{"numero_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_sha256": "89a6341d1f26fec178caffb8832f0089b54bbff6064cdfa8d7c2b8c359a0e8e7", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1928/01_01/bmtnabg_1928-01_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1928/01_01/bmtnabg_1928-01_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c001", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "couv. 1", "page_fin": "couv. 1", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.1", "titre_corps": "Reinhard Goering-Heft", "titre_sommaire": "Reinhard Goering-Heft", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.1", "debut_caractere": 146, "fin_caractere_exclue": 163, "texte": "N &\nnach 9 Jahren"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c002", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "137", "page_fin": "144", "image_debut": 5, "image_fin": 12, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.2", "titre_corps": "Liedopfer", "titre_sommaire": "Liedopfer", "signature_source": "Reinhard Goering", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1620, "texte": "Reinhard Goering / Liedopfer\n\nStockholm=Flug\nHerrschaften bitte sich bereit halten.\nBitte sehr bitte sehr.\nHier Ihre Pässe.\nZoll\nZoll\nWo ist Zoll?\nEsel\nZoll gibt's doch hier nicht\nErst drüben.\nSind die Herrschaften bereit?\nMotoren laufen bereits\nLaufen bereits\nLaufen bereits 10 Minuten.\nTadellose Maschine\nD 24\nSechs Plätze drei Motoren\nJunkers Metall.\nVerdammter Vogel\nWird übers Meer fliegen.\nUns übers Wasser bringen\nIn zwei Stunden über Ostsee.\nVier Stockholm.\nAlso los.\nBitte hierher\nHiier herüüber\nWas sagen Sie zu dem Flugwetter Herr?\nGroßartig\nPassieren oft Unglücke Herr?\nUnglücke?\nAbstürze\nAbstürze?\nNa ja ich sage es nicht aus Angst\n810 ß aus Interesse.\nGepäck schon verstaut?\nVerstaut\nVerstaut.\nAlso bitte.\nRinn\nRinn rinn.\nBrrrrrr\nHaben Sie gehört großartiges Flugwetter?\nGroßartig\nAbsturz ausgeschlossen\nNa woll'n mal sehen.\nWenn ich nur nicht seekrank werde\nSeekrank? Wovon?\nNa diese Tüten hier\nTüten?\nTüten?\nJa Tüten\nFür Luftkranke\nFür\nFür\nGute Reise Reise Reise.\nKurrrrrrr\nBrrrrrrrr\nSchrnrrr\nSsssss\nSchschschit.\nWahrhaftig\nSchon in der Luft.\nLeise Häuser\nLeise Bäume\nLeise Schiffe\nLeise Erde\nSinken leise sinken sinken\nSchaukeln runter\nFallen schmelzen\nDahhhhh\nHinsehen hinsehen\nSchon vorbei.\nAlso wir fliegen\nJubel klemmt\nAlso wir fliiegen\nStaunen mault.\nJaja ja ja\nWir fliegen.\nNa die Sache ist doch ganz einfach\nMotor Tragfläche Propeller\nMotor Motor,\nWasser? Ja Wasser\nDiese weißen Streifen\nDiese weißen weißen weißen . . . .\nWenn man sich besinnen könnte\nHalt halt\nBesinnung\nSteigen wir?\nWir steigen\nSind das Schiffe da unten?\nSchiffe\nSind das Berge da drüben?\nBerge\nDa unten da unten da unten ...."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1388, "texte": "Fabrik Häuser Menschen\nDa unten —\nNein da vorn\nWas denn da vorn?\nBlau Schaumweiß Blau\nGoldgelb Streif Blau\nDunst Glitzer weit\nStrand Küste\nKüste Küste\nVerlassen Strand\nSonne Sand Sonne\nWasser\nEndlos Blau Wasser\nGrün\nWeite\nMeer\nDIE OSTSEE!\nHahhh\nUeber der Ostsee!\nKleiner Mensch kleiner kleiner\nRiese du\nUntier du\nUngeheuer\nDu du!\nKleiner Mensch kleiner kleiner\nDu groß\nDu du\nUngeheuer\nAdler\nRiese\nGeier\nDu du du!\nUngeheuer Flug.\nWir Götter! •\nMeerweite Meerhimmel\nMeerwüste Meerhell\nMeere Meere Meere Meer\nFliegen\nSchweben\nSchießen\nBrausen\nMeere Meeie Meer.\nSchweben\nSchießen\nBlitzen Brausen\nKleinen\nSchwinden\nSchweben\nMeer.\nBlut Blut raunt Blut\nRaunt jubelt raunt Flug\nSingt Flug Flug Flug\nSingt Schweben\nSingt vierhundert fünfhundert fünfhundert\nUeber Meer.\nBlicke fallen\nStürzen\nAhhhhhh\nDort die Schiffe\nDort unten die Schiffe\nDie Dampfer unten dort\nTief tief unten\nKleine Dampfer\nKleine Segler\nKleine kleine Schiffe\nErsaufen.\nWIR\nHIER\nOBEN\nRUHIG\nRUHIG\nSCHWEBEN\nSCHWEBEN\nDRÜBER\nHAHHHHH\nDRÜBER\nHAHHHH\nHAHAHA DRBÜBER STILL.\nGanze Flotten können dort ersaufen\nSind versoffen.\nAlles krank an Bord\nSeekrank\nOstseekrank.\nSt so seekrank\nSt so ostseekrank\nDie Ostsee war einmal!\nWart mal\nKeine Zeit zu warten\nWeiter.\nFabrik Maschinen Surren\nKlubsessel Kontor\nZieht Meer vorbei\nSteht still Maschine\nS!eht Flugzeug still.\nSteht\nSteht\nIn Luft.\nSteht still.\nZieht Meer vorbei\nZiehen Schiffe Inseln"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1282, "texte": "Leuchttürme mit Inseln\nInseln Schiffe Meere ziehn\nVorbei.\nFlugzeug steht still\nIm Aether.\nMenschen fliegen\nUngeduldig\nStockholm Stockholm\nStockholm zuckt\nHebt\nSchiebt\nZuckt heran.\nWir stehen im Aether.\nInseln schreiten\nZucken\nSchieben\nInseln Schiffe Meere\nWälder Felsen\nSchreiten\nTanzen\nJagen.\nGleiten Bäume\nSchieben Schiffe\nSchwimmen Menschen\nStockholm schwimmt dahinten\nStockholm schwimmt\nHeran.\nNäher näher\nTiefer tiefer\nTausend Meter Tiefe\nStockholm schwimmt\nHeran.\nHAH DIE STADT!\nTausend Arme tausend Straßen\nTausend Plätze tausend Wasser\nSeen W/älder Flüsse Türme\nBrücken Türme\nPlätze Türme\nStraßen Menschen\nBrausen fliegen\nSchweben\nGrüßen jauchzen\nBrüllen.\nSteht Stockolm.\nHimmeldonnerwetter der Motor setzt aus.\nRuhe\nStill.\nGleiten sausen\nSchweben stürzen\nAuf Stockholm.\nWachsen\nSchwellen\nGroßen\nSurren sausen kurven\nUngeheuer wachsen\nWuchten\nDa da da\nUeber Bäume Häuser Boote\nGroße Bäume\nRiesenhäuser\nRiesengroße Boote\nSchießen jagen\nUngeheuer schnellen\nWir\nAufs\nWasser.\nGlatte Landung.\nMenschen Menschen\nWieder Menschen!\nLieben küssen leben Ihr!\nIhr alle\nWarme liebe süße.\nKüssen\nKüssen\nAlle küssen!\nAllen Kuß!\nNeue Küsse neue Kräfte neue Menschen!\nFLIEGER MENSCH.\nFür Jô\nDu\nbrennst\nich\ndürste\nschlingen\nDich!\nIch\nsteile\nungeheuer\nDir\nMich\ntot.\nDu\nträgst\nGott\nDich\nUns\nEs."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 798, "texte": "Für Mê\nDu\nglühst\nDich\nMir\nihr\nUns.\nIch\nbebe.\nDu\ngnadest\nUns\nDich\nalles.\nWir\nknieen\nDir\numfangen\nDich\nUns\nTod\nund Leben\newig\nDich\ndie\nLiebe.\nFür Gott\nIch\ngrüße\nDich\nGott.\nHeute mein.\nMir\nihnen\nUns\ngeboren.\nGott\nGott\nGott.\nDrei\nOpfer\nnimm.\nDrei\nLeben\nLiebe\nUns.\nTanzetanz\nDu\ngroßer Versucher Gauner Wilddieb\nDu\nPestbeule entsprungener\nSträfling\nJa Du!\nO ja ja Ich\nzugegeben Ich\nder\nallein\nSchuldige\nMulmige\nMalmige\nFaule\nstinkende\nhinkende\nTeufel.\nTeufel Teufel\nach hier\nwieder mal\nimmer noch\nnoch\nund\nnoch\nhier\nauf in unter\ndrin mit bei\nliier\nimmer noch.\nVerreck\nverreck.\nSag es immer nur auf Reisen.\nDu Ihr Wir\nmöchten ja alle\nalle alle\nallüberall alle alle\nfort weg\nraus rrrraus.\nMater dolorosa\nPater sowieso da\nraus!\nIhr Hunde\nKälber Ochsen\nnein rein!\nRein und raus\nraus und rein\nvorwärts\nweg da."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1148, "texte": "Geheul Geheul\nGezisch Gezisch.\nViele dieser Misthaufen\nviele\nstinken\npositiv\npopositiv\nzum Himmel.\nLass sie!\nWeiter.\nVater unser, der du bist im Himmel\nunsern täglichen Tod gib uns heute.\nUnsern täglichen Kot\nunsern täglichen\nunsern nächtlichen\nDa habt ihr ihn.\nUnd werdet nicht mehr rot.\nIch auch nicht\nnein nicht ich.\nWerde rot Liese\nerröte\nfür\nMich.\nHa tanze\ntanze\nmir!\nUnd fall um\ntot\ntot für immer\nauch ich.\nTu mir den Gefallen\nLiese\nbitte gleich!\nGänse Gänse Gänse\nwunderbare Gänse\nhat das deutsche Reich.\nKuß\nLippen\nLippen\nDeine Lippen\nbreiten schwellen.\nLippen\nMeine Lippen\nröten gieren wölben\nschwellen\nschmerzen\nbogen\nbogen bogen\nLippen\nwehe\nbreite\nwölbe Lippen\ngehren fassen fangen\nsperren schließen\nwölben\nöffnen.\nLippen\nrunde rote weiche giere Lippen\nschmachten\nschmelzen\nbeben\nin den\nKomm o komm!\nin den in den\nRasen\nBrennen\nSchüttern\nWogen\nwogen\nzerren reissen\nniederreissen\ntürmen steilen\nin den\nIch verbrenne\nIch zergehe\nIch zersteile\nIch zerzehre\nin den . . . . .\nKomm o komm!\nJa ich komme!!\nin den\nJa ich komme\nkomme komme\nin den\nsüßen wonnen\nlösen fallen\nwonnefallen reifen\nlösen wissen\nreifen wissen\nLIPPEN BREITEN\nIN\nDEN\nKUSS."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1167, "texte": "Einsam\nBerg spitzt\nGipfel eisen\nflimmt Stern Stern\nFahren dran vorbei\nfahren dran vorbei\nimmer\nbrennt\nbrennt.\nSpuk\nDich\nNachtmondmaid\nkalt\nküssen.\nDir\nBerg\nHand!\nGlühe Wasser\nglühe Wasser\nwallen\nWeib\nUmarmung.\nVerzeih\nIch bin doch für Dich die Einzige.\nDu scheinst es nicht zu wissen.\nUebrigens werde ich aus Dir einen Mann machen.\nVerzeih!\nHeute wer wieder einer von den Sonntagen\ndie alle Tage sind.\nWeil es so weh tat\nAls Du wegwarst.\nGib Dich ab mit wem Du willst.\ndas kümmert mich garnicht.\nDenn ja denn\nDu weißt schon.\nDeine Aino\nMeine Aino\nSeine Aino.\nZum Donnerwetter: Deine Aino!\nVerzeih!\nWagon=lit=Lied\nDa mag wohl\nja da\nRasen Rasen Rasen\nO Mutter\nVater\ngrausam wild\nBestie\nDu! Ich!\nJa da ja da da\nGröße\nTollheit\ngöttergeliebte\ngötterliebende\nsein.\nHirn Hirn Hi n\nO Mann\nO Weib\nso rasen dahin.\nWohin wohin\nO Götter Götter Götter\nEndlich Stahl Herz!\nWeg endlich\nBangigkeit der Kinder!\nHuh!\nPläne Pläne Pläne\nAber man schlage uns\ntot!\nMich\nendlich!\nDer ruhen will\nnicht ruhen\nlieben lieben lieben\nO Schöße\nVenus gereckt\nVerzweiflung\nsüß\nsteil\nwild\ngebändigt\nleise rauschend\nTod,\nWunder Du Leben\nach\nund sterbende Brüder!\nTrinkt trinkt trinkt\nBrüder\nBlut Blut!"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1609, "texte": "Zuginnacht\nFetzt Licht grell Licht\nWald Dunkel Schlucht Fels\nwirre Wasser\nBlöcke schrecken\nzucken Tiere\nWasserwimmer\nflieht.\nMensch\nfährt\ndurch\ndie\nNacht.\nKirchner\nSchwimmt ein Haus\nBerge spitzen\nbrennen Wälder\nbrüllt der Himmel\nflächen Farben\nglühen armen\nglühen reigen\nMensch o Mensch\nFarbenwunder geigt die zücke Welt\nStockholm\nGrand Hotel Slot\nVier Dachdecker shot.\nSybille tanzt\nQlitzerwasser fließen quick\nNacht Nacht\nI love you.\nHör mal wie sie da singen diese Schweden.\nO das große große slot.\nNochmal acht Buchbinder shot.\nSven erscheint.\nJa\nschön ist Stockholm\nschöne Zahnärzte\nzart küssende Männinen\no im Auto\nauf den Turm vom stadthuset\nHechtsprung in Mälern\nVornehmes Leichenbegräbnis über die\nNein, Anruf einer Prinzessin vom slot\nverdammte Störung\nthe great lover shot.\nBeauté\nJe bin tr£s unglücklich\nJe fühle je fühle unglücklich\nO infortunate Dichter!\nDon't speak von Dir toujours\nDu pauvre!\nEs interessiert doch nobody\nIt doesn t interest nobody\nTu dois comprendre!\nMais Du willst nicht!\nWe know cela.\nSag mir mia mamma\nteil me meine m£re\nob es ist Sünde\nwenn je bin unglücklich.\nInfortunate mamma mia\nyou were zu belle.\nAntwort\nKomm herein\nkomm\nkomm doch!\nIch bin tot, erwecke mich\nich bin ein Schatz, beraube mich.\nLächelnder Räuber,\nMarsch!\nIch bin überreif,\nBrich und iß mich.\nDein Leib hat kein Ende.\nDu lächelst Hochzeit.\nDu tust\nals wüßten wir nicht,\ndaß Du bist\nunwiderstehlich\nwie immer.\nNein\nIch sisze.\nImmer noch! Ja!\nTausend Tage sind lang.\nTausend Nächte hin.\nTäglich zehnmal erdolcht,\nFünfmal gehängt,\nDreiunddreißigmal gerädert.\nUnd wofür das alles?\nDen Kuß einer Puppe?\nNein!"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1020, "texte": "Berlin\nBahnhof Berlin\nUnd tausend seelig.\nDein Herz\npoch, poch, poch\nLiebe.\nStädte stoppt\nMillionen schweigt\nDein Herz,\npoch, poch, poch\nLiebe.\nDie Kleider fallen\nNicht! !\nWiegt mir ein Leib?\nBreitet ein Schoß?\nDeiner!\nDeiner!\nZweigang\nIn Eins.\nDie Welt wartet.\nDer Mörder\nSchlägt Zwölf\nWir! Jetzt!! Wir! Wir!\nHah Leib!\nZüngelt Fleisch.\nRot\nDolch\nIch gesteilt!\nArmende Gipfel.\nDu!\nWir! Wir!\nEwig!\nLeben weh weh\nManchmal\nMitten im Glück\nwürgt\nTod.\nDolcht, dolcht dolcht\nHerz.\nO tot\nJahrtausende\nJahrmillionen\newig\nDu\nIch.\nWas tun?\nSchreien!\nErschrecken!\nBeben!\nNahesein\nDir!\nNahe!\nNahe!!\nVergessen!\nWir Nichts!\nAuch wir?\nLeben weh weh!\nLos!\nDu verleumdet\nAber auch idolatriert\nVon mir.\nSchrecken würgt.\nWollust stößt.\nEs muß sein.\nEs muß unbedingt sein!\nDu mußt unbedingt sein!\nIch\nmorde\nUns.\nLosi\nEine Hand voll\nEine Hand voll\ndas Gemächt.\nAber säht Sonnen!\nFrauenscham\ndeckt ein Blatt,\naber schlingt Völker.\nIch sehen, ich keuchen, ich steilen\nLust Qual Lust\nSprengende\ntödliche\nzischt.\nDu liegen\ndu keuchen\nDu spreiten"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c003", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "145", "page_fin": "145", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.3", "titre_corps": "Reinhard Goering: Zeichnung", "titre_sommaire": "Reinhard Goering: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "145", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 27, "texte": "Reinhard Goering: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c004", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "146", "page_fin": "146", "image_debut": 14, "image_fin": 14, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.4", "titre_corps": "Reinhard Goering: Zeichnung", "titre_sommaire": "Reinhard Goering: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 14, "page_imprimee": "146", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 27, "texte": "Reinhard Goering: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c005", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "147", "page_fin": "147", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.5", "titre_corps": "Reinhard Goering: Zeichnung", "titre_sommaire": "Reinhard Goering: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "147", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 27, "texte": "Reinhard Goering: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c006", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "148", "page_fin": "152", "image_debut": 16, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.6", "titre_corps": "Stuttgart die Wohnung : Werkbundausstellung", "titre_sommaire": "Stuttgart die Wohnung : Werkbundausstellung", "signature_source": "Kurt Schwitters", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "148", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3930, "texte": "Stuttgart die Wohnung\nWerkbundausstellung\n\nDer Volk wil glauben, and the man of Geist\nwil see, will sehen, will reisen om to see.\nDieses Wort von Rosenberg passt auf die Stutt-\ngarter Ausstellung „Die Wohnung 1927\". Der\nVolk, der glauben wil, das sind in diesem Falle\ndie Laien, die zwar nicht viel von der Architektur\nverstehen, aber gern glauben, daß die Ausstellung\nder Stadt Stuttgart, ihre Ausstellung, gut ist,\ndie große Reden halten, etwa „Wenn auch . . ~\nso . . Denn keine der vielen offiziellen Reden\nist frei von dem Unterton: „Man kann zwar\ndarüber reden oder denken, wie man will, . . .\naber . . Sie fühlen es zwar, daß da eine Tat\ngetan ist, aber sie begreifen es einfach nicht,\nwarum. Nicht das Resultat der Ausstellung\nund der Siedlung überzeugt sie, sondern die\nTatsache, daß the man of Geist gereist gekommen\nist, om to see. Denn zu der Eröffnung sind\nsie alle gekommen, die man immer wieder bei\nsolchen Gelegenheiten trifft. Und Herr Werner\nGräff hatte ja auch eine geradezu aufregende\nPropaganda für die Ausstellung unter themen\nof Geist entwickelt, die den Volk in aller Herren\nLändern glauben machen sollten.\nAber ich denke, die Behörden in Stuttgart und\nWürttemberg kommen mir vor, als wären sie\nHühnerglucken, die falsche Eier ausgebrütet\nhaben, und nun stehen sie am Ufer des Teichs\nund sehen mit Stolz und mit Grauen, wie die\nEntenküchlein, die sie aber doch für ihre Kinder\nansehen, weit hinaus auf die Wasserfläche\nschwimmen, wo sie ihnen nicht folgen können.\nEin schönes Bild, was? Und die Hühnerglucke\nruft und lockt die Wasserkinder, wenn auch\nvergeblich. Hier in Stuttgart beim officiellen\nDiner aber macht sich die Opposition am Tische\nder Behörden Luft, indem der betagte Vertreter\nder Universität Tübingen in seiner Eigenschaft\nals Heimatschutzmann, wie er sich selbst nennt,\nerwähnt, daß doch Stuttgart nicht in Holland\noder Californien läge, deshalb gehörte auch das\nflache Dach nicht hierher. Für ihn scheint das\nflache Dach bei Häusern das zu sein, was beim\nMenschen die Plattfüße sind, denn er nennt es\nplattes Dach. Zum Schluß wurde dann der\nHerr Schutzmann auch verhindert, noch mehr\nPlattheiten über das platte Dach hervorzubringen,\nweil doch diese platte Diskussion nicht auf der\nTagesordnung stand, indem die meisten Mitesser\nso laut redeten, daß ihn niemand mehr ver-\nstehen konnte. Ein besonders frecher Mitesser\nmit einem ovalen Gesicht, sagte sogar: „Danach\nist der Mann ja garnicht gefragt\", was allgemeine\nHeiterkeit erweckte. Wie officielle Essen eben\nso sind. Aber finden Sie es nicht auch selbst-\nverständlich, daß so ein alter Professor sich\ndoch nicht von heute auf morgen an die neue\nZeit gewöhnen kann? Dazu ist doch wohl die\nkurze Zeit von 1918 bis 1927 nicht lang genug.\nUnd wenn da einer an die 60 Jahre hat gut\nwandern können und bekommt nun plötzlich\nPlattfüße, der kauft sich eben Einlagen. Und\ndaß dieses eine Einlage war, merkte man daran,\ndaß alle Nachredner den üblen Eindruck zu\nvertuschen suchten. Und das möchte ich hiermit\nauch getan haben. Meine Mutter pflegt immer\nzu sagen: „Wie die Kinder, sie wollen es garnicht,\nund mit einem Male sagen sie eine große, große\nDummheit.\" Ich habe dann mit Herrn Mies\nvan der Rohe angestoßen, weil der mir so leid\ntat, daß er nun keine platten Dächer mehr bauen\ndarf, aber der hat sich furchtbar schnell damit\nabgefunden und hat über das ganze Gesicht\ndazu gelacht. Ich habe ihn lange nicht so\nlachen sehen.\nDas sind übrigens prächtige Leute in Wirtteberg.\nSo menschlich und nett! Ich lernte persönlich den\nHerrn Württembergischen Staatspräsidenten\nBazille kennen, den Schirmherrn der Ausstellung.\nEin wirklich menschlicher und sehr freundlicher\nHerr. Das ist übrigens derselbe Bazille, der vor\neinigen Jahren in den Bodensee gefallen sein\nsoll. Und das kam sogar ganz per Zufall. Nach\ndem Diner nämlich trafen wir einander in der\nToilette, ganz zufällig. Da geht ja jeder gern\nmal hinein. Da hab ich den Herrn Präsidenten"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "149", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4068, "texte": "ganz beiläufig nach ganz etwas Beiläufigem\ngefragt, und er merkte es meiner Hannoverschen\nAussprache gleich an, daß die Wirtteberger fir\nunsch Hannuverahner Auschländer sind mit\nunserem spitzen s und machte mir die Ehre\nund sich ein Vergnügen daraus, mir die Gemäld-\negalerie in der Villa Berg zu zeigen, wo das\nDiner stattfand. Wirklich wundervolle Gemälde.\nAlles echt Oel. Hanogemalt. Sie atmeten den\nGeist der verflossenen Zeit, manche atmeten\nauch nicht mehr. Aber die Villa Berg atmete\neinen noch viel verflosseneren Geist. Rokoko.\nWundervoll. Und mit dem Geist ist es so, je\nlänger er lagert, desto besser wird er, genau\nwie Schnaps. Und so sagte ich zu Herrn\nPräsident Bazille, Herrn Reiniger hoch in Ehren,\nder wäre in den bei uns in Hannover in Betracht\nkommenden Kreisen auch best bekannt, aber der\nGeist dieser Bilder hätte noch nicht lange genug\ngelagert, nichts für ungut, und der Geist dieser\nRokokovilla wäre schon viel klarer. Und der\nHerr Dr. Bazille merkte es meinem jovialen\nGesicht auch gleich an, daß ich einer Meinung\nmit ihm war, und ich unterstützte diesen Ein-\ndruck, indem ich sagte, daß die Architekten von\nheute so nicht mehr bauen könnten, wie die\nVilla Berg wäre. Da lächelte der Herr Staats-\npräsident begeistert: „Nicht war? Können sie\nauch nicht.\" Da fuhr ich fort: „Aber wir\nbrauchen auch solche Häuser nicht mehr\", und\nmachte ihm mein Kompliment, daß er das er-\nkannt habe und die Siedlung Weißenhof habe\nmit begründen helfen. Dann zeigte der Herr\nStaatspräsident mir noch eine schwarze Marmor-\nschale, die allein mehr wert war als die ganze\nVilla Berg zusammen genommen. Ich sah mir\ndas schwarze Ding genau an und staunte. Aber\nso beginnt bei mir immer der Kunstgenuß,\nich staune. Denken Sie, eine Großfürstin oder\nso was soll diese Schale aus einem einzigen\nStück Marmor selbst gemeißelt haben. Das\nhat Raritätswert, etwa wie Briefmarken, aber\ndas verstehen Sie so doch nicht, das müssen\nSie mitgesehen haben.\nAber Sie wollen wissen, weshalb ich Ihnen das\nalles erzähle. Ja, das hängt damit zusammen,\ndaß aus diesem Geiste heraus die Ausstellung\nund die ganze Weißenhofsiedlung geboren ist.\nViele reden, wenn sie von Wirlteberg schpreche\nvon de Greischschewahn. Und wenn ein Berlina\noder Herr Westheim selbst die Rede mit an-\ngehört hätte, daß wir Stuttgarter in Schtuggert\ndies alles geschaffen haben, weil wir doch eben\nso gut, wie die Berliner etwas gutes Neues\nhinstellen können, und weil wir einen gut\nSchäbischen Dickkopf hätten, der hätte vielleicht\nnur den Rauschschebaart gesehen, wie Berlina\neben so sind. Aber mit Unrecht. Denn es ist\neine große Beweglichkeit in dem Vulke der\nWirtteberger. Wollte Gott, daß wir in Hannover\nnicht den Typhusbazillus gehabt hätten, sondern\neinen Mann wie Bazille, dann hätten wir auch\nvielleicht einmal eine gute Ausstellung zustande-\nbringen können. Denn die Ausschtellung ist\nwirklich muschtergiltig, und die Siedlung, wenn\nauch problematisch, eine groschsche Tat. Die\nAuswahl der Fotos aus der Entwicklung der\ninternationalen Architektur durch Herrn Architekt\nLudwig Hilberseimer ist wirklich umfassend,\nund die Gruppierung instructiv. Wenn ich einer\nder vielen Vorredner wäre, so würde ich sagenj\ndaß Herrn Hilberseimer Dank gebührte, denn\nalle Reden endeten damit, daß irgend jemand\nDank gebührte. Ich war denn auch in einer\nso dankbaren Stimmung, daß ich allen Leuten\ngegenüber dankbar war, die da in Stuttgart\nherumliefen, weil ich nicht unterscheiden konnte,\nwem alles der Dank gebührte.\nUnd nun die Siedlung Weißenhof. Leider fehlte\nhier ein sehr bedeutender deutscher Architekt,\nHugo Häring. Aber die Zeit ist noch nicht so\nweit, daß Härings Gedanke auto-funktioneller\nArchitektur sich bei einer Siedlung durchsetzt.\nHier und da sind einzelne Versuche im Sinne\nHärings, wie Ausnutzen der Aussicht, Formung\nvon Räumen zu bestimmtem Zweck, aber es\nherrscht vor der Bau für möglichst allgemeinen\nZweck, das was Häring Vernackungsangelegen-\nheit nennt.\nDank für Gruppierung der ganzen Siedlung\ngebührt Miesch van der Rohe. „Er hat es\nmeischterhaft verschtanden, .. .\" um im Geischte"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "150", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4098, "texte": "desch Vorrednersch zu schprechen, den Gesamt-\nplan dem Gelände anzupassen. Lage und Größe\nder Häuser hat Mies van der Rohe bestimmt.\nDie einzelnen Architekten haben von ihrem\nBeschten das Beschte gegeben. Trotzdem bleibt\nes eine Kateridee, daß man so viele prominente\nVorkämpfer der Architektur und Werkbund-\nmitglieder unserer Zeit so in unmittelbarer Nähe\nnebeneinander je ein Haus bauen läßt. Das\nmuß uneinheitlich werden, unbesehen. Obgleich\njeder den Anderen nach Möglichkeit geschont\nhat. Als Ausstellung ist das Ganze außer-\nordentlich lehrreich, und ich brauche ja nicht\ndort oben zu wohnen. Ganz starke Persönlich-\nkeiten, wie Peter Behrens und Pölzig, bauen\nhier aus lauter Höflichkeit gegen die Jungen\nplötzlich Häuser, die sie selbst nicht glauben,\nund die ich ihnen auch nicht glaube. Pölzig\nhat eine schöne italienische Villa aus dem\nneuen Stil gemacht, und Peter Behrens hat\nüberhaupt keinen Charakter mehr. Er ist\nallgemein modern. Schade. Wozu denn diese\nVerstellung? Behrens ist doch sehr wichtig\nfür die ganze Entwicklung. Er ist doch einer\nder bedeutendsten Vorkämpfer der neuen\nArchitektur. Warum läßt er hier eine 25pro-\nzentige Anleihe auf seine bisherige Bauweise\neintragen? Wozu diese moderne Aufwertungs-\nhypothek? Glaubt er nicht mehr an sich selbst?\nSchade drum. Es wäre doch für den Betrachter\nviel interessanter, neben Mies, Oud, Gropius,\nStam, Le Corbusier den wahren Behrens und\nden wahren Pölzig sehen zu können. So kann\nman doch nicht direkt vergleichen.\nMan kann das überhaupt nicht ganz, denn die\nHerren haben alle ihre Aufgabe verschieden\ngelöst und sich mehr oder weniger an gegebene\nRichtlinien gehalten. Zum Beispiel hat Gropius\nals einzelner neue Bauweisen ausprobiert,\nwährend die anderen in ihrer bekannten Bau-\nweise mit oder ohne Anleihe gebaut haben.\nDer Versuch, sich mit neuen Materialien aus-\neinanderzusetzen ist das Interessante an Gropius\nHause. Auch haben nicht alle sich nach den\nMaßen des Planes ganz gerichtet, wie zum\nBeispiel Le Corbusier, der seine beiden Häuser\nviel zu groß gebaut hat und dadurch den Ge-\nsamteindruck sehr stört. Ueberhaupt ist Le\nCorbusier nicht ganz ungefährlich. Denn er ist\nein genial begabter Architekt und dabei leider\nso romantisch eingestellt. Ich halte ihn für die\ngesunde Architektur für ebenso gefährlich, wie\nDudoc und De Clero. Oder irre ich mich\nvielleicht? Vielleicht findet mancher diese im-\nposanten Bauten von Le Corbusier fabelhaft.\nAber der läßt sich verblüffen. Meine Großmutter\nsagte immer: „Laat deck nich verblüffen!\" und\ndas tue ich auch nicht. Ich wäge sine ira et\nstudio ab, wenn da son verputzter Eisenbalken\nvor dem Fenster mitten im Zimmer steht, was\nsoll das bedeuten? Ach so, das tut er, damit\nman von außen eine ungeteilte Fensterreihe hat.\nIst da ein prinzipieller Unterschied zwischen\ndieser Bauweise und dem Schlachthof von Dudoc\nin Hilversum, der vorn Burg mit trulzigen\nMauern und hinten Fabrik ist, weil doch irgendwo\ndas Licht herkommen muß? Jetzt finden Sie\nweiter in dem Hause von Le Corbusier in einem\nWohnräume, durch eine halbe Wand abgetrennt,\neine Badewanne. Warum? Wegen der Wasser-\ndämpfe? Ist das gesund oder ist es hygienisch?\nIch sehe weiter und finde dicht daneben eine\nKlosettür, die ins Zimmer mündet, und es wird\nmir klar, wegen des Geruchs. Der Franzose\nriecht gern, wenn seine Dame aufs Klosett geht\noder im Bade sitzt. Der Franzose ist eben\nelegant, das verstehen wir Deutschen nicht. Der\nHauptraum geht durch zwei Etagen. Warum?\nWenn man heizt, ist es unten noch nicht warm,\nwenn man es oben vor Hitze schon nicht mehr\naushalten kann. Sollte das Haus wohl für ein\nsüdliches Klima gebaut sein, wo man nicht\nheizt? Und per Malheur steht es nun in Stuttgart.\nSchade drum, denn ich frage mich wieso. Für\ndiese Idee sprechen auch die riesigen Balkons,\ndie man bei dem Stuttgarter Klima selten be-\nnutzen kann. Sollte das Haus von Le Corbusier\nvielleicht das Klima in Stuttgart günstig be-\neinflussen und ändern können? Vielleicht durch\ngeheime Gewalten? Oder ist es Romanticismus?\nIch kenne mich da nur schwer aus. Auch die\nWindrichtung und der Regen bei westlichen"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "151", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3867, "texte": "Winden müssen sich drehen, weil der Balkon\nnach der verkehrten Seite geschützt ist. So\nmacht man Natur. Aussicht i>t Nebensache,\ndenn im Hauptraume fehlt das Fenster an der\nWand, die die beste Aussicht haben würde.\nAber ich will nichts gesagt haben, denn ich\nweiß sehr wohl, wie große Verehrung gerade\nLe Corbusier genießt, und daß man oft meint,\nunsere deutschen Architekten hätten viel von\nihm gelernt. Das kann man auch, man kann\nan dem Studium Le Corbusiers genau sehen,\nwas falsch ist für deutsche Verhältnisse.\nDas Haus von Victor Bourgeois finde ich sehr\ndurchdacht. Es ist hier nicht das hohle Pathos\nder Facade von Le Corbusier, dafür ist es innen\naber gut, wirklich gut. Alles ist gut durch-\ngearbeitet, Wohnlichkeit, Berücksichtigung der\nAussicht, der Wetterseite, Fenster meist nach\nSüden, guter Sitz der Fenster im Zimmer, gute\nForm der Zimmer.\nDen Häusern von Oud merkt man es an, daß\nsie von einem erfahrenen Architekten gebaut\nsind, der vollkommen sicher arbeitet aus seiner\nErfahrung heraus. Hier könnte man von\nallgemein funktioneller Architektur sprechen.\nSein Ziel ist, mit den Mitteln der Architektur\nmöglichst einfache und brauchbare Wohnungen\nzu schaffen. Ich will nicht alle Architekten\neinzeln erwähnen, das habe ich nicht nötig,\nweil ich dazu nicht verpflichtet bin.\nInteressant ist, daß Rading sein ganzes Haus\nnur wegen der elektrischen Lichtleitung gebaut\nhat. Aber die kommt auch wirklich erstklassig\nheraus. Sie sitzt immer auf kleinen Holz-\nbrettchen, die immer etwa 5 cm von der Decke\nund Wand vorstehen. Das sieht tadellos aus.\nHoffentlich macht diese Anregung Schule, dann\nhaben wir bald in unseren Wohnungen auch\njene schönen Oberleitungen, die unser Stadt-\nbild so angenehm verzieren.\nSehr ehrlich wirkt das Haus von Hilberseimer.\nEs ist gründlich, normal und unphantastisch,\ndas Gegenteil von Le Corbusier. Hier sind\nkeine Badewannen im Zimmer und keine\nBalken vor den Fenstern. Wie sehr ich diese\nnüchterne Art schätze, sehen Sie daran, daß\nich in meinem Apossverlag schon vor Jahren\nein Heft von Hilberseimer: „Großstadtbauten\"\nverlegt habe.\nMies van der Rohe vereinigt Geist der Zeit\nund Format. Was ist Format? Ein neues\nSchlagwort für Architekten. Maler können\nQualität haben, Architekten Format. Format\nbedeutet Qualität in der Anschauung. Da kann\nein ganz kleines Ding oft Format haben. Und\ndabei ist das Haus von Mies van der Rohe\ngroß, das größte der Siedlung. Und innen\nwirkt es riesig durch die bis zur Decke hoch-\ngezogenen Türen. Ich kann mir nicht denken,\ndaß man durch diese Türen einfach gehen soll,\nsondern man schreitet hindurch. Große, edle\nGestalten schreiten durch die Türen, voll neuen\nGeistes. Hoffentlich wenigstens. Es kann\nja auch werden wie in den Frankfurter Sied-\nlungen, wo die Leute mit ihren grünen Plüsch-\nsofas ankommen. Es kann vorkommen, daß\nnachher die Einwohner nicht so reif und frei\nsind wie ihre eigenen Türen. Aber hoffen wir,\ndaß das Haus sie edelt.\nMart Stams Haus ist genial und hat Schwung.\nIch meine hier nicht Schwung wie etwa das\nDach einer Treppe bei einem anderen Hause\nSchwung hat, welches im Winter auch als\nRodelbahn benutzt werden soll, ich meine mit\nSchwung das sichere Verwenden der Materialien\nzu einheitlicher und überzeugender Wirkung.\nGenialität ist Sicherheit im Arbeiten mit neuen\nDingen. Kennen Sie den Stuhl von Mart Stam,\nder nur zwei Beine hat? Warum vier Beine\nnehmen, wenn zwei ausreichen? In Stams\nHause hängen von Ella Bergmann Michel\nAquarelle.\nAusgestellt ist von Mai ein Bimsbetonplatten-\nhaus. Warum auch nicht? Stuttgart ist von\nFrankfurt aus bequem auf dem Wasserwege\nzu erreichen, und es könnte leicht in diesem\nMaterial gesiedelt werden. Jedenfalls ist das\nFrankfurter Haus eine wesentliche Ergänzung\nder Werkbundsiedlung.\nIch war sechs Stunden unter den Häusern\nhabe meinen neuen Sommermantel mit frischer\nOelfarbe eingeseift, wodurch ich mich nicht"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "152", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1226, "texte": "von den anderen Besuchern unterschied, habe\nSpeise und Trank verweigert, weil es da oben\nnichts Reelles gab und weil ich für das offizielle\nDiner einen Platz lassen mußte, und könnte\nBände über die Siedlung schreiben. Aber ich\ntue es nicht, weil ich nicht verpflichtet bin,\nsondern empfehle es allen, hinzugehen, Sie\nhaben sicher nicht so leicht wieder Gelegenheit,\netwas so Interessantes zusammen zu sehen.\nIch empfehle Ihnen auch, machen Sie es wie\nich und fahren Sie zurück in einem be-\nfreundeten Privatauto über Wildbad, Herrenalp,\nBadenbaden, Bruchsal usw. nach Hause, es\nist eine nette Fahrt und ein guter Schluß,\nobgleich dieser Teil des Schwarzwaldes nicht\nder schönste ist. Bruchsal ist nach den Ent-\nwürfen von Taut angemalt, der auch in der\nSiedlung das bunteste Haus hat. Aber\nMies van der Rohe hat es gut berechnet, daß\ndas bunte Haus im Gesamtbilde gerade an\nder richtigen Stelle steht. Sonst ist Bruchsal\nmehr Rokoko.\nNun gebe ich nur noch eine wichtige An-\nregung, und zwar dem Verlage Ullstein: Möge\nsich der Verlag dazu entschließen, zu der\nArchitekturausstellung in Stuttgart 1000 Worte\nSchwäbisch herauszugeben, es würde den\nGenuß erhöhen und das Verständnis erleichtern.\nHochachtungsvoll\n\nKurt Schwitters"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c007", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.7", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 805, "texte": ";?«. KLEIN -ADLER\nDie vollkommenste und stabilste, wirklich vollwertige\nSchreibmaschine fiir Raise- und Privatgebrauch\nVierreihige Tastatur\nEinfache Umschaltung.\nVersehen mit alien\nvorbildlichen technischen\nNeuerungen,\naus edel-\n-Btem und wider-\nstandsfahigstem\nMaterial gebaut\nund dennoch\nausserordentlich\npreiswert.\nAbsolute Zeilengradheit durch das vollendete Stoss-\nstangensystem / Der unentbehrlichste und unersetz-\nlichste Gehilfe des Geschaftsmannes, Ingenieurs,\nArztes, Sehriftstellers, Journalisten, Gelehrten,\nDiplomaten, Privatmannes und der Dame.\nLeichtes Gewicht. Hochste Durchschlagskraft\nADLERWERKE, FRANKFURT a. H.\nvormals HEINRICH KLEYER, Aktiengesellschaft\nFilialen in:\nBerlin, Breslau, Hamburg, Hannover, Karhruhe i. B.t\nKonigsberg LP.. 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Roman\nKokain. Roman\nPitigrilli ist nicht nur ein amfisanter\nund witziger Plauderer, sondern auch\nein Schriftsteller, der beißende Ironie\nbesitzt. Mit einer Offenheit und die-\nbischem Behagen spricht er von Dingen,\ndie man sonst nur elegant umkleidet\nzu nennen wagt. Er ist der Schilderer\nder ungesagten Qewagtheiten\nJeder Band broschiert 3 Mark\nin Ganzleinen 4 Mark\nDas Werk „Vanita*\" ist nor in Halbleinen lieferbar\nUeberall erh&ltiich\nEden-Verlag G.m.b.H."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c011", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[135]", "page_fin": "[135]", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.11", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "[135]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 188, "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT / HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nLiedopfer Reinhard Goering\nStuttgart, die Wohnung (Werkbundausstellung) Kurt Schwitters\nAbbildungen: Zeichnungen von Reinhard Goering"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c012", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[135]", "page_fin": "[135]", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "[135]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.3", "debut_caractere": 190, "fin_caractere_exclue": 961, "texte": "Herausgegeben von Professor Dr. Oito Hoetzsch, M.d.R.\nit\nZeitschrift fur die gesamten Fragen des europSischen Ostens\nIm Auftrage der\nDeutschen Gesellschafi gum Stadium Osteuropas\nin Verbindung mil Ofio Auhagen, Berlin / Otto Goebel,\nHannover / Arthur Luther, Leipzig / Fritz Karl\nMann, Insiitut fur Osideutsche Wirtschaft, K6nigsberg /\nRichard Salomon, Hamburg / Friedridi SchOndorf,\nOst-Europa-Institut, Breslau / Hermann Schumacher,\nBerlin / Max Sering, Berlin / Kurt Wiedenfeld, Leipzig\nDas ausgezeichnete Organ zur Erschliessung der Probleme des Ostens\nPolitik If Wirtschaft // Geistesleben\nErscheint monatlich — Vierteljahrspreis 9.— Rm\nVerlangen Sie ein unberechnetes Probeheft unter Bezugnahme auf diese Anzeigel\nOST-EUROPA-VERLAG, BERLIN W35 und KONIGSBERG i. 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JAH R 192V\n»Heute die einzige deutsche\nZeitechrift, die neuer Musik\n-•r\nmit Sinn und Ernst zu-\ngewandt ist«\nA. Einstein\nim »Neuen Musiklexikont\nAbonnieren Sie!\nVJShrlich (3 Hefte) Mark 2.—\nProbehefte kostenlos\nSCH RIFTLEITUNG : HANS MERSMANN\nVERLAG: B. 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V v• , ?■'• V*- .'• '• ••' V V''V- <**•\n•;■.'*■ ■ >. -'•• U'lfV* . ' >7-'.\" *. >' M/. \"'•\n£>V,'• r'V. :/-.^v,\nv-k' ~ -v.. *.' it; •• t.:\n©efdrtiWe fat eeofift&en Sitcraluc\nVon Dr. PAUL BNGLISCH\nMit 112 ganzseitigen Abbildungen\nGebunden in Halbleder RM 55.—\nAuch in Lieferungen zu je RM 2.90\nHanns Martin Elster schreibt in „Die Horen\": . . Englisch hat seine\nAufgabe, die ebenso prekar wie wissnnschaftlich verdienstvoll und\nschwierig ist, meines Eraehtens glanzend gelost... Sein Werk ist zu-\nverlassig und als Ganzes eines der fabelhaften Dokumente des mensch-\nlichen Erotismus. Es ist jedem ehrlichen Literaturkenner fortan un-\nentbehrlich; dem Sammler, dem Liebhaber vollends ein Qeschenk . . .\nVerlangen Sie den ausfuhrlichen Prospekt\nJulius Puttmann, Verlagsbuchhandlung, Stuttgart\nPostfach 660\nvsi;\n> -v ?• -.W;' »• ' ft*. ■ ; »-i -fit.'*. 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Goll, Gropius, Grosz, Heartfield, Herzfelde, Honzl, Chochol, Jung,\nKassak, Kiesler, Kisch, Krejcar, Lu Marten, W. Mehring, Micic,\nMoholy-Nagy, Nezval, Obrtel, Oud, Picabia, G- Pohl, Poliansky, Pone,\nMies van der Rohe, Seifert, Schiirer, Schwittera, Shna, Teige, Tzara,,.\nVaclavek, Weisskopf, Weatheim, Wieaner, Walden und viele andere.\n240 bis 272 Seiten. Format 23X31 cm, davon 40 Seiten\nIllustrationen, MusikbeiJagen / Redaktion der Front /\nDr. B. Vaclavek / Briinn 15-Schimitz / Vasekgasse 11,\nTschechoslowakei / Text der Beitrage tschechisch,\ndeutsch und franzosisch mit deutschen und fran-\nzosischen Resumees\nPrels 16 Mk. / In der Sturm-Buchhandlung vorratig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c025", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "154", "page_fin": "154", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "154", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.22", "debut_caractere": 2204, "fin_caractere_exclue": 2807, "texte": "La Renaissance de I'Art Frangals\net des Industries de Luxe\nGegrundet von Henry Lapauze j Erscheint zu Beginn jedes\nMonats als Band von 60 bis ~100 Seiten Quartformat\n(25:32) mii zahlreidien Abbildungen\nDie Redaktion veroffenilidii Beitrage der anerkannten\nSchriftsteller und Kritiker aller Lander Europas. Ihre\ndokumentarischen Siudien und aktuellen Chroniken bieten\nein vollstandiges Bild der Akiivitat der Kunste auf der\nganzen Erde\nAbonnement Frankreich ISO francs\nAnsiand 200 francs\nMan abonniert in alien Buchhandlungen und direkt beim Verlag\nLa Renaissance deUArtFrangais /10-11 Rue Royale / Paris"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c026", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "155", "page_fin": "155", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "155", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.23", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1945, "texte": "Der ncue grofje Roman aus dem Sowjelleben\nF. G LAD K O W\n11. bis ti. Tauscnd\nwKcin unechter Ton auf all den hundert Seiten. Jeder, ob konservaiiv, ob\nmu6 dieses such lesen. Weil es ein Zeitdokument is!. Und nebenbei eine gewaliige\nDichtung.\" Das Stachelschwein.\n463 Seiten Brosdhiert Mk. 5.— Ganzleinen Mk. 7.—-\nVs\" :\nDer Amerikancr über Sowjetruljland\n31. bis 40. Tausend des vollstSndig neu bearbeiteten und erweiterten Buches von\nJOHN REED\nZehnTage die die Welt erschiitterten\nMil einem Vorwort von Egon Erwin Kisch und zahlreichen bis-\nher unverdffentlichten Dokumenten aus den Okioberiagen 1917\n„Dfes Ist ein Buch, da& ich in Millionen von Exemplarcn verbreitet und in alle Sprachen\nObersetzt wissen mdchte.\" Lenin\nXXIV und 344 Seiten Ganzleinen Mk. 45.0\nSowjetingenieur leudtiei htnter das Siernenbanner!\nJ. DORFMANN\nIm Lande der Rekordzahlen\nAmerikanische Reiseskizzen\n*Keln Buch mit poetischen Metaphem, in dem die Phantasie\ndie Wahrheit vergewaltigt\" sagi Verfasser fiber sein Werk.\n184 Seiten Ganzleinen Mk. 3.50\nSdmtliche Bucher sind in der Bodoni-Antiqua auf federleicht holzfreiem Papier gedruckl.\nEinbande von John Heartfield.\nLU MARTEN\nWesen und Veranderung der Formed / Kunste\nAus dem Inhali:\nWoher stammen die Formen (Kflnste)? / Ursprttngliches Wesen einzelner Formen — heute\nKunst genanni / Die primifive Musik, ihre Instrumente und Formen / Die Musik der frflh-\nmittelalteriichen Eniwicklungen / Die moderne Musik / Die Bauformen / Romantik — Goiik —\nRenaissance — Barock — subkonstruktive und struktive Neuformen / Die Plastik / Zerfall und\nNeubildung der Formen in der modernen Kunst / Malerei und Zeichnen / Impressionisms\nbis Supremaiismus / Dichtung und Literatur / Die poeiisdien Formen / Bewufetheiten / Das\nGenie, Erwartungen und ErfflUungen einer neuen Kunst in der Dichtung.\n296 Seiten Broschiert Mk. 6.50 Ganzleinen Mk. 8.50 Ganzleder Mk. 10.—\nVerlag f€ir Literatur u. 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A.\nM;t vielen unveroffentlichten Auf-\nnahmen anerkannter Schulen\nbringt auch Ihnen\nmanch wertvollen Ratschlag\nzur Pflege und ErtOchtigung\ndes Korpers\n>\n2 Mark\nIn jeder Buchhandlung erhSltiich oder direkt\nbeim Verlag:\nBrandenburgische\nBucft druckerei u.Verlagsanstalt G.m.b.H.\nBer!in-Schsneberg« MQhSonstrasse ©"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c029", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "156", "page_fin": "156", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "156", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.24", "debut_caractere": 459, "fin_caractere_exclue": 946, "texte": "W. Marzillier & Co., Berlin W\nGrunewaldsfraße 14-15\nHofspediteur S. M. des Konigs von Spanien\nGegriindet 1854 Gegriindet 1854\nSpedition u. Mobeltransporte, Verpackung u. Lagerang\nvon Gemaiden o. Kunstgftgenetanden jcd. Art, Lieferung\nund Einptang nach usid von alien Kunetauastellungen\ndes In- u. Auslandes. Traiieportversicherungen aller Art\nSpediteure desWirtsehaftlichenVerbaniesßildender\nKiinstler / der Secession / des Verbandes Deutscher\nIlluBtratoren und Hausspediteur des „Sturm\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-01-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-01_01#c030", "volume": "bmtnabg_1928-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "156", "page_fin": "156", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.2.30", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "156", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.24", "debut_caractere": 948, "fin_caractere_exclue": 1717, "texte": "WANDIUNG\nDER FORM\nIN XX.\nJAHRHUNDERT\n*\nVON ERNST KROPP\nMIT 111 ABBILDUNQEN\nBUcher der Form V. Band\nim Auftrag des Deutschen Werkbundes heraus-\ngegeben von\nDR. WALTER RIEZLER\nDies epochemachende Buch ist das Ergebnis einer\nz&hen ehrlichen Denk- und Forscherarbeit. Die\ninneren Zusammenh&nge zwischen den Formen\nder Natur und der menschlichen Formgestaltung\nwerden aufgedeckt und die neue Form unserer\nZeit, die Kropp mit nstarre Form\" bezeichnet, als\nGrundiage eines ganz neuen Formgefuhls gewertet.\nDer Abbildungsteil enthalt interessante Natur-\nformen, neuzeitliche Technik, Archikektur und\nKunstgewerbe\nPREIS kartoniert RM 10,—\nNur gegen Voreinseno'ung des Betrages\nOder Nachnahme\nYERLAG HERMANN RECKENDQRF\nBERLIN W35, LOTZOWSTR. 102-104\nPOSTSCHECKKONTO: BERLIN 77108"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.1", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT\n♦\n' HERAUSGEBER: HER WARTH VALDEN\nOie führende Zeitschrift der neuen Kunst!\n18. Jahrgang / 10. Heft\nBerlin / Januar 1928\n\nN &\nnach 9 Jahren"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.2", "texte": ";?«. KLEIN -ADLER\nDie vollkommenste und stabilste, wirklich vollwertige\nSchreibmaschine fiir Raise- und Privatgebrauch\nVierreihige Tastatur\nEinfache Umschaltung.\nVersehen mit alien\nvorbildlichen technischen\nNeuerungen,\naus edel-\n-Btem und wider-\nstandsfahigstem\nMaterial gebaut\nund dennoch\nausserordentlich\npreiswert.\nAbsolute Zeilengradheit durch das vollendete Stoss-\nstangensystem / Der unentbehrlichste und unersetz-\nlichste Gehilfe des Geschaftsmannes, Ingenieurs,\nArztes, Sehriftstellers, Journalisten, Gelehrten,\nDiplomaten, Privatmannes und der Dame.\nLeichtes Gewicht. Hochste Durchschlagskraft\nADLERWERKE, FRANKFURT a. H.\nvormals HEINRICH KLEYER, Aktiengesellschaft\nFilialen in:\nBerlin, Breslau, Hamburg, Hannover, Karhruhe i. B.t\nKonigsberg LP.. Leipzig, Munchen, Nurnberg, Stuttgart\ni\nh€\n&\na\n9G\n\nBuch- und Kunstrevue\ndsr Wirtscbaflskorrespondeaz fur Polen\nt\nKattowitz\nHerausgeber: Franz Goldstein\nOer Brennspiegel des Zeitgeistes\nJazzrhythmus\nBezugspreis RMk. 1,50 vierielj&hrllch\n\nVORZUGS-ANGEBOT\nHerwarth Walden:\nEinblick in Kunst\nDie beste Einfiihrung in den\nExpresaionisinuc nnd Kubismus\n70 Abbildungen, 4 farbige Kunstbeilagen\nRM. 2,50\n\n1\nVictor Margueritte\nLe couple(RD0elwne£derp'\"\")\nFortsetzung und Schluß des vielum-\nstrittenen Romans „La garijonne\"\nPaul und Victor\nMargueritte\nn '.mo FranzSsischer\niriorndi Sittenroman\nEines der besten Biicher der\nMargueritteschen Feder\nVanitas e^,e'{^er^^e^e^en^*\nEin fesselnder Pariser Gesellschafts-\nroman mit hervorragender Charakteristik\nPitigrilli\nLuxusweibchen.\nDie Jungfrau von\n18 Karat. Roman\nKokain. Roman\nPitigrilli ist nicht nur ein amfisanter\nund witziger Plauderer, sondern auch\nein Schriftsteller, der beißende Ironie\nbesitzt. Mit einer Offenheit und die-\nbischem Behagen spricht er von Dingen,\ndie man sonst nur elegant umkleidet\nzu nennen wagt. Er ist der Schilderer\nder ungesagten Qewagtheiten\nJeder Band broschiert 3 Mark\nin Ganzleinen 4 Mark\nDas Werk „Vanita*\" ist nor in Halbleinen lieferbar\nUeberall erh&ltiich\nEden-Verlag G.m.b.H."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "[135]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.3", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT / HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nLiedopfer Reinhard Goering\nStuttgart, die Wohnung (Werkbundausstellung) Kurt Schwitters\nAbbildungen: Zeichnungen von Reinhard Goering\n\nHerausgegeben von Professor Dr. Oito Hoetzsch, M.d.R.\nit\nZeitschrift fur die gesamten Fragen des europSischen Ostens\nIm Auftrage der\nDeutschen Gesellschafi gum Stadium Osteuropas\nin Verbindung mil Ofio Auhagen, Berlin / Otto Goebel,\nHannover / Arthur Luther, Leipzig / Fritz Karl\nMann, Insiitut fur Osideutsche Wirtschaft, K6nigsberg /\nRichard Salomon, Hamburg / Friedridi SchOndorf,\nOst-Europa-Institut, Breslau / Hermann Schumacher,\nBerlin / Max Sering, Berlin / Kurt Wiedenfeld, Leipzig\nDas ausgezeichnete Organ zur Erschliessung der Probleme des Ostens\nPolitik If Wirtschaft // Geistesleben\nErscheint monatlich — Vierteljahrspreis 9.— Rm\nVerlangen Sie ein unberechnetes Probeheft unter Bezugnahme auf diese Anzeigel\nOST-EUROPA-VERLAG, BERLIN W35 und KONIGSBERG i. Pr.\n\nAufruf\nzu einer neuen Spielbuhne\n* Rcinhard Goerlng\nGerhari Seherler\nKarl Vogt\nAuf dem Theater soli und mufe wieder gcspielt werden! Schauspieler und Laien,\ndie akliv oder passiv an der Arbeit fur die Spielbuhne sich beteiligen wollen, bitten wir, sich\nzu melden bei Gcrhort Seherler, Berlin O 34, Wiihelm-Siolzesirafje 31.\nAuch ein Spredi-Chor soil gegrundei werden."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "[136]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.4", "texte": "Kunstaussiellung\nDer Sturm\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 134 a I\nJanuar 1928\n166. Ausstellung\nJean Chariot\nAquarelle / Zeisknungeo\nGesamtschau\nGeoffnet von 10—6\nSonntags von 11—2\nBilder-Verleih\nim\nmM\n: &U&S\n-a •'\n4\nV;\n. * 112 ' ,'i* \\ .\n\\i> - i j*\n■\na*? -. .\n£k.V\nTanz / / Gymnasfik\nKorperkultur/ Kunst\nAnfang BV2 Uhr\nVerkauf von Kunstwerken auf Ratenzahlung\n\nSociete des Nations\nInstitut de Cooperation\nIntellectuelle\nMOUSEION\nBULLETIN de I'OFFICE INTERNATIONAL des S3USEES\nParaft en avril, aofit, decembre\nAbonnement un an: FRANCE 25 Francs.\nAutres Pays 1.50 Dollar\nLe num6ro France 10 F. autres pays 50 cts.\nRedaktion: 2 rue Montpensier Paris\nAdministration: LES PRESSES UNIVER-\nSAIRES DE FRANCE\n49 Boulevard Saint-Michel Paris (5°)\n\nII Casa d'Arte I\nI BRAGAGLIA I\nModerne Kunstausstellungen: Theater der\nUnabhangigen : Buchhandlung : Verlag\nKunstgewerbe\nTerme Romane di Via Avignonesi 81 Rom 4\n\n:;\"• *.4.\"*: m,*•• •• •.•»«'•• v*•-.:•••<\n', , •*' .*•.•■' -•. « ••. .•, ■\"- ' ,*■■•.•• •*7••■ . ' . * «-V . >••*' .' •*:?-»• -4. -kt ' •'• - l> •■ »N-'. .■ Il'. ill • .^/.v. im< •■■ -•\nrlin W 6\nLuther-Strasse 21\n\nZEITSCHRIFT FDR MUSIK\n6. JAH R 192V\n»Heute die einzige deutsche\nZeitechrift, die neuer Musik\n-•r\nmit Sinn und Ernst zu-\ngewandt ist«\nA. Einstein\nim »Neuen Musiklexikont\nAbonnieren Sie!\nVJShrlich (3 Hefte) Mark 2.—\nProbehefte kostenlos\nSCH RIFTLEITUNG : HANS MERSMANN\nVERLAG: B. SCHOTT'S SDHNE\nGeschaftsstelle: Mainz, Weihergarteri 5\nPostscheckkonto: Berlin 19425\nV?'■ foi itlgi ■"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.5", "texte": "Reinhard Goering / Liedopfer\n\nStockholm=Flug\nHerrschaften bitte sich bereit halten.\nBitte sehr bitte sehr.\nHier Ihre Pässe.\nZoll\nZoll\nWo ist Zoll?\nEsel\nZoll gibt's doch hier nicht\nErst drüben.\nSind die Herrschaften bereit?\nMotoren laufen bereits\nLaufen bereits\nLaufen bereits 10 Minuten.\nTadellose Maschine\nD 24\nSechs Plätze drei Motoren\nJunkers Metall.\nVerdammter Vogel\nWird übers Meer fliegen.\nUns übers Wasser bringen\nIn zwei Stunden über Ostsee.\nVier Stockholm.\nAlso los.\nBitte hierher\nHiier herüüber\nWas sagen Sie zu dem Flugwetter Herr?\nGroßartig\nPassieren oft Unglücke Herr?\nUnglücke?\nAbstürze\nAbstürze?\nNa ja ich sage es nicht aus Angst\n810 ß aus Interesse.\nGepäck schon verstaut?\nVerstaut\nVerstaut.\nAlso bitte.\nRinn\nRinn rinn.\nBrrrrrr\nHaben Sie gehört großartiges Flugwetter?\nGroßartig\nAbsturz ausgeschlossen\nNa woll'n mal sehen.\nWenn ich nur nicht seekrank werde\nSeekrank? Wovon?\nNa diese Tüten hier\nTüten?\nTüten?\nJa Tüten\nFür Luftkranke\nFür\nFür\nGute Reise Reise Reise.\nKurrrrrrr\nBrrrrrrrr\nSchrnrrr\nSsssss\nSchschschit.\nWahrhaftig\nSchon in der Luft.\nLeise Häuser\nLeise Bäume\nLeise Schiffe\nLeise Erde\nSinken leise sinken sinken\nSchaukeln runter\nFallen schmelzen\nDahhhhh\nHinsehen hinsehen\nSchon vorbei.\nAlso wir fliegen\nJubel klemmt\nAlso wir fliiegen\nStaunen mault.\nJaja ja ja\nWir fliegen.\nNa die Sache ist doch ganz einfach\nMotor Tragfläche Propeller\nMotor Motor,\nWasser? Ja Wasser\nDiese weißen Streifen\nDiese weißen weißen weißen . . . .\nWenn man sich besinnen könnte\nHalt halt\nBesinnung\nSteigen wir?\nWir steigen\nSind das Schiffe da unten?\nSchiffe\nSind das Berge da drüben?\nBerge\nDa unten da unten da unten ...."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.6", "texte": "Fabrik Häuser Menschen\nDa unten —\nNein da vorn\nWas denn da vorn?\nBlau Schaumweiß Blau\nGoldgelb Streif Blau\nDunst Glitzer weit\nStrand Küste\nKüste Küste\nVerlassen Strand\nSonne Sand Sonne\nWasser\nEndlos Blau Wasser\nGrün\nWeite\nMeer\nDIE OSTSEE!\nHahhh\nUeber der Ostsee!\nKleiner Mensch kleiner kleiner\nRiese du\nUntier du\nUngeheuer\nDu du!\nKleiner Mensch kleiner kleiner\nDu groß\nDu du\nUngeheuer\nAdler\nRiese\nGeier\nDu du du!\nUngeheuer Flug.\nWir Götter! •\nMeerweite Meerhimmel\nMeerwüste Meerhell\nMeere Meere Meere Meer\nFliegen\nSchweben\nSchießen\nBrausen\nMeere Meeie Meer.\nSchweben\nSchießen\nBlitzen Brausen\nKleinen\nSchwinden\nSchweben\nMeer.\nBlut Blut raunt Blut\nRaunt jubelt raunt Flug\nSingt Flug Flug Flug\nSingt Schweben\nSingt vierhundert fünfhundert fünfhundert\nUeber Meer.\nBlicke fallen\nStürzen\nAhhhhhh\nDort die Schiffe\nDort unten die Schiffe\nDie Dampfer unten dort\nTief tief unten\nKleine Dampfer\nKleine Segler\nKleine kleine Schiffe\nErsaufen.\nWIR\nHIER\nOBEN\nRUHIG\nRUHIG\nSCHWEBEN\nSCHWEBEN\nDRÜBER\nHAHHHHH\nDRÜBER\nHAHHHH\nHAHAHA DRBÜBER STILL.\nGanze Flotten können dort ersaufen\nSind versoffen.\nAlles krank an Bord\nSeekrank\nOstseekrank.\nSt so seekrank\nSt so ostseekrank\nDie Ostsee war einmal!\nWart mal\nKeine Zeit zu warten\nWeiter.\nFabrik Maschinen Surren\nKlubsessel Kontor\nZieht Meer vorbei\nSteht still Maschine\nS!eht Flugzeug still.\nSteht\nSteht\nIn Luft.\nSteht still.\nZieht Meer vorbei\nZiehen Schiffe Inseln"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.7", "texte": "Leuchttürme mit Inseln\nInseln Schiffe Meere ziehn\nVorbei.\nFlugzeug steht still\nIm Aether.\nMenschen fliegen\nUngeduldig\nStockholm Stockholm\nStockholm zuckt\nHebt\nSchiebt\nZuckt heran.\nWir stehen im Aether.\nInseln schreiten\nZucken\nSchieben\nInseln Schiffe Meere\nWälder Felsen\nSchreiten\nTanzen\nJagen.\nGleiten Bäume\nSchieben Schiffe\nSchwimmen Menschen\nStockholm schwimmt dahinten\nStockholm schwimmt\nHeran.\nNäher näher\nTiefer tiefer\nTausend Meter Tiefe\nStockholm schwimmt\nHeran.\nHAH DIE STADT!\nTausend Arme tausend Straßen\nTausend Plätze tausend Wasser\nSeen W/älder Flüsse Türme\nBrücken Türme\nPlätze Türme\nStraßen Menschen\nBrausen fliegen\nSchweben\nGrüßen jauchzen\nBrüllen.\nSteht Stockolm.\nHimmeldonnerwetter der Motor setzt aus.\nRuhe\nStill.\nGleiten sausen\nSchweben stürzen\nAuf Stockholm.\nWachsen\nSchwellen\nGroßen\nSurren sausen kurven\nUngeheuer wachsen\nWuchten\nDa da da\nUeber Bäume Häuser Boote\nGroße Bäume\nRiesenhäuser\nRiesengroße Boote\nSchießen jagen\nUngeheuer schnellen\nWir\nAufs\nWasser.\nGlatte Landung.\nMenschen Menschen\nWieder Menschen!\nLieben küssen leben Ihr!\nIhr alle\nWarme liebe süße.\nKüssen\nKüssen\nAlle küssen!\nAllen Kuß!\nNeue Küsse neue Kräfte neue Menschen!\nFLIEGER MENSCH.\nFür Jô\nDu\nbrennst\nich\ndürste\nschlingen\nDich!\nIch\nsteile\nungeheuer\nDir\nMich\ntot.\nDu\nträgst\nGott\nDich\nUns\nEs."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.8", "texte": "Für Mê\nDu\nglühst\nDich\nMir\nihr\nUns.\nIch\nbebe.\nDu\ngnadest\nUns\nDich\nalles.\nWir\nknieen\nDir\numfangen\nDich\nUns\nTod\nund Leben\newig\nDich\ndie\nLiebe.\nFür Gott\nIch\ngrüße\nDich\nGott.\nHeute mein.\nMir\nihnen\nUns\ngeboren.\nGott\nGott\nGott.\nDrei\nOpfer\nnimm.\nDrei\nLeben\nLiebe\nUns.\nTanzetanz\nDu\ngroßer Versucher Gauner Wilddieb\nDu\nPestbeule entsprungener\nSträfling\nJa Du!\nO ja ja Ich\nzugegeben Ich\nder\nallein\nSchuldige\nMulmige\nMalmige\nFaule\nstinkende\nhinkende\nTeufel.\nTeufel Teufel\nach hier\nwieder mal\nimmer noch\nnoch\nund\nnoch\nhier\nauf in unter\ndrin mit bei\nliier\nimmer noch.\nVerreck\nverreck.\nSag es immer nur auf Reisen.\nDu Ihr Wir\nmöchten ja alle\nalle alle\nallüberall alle alle\nfort weg\nraus rrrraus.\nMater dolorosa\nPater sowieso da\nraus!\nIhr Hunde\nKälber Ochsen\nnein rein!\nRein und raus\nraus und rein\nvorwärts\nweg da."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.9", "texte": "Geheul Geheul\nGezisch Gezisch.\nViele dieser Misthaufen\nviele\nstinken\npositiv\npopositiv\nzum Himmel.\nLass sie!\nWeiter.\nVater unser, der du bist im Himmel\nunsern täglichen Tod gib uns heute.\nUnsern täglichen Kot\nunsern täglichen\nunsern nächtlichen\nDa habt ihr ihn.\nUnd werdet nicht mehr rot.\nIch auch nicht\nnein nicht ich.\nWerde rot Liese\nerröte\nfür\nMich.\nHa tanze\ntanze\nmir!\nUnd fall um\ntot\ntot für immer\nauch ich.\nTu mir den Gefallen\nLiese\nbitte gleich!\nGänse Gänse Gänse\nwunderbare Gänse\nhat das deutsche Reich.\nKuß\nLippen\nLippen\nDeine Lippen\nbreiten schwellen.\nLippen\nMeine Lippen\nröten gieren wölben\nschwellen\nschmerzen\nbogen\nbogen bogen\nLippen\nwehe\nbreite\nwölbe Lippen\ngehren fassen fangen\nsperren schließen\nwölben\nöffnen.\nLippen\nrunde rote weiche giere Lippen\nschmachten\nschmelzen\nbeben\nin den\nKomm o komm!\nin den in den\nRasen\nBrennen\nSchüttern\nWogen\nwogen\nzerren reissen\nniederreissen\ntürmen steilen\nin den\nIch verbrenne\nIch zergehe\nIch zersteile\nIch zerzehre\nin den . . . . .\nKomm o komm!\nJa ich komme!!\nin den\nJa ich komme\nkomme komme\nin den\nsüßen wonnen\nlösen fallen\nwonnefallen reifen\nlösen wissen\nreifen wissen\nLIPPEN BREITEN\nIN\nDEN\nKUSS."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.10", "texte": "Einsam\nBerg spitzt\nGipfel eisen\nflimmt Stern Stern\nFahren dran vorbei\nfahren dran vorbei\nimmer\nbrennt\nbrennt.\nSpuk\nDich\nNachtmondmaid\nkalt\nküssen.\nDir\nBerg\nHand!\nGlühe Wasser\nglühe Wasser\nwallen\nWeib\nUmarmung.\nVerzeih\nIch bin doch für Dich die Einzige.\nDu scheinst es nicht zu wissen.\nUebrigens werde ich aus Dir einen Mann machen.\nVerzeih!\nHeute wer wieder einer von den Sonntagen\ndie alle Tage sind.\nWeil es so weh tat\nAls Du wegwarst.\nGib Dich ab mit wem Du willst.\ndas kümmert mich garnicht.\nDenn ja denn\nDu weißt schon.\nDeine Aino\nMeine Aino\nSeine Aino.\nZum Donnerwetter: Deine Aino!\nVerzeih!\nWagon=lit=Lied\nDa mag wohl\nja da\nRasen Rasen Rasen\nO Mutter\nVater\ngrausam wild\nBestie\nDu! Ich!\nJa da ja da da\nGröße\nTollheit\ngöttergeliebte\ngötterliebende\nsein.\nHirn Hirn Hi n\nO Mann\nO Weib\nso rasen dahin.\nWohin wohin\nO Götter Götter Götter\nEndlich Stahl Herz!\nWeg endlich\nBangigkeit der Kinder!\nHuh!\nPläne Pläne Pläne\nAber man schlage uns\ntot!\nMich\nendlich!\nDer ruhen will\nnicht ruhen\nlieben lieben lieben\nO Schöße\nVenus gereckt\nVerzweiflung\nsüß\nsteil\nwild\ngebändigt\nleise rauschend\nTod,\nWunder Du Leben\nach\nund sterbende Brüder!\nTrinkt trinkt trinkt\nBrüder\nBlut Blut!"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.11", "texte": "Zuginnacht\nFetzt Licht grell Licht\nWald Dunkel Schlucht Fels\nwirre Wasser\nBlöcke schrecken\nzucken Tiere\nWasserwimmer\nflieht.\nMensch\nfährt\ndurch\ndie\nNacht.\nKirchner\nSchwimmt ein Haus\nBerge spitzen\nbrennen Wälder\nbrüllt der Himmel\nflächen Farben\nglühen armen\nglühen reigen\nMensch o Mensch\nFarbenwunder geigt die zücke Welt\nStockholm\nGrand Hotel Slot\nVier Dachdecker shot.\nSybille tanzt\nQlitzerwasser fließen quick\nNacht Nacht\nI love you.\nHör mal wie sie da singen diese Schweden.\nO das große große slot.\nNochmal acht Buchbinder shot.\nSven erscheint.\nJa\nschön ist Stockholm\nschöne Zahnärzte\nzart küssende Männinen\no im Auto\nauf den Turm vom stadthuset\nHechtsprung in Mälern\nVornehmes Leichenbegräbnis über die\nNein, Anruf einer Prinzessin vom slot\nverdammte Störung\nthe great lover shot.\nBeauté\nJe bin tr£s unglücklich\nJe fühle je fühle unglücklich\nO infortunate Dichter!\nDon't speak von Dir toujours\nDu pauvre!\nEs interessiert doch nobody\nIt doesn t interest nobody\nTu dois comprendre!\nMais Du willst nicht!\nWe know cela.\nSag mir mia mamma\nteil me meine m£re\nob es ist Sünde\nwenn je bin unglücklich.\nInfortunate mamma mia\nyou were zu belle.\nAntwort\nKomm herein\nkomm\nkomm doch!\nIch bin tot, erwecke mich\nich bin ein Schatz, beraube mich.\nLächelnder Räuber,\nMarsch!\nIch bin überreif,\nBrich und iß mich.\nDein Leib hat kein Ende.\nDu lächelst Hochzeit.\nDu tust\nals wüßten wir nicht,\ndaß Du bist\nunwiderstehlich\nwie immer.\nNein\nIch sisze.\nImmer noch! Ja!\nTausend Tage sind lang.\nTausend Nächte hin.\nTäglich zehnmal erdolcht,\nFünfmal gehängt,\nDreiunddreißigmal gerädert.\nUnd wofür das alles?\nDen Kuß einer Puppe?\nNein!"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.12", "texte": "Berlin\nBahnhof Berlin\nUnd tausend seelig.\nDein Herz\npoch, poch, poch\nLiebe.\nStädte stoppt\nMillionen schweigt\nDein Herz,\npoch, poch, poch\nLiebe.\nDie Kleider fallen\nNicht! !\nWiegt mir ein Leib?\nBreitet ein Schoß?\nDeiner!\nDeiner!\nZweigang\nIn Eins.\nDie Welt wartet.\nDer Mörder\nSchlägt Zwölf\nWir! Jetzt!! Wir! Wir!\nHah Leib!\nZüngelt Fleisch.\nRot\nDolch\nIch gesteilt!\nArmende Gipfel.\nDu!\nWir! Wir!\nEwig!\nLeben weh weh\nManchmal\nMitten im Glück\nwürgt\nTod.\nDolcht, dolcht dolcht\nHerz.\nO tot\nJahrtausende\nJahrmillionen\newig\nDu\nIch.\nWas tun?\nSchreien!\nErschrecken!\nBeben!\nNahesein\nDir!\nNahe!\nNahe!!\nVergessen!\nWir Nichts!\nAuch wir?\nLeben weh weh!\nLos!\nDu verleumdet\nAber auch idolatriert\nVon mir.\nSchrecken würgt.\nWollust stößt.\nEs muß sein.\nEs muß unbedingt sein!\nDu mußt unbedingt sein!\nIch\nmorde\nUns.\nLosi\nEine Hand voll\nEine Hand voll\ndas Gemächt.\nAber säht Sonnen!\nFrauenscham\ndeckt ein Blatt,\naber schlingt Völker.\nIch sehen, ich keuchen, ich steilen\nLust Qual Lust\nSprengende\ntödliche\nzischt.\nDu liegen\ndu keuchen\nDu spreiten"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "145", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.13", "texte": "Reinhard Goering: Zeichnung"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "146", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.14", "texte": "Reinhard Goering: Zeichnung"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "147", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.15", "texte": "Reinhard Goering: Zeichnung"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "148", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.16", "texte": "Stuttgart die Wohnung\nWerkbundausstellung\n\nDer Volk wil glauben, and the man of Geist\nwil see, will sehen, will reisen om to see.\nDieses Wort von Rosenberg passt auf die Stutt-\ngarter Ausstellung „Die Wohnung 1927\". Der\nVolk, der glauben wil, das sind in diesem Falle\ndie Laien, die zwar nicht viel von der Architektur\nverstehen, aber gern glauben, daß die Ausstellung\nder Stadt Stuttgart, ihre Ausstellung, gut ist,\ndie große Reden halten, etwa „Wenn auch . . ~\nso . . Denn keine der vielen offiziellen Reden\nist frei von dem Unterton: „Man kann zwar\ndarüber reden oder denken, wie man will, . . .\naber . . Sie fühlen es zwar, daß da eine Tat\ngetan ist, aber sie begreifen es einfach nicht,\nwarum. Nicht das Resultat der Ausstellung\nund der Siedlung überzeugt sie, sondern die\nTatsache, daß the man of Geist gereist gekommen\nist, om to see. Denn zu der Eröffnung sind\nsie alle gekommen, die man immer wieder bei\nsolchen Gelegenheiten trifft. Und Herr Werner\nGräff hatte ja auch eine geradezu aufregende\nPropaganda für die Ausstellung unter themen\nof Geist entwickelt, die den Volk in aller Herren\nLändern glauben machen sollten.\nAber ich denke, die Behörden in Stuttgart und\nWürttemberg kommen mir vor, als wären sie\nHühnerglucken, die falsche Eier ausgebrütet\nhaben, und nun stehen sie am Ufer des Teichs\nund sehen mit Stolz und mit Grauen, wie die\nEntenküchlein, die sie aber doch für ihre Kinder\nansehen, weit hinaus auf die Wasserfläche\nschwimmen, wo sie ihnen nicht folgen können.\nEin schönes Bild, was? Und die Hühnerglucke\nruft und lockt die Wasserkinder, wenn auch\nvergeblich. Hier in Stuttgart beim officiellen\nDiner aber macht sich die Opposition am Tische\nder Behörden Luft, indem der betagte Vertreter\nder Universität Tübingen in seiner Eigenschaft\nals Heimatschutzmann, wie er sich selbst nennt,\nerwähnt, daß doch Stuttgart nicht in Holland\noder Californien läge, deshalb gehörte auch das\nflache Dach nicht hierher. Für ihn scheint das\nflache Dach bei Häusern das zu sein, was beim\nMenschen die Plattfüße sind, denn er nennt es\nplattes Dach. Zum Schluß wurde dann der\nHerr Schutzmann auch verhindert, noch mehr\nPlattheiten über das platte Dach hervorzubringen,\nweil doch diese platte Diskussion nicht auf der\nTagesordnung stand, indem die meisten Mitesser\nso laut redeten, daß ihn niemand mehr ver-\nstehen konnte. Ein besonders frecher Mitesser\nmit einem ovalen Gesicht, sagte sogar: „Danach\nist der Mann ja garnicht gefragt\", was allgemeine\nHeiterkeit erweckte. Wie officielle Essen eben\nso sind. Aber finden Sie es nicht auch selbst-\nverständlich, daß so ein alter Professor sich\ndoch nicht von heute auf morgen an die neue\nZeit gewöhnen kann? Dazu ist doch wohl die\nkurze Zeit von 1918 bis 1927 nicht lang genug.\nUnd wenn da einer an die 60 Jahre hat gut\nwandern können und bekommt nun plötzlich\nPlattfüße, der kauft sich eben Einlagen. Und\ndaß dieses eine Einlage war, merkte man daran,\ndaß alle Nachredner den üblen Eindruck zu\nvertuschen suchten. Und das möchte ich hiermit\nauch getan haben. Meine Mutter pflegt immer\nzu sagen: „Wie die Kinder, sie wollen es garnicht,\nund mit einem Male sagen sie eine große, große\nDummheit.\" Ich habe dann mit Herrn Mies\nvan der Rohe angestoßen, weil der mir so leid\ntat, daß er nun keine platten Dächer mehr bauen\ndarf, aber der hat sich furchtbar schnell damit\nabgefunden und hat über das ganze Gesicht\ndazu gelacht. Ich habe ihn lange nicht so\nlachen sehen.\nDas sind übrigens prächtige Leute in Wirtteberg.\nSo menschlich und nett! Ich lernte persönlich den\nHerrn Württembergischen Staatspräsidenten\nBazille kennen, den Schirmherrn der Ausstellung.\nEin wirklich menschlicher und sehr freundlicher\nHerr. Das ist übrigens derselbe Bazille, der vor\neinigen Jahren in den Bodensee gefallen sein\nsoll. Und das kam sogar ganz per Zufall. Nach\ndem Diner nämlich trafen wir einander in der\nToilette, ganz zufällig. Da geht ja jeder gern\nmal hinein. Da hab ich den Herrn Präsidenten"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "149", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.17", "texte": "ganz beiläufig nach ganz etwas Beiläufigem\ngefragt, und er merkte es meiner Hannoverschen\nAussprache gleich an, daß die Wirtteberger fir\nunsch Hannuverahner Auschländer sind mit\nunserem spitzen s und machte mir die Ehre\nund sich ein Vergnügen daraus, mir die Gemäld-\negalerie in der Villa Berg zu zeigen, wo das\nDiner stattfand. Wirklich wundervolle Gemälde.\nAlles echt Oel. Hanogemalt. Sie atmeten den\nGeist der verflossenen Zeit, manche atmeten\nauch nicht mehr. Aber die Villa Berg atmete\neinen noch viel verflosseneren Geist. Rokoko.\nWundervoll. Und mit dem Geist ist es so, je\nlänger er lagert, desto besser wird er, genau\nwie Schnaps. Und so sagte ich zu Herrn\nPräsident Bazille, Herrn Reiniger hoch in Ehren,\nder wäre in den bei uns in Hannover in Betracht\nkommenden Kreisen auch best bekannt, aber der\nGeist dieser Bilder hätte noch nicht lange genug\ngelagert, nichts für ungut, und der Geist dieser\nRokokovilla wäre schon viel klarer. Und der\nHerr Dr. Bazille merkte es meinem jovialen\nGesicht auch gleich an, daß ich einer Meinung\nmit ihm war, und ich unterstützte diesen Ein-\ndruck, indem ich sagte, daß die Architekten von\nheute so nicht mehr bauen könnten, wie die\nVilla Berg wäre. Da lächelte der Herr Staats-\npräsident begeistert: „Nicht war? Können sie\nauch nicht.\" Da fuhr ich fort: „Aber wir\nbrauchen auch solche Häuser nicht mehr\", und\nmachte ihm mein Kompliment, daß er das er-\nkannt habe und die Siedlung Weißenhof habe\nmit begründen helfen. Dann zeigte der Herr\nStaatspräsident mir noch eine schwarze Marmor-\nschale, die allein mehr wert war als die ganze\nVilla Berg zusammen genommen. Ich sah mir\ndas schwarze Ding genau an und staunte. Aber\nso beginnt bei mir immer der Kunstgenuß,\nich staune. Denken Sie, eine Großfürstin oder\nso was soll diese Schale aus einem einzigen\nStück Marmor selbst gemeißelt haben. Das\nhat Raritätswert, etwa wie Briefmarken, aber\ndas verstehen Sie so doch nicht, das müssen\nSie mitgesehen haben.\nAber Sie wollen wissen, weshalb ich Ihnen das\nalles erzähle. Ja, das hängt damit zusammen,\ndaß aus diesem Geiste heraus die Ausstellung\nund die ganze Weißenhofsiedlung geboren ist.\nViele reden, wenn sie von Wirlteberg schpreche\nvon de Greischschewahn. Und wenn ein Berlina\noder Herr Westheim selbst die Rede mit an-\ngehört hätte, daß wir Stuttgarter in Schtuggert\ndies alles geschaffen haben, weil wir doch eben\nso gut, wie die Berliner etwas gutes Neues\nhinstellen können, und weil wir einen gut\nSchäbischen Dickkopf hätten, der hätte vielleicht\nnur den Rauschschebaart gesehen, wie Berlina\neben so sind. Aber mit Unrecht. Denn es ist\neine große Beweglichkeit in dem Vulke der\nWirtteberger. Wollte Gott, daß wir in Hannover\nnicht den Typhusbazillus gehabt hätten, sondern\neinen Mann wie Bazille, dann hätten wir auch\nvielleicht einmal eine gute Ausstellung zustande-\nbringen können. Denn die Ausschtellung ist\nwirklich muschtergiltig, und die Siedlung, wenn\nauch problematisch, eine groschsche Tat. Die\nAuswahl der Fotos aus der Entwicklung der\ninternationalen Architektur durch Herrn Architekt\nLudwig Hilberseimer ist wirklich umfassend,\nund die Gruppierung instructiv. Wenn ich einer\nder vielen Vorredner wäre, so würde ich sagenj\ndaß Herrn Hilberseimer Dank gebührte, denn\nalle Reden endeten damit, daß irgend jemand\nDank gebührte. Ich war denn auch in einer\nso dankbaren Stimmung, daß ich allen Leuten\ngegenüber dankbar war, die da in Stuttgart\nherumliefen, weil ich nicht unterscheiden konnte,\nwem alles der Dank gebührte.\nUnd nun die Siedlung Weißenhof. Leider fehlte\nhier ein sehr bedeutender deutscher Architekt,\nHugo Häring. Aber die Zeit ist noch nicht so\nweit, daß Härings Gedanke auto-funktioneller\nArchitektur sich bei einer Siedlung durchsetzt.\nHier und da sind einzelne Versuche im Sinne\nHärings, wie Ausnutzen der Aussicht, Formung\nvon Räumen zu bestimmtem Zweck, aber es\nherrscht vor der Bau für möglichst allgemeinen\nZweck, das was Häring Vernackungsangelegen-\nheit nennt.\nDank für Gruppierung der ganzen Siedlung\ngebührt Miesch van der Rohe. „Er hat es\nmeischterhaft verschtanden, .. .\" um im Geischte"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "150", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.18", "texte": "desch Vorrednersch zu schprechen, den Gesamt-\nplan dem Gelände anzupassen. Lage und Größe\nder Häuser hat Mies van der Rohe bestimmt.\nDie einzelnen Architekten haben von ihrem\nBeschten das Beschte gegeben. Trotzdem bleibt\nes eine Kateridee, daß man so viele prominente\nVorkämpfer der Architektur und Werkbund-\nmitglieder unserer Zeit so in unmittelbarer Nähe\nnebeneinander je ein Haus bauen läßt. Das\nmuß uneinheitlich werden, unbesehen. Obgleich\njeder den Anderen nach Möglichkeit geschont\nhat. Als Ausstellung ist das Ganze außer-\nordentlich lehrreich, und ich brauche ja nicht\ndort oben zu wohnen. Ganz starke Persönlich-\nkeiten, wie Peter Behrens und Pölzig, bauen\nhier aus lauter Höflichkeit gegen die Jungen\nplötzlich Häuser, die sie selbst nicht glauben,\nund die ich ihnen auch nicht glaube. Pölzig\nhat eine schöne italienische Villa aus dem\nneuen Stil gemacht, und Peter Behrens hat\nüberhaupt keinen Charakter mehr. Er ist\nallgemein modern. Schade. Wozu denn diese\nVerstellung? Behrens ist doch sehr wichtig\nfür die ganze Entwicklung. Er ist doch einer\nder bedeutendsten Vorkämpfer der neuen\nArchitektur. Warum läßt er hier eine 25pro-\nzentige Anleihe auf seine bisherige Bauweise\neintragen? Wozu diese moderne Aufwertungs-\nhypothek? Glaubt er nicht mehr an sich selbst?\nSchade drum. Es wäre doch für den Betrachter\nviel interessanter, neben Mies, Oud, Gropius,\nStam, Le Corbusier den wahren Behrens und\nden wahren Pölzig sehen zu können. So kann\nman doch nicht direkt vergleichen.\nMan kann das überhaupt nicht ganz, denn die\nHerren haben alle ihre Aufgabe verschieden\ngelöst und sich mehr oder weniger an gegebene\nRichtlinien gehalten. Zum Beispiel hat Gropius\nals einzelner neue Bauweisen ausprobiert,\nwährend die anderen in ihrer bekannten Bau-\nweise mit oder ohne Anleihe gebaut haben.\nDer Versuch, sich mit neuen Materialien aus-\neinanderzusetzen ist das Interessante an Gropius\nHause. Auch haben nicht alle sich nach den\nMaßen des Planes ganz gerichtet, wie zum\nBeispiel Le Corbusier, der seine beiden Häuser\nviel zu groß gebaut hat und dadurch den Ge-\nsamteindruck sehr stört. Ueberhaupt ist Le\nCorbusier nicht ganz ungefährlich. Denn er ist\nein genial begabter Architekt und dabei leider\nso romantisch eingestellt. Ich halte ihn für die\ngesunde Architektur für ebenso gefährlich, wie\nDudoc und De Clero. Oder irre ich mich\nvielleicht? Vielleicht findet mancher diese im-\nposanten Bauten von Le Corbusier fabelhaft.\nAber der läßt sich verblüffen. Meine Großmutter\nsagte immer: „Laat deck nich verblüffen!\" und\ndas tue ich auch nicht. Ich wäge sine ira et\nstudio ab, wenn da son verputzter Eisenbalken\nvor dem Fenster mitten im Zimmer steht, was\nsoll das bedeuten? Ach so, das tut er, damit\nman von außen eine ungeteilte Fensterreihe hat.\nIst da ein prinzipieller Unterschied zwischen\ndieser Bauweise und dem Schlachthof von Dudoc\nin Hilversum, der vorn Burg mit trulzigen\nMauern und hinten Fabrik ist, weil doch irgendwo\ndas Licht herkommen muß? Jetzt finden Sie\nweiter in dem Hause von Le Corbusier in einem\nWohnräume, durch eine halbe Wand abgetrennt,\neine Badewanne. Warum? Wegen der Wasser-\ndämpfe? Ist das gesund oder ist es hygienisch?\nIch sehe weiter und finde dicht daneben eine\nKlosettür, die ins Zimmer mündet, und es wird\nmir klar, wegen des Geruchs. Der Franzose\nriecht gern, wenn seine Dame aufs Klosett geht\noder im Bade sitzt. Der Franzose ist eben\nelegant, das verstehen wir Deutschen nicht. Der\nHauptraum geht durch zwei Etagen. Warum?\nWenn man heizt, ist es unten noch nicht warm,\nwenn man es oben vor Hitze schon nicht mehr\naushalten kann. Sollte das Haus wohl für ein\nsüdliches Klima gebaut sein, wo man nicht\nheizt? Und per Malheur steht es nun in Stuttgart.\nSchade drum, denn ich frage mich wieso. Für\ndiese Idee sprechen auch die riesigen Balkons,\ndie man bei dem Stuttgarter Klima selten be-\nnutzen kann. Sollte das Haus von Le Corbusier\nvielleicht das Klima in Stuttgart günstig be-\neinflussen und ändern können? Vielleicht durch\ngeheime Gewalten? Oder ist es Romanticismus?\nIch kenne mich da nur schwer aus. Auch die\nWindrichtung und der Regen bei westlichen"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "151", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.19", "texte": "Winden müssen sich drehen, weil der Balkon\nnach der verkehrten Seite geschützt ist. So\nmacht man Natur. Aussicht i>t Nebensache,\ndenn im Hauptraume fehlt das Fenster an der\nWand, die die beste Aussicht haben würde.\nAber ich will nichts gesagt haben, denn ich\nweiß sehr wohl, wie große Verehrung gerade\nLe Corbusier genießt, und daß man oft meint,\nunsere deutschen Architekten hätten viel von\nihm gelernt. Das kann man auch, man kann\nan dem Studium Le Corbusiers genau sehen,\nwas falsch ist für deutsche Verhältnisse.\nDas Haus von Victor Bourgeois finde ich sehr\ndurchdacht. Es ist hier nicht das hohle Pathos\nder Facade von Le Corbusier, dafür ist es innen\naber gut, wirklich gut. Alles ist gut durch-\ngearbeitet, Wohnlichkeit, Berücksichtigung der\nAussicht, der Wetterseite, Fenster meist nach\nSüden, guter Sitz der Fenster im Zimmer, gute\nForm der Zimmer.\nDen Häusern von Oud merkt man es an, daß\nsie von einem erfahrenen Architekten gebaut\nsind, der vollkommen sicher arbeitet aus seiner\nErfahrung heraus. Hier könnte man von\nallgemein funktioneller Architektur sprechen.\nSein Ziel ist, mit den Mitteln der Architektur\nmöglichst einfache und brauchbare Wohnungen\nzu schaffen. Ich will nicht alle Architekten\neinzeln erwähnen, das habe ich nicht nötig,\nweil ich dazu nicht verpflichtet bin.\nInteressant ist, daß Rading sein ganzes Haus\nnur wegen der elektrischen Lichtleitung gebaut\nhat. Aber die kommt auch wirklich erstklassig\nheraus. Sie sitzt immer auf kleinen Holz-\nbrettchen, die immer etwa 5 cm von der Decke\nund Wand vorstehen. Das sieht tadellos aus.\nHoffentlich macht diese Anregung Schule, dann\nhaben wir bald in unseren Wohnungen auch\njene schönen Oberleitungen, die unser Stadt-\nbild so angenehm verzieren.\nSehr ehrlich wirkt das Haus von Hilberseimer.\nEs ist gründlich, normal und unphantastisch,\ndas Gegenteil von Le Corbusier. Hier sind\nkeine Badewannen im Zimmer und keine\nBalken vor den Fenstern. Wie sehr ich diese\nnüchterne Art schätze, sehen Sie daran, daß\nich in meinem Apossverlag schon vor Jahren\nein Heft von Hilberseimer: „Großstadtbauten\"\nverlegt habe.\nMies van der Rohe vereinigt Geist der Zeit\nund Format. Was ist Format? Ein neues\nSchlagwort für Architekten. Maler können\nQualität haben, Architekten Format. Format\nbedeutet Qualität in der Anschauung. Da kann\nein ganz kleines Ding oft Format haben. Und\ndabei ist das Haus von Mies van der Rohe\ngroß, das größte der Siedlung. Und innen\nwirkt es riesig durch die bis zur Decke hoch-\ngezogenen Türen. Ich kann mir nicht denken,\ndaß man durch diese Türen einfach gehen soll,\nsondern man schreitet hindurch. Große, edle\nGestalten schreiten durch die Türen, voll neuen\nGeistes. Hoffentlich wenigstens. Es kann\nja auch werden wie in den Frankfurter Sied-\nlungen, wo die Leute mit ihren grünen Plüsch-\nsofas ankommen. Es kann vorkommen, daß\nnachher die Einwohner nicht so reif und frei\nsind wie ihre eigenen Türen. Aber hoffen wir,\ndaß das Haus sie edelt.\nMart Stams Haus ist genial und hat Schwung.\nIch meine hier nicht Schwung wie etwa das\nDach einer Treppe bei einem anderen Hause\nSchwung hat, welches im Winter auch als\nRodelbahn benutzt werden soll, ich meine mit\nSchwung das sichere Verwenden der Materialien\nzu einheitlicher und überzeugender Wirkung.\nGenialität ist Sicherheit im Arbeiten mit neuen\nDingen. Kennen Sie den Stuhl von Mart Stam,\nder nur zwei Beine hat? Warum vier Beine\nnehmen, wenn zwei ausreichen? In Stams\nHause hängen von Ella Bergmann Michel\nAquarelle.\nAusgestellt ist von Mai ein Bimsbetonplatten-\nhaus. Warum auch nicht? Stuttgart ist von\nFrankfurt aus bequem auf dem Wasserwege\nzu erreichen, und es könnte leicht in diesem\nMaterial gesiedelt werden. Jedenfalls ist das\nFrankfurter Haus eine wesentliche Ergänzung\nder Werkbundsiedlung.\nIch war sechs Stunden unter den Häusern\nhabe meinen neuen Sommermantel mit frischer\nOelfarbe eingeseift, wodurch ich mich nicht"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "152", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.20", "texte": "von den anderen Besuchern unterschied, habe\nSpeise und Trank verweigert, weil es da oben\nnichts Reelles gab und weil ich für das offizielle\nDiner einen Platz lassen mußte, und könnte\nBände über die Siedlung schreiben. Aber ich\ntue es nicht, weil ich nicht verpflichtet bin,\nsondern empfehle es allen, hinzugehen, Sie\nhaben sicher nicht so leicht wieder Gelegenheit,\netwas so Interessantes zusammen zu sehen.\nIch empfehle Ihnen auch, machen Sie es wie\nich und fahren Sie zurück in einem be-\nfreundeten Privatauto über Wildbad, Herrenalp,\nBadenbaden, Bruchsal usw. nach Hause, es\nist eine nette Fahrt und ein guter Schluß,\nobgleich dieser Teil des Schwarzwaldes nicht\nder schönste ist. Bruchsal ist nach den Ent-\nwürfen von Taut angemalt, der auch in der\nSiedlung das bunteste Haus hat. Aber\nMies van der Rohe hat es gut berechnet, daß\ndas bunte Haus im Gesamtbilde gerade an\nder richtigen Stelle steht. Sonst ist Bruchsal\nmehr Rokoko.\nNun gebe ich nur noch eine wichtige An-\nregung, und zwar dem Verlage Ullstein: Möge\nsich der Verlag dazu entschließen, zu der\nArchitekturausstellung in Stuttgart 1000 Worte\nSchwäbisch herauszugeben, es würde den\nGenuß erhöhen und das Verständnis erleichtern.\nHochachtungsvoll\n\nKurt Schwitters\n\nDie Zeitschrift Der Sturm enthalt vom nachsten Heft (Februar) ab\nAktuelle Kritik: Theater / Kino / Schallplatten / Musik / Bildende Kunst / Radio\nIm Verlag Der Sturm erscheint demnachst das neue Buch von Reinhard Goering\nVorbestellungen auf die numerierte und signierte Sonderausgabe (50 Exemplare)\nin Leder gebunden werden schon jetzt entgegengenommen. Das Exemplar 50 Mark."}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "153", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.21", "texte": "• V /*\" •• • .•\n» j./-\"•' t4 < . '\n■V • V'v .1 t .\n... • . ■. - ' .- «, i - ; * V • «\n' ; '• r-t\". X\" • •. ii\n•;> r:v ./•• •. v,\n• V . • ■ 1 . -I.\n•-. ' ■-} t;> •* ; * V\n>i» • . VeHsWri£j6vtnK *.*•:. •• ■ «lirrrTUllllki -%1 •: •» - WD-.I.'*/. ■ wTTnffTMflli%Mi\"rTi* ..• Ir^aSsfiSE\n-j a.\n: •\n>y\n>»V.V;.\n&rc?\\\n!•>\n•i\n«- *.\nw\n• V'«*\n2cK«'*\n. •\nUSIK BA U T DER SEELE\nGOLDNE BRUCKEN\n■•\" • , . •-x ..• > ,<jjA • <i; ■.\n,-v •• •.- '■■■. >■. . ■•'•-. ■■ ,■ ■' -•• •. • ..'.■/t-'ij.\"v. v\n';;V ).?ss,-■ \" ' r-; \\ < ,' >;\\' ;.;7\n'ItfSsS •'•■'•;>• SK|-jfit£;®SP|l\n■•'.•\" ' ' ••-• I '••' • . : : \"\"i\nii •. . • • '■ r \"<•'?••.■\"• set •• V '/\n•*-. '• •k- * ' i ' -i>•!**• 1 '\n' •'• • ■• , ■ . •.■:'-.v ••;\n~*■ ■ ■ > ' ' ~ •••;■\nW^UOM\n'.If\nmw@is\n\n•'.TV \"»•. V v• , ?■'• V*- .'• '• ••' V V''V- <**•\n•;■.'*■ ■ >. -'•• U'lfV* . ' >7-'.\" *. >' M/. \"'•\n£>V,'• r'V. :/-.^v,\nv-k' ~ -v.. *.' it; •• t.:\n©efdrtiWe fat eeofift&en Sitcraluc\nVon Dr. PAUL BNGLISCH\nMit 112 ganzseitigen Abbildungen\nGebunden in Halbleder RM 55.—\nAuch in Lieferungen zu je RM 2.90\nHanns Martin Elster schreibt in „Die Horen\": . . Englisch hat seine\nAufgabe, die ebenso prekar wie wissnnschaftlich verdienstvoll und\nschwierig ist, meines Eraehtens glanzend gelost... Sein Werk ist zu-\nverlassig und als Ganzes eines der fabelhaften Dokumente des mensch-\nlichen Erotismus. Es ist jedem ehrlichen Literaturkenner fortan un-\nentbehrlich; dem Sammler, dem Liebhaber vollends ein Qeschenk . . .\nVerlangen Sie den ausfuhrlichen Prospekt\nJulius Puttmann, Verlagsbuchhandlung, Stuttgart\nPostfach 660\nvsi;\n> -v ?• -.W;' »• ' ft*. ■ ; »-i -fit.'*. J, :\n\nMonatsschrift Der Sturm\nDie fuhrende Zeitschriff der neuen Kunst\n18. Jahrgang 1927\nJahr 12 M Halbjahr 6 M Heft 1 M"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "154", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.22", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreyer Berlin W 9 / Verlag der Sturm G. m. b. H.\nBerlin W9, Potsdamer Strasse 134 a / Fernruf Lützow 4443 / Postscheckkonto Berlin 120 658\nDruck: Vereinigte Druckereien, Andermann & Schindler, Berlin W 30, Münchener Strasse 49-50\n\nVerlag Albert Langen in Munchen\nbauhausbCcher\n2\n3\n4\n5\n7\n8\nWALTER GROPIUS, Internationale Architektur\nViertes bis sechstes Tausend — geheftet Mk. 5\nin Leinen gebunden Mk. 7\nPAUL K.LEE, Padagogisches Skizienbuch\nz. Zt. vergriffen\nEra\nEIN VERSUCHSHAUS DES BAUHAUSES\nz. Zt. vergriffen\nDIE BUHNE IM BAUHAUS\ngeheftet Mk. 5\nin Leinen gebnnden Mk. 7\nPIET MONDRIAN, Neue Gestaltung\nz. Zt. vergriffen\nTHEO VAN DOESBURG, Grundbegriffe der neuen\n™ gestaltenden Kunst\nz. Zt. vergriffen\nNEUE ARBEITEN DER BAUHAUSWERKSTATTEN\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 8\nL. MOHOLY-NAGY, Malerei, Photographic, Film\nDrittes bis fiinftes Tausend — geheftet Mk. 7\nin Leinen gebunden Mk. 9\nnspeai\nW. KANDINSK.Y, Punkt und Linie zur Flache\ngeheftet Mk. 15\nin Leinen gebunden Mk. 18\nJ. J. P. OUD, Hollandische Architektur\ngeheftet Mk. 6\nin Leinen gebunden Mk. 8\n\nFRONTMWFRONTI\nIntern ationaler Almanach der\nmodernen Aktivitat der Gegenwart\nEnthalt alle Gebiete des modernen Schaffens in\nder Wortkunst, der Musik, dem Theater, den\nbildenden Kiinsten, dem Film, der Arehitektur,,\nder industriellen Produktion, der Wissenechaft\nund der Kultur iiberhaupt\nEs haben beigetragen: Antheil, Arp, Baumeiater, Behne, Becher, die\npolnische Gruppe der Kevue „Blok<-, Corbusier, Cernlk, Doesburg,\nIv. Goll, Gropius, Grosz, Heartfield, Herzfelde, Honzl, Chochol, Jung,\nKassak, Kiesler, Kisch, Krejcar, Lu Marten, W. Mehring, Micic,\nMoholy-Nagy, Nezval, Obrtel, Oud, Picabia, G- Pohl, Poliansky, Pone,\nMies van der Rohe, Seifert, Schiirer, Schwittera, Shna, Teige, Tzara,,.\nVaclavek, Weisskopf, Weatheim, Wieaner, Walden und viele andere.\n240 bis 272 Seiten. Format 23X31 cm, davon 40 Seiten\nIllustrationen, MusikbeiJagen / Redaktion der Front /\nDr. B. Vaclavek / Briinn 15-Schimitz / Vasekgasse 11,\nTschechoslowakei / Text der Beitrage tschechisch,\ndeutsch und franzosisch mit deutschen und fran-\nzosischen Resumees\nPrels 16 Mk. / In der Sturm-Buchhandlung vorratig\n\nLa Renaissance de I'Art Frangals\net des Industries de Luxe\nGegrundet von Henry Lapauze j Erscheint zu Beginn jedes\nMonats als Band von 60 bis ~100 Seiten Quartformat\n(25:32) mii zahlreidien Abbildungen\nDie Redaktion veroffenilidii Beitrage der anerkannten\nSchriftsteller und Kritiker aller Lander Europas. Ihre\ndokumentarischen Siudien und aktuellen Chroniken bieten\nein vollstandiges Bild der Akiivitat der Kunste auf der\nganzen Erde\nAbonnement Frankreich ISO francs\nAnsiand 200 francs\nMan abonniert in alien Buchhandlungen und direkt beim Verlag\nLa Renaissance deUArtFrangais /10-11 Rue Royale / Paris"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "155", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192801-01.1.23", "texte": "Der ncue grofje Roman aus dem Sowjelleben\nF. G LAD K O W\n11. bis ti. Tauscnd\nwKcin unechter Ton auf all den hundert Seiten. Jeder, ob konservaiiv, ob\nmu6 dieses such lesen. Weil es ein Zeitdokument is!. Und nebenbei eine gewaliige\nDichtung.\" Das Stachelschwein.\n463 Seiten Brosdhiert Mk. 5.— Ganzleinen Mk. 7.—-\nVs\" :\nDer Amerikancr über Sowjetruljland\n31. bis 40. Tausend des vollstSndig neu bearbeiteten und erweiterten Buches von\nJOHN REED\nZehnTage die die Welt erschiitterten\nMil einem Vorwort von Egon Erwin Kisch und zahlreichen bis-\nher unverdffentlichten Dokumenten aus den Okioberiagen 1917\n„Dfes Ist ein Buch, da& ich in Millionen von Exemplarcn verbreitet und in alle Sprachen\nObersetzt wissen mdchte.\" Lenin\nXXIV und 344 Seiten Ganzleinen Mk. 45.0\nSowjetingenieur leudtiei htnter das Siernenbanner!\nJ. DORFMANN\nIm Lande der Rekordzahlen\nAmerikanische Reiseskizzen\n*Keln Buch mit poetischen Metaphem, in dem die Phantasie\ndie Wahrheit vergewaltigt\" sagi Verfasser fiber sein Werk.\n184 Seiten Ganzleinen Mk. 3.50\nSdmtliche Bucher sind in der Bodoni-Antiqua auf federleicht holzfreiem Papier gedruckl.\nEinbande von John Heartfield.\nLU MARTEN\nWesen und Veranderung der Formed / Kunste\nAus dem Inhali:\nWoher stammen die Formen (Kflnste)? / Ursprttngliches Wesen einzelner Formen — heute\nKunst genanni / Die primifive Musik, ihre Instrumente und Formen / Die Musik der frflh-\nmittelalteriichen Eniwicklungen / Die moderne Musik / Die Bauformen / Romantik — Goiik —\nRenaissance — Barock — subkonstruktive und struktive Neuformen / Die Plastik / Zerfall und\nNeubildung der Formen in der modernen Kunst / Malerei und Zeichnen / Impressionisms\nbis Supremaiismus / Dichtung und Literatur / Die poeiisdien Formen / Bewufetheiten / Das\nGenie, Erwartungen und ErfflUungen einer neuen Kunst in der Dichtung.\n296 Seiten Broschiert Mk. 6.50 Ganzleinen Mk. 8.50 Ganzleder Mk. 10.—\nVerlag f€ir Literatur u. 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Traiieportversicherungen aller Art\nSpediteure desWirtsehaftlichenVerbaniesßildender\nKiinstler / der Secession / des Verbandes Deutscher\nIlluBtratoren und Hausspediteur des „Sturm\"\n\nWANDIUNG\nDER FORM\nIN XX.\nJAHRHUNDERT\n*\nVON ERNST KROPP\nMIT 111 ABBILDUNQEN\nBUcher der Form V. Band\nim Auftrag des Deutschen Werkbundes heraus-\ngegeben von\nDR. WALTER RIEZLER\nDies epochemachende Buch ist das Ergebnis einer\nz&hen ehrlichen Denk- und Forscherarbeit. Die\ninneren Zusammenh&nge zwischen den Formen\nder Natur und der menschlichen Formgestaltung\nwerden aufgedeckt und die neue Form unserer\nZeit, die Kropp mit nstarre Form\" bezeichnet, als\nGrundiage eines ganz neuen Formgefuhls gewertet.\nDer Abbildungsteil enthalt interessante Natur-\nformen, neuzeitliche Technik, Archikektur und\nKunstgewerbe\nPREIS kartoniert RM 10,—\nNur gegen Voreinseno'ung des Betrages\nOder Nachnahme\nYERLAG HERMANN RECKENDQRF\nBERLIN W35, LOTZOWSTR. 102-104\nPOSTSCHECKKONTO: BERLIN 77108"}]}