Kinder, wir wollen uns mal einen\nSpaß erlauben. Den Pechvogel kriegt der\nverrückte Onkel Pfizer, damit der sich desto\nbesser zurichten kann. Onkel Herwie wurde\ngerufen und mußte dem Onkel Pfizer Urlaub\ngeben. Man mußte einen Augenblick warten,\nweil der erst begossen werden musste.\nMit einem Male kam er raus, indem er\nseine alte Melodie sang, gleichsam sein\nLeitmotiv: „Im Paradies muss darben, wer\nnicht bekränzt schon kommt!\" Worauf\nihm die Kinder entgegenriefen: „Nie hat\nder Reiz der Farben halbblindem Blick ge-\nfrommt!\" — Und da sagte die kleine Marie\nzu ihm: „Lieber Onkel Pfizer, Dein Gedicht\ngefällt uns zu gut, und da hab ich nun son\nkleinen goldigen Pechvogel mitgebracht,\nund wir dachten, den wollten wir Dir ver-\nehren. Wenn Du dann einmal wieder plizen\nwillst, dann brauchst Du bloss mit Pech\ndie Blumen festzubacken. Onkel Pfizer\ndankte ihr vielmals und sagte: „Danke\nschön. Das kommt mir nämlich gerade\nsehr gelegen, denn da ist bei uns gerade\nheute einer 175 Jahre alt geworden Der\nmuss sowieso bekränzt werden, wenn er\nauch nicht zu darben braucht.\" Und da"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "160", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 479, "texte": "holten sie den heraus. Und die Kinder\nsagten: „Onkel Wolfgang, wir wollen Dich\njetzt pfizen.\" Und wie die nun den Pech-\nvogel holten und den guten unschuldigen\nOnkel Wolfgang mit Pech beträufeln wollten,\nda sagte der: „Kinder, laßt doch den Unfug\nsein. Ich bin nun schon 175 Jahre alt\ngeworden und habe nach ewigen ehernen\nGesetzen meines Daseins Kreise vollendet.\"\nSo erreichte es Onkel Wolfgang durch\nGeistesgegenwart, daß er nicht gepfizt\nwurde.\nFrisieren geht über studieren."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c008", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "153", "page_fin": "153", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.6.1", "titre_corps": "Alf Eggers: Plastik", "titre_sommaire": "Alf Eggers: Plastik", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "153", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 19, "texte": "Alf Eggers: Plastik"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c009", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "155", "page_fin": "155", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.6.2", "titre_corps": "Marcel Janco: Tanzmotiv", "titre_sommaire": "Marcel Janco: Tanzmotiv", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "155", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 23, "texte": "Marcel Janco: Tanzmotiv"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c010", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.7", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 328, "texte": "Kunsiausstellung\nDer Sturm\nBerlin W9 / Potsdamer Strasse 134a1\nJanuar 1927\n156. 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Philosophie u. Kunsi\nHerausgegeben von\nWilly Storrer und Hans Rein hart\nRedaktion: Hans Wilhelm Keller\nDiese neue Zeitschrift erscheint irti grossen Format (18,5 X 26,5) uiid\nin vornehmer Ausstattung vierteljahrl. im Umfang von 160 Seiten, illustr.\nMarcel Brion-Marseille (Herausgeber der Cahiers du Sud) : ... diese\nZeitschrift gehort zu den bedeutendsten uud lebendigsten im heutigen\nEuropa\nDie Weihnachfsnummer bringt unter anderem\nfolgende Beitrage:\nGestaltung\nHermann Hesse : Der Traum.\nRobert Wa 1 s e r : Christusstudie.\nPaul Biihler: Der Weg zu\nApollo. Alexei Remisow: Die\nGeburt Christi. Gustav Gam-\nper: Aus der Briicke Europas.\nHans Reinhart: Die Legende\nvom Herz mit den Ringen und\nRosen\nBilcher- Besprechung\nZeitschriften - Schau\nBetrachtung\nRudolf Steiner: Der Egois-\nmus in der Philosophie. Willy\nStorrer: Die Vollendung des\nEinzigen. Siegfried Freiberg:\nÜber Seelenlandschaft. Fritz\nLemmermayer: Erinnerun-\ngen ati Rudolf Steiner. Marcel\nBrion: Über die moderne Li~\nteratur in Frankreich. Willy\nStockar: Individualistische\nMenschheitsgeschichte. Otto\nFrankl: Georg Trackl\nJlSustrationera und Kuristbeilagen\n15 Holzschnitte von Frans Masereel\nVerlangen Sie eine Probenummer zu Mk. 3.60\nIm Jahresabonnement (4 Biicher) Mk. 12.—\nWilly Storrer / Verleger / Lorrach-Stetten(Baden)\n(Verlag fiir freies Geistesleben / Basel)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c012", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "2", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.2", "debut_caractere": 1704, "fin_caractere_exclue": 1917, "texte": "Contimporanul\nErste Zeitschrift der rumanischen\nmodernen Kunstgruppe\nInternationale Kunstmanifestation u.\njahrliche Ausstellungen\nDirektion: I. 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Marzillier & Co. Berlin W * Grnnewaldstr. 14-15\nG\n/-> , v n n\nVv I Ui jlx\n(let 1854\nHofspediteure S. M. des Konigs von Spanien\nSpedition u. Mobeltransporte, Verpackung u, Lagerung von\nGemalden arid Kunstgegenstanden jeder Art. Lieferung und\nEmpfang riach und von alien Knnstausstellungen des In-\nund Auslandes. Transportversicherungen aller Art\nGegriindet 1854\nSpediteure d. Wirtschaftlichen Verbandes Bildender Kiinstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher lllustratoren und Hausspediteure des „Siurm\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c023", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "162", "page_fin": "162", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "162", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.22", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 887, "texte": "m\n/\nBerlin W\nKunstler-Postkarten / Verlag Der Sturm\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bildwerken folgender Kunstler:\nAlexander Archipenko / 4\nRudolf Bauer / 4\nVineenc Benes\nUmber to Boceioni 112 / 2\nCampendonc 2\nMarc Chagall / 7\nOthon Coubine\nRobert D elan nay\nTour Donas\nLyon el Feininger\nAlbert Gleizes / 2\nJaeoba van Heemskerck fj 3\nSigrid Hjerten Griinewald\nAlexei von Jawlensky\nBela Kadar\nKan din sky / 3\nPaul Klee\nOskar Kokoschka 2\nFern and Leger / 2\nAugust Ma eke J\nFranz Marc T / 3\nCarl Mense\nJean Metzinger\nJohannes Molzahn\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nKurt Schwitters\nGino Severini\nFritz Stuckenberg\nArnold Topp\nMaria Uhden \"j\"\nNell Walden\nWilliam Wavier / 5\nMarianne von Werefkin\nNegerplastik\nGewebe aus Alt-Peru\nGeorg Schrimpf\nJede Karte 20 Pfennig / Farbige Karte Chagall: Die Kleinstadt / 30 Pfennig\nDie Ziffern hinter den Namen bedeuten die Zahl der reproduzierten Kunstwerke"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c024", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "162", "page_fin": "162", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "162", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.22", "debut_caractere": 889, "fin_caractere_exclue": 1590, "texte": "Weib Komitragodie\n3 Mark\nDichtungen von Herwarth Walden\nDas Buch derMenschenliebe / Roman\nDie Harte der Weltenliebe / Roman\nJecles Buch 2 Mark\nErste Liebe / Em Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSunde Ein Spiel an der Liebe\nGlaube Komitragodie\nLetzte Liebe / Komitragodie\nJecles Buch 1 Mark\nSchriften von Herwarth Walden\nDie neue Malerei / Mit zahlreichen Abbildungen\n2 Mark\nQesammelte Schriften\nErster Band: Kunstinaler und Kunstkritiker\n3 Mark\nExpressionismus / Die Kunstwende / Mit 140 Abbildungen\nZur Zeit yergriffen\nTragodie\nTrieb Eine biirgerliche Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 2 Mark\nIm Geschweig der Liebe / Gediclite\nGebunden in Ganzleinen 3 Mark\n5. 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(Sin foldjcr §ef)lfd)!uf CStriftelnS ift\nfjter unun6edegltd) nacbgetotefcn. 2>abci* xoirb\n®nftctn (jiev mit feinen eigenen anf3\n§aupt gcfd)lagetl. S)as problem, 6uvd) ba3\ncv i\\x feinen falfdjen golgevungcn gclangtc, ifi\nalfo roteber $ur 2)ebatte gegeben, nnb cm\nju feiner Sofung unv6 bier t>ovge=\nfdjlagen. — s\\flc3 in aficm toirb ftd) 6te cje=\nfamte SQto&erne überjeugen, &af? ntdjt SMbevt\nQsinjlein, fonbern in $Baf>rf)eit Emmanuel i\\ant\n&a$ reuolutionievt bat. Sn\n<£vuft 9)}arcu§ wivb sic 6en cdjtcn\n(£tbcn s\\ant£ becitufcn lerncn. 2>ic 2>lcittoctt\neljrt nur 3eit nidjt (Ewigfeit3gc offen.\nfinb beriif)mt rubnumivbtg. £tn (se=\nbanfe, cinc sue fte btefeS 'SBetf\nbewetfl unrb nut alte taufenb dnuial\n<jebacj)t unb S. §.\nMark 1,25\nVerlag Der Sturm\nBerlin W9\nDurch jede gute Buchhandlung oder d'rcki\nvom Verlag Der Sturm zu h<v/:ehen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c026", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "163", "page_fin": "163", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.23", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 776, "texte": "Verlag Albert Langen in Miinchen\nbauhausbOcher\n1\n2\n3\n4\n5\n6\n7\n8\n9\nWALTER GROPIUS, Internationale Architektur\ngeheftet Mk. 5\n112 in Leinen gebunden Mk. 7\nPAUL KLEE, Padagogisches Skizzenbuch\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk, 8\nEIN VERSUCHSHAUS DES BAUHAUSES\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nDIE BOHNE IM BAUHAUS\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nPIET MONDRIAN, Neue Gestaltung\ngeheftet Mk. 3\nin Leinen gebunden Mk. 5\nTHEO VAN DOESBURQ, Grundbegriffe der neuen\ngeheftet Mk. 5 gestaltenden Kunst\nin Leinen gebunden Mk. 7\nNEUE ARBEITEN DER BAUHAUSWERKSTATTEN\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 8\nL. MOHOLY-NAGY, Malerei, Photograghie, Film\ngeheftet Mk. 7\nin Leinen gebunden Mk. 9\nW. KANDINSKY, Punkt und Linie zu Flache\ngeheftet Mk. 15\nin Leinen gebunden Mk. 18"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c027", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "163", "page_fin": "163", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.23", "debut_caractere": 778, "fin_caractere_exclue": 1489, "texte": "LA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANQAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\nfondee par HENRY LAPAUZE, publie au commen-\ncement de chaque mois, un fascicule de 60 a 80\npages, format in 4° raisin (25:32) contenant de\nnombreuses illustrations.\nLA REDACTION de La Renaissance de TArt\nFrancais et des Industries de Luxe corn-\nprend les 6crivains et les critiques les plus autoris6s\nde tousles pays d'Europe. Ses 6tudes docu-\nmentaires et ses chroniques d'actualitSs offrent un\ntableau Gonstamment tenu & jour de L'ACTIVITE\nDES ARTS DANS LE MONDE ENTIER.\nAbonnements:\nFrance .... 100 francs\nEtranger. ... 25 Mark\nOn s'abonne chez tousles Libraires et a\nLA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANCAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\n10, Rue Royale / PARIS"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c028", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "163", "page_fin": "163", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.23", "debut_caractere": 1491, "fin_caractere_exclue": 2489, "texte": "HANDBUCH DES KUNSTMARKTES\nKUNST = ADRESSBUCH\nPOR DAS DEUTSCHE REICH, DANZIG U. DEUTSCH-OSTERREICH\nfl Das erste umfassende Kunstadressbuch mil fiber 40 000 Qualilalsadressen\nI ... Die einzelnen Qrappen sind allenthalben mit unsaglichen Miihen\nI zusammengefafit und aufierordentlich bequem and handlich aufge-\n-1 zahlt. Eiti glanzendes Hilfsmittel und eine wahre Fundgruhe fur\nB jeden Interessierten des weiten Gebiets der Kunst ist hier geschaffen ...\nI Vossische Zeitung\n■ ... Ein bis ins Detail durchdachtes, mit aufierordentlicher Sorgfalt,\n■ fl mit seltenem Fleiji zusammengetragenes, ungemein iibersichtliches\nbbbhb Nachschlagewerk, das jedem Kunstsammler, Kunstfreund, jedem auch\n816 Seiten B nur mittelbar Interessierten mllkommen und wichtig sein diirfte..,\nin Halbleinen B 8-Uhr-Abendblatl\ngebunden jiiiPiiwiWMW«iWH^ffti^^\nPreis | Antiqua -Verlagsgesellschaft Hermann Kalkoff Berlin W 8 fl\nRM 25 I Taubenstrasse 44/45 |\nVorratig bei der Sturm-Buchhandlung Berlin W 9 Potsdamer Strasse 138 a"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c029", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "164", "page_fin": "164", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.24", "debut_caractere": 279, "fin_caractere_exclue": 416, "texte": "Zum Verstandnis des modernen kulturellen und\npolitischen Lebens tinentbehrlich ist die Lektiire der\nZeitschrift\nSOZIALISTISGHE MOMTSHEFTE"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-01-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-01_01#c030", "volume": "bmtnabg_1927-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "164", "page_fin": "164", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.24", "debut_caractere": 418, "fin_caractere_exclue": 1881, "texte": "Herausgeber Joseph Bloch\nPreis pro Qnartal 2,25 Mark, Eiinzelheft 75 Pfennig / Vorzugsausgaba\n(auf besonders sckonem Papier) pro Quartal 4,50 M / Einzelheft 1,50 M\nDas Septemberheft 1926 enthalt:\nKarl Hildenbrand (Mitglied des Reichstags und Reichsrats)\nFiir eine parlamentarisclie Arbeitsgemeinschaft\nProf. Max Schippel / Industrie und Arbeiterklasse\nJulius Kaliski / Der Eisenpakt\nDr. Ludwig Quessel (Mit glied d, Reichstags) / Deutschland in Genl\nArno Nadel / Pegasus\nWolfgang Heine (Ehem. preuss. 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Ausstellung\nHugo Scheiber\nHugo Handel\nGeoffnet von 10—6\nSonntags von 11—2\nLesesaal mit 70 auslan-\ndischen Zeitschriften\nBilderverleih\nJeden Mittwoch\n8/2 Uhr\nSturm-\nAbende\nNach der Vorstellung\nTANZ | Jazzband\nVerkauf von Kunstwerken auf Ratenzahlung\n\nINDIVIDUALIST\nVierteljahrsschrifl 112. Philosophie u. Kunsi\nHerausgegeben von\nWilly Storrer und Hans Rein hart\nRedaktion: Hans Wilhelm Keller\nDiese neue Zeitschrift erscheint irti grossen Format (18,5 X 26,5) uiid\nin vornehmer Ausstattung vierteljahrl. im Umfang von 160 Seiten, illustr.\nMarcel Brion-Marseille (Herausgeber der Cahiers du Sud) : ... diese\nZeitschrift gehort zu den bedeutendsten uud lebendigsten im heutigen\nEuropa\nDie Weihnachfsnummer bringt unter anderem\nfolgende Beitrage:\nGestaltung\nHermann Hesse : Der Traum.\nRobert Wa 1 s e r : Christusstudie.\nPaul Biihler: Der Weg zu\nApollo. Alexei Remisow: Die\nGeburt Christi. Gustav Gam-\nper: Aus der Briicke Europas.\nHans Reinhart: Die Legende\nvom Herz mit den Ringen und\nRosen\nBilcher- Besprechung\nZeitschriften - Schau\nBetrachtung\nRudolf Steiner: Der Egois-\nmus in der Philosophie. Willy\nStorrer: Die Vollendung des\nEinzigen. Siegfried Freiberg:\nÜber Seelenlandschaft. Fritz\nLemmermayer: Erinnerun-\ngen ati Rudolf Steiner. Marcel\nBrion: Über die moderne Li~\nteratur in Frankreich. Willy\nStockar: Individualistische\nMenschheitsgeschichte. Otto\nFrankl: Georg Trackl\nJlSustrationera und Kuristbeilagen\n15 Holzschnitte von Frans Masereel\nVerlangen Sie eine Probenummer zu Mk. 3.60\nIm Jahresabonnement (4 Biicher) Mk. 12.—\nWilly Storrer / Verleger / Lorrach-Stetten(Baden)\n(Verlag fiir freies Geistesleben / Basel)\n\nContimporanul\nErste Zeitschrift der rumanischen\nmodernen Kunstgruppe\nInternationale Kunstmanifestation u.\njahrliche Ausstellungen\nDirektion: I. Vinea u. Marcel lancu\nRedaktion: Str. Trinitafii 35\nBukarest Rumanien\n\nII li\nMusikalien und Instrumente\nkauft man bei\nBreitkopf & Hartel\nBerlin W 9, Potsdamer Strafie 21a\nLiitzow 1692 und 8647\n\nMEL O S\nZeitschrift fur Musik I\nSchriftleitung: Dr. Hans Mersmann\nErscheint monatlich\ndes Einzelheftes M. 0.60. Abonnementspreis jahrlich M. 7.20\nund Porto\nMITARBEITER:\nu. a.: F. Busoni / M. Slevogt / Ph. Jarnach / Heinz Tiesseia\nE. Wellesz (Wien) / H. Prunieres / A. Coeuroy / Boris de\nSchloezer (Paris) / E. Evans (London) j M. Labroca (Rom)\nE. Braudo / L. Ssabanejeff (Moskau) / F. Gljeboff (Leningrad)\nINHALT:\nIn den Einzelheften wurde eine inhaltliche Geschlossenheit er-\nstrebt; ihre leitenden Gesichtspunkte waren u. a.:\nDie Oper (2 Hefte) Musik im neuen Ruß=\nland (2 Hefte) Romanische Musik / Die\nEinheit der Kiinste / Musikwissenschaft\n*\nNeuer 5. Jahrgang ab 1. Oktober 1925\nProbeheft gratis vom\nMelos-Verlag G. m. b. H.\nBerlin-Friedenau I 4-G"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.3", "texte": "17. JAHRGANG\nBERLIN / JANUAR 1927\n10. HEFT\nDER STURM\nMONA ESSCHRIFT\n/ HERAUSGEBER. HERWARTH WAEDEN\n\nHerwartl^Walden:\nHugo Händel:\nKurt Liebmann:\ns:\nDie neue Sachlichkeit\nDer moderne Gestaltungs-\nünterricht auf den preussi-\nschen Schulen\nRhythmen an Europa\nDie Märchen vom Paradiese\nA b b i 1 d u ii ff e 11:\nMarcel Janco:\nAlf Eggers:\nA. F. del Marie:\nT anzmotiv\nPlastik\nPrelude\nJanuar 1927"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.4", "texte": "Zeiischrifi Der Sturm\nErschienene Sonder-Hefte des 17. Jahrgangs:\nApril\nEx pr e s si oni sm us\nMai Afrika und Sudsee-Kimst\nJuni Theater\nJuli Tanz und Plastik\nAugust Sturmabende Dichtungen\nSeptember: Wilhelm Ostwald\nSCHRIFTLEITUNG: HERWARTH WALDEN\nVeriag Der Sturm Berlin W9 Potsdamer Strasse 134 a\nFernruf Lutzow 4443 Postscheckkonto Berlin 120658\nVerlagsverzeichnisse kostenlos vom Veriag Der Sturm\nJedes iieft hat zahl-\nreiche Abbildungen\nJahresbezug . M 12\nhalbjahrlich . I\\l 6\nEinzelheft . . M 1\nMitglieder der\nGeseilschaft der\nStunnfreunde E. V.\nerhalten die Zeit-\nschrift satzungsge-\nrnaG zum halben\nPre is e\n\nTEATRO\nRevue internationale du nouveau art\ndramatique\nHerausgegeben von\nRUGGERO VASARI\nLUIGI ALESSIO\nUll!\nElle s interesse de faire connaitre en\nitalie le theatre vivant de touie nation\nAbonnement d'une annee (12 Hefte)\nLIRE 40\n£329\ndizi on i Ri nas ci 111 en t o\nTorino, Via Salnzzo 41\n\nJutta Klamt - Schnle\nGymnastik-Tanz\nSEMINAR:\nAusbildung zur Lehrerin fiir\nGYMNASTIK und TANZ\nNeuzeitliche und erfolgreichste\nLehrgrundsatze\nKLASSEN fiir BUHNENTANZ\nGYMNASTIK fur LAIEN\nBewegungsschulung fiir Schauspiel\nund Film\nSekretariat: Berlin W 15, Pariser Strasse 37\nFernsprecher: Oliva 3265\nAnfragen! Prospekte!"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "145", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.5", "texte": "Die neue Sachlichkeit\nHerwarth Walden\nSeit einigen Monaten atmet die Kunstwelt auf.\nDie Kunstwelt ist die Gemeinde der Menschen,\ndie ihre Unsinnlichkeit auf Papier oder Lein-\nwand verunsinnlicht haben will. Zu dieser\nGemeinde gehören ausser der Oberschicht\nder feinfeingebildeten bürgerlichen Gesellschaft\ndie Kunstkritiker, die Kunsthistoriker, die\nLiteraten und etwa fünfundneunzigtausend Maler.\nAlso eine stattliche Gemeinde. Nun haben\nseit etwa zwei Jahrzehnten einige Menschen,\ndie Künstler sind, weil sie sehen und\nhören können, eine Bewegung verursacht. Sie\nhaben die Kunst von der Sachlichkeit befreit.\nDie Gemeinde wünscht Sachlichkeit der Kunst.\nDie Gemeinde denkt und kann nur sachlich\ndenken. Nämlich Sachen. Die Gegenstände\nder Botanik und der Zoologie einschliesslich\nder Klasse der Säugetiere, die Elemente nach\ngriechischer Auffassung, die Götter aller\nNationen und aller Rassen, natürlich mit Aus-\nnahme der Götter der Neger und Südsee-\ninsulaner: das sind alles Sachen, die man\ndenken kann, wobei man sich etwas denken\nkann. Also Sachen für die Kunst. Wir, die\nnicht denken, können garnicht denken, was\ndie Sachlichkeit der Kunst für Probleme zwar\nnicht zu lösen, aber zu bedenken hat. Rem-\nbrandt, der Genius der alten Sachlichkeit der\nGemeinde, Rembrandt, der Erzieher, ist so\nbedacht worden, dass man ihn nächstens vor\nseiner Gemeinde in Schutz nehmen muss. Er\nhat nach ihrer Ansicht etwa sechstausend\nBilder gemalt und jeden Monat wird mindestens\neins hinzugefunden. Die Gemeinde drückt sich\nso aus: „Das Kunsthistorische Museum in Wien\nbesitzt mehrere Selbstbilder von Rembrandt,\ndarunter ein ziemlich berühmtes Kniestück,\nworauf der Maler die rechte Hand im Gürtel\nhält.\" Ein Kniestück ist eigentlich unsachlich,\nweil der Mensch und auch der Maler bekannt-\nlich Beine hat und man sich Menschen ohne\nBeine schon der Aesthetik zuliebe nur ungern\ndenkt. Einem Meister wie Rembrandt werden\naber kleine Ursächlichkeiten verziehen, da er\nimmerhin die rechte Hand im Gürtel hält.\nNun hat man durch chemische Reinigung die\nSignatur sichtbar gemacht\n„Das Interessanteste an ihr ist die Jahreszahl.\nSie lautet nämlich 1652, während man bisher\ndas Entstehungsjahr des Bildes etwas später,\nnämlich 1657, annahm. Man war dazu wohl\nauch durch den Ausdruck des Kopfes ge-\nkommen, der bereits vom Leben ziemlich mit-\ngenommen aussieht. Nun also stellt sich her-\naus, dass Rembrandt mindestens fünf Jahre\nfrüher als man dachte, nämlich schon in\nseinem 47. Jahre so alt ausgesehen hat, wie\nman ihm bisher erst nach dem 52. glauben\nwollte.\" So denkt, so viel, so tief denkt ein\nKunsthistoriker von der Kunstwelt über ein\nKniestück von Rembrandt. Man denke. Der\nKopf ist vom Leben bereits ziemlich mitge-\nnommen. Das sieht man. Und zwar so mit-\ngenommen, dass der Kunstsachverständige, der\nKunstkenner und der Kunstfreund dem Kopf\ndes Kniestückes zweiundfünfzig Jahre gibt.\nVielleicht ist es für die Kunstgemeinde wichtig\nzu wissen, dass man neuerdings die Jahre\nauch an den Knien feststellt. Die Kunstmaler\nder neuen Sachlichkeit könnten sich daher\nin Zukunft bei Kniestücken den Kopf ganz\nschenken. Auch das Knie wird vom Leben\nziemlich mitgenommen. Dieses Glied, selbst\nnackt nachgekunstmalt, dürfte noch nicht unter\nSchund und Schmutz fallen. Nun also stellt\nsich heraus, dass die Sachlichkeit der Kunst\ntäuschen kann. Rembrandt hat mit siebenund-\nvierzig Jahren so alt ausgesehen, dass selbst\nKunsthistoriker ihn für Zweiundfünfzig gehalten\nhaben. Nun fragt sich, ob die Kunsthistoriker\nnicht richtig denken oder ob Rembrandt\nnicht richtig hat malen können. Vielleicht\nwollte der Meister aber auf dem Kniestück\nälter wirken. Da hätte er allerdings den Denk-\nfehler begangen, mit Jahreszahl zu signieren.\nJedenfalls, ein Kunsthistoriker kann sich nicht\num fünf Jahre irren. Hier muss ein Fehler"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "146", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.6", "texte": "der Kunst oder ein Kunstfehler vorliegen. Das\nsind eben die Kunstprobleme. Das ist Sach-\nlichkeit. Die alte und die neue Sachlichkeit.\nDie Demokratie wünscht Fortschritt. Die Un-\nordnung der Revolution muss beseitigt werden.\nDie gute bürgerliche Unterordnung muss wieder\nhergestellt werden, damit man die Freiheit be-\nsingen, bedichten, bemalen und behauen kann.\nDie Freiheit kann nur als Abstraktion geduldet\nwerden. Bei der Freiheit muss man sich etwas\ndenken können. Das ist eben die Kunst. Die\nFreiheit darf nur Kniestück sein. Auf zwei\nBeinen stört sie die Ordnung. Freiheit und\nKunst sind Entschuldigungsbegriffe der bürger-\nlichen Sachlichkeit. Man muss erst lernen,\nsich die Freiheit zu verdienen. Stundenweise\nzu halbem Tarif. Man muss sich um die Kunst\nverdient machen, indem man unverkäufliche\nGegenstände wenigstens in der Abbildung ver-\nkäuflich macht.\nDer Versuch zur Reaktion unter dem Namen\nneue Sachlichkeit ist kläglich. Man versucht,\nwie in der Politik, die Wiederherstellung der\nüberwundenen Macht durch neue Namen mit\nHilfe der stets ängstlichen Demokratie der\nMitte. Abbilder lassen sich besser beschreiben\nals Bilder. Und das Beschreiben ist die Exi-\nstenz der Kunstwissenschaft und der Kunst-\nkritik. Also ihre Sachlichkeit.\nAber morgen ist auch ein Tag und die Sonne\nscheint. Kinder machen Striche und Herr Fritz\nStahl, der Rokokokritiker der Gegenwart, feiert\nseinen siebzigsten Geburtstag und entdeckt in\nDresden, der Kitschstadt von Sachsen, den\ntoten Expressionismus, dessen Geburt ihm bei-\nnahe das Leben gekostet hat. Herr Stahl hat\njedenfalls die Leiche nach alter Weiber Sitte\nbesprochen und sie schön gefunden. Da die\nfortschrittlichen ebenso belanglosen Kollegen\nschon über die neue Sachlichkeit stolpern,\nkann Herr Stahl jetzt vor der Kunstgemeinde An-\nerkanntes anerkennen. Lieber Edward Münch,\ndas haben Sie auch nicht geahnt, für so alt\nhaben Sie sich nicht gehalten, daß Herr Stahl\nsie zum Enkel des Expressionismus macht.\nEs ist gut, dass Kunstkritiker manchmal Reisen\ntun. Denn wenn einer eine Reise tut, dann\nkann er was erzählen, sagt das deutsche Volk.\nStellen Sie sich vor, lieber Edward Münch,\ndass dieser Herr Stahl und andere Leute ein-\nmal nach Berlin reisen würden. Womöglich\nvon Wilmersdorf nach Berlin. Dann könnten\nsie was erleben.\nDie neue Sachlichkeit wohnt in München.\nAber es gibt auch anderswo genügend Idioten.\nIch bin für Kopfstücke."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "147", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.7", "texte": "Der moderne Gestaltungs-Unterricht\nauf den preussischen Schulen\nZu der Ausstellung von Schülerarbeiten im Sturm\nHugo Händel\nDie Pädagogen finden ihre besonderen Ziele\naus den wirtschaftlichen oder geistigen Be-\ndürfnissen der Zeiten heraus. Sie streben\ndanach, Lücken und Mängel zu beseitigen,\nindem sie durch immer neue Methoden\nschlummernde Kräfte zu neuen Leistungen zu\nbringen versuchen.\nWir leben in einer Notzeit. Die ältere Gene-\nration stand, als sie aus dem Felde heimkehrte,\nvor einer schier erdrückenden Zahl und Grösse\nvon Aufgaben. Nicht die Sorge um Granaten\nlastete mehr auf uns, sondern die Frage nach\ndem Wie und Wohin des geistigen Weges und\ndie Frage nach dem Schicksal der Jugend.\nDarin gab es unter Eltern und Pädagogen\nkeinen Zwiespalt.\nHier waren sich alle einig. — Sollte der durch\ndie Kriegsfurie geschundene Volkskörper ge-\nnesen, dann musste zuerst die Jugend gepflegt\nund gerüstet werden für die Zukunft. Und so\ngingen wir denn mehr oder weniger begeistert\nans Werk. — Und wir alle, die wir zum\nUeberfliessen erfüllt waren von Ideen und\nHoffnungen, wir strömten all unsere aufge-\nspeicherte Spannung, all unser Ungetanes, all\nunsere Fülle in die Aufgaben unseres Berufes\noder unserer Berufung. Wir strömten aus all\nunsere Kraft in unsere neuen Bilder, die unsere\neigenen Kinder waren, und strömten über all\nunsere Ueberfülle und neue Kraft auf die Jugend,\ndie uns anvertraut wurde. Missverstanden\nund abgelehnt zuerst und zumeist von den\nErwachsenen. Doch verstanden und getragen\nvon der Begeisterung der Jugend, welche mit\nsicherem Instinkt fühlte, dass sie am Anfang\neiner neuen Zeit, bald sehr früh selber die Ge-\nstaltung ihres Schicksals in die Hand nehmen\nMüsste, und dass sie eine grössere Verant-\nwortung in solcher Not- und Sturmzeit tragen\nmüsste als die Jugend normaler Zeiten. Die\nJugend, welche immer klarer die kommenden\nAufgaben sah und erkannte, dass das Leben\nvon ihr mehr eigenes, selbständiges Denken,\nArbeiten und Zielsetzen verlangte. —\nWie ein trockener Schwamm saugte diese von\nEntbehrung müde und ausgehungerte Jugend\nall unser Glühen, Hoffen, Glauben, Strömen in\nsich auf. — Was als Experiment so oft ver-\nspottet und bezweifelt ward von Müden, was\nuns oft selber mit banger Sorge erfüllte, was\noft im langsamen Werden, in zaghaften Ver-\nsuchen entstand, das ewig fortschreitende Leben,\ndie Zeit half es klären und stützen. Waren es\nzuerst nur Wenige, die, den Sinn und die Auf-\ngaben des neuen Jahrhunderts ahnend und die\nneue Form wollend, ihren Weg gingen fern\nden alten Methoden, die Zahl der Mitschaffenden\nwuchs, wie ein Fluss aus tausend und aber-\ntausend Quellen wächst und schwillt. — Einer\ntrug den andern. — Und wir alle, Lehrende\nund Schüler, fühlten uns als Mitschaffende,\nMitgestalter dieses Jahrhunderts; wir fühlten\nden lebendigen Puls einer neuen Zeit, die\nunsere Hoch-Zeit werden soll, einst, bald.\nWir wollen froh sein dieser neuen Zeit, dieser\nreichen wenn auch so harten Aufgaben, grade\nweil wir arbeiten, weil wir offenen Auges und\nSinnes in unsere Zukunftsaufgaben hinein-\nwachsen dürfen.\nSo fühlen wir eine Abkehr von der historischen\nEinstellung zum Leben als notwendig. —\nWir wollen zuerst Menschen der Gegenwart\nund Schaffende der Zukunft sein, dann Be-\ntrachter und Genießer der Vergangenheit. Nur"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "148", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.8", "texte": "nicht immer Jahrhunderte zu alt und durch\newiges Rückwärtsschauen, Betrachten und Er-\nklären der Vergangenheit an eigener Stosskraft\nund Erfindung gelähmt sein! — So betrachten\nwir den Zeichenunterricht als eine Lebensschule.\nUnd er soll nicht mehr Zeichenunterricht heissen;\ndenn wir wollen nicht nur Zeichnen lehren wie\nfrüher, als der Zeichenunterricht ein Anhängsel\ndes naturwissenschaftlichen Unterrichts war.\nAuch soll er nicht Kunstunterricht heissen.\nDenn die grosse, freie Kunst kann nicht gelehrt\nwerden. Kunst ist das ewig Neue, Geheimnis-\nvolle, noch nicht Analysierte und Begriffene, das\nvon stärkster Eigenpersönlichkeit Geschaffene\nund Geformte. Das Genie durchbricht alle\nFormeln, alle Methoden, alles Gewohnte, gibt\nneue Rätsel auf und zeigt neue Wege und\nAufgaben. —\nNicht Zeichenunterricht! Nicht Kunstunterricht!\nAber Gestaltungsunterricht und Werkunterricht!\nEr lehrt anschaulich denken, er lehrt uns bauen\nund konstruieren, er lehrt uns die elementaren\nGesetze künstlerischer Gestaltung. — Er lehrt\nuns die Zusammenhänge der Künste mit dem\nLeben erkennen, und er bringt in uns alle\nQuellen zum Fliessen. —\nUnd wenn wir dann nicht Kunst gestalten\nkönnen, dann sind wir doch wach geworden\nfür die Gesetze aller bildenden Künste und\ntechnischen Arbeit und wir werden wenigstens\nBasis und Hilfe sein für die Schaffenden. Die\nin handwerklicher und optisch künstlerischer\nGestaltung gänzlich Unbegabten aber werden\nnach solchem Unterricht, der sie selbsttätig\nmacht und mutig für die eigene Lebensarbeit, in\nihrem Beruf ihren Mann stehen, in lebendigem\nMiterleben und Fördern der Künste. — Lieber\nwollen wir einfache Menschen sein, aber echt\nund freien Hauptes, als mit fremdem Geist\ngeblähte. —\nWir wissen, dass die Vollkommenheit nur eine\nSehnsucht, nie Erfüllung sein kann. Doch sie\nist die Fahne auf höchstem Gipfel, der wir\nzustreben und deren Anblick uns Kraft für\nunseren arbeitsreichen Weg in unsere Zukunft\nhinein geben soll. —\nKeine starre Methode beengt uns. Mit immer\nneuem Material versuchen wir immer neue\nLösungen neuer Aufgaben aus möglichst vielen\nArbeitsgebieten der Kunst. So findet jeder seine\nspezielle Begabung für irgend ein Arbeitsgebiet\nheraus, in welchem er es dann zu Höchst-\nleistungen zu bringen trachtet. —\nDer Lehrer für Gestaltung muss nicht nur\nMaler sein, sondern ebensogut die Gesetze der\nBaukunst, Plastik und Technik beherrschen.\nWenn dann dem Gestaltungsunterricht der\nRaum im Stundenplan gegeben wird, der nötig\nist, wird ein für den Lebenskampf gerüstetes\nGeschlecht sich sein 20. Jahrhundert formen\nwie ein Werkmeister sein Werkstück, ein Bau-\nmeister seinen Bau und ein Künstler sein Bild."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "149", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.9", "texte": "Rhythmen an Europa\nDem Sturm\nKurt Liebmann\n\nTN och flocken Blut im Scheitel\nqua! Do r n en gekrön t\nnoch voller Schwärenaufwurf\nWurf auch Schleuder\nvoller Zackennester Schreie\nflügelklirrend\nnoch kochend stampfend auch\nhinpratzend\nstemm\ndie Zehen\nm uskel klammernd\nkönnt ich dich auf werfen Erde\numwühlen deine Feuer\naufwühlen\nnoch Muskelsturm in Schenkeln\nhinstampfend Millionenstampf\nStampfkrieg Millionen\nWahnstampf Milliarden\nVolkblut geschleudert\nblutdampf\nder Mensch\nund\nDu und Du\nEintausend\nBlut und Blut\nNeunhundert\nBlut und Blut\nFluch\nVierzehn\nhinstürzend noch\nnoch Knäuel Wahnen\nWirren Knäueln\nwirr\nschon aber\nDämmern Hellen\nschreiten Menschen\nAhnen Tasten\njunge Leiber strahlen\nstrahlen Stirnen Mensehen\ngrüssen Stimmen\nGrn sb Europa\nstrahlt der Mensch\nMensch schreitet\ntritt hervor\nentstrahlt dem Blutbasalt Jahrtausend\nschnellt und schreitet\nwiegt\nund\ntanzt\nder Mensch\nund\ntanzt\nund\nPyramiden baumen\nspringen blockgeschnitten Wolkenhäuser\nNewyork\nSteil würfel\nTrommeln und Schall\nheult Totem Tabu\nDämonvogel entkreischt\nschrill in die Luft\nhornschlagend\nschattet Europa\nund\nTanzen Schreiten\ntanzt der Mensch die Erde\nreckt die Erde\nMenschenheere\nHeere Russland\nWogen Wolken\nMenschen wogen\nTanzen Kreisen\nkreist Tairoff die Sternenbühne\nSpiel kreist Welten\nsteigen Chöre\nVölkerchöre\nsteigen wachsen\ndonnern Zeiten\nbrechen Berge"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "150", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.10", "texte": "Trommeln rollen\nsteigen Schatten\nMenschenleiber\nZeiten stürzen\nLeiber Griechen\nAlpenleiber\nGriechenleib er\nunter Adlern\nGriechenkörper gleissend\nspielen Spiel\ndas Menschenspiel\nund\nDröhnen Kratern\nKathedralen\nstürmen\nkratern Alpen\ntosen brüllen\nwälzen Fugen\nChöre\nMenschenchöre\naufkelcht Berlin\nkreist Drama Sturm\nDer Sturm Der Sturm\nwühlt Erde\nSternerde die Welt\nund\nlichtet\nreckt Palucca\nreckt und formt\nströmt Körper\ntanzt\nund Sternentanz\nGemeinschaft\nSang symphonisch\nSterntanz\nRose\nBerg\nd'Arguto\nKindersang\ndie freien Strassen Plätze\nblühen rauschen\nwinkt Paris Salute\nWien Karl Kraus\ndie Fackel Erde\nblutet Erde\nSteigen Dehnen\nknospet Erde\nbluten Blüten\nneue Erde\nder neue Mensch\nDER MENSCH\nund\nRichten Wägen\nBauen Ordnen\nBahnen Hämmern\nWägen Klären\nLichten Richten\nWeiten Schreiten\nStrömen Tanzen\nTanzen Schreiten\nSchreiten Ordnung\nSiegen Lichten\nLichten Abendland Europa\nLichtland Morgen\nStrahlen Dämmern\nHerrschen Bauen\nBlühen Fruchten\nOrdnung herrscht der Mensch"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "151", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.11", "texte": "A. F. del Marle: Prélude"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "152", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.12", "texte": "Die Märchen vom Paradiese\nNo. 5 „Der Pechvogel\"\nKurt Schwitters\n\nEs war aber ein kleines Mädchen, das hiess\nMarie. Und es wusste es niemand, ob sie\neigentlich die berühmte Gold- oder die\nbekannte Pechmarie wäre. Darum ver-\ngoldete sie ihr Hahnepeterei golden an und\nsetzte es gemäss den ältesten Traditionen\naus dem ersten Hahnepetermärchen direkt\nan den Ofen auf eine lange Konservendose.\nAber sie hatte kein Gras zum Unterlegen\nund darum nahm sie Holzwolle und malte\nsie grün an. Die anderen Kinder aber\närgerten sich, dass Marie ihr Ei vergoldet\nhatte und schütteten Pech darüber, dass es\nkohlpechrabenschwarz wurde. Die Holz-\nwolle wurde auch schwarz, die Dose auch\nund das Ei war kaum mehr unter dem Pech\nzu erkennen. Das alles sah aus wie eine\ngrosse Kuppel mit vielen runden Ecken\ndrati. Ais Marie das sah, sagte sie, dass\nsie sich kein bischen darüber ärgerte, denn\nsie ärgerte sich furchtbar. Sie sagte, sie\nwäre und bliebe darum doch die Goldmarie,\nund das Ei würde mit dem Pech am warmen\nOfen eher noch eher auskommen, als später.\nUnd zwar meinte sie, nach zwölf Tagen, statt\nnach dreizehn. Nun kamen alle Fliegen und\nsetzten sich auf das Pech, weil sie es für\nSchokolade hielten, und blieben sitzen, weil\nsie festbackten und nicht wieder ab konnten.\nDie ganze Geschichte sah wie ein grosser\nSchokoladenpudding mit Fliegenrosinen\naus. Marie aber hatte guten Mut, und alle\nFliegen halfen ausbrüten. Und am zwölften\nTage lud Marie alle Kinder zum Auskommen\ndes Eis ein. Aber es kam kein Kind, weil\nalle wussten, dass Hahnepetereier erst nach\ndreizehn Tagen auskommen. Aber sie wussten\nverkehrt, denn am zwölften Tage kam Marie\nihr Ei aus. Es klingelte nicht, es klapperte\nnicht, denn es war zuviel Pech dabei. Es\nglitschte nur, so wie wenn der Vater der\nMutter einen Kuss gibt, weil der Vater\neinen Schnurbart hat, und die Mama sagt:\n„Aber nich son Nassen!\" Und dabei\nglitschte aus dem Ei ein neugebackener Pech-\nvogel aus. Der war kohlpechrabenschwarz\nanzusehen und verlor überall dicke Fäden\nPech. Ihr meint wohl nur an einem Ende,\naber nein, er verlor sie überall und immer.\nDenn darum war er ja ein Pechvogel. Ein\nguter Geschäftsmann hätte eine rentable\nPechfabrik daraus machen können und wäre\nsicher Multimillionär geworden, aber die\nMutter, die nichts vom Geschäft verstand,\nsah nur, dass ihre gute Stube 10 cm hoch\nvoll Pech gelaufen war. Ausgerechnet die\ngute Stube! Marie aber stand auf einem\nStuhl und fragte: „Ist das denn nicht ein-\nfach herrlich?\" wie Kinder manchmal so\ndumm fragen können. Die Mutter kam\njetzt vor Schreck garnicht erst mehr zum\nSchelten, sondern holte gleich die Hunde-\nlonge, um Marie damit beispiellos zu ver-\nhauen; aber in der Zwischenzeit war das\nPech schon bis zur Stuhlhöhe zusammen-\ngeflossen, und Marie stand auf dem Tische\nund sagte: „Ich bin aber doch eine Gold-\nmarie, wie könnt ich sonst so einen goldigen\nPechvogel besitzen.\" Und im Grunde konnte\nja die Marie auch nichts dazu, dass der\nPechvogel in einem Fort weiterfloss, darum\nlachte sie sehr vergnügt. Der ganze Pech-\nvogel kam ja nur davon, dass die anderen\nKinder das Pech auf das vergoldete Ei\ngeträufelt hatten. Aber inzwischen war das\nPech schon bis an die Tischplatte gestiegen,\nund die Mutter, die nicht ins Zimmer hinein-\nkonnte, war atemlos. Sie holte die Tritt-\nleiter und legte sie quer über das Pech, um"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "153", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.13", "texte": "Alf Eggers: Plastik"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "154", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.14", "texte": "den Vogel zu fangen, der so pechte und\nihn ohne Frist an die Luft zu setzen. Aber\ndie Leiter sank ein, und die gute Mutter\nwäre mit eingesunken und wie die Fliegen\nfestgebackt, wenn sie versucht hätte, drauf-\nzutreten. Da machte Marie das Fenster\nauf, und der Vogel flog hinaus. Marie\nwollte darnach greifen, da backte sie daran\nfest und wurde mit hochgerissen.\nWohin der Pechvogel mit Marie flog, das\nwisst ihr schon, denn alle Hahnepeter-\nmärchen beginnen in der alten Welt und\nenden im Paradiese. Und nach einer\nlangen ruhigen Luftreise landete der Pech-\nvogel Marie auf jener Insel, auf der schon\nPluvinel und Ungeflochten, Hahnemann und\nHahnepeter sowie Ernst, der Paradiesvogel\nund Leuchtmücken, Lissitzky, Hans Arp,\nBreitenstätter, Paul Samson Körner, Stefan\nGeorge, Alfred Kerr, Peter Röhl, Gropius,\nMoholy, Schlemmer, Werfel, Hugo von\nHoffmannsfal und Dr. Rudolf Blümner auf\nneuen Zuwachs aus Europa warteten. Das\nwusste Marie, und sie erstaunte, als sie\nstatt dessen eine drollige Blumenetagere\nauf sich zu kommen sah. Und sie erschrak\nbis ins Mark, als diese Blumenetagere\nplötzlich zu sprechen begann:\nNie hat der Reiz der Farben\nHalbblindem Blick gefrommt,\nIm Paradies muss darben,\nWer nicht bekränzt schon kommt.\"\nMarie schrie auf, als ob jemand sie in die\nFerse hatte stechen wollen und wollte so-\nfort wieder nach Hause. Aber da kam die\nBlumenetagere freundlich auf sie zu, lächelte\nwie ein Nilpferd und sprach: „Geliebtes\nKind, weine nicht. Denn Du selbst hast\ndie ganze Schuld an Deinem Elend.\" —\n„Was für Elend?\" fragte Marie, „denn ich be-\nsitze doch meinen goldigen Pechvogel\". —\n„O, Du Halbblinde,\" sagte das Nilpferd,\n„kommst Du nicht in Pech gehüllt? Solltest\nDu nicht lieber geschmückt mit Blumen\ngekommen sein wie eine Braut?\" Marie\naber verstand von alledem nichts, rein gar-\nnichts, und da sie es nicht wissen konnte,\nob das Nilpferd es gut oder böse meinte,\nrannte sie davon und rief: „Onkel Unge-\nkochten, Onkel Pluvinel, wo seid Ihr?\" —\nIndem Marie nun fortlief, sang die Blumen-\netagere weiter:\n„Es giebt ein Mass zu lohnen\ndie Tugend und die Pflicht.\"\nUnd die Worte verhallten in der Ferne des\nbrausenden Meeres. Und da kam auch\nschon Onkel Ungeflochten auf einem\nLippizaner angeritten. Marie erkannte ihn\ngleich an seiner Nase und sagte: „Guten\nTag, Onkel Ungeflochten, ich heiße Marie.\nIch bin nämlich die Goldmarie, aber ich\nhabe mich eben scheußlich erschrocken, dass\ndahier die Blumenetagere Beine ;hat und\nSingen kann. Und sie singt lauter Witze.\" —\n„Kindchen, erschreck Dich nicht so,\" sagte\nOnkel Ungeflochten, „das ist ja gar keine\nBlumenetagere, das ist doch nur ein ehe-\nmaliger Oberlehrer, was Du für eine\nBlumenetagere hältst. Der ist ganz harm-\nlos. Das ist Onkel Gustav Pfizer, ein\nschwäbischer Dichter und zwar nach dem\nkleinen Meyer ein Bruder des Vorigen. Er ist\ngeboren und gestorben, er ist auch Professor,\nhat Bulwer und Byron übersetzt und im\nJahre 1840 „Dichtung epischer und episch-\nlyrischer Gattung\" veröffentlicht. Der ist\nganz harmlos.\" — „Ist denn das ein Onkel,\nja warum tut denn der so?\" „Das kannst\nDu noch nicht verstehen, mein Kind, aber\nder ist wirklich ganz harmlos. Wir haben\nalle viel Freude an ihm!\" „Will denn der\nseine Blumen verkaufen, der Mann mit den\nBeinen?\" „0 nein, das darfst Du nicht tun,\nKind, dann wird er sehr böse, nimm ihm"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "155", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.15", "texte": "Marcel Janco: Tanzmotiv"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "156", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.16", "texte": "ja keine Blume ab, aber sonst tut er Dir\nnichts. Denk mal, als der Dichter wurde,\nda hat er den Vers gedichtet: „Im Paradies\nmuss darben, wer nicht bekränzt schon\nkommt,\" Und darum ist er hier im\nParadies von oben bis unten bekränzt an-\ngekommen, weil er eine schreckliche Angst\nhatte, eventuell darben zu müssen. Aber\nder steht jetzt nichts aus, der darbt kein\nbischen.\" — „Aber wozu hat der denn die\nBretter dabei?\" — „Kindchen, da stellt er\nseine Blumen in Töpfen darauf. Weil er es\nsehr gut haben will, schleppt er eine große\nMenge Blumen mit sich herum, denn je\nmehr er mitschleppt, desto weniger darbt\ner.\" — „Aber warum hat denn der Onkel\nPfizer die Töpfe dabei?\" — „Kindchen sonst\nsind doch die Blumen so schnell welk, er\nmüsste sich sonst dauernd neue Kränze von\nabgeschnittenen Blumen winden, wenn er\nbei dieser trockenen Hitze hier im Paradiese\nstets propper aussehen wollte.\" — „Ja aber\nwie pflegt denn der seine Blumen?\" —\n„Sehr einfach, seine Schüler begiessen ihn\nalle paar Stunden.\" — „Ja aber Onkel Un-\ngeflochten, hatte denn der das so gemeint\nmit seiner Blumenetagere, wie der das\nseinerzeit dichtete? Hat denn der nicht\nbloße Poesie machen wollen?\" — „Meine\nliebe Marie, hier im Paradiese gibt es keine\nblosse Poesie, hier im Paradiese muss man\nalles so tun, wie man es sagt. Darum sagen\nes auch alle Leute so, wie sie es meinen.\" -\n„Aber Onkel Ungeflochten, der redet doch\nin Bildern.\" - „I wo, Bilder gibt es nicht\nim Paradiese,\" sagte Onkel Ungeflochten.\n„Sei bloss froh Kind, dass es hier nicht auch\nnoch Bilder gibt. Ich habe die Kunst\nwirklich satt. Weisst Du, und ich hoffe,\ndass ich doch noch einmal mit Getreide\narbeiten kann. Dann kann ich mir wenigstens\nein Reitpferd leisten. Darum sag ich immer\nzu Onkel Pluvinel: „Getreide ist eine\nsolide Beschäftigung. Bei der Kunst kommt\ndoch kein Reitpferd heraus. Ich hätte lieber\nne Bar, oder wäre bei meinem Getreide-\nhandel geblieben.\" - „Aber Onkel Un-\ngekochten, musst Du denn hier auch noch\nGeld verdienen?\" — „Nein, Kind, das\nvergess ich ja immer wieder, Gott sei Dank\nnicht, denn ein Reitpferd hab ich hier so-\nwieso.\" - Und da kam plötzlich Onkel\nHerwarth Waiden mit dem Bubikopf und\nsagte: „HerrPrizer, Ihre Poesie hoch in Ehren,\ndenn ich interessiere mich lebhaft für Poesie,\ngleichsam immer schon; aber was Sie da\nschreiben,das sind für mich nur unbewiesene\nAussagen. Versuchen Sie es nur einmal\nzu beweisen, dass gerade die Bekränzten\nnicht zu darben brauchen. Ich kann Ihnen\nnur soviel sagen, dass von meinen Sturm-\nkünstlern mancher mit Ruhm bekränzt ist\nund hat doch gleichsam darben müssen.\" —\n„Jawohl,\" sagte Ungekochten, „Waiden hat\nnicht unrecht mit den unbewiesenen Be-\nhauptungen. Beweisen Sie erst mal.\" —\nDa sagte Onkel Pfizer: „Ich bin mein\neigener Beweis, denn ich laufe hier wie\nein Pfingstochse herum.\" - „Sie meinen\nwie ein Nilpferd,\" sagte Herr Geheirnrat\nUngeflochten, „aber das beweist darum doch\nnichts, denn wir darben hier alle nicht,\nWaiden nicht, Pluvinel nicht, und ich erst\nrecht nicht. Obgleich sich von uns keiner\nso mit Blumen seinen Anzug versaut hat,\nwie Sie. Entschuldigen Sie den harten\nAusdruck, aber Ihr Aufzug beginnt mich\nallmählich anzuekeln. Reiten Sie lieber\nöfter einmal, da kommen Sie auf ganz andere\nGedanken.\" — „O ja\" sagten die Kinder,\n„Onkel Pfizer mit den Blumen, soll auf\ndem zahmen Esel reiten.\" — Aber nun\nwurde mit einem Male Onkel Ungeflochten\nböse, indem er sagte: „A propos, Herr Pfizer,"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "157", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.17", "texte": "darben Sie ruhig mal ein paar Tage, denn\ndas ist bedeutend vernünftiger, als Ihr ver-\nrückter Aufzug da. Dada hoch in Ehren,\nich bin wohl für Dada, denn Dada hat eine\nZukunft. Aber Ihr blödsinniger Aufzug\nnicht.\" — Da nahm Waiden Onkel Pfizer\ngleichsam in Schutz und sprach: „Sie wissen\nalle, dass ich gegen jede Halbheit kämpfe,\naber das muss ich Onkel Pfizer lassen, er\nist wenigstens konsequent, denn er führt\nseinen Blödsinn auch aus.\" — Aber warum\nlacht denn Onkel Waiden so dabei?\" fragte\nMarie. Da sagte Waiden gleichsam: „Wenn\nman Literatur künstlerisch betrachtet, so\nentsteht der Humor, der insbesondere den\nDeutschen fehlt.\" — „Aber was tut denn\nOnkel Waiden hier?\" Da sagt Onkel Un-\ngekochten: „Der ist doch Vorstand der\nälteren Dichterabteilung geworden. Das\nist die lustigste Abteilung in unserem Hause.\"\nUnd plötzlich funkelte es im Dunkeln, und\nalle Kinder sagten: „Ah\" und fragten, was\ndenn das wieder wäre. Da sagte Onkel\nPfizer: „Das ist doch Hugos Seele. Denkt\nIhr denn etwa, dass ich der einzige Pfingst-\nochse hier bin?\" Und nun sagte gleich-\nsam der Bürochef Waiden: „Darf ich eben\nHugo von Hoffmannstal zitieren: „Das\nTal des Hofman lag nun im Dunkeln, und\nHugos Seele konnte nun funkeln.\" — „O ja,\nOnkel Waiden, zitiere noch mehr, der\nfunkelnde Hugo gefällt uns zu sehr\", sagte\njetzt Hahnemann, die Hände in den Hosen-\ntaschen, und die ganze Kindergruppe wurde\nvon dem funkelnden Hugo bald rot, bald\ngrün beleuchtet, und eine eherne Stimme\nsagte dazwischen: „Nach ewigen ehernen\ngrossen Gesetzen müssen wir alle unseres\nDaseins Kreise vollenden.\" Da sagte Waiden;\n„Etsch, der Herr wird nämlich gerade heute\n175 Jahre alt.\" Und plötzlich stand da so\n'ne Wackelpuppe, in einem schwarzen Kasten\nund machte wie ein Metronom Taktack\nTaktack, Taktack, Taktack, Taktacktak\".\nDas war der mit den ehernen Gesetzen\nnicht, aber der sah sehr spassig aus, und\nalle Kinder mussten schrecklich lachen.\nDer wiegt sich und biegte sich aus seinem\nKasten heraus und wieder hinein, und sein\nfeierlicher Zylinderhut passte sehr feierlich\nzu der Pelerine, die er trug und zu die feier-\nlichen Augen, die er immer feierlich nach\noben drehte, wenn er feierlich dazu „tak\"\nsagte, wenn sein feierlicher Stil feierlich\nan den feierlichen Kasten schlug. So was\nfeierliches hatten die Kinder noch nicht\ngesehen. Und sie waren alle gerührt und\nlachten ganz fürchterlich und sagten: „Onkel\nStefan, wackle noch ein bischen!\"\nUnd da wackelte der Onkel auch eben nach\nlinks. Da sah er ganz drollig aus, über-\nhaupt plötzlich ganz anders, gleichsam wie\nein schlankes Bein, und auf einem Ständer\nwiegte sich, göttlich nackt, eine breite Brust,\nund wenn die an den Bein anstiess, ging\nes allemal: „Tak\" das machte den Kindern\neinen höllischen Spass, und sie sagten:\n„Taktak, jühuh, ach bitte lieber Onkel\nHerwie, zitiere, zitiere wer das ist.\" Und\nOnkel Herwie zitierte:\n„Ihr höbet Euch vom Boden auf im Takte,\n„Die breite Brust gewiegt auf schlankem\nBeine\"\n„Aber was ist denn das für eine wackelige\nNippesfigur, dieses Monstrum\", sagten die\nKinder. „Gleichsam Onkel Stefan George\",\nsagte der Chef, „der dichtet die Ideale der\nZeit in veredeltster Auffassung, wie Onkel\nNaumann sagte. Und nun ging Ernst hin\nund klatschte mit der Hand auf die nackte\nBrust von Onkel Stefan, weil ihm das Nackte\ngleichsam reizte. Die Kinder aber schrien:\n„Onkel Herwie,Onkel Herwie, zitiere weiter,\ndas geht so schön. Da sagte der Chef:"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "158", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.18", "texte": "„Alle Mädchen erwarten wen,\n„Jump Heidi, Jump Heida,\n„Wenn die Bäume in Blüten stehn,\n„Tralala trala.\" Die Kinder juchten\nalle mit. „Aber wer ist denn das Mädchen ?\"\n— „Gleichsam der keusche Onkel Rainer\nMaria, der ist hier im Paradiese in seine\nOperettenform gleichsam umgegossen\", sagte\nder Chef. Und da kam das Mädchen auch\nschon heraus, gleichsam unter den Blüten-\nbäumen weg, was der Onkel Pfizer wiede-\nrum sehr schade fand und hüpfte und lachte\nund sagte plötzlich, als wenn das so ein\nneckischer Einfall gewesen wäre:\n„Aufeinmal weiss ich viel von den Fontänen\".\nDie Kinder wussten nicht, wie sie das wohl ge-\nmeint haben konnte, jumpheidi, jumpheida,\nund welche Fontänen. Was weiss son\nMädchen viel von den Fontänen, wenn se\nnoch eben unterm Blütenbaum gestanden\nhat und hat da wen erwartet, aber das ist\neben Operette man ahnt so was, und kein\nMensch weiss recht wohin. Und die Bäume\nknieten sich richtig hinein in ihre Blüten,\nals Onkel Herwie weiter zitierte: „Die Häuser\nfallen hinter uns ins Knie.\" Und nun karr\ndas Mädchen, die wo wen erwartet hatte,\ndie, wo sich in die Blumen hineingekniet\nhatte, jumpheidi, jumpheida, die wo nun\nauf einmal was von den Fontänen weiss,\nauf Onkel Herwie zu und trat ihn auf seine\nFüsse. Und wenn der zur Seite ging,\nging das Mädchen wieder da hin, und wenn\nder nun auf die andere Seite ging, dann\nging das Mädchen wieder da hin, und wo\nder hinging, da ging se immer mit und\nsagte: „Ich geh doch immer auf Dich zu.\"\nUnd da sagte der Professor Pfizer: „Sie ist\nnämlich ein Gottsucher.u Und die Kinder\nmussten furchtbar lachen, und Onkel Herwie\nsagte: „Aua, nun hör endlich mal auf, mich\nimmer auf meine Füsse zu treten, ich bin\nsowieso Dein Gott nicht, Du hast Dich\ngeirrt.\" — Und die Kinder lachten aus\nvollem Halse und fanden das ganz wunder-\nschön hier in der alten Poesieabteilung,\nwie Tante Rainer Maria den Onkel Herwie\nauf die Füsse irr mer gleichsam treten wollte.\nAber da kam ihm eine grossartige Idee,\nund er sagte zu das Mädchen: „Sieh mal,\nwie der Kleine da hinten weint!\" Da war\nsie gerührt und ging auf den zu, und der\nsass da in die Ecke, gleichsam gekrümmt,\ngleichsam wie eine Jammergestalt und fasste\nmit beiden Händen einen mächtigen Bündel\nPlunder und weinte zum Herzzerreissen.\nUnd alle Kinder weinten mit. Und Tante\nRainer Maria weinte mit, und Onkel Waiden\nsagte: „Das ist nämlich ein Expressionist,\ndas ist nämlich der gute Onkel Werfel.\nWein doch nicht, Onkel Werfelchen, Du\nhast doch noch einen schönen Ballen Plunder\nunter dem Arm!\"\nAber der schluchzte und sagte: „Was wir\nhatten, ist nicht mehr zu halten, und am\nEnde bleibt uns nichts als weinen. Uchhu,\nuchnu, uchhu, uchhu!\" Und alle Kinder\nschluchtzten mit: „Uchhu, uchhu, uhchhu.\nuchhu, jumpheidi, jumpheida!\" Aber nun\nkam Tante Rainer Maria auf Werfelchen zu,\nindem sie sagte: „Nun komm ich aber auf\nDir zu!\" und ging immer auf ihn zu. Der\nwollte sich aber nicht imhier auf seine\nHühneraugen treten lassen, darum Hess er\nsein Bündel alte Wäsche fallen und sprang\nimmer gleichsam hoch. Aber Tante Rainer\nMaria ging immer auf ihn zu, und jedes\nMal, wenn sie auf seine Füsse treten wollte,\nsprang er hoch, und alle schmutzige Wäsche\nsprang mit hoch, und dazwischen hopsten\nTante Rainer Maria und Onkel Werfelchen.\nUnd sie sagte dabei immer zu ihm: „Jetzt\nkomm ich aber auf Dir zu.\" Und er sagte:\n„Aua\", und schluchzte nur noch mehr."}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "159", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.19", "texte": "„Uchhu, uchhu!\" Und Ernst rief: „Feste,\nimmer feste die Mama hauen, dass se schreit!\"\nUnd die Kinder lachten und riefen: „Jurnp-\nheidi, jumpheida!\" Und das Metronom\nhörte garnicht auf, tacktack zu sagen, und\nOnkel Pfizer ritt dabei rückwärts auf einem\nlahmen Esel, und Onkel Ungeflochten führte\nihn an der Peitsche und knallte dabei mit\nder Longe. Und es war ein wunderbares\nFest für die lieben Kinder.\nUnd mit einem Male pfiff Onkel Herwie\nauf den Fingern so laut, dass sich alle ent-\nsetzt nach ihm umsahen. Onkel Ungefloch-\nten hörte auf, Onkel Gustav zu dressieren,\nOnkel Stephan wackelte nicht weiter, Tante\nRainer Maria lief nicht mehr gegen den\narmen Onkel Werfel seine Füße, und Onkel\nWerfel setzte sich mitten in den Haufen\nPlunder, weil er nicht mehr stehen konnte,\nweil die Tante ihm die Füße so kaputt ge-\ntreten hatte; und als alles stille geworden\nwar, sagte Onkel Herwie in Versalien:\n„DIE ALTE ABTEILUNG POESIE WIRD\nNUN GESCHLOSSEN. Alle Kinder müssen\nsich in die neue Abteilung begeben, auch\nUngeflochten und Pluvinel, und wer sonst\nnicht hierhergehört. Wer von den alten\nDichtern Urlaub wünscht, hat sich auf dem\nInstanzenwege durch Onkel Stefan über\nOnkel Werfel an mich zu wenden. Habt\nIhr das verstanden?\" — Da sagte Onkel\nStefan:\n„Du willst am MauerbrunnenWasser schöpfen\nUnd spielend in die kühlen Strahlen langen.\"\n„Wem soll ich eins langen?\" sagte Wal Jen.—\nDa sagte Onkel Stefan:\n„Dein feuchtes Auge küßte meine Seele\".\nDa sagte Waiden: „Lieber Stefan George\"\nsagte er, „Nicht aus dem Sinn, nur aus\nden Sinnen kann Kunst gestaltet werden.\nUnd da kannste wohl Recht mit Deinem\nfeuchten Auge haben.\" Und indem er sich\nan die anderen wandte: „Ihr könnt Euch\ndas alle merken, das mit dem Sinn und das\nmit den feuchten Augen.\" Die Kinder aber\nsagten alle: „Bitte lieber Onkel Herwie,\nlass uns doch noch wenigstens zehn Minuten\nin der alten Kitschabteilung bleiben, es ist\nhier doch so schön.\" Aber da nahm Onkel\nPluvinel die Longe zur Hand und trieb sie\nalle hinaus, und Onkel Herwie schloss mit\nbeiden Händen die Tür zu. Dichter dürfen\nnämlich nur auf Urlaub raus.\nNun hatten aber die Kinder noch einen\nkleinen Pechvogel, den Marie mitgebracht\nhatte. Und sie überlegten, was sie damit\nmachen sollten. Da sagte Onkel Unge-\nkochten: „Kinder, wir wollen uns mal einen\nSpaß erlauben. Den Pechvogel kriegt der\nverrückte Onkel Pfizer, damit der sich desto\nbesser zurichten kann. Onkel Herwie wurde\ngerufen und mußte dem Onkel Pfizer Urlaub\ngeben. Man mußte einen Augenblick warten,\nweil der erst begossen werden musste.\nMit einem Male kam er raus, indem er\nseine alte Melodie sang, gleichsam sein\nLeitmotiv: „Im Paradies muss darben, wer\nnicht bekränzt schon kommt!\" Worauf\nihm die Kinder entgegenriefen: „Nie hat\nder Reiz der Farben halbblindem Blick ge-\nfrommt!\" — Und da sagte die kleine Marie\nzu ihm: „Lieber Onkel Pfizer, Dein Gedicht\ngefällt uns zu gut, und da hab ich nun son\nkleinen goldigen Pechvogel mitgebracht,\nund wir dachten, den wollten wir Dir ver-\nehren. Wenn Du dann einmal wieder plizen\nwillst, dann brauchst Du bloss mit Pech\ndie Blumen festzubacken. Onkel Pfizer\ndankte ihr vielmals und sagte: „Danke\nschön. Das kommt mir nämlich gerade\nsehr gelegen, denn da ist bei uns gerade\nheute einer 175 Jahre alt geworden Der\nmuss sowieso bekränzt werden, wenn er\nauch nicht zu darben braucht.\" Und da"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "160", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.20", "texte": "holten sie den heraus. Und die Kinder\nsagten: „Onkel Wolfgang, wir wollen Dich\njetzt pfizen.\" Und wie die nun den Pech-\nvogel holten und den guten unschuldigen\nOnkel Wolfgang mit Pech beträufeln wollten,\nda sagte der: „Kinder, laßt doch den Unfug\nsein. Ich bin nun schon 175 Jahre alt\ngeworden und habe nach ewigen ehernen\nGesetzen meines Daseins Kreise vollendet.\"\nSo erreichte es Onkel Wolfgang durch\nGeistesgegenwart, daß er nicht gepfizt\nwurde.\nFrisieren geht über studieren."}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "161", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.21", "texte": "fV\nfir\nh?.\nxxX\n&\nx\nBERLIN - W9 • FRIEDRICH\njoAtr\nPIANO-S\nEBERT STRASSE §\n\nDIE\nWELTMARKE\nCOINTREAU VYSfiFILS ANGERS\nBERLIN. JLSENBURGERSTR.IS.\n\nII Casa d'Arte\nI BRAGAGLIA\nModerne Kunstausstellungen : Theater der\nUnabhangigen : Buchhandlung : Verlag\nKunstgewerbe\nTerme Romane di Via Avignonesi 8 Rom 4\n\nVERLAG DER STURM / BERLIN 112 9\nHerw a r th Wald en :\nEinblick in Kmist\nDie beste Einfiihrung in den\nExpressionismus und Kubismus\n70 Abbildungen / 4 farbige Kunstbeilagen\nLadenpreie Halbleinen gebunden M 6,—\nACHTE A U F L AGE\n\nW. Marzillier & Co. Berlin W * Grnnewaldstr. 14-15\nG\n/-> , v n n\nVv I Ui jlx\n(let 1854\nHofspediteure S. M. des Konigs von Spanien\nSpedition u. Mobeltransporte, Verpackung u, Lagerung von\nGemalden arid Kunstgegenstanden jeder Art. Lieferung und\nEmpfang riach und von alien Knnstausstellungen des In-\nund Auslandes. Transportversicherungen aller Art\nGegriindet 1854\nSpediteure d. Wirtschaftlichen Verbandes Bildender Kiinstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher lllustratoren und Hausspediteure des „Siurm\""}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "162", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.22", "texte": "m\n/\nBerlin W\nKunstler-Postkarten / Verlag Der Sturm\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bildwerken folgender Kunstler:\nAlexander Archipenko / 4\nRudolf Bauer / 4\nVineenc Benes\nUmber to Boceioni 112 / 2\nCampendonc 2\nMarc Chagall / 7\nOthon Coubine\nRobert D elan nay\nTour Donas\nLyon el Feininger\nAlbert Gleizes / 2\nJaeoba van Heemskerck fj 3\nSigrid Hjerten Griinewald\nAlexei von Jawlensky\nBela Kadar\nKan din sky / 3\nPaul Klee\nOskar Kokoschka 2\nFern and Leger / 2\nAugust Ma eke J\nFranz Marc T / 3\nCarl Mense\nJean Metzinger\nJohannes Molzahn\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nKurt Schwitters\nGino Severini\nFritz Stuckenberg\nArnold Topp\nMaria Uhden \"j\"\nNell Walden\nWilliam Wavier / 5\nMarianne von Werefkin\nNegerplastik\nGewebe aus Alt-Peru\nGeorg Schrimpf\nJede Karte 20 Pfennig / Farbige Karte Chagall: Die Kleinstadt / 30 Pfennig\nDie Ziffern hinter den Namen bedeuten die Zahl der reproduzierten Kunstwerke\n\nWeib Komitragodie\n3 Mark\nDichtungen von Herwarth Walden\nDas Buch derMenschenliebe / Roman\nDie Harte der Weltenliebe / Roman\nJecles Buch 2 Mark\nErste Liebe / Em Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSunde Ein Spiel an der Liebe\nGlaube Komitragodie\nLetzte Liebe / Komitragodie\nJecles Buch 1 Mark\nSchriften von Herwarth Walden\nDie neue Malerei / Mit zahlreichen Abbildungen\n2 Mark\nQesammelte Schriften\nErster Band: Kunstinaler und Kunstkritiker\n3 Mark\nExpressionismus / Die Kunstwende / Mit 140 Abbildungen\nZur Zeit yergriffen\nTragodie\nTrieb Eine biirgerliche Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 2 Mark\nIm Geschweig der Liebe / Gediclite\nGebunden in Ganzleinen 3 Mark\n5. Auflage\n\nErnft Marcus\nKritik\ndes Aufbaues (Syllogismus) der\ns p e z ie 11 en Relativitatstheorie\n2)tcfc entbalt nid)t nur 6te burd)*\nSBtfcerlegung fpejteflen\nSU&ert fon&ew\nand) cinc neue £id)tf)\\>potf)efci buvdj Me bas\noptifd)e $£cltbtls totrfltd) crfdjeint. €$ mxbcn\nt)tcv 2>cnF<jeu>oj)nbeiten toaf)r{)aft rewlutiomert.\n$i*cnn cin nod) [o fctjarffintiig'cr 9Biatf)ematifer,\ntine c£ Albert €infkm ifi, im lo*\nQifd)<m 2)enfen nid)t gtniigenb gefdjuit ifl> fo\nfaun fcine sd)lusfol<}mmg fej)lerJ)aft aus=\nfallen. (Sin foldjcr §ef)lfd)!uf CStriftelnS ift\nfjter unun6edegltd) nacbgetotefcn. 2>abci* xoirb\n®nftctn (jiev mit feinen eigenen anf3\n§aupt gcfd)lagetl. S)as problem, 6uvd) ba3\ncv i\\x feinen falfdjen golgevungcn gclangtc, ifi\nalfo roteber $ur 2)ebatte gegeben, nnb cm\nju feiner Sofung unv6 bier t>ovge=\nfdjlagen. — s\\flc3 in aficm toirb ftd) 6te cje=\nfamte SQto&erne überjeugen, &af? ntdjt SMbevt\nQsinjlein, fonbern in $Baf>rf)eit Emmanuel i\\ant\n&a$ reuolutionievt bat. Sn\n<£vuft 9)}arcu§ wivb sic 6en cdjtcn\n(£tbcn s\\ant£ becitufcn lerncn. 2>ic 2>lcittoctt\neljrt nur 3eit nidjt (Ewigfeit3gc offen.\nfinb beriif)mt rubnumivbtg. £tn (se=\nbanfe, cinc sue fte btefeS 'SBetf\nbewetfl unrb nut alte taufenb dnuial\n<jebacj)t unb S. §.\nMark 1,25\nVerlag Der Sturm\nBerlin W9\nDurch jede gute Buchhandlung oder d'rcki\nvom Verlag Der Sturm zu h<v/:ehen"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.23", "texte": "Verlag Albert Langen in Miinchen\nbauhausbOcher\n1\n2\n3\n4\n5\n6\n7\n8\n9\nWALTER GROPIUS, Internationale Architektur\ngeheftet Mk. 5\n112 in Leinen gebunden Mk. 7\nPAUL KLEE, Padagogisches Skizzenbuch\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk, 8\nEIN VERSUCHSHAUS DES BAUHAUSES\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nDIE BOHNE IM BAUHAUS\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nPIET MONDRIAN, Neue Gestaltung\ngeheftet Mk. 3\nin Leinen gebunden Mk. 5\nTHEO VAN DOESBURQ, Grundbegriffe der neuen\ngeheftet Mk. 5 gestaltenden Kunst\nin Leinen gebunden Mk. 7\nNEUE ARBEITEN DER BAUHAUSWERKSTATTEN\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 8\nL. MOHOLY-NAGY, Malerei, Photograghie, Film\ngeheftet Mk. 7\nin Leinen gebunden Mk. 9\nW. KANDINSKY, Punkt und Linie zu Flache\ngeheftet Mk. 15\nin Leinen gebunden Mk. 18\n\nLA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANQAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\nfondee par HENRY LAPAUZE, publie au commen-\ncement de chaque mois, un fascicule de 60 a 80\npages, format in 4° raisin (25:32) contenant de\nnombreuses illustrations.\nLA REDACTION de La Renaissance de TArt\nFrancais et des Industries de Luxe corn-\nprend les 6crivains et les critiques les plus autoris6s\nde tousles pays d'Europe. Ses 6tudes docu-\nmentaires et ses chroniques d'actualitSs offrent un\ntableau Gonstamment tenu & jour de L'ACTIVITE\nDES ARTS DANS LE MONDE ENTIER.\nAbonnements:\nFrance .... 100 francs\nEtranger. ... 25 Mark\nOn s'abonne chez tousles Libraires et a\nLA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANCAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\n10, Rue Royale / PARIS\n\nHANDBUCH DES KUNSTMARKTES\nKUNST = ADRESSBUCH\nPOR DAS DEUTSCHE REICH, DANZIG U. DEUTSCH-OSTERREICH\nfl Das erste umfassende Kunstadressbuch mil fiber 40 000 Qualilalsadressen\nI ... Die einzelnen Qrappen sind allenthalben mit unsaglichen Miihen\nI zusammengefafit und aufierordentlich bequem and handlich aufge-\n-1 zahlt. Eiti glanzendes Hilfsmittel und eine wahre Fundgruhe fur\nB jeden Interessierten des weiten Gebiets der Kunst ist hier geschaffen ...\nI Vossische Zeitung\n■ ... Ein bis ins Detail durchdachtes, mit aufierordentlicher Sorgfalt,\n■ fl mit seltenem Fleiji zusammengetragenes, ungemein iibersichtliches\nbbbhb Nachschlagewerk, das jedem Kunstsammler, Kunstfreund, jedem auch\n816 Seiten B nur mittelbar Interessierten mllkommen und wichtig sein diirfte..,\nin Halbleinen B 8-Uhr-Abendblatl\ngebunden jiiiPiiwiWMW«iWH^ffti^^\nPreis | Antiqua -Verlagsgesellschaft Hermann Kalkoff Berlin W 8 fl\nRM 25 I Taubenstrasse 44/45 |\nVorratig bei der Sturm-Buchhandlung Berlin W 9 Potsdamer Strasse 138 a"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192701-01.1.24", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleituug: Lothar Schreyer Berlin ¥9 / Verlag der Sturm G. m. b. H.\nBerlin W9, Potsdamer Strasse 134 a / Fernruf Lützovv 4443 / Postscheckkonto Berlin 120 658\nDruck: Vereinigte Druckereien, Andermann & Schindler, Berlin W 30, Münchener Strasse 49-50\n\nZum Verstandnis des modernen kulturellen und\npolitischen Lebens tinentbehrlich ist die Lektiire der\nZeitschrift\nSOZIALISTISGHE MOMTSHEFTE\n\nHerausgeber Joseph Bloch\nPreis pro Qnartal 2,25 Mark, Eiinzelheft 75 Pfennig / Vorzugsausgaba\n(auf besonders sckonem Papier) pro Quartal 4,50 M / Einzelheft 1,50 M\nDas Septemberheft 1926 enthalt:\nKarl Hildenbrand (Mitglied des Reichstags und Reichsrats)\nFiir eine parlamentarisclie Arbeitsgemeinschaft\nProf. Max Schippel / Industrie und Arbeiterklasse\nJulius Kaliski / Der Eisenpakt\nDr. Ludwig Quessel (Mit glied d, Reichstags) / Deutschland in Genl\nArno Nadel / Pegasus\nWolfgang Heine (Ehem. preuss. Staatsminister) / Die Beamten\nder Republik — Dr. OttO KariltZ I Siedelungsverfahren und Siede-\nJungsergebnisse seit 1919 — Hiltgart Vielhaber / Franz von Assisi —\nDie Sozialistische Internationale und der Volkerbund / Wally Zepler\n— Die Genossenschaflen im fascistischen Italien / Dr. Reinhard Weber\n— Rasse und Kultur / Dr. Max Hodann — Leben und Leistung Max\nWebers / Prof. Conrad Schmidt — Musikfeste?, / Dr. Max Butting —\nDie Agrarenquete / Dr. Pritz Baade — Die Architekturausstellung der\nNoverabergruppe / Ludwig Hilberseimer — Raphael Silberstein / Dr.\nKarl Kollwitz — Die Toten: Hermann Greulich, Max Grunw aid,\nGeorg Friedrich Knapp, Ernst Mehlich, Anton Nemec, Nikolaj Tschcheidse\nKonrad von Wangenheim\nProbehefte stehen auf Verlangen jederzeit kostenfrei zur Verfiigung.\nDem unterzeichneten Verlag ist die Mitteilung von Adressen \\\\ill-\nkommen, an die die Zusendung von Probeheften ratlich erscheint.\nVerlag der Sozialistischen Monatshefte\nBERLIN W 35\n\nPhOtOS\nfturmfreunde\nnur bei\nLotte Korner\nAtelier Willott, Tauentzienstr. 19\nim ufa-Kino Tauentzienpalast\n\nBernhardt Carsten\nder Coiffeur\nnur\nFasanenstr. 72 am Kurfurstendamm\n3 HSuser hinter dem Nelson-Theater\n\nRevue Germanique\nLille 55 Rue Brule-Maison\nIPeriodique trimestriel I\nAbonnement 30 Frs. pour l'etranger m\nInformations sur le mouvement\nlitteraire et les travailx philolo- @\ngiques en Allemagne aux Pays-\n\nINTEGRAL\nREVUE DE SINTHESE MODERNE du SEUL\nGROUPEMENT d'AVANTGARDE ROUMAIN\nPARAISSANT CHACQUE MOIS\nDIRIGE par nn Comite bucarestois et parisien\nREDACTION: M. H. Maxy, Galea Victoriei 79 Et. I\nBUCAREST-ROUMAINE\n\nPeriicken! Kopfputze!\nIn den apartesten Formen, auch\nnach eigenen Entwlirfen, in alien\nPreislagen auch Ie i h we is e\nMargar. Heisler / Blumeshof 12'\nTelephon: LUtzow 92 74\n\nHael - Werkstatten\nfur kUnstlerische Keramik G.m.b. H.\nMarwitz / Post Veltan (Mark)\nVasen, Schalen, Tee-, Kaffee- und Fruh-\nstucks - Service, Blumen- und Kakteentopfe\nKakteenschalen in moderner, kunstlerischer\nAusfuhrung\nZu beziehen durch den Verlag Der Sturm\nsowie durch Kunstgewerbe-Geschafte"}]}