{"numero_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_sha256": "0b77f602d8c503862ed117130792fb4e956683abc0a75af908dc34fa29e93bd8", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1928/03_01/bmtnabg_1928-03_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1928/03_01/bmtnabg_1928-03_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c002", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[167]", "page_fin": "[167]", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.2", "titre_corps": "Table of Contents", "titre_sommaire": "Table of Contents", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "[167]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.3", "debut_caractere": 56, "fin_caractere_exclue": 292, "texte": "Di® lebende Kunst Herwarth Waiden\nMordverdächtig Herwarth Waiden\nWohnungsvermittlung Herwarth Waiden\nAus der Zeit für die Zeiten Herwarth Waiden\nAbbildungen: Arbeit / Aufruhr / Das Mitternachtslied und zwei Zeichnungen von Franz Seiwert"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c003", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "169", "page_fin": "171", "image_debut": 5, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.3", "titre_corps": "Die lebende Kunst", "titre_sommaire": "Die lebende Kunst", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "169", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3349, "texte": "Die lebende Kunst\nHerwarth Walden\nDie Kunstkritiker sind wieder seelenvergnügt.\nSie bilden sich ein, da sie schon nicht bilden\nkönnen, wieder mit der Seele sehen zu\ndürfen, wie einst im Mai. Mit hornbebrillter\nSeele. Wie es das kurzsichtige Auge der Zeit\nfordert. Man macht sich seit einigen Jahren\ndas tragische Vergnügen, den Expressionismus\nfür tot zu erklären. Das tun besonders die\nHerren, die sich um ihn von seiner\nGeburt bis zu seinem zeitungshaften Tod\nnie gekümmert haben oder sich um ein\nso minderwertiges Lebewesen nicht haben\nkümmern wollen. Kümmerlicher ist aber\ndieser Lobgesang auf den Tod. Man hat\nsich allerseits einen logisch lächerlichen\nBegriff „ Neue Sachlichkeit\" zurechtabge-\nschrieben. Die Künstler, die gegen die\nKritik auch in der öffentlichen Anerkennung\ndurchgesetzt sind, werden einfach auf das\nKonto der neuen Sachlichkeit gebucht und\nder Begriff des Expressionismus wird schlicht\nauf die Maler angewandt, die sich selbst bei\nder Kunstkritik nicht mehr recht halten\nkönnen. Wie sollen diese Verlegenheits-\nkritiker etwas über Bildanschauung schreiben\nkönnen, wenn sie sich keine Bilder an-\nschauen und nur darüber literarisch faseln.\nOder sogar politisch. Und da zufällig einige\nKunsthändler Impressionisten auf Lager\nhaben und sie abstoßen wollen, bekommt\ndiese kaufmännische Angelegenheit durch\ndie Hornbrillen einen höheren, wenn auch\nkeinen optischen Sinn. „Sie ist weder Mode\nnoch Mache, diese Auferstehung der Im-\npressionisten, sie ist die Erfüllung einer\nechten, wirklichen Sehnsucht des wieder-\nerstarkten Bürgertums.\" Auf deutsch: einige\nBürger haben wieder Geld übrig, um sich\nteure Bilder von französischen Impressionisten\nzu kaufen. Deutsche Impressionisten nebst\nProfessor Liebermann haben schwankenden\nKurs mit fallender Tendenz und Expressio-\nnisten sind auf der Börse nicht zugelassen.\nGewiß, das Bürgertum ersehnt eine Auf-\nerstehung. Was aber haben Bilder mit\nkapitalistischen Wünschen in einer anti-\nkapitalistischen Epoche zu tun.\nDabei ist die Sache mit der Kunst höchst\neinfach. Mit der Kunst, die man zur Unter-\nscheidung von der Illustration Expressio-\nnismus genannt hat. Es kann nur immer\nwiederholt werden: Kunst ist die sinnliche\nGestaltung optischer oder akustischer Phäno-\nmene. Bilder müssen gesehen und nicht\ngedacht oder gefühlt werden. Mit Geist,\nmit dem Gedächtnis der Sinne, kann man\nnichts schaffen, gestalten. Mit dem Gedächtnis\nkann man nur wiederholen, nicht holen.\nDasselbe gilt von der Seele, dem Gedächtnis\nder Empfindungen. Ohne Sehen und Hören\ngibt es keine Kunst. Selbstverständlich gibt\nes auch eine Kunst des Tastens, Riechens\nund Schmeckens. Darüber werden die\nDenker noch mehr den Kopf schütteln,\nohne daß etwas aus ihrem Gedächtnis fällt.\nAuf den Gebieten haben sie überhaupt keine\nErfahrung. Fühlen ist bei ihnen Literatur,\nRiechen eine überflüssige Begleiterscheinung\nder Frauen und Schmecken deutsche Küche.\nBeim Sehen und Hören können sie sich\netwas denken. Ihre Gedanken sind ihnen\nwichtiger als die Tat der Sinne. Diese\nMißachtung der Sinne hatte ihren logischen\nErfolg. Erzeugt wurde die unsinnliche und\nunsinnige Kultur. Der Kampf der Geister\nwird durch Kriegsmaschinen, Aberglaubens-\nzwang und soziale Unterdrückung geführt.\nMan beruft sich auf das Recht des Geistes,\nalso des Gedächtnisses seiner zufälligen Er-\nfahrungen, statt der Macht der Sinne gerecht"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "170", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3349, "texte": "zu werden. Diese großen Geister erklären\nalles, aber schaffen nichts. Sie verhindern\ndie Menschheit am Zusammenschluß durch\ndie Nationen, sie verhindern das physische\nDasein durch metaphysische Konfessionen,\nsie verhindern das Dasein überhaupt durch\ndie Einteilung der Menschheit nach dem\nEigentumsbegriff. Jeder Zwang wird sittliche\nFreiheit genannt. Der Zwang zum Zu-\nsammenschluß nur mit Gleichsprachigen,\nmit Gleichleichtgläubigen oder gar der Zwang\nzur Anerkennung des Rechtes auf Eigentum.\nDas ist besonders unsittlich. Wenn Menschen\ngegen Besitzende aufstehen, sie in der Ruhe\ndes Sitzens stören, wird dieser Autstand\nauch von den Geistigen bekämpft. Denen\nist es peinlich, zwar nicht von ihrem Sitzä\naber aus ihrem Schlaf aufgerüttelt zu werden.\nMan kann aber nicht immer stehen, nament-\nlich wenn man gezwungen ist, den Besitz\nder Anderen zu sehen. Dieses Sehen macht\neben besessen. Dieses Sehen ist die Tätig-\nkeit der lebenden Sinne, die ein sinnliches\nDasein zu führen wünschen und die das\nRecht, auch das sittliche, auf das Dasein\nhaben. Da sie da sind. Sehen ist Leben.\nKinder wollen alles nur besehen, nicht be-\ndenken. Auch die Menschen, soweit sie\nnicht Berufsdenker sind, wollen alles sehen.\nLänder, Menschen, Theater, Kunst. Oder ist\njemand, selbst ein Denker, schon auf den\nGedanken gekommen, ans Meer oder in das\nGebirge oder in die Städte zu reisen,\num Meer, Gebirge oder Städte zu denken?\nOder geht jemand ins Theater, um Schau-\nspiele zu denken? Nur die unglücklichen\nBilder muß man sich ansehen, um dabei\netwas zu denken! Dabei steht die Kunst im\nhöchsten Ansehen. Sie hat aber noch nicht\nim höchsten Andenken gestanden. Das\nAndenken ist stets nur der Ersatz des ver-\nlorenen oder versäumten Ansehens. Denken\nein Ersatz des Sehens. Leben ist Sehen,\nKunst seine sinnliche Gestaltung.\nDie Erkenntnis der sinnlichen Anschauung\nder Erde nennen wir Expressionismus. Die\nsinnfällige und sinnenvolle Gestaltung ex-\npressionistische Kunst. Wir würden es vor-\nziehen, sie einfach Kunst zu nennen, wenn\nman nicht das Kunst nennen würde, was\nkeine Kunst ist.\nKunstwerke sind typisch. Individualität ist\nein Privatvergnügen, das dem Individuum\nselbst am meisten Spa6 macht. Alle übrigen\nLebewesen der Natur, organische und un-\norganische, geben sich typisch. Nur die\nMenschen denken sich eine Individualität\naus. Doch plötzlich machen ihnen die\nSinne klar, da/3 sie alle gleich sind. Wenn\nnämlich die Sinne ihr sinnliches Recht ver-\nlangen. Vor Hunger und Liebe, vor Leben\nund Tod bricht die Individualität, diese\nZufallserscheinung von Erfahrungen zu-\nsammen. Plötzlich sind alle Menschen gleich.\nKunst als gestaltetes Gleichnis sinnlichen\nLebens kann also nur typisch sein.\nDavon lassen sich die Kunstkritiker nichts\nträumen. Sie sind vollauf mit dem Denken\nbeschäftigt. Dafür haben sie eine Virtuosität\nin der Anwendung der Sinne. Sie sehen\nmit dem Geschmack und hören mit dem\nGefühl. Und stellen so die Sinnesverwirrung\nder Künstler fest. Die Künstler, die mit\nSeele und Zunge Kunstwerke machen, sollten\nlieber Kunstkritiker werden. Kunstwerke\nwerden nämlich nicht von Gott, sondern\nvon der Hand geschaffen, mit offenen Augen\nund offenen Ohren. Künstler sein heißt\nsinnliche Erlebnisse zu einem Organismus\nzusammenstellen zu können. Der Orga-\nnismus ist die Wirkung. Die seelische\nWirkung, wie in der Natur, eine subjektive\nDeutung."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "171", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 724, "texte": "Das ist der Expressionismus. Viele kennen\nihn vom Hörensagen, ohne zu hören. Alle\nhaben eine Ansicht über ihn, ohne zu sehen.\nEtwas Einsicht für die Menschen und viel\nVorsicht für die Kunstkritiker ist nötig. Man\nkann sich mit Kunst nicht befassen. Dieses\nTasten ist für Augen und Ohren unan-\ngebracht. Und durch Nachsicht hat man\nnur das Nachsehen. Mit dem einfachen\nSehen ist es viel einfacher.\nSo eintach ist die Kunst. Aber so ein Fach\nist die Kunst nicht, daß man sie in einem\nTeil des Gehirnschrankes unterbringt und\nsich darauf beschränkt. Und wenn sich auch\nin der Einfachheit, in der Beschränkung, erst\nder Meister zeigt, ist man kein Richter des\nMeisters, wenn man beschränkt ist.\nLeben der Sinne. Sinn des Lebens."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c004", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "171", "page_fin": "173", "image_debut": 7, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.4", "titre_corps": "Mord verdächtig", "titre_sommaire": "Mord verdächtig", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "171", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.7", "debut_caractere": 726, "fin_caractere_exclue": 2905, "texte": "Mord verdächtig\nHerwarth Walden\nZweitens gibt es Erwachsene. Sie entstehen\ndurch Examen, Anstellung oder Heirat. Sie\ndürfen alles, soweit es die Gesetze gestatten.\nWein, Weib und Gesang kneipen. Sich\nausleben. Rauchen. Wählen und zahlen.\nDurch die Ernennung zu Erwachsenen haben\nsie plötzlich alles vergessen, was sie erstens\ngewesen sind. Kinder. Ihnen zu befehlen\nund zu verbieten ist ein Hauptrecbt von\nErwachsenen. Vor allem verbieten, was Ihnen\nerlaubt ist. Endlich erlaubt ist. Diese Freude\nsteigert sich durch das Verbot für die, die es\nnoch nicht zum Examen, zur Anstellung oder\nzur Heirat gebracht haben. Also Kinder sind.\nDurch diese Regeln der Verwaltung und der\nWirtschaft werden Menschen zu Einrichtungs-\nsubjekten.\nRichten heifet nicht strafen. Sonst würde\nStrafen eben richten heißen. Wörter sind\nklüger als die Menschen, die sie miß-\nbrauchen.\nDem Richter wird verziehen, daß er welt-\nfremd ist. Er beschäftigt sich nicht mit\nsolchen Dingen, die Menschen treiben. Er\nrichtet nur über das Treiben der Menschen.\nMenschen dürfen nicht getrieben werden.\nMenschen werden aber getrieben, weil sie\nTriebe haben. Wenn sie keine Triebe haben,\nsind sie eben keine Menschen. Aber nur\nbei Blüten werden Triebe bewundert. Sogar\ngepflegt. Bei Menschen werden sie aus-\ngerottet. Blütentriebe werden gestützt.\nMenschentriebe bestraft. Nicht gerichtet.\nAber gerichtet.\nSexualität ist eine Eigenschaft, die sich erst\nbei Erwachsenen zu zeigen hat. Primaner\nsind vor dem Examen, also Kinder, nicht\nnur ohne Recht, auch ohne Möglichkeit zur\nSexualität. Beides wird erst durch den\nBesuch der Universität erworben. Diese Auf-\nfassung haben Richter und Rechtsanwälte.\nWenigstens in ihrer amtlichen Tätigkeit.\nAuch sechzehnjährige Mädchen haben nichts\nvon der Sexualität zu wissen oder sie zu\nempfinden, wenn sie nicht zufällig schon\nheiraten oder berufstätig sind. Auffassung\nder Erwachsenen.\nIm Mordprozeß Krantz trägt die sechzehn-\njährige Zeugin einen seidenen Jumper. Nicht\nnur einen Jumper. Einen richtigen seidenen\nJumper. Die Richter bekreuzigen sich. Im\nMittelalter erschienen die Hexen nackt, wo-\ndurch man sie gleich als Hexen erkennen\nkonnte. Man weife das durch Kunstbilder."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3424, "texte": "Schöne Personen, aber leider Hexen. Heute\ntragen diese Weibsbilder Seide. Daran haben\nwieder die jüdischen Warenhäurer schuld,\ndie durch ihre Inventurausverkäufe zu lächer-\nlichen Preisen die gute Seide unter das Volk\nund unter die Hexen bringen, die sie nicht\nzu tragen haben. Seide ist ein Reservat für\nden Feststaat von Frauen bejahrter Amts-\npersonen. Wenn Mädchen das für sechs\nMark an Wochentagen tragen, sind sie\nmindestens unglaubwürdig.\nRichter und Rechtsanwälte scheinen meistens\nsich auf ihr Geschlecht zurückzuziehen. So\ninteressant sind doch die Vorgänge von sexu-\nellen Handlungen für dritte nicht. Im Mord-\nprozeß Krantz muß die Zeugin sozusagen spe-\nzialisieren. Vielleicht auch nur, weil sie nach\nobiger Analyse ein Kind ist. Das will man\ndurch technische Fragen feststellen. Viel-\nleicht ist die ganze Sexualität nur Schwindel.\nUnverheiratete können von solchen Dingen\nnichts wissen. Der Hausarzt der Zeugin\nbehauptet, daß das Kind sexuell verkehrt\nhat. Der Gerichtsarzt fährt dem Kollegen\nüber den gelehrten Mund. Der praktische\nArzt könne so etwas nicht feststellen, er hätte\nnicht die nötigen technischen Apparate. Wie\nsoll man nun ohne Gerichtsärzte wissen, ob\njemand Hexe ist oder nicht. Im Mittelalter\nwar es einfacher. Man verbrannte die Person\neinfach. Ohne alle Apparate. Jetzt macht\nman Kreuzverhör. In diesem Fall, um fest-\nzustellen, ob ein Kind, nämlich ein Primaner,\nzur Anstiftung eines Mordes fähig sei, nament-\nlich wenn er mit einem Kind von sechszehn\nJahren regelrecht sexuell verkehrt hat. Was\nzu beweisen ist.\nDie Zeugin mit dem seidenen Jumper steht\nbei dem Rechtsanwalt auch unter dem Ver-\ndacht der Anstiftung zum Mord. Sie soll\nsogar vor ein paar Tagen in einer Tanzdiele\ngesehen worden sein. Der Geschäftsführer\ndieses sittlichen Institutes will sie nur wegen\nunsittlichen Benehmens aus seinem Lokal\ngewiesen haben. Beweiseaus Hexenprozessen.\nDa hat auch jemand etwas gesehn. Zwar\nstellt sich heraus, dafe der Geschäftsführer\nsich geirrt hat. Irren ist manchmal unmensch-\nlich. Und wenn er sich nicht in der Person\ngeirrt halte, wäre der Person doch ein Ver-\nbrechen zuzutrauen. Seidenjumper und\nTanzdiele. Ohne erwachsen zu sein. Dann\nwäre es mondän gewesen. Zum mindestens\nfür Amtspersonen. Die sollten eigentlich ge-\ngen Warenhäuser und Tanzdielen wegen\nAnstiftung zur Anstiftung vorgehen. Gegen\ndie intellektuellen Urheber.\nDer Primaner hat nach der Mordnacht von\ndem Hausarzt eine Zigarette erbeten. Ich\nübertreibe nicht, eine Zigarette. Der Haus-\narzt teilt es dem Gericht ausdrücklich mit.\nEin Primaner, ein Kind, das nach einem\nMord in se ner Wohnung eine Zigarette er-\nbittet. Reservat der Erwachsenen. Sollte man\neinem solchen Menschen nicht noch ganz\nandere Dinge zutrauen.\nAußerdem dichtet der Angeklagte. Er hat\nein Gedicht an das Weltall geschrieben. Was\nman so Gedicht nennt. Das Weltall ist\nimmerhin verdächtig. Gedichte von Kindern\nsind an die Eltern zu richten. Auch den\nlieben Gott kann man noch hingehen lassen.\nWirkliche Dichter, wie etwa Ludwig Fulda,\nschreiben selbst im reiferen Alter noch\nGedichte an die Tante. Kunstrichter haben\nes auch schwer. Namentlich, wenn es sich\ndarum handelt festzustellen, ob der Inhalt\neines Gedichtes die Darstellung von juri-\nstischen Tatsachen ist. Sonst wäre das Ge-\ndicht ja eine Unwahrheit. Und jemand, der\ndie Unwahrheit sagt, sogar bewußt in ge-\nbundener Form, sollte der nicht auch ganz\nanderer Handlungen fähig sein."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "173", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.9", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1326, "texte": "Ich kenne einen Richter, der nachts trinkt\nund komponiert und dichtet und den schönen\nund nicht schönen Frauen zart entgegen-\nkommt. Wenn ihn jemand bei diesen\nmenschlichen Dingen trifft, sagt er, er führe\nein Doppelleben. Am Tage ist er offenbar\nUnmensch oder Uebermensch. Aber ich\nkenne nur einen Richter.\nWarum mufe der Mensch durchaus erwachsen\nsein. Warum will man nicht erstens bleiben,\nwas man ist. Und warum muß man\nzweitens so tun, als ob man nicht Kind\ngewesen ist. Also Mensch. Nämlich ein\nLebewesen mit Instinkten und Intuitionen und\nSpielkraft. Wenn mit Hilfe der Erwachsenen\ndas alles vernichtet ist, kommt man sich\nwichtig vor. Vernichtung imponiert immer.\nDurch Löwen und durch Ochsen. Stärke.\nWo die hintrampeln wächst kein Gras mehr.\nDabei müssen die Ochsen das Gras fressen,\ndamit sie leben können. Also wozu das\nTrampeln. Auch die Erwachsenen müssen\nKinder gewesen sein. Auch sie fallen nicht\nvom Himmel. Aber aus den Wolken kann\nman fallen, wenn man diese Erwachsenen\nsieht. Und die wollen richten. Ausrichten.\nRecht haben. Gerecht sein Wissen, dafc\nsie gut und die andern böse sind.\nAus Richten entstehen Richtungen. Aus\nRichtungen Einrichtungen. Und wenn die\nMenschen nicht in die Einrichtung passen,\nsoll man die Einrichtung und nicht die\nMenschen verwerfen.\nMenschen sind Kinder, Kinder sind Menschen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c005", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "174", "page_fin": "174", "image_debut": 10, "image_fin": 10, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.5", "titre_corps": "Kinotheater Titania-Palast", "titre_sommaire": "Kinotheater Titania-Palast", "signature_source": "Steglitz", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 10, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.10", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 37, "texte": "Kinotheater Titania-Palast / Steglitz"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c006", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "175", "page_fin": "175", "image_debut": 11, "image_fin": 11, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.6", "titre_corps": "DIE MENCHEN FALLEN DIE PROFITE STEIGEN!", "titre_sommaire": "DIE MENCHEN FALLEN DIE PROFITE STEIGEN!", "signature_source": "Franz Seiwert", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 11, "page_imprimee": "175", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.11", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 24, "texte": "Franz Seiwert: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c007", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "176", "page_fin": "179", "image_debut": 12, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.7", "titre_corps": "Wohnungsvermittlung", "titre_sommaire": "Wohnungsvermittlung", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 12, "page_imprimee": "176", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.12", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3317, "texte": "Wohnungsvermittlung\nHerwarth Walden\n\nDer junge Mann, der Generalrepräsentant\ndes Wildwestostverlags, erscheint pünktlich\nzehn Minuten nach Anruf. Ganz Würde,\ngelbe Hornbrille und dicke Wildleder-\nAktentasche. Sogenanntes Chefportefeuille.\nEr verspricht alles, hat alles, kann alles.\nSein Verlag verfügt über eine eigene Zeit-\nschrift. Ihr Inhalt ist lyrisch. Er besteht in\nTräumereien über Wohnungen, wie sie jeder\ngern haben möchte. Zum Teil sind es sogar\nWachträume. Die Wohnungen sind zum\nTeil vorhanden gewesen. Nur haben sie\nNichtabonnenten genommen, bevor der\nVerlag ihnen dichterisches Druckerdasein\ngab. Eine Zeitschrift zu lesen, mufc man\nverstehen. Bei Wohnungszeitungen mufe man\nzwischen den Zeilen lesen können. Man\narbeitet dort mit rein künstlerischen Mitteln.\nIndirekte Charakteristik. Weglassung des\nNebensächlichen. Gelegentlich sogar auch\ndes Hauptsächlichen. Und als klassische Note\nzitatenfrohe Ausdrucksformen.\n„Sehen Sie, lieber Herr, unser Verlag wird\noft mißverstanden. Wir sind keine einfachen\nWohnungsagenten. Wir weisen nicht einfach\nnach. Wo sollten wir denn da hinkommen.\nFür dreifeig Mark monatlich kann der\nAbonnent etwas verlangen. Nicht etwa nur\nWohnungen. Wir sorgen gleichsam väterlich\nfür unsere Bezieher. Stellen Sie sich Ihre\nLage ohne unsere Mitwirkung vor. Sie\nrennen von Haus zu Haus und suchen\nVermietungszettel. Nichts. Sie verlieren Zeit,\nKraft und Gesundheit und bleiben obdach-\nlos. Da tritt unser Verlag in Ihre Rechte\nein. Sie stellen uns Ihre schöne Wohnung\nan. Wir wünschen nicht einmal zu wissen,\nwas Ihnen nicht mehr behagt. Wir nehmen\nsie einfach zur Kenntnis. Wir halten mit\nunseren Kenntnissen nicht egoistisch zurück.\nWir verbreiten sie. Wir preisen vor unseren\nLesern Ihre schöne Wohnung. Nicht der\nverschwiegenste Teil Ihres Heims wird von\nuns verschwiegen. Es gibt keinen Hänge-\nboden, der nicht dazu dient, vor den sehn-\nsüchtigen Augen unserer Leser und unserer\nschönen Leserinnen den Glanz Ihrer Wohnung\nzu erhöhen. Da Sie unser Abonnent ge-\nworden sind, veröffentlichen wir das alles\nkostenlos. Der kleine Spesenbeitrag von\nzwanzig Mark ist zwischen gebildeten Männern\nnicht der Rede wert. Und wenn Sie unsere\nLeser und unsere schönen Leserinnen wie ein\nbedeutender Virtuose durch einige Wieder-\nholungen entzücken wollen, so gewähren Sie\nuns freundlichst nur Wiederholungsspesen\nvon zehn Mark, was wirklich ein Geschenk\nist. Unser Verlag liebt keine Streitigkeiten,\nIch wiederhole daher. Sie werden Abonnent\nunserer Zeitschrift für dreißig Mark monat-\nlich. Wir berichten von Ihren Räumen gegen\neinen Spesenbeitrag von zwanzig Mark. Wir\nwiederholen unseren Bericht zehnmal, je für\nzehn Mark und Sie zahlen uns nicht wie bei\nder wucherischen Konkurrenz zehn Prozent\ndes Mietsvertrags, Sie zahlen bei uns nur\nfünf Prozent der ersten Jahresmiete. Hierfür\nerhalten Sie unberechnet und ohne Spesen-\nbeitrag alle Antworten, die auf Ihre Fragen\nerfolgen könnten. Wir übernehmen sogar\ndie Portospesen. Sie werden erstaunt sein,\nvon wem Sie durch unseren Verlag alles\nAntworten bekommen werden. Geheimräte,\nGeneräle, berühmte Kunstmaler, erstklassige\nKaufleute, kurz, alle Stände und Klassen, die\nSie sich ausdenken können, und zwar rück-\nsichtslos ohne jeden Unterschied der Kon-\nfession; alle werden Ihnen antworten. Alle\nwollen Ihre Wohnung haben. Und was Sie"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "178", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.14", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3444, "texte": "suchen, das finden Sie in jeder Nummer\nunserer Zeitschrift. Um Irrfümer zu ver-\nmeiden, möchte ich Ihnen einige Winke\ngeben. Denn ich fühle mich durchaus als\nVertrauensmann. Halten Sie mich nicht für\nindiskret, wenn ich bei Ihrer Aufklärung\ndiskretes nicht vermeiden kann. Sie können\nvon der Toilette, genauer gesagt von der\nZahl der Toiletten, auf die Qualität der an-\ngebotenen Wohnung schließen. Sehen Sie,\nlieber Herr, in dieser Wohnungsdichtung sind\ndrei Toiletten angebracht. Da weiß der\nFachmann gleich, was er vor sich hat. Man\nsieht die Diele. Hinter den vier anschließen-\nden Sälen Nummer zwei zu Beginn des\ngroßen Korridors. Man sieht im rechten\nWinkel hierzu den zweiten großen Korridor\nmit Nummer drei. Sehen Sie, das nenne\nich eine Wohnung. Die können Sie haben.\nEtwas für Sie. Sie bemerken ferner, daß\nhier das Wörtchen tauschlos steht. Man\nwünscht also nicht einmal Ihre Wohnung.\nEs wird in solchen Fällen natürlich ein Ab-\nstand gefordert, daß man sich nicht in Ihre\nWohnung drängen will. Der Abstand ist\nbeinahe ein Geschenk. Sie zahlen einmal\nund nie wieder. Kein Schrecken ohne Ende.\nBei jeder Mietszahlung werden Sie sich\nfreuen, daß Sie keinen Abstand zu zahlen\nbrauchen. Sie spucken die Sache auf einmal\naus und der schlechte Geschmack ist weg.\nOder hier finden Sie das Wörtchen abstands-\nlos. Sollte es nicht Ihr Geschmack sein, sich\nvon einem nennenswerten Betrag zu trennen,\nso greifen Sie hier zu. Sie zahlen monat-\nlich ein paar hundert Mark mehr, aber Ihr\nKapital ist nicht an der Wurzel angenagt.\nBei jeder Mietszahlung werden Sie sich\nfreuen, daß Sie für lumpige vierhundert Mark\nmehr Ihrer werten Familie das Kapital er-\nhalten haben. Ich fühle mich als Vertrauens-\nmann. Der Herr Sohn will studieren, das\nFräulein Tochter seine Mitgift. Das alles\nkönnen Sie durch unsere sinnvolle\nErfindung der abstandslosen Wohnung\nleisten. Hier finden Sie die Wörtchen\n„weißer Schein\". Darauf lassen Sie sich\nnicht ein. Darüber lesen Sie fort. Haben\nSie es nötig, sich mit Behörden auseinander-\nzusetzen ? Wollen Sie Ihre geheimsten Wünsche\neinem Beamten offenbaren? Glauben Sie,\nmein lieber Herr, daß ein Beamter Sie ver-\nsteht? Sie verstehen kann? Sie verstehen\nwill? Meine Hochachtung vor der Republik,\naber so schnell können die Beamten sich\nnicht ändern, auch wenn ich ihnen gern\nden guten Willen zuerkennen möchte. Gute\nRepublik will Weile haben. Das heißt\n„weißer Schein\". Sie ahnen gar nicht, was\nalles gefordert wird. Eine Vernehmung vor\ndem Untersuchungsrichter ist eine Revue\ndagegen. Und was wollen Sie mit fünf\nZimmern anfangen. Und mit einer Toilette.\nSie können sich nicht einmal drehen! Und\nbei diesen Wohnungen mit weißem Schein\nheißt alles Zimmer. Der Korridor wird sogar\ndazu ernannt. Bedenken Sie ferner die\nKreditschädigung. Wenn Ihre Kundschaft\ndavon erfährt, daß Sie nur hundert Mark\nMiete zahlen, können Sie ebensogut gleich\nKonkurs anmelden. Durch den „weißen\nSchein\" sind Sie für Ihr Leben gekennzeichnet.\nFür seine Besorgung berechnen wir nur\nhundert Mark. Aber trotzdem ich gegen\ndie Interessen unseres Verlags rede, lassen\nSie die Hände davon. Und nun mit Gott,\nmein lieber Herr. Hier haben Sie zunächst\nmal vierhundert Adressen. Trotzdem wir\nalles für Sie tun, müssen Sie sich selbst die\nWohnung ansehen. Aber dann greifen wir\nsofort ein. Mit dieser einen Nummer unserer\nZeitschrift sind Sie gut versorgt. Sie nehmen\nsich am besten ein Auto und fahren alles\nab. Ich rate Ihnen einen Chauffeur zu"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "179", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 980, "texte": "nehmen, der in Berlin Bescheid weife. Die\nStraften sind nicht sehr bekannt, aber dafür\nruhig. Es ist außerdem gesund, wenn man\nfünf bis zehn Minuten gehen mufe, ehe man\ndie nächste Straßenbahn trifft. Morgens\nwird man frischer. Mittags steigert es den\nAppetit. Und abends kann man einen de-\nzenten Dämmerschoppen einschieben, ohne\ndafe die Frau Gemahlin gleich unmutig wird.\nNun wäre noch der gedruckte Revers zu\nunterschreiben. Sie brauchen ihn nicht zu\nlesen. Er ist deshalb gedruckt, weil er immer\nderselbe ist. Und vielleicht gleich diese kleine\nQuittung über hundert Mark zahlen, wenn\nes Ihnen pa&t. Sons-t kann ich nachmittags\nunseren Pagen schicken, der Ihnen dann die\nneue Nummer unserer Zeitschrift übergeben\nwird. Vielleicht wollen Sie sie jetzt noch gar-\nnicht lesen. Unsere heutige Konferenz ist\nbeendet und selbstverständlich Ehrensache.\nMeine Kenntnisse stelle ich selbstlos zur Ver-\nfügung. Sie können trotzdem ungeniert an-\nrufen, wennSie mich brauchen.\nGlückauf!\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c008", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "177", "page_fin": "177", "image_debut": 13, "image_fin": 13, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.7.1", "titre_corps": "Franz Seiwert: Zeichnung", "titre_sommaire": "Franz Seiwert: Zeichnung", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 13, "page_imprimee": "177", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.13", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 24, "texte": "Franz Seiwert: Zeichnung"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c009", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "179", "page_fin": "179", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.7.2", "titre_corps": "Bühne Titania-Palast", "titre_sommaire": "Bühne Titania-Palast", "signature_source": "Steglitz", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "179", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.15", "debut_caractere": 982, "fin_caractere_exclue": 1013, "texte": "Bühne Titania-Palast / Steglitz"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c010", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "180", "page_fin": "184", "image_debut": 16, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.8", "titre_corps": "Aus der Zeit für die Zeiten", "titre_sommaire": "Aus der Zeit für die Zeiten", "signature_source": "Herwarth Walden", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 16, "page_imprimee": "180", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.16", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3110, "texte": "Aus der Zeit für die Zeiten\nHerwarth Walden\n\nDrei Wünsche\nIm Filmtheater des kleinen Mannes und\nder kleinen Frau. Ein Großkapilalist gibt\neinem Uebergroßkapitalisten Aktien, die\nkleine Sparer bei ihm hinterlegt haben. Er\nmuß sich flüssig machen, um nebst Familie\nweiter filmgemäß auftreten zu können.\nHausjoppe mit Chindiillabesatz. Der Ueber-\ngroßkapitalist will ihm das Darlehen nicht\nweiter prolongieren und die Deckung der\nkleinen Sparer wäre verloren, wenn nicht\ndie Liebe zu einer blöden, reinen Jungfrau\nim weißen, weiten Kleid ihn veranlassen\nwürde, Gnade für Unrecht ergehen zu lassen.\nDieses Mädchen wünscht nur einen engels-\nguten Mann standesamtlich zu lieben. Die\nZeitungen schreiben Artikel über die Großtat\ndes „Freundes der Kleinkapitalisten\". Die\nJungfrau kann vor so viel Edelmut sich und\nihn nicht lassen und wirft das weiße Kleid\nan den Smoking. Mit den bekannten\nFolgen. Das alles soll außerdem nach einer\nberühmten Novelle verfaßt sein, die vermut-\nlich von einem Träger des Schillerpreises\nstammt. Die Zähne des Hauptdarstellers\nfallen mir schon das zweite Mal auf, sodaß\nich mir beim dritten Mal den Namen des\nZahnkünstlers merken werde.\nAlraune\nIm Filmtheater des reichen Mannes und der\nreichen Frau. Also dämonisch. Der Ver-\nfasser soll einen „Namen\" haben. Ein\nWissenschaftler erzeugt faute de mieux auf\nphysioanalytischem Wege ein Kind weib-\nlichen Geschlechts durch Verkuppelung eines\ngehenkten Mörders mit einer Dirne. Also\ndie schlechteste Gesellschaft, die eine gute\nGesellschaft sich gern bieten läßt. Hieraus\nergibt sich Psychologie. Das Mädchen treibt\nes beim reiferen Alter gar schlimm. Sie\nwendet Parfüm an, setzt einer katholischen\nErzieherin einen evangelischen Maikäfer auf\ndie Amtstracht, trinkt Sekt und trägt ohne\nScham die feinsten Kleider und den teuersten\nSchmuck, den ihr der Wissenschaftler schenkt\nund der sich aus psychoanalytischen Gründen\nihr gegenüber als sogenannter leiblicher\nVater ausgibt. Das Mädchen kommt aber\nhinter die Schliche des Vaters, der alles in\neinem Tagebuch aufgeschrieben hat, um die\nKatastrophe für den Autor herbeizuführen.\nDas Mädchen beschließt, sich für seine nicht\nübliche Erzeugung zu rächen. Wie alte\nHerren nun einmal sind, verliebt sich der\nWissenschaftler in die Kleidung und in den\nSchmuck, den er seinem Erzeugnis auf-\ngehängt hat. Das Mädchen, eingedenk\nihrer unbürgerlichen Herkunft, weist die\nLiebesanträge des alten Herren zwar nicht\nempört, aber dämonisch kalt zurück. Der\nalte Herr erschießt sich wegen der Verhin-\nderung, das Mädchen heiratet einen reichen\nLord aus prima Familie. So wird die\nSchamlosigkeit der Geburt wieder gut-\ngemacht. Die Herren und Damen des\nKurfürstendamms werden leicht erstaunt\nsein, was ein deutscher Autor für unsittlich\nhält. So etwas haben schon Herrschaften\nvon ganz anderer Geburt getrieben. Dämonie\nstellt man auf dem Film auch durch Zähne\ndar. Durch Zähneblecken.\nDer Dämon\nIm Moskauer hebräischen Künstlertheater\n„Habima\".\nDas Drama D y b u k soll ein National-\nheiligtum sein. Zwei Eltern haben ihre\nKinder einander zur Ehe versprochen. Die\nKinder wollen später nicht. Die Jungfrau"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "184", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3246, "texte": "liebt einen anderen, der Jüngling stirbt an\nMetaphysik. Aber nicht damit genug, er\nläßt sich als Dämon, als Dybuk, in der\nSeele der Jungfrau nieder und kommt des-\nhalb in die psychoanalytische Behandlung\neines Rabbi. Der bannt den Dämon. Als\ner einmal einen Augenblick fortgehen muß,\ngeschieht dasselbe, wie bei den Psycho-\nanalytikern. Der Dämon kehrt wieder\nzurück und die Jungfrau stirbt gleichfalls an\nMetaphysik. Das ist alles. Nun hat aber\ndas Drama nichts mit dem Theater zu tun-\nUnd die Vorstellung der „Habima\" ist\nTheater von höchster Vollendung. Und zwar\nin dem, was Theater ist: in der optischen\nund akustischen Gestaltung. Ein Organismus\naus Bewegungen, Tonfällen, Tönen und\nFarbformen. Also eine künstlerische, un-\ngegenständliche Wirkung. Die wenigsten\neuropäischen Zuschauer werden hebräisch\nverstehen. Das Drama muß also trotz Kitsch\nohne Wirkung sein. Aber alle sind tief\nergriffen, berührt und gerührt. Nicht durch\nden Dämon. Wohl aber durch die dämonische\nWirkung einer absoluten Kunstleistung. Und\ndieses selbe europäische Publikum nebst Kritik\n„fordert\" von Kunst in einer ihm verständ-\nlichen Sprache Handlung, Gedanken, Psycho-\nlogie. Und alle diese schönen Dinge müssen\nohne Wirkung bleiben und sind es, weil sie\nnichts mit Kunst zu tun haben. Kunst\nkann nur mit Kunstmitteln geschaffen\nwerden.\nSprechchor\nKunst kann nur mit Kunstmitteln geschaffen\nwerden. Das ist die Tendenz der Kunst.\nEine Kunst der Tendenz gibt es nicht. Denn\nTendenz ist Deutung nicht Gestaltung. Ge-\nwiß, man kann künstlerische Mittel tenden-\nziös verwerten. Diese Wertung entsteht aber\ndurch historische oder intellektuelle Assozia-\ntionen, nicht durch die künstlerischen Mittel.\nAuch Maschinen sind nicht proletarisch.\nDas sind irrtümliche Symbole bürger-\nlicher Gehirne. Politik ist Gesinnung und\nHandlung, aber nicht Theater. Schlimm ge-\nnug, daß unsere Politik Theater ist. Kunst\nals gestaltete Ordnung der Sinne kann nur\nGleichnis der zu gestaltenden Ordnung der\nMenschen sein. Der Sprechchor ist hierzu\nals Material ein besonders gutes Instrument.\nDer Hochmut des bürgerliehen Begriffs der\nIndividualität, die sich besonders übertrieben\nim Schauspieler ausdrückt, kommt hier völlig\nvor den Fall. Im Chor müssen alle gleich\nsprechen. Das künstlerische Sprechen ent-\nsteht aber nicht durch Heuschnupfen, Fistel-\nstimme oder Nasallaute, sondern durch Fest-\nlegung und Feststellung des Tonfalls. Oder\nhat schon jemand geglaubt, daß die Töne\nin der Musik durch Individualität erzeugt\nwerden? Die Tonfälle der Sprechkunst\nmüssen also dynamisch, melodisch und\nrhythmisch gestaltet werden. Das Volumen\ndes Sprechtons muß so fest stehen wie das\nVolumen des Tons. Die Komposition der\nSprechtöne ist das Kunstwerk, der Komponist\nder Regisseur. Alles, was gesehen wird, muß\nauch künstlerisch optisch gestaltet werden.\nSonst braucht man nicht zu sehen. Daher\nmuß jeder sichtbar auftretende Sprechchor\nauch Bewegungschor sein, also bewegungs-\nmäßig gestaltet werden. Die Volksbühne zu\nBerlin hat einen Sprech- und Bewegungschor.\nKarl Vogt komponiert die Tonfälle, Vera\nSkoronel und Bertha Trümpy kompo-\nnieren die Bewegungen. Alle drei mit be-\nwußter und sinnfälliger künstlerischer Logik.\nSchon jetzt sind Arbeit und Leistung des\nChors mehr als Hoffnung."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c011", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "181", "page_fin": "181", "image_debut": 17, "image_fin": 17, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.9", "titre_corps": "„Arbeitslose\"", "titre_sommaire": "„Arbeitslose\"", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 17, "page_imprimee": "181", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.17", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 102, "texte": "Sprech- und Bewegungschor der Volksbühne / Berlin\nLeitung: Trümpy—Skoronel\nund Karl Vogt\n„Arbeitslose\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c012", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "182", "page_fin": "182", "image_debut": 18, "image_fin": 18, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.10", "titre_corps": "„Aufruhr . . .!\"", "titre_sommaire": "„Aufruhr . . .!\"", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 18, "page_imprimee": "182", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.18", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 105, "texte": "Sprech- und Bewegungschor der Volksbühne / Berlin\nLeitung: Trümpy-Skoronel\nund Karl Vogt\n„Aufruhr . . .!\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c013", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "183", "page_fin": "183", "image_debut": 19, "image_fin": 19, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.11", "titre_corps": "Nietzsche: „Das Mitternachtslied\"", "titre_sommaire": "Nietzsche: „Das Mitternachtslied\"", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 19, "page_imprimee": "183", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.19", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 122, "texte": "Sprech- und Bewegungschor der Volksbühne / Berlin\nLeitung: Trümpy-Skoronel\nund Karl Vogt\nNietzsche: „Das Mitternachtslied\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c014", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c014", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.12", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 546, "texte": "Mit seinen Grausamkeiten,\nseinem Heldentum des russi-\nschen Arbeiter- und Bauernheeres fuhrt die NOVELLE\nDER EINUNDVIERZIGSTE\nVON BORIS LAWRENJEW\nMit Illustrationen aus dem\ngleichnamigen Film. 96 S.\nauf best em Alfa-Papier\nroschiert\n1.80 Mkf\nr*anzL3.-M\nA!\nI NEUEN | ERE lit\nDAS TAGEBUCH\nDES SCHUIERS\nKOSTJA RJABZEW\nAufzeichnungen eines Funfzehnjahrigen. 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JAHR 1927\nN I\n»Heute die einzige deutsche\nZeitschrift, die neuer Musik\nmit Sinn und Ernst zu-\ngewandt ist«\nA. Einstein\nim »Neuen Musiklexikon «\nAbonnieren Sie!\nVJahrlich (3 Hefte) Mark 2.—\nProbehefte kostenlos\nSCHRIFTLEITUNG: HANS MERSMANN\nVERLAG: B. SCHOTT'S SOHNE\nGeschaftsstelle: Mainz, Weihergarten 5\nPostscheckkonto: Berlin 19425"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c018", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c018", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.16", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.2", "debut_caractere": 1288, "fin_caractere_exclue": 1389, "texte": "Sturm-Laden\nBuch / Kunst / Keramik\nletzt\nSchliiter Strasse 54\nEcke Niebuhrstrafee / 8.-Charloltenburg"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c019", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[167]", "page_fin": "[167]", "image_debut": 3, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.17", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "[167]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.3", "debut_caractere": 294, "fin_caractere_exclue": 859, "texte": "HANNOViRSCHE\nST- UND AUKTIONS-SSLE\nHANS KATZER\nHANNOVER, GEORGSTR. 35\nFernruf: Nord 9624\nTelegramm-Adr.: Kurtsihaus Hannover\nPermanent© Aussteilungen und Versteigerungen\nalter und neuer Kunst. Qemalde, Antiquitaten,\nKeramik, Stilmobiliar. Uebernahme einzelner Werke\nund ganzer Sannmlungen der bildenden Kunst\nund des Kunstgewerbes fur Versteigerungen.\nKostenlose Schatzungen\nFachwissenschaftliche Beratung bei VerauBerung\nvon Kunstwerken. — Angebote und Anfragen\nstets erwunscht. Erste Referenzen.\n400 qm Aussteli&mgsr&ume. Left.:\nKunsthistor. 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Buch 2 M„,k Verlag Der gturm I Berlin w 9\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nGlaube / Komitragodie\n* 4■ ' * :V' • ...\\ •• .\n'. •* • ■ ' •'\\ ~r\n• ■ J'- •; v v\n' <; <\nMenschen / Tragodie"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c028", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "186", "page_fin": "186", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.22", "debut_caractere": 275, "fin_caractere_exclue": 757, "texte": "+ BauhausbUcher\n— neu erschienen in zweit.verSnderter Auflage:\nWaiter Groplus\nInternationale ArcMtektnr\nmit 96 Abbildungen\n4.-6. Tausend\nGeheftet 5 Mk., Leinen geb. 7 Mk.\nL. Moholy-Nagy\nMalerel, Fotografle, Film\nmit 100 Abbildungen\n3. — 5. Tausend\nGeheftet 7 Mk., Leinen geb. 9 Mk.\nNeuer Band der BauhausbUcher!\nHasimir If alewitscli\nDie gegenstanflslose Weit\nDie BegrUndung und ErklSrung des\nruss. Suprematismus mit 92 Abb.\nGeheftet 6 Mk., Leinen geb. 8 Mk.\nalTTSnsenverlab\nMONCHEN"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c029", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c029", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "186", "page_fin": "186", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.22", "debut_caractere": 759, "fin_caractere_exclue": 997, "texte": "Kstnocord - Elektro - Fertiaufnalimen\nDie Musikschallpiatte\nin\nhdchster Voliendung\nUdbeirall\nerbiltiiicli\n1\ni\nMtft\nVerlangenSieausdruckiich: ~Homocord\"\nBezugsquellen weist nach:\nHomophon Company m.b.H.\nBerlin SW 68, Aiexandrinenstraße 108"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c030", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c030", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "186", "page_fin": "186", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.28", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.22", "debut_caractere": 999, "fin_caractere_exclue": 2067, "texte": "Intern ationaler Almanack der\nmodernen Aktivitat der Gegenwart\nEnthalt alle Gebiete des modernen Schaffens in\nder Wortkunst, der Musik, dem Theater, den\nbildenden Kiinsten,dem Film, der Architektur,\nder industriellen Produktion, der Wissenschaft\nund der Kultur iiberhaupt\nEs fcaben beigetragen: Antheil, Arp, Baumei6ter, Behne, Becher, die\npolnische Gruppc der Revue ~Blok'*, Corbu6ier, Cernlk, Doesburg,\nIv. Goll, Gropiue, Grosz, Heartfield, Herzfelde, Honzl, Chochol, Jung,\nKassak, Kiesler, Kiech, Krejcar, Lu Marten, W. Mebring, Micie*\nMoboly-Nagy, Nezval, Obrtel, Oud, Picabia, G- Pohl, Polianeky, Pone,\nMies van der Rohe, Seifert, Sehiirer, Schwitters, Sima, Teige, Tzara,\nVaclavek , Weisskopf, Weetheim, Wiesner, Walden und viele andere.\n240 bis 272 Seiten. Format 23X31 cm, davon 40 Seiten\nlilustrationen, Musikbeilagen / Redaktion der Front\nDr. B. Vaclavek / Briinn 15-Scbimitz / Vasekgasse 11\nTscbechoslowakei / Text der Beitrage tschechiscb,\ndeutsch und franzosisch mit deutschen und fran-\nzosiechen Resumees\nPreis 16 Mk. / In der Sturm-Buchhandlung vorratig"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c031", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c031", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "186", "page_fin": "186", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.29", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.22", "debut_caractere": 2069, "fin_caractere_exclue": 2187, "texte": "U-J\nmaj\na\n&\no\nZ\n<\nO\nm\nct\nQ\nu\n>\n<3?\nO\nto\n3c\nU\n>\nUJ\n3Z\nU\nt/?\nh—\n<5\nto\nm\na™\n<t\nm\nCO\nm\nM\nto\n3\n»•\nzd\n«&P\n<\na\n3©\nz\no\nSt\nZ3\na"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c032", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c032", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "187", "page_fin": "187", "image_debut": 23, "image_fin": 23, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.30", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 23, "page_imprimee": "187", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.23", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 576, "texte": "Organo-Kosmetlkum\naus Panzertieren\nzum Einreiben\nKeine Iniektion!\n•/ I i\n>\n\\\n•/\n.•*- js • I\n/\nNach dem 25/30.Lebensjahre bilden sich auf der Haut Verhornungen und\nin den Verhornungen markieren sich durch die Muskelbewegungen beim\nSprechen, Lachen und dergl. Linien, Falten und Runzeln\nAmor Skin verhindert dies!\nAmor Skin unterstiitzt die stets notwendige Regeneration der Haut; die\nabgelebten Gebilde der Haut stossen sich ab. Die Haut wird und bleibt\ndurch die Pflege mit Amor Skin glatt und rosig wie in der Jugend\nJugendfrisches Aussehen!\nOpoterapia G.m.b.H. / Bmiin-CrumM"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c033", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c033", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "188", "page_fin": "188", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.31", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.24", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 88, "texte": "wvvvv\niViv/iV/iVi\nn\nr.\nS<WC\nSFt\n&°JI\niW>\n-YVrf\nSOW\nPIANO'S\nI BERLIN - W9-FRIEDRICH EBERT"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c034", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c034", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "188", "page_fin": "188", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.32", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.24", "debut_caractere": 90, "fin_caractere_exclue": 126, "texte": "m\nVerlanqt nichl\nKurxweg\nk = einen :"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c035", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c035", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "188", "page_fin": "188", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.33", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.24", "debut_caractere": 128, "fin_caractere_exclue": 611, "texte": "W. Marzillier & Co., Berlin W\nGrunewaldstraße 14-15\nHofspediteur S. M. des Konigs von Spanien\nGegriindet 1854 Gegriindet 1854\nSpedition u. Mobeltransporte, Verpackung u. Lagerung\nvon Gemalden u. Kunstgegenstanden jed. Art, Lieferung\nund Empfang nach und vori alien Kunstausstellungen\ndes In- u. Auslandes. Transportversicherungen aller Art\nSpediteuredesWirtschaftlichenVerbandesßildender\nKiinstler / der Secession / des Verbandes Deutscher\nIllustratoren und Hausspediteur des „Sturmu"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-03-01-c036", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-03_01#c036", "volume": "bmtnabg_1928-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "188", "page_fin": "188", "image_debut": 24, "image_fin": 24, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.2.34", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 24, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.24", "debut_caractere": 613, "fin_caractere_exclue": 1231, "texte": "La Renaissance de L'Art Frangais\net des Industries de Luxe\nGegrundet von Henry Lapauze / Ersdieint zu Beginnjedes\nMonats als Band von 60 bis 100 Seiten Quartformat\n(25:32) mii zahlreichen Abbildungen\nDie Redaktion veroffentlidit Beitrage der anerkannten\nSdiriftsteller und Kritiker aller Lander Europas. Ihre\ndokumentarischen Studien und akiuellen Chroniken bieten\nein vollstandiges Bild der Aktivitat der Kunsie auf der\nganzen Erde\n» Abo tine merit Frankreich J5O francs H |\nAusland 200 francs t|||\nMan abonniert in alien Buchhandlungen und direkt beitn Verlag\nLa Renaissance deU Art Frangais /10-11 Rueßoyale / Paris"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.1", "texte": "■KssLa 838 Kflll W B B mWi\nM?gkm WKB THfflß ■HR» ; «j-- • &i s*nc*s «jg» jJK riWnft w »®3äA\nJKCTftrf. TgHf ~f?Mr jflSäL jrfgjp JXSSBJL .<«*' BjPl^gs,\nMONATSSCHRIFT\nHERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nDie führende Zeitschrift der neuen Kunst\n18. Jahrgang / 12. Heft\nBerlin / März 1928"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.2", "texte": "Mit seinen Grausamkeiten,\nseinem Heldentum des russi-\nschen Arbeiter- und Bauernheeres fuhrt die NOVELLE\nDER EINUNDVIERZIGSTE\nVON BORIS LAWRENJEW\nMit Illustrationen aus dem\ngleichnamigen Film. 96 S.\nauf best em Alfa-Papier\nroschiert\n1.80 Mkf\nr*anzL3.-M\nA!\nI NEUEN | ERE lit\nDAS TAGEBUCH\nDES SCHUIERS\nKOSTJA RJABZEW\nAufzeichnungen eines Funfzehnjahrigen. Von N.OGNJE W\n272 Seit., auf Alfa-Papier, brosch. Mk. 3.50, Ballonl. Mk. 5. -\nKin Buchuber die junge Generation des neuen Rufiland\nVERLAG DER JUG EN DINTER NATION ALE\nBERLIN O 17 - LANGESTR 56\n\nBuch- und Kunstrevue\nder Wirtschaflskorrespondenz fiir Polen\nKaftowitz\nHerausgeber: Franz Goldstein\nDer Brennspiegel des Zeitgeistes\nJazzrhythmus\nBezugspreis RMk. 1,50 vierieljahrlich\n\nVERLAG DER STURM / BERLIN W 9\nHerwarth Walden:\nEinblick in Kunst\nDie beste Einfiihrung in den\nExpressionismus und Kubismus\n70 Abbildungen, 4 farbige Kunstbeilagen\nstatt RM. 6|50\nRM. 2,50\n\nMELOS\nZEITSCHRIFT FOR MUSIK\n6. JAHR 1927\nN I\n»Heute die einzige deutsche\nZeitschrift, die neuer Musik\nmit Sinn und Ernst zu-\ngewandt ist«\nA. Einstein\nim »Neuen Musiklexikon «\nAbonnieren Sie!\nVJahrlich (3 Hefte) Mark 2.—\nProbehefte kostenlos\nSCHRIFTLEITUNG: HANS MERSMANN\nVERLAG: B. SCHOTT'S SOHNE\nGeschaftsstelle: Mainz, Weihergarten 5\nPostscheckkonto: Berlin 19425\n\nSturm-Laden\nBuch / Kunst / Keramik\nletzt\nSchliiter Strasse 54\nEcke Niebuhrstrafee / 8.-Charloltenburg"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "[167]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.3", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT / HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\n\nDi® lebende Kunst Herwarth Waiden\nMordverdächtig Herwarth Waiden\nWohnungsvermittlung Herwarth Waiden\nAus der Zeit für die Zeiten Herwarth Waiden\nAbbildungen: Arbeit / Aufruhr / Das Mitternachtslied und zwei Zeichnungen von Franz Seiwert\n\nHANNOViRSCHE\nST- UND AUKTIONS-SSLE\nHANS KATZER\nHANNOVER, GEORGSTR. 35\nFernruf: Nord 9624\nTelegramm-Adr.: Kurtsihaus Hannover\nPermanent© Aussteilungen und Versteigerungen\nalter und neuer Kunst. Qemalde, Antiquitaten,\nKeramik, Stilmobiliar. Uebernahme einzelner Werke\nund ganzer Sannmlungen der bildenden Kunst\nund des Kunstgewerbes fur Versteigerungen.\nKostenlose Schatzungen\nFachwissenschaftliche Beratung bei VerauBerung\nvon Kunstwerken. — Angebote und Anfragen\nstets erwunscht. Erste Referenzen.\n400 qm Aussteli&mgsr&ume. Left.:\nKunsthistor. Dr. Helmuts Rinnebach\n\nFAH]V\nDas beliebte Tanz - Kabarett\nKuche und Keller von anerkannier\n= Oiite and Reichhaltigkeit =\nNachm. 4 Uhr: Abends 8 Uhr:\nKabarett und Tanz\nInternationale Attraktionen\n4-Uhr-Tanz-Tee\nZum Tanz: FAUN-Orchester // Merkur 9593—96"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "[168]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.4", "texte": "Kunsfausstelhmg\nDer Sturm\nBerlin W 9 / Potsdamer Strasse 134 a I\nMarz 1928\n168. Ausstellung\nArturo Ciacelii\nGesamtsctiau\nGeoffnet von 10—6\nSonntags von 11—2\nBilder - V erieih\nAbende\nim\nSturm\nTanz / / Gymnastik\nKorperkultur/ Kunst\nAnfang BV2 Uhr\nVerkauf von Kunstwerken auf Ratenzahlung\n\nSociete des Nations\nInstitut de Cooperation\nIntellectuelle\nMOUSEION\nBULLETIN de I'OFFICE INTERNATIONAL des MIISEES\nParaft en avril, aofit, decembre\nAbonnement un an: FRANCE 30 Francs.\nEtranger 45 Frcs ou 1 & 75\nAutres Pays 1.50 Dollar\nLe num6ro France 10 F. autres pays 50 cts.\nRedaktion: 2 rue Montpensier Paris\nAdministration: LES PRESSES UNIVER-\nSAIRES DE FRANCE\n49 Boulevard Saint-Michel Paris (s°)\n\nModiien Sic\nsdidner, bcSiagliclicr\nwohnen ?\nLassen Sie sich von\nAlexander Koch's ,Innen-Dekoration\" beraten!\nUnsere „INNEN - DEKORATION\", Reidb-\nillusirierie Monatshefte ffir kunsilerfsche\nHeimgesialiung bring! in jedem Monals-\nheft eine Fiille von Anregungen und Vor-\nbildern, sowie textliche RafsehlSge.\nBestellen sie das Januar-Hefl 1928 mit 65\nAbbildungen fQr RM. 3.— / Zeitgemfi&e\nWohnrfiume aus DEUTSCHLAND / OESTER-\nREICH / ENGLAND und AMERIKA\nViertelj&hrllcher Bezugspreis RM. 6.—\nSie werden erfreui und Oberrasdit sein\nReichillusirieier Prospekt graiis\nVertagsanslatt\nALEXANDER KOCH G.m.b.H., DarmstadtW2B\n\nJtihrksop-Kamera-Bildnisse\"\nBerlin W 50, KurfUrstendamm 235\na.d.Ged&chtnis Kirche / Bismarck 6031\nPhotographische Sitzungen\nvon 9— 5 Uhr\nin meiner Werkstatt\nRaproduktionen,\nVergrtisserungen und Rahmungen\nempfehle ganz besonders"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "169", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.5", "texte": "Die lebende Kunst\nHerwarth Walden\nDie Kunstkritiker sind wieder seelenvergnügt.\nSie bilden sich ein, da sie schon nicht bilden\nkönnen, wieder mit der Seele sehen zu\ndürfen, wie einst im Mai. Mit hornbebrillter\nSeele. Wie es das kurzsichtige Auge der Zeit\nfordert. Man macht sich seit einigen Jahren\ndas tragische Vergnügen, den Expressionismus\nfür tot zu erklären. Das tun besonders die\nHerren, die sich um ihn von seiner\nGeburt bis zu seinem zeitungshaften Tod\nnie gekümmert haben oder sich um ein\nso minderwertiges Lebewesen nicht haben\nkümmern wollen. Kümmerlicher ist aber\ndieser Lobgesang auf den Tod. Man hat\nsich allerseits einen logisch lächerlichen\nBegriff „ Neue Sachlichkeit\" zurechtabge-\nschrieben. Die Künstler, die gegen die\nKritik auch in der öffentlichen Anerkennung\ndurchgesetzt sind, werden einfach auf das\nKonto der neuen Sachlichkeit gebucht und\nder Begriff des Expressionismus wird schlicht\nauf die Maler angewandt, die sich selbst bei\nder Kunstkritik nicht mehr recht halten\nkönnen. Wie sollen diese Verlegenheits-\nkritiker etwas über Bildanschauung schreiben\nkönnen, wenn sie sich keine Bilder an-\nschauen und nur darüber literarisch faseln.\nOder sogar politisch. Und da zufällig einige\nKunsthändler Impressionisten auf Lager\nhaben und sie abstoßen wollen, bekommt\ndiese kaufmännische Angelegenheit durch\ndie Hornbrillen einen höheren, wenn auch\nkeinen optischen Sinn. „Sie ist weder Mode\nnoch Mache, diese Auferstehung der Im-\npressionisten, sie ist die Erfüllung einer\nechten, wirklichen Sehnsucht des wieder-\nerstarkten Bürgertums.\" Auf deutsch: einige\nBürger haben wieder Geld übrig, um sich\nteure Bilder von französischen Impressionisten\nzu kaufen. Deutsche Impressionisten nebst\nProfessor Liebermann haben schwankenden\nKurs mit fallender Tendenz und Expressio-\nnisten sind auf der Börse nicht zugelassen.\nGewiß, das Bürgertum ersehnt eine Auf-\nerstehung. Was aber haben Bilder mit\nkapitalistischen Wünschen in einer anti-\nkapitalistischen Epoche zu tun.\nDabei ist die Sache mit der Kunst höchst\neinfach. Mit der Kunst, die man zur Unter-\nscheidung von der Illustration Expressio-\nnismus genannt hat. Es kann nur immer\nwiederholt werden: Kunst ist die sinnliche\nGestaltung optischer oder akustischer Phäno-\nmene. Bilder müssen gesehen und nicht\ngedacht oder gefühlt werden. Mit Geist,\nmit dem Gedächtnis der Sinne, kann man\nnichts schaffen, gestalten. Mit dem Gedächtnis\nkann man nur wiederholen, nicht holen.\nDasselbe gilt von der Seele, dem Gedächtnis\nder Empfindungen. Ohne Sehen und Hören\ngibt es keine Kunst. Selbstverständlich gibt\nes auch eine Kunst des Tastens, Riechens\nund Schmeckens. Darüber werden die\nDenker noch mehr den Kopf schütteln,\nohne daß etwas aus ihrem Gedächtnis fällt.\nAuf den Gebieten haben sie überhaupt keine\nErfahrung. Fühlen ist bei ihnen Literatur,\nRiechen eine überflüssige Begleiterscheinung\nder Frauen und Schmecken deutsche Küche.\nBeim Sehen und Hören können sie sich\netwas denken. Ihre Gedanken sind ihnen\nwichtiger als die Tat der Sinne. Diese\nMißachtung der Sinne hatte ihren logischen\nErfolg. Erzeugt wurde die unsinnliche und\nunsinnige Kultur. Der Kampf der Geister\nwird durch Kriegsmaschinen, Aberglaubens-\nzwang und soziale Unterdrückung geführt.\nMan beruft sich auf das Recht des Geistes,\nalso des Gedächtnisses seiner zufälligen Er-\nfahrungen, statt der Macht der Sinne gerecht"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "170", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.6", "texte": "zu werden. Diese großen Geister erklären\nalles, aber schaffen nichts. Sie verhindern\ndie Menschheit am Zusammenschluß durch\ndie Nationen, sie verhindern das physische\nDasein durch metaphysische Konfessionen,\nsie verhindern das Dasein überhaupt durch\ndie Einteilung der Menschheit nach dem\nEigentumsbegriff. Jeder Zwang wird sittliche\nFreiheit genannt. Der Zwang zum Zu-\nsammenschluß nur mit Gleichsprachigen,\nmit Gleichleichtgläubigen oder gar der Zwang\nzur Anerkennung des Rechtes auf Eigentum.\nDas ist besonders unsittlich. Wenn Menschen\ngegen Besitzende aufstehen, sie in der Ruhe\ndes Sitzens stören, wird dieser Autstand\nauch von den Geistigen bekämpft. Denen\nist es peinlich, zwar nicht von ihrem Sitzä\naber aus ihrem Schlaf aufgerüttelt zu werden.\nMan kann aber nicht immer stehen, nament-\nlich wenn man gezwungen ist, den Besitz\nder Anderen zu sehen. Dieses Sehen macht\neben besessen. Dieses Sehen ist die Tätig-\nkeit der lebenden Sinne, die ein sinnliches\nDasein zu führen wünschen und die das\nRecht, auch das sittliche, auf das Dasein\nhaben. Da sie da sind. Sehen ist Leben.\nKinder wollen alles nur besehen, nicht be-\ndenken. Auch die Menschen, soweit sie\nnicht Berufsdenker sind, wollen alles sehen.\nLänder, Menschen, Theater, Kunst. Oder ist\njemand, selbst ein Denker, schon auf den\nGedanken gekommen, ans Meer oder in das\nGebirge oder in die Städte zu reisen,\num Meer, Gebirge oder Städte zu denken?\nOder geht jemand ins Theater, um Schau-\nspiele zu denken? Nur die unglücklichen\nBilder muß man sich ansehen, um dabei\netwas zu denken! Dabei steht die Kunst im\nhöchsten Ansehen. Sie hat aber noch nicht\nim höchsten Andenken gestanden. Das\nAndenken ist stets nur der Ersatz des ver-\nlorenen oder versäumten Ansehens. Denken\nein Ersatz des Sehens. Leben ist Sehen,\nKunst seine sinnliche Gestaltung.\nDie Erkenntnis der sinnlichen Anschauung\nder Erde nennen wir Expressionismus. Die\nsinnfällige und sinnenvolle Gestaltung ex-\npressionistische Kunst. Wir würden es vor-\nziehen, sie einfach Kunst zu nennen, wenn\nman nicht das Kunst nennen würde, was\nkeine Kunst ist.\nKunstwerke sind typisch. Individualität ist\nein Privatvergnügen, das dem Individuum\nselbst am meisten Spa6 macht. Alle übrigen\nLebewesen der Natur, organische und un-\norganische, geben sich typisch. Nur die\nMenschen denken sich eine Individualität\naus. Doch plötzlich machen ihnen die\nSinne klar, da/3 sie alle gleich sind. Wenn\nnämlich die Sinne ihr sinnliches Recht ver-\nlangen. Vor Hunger und Liebe, vor Leben\nund Tod bricht die Individualität, diese\nZufallserscheinung von Erfahrungen zu-\nsammen. Plötzlich sind alle Menschen gleich.\nKunst als gestaltetes Gleichnis sinnlichen\nLebens kann also nur typisch sein.\nDavon lassen sich die Kunstkritiker nichts\nträumen. Sie sind vollauf mit dem Denken\nbeschäftigt. Dafür haben sie eine Virtuosität\nin der Anwendung der Sinne. Sie sehen\nmit dem Geschmack und hören mit dem\nGefühl. Und stellen so die Sinnesverwirrung\nder Künstler fest. Die Künstler, die mit\nSeele und Zunge Kunstwerke machen, sollten\nlieber Kunstkritiker werden. Kunstwerke\nwerden nämlich nicht von Gott, sondern\nvon der Hand geschaffen, mit offenen Augen\nund offenen Ohren. Künstler sein heißt\nsinnliche Erlebnisse zu einem Organismus\nzusammenstellen zu können. Der Orga-\nnismus ist die Wirkung. Die seelische\nWirkung, wie in der Natur, eine subjektive\nDeutung."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "171", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.7", "texte": "Das ist der Expressionismus. Viele kennen\nihn vom Hörensagen, ohne zu hören. Alle\nhaben eine Ansicht über ihn, ohne zu sehen.\nEtwas Einsicht für die Menschen und viel\nVorsicht für die Kunstkritiker ist nötig. Man\nkann sich mit Kunst nicht befassen. Dieses\nTasten ist für Augen und Ohren unan-\ngebracht. Und durch Nachsicht hat man\nnur das Nachsehen. Mit dem einfachen\nSehen ist es viel einfacher.\nSo eintach ist die Kunst. Aber so ein Fach\nist die Kunst nicht, daß man sie in einem\nTeil des Gehirnschrankes unterbringt und\nsich darauf beschränkt. Und wenn sich auch\nin der Einfachheit, in der Beschränkung, erst\nder Meister zeigt, ist man kein Richter des\nMeisters, wenn man beschränkt ist.\nLeben der Sinne. Sinn des Lebens.\n\nMord verdächtig\nHerwarth Walden\nZweitens gibt es Erwachsene. Sie entstehen\ndurch Examen, Anstellung oder Heirat. Sie\ndürfen alles, soweit es die Gesetze gestatten.\nWein, Weib und Gesang kneipen. Sich\nausleben. Rauchen. Wählen und zahlen.\nDurch die Ernennung zu Erwachsenen haben\nsie plötzlich alles vergessen, was sie erstens\ngewesen sind. Kinder. Ihnen zu befehlen\nund zu verbieten ist ein Hauptrecbt von\nErwachsenen. Vor allem verbieten, was Ihnen\nerlaubt ist. Endlich erlaubt ist. Diese Freude\nsteigert sich durch das Verbot für die, die es\nnoch nicht zum Examen, zur Anstellung oder\nzur Heirat gebracht haben. Also Kinder sind.\nDurch diese Regeln der Verwaltung und der\nWirtschaft werden Menschen zu Einrichtungs-\nsubjekten.\nRichten heifet nicht strafen. Sonst würde\nStrafen eben richten heißen. Wörter sind\nklüger als die Menschen, die sie miß-\nbrauchen.\nDem Richter wird verziehen, daß er welt-\nfremd ist. Er beschäftigt sich nicht mit\nsolchen Dingen, die Menschen treiben. Er\nrichtet nur über das Treiben der Menschen.\nMenschen dürfen nicht getrieben werden.\nMenschen werden aber getrieben, weil sie\nTriebe haben. Wenn sie keine Triebe haben,\nsind sie eben keine Menschen. Aber nur\nbei Blüten werden Triebe bewundert. Sogar\ngepflegt. Bei Menschen werden sie aus-\ngerottet. Blütentriebe werden gestützt.\nMenschentriebe bestraft. Nicht gerichtet.\nAber gerichtet.\nSexualität ist eine Eigenschaft, die sich erst\nbei Erwachsenen zu zeigen hat. Primaner\nsind vor dem Examen, also Kinder, nicht\nnur ohne Recht, auch ohne Möglichkeit zur\nSexualität. Beides wird erst durch den\nBesuch der Universität erworben. Diese Auf-\nfassung haben Richter und Rechtsanwälte.\nWenigstens in ihrer amtlichen Tätigkeit.\nAuch sechzehnjährige Mädchen haben nichts\nvon der Sexualität zu wissen oder sie zu\nempfinden, wenn sie nicht zufällig schon\nheiraten oder berufstätig sind. Auffassung\nder Erwachsenen.\nIm Mordprozeß Krantz trägt die sechzehn-\njährige Zeugin einen seidenen Jumper. Nicht\nnur einen Jumper. Einen richtigen seidenen\nJumper. Die Richter bekreuzigen sich. Im\nMittelalter erschienen die Hexen nackt, wo-\ndurch man sie gleich als Hexen erkennen\nkonnte. Man weife das durch Kunstbilder."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.8", "texte": "Schöne Personen, aber leider Hexen. Heute\ntragen diese Weibsbilder Seide. Daran haben\nwieder die jüdischen Warenhäurer schuld,\ndie durch ihre Inventurausverkäufe zu lächer-\nlichen Preisen die gute Seide unter das Volk\nund unter die Hexen bringen, die sie nicht\nzu tragen haben. Seide ist ein Reservat für\nden Feststaat von Frauen bejahrter Amts-\npersonen. Wenn Mädchen das für sechs\nMark an Wochentagen tragen, sind sie\nmindestens unglaubwürdig.\nRichter und Rechtsanwälte scheinen meistens\nsich auf ihr Geschlecht zurückzuziehen. So\ninteressant sind doch die Vorgänge von sexu-\nellen Handlungen für dritte nicht. Im Mord-\nprozeß Krantz muß die Zeugin sozusagen spe-\nzialisieren. Vielleicht auch nur, weil sie nach\nobiger Analyse ein Kind ist. Das will man\ndurch technische Fragen feststellen. Viel-\nleicht ist die ganze Sexualität nur Schwindel.\nUnverheiratete können von solchen Dingen\nnichts wissen. Der Hausarzt der Zeugin\nbehauptet, daß das Kind sexuell verkehrt\nhat. Der Gerichtsarzt fährt dem Kollegen\nüber den gelehrten Mund. Der praktische\nArzt könne so etwas nicht feststellen, er hätte\nnicht die nötigen technischen Apparate. Wie\nsoll man nun ohne Gerichtsärzte wissen, ob\njemand Hexe ist oder nicht. Im Mittelalter\nwar es einfacher. Man verbrannte die Person\neinfach. Ohne alle Apparate. Jetzt macht\nman Kreuzverhör. In diesem Fall, um fest-\nzustellen, ob ein Kind, nämlich ein Primaner,\nzur Anstiftung eines Mordes fähig sei, nament-\nlich wenn er mit einem Kind von sechszehn\nJahren regelrecht sexuell verkehrt hat. Was\nzu beweisen ist.\nDie Zeugin mit dem seidenen Jumper steht\nbei dem Rechtsanwalt auch unter dem Ver-\ndacht der Anstiftung zum Mord. Sie soll\nsogar vor ein paar Tagen in einer Tanzdiele\ngesehen worden sein. Der Geschäftsführer\ndieses sittlichen Institutes will sie nur wegen\nunsittlichen Benehmens aus seinem Lokal\ngewiesen haben. Beweiseaus Hexenprozessen.\nDa hat auch jemand etwas gesehn. Zwar\nstellt sich heraus, dafe der Geschäftsführer\nsich geirrt hat. Irren ist manchmal unmensch-\nlich. Und wenn er sich nicht in der Person\ngeirrt halte, wäre der Person doch ein Ver-\nbrechen zuzutrauen. Seidenjumper und\nTanzdiele. Ohne erwachsen zu sein. Dann\nwäre es mondän gewesen. Zum mindestens\nfür Amtspersonen. Die sollten eigentlich ge-\ngen Warenhäuser und Tanzdielen wegen\nAnstiftung zur Anstiftung vorgehen. Gegen\ndie intellektuellen Urheber.\nDer Primaner hat nach der Mordnacht von\ndem Hausarzt eine Zigarette erbeten. Ich\nübertreibe nicht, eine Zigarette. Der Haus-\narzt teilt es dem Gericht ausdrücklich mit.\nEin Primaner, ein Kind, das nach einem\nMord in se ner Wohnung eine Zigarette er-\nbittet. Reservat der Erwachsenen. Sollte man\neinem solchen Menschen nicht noch ganz\nandere Dinge zutrauen.\nAußerdem dichtet der Angeklagte. Er hat\nein Gedicht an das Weltall geschrieben. Was\nman so Gedicht nennt. Das Weltall ist\nimmerhin verdächtig. Gedichte von Kindern\nsind an die Eltern zu richten. Auch den\nlieben Gott kann man noch hingehen lassen.\nWirkliche Dichter, wie etwa Ludwig Fulda,\nschreiben selbst im reiferen Alter noch\nGedichte an die Tante. Kunstrichter haben\nes auch schwer. Namentlich, wenn es sich\ndarum handelt festzustellen, ob der Inhalt\neines Gedichtes die Darstellung von juri-\nstischen Tatsachen ist. Sonst wäre das Ge-\ndicht ja eine Unwahrheit. Und jemand, der\ndie Unwahrheit sagt, sogar bewußt in ge-\nbundener Form, sollte der nicht auch ganz\nanderer Handlungen fähig sein."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "173", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.9", "texte": "Ich kenne einen Richter, der nachts trinkt\nund komponiert und dichtet und den schönen\nund nicht schönen Frauen zart entgegen-\nkommt. Wenn ihn jemand bei diesen\nmenschlichen Dingen trifft, sagt er, er führe\nein Doppelleben. Am Tage ist er offenbar\nUnmensch oder Uebermensch. Aber ich\nkenne nur einen Richter.\nWarum mufe der Mensch durchaus erwachsen\nsein. Warum will man nicht erstens bleiben,\nwas man ist. Und warum muß man\nzweitens so tun, als ob man nicht Kind\ngewesen ist. Also Mensch. Nämlich ein\nLebewesen mit Instinkten und Intuitionen und\nSpielkraft. Wenn mit Hilfe der Erwachsenen\ndas alles vernichtet ist, kommt man sich\nwichtig vor. Vernichtung imponiert immer.\nDurch Löwen und durch Ochsen. Stärke.\nWo die hintrampeln wächst kein Gras mehr.\nDabei müssen die Ochsen das Gras fressen,\ndamit sie leben können. Also wozu das\nTrampeln. Auch die Erwachsenen müssen\nKinder gewesen sein. Auch sie fallen nicht\nvom Himmel. Aber aus den Wolken kann\nman fallen, wenn man diese Erwachsenen\nsieht. Und die wollen richten. Ausrichten.\nRecht haben. Gerecht sein Wissen, dafc\nsie gut und die andern böse sind.\nAus Richten entstehen Richtungen. Aus\nRichtungen Einrichtungen. Und wenn die\nMenschen nicht in die Einrichtung passen,\nsoll man die Einrichtung und nicht die\nMenschen verwerfen.\nMenschen sind Kinder, Kinder sind Menschen."}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.10", "texte": "Kinotheater Titania-Palast / Steglitz"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "175", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.11", "texte": "Franz Seiwert: Zeichnung"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "176", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.12", "texte": "Wohnungsvermittlung\nHerwarth Walden\n\nDer junge Mann, der Generalrepräsentant\ndes Wildwestostverlags, erscheint pünktlich\nzehn Minuten nach Anruf. Ganz Würde,\ngelbe Hornbrille und dicke Wildleder-\nAktentasche. Sogenanntes Chefportefeuille.\nEr verspricht alles, hat alles, kann alles.\nSein Verlag verfügt über eine eigene Zeit-\nschrift. Ihr Inhalt ist lyrisch. Er besteht in\nTräumereien über Wohnungen, wie sie jeder\ngern haben möchte. Zum Teil sind es sogar\nWachträume. Die Wohnungen sind zum\nTeil vorhanden gewesen. Nur haben sie\nNichtabonnenten genommen, bevor der\nVerlag ihnen dichterisches Druckerdasein\ngab. Eine Zeitschrift zu lesen, mufc man\nverstehen. Bei Wohnungszeitungen mufe man\nzwischen den Zeilen lesen können. Man\narbeitet dort mit rein künstlerischen Mitteln.\nIndirekte Charakteristik. Weglassung des\nNebensächlichen. Gelegentlich sogar auch\ndes Hauptsächlichen. Und als klassische Note\nzitatenfrohe Ausdrucksformen.\n„Sehen Sie, lieber Herr, unser Verlag wird\noft mißverstanden. Wir sind keine einfachen\nWohnungsagenten. Wir weisen nicht einfach\nnach. Wo sollten wir denn da hinkommen.\nFür dreifeig Mark monatlich kann der\nAbonnent etwas verlangen. Nicht etwa nur\nWohnungen. Wir sorgen gleichsam väterlich\nfür unsere Bezieher. Stellen Sie sich Ihre\nLage ohne unsere Mitwirkung vor. Sie\nrennen von Haus zu Haus und suchen\nVermietungszettel. Nichts. Sie verlieren Zeit,\nKraft und Gesundheit und bleiben obdach-\nlos. Da tritt unser Verlag in Ihre Rechte\nein. Sie stellen uns Ihre schöne Wohnung\nan. Wir wünschen nicht einmal zu wissen,\nwas Ihnen nicht mehr behagt. Wir nehmen\nsie einfach zur Kenntnis. Wir halten mit\nunseren Kenntnissen nicht egoistisch zurück.\nWir verbreiten sie. Wir preisen vor unseren\nLesern Ihre schöne Wohnung. Nicht der\nverschwiegenste Teil Ihres Heims wird von\nuns verschwiegen. Es gibt keinen Hänge-\nboden, der nicht dazu dient, vor den sehn-\nsüchtigen Augen unserer Leser und unserer\nschönen Leserinnen den Glanz Ihrer Wohnung\nzu erhöhen. Da Sie unser Abonnent ge-\nworden sind, veröffentlichen wir das alles\nkostenlos. Der kleine Spesenbeitrag von\nzwanzig Mark ist zwischen gebildeten Männern\nnicht der Rede wert. Und wenn Sie unsere\nLeser und unsere schönen Leserinnen wie ein\nbedeutender Virtuose durch einige Wieder-\nholungen entzücken wollen, so gewähren Sie\nuns freundlichst nur Wiederholungsspesen\nvon zehn Mark, was wirklich ein Geschenk\nist. Unser Verlag liebt keine Streitigkeiten,\nIch wiederhole daher. Sie werden Abonnent\nunserer Zeitschrift für dreißig Mark monat-\nlich. Wir berichten von Ihren Räumen gegen\neinen Spesenbeitrag von zwanzig Mark. Wir\nwiederholen unseren Bericht zehnmal, je für\nzehn Mark und Sie zahlen uns nicht wie bei\nder wucherischen Konkurrenz zehn Prozent\ndes Mietsvertrags, Sie zahlen bei uns nur\nfünf Prozent der ersten Jahresmiete. Hierfür\nerhalten Sie unberechnet und ohne Spesen-\nbeitrag alle Antworten, die auf Ihre Fragen\nerfolgen könnten. Wir übernehmen sogar\ndie Portospesen. Sie werden erstaunt sein,\nvon wem Sie durch unseren Verlag alles\nAntworten bekommen werden. Geheimräte,\nGeneräle, berühmte Kunstmaler, erstklassige\nKaufleute, kurz, alle Stände und Klassen, die\nSie sich ausdenken können, und zwar rück-\nsichtslos ohne jeden Unterschied der Kon-\nfession; alle werden Ihnen antworten. Alle\nwollen Ihre Wohnung haben. Und was Sie"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "177", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.13", "texte": "Franz Seiwert: Zeichnung"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "178", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.14", "texte": "suchen, das finden Sie in jeder Nummer\nunserer Zeitschrift. Um Irrfümer zu ver-\nmeiden, möchte ich Ihnen einige Winke\ngeben. Denn ich fühle mich durchaus als\nVertrauensmann. Halten Sie mich nicht für\nindiskret, wenn ich bei Ihrer Aufklärung\ndiskretes nicht vermeiden kann. Sie können\nvon der Toilette, genauer gesagt von der\nZahl der Toiletten, auf die Qualität der an-\ngebotenen Wohnung schließen. Sehen Sie,\nlieber Herr, in dieser Wohnungsdichtung sind\ndrei Toiletten angebracht. Da weiß der\nFachmann gleich, was er vor sich hat. Man\nsieht die Diele. Hinter den vier anschließen-\nden Sälen Nummer zwei zu Beginn des\ngroßen Korridors. Man sieht im rechten\nWinkel hierzu den zweiten großen Korridor\nmit Nummer drei. Sehen Sie, das nenne\nich eine Wohnung. Die können Sie haben.\nEtwas für Sie. Sie bemerken ferner, daß\nhier das Wörtchen tauschlos steht. Man\nwünscht also nicht einmal Ihre Wohnung.\nEs wird in solchen Fällen natürlich ein Ab-\nstand gefordert, daß man sich nicht in Ihre\nWohnung drängen will. Der Abstand ist\nbeinahe ein Geschenk. Sie zahlen einmal\nund nie wieder. Kein Schrecken ohne Ende.\nBei jeder Mietszahlung werden Sie sich\nfreuen, daß Sie keinen Abstand zu zahlen\nbrauchen. Sie spucken die Sache auf einmal\naus und der schlechte Geschmack ist weg.\nOder hier finden Sie das Wörtchen abstands-\nlos. Sollte es nicht Ihr Geschmack sein, sich\nvon einem nennenswerten Betrag zu trennen,\nso greifen Sie hier zu. Sie zahlen monat-\nlich ein paar hundert Mark mehr, aber Ihr\nKapital ist nicht an der Wurzel angenagt.\nBei jeder Mietszahlung werden Sie sich\nfreuen, daß Sie für lumpige vierhundert Mark\nmehr Ihrer werten Familie das Kapital er-\nhalten haben. Ich fühle mich als Vertrauens-\nmann. Der Herr Sohn will studieren, das\nFräulein Tochter seine Mitgift. Das alles\nkönnen Sie durch unsere sinnvolle\nErfindung der abstandslosen Wohnung\nleisten. Hier finden Sie die Wörtchen\n„weißer Schein\". Darauf lassen Sie sich\nnicht ein. Darüber lesen Sie fort. Haben\nSie es nötig, sich mit Behörden auseinander-\nzusetzen ? Wollen Sie Ihre geheimsten Wünsche\neinem Beamten offenbaren? Glauben Sie,\nmein lieber Herr, daß ein Beamter Sie ver-\nsteht? Sie verstehen kann? Sie verstehen\nwill? Meine Hochachtung vor der Republik,\naber so schnell können die Beamten sich\nnicht ändern, auch wenn ich ihnen gern\nden guten Willen zuerkennen möchte. Gute\nRepublik will Weile haben. Das heißt\n„weißer Schein\". Sie ahnen gar nicht, was\nalles gefordert wird. Eine Vernehmung vor\ndem Untersuchungsrichter ist eine Revue\ndagegen. Und was wollen Sie mit fünf\nZimmern anfangen. Und mit einer Toilette.\nSie können sich nicht einmal drehen! Und\nbei diesen Wohnungen mit weißem Schein\nheißt alles Zimmer. Der Korridor wird sogar\ndazu ernannt. Bedenken Sie ferner die\nKreditschädigung. Wenn Ihre Kundschaft\ndavon erfährt, daß Sie nur hundert Mark\nMiete zahlen, können Sie ebensogut gleich\nKonkurs anmelden. Durch den „weißen\nSchein\" sind Sie für Ihr Leben gekennzeichnet.\nFür seine Besorgung berechnen wir nur\nhundert Mark. Aber trotzdem ich gegen\ndie Interessen unseres Verlags rede, lassen\nSie die Hände davon. Und nun mit Gott,\nmein lieber Herr. Hier haben Sie zunächst\nmal vierhundert Adressen. Trotzdem wir\nalles für Sie tun, müssen Sie sich selbst die\nWohnung ansehen. Aber dann greifen wir\nsofort ein. Mit dieser einen Nummer unserer\nZeitschrift sind Sie gut versorgt. Sie nehmen\nsich am besten ein Auto und fahren alles\nab. Ich rate Ihnen einen Chauffeur zu"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "179", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.15", "texte": "nehmen, der in Berlin Bescheid weife. Die\nStraften sind nicht sehr bekannt, aber dafür\nruhig. Es ist außerdem gesund, wenn man\nfünf bis zehn Minuten gehen mufe, ehe man\ndie nächste Straßenbahn trifft. Morgens\nwird man frischer. Mittags steigert es den\nAppetit. Und abends kann man einen de-\nzenten Dämmerschoppen einschieben, ohne\ndafe die Frau Gemahlin gleich unmutig wird.\nNun wäre noch der gedruckte Revers zu\nunterschreiben. Sie brauchen ihn nicht zu\nlesen. Er ist deshalb gedruckt, weil er immer\nderselbe ist. Und vielleicht gleich diese kleine\nQuittung über hundert Mark zahlen, wenn\nes Ihnen pa&t. Sons-t kann ich nachmittags\nunseren Pagen schicken, der Ihnen dann die\nneue Nummer unserer Zeitschrift übergeben\nwird. Vielleicht wollen Sie sie jetzt noch gar-\nnicht lesen. Unsere heutige Konferenz ist\nbeendet und selbstverständlich Ehrensache.\nMeine Kenntnisse stelle ich selbstlos zur Ver-\nfügung. Sie können trotzdem ungeniert an-\nrufen, wennSie mich brauchen.\nGlückauf!\"\n\nBühne Titania-Palast / Steglitz"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "180", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.16", "texte": "Aus der Zeit für die Zeiten\nHerwarth Walden\n\nDrei Wünsche\nIm Filmtheater des kleinen Mannes und\nder kleinen Frau. Ein Großkapilalist gibt\neinem Uebergroßkapitalisten Aktien, die\nkleine Sparer bei ihm hinterlegt haben. Er\nmuß sich flüssig machen, um nebst Familie\nweiter filmgemäß auftreten zu können.\nHausjoppe mit Chindiillabesatz. Der Ueber-\ngroßkapitalist will ihm das Darlehen nicht\nweiter prolongieren und die Deckung der\nkleinen Sparer wäre verloren, wenn nicht\ndie Liebe zu einer blöden, reinen Jungfrau\nim weißen, weiten Kleid ihn veranlassen\nwürde, Gnade für Unrecht ergehen zu lassen.\nDieses Mädchen wünscht nur einen engels-\nguten Mann standesamtlich zu lieben. Die\nZeitungen schreiben Artikel über die Großtat\ndes „Freundes der Kleinkapitalisten\". Die\nJungfrau kann vor so viel Edelmut sich und\nihn nicht lassen und wirft das weiße Kleid\nan den Smoking. Mit den bekannten\nFolgen. Das alles soll außerdem nach einer\nberühmten Novelle verfaßt sein, die vermut-\nlich von einem Träger des Schillerpreises\nstammt. Die Zähne des Hauptdarstellers\nfallen mir schon das zweite Mal auf, sodaß\nich mir beim dritten Mal den Namen des\nZahnkünstlers merken werde.\nAlraune\nIm Filmtheater des reichen Mannes und der\nreichen Frau. Also dämonisch. Der Ver-\nfasser soll einen „Namen\" haben. Ein\nWissenschaftler erzeugt faute de mieux auf\nphysioanalytischem Wege ein Kind weib-\nlichen Geschlechts durch Verkuppelung eines\ngehenkten Mörders mit einer Dirne. Also\ndie schlechteste Gesellschaft, die eine gute\nGesellschaft sich gern bieten läßt. Hieraus\nergibt sich Psychologie. Das Mädchen treibt\nes beim reiferen Alter gar schlimm. Sie\nwendet Parfüm an, setzt einer katholischen\nErzieherin einen evangelischen Maikäfer auf\ndie Amtstracht, trinkt Sekt und trägt ohne\nScham die feinsten Kleider und den teuersten\nSchmuck, den ihr der Wissenschaftler schenkt\nund der sich aus psychoanalytischen Gründen\nihr gegenüber als sogenannter leiblicher\nVater ausgibt. Das Mädchen kommt aber\nhinter die Schliche des Vaters, der alles in\neinem Tagebuch aufgeschrieben hat, um die\nKatastrophe für den Autor herbeizuführen.\nDas Mädchen beschließt, sich für seine nicht\nübliche Erzeugung zu rächen. Wie alte\nHerren nun einmal sind, verliebt sich der\nWissenschaftler in die Kleidung und in den\nSchmuck, den er seinem Erzeugnis auf-\ngehängt hat. Das Mädchen, eingedenk\nihrer unbürgerlichen Herkunft, weist die\nLiebesanträge des alten Herren zwar nicht\nempört, aber dämonisch kalt zurück. Der\nalte Herr erschießt sich wegen der Verhin-\nderung, das Mädchen heiratet einen reichen\nLord aus prima Familie. So wird die\nSchamlosigkeit der Geburt wieder gut-\ngemacht. Die Herren und Damen des\nKurfürstendamms werden leicht erstaunt\nsein, was ein deutscher Autor für unsittlich\nhält. So etwas haben schon Herrschaften\nvon ganz anderer Geburt getrieben. Dämonie\nstellt man auf dem Film auch durch Zähne\ndar. Durch Zähneblecken.\nDer Dämon\nIm Moskauer hebräischen Künstlertheater\n„Habima\".\nDas Drama D y b u k soll ein National-\nheiligtum sein. Zwei Eltern haben ihre\nKinder einander zur Ehe versprochen. Die\nKinder wollen später nicht. Die Jungfrau"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "181", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.17", "texte": "Sprech- und Bewegungschor der Volksbühne / Berlin\nLeitung: Trümpy—Skoronel\nund Karl Vogt\n„Arbeitslose\""}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "182", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.18", "texte": "Sprech- und Bewegungschor der Volksbühne / Berlin\nLeitung: Trümpy-Skoronel\nund Karl Vogt\n„Aufruhr . . .!\""}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "183", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.19", "texte": "Sprech- und Bewegungschor der Volksbühne / Berlin\nLeitung: Trümpy-Skoronel\nund Karl Vogt\nNietzsche: „Das Mitternachtslied\""}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "184", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.20", "texte": "liebt einen anderen, der Jüngling stirbt an\nMetaphysik. Aber nicht damit genug, er\nläßt sich als Dämon, als Dybuk, in der\nSeele der Jungfrau nieder und kommt des-\nhalb in die psychoanalytische Behandlung\neines Rabbi. Der bannt den Dämon. Als\ner einmal einen Augenblick fortgehen muß,\ngeschieht dasselbe, wie bei den Psycho-\nanalytikern. Der Dämon kehrt wieder\nzurück und die Jungfrau stirbt gleichfalls an\nMetaphysik. Das ist alles. Nun hat aber\ndas Drama nichts mit dem Theater zu tun-\nUnd die Vorstellung der „Habima\" ist\nTheater von höchster Vollendung. Und zwar\nin dem, was Theater ist: in der optischen\nund akustischen Gestaltung. Ein Organismus\naus Bewegungen, Tonfällen, Tönen und\nFarbformen. Also eine künstlerische, un-\ngegenständliche Wirkung. Die wenigsten\neuropäischen Zuschauer werden hebräisch\nverstehen. Das Drama muß also trotz Kitsch\nohne Wirkung sein. Aber alle sind tief\nergriffen, berührt und gerührt. Nicht durch\nden Dämon. Wohl aber durch die dämonische\nWirkung einer absoluten Kunstleistung. Und\ndieses selbe europäische Publikum nebst Kritik\n„fordert\" von Kunst in einer ihm verständ-\nlichen Sprache Handlung, Gedanken, Psycho-\nlogie. Und alle diese schönen Dinge müssen\nohne Wirkung bleiben und sind es, weil sie\nnichts mit Kunst zu tun haben. Kunst\nkann nur mit Kunstmitteln geschaffen\nwerden.\nSprechchor\nKunst kann nur mit Kunstmitteln geschaffen\nwerden. Das ist die Tendenz der Kunst.\nEine Kunst der Tendenz gibt es nicht. Denn\nTendenz ist Deutung nicht Gestaltung. Ge-\nwiß, man kann künstlerische Mittel tenden-\nziös verwerten. Diese Wertung entsteht aber\ndurch historische oder intellektuelle Assozia-\ntionen, nicht durch die künstlerischen Mittel.\nAuch Maschinen sind nicht proletarisch.\nDas sind irrtümliche Symbole bürger-\nlicher Gehirne. Politik ist Gesinnung und\nHandlung, aber nicht Theater. Schlimm ge-\nnug, daß unsere Politik Theater ist. Kunst\nals gestaltete Ordnung der Sinne kann nur\nGleichnis der zu gestaltenden Ordnung der\nMenschen sein. Der Sprechchor ist hierzu\nals Material ein besonders gutes Instrument.\nDer Hochmut des bürgerliehen Begriffs der\nIndividualität, die sich besonders übertrieben\nim Schauspieler ausdrückt, kommt hier völlig\nvor den Fall. Im Chor müssen alle gleich\nsprechen. Das künstlerische Sprechen ent-\nsteht aber nicht durch Heuschnupfen, Fistel-\nstimme oder Nasallaute, sondern durch Fest-\nlegung und Feststellung des Tonfalls. Oder\nhat schon jemand geglaubt, daß die Töne\nin der Musik durch Individualität erzeugt\nwerden? Die Tonfälle der Sprechkunst\nmüssen also dynamisch, melodisch und\nrhythmisch gestaltet werden. Das Volumen\ndes Sprechtons muß so fest stehen wie das\nVolumen des Tons. Die Komposition der\nSprechtöne ist das Kunstwerk, der Komponist\nder Regisseur. Alles, was gesehen wird, muß\nauch künstlerisch optisch gestaltet werden.\nSonst braucht man nicht zu sehen. Daher\nmuß jeder sichtbar auftretende Sprechchor\nauch Bewegungschor sein, also bewegungs-\nmäßig gestaltet werden. Die Volksbühne zu\nBerlin hat einen Sprech- und Bewegungschor.\nKarl Vogt komponiert die Tonfälle, Vera\nSkoronel und Bertha Trümpy kompo-\nnieren die Bewegungen. Alle drei mit be-\nwußter und sinnfälliger künstlerischer Logik.\nSchon jetzt sind Arbeit und Leistung des\nChors mehr als Hoffnung."}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "185", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.21", "texte": "' • » ►~••\"* **'-~. .W*\n.;_•••* « » •»• ~•\n. . •• • * •«•« .\n•;.V/:%v\nv^v:: • v * • v\" ;^vT^:: '^v\nMUSIK 8A U T DER SEELE\nGOLDNE BRU CKEN\n- •,(•■■, ;v.' .'<.V -I'-V?•• '> • V*' «Y< •\" : ' •'.\nKy\\?\\p™£lV'\\\n\nYerlag Der Sturm / Berlin W 9\nKunstler-Postkarten / Verlag Der Sturm\nNach Gemalden, Zeic-hnungen und Bildwerken folgender kunstler:\nAlexander Archipenko / 4\nRudolf Bauer / 4\nVineenc Beiies\nUmberto Boceioni \"J* / 2\nCampendonc / 2\nMarc Chagall / 7 '\nOthon Coubine\nRobert Delaunay\nTour Donae\nLyoncl Feininger\nAlbert Gleizes / 2\nJaeoba van Heemskerck 112 / 3\nSigrid Hjerten Grimewald\nAlexei von Jawlensky\nBela Kadar\nKandinsky / 3\nPaul Klee\nOskar Kokoschka / 2\nFernand Leger / 2\nAugust Macke 112\nFranz Marc \"f* / 3\nCarl Mense\nJean Metzinger\nJohannes Molzaha\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nGeorg Schrirapf\nKurt Schwitter®\nGino Severini\nFritz Stuckenberg\nArnold Topp\nMaria Uhden 112\nNell Walden\nWilliam Wauer / 5\nMarianne von Werefkin\nNegerplastik\nGewebe aus Alt-Peru\nJede Karte 20 Pfennig / Farbige Karte Chagall: Die Kleinstadt / 30 Pfennig\nDie Ziffern hinter den Namen bedeuten die Zahl der reproduzierten Kunatwerke\n\nDichtungen von HERWARTH WALDEN\nIm Geschweig der Liebe / Gedichte / Gebunden in Ganzleinen 3 Mark\nDie Harte der Weltenliebe / Roman\nDas Buch der Menschenliebe / Roman\nJedes Buch 2 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nSunde / Ein Spiel an der Liebe\nLetzte Liebe / Komitragodie\nJedes Buch 1 Mark\nWeib I Komitragodie / 3 Mark\nKind / Tragodie Trieb / Eine burgerliehe Komitragodie\nJed.. Buch 2 M„,k Verlag Der gturm I Berlin w 9\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nGlaube / Komitragodie\n* 4■ ' * :V' • ...\\ •• .\n'. •* • ■ ' •'\\ ~r\n• ■ J'- •; v v\n' <; <\nMenschen / Tragodie"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.22", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung: Lothar Schreyer, Berlin W 9 / Verlag Der Sturm G.m.b.H.\nBerlin W9, Potsdamer Strasse 134 a / Fernruf JLützow 4443 / Postscheckkonto Berlin 120658\nDruck: Vereinigte Druckereien Andermann & Schindler Berlin W 30, Münchener Strasse 49-50\n\n+ BauhausbUcher\n— neu erschienen in zweit.verSnderter Auflage:\nWaiter Groplus\nInternationale ArcMtektnr\nmit 96 Abbildungen\n4.-6. Tausend\nGeheftet 5 Mk., Leinen geb. 7 Mk.\nL. Moholy-Nagy\nMalerel, Fotografle, Film\nmit 100 Abbildungen\n3. — 5. Tausend\nGeheftet 7 Mk., Leinen geb. 9 Mk.\nNeuer Band der BauhausbUcher!\nHasimir If alewitscli\nDie gegenstanflslose Weit\nDie BegrUndung und ErklSrung des\nruss. Suprematismus mit 92 Abb.\nGeheftet 6 Mk., Leinen geb. 8 Mk.\nalTTSnsenverlab\nMONCHEN\n\nKstnocord - Elektro - Fertiaufnalimen\nDie Musikschallpiatte\nin\nhdchster Voliendung\nUdbeirall\nerbiltiiicli\n1\ni\nMtft\nVerlangenSieausdruckiich: ~Homocord\"\nBezugsquellen weist nach:\nHomophon Company m.b.H.\nBerlin SW 68, Aiexandrinenstraße 108\n\nIntern ationaler Almanack der\nmodernen Aktivitat der Gegenwart\nEnthalt alle Gebiete des modernen Schaffens in\nder Wortkunst, der Musik, dem Theater, den\nbildenden Kiinsten,dem Film, der Architektur,\nder industriellen Produktion, der Wissenschaft\nund der Kultur iiberhaupt\nEs fcaben beigetragen: Antheil, Arp, Baumei6ter, Behne, Becher, die\npolnische Gruppc der Revue ~Blok'*, Corbu6ier, Cernlk, Doesburg,\nIv. Goll, Gropiue, Grosz, Heartfield, Herzfelde, Honzl, Chochol, Jung,\nKassak, Kiesler, Kiech, Krejcar, Lu Marten, W. Mebring, Micie*\nMoboly-Nagy, Nezval, Obrtel, Oud, Picabia, G- Pohl, Polianeky, Pone,\nMies van der Rohe, Seifert, Sehiirer, Schwitters, Sima, Teige, Tzara,\nVaclavek , Weisskopf, Weetheim, Wiesner, Walden und viele andere.\n240 bis 272 Seiten. Format 23X31 cm, davon 40 Seiten\nlilustrationen, Musikbeilagen / Redaktion der Front\nDr. B. Vaclavek / Briinn 15-Scbimitz / Vasekgasse 11\nTscbechoslowakei / Text der Beitrage tschechiscb,\ndeutsch und franzosisch mit deutschen und fran-\nzosiechen Resumees\nPreis 16 Mk. / In der Sturm-Buchhandlung vorratig\n\nU-J\nmaj\na\n&\no\nZ\n<\nO\nm\nct\nQ\nu\n>\n<3?\nO\nto\n3c\nU\n>\nUJ\n3Z\nU\nt/?\nh—\n<5\nto\nm\na™\n<t\nm\nCO\nm\nM\nto\n3\n»•\nzd\n«&P\n<\na\n3©\nz\no\nSt\nZ3\na"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "187", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192803-01.1.23", "texte": "Organo-Kosmetlkum\naus Panzertieren\nzum Einreiben\nKeine Iniektion!\n•/ I i\n>\n\\\n•/\n.•*- js • I\n/\nNach dem 25/30.Lebensjahre bilden sich auf der Haut Verhornungen und\nin den Verhornungen markieren sich durch die Muskelbewegungen beim\nSprechen, Lachen und dergl. Linien, Falten und Runzeln\nAmor Skin verhindert dies!\nAmor Skin unterstiitzt die stets notwendige Regeneration der Haut; die\nabgelebten Gebilde der Haut stossen sich ab. 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Transportversicherungen aller Art\nSpediteuredesWirtschaftlichenVerbandesßildender\nKiinstler / der Secession / des Verbandes Deutscher\nIllustratoren und Hausspediteur des „Sturmu\n\nLa Renaissance de L'Art Frangais\net des Industries de Luxe\nGegrundet von Henry Lapauze / Ersdieint zu Beginnjedes\nMonats als Band von 60 bis 100 Seiten Quartformat\n(25:32) mii zahlreichen Abbildungen\nDie Redaktion veroffentlidit Beitrage der anerkannten\nSdiriftsteller und Kritiker aller Lander Europas. Ihre\ndokumentarischen Studien und akiuellen Chroniken bieten\nein vollstandiges Bild der Aktivitat der Kunsie auf der\nganzen Erde\n» Abo tine merit Frankreich J5O francs H |\nAusland 200 francs t|||\nMan abonniert in alien Buchhandlungen und direkt beitn Verlag\nLa Renaissance deU Art Frangais /10-11 Rueßoyale / Paris"}]}