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Dr. Rob. Schumann gewidmet. Zweites\nWerk. Wien, Verlag von P. Mechetti Witwe.\nPreis 1 Thlr. 10 Sgr.\nEin Erstlingswerk (denn es geht nur die Composition von Ileb-\nbel's Gedicht „Odaliske\" für eine Singstimme und Clavicr vorher),\nwelches wir mit grosser Anerkennung und mit einer Freude be-\ngrüssen, die uns von den Erzeugnissen der jüngeren Künstler heut\nzu Tage selten bereitet wird. Die Anerkennung geziemt dem be-\ndeutenden Talente und den gründlichen Studien, welche das Werk\noffenbart, die Freude der, wir möchten sagen: bescheidenen Weise,\nwie dieses Talent sich äussert, der tüchtigen Gesinnung, die den\nComponisten beseelt, ihn aber nicht zum Ueberheben seiner selbst\ntreibt, zum Uebersprudeln und Ueberstürzen, um mit Siebenmeilcn-\nstiefeln den Parnass hinan zu laufen, sondern sich die Besonnen-\nheit zur Gefährtin nimmt, um auf derjenigen Bahn zum Ziele vor-\nzudringen, welche allein zum Tempel des wahren Kunstschönen\nführt. Es ist dieses die Bahn, welche die grossen deutschen Meister\ngeebnet haben; das Neue, welches auf dieser herangeführt wird,\nwirbt auf die solideste Weise um Freunde und Sympathieen, und\nwird sie beständig und dauernd finden, während das Auffal-\nlende sich nur auf einen vorübergehenden Moment dadurch\nbemerkbar macht, dass es neben dem gebahnten Wege durch\nDick und Dünn, durch Gestrüpp und Dornen geht. Mögen dann\nbestellte Rufer noch so laut schreien: „Seht da, seht da! das ist\nder starke Held, der geht da, wo noch kein Mensch gegangen!\"\nso sehen doch die Vernünftigen nicht nach dem Wege, den er\nnimmt, sondern nach dem Ziele, wohin er soll, und fällt er in wei-\nter Ferne davon erschöpft von Anstrengung zu Boden, so lassen\nsie ihn liegen. Nicht das Gehen, das Ankommen ist die Hauptsache,\nund: Altendons quil arrive!ist ein zwar nüchterner, aber sehr\npraktischer Warnungsruf für alle voreiligen Bewunderer und\nPropheten.\nHerr Debrois van Bruvek achtel vor Allem die künstlerische\nForm und gibt den Beweis namentlich im zweiten Satze der\nSonate —, dass er die Schranken derselben wohl zu erweitern\nweiss, aber sich hütet, sie irgendwie zu überspringen oder zu zer-\ntrümmern. Er vermeidet es ferner, durch absonderliche harmoni-\nsche Combinationen, schreiende Accorde und auffallende oder\nplumpe Accord-Folgcn zu frappiren und stutzen zu machen, und\ndem Zuhörer das Widrige für schön, weil neu, zu verkaufen. Er\nsucht das Neue in der Erfindung der Motive, also in dem, was die\nSeele der Musik ist, und wenn er dabei auch nicht überall auf\nreines Gold stösst, da dergleichen Fund jetzt immer seltener wird,\nso führt ihn ein glückliches \"lalent doch oft auf Adern von Silber,\ndie er mit Geschick ausbeutet.\nDie Widmung an Rob. Schumannn mit dem Zusätze: „in Ver-\nehrung und Hochachtung\", dürfte vielleicht das Yorurtheil erregen,\ndass der Componist sich ganz und gar der Schumann'schen Manier\nhingegeben. Dieses ist aber nicht der Fall, am wenigsten in Bezug\nauf die letzten Werke Schumann's, und das Wenige, was wir in\ndieser Sonate vielleicht in Schumann'scher Weise gedacht und aus-\ngedrückt finden, können wir dem Verfasser nicht zum Vorwurf\nmachen. Dass ausserdem die besten Vorbilder für diese Gattung,\nMozart, Beethoven und Franz Schubert, für ihn nicht umsonst\nexistirt haben (von Mendelssohn's Einfluss ist nichts zu erkennen,\nwas uns ganz recht ist), gereicht ihm mehr zur Ehre, als wenn er\nauf sie als „Ueberwundene\" herabblickte.\nDie Sonate hat vier Sätze, denen die gewöhnlichen Benennun-\ngen, als: Allegro, Andante, u. s. w., fehlen, indem sie Herr Debrois\nbloss mit 1., 11., 111., IV. numerirt und dann das Zeitmaass durch\ndeutsche Worte und den Metronom bezeichnet eine puristische\nGrille, gegen deren Anwendung wir schon oft gesprochen haben,\nerstens, weil sich ihr Princip nicht durchführen lässt (wie wir denn\nauch hier dicht unter „Lebhaft\" neben „Erstes\nZeitmaass\" a lempo und ferner alle die übrigen technischen Kunst-\nwörter: forte, mesz-o forlC)piano, etc., finden),\nund zweitens, weil diese deutschen Bezeichnungen als Kunst-Aus-\ndrücke nicht feststehen und der Willkür zehnmal mehr Spielraum\ngeben, als die bekannten itali'änischen; endlich, weil sie beim Vom-\nblattspielen geradezu geniren.\nDas erste Allegro, also Nr. I, in D-mott, fVTact, offenbart al-\nlerdings die oben gerühmten Eigenschaften, jedoch unserer Mei-\nnung nach in geringerem Grade, als die drei übrigen Sätze. Es\nzeigt weniger ursprüngliche Frische in der Erfindung, und der\nzweite Theil ist auch nicht ganz frei von Längen (z. B. Seite 7,\nunten). Allein es bleibt immer ein musicalischer Satz, der seinen\nCharakter festhält und von vorn herein durch Klarheit und Fluss\nein günstiges Urtheil lür den Componisten weckt. 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Es ist acht Seiten lang, aber doch nicht\nzu lang.\nIhm reiht sich ein kurzes menuetartigcs Scherzo in A-moll,\n3/4-Tact, Trio A-dur, an, klar und hübsch, ohne alle falsche Prä-\ntention, welchem dann das Finale in D-moll, 2/|-Tact, folgt, ein be-\nwegter Satz voll Leben und Fluss.\nWir wünschen Herrn Debrois aufrichtig Glück zu seinem ersten\nAuftreten, welches zu Hoffnungen berechtigt, die ein eifriges und\nernstes Verfolgen der eingeschlagenen Bahn gewiss verwirklichen\nwird. L. B.\nHenry Litolff, Sechs Lieder ohne Worte für das Piano-\nforte. Frau Rose Asser, geb. Godefroi, in Amster-\ndam gewidmet. Op. 83. Verlag von Chr. Bach-\nmann in Hannover. Nr. 1, 8 gGr., Nr. 2, 8 gGr.,\nNr. 3, 4 gGr., Nr. 4, 6 gGr., Nr. 5, 6 gGr.,\nNr. 6, 10 gGr.\nWenn auch diese Lied r ohne Worte nicht den Schwung ha-\nben, den wir an anderen Compositionen von H. Litolff gewöhnt\nsind, so werden sie doch den gebildeten Dilettanten eine ange-\nnehme Gabe sein, welche geeignet ist, so manches Flache von ih-\nrem Notenpulte zu verdrängen. Am meisten haben uns Nr. 2, Sol-\ndatenlied in D-dur, Nr. 3, in Des-dur, welches wohl am meisten\npoetischen Hauch hat, und das Agitato, Nr. 5, in A-moll, angespro-\nchen. Nr. 6 dürfte den grössten Salon-EfTect machen. Grosse\nSchwierigkeiten bieten sie alle nicht dar, doch erfordern Nr. 1 und\n6 ein wohlgeübtes Handgelenk.\nFranz Liszt, Rapsodies Hongroises pour le Piano.\nTroisieme Serie. Nr. 11 —l5. Berlin, chez A.\nM. Schlesinger. Pr. a 5/e Thlr.\nDiese dritte Reihe der berühmten ungarischen Rhapsodieen ent-\nhält fünf Nummern, von denen wir kaum einer vor der andern den\nVorzug geben möchten, wenn nicht Nr. 15, „Der Rakoczy-Marsch\nzum Concert-Vortrag bearbeitet\", durch seine schwungvolle Melodie\nund den wahrhaft kriegerischen Glanz der Bearbeitung seine An-\nsprüche auf den Vorrang von selbst geltend machte. Die vier an-\nderen Rhapsodieen hat Liszt einzelnen Personen, dem Baron Fery\nOrczy, J. Joachim, dem Grafen Leo Festetics und H. G. von Bii-\nlow, gewidmet, den Rakoczy-Marsch Niemandem, er gehört dem\nungarischen Volke.\nEiner Analyse spotten diese Compositionen, sie sind Lava-Er-\ngüsse einer vulkanischen Phantasie, welche den Hörer in ihren\nverheerenden Strom ziehen, deren eigentliches Wesen aber eben\nso wenig zu beschreiben ist, wie ihre Wirkung. Die Melodieen ha-\nben uns, wenigstens zum Theil, in diesen Heften nicht so ergriffen\nund ins Gemüth geredet, wie die früheren; aber in der Benutzung\nund Bearbeitung ist Liszt immer wieder, wie sonst, der Gewaltige,\nder sie bald liebkosend mit Perlen- und Corallenschnüren und\nmit Kränzen von schimmernden Edelsteinen schmückt, bald in\ndüsterer, zorniger Laune mit Felsstücken nach ihnen wirft oder die\nschäumenden Wogen des Meeres darüber hinrollt. In solcher Stim-\nmung schreibt er dann aber auch nicht für gewöhnliche Menschen-\nkinder und deren Gliedmaassen, sondern nur für Cyklopen-Arme,\nund erinnert einen an Spontini, der im Alcidor zwölf Ambosse har-\nmonisch stimmen liess, um mit Hämmern Accorde aus ihnen\nheraus zu schlagen.\nCharles Wehle, Un songe ä Vaucluse, Reverie nocturne\npour Piano. Op. 30. Berlin, chez A. M. Schle-\nsinger. Preis 1 7 {/2 Sgr.\nLeichte Waare mit hübscher Appretur, Melodie oben Ar-\npeggio unten, Melodie unten Arpeggio oben. Wenn Petrarca wie\nBcllini empfunden und sich ausgesprochen hätte, so wäre dieser\nTraum an der Quelle von Vaucluse eine Wahrheit.\nHenri Lemcke, Valse expressive pour le Piano, dediee\nk sa niece Anna. Op. 33. Berlin, bei A. M.\nSchlesinger. 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Sechs Gesänge für eine Sopran-\noder Tenorstimme mit Pianoforte-Begleitung. op.\n3. Leipzig, bei Breitkopf & Härtel. Pr. 20 Sgr.\nDie Lieder von Brahms empfehlen sich etwas mehr als die\njüngst besprochene Sonate, obgleich wiederum von etwas Hervor-\nragendem, von Originalität in der poetischen Auffassung, wie in\nrein musicalischer Beziehung nicht die Rede sein kann. Auch be-\ngegnen wir vielen harmonischen Härten, Declamations-Fehlern und\nGeschmacklosigkeiten in der Behandlung der Singstimme. Das\nerste Lied, „Liebestreu4' von Reinick, ist recht schön gedacht und\nempfunden, aber die Härte gleich im ersten Tacte, hervorgebracht\ndurch den Vorhalt im Basse, ist unschön und wird einem bei der\nsteten Wiederholung immer unerträglicher. Ungeschickt ist auch\nder Rückzug nach Es-moll in folgender Weise:\nVerkehrt endlich ist in der letzten Strophe: „0 Matter, und\nsplittert der Fels auch im Wind, meine Treue, die hält ihn aus!44\ndie Wiederholung der letzten Worte (Siempre rit. e dim. sin al fine),\ngerade hier, wo ein entschiedener Ausdruck so deutlich in den\nWorten liegt, Oder wollte Herr Brahms damit bezeichnen, dass\nes doch wohl zweifelhaft, ob die Treue wirklich so stark sei? Das\nfolgende Lied: „Wie sich Rebenranken schwingen44, ist so schlecht\ndeclamirt, dass weiter gar nicht davon zu reden ist:\n» **. v . • •* • *. ' • . ■ • * •■ f * • ,\nUeberhaupt macht das ganze Lied den Eindruck, als ob der\nComponist den Text nur gebraucht hätte, um darüber ein contra-\npunktisches Uebungs-Exempel zu machen; denn das Lied ergeht\nsich in gewaltigen Gelehrsamkeiten, Imitationen, Vergrösserungen\nund Verkehrungen des Themas u. s. w. Wenn Herr Brahms solche\nSachen aber nicht besser anzuwenden weiss, so bleibe er lieber\ndaheim damit. Nr. 3, „Ich muss hinaus!44 gibt im Allgemeinen die\nStimmung gut wieder, doch ist es in rein musicalischer Beziehung\nwenig befriedigend; höchst unsangbar ist dieser Tact:\nnamentlich zu Worten, wie: „muss zu dir44, „du nur mir44. Die\nHarmonie im siebenten Tacte und der Rückzug nach H-dur sind\netwas gequält, und der Schusterfleck bei den Worten: „Ich will die\nRosen nicht mehr sehn, nicht mehr die grünen Matten!\" und gleich\ndarauf bei den Worten: „Ich will nicht mehr der Lüfte Zug44 u. s.\nw., ist. sehr nüchtern; geschmacklos endlich ist folgende Stelle:\nDas folgende Lied: „Weit über das Feld44, ist recht schön und\nohne Zweifel nächst dem folgenden: „In der Fremde44, das beste\nder Sammlung, doch auch nicht ohne Declatnations-Fehler (s. An-\nfang des zweiten Verses). Das Lied „In der Fremde44 ist natürlich\nund sangbar und wird dem Componisten am leichtesten Freunde\nerwerben, zumal da es auch der Innerlichkeit nicht entbehrt. Das\nletzte Lied bietet wieder so falsche Declamationen, dass man an\ndem Geschmacke des Componisten irre werden muss. Hier die\nBelege:\nKarl Reinecke, Sechs Lieder für vierstimmigen Manner-\nchor Dem kölner Männergesang-Verein. Op. 41.\nAltona, bei H, Böie. Partitur und Stimmen 1\nThlr. 15 Sgr. Einzelne Stimmen zu 21/2 Sgr.\nder Druckbogen."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "12", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540325-02.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3432, "texte": "Eine Gabe, welche alle Männergesang-Vereine willkommen heis-\nsen werden; denn was der Name des Componisten erwarten lässt,\ndas werden sie auch in diesen Liedern finden: richtige Auffassung\nder Gedichte, Irische Melodie und sangbare Stimmführung. Dem\nersten, „Frühling ohn' Ende\", von Bob. Beinick, welches vom\nschwäbischen Sängerbunde gekrönt worden ist, möchten auch wir\nden Preis vor den anderen zuerkennen; es ist ein schönes Lied,\ndas sich den Mendelssohn'schcn würdig anreiht. Nächst ihm sagen\nuns Nr. 2, „Feuer her!\" von Beinick, ein munterer 2/4-Tact in\ndtir, und Nr. 3, „Auf der Wacht\", ebenfalls von Beinick, in\ndur, am meisten zu. Nr. 4, „Nachtlied\", 9/4-Tact, C-moll, und Nr. 6,\n„Haltet Frau Musica in Ehren\", von M. Luther, kommen uns etwas\nmonoton vor. Dagegen .wird Nr. 5, „Schlachtgesang\", ein marsch-\nmässiger \\ 4-Tact in B-dur,von einem kräftigen Chor vorgetragen,\nseine Wirkung nicht verfehlen; nur die wiederholte Triolen-Figur:\nklingt uns zu meyerbeerisch und will uns auch als Malerei nicht\nrecht gefallen.\nDie Stimmen sind sehr deutlich und in grossen Noten und Let-\ntern auf weisses, starkes Papier gedruckt und zu dem Preise von\n2i/2 Sgr. für den Bogen, welcher die sechs Lieder vollständig ent-\nhält, beispiellos billig.\nRichard Müller, Drei Liede für S o p r a n, Alt, Te-\nnor und Bass. Dem Zöllner'schen Gesang-Ver-\neine zu Leipzig gewidmet. Op. 1. Leipzig, bei C.\nBomnitz. Preis 15 Sgr. Einzelne Stimmen zu\n2% Sgr. (d. halbe Bogen).\nDie Frage, ob man es mit einem Erstlingswerke sehr genau\noder nicht gar zu genau nehmen solle, zur Entscheidung zu brin-\ngen, sind die vorliegenden Lieder von zu geringer Bedeutung.\nEigentlichen Beruf zur Composition scheinen sie nicht zu bekun-\nden. Das dritte, „Frühlingswonne\", ein Vivace, G'g-Tact, in D-dur,\nist noch das ansprechendste. Nr. 1, „Des Müden Abcndlied\", von\nGeibel ist in Text und Musik gar zu trübe für einen Verein, der\nzur Hälfte aus jungen Damen besteht.\nEduard Weitzel, Vier Duette für Sopran und Alt (oder\nTenor und Bass) mit Begleitung des Pianoforte.\nIhrer Majestät der Königin Marie von Hannover\ngewidmet. Op. 31. Hannover, bei Chr. Bachmann.\nPreis 1 Thlr. 16 gGr. (Auch einzeln zu haben:\nNr. 1 u. 3 zu je 8, Nr. 2 u. 4 zu je 12 gGr.)\nWenn wir nicht auf dem litclblatte die Werkzahl 31 und den\nHang des Componisten, „Pianist Sr. Majestät des Königs von Han-\nnover\", gelesen hätten, so würden wir diese Duette für das Erst-\nlingswerk eines Dilettanten, der in Modulationen, cnharmonischen\nUeberraschungen und herzzerreissenden A orhalten schwelgt, gehal-\nten haben. So wie in Herrn G. Scheuerlin's Gedicht „Das\nAbendläuten\" (Nr. 2)\n„Die Glocken singen auf und zu\",\ndamit sie sich reimen auf „Ruh'\", so wirft uns Herr Wenzel in\ndie schroffsten Accorde, damit er nur wieder zur Grundtonart\nkomme, und so wie der Dichterin Dilia Helena trotz des grie-\nchischen Hetärenduftes ihres Namens höchst modern ein „Ton wie\nSehnsuchtsqual von Hain zu Hügel rauscht\", so drückt Herr Wen-\nzel sehr sinnig in Nr. 4 (der „Frühlingswonne\" eines Herrn Gustav\nRasmus) diese Sehnsuchtsqual folgender Maassen musicalisch aus:\nIn Summa, wir können diesen Gesang-Compositionen von E. Wen-\nzel weder in melodiöser noch harmonischer Beziehung irgend eine\nschöne Seite abgewinnen, und halten es für überflüssig, unser Ur-\ntheil durch Beispiele zu belegen, da jeder Musiker, welcher diese\nDuette zur Hand nimmt, auch nur bei flüchtiger Ansicht mit uns\nübereinstimmen wird."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1854-03-25-02-c014", "article_bluemountain": "bmtnabi_1854-03-25_02#c014", "volume": "bmtnabi_1854-03-25_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "12", "page_fin": "12", "image_debut": 4, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540325-02.2.3", "titre_corps": "Für Violoncello.", "titre_sommaire": "Für Violoncello.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "12", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540325-02.1.4", "debut_caractere": 3434, "fin_caractere_exclue": 4631, "texte": "Für Violoncello.\nMoriz Ganz, Zehn charakteristische Musikslücke, leicht\nund fortschreitend, zur Uebung im Violoncellspiel\nohne Daumenaufsatz. 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Die Anerkennung geziemt dem be-\ndeutenden Talente und den gründlichen Studien, welche das Werk\noffenbart, die Freude der, wir möchten sagen: bescheidenen Weise,\nwie dieses Talent sich äussert, der tüchtigen Gesinnung, die den\nComponisten beseelt, ihn aber nicht zum Ueberheben seiner selbst\ntreibt, zum Uebersprudeln und Ueberstürzen, um mit Siebenmeilcn-\nstiefeln den Parnass hinan zu laufen, sondern sich die Besonnen-\nheit zur Gefährtin nimmt, um auf derjenigen Bahn zum Ziele vor-\nzudringen, welche allein zum Tempel des wahren Kunstschönen\nführt. Es ist dieses die Bahn, welche die grossen deutschen Meister\ngeebnet haben; das Neue, welches auf dieser herangeführt wird,\nwirbt auf die solideste Weise um Freunde und Sympathieen, und\nwird sie beständig und dauernd finden, während das Auffal-\nlende sich nur auf einen vorübergehenden Moment dadurch\nbemerkbar macht, dass es neben dem gebahnten Wege durch\nDick und Dünn, durch Gestrüpp und Dornen geht. 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Er vermeidet es ferner, durch absonderliche harmoni-\nsche Combinationen, schreiende Accorde und auffallende oder\nplumpe Accord-Folgcn zu frappiren und stutzen zu machen, und\ndem Zuhörer das Widrige für schön, weil neu, zu verkaufen. Er\nsucht das Neue in der Erfindung der Motive, also in dem, was die\nSeele der Musik ist, und wenn er dabei auch nicht überall auf\nreines Gold stösst, da dergleichen Fund jetzt immer seltener wird,\nso führt ihn ein glückliches \"lalent doch oft auf Adern von Silber,\ndie er mit Geschick ausbeutet.\nDie Widmung an Rob. Schumannn mit dem Zusätze: „in Ver-\nehrung und Hochachtung\", dürfte vielleicht das Yorurtheil erregen,\ndass der Componist sich ganz und gar der Schumann'schen Manier\nhingegeben. Dieses ist aber nicht der Fall, am wenigsten in Bezug\nauf die letzten Werke Schumann's, und das Wenige, was wir in\ndieser Sonate vielleicht in Schumann'scher Weise gedacht und aus-\ngedrückt finden, können wir dem Verfasser nicht zum Vorwurf\nmachen. 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I, in D-mott, fVTact, offenbart al-\nlerdings die oben gerühmten Eigenschaften, jedoch unserer Mei-\nnung nach in geringerem Grade, als die drei übrigen Sätze. Es\nzeigt weniger ursprüngliche Frische in der Erfindung, und der\nzweite Theil ist auch nicht ganz frei von Längen (z. B. Seite 7,\nunten). Allein es bleibt immer ein musicalischer Satz, der seinen\nCharakter festhält und von vorn herein durch Klarheit und Fluss\nein günstiges Urtheil lür den Componisten weckt. Das erste Thema\nist folgendes:"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "10", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540325-02.1.2", "texte": "Dem zweiten Satze, einem Andante in F-dur, 2/4_Tact, mit\n• * • ■ . ... *\neinem Zwischensatze in D-dur von theilweise schnellerer Bewegung,\nwürden wir jedenfalls den Preis vor den anderen zuerkennen; es\nist ein in jeder Hinsicht sowohl durch Erfindung als Bearbeitung\nschönes Musikstück voll Reiz und Anmuth, sommerduftig, ohne\nNebel und ohne Schwüle. Es ist acht Seiten lang, aber doch nicht\nzu lang.\nIhm reiht sich ein kurzes menuetartigcs Scherzo in A-moll,\n3/4-Tact, Trio A-dur, an, klar und hübsch, ohne alle falsche Prä-\ntention, welchem dann das Finale in D-moll, 2/|-Tact, folgt, ein be-\nwegter Satz voll Leben und Fluss.\nWir wünschen Herrn Debrois aufrichtig Glück zu seinem ersten\nAuftreten, welches zu Hoffnungen berechtigt, die ein eifriges und\nernstes Verfolgen der eingeschlagenen Bahn gewiss verwirklichen\nwird. L. B.\nHenry Litolff, Sechs Lieder ohne Worte für das Piano-\nforte. Frau Rose Asser, geb. Godefroi, in Amster-\ndam gewidmet. Op. 83. Verlag von Chr. Bach-\nmann in Hannover. Nr. 1, 8 gGr., Nr. 2, 8 gGr.,\nNr. 3, 4 gGr., Nr. 4, 6 gGr., Nr. 5, 6 gGr.,\nNr. 6, 10 gGr.\nWenn auch diese Lied r ohne Worte nicht den Schwung ha-\nben, den wir an anderen Compositionen von H. Litolff gewöhnt\nsind, so werden sie doch den gebildeten Dilettanten eine ange-\nnehme Gabe sein, welche geeignet ist, so manches Flache von ih-\nrem Notenpulte zu verdrängen. Am meisten haben uns Nr. 2, Sol-\ndatenlied in D-dur, Nr. 3, in Des-dur, welches wohl am meisten\npoetischen Hauch hat, und das Agitato, Nr. 5, in A-moll, angespro-\nchen. Nr. 6 dürfte den grössten Salon-EfTect machen. Grosse\nSchwierigkeiten bieten sie alle nicht dar, doch erfordern Nr. 1 und\n6 ein wohlgeübtes Handgelenk.\nFranz Liszt, Rapsodies Hongroises pour le Piano.\nTroisieme Serie. Nr. 11 —l5. Berlin, chez A.\nM. Schlesinger. Pr. a 5/e Thlr.\nDiese dritte Reihe der berühmten ungarischen Rhapsodieen ent-\nhält fünf Nummern, von denen wir kaum einer vor der andern den\nVorzug geben möchten, wenn nicht Nr. 15, „Der Rakoczy-Marsch\nzum Concert-Vortrag bearbeitet\", durch seine schwungvolle Melodie\nund den wahrhaft kriegerischen Glanz der Bearbeitung seine An-\nsprüche auf den Vorrang von selbst geltend machte. Die vier an-\nderen Rhapsodieen hat Liszt einzelnen Personen, dem Baron Fery\nOrczy, J. Joachim, dem Grafen Leo Festetics und H. G. von Bii-\nlow, gewidmet, den Rakoczy-Marsch Niemandem, er gehört dem\nungarischen Volke.\nEiner Analyse spotten diese Compositionen, sie sind Lava-Er-\ngüsse einer vulkanischen Phantasie, welche den Hörer in ihren\nverheerenden Strom ziehen, deren eigentliches Wesen aber eben\nso wenig zu beschreiben ist, wie ihre Wirkung. Die Melodieen ha-\nben uns, wenigstens zum Theil, in diesen Heften nicht so ergriffen\nund ins Gemüth geredet, wie die früheren; aber in der Benutzung\nund Bearbeitung ist Liszt immer wieder, wie sonst, der Gewaltige,\nder sie bald liebkosend mit Perlen- und Corallenschnüren und\nmit Kränzen von schimmernden Edelsteinen schmückt, bald in\ndüsterer, zorniger Laune mit Felsstücken nach ihnen wirft oder die\nschäumenden Wogen des Meeres darüber hinrollt. In solcher Stim-\nmung schreibt er dann aber auch nicht für gewöhnliche Menschen-\nkinder und deren Gliedmaassen, sondern nur für Cyklopen-Arme,\nund erinnert einen an Spontini, der im Alcidor zwölf Ambosse har-\nmonisch stimmen liess, um mit Hämmern Accorde aus ihnen\nheraus zu schlagen.\nCharles Wehle, Un songe ä Vaucluse, Reverie nocturne\npour Piano. Op. 30. Berlin, chez A. M. Schle-\nsinger. Preis 1 7 {/2 Sgr.\nLeichte Waare mit hübscher Appretur, Melodie oben Ar-\npeggio unten, Melodie unten Arpeggio oben. Wenn Petrarca wie\nBcllini empfunden und sich ausgesprochen hätte, so wäre dieser\nTraum an der Quelle von Vaucluse eine Wahrheit.\nHenri Lemcke, Valse expressive pour le Piano, dediee\nk sa niece Anna. Op. 33. Berlin, bei A. M.\nSchlesinger. Preis Thlr.\nHerr Lemcke überschreibt diesen ganz gewöhnlichen Ländler\n„Le langage du cöeurCuriose Sprache des Herzens das:"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "11", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540325-02.1.3", "texte": "Für Gesang.\nJohannes Brahms. Sechs Gesänge für eine Sopran-\noder Tenorstimme mit Pianoforte-Begleitung. op.\n3. Leipzig, bei Breitkopf & Härtel. Pr. 20 Sgr.\nDie Lieder von Brahms empfehlen sich etwas mehr als die\njüngst besprochene Sonate, obgleich wiederum von etwas Hervor-\nragendem, von Originalität in der poetischen Auffassung, wie in\nrein musicalischer Beziehung nicht die Rede sein kann. Auch be-\ngegnen wir vielen harmonischen Härten, Declamations-Fehlern und\nGeschmacklosigkeiten in der Behandlung der Singstimme. Das\nerste Lied, „Liebestreu4' von Reinick, ist recht schön gedacht und\nempfunden, aber die Härte gleich im ersten Tacte, hervorgebracht\ndurch den Vorhalt im Basse, ist unschön und wird einem bei der\nsteten Wiederholung immer unerträglicher. Ungeschickt ist auch\nder Rückzug nach Es-moll in folgender Weise:\nVerkehrt endlich ist in der letzten Strophe: „0 Matter, und\nsplittert der Fels auch im Wind, meine Treue, die hält ihn aus!44\ndie Wiederholung der letzten Worte (Siempre rit. e dim. sin al fine),\ngerade hier, wo ein entschiedener Ausdruck so deutlich in den\nWorten liegt, Oder wollte Herr Brahms damit bezeichnen, dass\nes doch wohl zweifelhaft, ob die Treue wirklich so stark sei? Das\nfolgende Lied: „Wie sich Rebenranken schwingen44, ist so schlecht\ndeclamirt, dass weiter gar nicht davon zu reden ist:\n» **. v . • •* • *. ' • . ■ • * •■ f * • ,\nUeberhaupt macht das ganze Lied den Eindruck, als ob der\nComponist den Text nur gebraucht hätte, um darüber ein contra-\npunktisches Uebungs-Exempel zu machen; denn das Lied ergeht\nsich in gewaltigen Gelehrsamkeiten, Imitationen, Vergrösserungen\nund Verkehrungen des Themas u. s. w. Wenn Herr Brahms solche\nSachen aber nicht besser anzuwenden weiss, so bleibe er lieber\ndaheim damit. Nr. 3, „Ich muss hinaus!44 gibt im Allgemeinen die\nStimmung gut wieder, doch ist es in rein musicalischer Beziehung\nwenig befriedigend; höchst unsangbar ist dieser Tact:\nnamentlich zu Worten, wie: „muss zu dir44, „du nur mir44. Die\nHarmonie im siebenten Tacte und der Rückzug nach H-dur sind\netwas gequält, und der Schusterfleck bei den Worten: „Ich will die\nRosen nicht mehr sehn, nicht mehr die grünen Matten!\" und gleich\ndarauf bei den Worten: „Ich will nicht mehr der Lüfte Zug44 u. s.\nw., ist. sehr nüchtern; geschmacklos endlich ist folgende Stelle:\nDas folgende Lied: „Weit über das Feld44, ist recht schön und\nohne Zweifel nächst dem folgenden: „In der Fremde44, das beste\nder Sammlung, doch auch nicht ohne Declatnations-Fehler (s. An-\nfang des zweiten Verses). Das Lied „In der Fremde44 ist natürlich\nund sangbar und wird dem Componisten am leichtesten Freunde\nerwerben, zumal da es auch der Innerlichkeit nicht entbehrt. Das\nletzte Lied bietet wieder so falsche Declamationen, dass man an\ndem Geschmacke des Componisten irre werden muss. Hier die\nBelege:\nKarl Reinecke, Sechs Lieder für vierstimmigen Manner-\nchor Dem kölner Männergesang-Verein. Op. 41.\nAltona, bei H, Böie. Partitur und Stimmen 1\nThlr. 15 Sgr. Einzelne Stimmen zu 21/2 Sgr.\nder Druckbogen."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "12", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540325-02.1.4", "texte": "Eine Gabe, welche alle Männergesang-Vereine willkommen heis-\nsen werden; denn was der Name des Componisten erwarten lässt,\ndas werden sie auch in diesen Liedern finden: richtige Auffassung\nder Gedichte, Irische Melodie und sangbare Stimmführung. Dem\nersten, „Frühling ohn' Ende\", von Bob. Beinick, welches vom\nschwäbischen Sängerbunde gekrönt worden ist, möchten auch wir\nden Preis vor den anderen zuerkennen; es ist ein schönes Lied,\ndas sich den Mendelssohn'schcn würdig anreiht. Nächst ihm sagen\nuns Nr. 2, „Feuer her!\" von Beinick, ein munterer 2/4-Tact in\ndtir, und Nr. 3, „Auf der Wacht\", ebenfalls von Beinick, in\ndur, am meisten zu. Nr. 4, „Nachtlied\", 9/4-Tact, C-moll, und Nr. 6,\n„Haltet Frau Musica in Ehren\", von M. Luther, kommen uns etwas\nmonoton vor. Dagegen .wird Nr. 5, „Schlachtgesang\", ein marsch-\nmässiger \\ 4-Tact in B-dur,von einem kräftigen Chor vorgetragen,\nseine Wirkung nicht verfehlen; nur die wiederholte Triolen-Figur:\nklingt uns zu meyerbeerisch und will uns auch als Malerei nicht\nrecht gefallen.\nDie Stimmen sind sehr deutlich und in grossen Noten und Let-\ntern auf weisses, starkes Papier gedruckt und zu dem Preise von\n2i/2 Sgr. für den Bogen, welcher die sechs Lieder vollständig ent-\nhält, beispiellos billig.\nRichard Müller, Drei Liede für S o p r a n, Alt, Te-\nnor und Bass. Dem Zöllner'schen Gesang-Ver-\neine zu Leipzig gewidmet. Op. 1. Leipzig, bei C.\nBomnitz. Preis 15 Sgr. Einzelne Stimmen zu\n2% Sgr. (d. halbe Bogen).\nDie Frage, ob man es mit einem Erstlingswerke sehr genau\noder nicht gar zu genau nehmen solle, zur Entscheidung zu brin-\ngen, sind die vorliegenden Lieder von zu geringer Bedeutung.\nEigentlichen Beruf zur Composition scheinen sie nicht zu bekun-\nden. Das dritte, „Frühlingswonne\", ein Vivace, G'g-Tact, in D-dur,\nist noch das ansprechendste. Nr. 1, „Des Müden Abcndlied\", von\nGeibel ist in Text und Musik gar zu trübe für einen Verein, der\nzur Hälfte aus jungen Damen besteht.\nEduard Weitzel, Vier Duette für Sopran und Alt (oder\nTenor und Bass) mit Begleitung des Pianoforte.\nIhrer Majestät der Königin Marie von Hannover\ngewidmet. Op. 31. Hannover, bei Chr. Bachmann.\nPreis 1 Thlr. 16 gGr. (Auch einzeln zu haben:\nNr. 1 u. 3 zu je 8, Nr. 2 u. 4 zu je 12 gGr.)\nWenn wir nicht auf dem litclblatte die Werkzahl 31 und den\nHang des Componisten, „Pianist Sr. Majestät des Königs von Han-\nnover\", gelesen hätten, so würden wir diese Duette für das Erst-\nlingswerk eines Dilettanten, der in Modulationen, cnharmonischen\nUeberraschungen und herzzerreissenden A orhalten schwelgt, gehal-\nten haben. So wie in Herrn G. Scheuerlin's Gedicht „Das\nAbendläuten\" (Nr. 2)\n„Die Glocken singen auf und zu\",\ndamit sie sich reimen auf „Ruh'\", so wirft uns Herr Wenzel in\ndie schroffsten Accorde, damit er nur wieder zur Grundtonart\nkomme, und so wie der Dichterin Dilia Helena trotz des grie-\nchischen Hetärenduftes ihres Namens höchst modern ein „Ton wie\nSehnsuchtsqual von Hain zu Hügel rauscht\", so drückt Herr Wen-\nzel sehr sinnig in Nr. 4 (der „Frühlingswonne\" eines Herrn Gustav\nRasmus) diese Sehnsuchtsqual folgender Maassen musicalisch aus:\nIn Summa, wir können diesen Gesang-Compositionen von E. Wen-\nzel weder in melodiöser noch harmonischer Beziehung irgend eine\nschöne Seite abgewinnen, und halten es für überflüssig, unser Ur-\ntheil durch Beispiele zu belegen, da jeder Musiker, welcher diese\nDuette zur Hand nimmt, auch nur bei flüchtiger Ansicht mit uns\nübereinstimmen wird.\n\nFür Violoncello.\nMoriz Ganz, Zehn charakteristische Musikslücke, leicht\nund fortschreitend, zur Uebung im Violoncellspiel\nohne Daumenaufsatz. Mit Begleitung eines\nVioloncells oder des Piano. Op. 31. Berlin, bei\nA. M. Schlesinger. Zwei Hefte, h 1 Thlr. für\nVioloncell allein, 1 !/2 Thlr. mit einem Cello Udo\nund 11/3 Thlr. mit Piano.\nDiese Stücke sind für Schüler geschrieben, welche bereits über\nden ersten Unterricht hinweg sind. Die Stricharten sind genau be-\nzeichnet, und mehrere von ihnen können auch als leichte Salon-\nstücke vorgetragen werden, wozu der Componist selbst Nr. 2, Nr.\n4, Nr. 5, 6 und 7 bezeichnet. Andere sind mehr als eigentliche\nEtüden zu betrachten, über deren Zweck und richtige Einübung\ndie gehörigen Winke gegeben werden. Wenn auch der Ausdruck\n„charakteristisch\" nicht eben buchstäblich zu nehmen ist und die\nUeberschriften zuweilen etwas kindisch sind, wie z. B. Nr. 7: „Der\nRäuber und seine Geliebte\" —, so verdienen diese Musikstücke\ndoch die beste Empfehlung, da sie das Nützliche mit dem Ange-\nnehmen vereinigen, und der Name des Herrn Concertmeisters Ganz\nan und für sich schon für die praktische Zweckmässigkeit in Bezug\nauf die Technik des Instrumentes spricht."}]}