{"numero_id": "bm-bmtnabi-1853-11-26-02", "volume": "bmtnabi_1853-11-26_02", "ocr_sha256": "be0902ebec195ef4e3a3766e6154076775d767f043ff18d2bf5ded6ce0b4caa1", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1853/11/26_02/bmtnabi_1853-11-26_02.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1853-11-26-02-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1853-11-26_02#c001", "volume": "bmtnabi_1853-11-26_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "17", "page_fin": "18", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.2.1", "titre_corps": "Für Pianoforte und Violine.", "titre_sommaire": "Für Pianoforte und Violine.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4262, "texte": "Für Pianoforte und Violine.\nDie Compositionen für Pianoforte und Violine haben eine Zeit\nlang unter dem traurigen Einflüsse des Salon-Geschmacks gestan-\nden, welchen eine übertriebene Würdigung des Virtuosenspiels\ntheils hervorgerufen, theils genährt und allgemeiner verbreitet hatte.\nSelbst in Kreisen, welche auf strengere Auswahl bei ihren musica-\nlischen Unterhaltungen in Bezug auf Trio's, Quartette und dergl.\nhielten, nahm man es doch mit den so genannten Duo's für Piano\nund Violine nicht so genau und liess manchmal sehr Werthloses\nzur Geltung kommen, wenn es nur in angenehmer Wreise beiden\nInstrumentisten Gelegenheit bot, ihre Fertigkeit und ihren Vortrag\nzu zeigen. Wir gehören nicht zu den Pedanten, die das Heil der\nKunst nur in dem starrsten Festhalten an den alten Formen er-\nblicken : wir erkennen gern an, dass besonders im Anfange der Pe-\nriode, in welcher die Potpourri's für Piano und Violine über be-\nkannte Thema's aufkamen, vortreffliche Sachen dieser Art erschie-\nnen, die jetzt fast vergessen sind, obschon mit Unrecht, z. B. die\nschönen Potpourri's von Spohr, der Potpourri concertant in A-dur\nvon Moscheies und Lafont, die ersten Duo's von Herz und\nLafont (Op. 18, 19) und einige andere mehr. Allein es bleibt\newig wahr, dass in der Kunst der gediegene Inhalt sich auch nur\nin der gediegenen Form aussprechen kann, und diese ist lür Piano-\nforte- und Violin-Duette die Sonaten-Form. Leider hat diese Form\nlange Zeit hindurch, während die Flut der Mode nach jeder neuen\nOper eine Menge Zwitter-Geschöpfe heranspülte, welche bei der\nnächsten Ebbe auf dem Sande liegen blieben und verendeten, nur\nausnahmsweise hier und da einen Vertreter gefunden, und die\nschöne Bahn, welche Mozart und Beethoven so siegreich durch-\nlaufen, auf welcher sie Tausenden die herrlichsten musicalischen\nGenüsse zugeführt haben, blieb unbetreten und begann zu veröden.\nFreilich schüttelt man Sonaten nicht aus einem Füllhorn, in wel-\nches man ein halbes Dutzend Opern-Motive nebst einer Hand voll\nZierblumen wirft, Alles hübsch durch einander rüttelt und dann\ndas bunte Allerlei auf den Salontisch umstürzt. Die Sonate ver-\nlangt ihren Mann; sie fordert das Talent der Erfindung, der the-\nmatischen Durchführung, des contrapunktischen Wissens und Kön-\nnens, und das sind Dinge, welche einem grossen Theile unserer\nComponisten entweder nicht verliehen oder zu unbequem zu hand-\nhaben sind, zumal da es ja viel leichter ist, durch formenloses\nAneinanderreihen von harmonischen und rhythmischen Absonder-\nlichkeiten auch ohne Erfindungs-Talent neu und originel zu\nscheinen.\nUm so anerkennungswerther und erfreulicher ist es, wenn man\ngewahrt, wie sich in der neuesten Zeit, neben dem öfteren Er-\nscheinen der Beethoven'schen Sonaten für Piano und Violine auf\nden Programmen der Concerte und Soireen, auch die Composition\nwieder dieser ernsten und edeln Gattung zuwendet, und doppelt\nerfreulich, wenn diese ehrenwerlhe und gediegene Richtung Früchte\nträgt wie die vorliegenden Werke:\nEduard Franck, Sonate für Pianofortc und Violine,\nHerrn Theodor Pixis zugeeignet. Op. 19. Köln,\nbei M. Schloss. Preis 1 Thlr. 15 Sgr.\nConstantin Decker, Sonate pour Piano Sf Violon, de-\ndiee a son ami Wssewolod Maurer. Oeuvre\n33. Magdeburg, chez Heinrichshofen. Pr. 2 Thlr.\nBei beiden Werken ist das hohe Vorbild Beethoven's nicht zu\nverkennen, und nur hier und da ersieht man aus ihnen auch, dass\nMendelssohn gelebt und geschrieben hat. Am nächsten kommt\njenem erhabenen Vorbilde die Sonate von Ed. Franck, welche\nleicht das Beste sein dürfte, was seit jenem grossen Meister in die-\nser Gattung erschienen ist.\nFranck's Sonate hält in ihren drei Sätzen durchweg den\ngrossen Stil fest und vermählt phantasiereiche Erfindung mit treff-\nlicher Arbeit; die einzelnen Sätze sind nicht übermässig ausge-\nsponnen, man stüsst nicht auf Stellen, welche blosse Verlängerun-\ngen sind, sondern Alles hat Zweck und Berechtigung und fügt sich\ndem Ebenmaass des Ganzen. Der erste Satz, Allegro moderato con\nespressione quasi fantasia, 4/4-Tact, C-moll (11 Seiten in der Ciavier-\nstimme), dürfte wohl der genialste sein, obschon er am meisten an\nBeethoven erinnert, d. h. nicht an seine einzelnen Glieder, sondern\nan seine Physiognomie und seinen Geist. Man vergleiche z. B.\ndas zweite Motiv:"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2812, "texte": "mit dem zweiten Motiv in Beethoven s C-moll-Sonate, Op. 30, und\nman wird wissen, was wir meinen. Dem Andante con espressione\nin As-dur, 4/4-Tact (3 f/2 Seite), welches durch sanfte Melodie, Klar-\nheit und Ruhe der Empfindung und des Ausdrucks ungemein an-\nspricht, folgt das Finale Allegro appassionato in C-moll, 4/4-Tact\n(14 Seiten), ein feuriger und dabei sehr gut gearbeiteter Satz, des-\nsen Arbeit aber nichts weniger als nach der Lampe riecht, sondern\nmit dem Guss und Fluss des Ganzen als nothwendiger Theil des-\nselben daherströmt. Dabei ist vor Allem noch rühmend zu er-\nwähnen, dass das Finale sich im Charakter dem ersten Allegro\ntrefflich anschliesst und auf diese Weise eine Einheit des Stils in\ndas Werk bringt, welche ihm noch zu besonderem Vorzuge ge-\nreicht.\nDie Sonate von C. Decker ist noch umfangreicher, als die vo-\nrige, sie füllt im Ganzen 36 Seiten in der Ciavierstimme und be-\nsteht aus vier Sätzen: 1) Allegro agitato in 11-moll, 4/4-Tact; 2)\nAdagio in E-dur, 4 4-Tact; 3) Scherzo Allegro di molto in H-rnoll\nlind dnr, 3/4-Tact; 4) Finale Allegro appassionato, H-moll und din\\\nVi-Tact. Im ersten Satze, dessen Anfang\nuns, wie man sieht, auf Beethoven verweis't, hält der Componist\n(bis auf einige Längen auf der fünften und siebenten Seite) den\nCharakter der grossen Schreibart mit Glück fest; dieses Allegro ist\nfrisch, voll Feuer und Kraft und wird überall für sich allein schon\nseine Wirkung nicht verfehlen. Im Stil bleibt ihm aber nur etwa\ndas Scherzo gleich; das Adagio, obschon es ganz hübsche Canti-\nlene hat und auch das Piü mosso einen überraschenden Contrast\nzu dem ersten Tempo bildet, und das Finale huldigen mehr dem\nbloss Sinnlichen; wir können ihnen keine Tiefe der musicalischen\nGedanken zusprechen, wollen aber gern zugeben, dass die hier\nund da fast sinfoniemässige Behandlung des letzten Satzes, verbun-\nden mit dem Glanz der Passagen, zahlreiche Verehrer finden wird.\nBeide Sonaten sind für den Clavierspieler nicht gerade schwie-\nrig, erfordern aber einen tüchtigen Violinisten.\nWer nun aber die Sonate abgeschworen hat oder wenigstens\nsich nicht getraut, diese stolze Dame, die nur in ebenbürtiger Ge-\nsellschaft erscheinen will, in die musicalischen Thee's einzuführen,\nindessen doch wünschte, den daselbst versammelten Dilettanten sei-\nnen schönen Ton auf der Violine und seinen edeln Vortrag zum\nBesten zu geben, dem empfehlen wir:\nRichard Wuerst, Zwei R\ngleitung des Pianoforle.Herrn Ad. Grünwald\nzugeeignet. Op. 25. Magdeburg, bei Heinrichsho-\nfen. Preis 20 Sgr.\nDie erste und längere in G-dur, 6/g-Tact, hat recht schön er-\nfundene und empfundene Melodieen und ist ganz geeignet, den\nGesang der Königin der Instrumente zur Geltung zu bringen. 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J. Schrameck, Klänge vom Ostsee-Strande. Ein\nLiebes-Roman in sechs Liedern, von Rob. Gro-\nse wsky. Für eine Sopran- oder Tenorstimme mit\nBegleitung des Pianoforte. Magdeburg, bei Hein-\nrichshofen. Preis 1 % Thlr. (auch alle sechs einzeln\nzu haben).\nWir haben weder einen Roman noch sonstige Poesie in diesen\nLiedern finden können, welche in mangelhafter Form ganz ge-\nwöhnliche Empfindungen aussprechen. Die Composition derselben\nist auch nicht geeignet, sie über der Flut zu halten, welche der-\ngleichen Producte ins Meer der Vergessenheit spült. Neu ist aller-\ndings Nr. 6, das Ora pro nobis :\nEin Pilger zog im härenen Gewand\n„ 0 Sanctissitna !\"\nZur heil'gen Stätte ins gelobte Land,\n„0 piissima!6(\nVon wildem Weh war ihm sein Herz zerrissen,\nDes Mordes Frevel trug er im Gewissen.\n„Du!eis Virgo Maria!\" u. s. w. (!!')\nKinderfeste. Erstes Heft: Das Sc hui fest. Decla-\nmation und Gesang für Schulkinder. Dichtung von\nFried. Hofmann, Composition von Jul. Otto.\nSchleusingen, Verlag von C. Glaser. Preis 1 Thlr.\n5 Sgr. Das Textbuch 1 (/2 Sgr. Jede einzelne Sing-\nstimme 4 Sgr.\nDie Pianoforte-Begleitung ist auf dem Titel nicht genannt, aber\nim Hefte vorhanden. Der Zweck bei der Herausgabe dieser Ge-\nsänge ist der, auch der Kinderwelt declamatorisch-musicalische\nStücke derselben Gattung zu geben, welche aus J. Otto's „Sän-\ngersaal\", „Burschenfahrten\", „Philister\", „Spinnabend\", „Gesellen-\nfahrten\", „Soldatenleben\" bekannt ist. Ein Kinderfest, welches am\nGregorius-Tage jährlich zu Coburg gefeiert wird, scheint noch im\nBesonderen Veranlassung zu dem vorliegenden Werkchen gegeben"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5015, "texte": "zu haben. Nun, mit jedem, der sein Scherflein herbeiträgt, um\nder Jugend Freude zu machen und das Schulleben der Kinder zu\nerheitern und zu erheben, darf man es in kritischer Hinsicht nicht\nso genau nehmen, und so mögen denn die ein-, zwei-, drei- und\nvierstimmigen Gesänge für Knaben- und Mädchen-Chöre, welche\nleicht fassliche und leicht singbare Melodieen enthalten, hingehen\nund ihren Zweck erfüllen. Dass aber auch bei solchem Zwecke\ndennoch ein höherer Standpunkt in künstlerischer Hinsicht festge-\nhalten werden kann, als es hier der Fall ist, haben gar manche\nKinderlieder in neuerer Zeit gezeigt, sowohl was Dichtung als\nComposilion betrifft (Hofmann von Fallersleben, Schumann, Tau-\nbert u. s. w.).\nJ. Hoven, Sieben Gedichte aus dem „Neuen Frühling\"\nvon H. Heine. Für eine Singstimme mit Beglei-\ntung des Pianoforte. Herrn Julian Fane gewid-\nmet. 46. Werk. Wien, Verlag von P. Mechetti\nWwe. Preis 25 Sgr.\nWenn Lieder von J. Hoven erscheinen, macht sich alles, was\nmusicalisch ist, auf: Waldvögel, Singvögel, Poeten, Dilettanten, Lie-\nbende, Scherzende, Musiker, Künstler; denn Jeder denkt: „Er bringt\ngewiss auch was tür mich!\" und wie sonderbar! ein Jeder\nspricht, wenn er nun hört und lies't, was es ist: „Da ist es ja, das\nist für mich!\" und siehe, es ist für Alle. Das heisst für alle,\ndie Gesang und Poesie und ihre innigste Vermählung zu fühlen\nund zu würdigen verstehen, für alle, die noch an Musik glauben\nund nicht von der steifen musicalischen Declamation oder Ton-\nklauberei nach dem blossen Worte und der Sylbe das Heil er-\nwarten, für alle, die sich feinen Sinn auch für das verborgene\nSchöne, das nicht an dem breiten Wege liegt, sondern das gesucht\nsein will und, gefunden, doppelt freudig anerkannt wird, bewahrt\nhaben. Hoven gehört unstreitig zu den ersten Lieder-Componisten\nDeutschlands überhaupt und übertrifft die meisten lebenden an\nfeinem Geschmack und ästhetischem Tacte, während ihm doch die\nTiefe des Gefühls und der Leidenschaft keineswegs fremd ist. Alles\ndas beweisen von Neuem die genannten Lieder und die folgenden,\nwelche wir auch gleich hier anschliessen wollen.\nJ. Hoven, Sechs Gedichte von Chamisso für eine Sing-\nstimme mit Begleitung des Pianoforte. 47. Werk.\nWien, ebendaselbst. I. Heft („Die Müllerin\"\n„Der Müllerin Nachbar\" „Die Sterbende\").\nPreis 20 Sgr. ll. Heft („Katzennatur\"\n„Minnedienst\" «Der Zopf\"). Preis 25 Sgr.\nDie sieben Gedichte aus Heine's „Neuem Frühling\" sind: 1)\n„Frühlingsblüthen\", 2) „Süsses Elend, bittre Lust\", 3) „Wen ich\nliebe\", 4) „Ein Meer von blauen Gedanken44, 5) „Des Waldes Ca-\nPellmeister\", 6) „Königin und Page\", 7) „Hatte schon dieselben\nTräume\", Sowohl die ernsten (Nr. 1, 2, 4, 6, 7) als die munteren\nLieder sind gleich werthvoll. Man kann sie zusammen als einen\nLiederkreis betrachten, zumal da das letzte in schön gedachter\nW eise die Ilaupt-Melodic des ersten als Erinnerung „derselben\nTräume\" wiederbringt.\nDas 47. Werk gibt uns treffliche Compositionen der oben ge-\nnannten Chamisso'sehen Gedichte. Wenn in Nr. 1 und 3 des\nersten Heftes die Leidenschaft und der furchtbare Ernst in Tönen\nsich ausspricht, so müssen wir in den vier anderen Nummern wie-\nderum jenes ausgezeichnete Talent bewundern, welches Hoven für\ndie musicalische Behandlung des Humors und der Ironie besitzt.\nIn dieser Hinsicht vereinen sich bei ihm die charakteristische Me-\nlodie und die feine Malerei der Begleitung auf eine vollendete\nWeise. Für die letztere ist er selbst bei schon oft dagewesenen\nDingen dennoch stets neu, wie hier z. B. in Nr. 2, „Der Müllerin\nNachbar\", das taetmässige Gcrappel der Mühle in den Staccato-\nAchteln des Basses wiederum beweis't, und im zweiten Hefte der\n„Minnedienst\", jene köstliche Erzählung von der erschöpften Dame,\ndie ihren Anbeter, der zu jedem Opfer bereit ist, um ein Glas Eis\nbittet, welches er endlich nach hartem Kampfe mit dem Gedränge\nam Schenktische erobert und hinter dem Fenstervorhange selbst\naufzehrt. Hier haben wir bei Hoven eine vollständige dramatisch-\nkomische Scene vor uns; wir hören im anstossenden Saale die\nBall-Musik, und im Vorzimmer sehen wir den Helden und die ver-\nschmachtende Dame. Noch komischer wird die Wirkung sein,\nwenn der Sänger ein wohlklingendes Falsett hat und die Reden\nder Dame um eine Octave höher singt. In musicalischer Hinsicht\nist noch besonders die Kunst zu loben, mit welcher der Componist\nneben der oft wiederkehrenden Walzer-Begleitung die Selbststän-\ndigkeit der Singstimme zu wahren weiss und diese niemals in die\nAbhängigkeit von der Tanz-Melodie fallen lässt.\nDie letzte Nummer bringt uns („mit Zustimmung der Schlesin-\nger'schen Musikhandlung in Berlin'4) eine neue Ausgabe des\n„Zopfes\", jener weltberühmten tragischen Geschichte, die hier so\nin Musik gesetzt ist, dass man schon bei dem Vorspiel laut auf-\nlachen muss. Kommt nun noch der richtige Vortrag der Sing-\nstimme und des köstlichen Fagotts mit recht elastischer linker Hand\nhinzu, so haben wir die echt deutsche musicalische Komik, wie sie\nseit Dittersdorf und Schenk noch nicht wieder da gewesen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1853-11-26-02-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1853-11-26_02#c005", "volume": "bmtnabi_1853-11-26_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "19", "page_fin": "20", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.2.3", "titre_corps": "Gesang.", "titre_sommaire": "Gesang.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.1.3", "debut_caractere": 5017, "fin_caractere_exclue": 5181, "texte": "Gesang.\nGustav Hacser, Zwei Gesänge für vier Männer-\nstimmen. Oldenburg, Verlag von Gerh. Stal-\nling. Preis 15 Sgr. (Partitur einzeln 71/2 Sgr.,\njede Stimme 3 Sgr.)"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3298, "texte": "J. C. Kessler, Ständchen. Cykhis von vier kleinen\nQuartetten für vier Männerstimmen. Lemberg, bei\nK. Wild. Preis 15 Sgr.\nVon den erstgenannten zwei Gesängen hatte die Composition\nvon Heine's „Hirtenknabe\" („König ist der Hirtenknabe'4) auf\ndem diesjährigen Sängerfeste zu Detmold Beifall gefunden, welcher\nwahrscheinlich den Verfasser, einen Dilettanten, wie es scheint, zur\nHerausgabe ermuntert hat. Pas zweite Lied heisst „Strudelfahrt\",\nvon Ad. Peters. Sie gehören beide in die Kategorie derjenigen\nvierstimmigen Lieder, welche einen nicht warm nnd nicht kalt\nmachen, aber in kleinen Vereinen doch ihre Liebhaber finden.\nDasselbe können wir auch nur von den Kes sl erTschen „Ständ-\nchen\" sagen. Auf dem Titel wird die Deutlichkeit etwas zu weit\ngetrieben, denn „Quartette\" pflegen immer für „vier\" Stimmen zu\n6ein. Das gelungenste ist wohl noch das vierte: „Lebe wohl, mein\nLieb!\" von Uhland.\nRichard Wuerst, Der 28. Psalm für dreistimmi-\ngen Frauenchor und Solo mit Pianoforte-\nBegleitung. Seiner Mutter gewidmet. Op. 24.\nMagdeburg, bei Heinrichshofen. Partitur 22!/2 Sgr.\nStimmen 7y2 Sgr. (in Partieen zu 1 % Sgr.).\nRichard Wuerst, Geistliches Lied für vierstimmi-\ngen Frauenchor und Solo mit Pianoforte-\nBegleitung. Herrn Alex. Weimann zugeeignet. Op.\n27. Ebendaselbst. Preis complet 12 Sgr. (Partitur\n7'/2 Sgr.)\nWas wir über Op. 20, „Lieder und Gesänge\" desselben Compo-\nnisten, im Literaturblatt Nr. 1, vom 29. Januar d. J„ zu der damals\nvon uns herausgegebenen Rheinischen Musikzeitung im Allgemei-\nnen gesagt haben, müssen wir auch hier in Hinsicht der beiden\nobigen Werke wiederholen. Sie mögen immerhin Frauenkreisen\nund höheren Töchterschulen und Erziehungs-Anstalten, wo man\ngern mehrstimmige Sachen von religiösem Inhalt ohne Hinzuziehung\nvon Männerstimmen singen will, willkommen sein, und wir können\nsie solchen auch empfehlen. Allein einen bedeutenden Platz können\nwir ihnen weder in Hinsicht auf Erfindung noch auf Ausarbeitung\nzuerkennen. Das „geistliche Lied\", Op. 27, hat indess mehr Fluss\nund Guss, als der Psalm, in welchem sich zu viel nach bekanntem\nMuster Gemachtes findet und der desshalb kalt lässt. Auch scheint\ner uns für die Zwecke solcher Arbeit und bei der Eintönigkeit des\nFrauengesanges auf die Dauer zu lang. Er enthält nämlich auf\nsiebenzehn Seiten Partitur: Nr. 1 Chor (2 Sopran, 1 Alt), Nr. 2\nAlt-Solo mit Chor, Nr. 3 wiederum Alt-Solo mit anschliessendem\nSchlusschor.\nWilhelm Tschirch, Vier Lieder für eine Bassstimmc\nmit Begleitung des Pianoforte. Op. 30. Magdeburg,\nbei Heinrichshofen. Preis 15 Sgr.\nDas gelungenste unter diesen vier Liedern ist das humoristische\nNr. 2: „Zu jeder Tageszeit4', das Weinlied aus „Gesellige Lust\",\nvon Reinick. Die übrigen drei von sentimentaler Farbe: Nr. 1,\n„Die wahre Liebe\" (sehr nüchterne Prosa, z. B.:\n„Die, welche stets uns fesselt,\nLieben wir immerdar (sehr richtig!);\nHier ist die? erste Liebe\nV\nStets auch erneut und wahr!\" —*\nWie kann es einem Musiker heut zu Tage noch einfallen, so etwas\nzu componiren!) —, Nr. 3, „Das blaue Auge\", von Ida von Dü-\nringsfeld, und Nr. 4, „Die Heimat\", von Jos. Mendelssohn, entbeh-\nren alle der tieferen Auffassung und des innigen Gefühls-Aus-\ndrucks. Am meisten wirken wird noch Nr. 3, „Das blaue Auge\"*\nwenn es von einer schönen Bass- oder Baritonstimme gut vorge-\ntragen wird."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1853-11-26-02-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1853-11-26_02#c006", "volume": "bmtnabi_1853-11-26_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "20", "page_fin": "20", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.2.4", "titre_corps": "Für Pianoforte.", "titre_sommaire": "Für Pianoforte.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.1.4", "debut_caractere": 3300, "fin_caractere_exclue": 3710, "texte": "Für Pianoforte.\nW. A. Mozart, Sonaten für Pianoforte allein. Neue\nAusgabe. Redigirt von G. Nottebohm. Wien,\nVerlag von P. Mechetti Witwe.\nVon dieser in der vorigen Nummer dieses Literaturblattes be-\nreits angezeigten neuen Ausgabe der Mozarfsehen Sonaten liegen\njetzt die folgenden vier Nummern vor: Nr. 5, Sonate in A-moll,\nNr. 6, in F-dur, Nr. 7, in D-dury 6/s-Tact, und Nr. 8, Phantasie\nund Sonate in C-molL"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.1.1", "texte": "Für Pianoforte und Violine.\nDie Compositionen für Pianoforte und Violine haben eine Zeit\nlang unter dem traurigen Einflüsse des Salon-Geschmacks gestan-\nden, welchen eine übertriebene Würdigung des Virtuosenspiels\ntheils hervorgerufen, theils genährt und allgemeiner verbreitet hatte.\nSelbst in Kreisen, welche auf strengere Auswahl bei ihren musica-\nlischen Unterhaltungen in Bezug auf Trio's, Quartette und dergl.\nhielten, nahm man es doch mit den so genannten Duo's für Piano\nund Violine nicht so genau und liess manchmal sehr Werthloses\nzur Geltung kommen, wenn es nur in angenehmer Wreise beiden\nInstrumentisten Gelegenheit bot, ihre Fertigkeit und ihren Vortrag\nzu zeigen. 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Leider hat diese Form\nlange Zeit hindurch, während die Flut der Mode nach jeder neuen\nOper eine Menge Zwitter-Geschöpfe heranspülte, welche bei der\nnächsten Ebbe auf dem Sande liegen blieben und verendeten, nur\nausnahmsweise hier und da einen Vertreter gefunden, und die\nschöne Bahn, welche Mozart und Beethoven so siegreich durch-\nlaufen, auf welcher sie Tausenden die herrlichsten musicalischen\nGenüsse zugeführt haben, blieb unbetreten und begann zu veröden.\nFreilich schüttelt man Sonaten nicht aus einem Füllhorn, in wel-\nches man ein halbes Dutzend Opern-Motive nebst einer Hand voll\nZierblumen wirft, Alles hübsch durch einander rüttelt und dann\ndas bunte Allerlei auf den Salontisch umstürzt. Die Sonate ver-\nlangt ihren Mann; sie fordert das Talent der Erfindung, der the-\nmatischen Durchführung, des contrapunktischen Wissens und Kön-\nnens, und das sind Dinge, welche einem grossen Theile unserer\nComponisten entweder nicht verliehen oder zu unbequem zu hand-\nhaben sind, zumal da es ja viel leichter ist, durch formenloses\nAneinanderreihen von harmonischen und rhythmischen Absonder-\nlichkeiten auch ohne Erfindungs-Talent neu und originel zu\nscheinen.\nUm so anerkennungswerther und erfreulicher ist es, wenn man\ngewahrt, wie sich in der neuesten Zeit, neben dem öfteren Er-\nscheinen der Beethoven'schen Sonaten für Piano und Violine auf\nden Programmen der Concerte und Soireen, auch die Composition\nwieder dieser ernsten und edeln Gattung zuwendet, und doppelt\nerfreulich, wenn diese ehrenwerlhe und gediegene Richtung Früchte\nträgt wie die vorliegenden Werke:\nEduard Franck, Sonate für Pianofortc und Violine,\nHerrn Theodor Pixis zugeeignet. Op. 19. Köln,\nbei M. Schloss. Preis 1 Thlr. 15 Sgr.\nConstantin Decker, Sonate pour Piano Sf Violon, de-\ndiee a son ami Wssewolod Maurer. Oeuvre\n33. Magdeburg, chez Heinrichshofen. Pr. 2 Thlr.\nBei beiden Werken ist das hohe Vorbild Beethoven's nicht zu\nverkennen, und nur hier und da ersieht man aus ihnen auch, dass\nMendelssohn gelebt und geschrieben hat. Am nächsten kommt\njenem erhabenen Vorbilde die Sonate von Ed. Franck, welche\nleicht das Beste sein dürfte, was seit jenem grossen Meister in die-\nser Gattung erschienen ist.\nFranck's Sonate hält in ihren drei Sätzen durchweg den\ngrossen Stil fest und vermählt phantasiereiche Erfindung mit treff-\nlicher Arbeit; die einzelnen Sätze sind nicht übermässig ausge-\nsponnen, man stüsst nicht auf Stellen, welche blosse Verlängerun-\ngen sind, sondern Alles hat Zweck und Berechtigung und fügt sich\ndem Ebenmaass des Ganzen. Der erste Satz, Allegro moderato con\nespressione quasi fantasia, 4/4-Tact, C-moll (11 Seiten in der Ciavier-\nstimme), dürfte wohl der genialste sein, obschon er am meisten an\nBeethoven erinnert, d. h. nicht an seine einzelnen Glieder, sondern\nan seine Physiognomie und seinen Geist. Man vergleiche z. B.\ndas zweite Motiv:"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.1.2", "texte": "mit dem zweiten Motiv in Beethoven s C-moll-Sonate, Op. 30, und\nman wird wissen, was wir meinen. Dem Andante con espressione\nin As-dur, 4/4-Tact (3 f/2 Seite), welches durch sanfte Melodie, Klar-\nheit und Ruhe der Empfindung und des Ausdrucks ungemein an-\nspricht, folgt das Finale Allegro appassionato in C-moll, 4/4-Tact\n(14 Seiten), ein feuriger und dabei sehr gut gearbeiteter Satz, des-\nsen Arbeit aber nichts weniger als nach der Lampe riecht, sondern\nmit dem Guss und Fluss des Ganzen als nothwendiger Theil des-\nselben daherströmt. Dabei ist vor Allem noch rühmend zu er-\nwähnen, dass das Finale sich im Charakter dem ersten Allegro\ntrefflich anschliesst und auf diese Weise eine Einheit des Stils in\ndas Werk bringt, welche ihm noch zu besonderem Vorzuge ge-\nreicht.\nDie Sonate von C. Decker ist noch umfangreicher, als die vo-\nrige, sie füllt im Ganzen 36 Seiten in der Ciavierstimme und be-\nsteht aus vier Sätzen: 1) Allegro agitato in 11-moll, 4/4-Tact; 2)\nAdagio in E-dur, 4 4-Tact; 3) Scherzo Allegro di molto in H-rnoll\nlind dnr, 3/4-Tact; 4) Finale Allegro appassionato, H-moll und din\\\nVi-Tact. Im ersten Satze, dessen Anfang\nuns, wie man sieht, auf Beethoven verweis't, hält der Componist\n(bis auf einige Längen auf der fünften und siebenten Seite) den\nCharakter der grossen Schreibart mit Glück fest; dieses Allegro ist\nfrisch, voll Feuer und Kraft und wird überall für sich allein schon\nseine Wirkung nicht verfehlen. Im Stil bleibt ihm aber nur etwa\ndas Scherzo gleich; das Adagio, obschon es ganz hübsche Canti-\nlene hat und auch das Piü mosso einen überraschenden Contrast\nzu dem ersten Tempo bildet, und das Finale huldigen mehr dem\nbloss Sinnlichen; wir können ihnen keine Tiefe der musicalischen\nGedanken zusprechen, wollen aber gern zugeben, dass die hier\nund da fast sinfoniemässige Behandlung des letzten Satzes, verbun-\nden mit dem Glanz der Passagen, zahlreiche Verehrer finden wird.\nBeide Sonaten sind für den Clavierspieler nicht gerade schwie-\nrig, erfordern aber einen tüchtigen Violinisten.\nWer nun aber die Sonate abgeschworen hat oder wenigstens\nsich nicht getraut, diese stolze Dame, die nur in ebenbürtiger Ge-\nsellschaft erscheinen will, in die musicalischen Thee's einzuführen,\nindessen doch wünschte, den daselbst versammelten Dilettanten sei-\nnen schönen Ton auf der Violine und seinen edeln Vortrag zum\nBesten zu geben, dem empfehlen wir:\nRichard Wuerst, Zwei R\ngleitung des Pianoforle.Herrn Ad. Grünwald\nzugeeignet. Op. 25. Magdeburg, bei Heinrichsho-\nfen. Preis 20 Sgr.\nDie erste und längere in G-dur, 6/g-Tact, hat recht schön er-\nfundene und empfundene Melodieen und ist ganz geeignet, den\nGesang der Königin der Instrumente zur Geltung zu bringen. Die\nzweite, F-dur, gibt dem Spieler auch Gelegenheit, seine\nSicherheit in der Reinheit der Doppelgriffe zu zeigen.\n\nFür Gesang.\nJ. J. Schrameck, Klänge vom Ostsee-Strande. Ein\nLiebes-Roman in sechs Liedern, von Rob. Gro-\nse wsky. Für eine Sopran- oder Tenorstimme mit\nBegleitung des Pianoforte. Magdeburg, bei Hein-\nrichshofen. Preis 1 % Thlr. (auch alle sechs einzeln\nzu haben).\nWir haben weder einen Roman noch sonstige Poesie in diesen\nLiedern finden können, welche in mangelhafter Form ganz ge-\nwöhnliche Empfindungen aussprechen. Die Composition derselben\nist auch nicht geeignet, sie über der Flut zu halten, welche der-\ngleichen Producte ins Meer der Vergessenheit spült. Neu ist aller-\ndings Nr. 6, das Ora pro nobis :\nEin Pilger zog im härenen Gewand\n„ 0 Sanctissitna !\"\nZur heil'gen Stätte ins gelobte Land,\n„0 piissima!6(\nVon wildem Weh war ihm sein Herz zerrissen,\nDes Mordes Frevel trug er im Gewissen.\n„Du!eis Virgo Maria!\" u. s. w. (!!')\nKinderfeste. Erstes Heft: Das Sc hui fest. Decla-\nmation und Gesang für Schulkinder. Dichtung von\nFried. Hofmann, Composition von Jul. Otto.\nSchleusingen, Verlag von C. Glaser. Preis 1 Thlr.\n5 Sgr. Das Textbuch 1 (/2 Sgr. Jede einzelne Sing-\nstimme 4 Sgr.\nDie Pianoforte-Begleitung ist auf dem Titel nicht genannt, aber\nim Hefte vorhanden. Der Zweck bei der Herausgabe dieser Ge-\nsänge ist der, auch der Kinderwelt declamatorisch-musicalische\nStücke derselben Gattung zu geben, welche aus J. Otto's „Sän-\ngersaal\", „Burschenfahrten\", „Philister\", „Spinnabend\", „Gesellen-\nfahrten\", „Soldatenleben\" bekannt ist. Ein Kinderfest, welches am\nGregorius-Tage jährlich zu Coburg gefeiert wird, scheint noch im\nBesonderen Veranlassung zu dem vorliegenden Werkchen gegeben"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.1.3", "texte": "zu haben. Nun, mit jedem, der sein Scherflein herbeiträgt, um\nder Jugend Freude zu machen und das Schulleben der Kinder zu\nerheitern und zu erheben, darf man es in kritischer Hinsicht nicht\nso genau nehmen, und so mögen denn die ein-, zwei-, drei- und\nvierstimmigen Gesänge für Knaben- und Mädchen-Chöre, welche\nleicht fassliche und leicht singbare Melodieen enthalten, hingehen\nund ihren Zweck erfüllen. Dass aber auch bei solchem Zwecke\ndennoch ein höherer Standpunkt in künstlerischer Hinsicht festge-\nhalten werden kann, als es hier der Fall ist, haben gar manche\nKinderlieder in neuerer Zeit gezeigt, sowohl was Dichtung als\nComposilion betrifft (Hofmann von Fallersleben, Schumann, Tau-\nbert u. s. w.).\nJ. Hoven, Sieben Gedichte aus dem „Neuen Frühling\"\nvon H. Heine. Für eine Singstimme mit Beglei-\ntung des Pianoforte. Herrn Julian Fane gewid-\nmet. 46. Werk. Wien, Verlag von P. Mechetti\nWwe. Preis 25 Sgr.\nWenn Lieder von J. Hoven erscheinen, macht sich alles, was\nmusicalisch ist, auf: Waldvögel, Singvögel, Poeten, Dilettanten, Lie-\nbende, Scherzende, Musiker, Künstler; denn Jeder denkt: „Er bringt\ngewiss auch was tür mich!\" und wie sonderbar! ein Jeder\nspricht, wenn er nun hört und lies't, was es ist: „Da ist es ja, das\nist für mich!\" und siehe, es ist für Alle. Das heisst für alle,\ndie Gesang und Poesie und ihre innigste Vermählung zu fühlen\nund zu würdigen verstehen, für alle, die noch an Musik glauben\nund nicht von der steifen musicalischen Declamation oder Ton-\nklauberei nach dem blossen Worte und der Sylbe das Heil er-\nwarten, für alle, die sich feinen Sinn auch für das verborgene\nSchöne, das nicht an dem breiten Wege liegt, sondern das gesucht\nsein will und, gefunden, doppelt freudig anerkannt wird, bewahrt\nhaben. Hoven gehört unstreitig zu den ersten Lieder-Componisten\nDeutschlands überhaupt und übertrifft die meisten lebenden an\nfeinem Geschmack und ästhetischem Tacte, während ihm doch die\nTiefe des Gefühls und der Leidenschaft keineswegs fremd ist. Alles\ndas beweisen von Neuem die genannten Lieder und die folgenden,\nwelche wir auch gleich hier anschliessen wollen.\nJ. Hoven, Sechs Gedichte von Chamisso für eine Sing-\nstimme mit Begleitung des Pianoforte. 47. Werk.\nWien, ebendaselbst. I. Heft („Die Müllerin\"\n„Der Müllerin Nachbar\" „Die Sterbende\").\nPreis 20 Sgr. ll. Heft („Katzennatur\"\n„Minnedienst\" «Der Zopf\"). Preis 25 Sgr.\nDie sieben Gedichte aus Heine's „Neuem Frühling\" sind: 1)\n„Frühlingsblüthen\", 2) „Süsses Elend, bittre Lust\", 3) „Wen ich\nliebe\", 4) „Ein Meer von blauen Gedanken44, 5) „Des Waldes Ca-\nPellmeister\", 6) „Königin und Page\", 7) „Hatte schon dieselben\nTräume\", Sowohl die ernsten (Nr. 1, 2, 4, 6, 7) als die munteren\nLieder sind gleich werthvoll. Man kann sie zusammen als einen\nLiederkreis betrachten, zumal da das letzte in schön gedachter\nW eise die Ilaupt-Melodic des ersten als Erinnerung „derselben\nTräume\" wiederbringt.\nDas 47. Werk gibt uns treffliche Compositionen der oben ge-\nnannten Chamisso'sehen Gedichte. Wenn in Nr. 1 und 3 des\nersten Heftes die Leidenschaft und der furchtbare Ernst in Tönen\nsich ausspricht, so müssen wir in den vier anderen Nummern wie-\nderum jenes ausgezeichnete Talent bewundern, welches Hoven für\ndie musicalische Behandlung des Humors und der Ironie besitzt.\nIn dieser Hinsicht vereinen sich bei ihm die charakteristische Me-\nlodie und die feine Malerei der Begleitung auf eine vollendete\nWeise. Für die letztere ist er selbst bei schon oft dagewesenen\nDingen dennoch stets neu, wie hier z. B. in Nr. 2, „Der Müllerin\nNachbar\", das taetmässige Gcrappel der Mühle in den Staccato-\nAchteln des Basses wiederum beweis't, und im zweiten Hefte der\n„Minnedienst\", jene köstliche Erzählung von der erschöpften Dame,\ndie ihren Anbeter, der zu jedem Opfer bereit ist, um ein Glas Eis\nbittet, welches er endlich nach hartem Kampfe mit dem Gedränge\nam Schenktische erobert und hinter dem Fenstervorhange selbst\naufzehrt. Hier haben wir bei Hoven eine vollständige dramatisch-\nkomische Scene vor uns; wir hören im anstossenden Saale die\nBall-Musik, und im Vorzimmer sehen wir den Helden und die ver-\nschmachtende Dame. Noch komischer wird die Wirkung sein,\nwenn der Sänger ein wohlklingendes Falsett hat und die Reden\nder Dame um eine Octave höher singt. In musicalischer Hinsicht\nist noch besonders die Kunst zu loben, mit welcher der Componist\nneben der oft wiederkehrenden Walzer-Begleitung die Selbststän-\ndigkeit der Singstimme zu wahren weiss und diese niemals in die\nAbhängigkeit von der Tanz-Melodie fallen lässt.\nDie letzte Nummer bringt uns („mit Zustimmung der Schlesin-\nger'schen Musikhandlung in Berlin'4) eine neue Ausgabe des\n„Zopfes\", jener weltberühmten tragischen Geschichte, die hier so\nin Musik gesetzt ist, dass man schon bei dem Vorspiel laut auf-\nlachen muss. Kommt nun noch der richtige Vortrag der Sing-\nstimme und des köstlichen Fagotts mit recht elastischer linker Hand\nhinzu, so haben wir die echt deutsche musicalische Komik, wie sie\nseit Dittersdorf und Schenk noch nicht wieder da gewesen.\n\nGesang.\nGustav Hacser, Zwei Gesänge für vier Männer-\nstimmen. Oldenburg, Verlag von Gerh. Stal-\nling. Preis 15 Sgr. (Partitur einzeln 71/2 Sgr.,\njede Stimme 3 Sgr.)"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18531126-02.1.4", "texte": "J. C. Kessler, Ständchen. Cykhis von vier kleinen\nQuartetten für vier Männerstimmen. Lemberg, bei\nK. Wild. Preis 15 Sgr.\nVon den erstgenannten zwei Gesängen hatte die Composition\nvon Heine's „Hirtenknabe\" („König ist der Hirtenknabe'4) auf\ndem diesjährigen Sängerfeste zu Detmold Beifall gefunden, welcher\nwahrscheinlich den Verfasser, einen Dilettanten, wie es scheint, zur\nHerausgabe ermuntert hat. Pas zweite Lied heisst „Strudelfahrt\",\nvon Ad. Peters. Sie gehören beide in die Kategorie derjenigen\nvierstimmigen Lieder, welche einen nicht warm nnd nicht kalt\nmachen, aber in kleinen Vereinen doch ihre Liebhaber finden.\nDasselbe können wir auch nur von den Kes sl erTschen „Ständ-\nchen\" sagen. Auf dem Titel wird die Deutlichkeit etwas zu weit\ngetrieben, denn „Quartette\" pflegen immer für „vier\" Stimmen zu\n6ein. Das gelungenste ist wohl noch das vierte: „Lebe wohl, mein\nLieb!\" von Uhland.\nRichard Wuerst, Der 28. Psalm für dreistimmi-\ngen Frauenchor und Solo mit Pianoforte-\nBegleitung. Seiner Mutter gewidmet. Op. 24.\nMagdeburg, bei Heinrichshofen. Partitur 22!/2 Sgr.\nStimmen 7y2 Sgr. (in Partieen zu 1 % Sgr.).\nRichard Wuerst, Geistliches Lied für vierstimmi-\ngen Frauenchor und Solo mit Pianoforte-\nBegleitung. Herrn Alex. Weimann zugeeignet. Op.\n27. Ebendaselbst. Preis complet 12 Sgr. (Partitur\n7'/2 Sgr.)\nWas wir über Op. 20, „Lieder und Gesänge\" desselben Compo-\nnisten, im Literaturblatt Nr. 1, vom 29. Januar d. J„ zu der damals\nvon uns herausgegebenen Rheinischen Musikzeitung im Allgemei-\nnen gesagt haben, müssen wir auch hier in Hinsicht der beiden\nobigen Werke wiederholen. Sie mögen immerhin Frauenkreisen\nund höheren Töchterschulen und Erziehungs-Anstalten, wo man\ngern mehrstimmige Sachen von religiösem Inhalt ohne Hinzuziehung\nvon Männerstimmen singen will, willkommen sein, und wir können\nsie solchen auch empfehlen. Allein einen bedeutenden Platz können\nwir ihnen weder in Hinsicht auf Erfindung noch auf Ausarbeitung\nzuerkennen. Das „geistliche Lied\", Op. 27, hat indess mehr Fluss\nund Guss, als der Psalm, in welchem sich zu viel nach bekanntem\nMuster Gemachtes findet und der desshalb kalt lässt. Auch scheint\ner uns für die Zwecke solcher Arbeit und bei der Eintönigkeit des\nFrauengesanges auf die Dauer zu lang. Er enthält nämlich auf\nsiebenzehn Seiten Partitur: Nr. 1 Chor (2 Sopran, 1 Alt), Nr. 2\nAlt-Solo mit Chor, Nr. 3 wiederum Alt-Solo mit anschliessendem\nSchlusschor.\nWilhelm Tschirch, Vier Lieder für eine Bassstimmc\nmit Begleitung des Pianoforte. Op. 30. Magdeburg,\nbei Heinrichshofen. Preis 15 Sgr.\nDas gelungenste unter diesen vier Liedern ist das humoristische\nNr. 2: „Zu jeder Tageszeit4', das Weinlied aus „Gesellige Lust\",\nvon Reinick. Die übrigen drei von sentimentaler Farbe: Nr. 1,\n„Die wahre Liebe\" (sehr nüchterne Prosa, z. B.:\n„Die, welche stets uns fesselt,\nLieben wir immerdar (sehr richtig!);\nHier ist die? erste Liebe\nV\nStets auch erneut und wahr!\" —*\nWie kann es einem Musiker heut zu Tage noch einfallen, so etwas\nzu componiren!) —, Nr. 3, „Das blaue Auge\", von Ida von Dü-\nringsfeld, und Nr. 4, „Die Heimat\", von Jos. Mendelssohn, entbeh-\nren alle der tieferen Auffassung und des innigen Gefühls-Aus-\ndrucks. Am meisten wirken wird noch Nr. 3, „Das blaue Auge\"*\nwenn es von einer schönen Bass- oder Baritonstimme gut vorge-\ntragen wird.\n\nFür Pianoforte.\nW. A. Mozart, Sonaten für Pianoforte allein. Neue\nAusgabe. Redigirt von G. Nottebohm. Wien,\nVerlag von P. Mechetti Witwe.\nVon dieser in der vorigen Nummer dieses Literaturblattes be-\nreits angezeigten neuen Ausgabe der Mozarfsehen Sonaten liegen\njetzt die folgenden vier Nummern vor: Nr. 5, Sonate in A-moll,\nNr. 6, in F-dur, Nr. 7, in D-dury 6/s-Tact, und Nr. 8, Phantasie\nund Sonate in C-molL"}]}