{"numero_id": "bm-bmtnabi-1854-09-23-01", "volume": "bmtnabi_1854-09-23_01", "ocr_sha256": "2afab76d3b01ee4e544cbffba3c099b40e3147f080f297b2a1c516229f611883", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1854/09/23_01/bmtnabi_1854-09-23_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1854-09-23-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1854-09-23_01#c001", "volume": "bmtnabi_1854-09-23_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "297", "page_fin": "299", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.2.1", "titre_corps": "Die Orgeln und das Orchestrion von Merklin-Schütze.", "titre_sommaire": "Die Orgeln und das Orchestrion von Merklin-Schütze.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "297", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4086, "texte": "Die Orgeln und das Orchestrion\nvon Merklin-Schütze.\nEs ist bereits in früheren Nummern dieser Zeitschrift\nvon unserem Correspondenten in Brüssel auf ein neues\nTasten-Instrument aufmerksam gemacht worden, welches\ndie dortigen Orgelbauer Merklin-Schütze & Comp, erfun-\nden haben. Wir haben jetzt Gelegenheit gehabt, dieses In-\nstrument hier in Köln selbst zu hören und zu prüfen, da\nes mehrere Tage lang in einem Concertsaale aufgestellt\nwar, wo Herr Ferdinand Kufferath aus Brüssel das-\nselbe einem zahlreichen Kreise von eingeladenen Musikern\nund Kunstfreunden vorführte und bei stets steigender Theil-\nnahme dem Wunsche desPublicums entsprach, seinen Auf-\nenthalt zu verlängern und vier Tage nach einander seine\nhöchst anziehenden Vorträge, unter denen besonders meh-\nrere seiner eigenen, für das Instrument geschriebenen Com-\npositionen ausserordentlichen Beifall erhielten, zu wieder-\nholen. Wir bemerken dabei, dass die Erfinder mit der Reise\ndurch Deutschland, welche sie so eben angetreten haben\n(von hier über Hannover nach Hamburg, Berlin, Wien\nu. s. w.), keineswegs Concert-Speculationen verbinden, son-\ndern in den Städten, welche sie besuchen, ihr Instrument\neben so wie hier, allen, die sich dafür interessiren, mit Ver-\ngnügen zeigen und hören lassen werden. Im Interesse der\nSache hat Herr Kufferath, rühmlichst bekannt durch seine\nCompositionen für Orchester und für Pianoforte, sich dem\nHerrn Merklin für diese Reise angeschlossen, um so mehr,\nda das Instrument, wie wir vernehmen, vorzüglich auf seine\nAnregung entstanden und die erste Idee dazu von ihm aus-\ngegangen ist. Diese Idee auf gelungene Weise zu verwirk-\nlichen, dazu gehörte ein Mann von dem Erfindungsgeiste\nund der Geschicklichkeit des Herrn Merklin, der zugleich\nin seinem grossen Etablissement für den Bau von Orgeln,\nHarmoniums und allen ähnlichen Instrumenten, in welchem\ner an 200 Arbeiter beschäftigt, die Mittel fand, durch alle\nmöglichen praktischen Versuche die Combinationen zu prü-\nfen, welche Talent und Erfahrung und der stete Beirath\ndes Herrn Kufferath ihm eingaben, lieber die Ausdehnung\ndieser Werkstatt, welche wohl gegenwärtig die grösste auf\ndem Continente sein durfte, und die Orgelwerke, welche in\ndiesem Augenblicke darin für Frankreich und Spanien ge-\nbaut werden, wollen wir nachher einige Nachrichten ge-\nben, welche auf Einsicht der Dispositionen und Zeichnun-\ngen und auf den mündlichen Mittheilungen des Herrn\nMerklin beruhen, an dem wir einen eben so unterrichteten\nund interessanten, als einfachen und bescheidenen Mann\nhaben kennen lernen. Zunächst wollen wir von dem neuen\nInstrumente reden.\nDer Name „ Orchestrion\" kann Missverständnisse er-\nregen; er bezieht sich nur auf die eine Eigenschaft des\nInstrumentes, auf die Vollständigkeit der Tonleiter vom\nContra-C bis zu den Tönen der dreigestrichenen Octave,\nnicht etwa auf die Nachahmung aller Orchester-Instrumente\nin ihrer eigenthümlichen Klangfarbe. Das Orchestrion ist\nein orgelartiges Instrument; sein Aeusseres hat das Anse-\nhen eines acht Fuss hohen Schrankes im Rococo-Stil. Der\nTon entsteht durch die Schwingung von Metall-Zungen,\ndenen der Wind durch ein kunstreiches und doch sehr\nleicht in Bewegung zu setzendes Gebläse zugeführt wird,\nwelches im Innern des Instrumentes angebracht ist und von\nwelchem man äusserlich nichts gewahrt als den Hebel auf\nder rechten Seite vom Spieler, durch den das Gebläse in\nGang gebracht wird. Wiewohl ein Kind diesen einfachen\nMechanismus wirken lassen kann, so sind die Erfinder doch\nauch schon darauf bedacht gewesen, einen Gehülfen ganz\nentbehrlich zu machen und ihn durch eine Maschine oder\neine Art Uhrwerk zu ersetzen.\nNeben dem Hauptgebläse, dessen vortreffliche Arbeit\nmit seinen Windladen, Canälen, Ventilen und dem regula-\ntorischen Apparat wir nicht ausführlich beschreiben können,\nist noch ein zweites vorhanden, welches entweder mit dem-\nselben combinirt oder selbstständig angewendet werden\nkann, je nach der Willkür des Spielers. Im letzteren Falle\nsperrt ein Registerzug das erstere ab, und der Spieler setzt\ndas zweite Gebläse mit dem Fusse in Bewegung durch"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "298", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5069, "texte": "eine höchst bequeme Vorrichtung von zwei breiten, mit\nelastischer Widerstandskraft versehenen Tritten, welche\nunmittelbar über dem freien Pedal angebracht sind.\nDadurch wird zweierlei erreicht. Erstens kann der\nSpieler durch die Registrirung gerade wie bei der Orgel\nalle Klangfarben der verschiedenen Stimmen und ihre Con-\ntraste hören lassen, und zweitens setzt ihn das Gebläse,\nwelches er selbst dirigirt, ohne alle Hülfsmittel von Echo-\nkasten und Thüröffnungen und dergleichen in Stand, ein\nAn- und Abschwellen des Tones, wie bei wirklichen Blas-\ninstrumenten, hervorzubringen, ein und\nnuendo von der schönsten Wirkung. Nimmt man die eigen-\ntümliche Klangfarbe einiger Stimmen, besonders des\nhinzu, welche durchaus neu ist und als eine wahre\nBereicherung des Gebiets der künstlichen Töne anerkannt\nwerden muss worüber auch Franz Liszt, der auf seiner\nRückreise vom Musikfeste zu Rotterdam die Werkstatt der\nHerren Merklin-Schütze & Comp, in Brüssel besuchte, mit\nunserem Urtheil übereinstimmt —, so hat man eine Wirkung\nvon Klängen, wie sie in dieser Art und in dieser Vollkommen-\nheit bei einem einzelnen Instrumente noch nicht da gewesen ist.\nDas Orchestrion, welches wir hier gehört und gespielt\nhaben, hat zwei vollständige Manuale und ein freies Pedal\nvon zwei Octaven; die Stimmen des letzteren sind im\noberen Theile des Instrumentes angebracht, was die Klar-\nheit und Klangfülle derselben vermehrt. Die Mensur der\nStimmen geht auf allen drei Tastaturen bis zum Sechs-\nzehnfuss-Ton, und der Register sind achtundzwanzig. Die\nErfinder bauen aber auch Instrumente mit 24, 22 und\n18 Registern, auch mit nur Einem Manual, selbst ohne\nPedal, wenn es verlangt wird, was wir jedoch keineswegs\nempfehlen können, da eben das Pedal einen Haupt-Vorzug\ndes Orchestrions vor anderen ähnlichen Instrumenten bildet\nund in ihm gerade einige der schönsten Stimmen liegen.\nDie Tonfarbe vereinigt die Weichheit und den Schmelz des\nHarmoniums mit der Fülle des Orgeltones; der Maassstab\nder Grösse ändert an den Eigenschaften und der eigen-\nthümlichen Klangfarbe der Töne gar nichts und hat nur,\nwie natürlich, auf die Kraft und Tragweite des vollen\nWerkes Einfluss.\nDer Preis eines Orchestrions erster Classe, wie das\nhier beschriebene, ist 3500 Francs, also nicht viel höher\nals der Preis eines Erard'schen Flügel-Fortepiano's; er er-\nmässigt sich je nach der Anzahl der Register auf 2000,\nja, 1400 Francs.\nWir haben hier also ein Instrument, welches endlich\ndie Möglichkeit bietet, alle Compositionen, die für ein\nvollständiges Orgelwerk mit zwei Manualen und freiem Pe-\ndal geschrieben sind, im Zimmer zu spielen, mithin ein\nneues Werkzeug lür die Reproduction einer ganzen Reihe\nvon Werken der Tonkunst, welche bisher der Kammer-\nmusik nicht zugänglich waren, mit Einem Worte: eine Be-\nreicherung der Instrumental-Musik, welche namentlich der\nTyrannei des Pianoforte entgegen treten dürfte. Diese neue\nHausorgel unterscheidet sich aber dadurch von der Kir-\nchenorgel und ihren bisherigen Surrogaten, dass man auch\ndie Clavier-Compositionen ernster Gattung darauf spielen\nkann, weil der Anschlag ganz ausserordentlich präcis und\ndie Spielart sogar leichter ist, als bei einem Erard'schen\nFlügel, geschweige denn bei einer wirklichen Orgel.\nEinen unschätzbaren und bisher vergebens gewünsch-\nten Vortheil gewährt das Instrument beim Partiturspielen\nund beim Arrangement von Orchestersachen, und in dieser\nBeziehung führt es wiederum mit Recht den Namen Or-\nchestrion. Wir sind überzeugt, dass seine grössere Verbrei-\ntung eine neue Aera für Arrangements von Orchester-\nMusik herauflühren wird, und dies ist von unendlicher\nWichtigkeit. Man denke sich nur, dass L i s z t bei seinen\ntrefflichen, man kann mit Recht sagen: genialen Verwand-\nlungen der Orchester-Partituren der Beethoven'schen Sin-\nfonieen in Clavier-Partituren über den Umfang und die\nAusdrucksmittel des Orchestrions zu verfügen gehabt hätte!\nWir würden farbenglänzende Lichtbilder der Originale er-\nhalten haben.\nAber hat vielleicht die technische Behandlung des In-\nstrumentes nicht grosse Schwierigkeiten? Keineswegs. Für\nden Organisten einmal gar nicht, was sich nach der Be-\nschreibung von selbst versteht. Der Pianist bedarf eini-\nger Uebung im Registriren und eines Studiums des Pedals,\nmit dessen Tasten sich seine Füsse, die es am Piano nur\nmit Tritten zu thun hatten, allerdings vertraut machen müs-\nsen. Aber wie oft hat er nicht an seinem Flügel sich nach\ndem Pedalspiel zum vollständigen Ausdruck polyphoner\nCombinationen gesehnt, und nun sollte er die leichte Mühe\nscheuen, den Füssen einen kleinen Theil der fabelhaften\nFertigkeit seiner Finger zu verschaffen? Hat er eine Zeit\nlang seine Studien zu Hause gemacht, so riskirt er nicht\nmehr, vor der Kirchenorgel in Verlegenheit zu kommen\nund einem routinirten Organisten weichen zu müssen, der\nvielleicht mit weit weniger Phantasie begabt und weit we-\nniger Musiker ist, als er.\nAuf der anderen Seite wird der Organist sich freuen,\nseine Berufs-Studien ungestört und zu jeder Jahreszeit in\nseinem Zimmer consequent betreiben zu können, und wird"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "299", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2604, "texte": "besonders im Anfang seiner Laufbahn den grossen\nVortheil zu schätzen wissen, inlra parietes studiren zu\nkönnen.\nEinen besonderen Werth wird das Instrument aber\nfür den Componist en haben, da es die vollständige Ton-\nleiter des Orchesters vom Contrabass bis zur Flöte um-\nfasst. Er wird dadurch in Stand gesetzt, nicht bloss alle\nharmonischen und contrapunktischen Combinationen, über-\nhaupt die Polyphonie seiner Arbeit, sondern selbst man-\ncherlei Klang-EfFecte zu probiren, wozu ihm bis jetzt bis\nzur Orchester-Probe kein Mittel zu Gebote stand.\nWir sehen also, dass das Orchestrion keineswegs die\nPrätention hat, das Orchester oder die Orgel zu verdrän-\ngen, sondern dass es ein selbstständiges Instrument ist, das\nseinen eigenen Charakter behauptet. Dass es aber alle bis-\nherigen Ersatzmittel der Orgel weit hinter sich lässt,\nist keine Frage; in kleineren Kirchen, in Capellen und Sanc-\ntuarien ist es vollkommen geeignet, die Orgel sowohl beim\nGottesdienste als bei Auflührungen von Kirchenmusiken zu\nvertreten, indem der Ton der menschlichen Stimme sich\nvortrefflich mit demselben vermählt, wie wir es hier in der\nletzten Matinee des Herrn Kufferath beobachtet haben.\nEben so brauchbar ist das Orchestrion für Betsäle, für\ngeistliche und Lehrer-Seminare, für Universitäten und Gym-\nnasien und für Gesang-Vereine jeglicher Art.\nWir wünschen den Erfindern aufrichtig Glück zu die-\nser Bereicherung der Instrumental-Welt, und das um so\nmehr, als es der deutsche Erfindungsgeist und der deut-\nsche Kunstffeiss ist, der sich, wenn er sich auch in der\nFremde, wie leider so oft, den gedeihlichen Boden suchen\nmusste, hier wieder von Neuem bewährt hat.\nJoseph Merkl in ist ein Deutscher; das Gebiet,\nwelches der Rhein durchströmt, ist seine Heimat; er ist in\nFreiburg im Breisgau, wo sein Vater Orgelbauer war, ge-\nboren. Vor etwa fünfzehn Jahren ging er nach Belgien und\nliess sich 1842 in Brüssel nieder. Ein rastloses Streben,\nverbunden mit begünstigenden äusseren Umständen, welche\ner jedoch hauptsächlich seiner Thätigkeit verdankte, trieb ihn\nan, nicht nur selbst über sein Fach nachzudenken und stets\nVersuche zu Verwirklichung der Theorie durch die Praxis\nzu machen, sondern auf mehrfachen Reisen auch alles, was\nVerbesserung und neue Entdeckung hiess, sich durch per-\nsönliche Anschauung und Prüfung anzueignen. Im Jahre\n1847 erhielt er bei der damaligen National-Ausstellung\nden ersten Preis für Orgelbau, und seitdem wuchs sein\nEtablissement unter der Firma „Merklin-Schütze & Comp.\"\nso empor, dass es jetzt unstreitig zu den grössten Orgel-\nbau-Werkstätten in Europa gehört.\n(Schluss folgt.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1854-09-23-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1854-09-23_01#c002", "volume": "bmtnabi_1854-09-23_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "299", "page_fin": "303", "image_debut": 3, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.2.2", "titre_corps": "Die münchener Industrie-Ausstellung.", "titre_sommaire": "Die münchener Industrie-Ausstellung.", "signature_source": "A", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "299", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.3", "debut_caractere": 2606, "fin_caractere_exclue": 4617, "texte": "Die münchener Industrie-Ausstellung.\n\nII.\nZur Geschichte des Clavierbaues.\nI.\nUeber die ersten Eindrücke, welche wir in Be-\nzug auf Ciavier-Instrumente in dem münchener Glaspa-\nlaste empfanden, haben wir uns bereits ausgesprochen. Be-\nvor wir jedoch zur Beschauung der in der Industrie-Halle\nzu München ausgestellten Claviere schreiten, dürfte hin-\nsichtlich dieser Instrumente, deren Bedeutung gegenwärtig\nallgemein anerkannt ist, ein geschichtlicher Ueberblick in\nBetreff ihrer Entstehung und Vervollkommnung, so wie\neine Beleuchtung derselben vom musicalischen Standpunkte\nnicht ohne Interesse sein.\nDie Geschichte der musicalischen Instrumente ist zu-\ngleich eine Geschichte der Cultur der Menschheit. Welch\neine Kluft liegt zwischen der Zeit der ersten Anfänge, wo\nein Stoss ins Horn, ein Schlag auf ein metallenes Becken\nfür Musik galt, bis zur Zeit, wo das Horn zur Tuba, die\nPanspfeife zur Flöte wurde, oder gar bis dahin, wo die\nMacht und Würde, wie die wunderbare Farbenmischung\nder Orgel und ein vollstimmiges Orchester sich gebildet\nhaben!\nIn der frühesten Zeit der Geschichte hatte man\nnoch keine Idee von einem clavierartigen Instrumente; denn\neine schon spätere Erfindung ist das Ausspannen der Sehne\n(Saite) zum Klingen, wobei man mittels eines beweglichen\noder verschiebbaren Steges je nach Länge und Anspannung\nder Saite höhere oder tiefere Töne mit den Fingern hervor-\nbringen konnte. So hatte z. B. noch 11. G. Neuss zu Wer-\nnigerode gegen Ende des siebenzehnten Jahrhunderts sich\nein von ihm Mensam(?) genanntes Instrument geschaffen,\num seine Claviere danach zu stimmen, und es desshalb\nnach allen möglichen Tönen eingetheilt und mit einem be-\nweglichen Stege versehen. #\nDas zuerst erwähnte, aus einem zwei bis vier Fuss lan-\ngen Brette bestehende Instrument nannte man, weil es nur\neine Saite hatte, Monochord. Der Erfinder desselben war\nbekanntlich um das Jahr 1020 Guido Aretinus oder\nvon Arezzo, ein um die Musik verdienter Benedictiner und\nAbt zu Avellana (bei Arezzo). Die Benennung"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "300", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5125, "texte": "wurde auch in späteren Jahren, ungeachtet vielfacher Ver-\nänderungen daran, für diesem Instrument beibehalten, und\nerhielt dasselbe namentlich durch den Organisten G. A. Sorge\nzu Lobenstein (17 60), wie durch John Harrison (1775) Ver-\nbesserungen, welche von der ersten Einrichtung wesentlich\nabwichen. Das ursprüngliche Monochord (der Einsaiter) konnte\nübrigens nur als Rlangmesser, jedoch nicht um Accorde an-\nzugeben, genügen; desshalb verfiel man auf den Ge-\ndanken, mehrere Saiten neben einander zu ziehen, worunter\nfestsitzende Hebel, eine Art Holzleisten, mit Tasten gelegt\nwurden, an Welchen Metallstifte (Tangenten, von dem la-\nteinischen längere, berühren) sich befanden, die beim Herab-\ndrücken der Tasten sich erhoben und die Saiten an einem\nbestimmten Punkte erklingen liessen, bis man später dar-\nauf kam, für jeden Ton der diatonischen Reihe je eine\nandere Saite und die entsprechende Taste zu bestimmen.\nDie verwandten chromatischen Töne wurden durch stärke-\n* f ■<>\nres Anhalten der Tasten und dadurch bewirktes stärkeres\nII I iV jf*\nAndrücken der Tangenten an die Saiten gebildet, wie z. B.\ndurch stärkeres-Anschlagen der Saite a das b u. s. w., in-\ndem die betreffende Saite hiedurch mehr gespannt und folg-\nlich höher wurde. Das Ganze, aus zwanzig Tasten (Clavis)\nbestehend und mit einem Holzkasten umgeben, nannte man,\neben wegen'der Clavis, Clavichord und später, ausser\nder Orgel, im weiteren Sinne ein jedes mit Tasten verse-\nhenes musicalisches Instrument C 1 avi er, wie dies noch jetzt\ngeschieht und allgemein bekannt ist. Man möchte aber ver-\nsucht sein, den Namen des Claviers (statt von\nSchlüssel) von Clava, der Keule des Hercules, diesem un-\ngeheuren Schlagwerkzeuge, herzuleiten, wenn man an\ndas jetzt oft übertrieben starke Spiel denkt, das mit den\nSchlägen der Hercules-Keule in nicht ferner Verwandt-\nschaft stehen dürfte.\nIm Verlaufe der Zeit fügte man den zwanzig Tönen\ndes Clavichords noch höhere und tiefere Töne hinzu,\nund schon in der ersten Hälfte des sechszehnten Jahrhun-\nderts begleitete Roland de Lattre (Orlando di Lasso) seine\nmeisten Compositionen auf dem Clavichord. Derselbe war\nCapellmeister des Kurfürsten von Raiern in München, wo\nihm ein Denkmal geweiht, derselben Stadt, wo die erste\ndeutsche viele Tausende an-\ngezogen und auch auf den Ciavierbau und dessen Geschichte\nnicht ohne Einlluss bleiben wird.\nUm den Ton zu verstärken, gab man nachmals jeder\nTaste zwei Saiten, die im Einklang gestimmt wurden. Die\nälteste Art der einiger Maassen erträglichen Ciavier-Instru-\nmente war übrigens in Flügelform gebaut, unter verschie-\ndenen Benennungen (Cembalo, Clavicembalo, Clavessin j Cla~\nvecin] und in aufrechtstehender Form Clavicylherium etc.).\nDas Entstehen dieser Form setzt man, ohne jedoch den Erfin-\nder zu nennen, in die Zeit des 16. Jahrhunderts, und sie hat\nihren Namen von der Gestalt des Kastens, welche die stufen-\nweise abwärts länger werdenden Saiten bedingten, die durch\nan den Tangenten befindliche Federkiele geschnellt wurden.\nUns scheint jedoch, dass die Erfindung des Flügels einer\nnoch früheren Zeit als der des sechszehnlen Jahrhunderts\nangehört, weil die Saitenlage desselben die naturgerüisse\nund darum ohne Zweifel zuerst angewandt worden ist.\nAuch hat der berühmte, gegen Ende des sechszehnten Jahr-\nhunderts verstorbene Musiker Giuseppe Zarlino zu Venedig\ndie Construction des Flügels nicht erfunden, sondern nur\nverbessert, indem er der genauen Angabe der Temperatur\nder drei Klanggeschlechter wegen einen besonders con-\nstruirten Flügel durch Domenico Pesarese 1548 nach sei-\nner eigenen Vorschrift bauen liess. Andere berühmte Cla-\nviermacher, welche den Flügelbau verbesserten, gehören\neiner neueren Zeit an, wie denn der Flügel gegenwärtig,\nin besserer Würdigung seiner vorzüglicheren Eigenschaften,\nals das erste der Clavier-Instrumente anerkannt und zu\nEhren des besseren musicalischen Geschmacks in der mün-\nchener Ausstellung um mehr als das Doppelte gegen die\nanderen Ciavier-Arten vertreten ist.\nDas Cembalo oder der Flügel in verkleinerter Form\nhiess Spinett (Spinelto,hergeleitet von Stachel,\nwomit die Tangenten zum Anzupfen der Saiten versehen\nwaren). Mit derselben Benennung bezeichnete man übrigens\nnachmals oft auch das sehr kleingeformte Tafel-Clavier.\nMozart gebrauchte für Flügel vorzugsweise noch die Be-\nnennung Cembalo.\nNach dem Cembalo wurde das Pantaleon (Pantalon)\nerfunden, welches jedoch in seiner ursprünglichen, von\nPantaleon Hebenstreit, einem der berühmtesten Gei-\nger seinerZeit (1690), in Eisleben erfundenen Gestalt\nohne Claviatur eigentlich kein Clavier-Instrument war. Es\nwurde, gleich dem Hackbrett der Bergleute (eines\nder dürftigsten Metallsaiten-Instrumente), mittels Klöppel\nangeschlagen, bis man in späterer Zeit, nachdem die Häm-\nmer erfunden waren, auf den Gedanken kam, dem früher\netwa zehn Fuss langen Pantaleon eine andere äussere Form\nzu geben und bei demselben statt des Klöppel-Anschlags\nden Hammerschlag von oben anzuwenden.\nHebenstreit hatte mit seinem neu erfundenen Instru-\nmente, auf dem er eine grosse Fertigkeit besass und Kunst-\nfreunden wie Musikkennern angenehme Unterhaltung ver-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "301", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4939, "texte": "schaffte, verschiedene Reisen gemacht und im Jahre 1705\nsich auch vor König Ludwig XIV. von Frankreich hören\nlassen, der ihn mit Gunstbezeigungen überhäufte und sei-\nnem Instrumente nach des Erfinders Taulnamen den Namen\nPantaleon gab.\nKurz nach Erfindung des Pantaleon kam (1717) ein\ndenkender Kopf, Gotliieb Schröter, später Organist\nzu Nordhausen, auf die Idee, die Saiten durch Anschlagen\nvon Hämmern, und zwar von unten, erklingen zu lassen;\nderselbe gab auch aus dem Grunde, weil man mittels der\nHämmerchen über Stärke und Schwäche des Instrumentes\nHerr war, demselben den Namen Piano forte oder\neigentlich Fortepiano, und zwar durch seine eigene,\nmit zwei Rissen erschienene Schrift: „Umständliche Be-\nschreibung eines neu erfundenen Clavier-Instrumentes, au!\nwelchem man in unterschiedenen Graden stark und schwach\nstiietefrrWrinVt<A oainemdG rfaiub lUJJIJH n'jhiuiJs i\nf fyr)'wlotti fHtlttruY1 Q9fl< I9flt\nNachdem der Name Pianoforte oder Fortepiano sich\nlanae für alle Clavier-Instrumente erhalten, hat man in\nneuester Zeit, in Folge des französichen Benennungs-Ge-\nschmackes, das Forte ausgeschieden und nennt sie sämmt-\nlieh nur Piano ein Name, der bei den Flügeln in ziem-\nlieh grellem Widerspruche steht mit dem starken Tone\nderselben, wie mit der Art und Weise, auf welche man sie\nhäufig spielt, indem man bei dem Vortrage selten mit der\nmöglichsten Kraft des Instruments zufrieden ist, sondern\nmeist nach darin nicht mehr vorhandener und somit un-\nerreichbarer Stärke hascht.\nDer genannte Schröter kannte seiner Zeit auch die\nIdee des Hammerschlags von oben, welche ihm unzweck-\nmässig schien, und die später Mehrere, unter denen beson-\nders J. B. Streicher mit ungemeinen Vorzügen, wieder\naufnahmen.\nDer Erste, welcher zur Vervollkommnung der Schrö-\nter'schen Erfindung des Flügels mit Hammerwerk von un-\nten schritt, war der berühmte Orgelbauer Gottfried\nSilbermann in Freiburg (geb. 1684, gest. 1756), der\n1726 das erste Fortepiano nach Schröter'schem Modelle\nvon ungewöhnlicher Länge gefertigt. Silbermann's Claviere\nwaren indessen nur von bis zum dreigestrichenen c ge-\nbaut; in der Folgezeit wurden jedoch nach oben und nach\nunten noch Töne angefügt, und zwar oben bis zum drei-\ngestrichenen fund unten bis zum (der Contra-Octave),\nworaus die zu Mozart's Zeit üblichen fünf Octaven für\nbessere Claviere entstanden. Silbermann hat das Verdienst,\nnicht nur der erste Verbesserer der Schröter'schen Muster,\nsondern auch, indem er dies war, gewisser Maassen der\nErfinder desjenigen Mechanismus gewesen zu sein, der un-\nter dem Namen der englische bekannt, welcher also ur-\nsprünglich eigentlich ein deutscher und nur der verbesserte\nSiibermann'sche ist, und desshalb zur Unterscheidung von\ndem wiener Mechanismus besser geradeweg zu Deutsch\nStosszungen-Mechanismus heissen sollte.\nGottfried Silbermann's Claviere, die durchaus in Flü-\ngelform verfertigt waren, hatten wohl in Folge seiner gros-\nsen mechanischen Kenntnisse eine allgemein bewunderte\nVollkommenheit und Stabilität, allein doch erst, nachdem\ner den Rathschlägen des grossen Joh. Seb. Bach, der\nseine Instrumente Anfangs getadelt, zuletzt aber vollkommen\ngut geheissen, gefolgt war.\nEin anderer Deutscher, mit Namen Zumpe, war es,\nder das Ciavier in England einführte, was gleichfalls von\nzwei Deutschen, den Brüdern Erhard aus Strassburg, in\nParis geschah, welche letztere später ihrem Namen eine fran-\nzösische Form gaben. Ebenfalls ein Deutscher, Heinrich\nN i k. Gerber, Hof-Organist zu Sondershausen, war es,\nwelcher das aufrechtstehende Clavichord, in Pyramiden- oder\nGiraffen-Form (Clavicijtherium) erfand und ein solches im\nJahre 1742 verfertigte. Inder „Musica mechanica orga-\nnoedi\" von M.Jakob Adlung (1768) lies't man darüber:\n„ Clavicytheriasind Clavicyrnb ein die Höhe wie eine Harfe.\nIst ein unbeständig Aprillen-Instrument und hocket bald\nhie, bald da.u\nDas Clavicytherium führte auf alle nachmals gemachten\nArten aufrechtstehender Claviere und wurde vornehmlich in\nEngland unter drei verschiedenen Benennungen in niedri-\ngerem Format gemacht, bis es endlich unter dem Namen\nPianino in noch mehr verkleinerter Form von Heinrich\nPape aus England in Frankreich eingeführt wurde, worüber\nsich Pape selbst unter Anderem wie folgt ausspricht: „Ce\nformat de piano, d'un usage si repandu aujourd'hui, fut\nImporte, par moi, d'Angleterre en France, en 1815.u\nSchade war es indessen, dass man dem erwähnten Sil-\nbermann'schen Mechanismus seiner Zeit in Deutschland\nnicht die verdiente Beachtung widmete, und er erst vom\nAuslande unter fremdem Namen, wiewohl auch vervoll-\nkommnet, wieder eingeführt und so zur Geltung gebracht\nwerden musste, um ihn im Vaterlande würdigen zu lernen.\nEin tüchtiger Schüler Silbermann's, der Orgelbauer\nJoh. Andreas Stein in Augsburg (geb 1728 zu Hei-\ndelsheim in der Pfalz, gest. 1792), trug übrigens nicht we-\nnig dazu bei, die Idee seines Meisters zu verdrängen, in-\ndem er ein neues Hammerwerk, wobei die Hämmerchen in"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "302", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5212, "texte": "Messingkapseln gehen, und die Auslösung erfand; letz-\ntere war um so wichtiger, als durch sie Anschlag und Ton-\nbildung des Claviers das Rohe' und Unvollkommene verlo-\nren. Dieser Mechanismus erhielt, nachdem Stein's Sohn,\nAndreas Stein, so wie sein Schwiegersohn, Andreas\nStreicher, von Augsburg nach Wien übergesiedelt wa-\nren, den Namen wiener Mechanismus. Streicher hatte in\nWien seine so berühmt gewordene Ciavierfabrik unter der\nFirma seiner Frau; „Nanette (Anna Maria) Streicher,\ngeb. Stein\", welche eine ausgezeichnete Clavierspielerin war\nund treflliche Kenntnisse im Ciavierbau besass, gegründet.\nUeber Johann Andreas Stein's Wirken in Lob sich zu\nergiessen, wäre überflüssig, da seine Tüchtigkeit als Orgel-\nund Ciavierbauer bekannt ist. Er hat seiner Zeit sicherlich\nviel geleistet, weil er dem herrlichen Mozart genügte, des-\nsen musicalisches Ohr noch unübertroffen, und der Stein's\nInstrumente allen anderen vorgezogen, wie aus einem Briefe\ndes grossen Tonmeisters hervorgeht, in welchem er unter\nAnderem sagt: „Nun muss ich gleich bei den Stein'schen\nPianoforte anfangen. Ehe ich noch von Stein seiner Arbeit\netwas gesehen hatte, waren mir die Spalh'schen Claviere\n(eines geschickten und damals sehr renommirten Instrumen-\ntenmachers zu Regensburg, der vorzugsweise Flügel machte)\ndie liebsten; aber nun muss ich den Stein'schen den Vor-\nzug lassen Es ist wahr, er gibt so ein Pianoforte nicht\nunter 300 Fl.; aber seine Mühe und Fleiss, die er anwen-\ndet, ist nicht zu bezahlen. Seine Instrumente haben beson-\nders das vor anderen eigen, dass sie mit Auslösung ge-\nmacht sind, womit sich der Hundertste nicht abgibt; aber\nohne Auslösung ist halt nicht möglich, dass ein Pianoforte\nnicht schäppere oder nachklinge.\"\nStein's Flügel wurden, weil sie Mozart's Lieblings-In-\nstrumente waren, damals auch Mozart-Flügel ge-\nnannt, wie in den „Verhandlungen des Gewerb-Vereins\nfür das Grossherzogthum Hessen\" (1., 2. und 3. Quartal-\nheft, 1843) erwähnt ist, wie folgt: „Stein und Silbermann\nerreichten ihren Zweck auf ganz verschiedenem Wege und\nmit ganz von einander verschiedenen Constructionen ihrer\nMechanismen. Es war dies um die Zeit Mozart's, welcher\nselbst noch häufig seine Zeitgenossen mit den Vorträgen\nseiner bewunderungswürdigen Compositionen auf dem Cla-\nvichord ergötzte. Er war es, welcher durch sein Spiel auf\nden ersten, von Stein mit (durch die Auslösung) abfallenden\nHämmern construirten und mit Dämpfungen versehenen\nInstrumenten Alles bis zur höchsten Bewunderung hinriss.\nMan nannte auch in der ersten Zeit die Flügel von Stein\ndie Mozart-Flügel.\"\nZur Zeit Mozart's waren indessen auch die Claviere in\nTafelform in ihrer Verbesserung schon dahin gelangt, dass\ndie bandfreien Claviere von dem Organisten Lemme zu\nBraunschweig (1780) erfundene, gerade geführte Tasten\nbesassen, während diese früher in Krümmungen gegen die\nlangenten laufend angebracht waren. Durch diese Verbes-\nserung wurde ein leichter Anschlag und grössere Dauerhaftig-\nkeit der Tasten erzielt. Bevor es bandfreie Claviere gegeben,\nwaren, um das Nachsingen der Saiten zu verhüten, letztere\nhinter der Stelle des Anschlags der Tangenten mit Band\ndurchflochten. Natürlich war da, um einen Ton zu erzielen,\nein ziemlich starkes Erklingenmachen der Saiten nöthig,\nwas eben mittels der Messingstifte geschah, bis die Däm-\npfung auch iür Tafel-Claviere erfunden und angewendet\nwurde, und somit die bandfreien Claviere entstanden.\nVon Mozart's Tagen bis zu der neuesten Zeit ist von\ndenkenden Ciaviermachern fortwährend an der Vervoll-\nkommnung dieser Instrumente gearbeitet worden, und wir\nhaben in dieser Beziehung viele geschätzte Namen, die alle\nzu nennen jedoch der Raum lür unseren Artikel überstei-\ngen würde. Frankreich hat ausser dem sehr verdienstvollen\nMeister H. Pape, dessen kunstsinniges Schaffen und Stre-\nben vielseitig anerkannt und würdig belohnt worden, und\nmanche edle Keime zum Fortschritte legte, die Fabricanten\nErard, Pleyel u. s. w., England seinen Broadwood\nu. s. w., und auch über dem Ocean sind wackere Reprä-\nsentanten, die jedoch nicht verhüten können, dass deutsche\nMeisterwerke dorthin geführt werden, wo oft Mittelmässi-\nges noch einmal so theuer ist, als bei uns das Vorzüglichste.\nUnter den deutschen Ciaviermachern gehört J. B. Strei-\ncher in Wien, der die bei Stein erwähnte Auslösung zu\nihrer höchsten Ausbildung brachte, so wie auch in früheren\nJahren durch den Hammerschlag von oben ganz ausgezeich-\nnete Flügel gefertigt, unstreitig zu der Zahl der Auser-\nwählten, der sich in seinen Ateliers, wie auf Reisen eine\nMenge nützlicher Erfahrungen sammelte und in Folge ihrer\npraktischen Anwendung mit Verdienst-Medaillen ausgezeich-\nnet wurde. Auch der gute Klang der Namen Seuffert,\nBösendörferund Mehrerer in Wien ist bekannt; jedoch\nhaben nicht alle Berühmtheiten der Clavier-Baukunst der\nKaiserstadt die münchener Ausstellung beschickt. In Stutt-\ngart ist es vor Allen der Altmeister J. L. Schiedmayer\n(ein Sohn des ruhmwerthen J. D. Schiedmayer in Erlangen,\nder seiner Zeit mit seinem Meister Stein concurrirte), wel-\ncher vorzügliche Arbeiten liefert. Ebenfalls anerkennens-\nwerth sind die Leistungen der schon lange mit Ehren ge-\nnannten Firmen Ritmüller, Irmler, Aloys Biber,"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "303", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1407, "texte": "Breitk©pf & Härtel, Adam in Wesel, Riems in\nDüsseldorf und vieler Anderen, die ausfuhrlicher, als es hier\nmöglich, zu besprechen wären, inzwischen aber allen Män-\nnern des Faches bekannt sind. Auch in der alten Krönungs-\nstadt Frankfurt am Main liefert ein noch neues Etablisse-\nment die schon zu verdienter Anerkennung gelangten „Mo-\nzart-Flügel\" mit einem einlachen, in seiner Ausbildung das\ndouble echappement entbehrlich machenden Stosszungen-\nMechanismus, wohl würdig, den Namen ihres Genius zu\ntragen eines Genius, dem der gemüthreiche Dichter S.\nH. Mosenthal ein Lied geweiht, wie selten eins einem\nMeister der Töne gesungen worden, und in welchem der\nSänger einen Stern zu dem Weltenschöpfer von den Men-\nschen sagen lässt:\n„Sie rühren mich; sie sind so reich an Leiden\nUnd so genügsam mit dem kargen Glück;\nIch möchte ihnen einen Trost bereiten:\nO, lass mich ziehn: ich kehre bald zurück!'4\nEs sei gewährt! versetzt der Herr der Erden:\nZieh hin, mein Stern, und werde Mensch, wie sie;\nWillst du ein Trost der Staubgebornen werden,\nSo lehre sie die heil'ge Harmonie :\nWie liebend Stern sich hier um Sterne drehet,\nWie nicht der Mond die schön're Sonne hasst,\nWie nur ein Wohllaut durch die Sphären wehet.\nWie liebend ein Accord die Welt umfasst\nZieh hin, mein Stern, und heile und versöhne\nDurch deine Töne jener Erde Pein.\nDu bist der Auserwählte meiner Söhne,\nDrum soll dein Name Amadeus sein!\n\nA."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1854-09-23-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1854-09-23_01#c003", "volume": "bmtnabi_1854-09-23_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "303", "page_fin": "303", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.2.3", "titre_corps": "Deutsche Tonhalle.", "titre_sommaire": "Deutsche Tonhalle.", "signature_source": "Der Vorstand", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "303", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.7", "debut_caractere": 1409, "fin_caractere_exclue": 2377, "texte": "Deutsche Tonhalle.\nDer Vorstand.\nUm den im vierten Ausschreiben für einen Quintettsati für\nBlas-Instrumente ausgesetzten Preis sind seiner Zeit zwölf\nBewerbungen eingekommen. Die erwählten Herren Preisrichter\nwaren die Herren General-Musik-Director F. Lachner, Hof-Capell-\nmeister C. G. Reissiger und General-Musik-Director Dr. Spohr. Den\nPreis erhielt das Werk mit dem Spruche: „Ob ich's wage!\" von\nHerrn K. J. Bisch off in Frankfurt am Main, einstimmig; be-\nsondere Belobung das Werk des Herrn Pfarrers P. Müller in\nStaden bei Friedberg, und belobt wurden die Werke der Herren\nMusik-Director Iv. Hering und Wilh. Drabitius in Berlin.\nWegen Rückgabe der Bewerbungen haben wir uns nach den\nSatzungen (14 i) zu richten.\nDie auf das fünfte Preis-Ausschreiben (Abendmahl-Gesänge) ein-\nsekommenen vierundvierzig Bewerbungen haben wir den erwählten\ndrei Herren Preisrichtern zur Beurtheilung zuzusenden bereits den\nAnfang gemacht (Satzungen 14 F).\nMannheim, September 1854."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1854-09-23-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1854-09-23_01#c004", "volume": "bmtnabi_1854-09-23_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "303", "page_fin": "304", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.2.4", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "303", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.7", "debut_caractere": 2379, "fin_caractere_exclue": 6448, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nXlüln. Die ersten Vorstellungen auf dem Stadttheater, welche\ndie forige Woche füllten, waren übereilt in Scene gesetzt; wahr-\nscheinlich fanden sie nur Statt, um Fräulein Pepita de Oliva Gele-\ngenheit zum Auftreten zu geben, deren anderweitig eingegangene\nVerbindlichkeiten die Direction nöthigten, die Zeit zu nutzen. Wir\nwollen sie desshalb mit Schweigen übergehen, um so eher, da auch\ndas Publicum sie über den ganz anderen und sehr vortheilhaften\nEindruck der Opern, welche die letzte Woche gebracht, vergessen\nhat. Wir sahen in dieser Woche Meyerbeer's Hugenotten, Rös-\nsings Barbier und Mozart's Don Juan, drei Meisterwerke von\nverschiedenster Gattung und verschiedenstem dramatisch-musicali-\nschem Stil, welche wahrlich sehr geeignet sind, die Kräfte einer\nBühne ins Licht zu stellen, zugleich aber auch höchst schwierige\nAufgaben lür eine neue, aus allen Himmelsgegenden zusammenge-\nrufene Gesellschaft. Leider ist das Unangenehme und Schwierige\neiner solchen stets zu erneuernden Organisation für das hiesige\nTheater durch die leidige Nothwendigkeit geboten, indem die Er-\nfahrung gezeigt hat, dass eine Bühnen-Unternehmung das ganze\nJahr hindurch in Köln nicht bestehen kann. Stände die Theilnahme\ndes Publicurns mit seinen Anforderungen auf gleicher Höhe, so\nwürde ein stehendes Theater möglich sein; unter den gegenwärti-\ngen Umständen müssen wir aber darauf verzichten, und der pom-\npöse Titel: „Stadttheater in Köln\", birgt nichts Anderes, als eine\ndurch die jedesmalige Direction mit mehr oder weniger Geschick\nund mehr oder weniger Glück zusammengebrachte wandernde\nBühnen-Gesellschaft, welche höchstens acht Monate hier spielt und\ngewöhnlich dann, wenn sie sich erst ganz zu einem künstlerischen\nZusammenspiel eingeübt hat, wieder entlassen werden muss.\nDiese Verhältnisse sind zwar hier einem Jeden bekannt; trotz-\ndem aber werden sie von gar Vielen dennoch bei der jedesmaligen\nTheater-Eröffnung wieder ignorirt oder vergessen! Desswegen erin-\nnern wir jetzt wieder daran, da ein gerechtes Urtheil über die\nLeistungen der Direction als solcher ihnen offenbar Rechnung tra-\ngen muss.\nUm von dem Ganzen des Opern-Personals zu sprechen, so kön-\nnen wir dasselbe, wenn es Herrn Röder glückt, an die Stelle des\nengagirten, aber, wie es scheint, contractbrüchig gewordenen ersten\nTenors (wesswegen wir ihn lür jetzt noch nicht nennen wollen)\neinen tüchtigen Ersatz zu finden, als sehr gut bezeichnen, wenn\nwir dabei, wie oben erwähnt, die Schwierigkeit des Zusammen-\nspiels von Künstlern, die einander noch kaum kennen, beachten.\nDie genannten drei Vorstellungen zeigten, dass wir etwas Vollstän-\ndiges und Gelungenes zu erwarten haben, wenn die Einzelheiten,\nunter denen gar manches Treffliche ist, sich zu einem Ganzen zu-\nsammengeschmolzen haben.\nFräulein Bertha Johannsen hat als Valentine und Donna\nAnna den bedeutenden Ruf, den sie sich im Norden und in den\nNiederlanden als Concertsängerin erworben, auf der Bühne voll-\nkommen gerechtfertigt; in beiden Rollen erregte sie stürmischen\nBeifall beim grossen Publicum, in welchen der Kenner mit Ver-\ngnügen einstimmte. Sie verbindet mit einer schönen, vollen Stimme\neinen edeln Vortrag voll Wärme und dramatischem Leben und\neine gebildete Schule, welche letztere sie namentlich in dem vor-\ntrefflichen Vortrag der so genannten Brief-Arie im Don Juan be-\nkundete. Fräulein Westerstrand sahen wir als Rosine im Bar-\nbier (zwei Mal), als Lucia und als Königin in den Hugenotten. Die\nStimme schien uns schwach, doch mag dies mit daran liegen, dass\ndie Künstlerin sich noch nicht ganz wohl fühlt, eben erst eine Ba-\ndecur gebraucht und lange nicht gesungen hat. Ihre Stimme ist ein\nechter Sopran von bedeutender Höhe, aber von geringem Umfang, indem\neine so genannte Tiefe gar nicht vorhanden ist und die Mitteltöne\nnicht viel Klang haben. Diese Stimme von sehr zartem Timbre ist\naber zu einem erstaunenswerthen Instrumente ausgebildet; an tech-\nnischer Fertigkeit kann Fräul. Westerstrand sich nicht nur mit den\nbesten Sängerinnen der Gegenwart messen, sondern sie dürfte si#"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "304", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6522, "texte": "wohl meist übertreffen. Das ist ein grosser Vorzug, besonders dem\nrohen Materialismus gegenüber, der heutzutage nur zu oft für Kunst\ngehalten wird. Allein diese wirklich ganz ausgezeichnete technische\nFertigkeit ist, wie wir eben schon andeuteten, mehr eine Virtuosi-\ntät auf einem Instrumente, als ein Gesang voll Seele und Leben.\nWenn die junge Dame mehr Wärme in ihren Vortrag zu bringen\nstrebt und nach ihrer zweiten Darstellung der Rosine hegen wir\ndie Hoffnung, dass es ihr gelingen werde —, so wird sie ebenfalls\neine Zierde der diesjährigen Bühne sein. Unerwähnt dürfen wir\nnicht lassen, dass wir eine solche Ueberladung der ersten Arie der\nRosine mit Dazugemachtem, auch wenn es geschmackvoll und schön\nausgeführt wird, doch keineswegs billigen können ; seine Melodie\nbloss als das Fussgestell zu betrachten, auf welchem man allerlei\nkünstliche Leitertänze aufführt, dazu ist Rossini doch zu gut zu-\nmal, da ja die Claviersccne hinreichende Gelegenheit zum Virtuo-\nsen-Gesang bietet, welche denn auch Fräul. Westerstrand durch\nden Vortrag der Rode'schen Variationen u. s. w. unter rauschen-\ndem Beifall benutzte.\nFräulein Günther dürfen wir nach der Partie der Elvira im\nDon Juan, welche ihr zu hoch liegt, nicht beurtheilen, wiewohl sie\nauch in dieser sich als eine musicalisch feste Sängerin zeigte, deren\nvoller und kräftiger Stimme indess noch die Politur zu fehlen\nscheint. Warten wir jedoch ein Auftreten in ihrem eigentlichen\nRollenfach, in Alt-Partieen, ab. Fräulein Rochlitz war als\nMartha dermaassen befangen und ängstlich, dass es ungerecht sein\nwürde, sie nach dieser Leistung zu beurtheilen, in welcher ihre,\nwie es scheint, recht theatralische Stimme freilich sehr zum Deto-\nniren neigte.\nIm Don Juan betrat Fräulein Louise Thelen aus Düsseldorf,\nSchülerin der Rheinischen Musikschule (speciel des Herrn E. Koch)\nzu Köln und des Herrn Delsarte zu Paris, als Zerline zum ersten\nMale die Bühne, freilich eine gewagte Aufgabe, besonders was das\nSpiel betrifft. Und doch gab eine gewisse, vom Debütiren unzer-\ntrennliche Befangenheit diesem Zerlinehen, welches übrigens eine\nrecht hübsche Bühnen-Erscheinung war, einen Charakter, der bei\ndem Mangel an raffmirter Coquetterie, die wir oft nur gar zu stark\nin dieser Rolle aufgetragen sehen, durch Natürlichkeit und Einfach-\nheit Interesse gewann. Fräul. Thelen ist im Besitz einer nicht ge-\nrade starken, aber doch klangvollen, wohllautenden und sehr lieb-\nlichen Sopranstimme, welche bereits eine grosse Biegsamkeit erlangt\nhat und sich weder gegen den weichen, schmelzenden Vortrag,\nnoch gegen die Coloratur und Verzierung jeder Art sträubt. Dabei\nfehlt es keineswegs an Wärme und Gefühl im Ausdruck. Das Publi-\ncum nahm die junge Debütantin sehr wohlwollend auf, begleitete\njede Nummer mit ermunterndem Beifall und belohnte namentlich\nden sehr schönen Vortrag des reizenden „Vedrai carinou (Wenn\ndu fein fromm bist) mit anhaltendem und beim Abgang wiederhol-\ntem Applaus.\nUnter dem männlichen Personal führt Herr Karl Becker den\nReigen; er war zuletzt, wenn uns recht ist, beim Hoftheater zu Dres-\nden angestellt. Wir sahen ihn bis jetzt als Figaro im Barbier und als\nDon Juan, als Plumket in der Martha und Nevers in den Huge-\nnotten. Er besitzt eine volltönende, angenehme und ausgiebige Ba-\nritonstimme, welche er gar nicht zu forciren nöthig hat, weil sie\ndadurch in Gefahr kommt, das Wohllautende auf Augenblicke zu\nverlieren. In allen Rollen zeigte er den Künstler, der als Sänger\nund Schauspieler auf der Bühne zu Hause ist. Das Publicum em-\npfing ihn gleich bei seinem ersten Auftreten er war vor einigen\nJahren schon eine Zeit lang Mitglied der hiesigen Bühne mit\nlebhaftem Beifall, und es ist keine Frage, dass er eine Hauptstütze\ndes diesjährigen Unternehmens sein wird.\nHerr Thomasczek, zuletzt an dem Hoftheater zu Kassel, hat\neine sonore Bassstimme, doch ist der Klang aller Töne noch nicht\nvon gleich edler Farbe, ein Vorzug, den er sicher bei ernstem Stu-\ndium sich bald zu eigen machen wird. Seine beste Leistung war\nder Marcel in den Hugenotten. ln Herrn Sehe er er, vorn\nFriedrich-VVilhelmstädter Theater in Berlin, lernten wir einen sehr\nbraven Bass-BufTo kennen; sein Bartolo im Barbier war sehr ge-\nlungen und hielt sich von aller Uebertreibung fern. Herr Phi-\nlipp!, zweiter Bariton mit sehr wohlklingender Stimme, berechtigt\nzu guten Hoffnungen, und Herr Schlüter (Basilio, Comthur) bleibt\nder alte, unerschütterlich feste, überall zu verwendende. Der Te-\nnor war bis jeizt allein durch Herrn Röhr, vom Hofiheater zu\nWiesbaden, vertreten; er lässt freilich viel zu wünschen übrig und\nist auch nicht dazu bestimmt, das erste Bollenfach auszufüllen;\ndoch scheint er mit Eifer und Fleins nach dem Guten zu streben\nund hat durch den Vortrag der beiden x\\rien im Don Juan Beifall\ngefunden.\nDas Ensemble der letzten drei Vorstellungen war schon meist\nbefriedigend, im Don Juan sogar gut. Herr Capellmeister Laudien\nist ein trefflicher Orchester-Dirigent, der sehr viel zu diesem erfreu-\nlichen Resultate beigetragen hat.\nVon Montag d. 25. an wird der berühmte Karl Form es einige\nMal hier auftreten und dann sogleich wieder nach England gehen.\nAus Reichen hall wird berichtet: „Mittwoch den 30. August\ngab Herr Ed u ard Doctor, Professor am münchener Musik-Conser-\nvatorium, im Cursaaie des Bades Achseimannstein ein Concert, bei\nwelchem auch der treffliche Violinist Herr Ferd. Zeller, Mitglied des\nsalzburger Mozarteums, mitwirkte. Sowohl die Wahl der Tonstücke,\nals deren Ausführung errang einstimmigen Beifall. Herr Doctor\nist als Pianist zu bekannt, als dass es nöthig wäre, ausführlicher\nauf seinen perlenden Anschlag, sein kraftvolles, feuriges Spiel und\nseine überraschende Bravour in Ueberwindung der technischen\nSchwierigkeiten einzugehen. Herr Zeller wusste ihn verdienstvoll\nzu unterstützen und erwarb seinem schönen, vollen Tone, seiner\nkünstlerischen Beherrschung des Instrumentes und seinem empfin-\ndungswarmen Vortrage vollste Anerkennung.\"\nin Berlin hält der Franzose Sudre Vorlesungen mit Experi-\nmenten über die von ihm erfundene akustische Telegraphie.\nHumboldt soll sich sehr günstig darüber ausgesprochen haben.\nDie Academie des Beaux-Arts hat zum Secretär für die\nSection der Musik an Halevy's Stelle Herrn L. Clapisson er-\nwählt. H. Berlioz war sein Concurrent, drang aber nicht durch.\nffjoucloifi. Benedict hat von den Mitgliedern der Harmonie\nUnion als Zeichen der Anerkennung seiner Verdienste um die Lei-\ntung der Uebungen und Concerte derselben ein silbernes Thee-\nService auf silbernem Plateau erhalten."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "297", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.1", "texte": "Die Orgeln und das Orchestrion\nvon Merklin-Schütze.\nEs ist bereits in früheren Nummern dieser Zeitschrift\nvon unserem Correspondenten in Brüssel auf ein neues\nTasten-Instrument aufmerksam gemacht worden, welches\ndie dortigen Orgelbauer Merklin-Schütze & Comp, erfun-\nden haben. Wir haben jetzt Gelegenheit gehabt, dieses In-\nstrument hier in Köln selbst zu hören und zu prüfen, da\nes mehrere Tage lang in einem Concertsaale aufgestellt\nwar, wo Herr Ferdinand Kufferath aus Brüssel das-\nselbe einem zahlreichen Kreise von eingeladenen Musikern\nund Kunstfreunden vorführte und bei stets steigender Theil-\nnahme dem Wunsche desPublicums entsprach, seinen Auf-\nenthalt zu verlängern und vier Tage nach einander seine\nhöchst anziehenden Vorträge, unter denen besonders meh-\nrere seiner eigenen, für das Instrument geschriebenen Com-\npositionen ausserordentlichen Beifall erhielten, zu wieder-\nholen. Wir bemerken dabei, dass die Erfinder mit der Reise\ndurch Deutschland, welche sie so eben angetreten haben\n(von hier über Hannover nach Hamburg, Berlin, Wien\nu. s. w.), keineswegs Concert-Speculationen verbinden, son-\ndern in den Städten, welche sie besuchen, ihr Instrument\neben so wie hier, allen, die sich dafür interessiren, mit Ver-\ngnügen zeigen und hören lassen werden. Im Interesse der\nSache hat Herr Kufferath, rühmlichst bekannt durch seine\nCompositionen für Orchester und für Pianoforte, sich dem\nHerrn Merklin für diese Reise angeschlossen, um so mehr,\nda das Instrument, wie wir vernehmen, vorzüglich auf seine\nAnregung entstanden und die erste Idee dazu von ihm aus-\ngegangen ist. Diese Idee auf gelungene Weise zu verwirk-\nlichen, dazu gehörte ein Mann von dem Erfindungsgeiste\nund der Geschicklichkeit des Herrn Merklin, der zugleich\nin seinem grossen Etablissement für den Bau von Orgeln,\nHarmoniums und allen ähnlichen Instrumenten, in welchem\ner an 200 Arbeiter beschäftigt, die Mittel fand, durch alle\nmöglichen praktischen Versuche die Combinationen zu prü-\nfen, welche Talent und Erfahrung und der stete Beirath\ndes Herrn Kufferath ihm eingaben, lieber die Ausdehnung\ndieser Werkstatt, welche wohl gegenwärtig die grösste auf\ndem Continente sein durfte, und die Orgelwerke, welche in\ndiesem Augenblicke darin für Frankreich und Spanien ge-\nbaut werden, wollen wir nachher einige Nachrichten ge-\nben, welche auf Einsicht der Dispositionen und Zeichnun-\ngen und auf den mündlichen Mittheilungen des Herrn\nMerklin beruhen, an dem wir einen eben so unterrichteten\nund interessanten, als einfachen und bescheidenen Mann\nhaben kennen lernen. Zunächst wollen wir von dem neuen\nInstrumente reden.\nDer Name „ Orchestrion\" kann Missverständnisse er-\nregen; er bezieht sich nur auf die eine Eigenschaft des\nInstrumentes, auf die Vollständigkeit der Tonleiter vom\nContra-C bis zu den Tönen der dreigestrichenen Octave,\nnicht etwa auf die Nachahmung aller Orchester-Instrumente\nin ihrer eigenthümlichen Klangfarbe. Das Orchestrion ist\nein orgelartiges Instrument; sein Aeusseres hat das Anse-\nhen eines acht Fuss hohen Schrankes im Rococo-Stil. Der\nTon entsteht durch die Schwingung von Metall-Zungen,\ndenen der Wind durch ein kunstreiches und doch sehr\nleicht in Bewegung zu setzendes Gebläse zugeführt wird,\nwelches im Innern des Instrumentes angebracht ist und von\nwelchem man äusserlich nichts gewahrt als den Hebel auf\nder rechten Seite vom Spieler, durch den das Gebläse in\nGang gebracht wird. Wiewohl ein Kind diesen einfachen\nMechanismus wirken lassen kann, so sind die Erfinder doch\nauch schon darauf bedacht gewesen, einen Gehülfen ganz\nentbehrlich zu machen und ihn durch eine Maschine oder\neine Art Uhrwerk zu ersetzen.\nNeben dem Hauptgebläse, dessen vortreffliche Arbeit\nmit seinen Windladen, Canälen, Ventilen und dem regula-\ntorischen Apparat wir nicht ausführlich beschreiben können,\nist noch ein zweites vorhanden, welches entweder mit dem-\nselben combinirt oder selbstständig angewendet werden\nkann, je nach der Willkür des Spielers. Im letzteren Falle\nsperrt ein Registerzug das erstere ab, und der Spieler setzt\ndas zweite Gebläse mit dem Fusse in Bewegung durch"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "298", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.2", "texte": "eine höchst bequeme Vorrichtung von zwei breiten, mit\nelastischer Widerstandskraft versehenen Tritten, welche\nunmittelbar über dem freien Pedal angebracht sind.\nDadurch wird zweierlei erreicht. Erstens kann der\nSpieler durch die Registrirung gerade wie bei der Orgel\nalle Klangfarben der verschiedenen Stimmen und ihre Con-\ntraste hören lassen, und zweitens setzt ihn das Gebläse,\nwelches er selbst dirigirt, ohne alle Hülfsmittel von Echo-\nkasten und Thüröffnungen und dergleichen in Stand, ein\nAn- und Abschwellen des Tones, wie bei wirklichen Blas-\ninstrumenten, hervorzubringen, ein und\nnuendo von der schönsten Wirkung. Nimmt man die eigen-\ntümliche Klangfarbe einiger Stimmen, besonders des\nhinzu, welche durchaus neu ist und als eine wahre\nBereicherung des Gebiets der künstlichen Töne anerkannt\nwerden muss worüber auch Franz Liszt, der auf seiner\nRückreise vom Musikfeste zu Rotterdam die Werkstatt der\nHerren Merklin-Schütze & Comp, in Brüssel besuchte, mit\nunserem Urtheil übereinstimmt —, so hat man eine Wirkung\nvon Klängen, wie sie in dieser Art und in dieser Vollkommen-\nheit bei einem einzelnen Instrumente noch nicht da gewesen ist.\nDas Orchestrion, welches wir hier gehört und gespielt\nhaben, hat zwei vollständige Manuale und ein freies Pedal\nvon zwei Octaven; die Stimmen des letzteren sind im\noberen Theile des Instrumentes angebracht, was die Klar-\nheit und Klangfülle derselben vermehrt. Die Mensur der\nStimmen geht auf allen drei Tastaturen bis zum Sechs-\nzehnfuss-Ton, und der Register sind achtundzwanzig. Die\nErfinder bauen aber auch Instrumente mit 24, 22 und\n18 Registern, auch mit nur Einem Manual, selbst ohne\nPedal, wenn es verlangt wird, was wir jedoch keineswegs\nempfehlen können, da eben das Pedal einen Haupt-Vorzug\ndes Orchestrions vor anderen ähnlichen Instrumenten bildet\nund in ihm gerade einige der schönsten Stimmen liegen.\nDie Tonfarbe vereinigt die Weichheit und den Schmelz des\nHarmoniums mit der Fülle des Orgeltones; der Maassstab\nder Grösse ändert an den Eigenschaften und der eigen-\nthümlichen Klangfarbe der Töne gar nichts und hat nur,\nwie natürlich, auf die Kraft und Tragweite des vollen\nWerkes Einfluss.\nDer Preis eines Orchestrions erster Classe, wie das\nhier beschriebene, ist 3500 Francs, also nicht viel höher\nals der Preis eines Erard'schen Flügel-Fortepiano's; er er-\nmässigt sich je nach der Anzahl der Register auf 2000,\nja, 1400 Francs.\nWir haben hier also ein Instrument, welches endlich\ndie Möglichkeit bietet, alle Compositionen, die für ein\nvollständiges Orgelwerk mit zwei Manualen und freiem Pe-\ndal geschrieben sind, im Zimmer zu spielen, mithin ein\nneues Werkzeug lür die Reproduction einer ganzen Reihe\nvon Werken der Tonkunst, welche bisher der Kammer-\nmusik nicht zugänglich waren, mit Einem Worte: eine Be-\nreicherung der Instrumental-Musik, welche namentlich der\nTyrannei des Pianoforte entgegen treten dürfte. Diese neue\nHausorgel unterscheidet sich aber dadurch von der Kir-\nchenorgel und ihren bisherigen Surrogaten, dass man auch\ndie Clavier-Compositionen ernster Gattung darauf spielen\nkann, weil der Anschlag ganz ausserordentlich präcis und\ndie Spielart sogar leichter ist, als bei einem Erard'schen\nFlügel, geschweige denn bei einer wirklichen Orgel.\nEinen unschätzbaren und bisher vergebens gewünsch-\nten Vortheil gewährt das Instrument beim Partiturspielen\nund beim Arrangement von Orchestersachen, und in dieser\nBeziehung führt es wiederum mit Recht den Namen Or-\nchestrion. Wir sind überzeugt, dass seine grössere Verbrei-\ntung eine neue Aera für Arrangements von Orchester-\nMusik herauflühren wird, und dies ist von unendlicher\nWichtigkeit. Man denke sich nur, dass L i s z t bei seinen\ntrefflichen, man kann mit Recht sagen: genialen Verwand-\nlungen der Orchester-Partituren der Beethoven'schen Sin-\nfonieen in Clavier-Partituren über den Umfang und die\nAusdrucksmittel des Orchestrions zu verfügen gehabt hätte!\nWir würden farbenglänzende Lichtbilder der Originale er-\nhalten haben.\nAber hat vielleicht die technische Behandlung des In-\nstrumentes nicht grosse Schwierigkeiten? Keineswegs. Für\nden Organisten einmal gar nicht, was sich nach der Be-\nschreibung von selbst versteht. Der Pianist bedarf eini-\nger Uebung im Registriren und eines Studiums des Pedals,\nmit dessen Tasten sich seine Füsse, die es am Piano nur\nmit Tritten zu thun hatten, allerdings vertraut machen müs-\nsen. Aber wie oft hat er nicht an seinem Flügel sich nach\ndem Pedalspiel zum vollständigen Ausdruck polyphoner\nCombinationen gesehnt, und nun sollte er die leichte Mühe\nscheuen, den Füssen einen kleinen Theil der fabelhaften\nFertigkeit seiner Finger zu verschaffen? Hat er eine Zeit\nlang seine Studien zu Hause gemacht, so riskirt er nicht\nmehr, vor der Kirchenorgel in Verlegenheit zu kommen\nund einem routinirten Organisten weichen zu müssen, der\nvielleicht mit weit weniger Phantasie begabt und weit we-\nniger Musiker ist, als er.\nAuf der anderen Seite wird der Organist sich freuen,\nseine Berufs-Studien ungestört und zu jeder Jahreszeit in\nseinem Zimmer consequent betreiben zu können, und wird"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "299", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.3", "texte": "besonders im Anfang seiner Laufbahn den grossen\nVortheil zu schätzen wissen, inlra parietes studiren zu\nkönnen.\nEinen besonderen Werth wird das Instrument aber\nfür den Componist en haben, da es die vollständige Ton-\nleiter des Orchesters vom Contrabass bis zur Flöte um-\nfasst. Er wird dadurch in Stand gesetzt, nicht bloss alle\nharmonischen und contrapunktischen Combinationen, über-\nhaupt die Polyphonie seiner Arbeit, sondern selbst man-\ncherlei Klang-EfFecte zu probiren, wozu ihm bis jetzt bis\nzur Orchester-Probe kein Mittel zu Gebote stand.\nWir sehen also, dass das Orchestrion keineswegs die\nPrätention hat, das Orchester oder die Orgel zu verdrän-\ngen, sondern dass es ein selbstständiges Instrument ist, das\nseinen eigenen Charakter behauptet. Dass es aber alle bis-\nherigen Ersatzmittel der Orgel weit hinter sich lässt,\nist keine Frage; in kleineren Kirchen, in Capellen und Sanc-\ntuarien ist es vollkommen geeignet, die Orgel sowohl beim\nGottesdienste als bei Auflührungen von Kirchenmusiken zu\nvertreten, indem der Ton der menschlichen Stimme sich\nvortrefflich mit demselben vermählt, wie wir es hier in der\nletzten Matinee des Herrn Kufferath beobachtet haben.\nEben so brauchbar ist das Orchestrion für Betsäle, für\ngeistliche und Lehrer-Seminare, für Universitäten und Gym-\nnasien und für Gesang-Vereine jeglicher Art.\nWir wünschen den Erfindern aufrichtig Glück zu die-\nser Bereicherung der Instrumental-Welt, und das um so\nmehr, als es der deutsche Erfindungsgeist und der deut-\nsche Kunstffeiss ist, der sich, wenn er sich auch in der\nFremde, wie leider so oft, den gedeihlichen Boden suchen\nmusste, hier wieder von Neuem bewährt hat.\nJoseph Merkl in ist ein Deutscher; das Gebiet,\nwelches der Rhein durchströmt, ist seine Heimat; er ist in\nFreiburg im Breisgau, wo sein Vater Orgelbauer war, ge-\nboren. Vor etwa fünfzehn Jahren ging er nach Belgien und\nliess sich 1842 in Brüssel nieder. Ein rastloses Streben,\nverbunden mit begünstigenden äusseren Umständen, welche\ner jedoch hauptsächlich seiner Thätigkeit verdankte, trieb ihn\nan, nicht nur selbst über sein Fach nachzudenken und stets\nVersuche zu Verwirklichung der Theorie durch die Praxis\nzu machen, sondern auf mehrfachen Reisen auch alles, was\nVerbesserung und neue Entdeckung hiess, sich durch per-\nsönliche Anschauung und Prüfung anzueignen. Im Jahre\n1847 erhielt er bei der damaligen National-Ausstellung\nden ersten Preis für Orgelbau, und seitdem wuchs sein\nEtablissement unter der Firma „Merklin-Schütze & Comp.\"\nso empor, dass es jetzt unstreitig zu den grössten Orgel-\nbau-Werkstätten in Europa gehört.\n(Schluss folgt.)\n\nDie münchener Industrie-Ausstellung.\n\nII.\nZur Geschichte des Clavierbaues.\nI.\nUeber die ersten Eindrücke, welche wir in Be-\nzug auf Ciavier-Instrumente in dem münchener Glaspa-\nlaste empfanden, haben wir uns bereits ausgesprochen. Be-\nvor wir jedoch zur Beschauung der in der Industrie-Halle\nzu München ausgestellten Claviere schreiten, dürfte hin-\nsichtlich dieser Instrumente, deren Bedeutung gegenwärtig\nallgemein anerkannt ist, ein geschichtlicher Ueberblick in\nBetreff ihrer Entstehung und Vervollkommnung, so wie\neine Beleuchtung derselben vom musicalischen Standpunkte\nnicht ohne Interesse sein.\nDie Geschichte der musicalischen Instrumente ist zu-\ngleich eine Geschichte der Cultur der Menschheit. Welch\neine Kluft liegt zwischen der Zeit der ersten Anfänge, wo\nein Stoss ins Horn, ein Schlag auf ein metallenes Becken\nfür Musik galt, bis zur Zeit, wo das Horn zur Tuba, die\nPanspfeife zur Flöte wurde, oder gar bis dahin, wo die\nMacht und Würde, wie die wunderbare Farbenmischung\nder Orgel und ein vollstimmiges Orchester sich gebildet\nhaben!\nIn der frühesten Zeit der Geschichte hatte man\nnoch keine Idee von einem clavierartigen Instrumente; denn\neine schon spätere Erfindung ist das Ausspannen der Sehne\n(Saite) zum Klingen, wobei man mittels eines beweglichen\noder verschiebbaren Steges je nach Länge und Anspannung\nder Saite höhere oder tiefere Töne mit den Fingern hervor-\nbringen konnte. So hatte z. B. noch 11. G. Neuss zu Wer-\nnigerode gegen Ende des siebenzehnten Jahrhunderts sich\nein von ihm Mensam(?) genanntes Instrument geschaffen,\num seine Claviere danach zu stimmen, und es desshalb\nnach allen möglichen Tönen eingetheilt und mit einem be-\nweglichen Stege versehen. #\nDas zuerst erwähnte, aus einem zwei bis vier Fuss lan-\ngen Brette bestehende Instrument nannte man, weil es nur\neine Saite hatte, Monochord. Der Erfinder desselben war\nbekanntlich um das Jahr 1020 Guido Aretinus oder\nvon Arezzo, ein um die Musik verdienter Benedictiner und\nAbt zu Avellana (bei Arezzo). Die Benennung"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "300", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.4", "texte": "wurde auch in späteren Jahren, ungeachtet vielfacher Ver-\nänderungen daran, für diesem Instrument beibehalten, und\nerhielt dasselbe namentlich durch den Organisten G. A. Sorge\nzu Lobenstein (17 60), wie durch John Harrison (1775) Ver-\nbesserungen, welche von der ersten Einrichtung wesentlich\nabwichen. Das ursprüngliche Monochord (der Einsaiter) konnte\nübrigens nur als Rlangmesser, jedoch nicht um Accorde an-\nzugeben, genügen; desshalb verfiel man auf den Ge-\ndanken, mehrere Saiten neben einander zu ziehen, worunter\nfestsitzende Hebel, eine Art Holzleisten, mit Tasten gelegt\nwurden, an Welchen Metallstifte (Tangenten, von dem la-\nteinischen längere, berühren) sich befanden, die beim Herab-\ndrücken der Tasten sich erhoben und die Saiten an einem\nbestimmten Punkte erklingen liessen, bis man später dar-\nauf kam, für jeden Ton der diatonischen Reihe je eine\nandere Saite und die entsprechende Taste zu bestimmen.\nDie verwandten chromatischen Töne wurden durch stärke-\n* f ■<>\nres Anhalten der Tasten und dadurch bewirktes stärkeres\nII I iV jf*\nAndrücken der Tangenten an die Saiten gebildet, wie z. B.\ndurch stärkeres-Anschlagen der Saite a das b u. s. w., in-\ndem die betreffende Saite hiedurch mehr gespannt und folg-\nlich höher wurde. Das Ganze, aus zwanzig Tasten (Clavis)\nbestehend und mit einem Holzkasten umgeben, nannte man,\neben wegen'der Clavis, Clavichord und später, ausser\nder Orgel, im weiteren Sinne ein jedes mit Tasten verse-\nhenes musicalisches Instrument C 1 avi er, wie dies noch jetzt\ngeschieht und allgemein bekannt ist. Man möchte aber ver-\nsucht sein, den Namen des Claviers (statt von\nSchlüssel) von Clava, der Keule des Hercules, diesem un-\ngeheuren Schlagwerkzeuge, herzuleiten, wenn man an\ndas jetzt oft übertrieben starke Spiel denkt, das mit den\nSchlägen der Hercules-Keule in nicht ferner Verwandt-\nschaft stehen dürfte.\nIm Verlaufe der Zeit fügte man den zwanzig Tönen\ndes Clavichords noch höhere und tiefere Töne hinzu,\nund schon in der ersten Hälfte des sechszehnten Jahrhun-\nderts begleitete Roland de Lattre (Orlando di Lasso) seine\nmeisten Compositionen auf dem Clavichord. Derselbe war\nCapellmeister des Kurfürsten von Raiern in München, wo\nihm ein Denkmal geweiht, derselben Stadt, wo die erste\ndeutsche viele Tausende an-\ngezogen und auch auf den Ciavierbau und dessen Geschichte\nnicht ohne Einlluss bleiben wird.\nUm den Ton zu verstärken, gab man nachmals jeder\nTaste zwei Saiten, die im Einklang gestimmt wurden. Die\nälteste Art der einiger Maassen erträglichen Ciavier-Instru-\nmente war übrigens in Flügelform gebaut, unter verschie-\ndenen Benennungen (Cembalo, Clavicembalo, Clavessin j Cla~\nvecin] und in aufrechtstehender Form Clavicylherium etc.).\nDas Entstehen dieser Form setzt man, ohne jedoch den Erfin-\nder zu nennen, in die Zeit des 16. Jahrhunderts, und sie hat\nihren Namen von der Gestalt des Kastens, welche die stufen-\nweise abwärts länger werdenden Saiten bedingten, die durch\nan den Tangenten befindliche Federkiele geschnellt wurden.\nUns scheint jedoch, dass die Erfindung des Flügels einer\nnoch früheren Zeit als der des sechszehnlen Jahrhunderts\nangehört, weil die Saitenlage desselben die naturgerüisse\nund darum ohne Zweifel zuerst angewandt worden ist.\nAuch hat der berühmte, gegen Ende des sechszehnten Jahr-\nhunderts verstorbene Musiker Giuseppe Zarlino zu Venedig\ndie Construction des Flügels nicht erfunden, sondern nur\nverbessert, indem er der genauen Angabe der Temperatur\nder drei Klanggeschlechter wegen einen besonders con-\nstruirten Flügel durch Domenico Pesarese 1548 nach sei-\nner eigenen Vorschrift bauen liess. Andere berühmte Cla-\nviermacher, welche den Flügelbau verbesserten, gehören\neiner neueren Zeit an, wie denn der Flügel gegenwärtig,\nin besserer Würdigung seiner vorzüglicheren Eigenschaften,\nals das erste der Clavier-Instrumente anerkannt und zu\nEhren des besseren musicalischen Geschmacks in der mün-\nchener Ausstellung um mehr als das Doppelte gegen die\nanderen Ciavier-Arten vertreten ist.\nDas Cembalo oder der Flügel in verkleinerter Form\nhiess Spinett (Spinelto,hergeleitet von Stachel,\nwomit die Tangenten zum Anzupfen der Saiten versehen\nwaren). Mit derselben Benennung bezeichnete man übrigens\nnachmals oft auch das sehr kleingeformte Tafel-Clavier.\nMozart gebrauchte für Flügel vorzugsweise noch die Be-\nnennung Cembalo.\nNach dem Cembalo wurde das Pantaleon (Pantalon)\nerfunden, welches jedoch in seiner ursprünglichen, von\nPantaleon Hebenstreit, einem der berühmtesten Gei-\nger seinerZeit (1690), in Eisleben erfundenen Gestalt\nohne Claviatur eigentlich kein Clavier-Instrument war. Es\nwurde, gleich dem Hackbrett der Bergleute (eines\nder dürftigsten Metallsaiten-Instrumente), mittels Klöppel\nangeschlagen, bis man in späterer Zeit, nachdem die Häm-\nmer erfunden waren, auf den Gedanken kam, dem früher\netwa zehn Fuss langen Pantaleon eine andere äussere Form\nzu geben und bei demselben statt des Klöppel-Anschlags\nden Hammerschlag von oben anzuwenden.\nHebenstreit hatte mit seinem neu erfundenen Instru-\nmente, auf dem er eine grosse Fertigkeit besass und Kunst-\nfreunden wie Musikkennern angenehme Unterhaltung ver-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "301", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.5", "texte": "schaffte, verschiedene Reisen gemacht und im Jahre 1705\nsich auch vor König Ludwig XIV. von Frankreich hören\nlassen, der ihn mit Gunstbezeigungen überhäufte und sei-\nnem Instrumente nach des Erfinders Taulnamen den Namen\nPantaleon gab.\nKurz nach Erfindung des Pantaleon kam (1717) ein\ndenkender Kopf, Gotliieb Schröter, später Organist\nzu Nordhausen, auf die Idee, die Saiten durch Anschlagen\nvon Hämmern, und zwar von unten, erklingen zu lassen;\nderselbe gab auch aus dem Grunde, weil man mittels der\nHämmerchen über Stärke und Schwäche des Instrumentes\nHerr war, demselben den Namen Piano forte oder\neigentlich Fortepiano, und zwar durch seine eigene,\nmit zwei Rissen erschienene Schrift: „Umständliche Be-\nschreibung eines neu erfundenen Clavier-Instrumentes, au!\nwelchem man in unterschiedenen Graden stark und schwach\nstiietefrrWrinVt<A oainemdG rfaiub lUJJIJH n'jhiuiJs i\nf fyr)'wlotti fHtlttruY1 Q9fl< I9flt\nNachdem der Name Pianoforte oder Fortepiano sich\nlanae für alle Clavier-Instrumente erhalten, hat man in\nneuester Zeit, in Folge des französichen Benennungs-Ge-\nschmackes, das Forte ausgeschieden und nennt sie sämmt-\nlieh nur Piano ein Name, der bei den Flügeln in ziem-\nlieh grellem Widerspruche steht mit dem starken Tone\nderselben, wie mit der Art und Weise, auf welche man sie\nhäufig spielt, indem man bei dem Vortrage selten mit der\nmöglichsten Kraft des Instruments zufrieden ist, sondern\nmeist nach darin nicht mehr vorhandener und somit un-\nerreichbarer Stärke hascht.\nDer genannte Schröter kannte seiner Zeit auch die\nIdee des Hammerschlags von oben, welche ihm unzweck-\nmässig schien, und die später Mehrere, unter denen beson-\nders J. B. Streicher mit ungemeinen Vorzügen, wieder\naufnahmen.\nDer Erste, welcher zur Vervollkommnung der Schrö-\nter'schen Erfindung des Flügels mit Hammerwerk von un-\nten schritt, war der berühmte Orgelbauer Gottfried\nSilbermann in Freiburg (geb. 1684, gest. 1756), der\n1726 das erste Fortepiano nach Schröter'schem Modelle\nvon ungewöhnlicher Länge gefertigt. Silbermann's Claviere\nwaren indessen nur von bis zum dreigestrichenen c ge-\nbaut; in der Folgezeit wurden jedoch nach oben und nach\nunten noch Töne angefügt, und zwar oben bis zum drei-\ngestrichenen fund unten bis zum (der Contra-Octave),\nworaus die zu Mozart's Zeit üblichen fünf Octaven für\nbessere Claviere entstanden. Silbermann hat das Verdienst,\nnicht nur der erste Verbesserer der Schröter'schen Muster,\nsondern auch, indem er dies war, gewisser Maassen der\nErfinder desjenigen Mechanismus gewesen zu sein, der un-\nter dem Namen der englische bekannt, welcher also ur-\nsprünglich eigentlich ein deutscher und nur der verbesserte\nSiibermann'sche ist, und desshalb zur Unterscheidung von\ndem wiener Mechanismus besser geradeweg zu Deutsch\nStosszungen-Mechanismus heissen sollte.\nGottfried Silbermann's Claviere, die durchaus in Flü-\ngelform verfertigt waren, hatten wohl in Folge seiner gros-\nsen mechanischen Kenntnisse eine allgemein bewunderte\nVollkommenheit und Stabilität, allein doch erst, nachdem\ner den Rathschlägen des grossen Joh. Seb. Bach, der\nseine Instrumente Anfangs getadelt, zuletzt aber vollkommen\ngut geheissen, gefolgt war.\nEin anderer Deutscher, mit Namen Zumpe, war es,\nder das Ciavier in England einführte, was gleichfalls von\nzwei Deutschen, den Brüdern Erhard aus Strassburg, in\nParis geschah, welche letztere später ihrem Namen eine fran-\nzösische Form gaben. Ebenfalls ein Deutscher, Heinrich\nN i k. Gerber, Hof-Organist zu Sondershausen, war es,\nwelcher das aufrechtstehende Clavichord, in Pyramiden- oder\nGiraffen-Form (Clavicijtherium) erfand und ein solches im\nJahre 1742 verfertigte. Inder „Musica mechanica orga-\nnoedi\" von M.Jakob Adlung (1768) lies't man darüber:\n„ Clavicytheriasind Clavicyrnb ein die Höhe wie eine Harfe.\nIst ein unbeständig Aprillen-Instrument und hocket bald\nhie, bald da.u\nDas Clavicytherium führte auf alle nachmals gemachten\nArten aufrechtstehender Claviere und wurde vornehmlich in\nEngland unter drei verschiedenen Benennungen in niedri-\ngerem Format gemacht, bis es endlich unter dem Namen\nPianino in noch mehr verkleinerter Form von Heinrich\nPape aus England in Frankreich eingeführt wurde, worüber\nsich Pape selbst unter Anderem wie folgt ausspricht: „Ce\nformat de piano, d'un usage si repandu aujourd'hui, fut\nImporte, par moi, d'Angleterre en France, en 1815.u\nSchade war es indessen, dass man dem erwähnten Sil-\nbermann'schen Mechanismus seiner Zeit in Deutschland\nnicht die verdiente Beachtung widmete, und er erst vom\nAuslande unter fremdem Namen, wiewohl auch vervoll-\nkommnet, wieder eingeführt und so zur Geltung gebracht\nwerden musste, um ihn im Vaterlande würdigen zu lernen.\nEin tüchtiger Schüler Silbermann's, der Orgelbauer\nJoh. Andreas Stein in Augsburg (geb 1728 zu Hei-\ndelsheim in der Pfalz, gest. 1792), trug übrigens nicht we-\nnig dazu bei, die Idee seines Meisters zu verdrängen, in-\ndem er ein neues Hammerwerk, wobei die Hämmerchen in"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "302", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.6", "texte": "Messingkapseln gehen, und die Auslösung erfand; letz-\ntere war um so wichtiger, als durch sie Anschlag und Ton-\nbildung des Claviers das Rohe' und Unvollkommene verlo-\nren. Dieser Mechanismus erhielt, nachdem Stein's Sohn,\nAndreas Stein, so wie sein Schwiegersohn, Andreas\nStreicher, von Augsburg nach Wien übergesiedelt wa-\nren, den Namen wiener Mechanismus. Streicher hatte in\nWien seine so berühmt gewordene Ciavierfabrik unter der\nFirma seiner Frau; „Nanette (Anna Maria) Streicher,\ngeb. Stein\", welche eine ausgezeichnete Clavierspielerin war\nund treflliche Kenntnisse im Ciavierbau besass, gegründet.\nUeber Johann Andreas Stein's Wirken in Lob sich zu\nergiessen, wäre überflüssig, da seine Tüchtigkeit als Orgel-\nund Ciavierbauer bekannt ist. Er hat seiner Zeit sicherlich\nviel geleistet, weil er dem herrlichen Mozart genügte, des-\nsen musicalisches Ohr noch unübertroffen, und der Stein's\nInstrumente allen anderen vorgezogen, wie aus einem Briefe\ndes grossen Tonmeisters hervorgeht, in welchem er unter\nAnderem sagt: „Nun muss ich gleich bei den Stein'schen\nPianoforte anfangen. Ehe ich noch von Stein seiner Arbeit\netwas gesehen hatte, waren mir die Spalh'schen Claviere\n(eines geschickten und damals sehr renommirten Instrumen-\ntenmachers zu Regensburg, der vorzugsweise Flügel machte)\ndie liebsten; aber nun muss ich den Stein'schen den Vor-\nzug lassen Es ist wahr, er gibt so ein Pianoforte nicht\nunter 300 Fl.; aber seine Mühe und Fleiss, die er anwen-\ndet, ist nicht zu bezahlen. Seine Instrumente haben beson-\nders das vor anderen eigen, dass sie mit Auslösung ge-\nmacht sind, womit sich der Hundertste nicht abgibt; aber\nohne Auslösung ist halt nicht möglich, dass ein Pianoforte\nnicht schäppere oder nachklinge.\"\nStein's Flügel wurden, weil sie Mozart's Lieblings-In-\nstrumente waren, damals auch Mozart-Flügel ge-\nnannt, wie in den „Verhandlungen des Gewerb-Vereins\nfür das Grossherzogthum Hessen\" (1., 2. und 3. Quartal-\nheft, 1843) erwähnt ist, wie folgt: „Stein und Silbermann\nerreichten ihren Zweck auf ganz verschiedenem Wege und\nmit ganz von einander verschiedenen Constructionen ihrer\nMechanismen. Es war dies um die Zeit Mozart's, welcher\nselbst noch häufig seine Zeitgenossen mit den Vorträgen\nseiner bewunderungswürdigen Compositionen auf dem Cla-\nvichord ergötzte. Er war es, welcher durch sein Spiel auf\nden ersten, von Stein mit (durch die Auslösung) abfallenden\nHämmern construirten und mit Dämpfungen versehenen\nInstrumenten Alles bis zur höchsten Bewunderung hinriss.\nMan nannte auch in der ersten Zeit die Flügel von Stein\ndie Mozart-Flügel.\"\nZur Zeit Mozart's waren indessen auch die Claviere in\nTafelform in ihrer Verbesserung schon dahin gelangt, dass\ndie bandfreien Claviere von dem Organisten Lemme zu\nBraunschweig (1780) erfundene, gerade geführte Tasten\nbesassen, während diese früher in Krümmungen gegen die\nlangenten laufend angebracht waren. Durch diese Verbes-\nserung wurde ein leichter Anschlag und grössere Dauerhaftig-\nkeit der Tasten erzielt. Bevor es bandfreie Claviere gegeben,\nwaren, um das Nachsingen der Saiten zu verhüten, letztere\nhinter der Stelle des Anschlags der Tangenten mit Band\ndurchflochten. Natürlich war da, um einen Ton zu erzielen,\nein ziemlich starkes Erklingenmachen der Saiten nöthig,\nwas eben mittels der Messingstifte geschah, bis die Däm-\npfung auch iür Tafel-Claviere erfunden und angewendet\nwurde, und somit die bandfreien Claviere entstanden.\nVon Mozart's Tagen bis zu der neuesten Zeit ist von\ndenkenden Ciaviermachern fortwährend an der Vervoll-\nkommnung dieser Instrumente gearbeitet worden, und wir\nhaben in dieser Beziehung viele geschätzte Namen, die alle\nzu nennen jedoch der Raum lür unseren Artikel überstei-\ngen würde. Frankreich hat ausser dem sehr verdienstvollen\nMeister H. Pape, dessen kunstsinniges Schaffen und Stre-\nben vielseitig anerkannt und würdig belohnt worden, und\nmanche edle Keime zum Fortschritte legte, die Fabricanten\nErard, Pleyel u. s. w., England seinen Broadwood\nu. s. w., und auch über dem Ocean sind wackere Reprä-\nsentanten, die jedoch nicht verhüten können, dass deutsche\nMeisterwerke dorthin geführt werden, wo oft Mittelmässi-\nges noch einmal so theuer ist, als bei uns das Vorzüglichste.\nUnter den deutschen Ciaviermachern gehört J. B. Strei-\ncher in Wien, der die bei Stein erwähnte Auslösung zu\nihrer höchsten Ausbildung brachte, so wie auch in früheren\nJahren durch den Hammerschlag von oben ganz ausgezeich-\nnete Flügel gefertigt, unstreitig zu der Zahl der Auser-\nwählten, der sich in seinen Ateliers, wie auf Reisen eine\nMenge nützlicher Erfahrungen sammelte und in Folge ihrer\npraktischen Anwendung mit Verdienst-Medaillen ausgezeich-\nnet wurde. Auch der gute Klang der Namen Seuffert,\nBösendörferund Mehrerer in Wien ist bekannt; jedoch\nhaben nicht alle Berühmtheiten der Clavier-Baukunst der\nKaiserstadt die münchener Ausstellung beschickt. In Stutt-\ngart ist es vor Allen der Altmeister J. L. Schiedmayer\n(ein Sohn des ruhmwerthen J. D. Schiedmayer in Erlangen,\nder seiner Zeit mit seinem Meister Stein concurrirte), wel-\ncher vorzügliche Arbeiten liefert. Ebenfalls anerkennens-\nwerth sind die Leistungen der schon lange mit Ehren ge-\nnannten Firmen Ritmüller, Irmler, Aloys Biber,"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "303", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.7", "texte": "Breitk©pf & Härtel, Adam in Wesel, Riems in\nDüsseldorf und vieler Anderen, die ausfuhrlicher, als es hier\nmöglich, zu besprechen wären, inzwischen aber allen Män-\nnern des Faches bekannt sind. Auch in der alten Krönungs-\nstadt Frankfurt am Main liefert ein noch neues Etablisse-\nment die schon zu verdienter Anerkennung gelangten „Mo-\nzart-Flügel\" mit einem einlachen, in seiner Ausbildung das\ndouble echappement entbehrlich machenden Stosszungen-\nMechanismus, wohl würdig, den Namen ihres Genius zu\ntragen eines Genius, dem der gemüthreiche Dichter S.\nH. Mosenthal ein Lied geweiht, wie selten eins einem\nMeister der Töne gesungen worden, und in welchem der\nSänger einen Stern zu dem Weltenschöpfer von den Men-\nschen sagen lässt:\n„Sie rühren mich; sie sind so reich an Leiden\nUnd so genügsam mit dem kargen Glück;\nIch möchte ihnen einen Trost bereiten:\nO, lass mich ziehn: ich kehre bald zurück!'4\nEs sei gewährt! versetzt der Herr der Erden:\nZieh hin, mein Stern, und werde Mensch, wie sie;\nWillst du ein Trost der Staubgebornen werden,\nSo lehre sie die heil'ge Harmonie :\nWie liebend Stern sich hier um Sterne drehet,\nWie nicht der Mond die schön're Sonne hasst,\nWie nur ein Wohllaut durch die Sphären wehet.\nWie liebend ein Accord die Welt umfasst\nZieh hin, mein Stern, und heile und versöhne\nDurch deine Töne jener Erde Pein.\nDu bist der Auserwählte meiner Söhne,\nDrum soll dein Name Amadeus sein!\n\nA.\n\nDeutsche Tonhalle.\nDer Vorstand.\nUm den im vierten Ausschreiben für einen Quintettsati für\nBlas-Instrumente ausgesetzten Preis sind seiner Zeit zwölf\nBewerbungen eingekommen. Die erwählten Herren Preisrichter\nwaren die Herren General-Musik-Director F. Lachner, Hof-Capell-\nmeister C. G. Reissiger und General-Musik-Director Dr. Spohr. Den\nPreis erhielt das Werk mit dem Spruche: „Ob ich's wage!\" von\nHerrn K. J. Bisch off in Frankfurt am Main, einstimmig; be-\nsondere Belobung das Werk des Herrn Pfarrers P. Müller in\nStaden bei Friedberg, und belobt wurden die Werke der Herren\nMusik-Director Iv. Hering und Wilh. Drabitius in Berlin.\nWegen Rückgabe der Bewerbungen haben wir uns nach den\nSatzungen (14 i) zu richten.\nDie auf das fünfte Preis-Ausschreiben (Abendmahl-Gesänge) ein-\nsekommenen vierundvierzig Bewerbungen haben wir den erwählten\ndrei Herren Preisrichtern zur Beurtheilung zuzusenden bereits den\nAnfang gemacht (Satzungen 14 F).\nMannheim, September 1854.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nXlüln. Die ersten Vorstellungen auf dem Stadttheater, welche\ndie forige Woche füllten, waren übereilt in Scene gesetzt; wahr-\nscheinlich fanden sie nur Statt, um Fräulein Pepita de Oliva Gele-\ngenheit zum Auftreten zu geben, deren anderweitig eingegangene\nVerbindlichkeiten die Direction nöthigten, die Zeit zu nutzen. Wir\nwollen sie desshalb mit Schweigen übergehen, um so eher, da auch\ndas Publicum sie über den ganz anderen und sehr vortheilhaften\nEindruck der Opern, welche die letzte Woche gebracht, vergessen\nhat. Wir sahen in dieser Woche Meyerbeer's Hugenotten, Rös-\nsings Barbier und Mozart's Don Juan, drei Meisterwerke von\nverschiedenster Gattung und verschiedenstem dramatisch-musicali-\nschem Stil, welche wahrlich sehr geeignet sind, die Kräfte einer\nBühne ins Licht zu stellen, zugleich aber auch höchst schwierige\nAufgaben lür eine neue, aus allen Himmelsgegenden zusammenge-\nrufene Gesellschaft. Leider ist das Unangenehme und Schwierige\neiner solchen stets zu erneuernden Organisation für das hiesige\nTheater durch die leidige Nothwendigkeit geboten, indem die Er-\nfahrung gezeigt hat, dass eine Bühnen-Unternehmung das ganze\nJahr hindurch in Köln nicht bestehen kann. Stände die Theilnahme\ndes Publicurns mit seinen Anforderungen auf gleicher Höhe, so\nwürde ein stehendes Theater möglich sein; unter den gegenwärti-\ngen Umständen müssen wir aber darauf verzichten, und der pom-\npöse Titel: „Stadttheater in Köln\", birgt nichts Anderes, als eine\ndurch die jedesmalige Direction mit mehr oder weniger Geschick\nund mehr oder weniger Glück zusammengebrachte wandernde\nBühnen-Gesellschaft, welche höchstens acht Monate hier spielt und\ngewöhnlich dann, wenn sie sich erst ganz zu einem künstlerischen\nZusammenspiel eingeübt hat, wieder entlassen werden muss.\nDiese Verhältnisse sind zwar hier einem Jeden bekannt; trotz-\ndem aber werden sie von gar Vielen dennoch bei der jedesmaligen\nTheater-Eröffnung wieder ignorirt oder vergessen! Desswegen erin-\nnern wir jetzt wieder daran, da ein gerechtes Urtheil über die\nLeistungen der Direction als solcher ihnen offenbar Rechnung tra-\ngen muss.\nUm von dem Ganzen des Opern-Personals zu sprechen, so kön-\nnen wir dasselbe, wenn es Herrn Röder glückt, an die Stelle des\nengagirten, aber, wie es scheint, contractbrüchig gewordenen ersten\nTenors (wesswegen wir ihn lür jetzt noch nicht nennen wollen)\neinen tüchtigen Ersatz zu finden, als sehr gut bezeichnen, wenn\nwir dabei, wie oben erwähnt, die Schwierigkeit des Zusammen-\nspiels von Künstlern, die einander noch kaum kennen, beachten.\nDie genannten drei Vorstellungen zeigten, dass wir etwas Vollstän-\ndiges und Gelungenes zu erwarten haben, wenn die Einzelheiten,\nunter denen gar manches Treffliche ist, sich zu einem Ganzen zu-\nsammengeschmolzen haben.\nFräulein Bertha Johannsen hat als Valentine und Donna\nAnna den bedeutenden Ruf, den sie sich im Norden und in den\nNiederlanden als Concertsängerin erworben, auf der Bühne voll-\nkommen gerechtfertigt; in beiden Rollen erregte sie stürmischen\nBeifall beim grossen Publicum, in welchen der Kenner mit Ver-\ngnügen einstimmte. Sie verbindet mit einer schönen, vollen Stimme\neinen edeln Vortrag voll Wärme und dramatischem Leben und\neine gebildete Schule, welche letztere sie namentlich in dem vor-\ntrefflichen Vortrag der so genannten Brief-Arie im Don Juan be-\nkundete. Fräulein Westerstrand sahen wir als Rosine im Bar-\nbier (zwei Mal), als Lucia und als Königin in den Hugenotten. Die\nStimme schien uns schwach, doch mag dies mit daran liegen, dass\ndie Künstlerin sich noch nicht ganz wohl fühlt, eben erst eine Ba-\ndecur gebraucht und lange nicht gesungen hat. Ihre Stimme ist ein\nechter Sopran von bedeutender Höhe, aber von geringem Umfang, indem\neine so genannte Tiefe gar nicht vorhanden ist und die Mitteltöne\nnicht viel Klang haben. Diese Stimme von sehr zartem Timbre ist\naber zu einem erstaunenswerthen Instrumente ausgebildet; an tech-\nnischer Fertigkeit kann Fräul. Westerstrand sich nicht nur mit den\nbesten Sängerinnen der Gegenwart messen, sondern sie dürfte si#"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "304", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18540923-01.1.8", "texte": "wohl meist übertreffen. Das ist ein grosser Vorzug, besonders dem\nrohen Materialismus gegenüber, der heutzutage nur zu oft für Kunst\ngehalten wird. Allein diese wirklich ganz ausgezeichnete technische\nFertigkeit ist, wie wir eben schon andeuteten, mehr eine Virtuosi-\ntät auf einem Instrumente, als ein Gesang voll Seele und Leben.\nWenn die junge Dame mehr Wärme in ihren Vortrag zu bringen\nstrebt und nach ihrer zweiten Darstellung der Rosine hegen wir\ndie Hoffnung, dass es ihr gelingen werde —, so wird sie ebenfalls\neine Zierde der diesjährigen Bühne sein. Unerwähnt dürfen wir\nnicht lassen, dass wir eine solche Ueberladung der ersten Arie der\nRosine mit Dazugemachtem, auch wenn es geschmackvoll und schön\nausgeführt wird, doch keineswegs billigen können ; seine Melodie\nbloss als das Fussgestell zu betrachten, auf welchem man allerlei\nkünstliche Leitertänze aufführt, dazu ist Rossini doch zu gut zu-\nmal, da ja die Claviersccne hinreichende Gelegenheit zum Virtuo-\nsen-Gesang bietet, welche denn auch Fräul. Westerstrand durch\nden Vortrag der Rode'schen Variationen u. s. w. unter rauschen-\ndem Beifall benutzte.\nFräulein Günther dürfen wir nach der Partie der Elvira im\nDon Juan, welche ihr zu hoch liegt, nicht beurtheilen, wiewohl sie\nauch in dieser sich als eine musicalisch feste Sängerin zeigte, deren\nvoller und kräftiger Stimme indess noch die Politur zu fehlen\nscheint. Warten wir jedoch ein Auftreten in ihrem eigentlichen\nRollenfach, in Alt-Partieen, ab. Fräulein Rochlitz war als\nMartha dermaassen befangen und ängstlich, dass es ungerecht sein\nwürde, sie nach dieser Leistung zu beurtheilen, in welcher ihre,\nwie es scheint, recht theatralische Stimme freilich sehr zum Deto-\nniren neigte.\nIm Don Juan betrat Fräulein Louise Thelen aus Düsseldorf,\nSchülerin der Rheinischen Musikschule (speciel des Herrn E. Koch)\nzu Köln und des Herrn Delsarte zu Paris, als Zerline zum ersten\nMale die Bühne, freilich eine gewagte Aufgabe, besonders was das\nSpiel betrifft. Und doch gab eine gewisse, vom Debütiren unzer-\ntrennliche Befangenheit diesem Zerlinehen, welches übrigens eine\nrecht hübsche Bühnen-Erscheinung war, einen Charakter, der bei\ndem Mangel an raffmirter Coquetterie, die wir oft nur gar zu stark\nin dieser Rolle aufgetragen sehen, durch Natürlichkeit und Einfach-\nheit Interesse gewann. Fräul. Thelen ist im Besitz einer nicht ge-\nrade starken, aber doch klangvollen, wohllautenden und sehr lieb-\nlichen Sopranstimme, welche bereits eine grosse Biegsamkeit erlangt\nhat und sich weder gegen den weichen, schmelzenden Vortrag,\nnoch gegen die Coloratur und Verzierung jeder Art sträubt. Dabei\nfehlt es keineswegs an Wärme und Gefühl im Ausdruck. Das Publi-\ncum nahm die junge Debütantin sehr wohlwollend auf, begleitete\njede Nummer mit ermunterndem Beifall und belohnte namentlich\nden sehr schönen Vortrag des reizenden „Vedrai carinou (Wenn\ndu fein fromm bist) mit anhaltendem und beim Abgang wiederhol-\ntem Applaus.\nUnter dem männlichen Personal führt Herr Karl Becker den\nReigen; er war zuletzt, wenn uns recht ist, beim Hoftheater zu Dres-\nden angestellt. Wir sahen ihn bis jetzt als Figaro im Barbier und als\nDon Juan, als Plumket in der Martha und Nevers in den Huge-\nnotten. Er besitzt eine volltönende, angenehme und ausgiebige Ba-\nritonstimme, welche er gar nicht zu forciren nöthig hat, weil sie\ndadurch in Gefahr kommt, das Wohllautende auf Augenblicke zu\nverlieren. In allen Rollen zeigte er den Künstler, der als Sänger\nund Schauspieler auf der Bühne zu Hause ist. Das Publicum em-\npfing ihn gleich bei seinem ersten Auftreten er war vor einigen\nJahren schon eine Zeit lang Mitglied der hiesigen Bühne mit\nlebhaftem Beifall, und es ist keine Frage, dass er eine Hauptstütze\ndes diesjährigen Unternehmens sein wird.\nHerr Thomasczek, zuletzt an dem Hoftheater zu Kassel, hat\neine sonore Bassstimme, doch ist der Klang aller Töne noch nicht\nvon gleich edler Farbe, ein Vorzug, den er sicher bei ernstem Stu-\ndium sich bald zu eigen machen wird. Seine beste Leistung war\nder Marcel in den Hugenotten. ln Herrn Sehe er er, vorn\nFriedrich-VVilhelmstädter Theater in Berlin, lernten wir einen sehr\nbraven Bass-BufTo kennen; sein Bartolo im Barbier war sehr ge-\nlungen und hielt sich von aller Uebertreibung fern. Herr Phi-\nlipp!, zweiter Bariton mit sehr wohlklingender Stimme, berechtigt\nzu guten Hoffnungen, und Herr Schlüter (Basilio, Comthur) bleibt\nder alte, unerschütterlich feste, überall zu verwendende. Der Te-\nnor war bis jeizt allein durch Herrn Röhr, vom Hofiheater zu\nWiesbaden, vertreten; er lässt freilich viel zu wünschen übrig und\nist auch nicht dazu bestimmt, das erste Bollenfach auszufüllen;\ndoch scheint er mit Eifer und Fleins nach dem Guten zu streben\nund hat durch den Vortrag der beiden x\\rien im Don Juan Beifall\ngefunden.\nDas Ensemble der letzten drei Vorstellungen war schon meist\nbefriedigend, im Don Juan sogar gut. Herr Capellmeister Laudien\nist ein trefflicher Orchester-Dirigent, der sehr viel zu diesem erfreu-\nlichen Resultate beigetragen hat.\nVon Montag d. 25. an wird der berühmte Karl Form es einige\nMal hier auftreten und dann sogleich wieder nach England gehen.\nAus Reichen hall wird berichtet: „Mittwoch den 30. August\ngab Herr Ed u ard Doctor, Professor am münchener Musik-Conser-\nvatorium, im Cursaaie des Bades Achseimannstein ein Concert, bei\nwelchem auch der treffliche Violinist Herr Ferd. Zeller, Mitglied des\nsalzburger Mozarteums, mitwirkte. Sowohl die Wahl der Tonstücke,\nals deren Ausführung errang einstimmigen Beifall. Herr Doctor\nist als Pianist zu bekannt, als dass es nöthig wäre, ausführlicher\nauf seinen perlenden Anschlag, sein kraftvolles, feuriges Spiel und\nseine überraschende Bravour in Ueberwindung der technischen\nSchwierigkeiten einzugehen. Herr Zeller wusste ihn verdienstvoll\nzu unterstützen und erwarb seinem schönen, vollen Tone, seiner\nkünstlerischen Beherrschung des Instrumentes und seinem empfin-\ndungswarmen Vortrage vollste Anerkennung.\"\nin Berlin hält der Franzose Sudre Vorlesungen mit Experi-\nmenten über die von ihm erfundene akustische Telegraphie.\nHumboldt soll sich sehr günstig darüber ausgesprochen haben.\nDie Academie des Beaux-Arts hat zum Secretär für die\nSection der Musik an Halevy's Stelle Herrn L. Clapisson er-\nwählt. H. Berlioz war sein Concurrent, drang aber nicht durch.\nffjoucloifi. Benedict hat von den Mitgliedern der Harmonie\nUnion als Zeichen der Anerkennung seiner Verdienste um die Lei-\ntung der Uebungen und Concerte derselben ein silbernes Thee-\nService auf silbernem Plateau erhalten."}]}