{"numero_id": "bm-bmtnabi-1853-07-30-02", "volume": "bmtnabi_1853-07-30_02", "ocr_sha256": "01fa45360484c1a867b6fe93d49d75e176963a05b60bc255187f8f650e0d6a15", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1853/07/30_02/bmtnabi_1853-07-30_02.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1853-07-30-02-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1853-07-30_02#c001", "volume": "bmtnabi_1853-07-30_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "1", "page_fin": "2", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.2.1", "titre_corps": "Für Pianoforte.", "titre_sommaire": "Für Pianoforte.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4323, "texte": "Für Pianoforte.\nF. W. Markull, Waldblumen für das Pianoforte. W.\nTaubert gewidmet. Op. 19 und 20. II Hefte. Kö-\nnigsberg in Pr., Pfitzer & Heilmann. Jedes Heft\n20 Sgr.\nUnsere Anzeige dieser Markull'schen Waldblumen kommt frei-\nlich etwas spät, denn hoffentlich sind sie schon in den Händen\naller Freunde und Freundinnen des Ciavierspiels, d. h. also heut zu\nTage so viel wie in aller Welt Händen. Allein die Flut der Piano-\nGompositionen ist so gross und strömt mitunter, wie jedes Wasser,\ndas zu sehr anschwillt, so trübe, dass sie das Gute mit hinweg\nspült oder mit ihrem Schlamme bedeckt. Das Schöne vor diesem\nSchicksal zu retten, ist niemals zu spät, und die grosse Dilettanten-\nwelt will bei dem schnellen Verzehr aller Producte des musica-\nlischen Pflanzenreichs daran erinnert sein, dass es auch Blumen\n«c\ngibt, die nicht zum Verspeisen, sondern zum Duften und Ange-\nschautwerden bestimmt sind. Solcher Naturkinder sehen wir hier\nacht, die zwar nicht ohne Kunst gezogen sind, aber doch so, dass\nihr natürliches Wesen nicht dadurch verkrüppelt worden ohne\nBildersprache acht kürzere oder längere Musikstücke, welche über-\nall ein Streben nach wirklicher Musik und ein solides Wissen und\nKönnen bekunden und hoch über dem Modeflitter der Zeit stehen.\nMögen sie desshalb überall bestens empfohlen sein.\nF. W. Markull, Spiele der Laune. Walzer, Notturno,\nScherzo, Mazurka. Op. 31. Königsberg, ebendaselbst.\n20 Sgr.\nAuch diese „vier Bagatellen\", wie sie der Componist auf dem Ti-\ntel nennt, bekunden die oben gerühmten Eigenschaften desselben.\nAm werthvollsten dürfte das Scherzo in B-dur 2/4 Tact sein, am\nschwächsten das Notturno; der Walzer und die Mazurka sind in\nMelodie und Rhythmus sehr lieblich und mitunter wirklich reizend.\nSchwierigkeiten der Ausführung sind nicht vorhanden; die aller-\nliebsten Kleinigkeiten sind besonders den Clavierspielerinnen zu\nempfehlen.\nGiacomo Meyerbeer, Fackeltanz zur Vermählungsfeier\nI. K. H. der Prinzessin Anna von Preussen mit S.\nH. dem Prinzen Friedrich von Hessen. 'Ciavieraus-\nzug vom Componisten. Berlin, bei E. Bote & G.\nBock. IVB Thlr.\nF. von Flolow, Facheltanz zu derselben Vermählungs-\nfeier. Ciavierauszug vom Componisten. Berlin, eben-\ndaselbst. 20 Sgr.\nZwei Gelegenheits-Compositionen, welche zwar nicht als hervor-\nragende Kunsterscheinungen gelten können und auch darauf wohl\nkeinen Anspruch machen, aber durch ihre Veranlassung und durch\ndie Namen ihrer Verfasser Vielen interessant sein werden. Der\nFackeltanz Meyerbecr's ist ausgearbeiteter und charakteristischer,\nals der von Flotow, doch hat auch dieser recht hübsche Momente.\nSo viel man aus den Clavicrauszügen urtheilen kann, in denen übri-\ngens die Instrumentirung gar nicht angedeutet ist, haben beide\nComponisten die Trompeten nicht geschont.\nRobert Schumann, Acht zweihändige Ciavierstücke für\nkleine und grosse Kinder, aus den vierhändigen\nStücken übertragen von Karl Reinecke. 85.\nWerk. Hamburg, Schuberth & Cp. 1 % Thlr.\nDen Freunden der Schumann sehen vierhändigen Kinderstücke\nwird diese mit Geschick und Geschmack gemachte Zurückfuhrung\nderselben auf zwei Hände willkommen sein. Ob sie jedoch da-\ndurch nicht den eigentlichen Reiz verloren haben, wrollen wir da-\nhin gestellt sein lassen; es ist etwas ganz Anderes, wenn zwei Kin-\nder „Kränze winden\" (Nr. 3) und „Versteckens\" (Nr. 6) spielen,\nals wenn eines dasselbe thut.\nLudwig Hoffmann, Sonate für das Pianoforte zu vier\nHänden. Op. 1. Berlin, Trautwein'sche Buch- und\nMusicalien-Handlung (J. Guttentag). 2 Thlr.\nEin erstes Werk und eine vierhändige Sonate? Das ist heut zu\nTage selten, aber erfreulich. Jetzt, wo die jungen Componisten\n(und auch einige alte) es gar nicht anders thun, als mit prunken-\nden romantischen Titeln und Ueberschriften, wo sie auf die alten\nFormen herabsehen, wie auf bedauernswürdige Ruinen einer un-\ntergegangenen Zeit, wo Alles objectiv und plastisch sein muss, und\nwir es endlich so weit gebracht haben, dass die Musik nicht mehr\nMusik, sondern Gegenständliches ausdrücken soll, da erregt die\nDame Sonate ein wahres Erstaunen, wenn sie in die Cirkel der\nheutigen musicalischen Welt tritt. Es erweckt aber für den Musi-\nker und für den Kunstfreund, dessen Geschmack bei der allgemei-\nnen Ueberschwemmung mit Etüden, Capricen, Notturnen, Mazurken,\nBalladen, Legenden, Waldscenen, Sternenklängen u. s. w. u. s. w."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4151, "texte": "sich mit einigen Mozart'schen und Beethoven sehen Sonaten auf\neine einsame Anhöhe gerettet hat, ein günstiges Vorurtheil, wenn\ner erfährt, dass ein Componist im Jahre 1853 mit einer Sonate,\nund noch dazu mit einer vierhändigen, aufzutreten wagt.\nWir begrüssen daher dieses Erstlingswerk des Hrn. L. Hoff-\nf 5 .\nmann ganz freundlich; in magnis et voluisse sat estist ein Sprüch-\nwort, das stets eine Wahrheit bleibt; denn wo ein Streben nach\ndem Grossen und Würdigen von Jugend auf vorwaltet, da wird es\nim Manne schon seine Früchte tragen. Bei unserem Componisten\nzeigt sich aber nicht nur das Wollen, sondern auch das Können,\nwenigstens in allem, was das Handwerk erfordert. Es ist sehr zu\nloben, dass wir nirgends den verzwickten Mclodieführungen in\nSprüngen und schroffen Absätzen begegnen und eben so wenig den\ngesuchten und schneidenden Harmonieen, welche heut zu Tage so\noft die Würze der Compositionen abgeben müssen, als wenn jede\nSpeise den Cayenne-Pfeffer vertragen könnte. Die Erfindung er-\nregt freilich keine Erwartungen auf die Entwicklung eines bedeu-\ntenden Genie's, allein es spricht doch aus ihr ein recht hübsches\nTalent, welches offenbar absichtlich sich zu den guten einfachen\nMustern zurückwendet und die Mode der Sucht nach dem Neuen\num jeden Preis weit von sich abweis t. Der Charakter dieser So-\nnate ist in allen vier Sätzen (Allegro moderato \\\\ G-dur Ada-\ngio 3/4 C-dur Scherzo 3/j E-moll lind E-dur Allegretto ani-\nmato 2/4 G-dur) mehr ein heiterer und gemüthlicher, als ein ener-\ngischer und heroischer. Das Thema des ersten Satzes erinnert in\nRhythmus und (umgekehrter) Melodie an das Spinnerlied der alten\nMargarethe in Boieldieu's weisser Dame ; das Scherzo ist in Ons-\nk)w'scher Art gearbeitet und macht einen frischen Eindruck. Die\ntechnische Ausführung ist nicht schwierig, also das Werk beson-\nders Dilettanten, welche gern vierhändig spielen und der Arrange-\nments überdrüssig sind, zu empfehlen.\nKarl Richter, Compositionen für das Pianoforte: Le-\ngende Op. 8. Ballade Op. 9. La Giocosa, Ron-\ndino, Op. 10. Berlin, bei W. Damköhler. Zu 15 Sgr.\nDrei Compositionen, welche sich durch ansprechende, wrcnn auch\neben nicht bedeutende Melodieen und durch einfache Durchführung\nderselben für massig geübte Spieler empfehlen. Die Ballade Op.\n9 hat am meisten musicalischen Werth. Wir müssen übrigens ge-\nstehen, dass wir nach Richter s zweistimmigen Liedern Op. 7 et-\nwas mehr erwartet hätten, als wir in diesen drei darauf gefolgten\nWerken finden.\n• • t : \\ t\n- Julius WeisSy Jugend-Album. Vier Transscriptionen\nüber beliebte schwedische Lieder. Op. 33. Berlin,\nTrautwein'scheßuch- und Musicalien-Handlung. Jede\nNummer 10 Sgr.\nWas maasst sich nicht jetzt alles den Namen Transscriptionen\nan! Die Melodie eines Liedchens wird abgeschrieben, die vorgefun-\ndene Harmonie ebenfalls, dann ein paar Verzierungen bei der Wie-\nderholung zugesetzt, ein Schluss fortissimo oder morendo angefügt,\nund die Uebertragung ist fertig! Vorliegende Stückchen haben bloss\n(Ten sehr äusserlichen Werth, dass sie „mit Vermeidung der Octa-\nVenspannungen und Bezeichnung des Fingersatzes\" geschrieben\nsind. Der ewige Trommelbass ist auch selbst für Kinder doch gar\nzu langweilig.\nFerd. Schulz, Rondo allci Polacca. Op. 25. Berlin, bei\nW. Damköhler. 5/12 Thlr.\nLouis Schlotlmann, Mazurka. Op. 5. Berlin, bei Traut-\nwein (J. Guttentag). 12V2 Sgr.\nFanny Gaschin Gräfin von Rosenberg, Zwei Polkas.\nOp. 14u. 15. Berlin, ebendaselbst. Jede 12 xf2 Sgr.\nAlles sehr mittelmässige Waare, über welche sich nur so viel\nsagen lässt, als die Noten dieser Stücke sagen, d. h. nichts.\nKarl Reinecke, Jagdstück, Improvisala für das Piano-\nforte, seiner Schwester Betty Leo zugeeignet. Op.\n39. Braunschweig, bei G. M. Meyer jun. 16 Sgr.\nEin munteres frisches Sechsachtel-Stück in Fis-dur, voll Leben\nund Lust, ein wirkliches Jagdstück, das mit Sang und Klang an\nuns vorüber zieht und wir müssen mit, wir mögen wollen oder\nnicht, nirgends Stockung, nirgends Härte, es geht immer hell und\nlustig unter den grossen Eichen auf dem festen Rasen fort. Ein\nsehr hübsches, seinen Charakter durchweg festhaltendes Ciavier-\nstück. Auch die äussere Ausstattung ist hübsch."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1853-07-30-02-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1853-07-30_02#c002", "volume": "bmtnabi_1853-07-30_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "2", "page_fin": "4", "image_debut": 2, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.2.2", "titre_corps": "Melodramatisches.", "titre_sommaire": "Melodramatisches.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.1.2", "debut_caractere": 4153, "fin_caractere_exclue": 5513, "texte": "Melodramatisches.\nRobert Schumann, Schön Hedwig, Ballade von F. Heb-\nbel für Declamation mit Begleitung des Pianoforte.\nOp. 106. Leipzig, bei Barth. Senff. 15 Sgr.\nDie Musik ist in Verbindung mit dem gesprochenen Worte\nganz an ihrer Stelle und vermag zu einem schönen Gedichte und\ndessen richtigem und schönem Vortrage die Seelenstimmung des\nZuhörers gar wirksam zu erhöhen. Die Melodieen und harmoni-\nschen Klänge C. M. von Webers zu der melodramatischen Scene\nin Wolfs Preciosa werden trotzdem, dass die Poesie dort eben\nnicht auf hoher Stufe steht, doch nie ihren Eindruck verfehlen. Von\ngrösseren Instrumental-Compositionen zur Begleitung von gespro-\nchenen Gedichten ist B. A. Weber's Musik zu Schillers „Gang\nnach dem Eisenhammer\" für Orchester wohl die bedeutendste. Seit\nder Vervollkommnung des Pianoforte, welche gegenwärtig mehr\nWechsel der Klangfarbe und Schattirung des Tones verstattet, ist\nv % ? • •\nes eine nicht selten in gebildeten Gesellschaftskreisen vorkommende\nErscheinung geworden, zu dem mündlichen Vortrage eines Ge-\ndichtes eine improvisirte Clavier-Begleitung zu geben. Wahrschein-\nlich verdankt auch die vor uns liegende Composition ihr Entstehen\neiner ähnlichen Veranlassung. Hebbel's Ballade ist ein schönes\nGedicht, auch in der Form vorzüglich, und Schumann hat dazu\neine Musik gesetzt, welche in dem kleinen Umfange von etwa hun-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5604, "texte": "dert Tacten lauter Schönes enthält. Die Haupt-Tonart ist D-dur\n(V 4 Tact); die Einleitung führt uns mit kräftigen marschartigen\nRhythmen in den Rittersaal, lässt aber durch das Zwischen-Motiv\nin G-dur auf der Stelle ahnen, dass hier nicht von Turnier und\nZechgelage, sondern von einem Feste die Rede sei, bei welchem\ndas Gefühl einer innigen Freude die Hauptrolle spiele. Ucberall\nist vortrefflich Maass gehalten, nirgends nimmt die Musik mehr\nBoden in Anspruch, als ihr zukommt; sie umdunkclt die Gruppen\nnicht, sie gibt ihnen Beleuchtung durch Töne. Nur sechs Seiten,\naber eine schöne Gabe. Das Gedicht ist vorgedruckt und steht\ndann wieder über den Noten-Systemen; das Erstere ist also l eber-\nfluss, würde aber zweckmässig sein, wenn der Abdruck auf einem\nlosen Blatt stände, welches der Vortragende in die Hand nehmen\nkönnte.\nJulius Becher, Columbus, melodramatische Dichtung mit\nChören und Orchester-Begleitung. Clavier-Auszug\nvom Componisten. Op. 42. Leipzig, bei F. Hof-\nmeister. 1 Thlr. 5 Sgr. Die ausgesetzten Chor-\nstimmen 20 Sgr. Die Partitur ist in Abschrift zu\nbeziehen.\nWieder ein Columbus! man möchte fast rufen: „Was willst\ndu, Fernando, so trüb und bleich?\" Doch der vor uns liegende\nerscheint in neuer Form, halb melodramatisch, halb in Chören.\nDer Columbus von Blumner in Berlin ist eine reine Cantate,\nalso nicht mit dem Bccker'schen zu verwechseln. Wir wissen in-\ndess nur, dass der Blumner'sche von der berliner Sing-Akademie\nim Mai dieses Jahres mit Beifall aufgeführt w orden ist; ob er schon\nLand gefunden, d. h. den Hafen eines Verlegers, ist uns nicht\nbekannt.\nDas Gedicht des Becker sehen ist bei dem Clavier-Auszug auf\neinem besonderen Bogen abgedruckt, was sehr zweckmässig ist.\nDer Dichter wird nicht genannt. Im Ganzen ist von wirklicher\nPoesie nicht viel zu spüren; neben der nüchternsten Prosa, wie z. B.:\nDies Ziel, wie alt auch schon die Welt,\nHat sich vor ihm kein Denker noch gestellt\noder:\nDoch, ach! nur noch drei Tage Frist\nHat sich die Mannschaft ausbedungen\nZur Weiterfahrt.\nWenn sie verstrichen ist,\nBevor man Land gewahrt,\nBleibt laut Vertrag der Admiral gezwungen,\nOstwärts zu steuern u. s. w. (!!)\nerheben sich Ungethüme von Bildern, z. B. wenn „der Stürme\nWuth den Mast wie ein Rohr gebogen\" (er ist wohl von Fischbein\ngewesen?), wenn die Matrosen singen:\nIn der Wroge nassen Bauch ,\nBlas' ich meines Pfeifchens Rauch\nwenn „die Masten wie Leichensteine hinausstarren\", wenn (was\ndem Archiv des Stoppel-Vereins zu verfallen würdig ist) es ferner\nheisst:\nErdrückend tritt der Geist der Welt\nMit ihrer Wunder Zauberhöhle,\nDie noch kein Denker aufgehellt,\nUnd drohend vor Columbus' Seele!\nAuch in der Form ist Vieles sehr mangelhaft, wie schon die\nwenigen angeführten Beispiele und eine Menge von widrig lauten-\nden Reimen zeigen, wie z. B.: Lande und bannte, Elemente und\nHände, Zeichen und Schweigen, Kreisen und verheissen, Boten\nund Boden (!) u. s. w.\nWir können diese Kritik des Gedichtes nicht unterdrücken,\nerstens weil es überhaupt endlich Zeit wird, nur wirkliche Poesie\nmit Musik zu umkleiden, und zweitens weil vollends bei einem\nmelodramatischen Werke das Gedicht doch am Ende die Haupt-\nsache ist, wie denn auch in unserem Columbus hier zwei Drittel\ngesprochen und nur ein Drittel gesungen wird.\nlieber die Musik können wir im Allgemeinen nichts Anderes\nsagen, als dass sie sich nirgends über das Gewöhnliche erhebt. Da\naber das Gewöhnliche in der gewöhnlichen Welt viele Freunde\nhat, so wollen wir gar nicht in Abrede stellen, dass diese melo-\ndramatische Entdeckung von America in den gewöhnlichen Lieb-\nhaber-Concertcn vielleicht ganz ungewöhnlichen Enthusiasmus erre-\ngen kann. Denn wie viele Menschen gibt es nicht, welche jeder\nAnstrengung der Aufmerksamkeit, jeder Spannung der Seele feind\nsind? Und doch wollen sie das auch nicht entbehren, was die\nAnderen einen Ivunstgenuss nennen. Für diese Kreise ist der\nColumbus gedichtet und componirt. Es ist dies eine Musik, der\nman, wenn man nicht gerade bitter bös über die orientalische Frage\nist, eigentlich nicht gram sein kann, weil sie es mit Jedem gut\nmeint, eine Menge alter Bekannter mitbringt, die man hundertmal\ngesehen, aber doch für den Augenblick in der Gruppirung, wie\nsie jetzt erscheinen, nicht genau wiederkennt, um sie mit Vor- und\nZunamen zu bezeichnen, weil sie endlich ganz im Geiste der Zeit\njede Aufregung der Leidenschaft meidet und wie die Flotten der\ngrossen Seemächte mit vollen Segeln nur spaziren fährt.\nDoch damit die Leser wissen, was sie hier zu finden haben, so\ngeben wir kurz den Inhalt an.\nDie Fahrt beginnt mit einem ~Abschied der Schiffer\", der aber\nvon einem vollständigen Chor von Sopran, Alt, Tenor und Bass\ngesungen wird. Dichter und Componist lassen nämlich auch Frauen\ndie Entdeckungsreise mitmachen, jedoch wahrscheinlich nur vor-\nnehme, denn die Matrosen singen nachher: „Wir entbehren Lieb-\nchens Kuss.\" Dieser Chor in C-moll und dur 4/4 Lact nimmt einen\nziemlich kräftigen Anlauf, verflacht sich aber sehr bald wieder\nund schläft bei dem „Ade, du sicherer Strand!\" fast ein. Die\nOrchester-Begleitung zu den gesprochenen Worten, also das eigent-\nlich Melodramatische, ist unbedeutend und nimmt im ganzen Werke\nkaum hundert Tacte ein. Nummer 2 ist ein Matroscnlied, Män-\nnerchor, C-dur 2/4 Tact, ohne Originalität, doch ins Ohr fallend;\neine Art Trio dieses Scherzo's bildet die Melodie eines Solo-Tenors\nin F-dur mit im Pianissimo begleitenden Stimmen; die Melodie\nkümmert sich aber so wenig um den Text, dass sie in sehr senti-\nmentaler Weise die oben schon angeführten Worte:\nIn der Woge nassen Bauch\nBlas' ich meines Pfeifchens Rauch,\nherleiert."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1130, "texte": "Nummer 3 bringt uns noch einmal eine „Meeresstille\". Das\nheisst nach Beethoven, Mendelssohn und selbst nach Fischer\nviel wagen, und Hr. Becker hätte die Hand davon lassen sollen.\nEr führt uns einen gemischten Chor vor, welcher in F-moll mit\neinem As-dur-Sch\\u$s die peinliche Lage schildert und wunder-\nlicher Weise auf die Worte:\nDie Winde, sie schwellen die Segel nicht mehr,\nSie spielen mit Wellen und Wogen nicht mehr!\nzweimal ein vom Pianissimo bis zum Foriissimo ansteigendes Cres-\ncendo zum Besten gibt!\nNummer 4 bringt die „Empörung\", einen vierstimmigen Chor,\nin welchem die Männer den Columbus über Bord werfen, die\nWeiber ihn aber bewegen wollen, umzukehren. In Nummer 5\ngrüsst der gemischte Chor in sechszehn Tacten die Vögel, die vom\nLande nahen, und für den grossen Moment des Schlusses bei dem\nRufe: „Land!\" hat der Dichter keine anderen Worte gehabt, als:\n„Es lebe Columbus, der edle Held!\" und der Componist nichts\nAnderes als einen lärmenden Tusch in C-dur, in dessen Chorstim-\nmen die Violinen eine Flotow'sche Figur im wahren Sinne des\nWortes spielen. 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Altmann) Die musicalische Noth in der Kirche\ndes 19. Jahrhunderts und die Mittel zu deren Ab-\nhülfe. Erfurt und Leipzig, bei G. W. Körner, 1853.\n20 S. in 8.\nDer Titel dieses kleinen Schriftchens ist zu weit gegriffen; denn\nes handelt nur von einem Thcilc der Vernachlässigung des musi-\ncalischen Elementes in der Kirche, von der Orgel und dem Orgel-\nspiel. Der Verfasser knüpft seine sehr wohlgemeinten und wohl zu\nbeherzigenden Bemerkungen und Vorschläge an eine Verfügung\ndes Ministeriums Eichhorn vom 13. April 1842, welche die Auf-\nmerksamkeit der k. Regierungen auf eine sorgfältigere Beaufsichti-\ngung alles dessen hinweist, was zum Neubau, zum Umbau, zur\nReparatur, zur Instandhaltung der Orgeln gehört. Nach seinen Er-\nfahrungen wird aber dieser Verfügung in der preussischen Monar-\nchie nicht so, wie es sein sollte, Genüge geleistet, und besonders\nauf dem Lande ist es traurig um das Orgelwesen bestellt. Die\ngrosse Vernachlässigung der Kirchenorgeln, welche man nur gar\nzu häufig verstimmt, verstäubt, pfeifend, windlöcherich, baufällig\nantrifft, liegt nicht so sehr an der Armuth der Kirchenpatrone und\nGemeinden, als an dem Mangel an gehöriger Sachkenntniss und an\nBekanntschaft mit dem Technischen des Orgelbaues bei den Orga-\nnisten und Lehrern, und vollends bei denjenigen Behörden, als:\nKirchenräthen, Geistlichen, Consistorien, Presbyterien u. 8. w., de-\nren Pflicht die Ueberwachung des Orgelwesens ist. Gerade dieser\nThcil der Kirchen-Aufsicht wird im höchsten Grade bei Seite\ngesetzt. Die beklagenswerthe Gleichgültigkeit gegen den Zustand\nder Orgeln und die Scheu vor Reparaturen ist in der Regel daran\nschuld, dass diese letzteren häufig so lange verzögert werden, bis\nfür eine Abhülfe, die beim ersten Entstehen des Fehlers vielleicht\nmit zehn bis zwölf Thalern zu bewirken gewesen wäre, am Ende\nHunderte von Thalern aufgebracht werden müssen.\nAuch die Mangelhaftigkeit und Ungründlichkeit der Revisionen\nneugebauter Orgeln rügt der Verfasser, und freilich mit Recht,\nwenn er sich auf ein Revisions-Protocoll stützen kann, welches\naussagt (S. 10): „Was die musicalische Seite des Werkes betrifft,\nso müssen wir, da wir nicht musicalisch sind, dem Geschick und\ndem guten Willen des Orgelbauers vertrauen.\" Sehr richtig ist\nauch die Bemerkung, dass die schlechte Beschaffenheit der Orgel\neinen traurigen Einfluss auf die Fortbildung des Organisten hat ;\nnatürlich! je mehr musicalische Anlage und Liebe zur Sache einer\nmit auf seine Stelle bringt, je weniger wird er es aushalten kön-\nnen, sich auf einer verstimmten und überall stockenden Orgel\nzu üben.\nDie Vorschläge des Verfassers über die Bildung eines beson-\nderen Orgelfonds bei jeder Kirche, über Ankauf von guten Orgel-\nsachen u. s. w. müssen in dem Schriftchen selbst nachgelesen wer-\nden, welches mit Hinweisung auf J. Seidel's Monographie „Die\nOrgel und ihr Bau\" und die Körner sche „Zeitschrift Urania für\nOrgel und Kirchengesang\" alle diese Puncte berührt, und dem eine\nVerbreitung in den Kreisen, welche die Sache zunächst angeht,\nalso besonders bei den Herren Geistlichen und Kirchenvorständen,\nzu wünschen ist.\nWas in der zweiten Hälfte des Schriftchens über den Kunst-\nunterricht auf den Gymnasien gesagt ist, beruht leider auch\nauf Wahrheit, und es ist keine Uebertreibung, wenn es S. 15 als\nCitat aus der Denkschrift der musicalischen Abtheilung der schle-\nsischen Gesellschaft für vaterländische Cultur an das Unterrichts-\nMinisterium vom Jahre 1848 heisst: „dass der Gesangunterricht auf\nvielen Gymnasien mehr ein ordentlicher Lehrgegenstand heisst,\nals ist.\" Mit Recht wird die Anstrebung einiger musicalischen Bil*\ndung der künftigen Geistlichen als das Hauptmittel zur Abhülfe der\ngerügten Uebelständc im Orgelwesen gefordert, wozu der Grund\nauf den Gymnasien und Universitäten gelegt werden muss. Damit\nsieht es aber meistens noch schlecht aus. Indess ist in neueren\nZeiten doch Manches geschehen. So ist es z, B. sehr erfreulich,\ndass in Bonn die Theologie-Studirenden beider Confessionen den\nUnterricht des Professors Breidenstein auf der Universitätsorgel\nund die angesetzten Uebungsstunden recht zahlreich und fleissig\nbenutzen."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "1", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.1.1", "texte": "Für Pianoforte.\nF. W. Markull, Waldblumen für das Pianoforte. W.\nTaubert gewidmet. Op. 19 und 20. II Hefte. Kö-\nnigsberg in Pr., Pfitzer & Heilmann. Jedes Heft\n20 Sgr.\nUnsere Anzeige dieser Markull'schen Waldblumen kommt frei-\nlich etwas spät, denn hoffentlich sind sie schon in den Händen\naller Freunde und Freundinnen des Ciavierspiels, d. h. also heut zu\nTage so viel wie in aller Welt Händen. Allein die Flut der Piano-\nGompositionen ist so gross und strömt mitunter, wie jedes Wasser,\ndas zu sehr anschwillt, so trübe, dass sie das Gute mit hinweg\nspült oder mit ihrem Schlamme bedeckt. Das Schöne vor diesem\nSchicksal zu retten, ist niemals zu spät, und die grosse Dilettanten-\nwelt will bei dem schnellen Verzehr aller Producte des musica-\nlischen Pflanzenreichs daran erinnert sein, dass es auch Blumen\n«c\ngibt, die nicht zum Verspeisen, sondern zum Duften und Ange-\nschautwerden bestimmt sind. Solcher Naturkinder sehen wir hier\nacht, die zwar nicht ohne Kunst gezogen sind, aber doch so, dass\nihr natürliches Wesen nicht dadurch verkrüppelt worden ohne\nBildersprache acht kürzere oder längere Musikstücke, welche über-\nall ein Streben nach wirklicher Musik und ein solides Wissen und\nKönnen bekunden und hoch über dem Modeflitter der Zeit stehen.\nMögen sie desshalb überall bestens empfohlen sein.\nF. W. Markull, Spiele der Laune. Walzer, Notturno,\nScherzo, Mazurka. Op. 31. Königsberg, ebendaselbst.\n20 Sgr.\nAuch diese „vier Bagatellen\", wie sie der Componist auf dem Ti-\ntel nennt, bekunden die oben gerühmten Eigenschaften desselben.\nAm werthvollsten dürfte das Scherzo in B-dur 2/4 Tact sein, am\nschwächsten das Notturno; der Walzer und die Mazurka sind in\nMelodie und Rhythmus sehr lieblich und mitunter wirklich reizend.\nSchwierigkeiten der Ausführung sind nicht vorhanden; die aller-\nliebsten Kleinigkeiten sind besonders den Clavierspielerinnen zu\nempfehlen.\nGiacomo Meyerbeer, Fackeltanz zur Vermählungsfeier\nI. K. H. der Prinzessin Anna von Preussen mit S.\nH. dem Prinzen Friedrich von Hessen. 'Ciavieraus-\nzug vom Componisten. Berlin, bei E. Bote & G.\nBock. IVB Thlr.\nF. von Flolow, Facheltanz zu derselben Vermählungs-\nfeier. Ciavierauszug vom Componisten. Berlin, eben-\ndaselbst. 20 Sgr.\nZwei Gelegenheits-Compositionen, welche zwar nicht als hervor-\nragende Kunsterscheinungen gelten können und auch darauf wohl\nkeinen Anspruch machen, aber durch ihre Veranlassung und durch\ndie Namen ihrer Verfasser Vielen interessant sein werden. Der\nFackeltanz Meyerbecr's ist ausgearbeiteter und charakteristischer,\nals der von Flotow, doch hat auch dieser recht hübsche Momente.\nSo viel man aus den Clavicrauszügen urtheilen kann, in denen übri-\ngens die Instrumentirung gar nicht angedeutet ist, haben beide\nComponisten die Trompeten nicht geschont.\nRobert Schumann, Acht zweihändige Ciavierstücke für\nkleine und grosse Kinder, aus den vierhändigen\nStücken übertragen von Karl Reinecke. 85.\nWerk. Hamburg, Schuberth & Cp. 1 % Thlr.\nDen Freunden der Schumann sehen vierhändigen Kinderstücke\nwird diese mit Geschick und Geschmack gemachte Zurückfuhrung\nderselben auf zwei Hände willkommen sein. Ob sie jedoch da-\ndurch nicht den eigentlichen Reiz verloren haben, wrollen wir da-\nhin gestellt sein lassen; es ist etwas ganz Anderes, wenn zwei Kin-\nder „Kränze winden\" (Nr. 3) und „Versteckens\" (Nr. 6) spielen,\nals wenn eines dasselbe thut.\nLudwig Hoffmann, Sonate für das Pianoforte zu vier\nHänden. Op. 1. Berlin, Trautwein'sche Buch- und\nMusicalien-Handlung (J. Guttentag). 2 Thlr.\nEin erstes Werk und eine vierhändige Sonate? Das ist heut zu\nTage selten, aber erfreulich. Jetzt, wo die jungen Componisten\n(und auch einige alte) es gar nicht anders thun, als mit prunken-\nden romantischen Titeln und Ueberschriften, wo sie auf die alten\nFormen herabsehen, wie auf bedauernswürdige Ruinen einer un-\ntergegangenen Zeit, wo Alles objectiv und plastisch sein muss, und\nwir es endlich so weit gebracht haben, dass die Musik nicht mehr\nMusik, sondern Gegenständliches ausdrücken soll, da erregt die\nDame Sonate ein wahres Erstaunen, wenn sie in die Cirkel der\nheutigen musicalischen Welt tritt. Es erweckt aber für den Musi-\nker und für den Kunstfreund, dessen Geschmack bei der allgemei-\nnen Ueberschwemmung mit Etüden, Capricen, Notturnen, Mazurken,\nBalladen, Legenden, Waldscenen, Sternenklängen u. s. w. u. s. w."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "2", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.1.2", "texte": "sich mit einigen Mozart'schen und Beethoven sehen Sonaten auf\neine einsame Anhöhe gerettet hat, ein günstiges Vorurtheil, wenn\ner erfährt, dass ein Componist im Jahre 1853 mit einer Sonate,\nund noch dazu mit einer vierhändigen, aufzutreten wagt.\nWir begrüssen daher dieses Erstlingswerk des Hrn. L. Hoff-\nf 5 .\nmann ganz freundlich; in magnis et voluisse sat estist ein Sprüch-\nwort, das stets eine Wahrheit bleibt; denn wo ein Streben nach\ndem Grossen und Würdigen von Jugend auf vorwaltet, da wird es\nim Manne schon seine Früchte tragen. Bei unserem Componisten\nzeigt sich aber nicht nur das Wollen, sondern auch das Können,\nwenigstens in allem, was das Handwerk erfordert. Es ist sehr zu\nloben, dass wir nirgends den verzwickten Mclodieführungen in\nSprüngen und schroffen Absätzen begegnen und eben so wenig den\ngesuchten und schneidenden Harmonieen, welche heut zu Tage so\noft die Würze der Compositionen abgeben müssen, als wenn jede\nSpeise den Cayenne-Pfeffer vertragen könnte. Die Erfindung er-\nregt freilich keine Erwartungen auf die Entwicklung eines bedeu-\ntenden Genie's, allein es spricht doch aus ihr ein recht hübsches\nTalent, welches offenbar absichtlich sich zu den guten einfachen\nMustern zurückwendet und die Mode der Sucht nach dem Neuen\num jeden Preis weit von sich abweis t. Der Charakter dieser So-\nnate ist in allen vier Sätzen (Allegro moderato \\\\ G-dur Ada-\ngio 3/4 C-dur Scherzo 3/j E-moll lind E-dur Allegretto ani-\nmato 2/4 G-dur) mehr ein heiterer und gemüthlicher, als ein ener-\ngischer und heroischer. Das Thema des ersten Satzes erinnert in\nRhythmus und (umgekehrter) Melodie an das Spinnerlied der alten\nMargarethe in Boieldieu's weisser Dame ; das Scherzo ist in Ons-\nk)w'scher Art gearbeitet und macht einen frischen Eindruck. Die\ntechnische Ausführung ist nicht schwierig, also das Werk beson-\nders Dilettanten, welche gern vierhändig spielen und der Arrange-\nments überdrüssig sind, zu empfehlen.\nKarl Richter, Compositionen für das Pianoforte: Le-\ngende Op. 8. Ballade Op. 9. La Giocosa, Ron-\ndino, Op. 10. Berlin, bei W. Damköhler. Zu 15 Sgr.\nDrei Compositionen, welche sich durch ansprechende, wrcnn auch\neben nicht bedeutende Melodieen und durch einfache Durchführung\nderselben für massig geübte Spieler empfehlen. Die Ballade Op.\n9 hat am meisten musicalischen Werth. Wir müssen übrigens ge-\nstehen, dass wir nach Richter s zweistimmigen Liedern Op. 7 et-\nwas mehr erwartet hätten, als wir in diesen drei darauf gefolgten\nWerken finden.\n• • t : \\ t\n- Julius WeisSy Jugend-Album. Vier Transscriptionen\nüber beliebte schwedische Lieder. Op. 33. Berlin,\nTrautwein'scheßuch- und Musicalien-Handlung. Jede\nNummer 10 Sgr.\nWas maasst sich nicht jetzt alles den Namen Transscriptionen\nan! Die Melodie eines Liedchens wird abgeschrieben, die vorgefun-\ndene Harmonie ebenfalls, dann ein paar Verzierungen bei der Wie-\nderholung zugesetzt, ein Schluss fortissimo oder morendo angefügt,\nund die Uebertragung ist fertig! Vorliegende Stückchen haben bloss\n(Ten sehr äusserlichen Werth, dass sie „mit Vermeidung der Octa-\nVenspannungen und Bezeichnung des Fingersatzes\" geschrieben\nsind. Der ewige Trommelbass ist auch selbst für Kinder doch gar\nzu langweilig.\nFerd. Schulz, Rondo allci Polacca. Op. 25. Berlin, bei\nW. Damköhler. 5/12 Thlr.\nLouis Schlotlmann, Mazurka. Op. 5. Berlin, bei Traut-\nwein (J. Guttentag). 12V2 Sgr.\nFanny Gaschin Gräfin von Rosenberg, Zwei Polkas.\nOp. 14u. 15. Berlin, ebendaselbst. Jede 12 xf2 Sgr.\nAlles sehr mittelmässige Waare, über welche sich nur so viel\nsagen lässt, als die Noten dieser Stücke sagen, d. h. nichts.\nKarl Reinecke, Jagdstück, Improvisala für das Piano-\nforte, seiner Schwester Betty Leo zugeeignet. Op.\n39. Braunschweig, bei G. M. Meyer jun. 16 Sgr.\nEin munteres frisches Sechsachtel-Stück in Fis-dur, voll Leben\nund Lust, ein wirkliches Jagdstück, das mit Sang und Klang an\nuns vorüber zieht und wir müssen mit, wir mögen wollen oder\nnicht, nirgends Stockung, nirgends Härte, es geht immer hell und\nlustig unter den grossen Eichen auf dem festen Rasen fort. Ein\nsehr hübsches, seinen Charakter durchweg festhaltendes Ciavier-\nstück. Auch die äussere Ausstattung ist hübsch.\n\nMelodramatisches.\nRobert Schumann, Schön Hedwig, Ballade von F. Heb-\nbel für Declamation mit Begleitung des Pianoforte.\nOp. 106. Leipzig, bei Barth. Senff. 15 Sgr.\nDie Musik ist in Verbindung mit dem gesprochenen Worte\nganz an ihrer Stelle und vermag zu einem schönen Gedichte und\ndessen richtigem und schönem Vortrage die Seelenstimmung des\nZuhörers gar wirksam zu erhöhen. Die Melodieen und harmoni-\nschen Klänge C. M. von Webers zu der melodramatischen Scene\nin Wolfs Preciosa werden trotzdem, dass die Poesie dort eben\nnicht auf hoher Stufe steht, doch nie ihren Eindruck verfehlen. Von\ngrösseren Instrumental-Compositionen zur Begleitung von gespro-\nchenen Gedichten ist B. A. Weber's Musik zu Schillers „Gang\nnach dem Eisenhammer\" für Orchester wohl die bedeutendste. Seit\nder Vervollkommnung des Pianoforte, welche gegenwärtig mehr\nWechsel der Klangfarbe und Schattirung des Tones verstattet, ist\nv % ? • •\nes eine nicht selten in gebildeten Gesellschaftskreisen vorkommende\nErscheinung geworden, zu dem mündlichen Vortrage eines Ge-\ndichtes eine improvisirte Clavier-Begleitung zu geben. Wahrschein-\nlich verdankt auch die vor uns liegende Composition ihr Entstehen\neiner ähnlichen Veranlassung. Hebbel's Ballade ist ein schönes\nGedicht, auch in der Form vorzüglich, und Schumann hat dazu\neine Musik gesetzt, welche in dem kleinen Umfange von etwa hun-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "3", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.1.3", "texte": "dert Tacten lauter Schönes enthält. Die Haupt-Tonart ist D-dur\n(V 4 Tact); die Einleitung führt uns mit kräftigen marschartigen\nRhythmen in den Rittersaal, lässt aber durch das Zwischen-Motiv\nin G-dur auf der Stelle ahnen, dass hier nicht von Turnier und\nZechgelage, sondern von einem Feste die Rede sei, bei welchem\ndas Gefühl einer innigen Freude die Hauptrolle spiele. Ucberall\nist vortrefflich Maass gehalten, nirgends nimmt die Musik mehr\nBoden in Anspruch, als ihr zukommt; sie umdunkclt die Gruppen\nnicht, sie gibt ihnen Beleuchtung durch Töne. Nur sechs Seiten,\naber eine schöne Gabe. Das Gedicht ist vorgedruckt und steht\ndann wieder über den Noten-Systemen; das Erstere ist also l eber-\nfluss, würde aber zweckmässig sein, wenn der Abdruck auf einem\nlosen Blatt stände, welches der Vortragende in die Hand nehmen\nkönnte.\nJulius Becher, Columbus, melodramatische Dichtung mit\nChören und Orchester-Begleitung. Clavier-Auszug\nvom Componisten. Op. 42. Leipzig, bei F. Hof-\nmeister. 1 Thlr. 5 Sgr. Die ausgesetzten Chor-\nstimmen 20 Sgr. Die Partitur ist in Abschrift zu\nbeziehen.\nWieder ein Columbus! man möchte fast rufen: „Was willst\ndu, Fernando, so trüb und bleich?\" Doch der vor uns liegende\nerscheint in neuer Form, halb melodramatisch, halb in Chören.\nDer Columbus von Blumner in Berlin ist eine reine Cantate,\nalso nicht mit dem Bccker'schen zu verwechseln. Wir wissen in-\ndess nur, dass der Blumner'sche von der berliner Sing-Akademie\nim Mai dieses Jahres mit Beifall aufgeführt w orden ist; ob er schon\nLand gefunden, d. h. den Hafen eines Verlegers, ist uns nicht\nbekannt.\nDas Gedicht des Becker sehen ist bei dem Clavier-Auszug auf\neinem besonderen Bogen abgedruckt, was sehr zweckmässig ist.\nDer Dichter wird nicht genannt. Im Ganzen ist von wirklicher\nPoesie nicht viel zu spüren; neben der nüchternsten Prosa, wie z. B.:\nDies Ziel, wie alt auch schon die Welt,\nHat sich vor ihm kein Denker noch gestellt\noder:\nDoch, ach! nur noch drei Tage Frist\nHat sich die Mannschaft ausbedungen\nZur Weiterfahrt.\nWenn sie verstrichen ist,\nBevor man Land gewahrt,\nBleibt laut Vertrag der Admiral gezwungen,\nOstwärts zu steuern u. s. w. (!!)\nerheben sich Ungethüme von Bildern, z. B. wenn „der Stürme\nWuth den Mast wie ein Rohr gebogen\" (er ist wohl von Fischbein\ngewesen?), wenn die Matrosen singen:\nIn der Wroge nassen Bauch ,\nBlas' ich meines Pfeifchens Rauch\nwenn „die Masten wie Leichensteine hinausstarren\", wenn (was\ndem Archiv des Stoppel-Vereins zu verfallen würdig ist) es ferner\nheisst:\nErdrückend tritt der Geist der Welt\nMit ihrer Wunder Zauberhöhle,\nDie noch kein Denker aufgehellt,\nUnd drohend vor Columbus' Seele!\nAuch in der Form ist Vieles sehr mangelhaft, wie schon die\nwenigen angeführten Beispiele und eine Menge von widrig lauten-\nden Reimen zeigen, wie z. B.: Lande und bannte, Elemente und\nHände, Zeichen und Schweigen, Kreisen und verheissen, Boten\nund Boden (!) u. s. w.\nWir können diese Kritik des Gedichtes nicht unterdrücken,\nerstens weil es überhaupt endlich Zeit wird, nur wirkliche Poesie\nmit Musik zu umkleiden, und zweitens weil vollends bei einem\nmelodramatischen Werke das Gedicht doch am Ende die Haupt-\nsache ist, wie denn auch in unserem Columbus hier zwei Drittel\ngesprochen und nur ein Drittel gesungen wird.\nlieber die Musik können wir im Allgemeinen nichts Anderes\nsagen, als dass sie sich nirgends über das Gewöhnliche erhebt. Da\naber das Gewöhnliche in der gewöhnlichen Welt viele Freunde\nhat, so wollen wir gar nicht in Abrede stellen, dass diese melo-\ndramatische Entdeckung von America in den gewöhnlichen Lieb-\nhaber-Concertcn vielleicht ganz ungewöhnlichen Enthusiasmus erre-\ngen kann. Denn wie viele Menschen gibt es nicht, welche jeder\nAnstrengung der Aufmerksamkeit, jeder Spannung der Seele feind\nsind? Und doch wollen sie das auch nicht entbehren, was die\nAnderen einen Ivunstgenuss nennen. Für diese Kreise ist der\nColumbus gedichtet und componirt. Es ist dies eine Musik, der\nman, wenn man nicht gerade bitter bös über die orientalische Frage\nist, eigentlich nicht gram sein kann, weil sie es mit Jedem gut\nmeint, eine Menge alter Bekannter mitbringt, die man hundertmal\ngesehen, aber doch für den Augenblick in der Gruppirung, wie\nsie jetzt erscheinen, nicht genau wiederkennt, um sie mit Vor- und\nZunamen zu bezeichnen, weil sie endlich ganz im Geiste der Zeit\njede Aufregung der Leidenschaft meidet und wie die Flotten der\ngrossen Seemächte mit vollen Segeln nur spaziren fährt.\nDoch damit die Leser wissen, was sie hier zu finden haben, so\ngeben wir kurz den Inhalt an.\nDie Fahrt beginnt mit einem ~Abschied der Schiffer\", der aber\nvon einem vollständigen Chor von Sopran, Alt, Tenor und Bass\ngesungen wird. Dichter und Componist lassen nämlich auch Frauen\ndie Entdeckungsreise mitmachen, jedoch wahrscheinlich nur vor-\nnehme, denn die Matrosen singen nachher: „Wir entbehren Lieb-\nchens Kuss.\" Dieser Chor in C-moll und dur 4/4 Lact nimmt einen\nziemlich kräftigen Anlauf, verflacht sich aber sehr bald wieder\nund schläft bei dem „Ade, du sicherer Strand!\" fast ein. Die\nOrchester-Begleitung zu den gesprochenen Worten, also das eigent-\nlich Melodramatische, ist unbedeutend und nimmt im ganzen Werke\nkaum hundert Tacte ein. Nummer 2 ist ein Matroscnlied, Män-\nnerchor, C-dur 2/4 Tact, ohne Originalität, doch ins Ohr fallend;\neine Art Trio dieses Scherzo's bildet die Melodie eines Solo-Tenors\nin F-dur mit im Pianissimo begleitenden Stimmen; die Melodie\nkümmert sich aber so wenig um den Text, dass sie in sehr senti-\nmentaler Weise die oben schon angeführten Worte:\nIn der Woge nassen Bauch\nBlas' ich meines Pfeifchens Rauch,\nherleiert."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "4", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18530730-02.1.4", "texte": "Nummer 3 bringt uns noch einmal eine „Meeresstille\". Das\nheisst nach Beethoven, Mendelssohn und selbst nach Fischer\nviel wagen, und Hr. Becker hätte die Hand davon lassen sollen.\nEr führt uns einen gemischten Chor vor, welcher in F-moll mit\neinem As-dur-Sch\\u$s die peinliche Lage schildert und wunder-\nlicher Weise auf die Worte:\nDie Winde, sie schwellen die Segel nicht mehr,\nSie spielen mit Wellen und Wogen nicht mehr!\nzweimal ein vom Pianissimo bis zum Foriissimo ansteigendes Cres-\ncendo zum Besten gibt!\nNummer 4 bringt die „Empörung\", einen vierstimmigen Chor,\nin welchem die Männer den Columbus über Bord werfen, die\nWeiber ihn aber bewegen wollen, umzukehren. In Nummer 5\ngrüsst der gemischte Chor in sechszehn Tacten die Vögel, die vom\nLande nahen, und für den grossen Moment des Schlusses bei dem\nRufe: „Land!\" hat der Dichter keine anderen Worte gehabt, als:\n„Es lebe Columbus, der edle Held!\" und der Componist nichts\nAnderes als einen lärmenden Tusch in C-dur, in dessen Chorstim-\nmen die Violinen eine Flotow'sche Figur im wahren Sinne des\nWortes spielen. Von Durcharbeitung eines Jubel-Thema's ist nicht\ndie Rede.\n\nMusicalische Schriften.\nfDr. W. Altmann) Die musicalische Noth in der Kirche\ndes 19. Jahrhunderts und die Mittel zu deren Ab-\nhülfe. Erfurt und Leipzig, bei G. W. Körner, 1853.\n20 S. in 8.\nDer Titel dieses kleinen Schriftchens ist zu weit gegriffen; denn\nes handelt nur von einem Thcilc der Vernachlässigung des musi-\ncalischen Elementes in der Kirche, von der Orgel und dem Orgel-\nspiel. Der Verfasser knüpft seine sehr wohlgemeinten und wohl zu\nbeherzigenden Bemerkungen und Vorschläge an eine Verfügung\ndes Ministeriums Eichhorn vom 13. April 1842, welche die Auf-\nmerksamkeit der k. Regierungen auf eine sorgfältigere Beaufsichti-\ngung alles dessen hinweist, was zum Neubau, zum Umbau, zur\nReparatur, zur Instandhaltung der Orgeln gehört. Nach seinen Er-\nfahrungen wird aber dieser Verfügung in der preussischen Monar-\nchie nicht so, wie es sein sollte, Genüge geleistet, und besonders\nauf dem Lande ist es traurig um das Orgelwesen bestellt. Die\ngrosse Vernachlässigung der Kirchenorgeln, welche man nur gar\nzu häufig verstimmt, verstäubt, pfeifend, windlöcherich, baufällig\nantrifft, liegt nicht so sehr an der Armuth der Kirchenpatrone und\nGemeinden, als an dem Mangel an gehöriger Sachkenntniss und an\nBekanntschaft mit dem Technischen des Orgelbaues bei den Orga-\nnisten und Lehrern, und vollends bei denjenigen Behörden, als:\nKirchenräthen, Geistlichen, Consistorien, Presbyterien u. 8. w., de-\nren Pflicht die Ueberwachung des Orgelwesens ist. Gerade dieser\nThcil der Kirchen-Aufsicht wird im höchsten Grade bei Seite\ngesetzt. Die beklagenswerthe Gleichgültigkeit gegen den Zustand\nder Orgeln und die Scheu vor Reparaturen ist in der Regel daran\nschuld, dass diese letzteren häufig so lange verzögert werden, bis\nfür eine Abhülfe, die beim ersten Entstehen des Fehlers vielleicht\nmit zehn bis zwölf Thalern zu bewirken gewesen wäre, am Ende\nHunderte von Thalern aufgebracht werden müssen.\nAuch die Mangelhaftigkeit und Ungründlichkeit der Revisionen\nneugebauter Orgeln rügt der Verfasser, und freilich mit Recht,\nwenn er sich auf ein Revisions-Protocoll stützen kann, welches\naussagt (S. 10): „Was die musicalische Seite des Werkes betrifft,\nso müssen wir, da wir nicht musicalisch sind, dem Geschick und\ndem guten Willen des Orgelbauers vertrauen.\" Sehr richtig ist\nauch die Bemerkung, dass die schlechte Beschaffenheit der Orgel\neinen traurigen Einfluss auf die Fortbildung des Organisten hat ;\nnatürlich! je mehr musicalische Anlage und Liebe zur Sache einer\nmit auf seine Stelle bringt, je weniger wird er es aushalten kön-\nnen, sich auf einer verstimmten und überall stockenden Orgel\nzu üben.\nDie Vorschläge des Verfassers über die Bildung eines beson-\nderen Orgelfonds bei jeder Kirche, über Ankauf von guten Orgel-\nsachen u. s. w. müssen in dem Schriftchen selbst nachgelesen wer-\nden, welches mit Hinweisung auf J. Seidel's Monographie „Die\nOrgel und ihr Bau\" und die Körner sche „Zeitschrift Urania für\nOrgel und Kirchengesang\" alle diese Puncte berührt, und dem eine\nVerbreitung in den Kreisen, welche die Sache zunächst angeht,\nalso besonders bei den Herren Geistlichen und Kirchenvorständen,\nzu wünschen ist.\nWas in der zweiten Hälfte des Schriftchens über den Kunst-\nunterricht auf den Gymnasien gesagt ist, beruht leider auch\nauf Wahrheit, und es ist keine Uebertreibung, wenn es S. 15 als\nCitat aus der Denkschrift der musicalischen Abtheilung der schle-\nsischen Gesellschaft für vaterländische Cultur an das Unterrichts-\nMinisterium vom Jahre 1848 heisst: „dass der Gesangunterricht auf\nvielen Gymnasien mehr ein ordentlicher Lehrgegenstand heisst,\nals ist.\" Mit Recht wird die Anstrebung einiger musicalischen Bil*\ndung der künftigen Geistlichen als das Hauptmittel zur Abhülfe der\ngerügten Uebelständc im Orgelwesen gefordert, wozu der Grund\nauf den Gymnasien und Universitäten gelegt werden muss. Damit\nsieht es aber meistens noch schlecht aus. Indess ist in neueren\nZeiten doch Manches geschehen. So ist es z, B. sehr erfreulich,\ndass in Bonn die Theologie-Studirenden beider Confessionen den\nUnterricht des Professors Breidenstein auf der Universitätsorgel\nund die angesetzten Uebungsstunden recht zahlreich und fleissig\nbenutzen."}]}