{"numero_id": "bm-bmtnabi-1856-08-23-01", "volume": "bmtnabi_1856-08-23_01", "ocr_sha256": "0edc65c4989663931711774b2f4deed90ffbee0b09e81e0f89951d2c1a5adb52", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1856/08/23_01/bmtnabi_1856-08-23_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1856-08-23-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1856-08-23_01#c001", "volume": "bmtnabi_1856-08-23_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "269", "page_fin": "269", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "269", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 314, "texte": "Inhalt.\nGeorg Friedrich Händel. I. Der Brand der Pianoforte-Fabrik von Broadwood und Söhnen in London.— Das Mozartfest\nin Salzburg vom 6. bis 9. September 1856. Tonbilder. Nach Fr. Chopin. Von Johanna. Gesanglehre.— Tages- und Unterhal-\ntungsblatt (Köln Aachen Berlin Hamburg Wien W. A. 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Februar 1685 gebo-\nren. Er hatte schon in seiner frühen Kindheit einen starken\nHang zur Musik und brachte es heimlich ziemlich weit darin,\nbis sein Vater, ein Arzt, ihn in seinem siebenten Jahre auf\ndie Vorstellungen des Herzogs von Weissenfeis dem dortigen\nOrganisten an der Liebfrauen-Kirche, Zach au, zur Unter-\nweisung übergab. Im neunten Jahre spielte er für diesen\nschon die Orgel und fing auch schon an, die Composition\nzu studiren. Er schrieb viel, besonders für sein damaliges\nLieblings-Instrument, die Hoboe. Ungefähr 1698 kam er\nnach Berlin, wo er durch sein Clavierspielen so viele Er-\nwartungen erregte, dass der Kurfürst von Brandenburg\nihn in seine Dienste nehmen und nach Italien schicken\nwollte, welche Ehre aber sein Vater aus Liebe zur Unab-\nhängigkeit ablehnte. Der Sohn ging also wieder nach Halle\nzurück und blieb daselbst bis 1703. Hier kam er mit Te-\nlemann in Bekanntschaft, der von ihm sagt, dass er da-\nmals schon ein wichtiger Mann gewesen sei, und\ndass sie zusammen schriftlich und mündlich sich mit Unter-\nsuchungen melodischer Sätze beschäftigt haben. Um sich\nReisegeld zu der Reise nach Italien, die ihm am Herzen\nlag, zu sammeln, wählte Händel, da er im Sommer 1703\nHalle verliess, das damals wegen seiner Opern berühmte\nHamburg. Mattheson führte ihn in seines Vaters Haus,\nverschaffte ihm daselbst den Tisch und Unterhalt, führte\nihn auf den dasigen Orgeln und Chören, in Opern und Con-\ncerten herum; empfahl ihn vorzüglich dem engländischen\nResidenten Johann von Wich, in dessen Hause Alles der\nMusik ergeben war. Händel spielte Anfangs die zweite\nVioline im Opern-Orchester und stellte sich, als ob er nicht\nFünf zählen könnte, bis es daselbst einmal an einem Clavier-\nspieler fehlte, dessen Stelle zu vertreten er sich bereden\nliess, und sich wider alles Erwarten als einen Mann zeigte.\nDiese beiden jungen Tonkünstler, von denen jeder seine\nmeiste Stärke auf einem besonderen Instrument hatte, ver-\nabredeten sich, einander nicht ins Gehege zu kommen, wel-\nches sie auch lünf bis sechs Jahre treulich gehalten haben\nsollen. Mattheson spielte das Ciavier, Händel die Orgel.\nGanz im Anfange des Jahres 17 04, da das hamburgische\nOpernhaus geschlossen ward, ging Mattheson mit der Ab-\nsicht, England zu besuchen, nach Holland, kehrte aber bald\nwieder nach Hamburg zurück und brachte den 5. Decem-\nber seine Oper „Kleopatra\" auf die Bühne, worin er die\nRolle des Antonius machte und Händel den Flügel spielte.\nBei dieser Gelegenheit fiel der bekannte Zweikampf zwi-\nschen ihnen vor, wozu Mattheson das Signal durch eine\nOhrfeige gab. Die Aussöhnung muss aber bald erfolgt sein;\ndenn der Beleidiger begleitete Händel'n den 30. desselben\nMonats zu der Probe seiner ersten Oper „Almira\" ins\nSchauspielhaus und spielte in derselben die erste Rolle.\nDen 8. Januar 1705 ward sie zuerst und mit vielem Bei-\nfall gegeben; indessen ist es nicht völlig ausser Zweifel,\nob Händel oder Kayser der Verfasser davon ist. In dem\nVorberichte des Textbuches, bemerkt Professor E., ist\nLetzterem die Musik beigelegt, die aber nach Mattheson\nund einem geschriebenen Verzeichnisse der hamburgischen\nOpern, das E. besitzt, Händel gehört. Vielleicht kommt\n\n*) Bei der Theilnahme, welche die bevorstehende Jubelfeier\nHändel's im Jahre 1859 und die damit verbundene Errich-\ntung eines Denkmals in Halle und einer Gesammt-Ausgabe\nseiner Werke in Deutschland erregen, wird eine Skizze von\ndem Leben und Wirken des grossen Meisters nach Burney\nund dessen Uebersetzer Eschenburg, welche so lange,\nbis F. Chrysander's umfassendes Werk über Händel er-\nscheint, noch immer die besten Quellen sein dürften, den\nLesern nicht unwillkommen sein."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "270", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5190, "texte": "dieser Widerspruch daher, dass Händel es nicht hat wagen\nwollen, sich öffentlich vor dem Publicum als Verfasser da-\nzu, weil sie seine erste Oper war, zu bekennen, und dass\nKayser, dessen Name schon eine mittelmässige Oper zu\neiner vortrefflichen erheben konnte, ihm durch Vorselzung\nseines Namens diese Täuschung verstattet hat. Den 25.\nFebruar desselben Jahres erschien sein „Nero\". Obgleich\nnachher 1706 seine „Almira\" verändert und neu von\nKayser componirt aufgeführt ward, so scheint der Grund\ndavon doch mehr in anderen Dingen als in dem zu weni-\ngen Beifall der Händel'schen Musik gelegen zu haben, von\nder ausdrücklich gesagt wird, dass sie sehr gefallen habe,\nund von deren guter Aufnahme die schnelle Folge seiner\nzweiten Oper gleichfalls Beweis abgibt. Jetzt nahm Malthe-\nson von der Bühne Abschied und ward Secretär des englän-\ndischen Residenten in Hamburg, aus dessen Hause er Hän-\ndel'n scheint verdrängt zu haben. In den Jahren 1705 bis\n1708 componirte Händel noch zwei Opern, „Florindo\"\nund „Dafne\", ausser denen er in Hamburg für die Bühne\nnichts mehr, sonst aber eine grosse Menge Ciavierstücke,\nLieder und Cantaten geschrieben hat. Mattheson gesteht,\ndass er dort ausserordentliche Fortschritte gemacht habe\nund in extemporirten Fugen und im Contrapunkte auf der\nOrgel stärker gewesen sei, als Kuhnau in Leipzig, den\nman damals als ein Wunder ansah.\nIm Jahre 1709 ging er darauf in Gesellschaft eines\nHerrn von Biniz nach Italien, wo er zu Florenz die Oper\n„Rodrigo\" verfertigte, in Venedig die Ehre genoss, dass\nseine in der Folge 1718 zu Hamburg aufgeführte Oper\n„Agrippina\" siebenundzwanzig Abende nach einander ge-\ngeben ward, in Rom eine Serenade,\nund in Neapel eine Oper, „Acis und Galatheacompo-\nnirte. In Italien lernte er Domenico Scarlatti, Gosparini,\nLotti, Steffani, Corelli kennen. Zu Anfang des Jahres 1710\nkehrte er wieder nach Deutschland zurück und ging an\nden Hof des Kurlürsten von Hannover, nachherigen Kö-\nnigs von England, Georg 1., wo er Steffani's Nachfolger,\nerster kurfürstlicher Capellmeister ward, mit einem Gehalt\nvon 1500 Rthlrn. und Freiheit, zu reisen. Er besuchte\nDüsseldorf, wo er eine schmeichelhafte Aufnahme fand, und\nging am Ende desselben Jahres nach England in seinem\n26. Jahre, wohin er von vielen Vornehmen, die er in Ita-\nlien und Hannover kennen gelernt hatte, eingeladen und\nvon eigener Neigung getrieben ward. Er blieb dieses erste\nMal etwas über ein Jahr da, componirte in einer Zeit von\nvierzehn Tagen ein in der Eile gemachtes Singspiel aus\nTasso's befreitem Jerusalem, woraus der Dichter Rossi\nnachher eine Oper, „Rinaldo\", verfertigte. Im März 1711\nward dieses Singspiel, worüber Addison in seinem Zuschauer,\nNr. 29, seine Laune herfahren liess, aufgeführt und nach-\nher, als Oper bearbeitet, in den Jahren 1712, 1717 und\n1731 mit grossem und allgemeinem Beifalle wiederholt,\nselbst 1718 von dem berühmten Leo in Neapel auf die\nBühne gebracht. Hände] erwarb sich in England so gros-\nsen Ruhm, und es gefiel ihm daselbst der Aufenthalt so\nwohl, dass er nur nach Hannover zurückging, um sich zum\nzweiten Male die Erlaubniss seines Kurlürsten zu verschaf-\nfen, welche ihm auch zu Ausgang des Jahres 1712 auf\neine bestimmte Zeit erlheilt ward. Bis 1715 machte er\ndaselbst drei Opern: „Pastor Fido\", „Theseus\" und\n„Amadis\", worin Nicolini, Valentini und andere der Vor-\nnehmsten sangen, und zur Feier des utrechter Friedens ein\ngrosses Te Deum und Jubilate, das so viel Stärke, Regel-\nmässigkeit und Instrumentalwirkung hatte, als man noch\nin keiner Composition angetroffen hatte. Die Königin Anna\nsetzte ihm auf Zeitlebens jährlich 200 Pfund aus, und\nHändel liess die ihm bestimmte Zeit verstreichen, ohne sei-\nner Verbindlichkeit gegen den Kurfürsten sich im Ernste\nzu erinnern. Nach der Königin Anna Tode kam Georg I.\nselbst nach England und überhob ihn der Mühe, nach\nDeutschland zu reisen. Durch kluge Vermittlung des Frei-\nherrn von Kielmannseck, der den König zu einer Wasser-\npartie beredete und Händel'n dazu einige Stücke, die nach-\nher unter dem Namen der Wassermusik berühmt wurden,\nausdrücklich componiren und ihre Aufführung heimlich in\neinem das königliche Fahrzeug begleitenden Boote besorgen\nliess, kam Händel nicht allein wieder in Gnaden, sondern\nder König schenkte seinen Compositionen auch den schmei-\nchelhaftesten Beifall und ihm eine Zulage von 200 Pfund,\nwozu die regierende Königin Karoline einige Jahre nachher\nfür den Unterricht der Prinzessin noch 200 Pfund zulegte.\nVon 1715 bis 1720 finden sich in den londoner\nVerzeichnissen der Singspiele keine neuen von Händel ver-\nfertigten Opern. Die drei ersten Jahre dieser Zwischenzeit\nsoll er meistens bei dem Grafen von Burlington zugebracht\nhaben, der bei vielem Geschmack und Kenntnissen in den\nschönen Künsten auch ihr thätiger Beförderer war. Die\nbeiden anderen Jahre scheint er sich zu Cannons, als Ca-\npellmeister des Herzogs von Chandos, beschäftigt zu ha-\nben ; und bei diesem schrieb er ausser seinen Motetten für\ndes Herzogs Capelle den grössten Theil seiner Hoboen-Con-\ncerte, Sonaten, Suiten und Orgelfugen, und 1720 sein\nerstes Oratorium, die Esther, welches aber erst zwölf Jahre\nnachher in London aufgeführt wurde. Ausser den Beschäf-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "271", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5085, "texte": "tigungen aber, die Händel während der Jahre von 1715\nbis 1720 in England fand, ist er nach Mattheson's Er-\nwähnung in der Ehrenpforte ums Jahr 1717 in Hannover\ngewesen und des damaligen Krön- und Kurprinzen, nach-\nherigen Königs Georg 11., Capellmeister geworden. Dies\nmuss doch nicht lange gedauert haben; denn 1719 schickte\nHändel eine von ihm verfertigte, sehr eng in Partitur ge-\nschriebene Composition des Passions-Oratoriums von Bro-\nkes, betitelt: „Der für die Sünden der Welt gemarterte\nund sterbende Jesus\", aus England nach Hamburg an\nMattheson. Eschenburg sagt, dass er die Partitur davon\nin Händen habe und dass sie in mehreren Rücksichten Auf-\nmerksamkeit verdiene.\nMit dem Jahre 1720 fängt in Händel's Leben eine\nneue Epoche an, die ungefähr neun Jahre dauerte und die\ngeschäftigste und glänzendste war. Händel's Lage in Eng-\nland war bis dahin schon sehr gut und gab ihm die gröss-\nten Hoffnungen zur Erreichung des höchsten Ansehens\nund Ruhmes bei der ganzen Nation. Sein Genie und seine\nunverdrossene Thätigkeit waren bekannt und bewundert,\nder Adel und die Grossen schätzten, das Publicum liebte\nihn, der König bekümmerte sich um ihn, die Nation hatte\nFrieden und bekam eine grössere Neigung und mehr Eifer\nfür die Ausbildung der Künste, für die sie etwas Grosses\nund Vorzügliches zu thun reich genug war. Und so entwarf\nder Adel einen Plan zu der königlichen Akademie, wozu\ndie Subscription sich auf 50,000 Pfund St. belief, von wel-\nchen der König allein 1000 Pfund unterzeichnete. Die\nAkademie gab Händel'n den Auftrag, in Dresden Sänger\nanzuwerben, und zog so den berühmten Senesino nebst\nDurasianti, Berenstädt und Boschi nach London. Ihre Ab-\nsicht war, Händel'n zum Componisten und Anführer anzu-\nstellen; allein Bononcini und Attilio, die von den vorigen\nUnternehmern der Oper nach England gerufen waren, und\nin deren Entlassung ihre nicht minder zahlreichen Bewun-\nderer und Freunde ungern willigten, machten dem Deut-\nschen die Stelle streitig. Es entstand darüber ein heftiger\nZank, von dem Swift in einem Sinngedichte sagte:\nStrange! all this Diffe\nTwixt Tweedle-Dum, and Tweedle-Dee!\nHilf Himmel! welche Zänkerei\nUm Dudel-Dum und Dudel-Dei!\nund welcher sich noch nicht damit endete, dass Händel\n1720 seinen „Rhadamist\" auf das Haymarket-Theater\nbrachte, welches bei der ersten Vorstellung nicht Raum\ngenug hatte, die sich Zudrängenden zu fassen. Das Publi-\ncum sah alle seine Erwartungen erfüllt und bezeigte dem\nComponisten den lautesten Beifall; aber die Gegner stan-\nden noch fest. Endlich vereinigten sie sich, eine Oper, den\n„Mucius Scävola\", gemeinschaftlich zu componiren, mit\neiner Ouvertüre vor jedem Acte; und in diesem gewagten\nWettstreite blieb Händel Sieger, Bononcini's Arbeit erhielt\nden zweiten Rang, und Attilio musste mit dem dritten für-\niieb nehmen. Von dieser Zeit an bis 1731 componirte\nHändel für den Herzog von Chandos, schrieb 1721 das\nOratorium „Acis und Galathea\" um, und für die Akade-\nmie noch fünfzehn Opern, musste es aber doch gesche-\nhen lassen, oder gab es vielleicht freiwillig zu, dass auch\nunterweilen von seinen beiden ehemaligen Rivalen Opern auf\nder nämlichen Bühne und von dem nämlichen Orchester\ngegeben wurden. Händel war übrigens von allen Seiten\nglücklich; er war der Mann des Volkes und lebte in der\nangenehmsten, glorreichsten Beschäftigung, von Keinem mehr\nangefeindet. Aber dies sollte nicht immer fortdauern. Eine\nunversöhnliche Feindschaft, wozu er durch seine etwas\ndespotische Strenge vielleicht die Haupt-Veranlassung ge-\ngeben hat, entspann sich zwischen ihm und Senesino, dem\nLieblingssänger des Publicums, für den Händel weiter etwas\nzu componiren sich schlechterdings weigerte, was denn\n1729 die Aufhebung der Akademie bewirkte. Das Publi-\ncum wollte sich an Senesino's Stelle den von Händel an-\ngenommenen neuen Sänger Carestini nicht aufdringen las-\nsen. Ausser jenen fielen auch Montagnara, der berühmte\nBassist, Celeste und Bertolli, zwei seiner Sängerinnen, der\nLautenist Arrigoni, der italiänische Operndichter Rolli und\nmehrere von Händel ab und schlugen sich zu seiner Gegen-\npartei, die, vom Adel unterstützt, in Lincoln's Inn Fields\neine neue Oper errichtete, wobei Porpora und Arrigoni zu\nComponisten angestellt wurden. Carestini, Strada, die Fa-\nmilie Negri, Durastanti und Scolzi blieben ihm nur noch\ngetreu. Er verdarb es mit dem Publicum auch dadurch,\ndass er den Eintrittspreis zu seinen Opern bis auf eine\nGuinee erhöhte, wozu er sich aber vielleicht genöthigt sah.\nDen Subscribenten der Akademie versagte er bei der Auf-\nführung seiner „Esther\" auf dem Haymarket den Gebrauch\nihrer Logen, welches auch zur Erbitterung beitrug. Der\nDoctor Arbuthnot schrieb zwar für ihn einen vom 12. Fe-\nbruar 1733 datirten Brief voll bitteren Spottes und Laune,\naber seine Gegenpartei behauptete sich, und Händel, der\nschon den Sommer des Jahres 1732 seine „Esther\" zehn\nAbende auf dem Heumarkts-Theater hatte spielen lassen,\nhielt die Idee, statt der Opern Oratorien auf die Bühne zu\nbringen, fest und gab 1733 im März sein zweites, „De-\nborah\", auf welche im April die „Esther\" wieder folgte,"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "272", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2711, "texte": "zu welchen beiden, wie zu den folgenden, der Text in der\nNationalsprache geschrieben war. Schon des letzteren Um-\nstandes wegen mussten sie Beifall erhalten; aber Händel's\nerfindungsreicher Kopf ging noch weiter, und er fing an,\nzum Vergnügen des Publicums zwischen den Theilen der\nOratorien Orgel-Concerte zu spielen. Diese ganze, von sei-\nner eigenen Erfindung herrührende Musikgattung war recht\ndazu geschickt, ihn von so vielen Seiten als einen grossen\nKünstler zu zeigen, da Niemand im Orgelspie! ihm gleich\nkam. Im Sommer 1733 ging er mit seiner Gesellschaft\nnach Oxford, führte bei einer feierlichen Gelegenheit da-\nselbst seine „Athalia\" öffentlich auf und setzte durch ein\nVorspiel dazu auf der Orgel jeden Zuhörer in Erstaunen.\nWährend der Fasten 1734 gab er „Esther\", „Deborah\"\nund „Athalia\" auf der Bühne in Covent Garden, im Jahre\n1735 „Esther\" wieder, „ Acis und Galathea\", welches\n1721 zu Cannons, wo nicht verfertigt, wenigstens aufge-\nführt war, und „Alexander's Fest\" zum ersten Male in\nLondon; im Jahre 1738 „Israel in Aegypten\" und im\nJahre 1 739Milton's „VAllegro ed il Pensieroso\" zum ersten\nMale. Nebenher führte er auch seit 1731, in welchem\nJahre sein „Poro\" erschien, Opern auf und componirte\nvon da bis 1740 dreizehn neue Opern, von denen „Dei-\ndamia\" die letzte ist und 1740 zu London vorgestellt\nwurde. Von diesen Opern und ihrer Aufnahme sagt Bur-\nney nichts, als dass Händel sie gemacht hat. Wahrschein-\nlich brachten sie ihrem Verfasser wenig ein; denn er ge-\nrieth in so schlechte Umstände, dass er in Verhaft gezogen\nzu werden fürchtete und den 28. März 1738 auf dem\nHeumarkt im Opernhause ein Benefiz-Concert zu geben\nsich gezwungen fand. Das Haus war überall gepfropft voll,\nund auf der Bühne standen noch 500 Personen. Die Ein-\nnahme war ungemein gross, indessen verlor er auf der an-\nderen Seite die Einnahme von seinen Opern, weil 1739\nund 1740 das Opernhaus geschlossen war, und er von\n1740 an der Oper ganz entsagte, sich bloss mit Verferti-\ngung und Aufführung seiner Oratorien, von denen 1740\n„ Saul\" zum ersten Male auf dem Theater in Lincoln's Inn\nFields aufgeführt ward, beschäftigte und von dem Ertrage\ndesselben leben musste. Die Einnahme reichte aber An-\nfangs nicht zu; auch sein „Messias\" (1741) riss ihn\nbei den ersten Aufführungen nicht heraus, so dass er sich\njetzt in die Notwendigkeit versetzt sah, 10,000 Pfund\nSterl., die er in glücklicheren Tagen bei den öffentlichen\nFonds belegt hatte, wieder aufzunehmen, um seine Opern-\nsänger zu bezahlen. Diese Summe reichte nicht mal zu,\nund die Strada, Monlagnara und andere mussten mit blos-\nSan Verschreibungen England verlassen. Händel bezahlte\naber, sobald er konnte, diese Schulden zu seiner grössten\nEhre."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1856-08-23-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1856-08-23_01#c003", "volume": "bmtnabi_1856-08-23_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "272", "page_fin": "273", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.2.3", "titre_corps": "Der Brand der Pianoforte-Fabrik von Broadwood und Söhnen in London.", "titre_sommaire": "Der Brand der Pianoforte-Fabrik von Broadwood und Söhnen in London.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "272", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.4", "debut_caractere": 2713, "fin_caractere_exclue": 4937, "texte": "Der Brand der Pianoforte-Fabrik von Broadwood und\nSöhnen in London.\nDas Feuer, welches den grössten Theil der Gebäude\nvon Broadwood und Söhnen zerstörte, hat nicht nur des\nungeheuren Verlustes wegen, den die Besitzer jener geach-\nteten Firma erlitten haben, allgemeine Theilnahme, sondern\nauch einen gewissen Grad von bösem Argwohn in den\nGemüthern Vieler erregt, welche nicht begreifen können,\ndass eine so plötzliche, reissende und schreckliche Feuers-\nbrunst das einfache Resultat eines Zufalles gewesen sein\nkönne. Betrachten wir jedoch zunächst die Thatsachen.\nDas Feuer brach am Dinstag den 12. August, Abends\nzwischen 6 und 7 Uhr, aus. Die Arbeiter, 420 an der\nZahl, hatten die Gebäude verlassen, und einer der ersten\nFabrikmeister war, wie es unabänderlich geschah, durch\nalle Räume gegangen und hatte Alles in Ordnung gefun-\nden. Derselbe Fabrikmeister, was wohl zu merken ist, war\ngewohnt, den Hauptschlauch, der mit den Wasserleitungen\nder Chelsea Waterworks Company in Verbindung stand, zu\nuntersuchen und dessen Kraft zu prüfen, um sich zu ver-\ngewissern, dass im nöthigen Falle Wasser vorhanden sei.\nDieses that er gewöhnlich um 1 Uhr, kurz bevor er ging,\nhatte es am Dinstag Abends ebenfalls gethan und einen\nWasserstrahl auf die nächsten Gebäulichkeiten gerichtet.\nSo weit waren, wie es scheint, alle gewöhnlichen Vorsichts-\nMaassregeln getroffen, und Keiner konnte der Werkfüh-\nrung in irgend einer Weise die Schuld einer Nachlässigkeit\naufbürden.\nDass überhaupt Feuer in Broadwood's Fabrik ausbre-\nchen konnte, ist in der That unerklärlich, wenn man die\nausserordentlichen Vorsichts-Maassregeln, welche durch-\nweg und immer gegen die Eingriffe jenes geheimen und\nschrecklichen Elementes angeordnet sind, in Erwägung\nzieht; wenn es sich aber ereignet, dass gleich nachdem\ndas Feuer entdeckt wurde, kein Wasser in den Röh-\nren gefunden wurde, so erhält der ganze Unfall einen\ngeheimnissvollen Charakter, der ein eben so peinigendes\nGefühl erregt, wie bei dem Brande des Coventgarden-\nTheaters. Dass da kein Wasser sein sollte, wo hundert-\ntausend Gallonen erwartet wurden, ist eine Thatsache, die\neben so in Erstaunen setzt, als sie unglücklicher Weise\nnur zu wahr ist. Wäre nur ein kleiner Vorrath vorhanden"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4800, "texte": "gewesen, so würden die Mammen bald erstickt worden sein;\ndenn die Herren Broadvvood haben ihre eigene Spritze in\nden Gebäuden, und das Feuer wurde bald nach seinem\nAusbruche entdeckt. Da die Spritzenleute keinen Wasser-\nvorrath in den Röhren Fanden, beklagten sie sich natürlich\nlaut über die Chelsea Waterworks Company, welche die\nRöhren bis zu einer bestimmten Stunde gelullt halten\nmüsste. Von der anderen Seite erschien in der Times\nein Brief von Wilford George Brett, dem Director der\nChelsea Waterworks Company, welcher behauptet, dass er\nsich durch Untersuchung vergewissert habe, dass beim Auf-\nbruche des Feuers bei den Herren Broadwood am Dins-\ntag Abends die Röhren der Compagnie ganz gefüll t ge-\nwesen und in directer Verbindung mit ihrem grossen Re-\nservoire in Putney Heath, das an acht Millionen Gallonen\nWasser enthält, gestanden hätten. Es ist unmöglich, diese\nwidersprechenden Thatsachen in Einklang zu bringen; ohne\nZweifel wird eine Untersuchung eingeleitet werden.\nDie grosse Fabrik in Westminster, nun ein Schutt-\nhaufe, nahm ein Grundstück von beinahe drei Morgen ein.\nSie bestand aus fünf Reihen von Gebäuden, drei Stock\nhoch, über deren Mittelpunkt ein Glockenthurm empor-\nragte. Sie waren durch einen Raum von beinahe dreissig\nFuss von einander getrennt. Die Gebäude nahmen einen\ngrossen Platz zwischen Holywell und dem\nferry Road ein. Hieher wurde vor mehr als dreissig Jahren\ndie Hauptarbeit aus Broadwood's Fabrik versetzt, indem\nvon diesem Zeitpunkte an die Gebäude in Great Pulteney\nStreet, Golden Square, als Waarenlager für die Pianoforte's,\ndie in Westminster gebaut und vollendet wurden, benutzt\nwurden. Instrumente, auf jeder Stufe der Vorbereitung,\nfast 2000 an der Zahl, nahmen verschiedene Abtheilungen\nder Gebäude ein. Glücklicher Weise enthielt die einzige\nReihe, welche das Feuer verschonte, alle grossen Piano-\nforte's, welche fertig waren; ihre Zerstörung würde den\ngegenwärtigen Verlust verdoppelt haben. Die Rettung von\nso bedeutendem Eigenthum verdanken die Herren Broad-\nwood vorzüglich den Bemühungen der Feuer-Brigade,\nwelche in der gewissen Voraussicht, dass keine Hülfe für\ndie übrigen Gebäude möglich war, alle ihre Kraft auf das\ngrosse Pianoforte-Magazin richtete, welches glücklicher\nWeise vom Feuer unberührt blieb. Der Wind war ihren\nBemühungen günstig, und die nördliche Seite der Fabrik\nwurde gerettet.\nUeber die Einzelheiten des Feuers erwähnen wir noch\nFolgendes: Eine halbe Stunde nachdem die Arbeiter fort\nwaren, wurden einige Flammen bemerkt, die durch eines\nder Fenster des mittelsten Gebäudes flackerten. Der Wäch-\nter, welcher sie bemerkte, benachrichtigte augenblicklich\nHerrn Russell, den beständigen Aufseher, davon. Herr\nRussell wohnt nahebei, in Holywell Streat, und in so kur-\nzer Zeit, als man nur denken kann, war die Spritze gegen\ndie Flammen gerichtet. Das Wasser hatte kaum zwei Mi-\nnuten gesprudelt, als es plötzlich aufhörte, und keines\nkonnte aus grösserer Nähe, als vom Flusse her, geschafft\nwerden. Während dieser Zeit ras'ten die Flammen in zü-\ngelloser Wuth, und in kurzer Zeit umhüllten sie die mitt-\nleren Gebäude. Dann fassten die Gebäude zu jeder Seite\nFeuer, die drei Reihen loderten auf einmal auf, und das\nSchauspiel wurde bis zum Entsetzlichen schrecklich.\nSpritzen aus allen Theilen Londons kamen unablässig her-\nbei, und nach Verlauf von beinahe zwei Stunden wurde\nendlich Wasser von der Themse her geschafft. Zwei Poli-\ncei-Abtheilungen waren zugegen und hielten die Menge\nzurück. Rastlose Anstrengungen wurden gemacht, um von\ndem Eigenthum zu retten, was möglich war; mehr als\n200 Pianos wurden aus den Werkstätten getragen und\nnach dem nahe liegenden Kirchhofe von St. Margareth ge-\nbracht. Eine grosse Menge von werthvollem Mahagony\nwurde auf dieselbe Weise unversehrt erhalten.\nAlles Uebrige wurde vernichtet. Grosse Vorräthe von\nkostbarem und seltenem Zebra-, Rosen- und Mahagony-\nHolze, welches (ür mehrere Jahre reichte, waren gänzlich\nvon den Flammen verzehrt. Mehr als 1000 Pianos, auf\nverschiedenen Stufen der Vollendung, die trefflichsten Ma-\nschinerieen und das Werkzeug der armen Arbeiter ihr\nkleines Vermögen verschlang die allgemeine Verheerung.\nDer ganze Verlust ist noch nicht sicher anzugeben; doch\nkann, das abgerechnet, was gerettet worden ist, nicht viel\nan 100,000 Pf. St. (670,000 Thlr.) fehlen. Die Herren\nBroadwood haben, wie wir glauben, einen grossen Betrag\nversichert, jedoch nicht so viel, als nöthig wäre, um den\nVerlust zu decken.\nGlücklicher Weise sind ihre Hülfsquellen unermesslich,\nihr Credit unbegränzt und ihr hoher Name weltbekannt.\nDie Schwungkraft ihrer geschäftlichen Betriebsamkeit ist\nso gross, dass aller Wahrscheinlichkeit nach in einigen Mo-\nnaten die Werkstätten wieder aufgebaut, die Leute in voller\nArbeit und das Geschäft so lebhaft wie zuvor sein wird."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1856-08-23-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1856-08-23_01#c004", "volume": "bmtnabi_1856-08-23_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "274", "page_fin": "274", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.2.4", "titre_corps": "Das Mozartfest in Salzburg am 6. bis 9. September 1856.", "titre_sommaire": "Das Mozartfest in Salzburg am 6. bis 9. September 1856.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "274", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4605, "texte": "Das Mozartfest in Salzburg am 6. bis 9.\nSeptember 1856.\nDie hundertjährige Jubelfeier zu Ehren W. A. Mo-\nzart's wird in seiner Geburtsstadt Salzburg nach dem\nnunmehr festgestellten Programme in folgender Weise\nStatt finden.\nSamstag den 6. September Einzug und Empfang\nder mitwirkenden Liedertafeln und Männergesang-Vereine.\nAbends 9 Uhr: Fackelzug zur Mozart-Statue und auf dem\nPlatze derselben Aufführung der Fest-Cantate, gedich-\ntet von Prof. Friedrich Beck, für Männerchor und\nHarmonie-Begleitung componirt von Franz Lachner.\nSonntag den 7.September, Vormittags 9 Uhr:\nMesse in C-durvom Mozart in der Domkirche beim Hoch-\namte. Abends 7 Uhr: I. Fest-Concert im grossen\nSaale des Collegien-Gebäudes.\nProlog von Otto Prechtler. Sinfonie in So-\npran-Arie aus Titus mit obligatem Bassethorn (Frau Beh-\nrend-Brandt und Herr Bärmann aus München). Quar-\ntett aus Idomeneo (Frauen Behrend-Brandt, Diez,\nvon Mangstl, Altistin, und Herr Young, Tenor). Cla-\nvier-Concert in D-moll(Herr Willmers).—\ncertante für Violine und Viola (Herren Lauterbach und\nMittermaier aus der k. Capelle zu München). Bass-Arie\naus Figaro (Herr Kind ermann). Terzett aus\ndeluso (Frau Diez, Herren Young und Kind er mann).\nAdagio für Clarinette (Herr Bär mann). Terzett, Chor und\nFinale aus Idomeneo. Ouvertüre zur Zauberflöte.\nMontag den 8. September, Vormittags 9 Uhr:\nMesse von Mozart, 1776 componirt, beim Festtags-Hoch-\namte in der Domkirche*).— Nachmittags 2 Uhr: Festzug\nder Sängerchöre durch die Stadt auf den Mönchsberg. Um\n3 Uhr: Gesangfest auf dem Mönchsberge, bei ungün-\nstiger Witterung im Collegiensaale.\nDie mitwirkenden Vereine sind folgende: Männerge-\nsang-Verein von Wien; Liedertafel „Frohsinn\" von Linz;\nLiedertafel von Pas sau; Liedertafel von Landshut;\nBürger-Sängerzunft von München; Künstler-Sängerverein\nvon München; Liederkranz von München; Liedertafel\nvon München; Liedertafel von Innsbruck; Männerge-\nsang-Verein von Klagenfurt; Männergesang-Verein von\nGraz; Liedertafel von Lungau; Liedertafel von Hal-\nlein; Liedertafel von Berchtesgaden; Liedertafel von\nReichenhall; Liedertafel von Salzburg.\nDer Gesammtchor trägt neun Nummern vor, und zwar\ndrei von Mozart (Bundeslied, Abendlied, Priesterchor aus\nder Zauberflöte), zwei von Mendelssohn (An die Künst-\nler und Chor Nr. 3 aus Oedipus), Kriegers Gebet von F.\nLachner, Grün von A. M. Storch, Frau Musica von F.\nRochlitz und Chor von R. Schumann (aus der Rose\nPilgerfahrt). Zum Schluss: „Prinz Eugenius\", altdeutsches\nVolks- und Heldenlied. Zwischen diesen, in drei Abthei-\nlungen geordneten Gesängen finden noch Einzel-Vorträge\nder grösseren Vereine Statt.\nDinstag den 9. September, Abends 7 Uhr: 11.\nFest-Concert. Sinfonie in von Beethoven.—\nChor (?) von J. S. Bach. Arie aus Acis und Galathea von\nHändel (Frau Diez). Quartett „0 wunderbare Harmo-\nnie\", von Jos. Haydn (Frauen Diez, von Mangstl,\nHerren Härtinger, Kindermann)*). Zweiter Act aus\nOrpheus von Gluck (Frau v. Mangstl). Ouvertüre zu\nRuy Blas von Mendelssohn. Marsch und Chor aus den\nRuinen von Athen von Beethoven. Tenor-Arie ans Eu-\nrvanthe von Weber (Herr Härtinger). Gesangscene für\ndie Violine von Spohr (Herr Jos. Hellmesberger aus\nWien). Terzett (??), vorgetragen von Frau Behrend und\nden Herren Härtinger und Kindermann. Halleluja von\nHändel.\nDirigent der beiden Fest-Concerte ist Franz Lach-\nner, k. baierischer General-Musik-Director; der Kirchen-\nmusik Aloys Taux, Capellmeister des Dom-Musikvereins\nund Director des Mozarteums in Salzburg; des Männerge-\nsangfestes A. M. Storch, Capellmeister und Chor-Director\nder Liedertafel „Frohsinn\" in Linz.\n„Der Geselligkeits-Verein, das Handels-Casino, der\nKunstverein, das Landes-Museum Carolino-Augusteum und\ndas Mozarteum, letzteres als Besitzer vieler Handschriften\nund Relicten Mozart's, welche in den Zimmern des Hauses\nNr. 225, wo er das Licht der Welt erblickte, aufgestellt\nsein werden, laden die verehrten Festgäste freundlich zum\nBesuche ihrer Gesellschafts-Locale und Sammlungen ein,\nwobei die Vorzeige des Festzeichens freien Eintritt gewährt.\"\n*) Da weder die Tonart noch sonst ein Kennzeichen im Pro-\ngramm angegeben ist, so kann man leider nicht wissen, wel-\nche von den fünf Messen aus dem Jahre 1776, welche bei\n0. Jahn unter Nr. 9—13 (I. S. 667—670) verzeichnet sind,\ngemeint ist.\n*) Sollte hier wirklich das komische Quartett von J. Haydn:\n„0 wunderbare Harmonie!\nWas Er will, will auch Sie!\nEr zechet gern, sie auch\" u. s. w.\ngemeint sein? Und das zwischen zwei Werken von Hän-\ndel und Gluck?? —Da wäre ja Mozart's 7,0 venerabilis\nbarba Capucinorumoder: „Mädchen, ich komm' mit der\nZither\", noch eher berechtigt gewesen!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1856-08-23-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1856-08-23_01#c005", "volume": "bmtnabi_1856-08-23_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "275", "page_fin": "275", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.2.5", "titre_corps": "Vollbilder nach Friedrich Chopin.", "titre_sommaire": "Vollbilder nach Friedrich Chopin.", "signature_source": "Johanna", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "275", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2430, "texte": "Vollbilder\nnach Friedrich Chopin.\nJohanna.\n1.\nStill sass ich einst im Grünen\nAllein mit der Natur,\nDer Sonne letztes Glühen\nVerklärte Wald und Flur.\nAn holden Frühlingsblumen\nErlabte sich mein Blick,\nAus nahem Fenster schallte\nMir liebliche Musik.\nUnd Chopin's steten Wechsel\nLauniger Phantasie'n\nHört' ich wie klingende Märchen\nAn mir vorüber ziehn.\nBald jagen sich die Töne,\nVon Leidenschaft erfüllt;\nBald zittert süsse Wonne,\nBald lächelt Wehmuth mild.\nDas drang so eigenthümlich\nErgreifend zu mir hin;\nVor mir begannen Bilder\nAllmählich aufzublühn:\nAls würd' ein banger Seufzer\nVon munterm Scherz verdrängt,\nAls wenn sich düstrer Nebel\nAuf lachende Blumen senkt;\nWie sanfter Mondesschimmer\nIn rother Gluth erlischt,\nIn laute Freude heimlich\nSich trübe Ahnung mischt;\nAls wenn die schönste Rose\nEin bleiches Blatt umschlöss',\nUnd eine bittre Thräne\nIn süssen Thau zerflöss'.\n2.\nAlsbald beim Dämmerlichte\nUmschweben, schön gepaart,\nMich neue Luft-Gestalten,\nIn Tönen offenbart.\nAetherisch zarte Wesen\nMit holdem Angesicht,\nDie haben sich im Tanze\nLeicht hin und her gewiegt.\nDie blonden Lockenhaare\nWie Sonnenstrahlen fein;\nViel bunte Blumen fassten\nDen Saum der Schleier ein.\nBei ihrem sanften Schwingen\nAnmuthig her und hin,\nDa schienen mir die Blumen\nNoch reicher aufzublühn.\nDoch jetzt in rascherm Schwünge\nDie Tanzenden entfliehn;\nDie duft'gen Schleier fliegen,\nDie Blumen fallen hin.\nDie innig sich verschlungen,\nSie ringen schnell sich los,\nUnd sammeln nun die Blumen\nEilfertig in den Schooss.\nUnd suchen traurig lächelnd\nUnd wohl mit Thränen gar\nSie emsig zu verflechten\nMit ihrem weichen Haar.\n3.\nDoch neue Tongestalten\nZerstreu'n die Blumen weit\nBald seh' ich sie verwickelt\nIn einen hellen Streit.\nBald wieder ganz versöhnet\nVor mir erscheinen sie,\nWie bittend um Verzeihung\nGestörter Harmonie.\nIch seh' sie langsam schwinden,\nWenn Töne sanft verhall'n;\nDann wieder näher schweben\nUnd leicht wie Blüthen fall'n.\nUnd wieder Kränze winden\nMit feenhaftem Geschick,\nUnd wieder sanft sich iftigen\nMit schwermüthigem Blick.\nDas übet süssen Zauber j\nAuf meine Seele nun,\nDie schwärmenden Gefühle\nBeginnen ausznruhn.\nDie Blumen haben träumend\nSich an das Grün geschmiegt,\nDie Lüfte haben leise\nIn Schlummer sie gewiegt.\nUnd leiser, immer leiser\nVerklingen die Melodie'n,\nUnd weiter, immer weiter\nZiehn die Gestalten hin.\nUnd bleicher, immer bleicher\nWird ihre schöne Zier,\nUnd melancholisch lächelnd\nErsterben sie vor mir.\nE."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1856-08-23-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1856-08-23_01#c006", "volume": "bmtnabi_1856-08-23_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "275", "page_fin": "276", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.2.6", "titre_corps": "Gesanglehre.", "titre_sommaire": "Gesanglehre.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "275", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.7", "debut_caractere": 2432, "fin_caractere_exclue": 3431, "texte": "Gesanglehre.\nVon Dr. Schwarz in Hannover erscheint binnen Kurzem ein\nwissenschaftliches Werk, betitelt: „Das System der Gesang-\nkunst nach physiologischen Gesetzen\" auf welches\nwir schon jetzt aufmerksam machen. In Dr. Romberg's „Aus allen\nWissenschaften das Interessanteste\" u. s. w., Bd. 1., Heft 9 u. 10,\nLeipzig, 1855, befindet sich eine Abhandlung, welche die Grund-\nzüge jenes Systems enthält und über welche sich ein bewährter\nKenner, Herr Sanitätsrath Dr. Homeyer in Hannover, in der\nZeitung für Norddeutschland vom 10. August d. J. unter Anderem\nalso äussert:\n„Mit wahrem Vergnügen habe ich die Abhandlung des Herrn\nDr. Schwarz: „Das System der Gesangkunst nach physiologischen\nGesetzen\", gelesen und fühle mich berufen, das Gesang lehrende\nund lernende denkende Publicum um so mehr darauf aufmerksam\nzu machen, da, gestützt auf die Untersuchungen und Beobachtun-\ngen des grossen Physiologen Joh. Müller, die neuen Folgerungen\ndurchaus richtig sind und den strengen physiologischen Gesetzen"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "276", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1317, "texte": "entsprechen, und damit die Gesangkunst selbst in das Gebiet der\nWissenschaft gezogen ist.\n„Werden die Lehrer bei der Aneignung dieses Systems nun\nzweifelsohne in eine neue Bahn geleitet, und dürften sie sich be-\nwusst werden, dass die bisherige, von der Zeit überkommene und\ndurch Indolenz genährte Lehr-Methode oft nichts mehr und nichts\nweniger als eine Abrichtungs-Methode, die in Zukunft nur den\nVogelstellern allein verfallen wird, ist: so werden auch die Lernen-\nden hier ein reiches Material zum Ausbau ihrer Stimmmittel nach\nallen Richtungen hin finden. Sie werden, wenn sie mit schönen\nStimmen begabt sind, aus der klaren und verständlichen Darstel-\nlung die Ueberzeugung gewinnen, dass die Töne und deren Nuan-\ncirung, im lebendigen Organismus durch einen lebendigen Mecha-\nnismus erzeugt, bei richtiger Anwendung desselben zur höchsten\nVollendung des Gesanges führen, und den anscheinend unbedeu-\ntenden und schwachen Stimmen wird die Gewissheit werden, wie\nbei normalem Bau ihrer Stimm-Organe auch ihre Stimme der höch-\nsten Ausbildung fähig, und gleichsam orthopädisch dem vollendeten\nGesänge zugeführt werden kann.\n„Ich rufe Herrn Dr. Schwarz ein ermunterndes „„Vorwärts\"\"\nmit der Bitte zu, den uns gewordenen schönen und befriedigenden\nContouren bald das versprochene ausgemalte Bild folgen zu lassen.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1856-08-23-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1856-08-23_01#c007", "volume": "bmtnabi_1856-08-23_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "276", "page_fin": "276", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.2.7", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "276", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.8", "debut_caractere": 1319, "fin_caractere_exclue": 5561, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMöln. Das Köln-Deutzer Sängerfest zum Besten des\nDombaues, unter Leitung des Herrn Herx von vier hiesigen\nGesang-Vereinen veranstaltet, erfreut sich der förderndsten Unter-\nstützung des k. Regierungs-Präsidenten Herrn von Möller, der\nstädtischen Behörden, des k. Kammerherrn Herrn Grafen von Für-\nstenberg-Stammheim u. s. w. u. s. w. und wird am Sonntag und\nMontag den 7. und 8. September hier in Köln in der Königs-\nhalle Statt finden. Am Sonntag ist Concert des Gesammtchors und\nPreissingen der einzelnen Vereine. Darauf Festball. Montag Con-\ncert im Garten des Hotel Bellevue in Deutz.\nAachen. Der junge Arthur Napoleon hat Sonnabend\nden 16. August im Theater bei Anwesenheit Ihrer Königlichen\nHoheiten des Prinzen von Preussen und Höchstdessen Gemahlin\nmit glänzendem Erfolg gespielt und Dinstag den 19. ein zweites\nConcert im Theater gegeben. —Mad. Angles de Fortuni ärn-\ntete als Amine in der Nachtwandlerin grossen Beifall.\nBerlin. Die Oper ist mit Weber's Oberon wieder eröffnet\nworden. Zur Vermählungsfeier der Prinzessin Louise Königliche\nHoheit wird S p o n t i n i' s Cortez neu einstudirt.\nHamburg, Das Stadttheater ist am 1. August mit Wagner's\nTannhäuser wieder eröffnet worden.\nWien, Dem Vernehmen nach wird Herr Joseph Hellmes-\nberger ein feierliches Todtenamt für Robert Schumann in\neiner der hiesigen Pfarrkirchen veranstalten und Cherubini's Re-\nquiem zur Aufiührung bringen.\nW.A.Mozart. Bei Johann Andre in Offenbach ist\nerschienen: W. A. Mozart, Litania de Venerabiii Altaris, compo-\nnirt im Jahre 1776, in Partitur, Ciavier-Auszug, Orchester- und\nSingstimmen. 0. Jahn hat diese erste Ausgabe des Mozart'schen\nWerkes mit einem Vorwort versehen, welches folgender Maassen\nbeginnt: „Mozart's grosse Marien-Litanei in Es-dur, welche zum\nersten Male veröffentlicht wird die erste seiner grossen Lita-\nneien, welche vollständig und in ihrer ursprünglichen Gestalt ge-\ndruckt wird —, ist, der IJeberschrift zufolge, im März 1776 com-\nponirt und die letzte seiner Litaneien. Sie gehört nicht mehr zu\nden jugendlichen Versuchen des sich bildenden Schülers, sondern\nist ein reifes Werk des seiner Kunst, wie seiner Individua-\nlität nach fertigen Meisters.\" Das scheint uns, vergli-\nchen mit Jahn's eigenem Artikel über diese Litanei (W. A Mozart.\nI. S. 508—514), etwas viel gesagt. Der Schluss des Vorwortes\nlautet: „Die Veröffentlichung dieses höchst bedeutenden Werkes\nbietet daher nicht nur für die Würdigung des Meisters in seiner\nEntwicklung ein neues, wichtiges Document, sondern sie ist eine\nwahre Bereicherung der Kunst.\"\nHeber das echte Spinet Mozart's lesen» wir in den wiener Blät-\ntern für Musik, Nr. 65, Folgendes: „Man schreibt aus Essegg:\nHerr Joh. Nep. Hummel, ein daselbst wohnender Musiker, befindet\nsich im Besitze des so oft gesuchten Reise-Claviers (Spinet) des\nhochseligen Mozart, und es kann die JEchlheifr desselben durch ge-\nrichtlich legalisirte Zeugnisse, ferner durch die In- und Aufschrift\nam Deckel des Claviers und die Vignette an der Resonanz erwie-\nsen werden. Das werthvolle Instrument gelangte in folgenderWeise\nin den Besitz seines jetzigen Eigenthümers. Der verstorbene diako-\nvarer Chorregent Jakob Haibl erbte das Ciavier von seinem Schwa-\nger, dem gefeierten W. A. Mozart. Nach Haibl's Tode verliess\ndessen Gattin, eine geborene Weber, Diakovar, und das Spinet ge-\nlangte in den Besitz Sr. iiochwürden des Herrn Domherrn Joh. v.\nMatizovich, eines Verehrers von Mozart. Letzterer schenkte das-\nselbe im Beisein des gegenwärtig noch lebenden Titular-Bischofs\nvon Diakovar, des Dompropstes Herrn Karl v. Pavich, dem Herrn\nJ. N. Hummel, in dessen Besitz das kostbare Instrument sich noch\nheutigen Tages befindet, und der es auch nach Salzburg zum Mo-\nzart-Jubiläum bringen wird.\"\nParis. Am 11. d. Mts. ist das phantastische Ballet „Die El-\nfen\", mit Musik von Gabr i e 11 i, zum ersten Male gegeben worden.\nVerdi ist wieder hier angekommen. Die Krönungsfeier in\nMoskau entzieht uns für den Augenblick eine Menge von Künst-\nlern und Künstlerinnen, welche dorthin berufen sind.\n1® liilitclelpliia. Eine musicalische Monatschrift unter dem\nTitel „Deutsche Musik-Zeitung für die Vereinigten Staaten\" wird\ndemnächst erscheinen. Herausgeber ist Herr P. M. Wolsieffer."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "269", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nGeorg Friedrich Händel. I. Der Brand der Pianoforte-Fabrik von Broadwood und Söhnen in London.— Das Mozartfest\nin Salzburg vom 6. bis 9. September 1856. Tonbilder. Nach Fr. Chopin. Von Johanna. Gesanglehre.— Tages- und Unterhal-\ntungsblatt (Köln Aachen Berlin Hamburg Wien W. A. Mozart Paris Philadelphia).\n\nGeorg Friedrich Händel\n*).\nI.\nHändel ist in Halle den 24. Februar 1685 gebo-\nren. Er hatte schon in seiner frühen Kindheit einen starken\nHang zur Musik und brachte es heimlich ziemlich weit darin,\nbis sein Vater, ein Arzt, ihn in seinem siebenten Jahre auf\ndie Vorstellungen des Herzogs von Weissenfeis dem dortigen\nOrganisten an der Liebfrauen-Kirche, Zach au, zur Unter-\nweisung übergab. Im neunten Jahre spielte er für diesen\nschon die Orgel und fing auch schon an, die Composition\nzu studiren. Er schrieb viel, besonders für sein damaliges\nLieblings-Instrument, die Hoboe. Ungefähr 1698 kam er\nnach Berlin, wo er durch sein Clavierspielen so viele Er-\nwartungen erregte, dass der Kurfürst von Brandenburg\nihn in seine Dienste nehmen und nach Italien schicken\nwollte, welche Ehre aber sein Vater aus Liebe zur Unab-\nhängigkeit ablehnte. Der Sohn ging also wieder nach Halle\nzurück und blieb daselbst bis 1703. Hier kam er mit Te-\nlemann in Bekanntschaft, der von ihm sagt, dass er da-\nmals schon ein wichtiger Mann gewesen sei, und\ndass sie zusammen schriftlich und mündlich sich mit Unter-\nsuchungen melodischer Sätze beschäftigt haben. Um sich\nReisegeld zu der Reise nach Italien, die ihm am Herzen\nlag, zu sammeln, wählte Händel, da er im Sommer 1703\nHalle verliess, das damals wegen seiner Opern berühmte\nHamburg. Mattheson führte ihn in seines Vaters Haus,\nverschaffte ihm daselbst den Tisch und Unterhalt, führte\nihn auf den dasigen Orgeln und Chören, in Opern und Con-\ncerten herum; empfahl ihn vorzüglich dem engländischen\nResidenten Johann von Wich, in dessen Hause Alles der\nMusik ergeben war. Händel spielte Anfangs die zweite\nVioline im Opern-Orchester und stellte sich, als ob er nicht\nFünf zählen könnte, bis es daselbst einmal an einem Clavier-\nspieler fehlte, dessen Stelle zu vertreten er sich bereden\nliess, und sich wider alles Erwarten als einen Mann zeigte.\nDiese beiden jungen Tonkünstler, von denen jeder seine\nmeiste Stärke auf einem besonderen Instrument hatte, ver-\nabredeten sich, einander nicht ins Gehege zu kommen, wel-\nches sie auch lünf bis sechs Jahre treulich gehalten haben\nsollen. Mattheson spielte das Ciavier, Händel die Orgel.\nGanz im Anfange des Jahres 17 04, da das hamburgische\nOpernhaus geschlossen ward, ging Mattheson mit der Ab-\nsicht, England zu besuchen, nach Holland, kehrte aber bald\nwieder nach Hamburg zurück und brachte den 5. Decem-\nber seine Oper „Kleopatra\" auf die Bühne, worin er die\nRolle des Antonius machte und Händel den Flügel spielte.\nBei dieser Gelegenheit fiel der bekannte Zweikampf zwi-\nschen ihnen vor, wozu Mattheson das Signal durch eine\nOhrfeige gab. Die Aussöhnung muss aber bald erfolgt sein;\ndenn der Beleidiger begleitete Händel'n den 30. desselben\nMonats zu der Probe seiner ersten Oper „Almira\" ins\nSchauspielhaus und spielte in derselben die erste Rolle.\nDen 8. Januar 1705 ward sie zuerst und mit vielem Bei-\nfall gegeben; indessen ist es nicht völlig ausser Zweifel,\nob Händel oder Kayser der Verfasser davon ist. In dem\nVorberichte des Textbuches, bemerkt Professor E., ist\nLetzterem die Musik beigelegt, die aber nach Mattheson\nund einem geschriebenen Verzeichnisse der hamburgischen\nOpern, das E. besitzt, Händel gehört. Vielleicht kommt\n\n*) Bei der Theilnahme, welche die bevorstehende Jubelfeier\nHändel's im Jahre 1859 und die damit verbundene Errich-\ntung eines Denkmals in Halle und einer Gesammt-Ausgabe\nseiner Werke in Deutschland erregen, wird eine Skizze von\ndem Leben und Wirken des grossen Meisters nach Burney\nund dessen Uebersetzer Eschenburg, welche so lange,\nbis F. Chrysander's umfassendes Werk über Händel er-\nscheint, noch immer die besten Quellen sein dürften, den\nLesern nicht unwillkommen sein."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "270", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.2", "texte": "dieser Widerspruch daher, dass Händel es nicht hat wagen\nwollen, sich öffentlich vor dem Publicum als Verfasser da-\nzu, weil sie seine erste Oper war, zu bekennen, und dass\nKayser, dessen Name schon eine mittelmässige Oper zu\neiner vortrefflichen erheben konnte, ihm durch Vorselzung\nseines Namens diese Täuschung verstattet hat. Den 25.\nFebruar desselben Jahres erschien sein „Nero\". Obgleich\nnachher 1706 seine „Almira\" verändert und neu von\nKayser componirt aufgeführt ward, so scheint der Grund\ndavon doch mehr in anderen Dingen als in dem zu weni-\ngen Beifall der Händel'schen Musik gelegen zu haben, von\nder ausdrücklich gesagt wird, dass sie sehr gefallen habe,\nund von deren guter Aufnahme die schnelle Folge seiner\nzweiten Oper gleichfalls Beweis abgibt. Jetzt nahm Malthe-\nson von der Bühne Abschied und ward Secretär des englän-\ndischen Residenten in Hamburg, aus dessen Hause er Hän-\ndel'n scheint verdrängt zu haben. In den Jahren 1705 bis\n1708 componirte Händel noch zwei Opern, „Florindo\"\nund „Dafne\", ausser denen er in Hamburg für die Bühne\nnichts mehr, sonst aber eine grosse Menge Ciavierstücke,\nLieder und Cantaten geschrieben hat. Mattheson gesteht,\ndass er dort ausserordentliche Fortschritte gemacht habe\nund in extemporirten Fugen und im Contrapunkte auf der\nOrgel stärker gewesen sei, als Kuhnau in Leipzig, den\nman damals als ein Wunder ansah.\nIm Jahre 1709 ging er darauf in Gesellschaft eines\nHerrn von Biniz nach Italien, wo er zu Florenz die Oper\n„Rodrigo\" verfertigte, in Venedig die Ehre genoss, dass\nseine in der Folge 1718 zu Hamburg aufgeführte Oper\n„Agrippina\" siebenundzwanzig Abende nach einander ge-\ngeben ward, in Rom eine Serenade,\nund in Neapel eine Oper, „Acis und Galatheacompo-\nnirte. In Italien lernte er Domenico Scarlatti, Gosparini,\nLotti, Steffani, Corelli kennen. Zu Anfang des Jahres 1710\nkehrte er wieder nach Deutschland zurück und ging an\nden Hof des Kurlürsten von Hannover, nachherigen Kö-\nnigs von England, Georg 1., wo er Steffani's Nachfolger,\nerster kurfürstlicher Capellmeister ward, mit einem Gehalt\nvon 1500 Rthlrn. und Freiheit, zu reisen. Er besuchte\nDüsseldorf, wo er eine schmeichelhafte Aufnahme fand, und\nging am Ende desselben Jahres nach England in seinem\n26. Jahre, wohin er von vielen Vornehmen, die er in Ita-\nlien und Hannover kennen gelernt hatte, eingeladen und\nvon eigener Neigung getrieben ward. Er blieb dieses erste\nMal etwas über ein Jahr da, componirte in einer Zeit von\nvierzehn Tagen ein in der Eile gemachtes Singspiel aus\nTasso's befreitem Jerusalem, woraus der Dichter Rossi\nnachher eine Oper, „Rinaldo\", verfertigte. Im März 1711\nward dieses Singspiel, worüber Addison in seinem Zuschauer,\nNr. 29, seine Laune herfahren liess, aufgeführt und nach-\nher, als Oper bearbeitet, in den Jahren 1712, 1717 und\n1731 mit grossem und allgemeinem Beifalle wiederholt,\nselbst 1718 von dem berühmten Leo in Neapel auf die\nBühne gebracht. Hände] erwarb sich in England so gros-\nsen Ruhm, und es gefiel ihm daselbst der Aufenthalt so\nwohl, dass er nur nach Hannover zurückging, um sich zum\nzweiten Male die Erlaubniss seines Kurlürsten zu verschaf-\nfen, welche ihm auch zu Ausgang des Jahres 1712 auf\neine bestimmte Zeit erlheilt ward. Bis 1715 machte er\ndaselbst drei Opern: „Pastor Fido\", „Theseus\" und\n„Amadis\", worin Nicolini, Valentini und andere der Vor-\nnehmsten sangen, und zur Feier des utrechter Friedens ein\ngrosses Te Deum und Jubilate, das so viel Stärke, Regel-\nmässigkeit und Instrumentalwirkung hatte, als man noch\nin keiner Composition angetroffen hatte. Die Königin Anna\nsetzte ihm auf Zeitlebens jährlich 200 Pfund aus, und\nHändel liess die ihm bestimmte Zeit verstreichen, ohne sei-\nner Verbindlichkeit gegen den Kurfürsten sich im Ernste\nzu erinnern. Nach der Königin Anna Tode kam Georg I.\nselbst nach England und überhob ihn der Mühe, nach\nDeutschland zu reisen. Durch kluge Vermittlung des Frei-\nherrn von Kielmannseck, der den König zu einer Wasser-\npartie beredete und Händel'n dazu einige Stücke, die nach-\nher unter dem Namen der Wassermusik berühmt wurden,\nausdrücklich componiren und ihre Aufführung heimlich in\neinem das königliche Fahrzeug begleitenden Boote besorgen\nliess, kam Händel nicht allein wieder in Gnaden, sondern\nder König schenkte seinen Compositionen auch den schmei-\nchelhaftesten Beifall und ihm eine Zulage von 200 Pfund,\nwozu die regierende Königin Karoline einige Jahre nachher\nfür den Unterricht der Prinzessin noch 200 Pfund zulegte.\nVon 1715 bis 1720 finden sich in den londoner\nVerzeichnissen der Singspiele keine neuen von Händel ver-\nfertigten Opern. Die drei ersten Jahre dieser Zwischenzeit\nsoll er meistens bei dem Grafen von Burlington zugebracht\nhaben, der bei vielem Geschmack und Kenntnissen in den\nschönen Künsten auch ihr thätiger Beförderer war. Die\nbeiden anderen Jahre scheint er sich zu Cannons, als Ca-\npellmeister des Herzogs von Chandos, beschäftigt zu ha-\nben ; und bei diesem schrieb er ausser seinen Motetten für\ndes Herzogs Capelle den grössten Theil seiner Hoboen-Con-\ncerte, Sonaten, Suiten und Orgelfugen, und 1720 sein\nerstes Oratorium, die Esther, welches aber erst zwölf Jahre\nnachher in London aufgeführt wurde. Ausser den Beschäf-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "271", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.3", "texte": "tigungen aber, die Händel während der Jahre von 1715\nbis 1720 in England fand, ist er nach Mattheson's Er-\nwähnung in der Ehrenpforte ums Jahr 1717 in Hannover\ngewesen und des damaligen Krön- und Kurprinzen, nach-\nherigen Königs Georg 11., Capellmeister geworden. Dies\nmuss doch nicht lange gedauert haben; denn 1719 schickte\nHändel eine von ihm verfertigte, sehr eng in Partitur ge-\nschriebene Composition des Passions-Oratoriums von Bro-\nkes, betitelt: „Der für die Sünden der Welt gemarterte\nund sterbende Jesus\", aus England nach Hamburg an\nMattheson. Eschenburg sagt, dass er die Partitur davon\nin Händen habe und dass sie in mehreren Rücksichten Auf-\nmerksamkeit verdiene.\nMit dem Jahre 1720 fängt in Händel's Leben eine\nneue Epoche an, die ungefähr neun Jahre dauerte und die\ngeschäftigste und glänzendste war. Händel's Lage in Eng-\nland war bis dahin schon sehr gut und gab ihm die gröss-\nten Hoffnungen zur Erreichung des höchsten Ansehens\nund Ruhmes bei der ganzen Nation. Sein Genie und seine\nunverdrossene Thätigkeit waren bekannt und bewundert,\nder Adel und die Grossen schätzten, das Publicum liebte\nihn, der König bekümmerte sich um ihn, die Nation hatte\nFrieden und bekam eine grössere Neigung und mehr Eifer\nfür die Ausbildung der Künste, für die sie etwas Grosses\nund Vorzügliches zu thun reich genug war. Und so entwarf\nder Adel einen Plan zu der königlichen Akademie, wozu\ndie Subscription sich auf 50,000 Pfund St. belief, von wel-\nchen der König allein 1000 Pfund unterzeichnete. Die\nAkademie gab Händel'n den Auftrag, in Dresden Sänger\nanzuwerben, und zog so den berühmten Senesino nebst\nDurasianti, Berenstädt und Boschi nach London. Ihre Ab-\nsicht war, Händel'n zum Componisten und Anführer anzu-\nstellen; allein Bononcini und Attilio, die von den vorigen\nUnternehmern der Oper nach England gerufen waren, und\nin deren Entlassung ihre nicht minder zahlreichen Bewun-\nderer und Freunde ungern willigten, machten dem Deut-\nschen die Stelle streitig. Es entstand darüber ein heftiger\nZank, von dem Swift in einem Sinngedichte sagte:\nStrange! all this Diffe\nTwixt Tweedle-Dum, and Tweedle-Dee!\nHilf Himmel! welche Zänkerei\nUm Dudel-Dum und Dudel-Dei!\nund welcher sich noch nicht damit endete, dass Händel\n1720 seinen „Rhadamist\" auf das Haymarket-Theater\nbrachte, welches bei der ersten Vorstellung nicht Raum\ngenug hatte, die sich Zudrängenden zu fassen. Das Publi-\ncum sah alle seine Erwartungen erfüllt und bezeigte dem\nComponisten den lautesten Beifall; aber die Gegner stan-\nden noch fest. Endlich vereinigten sie sich, eine Oper, den\n„Mucius Scävola\", gemeinschaftlich zu componiren, mit\neiner Ouvertüre vor jedem Acte; und in diesem gewagten\nWettstreite blieb Händel Sieger, Bononcini's Arbeit erhielt\nden zweiten Rang, und Attilio musste mit dem dritten für-\niieb nehmen. Von dieser Zeit an bis 1731 componirte\nHändel für den Herzog von Chandos, schrieb 1721 das\nOratorium „Acis und Galathea\" um, und für die Akade-\nmie noch fünfzehn Opern, musste es aber doch gesche-\nhen lassen, oder gab es vielleicht freiwillig zu, dass auch\nunterweilen von seinen beiden ehemaligen Rivalen Opern auf\nder nämlichen Bühne und von dem nämlichen Orchester\ngegeben wurden. Händel war übrigens von allen Seiten\nglücklich; er war der Mann des Volkes und lebte in der\nangenehmsten, glorreichsten Beschäftigung, von Keinem mehr\nangefeindet. Aber dies sollte nicht immer fortdauern. Eine\nunversöhnliche Feindschaft, wozu er durch seine etwas\ndespotische Strenge vielleicht die Haupt-Veranlassung ge-\ngeben hat, entspann sich zwischen ihm und Senesino, dem\nLieblingssänger des Publicums, für den Händel weiter etwas\nzu componiren sich schlechterdings weigerte, was denn\n1729 die Aufhebung der Akademie bewirkte. Das Publi-\ncum wollte sich an Senesino's Stelle den von Händel an-\ngenommenen neuen Sänger Carestini nicht aufdringen las-\nsen. Ausser jenen fielen auch Montagnara, der berühmte\nBassist, Celeste und Bertolli, zwei seiner Sängerinnen, der\nLautenist Arrigoni, der italiänische Operndichter Rolli und\nmehrere von Händel ab und schlugen sich zu seiner Gegen-\npartei, die, vom Adel unterstützt, in Lincoln's Inn Fields\neine neue Oper errichtete, wobei Porpora und Arrigoni zu\nComponisten angestellt wurden. Carestini, Strada, die Fa-\nmilie Negri, Durastanti und Scolzi blieben ihm nur noch\ngetreu. Er verdarb es mit dem Publicum auch dadurch,\ndass er den Eintrittspreis zu seinen Opern bis auf eine\nGuinee erhöhte, wozu er sich aber vielleicht genöthigt sah.\nDen Subscribenten der Akademie versagte er bei der Auf-\nführung seiner „Esther\" auf dem Haymarket den Gebrauch\nihrer Logen, welches auch zur Erbitterung beitrug. Der\nDoctor Arbuthnot schrieb zwar für ihn einen vom 12. Fe-\nbruar 1733 datirten Brief voll bitteren Spottes und Laune,\naber seine Gegenpartei behauptete sich, und Händel, der\nschon den Sommer des Jahres 1732 seine „Esther\" zehn\nAbende auf dem Heumarkts-Theater hatte spielen lassen,\nhielt die Idee, statt der Opern Oratorien auf die Bühne zu\nbringen, fest und gab 1733 im März sein zweites, „De-\nborah\", auf welche im April die „Esther\" wieder folgte,"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "272", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.4", "texte": "zu welchen beiden, wie zu den folgenden, der Text in der\nNationalsprache geschrieben war. Schon des letzteren Um-\nstandes wegen mussten sie Beifall erhalten; aber Händel's\nerfindungsreicher Kopf ging noch weiter, und er fing an,\nzum Vergnügen des Publicums zwischen den Theilen der\nOratorien Orgel-Concerte zu spielen. Diese ganze, von sei-\nner eigenen Erfindung herrührende Musikgattung war recht\ndazu geschickt, ihn von so vielen Seiten als einen grossen\nKünstler zu zeigen, da Niemand im Orgelspie! ihm gleich\nkam. Im Sommer 1733 ging er mit seiner Gesellschaft\nnach Oxford, führte bei einer feierlichen Gelegenheit da-\nselbst seine „Athalia\" öffentlich auf und setzte durch ein\nVorspiel dazu auf der Orgel jeden Zuhörer in Erstaunen.\nWährend der Fasten 1734 gab er „Esther\", „Deborah\"\nund „Athalia\" auf der Bühne in Covent Garden, im Jahre\n1735 „Esther\" wieder, „ Acis und Galathea\", welches\n1721 zu Cannons, wo nicht verfertigt, wenigstens aufge-\nführt war, und „Alexander's Fest\" zum ersten Male in\nLondon; im Jahre 1738 „Israel in Aegypten\" und im\nJahre 1 739Milton's „VAllegro ed il Pensieroso\" zum ersten\nMale. Nebenher führte er auch seit 1731, in welchem\nJahre sein „Poro\" erschien, Opern auf und componirte\nvon da bis 1740 dreizehn neue Opern, von denen „Dei-\ndamia\" die letzte ist und 1740 zu London vorgestellt\nwurde. Von diesen Opern und ihrer Aufnahme sagt Bur-\nney nichts, als dass Händel sie gemacht hat. Wahrschein-\nlich brachten sie ihrem Verfasser wenig ein; denn er ge-\nrieth in so schlechte Umstände, dass er in Verhaft gezogen\nzu werden fürchtete und den 28. März 1738 auf dem\nHeumarkt im Opernhause ein Benefiz-Concert zu geben\nsich gezwungen fand. Das Haus war überall gepfropft voll,\nund auf der Bühne standen noch 500 Personen. Die Ein-\nnahme war ungemein gross, indessen verlor er auf der an-\nderen Seite die Einnahme von seinen Opern, weil 1739\nund 1740 das Opernhaus geschlossen war, und er von\n1740 an der Oper ganz entsagte, sich bloss mit Verferti-\ngung und Aufführung seiner Oratorien, von denen 1740\n„ Saul\" zum ersten Male auf dem Theater in Lincoln's Inn\nFields aufgeführt ward, beschäftigte und von dem Ertrage\ndesselben leben musste. Die Einnahme reichte aber An-\nfangs nicht zu; auch sein „Messias\" (1741) riss ihn\nbei den ersten Aufführungen nicht heraus, so dass er sich\njetzt in die Notwendigkeit versetzt sah, 10,000 Pfund\nSterl., die er in glücklicheren Tagen bei den öffentlichen\nFonds belegt hatte, wieder aufzunehmen, um seine Opern-\nsänger zu bezahlen. Diese Summe reichte nicht mal zu,\nund die Strada, Monlagnara und andere mussten mit blos-\nSan Verschreibungen England verlassen. Händel bezahlte\naber, sobald er konnte, diese Schulden zu seiner grössten\nEhre.\n\nDer Brand der Pianoforte-Fabrik von Broadwood und\nSöhnen in London.\nDas Feuer, welches den grössten Theil der Gebäude\nvon Broadwood und Söhnen zerstörte, hat nicht nur des\nungeheuren Verlustes wegen, den die Besitzer jener geach-\nteten Firma erlitten haben, allgemeine Theilnahme, sondern\nauch einen gewissen Grad von bösem Argwohn in den\nGemüthern Vieler erregt, welche nicht begreifen können,\ndass eine so plötzliche, reissende und schreckliche Feuers-\nbrunst das einfache Resultat eines Zufalles gewesen sein\nkönne. Betrachten wir jedoch zunächst die Thatsachen.\nDas Feuer brach am Dinstag den 12. August, Abends\nzwischen 6 und 7 Uhr, aus. Die Arbeiter, 420 an der\nZahl, hatten die Gebäude verlassen, und einer der ersten\nFabrikmeister war, wie es unabänderlich geschah, durch\nalle Räume gegangen und hatte Alles in Ordnung gefun-\nden. Derselbe Fabrikmeister, was wohl zu merken ist, war\ngewohnt, den Hauptschlauch, der mit den Wasserleitungen\nder Chelsea Waterworks Company in Verbindung stand, zu\nuntersuchen und dessen Kraft zu prüfen, um sich zu ver-\ngewissern, dass im nöthigen Falle Wasser vorhanden sei.\nDieses that er gewöhnlich um 1 Uhr, kurz bevor er ging,\nhatte es am Dinstag Abends ebenfalls gethan und einen\nWasserstrahl auf die nächsten Gebäulichkeiten gerichtet.\nSo weit waren, wie es scheint, alle gewöhnlichen Vorsichts-\nMaassregeln getroffen, und Keiner konnte der Werkfüh-\nrung in irgend einer Weise die Schuld einer Nachlässigkeit\naufbürden.\nDass überhaupt Feuer in Broadwood's Fabrik ausbre-\nchen konnte, ist in der That unerklärlich, wenn man die\nausserordentlichen Vorsichts-Maassregeln, welche durch-\nweg und immer gegen die Eingriffe jenes geheimen und\nschrecklichen Elementes angeordnet sind, in Erwägung\nzieht; wenn es sich aber ereignet, dass gleich nachdem\ndas Feuer entdeckt wurde, kein Wasser in den Röh-\nren gefunden wurde, so erhält der ganze Unfall einen\ngeheimnissvollen Charakter, der ein eben so peinigendes\nGefühl erregt, wie bei dem Brande des Coventgarden-\nTheaters. Dass da kein Wasser sein sollte, wo hundert-\ntausend Gallonen erwartet wurden, ist eine Thatsache, die\neben so in Erstaunen setzt, als sie unglücklicher Weise\nnur zu wahr ist. Wäre nur ein kleiner Vorrath vorhanden"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.5", "texte": "gewesen, so würden die Mammen bald erstickt worden sein;\ndenn die Herren Broadvvood haben ihre eigene Spritze in\nden Gebäuden, und das Feuer wurde bald nach seinem\nAusbruche entdeckt. Da die Spritzenleute keinen Wasser-\nvorrath in den Röhren Fanden, beklagten sie sich natürlich\nlaut über die Chelsea Waterworks Company, welche die\nRöhren bis zu einer bestimmten Stunde gelullt halten\nmüsste. Von der anderen Seite erschien in der Times\nein Brief von Wilford George Brett, dem Director der\nChelsea Waterworks Company, welcher behauptet, dass er\nsich durch Untersuchung vergewissert habe, dass beim Auf-\nbruche des Feuers bei den Herren Broadwood am Dins-\ntag Abends die Röhren der Compagnie ganz gefüll t ge-\nwesen und in directer Verbindung mit ihrem grossen Re-\nservoire in Putney Heath, das an acht Millionen Gallonen\nWasser enthält, gestanden hätten. Es ist unmöglich, diese\nwidersprechenden Thatsachen in Einklang zu bringen; ohne\nZweifel wird eine Untersuchung eingeleitet werden.\nDie grosse Fabrik in Westminster, nun ein Schutt-\nhaufe, nahm ein Grundstück von beinahe drei Morgen ein.\nSie bestand aus fünf Reihen von Gebäuden, drei Stock\nhoch, über deren Mittelpunkt ein Glockenthurm empor-\nragte. Sie waren durch einen Raum von beinahe dreissig\nFuss von einander getrennt. Die Gebäude nahmen einen\ngrossen Platz zwischen Holywell und dem\nferry Road ein. Hieher wurde vor mehr als dreissig Jahren\ndie Hauptarbeit aus Broadwood's Fabrik versetzt, indem\nvon diesem Zeitpunkte an die Gebäude in Great Pulteney\nStreet, Golden Square, als Waarenlager für die Pianoforte's,\ndie in Westminster gebaut und vollendet wurden, benutzt\nwurden. Instrumente, auf jeder Stufe der Vorbereitung,\nfast 2000 an der Zahl, nahmen verschiedene Abtheilungen\nder Gebäude ein. Glücklicher Weise enthielt die einzige\nReihe, welche das Feuer verschonte, alle grossen Piano-\nforte's, welche fertig waren; ihre Zerstörung würde den\ngegenwärtigen Verlust verdoppelt haben. Die Rettung von\nso bedeutendem Eigenthum verdanken die Herren Broad-\nwood vorzüglich den Bemühungen der Feuer-Brigade,\nwelche in der gewissen Voraussicht, dass keine Hülfe für\ndie übrigen Gebäude möglich war, alle ihre Kraft auf das\ngrosse Pianoforte-Magazin richtete, welches glücklicher\nWeise vom Feuer unberührt blieb. Der Wind war ihren\nBemühungen günstig, und die nördliche Seite der Fabrik\nwurde gerettet.\nUeber die Einzelheiten des Feuers erwähnen wir noch\nFolgendes: Eine halbe Stunde nachdem die Arbeiter fort\nwaren, wurden einige Flammen bemerkt, die durch eines\nder Fenster des mittelsten Gebäudes flackerten. Der Wäch-\nter, welcher sie bemerkte, benachrichtigte augenblicklich\nHerrn Russell, den beständigen Aufseher, davon. Herr\nRussell wohnt nahebei, in Holywell Streat, und in so kur-\nzer Zeit, als man nur denken kann, war die Spritze gegen\ndie Flammen gerichtet. Das Wasser hatte kaum zwei Mi-\nnuten gesprudelt, als es plötzlich aufhörte, und keines\nkonnte aus grösserer Nähe, als vom Flusse her, geschafft\nwerden. Während dieser Zeit ras'ten die Flammen in zü-\ngelloser Wuth, und in kurzer Zeit umhüllten sie die mitt-\nleren Gebäude. Dann fassten die Gebäude zu jeder Seite\nFeuer, die drei Reihen loderten auf einmal auf, und das\nSchauspiel wurde bis zum Entsetzlichen schrecklich.\nSpritzen aus allen Theilen Londons kamen unablässig her-\nbei, und nach Verlauf von beinahe zwei Stunden wurde\nendlich Wasser von der Themse her geschafft. Zwei Poli-\ncei-Abtheilungen waren zugegen und hielten die Menge\nzurück. Rastlose Anstrengungen wurden gemacht, um von\ndem Eigenthum zu retten, was möglich war; mehr als\n200 Pianos wurden aus den Werkstätten getragen und\nnach dem nahe liegenden Kirchhofe von St. Margareth ge-\nbracht. Eine grosse Menge von werthvollem Mahagony\nwurde auf dieselbe Weise unversehrt erhalten.\nAlles Uebrige wurde vernichtet. Grosse Vorräthe von\nkostbarem und seltenem Zebra-, Rosen- und Mahagony-\nHolze, welches (ür mehrere Jahre reichte, waren gänzlich\nvon den Flammen verzehrt. Mehr als 1000 Pianos, auf\nverschiedenen Stufen der Vollendung, die trefflichsten Ma-\nschinerieen und das Werkzeug der armen Arbeiter ihr\nkleines Vermögen verschlang die allgemeine Verheerung.\nDer ganze Verlust ist noch nicht sicher anzugeben; doch\nkann, das abgerechnet, was gerettet worden ist, nicht viel\nan 100,000 Pf. St. (670,000 Thlr.) fehlen. Die Herren\nBroadwood haben, wie wir glauben, einen grossen Betrag\nversichert, jedoch nicht so viel, als nöthig wäre, um den\nVerlust zu decken.\nGlücklicher Weise sind ihre Hülfsquellen unermesslich,\nihr Credit unbegränzt und ihr hoher Name weltbekannt.\nDie Schwungkraft ihrer geschäftlichen Betriebsamkeit ist\nso gross, dass aller Wahrscheinlichkeit nach in einigen Mo-\nnaten die Werkstätten wieder aufgebaut, die Leute in voller\nArbeit und das Geschäft so lebhaft wie zuvor sein wird."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "274", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.6", "texte": "Das Mozartfest in Salzburg am 6. bis 9.\nSeptember 1856.\nDie hundertjährige Jubelfeier zu Ehren W. A. Mo-\nzart's wird in seiner Geburtsstadt Salzburg nach dem\nnunmehr festgestellten Programme in folgender Weise\nStatt finden.\nSamstag den 6. September Einzug und Empfang\nder mitwirkenden Liedertafeln und Männergesang-Vereine.\nAbends 9 Uhr: Fackelzug zur Mozart-Statue und auf dem\nPlatze derselben Aufführung der Fest-Cantate, gedich-\ntet von Prof. Friedrich Beck, für Männerchor und\nHarmonie-Begleitung componirt von Franz Lachner.\nSonntag den 7.September, Vormittags 9 Uhr:\nMesse in C-durvom Mozart in der Domkirche beim Hoch-\namte. Abends 7 Uhr: I. Fest-Concert im grossen\nSaale des Collegien-Gebäudes.\nProlog von Otto Prechtler. Sinfonie in So-\npran-Arie aus Titus mit obligatem Bassethorn (Frau Beh-\nrend-Brandt und Herr Bärmann aus München). Quar-\ntett aus Idomeneo (Frauen Behrend-Brandt, Diez,\nvon Mangstl, Altistin, und Herr Young, Tenor). Cla-\nvier-Concert in D-moll(Herr Willmers).—\ncertante für Violine und Viola (Herren Lauterbach und\nMittermaier aus der k. Capelle zu München). Bass-Arie\naus Figaro (Herr Kind ermann). Terzett aus\ndeluso (Frau Diez, Herren Young und Kind er mann).\nAdagio für Clarinette (Herr Bär mann). Terzett, Chor und\nFinale aus Idomeneo. Ouvertüre zur Zauberflöte.\nMontag den 8. September, Vormittags 9 Uhr:\nMesse von Mozart, 1776 componirt, beim Festtags-Hoch-\namte in der Domkirche*).— Nachmittags 2 Uhr: Festzug\nder Sängerchöre durch die Stadt auf den Mönchsberg. Um\n3 Uhr: Gesangfest auf dem Mönchsberge, bei ungün-\nstiger Witterung im Collegiensaale.\nDie mitwirkenden Vereine sind folgende: Männerge-\nsang-Verein von Wien; Liedertafel „Frohsinn\" von Linz;\nLiedertafel von Pas sau; Liedertafel von Landshut;\nBürger-Sängerzunft von München; Künstler-Sängerverein\nvon München; Liederkranz von München; Liedertafel\nvon München; Liedertafel von Innsbruck; Männerge-\nsang-Verein von Klagenfurt; Männergesang-Verein von\nGraz; Liedertafel von Lungau; Liedertafel von Hal-\nlein; Liedertafel von Berchtesgaden; Liedertafel von\nReichenhall; Liedertafel von Salzburg.\nDer Gesammtchor trägt neun Nummern vor, und zwar\ndrei von Mozart (Bundeslied, Abendlied, Priesterchor aus\nder Zauberflöte), zwei von Mendelssohn (An die Künst-\nler und Chor Nr. 3 aus Oedipus), Kriegers Gebet von F.\nLachner, Grün von A. M. Storch, Frau Musica von F.\nRochlitz und Chor von R. Schumann (aus der Rose\nPilgerfahrt). Zum Schluss: „Prinz Eugenius\", altdeutsches\nVolks- und Heldenlied. Zwischen diesen, in drei Abthei-\nlungen geordneten Gesängen finden noch Einzel-Vorträge\nder grösseren Vereine Statt.\nDinstag den 9. September, Abends 7 Uhr: 11.\nFest-Concert. Sinfonie in von Beethoven.—\nChor (?) von J. S. Bach. Arie aus Acis und Galathea von\nHändel (Frau Diez). Quartett „0 wunderbare Harmo-\nnie\", von Jos. Haydn (Frauen Diez, von Mangstl,\nHerren Härtinger, Kindermann)*). Zweiter Act aus\nOrpheus von Gluck (Frau v. Mangstl). Ouvertüre zu\nRuy Blas von Mendelssohn. Marsch und Chor aus den\nRuinen von Athen von Beethoven. Tenor-Arie ans Eu-\nrvanthe von Weber (Herr Härtinger). Gesangscene für\ndie Violine von Spohr (Herr Jos. Hellmesberger aus\nWien). Terzett (??), vorgetragen von Frau Behrend und\nden Herren Härtinger und Kindermann. Halleluja von\nHändel.\nDirigent der beiden Fest-Concerte ist Franz Lach-\nner, k. baierischer General-Musik-Director; der Kirchen-\nmusik Aloys Taux, Capellmeister des Dom-Musikvereins\nund Director des Mozarteums in Salzburg; des Männerge-\nsangfestes A. M. Storch, Capellmeister und Chor-Director\nder Liedertafel „Frohsinn\" in Linz.\n„Der Geselligkeits-Verein, das Handels-Casino, der\nKunstverein, das Landes-Museum Carolino-Augusteum und\ndas Mozarteum, letzteres als Besitzer vieler Handschriften\nund Relicten Mozart's, welche in den Zimmern des Hauses\nNr. 225, wo er das Licht der Welt erblickte, aufgestellt\nsein werden, laden die verehrten Festgäste freundlich zum\nBesuche ihrer Gesellschafts-Locale und Sammlungen ein,\nwobei die Vorzeige des Festzeichens freien Eintritt gewährt.\"\n*) Da weder die Tonart noch sonst ein Kennzeichen im Pro-\ngramm angegeben ist, so kann man leider nicht wissen, wel-\nche von den fünf Messen aus dem Jahre 1776, welche bei\n0. Jahn unter Nr. 9—13 (I. S. 667—670) verzeichnet sind,\ngemeint ist.\n*) Sollte hier wirklich das komische Quartett von J. Haydn:\n„0 wunderbare Harmonie!\nWas Er will, will auch Sie!\nEr zechet gern, sie auch\" u. s. w.\ngemeint sein? Und das zwischen zwei Werken von Hän-\ndel und Gluck?? —Da wäre ja Mozart's 7,0 venerabilis\nbarba Capucinorumoder: „Mädchen, ich komm' mit der\nZither\", noch eher berechtigt gewesen!"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "275", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.7", "texte": "Vollbilder\nnach Friedrich Chopin.\nJohanna.\n1.\nStill sass ich einst im Grünen\nAllein mit der Natur,\nDer Sonne letztes Glühen\nVerklärte Wald und Flur.\nAn holden Frühlingsblumen\nErlabte sich mein Blick,\nAus nahem Fenster schallte\nMir liebliche Musik.\nUnd Chopin's steten Wechsel\nLauniger Phantasie'n\nHört' ich wie klingende Märchen\nAn mir vorüber ziehn.\nBald jagen sich die Töne,\nVon Leidenschaft erfüllt;\nBald zittert süsse Wonne,\nBald lächelt Wehmuth mild.\nDas drang so eigenthümlich\nErgreifend zu mir hin;\nVor mir begannen Bilder\nAllmählich aufzublühn:\nAls würd' ein banger Seufzer\nVon munterm Scherz verdrängt,\nAls wenn sich düstrer Nebel\nAuf lachende Blumen senkt;\nWie sanfter Mondesschimmer\nIn rother Gluth erlischt,\nIn laute Freude heimlich\nSich trübe Ahnung mischt;\nAls wenn die schönste Rose\nEin bleiches Blatt umschlöss',\nUnd eine bittre Thräne\nIn süssen Thau zerflöss'.\n2.\nAlsbald beim Dämmerlichte\nUmschweben, schön gepaart,\nMich neue Luft-Gestalten,\nIn Tönen offenbart.\nAetherisch zarte Wesen\nMit holdem Angesicht,\nDie haben sich im Tanze\nLeicht hin und her gewiegt.\nDie blonden Lockenhaare\nWie Sonnenstrahlen fein;\nViel bunte Blumen fassten\nDen Saum der Schleier ein.\nBei ihrem sanften Schwingen\nAnmuthig her und hin,\nDa schienen mir die Blumen\nNoch reicher aufzublühn.\nDoch jetzt in rascherm Schwünge\nDie Tanzenden entfliehn;\nDie duft'gen Schleier fliegen,\nDie Blumen fallen hin.\nDie innig sich verschlungen,\nSie ringen schnell sich los,\nUnd sammeln nun die Blumen\nEilfertig in den Schooss.\nUnd suchen traurig lächelnd\nUnd wohl mit Thränen gar\nSie emsig zu verflechten\nMit ihrem weichen Haar.\n3.\nDoch neue Tongestalten\nZerstreu'n die Blumen weit\nBald seh' ich sie verwickelt\nIn einen hellen Streit.\nBald wieder ganz versöhnet\nVor mir erscheinen sie,\nWie bittend um Verzeihung\nGestörter Harmonie.\nIch seh' sie langsam schwinden,\nWenn Töne sanft verhall'n;\nDann wieder näher schweben\nUnd leicht wie Blüthen fall'n.\nUnd wieder Kränze winden\nMit feenhaftem Geschick,\nUnd wieder sanft sich iftigen\nMit schwermüthigem Blick.\nDas übet süssen Zauber j\nAuf meine Seele nun,\nDie schwärmenden Gefühle\nBeginnen ausznruhn.\nDie Blumen haben träumend\nSich an das Grün geschmiegt,\nDie Lüfte haben leise\nIn Schlummer sie gewiegt.\nUnd leiser, immer leiser\nVerklingen die Melodie'n,\nUnd weiter, immer weiter\nZiehn die Gestalten hin.\nUnd bleicher, immer bleicher\nWird ihre schöne Zier,\nUnd melancholisch lächelnd\nErsterben sie vor mir.\nE.\n\nGesanglehre.\nVon Dr. Schwarz in Hannover erscheint binnen Kurzem ein\nwissenschaftliches Werk, betitelt: „Das System der Gesang-\nkunst nach physiologischen Gesetzen\" auf welches\nwir schon jetzt aufmerksam machen. In Dr. Romberg's „Aus allen\nWissenschaften das Interessanteste\" u. s. w., Bd. 1., Heft 9 u. 10,\nLeipzig, 1855, befindet sich eine Abhandlung, welche die Grund-\nzüge jenes Systems enthält und über welche sich ein bewährter\nKenner, Herr Sanitätsrath Dr. Homeyer in Hannover, in der\nZeitung für Norddeutschland vom 10. August d. J. unter Anderem\nalso äussert:\n„Mit wahrem Vergnügen habe ich die Abhandlung des Herrn\nDr. Schwarz: „Das System der Gesangkunst nach physiologischen\nGesetzen\", gelesen und fühle mich berufen, das Gesang lehrende\nund lernende denkende Publicum um so mehr darauf aufmerksam\nzu machen, da, gestützt auf die Untersuchungen und Beobachtun-\ngen des grossen Physiologen Joh. Müller, die neuen Folgerungen\ndurchaus richtig sind und den strengen physiologischen Gesetzen"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "276", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18560823-01.1.8", "texte": "entsprechen, und damit die Gesangkunst selbst in das Gebiet der\nWissenschaft gezogen ist.\n„Werden die Lehrer bei der Aneignung dieses Systems nun\nzweifelsohne in eine neue Bahn geleitet, und dürften sie sich be-\nwusst werden, dass die bisherige, von der Zeit überkommene und\ndurch Indolenz genährte Lehr-Methode oft nichts mehr und nichts\nweniger als eine Abrichtungs-Methode, die in Zukunft nur den\nVogelstellern allein verfallen wird, ist: so werden auch die Lernen-\nden hier ein reiches Material zum Ausbau ihrer Stimmmittel nach\nallen Richtungen hin finden. Sie werden, wenn sie mit schönen\nStimmen begabt sind, aus der klaren und verständlichen Darstel-\nlung die Ueberzeugung gewinnen, dass die Töne und deren Nuan-\ncirung, im lebendigen Organismus durch einen lebendigen Mecha-\nnismus erzeugt, bei richtiger Anwendung desselben zur höchsten\nVollendung des Gesanges führen, und den anscheinend unbedeu-\ntenden und schwachen Stimmen wird die Gewissheit werden, wie\nbei normalem Bau ihrer Stimm-Organe auch ihre Stimme der höch-\nsten Ausbildung fähig, und gleichsam orthopädisch dem vollendeten\nGesänge zugeführt werden kann.\n„Ich rufe Herrn Dr. Schwarz ein ermunterndes „„Vorwärts\"\"\nmit der Bitte zu, den uns gewordenen schönen und befriedigenden\nContouren bald das versprochene ausgemalte Bild folgen zu lassen.\"\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMöln. Das Köln-Deutzer Sängerfest zum Besten des\nDombaues, unter Leitung des Herrn Herx von vier hiesigen\nGesang-Vereinen veranstaltet, erfreut sich der förderndsten Unter-\nstützung des k. Regierungs-Präsidenten Herrn von Möller, der\nstädtischen Behörden, des k. Kammerherrn Herrn Grafen von Für-\nstenberg-Stammheim u. s. w. u. s. w. und wird am Sonntag und\nMontag den 7. und 8. September hier in Köln in der Königs-\nhalle Statt finden. Am Sonntag ist Concert des Gesammtchors und\nPreissingen der einzelnen Vereine. Darauf Festball. Montag Con-\ncert im Garten des Hotel Bellevue in Deutz.\nAachen. Der junge Arthur Napoleon hat Sonnabend\nden 16. August im Theater bei Anwesenheit Ihrer Königlichen\nHoheiten des Prinzen von Preussen und Höchstdessen Gemahlin\nmit glänzendem Erfolg gespielt und Dinstag den 19. ein zweites\nConcert im Theater gegeben. —Mad. Angles de Fortuni ärn-\ntete als Amine in der Nachtwandlerin grossen Beifall.\nBerlin. Die Oper ist mit Weber's Oberon wieder eröffnet\nworden. Zur Vermählungsfeier der Prinzessin Louise Königliche\nHoheit wird S p o n t i n i' s Cortez neu einstudirt.\nHamburg, Das Stadttheater ist am 1. August mit Wagner's\nTannhäuser wieder eröffnet worden.\nWien, Dem Vernehmen nach wird Herr Joseph Hellmes-\nberger ein feierliches Todtenamt für Robert Schumann in\neiner der hiesigen Pfarrkirchen veranstalten und Cherubini's Re-\nquiem zur Aufiührung bringen.\nW.A.Mozart. Bei Johann Andre in Offenbach ist\nerschienen: W. A. Mozart, Litania de Venerabiii Altaris, compo-\nnirt im Jahre 1776, in Partitur, Ciavier-Auszug, Orchester- und\nSingstimmen. 0. Jahn hat diese erste Ausgabe des Mozart'schen\nWerkes mit einem Vorwort versehen, welches folgender Maassen\nbeginnt: „Mozart's grosse Marien-Litanei in Es-dur, welche zum\nersten Male veröffentlicht wird die erste seiner grossen Lita-\nneien, welche vollständig und in ihrer ursprünglichen Gestalt ge-\ndruckt wird —, ist, der IJeberschrift zufolge, im März 1776 com-\nponirt und die letzte seiner Litaneien. Sie gehört nicht mehr zu\nden jugendlichen Versuchen des sich bildenden Schülers, sondern\nist ein reifes Werk des seiner Kunst, wie seiner Individua-\nlität nach fertigen Meisters.\" Das scheint uns, vergli-\nchen mit Jahn's eigenem Artikel über diese Litanei (W. A Mozart.\nI. S. 508—514), etwas viel gesagt. Der Schluss des Vorwortes\nlautet: „Die Veröffentlichung dieses höchst bedeutenden Werkes\nbietet daher nicht nur für die Würdigung des Meisters in seiner\nEntwicklung ein neues, wichtiges Document, sondern sie ist eine\nwahre Bereicherung der Kunst.\"\nHeber das echte Spinet Mozart's lesen» wir in den wiener Blät-\ntern für Musik, Nr. 65, Folgendes: „Man schreibt aus Essegg:\nHerr Joh. Nep. Hummel, ein daselbst wohnender Musiker, befindet\nsich im Besitze des so oft gesuchten Reise-Claviers (Spinet) des\nhochseligen Mozart, und es kann die JEchlheifr desselben durch ge-\nrichtlich legalisirte Zeugnisse, ferner durch die In- und Aufschrift\nam Deckel des Claviers und die Vignette an der Resonanz erwie-\nsen werden. Das werthvolle Instrument gelangte in folgenderWeise\nin den Besitz seines jetzigen Eigenthümers. Der verstorbene diako-\nvarer Chorregent Jakob Haibl erbte das Ciavier von seinem Schwa-\nger, dem gefeierten W. A. Mozart. Nach Haibl's Tode verliess\ndessen Gattin, eine geborene Weber, Diakovar, und das Spinet ge-\nlangte in den Besitz Sr. iiochwürden des Herrn Domherrn Joh. v.\nMatizovich, eines Verehrers von Mozart. Letzterer schenkte das-\nselbe im Beisein des gegenwärtig noch lebenden Titular-Bischofs\nvon Diakovar, des Dompropstes Herrn Karl v. Pavich, dem Herrn\nJ. N. Hummel, in dessen Besitz das kostbare Instrument sich noch\nheutigen Tages befindet, und der es auch nach Salzburg zum Mo-\nzart-Jubiläum bringen wird.\"\nParis. Am 11. d. Mts. ist das phantastische Ballet „Die El-\nfen\", mit Musik von Gabr i e 11 i, zum ersten Male gegeben worden.\nVerdi ist wieder hier angekommen. Die Krönungsfeier in\nMoskau entzieht uns für den Augenblick eine Menge von Künst-\nlern und Künstlerinnen, welche dorthin berufen sind.\n1® liilitclelpliia. Eine musicalische Monatschrift unter dem\nTitel „Deutsche Musik-Zeitung für die Vereinigten Staaten\" wird\ndemnächst erscheinen. Herausgeber ist Herr P. M. Wolsieffer."}]}