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Links auf einem Stuhl sitzt\nHerr A. und liest in der Zeitung. Von rechts\nkommt Herr B. und gibt ihm eine Ohrfeige.\nHerr A. springt auf und legt die Zeitung auf den Stuhl.\nA.: Wie können Sie sich erlauben, mir eine\nOhrfeige zu geben?\nB.: Ich habe Ihnen eine Ohrfeige gegeben?\nA.: Jawohl, Sie haben mir eine Ohrfeige ge-\ngeben.\nB.: Wann habe ich Ihnen eine Ohrfeige ge-\ngeben?\nA.: Erst kürzlich. Es können kaum fünf\nMinuten vergangen sein.\nB.: Ich kann mich auf nichts besinnen. Sie\nmüssen geträumt haben.\nA.: Wie kann man so vergeßlich sein. Ich\nsaß auf diesem Stuhl —\nß.: Richtig — jetzt erinnere ich mich wieder.\nA.: Das beruhigt mich. Dann werden Sie\nsich auch erinnern, womit ich gerade be-\nschäftigt war.\nB. (denkt nach): Womit waren Sie doch be-\nschäftigt? Lassen Sie mich nachdenken.\nA.: Strengen Sie nur Ihr Gedächtnis ein wenig\nan. Es muß Ihnen in den Sinn kommen.\nB.: Sie saßen auf dem Stuhl —\nA.: Jawohl. Ich saß auf dem Stuhl und —\nund — nun?\nB.: — und putzten Ihre Brille!\nA. (enttäuscht): Nein. Ich trage gar keine Brille.\nB.: So, so. Sie tragen keine Brille. Das\nwundert mich aber sehr. Was taten Sie\ndenn, wenn Sie Ihre Brille nicht putzten?\nKommen Sie meinem Gedächtnis zu Hilfe.\nA. (tritt etwas vom Stuhl zurück und zeigt mit\ndiskreter Geste auf die Zeitung): Nun?\nDämmert es Ihnen allmählich?\nB.: Ja, so dunkel. Gleich komme ich darauf.\nWenn mich die Erinnerung nicht täuscht,\nso lasen Sie.\nA.: Bravo! Ausgezeichnet geraten. Und nun\nwerden Sie auch sagen können, worin ich\ngelesen habe.\nB.: Worin? Hm. Es könnte — aber ich kann\nmich auch irren — Theodor Däublers\nNordlicht gewesen sein.\nA. (wird leichenblaß): Großmächtiger Vater im\nHimmel — wie kommen Sie darauf?\nB.: Verzeihen Sie, ich habe mich versprochen.\nIch wollte sagen: Arno Holz' Phantasus.\nHab ich's getroffen?\nA. (braust auf, krebsrot): Herr! Sie wissen\nwohl nicht, wen Sie vor sich haben?\nB.: Oder sollte es wirklich und wahrhaftig — ?\nJa, so ist's! Sie lasen in Gerhart Haupt-\nmanns Till Eulenspiegel!\nA.: Jetzt reißt mir die Geduld! Sie treiben\nSpott mit mir. Nicht nur, daß Sie mir\nohne jeden Grund eine Ohrfeige geben —\nB.: Ich habe Ihnen eine Ohrfeige gegeben?\nA.: Jawohl. Fangen Sie nicht wieder von\nvorn an.\nB.: Wann habe ich Ihnen eine Ohrfeige ge-\ngeben?\nA.: Es ist noch keine zwei Stunden her.\nB.: Saßen Sie damals nicht auf dem Stuhl?\nA.: Allerdings, ich saß auf dem Stuhl und\nputzte meine Brille.\nB.: Jetzt flunkern Sie aber. Das hätte ich\ndoch sehen müssen.\nA.: Ich hoffe, daß Sie meine Worte nicht in\nZweifel ziehen.\nB.: Wo haben Sie denn die Brille hingetan?\nA.: Kümmern Sie sich nicht um meine Familien-\nverhältnisse. Wenn ich sage, daß ich meine\nBrille geputzt habe, dann habe ich sie\ngeputzt. Ohne geputzte Brille hätte ich\nnie und nimmer in Theodor Däublers\nNordlicht lesen können.\nB.: Schau, schau! Sie wollen in Herrn Theodor\nDäublers Nordlicht gelesen haben?\nA.: Trauen Sie mir das etwa nicht zu? Sie\nkennen mich nicht."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "298", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3147, "texte": "B.: Wo haben Sie denn die Bände verstaut?\nA.: Meine Sexual-Psyche geht Sie garnichts\nan, verstehen Sie mich? Nicht nur, daß\nich das ganze Nordlicht auf einen einzigen\nNiedersitz heruntergelesen habe, ich war\nsogar imstande, Arno Holz' Phantasus auf\ndem gleichen Sitz unmittelbar darauf von\nA bis Z zu lesen.\nB.: Und Sie haben dazwischen die Brille nicht\nein einziges Mal geputzt?\nA.: Das ist möglich. Ich will mich darüber\nmit Ihnen nicht streiten.\nB.: Nun aber erlaube ich mir eine andere kitzliche\nFrage: Wo steckt der Phantasus zur Zeit?\nA. (wird wütend): Das geht zu weit. Das über-\nschreitet alles Maß. Sie können nicht ver-\nlangen, daß ich mein Herz auf den Sezier-\ntisch lege. Es ist gerade genug an der\nOhrfeige, die Sie mir gegeben haben.\nB.: Ich habe Ihnen eine Ohrfeige gegeben?\nA.: Jawohl, Sie sollen nicht wieder davon an-\nfangen !\nB.: Wann habe ich Ihnen eine Ohrfeige ge-\ngeben?\nA.: Dieser Tage, gestern oder vorgestern.\nB.: Saßen Sie nicht damals —\nA.: Auf meiner Brille, jawohl und putzte das\nNordlicht.\nB.: Ich denke, Sie hatten den Stuhl auf der\nNase?\nA.: Das war später, als ich auf dem Phantasus\nsaß und in der Brille las.\nB.: Das klingt aber sehr unwahrscheinlich.\nA.: Ich habe Sie nicht nach Ihrer Meinung\ngefragt. Ich habe hinterher sogar den\nPhantasus mit dem Eulenspiegel vertauscht.\nB.: Setzten Sie sich darauf oder lasen Sie\ndamit im Stuhl?\nA.: Das kann ich heute nicht mehr mit Be-\nstimmtheit sagen. Jedenfalls war der\nEindruck, den das Werk auf mich machte,\nein gewaltiger.\nB.: Darf ich mir die heikle Frage erlauben,\nwo der Eulenspiegel hingekommen ist?\nA.: Ich verweigere jede Auskunft.\nB.: Dann bezweifle ich, daß Sie jemals auf\nder Brille gesessen haben.\nA. (wütend): Worauf denn? He! Worauf\ndenn?\nB.: Und daß Sie im Stuhl gelesen haben, ist\ngenau so aus der Luft gegriffen, wie daß\nSie den Eulenspiegel geputzt haben.\nA. (rückt ihm aufs Fell): Ich habe den Eulen-\nspiegel nicht geputzt?\nB.: Dann müßten sich doch noch Spuren und\nReste finden. Ich sehe aber nichts.\nA.: Mit dem gleichen Recht könnten Sie\nleugnen, mir eine Ohrfeige gegeben zu\nhaben.\nB.: Ich habe Ihnen eine Ohrfeige gegeben?\nA.: Jetzt fangen Sie schon wieder von dieser\nalten Geschichte an.\nB.: Wann habe ich Ihnen eine Ohrfeige ge-\ngeben?\nA.: Ich sagte Ihnen schon: im kommenden\nFrühjahr mögen es drei oder vier Jahre\nher sein. Ich erinnere mich noch, als wäre\nes heute. Es war ein warmer Apriltag.\nB.: Ach, richtig! Saßen Sie damals nicht —\nA.: Auf Theodor Däubler, jawohl! Ich putzte\ndas Nordlicht mit dem Stuhl.\nB.: Und ich glaubte mich bestimmt zu erinnern,\ndaß Arno Holz damals auf Ihnen saß,\nwährend Ihre Brille den Eulenspiegel putzte.\nA.: Das muß auf einer Verwechslung beruhen.\nVielmehr war ich es, der mit dem Eulen-\nspiegel in der Brille saß und Hauptmann\nputzte.\nB. (skeptisch): Womit putzten Sie ihn denn,\nwenn man indiskret sein darf?\nA.: Mit Holz selbstverständlich, aufgelöst in\nNordlicht und hinterher gut mit trockenem\nHauptmann nachgerieben. Das gibt einen\nexquisiten Glanz.\nB.: Jetzt fange ich langsam an, mich wieder\nan die Einzelheiten mit der Ohrfeige zu\nerinnern.\nA.: Mit welcher Ohrfeige?\nB.: Die ich Ihnen gegeben habe."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "299", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 786, "texte": "A.: Wann haben Sie mir eine Ohrfeige ge-\ngeben?\nB.: Als Sie anfingen, das Nordlicht zu putzen.\nA. (schüttelt den Kopf): Das wäre mir be-\nstimmt aufgefallen.\nB.: Oder als Sie sich auf den Phantasus\nsetzten.\nA.: Auch nicht, auch nicht.\nB.: Oder als Sie durch den Eulenspiegel\nsahen.\nA.: Ich kann mich auf nichts besinnen. Sie\nmüssen das geträumt haben.\nB.: Seien Sie wenigstens so liebenswürdig,\nmir für einen Augenblick Ihre Zeitung zu\nleihen.\nA.: Ich habe sie leider noch nicht zu Ende\ngelesen. Ich wurde mitten in der Lektüre\ndurch ein plötzliches literarisches Ereignis\nallerersten Ranges unterbrochen.\nB.: Dann werde ich mir erlauben, später noch\neinmal vorzusprechen. Vielleicht ist das\nOrgan dann frei. Leben Sie wohl! (Ab.)\nA.: Auf Wiedersehen! (Setzt sich und liest\ndie Zeitung.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c006", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "299", "page_fin": "299", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.6", "titre_corps": "Gedichte", "titre_sommaire": "Gedichte", "signature_source": "Dusan Jerkovic", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "299", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.7", "debut_caractere": 788, "fin_caractere_exclue": 1285, "texte": "Gedichte\nDusan Jerkovic\nZerbröckeil den Himmel\nDer Mensch soll oben hinaus\nBrich auf!\nlieber Krankenhäusern kreisen Schwalben\nTod\nTöne knieen nieder\nWeinen betet\nViola\nVioline\nWelt in Klängen\nDu\nGebenedeite unter den Weibern\nBelgrad\n924\nin blau-bestirnter mai-nacht pfeifen\nlokomotiven\nüber halbbeleuchtet strecken schluchzen rote\nSignale\nroseduft kreist umarmt mit geigentönen\nein trauriges lächeln und ins All schwindendes\nweh\nes schluchzen Signale\nes schwinden töne\nes blüht der mai\n924\nbelgrad"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c007", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "300", "page_fin": "300", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.7", "titre_corps": "Victor Servranckx", "titre_sommaire": "Victor Servranckx", "signature_source": "Georges Linze", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "300", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 31, "texte": "Victor Servranckx\nGeorges Linze"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "300", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.8", "debut_caractere": 70, "fin_caractere_exclue": 1362, "texte": "Victor Servranckx un des principaux artistes\neuropeens, n'a pas hesite longtemps ä delaisser\nla representation des choses naturelles pour\ndes decouvertes beaucoup plus süres et plus\nseveres.\nII y eut, avec la plastique pure, ä droite\nä gauche sur le monde, l'irruption d'un art\nnouveau, eminemment humain, le plus humain\npeut-etre.\nLes capitales modernes y marquent en rythmes\nfrais leur drame, leur force, leur genie.\nII n'est pas difficile de voir, en suivant Victor\nServranckx, des oeuvres oü le souci lineaire\ndomine, oü tout est cadence, beaute de machine\npresque, oü les teintes rares ont des gradations\nsubtiles, oü les blancs brülent.\nPuis voici d'autres conceptions plastiques oü\nles couleurs sont plus charnues et plus Vivan-\ntes. Qu on les regarde pour leur expression\nbrüte, denuee de symbolisme, ou qu'on y de-\ncouvre — puisque le jeu est tentant — des\ncourbes d'astres, des lumieres de vagues, des\nponts, des ambiances cosmiques, toujours une\nserenite rayonne et une joie se degage.\nII faudrait encore parier de Victor Servranckx\narchitecte aux realisations si conscientes et si\noriginales, soit qu'il etudie la maison, l'usine\nou le meuble. II faudrait surtout ne pas\noublier teile petite sculpture, oü quelques lignes\ntiennent toutes les significations profondes\nd'une epoque."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c008", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "300", "page_fin": "300", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.7.1", "titre_corps": "Victor Servranckx: Gemälde 9 — 1923", "titre_sommaire": "Victor Servranckx: Gemälde 9 — 1923", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "300", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.8", "debut_caractere": 33, "fin_caractere_exclue": 68, "texte": "Victor Servranckx: Gemälde 9 — 1923"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c009", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "301", "page_fin": "301", "image_debut": 9, "image_fin": 9, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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Handlungen\nsind gewiß sehr schön, aber sie regen doch\nauf, und man weiß nicht, wie sie auslaufen\nkönnen. Das regt auf, furchtbar auf. Wenn\nman daher Handlungen auf Bildern darstellt,\nso tut man gut, sie gleich ausgelaufen dar-\nzustellen. Da ist zum Beispiel ein wirklich\nguter Genremaler, Name tut nichts zur Sache,\nman kennt ihn immer an den runter-\ngerutschten Strümpfen bei den Buben. Sie\nkennen ihn sicher alle, denn er fällt immer\nauf Dieser so wirklich gute Maler malt\nsehr schön, so natürlich, aber sein eines\nBild, das mit dem Apfel, sollte lieber keine\nHandlung haben. Denn das regt furchtbar\nauf. Und wenn man es vier Wochen lang\nansieht, und die Handlung geht immer noch\nnicht weiter, dann fragt man sich doch\nendlich, wie das wohl auslaufen mag.\nSehen Sie, die Schwester hat es wahrschein-\nlich dem alten Großpapa in die Ohren ge-\nflüstert, daß der Bube den Apfel gestohlen\nhat, denn der Großvater droht mit dem\nFinger, und der Bube steht trotzig da.\n(Mit viel Erfolg gastiert der lustige Isidor\nim Friedrichstunnel.) Man denkt, der Groß-\nvater müßte doch endlich mal den Apfel\nsehen, den der Bube hinter den Rücken hält.\nSo etwas läßt auf die Dauer der Zeit un-\nbefriedigt. Man möchte dem Großvater\neinen Stips geben, daß er endlich den Apfel\nsieht. Das ist furchtbar aufregend. Ja, wenn\ndas Bild ein Gegenstück hätte, dann würde\ndas besser werden. Der Schrei nach dem\nPendant. Aus diesem Grunde hat der große\nGenremaler ein Pendant gemalt, ein Pendant\nzu dem mit dem Apfel hinter dem Rücken.\nEin Meisterstück. Aber ich muß da weiter\nausholen. Denn das Bild mit dem Groß-\nvater ist auch schon ein Pendant, es ist das\nzweite Bild. Auf dem ersten Bilde steht der\nBube, man erkennt ihn an den herunter-\ngerutschten Strümpfen bekanntlich, und neckt\nden Hund mit dem Stocke. Sehen Sie, das\nist auch so ein Bild, das man nicht länger\nals vier Wochen ansehen kann ohne sich zu\nfragen: warum beißt denn der Hund nicht zu ?\nUnd nun kommt das geniale Meisterstück Nr. 3.\nDa malt dieser geniale Maler, der Name ist\nja überflüssig, das betreffende Gegensiück.\nDer Bube klettert nämlich auf den Zaun und\nder Hund reißt ihm der Einfachheit halber\nseinen Hosenboden heraus. So etwas ist\nedel, rein, hilfreich und gut, mit einem Wort\ngenial; aber nur wenn es gemalt ist, nicht\naber, wenn man es an seinen eigenen Kindern\nerleben muß. Nun kann man ruhig schlafen,\nder Konflikt ist gelöst. Die Handlungen sind\nausgelaufen, wobei auch die mit dem ge-\nklauten Apfel ausgelaufen ist, und das spricht\nzum Herzen. Man nennt das auf Deutsch:\nPendants. Wenn man das gesehen hat, dann\nhat man ein Urteil über Kunst. Was sage\nich? Das Urteil über Kunst, und man er-\nkennt, was gut und böse ist Gut war der\nHund, der den Hosenboden ausgebissen hat,\nund böse war der Bube, der Aepfel klaut\nund Hunde neckt, wenn wir ihm darüber auch\nnicht gram sein können, denn wir haben\nalle einmal so kleine Delikte ausgefressen.\nEs ist nur gut, daß die Eier so billig sind.\nAuf diese einfache Weise werden hölzerne\nFensterscheiben durchsichtig."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c015", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c015", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "307", "page_fin": "307", "image_debut": 15, "image_fin": 15, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.14", "titre_corps": "Vordemberge-Gildewart: Typographie", "titre_sommaire": "Vordemberge-Gildewart: Typographie", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 15, "page_imprimee": "307", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.15", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 34, "texte": "Vordemberge-Gildewart: Typographie"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c016", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c016", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "308", "page_fin": "308", "image_debut": 16, "image_fin": 16, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; 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[n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.19", "titre_corps": "Brief an Herwarth Walden : Bien cher ami,", "titre_sommaire": "Brief an Herwarth Walden : Bien cher ami,", "signature_source": "Alexandre Mercereau", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "312", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.20", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1510, "texte": "Brief an Herwarth Walden\nBien cher ami,\nAlexandre Mercereau\nje suis absolument desole. Je vis äla campagne\ndepuis un an %, n'allant ä Paris que tres\nrarement. Cet ete j'y passai quelques jojrs\net n'y etaus pas revenu depuis. La semaine\nderniere j'y allai pour trois jours, et je trouvai\nsous la porte de mon logis la lettre au sujet\nde votre (non pas encore lieureusement) de\nvotre cinquantenaire. Elle y avait ete glissee,\navec quelques autres, le jour meme oü je venais\nde rapartir pour la campagne et y dormait\nprofundement.\nOui je suis navre, je suis, vous le savez votre\nplus vieil ami francais, et de titre me plait.\nJe suis de caux qui connaissent le plus et le\nmieux votre effort. J'eusse tenu ä honneur\nnon seulement de dire ce que je pense de cous,\nmais de recueillir des signatures d'hommage\nen votre faveur.\nHelas! quelle singuliere idee d'avoir cinquante\nans en ete, quand on a fui Paris pour plusieurs\nmois!\nExcusez — moi de ce que je ne vous ai pas\nrepondu: j'ignorais tout de cette manifestation,\nou plutöt pas tout, parce qu'on en a ecrit en\nFrance, et je voulais d'ailleurs vous ecrire ä ce\nsujet, mais j'ignorais que vous ne m'aviez pas\noublie parmi vos fervents ä solliciter.\nUne autre fois — pour votre centenaire\ndont je parlais ci-dessus, par exemple — mettez\ncarrement mon nom parmi vos admirateurs\net amis, sie vous n'avez rien recu de mois,\ncar d'avence vous pouvez etre sür qu'un malefice\net non ma mauvaise volonte en est cause.\nCroyez, eher ami, ä ma vieille et fraternelle\nemitie."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c021", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c021", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "312", "page_fin": "312", "image_debut": 20, "image_fin": 20, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.20", "titre_corps": "Le cinquantième anniversaire de Herwarth Walden", "titre_sommaire": "Le cinquantième anniversaire de Herwarth Walden", "signature_source": "Marcel BRION", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 20, "page_imprimee": "312", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.20", "debut_caractere": 1512, "fin_caractere_exclue": 4153, "texte": "Le cinquantième anniversaire\nde Herwarth Walden\nMarcel BRION.\nLe cinquantteme anniversaire de Herwarth Waiden\nque ses amis c6l6braient ces jours-ci est une date\nque n'oublieront point tous ceux qui ont suivi depuis\nquelques annSes le d6veloppement de l'art moderne\nen Allemagne. Tout ce qui se groupe d'audaces,\nd'elans novateurs, de recherches, de d£couvertes,\nautour de la revue Der Sturm (Berlin), toute cela\nc'est en grande partie ä Herwarth Waiden qu'on le\ndoit. Par son talent de poete, son activite de critique\net d'animateur, il contribue puissamment ä imposer\nau public les formes les plus neuves, les plus hardies\nde la litt£rature et de l'art europ£en. Peuilleter la\ncollection de Der Sturm, relire les livres de H.Waiden\nsur la peinture expressionniste, c'est revivre des\n£poques de lutte ardente passionn£e, dans lesquelles\nse melent en un foisonnement f£cond, erreurs et\nverit£s, £checs et succ£s, et retrouver mieux que\npartout ailleur le visage complexe d'une g£n6ration\nqui se cherche.\nJ'ai dejä, analys£ ici l'oeuvre poetique de Herwarih\nWaiden. Aujouid'hui, je voudrais surlout marquer\nla place qu'il occupe dans l'histoire de Tart moderne.\nNon pas seulement en Allemagne, mais en Europe,\ncar tous les artistes d'avant-garde de notre temps\nont 6t6, je crois accueillis dans les salles de la\nPotsdamer Strasse. I! nrest parculi£rement agr£able\nde rappeler que cet accueil fut toujours plein de\nchaleureuse Sympathie ä l'6gard des artistes fran?ais.\nBeaucoup de ceux-ci ont expose ä Berlin dans la\ngalerie de Der Sturm\\ la revue suivait attentivement\nles oeuvres de nos po£tes, et par ses voyages, par\nses amiti£s, Herwarth Waiden s'est toujours tenu\nen contact Stroit avec la produetion litt£raire et\nartistique de notre pays.\nAttentif ä toutes les formes vraiment nouvelles de\nl'activit£ intellectuelle, Herwarth Waiden en a trac£\ndans ses livres, dans sa revue, un tableau exaet et\ncomplet. Son esprit curieux est — qu'on me par-\ndonne l'image ! — le sismographe sensible et vibrant\nqui a r£vele, analyse, pr£cis£ tous les courants de\nl'art d'aujourd'hui.\nEn louant son activite d'hier et d'aujourd'hui, en\nrappellant le röle qu'il a joue et quil joue dans le\nmouvement artistique de notre temps, il nous plait\nde dire aussi qu'il ne s'est jamais arrSte ä une\nformule, qu'il a toujours £chapp£ ä la tyrannie des\n6coles et des th£ories, et que son attention toujours\ntourn£e vers l'avenir cherche de nouvelles oeuvres,\nde nouveaux artistes.\nC'est pourquoi nous nous associons de tout coeur\naux t£moignages de Sympathie et d'amitie qui, de\ntous les coins du monde, ont salu£ le cinquantieme\nanniversaire de Herwarth Waiden."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c022", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c022", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.21", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 114, "texte": "Monatsschrift Der Sturm\nDie fuhrende Zeitschrift der neuen Kunsi\n19. 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Marzillier & Co., Berlin W\nGrunewaldstraße 14-15\nHofspediteur S. M. des Konigs von Spanien\nGegriindet 1854 Gegriindet 1854\nSpedition u. Mobeltransporte, Verpackung u. Lagerung\nvon Gemalden u. Kunstgegenstanden jed. Art, Lieferung\nund Emplang nach und von alien Kunstausstellungen\ndes In- u. Auslandes. Transportversicherungen aller Art\nSpediteure des W irtschaf tlichen V erbandes Bildender\nKiinstler / der Secession / des Verbandes Deutscher\nIllustratoren und Hausspediteur des „Sturmu"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c025", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c025", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "n. p.", "page_fin": "n. p.", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.24", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.2", "debut_caractere": 711, "fin_caractere_exclue": 1767, "texte": "Soeben erschieneti:\nEine Sammlung musikalischer Zeitfragen\nHerausgegeben von\nPROF. DR. HANS MERSMANN\nBandchen 1\nHANS MERSMANN\nDie T onsprache dcr\nNeucn Musik\nMit zahlreichen\nNotenbeispielen\nKeiner, der den Weg zur Neuen\nMusik sucht, wird an dieser, im\nbesten Sinne allgemeinverstand-\nliehen ~Grammatik44 voriibergehen\nkonnen.\nBandchen 2\nHEINZ THIESSEN\nZur Geschichte dcr\njungsicn Musik\n(1913—1928 )\nProbleme n. Entwicklungen\nMit dem Blick des Schaffenden gibt\nder Verfasser eine Uebersicht iiber\nGewesenes und Gewordenes in einem\nZeitabschnitt, der trotz seiner Nahe\nbereits ein Stiick ~Geschichte44 ist.\nBandchen 3\nHEINRICH STROBEL\nPaul Hindemith\nMit zahlreichn Notenbeispielen im\nText, einem Noten-Anhang und\nF aksimilebeilagen\nDie erste monographische Zusam-\nmenfassung von Hindemith's Ge-\nsamtwerk. Der ganze Entwicklungs-\nweg dieses jungen Fiihrers wird hier\nan Hand der Notenbelege gezeigt —\nzugleich ein Symbol fur die Entwick-\nlung der deutschen Musik iiberhaupt.\nBroschiert je M. 2.80\nGanzleinert je M. 3.50\nMELOSVERLAG / B. SCHOTT'S SONNE / MAINZ"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c026", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c026", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[296]", "page_fin": "[296]", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.25", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "[296]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 206, "texte": "VERLAG DER STURM / BERLIN W 9\nVORZUGS-ANGEBOT\nHERWARTH WALDEN:\nEINBLICK\nIN KUNST\nDIE BESTE EINFUHRUNG IN DEN\nEXPRESSIONISM US UND KUBISMUS.\n70 ABBILDUN6EN, 4 FARBI6E KUNST-\nBEILAGEN STATT RM. 6.50, RM. 2.50"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c027", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c027", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[296]", "page_fin": "[296]", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.26", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "[296]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.4", "debut_caractere": 208, "fin_caractere_exclue": 460, "texte": "rivista mensile di letteratura filosofia\narti e scienze\ndiretta da FERRUCCIO GUERRIERI\nedita dalla\nCASA EDITRICE LA LUCERNA S.S.I.\nANC O N A\nITALIA\nAbbonamento annuo Lire Italiane 80, -\nChiedere il catalogo della casa\nedilrice e della collezione ANGLIA"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c028", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c028", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "[296]", "page_fin": "[296]", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.27", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "[296]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.4", "debut_caractere": 462, "fin_caractere_exclue": 610, "texte": "Kunst-Ausstellung\nDer Sturm\nBERLIN W 15\nKurfurstendamm 53\nGeoffnet taglich von 10—7\nSonntags von 11—2\nMitglieder der 6. d. 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J\nI Die Sfturmbuchhandlung\nist von schluiersira6e 54 in die Kunst-\naussfellung des Sturm Kurfurstendamm 53\nverlegt. 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Kunstgewerbeschule\nVerlangen Sie Prospekt Nr. 11l\nCasa d'Arte\nBRAGAGLIA\nModerne Kunstausstellungen: Theater der\nUnabhangigen : Buchhandlung : Verlag\nKunstgewerbe\nTerme Romane di Via Avignonesi 8 j Rom 4"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabg-1928-11-01-c036", "article_bluemountain": "bmtnabg_1928-11_01#c036", "volume": "bmtnabg_1928-11_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "314", "page_fin": "314", "image_debut": 22, "image_fin": 22, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.2.35", "titre_corps": "[Publicité]", "titre_sommaire": "[Publicité]", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 22, "page_imprimee": "314", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.22", "debut_caractere": 1365, "fin_caractere_exclue": 1901, "texte": "Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig\niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii\nIn siebenter, neubearbeiteter Auflage\nerscheint:\nI\n12 Halblederbande\nÜber 160 000 Artikel auf 21 000 Spalten Text, rund 5000\nAbbildungen und Karten im Text, iiber 1000 z. 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Dr. phil.\nPrivatdozent an der Universitat Marburg\n• • p ■ ■ | \\ ■\nDie Staatsidee des\nRjitiojiaJlisrrms^^^\nund die Staatsphilosophie Fichtes\nZugleich ein Versuch zur Grundlegung\neiner allgemeinen Sozialmorphologie\nXVI und 688 Seiten Grossoktav\nM 30,— ; Ganzleinen M 35,—\nDieses Buch setzt sich aus drei Teilen zusammen: aus einer Grundlegung der allgemeinen Sozial-\nmorphologie; aus der Betrachtung der Staatsidee des Rationalismus und der Romantik; endlich\naus einer Untersucliung der Ficliteschen Staatsphilosophie. In der tiefinneren Verbindung dieser\ndrei Gebiete zu einer geschlossenen Einheit kommt das Grundmotiv dieses Werkes zur Erscbei-\nnung. die isolierte Rechts- und Staatswissenschaft dureh den Versuch einer allgemeinen Sozial-\nmorphologie, deren Grundgesetze auch fur sie Giiltigkeit beanspruchen, in grossere, umfassende\nZusammenhange einzuordnen, um sie mit neuem Leben zu befruchten und neuen Zielen zuzufuhren.\nDie Sozialmorphologie unternimmt es, die bisher wesentlich einheitlich „amorph\" gesehaute rechtlich-\nsoziale Welt in drei sozialmorphologisehe Grundtypen auszukristallisieren. Durch sie erhalt der\ngrosse Umschwung der europaischen Ideologic vom Naturrechtdenken des Rationalismus zum\nhistoriseh-positiven Denken der Romantik neue ungeahnte Bedeutung. Die Thesen der Natur-\nrechtskonstrukteure werden als die ersten modernen Yersuehe zu einer umfassenden, vom\nRecht und vom Staat ausgehenden Soziologie, freilich mit ganzlich verschiedenem sozial-morpho-\nlogischen Ideengehalt.\nDie Bedeutung einer soJchen sozialmorphologischen Beurteilung zeigt die Untersuchung der Fiehteschen\nStaatsphilosophie. JenerWandel Fichtes vom Jakobiner zumStaatssozialisten undStaatsmachiavellisten\nerhall erst in der sozialmorphologischen Einordnung seine abschliessende befriedigende Ausdeutung.\nDa die grossen staatspolitischen Probleme im Fichteschen Staatsdenken heute wieder aktuell sind,\nleitet das Werk in die modernste staatsrechtliche, politische und juristische Problematik fiber.\nAchtseitiger Prospekt zu Diensten"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.1", "texte": "DER STURM\nMONATSSCHRIFT\n/ HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nBerlin Wl5 / Kurfürstendamm 53 / Abonnement: für das Jahr 12 Mark / halbjährlich 6 Mark\nOie führende Zeitschrift der neuen Kunst\n19. Jahrgang / 8. Heft\nBerlin / November 1928\n\nTakis Kalmouk: Zeichnung"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.2", "texte": "Monatsschrift Der Sturm\nDie fuhrende Zeitschrift der neuen Kunsi\n19. Jahrgang 1928\nJahr 12 M Halbjahr 6 M Heft 1 M\n\nHerwarth Walden\nIm Geschweig der Liebe\nGedichte mmmmamammmmmmmmmmmmmmmmm\nIn Ganzieinen gebunden 3 Mark\n\nW. Marzillier & Co., Berlin W\nGrunewaldstraße 14-15\nHofspediteur S. M. des Konigs von Spanien\nGegriindet 1854 Gegriindet 1854\nSpedition u. Mobeltransporte, Verpackung u. Lagerung\nvon Gemalden u. Kunstgegenstanden jed. Art, Lieferung\nund Emplang nach und von alien Kunstausstellungen\ndes In- u. Auslandes. Transportversicherungen aller Art\nSpediteure des W irtschaf tlichen V erbandes Bildender\nKiinstler / der Secession / des Verbandes Deutscher\nIllustratoren und Hausspediteur des „Sturmu\n\nSoeben erschieneti:\nEine Sammlung musikalischer Zeitfragen\nHerausgegeben von\nPROF. DR. HANS MERSMANN\nBandchen 1\nHANS MERSMANN\nDie T onsprache dcr\nNeucn Musik\nMit zahlreichen\nNotenbeispielen\nKeiner, der den Weg zur Neuen\nMusik sucht, wird an dieser, im\nbesten Sinne allgemeinverstand-\nliehen ~Grammatik44 voriibergehen\nkonnen.\nBandchen 2\nHEINZ THIESSEN\nZur Geschichte dcr\njungsicn Musik\n(1913—1928 )\nProbleme n. Entwicklungen\nMit dem Blick des Schaffenden gibt\nder Verfasser eine Uebersicht iiber\nGewesenes und Gewordenes in einem\nZeitabschnitt, der trotz seiner Nahe\nbereits ein Stiick ~Geschichte44 ist.\nBandchen 3\nHEINRICH STROBEL\nPaul Hindemith\nMit zahlreichn Notenbeispielen im\nText, einem Noten-Anhang und\nF aksimilebeilagen\nDie erste monographische Zusam-\nmenfassung von Hindemith's Ge-\nsamtwerk. Der ganze Entwicklungs-\nweg dieses jungen Fiihrers wird hier\nan Hand der Notenbelege gezeigt —\nzugleich ein Symbol fur die Entwick-\nlung der deutschen Musik iiberhaupt.\nBroschiert je M. 2.80\nGanzleinert je M. 3.50\nMELOSVERLAG / B. SCHOTT'S SONNE / MAINZ"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "[295]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.3", "texte": "MONATSSCHRIFT / HERAUSGEBER: HERWARTH WALDEN\nBerlin Wl5 / Kurfürsiendamm 53 / Abonnement: für das Jahr 12 Mark / halbjährlich 6 Mark\n\nDie Ohrfeige Rudolf Blümner\nGedichte Dusan Jercovic\nVictor Servranckx Georges Linze\nGedichte Rade Drainac\nAusgelaufene Handlungen Kurt Schwitters\nGedichte Herbert Mündel\nDie ganz ganz leise Punalua Edmund Palasovsky\nVenus von Archipenko Erich Arendt\nAus der Korrespondenz des Aktionskomitees\nAbbildungen: Fünf Gemälde von Victor Servranckx\nTypographien von Vordemberge-Gildewart\nEine Zeichnung von Takis Kalmouk\n\nSturm-Presse\nAnfertigung aller Drucksachen\nunter künstlerischer\nAutsicht\n//\n/'AT\n/iV\nA7\nÄv\n/£/\n■V/\nBerlin W15\nKurfürstendamm 53\n\nHerwarth Walden\nerteilt während des Winters\nUnterricht in Kunst\nfür Künstler und Laien\nMalerei\nMusik\nDichtkunst\nAnmeldungen im Privatsekretariat\nBERLIN W15 / Kurfürstendamm53"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "[296]", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.4", "texte": "VERLAG DER STURM / BERLIN W 9\nVORZUGS-ANGEBOT\nHERWARTH WALDEN:\nEINBLICK\nIN KUNST\nDIE BESTE EINFUHRUNG IN DEN\nEXPRESSIONISM US UND KUBISMUS.\n70 ABBILDUN6EN, 4 FARBI6E KUNST-\nBEILAGEN STATT RM. 6.50, RM. 2.50\n\nrivista mensile di letteratura filosofia\narti e scienze\ndiretta da FERRUCCIO GUERRIERI\nedita dalla\nCASA EDITRICE LA LUCERNA S.S.I.\nANC O N A\nITALIA\nAbbonamento annuo Lire Italiane 80, -\nChiedere il catalogo della casa\nedilrice e della collezione ANGLIA\n\nKunst-Ausstellung\nDer Sturm\nBERLIN W 15\nKurfurstendamm 53\nGeoffnet taglich von 10—7\nSonntags von 11—2\nMitglieder der 6. d. St. haben\nfreien Eintritt\n\nNOVEMBER 1928\nDEZEMBER 1928\nSHW A B\nTAKIS KALMOUK\nErste Ausstellung des Athener Kiinstlers\nGemalde und Zeichnungen\nStickereien / Spielzeug\naus de r Sowjet-Union"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "297", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.5", "texte": "Die Ohrfeige\nLiterarisches Kasperletheater\nRudolf Blümner\nEin leeres Zimmer. Links auf einem Stuhl sitzt\nHerr A. und liest in der Zeitung. Von rechts\nkommt Herr B. und gibt ihm eine Ohrfeige.\nHerr A. springt auf und legt die Zeitung auf den Stuhl.\nA.: Wie können Sie sich erlauben, mir eine\nOhrfeige zu geben?\nB.: Ich habe Ihnen eine Ohrfeige gegeben?\nA.: Jawohl, Sie haben mir eine Ohrfeige ge-\ngeben.\nB.: Wann habe ich Ihnen eine Ohrfeige ge-\ngeben?\nA.: Erst kürzlich. Es können kaum fünf\nMinuten vergangen sein.\nB.: Ich kann mich auf nichts besinnen. Sie\nmüssen geträumt haben.\nA.: Wie kann man so vergeßlich sein. Ich\nsaß auf diesem Stuhl —\nß.: Richtig — jetzt erinnere ich mich wieder.\nA.: Das beruhigt mich. Dann werden Sie\nsich auch erinnern, womit ich gerade be-\nschäftigt war.\nB. (denkt nach): Womit waren Sie doch be-\nschäftigt? Lassen Sie mich nachdenken.\nA.: Strengen Sie nur Ihr Gedächtnis ein wenig\nan. Es muß Ihnen in den Sinn kommen.\nB.: Sie saßen auf dem Stuhl —\nA.: Jawohl. Ich saß auf dem Stuhl und —\nund — nun?\nB.: — und putzten Ihre Brille!\nA. (enttäuscht): Nein. Ich trage gar keine Brille.\nB.: So, so. Sie tragen keine Brille. Das\nwundert mich aber sehr. Was taten Sie\ndenn, wenn Sie Ihre Brille nicht putzten?\nKommen Sie meinem Gedächtnis zu Hilfe.\nA. (tritt etwas vom Stuhl zurück und zeigt mit\ndiskreter Geste auf die Zeitung): Nun?\nDämmert es Ihnen allmählich?\nB.: Ja, so dunkel. Gleich komme ich darauf.\nWenn mich die Erinnerung nicht täuscht,\nso lasen Sie.\nA.: Bravo! Ausgezeichnet geraten. Und nun\nwerden Sie auch sagen können, worin ich\ngelesen habe.\nB.: Worin? Hm. Es könnte — aber ich kann\nmich auch irren — Theodor Däublers\nNordlicht gewesen sein.\nA. (wird leichenblaß): Großmächtiger Vater im\nHimmel — wie kommen Sie darauf?\nB.: Verzeihen Sie, ich habe mich versprochen.\nIch wollte sagen: Arno Holz' Phantasus.\nHab ich's getroffen?\nA. (braust auf, krebsrot): Herr! Sie wissen\nwohl nicht, wen Sie vor sich haben?\nB.: Oder sollte es wirklich und wahrhaftig — ?\nJa, so ist's! Sie lasen in Gerhart Haupt-\nmanns Till Eulenspiegel!\nA.: Jetzt reißt mir die Geduld! Sie treiben\nSpott mit mir. Nicht nur, daß Sie mir\nohne jeden Grund eine Ohrfeige geben —\nB.: Ich habe Ihnen eine Ohrfeige gegeben?\nA.: Jawohl. Fangen Sie nicht wieder von\nvorn an.\nB.: Wann habe ich Ihnen eine Ohrfeige ge-\ngeben?\nA.: Es ist noch keine zwei Stunden her.\nB.: Saßen Sie damals nicht auf dem Stuhl?\nA.: Allerdings, ich saß auf dem Stuhl und\nputzte meine Brille.\nB.: Jetzt flunkern Sie aber. Das hätte ich\ndoch sehen müssen.\nA.: Ich hoffe, daß Sie meine Worte nicht in\nZweifel ziehen.\nB.: Wo haben Sie denn die Brille hingetan?\nA.: Kümmern Sie sich nicht um meine Familien-\nverhältnisse. Wenn ich sage, daß ich meine\nBrille geputzt habe, dann habe ich sie\ngeputzt. Ohne geputzte Brille hätte ich\nnie und nimmer in Theodor Däublers\nNordlicht lesen können.\nB.: Schau, schau! Sie wollen in Herrn Theodor\nDäublers Nordlicht gelesen haben?\nA.: Trauen Sie mir das etwa nicht zu? Sie\nkennen mich nicht."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "298", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.6", "texte": "B.: Wo haben Sie denn die Bände verstaut?\nA.: Meine Sexual-Psyche geht Sie garnichts\nan, verstehen Sie mich? Nicht nur, daß\nich das ganze Nordlicht auf einen einzigen\nNiedersitz heruntergelesen habe, ich war\nsogar imstande, Arno Holz' Phantasus auf\ndem gleichen Sitz unmittelbar darauf von\nA bis Z zu lesen.\nB.: Und Sie haben dazwischen die Brille nicht\nein einziges Mal geputzt?\nA.: Das ist möglich. Ich will mich darüber\nmit Ihnen nicht streiten.\nB.: Nun aber erlaube ich mir eine andere kitzliche\nFrage: Wo steckt der Phantasus zur Zeit?\nA. (wird wütend): Das geht zu weit. Das über-\nschreitet alles Maß. Sie können nicht ver-\nlangen, daß ich mein Herz auf den Sezier-\ntisch lege. Es ist gerade genug an der\nOhrfeige, die Sie mir gegeben haben.\nB.: Ich habe Ihnen eine Ohrfeige gegeben?\nA.: Jawohl, Sie sollen nicht wieder davon an-\nfangen !\nB.: Wann habe ich Ihnen eine Ohrfeige ge-\ngeben?\nA.: Dieser Tage, gestern oder vorgestern.\nB.: Saßen Sie nicht damals —\nA.: Auf meiner Brille, jawohl und putzte das\nNordlicht.\nB.: Ich denke, Sie hatten den Stuhl auf der\nNase?\nA.: Das war später, als ich auf dem Phantasus\nsaß und in der Brille las.\nB.: Das klingt aber sehr unwahrscheinlich.\nA.: Ich habe Sie nicht nach Ihrer Meinung\ngefragt. Ich habe hinterher sogar den\nPhantasus mit dem Eulenspiegel vertauscht.\nB.: Setzten Sie sich darauf oder lasen Sie\ndamit im Stuhl?\nA.: Das kann ich heute nicht mehr mit Be-\nstimmtheit sagen. Jedenfalls war der\nEindruck, den das Werk auf mich machte,\nein gewaltiger.\nB.: Darf ich mir die heikle Frage erlauben,\nwo der Eulenspiegel hingekommen ist?\nA.: Ich verweigere jede Auskunft.\nB.: Dann bezweifle ich, daß Sie jemals auf\nder Brille gesessen haben.\nA. (wütend): Worauf denn? He! Worauf\ndenn?\nB.: Und daß Sie im Stuhl gelesen haben, ist\ngenau so aus der Luft gegriffen, wie daß\nSie den Eulenspiegel geputzt haben.\nA. (rückt ihm aufs Fell): Ich habe den Eulen-\nspiegel nicht geputzt?\nB.: Dann müßten sich doch noch Spuren und\nReste finden. Ich sehe aber nichts.\nA.: Mit dem gleichen Recht könnten Sie\nleugnen, mir eine Ohrfeige gegeben zu\nhaben.\nB.: Ich habe Ihnen eine Ohrfeige gegeben?\nA.: Jetzt fangen Sie schon wieder von dieser\nalten Geschichte an.\nB.: Wann habe ich Ihnen eine Ohrfeige ge-\ngeben?\nA.: Ich sagte Ihnen schon: im kommenden\nFrühjahr mögen es drei oder vier Jahre\nher sein. Ich erinnere mich noch, als wäre\nes heute. Es war ein warmer Apriltag.\nB.: Ach, richtig! Saßen Sie damals nicht —\nA.: Auf Theodor Däubler, jawohl! Ich putzte\ndas Nordlicht mit dem Stuhl.\nB.: Und ich glaubte mich bestimmt zu erinnern,\ndaß Arno Holz damals auf Ihnen saß,\nwährend Ihre Brille den Eulenspiegel putzte.\nA.: Das muß auf einer Verwechslung beruhen.\nVielmehr war ich es, der mit dem Eulen-\nspiegel in der Brille saß und Hauptmann\nputzte.\nB. (skeptisch): Womit putzten Sie ihn denn,\nwenn man indiskret sein darf?\nA.: Mit Holz selbstverständlich, aufgelöst in\nNordlicht und hinterher gut mit trockenem\nHauptmann nachgerieben. Das gibt einen\nexquisiten Glanz.\nB.: Jetzt fange ich langsam an, mich wieder\nan die Einzelheiten mit der Ohrfeige zu\nerinnern.\nA.: Mit welcher Ohrfeige?\nB.: Die ich Ihnen gegeben habe."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "299", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.7", "texte": "A.: Wann haben Sie mir eine Ohrfeige ge-\ngeben?\nB.: Als Sie anfingen, das Nordlicht zu putzen.\nA. (schüttelt den Kopf): Das wäre mir be-\nstimmt aufgefallen.\nB.: Oder als Sie sich auf den Phantasus\nsetzten.\nA.: Auch nicht, auch nicht.\nB.: Oder als Sie durch den Eulenspiegel\nsahen.\nA.: Ich kann mich auf nichts besinnen. Sie\nmüssen das geträumt haben.\nB.: Seien Sie wenigstens so liebenswürdig,\nmir für einen Augenblick Ihre Zeitung zu\nleihen.\nA.: Ich habe sie leider noch nicht zu Ende\ngelesen. Ich wurde mitten in der Lektüre\ndurch ein plötzliches literarisches Ereignis\nallerersten Ranges unterbrochen.\nB.: Dann werde ich mir erlauben, später noch\neinmal vorzusprechen. Vielleicht ist das\nOrgan dann frei. Leben Sie wohl! (Ab.)\nA.: Auf Wiedersehen! (Setzt sich und liest\ndie Zeitung.)\n\nGedichte\nDusan Jerkovic\nZerbröckeil den Himmel\nDer Mensch soll oben hinaus\nBrich auf!\nlieber Krankenhäusern kreisen Schwalben\nTod\nTöne knieen nieder\nWeinen betet\nViola\nVioline\nWelt in Klängen\nDu\nGebenedeite unter den Weibern\nBelgrad\n924\nin blau-bestirnter mai-nacht pfeifen\nlokomotiven\nüber halbbeleuchtet strecken schluchzen rote\nSignale\nroseduft kreist umarmt mit geigentönen\nein trauriges lächeln und ins All schwindendes\nweh\nes schluchzen Signale\nes schwinden töne\nes blüht der mai\n924\nbelgrad"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "300", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.8", "texte": "Victor Servranckx\nGeorges Linze\n\nVictor Servranckx: Gemälde 9 — 1923\n\nVictor Servranckx un des principaux artistes\neuropeens, n'a pas hesite longtemps ä delaisser\nla representation des choses naturelles pour\ndes decouvertes beaucoup plus süres et plus\nseveres.\nII y eut, avec la plastique pure, ä droite\nä gauche sur le monde, l'irruption d'un art\nnouveau, eminemment humain, le plus humain\npeut-etre.\nLes capitales modernes y marquent en rythmes\nfrais leur drame, leur force, leur genie.\nII n'est pas difficile de voir, en suivant Victor\nServranckx, des oeuvres oü le souci lineaire\ndomine, oü tout est cadence, beaute de machine\npresque, oü les teintes rares ont des gradations\nsubtiles, oü les blancs brülent.\nPuis voici d'autres conceptions plastiques oü\nles couleurs sont plus charnues et plus Vivan-\ntes. Qu on les regarde pour leur expression\nbrüte, denuee de symbolisme, ou qu'on y de-\ncouvre — puisque le jeu est tentant — des\ncourbes d'astres, des lumieres de vagues, des\nponts, des ambiances cosmiques, toujours une\nserenite rayonne et une joie se degage.\nII faudrait encore parier de Victor Servranckx\narchitecte aux realisations si conscientes et si\noriginales, soit qu'il etudie la maison, l'usine\nou le meuble. II faudrait surtout ne pas\noublier teile petite sculpture, oü quelques lignes\ntiennent toutes les significations profondes\nd'une epoque."}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "301", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.9", "texte": "Victor Servranckx: Gemälde 5 — 1919"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "302", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.10", "texte": "Victor Servranckx: Gemälde 13 — 1919"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "303", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.11", "texte": "Victor Servranckx: Gemälde 9 — 1924"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "304", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.12", "texte": "Gedichte\nRade Drainac\nNiemand ließ in seiner Jugend mehr Wege\nund Brücken nach sich\nKraft meines Wunders übersprang ich mein\neigenes Grab\nWrenn ich der Unsterblichkeit gedenke ist\nmir leid daß ich Verse schrieb\nIn die Welt in die Welt!\nDie Nichtigkeit Alles auf Affichen zerschreien\nAlle Wechsler auf fatale Zusammenstöße\nverschieben\nWird mal Jemand in die Abgründe unserer\nSeele tauchen\nIn diesen Feldern lauert überall Selbstmord\nDer fliegende Mensch ohne Gott auf dem\nWege\nIch bin getötet vom Welken meiner fernen\nHeimat\nLügen der Welt und vergängliche Moden\nElende Wörter für den tiefen Traum unseres\nBlutes\n4\nWie leere Konserven-Dosen werden unsere\nBücher auf Misthaufen liegen\nIch vergifte fatal die moderne Ballade\nUnd so ziellos schließen sich meine Augen\nin den Restaurants\nAuf dem großen Wege ins Nichts\nMein Hunger ist grenzenlos, meine Hände\nsind ewig leer\nNachts trage ich auf den Fingerspitzen den\nMond durch die öden Siraßen\nMeine Traurigkeit unter den Fenstern\nverlorenen Frauen lassen\nMöchte alles geben, habe nichts\nMein Hunger ist grenzenlos, meine Hände\nsind ewig leer\nVerlor die Zeil in dem blauen Himmel\nAuf der Handfläche die Furchen begangene\nWege\nIm Spiegel blicke ich Herbst und Blätter in\ndem Teich meiner Augen\nIch weine nicht\nRund um mich klingt unsterbliche Liebe\nNoch ein Lied\nDer junge geborene Vogel übersingt mich\nmorgen\nIch tauche in die schwarzen Wälder der\nVergänglichkeit"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "305", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.13", "texte": "Victor Servranckx: Gemälde 11 — 1924"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "306", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.14", "texte": "Ausgelaufene Handlungen\nKurt Schwitters\nEs ist manchmal nicht gut, wenn man auf\nBildern Handlungen darstellt. Handlungen\nsind gewiß sehr schön, aber sie regen doch\nauf, und man weiß nicht, wie sie auslaufen\nkönnen. Das regt auf, furchtbar auf. Wenn\nman daher Handlungen auf Bildern darstellt,\nso tut man gut, sie gleich ausgelaufen dar-\nzustellen. Da ist zum Beispiel ein wirklich\nguter Genremaler, Name tut nichts zur Sache,\nman kennt ihn immer an den runter-\ngerutschten Strümpfen bei den Buben. Sie\nkennen ihn sicher alle, denn er fällt immer\nauf Dieser so wirklich gute Maler malt\nsehr schön, so natürlich, aber sein eines\nBild, das mit dem Apfel, sollte lieber keine\nHandlung haben. Denn das regt furchtbar\nauf. Und wenn man es vier Wochen lang\nansieht, und die Handlung geht immer noch\nnicht weiter, dann fragt man sich doch\nendlich, wie das wohl auslaufen mag.\nSehen Sie, die Schwester hat es wahrschein-\nlich dem alten Großpapa in die Ohren ge-\nflüstert, daß der Bube den Apfel gestohlen\nhat, denn der Großvater droht mit dem\nFinger, und der Bube steht trotzig da.\n(Mit viel Erfolg gastiert der lustige Isidor\nim Friedrichstunnel.) Man denkt, der Groß-\nvater müßte doch endlich mal den Apfel\nsehen, den der Bube hinter den Rücken hält.\nSo etwas läßt auf die Dauer der Zeit un-\nbefriedigt. Man möchte dem Großvater\neinen Stips geben, daß er endlich den Apfel\nsieht. Das ist furchtbar aufregend. Ja, wenn\ndas Bild ein Gegenstück hätte, dann würde\ndas besser werden. Der Schrei nach dem\nPendant. Aus diesem Grunde hat der große\nGenremaler ein Pendant gemalt, ein Pendant\nzu dem mit dem Apfel hinter dem Rücken.\nEin Meisterstück. Aber ich muß da weiter\nausholen. Denn das Bild mit dem Groß-\nvater ist auch schon ein Pendant, es ist das\nzweite Bild. Auf dem ersten Bilde steht der\nBube, man erkennt ihn an den herunter-\ngerutschten Strümpfen bekanntlich, und neckt\nden Hund mit dem Stocke. Sehen Sie, das\nist auch so ein Bild, das man nicht länger\nals vier Wochen ansehen kann ohne sich zu\nfragen: warum beißt denn der Hund nicht zu ?\nUnd nun kommt das geniale Meisterstück Nr. 3.\nDa malt dieser geniale Maler, der Name ist\nja überflüssig, das betreffende Gegensiück.\nDer Bube klettert nämlich auf den Zaun und\nder Hund reißt ihm der Einfachheit halber\nseinen Hosenboden heraus. So etwas ist\nedel, rein, hilfreich und gut, mit einem Wort\ngenial; aber nur wenn es gemalt ist, nicht\naber, wenn man es an seinen eigenen Kindern\nerleben muß. Nun kann man ruhig schlafen,\nder Konflikt ist gelöst. Die Handlungen sind\nausgelaufen, wobei auch die mit dem ge-\nklauten Apfel ausgelaufen ist, und das spricht\nzum Herzen. Man nennt das auf Deutsch:\nPendants. Wenn man das gesehen hat, dann\nhat man ein Urteil über Kunst. Was sage\nich? Das Urteil über Kunst, und man er-\nkennt, was gut und böse ist Gut war der\nHund, der den Hosenboden ausgebissen hat,\nund böse war der Bube, der Aepfel klaut\nund Hunde neckt, wenn wir ihm darüber auch\nnicht gram sein können, denn wir haben\nalle einmal so kleine Delikte ausgefressen.\nEs ist nur gut, daß die Eier so billig sind.\nAuf diese einfache Weise werden hölzerne\nFensterscheiben durchsichtig."}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "307", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.15", "texte": "Vordemberge-Gildewart: Typographie"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "308", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.16", "texte": "Gedichte\nHerbert Mundel\nwir sprechen nicht das bruderwort\nwir stehen an der schmalen brücke\ndie zum bruder führet\nwir zögern immer: ich und du\nein alpdruckschweres schlagen ist in uns\nwir ahnen glaube liebe dusein\nwir lächeln aber nur ein leeres lächeln\ndie zunge hangt wie blei in unserm munde\nwir sprechen nicht das bruderwort\nwir küssen nicht den bruderkufe\nwir suchen immer etwas\nwo geht der weg zum du\nkeiner weife es\nwir gehen nur ein zages tappen\ndas schwankt auf schwanken brettern\nwir suchen immer eiwas\nwir halten alle krampfhaft unsre herzen\nuns entgegen\nwir wollen alle schenken\nwir halten aber alle unsre herzen zu\nda lacht ein kind\nhier ist es elendgrau verlassen\nin allen äugen scheele feige blicke\ndie menschen schaudern voreinander\ndie ketten schlagen an gefangne herzen\nda lacht von ungefähr ein kind\nund trägt in händen rote freude\ndie brüder steilen aneinander in die höhe\nin aller herzen springt ein tor auf\nes grüfet die freude alle herzen\nan meiner türe\nan meiner türe soll kein bruder weinen\ndu klopfest an\nich grüße dich\neintritt in meinen garten\nich reiche labe deinem erdenhunger\nmit linder hand greif ich nach deinem\nschmerze\nich zeig dir eine schöne Sonnenblume\nich zeig dir meine nacktheit, bruder\nich zeig dir meine eigne armut\nich schenke schamlos meine demut dir\ndu lächelst wieder\ntrostlos\nvom andern ufer hallt ein ruf\nes schluchzt ein mensch: ich bin so ein am\neine hülle reifet von aller herzen\nein glockenhelles echo singt in aller herzen\nes hasten in gedanken unsre schritte\nbereite hände halten wir\nwir wollen greifen helfen\nwir stehen aber ganz verhalten\nwir sind gebannt\nwie blinde menschen\nuns singt der eigne jammer Widerhall"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "309", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.17", "texte": "Vordemberge-Gildewart: Typographie"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "310", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.18", "texte": "Die ganz ganz leise Punalua\nEdmund Palasovsky\nbau u ta\nes kommt schön es kommt schön\nes kommt die Nacht\nwißt ihr man muß schön\nschön leben immer lieben schön\nschön spazieren jetzt laufen gut\nspringen wind-entlang see-entlang\nentlang der Nacht entlang den Küssen\nnur schön ziehn nur laufen laufen laufen\nnur nur springen springen nur nur nur\nnur nur springen hoch nur hoch groß wie\nLiebe lang wie Küssen im Süden wißt ihr\nim Süden wie Töne im Nord\nbau u ta bau u ta\nhoch ganz tief hoch ganz tief\nstark lang frei lang Rad fahren\nschnell froh froh schnell Rad fahren weißt\ndu das Rad aus glühendem Saft und\nschreien laut fließend weiß\nbau u ta bau u ta\nBerg-hinauf rudern doch rudern froh\nfroh\nschön gehen doch laufen laufen froh\nnur froh entlang des ganzen Königtums\nentlang der lieben Flammen entlang der\nganz eigenen frohen Schmerzen\nFarben Farben immer ganz andere Farben\nganz neue Farben ganz schöne Landschaften\nin die Nacht froh froh nur springen\nhoch noch höher schnell schnell drehen\nsich drehen in die Nacht schneller schneller\nlaut hell grausam hell kühn\nlaut lieb groß wie Blume frei doch wohl\nwie Kuß im Süden noch höher\nhöher wohl\nbau u u taa bau u u taa\no wohl\nwißt ihr man muß wohl\nBerg steigen man muß wohl\nrudern man muß wohl\nlaufen man muß wohl\nspringen man muß wohl\nlieben man muß wohl\nstürzen man muß wohl\nneu kommen man muß wohl\ntun alles man muß immer wohl\nimmer immer\nbei Nacht doch muß man leiser\nes kommt schön habt ihr sie gern?\nalso jetzt schön spazieren doch bei Nacht\nmuß man leiser\nbau u ta\nganz ganz leise also spazieren wohl gehen\nwohl fliegen wohl entlang der langsamen\nFeuer leisen Farben entlang der ganz ganz\nleisen Gärten seidigen Gräsern entlang selt-\nsamen stillen Wässern stummen Geräu-\nschen leise treten nur leise treten\nnoch leiser es schläft jemand es stört\ndie Gewässer es träumt jemand\njenseits erlöschter Fenster sie träumt es\nerweckt die Tiere der Klang tut weh\nganz leise weh\nes tut jemandem die Stille weh jemandem\ndie ganz leise in uns\n*\nwandern wohl ganz ganz leise hüpfen jetzt\nnur nur nur nur nur ganz leise springen\nglatt ganz glatt rudern leise schreien\nbau u ta bau u ta"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "311", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.19", "texte": "und immer leiser immer leiser man muß\nimmer schön immer wohl immer richtig\ndie Knie gut halten den Mund das Herz\nrichtig die Faust die Lende fest man muß\nganz leise lieben ganz ganz leise leiden\nganz still ohne Mucken ganz fein mufc man\nzappeln ganz ganz leise sterben\nwandern wandern wohl wandern keinen\nSchritt darf man hören das tut weh\nman muß ganz leise lächeln ganz leise\nweinen brennen verglühen nur nur\nnur schreiten nur kriechen nur sich drehen\nnur stürzen schreien nur nur nur ganz leise\nganz nur nur ganz leise leise nur\nohne Stimme ohne Bewegung ganz eng\nganz eckig ganz dünn so ganz leise\nsehen leise sich bewundern leise glauben\nleise blühen lautlos liebe Gedanken haben\nleise irren leise töten leise segnen leise\nAbschied nehmen leise fortgehen wandern\nin Küssen wi6t ihr? ganz leise\nbis morgen durch die Nacht\nda jemand ganz leise in uns\n*\nbau u ta ohne Stimme es\ndarf gar keine Stimme schmerzen ganz\ndünn\ndas Herz mufe auch leise klopfen ganz\nganz leise gar keinen Schritt\nimmer wohl immer schön jemand ein-\ngeschlafen der Lärm tut weh\nnur nur nur leise ganz leise nur nur ganz\nganz leise nur ganz\n\nVenus von Archipenko\nErich Arendt\nsteigt\nkichert\nwellen\nwogt\nund lächeln Schmitz\ngeneigt\ndas köpfchen\nvor\ndarüber\nund soso\ndie knappen brüste kegeln kurz hervor\nund locken üppen\nlocken\nlächeln im gefält dir üppig alle weit\nmond schwillt ein Schenkel noch\nund heftig wippt\nwucht\nsieilt daneben zittern\nstund\nschmilzt schämig sich\nverlächeln\nwischt\ndein weiches schelmgewoge\nvoll\nso\npopobreit\nbereit\no eva\ngeschlossnen lendenmäulchens nicken:\nund so bereit bereits\ngeneigt\nich\nbin .... —\nso — — so\ndu\neva!\nimmer hin!!"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "312", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.20", "texte": "Brief an Herwarth Walden\nBien cher ami,\nAlexandre Mercereau\nje suis absolument desole. Je vis äla campagne\ndepuis un an %, n'allant ä Paris que tres\nrarement. Cet ete j'y passai quelques jojrs\net n'y etaus pas revenu depuis. La semaine\nderniere j'y allai pour trois jours, et je trouvai\nsous la porte de mon logis la lettre au sujet\nde votre (non pas encore lieureusement) de\nvotre cinquantenaire. Elle y avait ete glissee,\navec quelques autres, le jour meme oü je venais\nde rapartir pour la campagne et y dormait\nprofundement.\nOui je suis navre, je suis, vous le savez votre\nplus vieil ami francais, et de titre me plait.\nJe suis de caux qui connaissent le plus et le\nmieux votre effort. J'eusse tenu ä honneur\nnon seulement de dire ce que je pense de cous,\nmais de recueillir des signatures d'hommage\nen votre faveur.\nHelas! quelle singuliere idee d'avoir cinquante\nans en ete, quand on a fui Paris pour plusieurs\nmois!\nExcusez — moi de ce que je ne vous ai pas\nrepondu: j'ignorais tout de cette manifestation,\nou plutöt pas tout, parce qu'on en a ecrit en\nFrance, et je voulais d'ailleurs vous ecrire ä ce\nsujet, mais j'ignorais que vous ne m'aviez pas\noublie parmi vos fervents ä solliciter.\nUne autre fois — pour votre centenaire\ndont je parlais ci-dessus, par exemple — mettez\ncarrement mon nom parmi vos admirateurs\net amis, sie vous n'avez rien recu de mois,\ncar d'avence vous pouvez etre sür qu'un malefice\net non ma mauvaise volonte en est cause.\nCroyez, eher ami, ä ma vieille et fraternelle\nemitie.\n\nLe cinquantième anniversaire\nde Herwarth Walden\nMarcel BRION.\nLe cinquantteme anniversaire de Herwarth Waiden\nque ses amis c6l6braient ces jours-ci est une date\nque n'oublieront point tous ceux qui ont suivi depuis\nquelques annSes le d6veloppement de l'art moderne\nen Allemagne. Tout ce qui se groupe d'audaces,\nd'elans novateurs, de recherches, de d£couvertes,\nautour de la revue Der Sturm (Berlin), toute cela\nc'est en grande partie ä Herwarth Waiden qu'on le\ndoit. Par son talent de poete, son activite de critique\net d'animateur, il contribue puissamment ä imposer\nau public les formes les plus neuves, les plus hardies\nde la litt£rature et de l'art europ£en. Peuilleter la\ncollection de Der Sturm, relire les livres de H.Waiden\nsur la peinture expressionniste, c'est revivre des\n£poques de lutte ardente passionn£e, dans lesquelles\nse melent en un foisonnement f£cond, erreurs et\nverit£s, £checs et succ£s, et retrouver mieux que\npartout ailleur le visage complexe d'une g£n6ration\nqui se cherche.\nJ'ai dejä, analys£ ici l'oeuvre poetique de Herwarih\nWaiden. Aujouid'hui, je voudrais surlout marquer\nla place qu'il occupe dans l'histoire de Tart moderne.\nNon pas seulement en Allemagne, mais en Europe,\ncar tous les artistes d'avant-garde de notre temps\nont 6t6, je crois accueillis dans les salles de la\nPotsdamer Strasse. I! nrest parculi£rement agr£able\nde rappeler que cet accueil fut toujours plein de\nchaleureuse Sympathie ä l'6gard des artistes fran?ais.\nBeaucoup de ceux-ci ont expose ä Berlin dans la\ngalerie de Der Sturm\\ la revue suivait attentivement\nles oeuvres de nos po£tes, et par ses voyages, par\nses amiti£s, Herwarth Waiden s'est toujours tenu\nen contact Stroit avec la produetion litt£raire et\nartistique de notre pays.\nAttentif ä toutes les formes vraiment nouvelles de\nl'activit£ intellectuelle, Herwarth Waiden en a trac£\ndans ses livres, dans sa revue, un tableau exaet et\ncomplet. Son esprit curieux est — qu'on me par-\ndonne l'image ! — le sismographe sensible et vibrant\nqui a r£vele, analyse, pr£cis£ tous les courants de\nl'art d'aujourd'hui.\nEn louant son activite d'hier et d'aujourd'hui, en\nrappellant le röle qu'il a joue et quil joue dans le\nmouvement artistique de notre temps, il nous plait\nde dire aussi qu'il ne s'est jamais arrSte ä une\nformule, qu'il a toujours £chapp£ ä la tyrannie des\n6coles et des th£ories, et que son attention toujours\ntourn£e vers l'avenir cherche de nouvelles oeuvres,\nde nouveaux artistes.\nC'est pourquoi nous nous associons de tout coeur\naux t£moignages de Sympathie et d'amitie qui, de\ntous les coins du monde, ont salu£ le cinquantieme\nanniversaire de Herwarth Waiden.\n\n(Aus der Revue Nouvelles Litleraires / Paris vom 6. X. 1^28.)"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "313", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.21", "texte": "Dichtungen von HERWARTH WALDEN\nIm Geschweig der Liebe / Gedichte / Gebunden in Ganzleinen 3 Mark\nDas Buch der Menschenliebe / Roman Die Harte der Weltenliebe / Roman\nJedes Buch 2 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben Die Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSiinde / Ein Spiel an der Liebe Glaube / Komitragodie\nLetzte Liebe / Komitragodie\nJedes Buch 1 Mark\nWeib / Komitragodie / 3 Mark\nKind / Tragodie Trieb / Eine biirgerliche Komitragodie Menscheri / Tragodie\nJedes Buch 2 Mark t-t iv ■v o /11 i • wt a\nVerlag Der bturm / Berlin W y\n\nVerlag Der Sturm /Berlin \\\\ 9\nKunstler-Postkarten / Verlag Der Sturm\nNach Gemalden, Zeichnungen und Bildwerken folgender Kunstler:\nAlexander Archipenko / 4\nRudolf Bauer / 4\nVincenc Benes\nUmberto Boccioni *j\" / 2\nCampendone / 2\nMarc Chagall / 7\nOthon Coubine\nRobert Delaunay\nTour Donas\nLyonel Feininger\nAlbert Gleizes / 2\nJacoba van Heeraskerck *j*/ 3\nSigrid Hjerten Griinewald\nAlexei von Jawlensky\nBela Kadar\nKandinsky / 3\nPaul Klee\nOskar Kokosehka / 2\nFernand Leger / 2\nAugust Macke 112\nFranz Mare 112 / 3\nCarl Mense\nJean Metzinger\nJohannes Molzahn\nGeorg Muche\nGabriele Miinter\nGeorg Schrimpf\nKurt Sehwitters\nGino Severini\nFritz Stuckenberg\nArnold Topp\nMaria Uhden 112\nWilliam Wauer / 5\nMarianne von Werefkin\nNegerplastik\nGewebe aus Alt-Peru\nJede Karte 20 Pfennig / Farbige Karte Chagall: Die Kleinstadt / 30 Pfennig\nDie Zifferu hinter den Namen bedeuten die Zahl der reproduzierten Kunstwerke\n\nMUSIK BAUT DER SEELE\nGOLDNE BRU CKEN\nAM"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "314", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.22", "texte": "Verantwortlich für die Schriftleitung: V. Erdmann Berlin Wl5 / Verlag: Der Sturm G.m.b.H.\nBerlin Wl5 Kurfürätendamm 53 / Fernruf Bismarck 2370 / Postscheckkonto Berlin 120658\nDruck: Vereinigte Druckereien Andermann & Schindler Berlin W3O Münchener Strasse 49-50\nManuskripte ohne Rückporto werden nicht zurückgesandt\n\nBauhausbucher\nSoeben erschien:\nBand 13\nAlbert Gleizes\nKubismus\nmit 47 ganzseitigen Abbildungen\nSteif geheftet 7 RM, in Leinen geb. 9 RM\nErsfer Teil:\nDie Geschichte des Kubismus\nZweiler Teil:\nDer Kubismus, ein neues Formgewissen\nALBERTLANGEN munchen\n\nKleine Anzeigen\nJedes Feld 5 Mark\nI Sturm-Saal\nfur Vortrage / Kurse / Konzcrle noch\nan einigen Abenden und Tagen zu ver-\ngeben.\nAuskunft: Bismarck 2570. |\nI Vitrinen\nsind in der Ausslellungsdiele fur kunstlerisch\neinwandfreie Gebrauchsgegenstande zu ver-\ngeben.\nAuskunft: Bismarck 2370. J\nI Die Sfturmbuchhandlung\nist von schluiersira6e 54 in die Kunst-\naussfellung des Sturm Kurfurstendamm 53\nverlegt. I\n\nMiiflChen, Gabelsbergerstralie 36\nBlocherer Schule\nLehrateliers fur angewandte Kunst\nslaatlich anerkannie Lehransfalf\nModezeichnen / Reklamegraphik\nTextilarbeiten\nVorbereitung zur staatl. Kunstgewerbeschule\nVerlangen Sie Prospekt Nr. 11l\nCasa d'Arte\nBRAGAGLIA\nModerne Kunstausstellungen: Theater der\nUnabhangigen : Buchhandlung : Verlag\nKunstgewerbe\nTerme Romane di Via Avignonesi 8 j Rom 4\n\nVerlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig\niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii\nIn siebenter, neubearbeiteter Auflage\nerscheint:\nI\n12 Halblederbande\nÜber 160 000 Artikel auf 21 000 Spalten Text, rund 5000\nAbbildungen und Karten im Text, iiber 1000 z. T. farbige\nBildertafeln und Karten, iiber 200 Textbeilagen\nBd. I, 11, IV bis VIII kostet je 30 Rm., Bd. 11l 33 Rm.\nSie beziehen das Werk\ndurch jede gute Buchhandlung\nund erhalten dort auch kostenfrei\nausfiihrliche Anklindigungen"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "315", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.23", "texte": "Amor Skin\nstellt die Schonheitspflege\nauf ganz neue Methoden,\nbelebt das Wachstum der inneren Gewebe\nund macht die Haut jung und frisch.\nDie Kunst der Natur\ntibertrifft\nalle kunstliche Schonheit\nOpoterapia G.m.b.H. / Berlin ■ Grunewald"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "316", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg192811-01.1.24", "texte": "Dr. Walther Rothschild, Bln.-Grunewald\nSoeben erschien:\n\\•) , .\nGustav Adolf Walz\nDr. jur. Dr. phil.\nPrivatdozent an der Universitat Marburg\n• • p ■ ■ | \\ ■\nDie Staatsidee des\nRjitiojiaJlisrrms^^^\nund die Staatsphilosophie Fichtes\nZugleich ein Versuch zur Grundlegung\neiner allgemeinen Sozialmorphologie\nXVI und 688 Seiten Grossoktav\nM 30,— ; Ganzleinen M 35,—\nDieses Buch setzt sich aus drei Teilen zusammen: aus einer Grundlegung der allgemeinen Sozial-\nmorphologie; aus der Betrachtung der Staatsidee des Rationalismus und der Romantik; endlich\naus einer Untersucliung der Ficliteschen Staatsphilosophie. In der tiefinneren Verbindung dieser\ndrei Gebiete zu einer geschlossenen Einheit kommt das Grundmotiv dieses Werkes zur Erscbei-\nnung. die isolierte Rechts- und Staatswissenschaft dureh den Versuch einer allgemeinen Sozial-\nmorphologie, deren Grundgesetze auch fur sie Giiltigkeit beanspruchen, in grossere, umfassende\nZusammenhange einzuordnen, um sie mit neuem Leben zu befruchten und neuen Zielen zuzufuhren.\nDie Sozialmorphologie unternimmt es, die bisher wesentlich einheitlich „amorph\" gesehaute rechtlich-\nsoziale Welt in drei sozialmorphologisehe Grundtypen auszukristallisieren. Durch sie erhalt der\ngrosse Umschwung der europaischen Ideologic vom Naturrechtdenken des Rationalismus zum\nhistoriseh-positiven Denken der Romantik neue ungeahnte Bedeutung. Die Thesen der Natur-\nrechtskonstrukteure werden als die ersten modernen Yersuehe zu einer umfassenden, vom\nRecht und vom Staat ausgehenden Soziologie, freilich mit ganzlich verschiedenem sozial-morpho-\nlogischen Ideengehalt.\nDie Bedeutung einer soJchen sozialmorphologischen Beurteilung zeigt die Untersuchung der Fiehteschen\nStaatsphilosophie. JenerWandel Fichtes vom Jakobiner zumStaatssozialisten undStaatsmachiavellisten\nerhall erst in der sozialmorphologischen Einordnung seine abschliessende befriedigende Ausdeutung.\nDa die grossen staatspolitischen Probleme im Fichteschen Staatsdenken heute wieder aktuell sind,\nleitet das Werk in die modernste staatsrechtliche, politische und juristische Problematik fiber.\nAchtseitiger Prospekt zu Diensten"}]}