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Berlin, Verlag der T. Trautwein'-\nschen Buch- und Musicalienhandlung, 1853. 4to.\nDer Verfasser dieser Abhandlung, welche in 14 Abschnitte, de-\nnen eine historische Einleitung vorhergeschickt ist, zerfällt, hat sei-\nnen Gegenstand mit sehr vielem Fleiss und Scharfsinn behandelt,\nnur hat er dasjenige, was seine Vorgänger schon auf diesem Felde\ngeleistet haben, nicht immer gehörig gewürdigt. Der Wunsch,\netwas tüchtiges Neues zu leisten, hat ihn manchmal das Gute des\nAlten übersehen und das Neue überschätzen lassen. Er würde\nsonst in seiner Vorrede der älteren und neueren Theoretiker mit\nmehr Anerkennung gedenken. In der historischen Einleitung sind\ndie verschiedenen Meinungen früherer und jetzt lebender Theore-\ntiker zusammengestellt. Es treten sich hauptsächlich zwei verschie-\ndene Ansichten entgegen. Die angeführten französischen Theoretiker\nlassen einen Accord mit übermässiger Quinte als Vorhalt sowohl\nund nehmen an, dass er seinen Sitz auf der dritten Stufe der\nMoll-Tonleiter habe.\nDie Deutschen und Italiäner lassen dagegen die übermässige\nQuinte durchgehend durch Erhöhung der Quinte eines harten\nDreiklangs entstehen:\nAlle lassen die\nübermässige Quinte aufwärts schreiten, wie dies in der Natur der\nübermässigen Intervalle überhaupt liegt. Nur zwei andere Auflö-\nsungen von Ant. Eximeno finden sich, die eine, wo die übermäs-\nsige Quinte einen halben Ton abwärts schreitet, und die andere,\nwo sie sogar einen grossen Terzensprung abwärts macht. Diese\nletzte Auflösung bezeichnet der genannte Autor selbst als eine un-\nvollkommene» Die erstere kommt mehrmal im vorliegenden Werke\nvor, und wir werden darauf zurückkommen. Von A. B. Marx\nwird nur eine kurze Stelle über den übermässigen Dreiklang aus\ndessen „Allgemeiner Musiklehre\" angeführt, dagegen seine Cömpo-\nsitionslehre, wo im ersten Bande (vierte Auflage, Leipzig, 1852)\nsich eine gründliche Beleuchtung des Accordes findet, übergangen.\nEs findet sich dort auch noch die Weise, den übermässigen Drei-\nklang aus dem wreichen Dreiklange durch Erniedrigung des Grund-\nTones zu bilden:\nund eine Auseinan-\ndersetzung seiner enharmonischen Natur. Man sieht, dass die Ent-\nstehung des Accordes genugsam bekannt und seine Abkunft nicht\nso dunkel war, wie der Verfasser zu glauben scheint.\nIm ersten Abschnitte, „Heimat, Name und Rangordnung\ndes übermässigen Dreiklängs\", stellt der Verfasser neue\nBegriffe über Tonleiter, Intervalle und Accorde auf, welche erst in\neinem künftigen Werke ihre Begründung finden sollen; wir\nkönnen also heule noch keine Meinung darüber aussprechen. Wir\nhätten nur gewünscht, dass der Verfasser seine Behauptung: „Dis-\nsonirende Accorde sind jederzeit als Vorhalte consonirender Ac-\ncorde zu betrachten\", begründet und deutlicher entwickelt hätte;\ndenn mit der bisher gäng und gebe gewesenen Bedeutung des\nWortes Vorhalt lässt sich dieser Satz doch nicht erklären.\nFerner heisst es: „In einer Dur-Tonart hat er (der übermäs-\nsige Dreiklang) seinen Sitz auf der Tonica, auf der Ober- und IJn-\ntcr-Dominante etc.\" Ich erwähne dies, weil es erstens nichts An-\nderes ist, als was immer gelehrt worden ist; zweitens weil es nicht\nmit dem, was im sechsten Abschnitte vorkommt, übereinstimmt.\nDer sechste Abschnitt behandelt nämlich die „natürlichste Ent-\nstehung des einer je den Tonart wichtigsten übermäs-\nsigen Dreiklangs\". In C-dur wird der Accord as c e für den\nwichtigsten übermässigen Dreiklang erklärt. Es lässt sich trotz der\nvielen Mühe, welche der Verfasser sich gibt, schwer begreifen, mit\nwelchem Rechte, da dieser Accord gewiss viel seltener in C-dur\nzu finden ist, als die übermässigen Dreiklänge, welche aus der Er-\nhöhung der Quinte in den Accorden auf der Tonika, Ober- und\nUnter-Dominante entstehen.\nIm zweiten Abschnitte: „Vorbereitung, Entstehung und\nEinführung des übermässigen Dreiklängs\", heisst es-'\n„Frühere Theoretiker fanden die Haupt-Dissonanz unseres Accor-\ndes in der übermässigen Quinte und verlangten daher unbedingt\ndie Bindung derselben\". Um die Falschheit dieses Satzes dar-\nzuthun, brauche ich nur auf die Ansicht der deutschen und ita-\nliänischen Meister zu verweisen, welche doch auch zu den früheren\nTheoretikern zu rechnen sind. 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Anzahl der aus ver-\nschiedenen und der aus gleichen Klängen bestehen-\nden übermässigen Dreiklänge.\" Sie enthalten viel Gutes,\nnoch nicht genug Bekanntes.\nDer siebente Abschnitt: „Ausgebreitete Verwandtschaft\ndes übermässigen Dreiklangs\", ist nicht ohne Interesse*\nIm neunten Abschnitte heisst es, dass weder im verminderten\nSeptimen-Accord noch im übermässigen Dreiklange eine so ge-\nnannte Haupt-Dissonanz nachzuweisen sei. Diese Behauptung liesse\nsich allenfalls hören, wenn man die Töne des Accords allein und\nnicht im Zusammenhange mit anderen, ohne Beziehung auf irgend\neine Tonart betrachtet. In Verbindung mit anderen Accorden wird\nwohl die Haupt-Dissonanz, oder besser schlechtweg die dissoni-\nrende übermässige Quinte leicht zu erkennen sein.\nIm eilften Abschnitte: „Rechtschreibung des\nsigen Drei klangs\", und auch schon früher finden sich in den\nNoten-Beispielen einige Accorde als übermässige Dreiklänge aufge-\nführt, die man ehedem nicht gewohnt war, als solche anzusehen,\nz. B.:\nMan hat früher solche Gestaltungen unter die Vorhalte gerechnet,\nohne ihnen mehr Wichtigkeit als anderen Vorhalten oder beson-\ndere Namen beizulegen, und das genügte vollkommen zu ihrer\nrichtigen Behandlung. Dass man bisher etwas Anderes unter Vor-\nhalt verstand als der Verfasser, ist oben schon bemerkt worden.\nBeim zwölften Abschnitte: „Die Auflösungen des über-\nmässigen Dreiklang s\", welcher viel Interessantes enthält,\nmüssen wir aus den oben ausgesprochenen Gründen bemerken,\ndass man bisher nur gewohnt war, hauptsächlich diejenigen Ac-\ncorde als übermässige Dreiklänge anzusehen, in denen die über-\nmässige Quinte sich aufwärts auflös't, und dass bei diesen auch\ndie im neunten Abschnitte angeregte Unbestimmtheit der Haupt-\nDissonanz wegfällt. Man wird dadurch genöthigt sein, manchem im\nzwölften Abschnitte als übermässigen Dreiklang angeführten Accord\nden Charakter desselben abzusprechen.\nIm dreizehnten Abschnitte werden die „Trug-Fortschrei-\ntungen des übermässigen Dreiklangs\" besprochen, und\nim vierzehnten werden „Ausweichungen und Uebergänge,\nvermittelt durch den übermässigen Dreiklang\", mitge-\ntheilt. Dann heisst es: „Die letzten Beispiele endlich stellen unse-\nrem Accorde noch verschiedene schwierige Aufgaben und bringen\ndie scharfe Dissonanz (also gibt es in ihm doch eine erkennbare\nHaupt-Dissonanz) desselben in Verbindung mit noch schneidende-\nren Sept-Accorden, in denen ebenfalls eine übermässige Quinte\nenthalten ist.\" Wir hätten gewünscht, dass der Herr Verfasser uns\nmehr Beispiele mitgetheilt hätte, in denen der Accord seine ein»\nnehmende Seite zeigte, anstatt ihn so abschreckend einzuführen;\ndenn die hier gegebenen werden ihm sicher wenig Freunde er-\nwerben. Wir theilen zum Beweise das letzte mit und berufen uns\nauf den Eindruck desselben auf alle gesunden Ohren:\nTT\nDen Schluss bildet eine Auseinandersetzung des Resultats, wel-\nches der Verfasser erzielt zu haben glaubt. Wenn wir hierbei sei-\nner Meinung auch nicht überall beistimmen können, so erkennen\nwir doch gern an, dass sein Werk recht viel des Interessanten dar-\nbietet und dass kein denkender Leser es aus der Hand legen wird,\nohne daraus etwas gelernt zu haben und auf mannigfache Weise\nangeregt worden zu sein.\n\nD."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1854-05-27-02-c008", "article_bluemountain": "bmtnabi_1854-05-27_02#c008", "volume": "bmtnabi_1854-05-27_02", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "18", "page_fin": "18", "image_debut": 2, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540527-02.2.2", "titre_corps": "Für Gesang.", "titre_sommaire": "Für Gesang.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540527-02.1.2", "debut_caractere": 3619, "fin_caractere_exclue": 4385, "texte": "Für Gesang.\n\\\nHubert Engels, Vier Lieder für eine Singstimme mit\nBegleitung des Pianoforte. 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