{"numero_id": "bm-bmtnabg-1930-01", "volume": "bmtnabg_1930_01", "ocr_sha256": "be9f0ddb686315d4121723b252d1785da727d5af4875977a8969d5a88f837962", "source_tei": "https://github.com/Princeton-CDH/bluemountain-transcriptions/blob/main/periodicals/bmtnabg/issues/1930_01/bmtnabg_1930_01.tei.xml", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabg/issues/1930_01/bmtnabg_1930_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabg-1930-01-c019", "article_bluemountain": "bmtnabg_1930_01#c019", "volume": "bmtnabg_1930_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "30", "page_fin": "30", "image_debut": 48, "image_fin": 48, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.2.18", "titre_corps": "ENTSCHEIDENDE UND FÜHRENDE KÜNSTLER DES EXPRESSIONISMUS", "titre_sommaire": "ENTSCHEIDENDE UND FÜHRENDE KÜNSTLER DES EXPRESSIONISMUS", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 48, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.48", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 496, "texte": "ENTSCHEIDENDE\nUND FÜHRENDE KÜNSTLER\nDES EXPRESSIONISMUS\nMaler:\nKandinsky / Marc Chagall / Franz Marc f /\nFerdinand Leger / Albert Gleizes / Jean\nMetzinger / Umberto Boccioni f / Gino\nSeverini / Francis Picabia / Delaunay I\nPaul Klee / Jacoba van Heemskerck I\nRudolf Bauer / Georg Muche / Johannes\nMolzahn / Nell Waiden / Johannes Itten /\nArnold Topp / Emil Filla / Otakar Kubin I\nMaria Uhdcn f / Kurt Schwitters I Louis\nMarcoussis\nBildhauer:\nAlexander Archipenko / William Wauer /\nOskar Schlemmer"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "couv. 1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.1", "texte": "«>>^\n\\ SONDERHEFT\nI DIE NEUEMALEREI\nI"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.3", "texte": "Die neue\nMalerei\nHerwarth Walden\n\n'?’E B'L A’G OES STURM Ä-E Rll N-W 9"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.5", "texte": "Die neue Malerei\n\nHerwarth Walden\nVierte und fünfte Auflage\n\nVERLAG DER STURM / BERUH W 9"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.6", "texte": "Copyright by Verlag Der Sturm 1919"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "5", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.7", "texte": "Der Expressionismus ist keine Mode. Er\nist eine Weltanschauung. Und zwar\neine Anschauung der Sinne, nicht der\nBegriffe, Und zwar eine Anschauung der Welt,\nvon der die Erde ein Teil ist.\nSoweit man in der Kunst zurückblicken kann,\nund man kann es mindestens bis sechzigtausend\nvor Christi Geburt, übersieht man in ständiger\nWiederholung zwei Kunstabschnitte: den Im-\npressionismus und den Expressionismus. Die\nerste Form der Kunst äußerung aller Völker\nist stets der Impressionismus gewesen. Sie ist\neben eine Aeußerung, nicht eine Offenbarung,\nDie Kunstäußerung entsteht aus dem Willen\nzur Nachahmung äußerer Eindrücke und zur\noptischen oder akustischen Festhaltung innerer\nEindrücke, Es fehlt also das entscheidende\nMoment der Kunst: die Offenbarung. Denn der\nsogenannte Wille und jeder äußere und innere\nEindruck ist an die Person gebunden. Jede\nPerson, auch wenn sie sich Persönlichkeit nennt,\nist ein Einzelfall. Nämlich ein Produkt der\nGeburt, der Erziehung, der Bildung, der Um-\ngebung, der Rasse und der Nation. Die Aeuße-\nrungen der Person sind zufällig, nämlich aus\ndem entstanden, was eben der Person zufällt,\nOder was ihr einfällt. Hieraus ergibt sich die\nGemeinverständlichkeit der impressionistischen\nKunst. Viele Menschen haben dieselben Zu-\nfallsbedingungen und können sich daher leicht\nunter sich verständigen. Nun wird aber nie-\nmand behaupten wollen, daß es nichts über den"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "6", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.8", "texte": "gemeinen Verstand hinaus gibt. Man wird auch\nnicht behaupten können, daß nur der Verstand\nnatürlich ist. Denn wir erleben den natürlichen\nMenschen, der nicht verständig ist, ständig\nunter uns: das Kind, Das Kind lebt und äußert\nsich zunächst nur in Offenbarungen. Es ist\nohne Ichbewußtsein. Es wird zum Produkt der\nZufallsbedingungen systematisch gemacht. Es\nwird eine Person oder die sogenannte Persön-\nlichkeit.\nMit dieser Entwicklung des Menschen hat\nKunst nichts zu tun, Kunst hat keine Entwick-\nlung, Kunst wird nicht gemacht, Kunst wird\nnicht einmal geschaffen, Kunst schafft. Der\nKünstler ist nicht ihr Herrscher, er ist ihr\nDiener,\nWir können geschichtlich immer wieder fest-\nstellen, daß Kunst nichts mit der Bildung des\nBlutes zu tun hat. Es gibt Kunst bei den\nNegern und den Südseeinsulanern, Es gibt\nKunst bei den Bauern und den Hirten, Beet-\nhoven war der Sohn einer Kellnerin, Heinrich\nvon Kleist uradlig. Die Wissenschaft ist ein\nVergleichen und aus der Kunstwissenschaft ist\nerwiesen, daß Kunst nichts mit der Geburt und\nmit dem Geiste zu tun hat. Kunstgeschichte ist\nnur eine Aufzählung der Namen, deren Träger\neine künstlerische Begabung haben. Diese\nkünstlerische Begabung ist aber höchstens Vor-\naussetzung, nicht Kunst, Diese künstlerische\nBegabung bedeutet weiter nichts als das Vor-\nhandensein einer stärkeren sinnlichen Auf-"}, {"page_pdf": 9, "page_imprimee": "7", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.9", "texte": "nahmefähigkeit für Farben-, Form-, Ton-, oder\nWortwerte, Diese stärkere Aufnahmefähigkeit\nbesitzt jedes Kind. Sie wird durch die Er-\nziehung verbildet, statt gebildet. Durch die\nErziehung läßt man das Kind nicht etwa etwas\nbegreifen. Man gibt dem Kind einen Begriff,\nMan läßt das Kind gar nicht sich entwickeln.\nMan verwickelt es. Man bildet das Kind gar\nnicht aus oder bildet es gar, man bildet ihm\netwas ein. Das Kind sieht die Erde voller\nBilder, man stellt ihm die Erde vor das Bild,\nDas Kind sieht, hört und fühlt das lebendige\nLeben, Man lehrt es, das Leben zu verstehen.\nIst das Leben zu verstehen? Verstehen wir das\nLeben? Wir können höchstens lernen zu stehen.\nAber schützt dieses Lernen vor dem Fall? Ver-\nfallen wir nicht immer wieder dem Leben? Wir\nfühlen fern das Leben nur im Gleichnis, Und\nKunst ist Gleichnis,\nDie künstlerischen Versuche der Urvölker und\nder Kinder sind also nicht gleichzustellen. Auch\nin der vorgeschichtlichen Zeit hat es stets zu-\nnächst einen Impressionismus gegeben, dem\ndann die künstlerische Formung, der Expressio-\nnismus, folgte. Das Kind hingegen ist stets\nzuerst Expressionist und wird durch die Er-\nziehung Impressionist. Denn das Kind ist ohne\nKenntnis von Tatsachen, Sein innerer Sinn ist\nlebendig, da es die äußeren Sinne erst ge-\nbrauchen lernt. Das Kind gibt sich primär aus\nund sekundär nimmt es auf.\nDer hohe Stand der Malerei und Plastik bei den"}, {"page_pdf": 10, "page_imprimee": "8", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.10", "texte": "Urvölkern in vorgeschichtlicher Zeit nacli\nUeberwindung der ersten impressionistischen\nAeußerung ist leicht zu erklären. Der Urmensch\nhat keine intellektuelle Vorstellung des Willens.\nEr fühlt sich nicht als Persönlichkeit. Er fühlt\nsich gebunden, religiös- Er will nicht das Un-\nnennbare nennen. Er will das Unfaßbare\nfassen. Er will nicht tausend Zungen haben um\nzu reden- Er will tausend Arme haben um\nalles zu begreifen. Er will viele Köpfe mit\nvielen Augen haben, um im Kreise zu sehen.\nEr will viele Beine und viele Füße haben, um\nseine Grenzen zu überschreiten. Er bildet Gott\nnicht nach seinem Ebcnbilde, er ist ein winziger\nTeil Gottes. Er nimmt sein Leben menschlich,\ngebunden. Seine Kunst ist unmenschlich, un-\ngebunden, Die Religion ist ihm nicht Kunst,\naber die Kunst ist ihm Religion, Denn die Kunst\nist seine Offenbarung,\nNicht der Expressionismus, der Impressionismus\nist primitiv. Oder ist es nicht primitiv, statt\nBilder Abbilder zu schaffen, oder ist es nicht\nprimitiv, nur zu glauben, was man sieht? Wo\nman außerdem nur zu sehen glaubt. Denn wer\nkann wirklich sehen. Das Auge sieht nicht an\nsich. Und unser äußeres Auge sieht nicht op-\ntisch, sondern mit dem Verstand- Die übliche\nVorstellung der impressionistischen Methode\nvom Sehen ist sogar sachlich falsch, Ernst Mar-\ncus hat in seinem Buch: „Das Problem der ex-\nzentrischen Empfindung und seine Lösung“\ndieses optische Weltproblem seiner Lösung"}, {"page_pdf": 11, "page_imprimee": "9", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.11", "texte": "näher gebracht, ja sogar gelöst. Dieses Problem\nsei nur insoweit und zwar nach Marcus erörtert,\nals es nötig ist, die Sicherheit in der Beurteilung\nvon Kunstwerken auf Grund der sogenannten\nnatürlichen Betrachtung durch das Auge zu\nnehmen.\nAlle jene Erscheinungen und Gebilde, die wir\nmit dem Gesichtssinn, dem Organ des Auges,\nwahrnehmen, sind optische Gebilde, Zu den\noptischen Gebilden gehört somit nicht nur das\nLicht selbst. Optische Gebilde sind auch jene\nFlächengebilde, die wir mit dem Auge wahr-\nnehmen und als Oberflächen von Körpern auf-\nfassen, Alle diese optischen Gebilde sind aber\ninsgesamt und ausschließlich Gebilde unserer\nEmpfindung, unserer Sinnlichkeit, Sie gehören\nnicht der leblosen Außenwelt an. Diese Tat-\nsache ist in der Naturwissenschaft, der Physio-\nlogie und der Psychologie anerkannt. Der be-\nrühmte gesunde Menschenverstand nimmt an,\ndaß das Licht zweimal existiert. Nämlich ein-\nmal fertig in der Außenwelt und einmal als\nein Licht, das von der Außenwelt her etwa wie\neine flüssige Masse in unser Auge strömt. Der\ngesunde Menschenverstand schließt daraus, daß\nwir in diesen Lichterscheinungen die Ober-\nflächen von Körpern, somit die Körper selbst\ndurch das Licht wahrnehmen. Diese beiden\nVorstellungen sind irrig. Alles Licht entsteht\nin uns durch Vermittlung des Auges. Daher\nauch alle optischen Gebilde, wie zum Beispiel\ndie scheinbaren Oberflächen der Körper. Die"}, {"page_pdf": 12, "page_imprimee": "10", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.12", "texte": "Lichtempfindung und jede Lichterscheinung ist\nein ursprüngliches Produkt des Gesichtssinnes.\nNicht einmal eine äußere Lichtquelle ist erfor-\nderlich, um Lichterapfindung auszulösen. Auch\nStoß und Druck auf das Auge bringen bekannt-\nlich Lichtgebilde hervor. Jedes optische Ge-\nbilde, daher auch das Licht selbst, beruht auf\nder Reizung des Sehnerven, wie etwa der Zahm\nschmerz auf Reizung des Zahnnerven beruht.\nDas optische Gebilde verdankt daher nur den\nNerven seine Existenz, Jedes Individuum hat\nalso seine eigene Lichtempfindung, wie jedes\nseinen eigenen Zahnschmerz hat. Wenn also\nverschiedene Individuen eine gleiche optische\nWahrnehmung haben, zum Beispiel die eines\nHauses, so sind die optischen Hausgebilde, die\nsie sehen, höchstens ähnlich, aber nicht gleich.\nDie verschiedenen Personen sehen also niemals\ndasselbe Haus, Jeder von ihnen hat ein eigenes\noptisches Gebilde einer Hausfläche vor sich.\nHieraus folgt: keiner von ihnen sieht den Kör-\nper des Hauses selbst, denn der Körper ist\nüberhaupt nicht mit dem Auge, er ist nur mit\ndem Tastsinn wahrnehmbar. Wir identifizieren\ndas optische Gebilde mit der Oberfläche des\nHauses und glauben daher den Körper des\nHauses selbst zu sehen. Der Grund hierfür ist\nganz einfach. Der Schluß, das optische Gebilde\nmit der Oberfläche des Körpers zu identifizieren,\nist ein Akt des Intellekts, Er gibt ein Urteil\nab, das über das Tatsachenmaterial hinausgeht,\nalso unrichtig ist. Nun sind die optischen Ge-"}, {"page_pdf": 13, "page_imprimee": "11", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.13", "texte": "bilde zwar nicht mit den körperlichen identisch,\ngeben aber ihre Gestalt, also ihre Form\nwieder. Nicht in wirklicher Größe, aber mathe-\nmatisch-proportional, Das ist eine Erfahrungs-\ntatsache, Diese Erfahrung benutzt der Intellekt,\num auf das Dasein von Körpern mit gleicher\nOberfläche zu schließen. Das Kind oder\nder operierte Blindgeborene vollzieht diesen\nSchluß nicht unmittelbar. Durch die Uebung,\nnämlich die Erfahrungsversuche, gewinnen wir\njedoch eine außerordentliche Sicherheit und\nSchnelligkeit im Schließen, Wir merken nicht\nmehr, daß wir nur schließen und daher im op-\ntischen Gebilde den Körper selbst zu sehen\nglauben. Die ganze optische Welt bestätigt\ndiese Behauptung, Die fernerliegenden Gebilde\nsind viel kleiner als ihre Körper, Die kleine\nSonnenscheibe, die wir optisch am Himmel\nwahrnehmen, ist nicht mit der Fläche des un-\ngeheuren Sonnenkörpers identisch. Wäre sie\ncs, so müßte die kleine Sonnenscheibe mit dem\nungeheuren Sonnenkörper örtlich zusammen-\nfallen, Dann müßten wir aber den Sonnenkör-\nper in seiner ganzen Größe optisch wahrneh-\nmen; einer Größe, von der sich keine Phantasie\neine Vorstellung macht. Auch hier liegt die\nVerwechslung des Schlusses mit einer unmittel-\nbaren Wahrnehmung vor. Der Verstand drückt\nes so aus: Wir sehen in der Entfernung einen\nKörper kleiner als er ist. Auch das ist irrig.\nWir nehmen einen Körper niemals optisch wahr.\nWir sehen ihn daher auch nicht kleiner als er"}, {"page_pdf": 14, "page_imprimee": "12", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.14", "texte": "ist. Wir schließen vielmehr von kleinen, aber\nentfernt liegenden optischen Gebilden auf das\nDasein eines großen Körpers.\nWenn wir uns diesen Tatbestand zum vollen\nsinnlichen Bewußtsein gebracht haben, daß\nnämlich die optischen Gebilde ganz und gar\nsubjektiv sind und von den Körpern verschieden,\nals deren Bilder wir sie auffassen, so stehen wir\nvor dem Wunder, das auch das Wunder der\nKunst ist. Die optische Welt ist eine Welt für\nsich, von der realen Körperwelt ganz ge-\nschieden. Unsere optischen Wahrnehmungen\nauch in der Natur und an uns selbst bilden eine\neigene optische Welt, sie sind Empfindungs-\ngebilde.\nWenn man aber einsehen muß, daß unser so-\ngenanntes Sehen schon durch intellektuelle\nSchlüsse beeinträchtigt ist, so muß man ein-\nsehen, welchen Wert die Beurteilung von Kunst-\nwerken durch Vergleich mit diesem natürlichen\nSehen hat. Die Beurteilung ist subjektiv und\nobjektiv völlig wertlos. Künstlerisch ist es\naber ebenso wertlos, intellektuelle Schlüsse zu\nmalen.\nNun ist es überhaupt nicht Wesen der Kunst,\näußere oder innere Eindrücke festzuhalten. Das\nsind Aufgaben der photographischen Linse und\ndes Gedächtnisses, Soweit die scheinbare Re-\nalität der Dinge in der Kunst verwandt wird,\nkann sie nur in künstlerischer Uebertragung\nverwandt werden, Malerei ist zweifellos die\nKunst der Fläche, Jedes reale Ding, der Gegen-"}, {"page_pdf": 15, "page_imprimee": "13", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.15", "texte": "stand, muß also flächig umgedeutet werden,\nwenn er überhaupt Vorwand für die Gestaltung\neines Bildes soll. Wir sehen mit unseren\näußeren Sinnen nur optische Gebilde, keine\nKörper, Die Kunst als Sichtbarkeit der inne-\nren Sinne sollte also den äußeren Sinnen Dinge\nvortäuschen, die nicht einmal der äußere Sinn\nsieht. Die Malerei hat zwei Mittel, die dem in-\nneren Gesicht, der Offenbarung, die Sichtbar-\nkeit schaffen; Farbe und Form, Es ist ohne\nweiteres klar, daß die Farbe an sich kein Bild\nergibt. Erst die Beziehungen der Farbe zuein-\nander gestalten ein Bild, Ebenso klar sollte es\neigentlich sein, daß die Form an sich kein Bild\nergibt. Auch hier ist die Beziehung der Formen\nzueinander erforderlich. Der Gebildete unserer\nZeit glaubt schon ein Bild vor sich zu haben,\nwenn er auf einer Leinwand etwa eine Ziege\nwiedererkennt. Nach dieser Logik müßte ein\nmeckerndes Grammopohn hierzu das natürliche\nKunstwerk vollkommen machen. Nun wird man\ndurch Beobachtung leicht feststellen können,\ndaß die gemalte Ziege auf die Personen am\nstärksten als Ziege wirkt, denen es versagt\nblieb, diese natürliche Bekanntschaft zu machen.\nDer (Ziegenkenner wird aber gewöhnlich die\nNatürlichkeit des Bildes bestreiten, weil diese\ngemalte Ziege nicht zu den Ziegen gehört, die\nin den Kreis seiner Erfahrungen getreten sind.\nSachlich ist auf jeden Fall die gemalte Ziege\neine Form, die willkürlich auf einer Fläche\nzwischen Farben steht. Sie steht allerdings"}, {"page_pdf": 16, "page_imprimee": "14", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.16", "texte": "auch nur solange, wie das Bild nicht umgedreht\nwird. Unter keinen Umständen ist diese Form\nzwischen Farben aber ein Bild, Sie ist eben-\nsowenig ein Bild, wie eine Harmonie zwischen\nTönen eine Symphonie ist. Die Form, sei sie\nnun als Ziege zu begrüßen oder als Dreieck zu\nerkennen, ist immer nur ein Mittel, Erst durch\ndie Beziehungen der Formen entsteht ein Bild,\nDiese Beziehungen müssen geregelt sein. Und\nzwar nach den Regeln der Kunst, um die es sich\ndoch beim Bilde handelt, nicht aber nach der\nzufälligen Begegnung in der Natur, Mit anderen\nWorten: Das impressionistische Bild ist regel-\nlos, weil es außerhalb des Bildgesetzes steht.\nDas expressionistische Bild unterstellt sich der\nkünstlerischen Regel, wird also künstlerisch ge-\nschlossen, ein Organismus. Der Laie und der\nKunstmaler schwärmen bekanntlich von der\nkünstlerischen Unordnung, So schmerzlich es\nauch dem Romantiker sein mag, Kunst ist Ord-\nnung, Kunst ist genau so organisiert wie jedes\nlebende Wesen der Natur, Der Kreislauf des\nBlutes ist das Leben des Menschen, Die ge-\ngliederte Bewegung, der Rhythmus, ist das\nLeben des Kunstwerks, Nur durch Bewegung\näußert sich Leben und Kunst, Die innere Be-\nwegung offenbart Leben und Kunst, Das Bild\nist genau so kompliziert wie der menschliche\nOrganismus, Die Schätzung nach der Oberfläche\ntäuscht. Wer von uns hat noch nicht falsche\ntreue Augen gesehen, an sie geglaubt. Trotz-\ndem man Uebung und Erfahrung hat. Auch das"}, {"page_pdf": 17, "page_imprimee": "15", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.17", "texte": "treuäugige Bild täuscht. Wie viele aber haben\nBildübung und Bilderfahrung, Man wird leich-\nter einsehen, als sehen, daß die Wertung eines\nKunstwerkes nicht so einfach ist. Selbst der\nArzt stellt falsche Diagnosen, trotzdem er sich\nnicht nur auf die Augen verläßt. In der Kunst\nist jeder mit dem Urteil seines Auges schnell\nfertig. Man muß sich daran gewöhnen, nicht\nmit der Sicherheit des Auges ein Bild abzu-\nsehen. Man muß davon absehen. Das ist Vor-\naussetzung der Erkenntnis.\nWieviele Menschen haben nicht schon über ein\nKunstwerk gelacht. Die Lacher mögen sich\nprüfen, was sie zum Lachen zwingt. Man lacht\nüber das, was man noch nicht erfahren hat,\nUeber die Liebe, Ueber den Tod, Ueber den\nGlauben, Und über die Kunst, Warum spotten\nwir über Kunst, Weil wir bewegt werden.\nWeil wir mitten in den Kreislauf unseres Blutes\nhineingefaßt werden. Weil unser Herz stockt.\nWeil etwas vor unserer Erkenntnis steht, was\nzugleich hinter unserer Erfahrung steht- Den\nKindern wird verboten, über das Ungewöhnliche\nzu lachen. Die Gebildeten lachen seelenruhig.\nWeil ihre Seele unruhig wird. Weil sie das\nLeben fühlen, über das sie sich gewöhnlich hin-\nwegsetzen, Dank der Gewohnheit, Das Leben\nist ihnen zu lebendig. Die Kunst zu künstle-\nrisch, Aber das Wesen des Lebens ist das Leben,\nUnd das Wesen der Kunst die Kunst, Beides,\nLeben und Kunst ist Wirkung, Wirkung ist Be-\nwegung, Beharren ist Tod, Oder Ruhe im"}, {"page_pdf": 18, "page_imprimee": "16", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.18", "texte": "Leben. Damm sollen wir aufsehen und auf-\nhören, wenn unsere Beharrlichkeit gestört wird.\nDenn dann steht das kreisende Leben vor uns\nund die kreisende Kunst, Die Schönheit des\nLebens ist die Kunst, Und die Schönheit\nder Kunst eben ihr Leben- Wissen wir heute\nwas uns morgen schön ist? Wußten wir gestern,\nwas uns heute schön ist? Die Schönheit ist\nkein Begriff, sie ist Erlebnis. Nämlich die Wir-\nkung eines Erlebnisses. Wie lange zehrt man\nvon der Erinnerung eines Erlebnisses, Können\nwir von dem Kunstwerk leben, wenn es selbst\nnur Erinnerung eines Erlebnisses ist, statt selbst\nErlebnis zu sein. Nachahmung ist also nie\nKunst, Was ist mir der Sekt, den ein anderer\ngetrunken hat. Was ist mir die Liebe, die ein\nanderer genossen hat. Was ist mir die Land-\nschaft, die ein anderer gesehen hat. Nur was\nich unmittelbar erlebe, ist Leben, Nur was ich\nunmittelbar sehe, ist Kunst-\nUnmittelbar sehen heißt also nicht Identifi-\nzieren oder Wiedererkennen einer oder mehre-\nrer Formen des Bildes durch Vergleich mit opti-\nschen Gebilden von Naturkörpem, Unmittel-\nbar sehen heißt vielmehr, das Bild, also die\nkünstlerisch logische Gliederung der Farb-\nformen, durch Vermittelung des Auges mit dem\nGefühl aufzunehmen. Die gefühlsmäßige Auf-\nnahme setzt die Ausschaltung der Erfahrung\ndurch den Verstand und den gedanklichen Ver-\ngleich voraus. Es wird nicht bestritten werden,\ndaß das Gefühl unmittelbar ist. Der stärkste"}, {"page_pdf": 19, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.19", "texte": "Bild mit rotem Fleck\nKANDINSKY"}, {"page_pdf": 20, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.20", "texte": "Halb vier Uhr\nMARC CHAGALL"}, {"page_pdf": 21, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.21", "texte": "Schweine\nFRANZ MARC"}, {"page_pdf": 22, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.22", "texte": "Pan-Pan-Tanz\nGINO SEVERINI"}, {"page_pdf": 23, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.23", "texte": "Kontrast der Formen\nFERNAND LÉGER"}, {"page_pdf": 24, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.24", "texte": "Kontrast der Formen\nPAUL KLEE"}, {"page_pdf": 25, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.25", "texte": "Bild 45\nJACOBA VAN HEEMSKERCK"}, {"page_pdf": 26, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.26", "texte": "Frau und Kind\nALBERT GLEIZES"}, {"page_pdf": 27, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.27", "texte": "Mysterium Mensch\nJOHANNES MOLZAHN"}, {"page_pdf": 28, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.28", "texte": "Bi.d 2\nGEORG MUCHE"}, {"page_pdf": 29, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.29", "texte": "Blaues Flattern\nNELL WALDEN"}, {"page_pdf": 30, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.30", "texte": "Sinfonie 12\nRUDOLF BAUER"}, {"page_pdf": 31, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.31", "texte": "Franz Müllers Drahtfrühling\nKURT SCHWITTERS"}, {"page_pdf": 32, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.32", "texte": "Musik\nTOUR DONAS"}, {"page_pdf": 33, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.33", "texte": "Verlassene Stadt\nARNOLD TOPP"}, {"page_pdf": 34, "page_imprimee": "n. p.", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.34", "texte": "Etüde\nLOUIS MARCOUSSIS"}, {"page_pdf": 35, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.35", "texte": "Ausdruck seelischer Bewegung ist das sinnliche\nFühlen, Der Druck der Hand oder des Mundes\netwa ist die greibarste Form. Das Fühlen ist\nstärker, tiefer, innerlicher als jede Aussage.\nKunst ist die sinnliche Gestaltung dieses un-\nseres Fühlens, Aber nicht beschränkt auf eine\nPerson oder eine Sache. Kunst ist die Gestal-\ntung des Fühlens an sich. Die Gestaltung des\nFühlens ist die Bewegung- In Leben und Kunst,\nWir sehen etwa zwei Menschen sich küssen\nund nennen es Liebe, Das Sehen dieses Vor-\nganges zwingt uns nicht, diese Liebe zu fühlen.\nWarum sollte es bei dem gemalten Vorgang so\nsein. Wir dürfen nicht Zuschauer sein, wenn\nwir fühlen wollen. Das Bild darf also nicht\nSchaustück sein, wenn es unser Gefühl be-\nwegen will.\nEs bleibt die Frage, ob Farbformen unmittel-\nbar wirken können. Von Tönen wird es nicht\nbestritten. Von den einzelnen Farben auch nicht-\nRot wirkt anders auf uns als blau. Wenn aber\nschon der einzelne Ton oder die einzelne Farbe\nuns irgendwie im seelischen Gleichgewicht stört,\ndas heißt bewegt, wie sollte dann die künst-\nlerisch logische Verbindung von absoluten\nTönen oder absoluten Farbformen nicht wir-\nken. Das Material der Kunst an sich ist schon\nMittel seelischer Bewegung, Die Kunst, die\nGestaltung dieses Mittels, bewegt die Seele in\nbestimmter Richtung- Je stärker das Kunst-\nwerk ist, desto sicherer ist der Zwang der Rich-\ntung. Für das Kunstwerk Bild ist es unerheb-"}, {"page_pdf": 36, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.36", "texte": "lieh ob die Farbformen gegenständlich oder un-\ngegenständlich sind. Auch das Bild, dessen\nFarbformen sekundär Erinnerungsmomente aus-\nlösen, kann künstlerisch sein, also die Seele in\nbestimmter Richtung bewegen. Es wird nicht\ngegen das impressionistische Bild eingewandt,\ndaß es die Möglichkeit einer Erinnerung oder\neines Vergleichens gibt. Es wird eingewandt,\ndaß statt des Bildes Erinnerungsmomente und\nzwar ausschließlich gegeben werden. Mit an-\ndern Worten: Das impressionistische Bild stellt\neinen äußeren oder inneren Eindruck dar, statt\nihn durch die angegebenen künstlerischen Mittel\nzur Bildgestaltung zu bringen. Es soll nicht be-\nstritten werden, daß es impressionistische\nKunstwerke gibt. Sie sind dann aber nur\nscheinbar impressionistisch und verdanken ihr\nkünstlerisches Dasein einem Zufall,\nNämlich, daß die künstlerische Offenbarung\neines solchen Malers so stark war, daß ein Bild\ngegen den impressionistischen Willen dieses\nMalers entstand. So ist auch der große Unter-\nschied in der sogenannten Qualität der Bilder\neines impressionistischen Malers zu erklären.\nMan hat bekanntlich auch durch Zufall Amerika\nentdeckt. Aber Amerika hat zweifellos be-\nstanden, als es noch nicht entdeckt war. Der\nZufall der Entdeckung ist höchstens ein sub-\njektiver Beweis eines objektiven Daseins,\nEs gibt selbstverständlich keine Methode, durch\ndie ein Kunstwerk entsteht, auch nicht eine ex-\npressionistische Methode. Und jede Theorie"}, {"page_pdf": 37, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.37", "texte": "ist stets eine Sammlung der Summe der Erfah-\nrung. Die Erkenntnis des expressionistischen\nWesens der Kunst befreit aber Schaffende und\nGenießende von dem Unwesen des Dilettantis-\nmus. Der Dilettantismus in der Kunst entsteht\nnicht durch unzureichende technische Kennt-\nnisse. Er entsteht durch unzureichende geistige\nErkenntnisse, Zahllose Künstler sind in diesem\nSinne Dilettanten. Einige Dilettanten sind in\ndiesem Sinn« Künstler,\nAuch die Technik ist nicht absolut, Technik\nist die Fähigkeit der Gestaltung einer\nOffenbarung, Daher muß jedes Kunstwerk\nseine Technik haben, Künstler und Laien ver-\nwechseln allzuoft Formen und Formeln, Die\nInhalte der Kunst können nur durch Formen\nsichtbar und hörbar werden. Es ist falsch, diese\nAuffassung Kunst für Kunst zu nennen. Es\nmuß richtiger und richtig Kunst aus Kunst\nheißen. Menschen bestehen aus organischen\nmenschlichen Bestandteilen und Kunstwerke aus\norganischen künstlerischen Bestandteilen. Gegen\ndiese Logik kommt keine Erfahrung auf, weil\nsie eben Erfahrung ist. Diese Erkenntnis Kunst\naus Kunst befreit bereits vom Dilettantismus.\nDer Laie wundert sich immer wieder darüber,\ndaß Kunstwerke von Akademien und Fach-\nmännern nicht als Kunstwerke erkannt worden\nsind. Die Erklärung vom expressionistischen\nWesen der Kunst überhaupt erklärt es ganz\neinfach. Akademien und Fachmänner werten\nnach ihrer Kenntnis und nicht nach ihrer Er-"}, {"page_pdf": 38, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.38", "texte": "kenntnis, Ihr Mittel ist der Vergleich- Jeder\nVergleich ist aber abhängig von dem Ver-\ngleichenden, Der Vergleichende ist aber sub-\njektiv, also unzulänglich. Das Kunstwerk muß\naus sich selbst erkannt werden. Der subjektive\nKünstler setzt beim Genießenden die Kenntnis\nseiner Erfahrungen voraus. Erfahrungen kann\nman aber nur durch Aussagen übermitteln. Es\nhängt daher von meinem subjektiven Ermessen\nab, ob ich die Aussage glaube oder nicht, Kunst\nmuß zum Glauben zwingen. Ich muß den\nGlauben erfahren. Wenn mich einer nieder-\nschlägt oder aufhebt, muß ich an die Kraft\nglauben. Wenn mich ein Kunstwerk bezwingt\noder befreit, muß ich an das Kunstwerk\nglauben. Nur Fühlen ist Wirkung. Nach der\nWirkung kann ich mir die Ursache erklären.\nDie Ursache des äußeren Fühlens und des in-\nneren Fühlens, Die Erklärung ist aber nicht die\nWirkung. Selbst ohne Erklärung kann das\nFühlen nicht bestritten werden.\nDie unmittelbare Wirkung ist die Kraft des ex-\npressionistischen Bildes, Diese Bilder erregen\ndas Aufsehen, weil sie zum Aufsehen zwingen.\nNicht nur zum Ansehen, Diese unmittelbare\nWirkung ist die Gewalt des Rhythmus.\nUnsere Seelen schwingen mit in der lebendigen\nBewegung der künstlerisch logisch gegliederten\nFläche, Das erfordert nicht etwa die so-\ngenannte extreme Phantasie als Voraussetzung,\nDie Gesetze dieser Wirkung gibt die Physiolo-\ngie, ja sogar schon die Physik. Es gibt eben äthe-"}, {"page_pdf": 39, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.39", "texte": "rische Wellen, Wir fließen in ihnen. Darüber\nhilft uns auch der famose freie Wille nicht hin-\nweg, Wir sind eben in jeder Hinsicht abhän-\ngig, wenn es auch unsere herrliche Vorstellung\nvon der Individualität kränkt. Wir müssen,\nauch wenn wir nicht wollen. Und die Kunst\nals Gleichnis der Ewigkeit kann sich nicht über\ndie Ewigkeit erheben, da Kunst nur und doch\nGleichnis der Ewigkeit ist, Kunst kann nicht\nunnatürlicher sein wollen als die Natur, Aber\ndie Feststellung der Wirkung ist nicht die Wir-\nkung. Kunst ist durchaus voraussetzungslos.\nKunst setzt nichts voraus, weil sie eben nicht\nsitzt oder steht, sondern weil sie sich bewegt.\nKunst erzählt auch nichts, weil sie eben nicht\nrechnet. Durch Zahlen wird 'nichts bewiesen,\nnur erklärt, Soll man eine Erklärung erklä-\nren. Das aber ist die übliche tertiäre Auf-\nfassung der Kunst,\nNichts beweist die geistige Abhängigkeit der\nMenschen von übernommenen Begriffen mehr,\nals ihre Betrachtung der Kunstwerke, Die Be-\ngriffe verdecken die Empfindsamkeit und die\nEmpfidung des einzelnen so sehr, daß ihm der\nBegriff ein Erlebnis scheint. Sogar sein persön-\nliches Erlebnis. Man sieht nicht, man ver-\ngleicht, Und da das expressionistische Bild,\ninsbesondere das ungegenständliche, keine Mög-\nlichkeit zum Vergleichen mit der sogenannten\nNatur gibt, so vergleicht man eben, wie und wo\nman vergleichen kann. Man sagt etwa, daß\nman sich das expressionistische Bild sehr schön"}, {"page_pdf": 40, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.40", "texte": "als Glasfenster oder als Teppich denken könne.\nOder als Tapete, Diese kluge Bemerkung macht\njeder Zweite. Das ist statistisch nachzuweisen.\nTrotzdem glaubt jeder Zweite, daß er der erste\nund einzige ist, der sich so etwas denken kann.\nUnd sogar schön denken kann. Soweit es sich\num das Bild als Kunstwerk handelt, ist es höchst\ngleichgültig, ob das Bild gemalt, gebrannt oder\ngewirkt ist. Kein Material ist an sich künstle-,\nrisch oder unkünstlerisch. Auch die Verwen-\ndung oder Verwertung eines Bildes ist für seine\nkünstlerische Wesenheit unwesentlich. Es be-\nweist nichts für oder gegen das Bild, ob man\neine bemalte Fläche einrahmt oder nicht, ob\nman sie aufhängt oder aufklebt, ob man sich\nvor sie oder auf sie stellt. Das Bild ist konzen-\ntrisch, das angewandte Bild, der Bildschmuck,\nexzentrisch. Das impressionistische Bild ist un-\norganisch, Es wirkt organisch erst dadurch,\ndaß es betrachtet wird. Es ist für den Beschauer\naufgebaut. Es wendet zur Orientierung des Be-\nschauers die wissenschaftliche Perspektive an,\ndie eben als Wissenschaft unkünstlerisch ist.\nDie Perspektive täuscht eine Plastik der Fläche\nvor. Die Perspektive verstößt also gegen das\nGesetz der Fläche, Sie täuscht sogar die op-\ntische Täuschung, Wir sehen nicht einmal per-\nspektivisch, wir lernen erst perspektivisch\nsehen. Warum soll außerdem das Bild orien-\ntieren. Man will doch nicht im Bild spazieren,\nman will doch nicht im Bilde baden oder sich in\ndas Bild setzen. Die ganze schöne Natur ist er-"}, {"page_pdf": 41, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.41", "texte": "ledigt, wenn man das impressionistische Bild\numgekehrt sieht. Plötzlich ist das Wasser Him-\nmel, weil uns beide gewöhnlich blau vorgemacht\nwerden. Nichts beweist klarer die Täuschung\nund den Unsinn eines Bildes, als diese einfache\nUmkehrung, Man sieht plötzlich, daß das Bild\nvöllig auseinanderfällt, wenn man es als Bild\nsieht, das heißt als künstlerisch logische Ge-\nstaltung von Farbformen. Deshalb ist die Kon-\nzentration nicht nur das innere Mittel des\nKunstwerks, sie ist auch das äußere Mittel,\nDenn nur durch die rhythmischen Beziehungen\nzur optischen Mitte schließt das Bild mit\nder gewählten Fläche ab. Das Bild muß sich in\nsich schließen. Jede optische Erscheinung\nschließt sich in sich. Das wirkliche, das künst-\nlerische Bild kann man daher beliebig von allen\nSeiten betrachten, ohne daß es künstlerisch un-\nzulänglich wird. Für das Bild gibt es auch\nkeine Gesetze des Schwergewichts, Warum\nsoll man ein Bild nicht auf den Kopf stellen\nkönnen. Es hat ja keinen Kopf, Das ange-\nwandte Bild oder besser der bildartige Schmuck\ndagegen ist exzentrisch. Es entsteht durch die\nWiederholung einer Form, Nur die einzelne\nForm ohne Beziehung auf andere Formen gibt\ndie Möglichkeit einer mechanischen Wieder-\nholung, Es ist keine Frage, daß der bildartige\nSchmuck seine Entstehung dem Bilde verdankt.\nVom Schmuck fordert der Betrachter dennoch\ngewöhnlich nicht die Natürlichkeit, wie es so\nschön heißt. Der Handwerker mit künstleri-"}, {"page_pdf": 42, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.42", "texte": "schem Gefühl ist auch wenig geneigt dazu, da\ner eben mehr Gefühl zum mindesten für das\nSpiel der Formen und Farben hat, als der Kunst-\nmaler, Nur in Zeiten des Niedergangs der\nKunst gibt es natürliche Motive in der ange-\nwandten Kunst, Wer sieht auch gern seine\nWände dauernd im Schmuck der Rosen blühen\noder Veilchen auf einer Bluse wachsen, die\ndurch Napoleon oder durch die Königin Luise\nzusammengehalten wird. Allerdings sind manche\nMenschen so sehr von ihrer Individualität ent-\nzückt, daß sie sie sogar in die Möbel stecken.\nDas nennt sich Innenarchitektur, Man kann\neben nicht Bilder mit dem Geschmack aufneh-\nmen, Das ist die Geschmacksverirrung,\nNamen tun nur etwas zur Sache, nichts zur\nKunst, Kunstwerke werden nicht durch Kennt-\nnis der Künstler erkennbar. Sie werden es\ndurch Erkenntnis der Kunstwerke. Namen\nsind nur Wegweiser, die das Finden absoluter\nKunst erleichtern sollen. Primär offenbart sich\nKunst in den Bildern von Kandinsky und Marc\nChagall. Man nennt die Kunst Kandinskys un-\ngegenständlich, die Kunst Chagallas gegenständ-\nlich, womit gesagt sein soll, daß bei Chagall das\nVergleichen optischer Gebilde mit Naturkörpern\nmöglich ist, bei Kandinsky nicht. Dieses Ver-\ngleichen oder Wiedererkennen bedeutet nichts\nfür oder gegen den Wert eines Kunstwerks.\nMan hat das Wort Kandinskys „Vom Geistigen\nin der Kunst“ falsch verstanden. Man behaup-\ntet, daß seine Malerei abstrakt sei, indem man"}, {"page_pdf": 43, "page_imprimee": "25", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.43", "texte": "unter dem Wort abstrakt etwas Unsinnliches\nversteht. Nun ist selten ein Bild so sinnlich, so\nsinnfällig wie das Bild Kandinskys. Es ist\nreinste Malerei, da sie das Material dieser\nKunst die Farbform an sich ohne jede sekundäre\nVorstellung verwendet. Man kann sich bei dem\nBild Kandinskys nichts denken. Aber Denken\nist eben nicht Anschauung, weder äußere noch\ninnere. Was denkt man sich beim Himmel oder\nbeim Meer oder beim Wald oder beim Garten.\nSind diese Erscheinungen unserer Empfindung\ndeshalb weniger schön, das heißt weniger ohne\nWirkung, Der gemalte Garten etwa ist kein\nGarten. Aber das Bild kann die Wirkung\nGarten haben, auch wenn man keine Blumen\nnach Finne feststellen kann, Blaue Farbe ist\nkein Meer, Aber das Bild kann die Bewegung\ndes Meeres haben, ohne daß fließende Wellen\ndurch gerade oder gebogene Linien festgehalten\nwerden. Bei Chagall kann man sich etwas den-\nken- Aber was man sich etwa dabei denken\nkann, ist nicht die Kunst. Das Bild Chagalls ist\nKunst, weil seine optischen Gebilde nach künst-\nlerischen Beziehungen bildgemäß gegliedert und\ngestaltet sind.\nDie Qualität eines Bildes ist also nach der In-\ntensität der Offenbarung und ihrer Gestaltung\nzu werten. Die Voraussetzung für die Wertung\nist die Einsicht in das Wesen der Kunst über-\nhaupt, Die Wertung, also die Kritik, befaßt\nsich nicht mit der Offenbarung, die Voraus-\nsetzung der Kunst ist. Denn Kunst ist die Ge-"}, {"page_pdf": 44, "page_imprimee": "26", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.44", "texte": "staltung der Offenbarung, Künstlerische Fehler\nsind nur in der Gestaltung zu suchen und zu\nfinden. Hierzu bedarf es der Erkenntnis der be-\nsonderen künstlerischen Wirkungen aus den be-\nsonderen künstlerischen Ursachen jedes einzel-\nnen Kunstwerks, Jede Fläche hat ihre eigenen\nGesetze, denen der Schaffende wie der Ge-\nnießende, also auch der vernunftgemäß Prü-\nfende, unterworfen ist. Die äußere und innere\nGeschlossenheit des Kunstwerks kann aus der\nSichtbarwerdung der Offenbarung erkannt wer-\nden, Wo der Organismus des Kunstwerks einen\nEingriff gestattet, liegt ein künstlerischer Fehler\nvor. Die künstlerische Logik ist so absolut und\nso zwingend, wie die vernunftgemäße Logik.\nDie künstlerische Logik ist eben die Gestaltung\ndes Gefühlsgemäßen, des Sinnegemäßen, nicht\ndes Sinngemäßen, Die Beweise der Logik sind\nso zwingend, wie überhaupt logische Beweise\nsein können. Auch die Logik des Denkens ist\nfür viele unfaßbar, selbst wenn sie logisch den-\nken, So ist auch die Logik des Fühlens für\nviele unbegreiflich, auch wenn sie logisch füh-\nlen, Diesen Vielen bleibt nichts übrig, als den\nLogikern bewußt oder unbewußt zu glauben.\nDas haben sie auch stets getan und sind damit\nlebensglücklich und kunstglücklich gewesen.\nDie innige unlösbare Beziehung zwischen Farbe\nund Form des wirklichen Bildes beweist nichts\nbesser als die Abbildung, Die Zeichnung ist\neine Kunst für sich, nämlich die Kunst der Linie,\nDie Farbe darf nicht aufgetragen, sie muß selbst"}, {"page_pdf": 45, "page_imprimee": "27", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.45", "texte": "Zeichmmg sein. Was man im Gemälde Linie\nnennen könnte, ist kleinste Parkfläche, Farb-\nform, nicht etwa die sogenannte Kontur, Denn\ndie Kontur ist nur ein Hilfsmittel der Wissen-\nschaft, Die Natur hat keine Konturen, Die\nphotographische Abbildung des expressionisti-\nschen Bildes ergibt keine sinnfällige Vorstellung\ndes Originales. Es wird nicht sinnlich vorstell-\nbar, Wohl aber das impressionistische Bild,\nEin Beweis dafür, daß impressionistische Bilder\nbegriffliche Zeichnungen sind. Ein innerer Zu-\nsammenhang zwischen Farbe und Form ist nicht\nstärker vorhanden, als wenn man eine Sympho-\nnie für das Klavier mit Begleitung von einigen\nStreichinstrumenten überträgt. Aus Abbildun-\ngen kann man daher nur die Bewegung der\nFarbformen erkennen.\nIn der Tonkunst ist das expressionistische\nWesen der Kunst längst erkannt worden. Die\nVerirrung durch die Nachahmung äußerer\nakustischer Eindrücke ist in der Geschichte der\nMusik sehr selten, Diese Verirrungen nennt\nman sehr charakteristisch Tonmalerei, Man ist\nsoweit in die Verbildung der Bildkunst hinein-\ngeraten, daß man dieses künstlerische Mißver-\nständnis mit Namen und Tat sogar in die Musik\nübertrug. Der unmusikalische Mensch hört nur\nTöne und hört Musik erst dann, wenn er sich\ndabei durch Denken oder Vergleichen etwas\nvorstellen kann. Der unmalerische Mensch\nsieht nur Farbklexe und sieht ein Bild nur dann,\nwenn er sich durch Denken oder Vergleichen"}, {"page_pdf": 46, "page_imprimee": "28", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.46", "texte": "etwas dabei erinherungsgemäß vorstellen kann,\nOhr und Auge sind nur die sinnlichen Vermitt-\nler, nicht aber die Träger der Kunst-\nDer Expressionismus ist also keine Mode, Er\nist auch keine Richtung, Expressionismus ist\nKunst, Der Expressionist ist der Künstler, Und\nwie sich in früherer Zeit viele Künstler nann-\nten, die nur mehr oder weniger geschickte tech-\nnische Nachahmer von Nachahmungen waren,\nso nennen sich heute viele Expressionisten, die\nnur die äußere Gestaltung des expressionisti-\nschen Bildes nachzuahmen versuchen. Aber\ndie Nachahmungen bleiben Versuche, Denn\ndas wirkliche Kunstwerk ist nicht nachzu-\nmachen, Jeder innere Rhythmus ist in seiner\nBewegung einmalig. Die Nachahmung hingegen\nist nachzuahmen, weil ihr Wesen nicht das\nSchöpferische ist. Bilder können so ähnlich\nsein wie Menschen, Aber so wenig zwei Men-\nschen sich gleich sind, so wenig sind es zwei\nKunstwerke, Das ungeübte Auge kann leichter\neinen Asiaten von einem Europäer unterschei-\nden als zwei Asiaten oder zwei Europäer der-\nselben Nation, Das ungeübte Auge kann leicht\neinen Impressionisten von einem Expressio-\nnisten unterscheiden. Aber zwei expressio-\nnistische Kunstwerke scheinen ihm gleich. Auch\nhierin liegt eine Mechanisierung in der äußeren\nAnschauung optischer Gebilde, vor der nicht\ngenug zu warnen ist, wenn man ohne innere Er-\nkenntnis von Kunst Kunstwerke betrachtet\noder gar wertet."}, {"page_pdf": 47, "page_imprimee": "29", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.47", "texte": "Man verlerne das Vergleichen. Man lerne erst\nwieder unmittelbar sehen, dann wird man auch\nunmittelbar ein Bild sehen. Man schreite über\nseine Erfahrungen, über sich selbst hinweg.\nDann erst wird man die Kunst mit den Sinnen\nund mit der Seele erleben."}, {"page_pdf": 48, "page_imprimee": "30", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.48", "texte": "ENTSCHEIDENDE\nUND FÜHRENDE KÜNSTLER\nDES EXPRESSIONISMUS\nMaler:\nKandinsky / Marc Chagall / Franz Marc f /\nFerdinand Leger / Albert Gleizes / Jean\nMetzinger / Umberto Boccioni f / Gino\nSeverini / Francis Picabia / Delaunay I\nPaul Klee / Jacoba van Heemskerck I\nRudolf Bauer / Georg Muche / Johannes\nMolzahn / Nell Waiden / Johannes Itten /\nArnold Topp / Emil Filla / Otakar Kubin I\nMaria Uhdcn f / Kurt Schwitters I Louis\nMarcoussis\nBildhauer:\nAlexander Archipenko / William Wauer /\nOskar Schlemmer"}, {"page_pdf": 49, "page_imprimee": "31", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.49", "texte": "Verlag Der Sturm / Berlin W 9\nDichtungen von Herwarth Waiden\nDas Buch der Menschenliebe\n15 Mark\nDie Härte der Weltenlicbe\n15 Mark\nErste Liebe / Ein Spiel mit dem Leben\nDie Beiden / Ein Spiel mit dem Tode\nSünde / Ein Spiel an der Liebe\nGlaube / Komitragödie\nLetzte Liebe / Komitragödie\nJedes Buch 4 Mark 50 Pfennig\nKind / Tragödie\nTrieb / Eine bürgerliche Komitragödie\nMenschen / Tragödie\nJedes Buch 7 Mark 50 Pfennig\nWeib / Komitragödie\n12 Mark\nSchriften von Herwarth Waiden\nEinblick in Kunst\nExpressionismus Kubismus / Futurismus\nMit 64 Abbildungen / Dritte bis fünfte Auflage\nGesammelte Schriften\nErster Band: Kunstmaler und Kunstkritiker\n12 Mark\nExpressionismus I Die Kunstwende\nMit 140 Abbildungen\n75 Mark / Gebunden 100 Mark"}, {"page_pdf": 50, "page_imprimee": "32", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabg1930-01.1.50", "texte": "Drucki Nester\nBerlin SW 68. J"}]}