{"numero_id": "bm-bmtnabi-1857-01-17-01", "volume": "bmtnabi_1857-01-17_01", "ocr_sha256": "ccb7143359ad3947a9d1cfba5fcc5dfafc11b23b5915d895cbe05cccef5706b2", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1857/01/17_01/bmtnabi_1857-01-17_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1857-01-17-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-01-17_01#c001", "volume": "bmtnabi_1857-01-17_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "17", "page_fin": "17", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 417, "texte": "Inhalt.\nHeinrich Marschner. 11. Von L. Bischoff. Pariser Briefe. 111. (Ballet Komische Oper: Johann von Pa-\nris Stockhausen Der Sylphe von Clapisson Maitre Pathelinvon Bazin). Von B. P. Originalbriefe von Beethoven und Zelter.\nFünftes Gcsellschafts-Concert in Köln. Tages- und Unterhaltungsblatt (Bielefeld. Concert Leipzig, Concerle, Frau Clara\nSchumann Wien, Johann Strauss, Fräul. 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Der einundzwanzigjährige Jüngling\nmochte freilich von dem Oberpricster der Tonkunst ein\ntieferes Eingehen auf die mitgebrachten Manuscripte erwar-\ntet haben, und sehnte sich nach Aufschlüssen über die Ge-\nheimnisse der Kunst, die er nur hier zu finden hoffte. Al-\niein Beethoven liebte es nicht, viele Worte zu machen.\nEr nahm den jungen indess ganz gut auf, sah\ndie Manuscripte flüchtig durch, gab sie mit einem „Hm!*,\ndas mehr Zufriedenheit als das Gegentheil ausdrückte, zu-\nrück und sagte: „Ich hab' nicht viel Zeit nicht zu oft\nkommen aber wieder was mitbringen.\" Mochte nun\nder Eindruck von Beethoven's Ton oJcr die plötzliche Ent-\ntäuschung zu hoch gespannter Erwartungen in dem jungen\nManne eine augenblickliche Bestürzung und darauf folgende\nLeidenschaftlichkeit erregt haben, kurz, er kam wie ver-\nzweifelnd nach Hause, zerriss die Notenhefte, die er mit-\ngenommen, packte seinen Koffer und wollte nach Leipzig\nund zu dem begonnenen Brod-Studium zurück, da er ja\ndoch kein Talent zur Kunst besitze!\nBei diesen Anstalten und in dieser Stimmung trafen\nihn der Graf und der Professor Klein aus Press-\nburg. Der Auftritt bei Beethoven wurde ihnen in grosser\nAufregung erzählt, machte aber natürlich einen ganz an-\nderen Eindruck auf sie, als auf den jungen Heisssporn ;\nihre Schilderung Beethoven's und seiner Art und Weise\nrief in Marschner die Erinnerung an das Wohlwollen und\ndie Innigkeit, die in dem Blicke des Meisters lagen, als er\ndie wenigen Worte sprach, zurück, und als er nun gar\nerzählte, dass ihm Beethoven zum Abschiede freundlich die\nHand gegeben, so wurde es den Freunden um so leichter,\nein ganz anderes und wahreres Bild jener Scene in ihm\nhervorzurufen, als leidenschaftliche Aufregung ihm vorge-\nspiegelt hatte. Spätere Besuche bei Beethoven zeigten, dass\nsich die Freunde nicht geirrt hatten; er war immer wohl-\nwollend und liess auch hier und da ein ermunterndes Wort\nfallen. Doch trat Marschner nicht, in ein näheres Verhält-\nniss zu ihm.\nAuf einem Gute des Grafen in Ungarn schrieb Marsch-\nner sein erstes musicalisch-dramatisches Werk; „Der\nKyffhäuser Berg\", Text von Kotzebue, eine komische\nOperette in Einem Acte. Sie wurde mit Beifall gegeben.\nDer Clavier-Auszug erschien erst später als Op. 90 bei\nCranz in Hamburg im Jahre 1830.\nDort lernte er auch den Dr. Hornbostel aus Wien\nkennen, mit dem er eine freundschaftliche Verbindung\nschloss, deren nächste Frucht die dreiactige Oper „Hein-\nrich IV. und Aubigne\" war, wozu jener den Text ge-\ndichtet hatte. Diese Oper war das erste bedeutendere Werk\nMarschner's; es bekundete sein grosses Talent für drama-\ntische Musik, und das günstige Ortheil des von ihm hoch\nverehrten Meisters C. M. von Weber hob sein Vertrauen\nzu sich selbst und warf ihn mit Entschiedenheit in die\nLaulbahn, die ihn zu hohem Buhme und ehrenvollen Wir-\nkungskreisen lührte.\nDas Verhältniss Marschner's zu Weber und nament-\nlich des letzteren Einfluss auf die künstlerische Entwick-\nlung Marschner's ist meistens nicht ganz wahrheitsgetreu\ndargestellt worden. Zu richtiger Würdigung desselben\nmuss man nicht vergessen, dass Marschner im Jahre 1818\ndie Partitur von Heinrich IV. an Weber sandte, also zu\neiner Zeit, wo Weber noch kaum mit der Oomposition des\nFreischütz beschäftigt war, der erst 1821 auf die Bühne"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5086, "texte": "kam. Seine Silvana, den Abu Hassan u. s. w. und auch die drei\ngrossen Clavier-Sonaten halte er aber bereits geschrieben. Im\nJahre 1817 war er als Capellmeister der deutschen Oper nach\nDresden gekommen, und dahin sandte ihm Marschner seine\nOper. Weber's freundliche Antwort und sein ganzes Be-\nnehmen gegen den jüngeren Componisten gereicht seinem\nCharakter zur grössten Ehre. Wie freudig war Marschner\nerstaunt, als der Meister nicht nur die Sendung sehr\nfreundlich aufnahm und sich günstig über die Composition\naussprach, sondern sogar gleich in dem ersten Briefe ver-\nhiess, die Oper auf die dresdener Bühne zu bringen!\nDarüber verging indess einel geraume Zeit, während\nwelcher sich Marschner mit der Composition einer zweiten\nOper, „Saidar\", von Hornbostel beschäftigte. Kaum ge-\ndachte er noch des Versprechens von Weber, als ihm in\neiner Sommernacht (1819) träumt, er sitze im Hoftheater\nzu Dresden, das er nie gesehen hatte, und harre mit Herz-\nklopfen der Aufführung seiner Oper. Die Ouvertüre be-\nginnt, er vernimmt jeden Ton derselben, und am Schlüsse\ndringt rauschender Beifall in sein entzücktes Ohr. Der\nVorhang geht auf, die Vorstellung nimmt ihren geordneten\nLauf, die Musik gefällt, und mehrere Nummern werden\ndurch lauten Applaus ausgezeichnet. Da erwacht er,\nspringt auf von seinem Lager, und halb von Wehmutb,\nhalb von Hoffnung bewegt, schreibt er sich Tag und Stunde\nund die Nummern der Gesangstücke auf, die am meisten\nbeklatscht worden. Dann geht er mit mehreren jungen\nFreunden, die ihn in der Frühe abholen, auf eine Land-\npartie.— Nach zehn Tagen erhält er einen Brief von We-\nber: sein Heinrich IV. ist in der That an demselben\nAbende, wo er den Traum gehabt, aufgeführt, die Ouver-\ntüre beklatscht, das Ganze beilällig aufgenommen und jene\nNummern, von denen er es so lebhaft geträumt, wirklich\nalle ausgezeichnet worden! Zugleich schrieb Weber, er\nhabe die freudige Genugthuung, im Aultrage des Geheimen\nRathes Grafen von Vitzthum ihm zehn Ducaten Hono-\nrar übersenden zu können.\nDie Oper „Saidar\" wurde von der deutschen Opern-\nGesellschaft in Pressburg gegeben, erregte aber bei zwei-\nmaliger Aufführung (1819) keine Theilnahme. Es fehlte\nder Handlung an allem dramatischen Interesse. Im Druck\nist, ro viel uns bekannt, aus beiden Opern nichts erschienen.\nIn Pressburg, wo Marschner eine Zeit lang auch als\nMusiklehrer wirkte, schrieb er einige kleine und grosse\nMessen und mehrere Orchesterstücke, Sinfonieen und\nOuvertüren, die er aber nicht veröffentlicht hat. Eine neue\nOper, „Lucrezia\", Text von Ekschlager, damals Theater-\nSecretär in Pressburg, begann er im Jahre 1820, vollen-\ndete sie aber erst 1826 und brachte sie in Danzig unter\nseiner eigenen Leitung mit vielem Beifall auf die Bühne.\nSie soll treffliche Chöre und Ensemblestücke enthalten. Ob\nsie sonst noch irgendwo aufgeführt worden, wissen wir\nnicht. Gedruckt sind daraus B als\nOp. 51, die Ouvertüre für Orchester und Pianoforte als\nOp. 68 (Leipzig, bei Ristner), und ein (als Op.\n90?) bei Nagel in Hannover.\nIm Jahre 1821 verliess Marschner Ungarn und ging\nnach Dresden, wohin ihn die Liebe und Verehrung zu\nC. M. von Weber zog. Weber, damals 35 Jahre alt, nur\nzehn Jahre älter als Marschner, nahm ihn sehr freundlich\nauf, und sehr bald bildete sich zwischen beiden hochbegab-\nten Männern jenes schöne Verhältniss, das aus der Ver-\nwandtschaft ihrer Seelen, der Gleichheit der Gefühls- und\nAnschauungsweise erblühte und in dem edelsten Streben\nfür die Kunst um der Kunst willen und in der gleichen\nGeistesrichtung Beider Nahrung und Dauer fand. Fast je-\nden Abend, den nicht das Theater in Anspruch nahm,\nbrachte Marschner bei Weber und dessen Gattin zu, wo\ndann über die musicalische Bewegung der Zeit und über\ndie höchsten Interessen der Kunst die Gedanken ausge-\ntauscht wurden. Aber nicht nur Gedanken und Ansichten,\nauch das am Tage musicalisch Geschaffene und entweder\nim Kopfe Fertige oder schon Niedergeschriebene tauschten\ndie Freunde Abends gegen einander am Ciavier aus und\ntheilten einander ihr Für oder Dawider mit. Dass dieser\nvertraute Umgang lür Marschner ein in hohem Grade an-\nregender und geistig lördernder sein musste, war natür-\nlich. Allein dass er ein Schüler Weber's in dem eigent-\nlichen und gewöhnlichen Sinne des Wortes gewesen, ist\neine zwar viel verbreitete Angabe, die Einer dem Anderen\nnachschrieb, aber sie streitet durchaus gegen die Wahrheit.\nDass seine nächste grosse Oper, der Vampyr, in der ro-\nmantischen Richtung, in der harmonischen Färbung, in\ndem Geistigen der Töne überhaupt sich dem Charakter der\nWeber'schen Musik anschioss, war um so natürlicher, als\nnicht nur der allgemeine Einfluss der Romantik, welche die\nZeit beherrschte, sondern auch der besondere persönliche\nUmgang mit Weber, als dem Koryphäen derselben in der\nTonkunst, unmöglich ohne Einwirkung auf den fünfund-\nzwanzigjährigen jungen Mann bleiben konnten. Wir wer-\nden später noch einmal auf diesen Punkt zurückkommen.\nAber auch Weber wusste die Nähe Marschner's gar\nwohl zu schätzen, wovon schliesslich die Anstellung\nMarschner's als königlicher Musik-Director bei der italiäni-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4998, "texte": "sehen und deutschen Oper im Jahre 1823 in Dresden\nden besten Beweis gab. Schon früher jedoch erhielt Marsch-\nner auf Weber's Empfehlung gar manche ehrenvolle Auf-\nträge, namentlich z. B. zu Kleist's Drama „Der Prinz\nvon Homburg\" eine Ouvertüre und Zwischen-\nmusik zu schreiben, mit denen das Schauspiel noch jetzt\nin Dresden gegeben wird. Die Ouvertüre ist später bei\nBreitkopf & Härtel als Op. 57 erschienen.\nFriedrich Kind, der mit seinem Texte zum Freischütz\nnnter Weber's musicalischen Schwingen so rasenden Er-\nfolg gehabt hatte, liess darauf ein Volks-Schauspiel, „Schön\nElla'', folgen, wobei er aber selbst erfahren musste, dass\n„Sechse treffen, Sieben äffen!\" Er verlangte von Marschner\ndie Composition der Gesänge. Obwohl diese nur Neben-\nsache bei dem Schauspiel waren, so konnte Marschner\ndoch den Antrag nicht wohl abweisen und warf einige Me-\nlodieen aufs Papier, die er, wie man zu sagen pflegt, aus\ndem Aermel schüttelte. Es war nicht viel daran; dennoch\nliessen eine Menge Theater-Directionen, in der Hoffnung\nauf einen unausbleiblichen Erfolg Freischütz, Buch\nund Partitur kommen. Das Ding fiel überall mit Glanz\ndurch, aber Dichter und Componist verdienten Geld dabei,\nworüber sich Keiner mehr lustig machte, als Marschner\nselbst (1822). Hofmeister druckte die Musik zu „Schön\nElla\" als Op. 27.\nTheodor Hell hatte sich in derselben Zeit auch mit\neinem Schauspiel mit Musik, „Ali Baba\" genannt, an\nMarschner gewandt; es wurde nur in Dresden gegeben\nund missfiel ganz und gar. Die Ouvertüre (Op. 26) ist\nauch bei Hofmeister erschienen. Bei der Aufführung sass\nMarschner zufällig neben einer Dame, die in sehr starken\nAusdrücken über die Musik herfuhr. Er stimmte ein und\nschimpfte wo möglich noch ärger darauf los. Am anderen\nMorgen macht die neu engagirte Sängerin Schönberger\ndem neu ernannten Musik-Director ihre Aufwartung und\nerkennt mit Schrecken in ihm ihren Nachbar von gestern,\nder über ihre Verlegenheit herzlich lachte.\nDer junge Musik-Director halte anlänglich allerlei Wi-\ndersacher; es fehlte nicht an Unzufriedenen im Orchester,\nderen Unmulh und Eifersucht sich Luft machten, wie sie\neben konnten. Allein sehr bald legte sich diese Opposition,\nda Marschner ein treffliches Directions-Talent entwickelte\nund die Künstler zu behandeln verstand. Die beiden Ca-\npellmeister Morlacchi und Weber waren wegen schwacher\nGesundheit häufig verhindert, ihre amtlichen Geschäfte zu\nversehen, und so bekam Marschner mehr als zu viel Gele-\ngenheit, die beste Dirigentenschule, nämlich diejenige am\nTheaterpulte, durchzumachen. Trotz der mannigfachen Be-\nschäftigungen und Zerstreuungen, welche diese Lage mit\nsich brachte, gewann er doch noch Zeit, an seiner „Lu-\ncretia\" zu arbeiten und noch dazu an die Ausführung\neines Planes zu gehen, der wohl in unserer Zeit wieder\naufgenommen zu werden verdiente.\nEr kam nämlich auf den Gedanken, in ähnlicher Weise\nwie Kotzebue's Almanach lür Privatbühnen und Liebhaber-\nTheater, eine Art von Taschenbuch lür komische Ope-\nretten mit derselben Bestimmung herauszugeben, und\nfand zu dem Unternehmen in Hartmann zu Leipzig einen\nVerleger. Allein seine Einladungen an mehrere Dichter\nund Componisten von Ruf fanden keinen Anklang. Da ent-\nschloss er sich kurz, den ersten Jahrgang selbst zu füllen,\nvermochte Friedrich Kind, ihm einen Text zu liefern, und\nso entstand die allerliebste einactige Operette „Der\nHolzdieb\", welche indem musicalischen Taschenbuche\n7 i >\nPolyhymnia zu Leipzig 1825 erschien und den gröss-\nten Beifall erhielt. Eine neue Auflage (als Op. 78) ist spä-\nter bei Bote und Bock in Berlin herausgekommen. Leider\nist sie, wie fast alle einactigen Opern, gegenwärtig von den\nBühnen verschwunden, was sehr zu bedauern ist, nicht\nbloss lür diese Gattung, sondern für die Kunst überhaupt.\nDenn die Composition kleiner Operetten ist eine treffliche\nSchule für den dramatischen Componisten, wie denn in\nFrankreich noch jetzt fast alle Opern-Componisten ihre\nLaufbahn, eben so wie die meisten ihrer Vorgänger es ge-\nthan, damit beginnen. Freilich haben die Franzosen auch\nSänger, welche Schauspieler sind, und ohne solche ist mit\nder Operette natürlich nichts zu machen*).\nDas Jahr 1826, in welchem Weber bekanntlich nach\nLondon reis'te, vermehrte Marschner's amtliche Geschäfte\nbedeutend. Zugleich aber führte es ihm eine geliebte\nGattin zu. Am 3. Juli vermählte er sich mit der Sängerin\nMariane Wohlbrück, einer ausgezeichneten Künstlerin.\nSie war jung und schön, an l alent eine echt künstlerische\nNatur und dabei voll Geist und Gemüth. Sie machte bei-\nnahe achtundzwanzig Jahre lang das Glück seines Lebens\naus: am 7. Februar 1854 riss der Tod sie wieder von\nseiner Seite. Sie hatte viel Freude erlebt an eigenen\nTriumphen und, was für das liebende Weib ein noch weit\nerhebenderer Genuss ist, an dem Ruhm und den Erfolgen\nihres Gatten; aber auch viele schmerzliche Tage: denn sie-\n\n*)•„!) er Holzdieb\" wurde im vorigen Jahre in Barmen\nvon Dilettanten zugleich mit C. Rein ecke's „Oer vier*\njährige Posten\" recht artig gegeben."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4508, "texte": "ben von ihren Kindern waren ihr vorangegangen, sie hin-\nterliess dem Gatten nur eine Tochter und einen Sohn.\nDer dichterisch begabte Bruder seiner Gattin, Wilhelm\nWohlbrück, damals in Magdeburg, war bei der Hochzeit\nzugegen und verabredete auf Marschner's dringende Bitte\nmit ihm den Plan zum Texte einer grossen romantischen\nOper. Denn Marschner war gerade jetzt in dieser schön-\nsten Periode seines Lebens fast wie von einem fieberhaften\nDrange zum Componiren bewegt; er fühlte, dass sein\neigentliches musicalisches Schaffen erst jetzt in grossartige-\nrem Maassstabe beginne, dass er die Kraft dazu habe und\ndass die Gestaltung der äusseren Lebens-Verhältnisse, wo\nsie sich irgend hemmend entgegen stelle, dem Drange des\ninneren Triebes weichen müsse. Es war der Genius, der\nwie ein Gefangener an den Gittern seines Kerkers rüttelte\nund dem die glücklichste Liebe die Kraft gab, sie zu zer-\nbrechen.\nDiese innere Ungeduld, diese geistige Aufregung, diese\nSehnsucht nach Freiheit war es, was ihn zu der raschen\nForderung seiner Entlassung trieb, mehr als die durch\nWeber's Tod unendlich vermehrten Geschäfte, und mehr\nals die verweigerte Gewährung einiger persönlichen Wün-\nsche von Seiten der Intendanz des Hofthealers. Nach man-\ncherlei Schwierigkeiten erhielt er besonders durch die\nwohlwollende Vermittlung des Ministers von Einsiedel sei-\nnen Abschied.\nNun ging das glückliche Künstlerpaar auf Reisen, und\neine Reihe von Gastspielen und Concerten in den ersten\nStädten Deutschlands, in Berlin, Breslau, Danzig (wo\nMarschner auch seine Oper „Lucretia\" aufführte) u. s. w.\nbrachten Ehre und Gewinn und, was eine Hauptsache war,\ndennoch Müsse genug, und zwar eine sorgenfreie, zum\nComponiren. Der Dichter der neuen Oper konnte den\nrasch arbeitenden Componisten nicht schnell genug befrie-\ndigen, so dass dieser im Frühjahre 1827 selbst nach Mag-\ndeburg ging, um durch persönliches Drängen die Vollen-\ndung des Buches zu betreiben. Hier in Magdeburg, wo der\nschöne Friedhof ein Lieblings-Spazirgang Marschners war,\nda, wo das Grün des Frühlings auf den Fluren sprosste,\nunter denen die Todten den langen Winterschlaf schliefen,\nda fanden die Hauptscerien des „Vampvr\". ihre Erfin-\ndung und erste Gestaltung.\nVon Magdeburg aus setzte das Künstlerpaar seine\nReise durch Deutschland fort und besuchte jetzt auch den\nSüden und Westen des grossen Vaterlandes. Es war in\nAachen, wo der Entschluss gefasst wurde, nach Paris zu\ngehen und die Hauptstadt von Frankreich zum bleibenden\nAufenthalte zu wählen. Wer kann wissen, was Marschner\ngeleistet haben würde, wenn die französische grosse Oper\nihn angezogen und für sich gewonnen hätte? Keinenfalls,\ndas ist unsere feste Ueberzeugung, würde er der deutschen\nKunst und mit ihr der Wahrheit der Empfindung und des\nGefühls untreu geworden sein, niemals die Lüge an ihre\nStelle gesetzt und um die Gunst der Menge durch Glanz\nund Prunk oder raffinirten Effect gebuhlt haben. Ein sehr\nvorteilhaftes Anerbieten von Leipzig aus hinderte die Aus-\nführung des gefassten Planes; Marschner kehrte an der\nWestgränze Deutschlands wieder um und folgte der Ein-\nladung des Hofrathes Küstner, welcher damals das leipzi-\nger Stadttheater leitete und zu bedeutender Kunsthöhe\nemporbrachte. -\n\"X\nIm September 1827 trafen Marschner und seine\nGattin in Leipzig ein, und zugleich übersandte Wohlbrück\ndas vollständige Buch zum Vamp y r. Noch in demselben\nJahre vollendete Marschner die Composition, und die bal-\ndigste Aufführung der Oper wurde ihm zugesagt. Dennoch\nwar diese vor dem 6. März 1828 nicht möglich zu ma-\nchen, und nun konnte einer der Lieblingswünsche Marsch-\nner's, dass seine Gattin dieMalvina singe, wegen interessan-\nter Umstände nicht in Erfüllung gehen. Trotzdem war die\nAufführung eine vortreffliche und der Erfolg der Oper ein\nungeheurer. Bald darauf wurde sie in Berlin und auf den\nmeisten grösseren Bühnen Deutschlands gegeben und\ndrang noch in demselben Sommer bis nach London, wo\nsie mit englischem Text und Zuschnitt mehr als sechszig\nMal gegeben wurde und dem Componisten den Ruf ver-\nschaffte, nach London zu kommen und dort eine Oper zu\nschreiben. Er nahm die ehrenvolle Einladung an, die ihn\nin London zum Nachfolger Weber's machte, studirte mit\nFleiss Englisch und wollte im Januar 1829 die Reise an-\ntreten, als der Brand des Coventgarden-Theaters, der auch\ndurch die Vernichtung der Bibliothek und der Garderobe\nein ungeheurer Verlust für die Unternehmer war, die Aus-\nführung des Vorhabens plötzlich und, wenigstens für jetzt,\nganz und gar vereitelte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-01-17-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-01-17_01#c003", "volume": "bmtnabi_1857-01-17_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "20", "page_fin": "22", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.2.3", "titre_corps": "Pariser Briefe.", "titre_sommaire": "Pariser Briefe.", "signature_source": "B. P", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.4", "debut_caractere": 4510, "fin_caractere_exclue": 4797, "texte": "Pariser Briefe.\n\nIII.\n(S. Nr. 52 v. v. J. und Nr. 1 v. 3. Januar 1857.)\n[Neue Ballets Komische Oper: Johann von Paris\nStock hausen Der Sylphe von Clapisson\nMnitre Patheiin von Bazin.]\nMit dieser »Rose von Florenz\", die so lange Zeit\nbrauchte, sich zu entfalten, und so wenige Tage, um zu"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5203, "texte": "verblühen, ist der ganze Neuigkeits-Bericht der grossen\nOper begonnen und geschlossen. Um jedoch gerecht zu\nsein, darf ich nicht vergessen, dass sie zwei neue Ballets\ngebracht hat, gegen Ende des Jahres die sehr irdischen\nund prosaischen „Elfen\", früher den „Corsar\", der seinen\nErfolg indessen auch mehr dem Finale mit dem Schiff auf\noffenem Meere, als seiner übrigen Poesie verdankt. Man\nerzählt hier, dass Meyerbeer nach der ersten Aufführung\ndes Corsaren, welcher er beiwohnte, das Haus sehr ver-\ndriesslich verlassen habe. Warum? Ein Haupt-Effect der\n„ Africanerin'' (welche übrigens, wie ich authentisch ver-\nsichern kann, wirklich existirt) soll auf der Erscheinung\neines Schiffes und einer darauf spielenden Scene beruhen.\nNun denke man sich den Aerger des Meisters, als er diese\nBerechnung auf eine nie da gewesene Wirkung sich vor-\nweg genommen sah! Als nun vollends am Theater de la\nPorte St. Martin der „Sohn der Nacht\" mit seinem Schiffe,\ndas auf dem wogenden Meere dem Souffleurkasten zu Leibe\ngeht und alle Augenblicke in den Abgrund des Orchesters\nzu versinken droht, ganz Paris anzog, da verdüsterte sich\ndie Atmosphäre um den neuen Stern immer mehr, und\nwer weiss, ob er jetzt jemals aufgehen wird, ob nicht die\nAfricanerin selbst Schiffbruch gelitten hat!\nKehren wir zur komischen Oper zurück, so müssen\nwir mit Bedauern berichten, dass Boieldieu's trefflicher\nJean de Paris,den man wieder aufgenommen, nicht den\nerwarteten Erfolg gehabt hat. Mit dieser Oper begann\nBoieldieu, der früher den „Benjowski\", den „Kalifen\",\nnMa tante Aurore\" mit Beifall geschrieben halte, nach\nseiner Rückkehr aus St. Petersburg im Jahre 1812 die\nzweite, fruchtbarere und bedeutendere Periode seines ton-\nkünstlerischen Schaffens. Der „Johann\" machte ausser-\nordentliches Glück; allein der Componist fand in Elleviou,\nder damals einer fabelhalten Vogue genoss, einen Darsteller\nund Sänger des Johann und in Marlin einen Seneschall,\nwie sie seitdem nicht wieder gekommen sind, eben so we-\nnig als George Brown in der Weissen Dame jemals einen\nzweiten Roger finden dürfte. Nach Elleviou's Rücktritt\nlebte in der That der Johann von Paris mehr im Volke\nund bei den Dilettanten, als auf dem Theater. Obschon\nsich mehrere Tenoristen, besonders Debütanten, in der\nHauptrolle versuchten, so konnte es doch die Oper nicht\nwieder zu der früheren Gunst bringen. Und es ist freilich\n' *\nwahr, es gehören zu den drei Haupt-Partieen, Prinzessin,\nJohann und Seneschall, ausgezeichnete Sänger und Schau-\nspieler, und Künstler, welche für die Feinheiten der komi-\nsehen Oper Beides vereinigen, fangen auch hier selten zu\nwerden an. Der Tenor war bei der ersten Vorstellung\n(Anfang November) heiser, die Prinzessin, Mlle. Boulart,\nerst seit zwei Jahren aus dem Conservatoire entlassen,\nzwar nicht übel, allein doch der Rolle noch keineswegs ge-\nwachsen, und Stockhausen, der als Seneschall debu-\ntirte, hatte es nur seiner trefflichen Schule, die man hier\nzu Lande denn doch immer zu schätzen weiss, zu danken,\ndass er nicht ausgelacht wurde. Dieser Sänger weiss seine\nkleine, weder umfang- noch metallreiche, im Gegentheil\netwas dumpfe Stimme mit einer ausserordentlichen Mei-\nsterschaft zu behandeln, und je länger man ihn hört, desto\nmehr wird man durch den kunstgewandten Vortrag ge-\nwonnen, und vergisst die Mängel der Stimme so sehr, dass\ndiese, wenigstens bei dem Vortrage von Liedern, sogar\neinen gewissen sinnlichen Reiz bekommt. Allein bei aller\nAchtung von Seiten der Renner machte ihn doch die Un-\ngeschicktheit auf den Brettern bei dem grossen Publicum\ntodt, und ich zweifle, ob er diese überwinden und jemals\nmehr als ein vortrefflicher Liedersänger werden wird.\nEine wirkliche Neuigkeit war „Le Sylphe\", komi-\nsche Oper in zwei Acten, Text von de St. Georges,\nMusik von Clapisson (erste Vorstellung \"27. November\nv. J.). Dies ist die Oper, welche den Verfassern, wenn auch\nnicht verdoppelten Beifall, doch doppeltes Honorar einge-\nbracht hat; denn zuerst wurde sie dem Spielpachter von\nBaden überlassen und daselbst im Sommer 1856 aulge-\nführt, und dann erschien sie in Paris auf der Scene. Der\nText ist nach einer alten ilaliänischen Komödie (1743),\naus welcher später ein Ballet und noch später von Mar-\nmontel eine Erzählung, Le Mari Sylphe, gemacht worden\nist, bearbeitet. Die Erfindung ist läppisch und die Handlung\nsehr einförmig, was denn auch auf die Musik, die ebenfalls\nan Monotonie leidet, nicht ohne Einllnss geblieben ist.\nEine geistersüchtige Dame glaubt an Sylphen, was einen\nSee-Capitän nicht abschreckt, ihr die Hand zu bieten. Sie\nzögert, allein der Gesang ihres unsichtbaren Sylphen be-\nstimmt sie dazu. Dicht vor der Hochzeit gibt sie einem\nAnderen sogar bis zur Verabredung einer Entführung Ge-\nhör, aber der Sylphe hält sie zurück. Am Ende beschwört\nsie ihn, eine sichtbare Gestalt anzunehmen; er thut's und\nerscheint in der Gestalt ihres Mannes, der den Sylphen ge-\nspielt hat und durch diese Rolle selbst aus einem rohen\nSeebären ein geschmeidiger Gatte geworden ist!\nEine Ouvertüre hat die Oper nicht, wohl aber eine\nmysteriöse Instrumental-Einleitung mit Saitenschwirren,\nHarfe, Violin-und Clarinett-Solo, dessen Motiv bei der An-\nnäherung des Sylphen immer wiederkehrt. Das Motiv"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2221, "texte": "u. s. W.ist recht hübsch, aber da die Sylphen-Erscheinung\neine Lüge ist, so ist die Musik dazu auch nichts weiter,\nund das stört den Eindruck. Ueberhaupt ist die Oper lange\nnicht so melodieenreich, als die Fanchonnette; jedoch ist\ndieselbe Einfachheit und Eleganz in der Behandlung des\nOrchesters vorhanden, und Einzelnes ist auch in den Ge-\nsängen recht hübsch. Die vortreffliche Darstellung der bei-\nden Hauptrollen, nämlich des Ehepaares, durch Madame\nVan-den-Ileuvel, geborene Caroline Duprez, und\nHerrn Faure, dem die Natur eine der wohlklingendsten\nBaritonstimmen verliehen hat, sicherte den Erfolg der er-\nsten Vorstellung und zog auch noch späterhin das Publi-\ncum an.\nIm December (den 1 2.) brachte das Theater der ko-\nmischen Oper dann noch eine Neuigkeit, die ganz entschie-\nden durchschlug und seitdem wöchentlich drei bis vier Mal\ndas Haus füllt. Diesen Zauber bewirkt die alte Posse vom\nMaitre Palhclin, welche die Herren de Leuven und F.\nLangle in Einen Act auf sehr geschickte Weise zusam-\nmengedrängt haben, wozu dann F. Bazin eine allerliebste\nMusik gemacht hat, die seinen früheren Leistungen im ko-\nmischen Genre [Le TrompeUe etc.) nicht\nnachsteht, ja, des Einfachen, echt Komischen noch mehr\nenthält, als jene. Die Dichter haben einige Personen mehr\nhinein gebracht, als das alte Lustspiel enthielt, z. B. einen\nSohn des Tuchhändlers und eine Tochter und Magd des\nAdvocaten; im Uebrigen sind alle Hauptscenen, wie die\nAbschwatzung des Tuches, die öffentliche Gerichtssitzung,\ndie Walmsinns-Scene des Advocaten, sogar das Bä des\nSchäfers beibehalten. Und wie trefflich wird das Ding ge-\nspielt! Couderc, als Advocat, ist vollendet, eben so köst-\nlich Berthelier, der den Schäfer macht; und die Scenirung\nund Gruppirung bietet Volks-Gemälde und Genrebilder\ndar, die der niederländischen Malerschule Ehre machen\nwürden, wie z. B. der Junge, der dem ehrsamen Stadt-\nrichter die Schleppe des Amtsrockes trägt und dabei ganz\ngemüthlich sein Bulterbrod mit weissem Käse verspeis't.\nKurzum, vom Parterre liis zur obersten Galerie wieder-\nhallt Alles von homerischem Gelächter. Und vor etwa an-\nderthalb Jahren fiel ein ähnlicher Versuch, dieselbe Posse\nwieder auf die Bühne zu bringen, gänzlich durch!\n\nB. P,"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-01-17-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-01-17_01#c004", "volume": "bmtnabi_1857-01-17_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "22", "page_fin": "23", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.2.4", "titre_corps": "Drei Briefe, zwischen Beethoven und Zelter gewechselt", "titre_sommaire": "Drei Briefe, zwischen Beethoven und Zelter gewechselt", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.6", "debut_caractere": 2223, "fin_caractere_exclue": 5564, "texte": "Drei Briefe, zwischen Beethoven und\nZelter gewechselt\n*).\nBeethoven an Zelter.\nWien, den 8. Februar 1823.\nMein wackrer Kunstgenosse!\nEine Bitte an sie lässt mich schreiben, da wir einmal so weit\nentfernt sind, nicht mit einander reden zu können, so kann aber\nauch leider das schreiben nur selten sein ich schrieb eine grosse\nMesse, welche auch als Oratorium könnte (für die Armen) (eine\njetzt schon gute [unleserlich, vielleicht hier?] eingeführte Gewohn-\nheit) gegeben werden, wollte aber selbe nicht auf die gewöhnliche\nArt im Stich herausgeben, sondern an die ersten Höfe nur zukom-\nmen machen, das Honorar beträgt öO Duk. Ausser denen Exempla-\nren, worauf subscribirt ist, wird sonst keins ausgegeben, so dass\ndie Messe nur eigentlich Manuscript ist, aber es muss doch schon\neine ziemliche Anzahl seyn, wenn etwas für den Autor heraus-\nkommen soll, ich habe alihier der Königl. Preussischen Gesand-\nschaft ein Gesuch überreicht, dass Sr. Majestät der König von\nPreussen geruhen möchten ein Exemplar zu nehmen, habe auch\nan türst Badziwill geschrieben, dass selbe sich darum annehmen\nWas sie hierbey selbst wirken können, erbitte ich mir von ihnen,\nein d. a. Werk könnte auch der singacademie dienen, denn Es\ndürfte wenig fehlen, dass es nicht beynahe durch die Singstiinmen\nallein ausgeführt werden könnte, je mehr verdoppelter und verviel-\nfältigt selbe aber mit Vereinigung der Instrumente sind, desto gel-\ntender dürfte die Wirkung sein auch als Oratorium, da die\nVereine für die Armuth d. g. nöthig haben, dürfte es am Platze\nsein schon mehrere Jahre immer kränkelnd und daher eben\nnicht in der gläntzendsten Lage, nahm ich Zuflucht zu diesem Mit-\ntel, Zwar viel geschrieben aber er schrieben beynahe O\nmehr gerichtet meinen Blick nach oben aber gezwungen\nwird der Mensch oft um sich und anderer willen, so muss er sich\nunten senken, jedoch auch dieses gehört zur Bestimmung des Men-\nschen mit wahrer Hochachtung umarme ich Sie mein lieber\nKunstgenosse ihr Freund Beethoven.\nZelter an Beethoven.\nBerlin, den 22. Februar I82;{.\nIhren Brief vom 8. d., mein hochverehrter Freund, habe ich\nam 15. ejusd. erhalten, und wenn ich mit liefern Leide an Ihrer\nfortdauernden Kränklichkeit Anthcil nehme: so ist meine Bewun-\nderung um so grösser, indem Sie, trotz ihres Zustandes, die Welt\nmit einem neuen grossen Werke ihrer Meisterhand bereichern.\nIhr Unternehmen habe ich in meinem Kreise bekannt gemacht\nund muss, wie jeder Ihrer Verehrer, selbigem einen ungetheilten\nSuccess wünschen.\nDamit ist denn aber so viel als nichts geschehen, wenn nicht\nPersonen von guten Mitteln und eben so gutem Willen dazuthun.\n\\\\ as unsre Singakademie betrifft, so ist ihnen solche durch\neigne Erfahrung bekannt. Sie haben sie bei Ihrem liiersein schon\nvor etwa 2<j Jahren ihrer, mir unvergesslichen (iegenwart gewür-\ndigt, und wenn sie jetzt auch nicht mehr leistet, so darf ich doch\nsagen, dass man nicht zurückgekommen ist. Eine solche Gesell-\nschaft nun (wiewohl eiue harmonische), die weit über die Hälfte\naus Frauen, Töchtern, Jünglingen und Kindern besteht, von wel-\nchen ein bedeutender Theii auch von dem geringen Beitrag befreit\nist, zu einem pecuniären Zweck zu vereinigen, ist eine eigne Auf-\ngabe, und wer viel fragen muss, der hat viele Antworten zu hoflVn.\n\n*) In der berliner Musik-Zeitung (Verlag von Hock) durch Herrn\nDr. Huitel mitgetheilt."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2590, "texte": "Dessen ungeachtet denke ich ein Exemplar Ihres edlen Werkes\nfür den bestimmten Preis von 50 Dukaten auf meine eigne Gefahr\nzu erstehen, wenn Sie, würdiger Freund, Sich folgenden Vorschlag\nwollen gefallen lassen.\nSie wissen, dass in unsrer Akademie nur Capellstüke (ohne In-\nstrumentalbegleitung) geübt werden. Nun heisst es in Ihrem Briefe,\ndass Ihre Messe beinahe durch die Singstimmen allein\naufgeführt werden könnte. Demnach müsste es Ihnen ge-\nringe Mühe machen, das mir bestimmte Exemplar gleich so einzu-\nrichten, dass das Stück geradezu für uns brauchbar wäre.\nDer Vortheil, welcher für Ihren dauernden Iluhm daraus her-\nvorgehen muss, indem ein solches Stück bei uns Jahr aus, Jahr\nein 4 bis 5 mal neu eingeübt wird, wäre es nicht allein; Sie wür-\nden Ihr Wrcrk dadurch für alle ähnlichen Gesellschaften, deren es\nim Preussischen allein eine bedeutende Anzahl gibt, brauchbar\nmachen, indem an kleineren Orten wie Berlin die Instrumental-\nbesetzung immer dürftig zu sein pflegt. Was uns betrifft, so hätten\nSie ausser einem Singechor von 160 klingenden Stimmen, welche\nwöchentlich zweimal zur Uebung kommen, auf 4 bis 8 gute Solo-\nStimmen zu rechnen, und was die Ausführung anbelangt, so werde\nich an meinem Theile dabei zu wirken suchen, was ich einem\nKunstgenossen, wie Sie, schuldig zu sein mich stets verpflichtet ge-\nhalten habe.\nSagen Sie mir hierüber bald ein bejahendes Wort. Das Geld\nsoll Ihnen pünktlich Übermacht werden. Mit inniger Verehrung\nund Liebe Ihr Zelter.\nBeethoven an Zelter.\nWien den 25. März 1823.\nEuer Wohlgebohren!\nIch ergreife diese Gelegenheit, um ihneu alles gute von mir zu\nwünschen die Überbringerin bat mich Sie ihnen bestens zu em-\npfehlen, ihr Nähme ist Cornega. Sie hat einen schönen Mezzo So-\nprano u. ist überhaupt eine kunstvolle Sängerin ist auch in meh-\nreren Opern aufgetreten mit Heyfall.\nich habe noch genau nachgedacht ihrem Vorschlag für ihre\nSingakademie, sollte dieselbe einmal im Stich erscheinen, so schicke\nich ihnen ein Exemplar ohne etwas dafür zu nehmen, gewiss ist,\ndass sie beinahe bloss a la capella aufgelührt werden könnten, das\nganze müsste aber doch hierzu noch eine Bearbeitung finden nnd\nvielleicht haben sie die Geduld hiezu. übrigens kommt ohnehin\nein Stück gantz a la capella bey diesem Werke vor u. möchte\ngrade diesen Styl vorzugsweise den einzigen wahren Kirchen-Styl\nnennen Dank für ihre Bereitwilligkeit von einem Künstler, wie\nsie mit Ehren sind, würde ich nie etwas annehmen - ich ehre\nsie und wünsche mir Gelegenheit zu haben, ihnen dieses thätlich\nzu beweisen. Mit Hochschätzung Ihr Freund u. Diener\nBeethoven."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-01-17-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-01-17_01#c005", "volume": "bmtnabi_1857-01-17_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "23", "page_fin": "23", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.2.5", "titre_corps": "Fünftes Gesellschafts-Concert in Köln im Casinosaale, unter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferdinand Hiller.", "titre_sommaire": "Fünftes Gesellschafts-Concert in Köln im Casinosaale, unter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferdinand Hiller.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.7", "debut_caractere": 2592, "fin_caractere_exclue": 5541, "texte": "Fünftes Gesellschafts-Concert in Köln\nim Casinosaale,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn\nFerdinand Hiller.\nDinstag, den 13. Januar 1857.\n„Joseph Ilaydn's Schöpfung\" lautete ganz einfach das\nProgramm, und das war genug, um eine solche Menge von Zuhö-\nrern herbei zu ziehen, dass der Hauptsaal, die Galerieen, die Ne-\nbenzimmer und sogar die äusseren Zugänge zu den offenen Thü-\nren der Galerieen dicht besetzt waren. Wir müssen die Thatsache\nconstatiren, dass wir seit Jahren einen solchen Zudrang zu dem\nConcertsaale nicht gesehen haben. Das wirkte der Zauber des Na-\nmens Ilaydn und der unvergänglichen Schönheit seiuer Musik.\nSo lange es noch dergleichen Zuhörerschaften in Deutschland gibt,\ndie sich zu Haydn's Musik drängen und mit inniger Freude seinen\nTönen lauschen, kann der Engländer, der neulich mit Recht über\ndas Musikgeschwätz der Zukünftler eiferte, ruhig sein; der gesunde\nGeschmack des deutschen Volkes lässt sich in der Tonkunst so\nleicht nicht irre führen.\nVon den Soli war die Sopran-Partie dem Fräul. Francisca\nVeith, Sängerin am Stadttheater zu Frankfurt am Main, anver-\ntraut; leider aber kam sie von der Reise sehr angegriffen hier an,\nentschloss sich jedoch kurz vor dem Anfange des Concertes, wenn\nauch nicht Alles, doch die zwei Arien: „Nun beut die Flur\" und\n„Auf starkem Fittig\", und die Eva im dritten Theile zu singen. Sie\nerregte grossen und verdienten Beifall. Die Stimme hat an Helle\nlind Biegsamkeit und der Vortrag besonders an Ausdruck und\nkünstlerischem Maass gewonnen. Die Heiserkeit war allerdings in\nden Mitteltönen zu bemerken, jedoch nicht auf störende Weise. Die\nHöhe der Stimme ist sehr rein und klar, nur möge sich die Sän-\ngerin vor zu scharfer Betonung der einzelnen Töne in dieser Re-\ngion hüten. Die übrigen Nummern in der Partie hatte die Kunst-\njüngerin Fräul. Catharina Deutz ganz unvorbereitet am Tage\nder Aufführung übernommen, was mit Dank anzuerkennen ist. Die\nLösung der schwierigen Aufgabe macht ihr alle Ehre; namentlich\nsang sie das letzte Terzett, worin sich die Fülle ihrer schönen\nSopranstimme recht entfalten konnte, sehr befriedigend.\nIn derselben Lage befand sich Herr Schiffer, der bei der\nplötzlichen Verhinderung des Herrn DuMont-Fier die Partie des\nRaphael erst am Abende selbst übernahm. Die Durchführung der-\nselben bewährte seine musicalische Bildung und Sicherheit und\ngewann ihm gerechten Beifall. Den Uriel sang Herr Göbbels,\nder sich, wie wir hören, der Tonkunst widmen will. Bei seiner an-\ngenehmen und ziemlich kräftigen Tenorstimme und seiner bereits\nvorgeschrittenen allgemeinen musicalischen Ausbildung (er besucht\ndie Rheinische Musikschule hierselbst) berechtigt er zu guten\nHoffnungen\nDer Chor war sehr zahlreich besetzt, hätte iodess hier und da\nenergischer einsetzen können. War er aber einmal im Zuge, so\nwar die Wirkung der vielen frischen, jugendlichen Stimmen gerade\nbei dieser so klaren und sangbaren Musik wahrhaft erhebend und\nbegeisternd."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-01-17-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-01-17_01#c006", "volume": "bmtnabi_1857-01-17_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "23", "page_fin": "24", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.7", "debut_caractere": 5543, "fin_caractere_exclue": 6306, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nlliclefeltl, 12. Jan. Concert-Prograinrn: I) Sonate für Vio-\nline und Piano von Herrn, Wichmann; 2) Arie aus „Romeo\nund Julie\"; 3) Romanze für Violine von Ferd. Laub; 4) drei\nitalienische Lieder von Herrn. W ichmann; 5) Arie aus „Lu-\ncrezia Borgia\"; 6) Piece für Violine von Seb. Bach (ohne Be-\ngleitung); 7) Concert-Piece für Violine von Vicuxtcmps; 8)\nGrosse Arie aus „Scmiramis\". Fräul. Marian na Parisott i aus\nRom wusste durch ihre schöne, geschulte Allstimme die Aufmerksam-\nkeit des Publicums irn \\ollsten Maasse zu fesseln. Sic singt mit\nGeschmack und Eleganz und empfing dafür laut den Dank der\nZuhörer. Die italiänischen Lieder von Herrn. Wichmann sind sehr\nanmulhige Compositionen, die von der Sängerin reizend vorgelra-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5225, "texte": "gen wurden. Der königliche Concertmeister Ferd. Laub erzielte mit\nseinen Vorträgen einen Beifallssturm, wie er seit Liszt's Auftreten\n(13. Nov. 1841) hier noch nicht vorgekommen ist. Alles lauschte\ndem trefflichen Künstler, der bei Lösung seiner schwierigen Auf-\ngaben seine ganze Meisterschaft entfaltete.\n• ■\nDas Werk von Dr. Karl Ludw. Merkel, Arzt und Privat-\ndocent der Medicin in Leipzig: Anatomie und Physiologie\ndes menschlichen Stimm- und Sprach-Organs (An-\nthropophonik) ist jetzt vollständig erschienen (Leipzig, bei\nAmbros. AbelJ. Es-ist ein durchaus wissenschaftlich gearbeitetes\nund auf fleissige - und gründliche Beobachtungen und zahlreiche\nVersuche begründetes Werk. Der erste Theil ist rein anatomisch;\nim zweiten dürfte das Capitel über die Tonbildüng (Physiologie\ndes Stimmorgans) mit den Unter-Abtheilungen Nr. 3, Theorie der\nmenschlichen Stimme, undNr.4, Betrachtung des Gesanges\nim Allgemeinen und über einige Gesang-Manieren und\nGesang fehl er und irrthüraliche Kunst-Ausdrücke. für den Sän-\nger und Gesanglehrer am interessantesten sein.\nIjeipzig. Am Neujahrstage fand das 11. Abonnements-Con-\ncert im Gewandhause Statt. Frau Dr. Clara Schumann trug\ndas D-moll-Concert von Mozart und Beethoven's Variationen Es-\ndur, Op. 35, vor. Das Publicum drückte der grossen, hartgeprüften\nKünstlerin auf die enthusiastischste Weise seine Sympathieen und\nHochachtung aus, was der unglücklichen Frau um so wohlthuen-\nder gewesen sein muss, als dieselbe erst ganz kürzlich durch ein\nvon Kopenhagen aus über sie verbreitetes und leichtsinnig weiter\ngedrucktes falsches Gerücht arg gekränkt worden ist. Jenes Gerücht\nwar nämlich geflissentlich auch hierorts ausgesprengt worden und\nhatte auch wohl hin und wieder Glauben gefunden erst später\nerfuhr man, dass die ganze Sache eine infame dänische Mystifl-\ncation gewesen. Im 12. Gewandhaus-Concerte (8. Januar) spielte\nsie das Concert ihres Gatten und drei Solostücke; in dem Quar-\ntett-Verein (am 3. Januar) das Trio in G-moll, Op. 110, Nr. 111.\nvon Schumann und die Sonate in Es-dur, Op. 27, von Beethoven.\nWien* Capellmeister Johann St raus s dirigirte nach acht-\nmonatlicher Abwesenheit am Sonntag den 21. December v. J. im\nk. k. Volksgarten sein Orchester wieder zum ersten Male persön-\nlich. Strauss wurde von einer Versammlung von nahezu 3000 Per-\nsonen mit einem minutenlang anhaltenden Applaus und den\nfreundlichsten Acclamationen empfangen. Ueber die neu producir-\nten Compositionen lässt sich nur sagen, dass selbe oftmals stür-\nmisch zur Wiederholung verlangt wurden und das Talent ihres\nVerfassers neuerdings bewährten. Strauss' Capelle wirkte mit be-\nsonderem Eifer.\nDie Abonnements-Soireen für Kammermusik im Seuffert'sehen\nSalon, welche sich seit mehreren Jahren eines guten Rufes er-\nfreuen und bisher hauptsächlich auf die Mitwirkung des Herrn\nWillmers basirt waren, werden auch in dieser Saison Statt finden.\nDieselben beginnen den 14. Februar und werden von 14 zu 14\nTagen (jeden zweiten Samstag Abends) fortgesetzt.\nFräul. Louise Mayer hat mit der Valentine in den Hugenot-\nten von ihrer nunmehrigen Stellung als Prima Donna an unserer\nOper Besitz ergriffen. Der Empfang war auszeichnend, und es\nwurde*) dem träulein nach den beiden Duetten Hervorrufungen\nzu 1 heil. Herr Ander gab den Raoul in gewohnter Weise vor-\nzüglich; zeitweilige Ausschreitungen auf dem Gebiete der Stimm-\nkraft mögen in Berücksichtigung der Abrundung seiner Gesammt-\nleistung für diesmal auf sich beruhen.\nHerr Auerbach, seit mehreren Monaten Mitglied des Hof-\nOperntheaters, ist, trotz vollkommener Gesundheit, seit dem 25.\nNovember v. J. nicht mehr aufgetreten ; er hat seit dem 1. Sept.\nvier Mal gesungen, bezieht aber eine Jahres-Gage von 8000 Fl.!!\nDie Aufführung von Dorn's „Nibelungen44 verzögert sich noch\nimmer*).\nNeues Mittel für Virtuosen, um volle Häuser zu\nbekommen. Jedermann, der sich einiger Maassen um pädagogi-\nsche Erfahrungen bekümmert hat, weiss, was die Kinder und be-\nsonders die löchter für einen Einfluss auf die Eltern haben. Auch\nThalberg und (hoffentlich hauptsächlich) sein Agent in-New-\nYork wussten dies. Am 2. December v. J. luden sie drei Tau-\nsend junge Mädchen, aus den 50 bis 60 Schulen und Instituten\nder Stadt mit Bücksicht auf ihren Sinn und Fleiss für Musik (bö-\nsere Zungen behaupten, auf das Vermögen der Eltern) gewählt, zu\neinem Concerte ein, in welchem Thalberg spielte und die Angri\nsang. Die Vorsteher der Institute und Schulen, die Lehrer, ja, die\nMitglieder des Erziehungsrathes sassen auf der Bühne, der Zu-\nschauerraum auf allen Plätzen prangte nur von der Blüthe des\njungfräulichen Nachwuchses der gegenwärtigen Generation- von\nNew-York. Dabei wurden Reden gehalten über den Fortschritt der\nPädagogik in America überhaupt und in Bezug auf die Kunst, und\nThalberg selbst sprach aus, „wie glücklich es ihn mache, den schö-\nnen Zuhörerinnen eine Freude bereitet zu haben44!!\nBern. In Nr. 1 ist zu berichtigen: S. 5, Sp. 2, Z. 11 Stobäus,\nstatt Stob. - Z. 13 hinter „Choräle44 einzuschalten: „zu erwähnen44.\n—Z. 10. v. u. „Gesamm Ist ud i e n4\\ statt „Gesangstücken'4.\nZ. 17 v. u. del. „sich44.'\n*) Hierauf bezieht sich auch die Notiz in Nr. 2, S. 14, Sp. 2\nunten, welcher aus Versehen „Wien\" nicht vorgesetzt wor-\nden ist."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "17", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nHeinrich Marschner. 11. Von L. Bischoff. Pariser Briefe. 111. (Ballet Komische Oper: Johann von Pa-\nris Stockhausen Der Sylphe von Clapisson Maitre Pathelinvon Bazin). Von B. P. Originalbriefe von Beethoven und Zelter.\nFünftes Gcsellschafts-Concert in Köln. Tages- und Unterhaltungsblatt (Bielefeld. Concert Leipzig, Concerle, Frau Clara\nSchumann Wien, Johann Strauss, Fräul. Louise Mayer, Dorn's Nibelungen).\n\nHeinrich Marschner.\nII.\nSein erstes Zusammentreffen mit Beethoven schilderte\nMarschner späterhin öfter mit Humor und gerechterer\nWürdigung als diejenige war, mit welcher er es im Augen-\nblicke selbst auffasste. Der einundzwanzigjährige Jüngling\nmochte freilich von dem Oberpricster der Tonkunst ein\ntieferes Eingehen auf die mitgebrachten Manuscripte erwar-\ntet haben, und sehnte sich nach Aufschlüssen über die Ge-\nheimnisse der Kunst, die er nur hier zu finden hoffte. Al-\niein Beethoven liebte es nicht, viele Worte zu machen.\nEr nahm den jungen indess ganz gut auf, sah\ndie Manuscripte flüchtig durch, gab sie mit einem „Hm!*,\ndas mehr Zufriedenheit als das Gegentheil ausdrückte, zu-\nrück und sagte: „Ich hab' nicht viel Zeit nicht zu oft\nkommen aber wieder was mitbringen.\" Mochte nun\nder Eindruck von Beethoven's Ton oJcr die plötzliche Ent-\ntäuschung zu hoch gespannter Erwartungen in dem jungen\nManne eine augenblickliche Bestürzung und darauf folgende\nLeidenschaftlichkeit erregt haben, kurz, er kam wie ver-\nzweifelnd nach Hause, zerriss die Notenhefte, die er mit-\ngenommen, packte seinen Koffer und wollte nach Leipzig\nund zu dem begonnenen Brod-Studium zurück, da er ja\ndoch kein Talent zur Kunst besitze!\nBei diesen Anstalten und in dieser Stimmung trafen\nihn der Graf und der Professor Klein aus Press-\nburg. Der Auftritt bei Beethoven wurde ihnen in grosser\nAufregung erzählt, machte aber natürlich einen ganz an-\nderen Eindruck auf sie, als auf den jungen Heisssporn ;\nihre Schilderung Beethoven's und seiner Art und Weise\nrief in Marschner die Erinnerung an das Wohlwollen und\ndie Innigkeit, die in dem Blicke des Meisters lagen, als er\ndie wenigen Worte sprach, zurück, und als er nun gar\nerzählte, dass ihm Beethoven zum Abschiede freundlich die\nHand gegeben, so wurde es den Freunden um so leichter,\nein ganz anderes und wahreres Bild jener Scene in ihm\nhervorzurufen, als leidenschaftliche Aufregung ihm vorge-\nspiegelt hatte. Spätere Besuche bei Beethoven zeigten, dass\nsich die Freunde nicht geirrt hatten; er war immer wohl-\nwollend und liess auch hier und da ein ermunterndes Wort\nfallen. Doch trat Marschner nicht, in ein näheres Verhält-\nniss zu ihm.\nAuf einem Gute des Grafen in Ungarn schrieb Marsch-\nner sein erstes musicalisch-dramatisches Werk; „Der\nKyffhäuser Berg\", Text von Kotzebue, eine komische\nOperette in Einem Acte. Sie wurde mit Beifall gegeben.\nDer Clavier-Auszug erschien erst später als Op. 90 bei\nCranz in Hamburg im Jahre 1830.\nDort lernte er auch den Dr. Hornbostel aus Wien\nkennen, mit dem er eine freundschaftliche Verbindung\nschloss, deren nächste Frucht die dreiactige Oper „Hein-\nrich IV. und Aubigne\" war, wozu jener den Text ge-\ndichtet hatte. Diese Oper war das erste bedeutendere Werk\nMarschner's; es bekundete sein grosses Talent für drama-\ntische Musik, und das günstige Ortheil des von ihm hoch\nverehrten Meisters C. M. von Weber hob sein Vertrauen\nzu sich selbst und warf ihn mit Entschiedenheit in die\nLaulbahn, die ihn zu hohem Buhme und ehrenvollen Wir-\nkungskreisen lührte.\nDas Verhältniss Marschner's zu Weber und nament-\nlich des letzteren Einfluss auf die künstlerische Entwick-\nlung Marschner's ist meistens nicht ganz wahrheitsgetreu\ndargestellt worden. Zu richtiger Würdigung desselben\nmuss man nicht vergessen, dass Marschner im Jahre 1818\ndie Partitur von Heinrich IV. an Weber sandte, also zu\neiner Zeit, wo Weber noch kaum mit der Oomposition des\nFreischütz beschäftigt war, der erst 1821 auf die Bühne"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "18", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.2", "texte": "kam. Seine Silvana, den Abu Hassan u. s. w. und auch die drei\ngrossen Clavier-Sonaten halte er aber bereits geschrieben. Im\nJahre 1817 war er als Capellmeister der deutschen Oper nach\nDresden gekommen, und dahin sandte ihm Marschner seine\nOper. Weber's freundliche Antwort und sein ganzes Be-\nnehmen gegen den jüngeren Componisten gereicht seinem\nCharakter zur grössten Ehre. Wie freudig war Marschner\nerstaunt, als der Meister nicht nur die Sendung sehr\nfreundlich aufnahm und sich günstig über die Composition\naussprach, sondern sogar gleich in dem ersten Briefe ver-\nhiess, die Oper auf die dresdener Bühne zu bringen!\nDarüber verging indess einel geraume Zeit, während\nwelcher sich Marschner mit der Composition einer zweiten\nOper, „Saidar\", von Hornbostel beschäftigte. Kaum ge-\ndachte er noch des Versprechens von Weber, als ihm in\neiner Sommernacht (1819) träumt, er sitze im Hoftheater\nzu Dresden, das er nie gesehen hatte, und harre mit Herz-\nklopfen der Aufführung seiner Oper. Die Ouvertüre be-\nginnt, er vernimmt jeden Ton derselben, und am Schlüsse\ndringt rauschender Beifall in sein entzücktes Ohr. Der\nVorhang geht auf, die Vorstellung nimmt ihren geordneten\nLauf, die Musik gefällt, und mehrere Nummern werden\ndurch lauten Applaus ausgezeichnet. Da erwacht er,\nspringt auf von seinem Lager, und halb von Wehmutb,\nhalb von Hoffnung bewegt, schreibt er sich Tag und Stunde\nund die Nummern der Gesangstücke auf, die am meisten\nbeklatscht worden. Dann geht er mit mehreren jungen\nFreunden, die ihn in der Frühe abholen, auf eine Land-\npartie.— Nach zehn Tagen erhält er einen Brief von We-\nber: sein Heinrich IV. ist in der That an demselben\nAbende, wo er den Traum gehabt, aufgeführt, die Ouver-\ntüre beklatscht, das Ganze beilällig aufgenommen und jene\nNummern, von denen er es so lebhaft geträumt, wirklich\nalle ausgezeichnet worden! Zugleich schrieb Weber, er\nhabe die freudige Genugthuung, im Aultrage des Geheimen\nRathes Grafen von Vitzthum ihm zehn Ducaten Hono-\nrar übersenden zu können.\nDie Oper „Saidar\" wurde von der deutschen Opern-\nGesellschaft in Pressburg gegeben, erregte aber bei zwei-\nmaliger Aufführung (1819) keine Theilnahme. Es fehlte\nder Handlung an allem dramatischen Interesse. Im Druck\nist, ro viel uns bekannt, aus beiden Opern nichts erschienen.\nIn Pressburg, wo Marschner eine Zeit lang auch als\nMusiklehrer wirkte, schrieb er einige kleine und grosse\nMessen und mehrere Orchesterstücke, Sinfonieen und\nOuvertüren, die er aber nicht veröffentlicht hat. Eine neue\nOper, „Lucrezia\", Text von Ekschlager, damals Theater-\nSecretär in Pressburg, begann er im Jahre 1820, vollen-\ndete sie aber erst 1826 und brachte sie in Danzig unter\nseiner eigenen Leitung mit vielem Beifall auf die Bühne.\nSie soll treffliche Chöre und Ensemblestücke enthalten. Ob\nsie sonst noch irgendwo aufgeführt worden, wissen wir\nnicht. Gedruckt sind daraus B als\nOp. 51, die Ouvertüre für Orchester und Pianoforte als\nOp. 68 (Leipzig, bei Ristner), und ein (als Op.\n90?) bei Nagel in Hannover.\nIm Jahre 1821 verliess Marschner Ungarn und ging\nnach Dresden, wohin ihn die Liebe und Verehrung zu\nC. M. von Weber zog. Weber, damals 35 Jahre alt, nur\nzehn Jahre älter als Marschner, nahm ihn sehr freundlich\nauf, und sehr bald bildete sich zwischen beiden hochbegab-\nten Männern jenes schöne Verhältniss, das aus der Ver-\nwandtschaft ihrer Seelen, der Gleichheit der Gefühls- und\nAnschauungsweise erblühte und in dem edelsten Streben\nfür die Kunst um der Kunst willen und in der gleichen\nGeistesrichtung Beider Nahrung und Dauer fand. Fast je-\nden Abend, den nicht das Theater in Anspruch nahm,\nbrachte Marschner bei Weber und dessen Gattin zu, wo\ndann über die musicalische Bewegung der Zeit und über\ndie höchsten Interessen der Kunst die Gedanken ausge-\ntauscht wurden. Aber nicht nur Gedanken und Ansichten,\nauch das am Tage musicalisch Geschaffene und entweder\nim Kopfe Fertige oder schon Niedergeschriebene tauschten\ndie Freunde Abends gegen einander am Ciavier aus und\ntheilten einander ihr Für oder Dawider mit. Dass dieser\nvertraute Umgang lür Marschner ein in hohem Grade an-\nregender und geistig lördernder sein musste, war natür-\nlich. Allein dass er ein Schüler Weber's in dem eigent-\nlichen und gewöhnlichen Sinne des Wortes gewesen, ist\neine zwar viel verbreitete Angabe, die Einer dem Anderen\nnachschrieb, aber sie streitet durchaus gegen die Wahrheit.\nDass seine nächste grosse Oper, der Vampyr, in der ro-\nmantischen Richtung, in der harmonischen Färbung, in\ndem Geistigen der Töne überhaupt sich dem Charakter der\nWeber'schen Musik anschioss, war um so natürlicher, als\nnicht nur der allgemeine Einfluss der Romantik, welche die\nZeit beherrschte, sondern auch der besondere persönliche\nUmgang mit Weber, als dem Koryphäen derselben in der\nTonkunst, unmöglich ohne Einwirkung auf den fünfund-\nzwanzigjährigen jungen Mann bleiben konnten. Wir wer-\nden später noch einmal auf diesen Punkt zurückkommen.\nAber auch Weber wusste die Nähe Marschner's gar\nwohl zu schätzen, wovon schliesslich die Anstellung\nMarschner's als königlicher Musik-Director bei der italiäni-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "19", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.3", "texte": "sehen und deutschen Oper im Jahre 1823 in Dresden\nden besten Beweis gab. Schon früher jedoch erhielt Marsch-\nner auf Weber's Empfehlung gar manche ehrenvolle Auf-\nträge, namentlich z. B. zu Kleist's Drama „Der Prinz\nvon Homburg\" eine Ouvertüre und Zwischen-\nmusik zu schreiben, mit denen das Schauspiel noch jetzt\nin Dresden gegeben wird. Die Ouvertüre ist später bei\nBreitkopf & Härtel als Op. 57 erschienen.\nFriedrich Kind, der mit seinem Texte zum Freischütz\nnnter Weber's musicalischen Schwingen so rasenden Er-\nfolg gehabt hatte, liess darauf ein Volks-Schauspiel, „Schön\nElla'', folgen, wobei er aber selbst erfahren musste, dass\n„Sechse treffen, Sieben äffen!\" Er verlangte von Marschner\ndie Composition der Gesänge. Obwohl diese nur Neben-\nsache bei dem Schauspiel waren, so konnte Marschner\ndoch den Antrag nicht wohl abweisen und warf einige Me-\nlodieen aufs Papier, die er, wie man zu sagen pflegt, aus\ndem Aermel schüttelte. Es war nicht viel daran; dennoch\nliessen eine Menge Theater-Directionen, in der Hoffnung\nauf einen unausbleiblichen Erfolg Freischütz, Buch\nund Partitur kommen. Das Ding fiel überall mit Glanz\ndurch, aber Dichter und Componist verdienten Geld dabei,\nworüber sich Keiner mehr lustig machte, als Marschner\nselbst (1822). Hofmeister druckte die Musik zu „Schön\nElla\" als Op. 27.\nTheodor Hell hatte sich in derselben Zeit auch mit\neinem Schauspiel mit Musik, „Ali Baba\" genannt, an\nMarschner gewandt; es wurde nur in Dresden gegeben\nund missfiel ganz und gar. Die Ouvertüre (Op. 26) ist\nauch bei Hofmeister erschienen. Bei der Aufführung sass\nMarschner zufällig neben einer Dame, die in sehr starken\nAusdrücken über die Musik herfuhr. Er stimmte ein und\nschimpfte wo möglich noch ärger darauf los. Am anderen\nMorgen macht die neu engagirte Sängerin Schönberger\ndem neu ernannten Musik-Director ihre Aufwartung und\nerkennt mit Schrecken in ihm ihren Nachbar von gestern,\nder über ihre Verlegenheit herzlich lachte.\nDer junge Musik-Director halte anlänglich allerlei Wi-\ndersacher; es fehlte nicht an Unzufriedenen im Orchester,\nderen Unmulh und Eifersucht sich Luft machten, wie sie\neben konnten. Allein sehr bald legte sich diese Opposition,\nda Marschner ein treffliches Directions-Talent entwickelte\nund die Künstler zu behandeln verstand. Die beiden Ca-\npellmeister Morlacchi und Weber waren wegen schwacher\nGesundheit häufig verhindert, ihre amtlichen Geschäfte zu\nversehen, und so bekam Marschner mehr als zu viel Gele-\ngenheit, die beste Dirigentenschule, nämlich diejenige am\nTheaterpulte, durchzumachen. Trotz der mannigfachen Be-\nschäftigungen und Zerstreuungen, welche diese Lage mit\nsich brachte, gewann er doch noch Zeit, an seiner „Lu-\ncretia\" zu arbeiten und noch dazu an die Ausführung\neines Planes zu gehen, der wohl in unserer Zeit wieder\naufgenommen zu werden verdiente.\nEr kam nämlich auf den Gedanken, in ähnlicher Weise\nwie Kotzebue's Almanach lür Privatbühnen und Liebhaber-\nTheater, eine Art von Taschenbuch lür komische Ope-\nretten mit derselben Bestimmung herauszugeben, und\nfand zu dem Unternehmen in Hartmann zu Leipzig einen\nVerleger. Allein seine Einladungen an mehrere Dichter\nund Componisten von Ruf fanden keinen Anklang. Da ent-\nschloss er sich kurz, den ersten Jahrgang selbst zu füllen,\nvermochte Friedrich Kind, ihm einen Text zu liefern, und\nso entstand die allerliebste einactige Operette „Der\nHolzdieb\", welche indem musicalischen Taschenbuche\n7 i >\nPolyhymnia zu Leipzig 1825 erschien und den gröss-\nten Beifall erhielt. Eine neue Auflage (als Op. 78) ist spä-\nter bei Bote und Bock in Berlin herausgekommen. Leider\nist sie, wie fast alle einactigen Opern, gegenwärtig von den\nBühnen verschwunden, was sehr zu bedauern ist, nicht\nbloss lür diese Gattung, sondern für die Kunst überhaupt.\nDenn die Composition kleiner Operetten ist eine treffliche\nSchule für den dramatischen Componisten, wie denn in\nFrankreich noch jetzt fast alle Opern-Componisten ihre\nLaufbahn, eben so wie die meisten ihrer Vorgänger es ge-\nthan, damit beginnen. Freilich haben die Franzosen auch\nSänger, welche Schauspieler sind, und ohne solche ist mit\nder Operette natürlich nichts zu machen*).\nDas Jahr 1826, in welchem Weber bekanntlich nach\nLondon reis'te, vermehrte Marschner's amtliche Geschäfte\nbedeutend. Zugleich aber führte es ihm eine geliebte\nGattin zu. Am 3. Juli vermählte er sich mit der Sängerin\nMariane Wohlbrück, einer ausgezeichneten Künstlerin.\nSie war jung und schön, an l alent eine echt künstlerische\nNatur und dabei voll Geist und Gemüth. Sie machte bei-\nnahe achtundzwanzig Jahre lang das Glück seines Lebens\naus: am 7. Februar 1854 riss der Tod sie wieder von\nseiner Seite. Sie hatte viel Freude erlebt an eigenen\nTriumphen und, was für das liebende Weib ein noch weit\nerhebenderer Genuss ist, an dem Ruhm und den Erfolgen\nihres Gatten; aber auch viele schmerzliche Tage: denn sie-\n\n*)•„!) er Holzdieb\" wurde im vorigen Jahre in Barmen\nvon Dilettanten zugleich mit C. Rein ecke's „Oer vier*\njährige Posten\" recht artig gegeben."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "20", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.4", "texte": "ben von ihren Kindern waren ihr vorangegangen, sie hin-\nterliess dem Gatten nur eine Tochter und einen Sohn.\nDer dichterisch begabte Bruder seiner Gattin, Wilhelm\nWohlbrück, damals in Magdeburg, war bei der Hochzeit\nzugegen und verabredete auf Marschner's dringende Bitte\nmit ihm den Plan zum Texte einer grossen romantischen\nOper. Denn Marschner war gerade jetzt in dieser schön-\nsten Periode seines Lebens fast wie von einem fieberhaften\nDrange zum Componiren bewegt; er fühlte, dass sein\neigentliches musicalisches Schaffen erst jetzt in grossartige-\nrem Maassstabe beginne, dass er die Kraft dazu habe und\ndass die Gestaltung der äusseren Lebens-Verhältnisse, wo\nsie sich irgend hemmend entgegen stelle, dem Drange des\ninneren Triebes weichen müsse. Es war der Genius, der\nwie ein Gefangener an den Gittern seines Kerkers rüttelte\nund dem die glücklichste Liebe die Kraft gab, sie zu zer-\nbrechen.\nDiese innere Ungeduld, diese geistige Aufregung, diese\nSehnsucht nach Freiheit war es, was ihn zu der raschen\nForderung seiner Entlassung trieb, mehr als die durch\nWeber's Tod unendlich vermehrten Geschäfte, und mehr\nals die verweigerte Gewährung einiger persönlichen Wün-\nsche von Seiten der Intendanz des Hofthealers. Nach man-\ncherlei Schwierigkeiten erhielt er besonders durch die\nwohlwollende Vermittlung des Ministers von Einsiedel sei-\nnen Abschied.\nNun ging das glückliche Künstlerpaar auf Reisen, und\neine Reihe von Gastspielen und Concerten in den ersten\nStädten Deutschlands, in Berlin, Breslau, Danzig (wo\nMarschner auch seine Oper „Lucretia\" aufführte) u. s. w.\nbrachten Ehre und Gewinn und, was eine Hauptsache war,\ndennoch Müsse genug, und zwar eine sorgenfreie, zum\nComponiren. Der Dichter der neuen Oper konnte den\nrasch arbeitenden Componisten nicht schnell genug befrie-\ndigen, so dass dieser im Frühjahre 1827 selbst nach Mag-\ndeburg ging, um durch persönliches Drängen die Vollen-\ndung des Buches zu betreiben. Hier in Magdeburg, wo der\nschöne Friedhof ein Lieblings-Spazirgang Marschners war,\nda, wo das Grün des Frühlings auf den Fluren sprosste,\nunter denen die Todten den langen Winterschlaf schliefen,\nda fanden die Hauptscerien des „Vampvr\". ihre Erfin-\ndung und erste Gestaltung.\nVon Magdeburg aus setzte das Künstlerpaar seine\nReise durch Deutschland fort und besuchte jetzt auch den\nSüden und Westen des grossen Vaterlandes. Es war in\nAachen, wo der Entschluss gefasst wurde, nach Paris zu\ngehen und die Hauptstadt von Frankreich zum bleibenden\nAufenthalte zu wählen. Wer kann wissen, was Marschner\ngeleistet haben würde, wenn die französische grosse Oper\nihn angezogen und für sich gewonnen hätte? Keinenfalls,\ndas ist unsere feste Ueberzeugung, würde er der deutschen\nKunst und mit ihr der Wahrheit der Empfindung und des\nGefühls untreu geworden sein, niemals die Lüge an ihre\nStelle gesetzt und um die Gunst der Menge durch Glanz\nund Prunk oder raffinirten Effect gebuhlt haben. Ein sehr\nvorteilhaftes Anerbieten von Leipzig aus hinderte die Aus-\nführung des gefassten Planes; Marschner kehrte an der\nWestgränze Deutschlands wieder um und folgte der Ein-\nladung des Hofrathes Küstner, welcher damals das leipzi-\nger Stadttheater leitete und zu bedeutender Kunsthöhe\nemporbrachte. -\n\"X\nIm September 1827 trafen Marschner und seine\nGattin in Leipzig ein, und zugleich übersandte Wohlbrück\ndas vollständige Buch zum Vamp y r. Noch in demselben\nJahre vollendete Marschner die Composition, und die bal-\ndigste Aufführung der Oper wurde ihm zugesagt. Dennoch\nwar diese vor dem 6. März 1828 nicht möglich zu ma-\nchen, und nun konnte einer der Lieblingswünsche Marsch-\nner's, dass seine Gattin dieMalvina singe, wegen interessan-\nter Umstände nicht in Erfüllung gehen. Trotzdem war die\nAufführung eine vortreffliche und der Erfolg der Oper ein\nungeheurer. Bald darauf wurde sie in Berlin und auf den\nmeisten grösseren Bühnen Deutschlands gegeben und\ndrang noch in demselben Sommer bis nach London, wo\nsie mit englischem Text und Zuschnitt mehr als sechszig\nMal gegeben wurde und dem Componisten den Ruf ver-\nschaffte, nach London zu kommen und dort eine Oper zu\nschreiben. Er nahm die ehrenvolle Einladung an, die ihn\nin London zum Nachfolger Weber's machte, studirte mit\nFleiss Englisch und wollte im Januar 1829 die Reise an-\ntreten, als der Brand des Coventgarden-Theaters, der auch\ndurch die Vernichtung der Bibliothek und der Garderobe\nein ungeheurer Verlust für die Unternehmer war, die Aus-\nführung des Vorhabens plötzlich und, wenigstens für jetzt,\nganz und gar vereitelte.\n\nPariser Briefe.\n\nIII.\n(S. Nr. 52 v. v. J. und Nr. 1 v. 3. Januar 1857.)\n[Neue Ballets Komische Oper: Johann von Paris\nStock hausen Der Sylphe von Clapisson\nMnitre Patheiin von Bazin.]\nMit dieser »Rose von Florenz\", die so lange Zeit\nbrauchte, sich zu entfalten, und so wenige Tage, um zu"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "21", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.5", "texte": "verblühen, ist der ganze Neuigkeits-Bericht der grossen\nOper begonnen und geschlossen. Um jedoch gerecht zu\nsein, darf ich nicht vergessen, dass sie zwei neue Ballets\ngebracht hat, gegen Ende des Jahres die sehr irdischen\nund prosaischen „Elfen\", früher den „Corsar\", der seinen\nErfolg indessen auch mehr dem Finale mit dem Schiff auf\noffenem Meere, als seiner übrigen Poesie verdankt. Man\nerzählt hier, dass Meyerbeer nach der ersten Aufführung\ndes Corsaren, welcher er beiwohnte, das Haus sehr ver-\ndriesslich verlassen habe. Warum? Ein Haupt-Effect der\n„ Africanerin'' (welche übrigens, wie ich authentisch ver-\nsichern kann, wirklich existirt) soll auf der Erscheinung\neines Schiffes und einer darauf spielenden Scene beruhen.\nNun denke man sich den Aerger des Meisters, als er diese\nBerechnung auf eine nie da gewesene Wirkung sich vor-\nweg genommen sah! Als nun vollends am Theater de la\nPorte St. Martin der „Sohn der Nacht\" mit seinem Schiffe,\ndas auf dem wogenden Meere dem Souffleurkasten zu Leibe\ngeht und alle Augenblicke in den Abgrund des Orchesters\nzu versinken droht, ganz Paris anzog, da verdüsterte sich\ndie Atmosphäre um den neuen Stern immer mehr, und\nwer weiss, ob er jetzt jemals aufgehen wird, ob nicht die\nAfricanerin selbst Schiffbruch gelitten hat!\nKehren wir zur komischen Oper zurück, so müssen\nwir mit Bedauern berichten, dass Boieldieu's trefflicher\nJean de Paris,den man wieder aufgenommen, nicht den\nerwarteten Erfolg gehabt hat. Mit dieser Oper begann\nBoieldieu, der früher den „Benjowski\", den „Kalifen\",\nnMa tante Aurore\" mit Beifall geschrieben halte, nach\nseiner Rückkehr aus St. Petersburg im Jahre 1812 die\nzweite, fruchtbarere und bedeutendere Periode seines ton-\nkünstlerischen Schaffens. Der „Johann\" machte ausser-\nordentliches Glück; allein der Componist fand in Elleviou,\nder damals einer fabelhalten Vogue genoss, einen Darsteller\nund Sänger des Johann und in Marlin einen Seneschall,\nwie sie seitdem nicht wieder gekommen sind, eben so we-\nnig als George Brown in der Weissen Dame jemals einen\nzweiten Roger finden dürfte. Nach Elleviou's Rücktritt\nlebte in der That der Johann von Paris mehr im Volke\nund bei den Dilettanten, als auf dem Theater. Obschon\nsich mehrere Tenoristen, besonders Debütanten, in der\nHauptrolle versuchten, so konnte es doch die Oper nicht\nwieder zu der früheren Gunst bringen. Und es ist freilich\n' *\nwahr, es gehören zu den drei Haupt-Partieen, Prinzessin,\nJohann und Seneschall, ausgezeichnete Sänger und Schau-\nspieler, und Künstler, welche für die Feinheiten der komi-\nsehen Oper Beides vereinigen, fangen auch hier selten zu\nwerden an. Der Tenor war bei der ersten Vorstellung\n(Anfang November) heiser, die Prinzessin, Mlle. Boulart,\nerst seit zwei Jahren aus dem Conservatoire entlassen,\nzwar nicht übel, allein doch der Rolle noch keineswegs ge-\nwachsen, und Stockhausen, der als Seneschall debu-\ntirte, hatte es nur seiner trefflichen Schule, die man hier\nzu Lande denn doch immer zu schätzen weiss, zu danken,\ndass er nicht ausgelacht wurde. Dieser Sänger weiss seine\nkleine, weder umfang- noch metallreiche, im Gegentheil\netwas dumpfe Stimme mit einer ausserordentlichen Mei-\nsterschaft zu behandeln, und je länger man ihn hört, desto\nmehr wird man durch den kunstgewandten Vortrag ge-\nwonnen, und vergisst die Mängel der Stimme so sehr, dass\ndiese, wenigstens bei dem Vortrage von Liedern, sogar\neinen gewissen sinnlichen Reiz bekommt. Allein bei aller\nAchtung von Seiten der Renner machte ihn doch die Un-\ngeschicktheit auf den Brettern bei dem grossen Publicum\ntodt, und ich zweifle, ob er diese überwinden und jemals\nmehr als ein vortrefflicher Liedersänger werden wird.\nEine wirkliche Neuigkeit war „Le Sylphe\", komi-\nsche Oper in zwei Acten, Text von de St. Georges,\nMusik von Clapisson (erste Vorstellung \"27. November\nv. J.). Dies ist die Oper, welche den Verfassern, wenn auch\nnicht verdoppelten Beifall, doch doppeltes Honorar einge-\nbracht hat; denn zuerst wurde sie dem Spielpachter von\nBaden überlassen und daselbst im Sommer 1856 aulge-\nführt, und dann erschien sie in Paris auf der Scene. Der\nText ist nach einer alten ilaliänischen Komödie (1743),\naus welcher später ein Ballet und noch später von Mar-\nmontel eine Erzählung, Le Mari Sylphe, gemacht worden\nist, bearbeitet. Die Erfindung ist läppisch und die Handlung\nsehr einförmig, was denn auch auf die Musik, die ebenfalls\nan Monotonie leidet, nicht ohne Einllnss geblieben ist.\nEine geistersüchtige Dame glaubt an Sylphen, was einen\nSee-Capitän nicht abschreckt, ihr die Hand zu bieten. Sie\nzögert, allein der Gesang ihres unsichtbaren Sylphen be-\nstimmt sie dazu. Dicht vor der Hochzeit gibt sie einem\nAnderen sogar bis zur Verabredung einer Entführung Ge-\nhör, aber der Sylphe hält sie zurück. Am Ende beschwört\nsie ihn, eine sichtbare Gestalt anzunehmen; er thut's und\nerscheint in der Gestalt ihres Mannes, der den Sylphen ge-\nspielt hat und durch diese Rolle selbst aus einem rohen\nSeebären ein geschmeidiger Gatte geworden ist!\nEine Ouvertüre hat die Oper nicht, wohl aber eine\nmysteriöse Instrumental-Einleitung mit Saitenschwirren,\nHarfe, Violin-und Clarinett-Solo, dessen Motiv bei der An-\nnäherung des Sylphen immer wiederkehrt. Das Motiv"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "22", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.6", "texte": "u. s. W.ist recht hübsch, aber da die Sylphen-Erscheinung\neine Lüge ist, so ist die Musik dazu auch nichts weiter,\nund das stört den Eindruck. Ueberhaupt ist die Oper lange\nnicht so melodieenreich, als die Fanchonnette; jedoch ist\ndieselbe Einfachheit und Eleganz in der Behandlung des\nOrchesters vorhanden, und Einzelnes ist auch in den Ge-\nsängen recht hübsch. Die vortreffliche Darstellung der bei-\nden Hauptrollen, nämlich des Ehepaares, durch Madame\nVan-den-Ileuvel, geborene Caroline Duprez, und\nHerrn Faure, dem die Natur eine der wohlklingendsten\nBaritonstimmen verliehen hat, sicherte den Erfolg der er-\nsten Vorstellung und zog auch noch späterhin das Publi-\ncum an.\nIm December (den 1 2.) brachte das Theater der ko-\nmischen Oper dann noch eine Neuigkeit, die ganz entschie-\nden durchschlug und seitdem wöchentlich drei bis vier Mal\ndas Haus füllt. Diesen Zauber bewirkt die alte Posse vom\nMaitre Palhclin, welche die Herren de Leuven und F.\nLangle in Einen Act auf sehr geschickte Weise zusam-\nmengedrängt haben, wozu dann F. Bazin eine allerliebste\nMusik gemacht hat, die seinen früheren Leistungen im ko-\nmischen Genre [Le TrompeUe etc.) nicht\nnachsteht, ja, des Einfachen, echt Komischen noch mehr\nenthält, als jene. Die Dichter haben einige Personen mehr\nhinein gebracht, als das alte Lustspiel enthielt, z. B. einen\nSohn des Tuchhändlers und eine Tochter und Magd des\nAdvocaten; im Uebrigen sind alle Hauptscenen, wie die\nAbschwatzung des Tuches, die öffentliche Gerichtssitzung,\ndie Walmsinns-Scene des Advocaten, sogar das Bä des\nSchäfers beibehalten. Und wie trefflich wird das Ding ge-\nspielt! Couderc, als Advocat, ist vollendet, eben so köst-\nlich Berthelier, der den Schäfer macht; und die Scenirung\nund Gruppirung bietet Volks-Gemälde und Genrebilder\ndar, die der niederländischen Malerschule Ehre machen\nwürden, wie z. B. der Junge, der dem ehrsamen Stadt-\nrichter die Schleppe des Amtsrockes trägt und dabei ganz\ngemüthlich sein Bulterbrod mit weissem Käse verspeis't.\nKurzum, vom Parterre liis zur obersten Galerie wieder-\nhallt Alles von homerischem Gelächter. Und vor etwa an-\nderthalb Jahren fiel ein ähnlicher Versuch, dieselbe Posse\nwieder auf die Bühne zu bringen, gänzlich durch!\n\nB. P,\n\nDrei Briefe, zwischen Beethoven und\nZelter gewechselt\n*).\nBeethoven an Zelter.\nWien, den 8. Februar 1823.\nMein wackrer Kunstgenosse!\nEine Bitte an sie lässt mich schreiben, da wir einmal so weit\nentfernt sind, nicht mit einander reden zu können, so kann aber\nauch leider das schreiben nur selten sein ich schrieb eine grosse\nMesse, welche auch als Oratorium könnte (für die Armen) (eine\njetzt schon gute [unleserlich, vielleicht hier?] eingeführte Gewohn-\nheit) gegeben werden, wollte aber selbe nicht auf die gewöhnliche\nArt im Stich herausgeben, sondern an die ersten Höfe nur zukom-\nmen machen, das Honorar beträgt öO Duk. Ausser denen Exempla-\nren, worauf subscribirt ist, wird sonst keins ausgegeben, so dass\ndie Messe nur eigentlich Manuscript ist, aber es muss doch schon\neine ziemliche Anzahl seyn, wenn etwas für den Autor heraus-\nkommen soll, ich habe alihier der Königl. Preussischen Gesand-\nschaft ein Gesuch überreicht, dass Sr. Majestät der König von\nPreussen geruhen möchten ein Exemplar zu nehmen, habe auch\nan türst Badziwill geschrieben, dass selbe sich darum annehmen\nWas sie hierbey selbst wirken können, erbitte ich mir von ihnen,\nein d. a. Werk könnte auch der singacademie dienen, denn Es\ndürfte wenig fehlen, dass es nicht beynahe durch die Singstiinmen\nallein ausgeführt werden könnte, je mehr verdoppelter und verviel-\nfältigt selbe aber mit Vereinigung der Instrumente sind, desto gel-\ntender dürfte die Wirkung sein auch als Oratorium, da die\nVereine für die Armuth d. g. nöthig haben, dürfte es am Platze\nsein schon mehrere Jahre immer kränkelnd und daher eben\nnicht in der gläntzendsten Lage, nahm ich Zuflucht zu diesem Mit-\ntel, Zwar viel geschrieben aber er schrieben beynahe O\nmehr gerichtet meinen Blick nach oben aber gezwungen\nwird der Mensch oft um sich und anderer willen, so muss er sich\nunten senken, jedoch auch dieses gehört zur Bestimmung des Men-\nschen mit wahrer Hochachtung umarme ich Sie mein lieber\nKunstgenosse ihr Freund Beethoven.\nZelter an Beethoven.\nBerlin, den 22. Februar I82;{.\nIhren Brief vom 8. d., mein hochverehrter Freund, habe ich\nam 15. ejusd. erhalten, und wenn ich mit liefern Leide an Ihrer\nfortdauernden Kränklichkeit Anthcil nehme: so ist meine Bewun-\nderung um so grösser, indem Sie, trotz ihres Zustandes, die Welt\nmit einem neuen grossen Werke ihrer Meisterhand bereichern.\nIhr Unternehmen habe ich in meinem Kreise bekannt gemacht\nund muss, wie jeder Ihrer Verehrer, selbigem einen ungetheilten\nSuccess wünschen.\nDamit ist denn aber so viel als nichts geschehen, wenn nicht\nPersonen von guten Mitteln und eben so gutem Willen dazuthun.\n\\\\ as unsre Singakademie betrifft, so ist ihnen solche durch\neigne Erfahrung bekannt. Sie haben sie bei Ihrem liiersein schon\nvor etwa 2<j Jahren ihrer, mir unvergesslichen (iegenwart gewür-\ndigt, und wenn sie jetzt auch nicht mehr leistet, so darf ich doch\nsagen, dass man nicht zurückgekommen ist. Eine solche Gesell-\nschaft nun (wiewohl eiue harmonische), die weit über die Hälfte\naus Frauen, Töchtern, Jünglingen und Kindern besteht, von wel-\nchen ein bedeutender Theii auch von dem geringen Beitrag befreit\nist, zu einem pecuniären Zweck zu vereinigen, ist eine eigne Auf-\ngabe, und wer viel fragen muss, der hat viele Antworten zu hoflVn.\n\n*) In der berliner Musik-Zeitung (Verlag von Hock) durch Herrn\nDr. Huitel mitgetheilt."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "23", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.7", "texte": "Dessen ungeachtet denke ich ein Exemplar Ihres edlen Werkes\nfür den bestimmten Preis von 50 Dukaten auf meine eigne Gefahr\nzu erstehen, wenn Sie, würdiger Freund, Sich folgenden Vorschlag\nwollen gefallen lassen.\nSie wissen, dass in unsrer Akademie nur Capellstüke (ohne In-\nstrumentalbegleitung) geübt werden. Nun heisst es in Ihrem Briefe,\ndass Ihre Messe beinahe durch die Singstimmen allein\naufgeführt werden könnte. Demnach müsste es Ihnen ge-\nringe Mühe machen, das mir bestimmte Exemplar gleich so einzu-\nrichten, dass das Stück geradezu für uns brauchbar wäre.\nDer Vortheil, welcher für Ihren dauernden Iluhm daraus her-\nvorgehen muss, indem ein solches Stück bei uns Jahr aus, Jahr\nein 4 bis 5 mal neu eingeübt wird, wäre es nicht allein; Sie wür-\nden Ihr Wrcrk dadurch für alle ähnlichen Gesellschaften, deren es\nim Preussischen allein eine bedeutende Anzahl gibt, brauchbar\nmachen, indem an kleineren Orten wie Berlin die Instrumental-\nbesetzung immer dürftig zu sein pflegt. Was uns betrifft, so hätten\nSie ausser einem Singechor von 160 klingenden Stimmen, welche\nwöchentlich zweimal zur Uebung kommen, auf 4 bis 8 gute Solo-\nStimmen zu rechnen, und was die Ausführung anbelangt, so werde\nich an meinem Theile dabei zu wirken suchen, was ich einem\nKunstgenossen, wie Sie, schuldig zu sein mich stets verpflichtet ge-\nhalten habe.\nSagen Sie mir hierüber bald ein bejahendes Wort. Das Geld\nsoll Ihnen pünktlich Übermacht werden. Mit inniger Verehrung\nund Liebe Ihr Zelter.\nBeethoven an Zelter.\nWien den 25. März 1823.\nEuer Wohlgebohren!\nIch ergreife diese Gelegenheit, um ihneu alles gute von mir zu\nwünschen die Überbringerin bat mich Sie ihnen bestens zu em-\npfehlen, ihr Nähme ist Cornega. Sie hat einen schönen Mezzo So-\nprano u. ist überhaupt eine kunstvolle Sängerin ist auch in meh-\nreren Opern aufgetreten mit Heyfall.\nich habe noch genau nachgedacht ihrem Vorschlag für ihre\nSingakademie, sollte dieselbe einmal im Stich erscheinen, so schicke\nich ihnen ein Exemplar ohne etwas dafür zu nehmen, gewiss ist,\ndass sie beinahe bloss a la capella aufgelührt werden könnten, das\nganze müsste aber doch hierzu noch eine Bearbeitung finden nnd\nvielleicht haben sie die Geduld hiezu. übrigens kommt ohnehin\nein Stück gantz a la capella bey diesem Werke vor u. möchte\ngrade diesen Styl vorzugsweise den einzigen wahren Kirchen-Styl\nnennen Dank für ihre Bereitwilligkeit von einem Künstler, wie\nsie mit Ehren sind, würde ich nie etwas annehmen - ich ehre\nsie und wünsche mir Gelegenheit zu haben, ihnen dieses thätlich\nzu beweisen. Mit Hochschätzung Ihr Freund u. Diener\nBeethoven.\n\nFünftes Gesellschafts-Concert in Köln\nim Casinosaale,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn\nFerdinand Hiller.\nDinstag, den 13. Januar 1857.\n„Joseph Ilaydn's Schöpfung\" lautete ganz einfach das\nProgramm, und das war genug, um eine solche Menge von Zuhö-\nrern herbei zu ziehen, dass der Hauptsaal, die Galerieen, die Ne-\nbenzimmer und sogar die äusseren Zugänge zu den offenen Thü-\nren der Galerieen dicht besetzt waren. Wir müssen die Thatsache\nconstatiren, dass wir seit Jahren einen solchen Zudrang zu dem\nConcertsaale nicht gesehen haben. Das wirkte der Zauber des Na-\nmens Ilaydn und der unvergänglichen Schönheit seiuer Musik.\nSo lange es noch dergleichen Zuhörerschaften in Deutschland gibt,\ndie sich zu Haydn's Musik drängen und mit inniger Freude seinen\nTönen lauschen, kann der Engländer, der neulich mit Recht über\ndas Musikgeschwätz der Zukünftler eiferte, ruhig sein; der gesunde\nGeschmack des deutschen Volkes lässt sich in der Tonkunst so\nleicht nicht irre führen.\nVon den Soli war die Sopran-Partie dem Fräul. Francisca\nVeith, Sängerin am Stadttheater zu Frankfurt am Main, anver-\ntraut; leider aber kam sie von der Reise sehr angegriffen hier an,\nentschloss sich jedoch kurz vor dem Anfange des Concertes, wenn\nauch nicht Alles, doch die zwei Arien: „Nun beut die Flur\" und\n„Auf starkem Fittig\", und die Eva im dritten Theile zu singen. Sie\nerregte grossen und verdienten Beifall. Die Stimme hat an Helle\nlind Biegsamkeit und der Vortrag besonders an Ausdruck und\nkünstlerischem Maass gewonnen. Die Heiserkeit war allerdings in\nden Mitteltönen zu bemerken, jedoch nicht auf störende Weise. Die\nHöhe der Stimme ist sehr rein und klar, nur möge sich die Sän-\ngerin vor zu scharfer Betonung der einzelnen Töne in dieser Re-\ngion hüten. Die übrigen Nummern in der Partie hatte die Kunst-\njüngerin Fräul. Catharina Deutz ganz unvorbereitet am Tage\nder Aufführung übernommen, was mit Dank anzuerkennen ist. Die\nLösung der schwierigen Aufgabe macht ihr alle Ehre; namentlich\nsang sie das letzte Terzett, worin sich die Fülle ihrer schönen\nSopranstimme recht entfalten konnte, sehr befriedigend.\nIn derselben Lage befand sich Herr Schiffer, der bei der\nplötzlichen Verhinderung des Herrn DuMont-Fier die Partie des\nRaphael erst am Abende selbst übernahm. Die Durchführung der-\nselben bewährte seine musicalische Bildung und Sicherheit und\ngewann ihm gerechten Beifall. Den Uriel sang Herr Göbbels,\nder sich, wie wir hören, der Tonkunst widmen will. Bei seiner an-\ngenehmen und ziemlich kräftigen Tenorstimme und seiner bereits\nvorgeschrittenen allgemeinen musicalischen Ausbildung (er besucht\ndie Rheinische Musikschule hierselbst) berechtigt er zu guten\nHoffnungen\nDer Chor war sehr zahlreich besetzt, hätte iodess hier und da\nenergischer einsetzen können. War er aber einmal im Zuge, so\nwar die Wirkung der vielen frischen, jugendlichen Stimmen gerade\nbei dieser so klaren und sangbaren Musik wahrhaft erhebend und\nbegeisternd.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nlliclefeltl, 12. Jan. Concert-Prograinrn: I) Sonate für Vio-\nline und Piano von Herrn, Wichmann; 2) Arie aus „Romeo\nund Julie\"; 3) Romanze für Violine von Ferd. Laub; 4) drei\nitalienische Lieder von Herrn. W ichmann; 5) Arie aus „Lu-\ncrezia Borgia\"; 6) Piece für Violine von Seb. Bach (ohne Be-\ngleitung); 7) Concert-Piece für Violine von Vicuxtcmps; 8)\nGrosse Arie aus „Scmiramis\". Fräul. Marian na Parisott i aus\nRom wusste durch ihre schöne, geschulte Allstimme die Aufmerksam-\nkeit des Publicums irn \\ollsten Maasse zu fesseln. Sic singt mit\nGeschmack und Eleganz und empfing dafür laut den Dank der\nZuhörer. Die italiänischen Lieder von Herrn. Wichmann sind sehr\nanmulhige Compositionen, die von der Sängerin reizend vorgelra-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "24", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570117-01.1.8", "texte": "gen wurden. Der königliche Concertmeister Ferd. Laub erzielte mit\nseinen Vorträgen einen Beifallssturm, wie er seit Liszt's Auftreten\n(13. Nov. 1841) hier noch nicht vorgekommen ist. Alles lauschte\ndem trefflichen Künstler, der bei Lösung seiner schwierigen Auf-\ngaben seine ganze Meisterschaft entfaltete.\n• ■\nDas Werk von Dr. Karl Ludw. Merkel, Arzt und Privat-\ndocent der Medicin in Leipzig: Anatomie und Physiologie\ndes menschlichen Stimm- und Sprach-Organs (An-\nthropophonik) ist jetzt vollständig erschienen (Leipzig, bei\nAmbros. AbelJ. Es-ist ein durchaus wissenschaftlich gearbeitetes\nund auf fleissige - und gründliche Beobachtungen und zahlreiche\nVersuche begründetes Werk. Der erste Theil ist rein anatomisch;\nim zweiten dürfte das Capitel über die Tonbildüng (Physiologie\ndes Stimmorgans) mit den Unter-Abtheilungen Nr. 3, Theorie der\nmenschlichen Stimme, undNr.4, Betrachtung des Gesanges\nim Allgemeinen und über einige Gesang-Manieren und\nGesang fehl er und irrthüraliche Kunst-Ausdrücke. für den Sän-\nger und Gesanglehrer am interessantesten sein.\nIjeipzig. Am Neujahrstage fand das 11. Abonnements-Con-\ncert im Gewandhause Statt. Frau Dr. Clara Schumann trug\ndas D-moll-Concert von Mozart und Beethoven's Variationen Es-\ndur, Op. 35, vor. Das Publicum drückte der grossen, hartgeprüften\nKünstlerin auf die enthusiastischste Weise seine Sympathieen und\nHochachtung aus, was der unglücklichen Frau um so wohlthuen-\nder gewesen sein muss, als dieselbe erst ganz kürzlich durch ein\nvon Kopenhagen aus über sie verbreitetes und leichtsinnig weiter\ngedrucktes falsches Gerücht arg gekränkt worden ist. Jenes Gerücht\nwar nämlich geflissentlich auch hierorts ausgesprengt worden und\nhatte auch wohl hin und wieder Glauben gefunden erst später\nerfuhr man, dass die ganze Sache eine infame dänische Mystifl-\ncation gewesen. Im 12. Gewandhaus-Concerte (8. Januar) spielte\nsie das Concert ihres Gatten und drei Solostücke; in dem Quar-\ntett-Verein (am 3. Januar) das Trio in G-moll, Op. 110, Nr. 111.\nvon Schumann und die Sonate in Es-dur, Op. 27, von Beethoven.\nWien* Capellmeister Johann St raus s dirigirte nach acht-\nmonatlicher Abwesenheit am Sonntag den 21. December v. J. im\nk. k. Volksgarten sein Orchester wieder zum ersten Male persön-\nlich. Strauss wurde von einer Versammlung von nahezu 3000 Per-\nsonen mit einem minutenlang anhaltenden Applaus und den\nfreundlichsten Acclamationen empfangen. Ueber die neu producir-\nten Compositionen lässt sich nur sagen, dass selbe oftmals stür-\nmisch zur Wiederholung verlangt wurden und das Talent ihres\nVerfassers neuerdings bewährten. Strauss' Capelle wirkte mit be-\nsonderem Eifer.\nDie Abonnements-Soireen für Kammermusik im Seuffert'sehen\nSalon, welche sich seit mehreren Jahren eines guten Rufes er-\nfreuen und bisher hauptsächlich auf die Mitwirkung des Herrn\nWillmers basirt waren, werden auch in dieser Saison Statt finden.\nDieselben beginnen den 14. Februar und werden von 14 zu 14\nTagen (jeden zweiten Samstag Abends) fortgesetzt.\nFräul. Louise Mayer hat mit der Valentine in den Hugenot-\nten von ihrer nunmehrigen Stellung als Prima Donna an unserer\nOper Besitz ergriffen. Der Empfang war auszeichnend, und es\nwurde*) dem träulein nach den beiden Duetten Hervorrufungen\nzu 1 heil. Herr Ander gab den Raoul in gewohnter Weise vor-\nzüglich; zeitweilige Ausschreitungen auf dem Gebiete der Stimm-\nkraft mögen in Berücksichtigung der Abrundung seiner Gesammt-\nleistung für diesmal auf sich beruhen.\nHerr Auerbach, seit mehreren Monaten Mitglied des Hof-\nOperntheaters, ist, trotz vollkommener Gesundheit, seit dem 25.\nNovember v. J. nicht mehr aufgetreten ; er hat seit dem 1. Sept.\nvier Mal gesungen, bezieht aber eine Jahres-Gage von 8000 Fl.!!\nDie Aufführung von Dorn's „Nibelungen44 verzögert sich noch\nimmer*).\nNeues Mittel für Virtuosen, um volle Häuser zu\nbekommen. Jedermann, der sich einiger Maassen um pädagogi-\nsche Erfahrungen bekümmert hat, weiss, was die Kinder und be-\nsonders die löchter für einen Einfluss auf die Eltern haben. Auch\nThalberg und (hoffentlich hauptsächlich) sein Agent in-New-\nYork wussten dies. Am 2. December v. J. luden sie drei Tau-\nsend junge Mädchen, aus den 50 bis 60 Schulen und Instituten\nder Stadt mit Bücksicht auf ihren Sinn und Fleiss für Musik (bö-\nsere Zungen behaupten, auf das Vermögen der Eltern) gewählt, zu\neinem Concerte ein, in welchem Thalberg spielte und die Angri\nsang. Die Vorsteher der Institute und Schulen, die Lehrer, ja, die\nMitglieder des Erziehungsrathes sassen auf der Bühne, der Zu-\nschauerraum auf allen Plätzen prangte nur von der Blüthe des\njungfräulichen Nachwuchses der gegenwärtigen Generation- von\nNew-York. Dabei wurden Reden gehalten über den Fortschritt der\nPädagogik in America überhaupt und in Bezug auf die Kunst, und\nThalberg selbst sprach aus, „wie glücklich es ihn mache, den schö-\nnen Zuhörerinnen eine Freude bereitet zu haben44!!\nBern. In Nr. 1 ist zu berichtigen: S. 5, Sp. 2, Z. 11 Stobäus,\nstatt Stob. - Z. 13 hinter „Choräle44 einzuschalten: „zu erwähnen44.\n—Z. 10. v. u. „Gesamm Ist ud i e n4\\ statt „Gesangstücken'4.\nZ. 17 v. u. del. „sich44.'\n*) Hierauf bezieht sich auch die Notiz in Nr. 2, S. 14, Sp. 2\nunten, welcher aus Versehen „Wien\" nicht vorgesetzt wor-\nden ist."}]}