{"numero_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_sha256": "0379076c0cf5e995dc52a12fb60cf4e2be8f0a35104d2ca03df434941c3c901f", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1927/03_01/bmtnabg_1927-03_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1927/03_01/bmtnabg_1927-03_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c001", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.1", "titre_corps": "Table of Contents", "titre_sommaire": "Table of Contents", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.1", "debut_caractere": 107, "fin_caractere_exclue": 321, "texte": "Herwarth Waiden:\nAmtliche Kunst\n' ■ V. ■\nKinderspielplatz im Weltkurort\nY ölkerverständigung\nund Grand Guignol\nRoulette\nSaison in Nizza\nKunstnachrichten für das Volk\nMax Taut:\nVerbandshaus der deutschen Buchdrucker"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c002", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[175]", "page_fin": "[175]", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.2", "titre_corps": "Table of Contents", "titre_sommaire": "Table of Contents", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "[175]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.3", "debut_caractere": 96, "fin_caractere_exclue": 558, "texte": "Herwarth Waiden: Amtliche Kunst\n4 «, _ . , s; \" ■ ■ : ' ' ' ' * .\n/ \\ . •- \\ ... \\\nKinderspielplatz im Weltkurort\nx ' \" > < -* ' • v ' f -\n■ •* -- i \"•\n* — \" . * • » j *\nVölkerverständigung\nund Grand Guignol\n% ■ . , • ' ' ' t ' . 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Die Lage ist, noch dazu in der\nUniversität Berlin durch Geheimrat Professor\nWaetzoldt in eine bestimmte Stellung ge-\nbracht worden. Die Sitzung zur Stellung\nder Lage veranstaltete der Bund für Kunst-\nausstellungen in der Schule. Die ganz grofee\nPresse teilt mit, dafe der Geheimrat sehr\ninteressant, sehr klar gesprochen habe, „man\nhatte das bestimmte Empfinden, dafe er sich\nschon seit langem mit gröfeter Intensität\nauch in das Wesen und die Ziele der\nmodernen Kunstbewegung vertieft hat.\" Das\nhat die ganz grofee Presse bekanntlich nicht\ngetan. Sie hat es daher leicht, bei Geheim-\nräten das bestimmte Empfinden von Tiefen-\nvorsehung zu bekommen. Der Geheimrat\nsagt, er wolle weder schmähen noch ver-\nherrlichen, er wolle nur versuchen, zu zeigen,\nwie er die Dinge in der Kunst sähe. Also\neine durchaus subjektive Angelegenheit. Es\nmag für den Bund interessant sein, zu hören,\nwie ein Geheimrat die Dinge in der Kunst\nsieht, auch ohne Kunst zu sehen. Der Ge-\nheimrat vertieft sich, indem er feststellt, wenn\nman solche Versuche mache, nämlich Dinge\nin der Kunsl zu sehen, müsse man sich\nhüten, gewisse stylistische Erscheinungen der\ndeutschen Kunst zu überschätzen. Der Ge-\nheimrat geht direkt an die gewissen Dinge\nder Kunst heran: „Der Expressionismus ist\neine spezifisch deutsche Angelegenheit, die\nman auch draufeen im Ausland nicht anders\nbeurteilt. Den Expressionismus identifiziert\nman draufeen mit dem Bolschewismus, dem\nAnarchismus. Das ganze Deutschland, so\nurteilt man dort, spiegele sich eben in den\nFormgebungen seiner Kunst wieder. Und\nDeutschlands Schicksal sei in diesen Dingen\nnur mit dem Italiens und Rufelands ver-\nwandt. Heute aber geht die gesamte Kunst\nEuropas durch eine Krisis, die Kurve des\nSpiels biegt um und wir erleben das Glück,\nselber mitzumachen, wie ein Spiel wird.\"\nSchade, dafe der Geheimrat die letzten\nzwanzig Jahre verschlafen hat. Er hätte schon\nlange das Glück erlebt, selber mitzumachen.\nOffenbar hat er sich erst jetzt vertieft. Früher\nhatte er nur das bestimmte Empfinden ge-\nhabt. Als ihm vor vier Jahren ein schwedi-\nscher Sammler den Katalog von dreifeig\nBildern seiner expressionistischen Privat-\nsammlung schickte, dankte der Geheimrat\nihm herzlich und bedauerte lebhaft in diesem\nBrief, dafe es in Deutschland keine Sammler\nexpressionistischer Kunst gäbe. Hätte der\nGeheimrat sich nach seinem Büro etwa in\nBerlin umgesehen, würde er, fünf Minuten\nvon seinem Amtssitz entfernt, etwa eine\nSammlung von sechshundert Bildern\nexpressionistischer Kunst gesehen haben\nkönnen. Aber er wollte das Glück damals\nnicht mitmachen. Jetzt hingegen, wo es ge-\nfährlich wird, wo die gesamte Kunst Europas\ndurch eine Krisis geht, da springt der Ge-\nheimrat auf den Plan und er orientiert die\nstaunende Presse und die erstaunte Mitwelt\nüber die vorkriiischen Zeiten. Mit wem mag\nder Geheimrat da draufeen korrespondiert\nhaben, oder verwechselt er draufeen mit\ndrinnen. Der Geheimrat wird mir wenigstens\nglauben, dafe ich in jenen vorkritischen Tagen\nrecht viel über den Expressionismus gehört\nhabe. Mir hat nun mein Gewährsmann\nimmer gesagt, dafe man drinnen den\nExpressionismus mit dem Bolschewismus\nidentifiziere, weil man nämlich drinnen solche\nAngst vor dem Bolschewismus hat Und\nwenn der Geheimrat Bolschewismus und\nAnarchismus für dasselbe hält, so kann ich\n\nAmtliche Kunst"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "178", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3473, "texte": "ihm nachempfinden, daß er den Expressio-\nnismus für eine deutsche Angelegenheit hält.\nWenn nun aber durch diesen peinlichen Ex-\npressionismus sich das gegenwärtige Deutsch-\nland und leider noch Italien und Rußland\nwiderspiegelt (das ist schon der berühmte\nWahnsinn ohne Methode), wie kann der\nGeheimrat eine so ernste Angelegenheit eine\ngewisse stylistische Erscheinung nennen. Der\nGeheimrat macht es wie die übrigen ver-\nschlafenen Kunstforscher. Er setzt die Ent-\nstehung des Expressionismus einfach in das\nJahr, in dem er erwacht ist, und geht dann\nzu den Dingen der Kunst selbst über. „Der\nExpressionismus deformiert mit Willen, er\nstülpt die Dinge um, übersteigert sie. Der\nHang zur Primitivität beherrscht den Künstler,\nder Drang zum Abstrakten, der Drang zum\nPathos\". Der kleine Moritz hat bekanntlich\ngeglaubt, daß der Expressionismus ohne\nWillen deformiert, weil die jungen Leute nicht\nzeichnen konnten. Hier wird nun der kleine\nMoritz, hier werden die großen Kunstkritiker\neines besseren belehrt. Dem Expressionismus\nwird amilich bestätigt, daß er mit Willen\ndeformiert. Er stülpt die Dinge der Kunst\num, sagt der Geheimrat. Was mag der\nMann sich unter deformieren denken. Hang\nund Drang beherrschen den Künstler, sagt\nder Geheimrat; Sturm und Drang zu sagen,\nist ihm zu riskant. „Mit einemmal aber\nkomplizieren sich die Dinge.\" Mit einem-\nmal ist gut, weil der Geheimrat erst eben\naufgewacht ist, geht es verdammt schnell mit\nder Krisis und dem Glück mitzumachen.\n„Mit einemmal aber komplizieren sich die\nDinge: das Abstrakte wird vom Verismus,\nvon der neuen Sachlichkeit, abgelöst; neben\ndie Neigung zum Pathos tritt eine neue\nMelodik, etwas Neuklassizislisches, und an\nder Stelle der Primitivität meldet sich die\nSehnsucht zum Können.\"\nSich. Auf deutsch: sie verwickeln sich. Wieso.\nBei wem. Wodurch. Es sind rechtschaffen\nverwickelte Dinge. Kommando der Sehn-\nsucht von Kunstunsach verständigen: Ab-\nlösung vor. Das Abstrakte wird von der\nneuen Sachlichkeit abgelöst. Da es aber\nbekanntlich nur eine Sachlichkeit gibt, so ist\ndie neue Sachlichkeit die gute neue Sachlich-\nkeit. Schlichter Kitsch genannt. Der Ge-\nheimrat erlebt das Glück, den Kitsch selber\nmitzumachen. Nach der Ablösung meldet\nsich gehorsam, wie befohlen, die Sehnsucht\nzum Können. Der Geheimrat behauptet\nalso, daß die Künstler des Expressionismus\nbis zum Moment seines Erwachens nichts\ngekonnt haben. Trotzdem man draußen\ngeurteilt hat, daß sich Deutschland eben in\nden Formgebungen seiner Kunst wieder-\nspiegele. Nachdem der Geheimrat sich in\nseinem Deutschland gründlich geirrt hat,\n„geht er den neuen Strömungen in allen\nLändern nach\". Er behauptet, „in Rußland\nsei die Radikalisierung der Kunst deshalb\nso gründlich erfolgt, weil doch eigentlich\nkeine Tradition geherrscht hat, keine natio-\nnale Kunst.\" Der Geheimrat ist aber zu\nspät nach Rußland gereist. Er hätte dort\nbeinahe eben so viel Traditionskitsch und\nnalionale Kunst finden können, wie in\nDeutschland. Daß man in Rußland auch\nheute noch Kitsch macht, ist kein Beweis\nfür die neue Sachlichkeit. Ganz famos ist\nseine Entdeckung der Kunstdinge in Italien:\n„Der Grund zum Futuristischen war einfach\nder, daß der modernen italienischen Kunst\nimmer die große Vergangenheit vor Augen\ngeführt wurde.\" Höchst einfach und nicht\nkompliziert. Wie anders in Deutschland.\nHier wurde der jungen Kunst nichts vor\nAugen geführt. Nichts von der großen Ver-\ngangenheit. Man hatte nämlich keine. Und\ndie große Vergangenheit anderer Länder, die"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "179", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1831, "texte": "Renaissance, Rembrandt - wer hatte sie je\nin Deutschland beachtet. Jetzt aber haben\nsich die Italiener wieder besonnen, sagt der\nGeheimrat, jetzt sind sie wieder für die\ngroße Vergangenheit. „Heute aber sind sie\nwieder stolz auf ihren neuen Akademismus\nunter dem Regime der faschistischen Herr-\nschaft.'' Der Geheimrat wird hiermit zum\nMussolini der neuen Sachlichkeit empfohlen.\nJetzt haben wir den italienischen Salat: Neue\nSachlichkeit gleich neuer Akademismus. Also\nSachlichkeit gleich Akademismus. Oder neue\nSachlichkeit gleich alter Akademismus. Oder\nalte Sachlichkeit gleich neuer Akademismus.\nAuch für Frankreich richtet der Geheimrat\neiniges Unheil an. Er behauptet, daß in\nFrankreich jeder neue Weg in der französi-\nschen Tradition münde, beruft sich auf diesen\nUnsinn auf den Spanier Picasso, behauptet\nnoch schnell, daß der deutsche Künstler sich\nmit den inneren Angelegenheiten befaßt\nund kurz aber nicht gut, daß man heute die\nErscheinung eines großen „Stabilisierungs-\nProzesses der Kunst fühlt\". Erscheinungen\nsoll man sehen und nicht fühlen. Dann\nkommt man nicht zu dem großen Stabili-\nsierungsprozeß. Und sollte man glauben,\ndaß dieser Anhänger des neuen Kitsches\nsich sogar darüber freut, daß „wieder die\nZeichen des Nazarenertums auftauchen\". Es\nist hoffnungslos. Wenn etwas noch so fest\nversenkt und untergegangen ist, immer\nfindet sich wieder ein Geheimrat, dem solche\nZeichen auftauchen, auch wenn sie es gar\nnicht mehr können.\nDas wäre die Stellung der Lage. So sieht\nder Geheimrat und die amtlichen Stellen\ndie Dinge der Kunst. Man nennt den alten\nPlunder neu, bewacht ihn mit faschistischen\nMitteln und kann sich wieder beruhigt\nschlafen legen. Das wird nicht mehr ge-\nduldet. Man wird bald sehen müssen. Man\nwird nicht mehr Nazarener sein, um anderen\ndas Vergnügen des Mordens zu gönnen.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c004", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "180", "page_fin": "182", "image_debut": 8, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.4", "titre_corps": "Kinderspielplatz im Weltkurort", "titre_sommaire": "Kinderspielplatz im Weltkurort", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "180", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3306, "texte": "Nina, die vierjährige Spanierin, wird von\nihrer langen Mutter auf die Erde gestellt.\nSie hüpft mit beiden Füßen zugleich zur\nBank unter den Palmen, und patscht der\nfranzösischen Bonne in die Handarbeit.\nVon der Bank gegenüber unter Palmen\nerhebt sich ein Greis am Ende des Lebens\nauf einem weißen Sonnenschirm und einem\nSpazierstock. Seine Augen sind gegen das\nLicht der Erde durch eine schwarze Brille\nabgeblendet. Aus ihren Bügeln kriecht\nweißes Haar über die verfallenen Backen.\nDie Mutter Spanierin steht, große Dame, fest\nauf hohen rosa Beinen. Ihre rechte gold-\nbeschwerte Hand wirft Cheri, dem Hundchen,\nden Ball zu. Cheri macht mit seinen vier\nBeinen zwei Schritte und läßt den Ball auf\nsich beruhen. Die Bonne schickt Nina nach\ndem guten Ball. Und Nina macht auf ihren\nzwei Beinchen vier Schritie hin zu Cheri, der\nmit staunenden Kinderaugen auf den her-\nanschlotternden Greis schaut, der vier Beine\nhat. Nina aber ist sehr böse auf die Ab-\ngewandheit von Cheri und drückt ihm die\nbeiden Händchen fest und wieder und wieder\nauf die Augen. Das Hundchen ist leicht\nverwirrt, aber ohne Widerstand. Nun nimmt\nNina seinen Hals in ihre Arme und schleppt\nihn freundlich ziellos irgendwo. Das Hund-\nchen fühlt sich leicht geniert, ist aber ohne\nWiderstand. Auf der Bank unter Palmen\nneben der Bonne hören zwei Nadeln auf\nzu klappern und unter einer Hornbrille\nklappert nun eine Slimme von malträtierten\nHunden und schlecht erzogenen ausländi-\nschen Kindern. Die Mutter Spanierin wirft\nihre überröteten Lippen fast in den Himmel,\nwährend die Bonne erklärend bemerkt, daß\nes dem Hund nicht weh tue, da er schon\ndaran gewöhnt sei. Indessen hat Nina das\nHundchen fallen lassen. Es wirft sich auf\nden Boden und Nina setzt sich wohlwollend\nauf es und preßt so viel von seinen Beinen\nin ihre Fäuste, als hineingehen. Cheri knurrt,\nist aber sonst ohne Widerstand. Der Greis\nist beinahe über die Beiden gefallen. Er\nwendet die gütige Weisheit des gütigen Alters\nan: er wird dich beißen. Kleine, auch Hunde\nsind Lebewesen. Hunde sind viel besser\nals Menschen, klappert die Slimme unter\nder Hornbrille. Viel besser. Welcher Mensch\nwürde sich das gefallen lassen. Ich nicht.\nIch bestimmt nicht. Aber wenn die Jugend\nheute so erzogen wird, muß die Menschheit\nverwildern. Die Menschheit ist verwildert,\nplappert die Greisenstimme. Wo sind meine\nKinder, daß ich mich auf sie stütze. Cheri\nversucht aufzustehen, da springt Nina nach\nund preßt seine Hinterpfoten fest und\nnicht ohne Liebe gegen ihre kleine Brust.\nWollen Sie sich nicht des Hundes erbarmen,\nFräulein, klappert die Slimme, oder ich\nwerde selbst eingreifen. Da steht Nina\nplötzlich vor der Bank und legt den guten\nBall freundlich auf den Schoß der Slimme,\nwährend Cheri voller Enlzücken bellt. Die\nBonne, in ihren erzieherischen Fähigkeiten\nbeleidigt, holt Kind und Hund und Ball zu\nihrer Bank. Sie haben recht, Madame,\nflötet eine feiste Stimme unter einem\nschwarzen Schlapphut in die Stricknadel\nhinein. Sie haben recht, Madame, Tiere\nsind Geschöpfe Gottes, die unser Vater nicht\nzu unserem Vergnügen geschaffen hat. Wo\nsind meine Kinder, daß ich mich auf sie\nstütze. Und nun Kinder, jubelt die Führerin\nder fünf Siebenjährigen, nun spielen wir\nRevolution. Ich bin Bolschewik und ihr\nseid Engländer und ich verhaue euch alle\n\nKinderspielplatz\nim Weltkurort"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "181", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3500, "texte": "Die Stricknadel fällt zu Boden, schon hat\nsie Cheri seiner Fürsprecherin genommen\nund jagt mit ihr davon. Nina hüpft vor\nVergnügen immer auf dem Platz, ihreÄrmchen\nsuchen das Hundchen zu greifen. Cheri\naber hat sich am Ende des Platzes zwischen\ndie Füße der Mutter Spanierin zurückgezogen,\nder gerade ein deutscher Referendar auf\nSchulspanisch die Fehler des französischen\nFinanzausgleiches klarzumachen sucht. Die\nSpanierin fühlt sich durch Cheri gerettet und\nwirft ihn lässig zwischen Arm und Hüfte.\nWollen Sie mir nicht meine Stricknadel\nwieder beschaffen, zischt die Klapperstimme\nhinüber zur Bonne. Das grenzt an Raub.\nDie Welt ist verloren, flötet die Stimme\nGottes, während zwei manikürte Hände\nsich auf das erhebliche Bauchgewölbe legen.\nSehen Sie Madame, dort diese alte Dame,\nist es nicht eine Schande. Eine russische\nFürstin. O, eine Fürstin. Die Stricknadel\nist fast vor Ehrfurcht vergessen. Bedenken\nSie Madame, eine Fürstin. Vertrieben. Ohne\nHeimat. Ich halte ihren Glauben zwar für\neinen Irrglauben. Aber sie ist strenggläubig.\nUnd eine Fürstin. Der Greis hat sich jetzt\nbis zum leeren Platz auf der Bank durch-\ngetastet. Cheri springt von der heran-\nwandelnden Hüfte gerade auf die Schuhe\nder Fürstin und bellt sie lebhaft aus. Nina\nspringt ihm jauchzend auf den Rücken und\nklammert sich an das eine adlige Bein.\nSchon schlägt die edle Hand auf das süße\nGesichtchen. Nina fällt schreiend. Der\ndeutsche Referendar stellt der Mutter Spanierin\nseine Dienste zur Verfügung. Die Visiten-\nkarten wölbten sich auf seiner schmalen Brust.\nCheri aber beifet wütend und ohne Vor-\nbereitung die Fürstin in die Wade. Nina\nreifet unter Tränen dabei dem Hundchen\nfast den Schwanz aus. Die Bonne über-\nreicht Madame die zurückgekehrte Strick-\nnadel, während der Mann Gottes sich um\ndie Fürstin bemüht und dabei gierig auf\ndas große Loch des Strumpfes schaut. Die\nFürstin wimmert mit Würde. Die Klapper-\nstimme schweigt, wutverzehrt bekommt sie\nHände und Beine, stürzt vor, reißt die\nHändchen von dem Hund und stößt die\nkleine Nina vor die Brust, daß sie heulend\nhinfällt. Ich will dich lehren Tiere zu quälen;\nkomm, du armes Hundchen. Schon hat sie\nCheri, außer sich vor Wut, in den Arm ge-\nbissen. Du Satansvieh klappert die Stimme,\nhab' ich das um dich verdient? Nina hat, noch\nweinend, auf der Erde den guten Ball wieder-\ngefunden, rappelt sich auf und wirft den Ball\nin den halboffenen Sonnenschirm, der das\nvierte Bein des Greises darstellt. Schon ist\nder deutsche Referendar mit der Polizei da.\nZwecks Feststellung der Personalien. Die\nFürstin hat keinen Ausweis und soll zur\nWache. Sie wissen wohl nicht wen Sie vor\nsich haben mein Herr, flötet die feiste\nStimme. Sie reden mit einer hochgeborenen\nFürstin. Für mich gibt es nur Pässe oder\nIdentitätskarten. In welchem Verhältnis\nstehen Sie überhaupt zu der Dame. Die\nfranzösische Polizei ist gut, strahlt der Re-\nferendar. Ganz wie bei uns. Die Mutter\nSpanierin betrachtet interessiert ihre fünf-\nzentimeterlangen Fingernägel. Cheri ist mit\neinem Satz in den weißen Sonnenschirm\ngesprungen und rettet den guten Ball für\nNina. Der Schirm ist gefallen und Nina\nreißt vor Freude dem Hundchen beinah das\nFell vom Leibe. Cheri überlegt jetzt ernst-\nhaft, ob er vor Verzweiflung beißen soll.\nDa küßt sie ihn mitten auf die Schnauze.\nDer Greis versucht indessen vergeblich, den\nSchirm zu angeln. Wo sind meine Kinder,\ndaß ich mich auf sie stütze. Und nun, jubelt\ndie Führerin der Siebenjährigen, singen wir\nalle „No, no Nanette\", weil ich euch besieg"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "182", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 705, "texte": "habe. Da kommt auch der Vater Spanier.\nEr kü&t der Gattin die Fingernägel. Der\nReferendar bittet vorgestellt zu werden.\nNina legi dem Greis den guten Ball in den\nSchofe. Die beiden verwundeten Damen\nhaben sich ausgesprochen. Der Polizist hat\nsie über die Rechtslage aufgeklärt. Der\nVater Spanier schreit die Bonne an, dafc sie\nsich so wenig um die anvertrauten Kinder\nund Hunde kümmere. Der Mann Goites\nhilft dem Greis zum Sonnenschirm. Die\nMutier Spanierin legt Kind und Hund auf\nje eine Hüfte, die Bonne folgt ihr beleidigt,\nder Referendar klärt den Vater Spanier\nüber die deutsche Außenpolitik auf. . Der\nGreis hat sich aufgerichtet. Der Mann\nGottes duselt. Eine Kanone schlägt Mittag.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c005", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "183", "page_fin": "184", "image_debut": 11, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.5", "titre_corps": "Völkerverständigung und Grand Guignol", "titre_sommaire": "Völkerverständigung und Grand Guignol", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "183", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3320, "texte": "Geheimräte und Schauspieler bemühen sich\nständig um die Verständigung der Völker.\nInsbesondere sollen Deutschland und Frank-\nreich sich gründlich kennen lernen. Es sind\naber nur bestimmte Klassen und einzelne\nPersonen, die Mißverständnisse schaffen, um\nsich durch ihre Beseitigung eine materielle\noder geistige Existenz zu verschaffen. Die\nübrigen Bewohner der Länder verstehen sich\nglänzend und werden nur von Regierungen\nmehr oder weniger eindringlich verhindert,\nsich zu verständigen. Auch Regierungen\nmüssen sich bemerkbar machen. Die Fran-\nzosen sind vielleicht nicht so ernst wie die\nDeutschen. Ernst aber ist Unfähigkeit zum\nLeben. Das Leben im Geiste macht so selig,\nwie das Leben der Armen: denn ihrer ist\ndas Himmelreich. Sehr erfreulich. Aber\nwas macht man bis dahin ? Wer viel zu\ndenken hat, dem kann man schlechtes Essen\nund Trinken vorsetzen. Man kann ihn für\ndie Ewigkeit arbeiten lassen. Man kann\nihn überhaupt behandeln wie man will. Er\nläßt sich auch behandeln. Hat er doch das\nHimmelreich. Es wird im wesentlichen von\nDeutschen bevölkert sein.\nDie Franzosen hingegen nehmen nicht ein-\nmal das Theater ernst. Man raucht. Der\nErnst des Lebens beginnt stets mit dem\nVerbot des Rauchens (Beispiel: Museen,\nStraßenbahnen, Frauenabteile und staatliche\nTheater). Man kommt und geht. Das Theater\nist schließlich keine Vorlesung, sondern ein\nSchau-Spiel. Auch werden Ueberraschungen,\nsogenannte Surprisen verkauft. Die Surprise\nist im Deutschland der Vorkriegszeit durch\ndie dazugehörige Omlette bekannt geworden\ndie während des Krieges verschiedentlich in\nEierkuchen mit Eisgehalt umgetauft wurde.\nIn Frankreich versteht man unter Surprisen\ndie netten kleinen Kitschsachen, die die Ge-\nbildeten als Reiseandenken zu kaufen pflegen\nund die den Wohnungen neben den Photos\nein gewisses Kunstgepräge geben. Außerdem\nkann man im Theater zu Nizza während\nder reichlichen Pausen Boule spielen. Die\nBoule ist eine bescheidenere Art Roulette.\nMan kann hierbei leicht ebensoviel verlieren,\naber im Unglücksfall weniger gewinnen.\nAußerdem kann ein gewandter Bankhalter\nwährend einer Minute sechs Spiele spielen.\nEr hat also die sechsfachen Verlustchancen der\nSpieler im Verhältnis zu Roulette. Deshalb\ndarf bei Boule geraucht werden, während\nes bei Roulette verboten ist.\nIndessen beginnt das zweite Stück. „Offizielles\nGastspiel des Theaters Grand Guignol von\nParis.\" In Nizza. Kubelik spielt nebenan\nim Kasino auf der Violine. Trotzdem seine\nPhotos noch jünger geworden sind, spielt\nbereits ein Fräulein Kubelik mit. Auch mit\nder Violine. Das Stück heißt: „Der Mann,\nder den Teufel gesehen hat.\" In den Stücken\ndes Grand Guignol soll es bekanntlich immer\nsehr schrecklich zugehen. Nur für starke\nNerven. Also, ein Mann hat den Teufel\npersönlich gesehen. Der Teufel hat sogar\nmit ihm gesprochen und ihm prophezeit,\ndaß er stets gewinnen wird. Alle Boule -\nspieler, also das ganze Publikum, möchte\nauch gern mit dem Teufel sprechen. Auch\nso entre nous deux. Ein anderer Herr, der\nden ersten Herrn kennen gelernt hat, trifft\nin selbiger Nacht nunmehr auch den Teufel\npersönlich, der sich stets durch Zug (selb-\nständiges Öffnen einer windschiefen Tür) be-\nmerkbar macht. Den Teufel sehen und auf\nihn schießen ist das Werk dieses zweiten\nHerrn, dieses Intellektuellen. Trotzdem fällt\n\nVölkerverständigung\nund Grand Guignol"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "184", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2127, "texte": "er in Ohnmacht, weil er doch im Grand\nGuignol erschrecken muß. Pause. Boule:\n„Messieurs, faites voire jeu.\" Zweiter Akt.\nDer Intellektuelle liegt noch in Ohnmacht.\nMehrere Herren und Damen kommen ihn\nerwecken. Mit Wasser und mit Rütteln. Aus\nDankbarkeit erzählt er seine Konferenz mit\ndem Teufel. Verschweigt auch nicht, dafe er\nauf ihn geschossen hat. Beweis: Er legt\ndas schufelose Gewehr auf den Freund an,\nschießt und der Mann ist tot. So etwas\nnennt man Tableau. Von Bildern möchte\nich aber an dieser Stelle nicht reden. Der\nIntellektuelle konnte nicht ahnen, dafe zwecks\nErregung des zweiten Schreckens hinterrücks\neine Zwischenladung vorgenommen war.\nVorhang. Beifall nicht üppig, Beglückwün-\nschung des Autors in der Loge. Boule. Intime\nJazz- Musik, erzielt durch ein schlecht besetztes\nOrchester. Dieses Teufelstück wird übrigens\nim Dunkeln gespielt. Auch Jessner macht es.\nDunkelheit wirkt immer gruselig — und ist\neindeutig. Drittes und letztes Stück. Nun\nwird es Ernst mit dem Spafe. Wie sag' ich\nes meinen Kindern. Eine Ehefrau möchte\nKinder. Der Ehemann ist schon darüber\nhinweg. Ist aber bereit,. das Opfer eines\nStellvertreters zu bringen. Er beschafft ihn\nsogar persönlich und zahlt für das Opfer\n4000 Francs. Goldfrancs. Der Vertreter\nverschwindet in das Zimmer des sehnsüchtig\nwartenden Opferlamms. Kommt im Spar-\noberhemd (Chemisette genannt) zurück. Im\nTonfall des Heroen: „C'est fait.\" Das\nPublikum jubelt. Leider stellt sich heraus,\ndafe der Vertreter zwar 9 Kinder von seiner\nGattin hat, sie aber von ihm keins. Das\nerzahlt sie selbst dem Brotherrn ihres Gatten.\nDer Opferhammel teilt diesen Betrug voller\nVerzweiflung und Wut dem seligen Opfer-\nlamm mit. Doch die Ehefrau ist sofort\nmännlich gefafet: „Qu'c'est que ca fait, va\nchercher un autre\": Das sind die Schrecken\nvon Grand Guignol. Die Völker haben\nsich verstanden. Die anwesenden deutschen\nGeheimräte und Schauspieler haben, soweit\nsie französisch können, ebenso begeistert\ngelacht wie die Franzosen. Noch mehr, so-\nweit sie überhaupt nichts verstanden haben.\nWeil die anderen lachten. Nur im Lachen\nkann man sich verständigen.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c006", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "185", "page_fin": "186", "image_debut": 13, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.6", "titre_corps": "Roulette", "titre_sommaire": "Roulette", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "185", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3334, "texte": "Da sitzen sie, auf Ledersesseln, sie, die das\nGlück studieren. Rauchen und Sprechen ist\nverboten. Viele galonierte Diener sind zur\nDurchführung dieser Verordnung angestellt.\nDie Studierenden haben auf ihrem Platz\nLogarithmentafeln und Zahlendichtungen\nausgebreitet, verfügen über gut gespitzte Blei-\nstifte und Notizbücher voll eigener Impressi-\nonen. Was schert sie Gewinn oder Verlust.\nHier, nur hier ist Geld Mittel zum Zweck.\nMan mißachtet die Croupiers, die sich wo-\nmöglich einbilden, die Elfenbeinkugel falle,\nwohin sie wolle. Die Studierenden wissen\nes besser. Die Kugel fällt nach System.\nDas wissenschaftliche Problem ist, dieses\nSystem zu ermitteln.\nDie Engländerin weife es beinahe. Sie hat\ndie Roulette seit sechs Monaten täglich von\nzwei Uhr mittags bis zwei Uhr nachts studiert\nund alle Zahlen notiert. Sie weil?, daß auf\nsechs nach jeder siebenten Runde die ein-\nunddreißig folgen muß. Auf Grund dieser\nKenntnis a posteriori spielt sie nur die\nsiebente Runde und setzt auf einunddreißig,\nwenn die Kugel sich auf sechs gesetzt hat.\nUnd jedes Mal folgt auf die Sechs zwei-\nunddreißig. Die Kugel irrt sich oder\nder Croupier ist bestochen. Nachdem sie\nzehnmal hundert Franc auf ihr System ge-\nsetzt hat, riskiert sie das elfte Mal nur noch\nzehn Francs. Endlich besinnt sich die Kugel\nund fällt nach System. Beweis, daß selbst\nKugeln irren können. Bei der zwölften\nRunde will sie den Verlust rausholen und\nsetzt fünfhundert Francs. Die Kugel irrt\nsich diesmal total und rollt auf drei. Was\nunmöglich ist. Das hat die Kugel in sechs\nMonaten nicht einmal getan. Folglich liegt\nein Denkfehler der Kugel vor.\nEin junger Engländer, ein Laie, hat auf die\nDrei aus der Hosentasche tausend Francs\ngesetzt und gewonnen. Er hat nur aus der\nHosentasche gespielt. Die sechsunddreißig-\ntausend Francs machen ihn sofort seriös.\nEr erklärt seiner Lady mit den Sommer-\nsprossen, daß wissenschaftlich und logisch\ndie Drei hat gewinnen müssen. Die alte\nEngländerin auf dem Ledersessel wirft ihm\neinen verächtlichen Blick zu. Zwischen ihren\ngoldenen Zähnen zischt das Wort Dilettant.\nDie Lady mit den Sommersprossen wirft auch\neinen Blick, aber einen bewundernden auf\nden Gatten und den Kenner der Roulette,\nzieht den weißen Glacehandschuh an, nimmt\nheroisch das nicht saubere Spielgeld in ihre\nschmale Rechte und setzt es auf Rat des\nKenners und Gatten. Und gewinnt. Die\nalte Engländerin mit den Logarithmen und\ndem Buch von Doktor Müller (Chemnitz)\n„Wie sprenge ich die Bank von Monte-Carlo?\nTranslation by Doctor Conrid (Tarnopol)\"\nist außer sich.\nIn der sechsten Runde gewinnt drei nach\neinunddreißig. Das geht nicht. Das ist gegen\nalle Gesetze. Auch Dr. Müller (Chemnitz) hat\nes nie erlebt. Trotzdem setzt sie bei der\nsiebenten Runde vorschriftsmäßig und verliert.\nDie Croupiers interessieren sich gar nicht für\ndie Wissenschaft. Sie warten nur auf Ab-\nlösung. Es ist anstrengend, in jeder Minute\nsoviel Geld einzustreichen, mit einem Holz-\nbesen zusammenzukratzen und hin und\nwieder einigen Wissenschaftlern zur Be-\nlohnung für ihren Eifer etliche Francs über\nden Tisch zu werfen.\nDie Bank von Monte Carlo erklärt durch\nSchrift und Bild feierlich, daß sie keinem\nMenschen unter keinen Umständen Geld\nleiht oder vorschießt. Das tun schließlich\nandere Banken auch nicht. Dieses Studium\ndes Kugelfalls wird täglich von mindestens\n\nRoulette"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 992, "texte": "tausend Personen betrieben. Ein alter\nAmerikaner ist besonders raffiniert. Er\nspielt Roulette artistisch. Er setzt das Geld\nerst im letzten erlaubten Moment. Die Kugel\nrollt nämlich schon. Mit ungeheurem Scharf-\nblick verfolgt er das Rollen und taxiert\noptisch die Nummer, auf die sie fallen\nmufc. Sie fällt immer anders. Der alte\nHerr wirft ihr einen verächtlichen Blick zu.\nDiese Person von Kugel kann nicht einmal\nrichtig fallen. Wo er sie doch seit zehn\nJahren falsch taxiert.\nIn der Bar spricht mich ein Franzose an;\n„Sie haben gewonnen/\n„Ich habe nicht gespielt.11\n„Ich will Ihnen einen Typ geben, wie sie\ntotsicher Geld durch die Roulette verdienen\nkönnen. Schreiben Sie eine Broschüre\ngegen die Bank von Monte Carlo, gegen\ndie Unsittlichkeit der Rouleite, zeigen Sie das\nErscheinen der Broschüre in tausend Auflagen\nan. Vor dem Erscheinen hat die Bank schon\ndie gesamten Auflagen gekauft.\"\nMan soll aber die Menschheit nicht in wissen-\nschaftlicher Betätigung stören.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c007", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "187", "page_fin": "188", "image_debut": 15, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.7", "titre_corps": "Saison in Nizza", "titre_sommaire": "Saison in Nizza", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "187", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3277, "texte": "Das ist das große Leben von Nizza. Die\ngroße Welt auf der Promenade des Anglais.\nAuf der einen Seite das Meer. Auf der\nanderen Seite die Front der Luxushotels,\nnur von einem Cook-Tempel schlicht unter-\nbrochen.\nDrei Türken aus Wien verkaufen Perser aus\nPirna und Shawls aus Chemnitz. Sieben\nJungen aus Nizza Sonnenbrillen und Opern-\ngläser. Einundzwanzig Franzosen die drei-\nundsechzig Zeitungen aus Paris. Zwischen\nZeitungskiosk und Kasino bietet eine Ungarin\ndie „Frankfurter Zeitung\" und den „Berner\nBund\" in hellen deutschen Tönen an, während\neine zweite Ungarin auf französisch mit\nrussischen Emigrantenblättern handelt.\nZwischen diesen beiden Damen wird das\nKurpublikum für den Karneval musikalisch\nvorbereitet. Der zu machende Schlager der\n„Feste 1927\" wird von 10 bis 4 Uhr un-\nunterbrochen von einer kleinen Jazzkapelle\n(gleichsam) gespielt. Eine gesangsfreudige\nDame, Typ Mutter aus Nizza-Stadt und ein\ngesangsunfreudiger Herr, Typ Zeitungshändler\naus Paris, singen nicht ohne Gesten und tanzen\nnicht mit Talent den Text dazu. Die ganze\nKurliste, die die Namen kennt und die Völker\nzählt, bildet drei unlebendige Seiten eines\nQuadrats um die auf Munterkeit angestellte\nKünstlerschar. Sie selbst bildet die vierte\nSeite. Dahinter erglänzt das Meer indessen\nweit hinaus.\nWährend der Musikpause kommt Leben in\ndie Kurliste. Man bewegt sich und sieht sich.\nDer Bankier aus Berlin verlangt von der\ndeutsch-brüllenden Ungarin „Une Gazette\nde Berlin.\" Wo doch die arme Person kein\nFranzösisch kann und der Bankier auch nicht.\nDie Engländer halten ihrer Kleidung nach\ndie Promenade offenbar für ein Oberdeck\neines Ozeandampfers. Viele Pelze aller Art\nwandern mit Damen herum. Auch für Perlen\nund Brillanten bilden sie annehmbare Ge-\nstelle. Zur Ausstellung von Seidenstrümpfen\nhingegen könnte man sich besser Apparate\ndenken. Warum müssen reiche Leute solche\nGegenstände durchaus selber tragen? Sie\nschleppen sich doch auch nicht mit ihren\nRokokomöbeln, Oelgemälden und Marmor-\nfiguren herum\nUnd wer auf der Promenade alles erwartet\nwird. Die lieben russischen Großfürsten sind\nschon alle wieder da. Auch die Hohenzollern-\nprinzen. Die Hypothekenmagnaten aus New\nYork und Brünn. Die Großindustriellen aus\nLiverpool und Leitmeritz. Die Minister ver-\nschiedener nicht mehr regierender Häuser.\nBesiegte Generale und siegende Jockeys.\nItalienische Grafen. Amerikaner jederHandels-\nriditung. Afrikaner aus aller Herren Kolonial-\nländer. Dänische Volksschullehrer und sechszig\nnorwegische Nordpolentdecker. Indische\nBuddhahändler und australische Penny\na liner. Alle selbstverständlich mit Damen\nund Dämchen. Die sind auch sonst dort\nzu beziehen. Fast alle Stammbesucherinnen\nder Couloirs der Pariser Music-Halls sind\nanwesend. Sogar Mme. Nannette mit ihren\n„Relations mondaines\".\nDas große Leben flutet nur so.\nDie Sonne geht unter und die Welt zum Tee.\nMan trinkt wirklich Tee. Die Pelze haben\nsich ihrer Damen entledigt, die nun frei von\ndieser Last sich im Charleston austoben.\nHier, im führenden Hotel, sind alle Herren\nGroßfürsten oder Nabobs. Andere Persön-\nlichkeiten werden vom Portier gar nicht zu-\ngelassen. Die unteren Stände haben auch\ngar nicht das Bedürfnis sich blicken zu\nlassen. Von Sonnenuntergang ab sind sie\nwie die Kinder: sie müssen spielen.\n\nSaison in Nizza"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 553, "texte": "Die Promenade ist leer. Nur auf einer\nBank sitzen noch zwei Frauen. Eine russische\nGeneralin, die ihren Fluch gegen die Bolsche-\nwisten über das Meer schleudert und ein\nkleines Bürgermädchen aus Nizza. Es be-\nnutzt den Spiegel der offenen Handtasche der\nfluchenden Aristokratin, um seine Strumpf-\nnähte zu richten. Arbeiter kommen mit\nStacheldrähten und Eisenträgern, durch die\ndie obersten Klassen wieder in Klassen ge-\nteilt werden sollen. Die Sitzmöglichkeiten\nund Stehunmöglichkeiten zur Besichtigung\ndes Karnevals werden errichtet.\n\nHerwarth Walden"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c008", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "189", "page_fin": "190", "image_debut": 17, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.8", "titre_corps": "Kunstnachrichten für das Volk : Dezember", "titre_sommaire": "Kunstnachrichten für das Volk : Dezember", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 17, "page_imprimee": "189", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2650, "texte": "1. In Stockholm wurde ein neuer Rem-\nbrandt gefunden.\n2. Jannigs kommt aus Hollywood zurück.\n3. Conrad Veidt fährt nach Hollywood\n6 Uhr 3 Minuten ab Lehrter Bahnhof.\n4. In Berlin ist ein ganz neuer Rembrandt\ngefunden worden.\n5. Direktor James Klein bereitet eine Revue\nvor.\n6. Jannings kehrt aus Hollywood zurück.\nAuf dem Schiff hat er sich mit Sir Chamber -\nlain über die Lage ausgesprochen.\n7. Direktor James Klein hat die „Jungfrau\nvon Orleans\" für seine neue Revue er-\nworben.\n8. Jannings fährt nach Hollywood zurück.\nIm nächsten Film wird er eine tragende\nRolle spielen.\n9. Beim gründlichen Staubabwischen wurde\nin Madrid ein neuer Rembrandt entdeckt.\nDas Bild scheint vom Meister persönlich\ngemalt zu sein. - Conrad Veidt kehrt\naus Hollywood zurück.\n10. Gegen Direktor James Klein ist Kon-\nzessionsentziehung beantragt.\n11. Herrn Direktor James Klein ist die\nKonzession tür die Aufführung von\n„Wilhelm Teil\" erteilt worden. - Conrad\nVeidt fährt via Hamburg nach Hollywood.\nEin Zusammentreffen mit Jannings ist\ngeplant.\n12. Jannings hat sich für die deutsche Republik\nin Hollywood ausgesprochen. Dieserseits\nerhofft man davon eine Stärkung der\nneuen Staatsform. Die Auslandsdeutschen\nhaben den verdienstvollen Amerikafahrer\nvon der Ehrenmitgliederliste gestrichen.\n13. Das ursprünglich Tizian zugeschriebene\nBild in Tulouse ist jetzt endgültig Rem-\nbrandt zugeschrieben worden.\n14. Conrad Veidt kehrt aus Amerika zurück.\nEr ist auf dem Lehrter Bahnhof abge-\nstiegen. — Herrn Direktor James Klein\nist die Konzession entzogen worden.\nEr hatte die Absicht, in seiner Revue\n„Wilhelm Teil\" mit der Jungfrau von\nOrleans\" zu verkoppeln.\n15. Conrad Veidt hat sich vermählt und\nfährt morgen mit seiner jungen Frau\nnach Hollywood. Er benutzt diesmal\nden Meeresweg.\n16. Fritz Stahl hat ein Buch über Rembrandt\ngeschrieben, das Aufklärung über die\ninneren Beziehungen dieser beiden\nMeister gibt.\n17. W.T.B. Conradt Veidt ist mit seiner\njungen Gattin in Hollywood eingetroffen.\nEr wird jetzt vier Wochen der großen\nKunst leben. Der Künstler erklärt sich\npolitisch desinteressiert.\n18. Heute ist kein neuer Rembrandt ge-\nfunden worden. Das neue Buch von\nFritz Stahl über den Meister ist von\nJannings verfilmt worden. Unter der Regie\nvon Conrad Veidt wird Direktor James\nKlein persönlich den Meister darstellen.\n20. Jannings und Conrad Veidt haben sich\nnach Amsterdam begeben, um dort Lokal-\nstudien zu treiben. Sie haben in zwanzig\nLokalen sofort achtzig Rembrandts ent-\ndeckt und zwar auf den ersten Blick. Die\nneuen achtzig Bilder werden von Frau\nMassary creiert, die für das Unternehmen\nals Subdirektor gewonnen ist.\n\nKunstnachrichten für das Volk\nDezember"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "190", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 573, "texte": "21. Der Handel mit Rembrandts ist an der\nBörse von Amsterdamm zugelassen.\nSie stehen zunächst pari.\n22. Conradt Veidt ist nach Hollywood ab-\ngereist, um den heiligen Abend im Schofe\nder Familie zuzubringen.\n31. In der Weihnachtswoche ist ein neuer\nRembrandt in Nizza gefunden worden.\nIn Hollywood ist Jannings vom Verein\nder Auslandsdeutschen wieder als Ehren-\nMitglied aufgenommen und damit die\ndeutsche Republik endgültig anerkannt\nworden. 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Philosophie u. Kunst\nHerausgegeben von\n/ Willy Storrer und Hans Rein hart\nRedaktion: Hans Wilhelm Keller\nDiese neue Zeitschrift erscheint im grossen Format (18,5 X 26,5) und\nin vornehmer Ausstattung vierteljahrl. im Umfang von 160 Seiten, illustr.\nMarcel Brion-Marseille (Herausgeber der Cahiers du Sud) : ... diese\nZeitschrift gehort zu den bedeutendsten und lebendigsten im heutigen\nEuropa\nDie Weihnachtsnummer bring t unter anderem\nfolgende Beitrage:\nGestaltung\nHermann Hesse : Der Traum.\nRobert Va Ise r: Christusstudie.\nPaul Biihler: Der Weg zu\nApollo. Alexei Remisow: Die\nGeburt Christi. Gustav Gam-\nper: Aus der Briicke Europas.\nHans R einh art: Die Legende\nvom Herz mit den Ringen und\nRosen\nBiicher- Besprechung\nZeitschriften - Schau\nI\nBetrachtung\nRudolf Steiner: Der Egois-\nmus in der Philosophie. Willy\nStorrer: Die Vollendung des\nEinzigen. Siegfried Freiberg:\nÜber Seelenlandschaft. Fritz\nLemmermayer: Erinnerun-\ngen an Rudolf Steiner. Marcel\nBrion: Über die moderne Li-\nteratur in Frankreich. Willy\nStockar: Individualistische\nMenschheitsgeschichte. Otto\nFrankl: Georg Trackl\nJllustrationen und Kunstbeilagen\n15 Holzschnitte von Frans Masereel\nVerlangen Sie eine Probenummer zu Mk. 3.60\nIm Jahresabonnement (4 Biicher) Mk. 12.—\nWilly Storrer / Verleger / Lorrach-Stetten(Baden)\n(Verlag fur freies Geistesleben / Basel)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c013", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.2", "debut_caractere": 1707, "fin_caractere_exclue": 1920, "texte": "Contimporanul\nErste Zeitschrift der rumanischen\nmodernen Kunstgruppe\nInternationale Kunstmanifestation u.\njahrliche Ausstellungen\nDirektion: I. Vinea u. Marcel lancu\nRedaktion: Str. 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Marzillier & Co. BerliaW * Granewaidstr. 14-15\nGegriindet 1854 Hofspediteure S. M. des Konigs von Spanien Gegriindet 1854\nSpedition u. Mobeltransporte, Yerpackung u. Lagerung von\nGemalden und Kunstgegenstanden jeder Art. Lieferung und\nEmpfang nach und von alien Kunstausstellnngen des In-\nund Auslandes. Transportversieherungen aller Art\nSpedlf eutre d. Wirfschaf 112 lichen Verbandes Bildender Kttnstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher Illustraforen und Hausspediieure des „SlurniM"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c024", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "194", "page_fin": "194", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "194", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 909, "texte": "Verlag Der Sturm / Berlin W 9\nKOnstler- Postkarten / Verlag Der Sturm\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bildwerken folgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko / 4\nRudolf Bauer / 4\nViaeene Benes\nUmberto Boccioni 1* / 2\nCampendonc / 2\nMarc Chagall / 7\nOthon Coubine\nRobert Delaunay\nTour Donas\nLyonel Feininger\nAlbert Gleizes / 2\nJacoba van Heemskerck 112 / 3\nSigrid Hjerten Griinewald\nAlexei von Jawlensky\nBeia Kadar\nKandinsky / 3\nPanl Klee\nGskar Kokosehka / 2\nFernand Leger / 2\nAugust Macke *f*\nFranz Marc 112 / 3\nCarl Mense\nJean Metzinger\nJohannes Molzahn\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nGeorg Schrimpf\nKurt Schwitters\nGino Severini\nFritz Stuckenberg\nArnold Topp\nMaria Uhden 112\nNell Walden\nWilliam Wauer / 5\nMarianne von Werefkin\nNegerplastik\nGewebe aus Alt-Peru\nJede Karte 20 Pfennig / Farbige Karte Chagall: Die Kleinstadt / 30 Pfennig\nDie Ziffern hinter den Namen bedeuten die Zahl der reproduzierten Kunstwerke\n✓"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c025", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "194", "page_fin": "194", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "194", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.21", "debut_caractere": 911, "fin_caractere_exclue": 1636, "texte": "Dichtungen von Herwarth Walden\nDas Buch derMenschenliebe / Roman\nDie Harte der Weltenliebe / Roman\n< V «\nJedes Buch 2 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSunde / Ein Spiel an der Liebe\nGlaube / Komitragodie\nLetzte Liebe / Komitragodie\n' *\nJedes Buch 1 Mark\nSchriften von Herwarth Walden\nDie neue Malerei / Mit zahlreichen Abbildungen / 5. 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(£$ nwben\nfner $enfge*»osn|tUw xoa&v|>aft ret>olutionievt.\n$£enn em nocf) fo fd)arffimuger $iatf)emattfer,\nme e$ Jttbevt €«sem \\fty tm lo«*\nflifdjen $en?en nid)t genUgtnb gefd)ult tft, fo\nfann feine Scfytuffotgeruns f«slert)aft aus=\nfatten. <£m folder §ef)lf d)fu§ (Einftein* tft\nt>ter ummbetteglicj) nadjgetoiefen. $af)er nrivb\n(Etnftem t)ter wit feinen eigenen $$affen <mfs\n§ftupt Gestagen. problem, buret) ba3\nex $u fetnen golgevwugen gelangtt, if!\nalfo nrieber &ur 2)ebatte gegeben, unb etn\nStofuct) $u feme* Sofung xwtrb tjier #orge=\nfdjtagen. — Mes in altem *»ivb ftd) bte ge*\nfamte !9Kobetne überjeugen, fcaf mst Albert\n<£msein, fonbevn Smmcmue! j\\<mt\nba§ Self bt lb x»a|>v|>aft resolution tett jjat. Sn\n(Ernft tottb bte ?ufunft ben ed)ten\nCErben ternen. 2)ie $tttwett\nej?rt nut 3*\\\\ nidjt often, ele\nfinb berutjmt ruljimmirbtg. (Sin C3e=\nbante, erne mt fie fciefeS $Bcirl\n&ea>eift m*b mx atle taufenb 3a£*e etnmal\nunb ♦«&#£*♦ 5. §.\nMark 1,25\nVerlag Der Sturm\nBerlin ¥9\nDurch jede gute Buchbandlung oder dirt\nvom Veriag Der Sturm zu beziehen"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c027", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "195", "page_fin": "195", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "195", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.22", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 833, "texte": "Verlag Albert Langen in Miinchen\nbauhausbOcher\nWALTER GROPIUS, Internationale Architektur\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nPAUL KLEE, Padagogisches Skizzenbuch\ngeheftet Mk. 6\njn Leinen gebunden Mk, 8\nEIN VERSUCHSHAUS DES BAUHAUSES\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nDIE BOHNE IM BAUHAUS\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nPIET MONDRIAN, Neue Gestaltung\ngeheftet Mk. 3\nin Leinen gebunden Mk 5\nTHEO VAN DOESBURG, Grundbegriffe der neuen\ngestaitenden Kunst geheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nNEUE ARBEITEN DER BAUHAUSWERKSTATTEN\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 8\nL. MOHOLY-NAGY, Malerei, Photograghie, Kim\ngeheftet Mk. 7\n• in Leinen gebunden Mk. 9\nw. KANDINSKY, Punkt und Linie zu Flache\ngeheftet Mk. 15\nin Leinen gebunden Mk. 18\nJ. J. P. OUQ, Hollandische Architektur\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 9"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c028", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "195", "page_fin": "195", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "195", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.22", "debut_caractere": 835, "fin_caractere_exclue": 1547, "texte": "LA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANCAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\nfondle par HENRY LAPAUZE, publie au commen-\ncement de chaque mois, un fascicule de 60 & 80\npages, format in 4° raisin (25:32) contenant de\nnombreuses illustrations.\nLA REDACTION de La Renaissance del' Art\nFran?ais et des Industries de Luxe com-\nprend les 6crivains et les critiques les plus autoris£s\nde tousles pays d'Europe. Ses 6tudes docu-\nmentaires et ses chroniques d'actualit6s offrent un\ntableau constamment tenu k jour de L'ACTIVITfi\nDES ARTS DANS LE MONDE ENTIER.\nAbonnements:\nFrance .... 100 francs\nStranger. ... 25 Mark\nOn s'abonne chez tousles Libraires et a\nLA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANCAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\n10, Rue Royale / PARIS"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c029", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "195", "page_fin": "195", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "195", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.22", "debut_caractere": 1549, "fin_caractere_exclue": 1635, "texte": "> ;\n/\n%\n%\n%\nI\ncn\n••• •\n«*4\nGcbrau\nm\nMillioncn\nu on\nI\n,!»•*• '\n•m»»\nMfltn\ni\n• ■•10\nen !"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c030", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "196", "page_fin": "196", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.30", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "196", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.23", "debut_caractere": 281, "fin_caractere_exclue": 1619, "texte": "Soziaiististhe\nZum Verstandnis des\nmodernen kulturellen u.\npolit. Lebens unentbehrlicfe\nist die Lektiire der Zeitschrift\nMonatshette\nHerausgeber: JOSEPH BLOCH\nDie SOZIALISTISCHEN MONATS-\nJj HEFTE sind stets bestrebt, die Stel-\ne's lung, die sie sich in unserm offent-\na lichen Leben errungen haben, durch\n2 a ihre gewobnten Darbietuugen, die die\nAktualitat des Tages in die Sphare\ng „ wissenschaftl. Vertiefung zu riicken\n> § suehen, und durch standige Erweite-\ntb® rung ihres Inhalts zu behaupten und\nPm zu befestigen.\nH * Die SOZIALISTISCHEN MONATS-\nH HI % S HEFTE sind die einzige deutsche Zeit-\nH Hgj £J * schrift, die eine systematisch geglie-\nH I|||fe no derte Rundschau iiber offentliches\nK Leben, Wissenschaft, Kunst und Kul-\nW 9S 'turbringt. Einem jeden wird dadurch\nBBS JSjj eine fortlaufende Orientierung iiber\n■I h\"1 die einzelnen Gebiete ermoglicht. Di«\nZ Eg csT einzelnen Rubriken (33 an der Zahl)\nW& \"a 3 werden von Fachleuten bearbeitet.\ni? fjjg||j «.§ Probehefte stehen auf Verlangen je*\nB| derzeit kos t en fr e i zur Verfiigung.\nWMM g5O Dem unterzeichneten Verlag ist di«\ncu £ Mitteilung von Adre s s en willkom-\n&gf§ *| men, an die die Zusendung von Probe-\nBHh Ph » heften ratlich erscheint.\nVerlag der Sozialistischen Monatshefte\nG.iiiiniiiiiiiili mJlHiimniliil b.iilliiiiiiiiiln H.iiililiillliilllilllilii Berlin W35"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c031", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c031", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "196", "page_fin": "196", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.31", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "196", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.23", "debut_caractere": 1621, "fin_caractere_exclue": 1857, "texte": "Revue Germanique\nLille | 55 Rue Brule-Maison\nI Periodique trimestriel\nI Abonnement 30 Frs. pour I'etranger\nI Informations sur le mouvement\nI litteraire et les travaux philolo-\ngiques en Allemagne aux Pays-\nBas et en Scandinavie ■■■■■■■I"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-03-01-c032", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-03_01#c032", "volume": "bmtnabg_1927-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "196", "page_fin": "196", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.2.32", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "196", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.23", "debut_caractere": 1859, "fin_caractere_exclue": 2070, "texte": "INTEGRAL\nREVUE DE SINTHESE MODERNE du SEUL\nGROUPEMENT d'AVANTGARDE ROUMAIN\nPARAISSANT CHACQUE MOIS _\nDIRIGE par nn Comite bucarestois et parisien\nREDACTION: M. 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JAHRGANG\nBERLIN / MARZ 1927\n12. HEFT\nDER STURM\nMONATSSCHRIFT /\nHERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nMärz 1927\n\nHerwarth Waiden:\nAmtliche Kunst\n' ■ V. ■\nKinderspielplatz im Weltkurort\nY ölkerverständigung\nund Grand Guignol\nRoulette\nSaison in Nizza\nKunstnachrichten für das Volk\nMax Taut:\nVerbandshaus der deutschen Buchdrucker"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.2", "texte": "Kunsiausstellung\nDer Sturm\nBerlin W9 / Potsdamer Strasse 134a1\nMarz 1927\n156. Ausstellung •\nThilo Maatsch\nHans Jaenisch\nGeoffnet von 10—6\nSonntags von 11—2\nLesesaal mit 70 auslan-\ndischen Zeitschriften\nB ilderverl eih\nJeden Mittwoch\nBV2 Uhr\nSturm-\nAbende\nNach der Vorstellung\nTANZ | Jazzband\n\nVerkauf von Kunstwerken auf Ratenzahlung\n\nIHDIVIDUALITKT\nVierteljahrsschrift 112. Philosophie u. Kunst\nHerausgegeben von\n/ Willy Storrer und Hans Rein hart\nRedaktion: Hans Wilhelm Keller\nDiese neue Zeitschrift erscheint im grossen Format (18,5 X 26,5) und\nin vornehmer Ausstattung vierteljahrl. im Umfang von 160 Seiten, illustr.\nMarcel Brion-Marseille (Herausgeber der Cahiers du Sud) : ... diese\nZeitschrift gehort zu den bedeutendsten und lebendigsten im heutigen\nEuropa\nDie Weihnachtsnummer bring t unter anderem\nfolgende Beitrage:\nGestaltung\nHermann Hesse : Der Traum.\nRobert Va Ise r: Christusstudie.\nPaul Biihler: Der Weg zu\nApollo. Alexei Remisow: Die\nGeburt Christi. Gustav Gam-\nper: Aus der Briicke Europas.\nHans R einh art: Die Legende\nvom Herz mit den Ringen und\nRosen\nBiicher- Besprechung\nZeitschriften - Schau\nI\nBetrachtung\nRudolf Steiner: Der Egois-\nmus in der Philosophie. Willy\nStorrer: Die Vollendung des\nEinzigen. Siegfried Freiberg:\nÜber Seelenlandschaft. Fritz\nLemmermayer: Erinnerun-\ngen an Rudolf Steiner. Marcel\nBrion: Über die moderne Li-\nteratur in Frankreich. Willy\nStockar: Individualistische\nMenschheitsgeschichte. Otto\nFrankl: Georg Trackl\nJllustrationen und Kunstbeilagen\n15 Holzschnitte von Frans Masereel\nVerlangen Sie eine Probenummer zu Mk. 3.60\nIm Jahresabonnement (4 Biicher) Mk. 12.—\nWilly Storrer / Verleger / Lorrach-Stetten(Baden)\n(Verlag fur freies Geistesleben / Basel)\n\nContimporanul\nErste Zeitschrift der rumanischen\nmodernen Kunstgruppe\nInternationale Kunstmanifestation u.\njahrliche Ausstellungen\nDirektion: I. Vinea u. Marcel lancu\nRedaktion: Str. Trinitatii 35\nBukarest Rumanien\n\nII II\nMusikalien und Instrumente\nkauft man bei\nBreitkopf & Hartel\nBerlin W 9, Potsdamer Strafie 21a\nLutzow 1692 und 8647\n\nMEL O S\nZeitschrift fur Musik 1\nSchriftleitung: Dr. Hans Mersmann\nErscheint monatlich\nPreis des Einzelheftes M. 0.60. Abonnementspreis jahrlich M. 7.2§\nund Porto\nMITARBEITER:\nu. a.: F. Busoni j M. Slevogt / Ph. Jarnaeh / Heinz Tiessen\nE. Wellesz (Wien) / H. Prunieres / A. Coeuroy / Boris de\nSchloezer (Paris) / E. Evans (London) / M. Labroca (Rom)\nE. Braudo / L. Ssabanejeff (Moskau) / F. Gljeboff (Leningrad)\n' INHALT:\nIn den Einzelheften wurde eine inhaltliche Geschlossenheit er-\nstrebt; ihre leitenden Gesichtspunkte waren u. a.:\nDie Oper (2 Hefte) Musik im neuen Rut-\nland (2 Hefte) Romanische Musik / Die\nCinheit der Kiinste / Musikwissenschaft\nNeuer 5. Jahrgang ab 1. Oktober 1925\nProbeheft gratis vom\nMelos-Verlag G. m. b. H.\nBerlin-Friedenau I Stubenrauchstraf3e 4-0"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "[175]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.3", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT /HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nBerlin / März 1927\n17. Jahrgang\n12. Heft\n\nHerwarth Waiden: Amtliche Kunst\n4 «, _ . , s; \" ■ ■ : ' ' ' ' * .\n/ \\ . •- \\ ... \\\nKinderspielplatz im Weltkurort\nx ' \" > < -* ' • v ' f -\n■ •* -- i \"•\n* — \" . * • » j *\nVölkerverständigung\nund Grand Guignol\n% ■ . , • ' ' ' t ' . ' 4.\n' • ' V ■' v •- <\nRoulette\n„ t \\ '\n' • '■ i ' • ' ...\nSaison in Nizza\nV v • . • - ■ ' • - ' . - „ ' 1\n■ % • ■ } \\ , . ; ' . , ■■\nf *' k. ' ' N , y *\nKunstnachrichten für das Volk\nMax Taut: Verbandshaus der deutschen Buchdrucker"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "[176]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.4", "texte": "Zeitschrift Der Sturm\nErschienene Sonder-Hefte des 17. Jahrgangs:\nApril Expressionismus\nr Mai Afrika und Sudsee-Kunst\nJuni Theater\nJuli Tanz und Plastik\nAugust Sturmabende Dichtungen\nSeptember: Wilhelm Ostwald\nSC HRIFTI JEITUNG: HE\nVerlag Der Sturm Berlin W9 Potsdamer Strasse 134 a\nFemruf Liitzow 4443 Postscheckkonto Berlin 120658\nVerlagsverzeiehnisse kostenlos vom Verlag Der Sturm\nJedes Heft hat zahi-\nreiche Abbildungen\nJahresbezug . M 12\nhalbjahrlich . M 6\nEinzelheft . . M 1\nMitglieder der\nGesellschaft der\nSturmlreunde E. V.\nerhalten die Zeit-\nschrift satzungsge-\nm&B zum halben\nPre is e\n\nTEATRO\nRevue Internationale du nouveau art\ndramatique\nHerausgegeben von\nRUGGERO YASARI\nund\nLUIGI ALESSIO\nElle s'interesse de faire connaitre en\nItalie le iheatrc vivant de toute nation\nAbonnement d'une annee (12 Hefte)\nLIRE 40\nEdizionißinascimento\nTorino, Via Saluzzo 41 jmt\nII\n\nJutta Klamt - Schule\nGymnastik-Tanz\nSEMINAR:\nAusbildung zur Lehrerin fur\nGYMNASTIK und TANZ\nNeuzeitliche und erfolgreichste\nLehrgrundsatze\nKLASSEN fur BtIHNENTANZ\nGYMNASTIK fur LAIEN\nBewegungsschulung fur Sehauspiel\nund Film &\nSekretariat: Berlin W 15, Pariser Strasse 37\nFernsprecher: Oliva 3265\nAnfragen! Prospekte!"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "177", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.5", "texte": "Also nun weife man, nun weife jeder Mann\nüber die Lage der europäischen Kunsl Be-\nscheid. Die Lage ist, noch dazu in der\nUniversität Berlin durch Geheimrat Professor\nWaetzoldt in eine bestimmte Stellung ge-\nbracht worden. Die Sitzung zur Stellung\nder Lage veranstaltete der Bund für Kunst-\nausstellungen in der Schule. Die ganz grofee\nPresse teilt mit, dafe der Geheimrat sehr\ninteressant, sehr klar gesprochen habe, „man\nhatte das bestimmte Empfinden, dafe er sich\nschon seit langem mit gröfeter Intensität\nauch in das Wesen und die Ziele der\nmodernen Kunstbewegung vertieft hat.\" Das\nhat die ganz grofee Presse bekanntlich nicht\ngetan. Sie hat es daher leicht, bei Geheim-\nräten das bestimmte Empfinden von Tiefen-\nvorsehung zu bekommen. Der Geheimrat\nsagt, er wolle weder schmähen noch ver-\nherrlichen, er wolle nur versuchen, zu zeigen,\nwie er die Dinge in der Kunst sähe. Also\neine durchaus subjektive Angelegenheit. Es\nmag für den Bund interessant sein, zu hören,\nwie ein Geheimrat die Dinge in der Kunst\nsieht, auch ohne Kunst zu sehen. Der Ge-\nheimrat vertieft sich, indem er feststellt, wenn\nman solche Versuche mache, nämlich Dinge\nin der Kunsl zu sehen, müsse man sich\nhüten, gewisse stylistische Erscheinungen der\ndeutschen Kunst zu überschätzen. Der Ge-\nheimrat geht direkt an die gewissen Dinge\nder Kunst heran: „Der Expressionismus ist\neine spezifisch deutsche Angelegenheit, die\nman auch draufeen im Ausland nicht anders\nbeurteilt. Den Expressionismus identifiziert\nman draufeen mit dem Bolschewismus, dem\nAnarchismus. Das ganze Deutschland, so\nurteilt man dort, spiegele sich eben in den\nFormgebungen seiner Kunst wieder. Und\nDeutschlands Schicksal sei in diesen Dingen\nnur mit dem Italiens und Rufelands ver-\nwandt. Heute aber geht die gesamte Kunst\nEuropas durch eine Krisis, die Kurve des\nSpiels biegt um und wir erleben das Glück,\nselber mitzumachen, wie ein Spiel wird.\"\nSchade, dafe der Geheimrat die letzten\nzwanzig Jahre verschlafen hat. Er hätte schon\nlange das Glück erlebt, selber mitzumachen.\nOffenbar hat er sich erst jetzt vertieft. Früher\nhatte er nur das bestimmte Empfinden ge-\nhabt. Als ihm vor vier Jahren ein schwedi-\nscher Sammler den Katalog von dreifeig\nBildern seiner expressionistischen Privat-\nsammlung schickte, dankte der Geheimrat\nihm herzlich und bedauerte lebhaft in diesem\nBrief, dafe es in Deutschland keine Sammler\nexpressionistischer Kunst gäbe. Hätte der\nGeheimrat sich nach seinem Büro etwa in\nBerlin umgesehen, würde er, fünf Minuten\nvon seinem Amtssitz entfernt, etwa eine\nSammlung von sechshundert Bildern\nexpressionistischer Kunst gesehen haben\nkönnen. Aber er wollte das Glück damals\nnicht mitmachen. Jetzt hingegen, wo es ge-\nfährlich wird, wo die gesamte Kunst Europas\ndurch eine Krisis geht, da springt der Ge-\nheimrat auf den Plan und er orientiert die\nstaunende Presse und die erstaunte Mitwelt\nüber die vorkriiischen Zeiten. Mit wem mag\nder Geheimrat da draufeen korrespondiert\nhaben, oder verwechselt er draufeen mit\ndrinnen. Der Geheimrat wird mir wenigstens\nglauben, dafe ich in jenen vorkritischen Tagen\nrecht viel über den Expressionismus gehört\nhabe. Mir hat nun mein Gewährsmann\nimmer gesagt, dafe man drinnen den\nExpressionismus mit dem Bolschewismus\nidentifiziere, weil man nämlich drinnen solche\nAngst vor dem Bolschewismus hat Und\nwenn der Geheimrat Bolschewismus und\nAnarchismus für dasselbe hält, so kann ich\n\nAmtliche Kunst"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "178", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.6", "texte": "ihm nachempfinden, daß er den Expressio-\nnismus für eine deutsche Angelegenheit hält.\nWenn nun aber durch diesen peinlichen Ex-\npressionismus sich das gegenwärtige Deutsch-\nland und leider noch Italien und Rußland\nwiderspiegelt (das ist schon der berühmte\nWahnsinn ohne Methode), wie kann der\nGeheimrat eine so ernste Angelegenheit eine\ngewisse stylistische Erscheinung nennen. Der\nGeheimrat macht es wie die übrigen ver-\nschlafenen Kunstforscher. Er setzt die Ent-\nstehung des Expressionismus einfach in das\nJahr, in dem er erwacht ist, und geht dann\nzu den Dingen der Kunst selbst über. „Der\nExpressionismus deformiert mit Willen, er\nstülpt die Dinge um, übersteigert sie. Der\nHang zur Primitivität beherrscht den Künstler,\nder Drang zum Abstrakten, der Drang zum\nPathos\". Der kleine Moritz hat bekanntlich\ngeglaubt, daß der Expressionismus ohne\nWillen deformiert, weil die jungen Leute nicht\nzeichnen konnten. Hier wird nun der kleine\nMoritz, hier werden die großen Kunstkritiker\neines besseren belehrt. Dem Expressionismus\nwird amilich bestätigt, daß er mit Willen\ndeformiert. Er stülpt die Dinge der Kunst\num, sagt der Geheimrat. Was mag der\nMann sich unter deformieren denken. Hang\nund Drang beherrschen den Künstler, sagt\nder Geheimrat; Sturm und Drang zu sagen,\nist ihm zu riskant. „Mit einemmal aber\nkomplizieren sich die Dinge.\" Mit einem-\nmal ist gut, weil der Geheimrat erst eben\naufgewacht ist, geht es verdammt schnell mit\nder Krisis und dem Glück mitzumachen.\n„Mit einemmal aber komplizieren sich die\nDinge: das Abstrakte wird vom Verismus,\nvon der neuen Sachlichkeit, abgelöst; neben\ndie Neigung zum Pathos tritt eine neue\nMelodik, etwas Neuklassizislisches, und an\nder Stelle der Primitivität meldet sich die\nSehnsucht zum Können.\"\nSich. Auf deutsch: sie verwickeln sich. Wieso.\nBei wem. Wodurch. Es sind rechtschaffen\nverwickelte Dinge. Kommando der Sehn-\nsucht von Kunstunsach verständigen: Ab-\nlösung vor. Das Abstrakte wird von der\nneuen Sachlichkeit abgelöst. Da es aber\nbekanntlich nur eine Sachlichkeit gibt, so ist\ndie neue Sachlichkeit die gute neue Sachlich-\nkeit. Schlichter Kitsch genannt. Der Ge-\nheimrat erlebt das Glück, den Kitsch selber\nmitzumachen. Nach der Ablösung meldet\nsich gehorsam, wie befohlen, die Sehnsucht\nzum Können. Der Geheimrat behauptet\nalso, daß die Künstler des Expressionismus\nbis zum Moment seines Erwachens nichts\ngekonnt haben. Trotzdem man draußen\ngeurteilt hat, daß sich Deutschland eben in\nden Formgebungen seiner Kunst wieder-\nspiegele. Nachdem der Geheimrat sich in\nseinem Deutschland gründlich geirrt hat,\n„geht er den neuen Strömungen in allen\nLändern nach\". Er behauptet, „in Rußland\nsei die Radikalisierung der Kunst deshalb\nso gründlich erfolgt, weil doch eigentlich\nkeine Tradition geherrscht hat, keine natio-\nnale Kunst.\" Der Geheimrat ist aber zu\nspät nach Rußland gereist. Er hätte dort\nbeinahe eben so viel Traditionskitsch und\nnalionale Kunst finden können, wie in\nDeutschland. Daß man in Rußland auch\nheute noch Kitsch macht, ist kein Beweis\nfür die neue Sachlichkeit. Ganz famos ist\nseine Entdeckung der Kunstdinge in Italien:\n„Der Grund zum Futuristischen war einfach\nder, daß der modernen italienischen Kunst\nimmer die große Vergangenheit vor Augen\ngeführt wurde.\" Höchst einfach und nicht\nkompliziert. Wie anders in Deutschland.\nHier wurde der jungen Kunst nichts vor\nAugen geführt. Nichts von der großen Ver-\ngangenheit. Man hatte nämlich keine. Und\ndie große Vergangenheit anderer Länder, die"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "179", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.7", "texte": "Renaissance, Rembrandt - wer hatte sie je\nin Deutschland beachtet. Jetzt aber haben\nsich die Italiener wieder besonnen, sagt der\nGeheimrat, jetzt sind sie wieder für die\ngroße Vergangenheit. „Heute aber sind sie\nwieder stolz auf ihren neuen Akademismus\nunter dem Regime der faschistischen Herr-\nschaft.'' Der Geheimrat wird hiermit zum\nMussolini der neuen Sachlichkeit empfohlen.\nJetzt haben wir den italienischen Salat: Neue\nSachlichkeit gleich neuer Akademismus. Also\nSachlichkeit gleich Akademismus. Oder neue\nSachlichkeit gleich alter Akademismus. Oder\nalte Sachlichkeit gleich neuer Akademismus.\nAuch für Frankreich richtet der Geheimrat\neiniges Unheil an. Er behauptet, daß in\nFrankreich jeder neue Weg in der französi-\nschen Tradition münde, beruft sich auf diesen\nUnsinn auf den Spanier Picasso, behauptet\nnoch schnell, daß der deutsche Künstler sich\nmit den inneren Angelegenheiten befaßt\nund kurz aber nicht gut, daß man heute die\nErscheinung eines großen „Stabilisierungs-\nProzesses der Kunst fühlt\". Erscheinungen\nsoll man sehen und nicht fühlen. Dann\nkommt man nicht zu dem großen Stabili-\nsierungsprozeß. Und sollte man glauben,\ndaß dieser Anhänger des neuen Kitsches\nsich sogar darüber freut, daß „wieder die\nZeichen des Nazarenertums auftauchen\". Es\nist hoffnungslos. Wenn etwas noch so fest\nversenkt und untergegangen ist, immer\nfindet sich wieder ein Geheimrat, dem solche\nZeichen auftauchen, auch wenn sie es gar\nnicht mehr können.\nDas wäre die Stellung der Lage. So sieht\nder Geheimrat und die amtlichen Stellen\ndie Dinge der Kunst. Man nennt den alten\nPlunder neu, bewacht ihn mit faschistischen\nMitteln und kann sich wieder beruhigt\nschlafen legen. Das wird nicht mehr ge-\nduldet. Man wird bald sehen müssen. Man\nwird nicht mehr Nazarener sein, um anderen\ndas Vergnügen des Mordens zu gönnen.\n\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "180", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.8", "texte": "Nina, die vierjährige Spanierin, wird von\nihrer langen Mutter auf die Erde gestellt.\nSie hüpft mit beiden Füßen zugleich zur\nBank unter den Palmen, und patscht der\nfranzösischen Bonne in die Handarbeit.\nVon der Bank gegenüber unter Palmen\nerhebt sich ein Greis am Ende des Lebens\nauf einem weißen Sonnenschirm und einem\nSpazierstock. Seine Augen sind gegen das\nLicht der Erde durch eine schwarze Brille\nabgeblendet. Aus ihren Bügeln kriecht\nweißes Haar über die verfallenen Backen.\nDie Mutter Spanierin steht, große Dame, fest\nauf hohen rosa Beinen. Ihre rechte gold-\nbeschwerte Hand wirft Cheri, dem Hundchen,\nden Ball zu. Cheri macht mit seinen vier\nBeinen zwei Schritte und läßt den Ball auf\nsich beruhen. Die Bonne schickt Nina nach\ndem guten Ball. Und Nina macht auf ihren\nzwei Beinchen vier Schritie hin zu Cheri, der\nmit staunenden Kinderaugen auf den her-\nanschlotternden Greis schaut, der vier Beine\nhat. Nina aber ist sehr böse auf die Ab-\ngewandheit von Cheri und drückt ihm die\nbeiden Händchen fest und wieder und wieder\nauf die Augen. Das Hundchen ist leicht\nverwirrt, aber ohne Widerstand. Nun nimmt\nNina seinen Hals in ihre Arme und schleppt\nihn freundlich ziellos irgendwo. Das Hund-\nchen fühlt sich leicht geniert, ist aber ohne\nWiderstand. Auf der Bank unter Palmen\nneben der Bonne hören zwei Nadeln auf\nzu klappern und unter einer Hornbrille\nklappert nun eine Slimme von malträtierten\nHunden und schlecht erzogenen ausländi-\nschen Kindern. Die Mutter Spanierin wirft\nihre überröteten Lippen fast in den Himmel,\nwährend die Bonne erklärend bemerkt, daß\nes dem Hund nicht weh tue, da er schon\ndaran gewöhnt sei. Indessen hat Nina das\nHundchen fallen lassen. Es wirft sich auf\nden Boden und Nina setzt sich wohlwollend\nauf es und preßt so viel von seinen Beinen\nin ihre Fäuste, als hineingehen. Cheri knurrt,\nist aber sonst ohne Widerstand. Der Greis\nist beinahe über die Beiden gefallen. Er\nwendet die gütige Weisheit des gütigen Alters\nan: er wird dich beißen. Kleine, auch Hunde\nsind Lebewesen. Hunde sind viel besser\nals Menschen, klappert die Slimme unter\nder Hornbrille. Viel besser. Welcher Mensch\nwürde sich das gefallen lassen. Ich nicht.\nIch bestimmt nicht. Aber wenn die Jugend\nheute so erzogen wird, muß die Menschheit\nverwildern. Die Menschheit ist verwildert,\nplappert die Greisenstimme. Wo sind meine\nKinder, daß ich mich auf sie stütze. Cheri\nversucht aufzustehen, da springt Nina nach\nund preßt seine Hinterpfoten fest und\nnicht ohne Liebe gegen ihre kleine Brust.\nWollen Sie sich nicht des Hundes erbarmen,\nFräulein, klappert die Slimme, oder ich\nwerde selbst eingreifen. Da steht Nina\nplötzlich vor der Bank und legt den guten\nBall freundlich auf den Schoß der Slimme,\nwährend Cheri voller Enlzücken bellt. Die\nBonne, in ihren erzieherischen Fähigkeiten\nbeleidigt, holt Kind und Hund und Ball zu\nihrer Bank. Sie haben recht, Madame,\nflötet eine feiste Stimme unter einem\nschwarzen Schlapphut in die Stricknadel\nhinein. Sie haben recht, Madame, Tiere\nsind Geschöpfe Gottes, die unser Vater nicht\nzu unserem Vergnügen geschaffen hat. Wo\nsind meine Kinder, daß ich mich auf sie\nstütze. Und nun Kinder, jubelt die Führerin\nder fünf Siebenjährigen, nun spielen wir\nRevolution. Ich bin Bolschewik und ihr\nseid Engländer und ich verhaue euch alle\n\nKinderspielplatz\nim Weltkurort"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "181", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.9", "texte": "Die Stricknadel fällt zu Boden, schon hat\nsie Cheri seiner Fürsprecherin genommen\nund jagt mit ihr davon. Nina hüpft vor\nVergnügen immer auf dem Platz, ihreÄrmchen\nsuchen das Hundchen zu greifen. Cheri\naber hat sich am Ende des Platzes zwischen\ndie Füße der Mutter Spanierin zurückgezogen,\nder gerade ein deutscher Referendar auf\nSchulspanisch die Fehler des französischen\nFinanzausgleiches klarzumachen sucht. Die\nSpanierin fühlt sich durch Cheri gerettet und\nwirft ihn lässig zwischen Arm und Hüfte.\nWollen Sie mir nicht meine Stricknadel\nwieder beschaffen, zischt die Klapperstimme\nhinüber zur Bonne. Das grenzt an Raub.\nDie Welt ist verloren, flötet die Stimme\nGottes, während zwei manikürte Hände\nsich auf das erhebliche Bauchgewölbe legen.\nSehen Sie Madame, dort diese alte Dame,\nist es nicht eine Schande. Eine russische\nFürstin. O, eine Fürstin. Die Stricknadel\nist fast vor Ehrfurcht vergessen. Bedenken\nSie Madame, eine Fürstin. Vertrieben. Ohne\nHeimat. Ich halte ihren Glauben zwar für\neinen Irrglauben. Aber sie ist strenggläubig.\nUnd eine Fürstin. Der Greis hat sich jetzt\nbis zum leeren Platz auf der Bank durch-\ngetastet. Cheri springt von der heran-\nwandelnden Hüfte gerade auf die Schuhe\nder Fürstin und bellt sie lebhaft aus. Nina\nspringt ihm jauchzend auf den Rücken und\nklammert sich an das eine adlige Bein.\nSchon schlägt die edle Hand auf das süße\nGesichtchen. Nina fällt schreiend. Der\ndeutsche Referendar stellt der Mutter Spanierin\nseine Dienste zur Verfügung. Die Visiten-\nkarten wölbten sich auf seiner schmalen Brust.\nCheri aber beifet wütend und ohne Vor-\nbereitung die Fürstin in die Wade. Nina\nreifet unter Tränen dabei dem Hundchen\nfast den Schwanz aus. Die Bonne über-\nreicht Madame die zurückgekehrte Strick-\nnadel, während der Mann Gottes sich um\ndie Fürstin bemüht und dabei gierig auf\ndas große Loch des Strumpfes schaut. Die\nFürstin wimmert mit Würde. Die Klapper-\nstimme schweigt, wutverzehrt bekommt sie\nHände und Beine, stürzt vor, reißt die\nHändchen von dem Hund und stößt die\nkleine Nina vor die Brust, daß sie heulend\nhinfällt. Ich will dich lehren Tiere zu quälen;\nkomm, du armes Hundchen. Schon hat sie\nCheri, außer sich vor Wut, in den Arm ge-\nbissen. Du Satansvieh klappert die Stimme,\nhab' ich das um dich verdient? Nina hat, noch\nweinend, auf der Erde den guten Ball wieder-\ngefunden, rappelt sich auf und wirft den Ball\nin den halboffenen Sonnenschirm, der das\nvierte Bein des Greises darstellt. Schon ist\nder deutsche Referendar mit der Polizei da.\nZwecks Feststellung der Personalien. Die\nFürstin hat keinen Ausweis und soll zur\nWache. Sie wissen wohl nicht wen Sie vor\nsich haben mein Herr, flötet die feiste\nStimme. Sie reden mit einer hochgeborenen\nFürstin. Für mich gibt es nur Pässe oder\nIdentitätskarten. In welchem Verhältnis\nstehen Sie überhaupt zu der Dame. Die\nfranzösische Polizei ist gut, strahlt der Re-\nferendar. Ganz wie bei uns. Die Mutter\nSpanierin betrachtet interessiert ihre fünf-\nzentimeterlangen Fingernägel. Cheri ist mit\neinem Satz in den weißen Sonnenschirm\ngesprungen und rettet den guten Ball für\nNina. Der Schirm ist gefallen und Nina\nreißt vor Freude dem Hundchen beinah das\nFell vom Leibe. Cheri überlegt jetzt ernst-\nhaft, ob er vor Verzweiflung beißen soll.\nDa küßt sie ihn mitten auf die Schnauze.\nDer Greis versucht indessen vergeblich, den\nSchirm zu angeln. Wo sind meine Kinder,\ndaß ich mich auf sie stütze. Und nun, jubelt\ndie Führerin der Siebenjährigen, singen wir\nalle „No, no Nanette\", weil ich euch besieg"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "182", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.10", "texte": "habe. Da kommt auch der Vater Spanier.\nEr kü&t der Gattin die Fingernägel. Der\nReferendar bittet vorgestellt zu werden.\nNina legi dem Greis den guten Ball in den\nSchofe. Die beiden verwundeten Damen\nhaben sich ausgesprochen. Der Polizist hat\nsie über die Rechtslage aufgeklärt. Der\nVater Spanier schreit die Bonne an, dafc sie\nsich so wenig um die anvertrauten Kinder\nund Hunde kümmere. Der Mann Goites\nhilft dem Greis zum Sonnenschirm. Die\nMutier Spanierin legt Kind und Hund auf\nje eine Hüfte, die Bonne folgt ihr beleidigt,\nder Referendar klärt den Vater Spanier\nüber die deutsche Außenpolitik auf. . Der\nGreis hat sich aufgerichtet. Der Mann\nGottes duselt. Eine Kanone schlägt Mittag.\n\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "183", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.11", "texte": "Geheimräte und Schauspieler bemühen sich\nständig um die Verständigung der Völker.\nInsbesondere sollen Deutschland und Frank-\nreich sich gründlich kennen lernen. Es sind\naber nur bestimmte Klassen und einzelne\nPersonen, die Mißverständnisse schaffen, um\nsich durch ihre Beseitigung eine materielle\noder geistige Existenz zu verschaffen. Die\nübrigen Bewohner der Länder verstehen sich\nglänzend und werden nur von Regierungen\nmehr oder weniger eindringlich verhindert,\nsich zu verständigen. Auch Regierungen\nmüssen sich bemerkbar machen. Die Fran-\nzosen sind vielleicht nicht so ernst wie die\nDeutschen. Ernst aber ist Unfähigkeit zum\nLeben. Das Leben im Geiste macht so selig,\nwie das Leben der Armen: denn ihrer ist\ndas Himmelreich. Sehr erfreulich. Aber\nwas macht man bis dahin ? Wer viel zu\ndenken hat, dem kann man schlechtes Essen\nund Trinken vorsetzen. Man kann ihn für\ndie Ewigkeit arbeiten lassen. Man kann\nihn überhaupt behandeln wie man will. Er\nläßt sich auch behandeln. Hat er doch das\nHimmelreich. Es wird im wesentlichen von\nDeutschen bevölkert sein.\nDie Franzosen hingegen nehmen nicht ein-\nmal das Theater ernst. Man raucht. Der\nErnst des Lebens beginnt stets mit dem\nVerbot des Rauchens (Beispiel: Museen,\nStraßenbahnen, Frauenabteile und staatliche\nTheater). Man kommt und geht. Das Theater\nist schließlich keine Vorlesung, sondern ein\nSchau-Spiel. Auch werden Ueberraschungen,\nsogenannte Surprisen verkauft. Die Surprise\nist im Deutschland der Vorkriegszeit durch\ndie dazugehörige Omlette bekannt geworden\ndie während des Krieges verschiedentlich in\nEierkuchen mit Eisgehalt umgetauft wurde.\nIn Frankreich versteht man unter Surprisen\ndie netten kleinen Kitschsachen, die die Ge-\nbildeten als Reiseandenken zu kaufen pflegen\nund die den Wohnungen neben den Photos\nein gewisses Kunstgepräge geben. Außerdem\nkann man im Theater zu Nizza während\nder reichlichen Pausen Boule spielen. Die\nBoule ist eine bescheidenere Art Roulette.\nMan kann hierbei leicht ebensoviel verlieren,\naber im Unglücksfall weniger gewinnen.\nAußerdem kann ein gewandter Bankhalter\nwährend einer Minute sechs Spiele spielen.\nEr hat also die sechsfachen Verlustchancen der\nSpieler im Verhältnis zu Roulette. Deshalb\ndarf bei Boule geraucht werden, während\nes bei Roulette verboten ist.\nIndessen beginnt das zweite Stück. „Offizielles\nGastspiel des Theaters Grand Guignol von\nParis.\" In Nizza. Kubelik spielt nebenan\nim Kasino auf der Violine. Trotzdem seine\nPhotos noch jünger geworden sind, spielt\nbereits ein Fräulein Kubelik mit. Auch mit\nder Violine. Das Stück heißt: „Der Mann,\nder den Teufel gesehen hat.\" In den Stücken\ndes Grand Guignol soll es bekanntlich immer\nsehr schrecklich zugehen. Nur für starke\nNerven. Also, ein Mann hat den Teufel\npersönlich gesehen. Der Teufel hat sogar\nmit ihm gesprochen und ihm prophezeit,\ndaß er stets gewinnen wird. Alle Boule -\nspieler, also das ganze Publikum, möchte\nauch gern mit dem Teufel sprechen. Auch\nso entre nous deux. Ein anderer Herr, der\nden ersten Herrn kennen gelernt hat, trifft\nin selbiger Nacht nunmehr auch den Teufel\npersönlich, der sich stets durch Zug (selb-\nständiges Öffnen einer windschiefen Tür) be-\nmerkbar macht. Den Teufel sehen und auf\nihn schießen ist das Werk dieses zweiten\nHerrn, dieses Intellektuellen. Trotzdem fällt\n\nVölkerverständigung\nund Grand Guignol"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "184", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.12", "texte": "er in Ohnmacht, weil er doch im Grand\nGuignol erschrecken muß. Pause. Boule:\n„Messieurs, faites voire jeu.\" Zweiter Akt.\nDer Intellektuelle liegt noch in Ohnmacht.\nMehrere Herren und Damen kommen ihn\nerwecken. Mit Wasser und mit Rütteln. Aus\nDankbarkeit erzählt er seine Konferenz mit\ndem Teufel. Verschweigt auch nicht, dafe er\nauf ihn geschossen hat. Beweis: Er legt\ndas schufelose Gewehr auf den Freund an,\nschießt und der Mann ist tot. So etwas\nnennt man Tableau. Von Bildern möchte\nich aber an dieser Stelle nicht reden. Der\nIntellektuelle konnte nicht ahnen, dafe zwecks\nErregung des zweiten Schreckens hinterrücks\neine Zwischenladung vorgenommen war.\nVorhang. Beifall nicht üppig, Beglückwün-\nschung des Autors in der Loge. Boule. Intime\nJazz- Musik, erzielt durch ein schlecht besetztes\nOrchester. Dieses Teufelstück wird übrigens\nim Dunkeln gespielt. Auch Jessner macht es.\nDunkelheit wirkt immer gruselig — und ist\neindeutig. Drittes und letztes Stück. Nun\nwird es Ernst mit dem Spafe. Wie sag' ich\nes meinen Kindern. Eine Ehefrau möchte\nKinder. Der Ehemann ist schon darüber\nhinweg. Ist aber bereit,. das Opfer eines\nStellvertreters zu bringen. Er beschafft ihn\nsogar persönlich und zahlt für das Opfer\n4000 Francs. Goldfrancs. Der Vertreter\nverschwindet in das Zimmer des sehnsüchtig\nwartenden Opferlamms. Kommt im Spar-\noberhemd (Chemisette genannt) zurück. Im\nTonfall des Heroen: „C'est fait.\" Das\nPublikum jubelt. Leider stellt sich heraus,\ndafe der Vertreter zwar 9 Kinder von seiner\nGattin hat, sie aber von ihm keins. Das\nerzahlt sie selbst dem Brotherrn ihres Gatten.\nDer Opferhammel teilt diesen Betrug voller\nVerzweiflung und Wut dem seligen Opfer-\nlamm mit. Doch die Ehefrau ist sofort\nmännlich gefafet: „Qu'c'est que ca fait, va\nchercher un autre\": Das sind die Schrecken\nvon Grand Guignol. Die Völker haben\nsich verstanden. Die anwesenden deutschen\nGeheimräte und Schauspieler haben, soweit\nsie französisch können, ebenso begeistert\ngelacht wie die Franzosen. Noch mehr, so-\nweit sie überhaupt nichts verstanden haben.\nWeil die anderen lachten. Nur im Lachen\nkann man sich verständigen.\n\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "185", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.13", "texte": "Da sitzen sie, auf Ledersesseln, sie, die das\nGlück studieren. Rauchen und Sprechen ist\nverboten. Viele galonierte Diener sind zur\nDurchführung dieser Verordnung angestellt.\nDie Studierenden haben auf ihrem Platz\nLogarithmentafeln und Zahlendichtungen\nausgebreitet, verfügen über gut gespitzte Blei-\nstifte und Notizbücher voll eigener Impressi-\nonen. Was schert sie Gewinn oder Verlust.\nHier, nur hier ist Geld Mittel zum Zweck.\nMan mißachtet die Croupiers, die sich wo-\nmöglich einbilden, die Elfenbeinkugel falle,\nwohin sie wolle. Die Studierenden wissen\nes besser. Die Kugel fällt nach System.\nDas wissenschaftliche Problem ist, dieses\nSystem zu ermitteln.\nDie Engländerin weife es beinahe. Sie hat\ndie Roulette seit sechs Monaten täglich von\nzwei Uhr mittags bis zwei Uhr nachts studiert\nund alle Zahlen notiert. Sie weil?, daß auf\nsechs nach jeder siebenten Runde die ein-\nunddreißig folgen muß. Auf Grund dieser\nKenntnis a posteriori spielt sie nur die\nsiebente Runde und setzt auf einunddreißig,\nwenn die Kugel sich auf sechs gesetzt hat.\nUnd jedes Mal folgt auf die Sechs zwei-\nunddreißig. Die Kugel irrt sich oder\nder Croupier ist bestochen. Nachdem sie\nzehnmal hundert Franc auf ihr System ge-\nsetzt hat, riskiert sie das elfte Mal nur noch\nzehn Francs. Endlich besinnt sich die Kugel\nund fällt nach System. Beweis, daß selbst\nKugeln irren können. Bei der zwölften\nRunde will sie den Verlust rausholen und\nsetzt fünfhundert Francs. Die Kugel irrt\nsich diesmal total und rollt auf drei. Was\nunmöglich ist. Das hat die Kugel in sechs\nMonaten nicht einmal getan. Folglich liegt\nein Denkfehler der Kugel vor.\nEin junger Engländer, ein Laie, hat auf die\nDrei aus der Hosentasche tausend Francs\ngesetzt und gewonnen. Er hat nur aus der\nHosentasche gespielt. Die sechsunddreißig-\ntausend Francs machen ihn sofort seriös.\nEr erklärt seiner Lady mit den Sommer-\nsprossen, daß wissenschaftlich und logisch\ndie Drei hat gewinnen müssen. Die alte\nEngländerin auf dem Ledersessel wirft ihm\neinen verächtlichen Blick zu. Zwischen ihren\ngoldenen Zähnen zischt das Wort Dilettant.\nDie Lady mit den Sommersprossen wirft auch\neinen Blick, aber einen bewundernden auf\nden Gatten und den Kenner der Roulette,\nzieht den weißen Glacehandschuh an, nimmt\nheroisch das nicht saubere Spielgeld in ihre\nschmale Rechte und setzt es auf Rat des\nKenners und Gatten. Und gewinnt. Die\nalte Engländerin mit den Logarithmen und\ndem Buch von Doktor Müller (Chemnitz)\n„Wie sprenge ich die Bank von Monte-Carlo?\nTranslation by Doctor Conrid (Tarnopol)\"\nist außer sich.\nIn der sechsten Runde gewinnt drei nach\neinunddreißig. Das geht nicht. Das ist gegen\nalle Gesetze. Auch Dr. Müller (Chemnitz) hat\nes nie erlebt. Trotzdem setzt sie bei der\nsiebenten Runde vorschriftsmäßig und verliert.\nDie Croupiers interessieren sich gar nicht für\ndie Wissenschaft. Sie warten nur auf Ab-\nlösung. Es ist anstrengend, in jeder Minute\nsoviel Geld einzustreichen, mit einem Holz-\nbesen zusammenzukratzen und hin und\nwieder einigen Wissenschaftlern zur Be-\nlohnung für ihren Eifer etliche Francs über\nden Tisch zu werfen.\nDie Bank von Monte Carlo erklärt durch\nSchrift und Bild feierlich, daß sie keinem\nMenschen unter keinen Umständen Geld\nleiht oder vorschießt. Das tun schließlich\nandere Banken auch nicht. Dieses Studium\ndes Kugelfalls wird täglich von mindestens\n\nRoulette"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.14", "texte": "tausend Personen betrieben. Ein alter\nAmerikaner ist besonders raffiniert. Er\nspielt Roulette artistisch. Er setzt das Geld\nerst im letzten erlaubten Moment. Die Kugel\nrollt nämlich schon. Mit ungeheurem Scharf-\nblick verfolgt er das Rollen und taxiert\noptisch die Nummer, auf die sie fallen\nmufc. Sie fällt immer anders. Der alte\nHerr wirft ihr einen verächtlichen Blick zu.\nDiese Person von Kugel kann nicht einmal\nrichtig fallen. Wo er sie doch seit zehn\nJahren falsch taxiert.\nIn der Bar spricht mich ein Franzose an;\n„Sie haben gewonnen/\n„Ich habe nicht gespielt.11\n„Ich will Ihnen einen Typ geben, wie sie\ntotsicher Geld durch die Roulette verdienen\nkönnen. Schreiben Sie eine Broschüre\ngegen die Bank von Monte Carlo, gegen\ndie Unsittlichkeit der Rouleite, zeigen Sie das\nErscheinen der Broschüre in tausend Auflagen\nan. Vor dem Erscheinen hat die Bank schon\ndie gesamten Auflagen gekauft.\"\nMan soll aber die Menschheit nicht in wissen-\nschaftlicher Betätigung stören.\n\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "187", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.15", "texte": "Das ist das große Leben von Nizza. Die\ngroße Welt auf der Promenade des Anglais.\nAuf der einen Seite das Meer. Auf der\nanderen Seite die Front der Luxushotels,\nnur von einem Cook-Tempel schlicht unter-\nbrochen.\nDrei Türken aus Wien verkaufen Perser aus\nPirna und Shawls aus Chemnitz. Sieben\nJungen aus Nizza Sonnenbrillen und Opern-\ngläser. Einundzwanzig Franzosen die drei-\nundsechzig Zeitungen aus Paris. Zwischen\nZeitungskiosk und Kasino bietet eine Ungarin\ndie „Frankfurter Zeitung\" und den „Berner\nBund\" in hellen deutschen Tönen an, während\neine zweite Ungarin auf französisch mit\nrussischen Emigrantenblättern handelt.\nZwischen diesen beiden Damen wird das\nKurpublikum für den Karneval musikalisch\nvorbereitet. Der zu machende Schlager der\n„Feste 1927\" wird von 10 bis 4 Uhr un-\nunterbrochen von einer kleinen Jazzkapelle\n(gleichsam) gespielt. Eine gesangsfreudige\nDame, Typ Mutter aus Nizza-Stadt und ein\ngesangsunfreudiger Herr, Typ Zeitungshändler\naus Paris, singen nicht ohne Gesten und tanzen\nnicht mit Talent den Text dazu. Die ganze\nKurliste, die die Namen kennt und die Völker\nzählt, bildet drei unlebendige Seiten eines\nQuadrats um die auf Munterkeit angestellte\nKünstlerschar. Sie selbst bildet die vierte\nSeite. Dahinter erglänzt das Meer indessen\nweit hinaus.\nWährend der Musikpause kommt Leben in\ndie Kurliste. Man bewegt sich und sieht sich.\nDer Bankier aus Berlin verlangt von der\ndeutsch-brüllenden Ungarin „Une Gazette\nde Berlin.\" Wo doch die arme Person kein\nFranzösisch kann und der Bankier auch nicht.\nDie Engländer halten ihrer Kleidung nach\ndie Promenade offenbar für ein Oberdeck\neines Ozeandampfers. Viele Pelze aller Art\nwandern mit Damen herum. Auch für Perlen\nund Brillanten bilden sie annehmbare Ge-\nstelle. Zur Ausstellung von Seidenstrümpfen\nhingegen könnte man sich besser Apparate\ndenken. Warum müssen reiche Leute solche\nGegenstände durchaus selber tragen? Sie\nschleppen sich doch auch nicht mit ihren\nRokokomöbeln, Oelgemälden und Marmor-\nfiguren herum\nUnd wer auf der Promenade alles erwartet\nwird. Die lieben russischen Großfürsten sind\nschon alle wieder da. Auch die Hohenzollern-\nprinzen. Die Hypothekenmagnaten aus New\nYork und Brünn. Die Großindustriellen aus\nLiverpool und Leitmeritz. Die Minister ver-\nschiedener nicht mehr regierender Häuser.\nBesiegte Generale und siegende Jockeys.\nItalienische Grafen. Amerikaner jederHandels-\nriditung. Afrikaner aus aller Herren Kolonial-\nländer. Dänische Volksschullehrer und sechszig\nnorwegische Nordpolentdecker. Indische\nBuddhahändler und australische Penny\na liner. Alle selbstverständlich mit Damen\nund Dämchen. Die sind auch sonst dort\nzu beziehen. Fast alle Stammbesucherinnen\nder Couloirs der Pariser Music-Halls sind\nanwesend. Sogar Mme. Nannette mit ihren\n„Relations mondaines\".\nDas große Leben flutet nur so.\nDie Sonne geht unter und die Welt zum Tee.\nMan trinkt wirklich Tee. Die Pelze haben\nsich ihrer Damen entledigt, die nun frei von\ndieser Last sich im Charleston austoben.\nHier, im führenden Hotel, sind alle Herren\nGroßfürsten oder Nabobs. Andere Persön-\nlichkeiten werden vom Portier gar nicht zu-\ngelassen. Die unteren Stände haben auch\ngar nicht das Bedürfnis sich blicken zu\nlassen. Von Sonnenuntergang ab sind sie\nwie die Kinder: sie müssen spielen.\n\nSaison in Nizza"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.16", "texte": "Die Promenade ist leer. Nur auf einer\nBank sitzen noch zwei Frauen. Eine russische\nGeneralin, die ihren Fluch gegen die Bolsche-\nwisten über das Meer schleudert und ein\nkleines Bürgermädchen aus Nizza. Es be-\nnutzt den Spiegel der offenen Handtasche der\nfluchenden Aristokratin, um seine Strumpf-\nnähte zu richten. Arbeiter kommen mit\nStacheldrähten und Eisenträgern, durch die\ndie obersten Klassen wieder in Klassen ge-\nteilt werden sollen. Die Sitzmöglichkeiten\nund Stehunmöglichkeiten zur Besichtigung\ndes Karnevals werden errichtet.\n\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "189", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.17", "texte": "1. In Stockholm wurde ein neuer Rem-\nbrandt gefunden.\n2. Jannigs kommt aus Hollywood zurück.\n3. Conrad Veidt fährt nach Hollywood\n6 Uhr 3 Minuten ab Lehrter Bahnhof.\n4. In Berlin ist ein ganz neuer Rembrandt\ngefunden worden.\n5. Direktor James Klein bereitet eine Revue\nvor.\n6. Jannings kehrt aus Hollywood zurück.\nAuf dem Schiff hat er sich mit Sir Chamber -\nlain über die Lage ausgesprochen.\n7. Direktor James Klein hat die „Jungfrau\nvon Orleans\" für seine neue Revue er-\nworben.\n8. Jannings fährt nach Hollywood zurück.\nIm nächsten Film wird er eine tragende\nRolle spielen.\n9. Beim gründlichen Staubabwischen wurde\nin Madrid ein neuer Rembrandt entdeckt.\nDas Bild scheint vom Meister persönlich\ngemalt zu sein. - Conrad Veidt kehrt\naus Hollywood zurück.\n10. Gegen Direktor James Klein ist Kon-\nzessionsentziehung beantragt.\n11. Herrn Direktor James Klein ist die\nKonzession tür die Aufführung von\n„Wilhelm Teil\" erteilt worden. - Conrad\nVeidt fährt via Hamburg nach Hollywood.\nEin Zusammentreffen mit Jannings ist\ngeplant.\n12. Jannings hat sich für die deutsche Republik\nin Hollywood ausgesprochen. Dieserseits\nerhofft man davon eine Stärkung der\nneuen Staatsform. Die Auslandsdeutschen\nhaben den verdienstvollen Amerikafahrer\nvon der Ehrenmitgliederliste gestrichen.\n13. Das ursprünglich Tizian zugeschriebene\nBild in Tulouse ist jetzt endgültig Rem-\nbrandt zugeschrieben worden.\n14. Conrad Veidt kehrt aus Amerika zurück.\nEr ist auf dem Lehrter Bahnhof abge-\nstiegen. — Herrn Direktor James Klein\nist die Konzession entzogen worden.\nEr hatte die Absicht, in seiner Revue\n„Wilhelm Teil\" mit der Jungfrau von\nOrleans\" zu verkoppeln.\n15. Conrad Veidt hat sich vermählt und\nfährt morgen mit seiner jungen Frau\nnach Hollywood. Er benutzt diesmal\nden Meeresweg.\n16. Fritz Stahl hat ein Buch über Rembrandt\ngeschrieben, das Aufklärung über die\ninneren Beziehungen dieser beiden\nMeister gibt.\n17. W.T.B. Conradt Veidt ist mit seiner\njungen Gattin in Hollywood eingetroffen.\nEr wird jetzt vier Wochen der großen\nKunst leben. Der Künstler erklärt sich\npolitisch desinteressiert.\n18. Heute ist kein neuer Rembrandt ge-\nfunden worden. Das neue Buch von\nFritz Stahl über den Meister ist von\nJannings verfilmt worden. Unter der Regie\nvon Conrad Veidt wird Direktor James\nKlein persönlich den Meister darstellen.\n20. Jannings und Conrad Veidt haben sich\nnach Amsterdam begeben, um dort Lokal-\nstudien zu treiben. Sie haben in zwanzig\nLokalen sofort achtzig Rembrandts ent-\ndeckt und zwar auf den ersten Blick. Die\nneuen achtzig Bilder werden von Frau\nMassary creiert, die für das Unternehmen\nals Subdirektor gewonnen ist.\n\nKunstnachrichten für das Volk\nDezember"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "190", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.18", "texte": "21. Der Handel mit Rembrandts ist an der\nBörse von Amsterdamm zugelassen.\nSie stehen zunächst pari.\n22. Conradt Veidt ist nach Hollywood ab-\ngereist, um den heiligen Abend im Schofe\nder Familie zuzubringen.\n31. In der Weihnachtswoche ist ein neuer\nRembrandt in Nizza gefunden worden.\nIn Hollywood ist Jannings vom Verein\nder Auslandsdeutschen wieder als Ehren-\nMitglied aufgenommen und damit die\ndeutsche Republik endgültig anerkannt\nworden. Dem Künstler winken die\nPalmen der Ehrenlegion. - Herrn\nDirektor Jair es Klein ist die Konzession\nentzogen worden.\n\nHerwarth Walden"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "191", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.19", "texte": "Max Taut: Verbandshaus der deutschen Buchdrucker\nHoffassade / Verwaltungsgebäude Erster Hof / Haupteingang"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "193", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.20", "texte": "if\n% %V V*V»VAV/AVAVAVAV»W\nft*\n&\nV,V,V.V,VAV4V.W.V.V.V.V\n£\nJOMf\nPIANO 6\niiiiKiiip\nIBERLIN -W» . FRIEDRICH EBERT STRASSE «\n\nssmf\nV >'\n>■• >*V.\n-•>\nm\np«^\n5«\n&«\nvf\n&\ni\nPm\nr?w*\n*§i\n!W\nH#i\ns^T\n§\n£\n,ii\nv>'<-;-\n«!'?\n112\n>^V\n*n\n-;*•\nV*\na\n©\n/\n>\"'\nv ?-r,\n1\nM\nVerkavfeffelle Kofn: Deichmannhaus\n\nII Casa d'Arte\n1 BRAGAGLIA\nModerate Kunstausstellungen: Theater der\nUnabhangigen : Buchhandlung : Verlag\nKunstgewerbe\nTerme Romane di Via Avignonesi 8 j Rom 4\n\nVERLAG DER STURM / BERLIN W 9\nVORZGUS-\nANGEBOT!\nHerwarth Walden:\nEinblick in Kunst\nDie beste Einfiihrung in den\nExpressionismus und Kubismus\n70 Abbilduugen, 4 farbige Kunstbeilagen\nstatt 6.50 RM\n\nW. Marzillier & Co. BerliaW * Granewaidstr. 14-15\nGegriindet 1854 Hofspediteure S. M. des Konigs von Spanien Gegriindet 1854\nSpedition u. Mobeltransporte, Yerpackung u. Lagerung von\nGemalden und Kunstgegenstanden jeder Art. Lieferung und\nEmpfang nach und von alien Kunstausstellnngen des In-\nund Auslandes. Transportversieherungen aller Art\nSpedlf eutre d. Wirfschaf 112 lichen Verbandes Bildender Kttnstler / der Freien Secession\ndes Verbandes Deutscher Illustraforen und Hausspediieure des „SlurniM"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "194", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.21", "texte": "Verlag Der Sturm / Berlin W 9\nKOnstler- Postkarten / Verlag Der Sturm\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bildwerken folgender Kiinstler:\nAlexander Archipenko / 4\nRudolf Bauer / 4\nViaeene Benes\nUmberto Boccioni 1* / 2\nCampendonc / 2\nMarc Chagall / 7\nOthon Coubine\nRobert Delaunay\nTour Donas\nLyonel Feininger\nAlbert Gleizes / 2\nJacoba van Heemskerck 112 / 3\nSigrid Hjerten Griinewald\nAlexei von Jawlensky\nBeia Kadar\nKandinsky / 3\nPanl Klee\nGskar Kokosehka / 2\nFernand Leger / 2\nAugust Macke *f*\nFranz Marc 112 / 3\nCarl Mense\nJean Metzinger\nJohannes Molzahn\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nGeorg Schrimpf\nKurt Schwitters\nGino Severini\nFritz Stuckenberg\nArnold Topp\nMaria Uhden 112\nNell Walden\nWilliam Wauer / 5\nMarianne von Werefkin\nNegerplastik\nGewebe aus Alt-Peru\nJede Karte 20 Pfennig / Farbige Karte Chagall: Die Kleinstadt / 30 Pfennig\nDie Ziffern hinter den Namen bedeuten die Zahl der reproduzierten Kunstwerke\n✓\n\nDichtungen von Herwarth Walden\nDas Buch derMenschenliebe / Roman\nDie Harte der Weltenliebe / Roman\n< V «\nJedes Buch 2 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSunde / Ein Spiel an der Liebe\nGlaube / Komitragodie\nLetzte Liebe / Komitragodie\n' *\nJedes Buch 1 Mark\nSchriften von Herwarth Walden\nDie neue Malerei / Mit zahlreichen Abbildungen / 5. Auflage\n2 Mark\nGesammelte Schriften\nErster Band: Kunstmaler und Kunstkritiker\n3 Mark\nExpressionismus / Die Kunstwende / Mit 140 Abbildungen\nZur Zeit vergriffen\nWeib / Komitragodie\n3 Mark\nKind / Tragodie\nTrieb / Eine biirgerliche Komitragodie\nMenschen / Tragodie\nJedes Buch 2 Mark\nIm Geschweig der Liebe / Gedichte\nGebunden in Ganzleinen 3 Mark\n\nErnft Marcus\nKritik\ndee Aufbaues (Syllogismus) der\ns p e z ie 11 en RelativitStstheorie\n$tef« entplt nt<f)t mx bit\nf<t>lagtnb« SBlberttgung bit fptaitften\n3Ufoti*ttfit3tstwit SU&wt GinfUtnS, fonbern\naud) eine neue £id)tf)VPotMe, burd) bit bctS\noptlfd}* SBeUMfo uurtUd) erfcfjeint. (£$ nwben\nfner $enfge*»osn|tUw xoa&v|>aft ret>olutionievt.\n$£enn em nocf) fo fd)arffimuger $iatf)emattfer,\nme e$ Jttbevt €«sem \\fty tm lo«*\nflifdjen $en?en nid)t genUgtnb gefd)ult tft, fo\nfann feine Scfytuffotgeruns f«slert)aft aus=\nfatten. <£m folder §ef)lf d)fu§ (Einftein* tft\nt>ter ummbetteglicj) nadjgetoiefen. $af)er nrivb\n(Etnftem t)ter wit feinen eigenen $$affen <mfs\n§ftupt Gestagen. problem, buret) ba3\nex $u fetnen golgevwugen gelangtt, if!\nalfo nrieber &ur 2)ebatte gegeben, unb etn\nStofuct) $u feme* Sofung xwtrb tjier #orge=\nfdjtagen. — Mes in altem *»ivb ftd) bte ge*\nfamte !9Kobetne überjeugen, fcaf mst Albert\n<£msein, fonbevn Smmcmue! j\\<mt\nba§ Self bt lb x»a|>v|>aft resolution tett jjat. Sn\n(Ernft tottb bte ?ufunft ben ed)ten\nCErben ternen. 2)ie $tttwett\nej?rt nut 3*\\\\ nidjt often, ele\nfinb berutjmt ruljimmirbtg. (Sin C3e=\nbante, erne mt fie fciefeS $Bcirl\n&ea>eift m*b mx atle taufenb 3a£*e etnmal\nunb ♦«&#£*♦ 5. §.\nMark 1,25\nVerlag Der Sturm\nBerlin ¥9\nDurch jede gute Buchbandlung oder dirt\nvom Veriag Der Sturm zu beziehen"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "195", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.22", "texte": "Verlag Albert Langen in Miinchen\nbauhausbOcher\nWALTER GROPIUS, Internationale Architektur\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nPAUL KLEE, Padagogisches Skizzenbuch\ngeheftet Mk. 6\njn Leinen gebunden Mk, 8\nEIN VERSUCHSHAUS DES BAUHAUSES\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nDIE BOHNE IM BAUHAUS\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nPIET MONDRIAN, Neue Gestaltung\ngeheftet Mk. 3\nin Leinen gebunden Mk 5\nTHEO VAN DOESBURG, Grundbegriffe der neuen\ngestaitenden Kunst geheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nNEUE ARBEITEN DER BAUHAUSWERKSTATTEN\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 8\nL. MOHOLY-NAGY, Malerei, Photograghie, Kim\ngeheftet Mk. 7\n• in Leinen gebunden Mk. 9\nw. KANDINSKY, Punkt und Linie zu Flache\ngeheftet Mk. 15\nin Leinen gebunden Mk. 18\nJ. J. P. OUQ, Hollandische Architektur\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 9\n\nLA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANCAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\nfondle par HENRY LAPAUZE, publie au commen-\ncement de chaque mois, un fascicule de 60 & 80\npages, format in 4° raisin (25:32) contenant de\nnombreuses illustrations.\nLA REDACTION de La Renaissance del' Art\nFran?ais et des Industries de Luxe com-\nprend les 6crivains et les critiques les plus autoris£s\nde tousles pays d'Europe. Ses 6tudes docu-\nmentaires et ses chroniques d'actualit6s offrent un\ntableau constamment tenu k jour de L'ACTIVITfi\nDES ARTS DANS LE MONDE ENTIER.\nAbonnements:\nFrance .... 100 francs\nStranger. ... 25 Mark\nOn s'abonne chez tousles Libraires et a\nLA RENAISSANCE\nDE L'ART FRANCAIS\nET DES INDUSTRIES DE LUXE\n10, Rue Royale / PARIS\n\n> ;\n/\n%\n%\n%\nI\ncn\n••• •\n«*4\nGcbrau\nm\nMillioncn\nu on\nI\n,!»•*• '\n•m»»\nMfltn\ni\n• ■•10\nen !"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "196", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192703-01.1.23", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreyer Berlin W 9 / Verlag der Sturm G. rn. b. 11.\nBerlin W9, Potsdamer Strasse 134 a / Fernruf Lützow 4443 / Postscheckkonto Berlin 120 658\nDruck: Vereinigte Druckereien, Andermann & Schindler, Berlin W 30, Münchener Strasse 49-50\n\nSoziaiististhe\nZum Verstandnis des\nmodernen kulturellen u.\npolit. Lebens unentbehrlicfe\nist die Lektiire der Zeitschrift\nMonatshette\nHerausgeber: JOSEPH BLOCH\nDie SOZIALISTISCHEN MONATS-\nJj HEFTE sind stets bestrebt, die Stel-\ne's lung, die sie sich in unserm offent-\na lichen Leben errungen haben, durch\n2 a ihre gewobnten Darbietuugen, die die\nAktualitat des Tages in die Sphare\ng „ wissenschaftl. Vertiefung zu riicken\n> § suehen, und durch standige Erweite-\ntb® rung ihres Inhalts zu behaupten und\nPm zu befestigen.\nH * Die SOZIALISTISCHEN MONATS-\nH HI % S HEFTE sind die einzige deutsche Zeit-\nH Hgj £J * schrift, die eine systematisch geglie-\nH I|||fe no derte Rundschau iiber offentliches\nK Leben, Wissenschaft, Kunst und Kul-\nW 9S 'turbringt. Einem jeden wird dadurch\nBBS JSjj eine fortlaufende Orientierung iiber\n■I h\"1 die einzelnen Gebiete ermoglicht. Di«\nZ Eg csT einzelnen Rubriken (33 an der Zahl)\nW& \"a 3 werden von Fachleuten bearbeitet.\ni? fjjg||j «.§ Probehefte stehen auf Verlangen je*\nB| derzeit kos t en fr e i zur Verfiigung.\nWMM g5O Dem unterzeichneten Verlag ist di«\ncu £ Mitteilung von Adre s s en willkom-\n&gf§ *| men, an die die Zusendung von Probe-\nBHh Ph » heften ratlich erscheint.\nVerlag der Sozialistischen Monatshefte\nG.iiiiniiiiiiiili mJlHiimniliil b.iilliiiiiiiiiln H.iiililiillliilllilllilii Berlin W35\n\nRevue Germanique\nLille | 55 Rue Brule-Maison\nI Periodique trimestriel\nI Abonnement 30 Frs. pour I'etranger\nI Informations sur le mouvement\nI litteraire et les travaux philolo-\ngiques en Allemagne aux Pays-\nBas et en Scandinavie ■■■■■■■I\n\nINTEGRAL\nREVUE DE SINTHESE MODERNE du SEUL\nGROUPEMENT d'AVANTGARDE ROUMAIN\nPARAISSANT CHACQUE MOIS _\nDIRIGE par nn Comite bucarestois et parisien\nREDACTION: M. H. Maxy, Calea Victoriei 79 Et. I\nBUCAREST-ROUMAINE\n\nFARBIGE KUNSTDRUCKE\nJEDES BLATT 1,50 MARK, DIE HIT * VERSEHEKEN 1 HARK\nALEXANDER ARCHIPENKO: Frau / Aquarell\nMARC CHAGALL: Akt / Aquarell, Interieur /\nGemalde, Ondit,Der Jude / Aquarell, Kutscher\n/ Aquarell, Der Coiffeur / Aquarell, Ich und\ndas Dorf / Gemalde\nROBERT DELAUNAY: Aquarell\nTOUR DONAS: Frau mit Vase / Gemalde\nALBERT GLEIZES: Baum und Flu ss/ Gemalde,\nFrau und Kind / Gemalde\nNATALIE GONTSCHAROWA: Theater-\ndekorationen *\nREINHARD GOERING: Zwei Aquarelle\nJACOB A VAN HEEMSKERCK: Bild 68 /\nGemalde, Insel / Gemalde\nJOHANNES ITTEN: Gemalde eines Kindes\nKANDINSKY: Aquarell 2, Aquarell 6\nPAUL KLEE: Spiel der Krafte einer Land-\n, schaft / Aquarell, Giftbeeren / Aquarell\nMICHAEL LARIONOW: Kostiimskizzen *\nFERNAND LEGER: Kontrast der Formen /\nGemalde\nFRANZ MARC: Pferde / Aquarell\nJEAN METZINGER: Landschaft / Gemalde\nLOUIS MARCOUSSIS: Stilleben / Aquarell\nGEORG MUCHE: Und schied das Licht /\nGemalde\nPANAGGI: Zug in Bewegung / Gemalde\nPERI: Strasse / Gemalde\nLOTHAR SCHREYER: Buhnenfarbform *\nKURT SCHWITTERS: Farbige Merzzeichnung\nGINO SEVERINI: Pan-Pan-Tanz im Monico\n/ Gemalde\nNELL WALDEN: Todfriihling / Gemalde,\nFarbige Zeichnung, Segel / Aquarell\nSUDSEEGOTZE *\nVERLAG DER STURM"}]}