{"numero_id": "bm-bmtnabi-1857-07-25-01", "volume": "bmtnabi_1857-07-25_01", "ocr_sha256": "c868ba4a0d13c88b6d6664af8f1e67d28d4dbc3cc82774181469f240aa117134", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1857/07/25_01/bmtnabi_1857-07-25_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1857-07-25-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-07-25_01#c001", "volume": "bmtnabi_1857-07-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 461, "texte": "Inhalt.\nDer Schutz des künstlerischen Eigenthums. Nekrologe: Joseph Fischhof, Anton Sclimid, K arl Czerny.\nMusicalisches Alphabet zum Briefschreiben mit musicalischen Zeichen. Von W. Herx. Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln,\nFremde Künstler Berlin, Henri Litolff, Eröffnung der Opern-Vorstellungen im Hoftheater, Preis-Ausschreiben Nymphenburg Wien,\nTheater-Bericht, Staudigl, Bichling Vieuxtemps London, Dr. H. Marschner Kubinstein Lemberg Leopold von Meyer)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-07-25-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-07-25_01#c002", "volume": "bmtnabi_1857-07-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "235", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.2.2", "titre_corps": "Der Schutz des künstlerischen Eigenthums.", "titre_sommaire": "Der Schutz des künstlerischen Eigenthums.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.1", "debut_caractere": 463, "fin_caractere_exclue": 4007, "texte": "Der Schutz des künstlerischen Eigenthums.\nIn der neuesten Zeit sind in Bezug auf den Rechts-\nschutz des künstlerischen Eigenthums einige Vorfälle zu\nöffentlicher Kunde gekommen, deren Kenntnissnahme von\nWichtigkeit ist.\nIn der Streitfrage zwischen den Musik-Verlegern Ri-\ncordi in Mailand und Bote & Bock in Berlin wegen\nNachdrucks der Oper „Der Troubadour\" von Verdi ver-\nöffentlicht Friedrich Hofmeister in Leipzig folgende\nErklärung;\n„Leipzig, 27. Juni. Die unter der Ueberschrift „ „Ver-\nmischtes\" \" S. 280 (Nr. 26) des 46. Bandes der N. Zeit-\nschrift f. Musik gegebene Mittheilung tritt in ihrer doppel-\ndeutigen Fassung in so empfindlicher Weise den Interessen\nmeines Vollmachtgebers Ricordi in Mailand nahe sie\nenthält dabei eine wesentliche, thatsächliche Unrichtigkeit\n—, dass ich mich gezwungen sehe, Sie um Veröffentlichung\nder folgenden Darlegung des wirklichen Sachverhaltes zu\nbitten. Ricordi in Mailand hat gegen die Bote &\nBock'sche Hof-Musikhandlung Klage wegen Nach-\ndrucks der Verdi'schen Oper „Der Troubadour\" erhoben.\nDarauf ist die policeiliche Beschlagnahme der vorgefunde-\nnen Exemplare erfolgt (keineswegs bloss die Sistirung des\nDebits). Bote & Bock richteten an Ricordi Vergleichs-Vor-\nschläge, in Folge deren durch mich, Ricordi's Bevollmäch-\ntigten, die Angelegenheit aussergerichtlich geordnet wurde.\nBote & Bock vernichteten ihre sämmtlichen Platten und\nExemplare der von Ricordi angefochtenen Ausgaben, ver-\npflichteten sich, unter Festsetzung einer sehr hohen Con-\nventionsstrafe, des künftigen Vertriebs dieser Ausgaben\naufs vollständigste sich zu enthalten, und erliessen in den-\njenigen Zeitschriften, welche Ankündigungen der Bote &\nBock'schen Ausgabe des Troubadour veröffentlicht hatten,\nnamentlich auch in der Berliner Musik-Zeitung und dem\nBörsenblatte für den deutschen Buchhandel (1856,Nr. 75,\nS. 1103), eine Erklärung folgenden Inhalts: „„Wir er-\nkennen hiedurch an, dass dem Herrn Titus Ricordi das\nalleinige Eigenthum der Verdi'schen Oper II Trovatore zu-\nsteht, und wir nur aus einem Irrthum uns für berechtigt\nerachtet haben, jene Oper gleichfalls zu drucken. Nachdem\nwir uns davon überzeugt, haben wir unsere Ausgabe jener\nOper zurückgezogen. Berlin. Bote & Bock.\"\" Wie\nhieraus erhellt, haben Bote & Bock gänzlich aufgehört,\nVerleger der Oper Der Troubadour zu sein. Die Freigabe\nder Exemplare, welche confiscirt waren, ist lediglich zum\nBehufe der (bereits erfolgten) Vernichtung derselben ge-\nschehen, und keineswegs ist, wie aus der Fassung der No-\ntiz in Nr. 26 Ihrer Zeitschrift verstanden werden muss, die\nBote & Bock'sche Ausgabe des Troubadour von Ricordi\nanerkannt und deren Debit frei gegeben worden. Im In-\nteresse der Wahrheit und des Rechtsschutzes des musica-\nlischen Eigenthums bitte ich angelegentlich, diesen Zeilen\nRaum in nächster Nummer zu vergönnen, und empfehle\nmich Ihnen mit grösster Hochachtung.\n„Ihr ergebenster Friedrich Hofmeister.\"\nEs knüpft sich hieran die Frage: „Besteht in Preussen\nmit allen Staaten in Italien ein Vertrag für den Schutz des\nmusicalischen Eigenthums, oder findet der vorliegende Fall\nseine rechtliche Begründung nur in Verträgen mit den\nStaaten des österreichischen Kaiserlhums?\"\nEinen zweiten Fall berichtet die Berliner Musik-Zeitung\nEcho in Nr. 28 (vom 19. Juli), wie folgt:\n„Nachdem durch ein Versehen Proch's Lied „ „Das\nErkennen\"\", Op. 36, welches, wie sämmtliche Lieder\nProch's, ausschliessliches Verlags-Eigenthum der k. k. Hof-\nMusicalienhandiung C. A. Spina in Wien ist, in die Samm-\nlung von Liedern der Herren J. Schuberth & Comp, ia"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4764, "texte": "Hamburg aufgenommen und als solches versandt wurde,\nhaben die Herren Schuberth & Comp, in Folge Einschrei-\ntens des allein berechtigten Verlegers nicht nur die Platten\ndieses Werkes und sämmtliche Vorräthe bereitwilligst an\ndie k. k. Hof-Musicalienhandlung C. A. Spina abgegeben,\nsondern sich auch verpflichtet, die noch im Verkehr befind-\nlichen Exemplare dieses Werkes alsogleich zurück zu zie-\nhen, indem nur der Handlung C. A. Spina allein der recht-\nmässige Verlag dieses Liedes zusteht.\"\nDiese Fälle beweisen, dass es in Deutschland mit der\nrechtlichen Anerkennung des geistigen Eigenthums jetzt\nbesser steht, als früher. Allein wie verhält es sich mit der\nAusbildung der Rechtslehre und Rechts-Praxis in Bezug auf\ndas gemeinsame Eigenthum zweier oder mehrerer\nIndividuen an einem Kunstwerke? im Besonderen des Dich-\nters und des Componisten? '•\nEs können hier drei Fälle eintreten:\n1) Composition eines bereits gedruckten oder noch un-\ngedruckten lyrischen Gedichtes;\n2) Composition einer Cantate, eines Oratoriums, einer\nOper;\n3) Composition eines Ballets.\nIm ersten Falle wird allgemein angenommen, dass die\ngedruckten Gedichte für den Nachdruck unter Noten\nvogelfrei sind. Es lässt .sich auch, wenn man nicht den\nWahlspruch: Fiat iustilia, pereat (beziehungsweise\nmusica) aufrecht halten will, dagegen nichts einwenden. Im\nGegentheil, es wird dem lyrischen Dichter, so wie dessen\nVerleger angenehm sein, wenn durch mehrfache, nament-\nlich durch gelungene, Composilionen seine Lieder u. s. f.\nweitere Verbreitung finden.\nEtwas Anderes ist es, wenn ein Dichter seine Lieder\nzum ersten Male gleich mit Melodieen eines Compo-\nnisten herausgibt. Hier wäre dann doch offenbar von einem\ngemeinsamen geistigen Eigenthum die Rede. Man denke\nsich z. 8., dass Wilhelm Müller und Franz Schubert ihre\nDichtungen in Wort und Ton zusammen veröffentlicht hät-\nten, so würden sie offenbar das Recht gehabt haben, jeden\neinzelnen Text mit anderer Melodie eben so als\nNachdruck zu verfolgen, wie jede einzelne Melodie mit dem-\nselben oder einem anderen Texte in fremdem Verlage. Dass\nihr Eigenthura sie zu gleichem Gewinn berechtigt hätte,\nwird Niemand bestreiten wollen.\nWarum bestreitet man denn aber im zweiten Falle,\nbei Composilionen von Cantaten, Oratorien, Opern nament-\nlich, die gleiche Berechtigung von Dichter und Compo-\nnisten am Gewinn? Welch ein Gesetz oder welche Rechts-\nPraxis gilt hier, wenn kein Privat-Vertrag vorliegt?\nInteressant ist in dieser Hinsicht die Entscheidung des\nk. Kammergerichts zu Berlin im ersten Jahrzehend unseres\nJahrhunderts in dem Processe zwischen Kotzebue als\nDichter und Himmel als Componisten der Operette „Fan-\nchon, das Leiermädchen\". Wir entnehmen die Darstel-\nlung der Urtheilsgründe auszugsweise einem Aufsatze der\nberliner juristischen Zeitschrift „Der Publicist\".\nFanchon machte bekanntlich ausserordentliches Glück.\nKotzebue trat als Kläger gegen Himmel auf; jener schlug\nIflland, dieser Göthe, Schlegel und Tieck zu Sachverstän-\ndigen vor.\nZur Richtschnur für den Richter lag kein anderes Ge-\nsetz vor als das preussische Landrecht. Dieses sagt Tit\nXVII. §§. 169, 170 ff.: *\n„Ein Vertrag, durch welchen mehrere Personen ihr\nVermögen oder Gewerbe oder auch ihre Arbeiten und\nBemühungen ganz oder zum Theil zur Erlangung eines\ngemeinschaftlichen Endzweckes vereinigen, wird ein Gesell-\nschafts-Vertrag genannt.\"\n» Ist kein schriftlicher Vertrag gemacht, gleich-\nwohl aber durch die gemeinschaftlichen Verwendungen der\nGesellschafter etwas erworben worden, so wird ein solcher\nErwerb gemeinschaftliches Eigenthum, welches\naus einer zufalligen Begebenheit entstanden ist und als\nCommunio incidensbeurtheilt wird. Die theilbaren Nutzun-\ngen einer gemeinschaftlichen ■ Sache müssen, im Mangel\nnäherer Bestimmungen, allemal nach Verhältniss der Anrechte\neines jeden Interessenten getheilt werden, und bei der Ge-\nmeinschaft des Eigenthums wird vermuthet, dass jeder Mit-\nEigenthümer gleiches Recht und eben so viel Recht als der\nandere an der gemeinschaftlichen Sache habe.\"\nNach diesen gesetzlichen Vorschriften sind die Verhält-\nnisse des Dichters und des Componisten einer Oper zu be-\nurtheilen. '\nKeiner von Beiden veräussert sein besonderes Eigen-\nthum, weder ausdrücklich, noch stillschweigend, welches\nletztere angenommen werden könnte, wenn der Grundsatz:\nAccessorium sccjuitur principulC)hier Anwendung lände, was\naber nicht der Fall ist, da es durchaus an einem Maass-\nstabe zur Bestimmung fehlt, welches von beiden, der Opern-\ntext oder die musicalische Composition, als Accessorium\noder als Principaie zu betrachten ist. Beide sind Werke der\nKunst, beide sind wesentliche Bestandtheile des aus ihnen\nbestehenden Ganzen, der Oper; beide bedingen sich gegen-\nseitig: ohne Text ist keine Oper, ohne Musik auch nicht."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "235", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4152, "texte": "Da also Keiner sein besonderes Eigenthum veräussert\nhat, so liegt es in der Natur der Sache, dass das durch die\nVerbindung ihres besonderen Eigenthums entstehende, von\nseinen Bestandteilen, an sich betrachtet, ganz verschiedene\nGanze gemeinschaftliches Eigenthum werde.\nDa kein Vertrag vorhanden, so entsteht eine Commu-\nnio incidens des durch das gemeinschaftliche Eigenthum\nErworbenen. An diesem Erwerb participiren Beide nach\nVerhältniss ihres Anrechts. Dieses Anrecht ist im\nZweifel für Beide gleich, wenn keine ausdrückliche\nBestimmung ihrer Anrechte durch Willenserklärung vor-\nhanden ist. Das Gesetz enthält hierüber keine Bestimmung,\nund es bleibt mithin nur übrig, zu erwägen, ob in der Na-\ntur der Sache eine solche Bestimmung liegt.\nNach dem Gelühle scheint freilich der Werth der\nArbeit des Componisten in den der Arbeit des\nDichters zu übersteigen. Diese Beurtheilung kann aber nur\nder individuelle Kunstsinn eines jeden Individuums ihm an\ndie Hand geben; sie liegt ganz ausser dem Gesichtskreise\nder Beurtheilung des Richters, als solcher.\nAngenommen, der innere Werth der Arbeiten Beider\nsollte in Hinsicht auf die Kunst in Betracht kommen, so\nwäre die Ausmittlung dieses Werthes zwiefach unmög-\nlich, und zwar, weil es hier an competenten Richtern fehlt,\nda die Regeln der Kunst so schwankend sind, dass auch\nnicht eine einzige fest und bestimmt objectiv da steht.\nDer Richter argumentirte daher im vorliegenden Falle:\n„Kotzebue und Iflland auf der einen Seite und Göthe, Schle-\ngel und Tieck auf der anderen Seite haben sich bekannt-\nlich als in allen Punkten entgegengesetzt in ihren kritischen\nGrundsätzen über die Kunst öffentlich ausgesprochen. Wel-\nche von den beiden Parteien auf dem rechten Wege ist,\nzu beurtheilen, würde eine Anmaassung des Richters sein,\ndie ihm nicht zusteht; er würde alsdann als Kunstrich-\nter concurriren.\n„Eine solche Concurrenz legen ihm aber die Gesetze\neben so wenig auf, als sie ihm eine Beurtheilung als Arzt,\nTheologe, Schuster oder Schneider zugestehen. Dies reicht\nhin, darzuthun, dass es an competenten Richtern zur Er-\nmittlung des inneren Werthes eines Kunstwerkes fehlt, und\nes braucht nicht dargethan zu werden, dass nach dem\nGeiste der Gesetze und nach der Natur der Sache Sach-\nverständige in dem Sinne, den die Gesetze diesem Begriffe\nunterlegen, in Sachen der Kunst nicht gedacht werden\nkönnen.\n„Der zweite Grund der Unmöglichkeit der Ausmittelung\ndes inneren Werthes der Arbeit des Operntext-Dichters\nund des Componisten ist der, dass der Werth beider Ar-\nbeiten nicht allein an sich, sondern im Verhältnisse zu ein-\nander bestimmt werden müsste. Beide aber sind Producte\nverschiedener Künste, und es lässt sich diese Relation\nzweier so generisch verschiedenen Gegenstände zu einander\ngar nicht setzen.\n„Allein abgesehen hiervon hängt die grössere oder ge-\nringere Quant i tä t.des aus der Oper und ihren Auflüh-\nrungen gezogenen Gewinnes nicht von ihrem inneren Wer-\nthe, sondern einzig und allein von dem Beifalle\ndes Publicums ab. Wem dieser gilt, dem Dichter oder\ndem Componisten, ist auszumitteln unmöglich.\n„Es geht mithin aus Allem hervor, dass dem Richter\ngar kein anderer Maassstab zur Bestimmung der Antheile\nBeider an dem gemeinschaftlichen Eigenthume der Oper\ngegeben ist, als den das Gesetz festset/.t.\n„Beide streitende Theile haben also glei-\nche Rechte an dem gemeinschaftlichen Werke\nund dem zufolge auch an dem dadurch gemachten\nErwerbe.\"\nSo entschied das Kammergericht über das Rechts-Ver-\nhältniss des Textdichters und des Componisten, und zwar\nnach sehr einfachen und klaren Gründen.\nRechtlich wird sich nichts dagegen einwendeu lassen;\ndennoch kann man in künstlerischer Hinsicht nicht läug-\nnen, dass die Musik bei der Oper die Hauptsache ist, wo-\nher denn auch die Gewohnheit des Publicums rührt, die\nOpern nur nach dem Componisten zu benennen und den\nDichter in der Regel sehr bald zu vergessen.\nSonderbar hat sich in dem dritten, oben angegebenen\nFalle, beim Ballet, die öffentliche Meinung und Gewohnheit\ngerade umgekehrt gestaltet; man hält die Erfindung des\npantomimischen Inhalts und der Tänze, ja, der Maschinerie,\nfür das Principaleund die Musik für das"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-07-25-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-07-25_01#c003", "volume": "bmtnabi_1857-07-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "235", "page_fin": "238", "image_debut": 3, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.2.3", "titre_corps": "Nekrologe.", "titre_sommaire": "Nekrologe.", "signature_source": "L. A. Zellner", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "235", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.3", "debut_caractere": 4154, "fin_caractere_exclue": 4686, "texte": "Nekrologe.\nJoseph Fischhof.\n\nDurch das Ableben FischhoPs verlor Wien eine sei-\nner hervorragendsten musicalischen Capacitäten. War auch\nder künstlerische Ruf des Verewigten kein europäisch-po-\npulärer, der in der Regel doch nur grossen produetiven\noder reproducirenden Erscheinungen zu Theil zu werden\npflegt, so hatte sein Name in dem Kreise der eigentlichen\nKunstwelt nichts desto weniger einen guten Klang, wel-\ncher seinen vielfachen Verdiensten, die er sich als Lehrer,\nausübender Musiker und Schriftsteller erwarb, nur zu sehr"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "236", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5312, "texte": "gebührte. Fischhof zählte zu den wenigen wiener Künst-\nlern, die diesen Ehrentitel in der höheren und vollen Be-\ndeutung beanspruchen durften; denn nicht allein sein aus-\ngebreitetes Fachwissen, seine gediegene, auf gründliche\nKenntnisse der gesammten classischen Musik-Literatur ba-\nsirte Geschmacksrichtung gaben ihm das Anrecht darauf,\nsondern auch seine allgemeine, nicht bloss auf das Kunst-\nfach beschränkte Kunst- und Weltbildung. Fischhof war\nin der Philosophie eben so zu Hause, wie in der Mathe-\nmatik und Geschichte, er besass eine mehr als encyklopä-\ndische Literatur-Kenntniss, war ein fertner Linguist so-\nwohl in der französischen, englischen als italiänischen Spra-\nche; sein deutscher Stil ist klar, von gewähltem Ausdruck,\nwie dies seine mehrfachen literarischen Arbeiten beweisen.\nMit diesen Vorzügen verband Fischhof das feine Benehmen\neines vollendeten Weltmannes; sein Gespräch war geist-\nreich, anregend, vielseitig, ein Resultat seiner grossen Be-\nlesenheit, obgleich er dieselbe nie absichtlich zur Schau\ntrug. Als Musiker huldigte Fischhof vorzugsweise der ern-\nsten Richtung Bach's; er verstand es, diesen Meister nicht\nallein nach technischer Seite zu würdigen, sondern auch in\npoetischer Beziehung aufzufassen; sein geschärfter Geistes-\nblick drang durch die formelle Strenge der äusserlichen\nAusdrucksweise und versenkte sich so lange, bis er auf den\ndichterischen Kern traf. Unter Fischhof's Händen wurde\nder verwickelte Contrapunktist zum phantasievollen Melo-\ndiker, wie es denn in der Reproduction Bach's wenige\nPianisten geben dürfte, die sich hätten mit Fischhof messen\nkönnen. Trotz dieser Prädilection lür die Bach'sche Rich-\ntung war Fischhof durchaus nicht Verpächter Bachianer;\nsein gebildeter Sinn machte ihn lür das Schöne, Grosse und\nGeistvolle empfänglich, wo er es traf. Er bewunderte eben\nso aufrichtig die hohe Einfachheit der Alt-Italiäner, als er\nlür die Grösse Beelhoven's erglühte; seine Pietät lür Haydn\nund Mozart war nicht geringer als die Achtung, die er\nGluck, Cherubini, Spontini, Weber, Spohr und Anderen\nzollte. Unter den Neueren waren Mendelssohn und beson-\nders Schumann seine Lieblinge, wie denn Fischhof über-\nhaupt stets auf der Höhe der Zeit stand und zu den zwar\nstillen, aber thätigen Verbreitern neuer Ideen und Rich-\ntungen gehörte. Er war einer der Wenigen, die den Be-\nstrebungen Berlioz' vor fünfzehn Jahren schon mit vollem\nVerständniss der Inientionen des Orchester-Reformators\nund der Tragweite derselben entgegen kamen. Mit gleicher\nBegeisterung ging er in die von Wagner und Liszt ange-\nbahnten Richtungen ein [??]. Bis vor zwei Jahren wa-\nren bei Fischhof regelmässig an Sonntagen Vormittags mu-\nsicalische Productionen, zu welchen allerdings nur ein klei-\nner Kreis von Freunden Zulritt hatte. Was die Musik-Li-\nteratur an werlhvollem Allem und tüchtigem Neuem aufzu-\nweisen hatte, wurde da in bunter Reihe vorgeführt. Schu-\nmann, Berlioz, Mendelssohn seiner Zeit, später Gade, Hil-\nler, Rubinstein, Brahms, Raff und Andere fanden hier ihr\nerstes Asvl, ihre Werke waren in diesem Kreise schon hei-\n%)\nmisch geworden, bevor die Aussenwelt sie kaum dem Na-\nmen nach kannte.\nW as seine Thätigkeit als Lehrer betrifft, so geben viele\nausgezeichnete Schüler (die, da sie zumeist den höheren\nStänden angehörten, nicht vor die Oeffentlichkeit traten)\nBeweise seiner intelligenten Methode. Obwohl sich Fisch-\nhof auch als Componist versuchte, so lieferten seine dies-\nfälligen Arbeiten zwar Zeugniss seiner tüchtigen Kennt-\nnisse, entbehrten aber der Originalität. Schätzenswerthes\naber leistete er in der Durchsicht und Adaptirung gediege-\nner Compositionen älterer Meister für die Bedürfnisse des\nmodernen Clavierspiels; das Sammelwerk „Classische Stu-\ndien\" (Wien, bei Haslinger) ist die tüchtige Frucht seiner\ndiesfälligen Arbeiten ein Werk, das jeden Ciavierspieler\nauf seinem Kunstpfade begleiten sollte. Eine nicht minder\nbeachtenswerthe Arbeit (noch Manuscript) hinterliess Fisch-\nhof in seinen „Varianten zu Bach's wohltemperirtem\nCiavier.\" Es ist dies eine kritisch gesichtete und commen-\ntirte, chronologisch geordnete Zusammenstellung aller Ab-\nweichungen, die sich in den verschiedenen gedruckten, wie\nhandschriftlichen Original-Ausgaben [??] des genannten\nBach'schen Werkes finden. Die Veröffentlichung dieses\nNachlasses wäre von grossem Interesse.\nDie Thätigkeit, die Fischhof als musicalischer Schrift-\nsteller, besonders in früherei» Jahren, entfaltete, war keine\ngeringe; er schrieb Vieles für die alle leipziger, dann die\nMarx'sche berliner Musik-Zeitung; die „Cäcilia\" und August\nSchmid's , Wiener Musik-Zeitung\" brachten mehrere Auf-\nsätze aus seiner Feder. Viele Artikel im Schilling'schen\nMusik-Lexikon haben ihn zum Verfasser. In letzterer Zeit\nnoch war er als Mitarbeiter an unseren Blättern betheiligt\n(wir erinnern an die Anfänge seiner „Geschichte für Musik\"\nim vorigen Jahrgange, die in Folge seiner bald darauf be-\ngonnenen Kränklichkeit leider nicht mehr fortgesetzt wur-\nden), und seine als Brochüre erschienene Geschichte des\nCiavierbaues, die viel schätzenswerthes, historisch-kritisches\nMaterial zu Tage fördert, dürfte aus der betreffenden Be-\nsprechung unseren Lesern noch im Andenken sein.\nAllen diesen vielseitigen Thätigkeiten setzte der unse-\nren Künstler in dem rüstigsten Mannesalter überraschende"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "237", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5209, "texte": "Tod am 28. Juni in Baden bei Wien ein schnelles\nZiel. Ein kurzer Abriss der äusseren Lebensgeschichte\nFischhoPs möge das Bild vervollständigen, welches zu zeich-\nnen wir versuchten.\nIn Butschowitz (Mähren) 1804 geboren, genoss der\njunge Joseph trotz seines Anfangs kränklichen Körpers\ndennoch frühzeitig einen so sorgsamen Unterricht, dass er\nschon im dritten Jahre lesen und im siebenten einer musi-\ncalischen Anleitung sich unterziehen konnte. Von seinem\nVater, einem achtbaren und sehr unterrichteten Kaufmanne,\nfür die Studien bestimmt, besuchte er in Brünn das Gym-\nnasium (1813 1819), erhielt daselbst zugleich den Mu-\nsik-Unterricht eines Clavierlehrers Jahelka, welchem später\nder verdienstvolle Capellmeister Rieger folgte. Sein schon\ndamals unverkennbares Talent äusserte sich in einigen\nCompositions- und Improvisations-Versuchen und einer\nnicht unbedeutenden technischen Fertigkeit. Nach den mit\nausgezeichnetem Erfolge vollendeten Humanioren schickte\nihn sein Vater auf die wiener Universität, um dort Philo-\nsophie und Medicin zu studiren. Durch seine glücklichen\nmusicalischen Anlagen gewann er sich einen hochherzigen\nGönner, Namens Constantin von Gyika, welcher ihn auf\nseine Kosten dem bekannten Clavierlehrer und Componisten\nAnton Halm zum Unterrichte übergab. Während drei Jah-\nren widmete er sich in seinen von den anstrengenden Stu-\ndien ihm frei bleibenden Nebenstunden mit eisernem Fleisse\nder Tonkunst, dem richtigen Sinn für das Wahre schon in\neiner Zeit folgend, wo die glänzende, dankbare Seite der\nMechanik viele angehende Tonkünstler sehr oft auf Abwege\nführt, so zwar, dass er, nach jener Frist von seinem Leh-\nrer ehrenvoll entlassen, die Theorie der Musik allein durch\nunermüdetes Lesen vieler Werke und zahlreiche Versuche\nsich eigen machte und später durch den Unterricht des be-\nrühmten Capellmeisters Ignaz Ritter v. Seyfried auch im\nstrengen Satze sich weiter ausbilden konnte. Damals liess\ner sich mit immer steigendem Beifalle einige Male öffent-\nlich hören, bis die Antretung seiner mediciniscben Studien\nalle Zeit in Anspruch nahm und auch die akademischen\nDisciplinar-Verhältnisse ihm das fernere öffentliche Auftre-\nten in dieser Richtung nicht mehr gestatteten. Spätere\nmercantilische Unfälle, welche seinen Vater trafen, zwan-\n%\ngen ihn, durch Musik-Unterricht sich die nöthige Subsistenz\nzu verschaffen, und der im Jahre 1827 plötzlich einge-\ntretene Todesfall seines Vaters entschied mit Einem Male\ndie mit Mühe unterdrückte Neigung, und er entschloss sich,\nnach den ehrenvoll absolvirten mediciniscben Lehrcursen\nsich ausschliessend der Musik zu widmen. Nebst dem,\ndass er, durch ein logisches Studium an Selbstdenken und\nConsequenz gewöhnt, bald den ausgezeichnetsten Clavier-\nlehrern Wiens beigezählt wurde, hat er durch sein gefühl-\nvolles, äusserst fertiges, besonders im A-vista-Treftan tüch-\ntiges und vorzüglich classische Musik hervorhebendes Spiel\nsich einen musicalischen Rang erworben. Seine ästhetische\nBildung gewann durch den Umgang mit mehreren Wien\nbesuchenden Künstlern, als Mendelssohn, Chopin, Schunke,\ndie Gebrüder Müller und Andere, eine immer höhere Be-\ndeutung, und er gewann dadurch jenen tieferen Einblick in\ndas Wesen der Kunst, der dem forschenden und reflecli-\nrenden Geiste die Pfade eines perennirenden Fortschreitens\nerschliesst und den Drang einflösst, dieselben nicht allein\nselbst zu wandeln, sondern zu deren Betretung auch An-\ndere anzuregen.\nFür seinen der Zeit voranschreitenden ästhetischen\nStandpunkt dient insbesondere das innige Verständniss zum\nBelege, welches er den Reform-Bestrebungen des nachmals\nso unglücklich endenden A. J. Becher entgegentrug. Becher\nhatte zu einer Zeit, wo Alles noch auf dem erschlaffenden\nPfühle Rossini'scher Melodik sich wälzte, schon jene Um-\ngestaltungen der Musik geahnt, welche in unseren Tagen\nerst zur Wahrheit zu werden beginnen [?]; er erkannte,\ndass eine neueAera hereinbrechen werde und von dem der\nneunten Sinfonie Beethoven's zu Grunde liegenden Princip\nihren Ausgang nehmen müsse, und Fischhof gehörte zu\nden Wenigen, die im Stande waren, diese gegen die dama-\nligen Zustände und Geschmacksrichtungen noch schroffer\nals heute abstechenden Anschauungen zu erfassen und\nsympathisch zu theilen.\nIm Jahre 1833 zum Professor des Claviers am wie-\nner Conservatorium ernannt, leistete er, so wie auch spä-\nter als Director, dieser Anstalt wesentliche Dienste. Seine\nMethode, bei Einem Ciavier einer grossen Schülerzahl ge-\nmeinschaftlichen Unterricht zu ertheilen, wozu er sich An-\nfangs des Kalkbrenner'schen Handleiters bediente, bewährte\nsich durch ergiebige Resultate als zweckmässig. Dass sein\nBestreben als Lehrer nicht bloss dahin zielte, die ihm an-\nvertrauten Zöglinge zu Ciavierspielern, sondern zu Musi-\nkern zu erziehen, versteht sich nach dem vorher Gesagten\nvon selbst, und sein Unterricht, bei welchem Theorie, Praxis\nund Aesthetik in stetem wechselseitigem Contact standen,\nzielte unablässig dahin, höhere Anschauungen einzuimpfen.\nHieher gehört auch die Erwähnung seiner „Transpositions-\nlehre14. nach deren einfachen Principien er seine Schüler\nin kurzer Zeit in den Stand setzte, jedes Tonstück in jede\nbeliebige Tonart a vista zu übertragen. Sein Vorsatz, diese"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "238", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1452, "texte": "letzterwähnte Theorie der Oeffentlichkeit zu übergeben,\nist nun zu nichte geworden, könnte aber noch ausgeführt\nwerden, da sich das Manuscript in seinem Nochlasse befin-\ndet. Fischhof bekleidete die Professur bis zum Jahre 1855,\nwo er seine Stelle in Folge eingetretener Differenzen mit\ndem Directorium niederlegte (und nicht, wie in der „Presse\"\nirrthümlich angegeben ist, dass Fischhof entlassen wor-\nden wäre), nachdem er ein Jahr früher noch die Vorträge\nüber Aesthetik und Geschichte der Musik zu halten begon-\nnen hatte.\nFischhof war Ehren-Mitglied der Santa Cäcilia in Rom,\ncorrespondirendes Ehren-Mitglied der niederländischen Ge-\nsellschaft zur Beförderung der Tonkunst, des Kirchenmu-\nsik-Vereins zu Pressburg, so wie der philharmonischen Ge-\nsellschaften zu Krakau, Pesth, Lemberg, Gratz und Karls-\nbad, des Mozarteums zu Salzburg und des archäologischen\nMuseums (Francesco-Carolinum) in Linz u. s. w. Er hin-\nterlässt eine junge Witwe, ein ansehnliches Vermögen, eine\nder reichhaltigsten Bibliotheken, die nur ein Privatmann\nbesitzen konnte, und ein höchst ehrenvolles Andenken bei\nder Nachwelt. Bei seinem Begräbnisse auf dem Währinger\nisraelitisehen Friedhofe gaben ihm zahlreiche Freunde und\nVerehrer das letzte Geleite, wobei nebstbei gesagt\nmit Befremden wahrgenommen wurde, dass das Conserva-\ntorium, dem der Verstorbene doch so lange Zeit angehörte,\ndurch Niemanden vertreten war. Sit Uli terra levis!\n(81. f. Musik.)\n\nL. A. Zellner."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-07-25-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-07-25_01#c004", "volume": "bmtnabi_1857-07-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "238", "page_fin": "238", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.2.4", "titre_corps": "Anton Schmid.", "titre_sommaire": "Anton Schmid.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "238", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.6", "debut_caractere": 1454, "fin_caractere_exclue": 2863, "texte": "Anton Schmid.\nKaum haben die letzten Töne am Grabe Fischhofs\nausgeklungen, so geht uns schon wieder eine neue Trauer-\nkunde über den beklagenswerthen Verlust eines Mannes\nvon ausgezeichnetem Kunstwirken zu. Anton Schmid,\nk. k. Custos der Hof-Bibliothek zu Wien, starb auf einer\nvor einigen Wochen angetretenen Reise in Salzburg am\n3. Juli Nachts. Seine Leiche wurde daselbst am Fried-\nhofe zu St. Sebastian in der Commungruft feierlich beige-\nsetzt. Die Vorstände und Künstler des Mozarteums in\nTrauerkleidung und zahlreiche Verehrer der Wissenschaft\nund Freunde des' Verstorbenen folgten dem Sarge des\nMannes, der ein halbes Jahrhundert für die Kunstgeschichte\ngewirkt halte, und dessen letzter Wunsch war, den Rest\nseines thätigen Lebens im schönen Salzburg beschliessen\nzu können, nach der letzten. Ruhestätte. Am Grabe trugen\ndie Sänger des Mozarteums einen Grabgesang vom Capell-\nmeister Taux vor, dem die ernste Menge, vom feierlichen\nMoment ergriffen, lauschte. Schmid hat seine Liebe zurMu-\nsik niemals in Sang und Klang geoffenbart, er hat ihr in\nden dunkeln Schachten historischer Gelehrsamkeit ein Asyl\ngebaut. Er war ganz eigentlich Forscher in seinem Ge-\nbiete, Forscher von einer Geduld und Gewissenhaftigkeit,\nwie sie immer seltener zu werden scheinen. [Sein biogra-\nphisches Werk über Gluck ist in der Niederrheinischen\nMusik-Zeitung seiner Zeit ausführlich beurtheilt worden.]\n(81. f. Musik.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-07-25-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-07-25_01#c005", "volume": "bmtnabi_1857-07-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "238", "page_fin": "238", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.2.5", "titre_corps": "Karl Czerny.", "titre_sommaire": "Karl Czerny.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "238", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.6", "debut_caractere": 2865, "fin_caractere_exclue": 4166, "texte": "Karl Czerny.\nAm 15. Juli starb nach längeren Leiden Karl\nCzerny, der bekannte Componist und Ciavierlehrer, im\n66. Lebensjahre. Von der fabelhaften Anzahl seiner Cla-\nvier-Compositionen es sind im Ganzen 849 Werke von\nihm gedruckt, und die Zahl der nicht herausgegebenen dürfte\nnoch grösser sein sind einige frühere durch Frische der\nErfindung und Glanz der Passagen keineswegs so gehalt-\nlos, wie freilich das Meiste von seinen späteren Sachen.\nGewiss ist, dass die besseren Stücke und selbst viele von\nden mittelmässigen einer Menge von faden Klimpereien, die\njetzt tagtäglich erscheinen, vorzuziehen sind. Als Ciavier-\nlehrer genoss er mit Recht grossen Ruf, und seine metho-\ndischen Werke sind überall eingelührt. Czerny besass eine\nungeheure Thätigkeit, wovon schon die Betrachtung der\nMühe des mechanischen Niederschreibens einer solchen\nMasse von Noten einen Beweis gibt. Dabei gab er täglich\nmehrere Stunden Unterricht. Er lebte in sehr guten äusse-\nren Verhältnissen und starb als reicher Mann. Er besitzt\nkeine Familie und soll über sein Vermögen auf sehr men-\nschenfreundliche Weise verfügt haben. Er war geboren zu\nWien den 21. Februar 1791.\nSo hat denn Wien binnen wenigen Tagen 28. Juni,\n3. und 1 5. Juli drei bedeutende Männer im Fache der\nMusik und der musicalischen Literatur verloren."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-07-25-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-07-25_01#c006", "volume": "bmtnabi_1857-07-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "238", "page_fin": "239", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.2.6", "titre_corps": "Neues, einfaches musicalisches Alphabet für Künstler und Dilettanten, zum Briefschreiben mit musicalischen Zeichen, von W. Herx in Köln.", "titre_sommaire": "Neues, einfaches musicalisches Alphabet für Künstler und Dilettanten, zum Briefschreiben mit musicalischen Zeichen, von W. Herx in Köln.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "238", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.6", "debut_caractere": 4168, "fin_caractere_exclue": 4314, "texte": "Neues, einfaches musicalisches Alphabet\nfür Künstler und Dilettanten,\nzum Briefschreiben mit musicalischen Zeichen,\nvon W. Herx in Köln.\nAlphabet."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "239", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1610, "texte": "1. Grundlaute (Vocale):\n2. Umiaute:\n3. Doppellaute:\n4. Dehnungslaute:\n5. Bei- oder Mitlaute (Consonanten).\n6. Zusammengesetzte Consonanteu:\nErläuterungen.\n1. Die Buchstaben a, b, c, d, e, f, g, h werden durch die unter\ndem Noten-System stehenden Noten des G-Schlüssels dargestellt, als:\n2. Weil i einen, n zwei und m drei Grundstriche in der Schrift\nhaben, so bezeichnet man diese Buchstaben am besten mit den' Ac-\nhte- Sechszehntel- und Zweiunddreissigstel-Pausen, als:\n3. Das doppelte i (y) unterscheidet sich von dem einfachen da-\ndurch, dass man dem einfachen ein Verlängerungszeichen, resp. einen\nPunkt (.), anhängt, als:\n4. Der Aehnlichkeit halber wird o mit einer ganzen Note\nund\nq mit einer halben Note\nbezeichnet, als:\n5. Für k wird die eintheilige Reprise\nfür ck die zweithei-\nlige Reprise\nund für 1 das Legato-Zeichen\ngebraucht,\nals:\n6. Die Buchstaben d und t, b und p unterscheiden sich dadurch,\ndass man den scharfen Buchstaben ein Schärfungszeichen (») bei-\nfügt, als:\n7. Der Buchstabe r gleicht der Viertel-Pause, als:\n8. Für f gebraucht man die Note\naber für v die Note\n9. Das Schluss- und lange s werden mit einem Tactstriche\ndas ss mit zwei Tactstrichen und das sz mit einer kleinen Reprise\ngeschrieben, als:\n%\n10. Ein Auflösungszeichen\nist u, ein Kreuz\nist w, ein\n]\nDoppelkreuz\nist x und ein Dalsegno-Zeichen\n- i i\nist z.\n>T i • l\n11. Die grossen Buchstaben werden mit denselben Notenzeichen\nwie die kleinen geschrieben, jedoch werden die Zeichen noch einmal\nso gross und fett gemacht,\n12. Die Unterscheidungszeichen ([nterpunctionen) braucht man\nwie bei der anderen Schrift.\nMuster schrift."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-07-25-01-c036", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-07-25_01#c036", "volume": "bmtnabi_1857-07-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "239", "page_fin": "240", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.2.7", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "239", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.7", "debut_caractere": 1612, "fin_caractere_exclue": 2617, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nKolli. Herr Ccncertmeister David von Leipzig, der schwe-\ndische Componist Herr Lindblat von Stockholm und Heir Panof-\nk a aus Paris waren einige Tage in dieser Woche hier.\nBerlin» DerHof-Capellmeister Henri Litolff verweilte einige\nTage in Berlin, Er beabsichtigt, im Winter hier einige seiner neue-\nsten grösseren Compositionen für Orchester zur Aufführung zubrin-\ngen. Yor Kurzem hat er von Sr. Maj. dem Könige der Belgier den\nLeopold-Orden erhalten.\nIm August werden die Opern-Vorstellungen des königlichen Hof\ntheaters wieder beginnen. In Vertretung der dann noch auf Urlaub\nabwesenden heimischen Sängerinnen wird Frau Dr. Nimbs als Gast\nauftreten. Für die neue Saison vorbereitet sind als Opern-Novitäten:\n„Der Kadi\" von Thomas, dessen heitere Musik in Wien sehr gefallen\nhat, dann „Jaguarita\" von Halevy und das Werk unseres heimischen\nComponisten Taubert, „Macbeth\", der Text von Dr. Eggers. Für die\nbeiden Geburtstage des Königs und der Königin sind die classischen"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "240", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4840, "texte": "Prachtwerke Gluck's, „Armide\" und „Alceste\", bestimmt. Als Fest-\nOper zur Vermählung Sr. K. Höh. des Prinzen Friedrich Wilhelm\nwird Spontini's „Nurmahal\" mit der glänzendsten Ausstattung vor-\nbereitet. Fräul. Wagner verlässt das Theater nach ihrer Ver-\nheiratung.\nIn F. Köder1 s „Theater-Moniteur\" ist eben ein Preis von 30\nDucaten für das beste einactige Festspiel zu Ehren der Vermählung\ndes Prinzen Friedrich Wilhelm von Preussen mit der Prinzess Royal\nausgeschrieben.\nIm k. Schlosse zu Nymphenburg fand am 3. Juli vor einer\nzahlreichen Gesellschaft von Cavalieren eine Opern-Aufführung Statt.\nDer Prinz Adalbert sang selbst den Don Juan, und mehrere Mitglie-\nder der münchener Hofbühne wirkten dabei mit.\nWien. In dem abgelaufenen Theater-Jahre wurden im k. k.\nHof-Bnrgtheater 296 Vorstellungen gegeben; an 23 Abenden blieb\ndas Theater geschlossen. Novitäten wurden 15 zum ersten Male zur\nAufführung gebracht, worunter 3 Trauerspiele und Dramen ,4 Schau-\nspiele und 8 Lustspiele sich befanden. Davon hatten „Die Grille\"\nund „Die Biedermänner\" den meisten Erfolg; ersteres Stück wurde\nzwölf Mal, letzteres sechszehn Mal gegeben. Gastspiele fanden acht\nStatt und füllten dreissig Abende aus.\nObwohl Se. Maj. der Kaiser dem Theater Deila Scala in Mailand\neine jährliche Dotationa-Erhöhung von 80,000 Zwanzigern bewilligte,\nso meldete sich doch bis zur Stunde kein einziger Unternehmer, der\ndie festgesetzten Bedingungen einzugehen sich bereit erklärte.\nWie mehrere wiener Journale melden, soll Staudigl genesen\nund bald wieder der Kunst und der Gesellschaft zurückgegeben wer-\nden. Seit April 1856 befindet sich Staudigl in der Irrenanstalt,\nist seit einigen Monaten jedoch vollkommen frei von jeder Geistes-\nverwirrung, die Spuren einer Gehirn-Erweichung sind gänzlich ge-\nschwunden, er lies't Zeitungen, componirt, singt, spielt Ciavier, Billard\nund Schach, zeigt somit die volle Entwicklung eines freien Geistes,\nkennt alle Personen, welche ihn besuchen, unterhält sich mit ihnen\nauf das freundlichste und herzlichste, und fühlt sich besonders zu\nseiner Familie hingezogen, welche ihn täglich besucht. Auch der\nseit mehreren Monaten in dieser Heilanstalt befindliche k. k. Capel-\nlensänger Herr Richling ist vollkommen genesen und hat vor\nmehreren Tagen dieselbe verlassen.\nVieuxtemps hat ein Engagement auf acht Monate für Ame-\nrica angenommen. Er denkt im nächsten Monate dahin abzureisen.\n-\nIJÖBIÖSOM. Das Concert am 17. d. Mts. in der Dxidlexj Gallery,\nEgyptian Hall, zu Ehren Marschner1 s von Herrn Eeichardt\nveranstaltet, wTar höchst interessant und von grossem Erfolg beglei-\ntet. Verschiedene Musikstücke von Marschner wurden ausgeführt.\nDr. Marschner selbst spielte zwei seiner Compositionen für Piano-\nforte mit Begleitung von Violine und Violoncell, und Frau Marsch-\nner trug einige Gesänge mit ausserordentlichem Beifalle vor. Die\nZuhörerschaft war zahlreich und glänzend.\nRubinstein hat nach einem sehr bewegten Aufenthalte Lon-\ndon verlassen und befindet sich wieder in Paris; sein neuestes Trio,\nwelches in Paris Sensation erregte, hat auch in London Beifall ge-\nfunden. Rubinstein hat Hoffnung, sein Oratorium in der nächsten\nSaison in London zur Aufführung zu bringen. Er wird sich einige\nWochen in Baden-Baden aufhalten.\nIjeiftilfcei'g, 30. Juni. Die Fürstin Marceline Czarto-\nryska, geborene Fürstin Radziwill, kam aus Paris, um für hiesige\nWohlthätigkeits-Institute ein Concert zu geben. Es ist der verklärte\nGeist Chopin\\s, der seine wunderbaren Töne wie wohlthätigen Wel-\nlenschlag aus dem feinfühlenden Herzen einer edlen, genialen Dame\nausströmt, die durch Berührung der Tasten den elektrischen Zauber\nwirken lässt. Sie entzückte uns mit des Verklärten E-moll^Concert,\ndann mit dessen Trauermarsch, Nocturno, Walzer und Mazur,\nwelche Tonstücke im hochgebildeten und ausgewählten Publicum\nmagische Wirkung hervorbrachten.\nLeopold von Meyer gibt Concerte in Bucharest. Der\nMaestro Arditi, Orchester-Director der italiänischen Oper in Kon-\nstantinopel, hat eine türkische Kaiser-Hymne componirt, deren\nWidmung der Grosssultan angenommen. Das Concert bei Hofe, in\nwelchem sie aufgeführt wurde, dauerte von halb 7 bis 10 Uhr, und\nes wurden von dem Sänger- und Orchester-Personale mehrere Sachen\ngemacht. Der Sultan übersandte einige Tage darauf 50,000 Piaster\n(ungefähr 8400 Thir.), nämlich 10,000 für die Direction des Thea-\nters, 30,000 für die Sänger und Spieler, 10,000 nebst einem Orden\nfür den Componisten Signor Arditi.\nIn Reval soll Anfangs Juli das erste Musikfest abgehalten wor-\nden sein, das Russland je erlebt hat. Eine grosse Anzahl Sänger aus\nFinnland, Deutschland und den Ostsee-Provinzen war dazu erwartet.\nDer berühmte Violoncellist Bohrer befindet sich jetzt in Ale-\nxandria und ist von dem Bey von Tunis mit dem Sternen-Orden in\nBrillanten decorirt worden. Bohrer steht bereits im 71. Lebensjahre."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nDer Schutz des künstlerischen Eigenthums. Nekrologe: Joseph Fischhof, Anton Sclimid, K arl Czerny.\nMusicalisches Alphabet zum Briefschreiben mit musicalischen Zeichen. Von W. Herx. Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln,\nFremde Künstler Berlin, Henri Litolff, Eröffnung der Opern-Vorstellungen im Hoftheater, Preis-Ausschreiben Nymphenburg Wien,\nTheater-Bericht, Staudigl, Bichling Vieuxtemps London, Dr. H. Marschner Kubinstein Lemberg Leopold von Meyer).\n\nDer Schutz des künstlerischen Eigenthums.\nIn der neuesten Zeit sind in Bezug auf den Rechts-\nschutz des künstlerischen Eigenthums einige Vorfälle zu\nöffentlicher Kunde gekommen, deren Kenntnissnahme von\nWichtigkeit ist.\nIn der Streitfrage zwischen den Musik-Verlegern Ri-\ncordi in Mailand und Bote & Bock in Berlin wegen\nNachdrucks der Oper „Der Troubadour\" von Verdi ver-\nöffentlicht Friedrich Hofmeister in Leipzig folgende\nErklärung;\n„Leipzig, 27. Juni. Die unter der Ueberschrift „ „Ver-\nmischtes\" \" S. 280 (Nr. 26) des 46. Bandes der N. Zeit-\nschrift f. Musik gegebene Mittheilung tritt in ihrer doppel-\ndeutigen Fassung in so empfindlicher Weise den Interessen\nmeines Vollmachtgebers Ricordi in Mailand nahe sie\nenthält dabei eine wesentliche, thatsächliche Unrichtigkeit\n—, dass ich mich gezwungen sehe, Sie um Veröffentlichung\nder folgenden Darlegung des wirklichen Sachverhaltes zu\nbitten. Ricordi in Mailand hat gegen die Bote &\nBock'sche Hof-Musikhandlung Klage wegen Nach-\ndrucks der Verdi'schen Oper „Der Troubadour\" erhoben.\nDarauf ist die policeiliche Beschlagnahme der vorgefunde-\nnen Exemplare erfolgt (keineswegs bloss die Sistirung des\nDebits). Bote & Bock richteten an Ricordi Vergleichs-Vor-\nschläge, in Folge deren durch mich, Ricordi's Bevollmäch-\ntigten, die Angelegenheit aussergerichtlich geordnet wurde.\nBote & Bock vernichteten ihre sämmtlichen Platten und\nExemplare der von Ricordi angefochtenen Ausgaben, ver-\npflichteten sich, unter Festsetzung einer sehr hohen Con-\nventionsstrafe, des künftigen Vertriebs dieser Ausgaben\naufs vollständigste sich zu enthalten, und erliessen in den-\njenigen Zeitschriften, welche Ankündigungen der Bote &\nBock'schen Ausgabe des Troubadour veröffentlicht hatten,\nnamentlich auch in der Berliner Musik-Zeitung und dem\nBörsenblatte für den deutschen Buchhandel (1856,Nr. 75,\nS. 1103), eine Erklärung folgenden Inhalts: „„Wir er-\nkennen hiedurch an, dass dem Herrn Titus Ricordi das\nalleinige Eigenthum der Verdi'schen Oper II Trovatore zu-\nsteht, und wir nur aus einem Irrthum uns für berechtigt\nerachtet haben, jene Oper gleichfalls zu drucken. Nachdem\nwir uns davon überzeugt, haben wir unsere Ausgabe jener\nOper zurückgezogen. Berlin. Bote & Bock.\"\" Wie\nhieraus erhellt, haben Bote & Bock gänzlich aufgehört,\nVerleger der Oper Der Troubadour zu sein. Die Freigabe\nder Exemplare, welche confiscirt waren, ist lediglich zum\nBehufe der (bereits erfolgten) Vernichtung derselben ge-\nschehen, und keineswegs ist, wie aus der Fassung der No-\ntiz in Nr. 26 Ihrer Zeitschrift verstanden werden muss, die\nBote & Bock'sche Ausgabe des Troubadour von Ricordi\nanerkannt und deren Debit frei gegeben worden. Im In-\nteresse der Wahrheit und des Rechtsschutzes des musica-\nlischen Eigenthums bitte ich angelegentlich, diesen Zeilen\nRaum in nächster Nummer zu vergönnen, und empfehle\nmich Ihnen mit grösster Hochachtung.\n„Ihr ergebenster Friedrich Hofmeister.\"\nEs knüpft sich hieran die Frage: „Besteht in Preussen\nmit allen Staaten in Italien ein Vertrag für den Schutz des\nmusicalischen Eigenthums, oder findet der vorliegende Fall\nseine rechtliche Begründung nur in Verträgen mit den\nStaaten des österreichischen Kaiserlhums?\"\nEinen zweiten Fall berichtet die Berliner Musik-Zeitung\nEcho in Nr. 28 (vom 19. Juli), wie folgt:\n„Nachdem durch ein Versehen Proch's Lied „ „Das\nErkennen\"\", Op. 36, welches, wie sämmtliche Lieder\nProch's, ausschliessliches Verlags-Eigenthum der k. k. Hof-\nMusicalienhandiung C. A. Spina in Wien ist, in die Samm-\nlung von Liedern der Herren J. Schuberth & Comp, ia"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.2", "texte": "Hamburg aufgenommen und als solches versandt wurde,\nhaben die Herren Schuberth & Comp, in Folge Einschrei-\ntens des allein berechtigten Verlegers nicht nur die Platten\ndieses Werkes und sämmtliche Vorräthe bereitwilligst an\ndie k. k. Hof-Musicalienhandlung C. A. Spina abgegeben,\nsondern sich auch verpflichtet, die noch im Verkehr befind-\nlichen Exemplare dieses Werkes alsogleich zurück zu zie-\nhen, indem nur der Handlung C. A. Spina allein der recht-\nmässige Verlag dieses Liedes zusteht.\"\nDiese Fälle beweisen, dass es in Deutschland mit der\nrechtlichen Anerkennung des geistigen Eigenthums jetzt\nbesser steht, als früher. Allein wie verhält es sich mit der\nAusbildung der Rechtslehre und Rechts-Praxis in Bezug auf\ndas gemeinsame Eigenthum zweier oder mehrerer\nIndividuen an einem Kunstwerke? im Besonderen des Dich-\nters und des Componisten? '•\nEs können hier drei Fälle eintreten:\n1) Composition eines bereits gedruckten oder noch un-\ngedruckten lyrischen Gedichtes;\n2) Composition einer Cantate, eines Oratoriums, einer\nOper;\n3) Composition eines Ballets.\nIm ersten Falle wird allgemein angenommen, dass die\ngedruckten Gedichte für den Nachdruck unter Noten\nvogelfrei sind. Es lässt .sich auch, wenn man nicht den\nWahlspruch: Fiat iustilia, pereat (beziehungsweise\nmusica) aufrecht halten will, dagegen nichts einwenden. Im\nGegentheil, es wird dem lyrischen Dichter, so wie dessen\nVerleger angenehm sein, wenn durch mehrfache, nament-\nlich durch gelungene, Composilionen seine Lieder u. s. f.\nweitere Verbreitung finden.\nEtwas Anderes ist es, wenn ein Dichter seine Lieder\nzum ersten Male gleich mit Melodieen eines Compo-\nnisten herausgibt. Hier wäre dann doch offenbar von einem\ngemeinsamen geistigen Eigenthum die Rede. Man denke\nsich z. 8., dass Wilhelm Müller und Franz Schubert ihre\nDichtungen in Wort und Ton zusammen veröffentlicht hät-\nten, so würden sie offenbar das Recht gehabt haben, jeden\neinzelnen Text mit anderer Melodie eben so als\nNachdruck zu verfolgen, wie jede einzelne Melodie mit dem-\nselben oder einem anderen Texte in fremdem Verlage. Dass\nihr Eigenthura sie zu gleichem Gewinn berechtigt hätte,\nwird Niemand bestreiten wollen.\nWarum bestreitet man denn aber im zweiten Falle,\nbei Composilionen von Cantaten, Oratorien, Opern nament-\nlich, die gleiche Berechtigung von Dichter und Compo-\nnisten am Gewinn? Welch ein Gesetz oder welche Rechts-\nPraxis gilt hier, wenn kein Privat-Vertrag vorliegt?\nInteressant ist in dieser Hinsicht die Entscheidung des\nk. Kammergerichts zu Berlin im ersten Jahrzehend unseres\nJahrhunderts in dem Processe zwischen Kotzebue als\nDichter und Himmel als Componisten der Operette „Fan-\nchon, das Leiermädchen\". Wir entnehmen die Darstel-\nlung der Urtheilsgründe auszugsweise einem Aufsatze der\nberliner juristischen Zeitschrift „Der Publicist\".\nFanchon machte bekanntlich ausserordentliches Glück.\nKotzebue trat als Kläger gegen Himmel auf; jener schlug\nIflland, dieser Göthe, Schlegel und Tieck zu Sachverstän-\ndigen vor.\nZur Richtschnur für den Richter lag kein anderes Ge-\nsetz vor als das preussische Landrecht. Dieses sagt Tit\nXVII. §§. 169, 170 ff.: *\n„Ein Vertrag, durch welchen mehrere Personen ihr\nVermögen oder Gewerbe oder auch ihre Arbeiten und\nBemühungen ganz oder zum Theil zur Erlangung eines\ngemeinschaftlichen Endzweckes vereinigen, wird ein Gesell-\nschafts-Vertrag genannt.\"\n» Ist kein schriftlicher Vertrag gemacht, gleich-\nwohl aber durch die gemeinschaftlichen Verwendungen der\nGesellschafter etwas erworben worden, so wird ein solcher\nErwerb gemeinschaftliches Eigenthum, welches\naus einer zufalligen Begebenheit entstanden ist und als\nCommunio incidensbeurtheilt wird. Die theilbaren Nutzun-\ngen einer gemeinschaftlichen ■ Sache müssen, im Mangel\nnäherer Bestimmungen, allemal nach Verhältniss der Anrechte\neines jeden Interessenten getheilt werden, und bei der Ge-\nmeinschaft des Eigenthums wird vermuthet, dass jeder Mit-\nEigenthümer gleiches Recht und eben so viel Recht als der\nandere an der gemeinschaftlichen Sache habe.\"\nNach diesen gesetzlichen Vorschriften sind die Verhält-\nnisse des Dichters und des Componisten einer Oper zu be-\nurtheilen. '\nKeiner von Beiden veräussert sein besonderes Eigen-\nthum, weder ausdrücklich, noch stillschweigend, welches\nletztere angenommen werden könnte, wenn der Grundsatz:\nAccessorium sccjuitur principulC)hier Anwendung lände, was\naber nicht der Fall ist, da es durchaus an einem Maass-\nstabe zur Bestimmung fehlt, welches von beiden, der Opern-\ntext oder die musicalische Composition, als Accessorium\noder als Principaie zu betrachten ist. Beide sind Werke der\nKunst, beide sind wesentliche Bestandtheile des aus ihnen\nbestehenden Ganzen, der Oper; beide bedingen sich gegen-\nseitig: ohne Text ist keine Oper, ohne Musik auch nicht."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "235", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.3", "texte": "Da also Keiner sein besonderes Eigenthum veräussert\nhat, so liegt es in der Natur der Sache, dass das durch die\nVerbindung ihres besonderen Eigenthums entstehende, von\nseinen Bestandteilen, an sich betrachtet, ganz verschiedene\nGanze gemeinschaftliches Eigenthum werde.\nDa kein Vertrag vorhanden, so entsteht eine Commu-\nnio incidens des durch das gemeinschaftliche Eigenthum\nErworbenen. An diesem Erwerb participiren Beide nach\nVerhältniss ihres Anrechts. Dieses Anrecht ist im\nZweifel für Beide gleich, wenn keine ausdrückliche\nBestimmung ihrer Anrechte durch Willenserklärung vor-\nhanden ist. Das Gesetz enthält hierüber keine Bestimmung,\nund es bleibt mithin nur übrig, zu erwägen, ob in der Na-\ntur der Sache eine solche Bestimmung liegt.\nNach dem Gelühle scheint freilich der Werth der\nArbeit des Componisten in den der Arbeit des\nDichters zu übersteigen. Diese Beurtheilung kann aber nur\nder individuelle Kunstsinn eines jeden Individuums ihm an\ndie Hand geben; sie liegt ganz ausser dem Gesichtskreise\nder Beurtheilung des Richters, als solcher.\nAngenommen, der innere Werth der Arbeiten Beider\nsollte in Hinsicht auf die Kunst in Betracht kommen, so\nwäre die Ausmittlung dieses Werthes zwiefach unmög-\nlich, und zwar, weil es hier an competenten Richtern fehlt,\nda die Regeln der Kunst so schwankend sind, dass auch\nnicht eine einzige fest und bestimmt objectiv da steht.\nDer Richter argumentirte daher im vorliegenden Falle:\n„Kotzebue und Iflland auf der einen Seite und Göthe, Schle-\ngel und Tieck auf der anderen Seite haben sich bekannt-\nlich als in allen Punkten entgegengesetzt in ihren kritischen\nGrundsätzen über die Kunst öffentlich ausgesprochen. Wel-\nche von den beiden Parteien auf dem rechten Wege ist,\nzu beurtheilen, würde eine Anmaassung des Richters sein,\ndie ihm nicht zusteht; er würde alsdann als Kunstrich-\nter concurriren.\n„Eine solche Concurrenz legen ihm aber die Gesetze\neben so wenig auf, als sie ihm eine Beurtheilung als Arzt,\nTheologe, Schuster oder Schneider zugestehen. Dies reicht\nhin, darzuthun, dass es an competenten Richtern zur Er-\nmittlung des inneren Werthes eines Kunstwerkes fehlt, und\nes braucht nicht dargethan zu werden, dass nach dem\nGeiste der Gesetze und nach der Natur der Sache Sach-\nverständige in dem Sinne, den die Gesetze diesem Begriffe\nunterlegen, in Sachen der Kunst nicht gedacht werden\nkönnen.\n„Der zweite Grund der Unmöglichkeit der Ausmittelung\ndes inneren Werthes der Arbeit des Operntext-Dichters\nund des Componisten ist der, dass der Werth beider Ar-\nbeiten nicht allein an sich, sondern im Verhältnisse zu ein-\nander bestimmt werden müsste. Beide aber sind Producte\nverschiedener Künste, und es lässt sich diese Relation\nzweier so generisch verschiedenen Gegenstände zu einander\ngar nicht setzen.\n„Allein abgesehen hiervon hängt die grössere oder ge-\nringere Quant i tä t.des aus der Oper und ihren Auflüh-\nrungen gezogenen Gewinnes nicht von ihrem inneren Wer-\nthe, sondern einzig und allein von dem Beifalle\ndes Publicums ab. Wem dieser gilt, dem Dichter oder\ndem Componisten, ist auszumitteln unmöglich.\n„Es geht mithin aus Allem hervor, dass dem Richter\ngar kein anderer Maassstab zur Bestimmung der Antheile\nBeider an dem gemeinschaftlichen Eigenthume der Oper\ngegeben ist, als den das Gesetz festset/.t.\n„Beide streitende Theile haben also glei-\nche Rechte an dem gemeinschaftlichen Werke\nund dem zufolge auch an dem dadurch gemachten\nErwerbe.\"\nSo entschied das Kammergericht über das Rechts-Ver-\nhältniss des Textdichters und des Componisten, und zwar\nnach sehr einfachen und klaren Gründen.\nRechtlich wird sich nichts dagegen einwendeu lassen;\ndennoch kann man in künstlerischer Hinsicht nicht läug-\nnen, dass die Musik bei der Oper die Hauptsache ist, wo-\nher denn auch die Gewohnheit des Publicums rührt, die\nOpern nur nach dem Componisten zu benennen und den\nDichter in der Regel sehr bald zu vergessen.\nSonderbar hat sich in dem dritten, oben angegebenen\nFalle, beim Ballet, die öffentliche Meinung und Gewohnheit\ngerade umgekehrt gestaltet; man hält die Erfindung des\npantomimischen Inhalts und der Tänze, ja, der Maschinerie,\nfür das Principaleund die Musik für das\n\nNekrologe.\nJoseph Fischhof.\n\nDurch das Ableben FischhoPs verlor Wien eine sei-\nner hervorragendsten musicalischen Capacitäten. War auch\nder künstlerische Ruf des Verewigten kein europäisch-po-\npulärer, der in der Regel doch nur grossen produetiven\noder reproducirenden Erscheinungen zu Theil zu werden\npflegt, so hatte sein Name in dem Kreise der eigentlichen\nKunstwelt nichts desto weniger einen guten Klang, wel-\ncher seinen vielfachen Verdiensten, die er sich als Lehrer,\nausübender Musiker und Schriftsteller erwarb, nur zu sehr"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "236", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.4", "texte": "gebührte. Fischhof zählte zu den wenigen wiener Künst-\nlern, die diesen Ehrentitel in der höheren und vollen Be-\ndeutung beanspruchen durften; denn nicht allein sein aus-\ngebreitetes Fachwissen, seine gediegene, auf gründliche\nKenntnisse der gesammten classischen Musik-Literatur ba-\nsirte Geschmacksrichtung gaben ihm das Anrecht darauf,\nsondern auch seine allgemeine, nicht bloss auf das Kunst-\nfach beschränkte Kunst- und Weltbildung. Fischhof war\nin der Philosophie eben so zu Hause, wie in der Mathe-\nmatik und Geschichte, er besass eine mehr als encyklopä-\ndische Literatur-Kenntniss, war ein fertner Linguist so-\nwohl in der französischen, englischen als italiänischen Spra-\nche; sein deutscher Stil ist klar, von gewähltem Ausdruck,\nwie dies seine mehrfachen literarischen Arbeiten beweisen.\nMit diesen Vorzügen verband Fischhof das feine Benehmen\neines vollendeten Weltmannes; sein Gespräch war geist-\nreich, anregend, vielseitig, ein Resultat seiner grossen Be-\nlesenheit, obgleich er dieselbe nie absichtlich zur Schau\ntrug. Als Musiker huldigte Fischhof vorzugsweise der ern-\nsten Richtung Bach's; er verstand es, diesen Meister nicht\nallein nach technischer Seite zu würdigen, sondern auch in\npoetischer Beziehung aufzufassen; sein geschärfter Geistes-\nblick drang durch die formelle Strenge der äusserlichen\nAusdrucksweise und versenkte sich so lange, bis er auf den\ndichterischen Kern traf. Unter Fischhof's Händen wurde\nder verwickelte Contrapunktist zum phantasievollen Melo-\ndiker, wie es denn in der Reproduction Bach's wenige\nPianisten geben dürfte, die sich hätten mit Fischhof messen\nkönnen. Trotz dieser Prädilection lür die Bach'sche Rich-\ntung war Fischhof durchaus nicht Verpächter Bachianer;\nsein gebildeter Sinn machte ihn lür das Schöne, Grosse und\nGeistvolle empfänglich, wo er es traf. Er bewunderte eben\nso aufrichtig die hohe Einfachheit der Alt-Italiäner, als er\nlür die Grösse Beelhoven's erglühte; seine Pietät lür Haydn\nund Mozart war nicht geringer als die Achtung, die er\nGluck, Cherubini, Spontini, Weber, Spohr und Anderen\nzollte. Unter den Neueren waren Mendelssohn und beson-\nders Schumann seine Lieblinge, wie denn Fischhof über-\nhaupt stets auf der Höhe der Zeit stand und zu den zwar\nstillen, aber thätigen Verbreitern neuer Ideen und Rich-\ntungen gehörte. Er war einer der Wenigen, die den Be-\nstrebungen Berlioz' vor fünfzehn Jahren schon mit vollem\nVerständniss der Inientionen des Orchester-Reformators\nund der Tragweite derselben entgegen kamen. Mit gleicher\nBegeisterung ging er in die von Wagner und Liszt ange-\nbahnten Richtungen ein [??]. Bis vor zwei Jahren wa-\nren bei Fischhof regelmässig an Sonntagen Vormittags mu-\nsicalische Productionen, zu welchen allerdings nur ein klei-\nner Kreis von Freunden Zulritt hatte. Was die Musik-Li-\nteratur an werlhvollem Allem und tüchtigem Neuem aufzu-\nweisen hatte, wurde da in bunter Reihe vorgeführt. Schu-\nmann, Berlioz, Mendelssohn seiner Zeit, später Gade, Hil-\nler, Rubinstein, Brahms, Raff und Andere fanden hier ihr\nerstes Asvl, ihre Werke waren in diesem Kreise schon hei-\n%)\nmisch geworden, bevor die Aussenwelt sie kaum dem Na-\nmen nach kannte.\nW as seine Thätigkeit als Lehrer betrifft, so geben viele\nausgezeichnete Schüler (die, da sie zumeist den höheren\nStänden angehörten, nicht vor die Oeffentlichkeit traten)\nBeweise seiner intelligenten Methode. Obwohl sich Fisch-\nhof auch als Componist versuchte, so lieferten seine dies-\nfälligen Arbeiten zwar Zeugniss seiner tüchtigen Kennt-\nnisse, entbehrten aber der Originalität. Schätzenswerthes\naber leistete er in der Durchsicht und Adaptirung gediege-\nner Compositionen älterer Meister für die Bedürfnisse des\nmodernen Clavierspiels; das Sammelwerk „Classische Stu-\ndien\" (Wien, bei Haslinger) ist die tüchtige Frucht seiner\ndiesfälligen Arbeiten ein Werk, das jeden Ciavierspieler\nauf seinem Kunstpfade begleiten sollte. Eine nicht minder\nbeachtenswerthe Arbeit (noch Manuscript) hinterliess Fisch-\nhof in seinen „Varianten zu Bach's wohltemperirtem\nCiavier.\" Es ist dies eine kritisch gesichtete und commen-\ntirte, chronologisch geordnete Zusammenstellung aller Ab-\nweichungen, die sich in den verschiedenen gedruckten, wie\nhandschriftlichen Original-Ausgaben [??] des genannten\nBach'schen Werkes finden. Die Veröffentlichung dieses\nNachlasses wäre von grossem Interesse.\nDie Thätigkeit, die Fischhof als musicalischer Schrift-\nsteller, besonders in früherei» Jahren, entfaltete, war keine\ngeringe; er schrieb Vieles für die alle leipziger, dann die\nMarx'sche berliner Musik-Zeitung; die „Cäcilia\" und August\nSchmid's , Wiener Musik-Zeitung\" brachten mehrere Auf-\nsätze aus seiner Feder. Viele Artikel im Schilling'schen\nMusik-Lexikon haben ihn zum Verfasser. In letzterer Zeit\nnoch war er als Mitarbeiter an unseren Blättern betheiligt\n(wir erinnern an die Anfänge seiner „Geschichte für Musik\"\nim vorigen Jahrgange, die in Folge seiner bald darauf be-\ngonnenen Kränklichkeit leider nicht mehr fortgesetzt wur-\nden), und seine als Brochüre erschienene Geschichte des\nCiavierbaues, die viel schätzenswerthes, historisch-kritisches\nMaterial zu Tage fördert, dürfte aus der betreffenden Be-\nsprechung unseren Lesern noch im Andenken sein.\nAllen diesen vielseitigen Thätigkeiten setzte der unse-\nren Künstler in dem rüstigsten Mannesalter überraschende"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "237", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.5", "texte": "Tod am 28. Juni in Baden bei Wien ein schnelles\nZiel. Ein kurzer Abriss der äusseren Lebensgeschichte\nFischhoPs möge das Bild vervollständigen, welches zu zeich-\nnen wir versuchten.\nIn Butschowitz (Mähren) 1804 geboren, genoss der\njunge Joseph trotz seines Anfangs kränklichen Körpers\ndennoch frühzeitig einen so sorgsamen Unterricht, dass er\nschon im dritten Jahre lesen und im siebenten einer musi-\ncalischen Anleitung sich unterziehen konnte. Von seinem\nVater, einem achtbaren und sehr unterrichteten Kaufmanne,\nfür die Studien bestimmt, besuchte er in Brünn das Gym-\nnasium (1813 1819), erhielt daselbst zugleich den Mu-\nsik-Unterricht eines Clavierlehrers Jahelka, welchem später\nder verdienstvolle Capellmeister Rieger folgte. Sein schon\ndamals unverkennbares Talent äusserte sich in einigen\nCompositions- und Improvisations-Versuchen und einer\nnicht unbedeutenden technischen Fertigkeit. Nach den mit\nausgezeichnetem Erfolge vollendeten Humanioren schickte\nihn sein Vater auf die wiener Universität, um dort Philo-\nsophie und Medicin zu studiren. Durch seine glücklichen\nmusicalischen Anlagen gewann er sich einen hochherzigen\nGönner, Namens Constantin von Gyika, welcher ihn auf\nseine Kosten dem bekannten Clavierlehrer und Componisten\nAnton Halm zum Unterrichte übergab. Während drei Jah-\nren widmete er sich in seinen von den anstrengenden Stu-\ndien ihm frei bleibenden Nebenstunden mit eisernem Fleisse\nder Tonkunst, dem richtigen Sinn für das Wahre schon in\neiner Zeit folgend, wo die glänzende, dankbare Seite der\nMechanik viele angehende Tonkünstler sehr oft auf Abwege\nführt, so zwar, dass er, nach jener Frist von seinem Leh-\nrer ehrenvoll entlassen, die Theorie der Musik allein durch\nunermüdetes Lesen vieler Werke und zahlreiche Versuche\nsich eigen machte und später durch den Unterricht des be-\nrühmten Capellmeisters Ignaz Ritter v. Seyfried auch im\nstrengen Satze sich weiter ausbilden konnte. Damals liess\ner sich mit immer steigendem Beifalle einige Male öffent-\nlich hören, bis die Antretung seiner mediciniscben Studien\nalle Zeit in Anspruch nahm und auch die akademischen\nDisciplinar-Verhältnisse ihm das fernere öffentliche Auftre-\nten in dieser Richtung nicht mehr gestatteten. Spätere\nmercantilische Unfälle, welche seinen Vater trafen, zwan-\n%\ngen ihn, durch Musik-Unterricht sich die nöthige Subsistenz\nzu verschaffen, und der im Jahre 1827 plötzlich einge-\ntretene Todesfall seines Vaters entschied mit Einem Male\ndie mit Mühe unterdrückte Neigung, und er entschloss sich,\nnach den ehrenvoll absolvirten mediciniscben Lehrcursen\nsich ausschliessend der Musik zu widmen. Nebst dem,\ndass er, durch ein logisches Studium an Selbstdenken und\nConsequenz gewöhnt, bald den ausgezeichnetsten Clavier-\nlehrern Wiens beigezählt wurde, hat er durch sein gefühl-\nvolles, äusserst fertiges, besonders im A-vista-Treftan tüch-\ntiges und vorzüglich classische Musik hervorhebendes Spiel\nsich einen musicalischen Rang erworben. Seine ästhetische\nBildung gewann durch den Umgang mit mehreren Wien\nbesuchenden Künstlern, als Mendelssohn, Chopin, Schunke,\ndie Gebrüder Müller und Andere, eine immer höhere Be-\ndeutung, und er gewann dadurch jenen tieferen Einblick in\ndas Wesen der Kunst, der dem forschenden und reflecli-\nrenden Geiste die Pfade eines perennirenden Fortschreitens\nerschliesst und den Drang einflösst, dieselben nicht allein\nselbst zu wandeln, sondern zu deren Betretung auch An-\ndere anzuregen.\nFür seinen der Zeit voranschreitenden ästhetischen\nStandpunkt dient insbesondere das innige Verständniss zum\nBelege, welches er den Reform-Bestrebungen des nachmals\nso unglücklich endenden A. J. Becher entgegentrug. Becher\nhatte zu einer Zeit, wo Alles noch auf dem erschlaffenden\nPfühle Rossini'scher Melodik sich wälzte, schon jene Um-\ngestaltungen der Musik geahnt, welche in unseren Tagen\nerst zur Wahrheit zu werden beginnen [?]; er erkannte,\ndass eine neueAera hereinbrechen werde und von dem der\nneunten Sinfonie Beethoven's zu Grunde liegenden Princip\nihren Ausgang nehmen müsse, und Fischhof gehörte zu\nden Wenigen, die im Stande waren, diese gegen die dama-\nligen Zustände und Geschmacksrichtungen noch schroffer\nals heute abstechenden Anschauungen zu erfassen und\nsympathisch zu theilen.\nIm Jahre 1833 zum Professor des Claviers am wie-\nner Conservatorium ernannt, leistete er, so wie auch spä-\nter als Director, dieser Anstalt wesentliche Dienste. Seine\nMethode, bei Einem Ciavier einer grossen Schülerzahl ge-\nmeinschaftlichen Unterricht zu ertheilen, wozu er sich An-\nfangs des Kalkbrenner'schen Handleiters bediente, bewährte\nsich durch ergiebige Resultate als zweckmässig. Dass sein\nBestreben als Lehrer nicht bloss dahin zielte, die ihm an-\nvertrauten Zöglinge zu Ciavierspielern, sondern zu Musi-\nkern zu erziehen, versteht sich nach dem vorher Gesagten\nvon selbst, und sein Unterricht, bei welchem Theorie, Praxis\nund Aesthetik in stetem wechselseitigem Contact standen,\nzielte unablässig dahin, höhere Anschauungen einzuimpfen.\nHieher gehört auch die Erwähnung seiner „Transpositions-\nlehre14. nach deren einfachen Principien er seine Schüler\nin kurzer Zeit in den Stand setzte, jedes Tonstück in jede\nbeliebige Tonart a vista zu übertragen. Sein Vorsatz, diese"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "238", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.6", "texte": "letzterwähnte Theorie der Oeffentlichkeit zu übergeben,\nist nun zu nichte geworden, könnte aber noch ausgeführt\nwerden, da sich das Manuscript in seinem Nochlasse befin-\ndet. Fischhof bekleidete die Professur bis zum Jahre 1855,\nwo er seine Stelle in Folge eingetretener Differenzen mit\ndem Directorium niederlegte (und nicht, wie in der „Presse\"\nirrthümlich angegeben ist, dass Fischhof entlassen wor-\nden wäre), nachdem er ein Jahr früher noch die Vorträge\nüber Aesthetik und Geschichte der Musik zu halten begon-\nnen hatte.\nFischhof war Ehren-Mitglied der Santa Cäcilia in Rom,\ncorrespondirendes Ehren-Mitglied der niederländischen Ge-\nsellschaft zur Beförderung der Tonkunst, des Kirchenmu-\nsik-Vereins zu Pressburg, so wie der philharmonischen Ge-\nsellschaften zu Krakau, Pesth, Lemberg, Gratz und Karls-\nbad, des Mozarteums zu Salzburg und des archäologischen\nMuseums (Francesco-Carolinum) in Linz u. s. w. Er hin-\nterlässt eine junge Witwe, ein ansehnliches Vermögen, eine\nder reichhaltigsten Bibliotheken, die nur ein Privatmann\nbesitzen konnte, und ein höchst ehrenvolles Andenken bei\nder Nachwelt. Bei seinem Begräbnisse auf dem Währinger\nisraelitisehen Friedhofe gaben ihm zahlreiche Freunde und\nVerehrer das letzte Geleite, wobei nebstbei gesagt\nmit Befremden wahrgenommen wurde, dass das Conserva-\ntorium, dem der Verstorbene doch so lange Zeit angehörte,\ndurch Niemanden vertreten war. Sit Uli terra levis!\n(81. f. Musik.)\n\nL. A. Zellner.\n\nAnton Schmid.\nKaum haben die letzten Töne am Grabe Fischhofs\nausgeklungen, so geht uns schon wieder eine neue Trauer-\nkunde über den beklagenswerthen Verlust eines Mannes\nvon ausgezeichnetem Kunstwirken zu. Anton Schmid,\nk. k. Custos der Hof-Bibliothek zu Wien, starb auf einer\nvor einigen Wochen angetretenen Reise in Salzburg am\n3. Juli Nachts. Seine Leiche wurde daselbst am Fried-\nhofe zu St. Sebastian in der Commungruft feierlich beige-\nsetzt. Die Vorstände und Künstler des Mozarteums in\nTrauerkleidung und zahlreiche Verehrer der Wissenschaft\nund Freunde des' Verstorbenen folgten dem Sarge des\nMannes, der ein halbes Jahrhundert für die Kunstgeschichte\ngewirkt halte, und dessen letzter Wunsch war, den Rest\nseines thätigen Lebens im schönen Salzburg beschliessen\nzu können, nach der letzten. Ruhestätte. Am Grabe trugen\ndie Sänger des Mozarteums einen Grabgesang vom Capell-\nmeister Taux vor, dem die ernste Menge, vom feierlichen\nMoment ergriffen, lauschte. Schmid hat seine Liebe zurMu-\nsik niemals in Sang und Klang geoffenbart, er hat ihr in\nden dunkeln Schachten historischer Gelehrsamkeit ein Asyl\ngebaut. Er war ganz eigentlich Forscher in seinem Ge-\nbiete, Forscher von einer Geduld und Gewissenhaftigkeit,\nwie sie immer seltener zu werden scheinen. [Sein biogra-\nphisches Werk über Gluck ist in der Niederrheinischen\nMusik-Zeitung seiner Zeit ausführlich beurtheilt worden.]\n(81. f. Musik.)\n\nKarl Czerny.\nAm 15. Juli starb nach längeren Leiden Karl\nCzerny, der bekannte Componist und Ciavierlehrer, im\n66. Lebensjahre. Von der fabelhaften Anzahl seiner Cla-\nvier-Compositionen es sind im Ganzen 849 Werke von\nihm gedruckt, und die Zahl der nicht herausgegebenen dürfte\nnoch grösser sein sind einige frühere durch Frische der\nErfindung und Glanz der Passagen keineswegs so gehalt-\nlos, wie freilich das Meiste von seinen späteren Sachen.\nGewiss ist, dass die besseren Stücke und selbst viele von\nden mittelmässigen einer Menge von faden Klimpereien, die\njetzt tagtäglich erscheinen, vorzuziehen sind. Als Ciavier-\nlehrer genoss er mit Recht grossen Ruf, und seine metho-\ndischen Werke sind überall eingelührt. Czerny besass eine\nungeheure Thätigkeit, wovon schon die Betrachtung der\nMühe des mechanischen Niederschreibens einer solchen\nMasse von Noten einen Beweis gibt. Dabei gab er täglich\nmehrere Stunden Unterricht. Er lebte in sehr guten äusse-\nren Verhältnissen und starb als reicher Mann. Er besitzt\nkeine Familie und soll über sein Vermögen auf sehr men-\nschenfreundliche Weise verfügt haben. Er war geboren zu\nWien den 21. Februar 1791.\nSo hat denn Wien binnen wenigen Tagen 28. Juni,\n3. und 1 5. Juli drei bedeutende Männer im Fache der\nMusik und der musicalischen Literatur verloren.\n\nNeues, einfaches musicalisches Alphabet\nfür Künstler und Dilettanten,\nzum Briefschreiben mit musicalischen Zeichen,\nvon W. Herx in Köln.\nAlphabet."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "239", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.7", "texte": "1. Grundlaute (Vocale):\n2. Umiaute:\n3. Doppellaute:\n4. Dehnungslaute:\n5. Bei- oder Mitlaute (Consonanten).\n6. Zusammengesetzte Consonanteu:\nErläuterungen.\n1. Die Buchstaben a, b, c, d, e, f, g, h werden durch die unter\ndem Noten-System stehenden Noten des G-Schlüssels dargestellt, als:\n2. Weil i einen, n zwei und m drei Grundstriche in der Schrift\nhaben, so bezeichnet man diese Buchstaben am besten mit den' Ac-\nhte- Sechszehntel- und Zweiunddreissigstel-Pausen, als:\n3. Das doppelte i (y) unterscheidet sich von dem einfachen da-\ndurch, dass man dem einfachen ein Verlängerungszeichen, resp. einen\nPunkt (.), anhängt, als:\n4. Der Aehnlichkeit halber wird o mit einer ganzen Note\nund\nq mit einer halben Note\nbezeichnet, als:\n5. Für k wird die eintheilige Reprise\nfür ck die zweithei-\nlige Reprise\nund für 1 das Legato-Zeichen\ngebraucht,\nals:\n6. Die Buchstaben d und t, b und p unterscheiden sich dadurch,\ndass man den scharfen Buchstaben ein Schärfungszeichen (») bei-\nfügt, als:\n7. Der Buchstabe r gleicht der Viertel-Pause, als:\n8. Für f gebraucht man die Note\naber für v die Note\n9. Das Schluss- und lange s werden mit einem Tactstriche\ndas ss mit zwei Tactstrichen und das sz mit einer kleinen Reprise\ngeschrieben, als:\n%\n10. Ein Auflösungszeichen\nist u, ein Kreuz\nist w, ein\n]\nDoppelkreuz\nist x und ein Dalsegno-Zeichen\n- i i\nist z.\n>T i • l\n11. Die grossen Buchstaben werden mit denselben Notenzeichen\nwie die kleinen geschrieben, jedoch werden die Zeichen noch einmal\nso gross und fett gemacht,\n12. Die Unterscheidungszeichen ([nterpunctionen) braucht man\nwie bei der anderen Schrift.\nMuster schrift.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nKolli. Herr Ccncertmeister David von Leipzig, der schwe-\ndische Componist Herr Lindblat von Stockholm und Heir Panof-\nk a aus Paris waren einige Tage in dieser Woche hier.\nBerlin» DerHof-Capellmeister Henri Litolff verweilte einige\nTage in Berlin, Er beabsichtigt, im Winter hier einige seiner neue-\nsten grösseren Compositionen für Orchester zur Aufführung zubrin-\ngen. Yor Kurzem hat er von Sr. Maj. dem Könige der Belgier den\nLeopold-Orden erhalten.\nIm August werden die Opern-Vorstellungen des königlichen Hof\ntheaters wieder beginnen. In Vertretung der dann noch auf Urlaub\nabwesenden heimischen Sängerinnen wird Frau Dr. Nimbs als Gast\nauftreten. Für die neue Saison vorbereitet sind als Opern-Novitäten:\n„Der Kadi\" von Thomas, dessen heitere Musik in Wien sehr gefallen\nhat, dann „Jaguarita\" von Halevy und das Werk unseres heimischen\nComponisten Taubert, „Macbeth\", der Text von Dr. Eggers. Für die\nbeiden Geburtstage des Königs und der Königin sind die classischen"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "240", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570725-01.1.8", "texte": "Prachtwerke Gluck's, „Armide\" und „Alceste\", bestimmt. Als Fest-\nOper zur Vermählung Sr. K. Höh. des Prinzen Friedrich Wilhelm\nwird Spontini's „Nurmahal\" mit der glänzendsten Ausstattung vor-\nbereitet. Fräul. Wagner verlässt das Theater nach ihrer Ver-\nheiratung.\nIn F. Köder1 s „Theater-Moniteur\" ist eben ein Preis von 30\nDucaten für das beste einactige Festspiel zu Ehren der Vermählung\ndes Prinzen Friedrich Wilhelm von Preussen mit der Prinzess Royal\nausgeschrieben.\nIm k. Schlosse zu Nymphenburg fand am 3. Juli vor einer\nzahlreichen Gesellschaft von Cavalieren eine Opern-Aufführung Statt.\nDer Prinz Adalbert sang selbst den Don Juan, und mehrere Mitglie-\nder der münchener Hofbühne wirkten dabei mit.\nWien. In dem abgelaufenen Theater-Jahre wurden im k. k.\nHof-Bnrgtheater 296 Vorstellungen gegeben; an 23 Abenden blieb\ndas Theater geschlossen. Novitäten wurden 15 zum ersten Male zur\nAufführung gebracht, worunter 3 Trauerspiele und Dramen ,4 Schau-\nspiele und 8 Lustspiele sich befanden. Davon hatten „Die Grille\"\nund „Die Biedermänner\" den meisten Erfolg; ersteres Stück wurde\nzwölf Mal, letzteres sechszehn Mal gegeben. Gastspiele fanden acht\nStatt und füllten dreissig Abende aus.\nObwohl Se. Maj. der Kaiser dem Theater Deila Scala in Mailand\neine jährliche Dotationa-Erhöhung von 80,000 Zwanzigern bewilligte,\nso meldete sich doch bis zur Stunde kein einziger Unternehmer, der\ndie festgesetzten Bedingungen einzugehen sich bereit erklärte.\nWie mehrere wiener Journale melden, soll Staudigl genesen\nund bald wieder der Kunst und der Gesellschaft zurückgegeben wer-\nden. Seit April 1856 befindet sich Staudigl in der Irrenanstalt,\nist seit einigen Monaten jedoch vollkommen frei von jeder Geistes-\nverwirrung, die Spuren einer Gehirn-Erweichung sind gänzlich ge-\nschwunden, er lies't Zeitungen, componirt, singt, spielt Ciavier, Billard\nund Schach, zeigt somit die volle Entwicklung eines freien Geistes,\nkennt alle Personen, welche ihn besuchen, unterhält sich mit ihnen\nauf das freundlichste und herzlichste, und fühlt sich besonders zu\nseiner Familie hingezogen, welche ihn täglich besucht. Auch der\nseit mehreren Monaten in dieser Heilanstalt befindliche k. k. Capel-\nlensänger Herr Richling ist vollkommen genesen und hat vor\nmehreren Tagen dieselbe verlassen.\nVieuxtemps hat ein Engagement auf acht Monate für Ame-\nrica angenommen. Er denkt im nächsten Monate dahin abzureisen.\n-\nIJÖBIÖSOM. Das Concert am 17. d. Mts. in der Dxidlexj Gallery,\nEgyptian Hall, zu Ehren Marschner1 s von Herrn Eeichardt\nveranstaltet, wTar höchst interessant und von grossem Erfolg beglei-\ntet. Verschiedene Musikstücke von Marschner wurden ausgeführt.\nDr. Marschner selbst spielte zwei seiner Compositionen für Piano-\nforte mit Begleitung von Violine und Violoncell, und Frau Marsch-\nner trug einige Gesänge mit ausserordentlichem Beifalle vor. Die\nZuhörerschaft war zahlreich und glänzend.\nRubinstein hat nach einem sehr bewegten Aufenthalte Lon-\ndon verlassen und befindet sich wieder in Paris; sein neuestes Trio,\nwelches in Paris Sensation erregte, hat auch in London Beifall ge-\nfunden. Rubinstein hat Hoffnung, sein Oratorium in der nächsten\nSaison in London zur Aufführung zu bringen. Er wird sich einige\nWochen in Baden-Baden aufhalten.\nIjeiftilfcei'g, 30. Juni. Die Fürstin Marceline Czarto-\nryska, geborene Fürstin Radziwill, kam aus Paris, um für hiesige\nWohlthätigkeits-Institute ein Concert zu geben. Es ist der verklärte\nGeist Chopin\\s, der seine wunderbaren Töne wie wohlthätigen Wel-\nlenschlag aus dem feinfühlenden Herzen einer edlen, genialen Dame\nausströmt, die durch Berührung der Tasten den elektrischen Zauber\nwirken lässt. Sie entzückte uns mit des Verklärten E-moll^Concert,\ndann mit dessen Trauermarsch, Nocturno, Walzer und Mazur,\nwelche Tonstücke im hochgebildeten und ausgewählten Publicum\nmagische Wirkung hervorbrachten.\nLeopold von Meyer gibt Concerte in Bucharest. Der\nMaestro Arditi, Orchester-Director der italiänischen Oper in Kon-\nstantinopel, hat eine türkische Kaiser-Hymne componirt, deren\nWidmung der Grosssultan angenommen. Das Concert bei Hofe, in\nwelchem sie aufgeführt wurde, dauerte von halb 7 bis 10 Uhr, und\nes wurden von dem Sänger- und Orchester-Personale mehrere Sachen\ngemacht. Der Sultan übersandte einige Tage darauf 50,000 Piaster\n(ungefähr 8400 Thir.), nämlich 10,000 für die Direction des Thea-\nters, 30,000 für die Sänger und Spieler, 10,000 nebst einem Orden\nfür den Componisten Signor Arditi.\nIn Reval soll Anfangs Juli das erste Musikfest abgehalten wor-\nden sein, das Russland je erlebt hat. Eine grosse Anzahl Sänger aus\nFinnland, Deutschland und den Ostsee-Provinzen war dazu erwartet.\nDer berühmte Violoncellist Bohrer befindet sich jetzt in Ale-\nxandria und ist von dem Bey von Tunis mit dem Sternen-Orden in\nBrillanten decorirt worden. Bohrer steht bereits im 71. Lebensjahre."}]}