{"numero_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_sha256": "35d0ea46fc633a561abae656b00d17cc35fb35763acb8108ce1d81f3152de49c", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1927/09_01/bmtnabg_1927-09_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1927/09_01/bmtnabg_1927-09_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c001", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.1", "titre_corps": "Table of Contents", "titre_sommaire": "Table of Contents", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.1", "debut_caractere": 101, "fin_caractere_exclue": 237, "texte": "USSR 1927 Herwarth Waiden\nDie Parnassier von Rudolf Blümner\nPflichtgefühl von Kurt Schwitters\nKleines Lied für Aino von Reinhard Goering"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c002", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "73", "page_fin": "75", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.2", "titre_corps": "USSR 1927", "titre_sommaire": "USSR 1927", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "73", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3722, "texte": "USSR 1927\nHerwarth Walden\nMan hat in Europa sehr viel von den ver-\nabscheuungswürdigen Theorien und Praktiken\ndes Bolschewismus gehört und gelesen. Man\nhat sogar Vereine gegen ihn gegründet. Nach\neuropäischen Berichten beschäftigt sich die\nRegierung nicht nur mit Mord und Totschlag.\nSie hat sogar eigens Hungersnöte veranstal-\nstaltet, um das große Sterben zu beschleuni-\ngen. Ich will die Vergangenheit nicht unter-\nsuchen, nur leidenschaftslos darstellen, wie\nsich dem unbefangenen Betrachter Stadt und\nDorf im Sommer 1927 zeigt. Hinter der\nPaßmauer auf der wenig überschrittenen\nGrenze des südlichen Podoliens fern von\nMoskau der Bahnhof. Paß- und Zoll-\nformalitäten genau wie bei jedem Grenz-\nübergang ins Ausland. Größte Sauber-\nkeit und Ordnung. Gepäckträger mit Tarif.\nDie Züge fahren pünktlich ab. Wartesaal mit\nbilligem Büfett. Vom Bolschewismus noch\nnichts zu merken, den man sich als lebenden,\nfeuer- und giftspeienden Tank vorzustellen\nhat. Man will den Reisenden erst weiter ins\nLand locken. Die Abteile der Eisenbahn sind\nnormal. Die mitfahrenden Bolschewisten ohne\nWaffen. Vielleicht haben sie sie raffiniert ver-\nsteckt. Jedenfalls tragen sie kein Messer zwi-\nschen den Zähnen, wie es sich für berufs-\nmäßige Kannibalen gehört. Nach drei Stun-\nden Fahrt entschließe ich mich, auf irgend-\neiner Station auszusteigen. Ich habe oft ge-\nlesen, daß man in Moskau für die Reisenden\nneue Potemkinsche Dörfer gebaut hat. Ich\nmöchte gern ein Dorf ohne Potemkin sehen.\nViele scheinbar waffenlose Männer, Frauen\nund Kinder stehen auf dem Bahnhof. Man\nhat den Eindruck: Sommerfrische. Sofort\ngreift ein Mann nach meinem Koffer. Der\nBolschewismus beginnt noch immer nicht. Er\nwill mir nur tragen helfen. Sieht im übrigen\naus, wie der Herr Abraham, nicht aus Ber-\nlin, sondern wie der gemalte aus der Bibel.\nDa er mir russische Kenntnisse nicht zutraut,\nspricht er jiddisch, was er seinerseits für\ndeutsch hält. Diese Sprache ist aber nach\nwenigen Minuten zu erfassen, sie besteht in\neiner fantastischen Vertauschung' der Vokale,\neine Art Silbenrätsel. Ich erfahre, daß ich\nmich in der Kreisstadt Proskurow befinde, die\nunter dem Zaren ein beliebter Ausflugsort\nfür Pogrome gewesen sein soll.\nDie sind von den Bolschewisten abgeschafft\nworden, weil sie dem Volk keine solchen\nVergnügungen gönnen. Der Herr Abraham\noder vielmehr der Genosse Abraham, oder\nwie er heißen mag, erklärt mir, daß man\njetzt nach einigen hundert Jahren endlich ruhig\nschlafen könne. MeinesclitichterneFrage, ober\nBolschewist sei, weist er entrüstet zurück.\nEr sei unparteiisch Also habe ich sofort den\nGewährsmann, den der unpolitische Auslän-\nder braucht. Wir sind indessen auf dem\nMarkt angelangt, auf dem ein Denkmal Le-\nnins steht. Kein Zar hat es zu einem Monu-\nment in dieser Stadt gebracht. Der Lenin war\nein guter Mann, sagt mein Begleiter. Ob er\ndoch ein Bolschewist ist? Ich werde es schon\nergründen. „Es sind wohl wenig Unpartei-\nische in der Stadt?\" „Das kann ich Ihnen\nziemlich genau sagen, ich bin Mitglied des\nSowjets. Wir haben etwa 30 000 Unpartei-\nische und 3000 Parteiische.\" „Mit welchen\nMitteln werden nun die Unparteiischen unter-\ndrückt?\" Der Mann stiert mich verständ-\nnislos an. „Wissen Sie denn nicht, daß wir\nRevolution gehabt haben und alle freie Men-\nschen sind!\" Der Mann wird mir verdäch-\ntig, er hat offenbar die1 berühmte Bolsche-\nwistenfurcht und hält mich für einen Spion.\nIch verabschiede mich höflich und da ein\nKutscher mich gerade fragt, ob ich fahren\nwolle, steige ich ein. Mich locken eben Ge-\nfahren. Nach einigen Stunden Fahrt, vorbei\nan blühenden Feldern und großen Viehher-\nden laße ich irgendwo halten und steige aus.\nEin großes Dorf. Hier wird man objektiv\nsein. Bauern sollen weniger Angst haben."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3888, "texte": "Hier werde ich die Wahrheit über den Bol-\nschewismus erfahren, auch wenn sie mich\neinen Arm kosten sollte. Soviel bin ich be-\nreit daranzuwenden. Nach wenigen Minuten\nkomme ich mir vor wie die gesamte Marok-\nkanerschau im Zoologischen Garten. Das\nganze Dorf nebst Kühen, Schweinen und\nharmloseren Gänsen hat sich um mich ver-\nsammelt. Jede Flucht ist ausgeschlossen. Von\nTätlichkeiten ist vorläufig nichts zu merken,\ntrotzdem endlich wenigstens einige gefähr-\nliche Instrumente bemerkbar sind. Sehr\nschlimm scheint es nicht zu werden. Man\nwird sich mit der Kravatte und den Schuhen\nzufrieden geben, die besonders eindringlich\nbetrachtet werden. Ein Bauer reicht mir die\nJudashand, spricht mich deutsch an. Ehe-\nmaliger Kriegsgefangener. Er möchte wissen,\nwie es dem Lager von Hanau geht. Dieser\nmenschliche Zug des Bo'.schewisten rührt mich\nsehr. Ich schwärme geradezu von Hanau,\num ihn mir günstig zu stimmen. Sein Blick\nzeigt mir, daß er dort ein Glück, ein weib-\nliches Glück gefunden hat.\nDarüber scheinen auch die Bolschewisten\nnoch nicht fort zu sein. Der Bauer ladet mich\nein, das Dorf zu besichtigen. Er ist Vor-\nsitzender des Sowjets und Bolschewist. Das\nganze Dorf, Menschen und Tiere, folgt uns.\nUm auf Zeichen des Führers mir im geeig-\nneten Moment den Dolchstoß von hinten zu\ngeben. Ich betrete die Räume des Sowjets,\nein kleines, ärmliches, aber sehr sauberes\nBauernhaus. Der Vorsitzende öffnet das erste\nZimmer, hier werde ich wohl eingesperrt wer-\nden, ich höre schon das Schreien anderer\nUnglücklicher. Da liegen etwa dreißig Säug-\nlinge und ganz kleine Kinder, jedes in einem\nprimitiven Bettchen auf schneeweißen Laken\nmit schneeweißen Decken. Offenbar die Lei-\nchentücher für die zu tötenden nichtbolsche-\nwistischen Kinder. Eine Bäuerin, in Schwe-\nsterntracht verkleidet, gießt aus einem gro-\nßen Eimer eine weiße Flüssigkeit, vermut-\nlich Gift, in Flaschen. Der Vorsitzende for-\ndert mich auf, die Flüssigkeit zu kosten.\nHeroisch, Sokrates, Ende mit Schrecken, tue\nich es. Das Zeug schmeckt wie gute Sahne.\n„Hierher bringen die Bäuerinnen ihre Kin-\nder, während sie auf dem Felde arbeiten.\nDie Kinder werden beaufsichtigt und ernährt.\nAls wir das Säuglingsheim eröffneten, trauten\nsich nur zwei Bäuerinnen, ihre Kinder her-\nzugeben. Heute fehlt uns Raum für vierzig\nKinder.\" Ich bin etwas beschämt, nament-\nlich, da ich keine Wirkung des Giftes merke.\nAber jetzt kommt es. Das zweite Zimmer.\nAn den Wänden Waffen. Kleine Giftflaschen\nmit ausdrücklicher Benennung des Giftes und\ndas Modell eines Flugzeuges. An der Wand\nein buntes Plakat: Herr Chamberlain reißt\nden Mund auf, eine bolschewistische Meute\nist im Begriff, auf ihn erbarmungslos zu\nschießen. ~Das ist das Zimmer der Landes-\nverteidigung. Wir bereiten uns auf den Flug-\nabwehrkrieg vor. Wir beschäftigen uns mit\nChemie, die wir auch zur Hebung der land-\nwirtschaftlichen Produktion verwenden.\" Eine\nfeine Ausrede für die Erziehung von Gift-\nmördern. Wir kommen in das größte Zim-\nmer, den Sitzungssaal des Sowjets. Der Vor-\nsitzende bittet mich, einer Sitzung beizuwoh-\nnen, ich soll Fragen stellen und Fragen be-\nantworten.\n„Sind alle Sowjetmitglieder Bolschewisten?\"\n„Außer mir und dem Protokollführer sind\nalle parteilos. Von der Dorfgemeinde in öf-\nfentlicher Wahl gewählt.\" „Wieso sind ge-\nrade die beiden Bolschewisten im Vorstand?\"\n„Sie sind vom Sowjet in öffentlicher Wahl\ngewählt, weil sie das größte Vertrauen im\nDorf haben.\" „Wieviele Mitglieder hat die\nbolschewistische Partei in der ganzen Union?\"\n„600 000 bei einer Einwohnerzahl von 130 Mil-\nlionen. Alle übrigen sind parteilos. Jetzt\nwünscht man Ihnen einige Fragen zu stel-\nlen.\" Ein Sowjetmitglied: „Ist es in der Re-\npublik Deutschland möglich, daß Ratsmitglie-\nder einer Gemeinde arbeiten, so wie ich in\nihrer gewöhnlichen Kleidung und barfuß er-\nscheinen.\" Ein anderes Sowjetmitglied: „Müs-\nsen in Ihrer Republik auch die Vorstandsmit-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1535, "texte": "Glieder auf alle Beschwerden Auskunft geben\nund wenn sie berechtigt sind, die Abstellung\nder Beschwerden unter Kontrolle durchfüh-\nren, wie Sie es hier gehört haben?\" Ein\ndrittes Sowjetmitglied: „Sagen Sie den Deut-\nschen, daß wir frei und glücklich sind, daß\nwir uns unser Leben gestalten, wie wir es\nwollen, daß wir arbeiten und lernen. Wir sind\narm. Das waren wir früher auch. Aber jetzt\nsind wir frei, arbeiten auf unserem Land und\nes wird besser und besser. Sagen Sie den\nDeutschen, man soll uns nur helfen, daß wir\nohne Krieg leben können. Man soll uns ar-\nbeiten und lernen lassen, wie wir es verste-\nhen und wie wir es wollen.\" — Arbeit und\nBildung, das ist die grausame Theorie des\nBolschewismus. Verhinderung der Ausbeu-\ntung der Massen zugunsten Einzelner. Das\nist und bleibt der Kampf der Bolschewiki. Die\nHunderte von Millionen Parteiloser billigen\nund unterstützen Theorie und Kampf. Wa-\nrum also diese Aufregung in Europa. Man\n5011 jedes Volk sich ausbeuten oder nicht aus-\nbeuten lassen, wie es ihm beliebt. Und je\ndes Volk hat bekanntlich die Regierung, die\nes verdient.\nWenn man fern vom Zentrum so denkt und\nhandelt, wie ich es von Tausenden gehört\nhabe, so braucht man Moskau nicht aufzu-\nsuchen, um die Meinung der Provinz dort\nbestätigt zu hören. Und trotzdem man in\nWirklichkeit erst seit fünf Jahren hier ruhig\narbeitet, bis 1922 waren Bürgerkriege, hat\nman den Eindruck: hier ist kein Land der\nZerstörung. Die USSR ist ein Land des Auf-\nbaus. Ein Land der Arbeit. Und ein Land\nder Sehnsucht nach Menschenglück."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c003", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "76", "page_fin": "84", "image_debut": 6, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.3", "titre_corps": "Die Parnassier", "titre_sommaire": "Die Parnassier", "signature_source": "Rudolf Blümner", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3074, "texte": "Die Parnassier\nVon Rudolf Blümner\nEin Raum, in dem Tische und Bänke arnphi-\ntneatral'sch aufsteigen. In der Mitte ein Ka-\ntheder. Rechts große Doppeltür. Daneben\nein kleines Schiebefenster. Kleine Tür links\nhinten. Ein Diener füllt die Tintenfässer.\nErst da das Publikum Unruhe zeigt, sieht er,\ndaß der Vorhang schon geöffnet ist. Er er-\nschrickt, blickt in die Kulissen, durch das\nSchiebefenster und in den Souffleurkasten.\nDiener: Wenn ich nur wüßte, warum man\nden Vorhang so früh aufgezogen hat.\nKritiker (erste Parkettreihe): Vielleicht sol-\nlen Sie einen Monolog halten.\nDiener: Nein, ich soll die Tintenfässer fül-\nlen, hat der Minister befohlen.\nKritiker: Um so besser, daraus ergibt sich\neine natürliche Lockerung der Rede.\nDiener: Man hat mich ja noch gar flicht\ninszeniert. Ich bin mehr als Nebenfigur\ngedacht.\nSouffleuse (im Kasten): Das merkt kein\nAas. Das Stück hat ohnehin keine ver-\nnünftige Disposition.\nDiener: Das brauchen Sie dem Publikum\nnicht auf die Nase zu binden. Es ist sogar\neine ausgezeichnete Disposition, wenn ich\ndie Tintenfässer fülle.\nKritiker: Aber Sie müssen doch endlich\nden Zweck nennen. Seit fünf Minuten\nkommt die Handlung nicht vom Fleck.\nDiener (singt und tanzt):\nFleck, Speck, Zweck überhaupt\nReihe, Reihe, Reihe, Reihe.\nKritiker: Das sind faule Ausreden. Sie\nwollen sich auf den Komiker hinausspielen.\nIch sage Ihnen aber auf den Kopf zu, daß\nSie ein typischer Schuldiener sind.\nSouffleuse (streckt den Kopf heraus:\nSehr richtig, Herr Doktor. Eine Grün-\ndung, eine Art höhere Schule, was denn\nsonst?\nDiener (zur Souffleuse): Daß dich das blitz-\nblaue Donnerwetter! Glauben Sie ihr nicht.\nSie plaudert aus der Schule. Niemand weiß,\nwas hinter den Kulissen vorgeht. Was\ndurchgesickert ist, beruht auf Kombina-\ntionen.\nSouffleuse: So? Zweitausend Bewer-\nbungsschreiben liegen dort. Das ist mit\neinem Akt gar nicht zu machen. (Es klopft\nan der großen Tür.)\nDiener: Es klopft? So spät? Wer mag\ndas wohl noch sein?\nSouffleuse: Das ist aus einem anderen\nSchmöker. ~So früh\" heißt es.\nDiener: Es klopft? So früh? Wer mag\ndas wohl schon sein? Die Dichter laß\nich jetzt noch nicht herein.\nSouffleuse: Also wer hat recht gehabt?\nDiener: Geschwätzte Zunge! Nun ver-\nriet ichs doch!\nKritiker: Warum öffnen Sie denn nicht?\nDie Handlung braucht einen Auftrieb. Und\ngewöhnen Sie sich die fünffüßigen Jamben\nab, das hält nur auf.\nDiener: Ganz recht. Ich geh zu öffnen.\n(Schließt auf.) Nun, was gibts? (Fünf\nDienstmänner bringen fünf große Kisten.\nDie Kisten tragen je die Aufschrift: Tra-\ngödien, Komödien, Lyrik, Epos, Romane.)\nLetzter Dienstmann: Einen schönen\nGruß, und hier bringen wir die Exposition\ndes Stücks.\nDiener: Was ist das für geschwollnes\nZeug? Redet, wie euch der Schnabel ge-\nwachsen ist.\nDienstmann: Da müssen Sie sich an\neinen der Kollegen vom Drama wenden.\nBeim Roman ist das nicht üblich.\nDiener (zum 1. und 2. Dienstmann): So\nmacht mal 's Maul auf, damit Kolorit hier\nreinkommt.\n1. Dienstmann: Das san holt so an die\nfünfhundert Tragedia dahie.\nDiener (schlägt die Hände über den Kopf):\nDas nennt der Mensch schlesisch! Und Du?"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3276, "texte": "2. Dienst mann: Det solin Stücker fünf-\nhundert Lustspiele sind, vaschtehste.\nDiener: Nee, Kinder, nee, da geht lieber\nwieder raus!\nKritiker: Wenn's ne realistische Komödie\nsein soll, müssen Sie den Leuten ein Trink-\ngeld geben.\nDiener: Es ist gewissermaßen eine Stil-\nkomödie. (Drängt sie hinaus.) Wo fange\nich nun am besten an? (Nimmt Hammer\nund Brecheisen und öffnet die Romankiste.\nZur Souffleuse): Den nächsten Satz hab ich\ngestrichen. Es ist sowieso faustdick, daß\nich mit der Romankiste anfange. Doch\nstill! Wer kommt?\nMinister der Belletristik (durch die\nTür links): Sind die Tintenfässer gefüllt?\nDiener (läßt sich nicht stören): Und alle\nBleistifte gespitzt. Für die Herren Lyriker.\n(Man hört draußen Stimmen.)\nMinister: Müssen wir das alles lesen?\nSehen Sie mal nach, wer draußen so laut\nspricht.\nD iener (zum Schiebefenster hinaus): Wir\nbitten um Ruhe. Es muß leise gedichtet\nwerden. (Schließt.) Zwei Lyriker — sie\nhaben schon aufgehört. Ich denke, Exzel-\nlenz, wir inachen lediglich einige Stich-\nproben.\nMinister: Dann geben Sie mir auch zwei\nsolche Dinger her. (Er bekommt Hammel\nund Brecheisen.) Sie können inzwischen\n'n bischen prüfen. (Er hämmert.)\nDiener (hat seine Kiste geöffnet. In die\nersten Bücher sieht er flüchtig und schmeißt\nsie auf den Boden. Die folgenden sieht\ner nur noch von außen an, endlich .schleu-\ndert er sie packweise aus der Kiste.)\nMinister: Ist es so schlecht?\nDiener: Viel ist nicht dran und Unaufge-\nschnittenes hat gar keinen Zweck. (Draußen\nneuer Lärm.)\nMinister: Geht das da draußen wieder\nlos?\nDiener (durchs Fenster): Ruhe! Wer kann\ndenn bei dem Spektakel arbeiten?\nMinister (in einem Buch blätternd): Sagen\nSie den Leuten: Militärschwank und Lokal-\nposse gänzlich ausgeschlossen. (Wirft das\nBuch weg.)\nDiener: Nur alles hier auf den Haufen,\nwenn ich bitten darf. (Durchs Fenster):\nLokalposse und Militärschwank sind nicht\nzulässig. (Draußen Tumult. Zum Minister):\nOb wir bei der Lokalposse nicht doch ein\nAuge zudrücken?\nMinister (in ein Buch vertieft): Von mir\naus! Ich behalte mir aber stets den Wider-\nruf vor. (Liest.) Zum Piepen das!\nDiener (ruft hinaus): Lokalposse auf Wider-\nruf gestattet. Exzellenz, wir müssen etwas\nsummarischer arbeiten. Hier bin ich durch.\nWenn ich Ihnen helfen kann? (Während der\nMinister sich interessiert lesend gesetzt hat,\nwirft der Diener die Bücher aus der Kiste\ndes Ministers.)\nMinister (lesend): Ich platze!\nDiener: Lassen Sie sich nicht stören. So!\nMit den Tragödien bin ich auch fertig.\nJetzt will ich rasch mal nach der Lyrik\nsehn. (Oeffnet die Kiste und steckt die\nNase hinein): Wie riecht denn das?\nMinister: Man wälzt sich. Kennen Sie\nden Burschen? (Zeigt den Buchtitel.)\nDiener: Aus welcher Kiste haben Sie's\ndenn?\nMinister (unsicher): Nu warten Sie mal —\nDiener: Wenn es nämlich aus der tragi-\nschen Kiste da stammt, dürfen wir's mehr\nals Tragödie ansprechen.\nMinister: Was riecht denn so?\nDiener: Es scheint die Lyrik zu sein. ,Schau-\nderhaft. Vielleicht öffnen Sie die letzte\nKiste, Exzellenz. Hier machen Sie sich nur\ndreckig. (Der Minister hämmert. Der Die-\nner blättert in einem Band Lyrik): Auch\nso ein Problem: Wie stellt man sich zu\nden Knallbonbonversen?\nMinister: Wird denn noch viel gereimt?\nDiener: Ich kann ja mal hören. (Horcht\ngespant nach dem Lärm): Man wird nicht"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "78", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3214, "texte": "klug daraus. Manche scheinen ja allerdings\nzu reimen.\nMinister (wirft Bücher aus der Eposkiste):\nHelfen Sie mir lieber, ich kann das allein\nnicht schaffen.\nDiener: Es kommt ja auf die paar Epen\nnicht an. (Blättert wieder in einem Buch):\nDas Haar möcht man sich raufen. Nein,\nExzellenz, die üblichen Reime werden wir\ndoch verbieten müssen. (Da der Minister\nnicht hört, ruft er hinaus): Schmerz und\nHerz, Lust und Brust haben keine Aus-\nsicht. (Draußen Rufe.) Was? Innenreime?\n(Zum Minister): Ob Innenreime gestattet\nsind.\nMinister (halbtot vom Arbeiten): Was ist\ndenn das schon wieder?\nDiener (das Fenster zuwerfend): Man ver-\nsteht sein eigenes Wort nicht. Also zum\nBeispiel: Mitgegangen — mitgehangen oder\nso. Der reine Kitsch.\nMinister (trocknet sich den Schweiß): Wir\nwerden kurzen Prozeß machen. Ich bin\nüberhaupt für den Numerus clausus.\nDiener (begeistert): Dem seinen Kopf möcht\nich haben. (Durchs Fenster): Jetzt ists aber\nhier Numerus clausus! Verstanden? (Zum\nMinister): Vielleicht ruf ich hinaus, daß nur\nGlattrasierte zugelassen werden.\nMinister (über Bücher stolpernd): Das wird\nviel böses Blut machen. Lassen Sie mal\nsehn. Viel Bärte, sehr viel Bärte.\nDiener (guckt mit hinaus): Nicht so schlimm.\nNur die paar Oesterreicher. Wie kann man\nsoviel Haare im Gesicht haben! Das Gei-\nstige geht ganz zum Teufel.\nMinister (seufzt): Verflixte Kulturgemein-\nschaft. Und dann den Anschluß nicht ver-\ngessen, nota bene.\nDiener: Man könnte ja das Brudervolk\nerst reinlassen und hinterher rasieren. (Drau-\nßen Rufe: „Oeffnen\".) Ich glaube, Exzel-\nlenz, jetzt dichten sie alle gleichzeitig.\nKritiker: Lauter dummes Geschwätz! Das\nPublikum weiß ja doch nicht, was ein Nu-\nmerus clausus ist. Ich würde jetzt kurzer-\nhand alle reinlassen.\nMinister: Ich warte auf einen Briefträger,\nrespektive auf sein Stichwort.\nD iener: Nämlich „Johann Wolfgang von\nGoethe\".\nEin Briefträger (von links wie aufs\nStichwort): Ein Brief an Seine Exzellenz.\n(Uebergibt den Brief und geht.)\nKritiker: Aber jetzt Tempo! Tempo! Was\nsteht denn drin?\nMinister (starrt in den Brief): Mir flim-\nmerts vor den Augen. Ruhe draußen!\nDiener (durchs Fenster): Seine Exzellenz\nersucht dringend, auf das leiseste zu dich-\nten. Jetzt, Exzellenz, ist es ein richtiger\nDichterwald.\nKritiker: Sie machen viel zu viel Redens-\narten. Weiter, was ist los?\nDiener: Sie sehen doch, daß Exzellenz\njetzt eine Weile sprachlos ist. Ich muß\ndie Pause ausfüllen. Außerdem erhöht es\ndie Spannung.\nMinister (bleich und schlotternd): Er\nsagt ab.\nKritiker: Wer sagt ab?\nMinister: Er. Es gibt nur einen Er im\ndeutschen Dichterwald. Großes E, großes R.\nDiener: Der liebe Gott?\nMinister: Ja! Er. Rübezahl!\nDiener (schreit gräßlich auf): Nein!\nMinister (irrer Blick): Da! Da! Lesen Sie\nselbst! Jetzt ist alles aus. Er war das\nDrum und Dran, das Auf und Ab meiner\nSchöpfung, das Haupt und das Glied,\ndas ... das ... (Sucht nach Klischees.)\nDiener: Das Ein und Aus, das Hin und\nHer...\nMinister: Jawohl, jawohl —\nDiener: Das Alpha und das Omega, das\nMekka und Medina.\nMinister: Ja, ja und tausendmal ja! Ich\nsage ab. Nichts gründe ich, nicht das ge-\nringste. Schicken Sie die Leute nach Hause.\nDiener: Aber, Exzellenz, es wird sich ein\nanderer Nestor finden. (Schläge gegen die"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "79", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3220, "texte": "Tür.) Das Dichtervolk ist außer Rand und\nBand. Wir müssen gründen.\nMinister: Gründen Sie, was Sie wollen.\nOhne 1 h n mache ich nicht mit. (Axthiebe\ngegen die Tür.) Hier haben Sie meinen\nZylinder, meinen Gehrock. (Die Tür kracht.\nEr eilt nach hinten.) Der Kürschner steckt\nin der Rocktasche links hinten. (Er ver-\nschwindet.)\n(Die Tür stürzt ein. Hunderte von Dich-\ntern und Dichterinnen brechen herein, über-\neinander, durcheinander.)\nDiener (im Gehrock und Zylinder ihnen\nentgegen): Genug! Schluß! Numerus clau-\nsus! (Die Dichter klettern über Tische und\nBänke. Zwei kämpfen um das Katheder.)\nDiener: Eintracht! Friede! Kein Bruder-\nzwist!\n1. Dichter (auf dem Katheder): Und Goethe\nwäre unser größter Dichter auch dann,\nwenn er unglücklicherweise ohne Kopf ge-\nboren wäre.\n2. Dichter (schnuppert in der Luft und an\nden Kisten): Entweder sind hier Katzen\noder Sie haben was gestreut.\nDiener: Es kommt größtenteils von der\nLyrik, Herr!\nKritiker: Gehen Sie doch über seine Quän-\ngeleien zur Tagesordnung über.\nSouffleuse: Im Buch steht ja auch: „Läßt\nihn rechts liegen.\"\n2. Dichter (zur Souffleuse): Dann haben Sie\nnoch die alte Einrichtung mit den dummen\npolitischen Anspielungen.\nDiener (zum 2. Dichter): Ich biete Ihnen\nhiermit in aller Form den Posten eines\nNestors an.\nKritiker: Der zweite Dichter wird über-\nhaupt ganz falsch gespielt, viel zu laut. Sie\nsind doch sonst einer der Stillen im Lande.\nDiener (zieht eine Glocke aus der Tasche):\nRuhe! Zuerst mal alle Expressionisten\neinen Schritt vor. Maßgebend für den Ex-\npressionismus ist das Ballen der Worte!\nKritiker: Und das Raffen!\nDiener: Jawohl. Auch das Raffen kommt\nin Frage. (Da sich alle auf die Füße treten.)\nOder sind welche unter uns, die noch nach\nder alten Methode dichten, wo weder ge-\nballt noch gerafft wurde —?\nSouffleuse (grinst aus dem Kasten): —\nsondern richtig in die Breite und die Länge\ngequatscht. (Rufe im Publikum: „Lümme-\nlei! Frechheit!\")\nDiener (zum Publikum): Mir aus der Seele\ngesprochen. Denn darin sind wir wohl alle\neinig, daß es im Grunde genommen nur\nzweierlei Dichter gibt: die Librettisten und\ndie Gottsucher.\nKritiker: Vernünftiger ists aber, wenn Sie\nunterscheiden zwischen den Eigenwilligen\nund denen, die mimosenhaft oder in sich\nselbst versponnene Naturen sind.\nDiener: Kann man auch machen. Also,\nin Gottes Namen, los! Changez! (Damen\nund Herren tanzen Quadrille, bis sie zwei\nGruppen bilden. Allgemeines Händeklat-\nschen.)\nKritiker: Das ist natürlich noch gar nichts.\nEs müssen sich viel mehr Gruppen bilden.\nDas bringt Leben in die Bude und führt\nnachher zu sehr komischen Verwechslungen\nin der Literaturgeschichte.\nEine Dichterin: Dann bitte ich, uns so\nzu spalten: diejenigen, die tief schürfen und\ndie, deren Werke etwas Balladeskes haben.\nEin Dichter: Oder etwas in der Manier\neines alten Holzschnitts.\nAnderer Dichter: Das Schlauste ist zwei\nGruppen: die direkt auf Kleist zurückgehen\nund die von Ibsen abstammen.\nEin alter Dichter: Und ich schlage vor,\ndaß wir jetzt ein gemeinschaftliches Lied\nsingen.\nEin Dichter: Aber nur, wenn wir den\nBühnen genüber als Manuskript gedruckt\nsind.\nKritiker: Was soll das jetzt wieder? Die\nHandlung muß doch schließlich und endlich\nweitergehen.\nDiener: Sozusagen letzten Endes."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3264, "texte": "Kritiker: Denn irgendwie hat sich jetzt\netwas Possenhaftes eingeschlichen. Ich\nwürde alles zurück bis Ibsen streichen.\nDiener: Dann schlage ich vor, daß wir\ngleich zur großen Schlußprügelei überge-\nhen. (Allgemeines Handgemenge.)\nKritiker: Aber Sie können doch die Hand-\nlung nicht übers Knie brechen.\nDiener: Halt! Nichts übers Knie brechen.\n(Man trennt sich.)\nKritiker: Konstituieren Sie sich doch end-\nlich, zum Donnerwetter!\nDiener: Sofort, Herr Doktor. Ist hier zu-\nfällig ein Nestor anwesend? (Totenstille.)\nEin Dichter: Fragen Sie doch nicht lange,\nDas kann ja jeder im Kürschner lesen.\nDiener: Wollen also die geschätzten Dich-\nter freundlichst ihre Kürschner zur Hand\nnehmen und schnell mal nachsehen, wer\nhier Nestor ist? (Alle setzen sich und blät-\ntern im Kürschner. Nach fünf Almuten tritt\nder Diener an die Rampe): Da werde ich\nhalt, bis das erledigt ist, den Vorhang zu-\nziehen.\n(Der Vorhang schließt sich. Er geht nach\ndrei Jahren wieder auf.)\n*\n(Die Dichter sind sichtlich gealtert, aber\nweniger an Zahl. Einigen ist der Bart übers\nganze Gesicht gewachsen. Sie blättern noch\nimmer im Kürschner.)\nDiener: Und so vergeht Jahr um Jahr.\nKaum hat man einen Nestor gefunden,\ngleich stirbt er einem unter den Händen\nweg.\nKritiker: Weil Sie zu lange Pausen machen.\nDiener: Manche halten sich auch nur vor-\nübergehend draußen auf. Oft die besten\nKöpfe.\nKritiker: Dann schließt man ab. Stecken\nSie bis auf weiteres den Schlüssel in die\nTasche.\nSouffleuse: Setzen Sie sich so lange in\nden Kasten, ohne sich zu rühren. Seit drei\nJahren ist hier nicht gelüftet worden.\n2. Dichter (wirft seinen Kürschner hin und\ngeht hinaus): Ich komme gleich wieder.\nDiener: Da haben Sie so ein Beispiel. Rein\nund raus, rein und raus. Es ist schade um\nden Menschen. (Plötzlich mit einer bekann-\nten brüchigen Stimme): Wenn so etwas\nam grünen Hölzchen geschieht, am Hölz-\nlein zierlich, klein und fein.\nKritiker: Sind Sie wahnsinnig geworden?\nSouffleuse: Größenwahnsinnig, Herr Dok-\ntor. Seit drei Jahren bildet er sich ein, er\nwird von Pallenberg gespielt.\nKritiker: Dann freilich kann die Handlung\nnicht vom Fleck kommen.\nDiener: Wenn ich in den nächsten drei\nJahren keinen Nestor finde, geh ich in Pen-\nsion.\nKritiker: Das wäre doch Zeitvergeudung.\nDann ists besser, Sie helfen sich mit einem\nDeus ex machina.\nDiener: Geht denn das heutzutage noch?\nKritiker: Erst recht. Sie sagen einfach,\ndas Stück ist von irgendeinem Pirandello —\nDiener (begeistert): — der sein Alibi nicht\nlüften will. (Zu den Dichtern, die in den\nKürschner vertieft sind): Achtung! Achtung!\n(Die Tür springt auf. Die Musik spielt einen\nGalopp aus einem Vorstadtvariete. Ein klei-\nnes Männchen mit grauem Bart tritt ein.)\nKritiker (entsetzt): Den wollen Sie als\nDeus nehmen? Haben Sie keinen anderen?\nDiener: Ich bin auch nicht sehr von jhm\nbegeistert.\nSouffleuse: Er riecht aber so gut nach\nPfefferkuchen.\nKritiker: Ich hatte mir etwas mit Flügeln\ngedacht, mit einer Lyra oder ähnlichem\nKrimskrams.\nDiener: Wenn er Ihnen nicht gefällt, kann\nich ihn auch wieder wegschicken. (Er will\nihn hinausschicken, aber das Männchen\nstrampelt und setzt sich auf den Boden.)\nKritiker: Jetzt auch noch das Theater!\nKann man ihn nicht umbesetzen?\nSouffleuse: Nee, werter Herr, dem kön-\nnen Sie den Mund nicht stopfen."}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3147, "texte": "Männchen (hat sich losgerissen, zu den\nDichtern mit blödelnder Stimme): Ja, ihr\nlieben Dichterchen, da bin ich. Ich komme\nschnurstracks von der Dichterwiese und\nbringe euch Grüße von den Versfüßchen\nund den Druckfehlerteufelchen.\nKritiker: Spricht er absichtlich so blöd?\nAlle Dichter (unisono): O Kinderland!\nO Mutterlaut!\nKritiker: Steht das tatsächlich im Text?\nDiener: Leider! Leider! Ich schäme mich\nselbst, daß sie auf so etwas hereinfallen.\ni\nMännchen: Neunundneunzig Jahre dichte\nich schon.\nKritiker: Nehmen Sie ihm doch den Bart\nweg.\nDiener: Dann sieht er aber gar nicht mehr\nwie ein Nestor aus.\nKritiker: Ich denke, er ist nur interi-\nmistisch gedacht. Ich halte ihn überhaupt\nfür allegorisch.\nDiener: Dann dürfen Sie ihm auch den\nBart nicht nehmen. Das Publikum wird ja\nnoch ganz meschugge.\nSouffleuse: Weil Sie ihn nicht ausreden\nlassen.\nDiener: Ich habs überhaupt schon bis hier\noben hin. (Wendet sich ab.)\nMännchen: Neunundneunzigtausend Mär-\nchen habe ich schon erzählt und eines\ngleicht dem andern aufs Haar.\nKritiker: Mit andern Worten: die Stelle\nist falsch inszeniert. Ich hätte dem Kerl\nein Mikrophon in die Hand gegeben.\nDiener: Dann würden Sie wieder sagen\n(ihm nachäffend): „Wozu diese Ueberdeut-\nlichkeit?\"\nKritiker: Was regen Sie sich auf? Es\nkommt doch nur auf die Dichter an.\nEin Dichter (verlegen am Bart spielend):\nWir wollen auch so dummes Zeug dichten.\nKritiker: Da sag ich natürlich gar nichts\nmehr.\nDiener (wird frech): Ohne Sie wären wir\nauch längst fertig. Ich weiß nämlich ganz\ngenau, was ich tue.\nMännchen: Und wollt Ihr auch immer\nfleißig auf mich hören?\nDiener: Nun möchte ich wissen, wozu er\nnoch mit einem Mikrophon herumlaufen\nsoll. Jawohl, Herr Nestor, es sind durch\ndie Bank geduldige Hörer. Dafür verbürge\nich mich mit meinen eigenen Ohren. (Zum\nKritiker): Auf der Galerie sitzen auch Leute.\nMännchen: Nun geht mal alle brav hinaus\nUnd denkt euch etwas Liebes\naus.\nDiener: Hand aufs Herz, Herr Doktor:\nder liebe Gott könnts nicht besser. Ich\nwerde ihm einen Ehrensold auszahlen. (Die\nMusik spielt einen Zirkusmarsch. Die Dich-\nter trippeln hinaus.) Das wäre jetzt wie\ngemacht, wieder einmal den Vorhang ein\nwenig zuzuziehen. Man muß ihnen Zeit\nlassen, recht kindlich zu werden.\nMännchen (nimmt sich den Bart ab): Ja-\nwohl, mein liebes Ministerchen. Jetzt zie-\nhen wir das Vorhängchen zu. Und während\nuns die Hauskapelle etwas recht Läppisches\nspielen soll, erzähle ich dir das Märchen\nvom Tintenkobold und der Bleihexe. (Der\nVorhang geht zu.)\n*\nDer Vorhang öffnet sich wieder.\nMännchen (hängt sich schleunigst den Bart\num): Und als ich abermals neunhundert-\nneunundneunzigtausend Märchen erzählt\nhatte, brachte mein treuer Diener die Dich-\nterchen wieder herein.\nSouffleuse: Die Stelle ist doch geändert,\nHerr Nestor. „Als kein Kind mehr meine\nMärchen hören wollte/'\nDiener (führt drei Dichter an den Händen\nherein): Sie sind arg kindisch geworden.\nDie Wahl wurde einem schwer. (Er schneuzt\ndem 1. Dichter die Nase.)\nKritiker: Wollen Sie jetzt eine Revue da-\nraus machen? Das sind Mätzchen. Sie ha-\nben doch ein intellektuelles Publikum vor\nsich.\nDiener: Das schon, aber es war wirklich\ndringend nötig."}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3093, "texte": "1. Dichter: Es war einmal eine uralte Frau,\ndie war so sehr neunundneunzig' Jahre alt,\ndaß sie zu ihrem kleinen Söhnchen sagte:\nHeute gehen wir zur Urgroßmutter. (Beifall\nim Publikum.)\nMännchen (steigt auf einen Stuhl und küßt\nihn): Das ist ja ein allerliebstes kleines\nBlickchen in die Tiefe der Kinderseele. Ja,\nja. Der Nächste.\n2. Dichter: Es war einmal —\nKritiker: Warum denn jetzt so hetzen?\nWas wird mit dem ersten Dichter? Kommt\ner in den Vorstand?\nDiener: Er ist selbstverständlich schon drin.\nJetzt muß es fix gehen. Denn nun häufen\nsich die Katastrophen Schlag auf Schlag.\n2. Dichter (beginnt von neuem): Es war\neinmal ein seßhaftes Geschlecht.\nMännchen (zum Orchester): Tusch! (Das\nOrchester spielt: So leben wir. Das Publi-\nkum hat sich erhoben und hört die Weise\nstehend an. Applaus.) Wo das der Tau-\nsendsassa nur alles hernimmt? Und Du,\nkleiner Hosenmatz?\n3. Dichter (gähnt): Ein Merkspruch.\nDiener: Er hat nämlich draußen ein bis-\nchen gepennt.\nKritiker: Halt! Soll das ein Wortspiel\nsein? Dann paßt es natürlich gar nicht jn\nden Stil.\nDiener: Es ist mir so herausgefahren. Man\nist schließlich auch nur ein Mensch. Ich\nglaube nämlich, er läßt sich gut als Vor-\nsitzender benutzen.\nSouffleuse: Berufen Sie sich doch auf\nShakespeare, sehr einfach.\n3, Dichter (sagt auf):\nMach Dir doch nicht so viel Sorgen,\n- Wie es geht und wie es steht,\nUnd verschiebe nicht auf morgen,\nWas auch übermorgen geht.\nMännchen (umarmt ihn wortlos. Das Pu-\nblikum schluchzt laut): Du Satansbraten!\nDu Teufelskerl! Wie nenn ich Dich? Du\nzuckersüßes Erzvorsitzerchen, Du!\nDiener: Mit den Dreien werden wir nicht\nschlecht fahren, oder ich will hier gleich\nauf der Stelle nichts von Dichtung verste-\nhen. (Pause. Dann zur Souffleuse): Wie\ngehts denn weiter?\nKritiker: Ich finde die Pause ganz gut.\nSonst geht alles wieder Hals über Kopf.\nDiener: Wie wäre es denn, wenn ich zur\nBeruhigung des Publikums ein paarmal auf\nund ab gehe? Oder soll ich ihn (aufs\nMännchen deutend) fristlos entlassen? Im-\nstande wär ichs.\nKritiker: Hat er nichts mehr zu reden?\nDiener: Nur noch Unfug.\nKritiker: Es wird aber viel Staub auf-\nwirbeln.\nSouffleuse: Ziehen Sie doch den Vor-\nhang zu. Es geht die Oeffentlichkeit ja gar\nnichts an.\nDiener: Ich halte es auch für eine interne\nAngelegenheit. (Krempelt sich die Aermel\nhoch und geht aufs Männchen zu): Werter\nHerr, so leid es mir tut — — (Während\ner das Männchen packt, fällt der Vorhang.)\n*\nDer Vorhang öffnet sich wieder. Das\nMännchen ist verschwunden. Die drei Dich-\nter schlafen. Draußen Lärm der übrigen\nDichter.\nDiener (am Fenster): Einen Augenblick Ge-\nduld. Sie wählen soeben einen Vorsitzenden.\n(Gesang der Dichter, von außen, vierstim-\nmig): ~Sah ein Knab ein Röslein stehn.\"\nDiener (zu ihnen hinaus): Es geht jetzt\nwie geschmiert.\nKritiker: Ist es eine Einlage?\nDiener: Sie machen es aus einer Art Zeit-\nvertreib. Wenns hier weitergeht, hören sie\nvon selbst auf. (Der Gesang verstummt.)\nAha! (Er wendet sich den Dichtern zu.)\n1. Dichter (spricht im Schlaf):\nEchter Dramen-Rezensierer\nJährlich preist er Kleist,\nWie ein rechter Tapezierer\nSeinen Kleister preist."}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3024, "texte": "Souffleuse: Sie hätten dem Publikum\nvorher sagen müssen, warum sie träumen.\nDiener: Es stand ja in allen Zeitungen.\nSie haben sich nämlich drei Jahre lang ihre\ngesammelten Werke vorgelesen. Nun wol-\nlen sie den zum Vorsitzenden machen, der\nim Schlaf den besten Schüttelreim zuwege\nbringt. Wie dünkt Sie der erste Reim?\nNicht schlecht?\nKritiker: Er wird sich aber damit mehr\nschaden als nützen.\nSouffleuse: Er soll ja keinen Preis be-\nkommen. Er bewirbt sich nur um den\nVorsitz.\nDiener: Man muß auch berücksichtigen,\ndaß er nicht ganz bei Bewußtsein ist.\nWitzbold (auf der Galerie): Vielleicht muß\nman sie erst schütteln.\nKritiker (zur Galerie): In der tiefsten Seele\nsollten Sie sich schämen!\nSouffleuse: Die Stelle ist ja auch ge-\nstrichen.\nDiener (beim 2. Dichter): Still! Er regt sich.\n2. Dichter (im Schlaf):\nDer Schwarz erfand das Pulver,\nDer Nobel Dynamit,\nRomane schrieb der Bulwer,\nWir kommen da nie mit.\nDiener (kratzt sich den Kopf, zum Publi-\nkum): Was meinen Sie? Recht artig, wie.'i\nOb zwar — was meint er mit dem Bulwer ?\nKritiker: Eine Spitze gegen Shaw. Das\nmerkt doch der Dümmste.\nDiener: Wir wollen es späteren Geschlech-\ntern überlassen. (Neigt sein Ohr dem drit-\nten Dichter, der die Lippen bewegt, ohne\nzu sprechen.)\nPublikum: Lauter!\nD iener: Sie müssen ihm Zeit lassen. Er\nringt noch mit der Form. Still!\nSouffleuse: Jetzt kommt nämlich der\nSchlager!\n3. Dichter (mit schwerer Zunge):\nWir finden jeden Grundes bar\nGesetzesgeber-Schuster Schmutz\nVerlangen aber hundert Jahr\nDes deutschen Dichters Musterschutz.\n(Das Publikum bricht in tosenden Beifall\naus. Man klettert über die Sitze und drängt\nzur Bühne. Die drei Dichter erwachen vom\nLärm und nehmen am Katheder Platz.)\nDiener (zum Publikum): Zurück! Haben\nSie ein wenig Achtung vor Kulturgütern.\n(Ruft hinaus): Einen Moment noch. Sic\nwählen jetzt rasch ein paar Mitglieder dazu.\nKritiker: Mit einer guten Programmrede\nhätten sie jetzt das ganze Publikum in der\nTasche.\nDiener: Gar nicht daran zu denken. (Die\nDichter spielen am Katheder Würfel.) Jetzt\nhaben sie alle Hände voll zu tun. (Sieht den\nKnobelnden zu.) Sechs! Der nächste!\nKritiker: Um was handelt es sich denn?\nDiener: Wer die meisten Augen wirft.\nHöchste Hausnummer. Zwölf! Wir sind\ngleich rum. (Zum Publikum): Schade, daß\nSie's nicht recht sehen können. Achtzehn!\nSouffleuse: Sie mogeln nämlich alle.\nKritiker: Das ist aber ein beispielloser\nSkandal!\nDiener (ruft zur offenen Tür hinaus): Acht-\nzehn Stück herein. (Die Dichter drängen\nherein.) Alles hinüber auf die andere Seite.\nKritiker: Können Sie nicht zählen? (Es\nströmen immer mehr herein.) Genug! (Er-\nhebt sich, streckt die Hand aus und don-\nnert) : Zurück!\nDiener (tritt an die Rampe, dicht vor den\nKritiker): Von der Sache selbst will ich\nnicht reden. Aber meine Rolle hab ich\nintus. (Zieht sie aus der Tasche und liest,\njedes Wort betonend): „Er wird durch den\nKritiker in einen Disput verwickelt. Ver-\nsehentlich läßt er die Tür offenstehen, so\ndaß alle Dichter ungehindert hereinströ-\nmen/'' (Triumphierend): Bitte! (Zu den"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1150, "texte": "Dichtern): Aber nicht stehen bleiben. Oben\nist noch viel Platz. (Zur Souffleuse): Und\nnun geben Sie mal das Buch her. Meine\nHerren, wir kommen jetzt zu Punkt 1 der\nTagesordnung. Da die meisten von Ihnen\nnoch keine ausgeschriebenen Rollen haben,\nlese ich Ihnen den Satz vor und bitte Sie,\nihn laut und deutlich nachzusprechen. (Liest):\n~Warum und inwiefern ist eine Dichter-\nAkademie überflüssig?\" (Er taktiert. Alle\nsprechen nach. Hierauf beginnt ein Disput,\nder in einen ungeheuren Tumult übergeht,\ndem der Diener nicht mehr gewachsen ist.\nEr zieht den Vorhang zu und tritt heraus):\nMeine Damen und Herren! Was Sie jetzt\nhören, ist eine Aufführung des Akademi-\nschen Sprechchors. Um eine Panik zu ver-\nhüten, bitte ich Sie, das Theater in Ruhe\nzu verlassen. Die Notausgänge sind geöff-\nnet. (Während das Publikum bestürzt das\nTheater verläßt, erscheint in der Pros-\nceniumsloge\nDer Autor: Hochverehrte Hörerschaft. Im\nGegensatz zu Grabbe und Pirandello er-\nscheine ich nicht auf der Bühne, um\nIhnen zu sagen, daß ich mir nicht nur alle\nRechte, insbesondere das der Aufführung,\nsondern auch die kritische Würdigung des\nStücks selbst vorbehalten habe."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c004", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "85", "page_fin": "85", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.4", "titre_corps": "Pflichtgefühl", "titre_sommaire": "Pflichtgefühl", "signature_source": "Kurt Schwitters", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1493, "texte": "Pflichtgefühl\nKurt Schwitters\nDer Mensch hat es verlernt, was Pflichtge-\nfühl ist. Man weiß, daß es die Hingabe des\nganzen Menschen an seine Pflicht, nicht nur\nein vages Gefühl bedeutet. Aber der Mensch\nkennt seine Pflicht nicht mehr. Man weiß,\ndaß man nicht nur Rechte, sondern auch\nPflichten hat, Pflichten durch seine Rechte.\nDas Recht der Anderen legt uns Pflichten\nauf, wie unser Recht die anderen verpflichtet.\nAber man kennt seine Rechte nicht mehr. Die\nneue Zeit ist so kompliziert, daß man sich\nnicht mehr auskennt, ohne auf den Grund\nder Dinge zurückzugehen. Und so können\nwir wieder alles erkennen, auch was dem\nMenschen erstes Recht und heiligste Pflicht\nist. Es ist so selbstverständlich, daß ich es\nhier fett drucken muß:\nDAS ERSTE RECHT DES MENSCHEN IST\nSEIN MENSCHENRECHT, und da es das\nerste Recht ist, so ist es sein größtes Recht.\nDaraus ergibt sich, daß die heiligste Pflicht\ndes Menschen seine\nMENSCHENPFLICHT\nist. Menschenrecht ist das Recht, so zu leben,\nwie es eines Menschen würdig ist. Das be-\ndeutet erstens Recht auf Leben und zweitens\nRecht auf Menschenwürde. Daher ist es hei-\nligste Pflicht, den Menschen leben zu lassen\nund in seiner Menschenwürde nicht zu krän-\nken. Totschlag und Mord gehören in die\nMuseen zu den alten Gemälden, sie müssen\ntot sein und begraben werden. Es ist die\nedelste Tat eines Menschen, selbst seinen\nFeinden zu vergeben.\nMENSCHEN, SEID MENSCHEN,\nMENSCHEN, WERDET MENSCHEN!\nSeid würdig, Mensch genannt zu werden,\nhandelt menschenwürdig."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c005", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "86", "page_fin": "87", "image_debut": 16, "image_fin": 17, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.5", "titre_corps": "Kleines Lied für Âino", "titre_sommaire": "Kleines Lied für Âino", "signature_source": "Reinhard Goering", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2551, "texte": "Kleines Lied für Aino\nReinhard Goering\nDas Mädchen:\nWer ist der Mann, der mit der Frau dort geht,\nich muß ihn kennen lernen!\nEr muß mich kennen lernen.\nHochfahrender!\nDeine Blicke haben mich getroffen!\nDer Ton Deiner Stimme, im Vorübergehen,\nhat mein Herz gestreichelt;\nDu meine Wildkatze.\nDu blühender Baum im Dickicht meiner Seele!\nIch will dem Flüstern Deiner Stimme lauschen!\nIch will mich vor Dein Blühen stellen und\ndarin vergehn!\nIch folge Dir, mein Bruder!\nIch will Dich nicht mehr aus den Augen\nlassen,\nBis ich weiß, wer du bist;\nBis Du weißt, wer ich bin.\n(Im Folgen):\nEntzücken meiner Seele, merke, daß ich folge!\nIch will mit meinen Gedanken Dich verführen,\ndaß Du dich umdrehst, daß Du stehen bleibst,\nIch will mit Strahlen in Dein Blut dringen,\ndaß Du merkst, ich bin da.\nIch will den Weg vor Dir aufreißen, daß Du\nnicht weitergehst.\nVergrämt war ich und wußte nichts davon.\nFür Freude hielt ich, was nur Pein und\nTrauer war.\nJetzt, da ich Dich gesehen habe,\nDa ich Dich gehört habe,\nO Nachtigall in meinem jungen Morgen,\nJetzt tanzt mein Herz in seiner ersten Freude.\nO leise, leise! Langsam, daß mein Erschrek-\nken mitkommt.\n(Der Mann und die Frau setzen sich auf\neine Bank.)\nO Glück! O Schrecken! Ich gehe Schritt für\nSchritt.\nEr zieht mich nach.\nIch schreite wie ich bin in die Begegnung'!\nIch setze mich zu ihnen auf die Bank.\nIch will Dir nahe sein,\nSturm, der in meinen Garten fährt.\nKlippe, dran ich zerschellen werde!\nFeuer, das ich nicht lasse.\n(Sie setzt sich auf die Bank.)\nDer Mann zur Frau: Schwer wird der\nAufstieg!\nJäh war unser Anfang.\nMüde liegt meine Hand in Deiner.\nDas weite Ziel in weiter Ferne leuchtet\nmatt!\nDu treibst mich weiter!\nDein Verstummen grollt.\nDie Frau: Der gute Trinker trinkt den\nBecher leer!\nDer Mann: Der Neid des Himmels mischte\nGift hinein.\nDie Frau: Was Gift erscheint, wird in\nder Liebe Heil!\nDer Mann: Was heilig ist, führt Liebe in\nden Himmel!\nDi e Frau: Treu bis zum Tod, das ist der\nLiebe Himmel.\nDer Mann: Treu gegen Leben ist der\nLiebe Tod.\nDas Mädchen (leise) 0 Himmel seine\nStimme!\nDie Frau: Die gestern flogen, sollen heute\nkriechen?\nDer Mann: Zu neuem Fluge schließ ich\nneuen Bund. '\nDie Frau: Mit Mir!\nDer Mann: Mit dem, der bei Mir sein wird.\nDas Mädchen (leise): Ich bin bei Dir\nund werde bei Dir sein!\nDie Frau: Wer wagt hier noch zu sprechen?\nDer Mann: Ich höre sprechen, das ein\nSingen ist!\nDas Mädchen: Der Liebe Rede ist Gesang\nDer Mann: Der Liebe Schweigen ist beredt.\nDie Frau: Ich höre eine Totenglocke\nDer Mann: Ich einer Lerche erstes Lied.\nDie Frau: Komm von hier fort!"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 969, "texte": "Hier wächst mein Leid zum Urwald!\nSchlingpflanzen Deiner Sünde schlingen mich\nKomm mit nach Haus, da sollst Du Mich\numarmen.\nDer Mann: Ich gehe mit.\nDein Dunkel bannt mein Licht\nDoch bald steig ich hinaus in meinen Tag\nDas Mädchen (leise): Ich warte hier\nauf Dich!\nIch warte bis Du kommst!\nIch fächle Dir den Frühling in Dein Herz!\nIch bringe Dir die Blume meines Gartens!\nIch zünde Dir das Licht in meiner Kammer!\nDer Mann (leise): Süß duftet mir die\nBlume Deines Gartens.\nIch komme bald zurück!\nIch höre Deine Seele rufen;\nMein Herz ist auf dem Weg\" zu Dir!\nNah seh ich schon die Laube unserer Liebe.\nIch bringe Dich zum Berge unseres Glücks!\nDer Liebe Mittag steigt uns beiden auf.\n(Der Mann und die Frau gehen fort.)\nDas Mäd sehen: 0 Seligkeit! 0 süßer\nLiebesdolch!\nIch schreite stark und leicht in die Be-\ngehung,\nO Fund von Gold im Staube meines Tags\nO goldne Wolke über meinem Quell!\nO Gnadengang in meine hohe Zeit!\nJetzt nicht zu lieben, brächte bald mir Leid."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c006", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[88]", "page_fin": "[88]", "image_debut": 18, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.6", "titre_corps": "Construction scénique de Stenberg et Medonnetsky pour „La Tempéte\"", "titre_sommaire": "Construction scénique de Stenberg et Medonnetsky pour „La Tempéte\"", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "[88]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 66, "texte": "Construction scénique de Stenberg et Medonnetsky pour „La Tempéte\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c007", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.7", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.1", "debut_caractere": 239, "fin_caractere_exclue": 1408, "texte": "FARBIGE KUNSTDRUCKE\nJEDES BLATT 1,50 MARK /\nALEXANDER ARCHIPENKO: Frau/Aquarell\nMARC CHAGALL: Akt / Aquarell / Interieur /\nGemalde / On dit (Der Jude) / Aquarell, Kut-\nscher I Aquarell / Der Coiffeur / Aquarell /\nIch und das Dorf / Gemalde\nROBERT DELAUNAY: Aquarell\nTOUR DONAS: Frau mit Vase / Gemalde,\nFrau und Kind / Gemalde\nNATALIE GONTSCH ARO WA: Theater-\ndekorationen*\nREINHARD GOERING: Zwei Aquarelle\nJACOB A VAN HEEMSKERCK: Bild 68 /\nGemalde / Insel / Gemalde\nJOHANNES ITTEN: Gemalde eines Kindes\nKANDINSKY: Aquarell 2, Aquarell 6\nPAUL KLEE: Spiel der Krafte einer Land-\nschaft I Aquarell / Giftbeeren / Aquarell\nDIE MIT * VERSEHENEN t MARK\nFERNAND LEGER: Kontrast der Formen /\nGemalde\nFRANZ MARC: Pferde / Aquarell\nLOUIS MARCOUSSIS: Stilleben / Aquarell\nJEAN METZINGER: Landschaft / Gemalde\nMOHOLY-NAGY: Schwarz-orange-gelb / G-emalde\nGEORG MUCHE: Und schied das Licht /\nGemalde\nPANNAGGI: Zug in Bewegung / Gemalde\nPERI: Strasse / Gemalde\nLOTHAR SCHREYER: Biihnenfarbform*\nKURT SCHWITTERS: Farbige Merzzeichng.\nGINO SEVERINI: Pan-Pan-Tanz im Monico\n/ Gemalde\nNELL WALDEN: Todfruhling / Gemalde,\nFarbige Zeichnung, Segel / Aquarell\nSUDSEEGOTZE *\nVERLAG DER STURM"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c008", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[72]", "page_fin": "[72]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.8", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[72]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 296, "texte": "Kunstausstellung\nDER STURM\nBERLIN W 9 / Potsdamer Str. 134 a I\nSeptember 1927\n162. Ausstellung\nMax MalpricM\nKlebebilder\nGesamtschau\nGesffnet von 10—6\nSonntags von 11—2\nAbende\nim\nSturm\nTanz / / Gymnastik\nKorperkultur / Kunst\nAnfang BV2 Uhr\nBilder - Verleih\nVerkauf von Kunstwerken auf Ratenzahlung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c009", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[72]", "page_fin": "[72]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.9", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[72]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.2", "debut_caractere": 298, "fin_caractere_exclue": 663, "texte": "Soci6t6 des Nations\nInstitut de Cooperation\nIntellectuelle\nMOUSEION\nBULLETIN de I'OFFICE INTERNATIONAL\ndes MUSEES\nParaft en avril, aout decembre\nAbonnement un an: FRANCE 25 Francs.\nAutres Pays 1.50 Dollar\nLe France 10 F. autres pays 50 cts.\nRedaction: 2 rue Montpensier Paris\nAdministration: LES PRESSES UNIVER-\nSAIRES DE FRANCE\n49 Boulevard Saint-Michel Paris (s°)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c010", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[72]", "page_fin": "[72]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.10", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[72]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.2", "debut_caractere": 665, "fin_caractere_exclue": 1141, "texte": "1 TAGESCHRONIK I\n| DER KUNST j\nm Rudolf Gotreh Verlag j\njj 129 Boul. Sebastopol. M\njj§ Paris II f§\nI DIE LEBENDIGSTE FRAN- 1\nI ZOSISCHE KUNSTZEIT* |\nj SCHRIFT |\nI DIE ERSTE DEUTSCHE I\n1 REVUE, DIE AUS PARIS |\n| KOMMT |\nj§ Abonnment Mk. 15.— pro Jahr, j\ng Mk. 4.— vierteljahriidi. %\nj Redaktionelle Leitung: ROLF HENKL =\n|| Verlangen Sie ein Probeexemplar! §§\nliiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiititiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiJiiiiiiiiiiitiiiiiniiiiitiiiiiiiil"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c011", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[72]", "page_fin": "[72]", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[72]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.2", "debut_caractere": 1143, "fin_caractere_exclue": 1453, "texte": "Jutta Klamt-Schule\nGyMNASTIK-TANZ\nSEMINAR:\nAusbildung zur Lehrerin fur\nGyMNASTIK und TANZ\nNeuzeitlidie und erfolgreidiste\nLehrgrundsatze\nKLASSEN 112. BOHNENTANZ\nGyMNASTIK fur LAIEN\nBewegungssdiulung fur Schauspiel\nund Film\nSekretariat: Berlin W 15 Pariser Strasse 37\nFernsprecher: Oliva 3265\nAnfragen Prospekte"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c012", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[89]", "page_fin": "[89]", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "[89]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 29, "texte": "Verlag Der Sturm / Berlin W 9"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c013", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[89]", "page_fin": "[89]", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.13", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "[89]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.19", "debut_caractere": 31, "fin_caractere_exclue": 922, "texte": "Kunstler- Postkarten / Verlag Der Sturm\nNach Gemalden, Zeichnungen nnd Bildwerken folgender Kunstler:\nAlexander Archipenko / 4\nRudolf Bauer / 4\nYincenc Benes\nUmberto Boccioni 112 / 2\nCampendonc / 2\nMarc Chagall / 7\nOthon Coubine\nRobert Delaunay\nTour Donas\nLyonel Feininger\nAlbert Gleizes / 2\nJ aco ba van Heemskerck 112 / 3\nSigrid Hjerten Qriinewald\nAlexei von Jawlensky\nBela Kadar\nKandinsky / B\nPaul Klee\nOskar Kokoschka / 2\nFernand L£ger / 2\nAugust Macke 112\nFranz Marc 112 / 3\nCarl Mense\nJean Metzinger\nJohannes Molzahn\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nGeorg Schrimpf\nKurt Schwitters\nGino Severini\nFritz Stuckenberg\n■ ' ,4 -V \"\nArnold Topp\nMaria Uhden 112\nNell Walden\nWilliam Wauer / 5\nMarianne von Werefkin\nNegerplastik\nGewebe aus Alt-Peru\nJede Karte 20 Pfennig / Farbige Karte Chagall: Die Kleinstadt / 30 Pfennig\nDie Ziffern hinter den Namen bedeuten die Zahl der reproduzierten Kunstwerke"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c014", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[89]", "page_fin": "[89]", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.14", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "[89]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.19", "debut_caractere": 924, "fin_caractere_exclue": 1409, "texte": "Dichtungen von HERWARTH WALDEN\n■ Das uch der / Roman Die Harte der Weltenliebe / Roman\nM Jedes Buch 2 Mark\nI Erste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben Die Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nI Siinde / Ein Spiel an der Liebe Glaube / Komitragodie\nH Letzte Liebe / Komitragodie\nI Jedes Buch 1 Mark\n1 Weib / Komitragodie / 3 Mark\nif Kind / Tragodie Trieb / Eine biirgerliche Komitragodie Menschen /' Tragodie\n■ Jedes Buch 2 Mark\nI Im Geschweig der iebe / Gedichte / Gebunden in Ganzleinen 3 Mark"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c015", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[89]", "page_fin": "[89]", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.15", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "[89]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.19", "debut_caractere": 1411, "fin_caractere_exclue": 1525, "texte": "Monatsschrift Der Sturm\nDie fuhrende Zeitschrift der neuen Kunst\nJahr 12 M\nNeuer 18. Jahrgang\nHalbjahr6 M Heft 1 M"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c016", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.20", "debut_caractere": 258, "fin_caractere_exclue": 1071, "texte": "Veriag ALBERT LANGEN in Mundien\nBAUHAUSBUCHER\n1\n2\n3\n4\n5\n7\n$\n10\nWALTER GROPIUS, Internationale Ardiitektur\ngeheftet Mk. 5\nPAUL KLEE, Padagogisdies Skizzenbudi\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk, 8\nEIN VERSUCHSHAUS DES BAUHAUSES\ngeheftet Mk. 5\nin Leinei^ebundei^lkjj\nDIE BGHNE IM BAUHAUS\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen_gebunden_Mk:j7\nPIET MONDRIAN, Neue Gestaltung\ngeheftet Mk. 3\nin Leinen j^bunde^\nTHEO VAN DOESBURG, Grundbegriffe der neuen\ngeheftet Mk. 5 gestaltenden Kunst\nin Leinen gebunden Mk. 7\nNEUE ARBEITEN D. BAUHAUSWERSTATTEN\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 8\nL. MOHOLy-NAGY, Malerei, Photographic, Film\ngeheftet Mk. 7\nin Leinen gebunden_Mk:^\nW. KANDINSKy, Punkt und Linie zur Fladie\ngekeftet Mk. 15\nin Leinen gebunden Mk. 18\nJ. J. P. OUD Hollandisdie Ardiitektur\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 9"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c017", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c017", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.20", "debut_caractere": 1073, "fin_caractere_exclue": 2133, "texte": "Internationaler Almanach der\nmodernen Aktivitat der Gegenwart\nEnthalt alle Gebiete des modernen Schaffens in\nder Wortkunst, der Musik, dem Theater, den\nbildenden Kunsten, dem Film, der Ardiitektur,\nder industriellen Produktion, der Wissensdiaft\nund der Kultur überhaupt\nEs haben beigetragen: Antheil, Arp, Baumeister, Behne, Becher\ndie polnische Gruppe der Revue „Blok\", Corbusier, Cernik\nDoesburgh, Iv. Goll, Gropius, Grosz, Heartfield, Herzfelde,\nHonzl, Chochol, Jung, Kassak, Kiesler, Kisch, Krejcar, Lu\nMarten, W. Mehring, Micic, Moholy-Nagy, Nezval, Obrtel,\nOud, Picabia, G. Pohl, Poliansky, Pone, Mies van der Rohe,\nSeifert, Schiirer, Schwitters, Sima, Teige, Tzara, Vaclavek,\nWeisskopf, Westheim, Wiesner, Walden und viele andere.\n240 bis 272 Seiten. Format 23 X5l cm, davon\n40 Seiten Illustrationen, Musikbeilagen / Redaktion\nder Front / Dr. B.Vaclavek / Brunn 15-Schimitz /\nVasekgasse ll,Tsdiechoslowakei / Text der Beitrage\ntschechisch, deutsch und franzosisch mit deutsdien\nund franzSsisdien R6sumees\nPreis 16 Mk / In der Sturm-Buchhandlung vorratig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c018", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.18", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.20", "debut_caractere": 2135, "fin_caractere_exclue": 2747, "texte": "La Renaissance de L'Art Fran9ais\net des Industries de Luxe\nGegriindef von Henry Lapauze / Erscheinf zu Beginn jedes\nMonafs als Band von 60 bis 100 Seifen Quartformat\n(2532) mif zahtreichen Abbildungen\nDie Redakfion veroftenflichf Beifrage der anerkannten\nSchriffsfetler und Krifiker alter Lander Europas. Ihre\ndokumenfarischen Sfudien und akfuellen Chroniken biefen\nein vollsfandiges Bild der Akfivitaf der Kiinsfe auf der\nganzen Erde\nAbonnemenf Frankreich 150 francs\n~—Ausland 200 francs ||\nMan abonnierf in alien Buchhandlungen und direkf beim Verlag\nLa Renaissance de L'Art FranQais / 10-11 Rue Royale / Paris"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c019", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.19", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.21", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 243, "texte": "FU3GEL-\n•--■l'j■iiirii«ii• i i i i i I « I i • u I i ( n •\n« V 'xSry ii'iiiii LJ 11«i • «1111 • t «ti tni «< 11 Mt* i i\n• * l|>| I « « |>ll» • ) tl • I li II • i KM • i«» t I * • •\nBERLIN • WO . FRIEDRICH\nJOMT\nPIANO&\nI'-iUONPON^\nEBERT STRASBE•"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c020", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c020", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.20", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.21", "debut_caractere": 245, "fin_caractere_exclue": 1341, "texte": "Das neue Rußland\nZeitschrift fur Kultur u. Wirtschaft\nOrgan der ~Gesellschaft der preunde des\nneuen Rußland in Deutschland\"\nSdhriftleitung: Erich Baron / BerHn»Pankow / Kavalierstr. to\n„Das Neue Rufiland\" im IV. Jahrgang ats grofies\nMaffazin des Osfens ist die Zeitschrift, die durch\nsadikundige Beitrage hervorragender deutscher\nund russisdier Mitarbeiter am besten über den\nIwirtsdiaftlidien und kulturellen Neuaufbau I\nRußlands unterrichtet I\nJedes Heft Ist reich illustriert\nDeutsche Mitarbeiter: Dr. Graf Arco, Klemperer, Bruno\nWalter, Artur Holitscher, Oberregierungsrat Dr. Roesle,\nProf. Dr. Sdiaxel, Dr. Helene Stodcer, General S&onaich,\n| Ardiitekt Taut, Heinridi Vogeler u. a. m. |\nRussische Mitarbeiter: Voikskommissar Lunatsdiarski,\nSemasdiko, Trotzki, Tsdiitsdierin, ferner O. D. Kameneva,\nKollontai, Krupskaja, die Professoren Goldstein, Ipatiew,\nRamsin,Waldhauer, dieKunstler Meyerhold,Eisenstein u.a.m.\nDoppeihefte zu M I.— Abonnement haibjahrfidi M 3.—\ndurch Gesellsdiaft der Freunde des neuen Russland\nEridi Baron / Beriin-Pankow / Kavalierstrasse 10\nPostscheck-Konto No. 743 58"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c021", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.21", "debut_caractere": 1343, "fin_caractere_exclue": 1502, "texte": "»Casa d'Arte II\nBRAGAGLIA II\nModerne Kunstausstellungen: Theater der\nUnabhangigen / Buchhandlung / Verlag\nKunstgewerbe\nTerme Romane di Via Avignonesi 8 / Rom 4"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c022", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.22", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.21", "debut_caractere": 1504, "fin_caractere_exclue": 1706, "texte": "VERLAG DER STURM / BERLIN W 9\nVORZUGS-ANGEBOT\nHerwarth Walden:\nEinblick in Kunst\nDie bcstc Einfuhrung in den\nEzpressionismas and Kubiamus\n70 Abbildungen, 4 farbige Kunstbeilagen\nStatt RM 6.50 nur RJM 2—"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c023", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c023", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 21, "image_fin": 21, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.23", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 21, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.21", "debut_caractere": 1708, "fin_caractere_exclue": 2173, "texte": "I\nV. ICarzilliir $ Co. Berlin W • Srnnewaldstrasse\nGegrundet 1854 Hofspcditeur S. M. des Konigs von Spanien Gegrundi\nSpedition u. Msbeltransporte, Verpadcung u. Lagerung\nvon GemHlden u. Kunstgegenstanden jeder Art. Lieferung\nund Empfang nach und von alien Kunstausstellungen\n, I1 u. Auslandes. Transportversicherungen allet Art\nSpeditenre des Wirtschaftliehen Yerfoandes Bildender Kfinstler / der Secession / des Yerbandes\n\" - ~ ' icherlllustratoren # _ - ' ■ —\n•us"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c024", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c024", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.22", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 281, "texte": "Stu r m - Druckabteilung\nf'\nBriefbogen\nBriefumschlage\nPostkarten\nQuit t u ngen\nRechnungen\nProspekte\nAnze i g en\n/\n8\n4\nXs\ncT\nHerstellung\nsamtlicher\nDrucksachen\nnach Anordnung u.\nunter Aufsicht von\nKQnstlern. Eln- und\nmehrfarbiger Druck\nSchnelle Lieferung\nBerli\n/ Potsdamer Str 138 a"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c025", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.23", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 88, "texte": "Her war th Walden\nm\nDie fuhrende Zeitschrift der neuen Kunst\n18. Jahrgang / Oktober 1927"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c026", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.24", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1178, "texte": "Sozialistisehe\nZum Versfandnis des\nmodernen kulturellen u.\npolit. Lebens unentbehrlich\nist die Lektiire der Zeitschrift\nMonatshefte\nHerausgeber: JOSEPH BLOCH\nDie SOZIALISTISCHEN MO-\nNATSHEFTE sind stets bestrebt,\ndie Stellung, die sie sich in unserem\nSo n offentlichen Leben erworben haben,\ng.5 durch ihre gewohnten Darbiefungen,\ndie <Jie Aktualitat des Tages in die\n> Sphare wissens cfiaftL V ertiefung zu\n~ riicken sudien, und durch standige\n10 Erweiterung ihres Inhalts zu be-\nhaupten und zu befestigen.\n32\nwo\ntj 10\n£00\nlO\nt>\nS« NATSHEFTE sind die einzige\n—Qf deutsche Zeitschrift, die eine syste-\nn matisch gegliederte Rundschau iiber\n.4* 4 TT Mm -www. . —\ng offentliches Leben, Wissenschaft,\nKunst und Kultur bringt. Einem\nJ§ jeden wird dadurch eine fortlaufende\nog* Orientierunguberdie einzetnenGe-\nbiete ermoglicht. Die einzelnen Ru-\ng briken (33 an der Zahl) werden von\nu ,£ Fachleuten bearbeitet.\nProbehefte stehen auf Verlangen je-\nG* £ derzeitkostenfreizurVerfiigung.\n8 w Dem unterzeichneten Verlag ist die\nMitteilung von Adressen will-\n's S kommen, an die die Zusendung\nvon Probeheften ratlich erscheint.\nVerlag der Sozialistischen Monatshefte\nG- m. b* H. Berlin W35"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c027", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.24", "debut_caractere": 1180, "fin_caractere_exclue": 1399, "texte": "Revue Germanique\nLille | 55 Rue Brule-Maison\nPeriodique trimestriel\nAbonnement 80 Frs. pour I'etranger\nInformations sur le mouvement\nlitteraire et les travaux philolo-\ngiques en Allemagne aux Pays-\nBas et en Scandinavie"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c028", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.24", "debut_caractere": 1401, "fin_caractere_exclue": 1510, "texte": "Musikalien u. Instrument?\nkauft man bei\nBreitkopf &Hartel\nBerlin W 9 Fotsdamer Str. 21a\nLiitzow 1692 und 8647"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1927-09-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1927-09_01#c029", "volume": "bmtnabg_1927-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.24", "debut_caractere": 1512, "fin_caractere_exclue": 2403, "texte": "112\nDR. JOACHIM STERN VERLAG, BERLIN W 35\nDER SAMMLER\nEin Fachblatt, das kurz und pracis den Museumsleiter, den Sammler und\nKunsthandler über die Fortschritte der Kunstforsdiung und über die Lage des\nKunstmarktes unterrichtet / Spezialnummern behandeln einzelne Kulturzentren oder\nbestimmte Sammelgebiete / Die Mitarbeit angesehener Gelehrter und Praktiker gibt\ndem Blatt sein besonderes Geprage / Druck und Bildermaterial machen audi aufierlicfi\ndas Blatt zu einem wertvollen Bestandteil jeder Bibliothek / Preis pro Quartal\nM 6,— bei monatlich 2 maligem Ersdieinen / Probenummern auf Wunsch kostenlos.\nMAECENAS das internationale Adressbacb\nder offentlichen Sammlungen, Sammler, Kunst> und Antiquitaten=Handler / Das\nBudi enthalt in 5 Spradien auf ca. 600 Seiten etwa 50000 Adressen / In Leinen\ngebunden, mit echter Goldpragung, im Schutzkarton M 60,—\nDR. JOACHIM STERN VERLAG, BERLIN W 35"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.1", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT\n! HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nBerlin / September 1927\n18. Jahrgang\n6. Heft\n\nUSSR 1927 Herwarth Waiden\nDie Parnassier von Rudolf Blümner\nPflichtgefühl von Kurt Schwitters\nKleines Lied für Aino von Reinhard Goering\n\nFARBIGE KUNSTDRUCKE\nJEDES BLATT 1,50 MARK /\nALEXANDER ARCHIPENKO: Frau/Aquarell\nMARC CHAGALL: Akt / Aquarell / Interieur /\nGemalde / On dit (Der Jude) / Aquarell, Kut-\nscher I Aquarell / Der Coiffeur / Aquarell /\nIch und das Dorf / Gemalde\nROBERT DELAUNAY: Aquarell\nTOUR DONAS: Frau mit Vase / Gemalde,\nFrau und Kind / Gemalde\nNATALIE GONTSCH ARO WA: Theater-\ndekorationen*\nREINHARD GOERING: Zwei Aquarelle\nJACOB A VAN HEEMSKERCK: Bild 68 /\nGemalde / Insel / Gemalde\nJOHANNES ITTEN: Gemalde eines Kindes\nKANDINSKY: Aquarell 2, Aquarell 6\nPAUL KLEE: Spiel der Krafte einer Land-\nschaft I Aquarell / Giftbeeren / Aquarell\nDIE MIT * VERSEHENEN t MARK\nFERNAND LEGER: Kontrast der Formen /\nGemalde\nFRANZ MARC: Pferde / Aquarell\nLOUIS MARCOUSSIS: Stilleben / Aquarell\nJEAN METZINGER: Landschaft / Gemalde\nMOHOLY-NAGY: Schwarz-orange-gelb / G-emalde\nGEORG MUCHE: Und schied das Licht /\nGemalde\nPANNAGGI: Zug in Bewegung / Gemalde\nPERI: Strasse / Gemalde\nLOTHAR SCHREYER: Biihnenfarbform*\nKURT SCHWITTERS: Farbige Merzzeichng.\nGINO SEVERINI: Pan-Pan-Tanz im Monico\n/ Gemalde\nNELL WALDEN: Todfruhling / Gemalde,\nFarbige Zeichnung, Segel / Aquarell\nSUDSEEGOTZE *\nVERLAG DER STURM"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "[72]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.2", "texte": "Kunstausstellung\nDER STURM\nBERLIN W 9 / Potsdamer Str. 134 a I\nSeptember 1927\n162. Ausstellung\nMax MalpricM\nKlebebilder\nGesamtschau\nGesffnet von 10—6\nSonntags von 11—2\nAbende\nim\nSturm\nTanz / / Gymnastik\nKorperkultur / Kunst\nAnfang BV2 Uhr\nBilder - Verleih\nVerkauf von Kunstwerken auf Ratenzahlung\n\nSoci6t6 des Nations\nInstitut de Cooperation\nIntellectuelle\nMOUSEION\nBULLETIN de I'OFFICE INTERNATIONAL\ndes MUSEES\nParaft en avril, aout decembre\nAbonnement un an: FRANCE 25 Francs.\nAutres Pays 1.50 Dollar\nLe France 10 F. autres pays 50 cts.\nRedaction: 2 rue Montpensier Paris\nAdministration: LES PRESSES UNIVER-\nSAIRES DE FRANCE\n49 Boulevard Saint-Michel Paris (s°)\n\n1 TAGESCHRONIK I\n| DER KUNST j\nm Rudolf Gotreh Verlag j\njj 129 Boul. Sebastopol. M\njj§ Paris II f§\nI DIE LEBENDIGSTE FRAN- 1\nI ZOSISCHE KUNSTZEIT* |\nj SCHRIFT |\nI DIE ERSTE DEUTSCHE I\n1 REVUE, DIE AUS PARIS |\n| KOMMT |\nj§ Abonnment Mk. 15.— pro Jahr, j\ng Mk. 4.— vierteljahriidi. %\nj Redaktionelle Leitung: ROLF HENKL =\n|| Verlangen Sie ein Probeexemplar! §§\nliiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiititiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiJiiiiiiiiiiitiiiiiniiiiitiiiiiiiil\n\nJutta Klamt-Schule\nGyMNASTIK-TANZ\nSEMINAR:\nAusbildung zur Lehrerin fur\nGyMNASTIK und TANZ\nNeuzeitlidie und erfolgreidiste\nLehrgrundsatze\nKLASSEN 112. BOHNENTANZ\nGyMNASTIK fur LAIEN\nBewegungssdiulung fur Schauspiel\nund Film\nSekretariat: Berlin W 15 Pariser Strasse 37\nFernsprecher: Oliva 3265\nAnfragen Prospekte"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "73", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.3", "texte": "USSR 1927\nHerwarth Walden\nMan hat in Europa sehr viel von den ver-\nabscheuungswürdigen Theorien und Praktiken\ndes Bolschewismus gehört und gelesen. Man\nhat sogar Vereine gegen ihn gegründet. Nach\neuropäischen Berichten beschäftigt sich die\nRegierung nicht nur mit Mord und Totschlag.\nSie hat sogar eigens Hungersnöte veranstal-\nstaltet, um das große Sterben zu beschleuni-\ngen. Ich will die Vergangenheit nicht unter-\nsuchen, nur leidenschaftslos darstellen, wie\nsich dem unbefangenen Betrachter Stadt und\nDorf im Sommer 1927 zeigt. Hinter der\nPaßmauer auf der wenig überschrittenen\nGrenze des südlichen Podoliens fern von\nMoskau der Bahnhof. Paß- und Zoll-\nformalitäten genau wie bei jedem Grenz-\nübergang ins Ausland. Größte Sauber-\nkeit und Ordnung. Gepäckträger mit Tarif.\nDie Züge fahren pünktlich ab. Wartesaal mit\nbilligem Büfett. Vom Bolschewismus noch\nnichts zu merken, den man sich als lebenden,\nfeuer- und giftspeienden Tank vorzustellen\nhat. Man will den Reisenden erst weiter ins\nLand locken. Die Abteile der Eisenbahn sind\nnormal. Die mitfahrenden Bolschewisten ohne\nWaffen. Vielleicht haben sie sie raffiniert ver-\nsteckt. Jedenfalls tragen sie kein Messer zwi-\nschen den Zähnen, wie es sich für berufs-\nmäßige Kannibalen gehört. Nach drei Stun-\nden Fahrt entschließe ich mich, auf irgend-\neiner Station auszusteigen. Ich habe oft ge-\nlesen, daß man in Moskau für die Reisenden\nneue Potemkinsche Dörfer gebaut hat. Ich\nmöchte gern ein Dorf ohne Potemkin sehen.\nViele scheinbar waffenlose Männer, Frauen\nund Kinder stehen auf dem Bahnhof. Man\nhat den Eindruck: Sommerfrische. Sofort\ngreift ein Mann nach meinem Koffer. Der\nBolschewismus beginnt noch immer nicht. Er\nwill mir nur tragen helfen. Sieht im übrigen\naus, wie der Herr Abraham, nicht aus Ber-\nlin, sondern wie der gemalte aus der Bibel.\nDa er mir russische Kenntnisse nicht zutraut,\nspricht er jiddisch, was er seinerseits für\ndeutsch hält. Diese Sprache ist aber nach\nwenigen Minuten zu erfassen, sie besteht in\neiner fantastischen Vertauschung' der Vokale,\neine Art Silbenrätsel. Ich erfahre, daß ich\nmich in der Kreisstadt Proskurow befinde, die\nunter dem Zaren ein beliebter Ausflugsort\nfür Pogrome gewesen sein soll.\nDie sind von den Bolschewisten abgeschafft\nworden, weil sie dem Volk keine solchen\nVergnügungen gönnen. Der Herr Abraham\noder vielmehr der Genosse Abraham, oder\nwie er heißen mag, erklärt mir, daß man\njetzt nach einigen hundert Jahren endlich ruhig\nschlafen könne. MeinesclitichterneFrage, ober\nBolschewist sei, weist er entrüstet zurück.\nEr sei unparteiisch Also habe ich sofort den\nGewährsmann, den der unpolitische Auslän-\nder braucht. Wir sind indessen auf dem\nMarkt angelangt, auf dem ein Denkmal Le-\nnins steht. Kein Zar hat es zu einem Monu-\nment in dieser Stadt gebracht. Der Lenin war\nein guter Mann, sagt mein Begleiter. Ob er\ndoch ein Bolschewist ist? Ich werde es schon\nergründen. „Es sind wohl wenig Unpartei-\nische in der Stadt?\" „Das kann ich Ihnen\nziemlich genau sagen, ich bin Mitglied des\nSowjets. Wir haben etwa 30 000 Unpartei-\nische und 3000 Parteiische.\" „Mit welchen\nMitteln werden nun die Unparteiischen unter-\ndrückt?\" Der Mann stiert mich verständ-\nnislos an. „Wissen Sie denn nicht, daß wir\nRevolution gehabt haben und alle freie Men-\nschen sind!\" Der Mann wird mir verdäch-\ntig, er hat offenbar die1 berühmte Bolsche-\nwistenfurcht und hält mich für einen Spion.\nIch verabschiede mich höflich und da ein\nKutscher mich gerade fragt, ob ich fahren\nwolle, steige ich ein. Mich locken eben Ge-\nfahren. Nach einigen Stunden Fahrt, vorbei\nan blühenden Feldern und großen Viehher-\nden laße ich irgendwo halten und steige aus.\nEin großes Dorf. Hier wird man objektiv\nsein. Bauern sollen weniger Angst haben."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "74", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.4", "texte": "Hier werde ich die Wahrheit über den Bol-\nschewismus erfahren, auch wenn sie mich\neinen Arm kosten sollte. Soviel bin ich be-\nreit daranzuwenden. Nach wenigen Minuten\nkomme ich mir vor wie die gesamte Marok-\nkanerschau im Zoologischen Garten. Das\nganze Dorf nebst Kühen, Schweinen und\nharmloseren Gänsen hat sich um mich ver-\nsammelt. Jede Flucht ist ausgeschlossen. Von\nTätlichkeiten ist vorläufig nichts zu merken,\ntrotzdem endlich wenigstens einige gefähr-\nliche Instrumente bemerkbar sind. Sehr\nschlimm scheint es nicht zu werden. Man\nwird sich mit der Kravatte und den Schuhen\nzufrieden geben, die besonders eindringlich\nbetrachtet werden. Ein Bauer reicht mir die\nJudashand, spricht mich deutsch an. Ehe-\nmaliger Kriegsgefangener. Er möchte wissen,\nwie es dem Lager von Hanau geht. Dieser\nmenschliche Zug des Bo'.schewisten rührt mich\nsehr. Ich schwärme geradezu von Hanau,\num ihn mir günstig zu stimmen. Sein Blick\nzeigt mir, daß er dort ein Glück, ein weib-\nliches Glück gefunden hat.\nDarüber scheinen auch die Bolschewisten\nnoch nicht fort zu sein. Der Bauer ladet mich\nein, das Dorf zu besichtigen. Er ist Vor-\nsitzender des Sowjets und Bolschewist. Das\nganze Dorf, Menschen und Tiere, folgt uns.\nUm auf Zeichen des Führers mir im geeig-\nneten Moment den Dolchstoß von hinten zu\ngeben. Ich betrete die Räume des Sowjets,\nein kleines, ärmliches, aber sehr sauberes\nBauernhaus. Der Vorsitzende öffnet das erste\nZimmer, hier werde ich wohl eingesperrt wer-\nden, ich höre schon das Schreien anderer\nUnglücklicher. Da liegen etwa dreißig Säug-\nlinge und ganz kleine Kinder, jedes in einem\nprimitiven Bettchen auf schneeweißen Laken\nmit schneeweißen Decken. Offenbar die Lei-\nchentücher für die zu tötenden nichtbolsche-\nwistischen Kinder. Eine Bäuerin, in Schwe-\nsterntracht verkleidet, gießt aus einem gro-\nßen Eimer eine weiße Flüssigkeit, vermut-\nlich Gift, in Flaschen. Der Vorsitzende for-\ndert mich auf, die Flüssigkeit zu kosten.\nHeroisch, Sokrates, Ende mit Schrecken, tue\nich es. Das Zeug schmeckt wie gute Sahne.\n„Hierher bringen die Bäuerinnen ihre Kin-\nder, während sie auf dem Felde arbeiten.\nDie Kinder werden beaufsichtigt und ernährt.\nAls wir das Säuglingsheim eröffneten, trauten\nsich nur zwei Bäuerinnen, ihre Kinder her-\nzugeben. Heute fehlt uns Raum für vierzig\nKinder.\" Ich bin etwas beschämt, nament-\nlich, da ich keine Wirkung des Giftes merke.\nAber jetzt kommt es. Das zweite Zimmer.\nAn den Wänden Waffen. Kleine Giftflaschen\nmit ausdrücklicher Benennung des Giftes und\ndas Modell eines Flugzeuges. An der Wand\nein buntes Plakat: Herr Chamberlain reißt\nden Mund auf, eine bolschewistische Meute\nist im Begriff, auf ihn erbarmungslos zu\nschießen. ~Das ist das Zimmer der Landes-\nverteidigung. Wir bereiten uns auf den Flug-\nabwehrkrieg vor. Wir beschäftigen uns mit\nChemie, die wir auch zur Hebung der land-\nwirtschaftlichen Produktion verwenden.\" Eine\nfeine Ausrede für die Erziehung von Gift-\nmördern. Wir kommen in das größte Zim-\nmer, den Sitzungssaal des Sowjets. Der Vor-\nsitzende bittet mich, einer Sitzung beizuwoh-\nnen, ich soll Fragen stellen und Fragen be-\nantworten.\n„Sind alle Sowjetmitglieder Bolschewisten?\"\n„Außer mir und dem Protokollführer sind\nalle parteilos. Von der Dorfgemeinde in öf-\nfentlicher Wahl gewählt.\" „Wieso sind ge-\nrade die beiden Bolschewisten im Vorstand?\"\n„Sie sind vom Sowjet in öffentlicher Wahl\ngewählt, weil sie das größte Vertrauen im\nDorf haben.\" „Wieviele Mitglieder hat die\nbolschewistische Partei in der ganzen Union?\"\n„600 000 bei einer Einwohnerzahl von 130 Mil-\nlionen. Alle übrigen sind parteilos. Jetzt\nwünscht man Ihnen einige Fragen zu stel-\nlen.\" Ein Sowjetmitglied: „Ist es in der Re-\npublik Deutschland möglich, daß Ratsmitglie-\nder einer Gemeinde arbeiten, so wie ich in\nihrer gewöhnlichen Kleidung und barfuß er-\nscheinen.\" Ein anderes Sowjetmitglied: „Müs-\nsen in Ihrer Republik auch die Vorstandsmit-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "75", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.5", "texte": "Glieder auf alle Beschwerden Auskunft geben\nund wenn sie berechtigt sind, die Abstellung\nder Beschwerden unter Kontrolle durchfüh-\nren, wie Sie es hier gehört haben?\" Ein\ndrittes Sowjetmitglied: „Sagen Sie den Deut-\nschen, daß wir frei und glücklich sind, daß\nwir uns unser Leben gestalten, wie wir es\nwollen, daß wir arbeiten und lernen. Wir sind\narm. Das waren wir früher auch. Aber jetzt\nsind wir frei, arbeiten auf unserem Land und\nes wird besser und besser. Sagen Sie den\nDeutschen, man soll uns nur helfen, daß wir\nohne Krieg leben können. Man soll uns ar-\nbeiten und lernen lassen, wie wir es verste-\nhen und wie wir es wollen.\" — Arbeit und\nBildung, das ist die grausame Theorie des\nBolschewismus. Verhinderung der Ausbeu-\ntung der Massen zugunsten Einzelner. Das\nist und bleibt der Kampf der Bolschewiki. Die\nHunderte von Millionen Parteiloser billigen\nund unterstützen Theorie und Kampf. Wa-\nrum also diese Aufregung in Europa. Man\n5011 jedes Volk sich ausbeuten oder nicht aus-\nbeuten lassen, wie es ihm beliebt. Und je\ndes Volk hat bekanntlich die Regierung, die\nes verdient.\nWenn man fern vom Zentrum so denkt und\nhandelt, wie ich es von Tausenden gehört\nhabe, so braucht man Moskau nicht aufzu-\nsuchen, um die Meinung der Provinz dort\nbestätigt zu hören. Und trotzdem man in\nWirklichkeit erst seit fünf Jahren hier ruhig\narbeitet, bis 1922 waren Bürgerkriege, hat\nman den Eindruck: hier ist kein Land der\nZerstörung. Die USSR ist ein Land des Auf-\nbaus. Ein Land der Arbeit. Und ein Land\nder Sehnsucht nach Menschenglück."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "76", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.6", "texte": "Die Parnassier\nVon Rudolf Blümner\nEin Raum, in dem Tische und Bänke arnphi-\ntneatral'sch aufsteigen. In der Mitte ein Ka-\ntheder. Rechts große Doppeltür. Daneben\nein kleines Schiebefenster. Kleine Tür links\nhinten. Ein Diener füllt die Tintenfässer.\nErst da das Publikum Unruhe zeigt, sieht er,\ndaß der Vorhang schon geöffnet ist. Er er-\nschrickt, blickt in die Kulissen, durch das\nSchiebefenster und in den Souffleurkasten.\nDiener: Wenn ich nur wüßte, warum man\nden Vorhang so früh aufgezogen hat.\nKritiker (erste Parkettreihe): Vielleicht sol-\nlen Sie einen Monolog halten.\nDiener: Nein, ich soll die Tintenfässer fül-\nlen, hat der Minister befohlen.\nKritiker: Um so besser, daraus ergibt sich\neine natürliche Lockerung der Rede.\nDiener: Man hat mich ja noch gar flicht\ninszeniert. Ich bin mehr als Nebenfigur\ngedacht.\nSouffleuse (im Kasten): Das merkt kein\nAas. Das Stück hat ohnehin keine ver-\nnünftige Disposition.\nDiener: Das brauchen Sie dem Publikum\nnicht auf die Nase zu binden. Es ist sogar\neine ausgezeichnete Disposition, wenn ich\ndie Tintenfässer fülle.\nKritiker: Aber Sie müssen doch endlich\nden Zweck nennen. Seit fünf Minuten\nkommt die Handlung nicht vom Fleck.\nDiener (singt und tanzt):\nFleck, Speck, Zweck überhaupt\nReihe, Reihe, Reihe, Reihe.\nKritiker: Das sind faule Ausreden. Sie\nwollen sich auf den Komiker hinausspielen.\nIch sage Ihnen aber auf den Kopf zu, daß\nSie ein typischer Schuldiener sind.\nSouffleuse (streckt den Kopf heraus:\nSehr richtig, Herr Doktor. Eine Grün-\ndung, eine Art höhere Schule, was denn\nsonst?\nDiener (zur Souffleuse): Daß dich das blitz-\nblaue Donnerwetter! Glauben Sie ihr nicht.\nSie plaudert aus der Schule. Niemand weiß,\nwas hinter den Kulissen vorgeht. Was\ndurchgesickert ist, beruht auf Kombina-\ntionen.\nSouffleuse: So? Zweitausend Bewer-\nbungsschreiben liegen dort. Das ist mit\neinem Akt gar nicht zu machen. (Es klopft\nan der großen Tür.)\nDiener: Es klopft? So spät? Wer mag\ndas wohl noch sein?\nSouffleuse: Das ist aus einem anderen\nSchmöker. ~So früh\" heißt es.\nDiener: Es klopft? So früh? Wer mag\ndas wohl schon sein? Die Dichter laß\nich jetzt noch nicht herein.\nSouffleuse: Also wer hat recht gehabt?\nDiener: Geschwätzte Zunge! Nun ver-\nriet ichs doch!\nKritiker: Warum öffnen Sie denn nicht?\nDie Handlung braucht einen Auftrieb. Und\ngewöhnen Sie sich die fünffüßigen Jamben\nab, das hält nur auf.\nDiener: Ganz recht. Ich geh zu öffnen.\n(Schließt auf.) Nun, was gibts? (Fünf\nDienstmänner bringen fünf große Kisten.\nDie Kisten tragen je die Aufschrift: Tra-\ngödien, Komödien, Lyrik, Epos, Romane.)\nLetzter Dienstmann: Einen schönen\nGruß, und hier bringen wir die Exposition\ndes Stücks.\nDiener: Was ist das für geschwollnes\nZeug? Redet, wie euch der Schnabel ge-\nwachsen ist.\nDienstmann: Da müssen Sie sich an\neinen der Kollegen vom Drama wenden.\nBeim Roman ist das nicht üblich.\nDiener (zum 1. und 2. Dienstmann): So\nmacht mal 's Maul auf, damit Kolorit hier\nreinkommt.\n1. Dienstmann: Das san holt so an die\nfünfhundert Tragedia dahie.\nDiener (schlägt die Hände über den Kopf):\nDas nennt der Mensch schlesisch! Und Du?"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "77", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.7", "texte": "2. Dienst mann: Det solin Stücker fünf-\nhundert Lustspiele sind, vaschtehste.\nDiener: Nee, Kinder, nee, da geht lieber\nwieder raus!\nKritiker: Wenn's ne realistische Komödie\nsein soll, müssen Sie den Leuten ein Trink-\ngeld geben.\nDiener: Es ist gewissermaßen eine Stil-\nkomödie. (Drängt sie hinaus.) Wo fange\nich nun am besten an? (Nimmt Hammer\nund Brecheisen und öffnet die Romankiste.\nZur Souffleuse): Den nächsten Satz hab ich\ngestrichen. Es ist sowieso faustdick, daß\nich mit der Romankiste anfange. Doch\nstill! Wer kommt?\nMinister der Belletristik (durch die\nTür links): Sind die Tintenfässer gefüllt?\nDiener (läßt sich nicht stören): Und alle\nBleistifte gespitzt. Für die Herren Lyriker.\n(Man hört draußen Stimmen.)\nMinister: Müssen wir das alles lesen?\nSehen Sie mal nach, wer draußen so laut\nspricht.\nD iener (zum Schiebefenster hinaus): Wir\nbitten um Ruhe. Es muß leise gedichtet\nwerden. (Schließt.) Zwei Lyriker — sie\nhaben schon aufgehört. Ich denke, Exzel-\nlenz, wir inachen lediglich einige Stich-\nproben.\nMinister: Dann geben Sie mir auch zwei\nsolche Dinger her. (Er bekommt Hammel\nund Brecheisen.) Sie können inzwischen\n'n bischen prüfen. (Er hämmert.)\nDiener (hat seine Kiste geöffnet. In die\nersten Bücher sieht er flüchtig und schmeißt\nsie auf den Boden. Die folgenden sieht\ner nur noch von außen an, endlich .schleu-\ndert er sie packweise aus der Kiste.)\nMinister: Ist es so schlecht?\nDiener: Viel ist nicht dran und Unaufge-\nschnittenes hat gar keinen Zweck. (Draußen\nneuer Lärm.)\nMinister: Geht das da draußen wieder\nlos?\nDiener (durchs Fenster): Ruhe! Wer kann\ndenn bei dem Spektakel arbeiten?\nMinister (in einem Buch blätternd): Sagen\nSie den Leuten: Militärschwank und Lokal-\nposse gänzlich ausgeschlossen. (Wirft das\nBuch weg.)\nDiener: Nur alles hier auf den Haufen,\nwenn ich bitten darf. (Durchs Fenster):\nLokalposse und Militärschwank sind nicht\nzulässig. (Draußen Tumult. Zum Minister):\nOb wir bei der Lokalposse nicht doch ein\nAuge zudrücken?\nMinister (in ein Buch vertieft): Von mir\naus! Ich behalte mir aber stets den Wider-\nruf vor. (Liest.) Zum Piepen das!\nDiener (ruft hinaus): Lokalposse auf Wider-\nruf gestattet. Exzellenz, wir müssen etwas\nsummarischer arbeiten. Hier bin ich durch.\nWenn ich Ihnen helfen kann? (Während der\nMinister sich interessiert lesend gesetzt hat,\nwirft der Diener die Bücher aus der Kiste\ndes Ministers.)\nMinister (lesend): Ich platze!\nDiener: Lassen Sie sich nicht stören. So!\nMit den Tragödien bin ich auch fertig.\nJetzt will ich rasch mal nach der Lyrik\nsehn. (Oeffnet die Kiste und steckt die\nNase hinein): Wie riecht denn das?\nMinister: Man wälzt sich. Kennen Sie\nden Burschen? (Zeigt den Buchtitel.)\nDiener: Aus welcher Kiste haben Sie's\ndenn?\nMinister (unsicher): Nu warten Sie mal —\nDiener: Wenn es nämlich aus der tragi-\nschen Kiste da stammt, dürfen wir's mehr\nals Tragödie ansprechen.\nMinister: Was riecht denn so?\nDiener: Es scheint die Lyrik zu sein. ,Schau-\nderhaft. Vielleicht öffnen Sie die letzte\nKiste, Exzellenz. Hier machen Sie sich nur\ndreckig. (Der Minister hämmert. Der Die-\nner blättert in einem Band Lyrik): Auch\nso ein Problem: Wie stellt man sich zu\nden Knallbonbonversen?\nMinister: Wird denn noch viel gereimt?\nDiener: Ich kann ja mal hören. (Horcht\ngespant nach dem Lärm): Man wird nicht"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "78", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.8", "texte": "klug daraus. Manche scheinen ja allerdings\nzu reimen.\nMinister (wirft Bücher aus der Eposkiste):\nHelfen Sie mir lieber, ich kann das allein\nnicht schaffen.\nDiener: Es kommt ja auf die paar Epen\nnicht an. (Blättert wieder in einem Buch):\nDas Haar möcht man sich raufen. Nein,\nExzellenz, die üblichen Reime werden wir\ndoch verbieten müssen. (Da der Minister\nnicht hört, ruft er hinaus): Schmerz und\nHerz, Lust und Brust haben keine Aus-\nsicht. (Draußen Rufe.) Was? Innenreime?\n(Zum Minister): Ob Innenreime gestattet\nsind.\nMinister (halbtot vom Arbeiten): Was ist\ndenn das schon wieder?\nDiener (das Fenster zuwerfend): Man ver-\nsteht sein eigenes Wort nicht. Also zum\nBeispiel: Mitgegangen — mitgehangen oder\nso. Der reine Kitsch.\nMinister (trocknet sich den Schweiß): Wir\nwerden kurzen Prozeß machen. Ich bin\nüberhaupt für den Numerus clausus.\nDiener (begeistert): Dem seinen Kopf möcht\nich haben. (Durchs Fenster): Jetzt ists aber\nhier Numerus clausus! Verstanden? (Zum\nMinister): Vielleicht ruf ich hinaus, daß nur\nGlattrasierte zugelassen werden.\nMinister (über Bücher stolpernd): Das wird\nviel böses Blut machen. Lassen Sie mal\nsehn. Viel Bärte, sehr viel Bärte.\nDiener (guckt mit hinaus): Nicht so schlimm.\nNur die paar Oesterreicher. Wie kann man\nsoviel Haare im Gesicht haben! Das Gei-\nstige geht ganz zum Teufel.\nMinister (seufzt): Verflixte Kulturgemein-\nschaft. Und dann den Anschluß nicht ver-\ngessen, nota bene.\nDiener: Man könnte ja das Brudervolk\nerst reinlassen und hinterher rasieren. (Drau-\nßen Rufe: „Oeffnen\".) Ich glaube, Exzel-\nlenz, jetzt dichten sie alle gleichzeitig.\nKritiker: Lauter dummes Geschwätz! Das\nPublikum weiß ja doch nicht, was ein Nu-\nmerus clausus ist. Ich würde jetzt kurzer-\nhand alle reinlassen.\nMinister: Ich warte auf einen Briefträger,\nrespektive auf sein Stichwort.\nD iener: Nämlich „Johann Wolfgang von\nGoethe\".\nEin Briefträger (von links wie aufs\nStichwort): Ein Brief an Seine Exzellenz.\n(Uebergibt den Brief und geht.)\nKritiker: Aber jetzt Tempo! Tempo! Was\nsteht denn drin?\nMinister (starrt in den Brief): Mir flim-\nmerts vor den Augen. Ruhe draußen!\nDiener (durchs Fenster): Seine Exzellenz\nersucht dringend, auf das leiseste zu dich-\nten. Jetzt, Exzellenz, ist es ein richtiger\nDichterwald.\nKritiker: Sie machen viel zu viel Redens-\narten. Weiter, was ist los?\nDiener: Sie sehen doch, daß Exzellenz\njetzt eine Weile sprachlos ist. Ich muß\ndie Pause ausfüllen. Außerdem erhöht es\ndie Spannung.\nMinister (bleich und schlotternd): Er\nsagt ab.\nKritiker: Wer sagt ab?\nMinister: Er. Es gibt nur einen Er im\ndeutschen Dichterwald. Großes E, großes R.\nDiener: Der liebe Gott?\nMinister: Ja! Er. Rübezahl!\nDiener (schreit gräßlich auf): Nein!\nMinister (irrer Blick): Da! Da! Lesen Sie\nselbst! Jetzt ist alles aus. Er war das\nDrum und Dran, das Auf und Ab meiner\nSchöpfung, das Haupt und das Glied,\ndas ... das ... (Sucht nach Klischees.)\nDiener: Das Ein und Aus, das Hin und\nHer...\nMinister: Jawohl, jawohl —\nDiener: Das Alpha und das Omega, das\nMekka und Medina.\nMinister: Ja, ja und tausendmal ja! Ich\nsage ab. Nichts gründe ich, nicht das ge-\nringste. Schicken Sie die Leute nach Hause.\nDiener: Aber, Exzellenz, es wird sich ein\nanderer Nestor finden. (Schläge gegen die"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "79", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.9", "texte": "Tür.) Das Dichtervolk ist außer Rand und\nBand. Wir müssen gründen.\nMinister: Gründen Sie, was Sie wollen.\nOhne 1 h n mache ich nicht mit. (Axthiebe\ngegen die Tür.) Hier haben Sie meinen\nZylinder, meinen Gehrock. (Die Tür kracht.\nEr eilt nach hinten.) Der Kürschner steckt\nin der Rocktasche links hinten. (Er ver-\nschwindet.)\n(Die Tür stürzt ein. Hunderte von Dich-\ntern und Dichterinnen brechen herein, über-\neinander, durcheinander.)\nDiener (im Gehrock und Zylinder ihnen\nentgegen): Genug! Schluß! Numerus clau-\nsus! (Die Dichter klettern über Tische und\nBänke. Zwei kämpfen um das Katheder.)\nDiener: Eintracht! Friede! Kein Bruder-\nzwist!\n1. Dichter (auf dem Katheder): Und Goethe\nwäre unser größter Dichter auch dann,\nwenn er unglücklicherweise ohne Kopf ge-\nboren wäre.\n2. Dichter (schnuppert in der Luft und an\nden Kisten): Entweder sind hier Katzen\noder Sie haben was gestreut.\nDiener: Es kommt größtenteils von der\nLyrik, Herr!\nKritiker: Gehen Sie doch über seine Quän-\ngeleien zur Tagesordnung über.\nSouffleuse: Im Buch steht ja auch: „Läßt\nihn rechts liegen.\"\n2. Dichter (zur Souffleuse): Dann haben Sie\nnoch die alte Einrichtung mit den dummen\npolitischen Anspielungen.\nDiener (zum 2. Dichter): Ich biete Ihnen\nhiermit in aller Form den Posten eines\nNestors an.\nKritiker: Der zweite Dichter wird über-\nhaupt ganz falsch gespielt, viel zu laut. Sie\nsind doch sonst einer der Stillen im Lande.\nDiener (zieht eine Glocke aus der Tasche):\nRuhe! Zuerst mal alle Expressionisten\neinen Schritt vor. Maßgebend für den Ex-\npressionismus ist das Ballen der Worte!\nKritiker: Und das Raffen!\nDiener: Jawohl. Auch das Raffen kommt\nin Frage. (Da sich alle auf die Füße treten.)\nOder sind welche unter uns, die noch nach\nder alten Methode dichten, wo weder ge-\nballt noch gerafft wurde —?\nSouffleuse (grinst aus dem Kasten): —\nsondern richtig in die Breite und die Länge\ngequatscht. (Rufe im Publikum: „Lümme-\nlei! Frechheit!\")\nDiener (zum Publikum): Mir aus der Seele\ngesprochen. Denn darin sind wir wohl alle\neinig, daß es im Grunde genommen nur\nzweierlei Dichter gibt: die Librettisten und\ndie Gottsucher.\nKritiker: Vernünftiger ists aber, wenn Sie\nunterscheiden zwischen den Eigenwilligen\nund denen, die mimosenhaft oder in sich\nselbst versponnene Naturen sind.\nDiener: Kann man auch machen. Also,\nin Gottes Namen, los! Changez! (Damen\nund Herren tanzen Quadrille, bis sie zwei\nGruppen bilden. Allgemeines Händeklat-\nschen.)\nKritiker: Das ist natürlich noch gar nichts.\nEs müssen sich viel mehr Gruppen bilden.\nDas bringt Leben in die Bude und führt\nnachher zu sehr komischen Verwechslungen\nin der Literaturgeschichte.\nEine Dichterin: Dann bitte ich, uns so\nzu spalten: diejenigen, die tief schürfen und\ndie, deren Werke etwas Balladeskes haben.\nEin Dichter: Oder etwas in der Manier\neines alten Holzschnitts.\nAnderer Dichter: Das Schlauste ist zwei\nGruppen: die direkt auf Kleist zurückgehen\nund die von Ibsen abstammen.\nEin alter Dichter: Und ich schlage vor,\ndaß wir jetzt ein gemeinschaftliches Lied\nsingen.\nEin Dichter: Aber nur, wenn wir den\nBühnen genüber als Manuskript gedruckt\nsind.\nKritiker: Was soll das jetzt wieder? Die\nHandlung muß doch schließlich und endlich\nweitergehen.\nDiener: Sozusagen letzten Endes."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "80", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.10", "texte": "Kritiker: Denn irgendwie hat sich jetzt\netwas Possenhaftes eingeschlichen. Ich\nwürde alles zurück bis Ibsen streichen.\nDiener: Dann schlage ich vor, daß wir\ngleich zur großen Schlußprügelei überge-\nhen. (Allgemeines Handgemenge.)\nKritiker: Aber Sie können doch die Hand-\nlung nicht übers Knie brechen.\nDiener: Halt! Nichts übers Knie brechen.\n(Man trennt sich.)\nKritiker: Konstituieren Sie sich doch end-\nlich, zum Donnerwetter!\nDiener: Sofort, Herr Doktor. Ist hier zu-\nfällig ein Nestor anwesend? (Totenstille.)\nEin Dichter: Fragen Sie doch nicht lange,\nDas kann ja jeder im Kürschner lesen.\nDiener: Wollen also die geschätzten Dich-\nter freundlichst ihre Kürschner zur Hand\nnehmen und schnell mal nachsehen, wer\nhier Nestor ist? (Alle setzen sich und blät-\ntern im Kürschner. Nach fünf Almuten tritt\nder Diener an die Rampe): Da werde ich\nhalt, bis das erledigt ist, den Vorhang zu-\nziehen.\n(Der Vorhang schließt sich. Er geht nach\ndrei Jahren wieder auf.)\n*\n(Die Dichter sind sichtlich gealtert, aber\nweniger an Zahl. Einigen ist der Bart übers\nganze Gesicht gewachsen. Sie blättern noch\nimmer im Kürschner.)\nDiener: Und so vergeht Jahr um Jahr.\nKaum hat man einen Nestor gefunden,\ngleich stirbt er einem unter den Händen\nweg.\nKritiker: Weil Sie zu lange Pausen machen.\nDiener: Manche halten sich auch nur vor-\nübergehend draußen auf. Oft die besten\nKöpfe.\nKritiker: Dann schließt man ab. Stecken\nSie bis auf weiteres den Schlüssel in die\nTasche.\nSouffleuse: Setzen Sie sich so lange in\nden Kasten, ohne sich zu rühren. Seit drei\nJahren ist hier nicht gelüftet worden.\n2. Dichter (wirft seinen Kürschner hin und\ngeht hinaus): Ich komme gleich wieder.\nDiener: Da haben Sie so ein Beispiel. Rein\nund raus, rein und raus. Es ist schade um\nden Menschen. (Plötzlich mit einer bekann-\nten brüchigen Stimme): Wenn so etwas\nam grünen Hölzchen geschieht, am Hölz-\nlein zierlich, klein und fein.\nKritiker: Sind Sie wahnsinnig geworden?\nSouffleuse: Größenwahnsinnig, Herr Dok-\ntor. Seit drei Jahren bildet er sich ein, er\nwird von Pallenberg gespielt.\nKritiker: Dann freilich kann die Handlung\nnicht vom Fleck kommen.\nDiener: Wenn ich in den nächsten drei\nJahren keinen Nestor finde, geh ich in Pen-\nsion.\nKritiker: Das wäre doch Zeitvergeudung.\nDann ists besser, Sie helfen sich mit einem\nDeus ex machina.\nDiener: Geht denn das heutzutage noch?\nKritiker: Erst recht. Sie sagen einfach,\ndas Stück ist von irgendeinem Pirandello —\nDiener (begeistert): — der sein Alibi nicht\nlüften will. (Zu den Dichtern, die in den\nKürschner vertieft sind): Achtung! Achtung!\n(Die Tür springt auf. Die Musik spielt einen\nGalopp aus einem Vorstadtvariete. Ein klei-\nnes Männchen mit grauem Bart tritt ein.)\nKritiker (entsetzt): Den wollen Sie als\nDeus nehmen? Haben Sie keinen anderen?\nDiener: Ich bin auch nicht sehr von jhm\nbegeistert.\nSouffleuse: Er riecht aber so gut nach\nPfefferkuchen.\nKritiker: Ich hatte mir etwas mit Flügeln\ngedacht, mit einer Lyra oder ähnlichem\nKrimskrams.\nDiener: Wenn er Ihnen nicht gefällt, kann\nich ihn auch wieder wegschicken. (Er will\nihn hinausschicken, aber das Männchen\nstrampelt und setzt sich auf den Boden.)\nKritiker: Jetzt auch noch das Theater!\nKann man ihn nicht umbesetzen?\nSouffleuse: Nee, werter Herr, dem kön-\nnen Sie den Mund nicht stopfen."}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.11", "texte": "Männchen (hat sich losgerissen, zu den\nDichtern mit blödelnder Stimme): Ja, ihr\nlieben Dichterchen, da bin ich. Ich komme\nschnurstracks von der Dichterwiese und\nbringe euch Grüße von den Versfüßchen\nund den Druckfehlerteufelchen.\nKritiker: Spricht er absichtlich so blöd?\nAlle Dichter (unisono): O Kinderland!\nO Mutterlaut!\nKritiker: Steht das tatsächlich im Text?\nDiener: Leider! Leider! Ich schäme mich\nselbst, daß sie auf so etwas hereinfallen.\ni\nMännchen: Neunundneunzig Jahre dichte\nich schon.\nKritiker: Nehmen Sie ihm doch den Bart\nweg.\nDiener: Dann sieht er aber gar nicht mehr\nwie ein Nestor aus.\nKritiker: Ich denke, er ist nur interi-\nmistisch gedacht. Ich halte ihn überhaupt\nfür allegorisch.\nDiener: Dann dürfen Sie ihm auch den\nBart nicht nehmen. Das Publikum wird ja\nnoch ganz meschugge.\nSouffleuse: Weil Sie ihn nicht ausreden\nlassen.\nDiener: Ich habs überhaupt schon bis hier\noben hin. (Wendet sich ab.)\nMännchen: Neunundneunzigtausend Mär-\nchen habe ich schon erzählt und eines\ngleicht dem andern aufs Haar.\nKritiker: Mit andern Worten: die Stelle\nist falsch inszeniert. Ich hätte dem Kerl\nein Mikrophon in die Hand gegeben.\nDiener: Dann würden Sie wieder sagen\n(ihm nachäffend): „Wozu diese Ueberdeut-\nlichkeit?\"\nKritiker: Was regen Sie sich auf? Es\nkommt doch nur auf die Dichter an.\nEin Dichter (verlegen am Bart spielend):\nWir wollen auch so dummes Zeug dichten.\nKritiker: Da sag ich natürlich gar nichts\nmehr.\nDiener (wird frech): Ohne Sie wären wir\nauch längst fertig. Ich weiß nämlich ganz\ngenau, was ich tue.\nMännchen: Und wollt Ihr auch immer\nfleißig auf mich hören?\nDiener: Nun möchte ich wissen, wozu er\nnoch mit einem Mikrophon herumlaufen\nsoll. Jawohl, Herr Nestor, es sind durch\ndie Bank geduldige Hörer. Dafür verbürge\nich mich mit meinen eigenen Ohren. (Zum\nKritiker): Auf der Galerie sitzen auch Leute.\nMännchen: Nun geht mal alle brav hinaus\nUnd denkt euch etwas Liebes\naus.\nDiener: Hand aufs Herz, Herr Doktor:\nder liebe Gott könnts nicht besser. Ich\nwerde ihm einen Ehrensold auszahlen. (Die\nMusik spielt einen Zirkusmarsch. Die Dich-\nter trippeln hinaus.) Das wäre jetzt wie\ngemacht, wieder einmal den Vorhang ein\nwenig zuzuziehen. Man muß ihnen Zeit\nlassen, recht kindlich zu werden.\nMännchen (nimmt sich den Bart ab): Ja-\nwohl, mein liebes Ministerchen. Jetzt zie-\nhen wir das Vorhängchen zu. Und während\nuns die Hauskapelle etwas recht Läppisches\nspielen soll, erzähle ich dir das Märchen\nvom Tintenkobold und der Bleihexe. (Der\nVorhang geht zu.)\n*\nDer Vorhang öffnet sich wieder.\nMännchen (hängt sich schleunigst den Bart\num): Und als ich abermals neunhundert-\nneunundneunzigtausend Märchen erzählt\nhatte, brachte mein treuer Diener die Dich-\nterchen wieder herein.\nSouffleuse: Die Stelle ist doch geändert,\nHerr Nestor. „Als kein Kind mehr meine\nMärchen hören wollte/'\nDiener (führt drei Dichter an den Händen\nherein): Sie sind arg kindisch geworden.\nDie Wahl wurde einem schwer. (Er schneuzt\ndem 1. Dichter die Nase.)\nKritiker: Wollen Sie jetzt eine Revue da-\nraus machen? Das sind Mätzchen. Sie ha-\nben doch ein intellektuelles Publikum vor\nsich.\nDiener: Das schon, aber es war wirklich\ndringend nötig."}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.12", "texte": "1. Dichter: Es war einmal eine uralte Frau,\ndie war so sehr neunundneunzig' Jahre alt,\ndaß sie zu ihrem kleinen Söhnchen sagte:\nHeute gehen wir zur Urgroßmutter. (Beifall\nim Publikum.)\nMännchen (steigt auf einen Stuhl und küßt\nihn): Das ist ja ein allerliebstes kleines\nBlickchen in die Tiefe der Kinderseele. Ja,\nja. Der Nächste.\n2. Dichter: Es war einmal —\nKritiker: Warum denn jetzt so hetzen?\nWas wird mit dem ersten Dichter? Kommt\ner in den Vorstand?\nDiener: Er ist selbstverständlich schon drin.\nJetzt muß es fix gehen. Denn nun häufen\nsich die Katastrophen Schlag auf Schlag.\n2. Dichter (beginnt von neuem): Es war\neinmal ein seßhaftes Geschlecht.\nMännchen (zum Orchester): Tusch! (Das\nOrchester spielt: So leben wir. Das Publi-\nkum hat sich erhoben und hört die Weise\nstehend an. Applaus.) Wo das der Tau-\nsendsassa nur alles hernimmt? Und Du,\nkleiner Hosenmatz?\n3. Dichter (gähnt): Ein Merkspruch.\nDiener: Er hat nämlich draußen ein bis-\nchen gepennt.\nKritiker: Halt! Soll das ein Wortspiel\nsein? Dann paßt es natürlich gar nicht jn\nden Stil.\nDiener: Es ist mir so herausgefahren. Man\nist schließlich auch nur ein Mensch. Ich\nglaube nämlich, er läßt sich gut als Vor-\nsitzender benutzen.\nSouffleuse: Berufen Sie sich doch auf\nShakespeare, sehr einfach.\n3, Dichter (sagt auf):\nMach Dir doch nicht so viel Sorgen,\n- Wie es geht und wie es steht,\nUnd verschiebe nicht auf morgen,\nWas auch übermorgen geht.\nMännchen (umarmt ihn wortlos. Das Pu-\nblikum schluchzt laut): Du Satansbraten!\nDu Teufelskerl! Wie nenn ich Dich? Du\nzuckersüßes Erzvorsitzerchen, Du!\nDiener: Mit den Dreien werden wir nicht\nschlecht fahren, oder ich will hier gleich\nauf der Stelle nichts von Dichtung verste-\nhen. (Pause. Dann zur Souffleuse): Wie\ngehts denn weiter?\nKritiker: Ich finde die Pause ganz gut.\nSonst geht alles wieder Hals über Kopf.\nDiener: Wie wäre es denn, wenn ich zur\nBeruhigung des Publikums ein paarmal auf\nund ab gehe? Oder soll ich ihn (aufs\nMännchen deutend) fristlos entlassen? Im-\nstande wär ichs.\nKritiker: Hat er nichts mehr zu reden?\nDiener: Nur noch Unfug.\nKritiker: Es wird aber viel Staub auf-\nwirbeln.\nSouffleuse: Ziehen Sie doch den Vor-\nhang zu. Es geht die Oeffentlichkeit ja gar\nnichts an.\nDiener: Ich halte es auch für eine interne\nAngelegenheit. (Krempelt sich die Aermel\nhoch und geht aufs Männchen zu): Werter\nHerr, so leid es mir tut — — (Während\ner das Männchen packt, fällt der Vorhang.)\n*\nDer Vorhang öffnet sich wieder. Das\nMännchen ist verschwunden. Die drei Dich-\nter schlafen. Draußen Lärm der übrigen\nDichter.\nDiener (am Fenster): Einen Augenblick Ge-\nduld. Sie wählen soeben einen Vorsitzenden.\n(Gesang der Dichter, von außen, vierstim-\nmig): ~Sah ein Knab ein Röslein stehn.\"\nDiener (zu ihnen hinaus): Es geht jetzt\nwie geschmiert.\nKritiker: Ist es eine Einlage?\nDiener: Sie machen es aus einer Art Zeit-\nvertreib. Wenns hier weitergeht, hören sie\nvon selbst auf. (Der Gesang verstummt.)\nAha! (Er wendet sich den Dichtern zu.)\n1. Dichter (spricht im Schlaf):\nEchter Dramen-Rezensierer\nJährlich preist er Kleist,\nWie ein rechter Tapezierer\nSeinen Kleister preist."}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.13", "texte": "Souffleuse: Sie hätten dem Publikum\nvorher sagen müssen, warum sie träumen.\nDiener: Es stand ja in allen Zeitungen.\nSie haben sich nämlich drei Jahre lang ihre\ngesammelten Werke vorgelesen. Nun wol-\nlen sie den zum Vorsitzenden machen, der\nim Schlaf den besten Schüttelreim zuwege\nbringt. Wie dünkt Sie der erste Reim?\nNicht schlecht?\nKritiker: Er wird sich aber damit mehr\nschaden als nützen.\nSouffleuse: Er soll ja keinen Preis be-\nkommen. Er bewirbt sich nur um den\nVorsitz.\nDiener: Man muß auch berücksichtigen,\ndaß er nicht ganz bei Bewußtsein ist.\nWitzbold (auf der Galerie): Vielleicht muß\nman sie erst schütteln.\nKritiker (zur Galerie): In der tiefsten Seele\nsollten Sie sich schämen!\nSouffleuse: Die Stelle ist ja auch ge-\nstrichen.\nDiener (beim 2. Dichter): Still! Er regt sich.\n2. Dichter (im Schlaf):\nDer Schwarz erfand das Pulver,\nDer Nobel Dynamit,\nRomane schrieb der Bulwer,\nWir kommen da nie mit.\nDiener (kratzt sich den Kopf, zum Publi-\nkum): Was meinen Sie? Recht artig, wie.'i\nOb zwar — was meint er mit dem Bulwer ?\nKritiker: Eine Spitze gegen Shaw. Das\nmerkt doch der Dümmste.\nDiener: Wir wollen es späteren Geschlech-\ntern überlassen. (Neigt sein Ohr dem drit-\nten Dichter, der die Lippen bewegt, ohne\nzu sprechen.)\nPublikum: Lauter!\nD iener: Sie müssen ihm Zeit lassen. Er\nringt noch mit der Form. Still!\nSouffleuse: Jetzt kommt nämlich der\nSchlager!\n3. Dichter (mit schwerer Zunge):\nWir finden jeden Grundes bar\nGesetzesgeber-Schuster Schmutz\nVerlangen aber hundert Jahr\nDes deutschen Dichters Musterschutz.\n(Das Publikum bricht in tosenden Beifall\naus. Man klettert über die Sitze und drängt\nzur Bühne. Die drei Dichter erwachen vom\nLärm und nehmen am Katheder Platz.)\nDiener (zum Publikum): Zurück! Haben\nSie ein wenig Achtung vor Kulturgütern.\n(Ruft hinaus): Einen Moment noch. Sic\nwählen jetzt rasch ein paar Mitglieder dazu.\nKritiker: Mit einer guten Programmrede\nhätten sie jetzt das ganze Publikum in der\nTasche.\nDiener: Gar nicht daran zu denken. (Die\nDichter spielen am Katheder Würfel.) Jetzt\nhaben sie alle Hände voll zu tun. (Sieht den\nKnobelnden zu.) Sechs! Der nächste!\nKritiker: Um was handelt es sich denn?\nDiener: Wer die meisten Augen wirft.\nHöchste Hausnummer. Zwölf! Wir sind\ngleich rum. (Zum Publikum): Schade, daß\nSie's nicht recht sehen können. Achtzehn!\nSouffleuse: Sie mogeln nämlich alle.\nKritiker: Das ist aber ein beispielloser\nSkandal!\nDiener (ruft zur offenen Tür hinaus): Acht-\nzehn Stück herein. (Die Dichter drängen\nherein.) Alles hinüber auf die andere Seite.\nKritiker: Können Sie nicht zählen? (Es\nströmen immer mehr herein.) Genug! (Er-\nhebt sich, streckt die Hand aus und don-\nnert) : Zurück!\nDiener (tritt an die Rampe, dicht vor den\nKritiker): Von der Sache selbst will ich\nnicht reden. Aber meine Rolle hab ich\nintus. (Zieht sie aus der Tasche und liest,\njedes Wort betonend): „Er wird durch den\nKritiker in einen Disput verwickelt. Ver-\nsehentlich läßt er die Tür offenstehen, so\ndaß alle Dichter ungehindert hereinströ-\nmen/'' (Triumphierend): Bitte! (Zu den"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.14", "texte": "Dichtern): Aber nicht stehen bleiben. Oben\nist noch viel Platz. (Zur Souffleuse): Und\nnun geben Sie mal das Buch her. Meine\nHerren, wir kommen jetzt zu Punkt 1 der\nTagesordnung. Da die meisten von Ihnen\nnoch keine ausgeschriebenen Rollen haben,\nlese ich Ihnen den Satz vor und bitte Sie,\nihn laut und deutlich nachzusprechen. (Liest):\n~Warum und inwiefern ist eine Dichter-\nAkademie überflüssig?\" (Er taktiert. Alle\nsprechen nach. Hierauf beginnt ein Disput,\nder in einen ungeheuren Tumult übergeht,\ndem der Diener nicht mehr gewachsen ist.\nEr zieht den Vorhang zu und tritt heraus):\nMeine Damen und Herren! Was Sie jetzt\nhören, ist eine Aufführung des Akademi-\nschen Sprechchors. Um eine Panik zu ver-\nhüten, bitte ich Sie, das Theater in Ruhe\nzu verlassen. Die Notausgänge sind geöff-\nnet. (Während das Publikum bestürzt das\nTheater verläßt, erscheint in der Pros-\nceniumsloge\nDer Autor: Hochverehrte Hörerschaft. Im\nGegensatz zu Grabbe und Pirandello er-\nscheine ich nicht auf der Bühne, um\nIhnen zu sagen, daß ich mir nicht nur alle\nRechte, insbesondere das der Aufführung,\nsondern auch die kritische Würdigung des\nStücks selbst vorbehalten habe."}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.15", "texte": "Pflichtgefühl\nKurt Schwitters\nDer Mensch hat es verlernt, was Pflichtge-\nfühl ist. Man weiß, daß es die Hingabe des\nganzen Menschen an seine Pflicht, nicht nur\nein vages Gefühl bedeutet. Aber der Mensch\nkennt seine Pflicht nicht mehr. Man weiß,\ndaß man nicht nur Rechte, sondern auch\nPflichten hat, Pflichten durch seine Rechte.\nDas Recht der Anderen legt uns Pflichten\nauf, wie unser Recht die anderen verpflichtet.\nAber man kennt seine Rechte nicht mehr. Die\nneue Zeit ist so kompliziert, daß man sich\nnicht mehr auskennt, ohne auf den Grund\nder Dinge zurückzugehen. Und so können\nwir wieder alles erkennen, auch was dem\nMenschen erstes Recht und heiligste Pflicht\nist. Es ist so selbstverständlich, daß ich es\nhier fett drucken muß:\nDAS ERSTE RECHT DES MENSCHEN IST\nSEIN MENSCHENRECHT, und da es das\nerste Recht ist, so ist es sein größtes Recht.\nDaraus ergibt sich, daß die heiligste Pflicht\ndes Menschen seine\nMENSCHENPFLICHT\nist. Menschenrecht ist das Recht, so zu leben,\nwie es eines Menschen würdig ist. Das be-\ndeutet erstens Recht auf Leben und zweitens\nRecht auf Menschenwürde. Daher ist es hei-\nligste Pflicht, den Menschen leben zu lassen\nund in seiner Menschenwürde nicht zu krän-\nken. Totschlag und Mord gehören in die\nMuseen zu den alten Gemälden, sie müssen\ntot sein und begraben werden. Es ist die\nedelste Tat eines Menschen, selbst seinen\nFeinden zu vergeben.\nMENSCHEN, SEID MENSCHEN,\nMENSCHEN, WERDET MENSCHEN!\nSeid würdig, Mensch genannt zu werden,\nhandelt menschenwürdig."}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.16", "texte": "Kleines Lied für Aino\nReinhard Goering\nDas Mädchen:\nWer ist der Mann, der mit der Frau dort geht,\nich muß ihn kennen lernen!\nEr muß mich kennen lernen.\nHochfahrender!\nDeine Blicke haben mich getroffen!\nDer Ton Deiner Stimme, im Vorübergehen,\nhat mein Herz gestreichelt;\nDu meine Wildkatze.\nDu blühender Baum im Dickicht meiner Seele!\nIch will dem Flüstern Deiner Stimme lauschen!\nIch will mich vor Dein Blühen stellen und\ndarin vergehn!\nIch folge Dir, mein Bruder!\nIch will Dich nicht mehr aus den Augen\nlassen,\nBis ich weiß, wer du bist;\nBis Du weißt, wer ich bin.\n(Im Folgen):\nEntzücken meiner Seele, merke, daß ich folge!\nIch will mit meinen Gedanken Dich verführen,\ndaß Du dich umdrehst, daß Du stehen bleibst,\nIch will mit Strahlen in Dein Blut dringen,\ndaß Du merkst, ich bin da.\nIch will den Weg vor Dir aufreißen, daß Du\nnicht weitergehst.\nVergrämt war ich und wußte nichts davon.\nFür Freude hielt ich, was nur Pein und\nTrauer war.\nJetzt, da ich Dich gesehen habe,\nDa ich Dich gehört habe,\nO Nachtigall in meinem jungen Morgen,\nJetzt tanzt mein Herz in seiner ersten Freude.\nO leise, leise! Langsam, daß mein Erschrek-\nken mitkommt.\n(Der Mann und die Frau setzen sich auf\neine Bank.)\nO Glück! O Schrecken! Ich gehe Schritt für\nSchritt.\nEr zieht mich nach.\nIch schreite wie ich bin in die Begegnung'!\nIch setze mich zu ihnen auf die Bank.\nIch will Dir nahe sein,\nSturm, der in meinen Garten fährt.\nKlippe, dran ich zerschellen werde!\nFeuer, das ich nicht lasse.\n(Sie setzt sich auf die Bank.)\nDer Mann zur Frau: Schwer wird der\nAufstieg!\nJäh war unser Anfang.\nMüde liegt meine Hand in Deiner.\nDas weite Ziel in weiter Ferne leuchtet\nmatt!\nDu treibst mich weiter!\nDein Verstummen grollt.\nDie Frau: Der gute Trinker trinkt den\nBecher leer!\nDer Mann: Der Neid des Himmels mischte\nGift hinein.\nDie Frau: Was Gift erscheint, wird in\nder Liebe Heil!\nDer Mann: Was heilig ist, führt Liebe in\nden Himmel!\nDi e Frau: Treu bis zum Tod, das ist der\nLiebe Himmel.\nDer Mann: Treu gegen Leben ist der\nLiebe Tod.\nDas Mädchen (leise) 0 Himmel seine\nStimme!\nDie Frau: Die gestern flogen, sollen heute\nkriechen?\nDer Mann: Zu neuem Fluge schließ ich\nneuen Bund. '\nDie Frau: Mit Mir!\nDer Mann: Mit dem, der bei Mir sein wird.\nDas Mädchen (leise): Ich bin bei Dir\nund werde bei Dir sein!\nDie Frau: Wer wagt hier noch zu sprechen?\nDer Mann: Ich höre sprechen, das ein\nSingen ist!\nDas Mädchen: Der Liebe Rede ist Gesang\nDer Mann: Der Liebe Schweigen ist beredt.\nDie Frau: Ich höre eine Totenglocke\nDer Mann: Ich einer Lerche erstes Lied.\nDie Frau: Komm von hier fort!"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.17", "texte": "Hier wächst mein Leid zum Urwald!\nSchlingpflanzen Deiner Sünde schlingen mich\nKomm mit nach Haus, da sollst Du Mich\numarmen.\nDer Mann: Ich gehe mit.\nDein Dunkel bannt mein Licht\nDoch bald steig ich hinaus in meinen Tag\nDas Mädchen (leise): Ich warte hier\nauf Dich!\nIch warte bis Du kommst!\nIch fächle Dir den Frühling in Dein Herz!\nIch bringe Dir die Blume meines Gartens!\nIch zünde Dir das Licht in meiner Kammer!\nDer Mann (leise): Süß duftet mir die\nBlume Deines Gartens.\nIch komme bald zurück!\nIch höre Deine Seele rufen;\nMein Herz ist auf dem Weg\" zu Dir!\nNah seh ich schon die Laube unserer Liebe.\nIch bringe Dich zum Berge unseres Glücks!\nDer Liebe Mittag steigt uns beiden auf.\n(Der Mann und die Frau gehen fort.)\nDas Mäd sehen: 0 Seligkeit! 0 süßer\nLiebesdolch!\nIch schreite stark und leicht in die Be-\ngehung,\nO Fund von Gold im Staube meines Tags\nO goldne Wolke über meinem Quell!\nO Gnadengang in meine hohe Zeit!\nJetzt nicht zu lieben, brächte bald mir Leid."}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "[88]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.18", "texte": "Construction scénique de Stenberg et Medonnetsky pour „La Tempéte\""}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "[89]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.19", "texte": "Verlag Der Sturm / Berlin W 9\n\nKunstler- Postkarten / Verlag Der Sturm\nNach Gemalden, Zeichnungen nnd Bildwerken folgender Kunstler:\nAlexander Archipenko / 4\nRudolf Bauer / 4\nYincenc Benes\nUmberto Boccioni 112 / 2\nCampendonc / 2\nMarc Chagall / 7\nOthon Coubine\nRobert Delaunay\nTour Donas\nLyonel Feininger\nAlbert Gleizes / 2\nJ aco ba van Heemskerck 112 / 3\nSigrid Hjerten Qriinewald\nAlexei von Jawlensky\nBela Kadar\nKandinsky / B\nPaul Klee\nOskar Kokoschka / 2\nFernand L£ger / 2\nAugust Macke 112\nFranz Marc 112 / 3\nCarl Mense\nJean Metzinger\nJohannes Molzahn\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nGeorg Schrimpf\nKurt Schwitters\nGino Severini\nFritz Stuckenberg\n■ ' ,4 -V \"\nArnold Topp\nMaria Uhden 112\nNell Walden\nWilliam Wauer / 5\nMarianne von Werefkin\nNegerplastik\nGewebe aus Alt-Peru\nJede Karte 20 Pfennig / Farbige Karte Chagall: Die Kleinstadt / 30 Pfennig\nDie Ziffern hinter den Namen bedeuten die Zahl der reproduzierten Kunstwerke\n\nDichtungen von HERWARTH WALDEN\n■ Das uch der / Roman Die Harte der Weltenliebe / Roman\nM Jedes Buch 2 Mark\nI Erste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben Die Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nI Siinde / Ein Spiel an der Liebe Glaube / Komitragodie\nH Letzte Liebe / Komitragodie\nI Jedes Buch 1 Mark\n1 Weib / Komitragodie / 3 Mark\nif Kind / Tragodie Trieb / Eine biirgerliche Komitragodie Menschen /' Tragodie\n■ Jedes Buch 2 Mark\nI Im Geschweig der iebe / Gedichte / Gebunden in Ganzleinen 3 Mark\n\nMonatsschrift Der Sturm\nDie fuhrende Zeitschrift der neuen Kunst\nJahr 12 M\nNeuer 18. Jahrgang\nHalbjahr6 M Heft 1 M"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.20", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreyer Berlin W 9 / Verla» Der Sturm G. m. b. H.\nBerlin W9 Potsdamer Strasse 134 a / Fernruf Lützow 4443 / Postscheckkonto Berlin 120658\nDruck: Alb. Sayffaerth G. m. b. H. / Berlin-Schöneberg / Bahnstrasse 22\n\nVeriag ALBERT LANGEN in Mundien\nBAUHAUSBUCHER\n1\n2\n3\n4\n5\n7\n$\n10\nWALTER GROPIUS, Internationale Ardiitektur\ngeheftet Mk. 5\nPAUL KLEE, Padagogisdies Skizzenbudi\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk, 8\nEIN VERSUCHSHAUS DES BAUHAUSES\ngeheftet Mk. 5\nin Leinei^ebundei^lkjj\nDIE BGHNE IM BAUHAUS\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen_gebunden_Mk:j7\nPIET MONDRIAN, Neue Gestaltung\ngeheftet Mk. 3\nin Leinen j^bunde^\nTHEO VAN DOESBURG, Grundbegriffe der neuen\ngeheftet Mk. 5 gestaltenden Kunst\nin Leinen gebunden Mk. 7\nNEUE ARBEITEN D. BAUHAUSWERSTATTEN\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 8\nL. MOHOLy-NAGY, Malerei, Photographic, Film\ngeheftet Mk. 7\nin Leinen gebunden_Mk:^\nW. KANDINSKy, Punkt und Linie zur Fladie\ngekeftet Mk. 15\nin Leinen gebunden Mk. 18\nJ. J. P. OUD Hollandisdie Ardiitektur\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 9\n\nInternationaler Almanach der\nmodernen Aktivitat der Gegenwart\nEnthalt alle Gebiete des modernen Schaffens in\nder Wortkunst, der Musik, dem Theater, den\nbildenden Kunsten, dem Film, der Ardiitektur,\nder industriellen Produktion, der Wissensdiaft\nund der Kultur überhaupt\nEs haben beigetragen: Antheil, Arp, Baumeister, Behne, Becher\ndie polnische Gruppe der Revue „Blok\", Corbusier, Cernik\nDoesburgh, Iv. Goll, Gropius, Grosz, Heartfield, Herzfelde,\nHonzl, Chochol, Jung, Kassak, Kiesler, Kisch, Krejcar, Lu\nMarten, W. Mehring, Micic, Moholy-Nagy, Nezval, Obrtel,\nOud, Picabia, G. Pohl, Poliansky, Pone, Mies van der Rohe,\nSeifert, Schiirer, Schwitters, Sima, Teige, Tzara, Vaclavek,\nWeisskopf, Westheim, Wiesner, Walden und viele andere.\n240 bis 272 Seiten. Format 23 X5l cm, davon\n40 Seiten Illustrationen, Musikbeilagen / Redaktion\nder Front / Dr. B.Vaclavek / Brunn 15-Schimitz /\nVasekgasse ll,Tsdiechoslowakei / Text der Beitrage\ntschechisch, deutsch und franzosisch mit deutsdien\nund franzSsisdien R6sumees\nPreis 16 Mk / In der Sturm-Buchhandlung vorratig\n\nLa Renaissance de L'Art Fran9ais\net des Industries de Luxe\nGegriindef von Henry Lapauze / Erscheinf zu Beginn jedes\nMonafs als Band von 60 bis 100 Seifen Quartformat\n(2532) mif zahtreichen Abbildungen\nDie Redakfion veroftenflichf Beifrage der anerkannten\nSchriffsfetler und Krifiker alter Lander Europas. Ihre\ndokumenfarischen Sfudien und akfuellen Chroniken biefen\nein vollsfandiges Bild der Akfivitaf der Kiinsfe auf der\nganzen Erde\nAbonnemenf Frankreich 150 francs\n~—Ausland 200 francs ||\nMan abonnierf in alien Buchhandlungen und direkf beim Verlag\nLa Renaissance de L'Art FranQais / 10-11 Rue Royale / Paris"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.21", "texte": "FU3GEL-\n•--■l'j■iiirii«ii• i i i i i I « I i • u I i ( n •\n« V 'xSry ii'iiiii LJ 11«i • «1111 • t «ti tni «< 11 Mt* i i\n• * l|>| I « « |>ll» • ) tl • I li II • i KM • i«» t I * • •\nBERLIN • WO . FRIEDRICH\nJOMT\nPIANO&\nI'-iUONPON^\nEBERT STRASBE•\n\nDas neue Rußland\nZeitschrift fur Kultur u. Wirtschaft\nOrgan der ~Gesellschaft der preunde des\nneuen Rußland in Deutschland\"\nSdhriftleitung: Erich Baron / BerHn»Pankow / Kavalierstr. to\n„Das Neue Rufiland\" im IV. Jahrgang ats grofies\nMaffazin des Osfens ist die Zeitschrift, die durch\nsadikundige Beitrage hervorragender deutscher\nund russisdier Mitarbeiter am besten über den\nIwirtsdiaftlidien und kulturellen Neuaufbau I\nRußlands unterrichtet I\nJedes Heft Ist reich illustriert\nDeutsche Mitarbeiter: Dr. Graf Arco, Klemperer, Bruno\nWalter, Artur Holitscher, Oberregierungsrat Dr. Roesle,\nProf. Dr. Sdiaxel, Dr. Helene Stodcer, General S&onaich,\n| Ardiitekt Taut, Heinridi Vogeler u. a. m. |\nRussische Mitarbeiter: Voikskommissar Lunatsdiarski,\nSemasdiko, Trotzki, Tsdiitsdierin, ferner O. D. Kameneva,\nKollontai, Krupskaja, die Professoren Goldstein, Ipatiew,\nRamsin,Waldhauer, dieKunstler Meyerhold,Eisenstein u.a.m.\nDoppeihefte zu M I.— Abonnement haibjahrfidi M 3.—\ndurch Gesellsdiaft der Freunde des neuen Russland\nEridi Baron / Beriin-Pankow / Kavalierstrasse 10\nPostscheck-Konto No. 743 58\n\n»Casa d'Arte II\nBRAGAGLIA II\nModerne Kunstausstellungen: Theater der\nUnabhangigen / Buchhandlung / Verlag\nKunstgewerbe\nTerme Romane di Via Avignonesi 8 / Rom 4\n\nVERLAG DER STURM / BERLIN W 9\nVORZUGS-ANGEBOT\nHerwarth Walden:\nEinblick in Kunst\nDie bcstc Einfuhrung in den\nEzpressionismas and Kubiamus\n70 Abbildungen, 4 farbige Kunstbeilagen\nStatt RM 6.50 nur RJM 2—\n\nI\nV. ICarzilliir $ Co. Berlin W • Srnnewaldstrasse\nGegrundet 1854 Hofspcditeur S. M. des Konigs von Spanien Gegrundi\nSpedition u. Msbeltransporte, Verpadcung u. Lagerung\nvon GemHlden u. Kunstgegenstanden jeder Art. Lieferung\nund Empfang nach und von alien Kunstausstellungen\n, I1 u. Auslandes. Transportversicherungen allet Art\nSpeditenre des Wirtschaftliehen Yerfoandes Bildender Kfinstler / der Secession / des Yerbandes\n\" - ~ ' icherlllustratoren # _ - ' ■ —\n•us"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.22", "texte": "Stu r m - Druckabteilung\nf'\nBriefbogen\nBriefumschlage\nPostkarten\nQuit t u ngen\nRechnungen\nProspekte\nAnze i g en\n/\n8\n4\nXs\ncT\nHerstellung\nsamtlicher\nDrucksachen\nnach Anordnung u.\nunter Aufsicht von\nKQnstlern. Eln- und\nmehrfarbiger Druck\nSchnelle Lieferung\nBerli\n/ Potsdamer Str 138 a"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.23", "texte": "Her war th Walden\nm\nDie fuhrende Zeitschrift der neuen Kunst\n18. Jahrgang / Oktober 1927"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192709-01.1.24", "texte": "Sozialistisehe\nZum Versfandnis des\nmodernen kulturellen u.\npolit. Lebens unentbehrlich\nist die Lektiire der Zeitschrift\nMonatshefte\nHerausgeber: JOSEPH BLOCH\nDie SOZIALISTISCHEN MO-\nNATSHEFTE sind stets bestrebt,\ndie Stellung, die sie sich in unserem\nSo n offentlichen Leben erworben haben,\ng.5 durch ihre gewohnten Darbiefungen,\ndie <Jie Aktualitat des Tages in die\n> Sphare wissens cfiaftL V ertiefung zu\n~ riicken sudien, und durch standige\n10 Erweiterung ihres Inhalts zu be-\nhaupten und zu befestigen.\n32\nwo\ntj 10\n£00\nlO\nt>\nS« NATSHEFTE sind die einzige\n—Qf deutsche Zeitschrift, die eine syste-\nn matisch gegliederte Rundschau iiber\n.4* 4 TT Mm -www. . —\ng offentliches Leben, Wissenschaft,\nKunst und Kultur bringt. Einem\nJ§ jeden wird dadurch eine fortlaufende\nog* Orientierunguberdie einzetnenGe-\nbiete ermoglicht. Die einzelnen Ru-\ng briken (33 an der Zahl) werden von\nu ,£ Fachleuten bearbeitet.\nProbehefte stehen auf Verlangen je-\nG* £ derzeitkostenfreizurVerfiigung.\n8 w Dem unterzeichneten Verlag ist die\nMitteilung von Adressen will-\n's S kommen, an die die Zusendung\nvon Probeheften ratlich erscheint.\nVerlag der Sozialistischen Monatshefte\nG- m. b* H. Berlin W35\n\nRevue Germanique\nLille | 55 Rue Brule-Maison\nPeriodique trimestriel\nAbonnement 80 Frs. pour I'etranger\nInformations sur le mouvement\nlitteraire et les travaux philolo-\ngiques en Allemagne aux Pays-\nBas et en Scandinavie\n\nMusikalien u. Instrument?\nkauft man bei\nBreitkopf &Hartel\nBerlin W 9 Fotsdamer Str. 21a\nLiitzow 1692 und 8647\n\n112\nDR. JOACHIM STERN VERLAG, BERLIN W 35\nDER SAMMLER\nEin Fachblatt, das kurz und pracis den Museumsleiter, den Sammler und\nKunsthandler über die Fortschritte der Kunstforsdiung und über die Lage des\nKunstmarktes unterrichtet / Spezialnummern behandeln einzelne Kulturzentren oder\nbestimmte Sammelgebiete / Die Mitarbeit angesehener Gelehrter und Praktiker gibt\ndem Blatt sein besonderes Geprage / Druck und Bildermaterial machen audi aufierlicfi\ndas Blatt zu einem wertvollen Bestandteil jeder Bibliothek / Preis pro Quartal\nM 6,— bei monatlich 2 maligem Ersdieinen / Probenummern auf Wunsch kostenlos.\nMAECENAS das internationale Adressbacb\nder offentlichen Sammlungen, Sammler, Kunst> und Antiquitaten=Handler / Das\nBudi enthalt in 5 Spradien auf ca. 600 Seiten etwa 50000 Adressen / In Leinen\ngebunden, mit echter Goldpragung, im Schutzkarton M 60,—\nDR. JOACHIM STERN VERLAG, BERLIN W 35"}]}