{"numero_id": "bm-bmtnabi-1857-09-05-01", "volume": "bmtnabi_1857-09-05_01", "ocr_sha256": "bbaf53a21dd8cb1c78851c74284d24f3f90ab4dc952f5fa3a1421442e5e3513a", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1857/09/05_01/bmtnabi_1857-09-05_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1857-09-05-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-09-05_01#c001", "volume": "bmtnabi_1857-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "281", "page_fin": "281", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "281", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 480, "texte": "Inhalt.\nDer Fürst von der Moskowa (Nekrolog). Für Pianofort e (Erinnerungen an das Landleben. Sechs Tonstücke für das\nPianoforte). Von L. Kinds eher. Das dritte niederländische National-Männergesang-Fest in Amsterdam am 14. und 15. August 1857.\nVon S. Das Musikfest in Worcester am 25., 2ö. und 27. August. Von C. A. —• Zu Karl Czerny's Leben. Tages- und Unter-\nlialtungsblatt (Neuwied, Der FlügeFsche Gesang-Verein Aus Thüringen, Gesangfest in Ilmenau Hamburg J. P. 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Juli starb in Paris an einem Nervenschlage der\nFürst von der Moskowa, Sohn des Marschalls Ney, der sich\nden Fürstentitel in der Schlacht bei Borodino erobert hatte.\nGeboren im Jahre 1803, sah er als Knabe noch den\nGlanz des ersten Kaiserreiches und blieb auch als Mann\nden politischen Grundsätzen und Gesinnungen treu, welche\ndie grossen Erinnerungen, die sein Vater ihm hinterlassen\nhalle, von ihm heischten. Im Jahre 1828 vermählte er\nsich mit der Tochter von Jacques Lafitte und nahm in der\nmilitärischen und politischen Welt eine bedeutende Stel-\nlung ein. Von der Natur mit reichen Gaben des Geistes\nausgestattet, besass er bei einem durchaus ernsten Streben\nfür Kunst und Wissenschaft eine ausserordentliche Leich-\ntigkeit der Auffassung und Aneignung der verschiedenar-\ntigsten Studien, so dass es nicht leicht einen Mann aus der\nhöheren Gesellschaft gegeben, der eine so vielseitige Bil-\ndung mit so viel Gründlichkeit und so wirksamer Praxis\nim Leben verbunden, als der Fürst von der Moskowa.\nWir können an dieser Stelle nicht auf das, was er in\nseiner militärischen und politischen Laufbahn geleistet, ein-\ngehen; wir widmen diese Zeilen nur .seinem Verdienste um\ndie Tonkunst, für welche seit) Tod ein wahrer Verlust ist.\nEr hatte von der Natur ausgezeichnete musicalische\nAnlagen empfangen. Sie offenbarten sich früh, und ihre\nEntwicklung wurde durch eine ungewöhnliche Neigung\nzur Kunst beschleunigt. In seinem dreizehnten Jahre hatte\ner bereits eine Messe geschrieben, welche in Lucca aufge-\nlührt wurde und selbst von Kennern ein lobendes Urtheil\nerwarb. Namentlich fiel das bei einem Knaben unerhörte\nStudium der Meister des alten Kirchenstils auf, das sich\ndarin mit einem glücklichen Nachahmungs-Talente vereinigte.\nDiese Richtung anf die alt-italiänische Kirchenmusik\nhat der Fürst von seiner Jugend an sein ganzes Leben\nhindurch verfolgt, gehegt und gepflegt, und hat dafür durch\nSammlung, Aufführung und Verbreitung ausserordentlich\nviel gethan. Trotz der Vorliebe für diese Gattung, in wel-\ncher er sich auch durch eigene Composilionen versuchte,\nwar sein Geschmack und seine Beschäftigung mit Musik\ndoch durchaus nicht einseitig; er liess das Schöne in jeder\nGattung gelten und arbeitete sogar in dem entgegengesetz-\ntesten Stile auch selbst, indem er später sein Talent der\nkomischen Oper zuwandte.\nSchon als Jüngling verwandte er viel Zeit, Geld und\nMühe auf die Sammlung von handschriftlichen Composilio-\nnen der grossen Meister des sechszehnten Jahrhunderts,\nund seine Bibliothek wurde bald eine der reichhaltigsten\nim Fache der älteren Kirchenmusik. Er blieb aber nicht\n/\nbloss beim Sammeln stehen, sondern sorgte auch für Ver-\nöffentlichung mancher von ihm zuerst wieder aufgefunde-\nnen Schätze, und suchte vor Allem, das Ausgegrabene für\ndie gegenwärtigen Kunstfreunde wieder lebendig zu machen.\nZu diesem Zwecke gründete er mit Adolf Adam die Con-\ncert-Gesellschaft für geistliche und classische Musik, deren\nAuflührungen die Auswahl der musicalischen Welt von\nParis anzogen und sehr viel zur Läuterung des Geschmacks\nund zur Erweckung des Sinnes für Kirchenmusik beitrugen.\nFreilich hatte er auf diesem Felde gerade am meisten mit\nder Neuerungs- und Zerstreuungssucht der Pariser und mit\ndem gräulichen Zustande der Kirchengesang- und Orgelmusik\n, + t\nin Frankreich überhaupt zu kämpfen; dennoch hat er mit un-\nverwüstlicher Ausdauer sein Ziel verfolgt, und sein Wirken\nist keineswegs ohne Einflass geblieben; und übrigens muss\nman dergleichen Bestrebunsen für die Kunst mehr nach\nO v.\nder Absicht als nach dem Erfolge würdigen."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "282", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2584, "texte": "Dass solcher Mann, so künstlerisch begabt und gebil-\ndet, in einer so hohen gesellschaftlichen Stellung, auch in\nBezug auf Förderung, Unterstützung und Gönnerschaft für\nKünstler und Kunst sich auszeichnete, braucht kaum er-\nwähnt zu werden. Er widmete der Cultur des ganzen Ge-\nbietes der Tonkunst seine Theilnahme mit Rath und That,\nvorzüglich aber demjenigen Theile desselben, dem er seine\nbesondere Liebe zugewandt hatte. Daher erfreuten sich\nnamentlich historische Concerte wie die von Fetis in Paris\nzuerst, dann von Delsarte veranstalteten, seiner Protection,\nund die Gründung des Conservatoriums für geistliche Mu-\nsik durch Niedermeyer fand in ihm eine feste Stütze.\nMitten unter seinen archäologisch-musicalischen Be-\nschäftigungen fand er Zeit und Lust, Partituren lür die ko-\nmische Oper zu schreiben, ein seltenes Beispiel bei einem\nMusiker von so ernster Richtung, das jedoch in Italien\nfrüher häufiger angetroffen wurde, wie unter Anderen Per-\ngolese durch seine komische Oper La Serva Padrona eben\nso viel Ruhm ärntete, als durch sein Der\nFürst von der Moskowa brachte seine Oper Le Cent-Suisse\nim Juni des Jahres 1840 auf das Theater der komischen\nOper; sie wurde vom Publicum und von der Kritik gleich\ngünstig aufgenommen und erlebte hundert Vorstellungen.\nDemoiselle Darcier, eine der anmuthigsten und geistvollsten\nSängerinnen von Paris, trat darin zum ersten Male auf.—\nYvonne, seine zweite Oper, wurde auf derselben Bühne im\nJahre 1855 gegeben, hatte jedoch nicht einen eben so\nglücklichen Erfolg, wiewohl sie reich an Melodie sein soll.\nNach der Mittheilung eines pariser Blattes beschäftigte sich\nder Fürst in dem letzten Jahre mit einer grossen dramati-\nschen Composition, welche beinahe vollendet wäre.\nAls Schriftsteller trat der Fürst zuerst in einem der\nTonkunst ganz heterogenen Fache auf, durch eine Broschüre\nüber die Verbesserung der Pferdezucht. Zu seinen Liebha-\nbereien gehörten nämlich die Wettrennen, bei denen er\n1828 und 1834 eine grosse Rolle spielte. Die Ansichten\neines der ersten Sportsmen in Europa konnten nicht anders\nals Aufsehen erregen, und verschafften ihm eine Berühmt-\nheit ganz anderer Art und in ganz anderen Kreisen, als\nden musicalischen. Später erschienen mehrere Aufsätze,\nmeist artistischen Inhalts, von ihm im Constitutionnel, in\nder France Musicale und in der Revue des deux Mondes. In\ndem letzteren Journale zog besonders eine Reihe von Arti-\nkeln über Algerien an, welche die Eindrücke seiner Reise\ndurch das französische Gebiet im nördlichen Africa auf cha-\nrakteristische,scharfsinnige und geistvolle Weise wiedergaben."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-09-05-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-09-05_01#c003", "volume": "bmtnabi_1857-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "282", "page_fin": "283", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.2.3", "titre_corps": "Für Pianoforte.", "titre_sommaire": "Für Pianoforte.", "signature_source": "L. Kindscher", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "282", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.2", "debut_caractere": 2586, "fin_caractere_exclue": 5011, "texte": "Für Pianoforte.\n\nFriedrich Grützmacher, Erinnerungen an das\nLandleben. Sechs charakteristische Tonstücke für\ndas Pianoforte. componirt und Ihrer Hoheit der\nregierenden Frau Herzogin Agnes zu Sachsen-\nAltenburg gewidmet. Op. 24. Leipzig, C. F.\nKaimt. Preis 1 Thlr. 5 Ngr.\nDiese sechs Nummern, welche meist niedliche Idyllen,\nBilder aus der Natur und dem Landleben, enthalten, sind\nüberschrieben: „Am Quell\", „Im Grünen\", „Ländlicher\nBrautzug\", „Mondnacht\", „Auf dem Tanzplane\", „Ab-\nschied vom Lande\". Sie erheben sich in ihrer mannigfachen\nCharakteristik schon über das Gewöhnliche und zeigen aus-\nser einer regen Phantasie eine glückliche Begabung des\nComponisten, den inneren Gemüthszustand zu veräussern\nund dabei in eine für das Ohr ansprechende, melodische\nForm zu kleiden. Insbesondere werden sich hiernächst die-\njenigen Clavier-Dileltanteri, die schon etwas auf dem In-\nstrumente leisten können, ohne gerade auf besondere Vir-\ntuosität Anspruch machen zu wollen, bei der im Allge-\nmeinen nicht zu schwierigen Ausfuhrung dieser Tonstücke\ngewiss nicht unbefriedigt fühlen. Der Verfasser hat für Be-\nseitigung von Unbequemlichkeit im Spiel möglichst Sorge\ngetragen, ohne doch aber zugleich die Modernität der Spiel-\nart zu verläugnen, wo nun einmal das Pedal die Haupt-\nrolle spielt, um das Instrument recht weit und breit zu ent-\nfalten, und überhaupt eine Klangfülle zu erzielen, die vor-\nmals von zwei Händen nicht geahnt wurde und nur von\nvieren ermöglicht werden konnte.\nNr. 1, „A m Quell\". Andante con 74.\nEine bewegte Figur in Sechszehntheil-Triolen, an welcher\nsich zugleich die linke Hand in der unteren Octave fort-\nlaufend mit betheiligt, malt jenes sanfte Murmeln, das in\nder Natur so süss und so tief durch das Ohr ins Gemüth\ndringt.— Nr. 2, „Im Grünen\". Allegretto grazioso, G-dur,\n*/$. Im ersten Satze, der Haupt-Tonart, spricht sich eine\nruhige Behaglichkeit aus, auf den ein dieser letzteren ähn-\nlicher Charakter in C-dur folgt. Hierauf Wiederholung des\nG-dur und Schluss.—Nr. 3, „Ländlicher Brautzug\".\nlegretto pastorale, C-dur, 2/4. Glockengeläute, hochzeitliche\nMusicanten und aus der fernen Kirche Orgelklänge bilden\nhier die der Phantasie des Spielers oder Zuhörers genug\nBeschäftigung gewährenden Hauptmomente. Obwohl man\nhier gleich Anfangs an Schumann's Vorbild erinnert wird,\nder in seiner „Pilgerfahrt der Rose\" Aehnliches vorführt,\nso zeigt der Verfasser nichts desto weniger hier Eigenthüm-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "283", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3247, "texte": "lichkeit genug. Nicht recht mit dem Bilde im Einklänge er-\nscheint jedoch S. 8 die etwas trübe Abweichung (Tran-\nquillo) und der unmittelbar darauf ausbrechende laute Ju-\nbel (ff. pesante).— Nr. 4, „Mondnacht\". Andante cantabile\nquasi larghelto, E-dur,Die Cantilene wandelt dahin\nwie das ruhige Mondeslicht. Bei ihrer Wiederholung stellt\nsich der Bass in Triolen-Begleitung dazu. Am Schlüsse der-\nselben wollen einige mit beiden Händen ausgeführte, in\nZweiunddreissigtheilen gebrochene Harmonieen auf ein ein-\nzelnes Sterngeflimmer hindeuten. Die völlige Gewissheit\ngibt das Vivace, A-moll ppp (eigentlich beginnt der F-dur-\nAccord). Der Mond ist ganz von einer Wolke verhüllt, es\ntritt die Unzahl der Gestirne hervor, die nun ihr Licht\nleuchten lassen, und es beginnt jetzt, ein allgemeines Stern-\ngeflimmer, bis endlich die dunkle Wolkenhülle weicht und\nder Mond in seinem vorigen Glänze durchbricht.\nVon diesem Augenblicke an macht eine Variation, die als\nsolche auch recht eigentlich an ihrem Platze ist, eine in\ndie möglichste Breite gehende, zugleich etwas schwierigere\nAusführung. Das Thema, unter Pedal-Antritt fortklingend,\nrückt aus einer Hand in die andere, während eine oder die\nandere, zu einer Triller- oder Rouladen-Kette sich anstel-\nlend, abspringt, bis den wirkliehen Schluss die von dieser\nbisherigen Umgebung befreite, ruhevolle Melodie andeutet.\nDiese Nummer ist unstreitig von allen die beste. Sie ist\nmit grosser Zartheit gehalten und kann, so auch ausge-\nführt, ihre Wirkung durchaus nicht verfehlen. Nr. 5,\n„Auf dem Tanzplane Scherzo\nV 4. Die Musicanten stimmen ihre Streich-Instrumente (vgl.\nSchumann's Pilgerfahrt der Rose), und es beginnen muntere\nTanzweisen, von denen die zweite besonders durch ihren\ndreitactigen Rhythmus contrastirt. Unter die allgemeine\nHeiterkeit mischt sich aber mit Einem Male ein recht arges\nHinderniss, ein wirklich ernsthafter Handel in Form eines\nStreites, der natürlich alle Tanzlust zerstört, sich nachge-\nrade steigert und sogar bis in Leidenschaft und Wuth\nübergeht. Nun tritt Gewalt gegen Gewalt, noch mehr durch\nden Geist des Weines angefacht, der schon früher in den\nKöpfen zu spuken anfing. Es setzt wirklich noch blutige\nKöpfe. Zum guten Glück werden aber der Rädelsführer\nund sein Anhang gegriffen und vom Tanzplatze entfernt,\nauf dem nun nach wie vor die Lust beginnt und ihr Recht\nbehauptet, als sei weiter gar nichts vorgefallen. Nr. 6,\n„Abschied vom Lande\", Andante sostenuto, F-dur, 74.\nObwohl dieses die schwächste Nummer, so tritt doch oft\nein Ausdruck der Wehmuth unverkennbar hervor, insbe-\nsondere in den beiden Orgelpunkten. Die Ausstattung\nist schön, und besonders dürften die sechs niedlichen Bild-\nchen auf dem Titelblatte interessiren.\nMöge indess der Componist im Gebrauche einer seiner\nLieblings-Harmonieen, dem übermässigen Sept-Accord, et-\nwas vorsichtiger zu Werke gehen und die bösen Quinten\nkünftig vermeiden, die zwar vielen Dilettanten-Ohren ent-\nschlüpfen, die aber ein- für allemal Schwarz auf Weiss da\nstehen und nicht hinweg disputirt werden können. Nament-\nlich gibt S. 18 die unterste Zeile nicht weniger als vier\nderartige Fälle zu bedenken, welche die Kritik nun einmal\nund trotz ihres besten Willens nicht verschweigen darf.\nCöthen.\n\nL. Kindscher."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-09-05-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-09-05_01#c004", "volume": "bmtnabi_1857-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "283", "page_fin": "285", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.2.4", "titre_corps": "Das dritte niederländische National-Männergesang-Fest in Amsterdam am 14. und 15. August 1857.", "titre_sommaire": "Das dritte niederländische National-Männergesang-Fest in Amsterdam am 14. und 15. August 1857.", "signature_source": "R ; S", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "283", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.3", "debut_caractere": 3249, "fin_caractere_exclue": 4994, "texte": "Das dritte niederländische National-Männergesang-Fest\nin Amsterdam am 14. und 15. August 1857.\n\nWenn man in Deutschland vielfach die Behauptung\nhört, dass die Männergesang-Feste sich überlebt haben, und\nauch in Holland die beiden letzten Gesangfesle die Be-\nfürchtung aufkommen liessen, dass es bei uns stark den\nKrebsgang gehe, oder dass die Holländer ohne kräftige\nHülfe der deutschen Liedertafeln kein ordentliches Gesang-\nfest herzustellen im Stande wären, so hat uns dieses letzte\nFest durch die Gelungenheit seiner Auflührung um so an-\ngenehmer überrascht und überzeugt, dass die holländische\nTonkunst auf diesem Gebiete, nach einem Anfange von ju-\ngendlicher Begeisterung, einem Durchgange durch etwas\nvon demjenigen, was man Flegeljahre nennen kann, jetzt\nin ein Stadium des reifen, kräftigen Mannesalters getreten\nist, welches das Beste für die Zukunft hoffen lässt. Unstrei-\ntig gehörte das letztgefeierte Fest, was Ausführung der\nMusikwerke und gemüthliches Zusammensein betrifft, xu\nden schönsten, die je gefeiert worden sind.\n-Nachdem die Sänger am 13. August sich am Bahn-\nhofe der Rheinischen Eisenbahn zusammen gefunden hatten,\nzogen sie mit ihren Fahnen und Bannern nach dem Fest-\nlocale im Park, wo nach dem angebotenen Ehren weine der\nPräses Herr A. W. Wythoff in einer kurzen Rede sie\nwillkommen hiess, zugleich aber den Ernst des Festes,\nnämlich durch fleissigen Besuch der Proben eine gute Auf-\nführung möglich zu machen, dringend ans Herz legte. Schon\ndie erste Probe, Abends 7 Uhr, gab die beste Aussicht auf\neine gelungene Ausführung; denn es zeigte sich schon\ndarin, dass sämmtliche Liedertafeln gut eingeübt waren,\nund die energische Leitung der Herren Fesl-Directoren\nBoers aus Delft und Heinze aus Amsterdam sicherte"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "284", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5011, "texte": "den Erfolg. Ferner darf nicht unerwähnt bleiben, dass Am-\nsterdam durch drei Liedertafeln, nämlich Eutonia unter\nBertelsmann, Euterpe unter Heinze und Amstels\nMan nenkoor unter Richard Hol, schon einen Kern\nvon 120—140 guten Sängern lieferte, welche die mei-\nsten Sachen schon von früher her kannten. Das Programm\nlür den ersten Tag war: 1) Hymne lür Solo, Chor, Blech-\nInstrumente und Pauken von J. A. van Eyken, früher\nDirector der Liedertafel Euterpe, derselben gewidmet. Die-\nses Werk, im Jahre 1852 von der Gesellschalt zur Be-\nförderung der Tonkunst mit dem Ehrenpreise gekrönt,\nscheint ein Lieblingsstück der holländischen Liedertafeln zu\nsein; denn es wurde unter der kräftigen und umsichtigen\nLeitung des Componisten mit besonderer Wärme und Fri-\nsche gesungen und vom Publicum mit grossem Beifalle be-\ngrüsst. Dann folgten „Sommerlied\" von Mendelssohn\nund „Frühlingslied\" von C. M. von Weber. Im ersten\nStücke glänzte besonders das Solo-Quartett und im zwei-\nten der fein nuancirte Vortrag des Chors. Die Einleitung\naus der Oper „ Die Belagerung von Korinth\" von Rossini\n(mit französischem Texte) schloss die erste Abtheilung.\nDer zweite Theil wurde eröffnet mit der Motette „Ich\nwill singen\" von B. Klein, welche sehr brav gesungen\n?\nund vom Publicum mit wahrer Begeisterung applaudirt\nwurde. Es folgten „InH Bosch\" von Ver hül st, „Im Mai\"\nvon C. Zoe In er und der Jagdchor aus „Eurvanthe\" von\nWeber. Von allen diesen Stücken war jedenfalls die Aus-\ni\nführung recht lobenswerth.\nDer dritte Theil brachte den Waldchor aus „ Der Rose\nPilgerfahrt\" von R. Schumann, ein Jagdlied von J. J.\nViotta und die Introduction aus „Ferdinand Cortez\" von\nG. Spontini. Letzteres Werk schien uns für grosse Mas-\nsen weniger geeignet, obgleich auch hier die Ausführung\nvon Chor und Orchester (das Park-Orchester zählt 60\nMann guter Musiker) zu loben war. Das Volkslied beschloss\nwie gewöhnlich den genussreichen Abend. Beim dritten\nVerse: „Beschirm', o Gott, beschütze das Vaterland\", er-\nhebt sich gewöhnlich die ganze Versammlung ein Beweis,\ndass Holland nicht allein ein Staat ist, sondern dass die Be-\nwohner auch ein Volk sind, denn das Da-capo-Rufen nahm\nkein Ende.\nAm folgenden Morgen fand eine gemüthliche Zusam-\nmenkunft der Sänger in einem Societäts-Garten, „De He-\nreeniging\", Statt. Abends wurde das zweite Concert mit\nder Fest-Ouverture von Hutschenruyter, deren Sie\nSich vom rotterdamer Musikfeste her erinnern werden, er-\nI\nÖffnet. Dann sang eine junge Liedertafel aus Flaarlem ein\nStück aus einem Psalm von van Bree und „Das Bild der\nRose\" von Reich a r d t, eigentlich zwei Solo-Vorträge, um\neinen Bariton- und einen Tenor-Sänger hören zu lassen.\nDer Psalm von van Bree, ursprünglich mit Orchester, wurde\nmit einem ziemlich schlechten und verstimmten Pianino*be-\ngleitet, was natürlich in dem grossen Locale keine erbau-\nliche Wirkung machte. Ein paar Nummern vom Programm\ndes vorigen Tages wurden dann wiederholt.\nDer zweite Theil brachte eine Fesl-Ouverture von\nvan Bree, ein ziemlich Haches und inhaltloses Werk.\nDann sang die alte, aber noch stets junge (oder lieber ver-\njüngte) Liedertafel Eutonia „Im Walde\" von ihrem Direc-\ntor C.Bertelsmann und „Wein\" von Härtel mit einer\nsolchen Präcision, einem solchen schönen Vortrage und mit\nschönen Stimmen, wie wir selten etwas hörten. Der Bei-\nfall des Publicums wollte auch kein Ende nehmen, bis man\nnoch das „Soldaten-Trinklied\" von Bertelsmann zum\nBesten gab. Danach sang der Chor zwei Nummern vom\nvorigen Tage.\nDas Comite halte ferner Preis-Aufgaben für Männer-\nchor ausgeschrieben; die eingegangenen, preiswürdig be-\nfundenen Compositionen wurden von den beiden festgeben-\nden Liedertafeln „Euterpe\" und „Amstels Mannenkoor\"\nsehr schön gesungen. Danach wurden die Namensbriefchen\neröffnet, und die beiden Sieger, nämlich Stille, Musik-\nDirector in Maestricht, und R. Hol, Director der Liederta-\nfel Amstels Mannenkoor, vom Comite jeder mit einer werth-\nvollen goldenen Medaille gekrönt, Alles unter Fanfaren\nund lautem Beifall des Publicums. Wer die Holländer je\nbei solchen Gelegenheiten gesehen hat, wird wahrlich nichts\nvon Phlegma gespürt haben. Nach dem Volksliede wurden\nsämmtliche Musik-Directoren, Componisten und Solosänger\nmehrmals gerufen. Ein sehr belebter Ball, der bis Morgens\n6 Uhr dauerte, beschloss das schöne Fest, das vom herr-\nlichsten Wetter begünstigt und nicht von der geringsten\nUnordnung getrübt wurde.\nIndem wir dem Comite unseren Dank bringen für die\nAnordnung des ganzen Festes, müssen wir leider mit einer\nDissonanz schliessen. Während in Deutschland die Behör-\nden sich bei derartigen Festen dem Comite anschliessen,\nwar hiervon in Amsterdam keine Spur. Die städtische Re-\ngierung hatte nicht allein alle directe oder indirecte Hülfe\nverweigert, sondern auch sogar unterlassen, den halbstündig\nweiten Weg vom Bahnhofe bis zum Park mit Wasser be-\nsprengen zu lassen! So wirbelte denn ein solcher Staub\nauf, dass es -zu verwundern war, dass die Sänger Abends\nnoch singen konnten. Ferner hatte die zoologische Gesell-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "285", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 223, "texte": "schaft Natura artis Magistra das Ersuchen des Comite's,\nden Sangern den Zutritt zu ihren Localen gratis zu ge-\nstatten, förmlich abgelehnt! Das ist der Zopf, der den\namsterdamer Notabilitäten noch recht dick anhängt.\n\nR.\nS."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-09-05-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-09-05_01#c005", "volume": "bmtnabi_1857-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "285", "page_fin": "286", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.2.5", "titre_corps": "Das Musikfest in Worcester am 25., 26. und 27. August.", "titre_sommaire": "Das Musikfest in Worcester am 25., 26. und 27. August.", "signature_source": "C. 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Desswegen werden die Kirchen\ndazu hergegeben, es findet bei den Morgen-Concerten Got-\ntesdienst und Predigt Statt, der Eintritt ist frei, doch wird\nan den Kirchthüren für den genannten Zweck gesammelt.\nDas Institut ist all; die oben genannten Tage vereinigten\ndie Chöre der drei Städte zum einhundert vierunddreissig-\nsten Feste. Die Sammlungen an den Thören brachten am\nersten Tage 259 L. St. 10 Sh. ein, am zweiten 221 L.\nSt. 5 Sh., am dritten 245 L. St. 2 Sh. nahe an 5000\nThlr. Daneben aber werden im Concertsaale Abend-\nConcerte gegen Eintrittsgeld gegeben.\nDass hier der Zweck Einfluss auf die Programme hat,\nleuchtet ein; doch ist dieser nicht so arg anti-künstlerisch, als\nmanche englische Blätter ihn darstellen. Sind denn die Pro-\ngramme der Abend-Concerte (Miscettaneous Concerts) weni-\nger pasteten- und ragoutartig bei den grossen Musikfesten\nin Birmingham, Bradford u. s. w. ? Der Geschmack des\nenglischen Publicums ist überall derselbe: Mittags Kirche\nund Abends Theater, Mittags Oratorium und Abends mu-\nsicalische Mixtpickles.\nAm ersten Tage wurden in der Kirche neben mehre-\nren Compositionen englischer Tonsetzer (unter denen sich\nein Anthem von Dr. Elvey auszeichnete) das detlinger\nDeumvon Händel und Mendelssohn's 55. Psalm mit So-\npransolo aufgeführt. Die Predigt war diesmal die Haupt-\nsache.— Das Abend-Concert in brachte dage-\ngen 16 Nummern von 14 verschiedenen Componisten, von\nHaydn bis auf Verdi herab. Von grösseren Sachen wurden\nMendelssohn's Sinfonie in A-moll (in sehr mittelmässiger\nAusführung), Beethoven's Egmont-Ouvertnre (besser) und\nMendelssohn's Finale aus der Oper Lorelei gemacht. Letz-\nteres hatte den grössten Erfolg von allen, wozu der Vor-\ntrag der Solo-Partie durch Clara Novello vorzüglich\nbeitrug. Neben ihr konnte eine junge Sängerin, Louise\nVinning, wiewohl mit recht hübscher Stimme begabt,\nkeinen bedeutenden Eindruck machen. Auch war die Wahl\nder Arie aus dem Trovatore: eine ver-\nfehlte. Dieselbe Oper musste auch Thema's zu einer Violin-\nPhantasie von Sainlon hergeben. Ausserdem sangen Ma-\ndame und Herr Weiss, Miss Dolby, Sims Reeves,\nGardoni (Terzett aus Graf Ory mit Frau Novello und\nWeiss) und Form es (Romanze aus dem Nordstern und\nMozart's Non piü andrai.)\nAm zweiten Tage war Morgens Mendelssohn's Elias\ndie Hauptsache. Man darf an die Oratorien-Aufführungen\nin der Provinz nicht den Maassstab der Hauptstadt oder\ngar der Musikfeste in Deutschland legen; von vollkomme-\nnem Zusammenwirken kann kaum die Rede sein, da eine\neigentliche Gesammtprobe gar nicht Statt findet; nur die\nChöre werden in den einzelnen Städten vorher studirt\nalles Uebrige, Dirigent, Solisten, die Hälfte des Orchesters,\nkommt fix und fertig aus London und hält auch ohne Probe\ndas Ganze zusammen. Es ist allerdings mitunter bewun-\ndernswerth, wenn ein grosses Oratorium bei alledem noch\nziemlich gut geht; aber an eine vollendete Ausführung ist\nunter solchen Umständen doch nicht zu denken. So war\ndenn auch die diesmalige gar mangelhaft, wie denn z. B.\ndas Doppel-Quartett im ersten Theile ganz verunglückte.\nDennoch machten die Massen in der weithallenden Kirche,\nvon Orgel und starkem Orchester gehoben, oft eine grosse\nWirkung, und die Sologesänge waren vortrefflich, wie es\nbei Künstlern wie Novello, Dolby, Reeves und Gardoni,\nFormes (Elias) nicht anders zu erwarten ist.\nDas Abend-Concert dieses Tages brachte zunächst\neine Auswahl aus Weber's Freischütz, die Ouvertüre\nund Introduction „Durch die Wälder\" (Sims Reeves),\nCaspar's Trinklied (Formes, da capo), Scene der Agathe\n(Novello), Terzett aus dem zweiten Acte, Cavatine der Agathe\n(Mad. Weiss), Brautjungfern- und Jägerchor. Mitten im\nVortrage der Cavatine trat der Herzog von Cambridge in\nden Saal. Der Gesang wurde auf der Stelle abgebrochen\nund das Volkslied angestimmt (die Soli durch Mad. Novello\nund Reeves), welches die Versammlung stehend anhörte.\nDer Herzog nahm seinen Platz ein, und Mad. Weiss begann\ndie Cavatine wieder von vorn an. Hierauf sang Miss Dolby\nnoch eine Arie von Meyerbeer, Gardoni eine Romanze aus\nFra Diavolo (da capo), und Herr Cusius spielte Mendels-\nsohn's G-moll-Concert lür Pianoforte recht brav. Sie mei-\nnen vielleicht, damit sei das Concert doch wohl aus gewe-\nsen? Bitte damit schloss der erste Theil. Hier kann"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "286", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1394, "texte": "man Gölhe's Verse treffend parodiren: „Nichts ist schwe-\nrer zu ertragen, als eine Reihe von englischen Musikfest-\nTagen!\" Nun folgte erstens noch eine Kleinigkeit, Beetho-\nven's achte Sinfonie, und darauf sechs meist sehr lange Ge-\nsangstücke von Händel, Rossini, Verdi und Meyerbeer. Das\nGan ze schloss mit der Weihe der Schwerter aus dem vier-\nten Acte der Hugenotten. Der Beethoven'schen Sinfonie\n\\\nmangelte die Präcision und Feinheit des Vortrags, welche\nsie verlangt; sie wurde indess mit ungetheilter Aufmerk-\nsamkeit angehört, was ein Berichterstatter ans Worcester\ndadurch erklärt, dass „die grosse Mehrheit der Zuhörer-\nschaft bei diesem langen und zusammenhangenden Musik-\nstücke sich sichtbar von der Uebersättigung erholte, die\nvon einer fortwährenden Beihe von Bruchstücken unzer-\ntrennlich ist.\" Köstlicher Gedanke, in der Mitte eines üp-\npigen Gastmahles durch ein tüchtiges Rostbeaf den Magen\nzur Verdauung der ferneren Leckereien zu stärken!\nAm dritten Tage fanden bloss Aufführungen in der\nKirche Statt, und zwar die Sinfonie-Cantate „Lobgesang\"\nvon Mendelssohn vollständig; hierauf eine Auswahl aus\nCosta's Oratorium Eli .(neun Nummern) und aus Händel's\nIsrael in Aegypten (sechs Nummern). Mendelssohn's „Lob-\ngesang\" wurde zum ersten Male auf den Musikfesten die-\nser Gegend aufgeführt; die Composition hatte grossen Er-\nfolg und wurde auch im Ganzen gut ausgeführt.\n\nC. A."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-09-05-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-09-05_01#c006", "volume": "bmtnabi_1857-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "286", "page_fin": "288", "image_debut": 6, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.2.6", "titre_corps": "Zu Karl Czerny’s Leben", "titre_sommaire": "Zu Karl Czerny’s Leben", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "286", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.6", "debut_caractere": 1396, "fin_caractere_exclue": 4933, "texte": "Zu Karl Czerny’s Leben\n*)•\nKarl Czerny wurde am 20. Februar 1791 in Wien\nin der Vorstadt Leopoldstadt Nr. 147 geboren, wo sein\nVater Wenzel Czerny durch Clavier-Unterricht sich seinen\nUnterhalt erwarb. Er soll in seinem dritten Jahre schon\ngegen zwanzig Stückchen auf dem Piano gespielt haben.\nVon 1795 bis nach 1804 war das Czerny'sche Haus\nein Sammelplatz der vorzüglichsten Musiker damaliger Zeit,\nz. ß. Abbe Gelinek; Joseph Lipawskv, einer der besten\nOr ganislen und Clavieristen, besonders durch sein Avista-\nspielen berühmt, worin vielleicht nur Beethoven ihn über-\ntraf (gestorben 7. Januar 1810); der alte liebenswürdige\nWanhall, ein gründlich gelehrter, vielseitiger Tonsetzer und\ntrefflicher Ciavierspieler (gestorben im August 1813); Ra-\nfael, ein sehr anmuthiger Ciavier- und Orgelspieler; endlich\nKrumpholz (Bruder des berühmten, in Paris verstorbenen\nHarfen-Virtuosen), Violinist im Orchester des k. k. Hof-\ntheaters, ein höchst gelühlvoller Kunst-Enthusiast und einer\nder Ersten, welche Beethoven's Grösse ahnten und erkann-\nten. Er hängte sich auch an Beethoven mit einer Beharrlich-\nkeit und Aufopferung an, dass dieser, obschon er ihn im-\nmer nur „seinen Narren\" nannte, ihn als intimsten Haus-\nfreund aufnahm, ihn mit jedem Compositions-Entwurfe so-\ngleich bekannt machte und ihm überhaupt das grösste Ver-\ntrauen schenkte.\nSchon im Jahre 1800 trat Czerny mit dem C-moll-\nConcerte von Mozart zum ersten Male öffentlich auf. In\ndiesem Jahre noch wurde er durch Krumpholz zu Beetho-\nven geführt. Dieser erste Besuch, es war an einem Winter-\ntage, blieb ihm bis an sein Ende genau im Gedächtnisse.\nBeethoven wohnte damals im tiefen Graben bei der kleinen\nWeintraube, und es befanden sich gerade seine beiden Brü-\nder, so wie Ignaz Schuppanzigh, Paul Wranitzky, Süss-\nmayer und noch einige Personen bei ihm. Es sah höchst\nwüst und unordentlich aus. Alles lag voll Papiere, kaum\nein ordentlicher Stuhl war vorhanden. Beethoven, struppi-\ngen, schwarzen Haares, gebräunter Gesichtsfarbe, steckte\nin einer langhaarigen, dunkelgrauen Jacke und gleichen,\ndamit zusammenhangenden Beinkleidern, so dass er dem\nBilde des in Felle gekleideten Robinson in Campe's bekann-\ntem Buche nicht unähnlich sah. Czerny spielte Mozart's\nConcert in C-dur (posthume)und mehrere andere Stücke.\nBeethoven äusserte sich über des Knaben Anlagen\nfreundlich und günstig, und erbot sich, ihn als Schüler an-\nzunehmen. Er unterrichtete ihn zuerst nach Emanuel Bach's\nCiavierschule und späterhin studirte er ihm die meisten sei-\nner eigenen bis dahin erschienenen Ciavierwerke ein. Mit\nnicht weniger Eifer begann Czerny nun auch dem Studium\ndes theoretischen Theiles der Musik sich unter Anleitung\nseines Vaters zu widmen.\nUm 1801 wurde Czerny bei der Witwe Mozart be-\nkannt, und von da schrieb sich sein freundschaftliches Ver-\nhältniss mit dem jungen W. A. Mozart her, der (am 26.\nJuli 171)3 geboren) mit ihm von gleichem Alter war. Der\nältere Bruder war damals schon in Italien. Bei der Witwe\nMozart und dem dänischen Staatsrate Georg Nik. v. Nis-\nsen (ihrem späteren Gemahl) hörte Czerny zum ersten\nMale den eben aus London zurückgekehrten J. N. Hummel\nund durch ihn ein Spiel, von dem er früher keine Ahnung\ngehabt. Auch die alten Freunde und Schüler Mozart's,\nAbbe Stadler, Schenk, Eberl und Krommer u. s. w. lernte\ner daselbst kennen.\n\n*) Wir entnehmen obige Notizen auszugsweise einer „biographi-\nschen Skizze\" von Eugen Eiserle in der Neuen Wiener\nMusik-Zeitung Nr. 33 und 35. — Man vgl. Nr. 30 und 31\nder Niederrb, Musik-Zeitung. Die Eedaction."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5085, "texte": "1802 fand Czerny Zutritt in dem gräflich Czernin'-\nschen Hause, und es gestaltete sich bald zwischen ihm und\ndem Grafen Eugen ein freundliches Verhältniss, so dass er\nfast täglich die Abende dort zubrachte. Jedes Frühjahr\nwurden Sonntags von dem Grafen und den jungen Fürsten\nSchwarzenberg, Lobkowitz, Grafen Stadion u. A. nebst\nihren Hofmeistern Ausflüge in die Umgegenden Wiens ge-\nmacht, von denen auch Czerny niemals ausgeschlossen blieb.\nDies waren überdies eigentlich die einzigen Erholungen in\nseinen Jugendjahren.\nIm Jahre 1804 erschien das erste Opus von Czerny's\nComposilionen: „Concertante Variationen lür Ciavier und\nVioline über ein Thema von Krumpholz\", in Stich, welche\ner mehrmal mit Mayseder vorzutragen Gelegenheit fand.\nIn demselben Jahre sollte Czerny mit seinem Vater\neine Kunstreise unternehmen, zu welchem Behufe ihm Beet-\nhoven ein sehr ehrenvolles Zeugniss ausgestellt hatte (das er\nstets als ein werthes Andenken bewahrte); allein die bald dar-\nauf eingetretene kriegerische Zeit vereitelte das Reise-Project.\nIn den Jahren 1804 und 1805 kam er regelmässig\nwöchentlich zu dem grossen Mäcen Fürsten Lychnowski,\nwo er, da er nicht allein alle Beethoven'schen, sondern\nüberhaupt alle guten Ciavierwerke der damaligen Zeit aus-\nwendig wusste, häufig vorspielen musste. Bei dem spärli-\nchen Einkommen seines später auch noch sehr kränklichen\nVaters fing Karl Czerny schon in seinem 14. Jahre an,\nselbst Unterricht im Fortepianospiel zu ertheilen.\nIn den Jahren 1809 1810 wurde Czerny bei Ba-\nron Hügel eingelührt, wo er M. Clement! kennen lernte.\nSpäter wurde er der Lehrer der Belleville aus München,\nwelche sich bis 1819 bei seinen Eltern in Kost und Woh-\nnung befand. Sie machte später mit ihrem Vater sehr vor-\ntheilhafte Reisen und vermählte sich dann mit dem Violi-\nnisten Oury zu London.\nUm diese Periode galt Karl Czerny schon als der ge-\nsuchteste Mentor, und war als solcher auch die ganze Ta-\ngeszeit über thätig. Um seinen Schülern Gelegenheit zu ge-\nben, ihre Fähigkeiten vor Zuhörern zu zeigen, begann er\n1816 in der Wohnung seiner Eltern musicalische Cirkel\nzu veranstalten. Nebst seinen Schülern und Schülerinnen\nwirkten daselbst auch die Baronin Dorothea Ertman, Frau\nvon Cibbini, Frau Nanette Streicher, der ausgezeichnete\nViolinist Rovelli und viele andere Künstler mit. Um 1820\n—lB2l war Beethoven selbst sehr oft zugegen und phan-\ntasirte zu verschiedenen Malen mit all der Kunst, die nur\nihm eigen war. Das waren wohl auch die letzten Fälle, wo\ndieser sich vor vielen Zuhörern dazu herbeiliess.\n1818 wurde Czerny von Anton Diabelli ersucht, ihm\neine Composition zu liefern. Er gab ihm ein zufällig fertig\ngewordenes Rondo „Sur une cavatine de Carafa\" ä quatre\nmains, Op. 2, welches bei seinem Erscheinen ungewöhn-\nlichen Antheil fand, und von diesem Augenblicke an wurde\ner nicht nur von allen wiener Musik-Verlegern, sondern\nauch vom Auslande derart mit Anträgen überhäuft, dass\ner alle freien Morgen- und Abendstunden anwenden musste,\num dieselben zu befriedigen.\n„Ungelähr in demselben Jahre (1818) wurde eines\nMorgens ein kleiner, bleicher Knabe zu ihm gebracht, dessen\nSpiel zwar völlig roh und regellos war, der aber namentlich\nim Phantasmen über gegebene Motive ein wahrhaft ausser-\nordentliches Talent -zeigte. Sein Vater bemerkte, dass er\nmit ihm aus Ungarn nach Wien übersiedeln wolle, falls\nCzerny sich herbei liesse, ihn zu unterrichten. Dieser sagte\nzu, und im nächsten Jahre kam der Knabe wirklich mit\nseinem Vater und brachte ohne Ausnahme jeden Abend,\noft selbst bis spät in der Nacht, bei Czerny zu. Clementi's\nWerke, welche Czerny zuerst mit ihm vorzunehmen für\nnothwendig erachtete, wollten wohl dem feurigen, stets\nlustigen Knaben nicht sonderlich munden, er übte sie aber\ndennoch mit grösster Aufmerksamkeit ein, und schon ein\nJahr daraufhatte er so riesenmässige Fortschritte gemacht,\ndass er HummePs Concerte in - und mit einer\nVollendung producirte, welche in Wien das grösste Aufsehen\nerregte. Dieser Knabe war Franz Liszt. Wenn der-\nselbe, statt 1821 schon auf Reisen zu gehen, noch einige\nJahre in Wien zugebracht und studirt hätte, wäre es wohl\nfür die Entwicklung seines Compositions-Talentes, das sich\ndamals ebenfalls deutlich manifestirte, besser gewesen!\"\nAm 26. März 1827 musste Czerny das schmerzliche\nGefühl erleben, seinen hochverehrten Lehrer Beethoven'—\nmit dem er 26 Jahre lang in ununterbrochener freundschaft-\nlicher Verbindung gestanden— durch den Tod zu verlieren.\nBeethoven hatte besonders in letzterer Zeit ein so grosses\nGefallen an der ruhigen Häuslichkeit Czerny's gefunden,\ndass er sich mehrmals gegen ihn äusserte: „Ja, wenn ich\nbei Ihren Eltern wohnen könnte, dann wäre ich versorgt.\"\nIn demselben Jahre 1827 noch wurde auch Czerny's\nMutter und fünf Jahre später sein Vater vom Tode dahin-\ngerafft. Sie liessen ihrem einzigen Sohne das schöne Be-\nwusstsein -zurück, ihnen ein sorgenloses, ruhiges Alter be-\nreitet zu haben.\ni\nCzerny setzte noch ein paar Jahre das Unterrichtgeben\nin thätiger Weise fort (ungeachtet? er bereits im Besitze\neines Vermögens von wenigstens 40-'—50,000 Fl. gewe-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "288", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1438, "texte": "sen sein mag); von 1835 an aber übernahm er nur selten\nmehr und bloss solche Schüler, deren Talente einen beson-\nderen Erfolg versprachen. Döhler, Jul. Egghard, J. A. Pa-\ncher, Karl Haslinger u. s. vv. sind aus Czerny's Schule her-\nvorgegangen.\n1836 machte er eine Erholungsreise nach Leipzig,\n1837 nach London und Paris und 1846 in die Lombar-\ndei. Seitdem hat er seine Vaterstadt nicht mehr verlassen\nund sich ausschliessend der Composition gewidmet, was\nihm gleichsam Lebensbedürfniss geworden, und zwar um\nso mehr, da er unverheiratet war, weder Geschwister noch\nVerwandte hatte, auch an der Geselligkeit keinen Anlheil\nnahm. Seine Lebensweise glich dem gleichförmigen Schlage\neiner Uhr. Seit vielen Jahren kam er täglich in den Vor-\nmittagsstunden zwischen 10 ll Uhr in den Laden des\nHof-Musicalienhändlers C. A. Spina, wo er die Zeitungen\nlas, die Tages-Vorlälle sich erzählen liess und dann gegen\n1 Uhr Mittags nach Hause zum Speisen ging. Nachmittags\nkam er nur selten aus seinen vier Wänden, verliess er aber\ndieselben, so konnte man gewiss sein, dass er auch in die\nSpina'sche Kunsthandlung eintreten werde. Der kleine, ma-\ngere Mann mit dem freundlichen Gesichte, in der einfachen,\nreinlichen, aber altmodischen Kleidung, der jedem, der in\nden Laden trat, eine Prise Tabak offerirte, war Karl Czerny.\nSo kam endlich die neunte Abendstunde des 15. Juli\n1857 heran, in welcher er lür immer die Augen schloss.\nFriede seiner Asche!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-09-05-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-09-05_01#c007", "volume": "bmtnabi_1857-09-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "288", "page_fin": "288", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.2.7", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "288", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.8", "debut_caractere": 1440, "fin_caractere_exclue": 6469, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\n22. August. Gestern Abends hat der Flügel'sehe\nGesang-Verein eine musicalische Vesper in der Mennoniten-Kir-\nche veranstaltet, welche durch ein Orgel-Vorspiel (der Choral „Ich\nhab1 meine Sach' Gott heimgestellt\" von J. S. Bach) des k. Musik-\nDirectors Herrn G. Flügel eröffnet wurde, worauf ein Kyrie quoti-\ndianum von G. Flügel, das Tenebrae fticlae sunt von Mich. Haydn,\ndas Aoe verum von Mozart und „Du Hirte Israels\" von Bortnianski\ngesungen wurden. Am Ausgange der Kirche wurde zum Vortheil\nder Abgebrannten in Traben gesammelt. Der fürstliche Hof war\ndurch das Eintreffen hoher Gäste verhindert, dem geistlichen Con-\ncerte beizuwohnen. Es ist sehr erfreulich, dass Herr Musik-Di-\nrector Flügel wieder Zeugniss einer öffentlichen Thätigkeit zum Be-\nsten des Aufblühens der Tonkunst in unserer Stadt gegeben hat;\nmöge er auch die gebührende Unterstützung und Ermuthigung fin-\nden; denn wo solche Talente wie Gustav Flügel aus Mangel an\nTheilnalime oder aus Ueberfluss an Kleinstädterei zu feiern genöthigt\nsind, da kann es mit der wahren Kunst nicht vorwärts gehen.\nAIBS TSftiirmgesi. Das am 29. und 30. Juli in Ilmenau\nabgehaltene Gesangfest mit grosser Sängerfahrt über den Gabelbach\nund Gückelhahn hat alle Erwartungen weit übertroffen. Ausser den\nbeiden Gesang-Vereinen von Ilmenau, deren Absonderung in der al-\nten friedlichen Bergstadt nur zu beklagen ist, waren vereinigt und\nvertreten durch beinahe 400 Sänger die Liedertafeln von Gehren,\nGotha, Hildburghausen, Königsee, Langewiesen, Mehlis, Oehrenstock,\nPlaue, Remda, Saalfeld, Scjüeusingen, Suhl, Schmalkalden, Ruhla\nund Zella. Nachmittags 3 Uhr bewegte sich der Zug in die mit Zu-\nhörern überfüllte Kirche; wo der erhebende Choral: „Ein feste Burg\",\ndie Vorträge eröffnete, dem in kurzen Zwischenräumen das Vater un-\nser von Geissler, die Motette „Aufersteh'n wirst du\" von B. Klein\nund eine Hymne von Berner, „Der Herr ist Gott\", in wohlgelunge-\nner Aufführung, abwechselnd unter Leitung des Stadt-Cantors Zim-\nmermann und Einnehmers Neumann folgten und mit allgemeiner Be-\nfriedigung aufgenommen wurden. Aus der Kirche verfügten sich Sän-\nger und Hörer wiederum in geordnetem Zuge mit den beiden Musik-\nchören und fliegenden Fahnen auf den Festplatz. Im Gesammtchor\nwurden vorgetragen: Liedesfreiheit von Marschner, Forschen nach\nGott von Kreutzer und der Abschied vom Walde von Abt. Abwech-\nselnd sangen die einzelnen Liedertafeln unter Leitung ihrer Vorsteher\nzum Theii gar herrliche Lieder. Am Schlüsse nahmen die Vereine\ndie für sie bestimmten Tafeln, die den Festplatz einrahmten, ein, bis\ngegen 9 Lhr Alle nach dem Felsenkeller zogen, wo ein von der\nStadt gegebener Festball den Schluss machte. Die Krone des Festes\nwar am folgenden Tage der Sängerzug auf dem Gabelbach und\nGückelhahn. Die Zahl der Theilnehmer ward vermehrt durch einen\nZug von Bewohnern Arnstadts. Nach 10 Uhr setzte sich der Fest-\nzug, wohl 2500 Menschen, mit seinen Musikchören in Bewegung. Am\nalten Gückelhahn scharten sich die Sänger um ihre Führer und Hes-\nsen Mendelssolm's „Wer hat dich, du schöner Wald\" im vollen Chor\nertönen, viele im Stillen wohl als Dankeslied der erlauchten Fürstin,\nder Gründerin des Thurmes, der „hoch da droben'* in das herrliche\nThüringer Land hineinschaut. Als aber am Berges-Abhange in feier-\nlich-ernster Weise das herrliche Göthe-Lied „Ueber allen Wipfeln\nist Ruh1\" den Mahnen des deutschen Barden und seines fürstlichen\nFreundes, des grossen Karl August, dargebracht und weithin in die\nBerge, Wälder und Thäler getragen wurde, da herrschte lautlose\nStille rings umher. Das herrlichste Wetter begünstigte die Feier,\nwelche lebhaft den nach Wiedererweckung der alten gros-\nsen Verbrüderung zu Einem schönen Sängerbunde in Thüringen und\nSachsen hervorrief. Möchte er zur schönen Wirklichkeit werden! das\nwäre der würdigste Dank, welcher den Behörden der Stadt, den Fest-\nordnern und Festleitern, den Chor-Dirigenten uud allen Mitwirken-\nden gebracht werden könnte! Nccli müssen wir erwähnen, dass\nbei der Waldesfahrt auch der bedrängten Männer aus Schleswig-\nHolstein gedacht wurde und die Sammlung eine namhafte Summe\neinbrachte. z.\nRoger wird im Laufe des nächsten Winters in\nunseren Concerten singen. Fräul Frassini ist mit ihrem Vater,\ndem Herrn Capellmeister Eschborn [der nicht zugeben sollte, dass\nsein ehrlicher und kunstberühmter Name durch seine Tochter ver-\nschmäht wird!], aus Helgoland, wo sie vier Wochen lang das See-\nbad gebraucht hat, hieher zurückgekehrt, da ihr Engagement beim\nhiesigen Theater am ]. September beginnt. Unter den Gästen der\nletzten Zeit ist Herr Hrabanek von Brünn auszuzeichnen als ein\ntrefflicher Baritonist. Aus Doberan schreibt man, dass Fräul.\nAgnes Büri bei der dortigen Oper, wo sie als Amine auftrat, Fu-\nrore gemacht habe.\nAm 17. August starb zu Nemtschitz in Böhmen der fürstlich\nAuersperg'sche jub. Oberamtmann und Giiter-Inspector Jos. Paul\nDreyschock, Vater des bekannten Clavier-Heroen Alexander und\ndes leipziger Concertmeisters Raimand Dreyschock, im 71. Lebensjahre."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "281", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nDer Fürst von der Moskowa (Nekrolog). Für Pianofort e (Erinnerungen an das Landleben. Sechs Tonstücke für das\nPianoforte). Von L. Kinds eher. Das dritte niederländische National-Männergesang-Fest in Amsterdam am 14. und 15. August 1857.\nVon S. Das Musikfest in Worcester am 25., 2ö. und 27. August. Von C. A. —• Zu Karl Czerny's Leben. Tages- und Unter-\nlialtungsblatt (Neuwied, Der FlügeFsche Gesang-Verein Aus Thüringen, Gesangfest in Ilmenau Hamburg J. P. Dreyschock f)\n\nDer Fürst von der Moskowa.\n(Nekrolog.)\nAm 25. Juli starb in Paris an einem Nervenschlage der\nFürst von der Moskowa, Sohn des Marschalls Ney, der sich\nden Fürstentitel in der Schlacht bei Borodino erobert hatte.\nGeboren im Jahre 1803, sah er als Knabe noch den\nGlanz des ersten Kaiserreiches und blieb auch als Mann\nden politischen Grundsätzen und Gesinnungen treu, welche\ndie grossen Erinnerungen, die sein Vater ihm hinterlassen\nhalle, von ihm heischten. Im Jahre 1828 vermählte er\nsich mit der Tochter von Jacques Lafitte und nahm in der\nmilitärischen und politischen Welt eine bedeutende Stel-\nlung ein. Von der Natur mit reichen Gaben des Geistes\nausgestattet, besass er bei einem durchaus ernsten Streben\nfür Kunst und Wissenschaft eine ausserordentliche Leich-\ntigkeit der Auffassung und Aneignung der verschiedenar-\ntigsten Studien, so dass es nicht leicht einen Mann aus der\nhöheren Gesellschaft gegeben, der eine so vielseitige Bil-\ndung mit so viel Gründlichkeit und so wirksamer Praxis\nim Leben verbunden, als der Fürst von der Moskowa.\nWir können an dieser Stelle nicht auf das, was er in\nseiner militärischen und politischen Laufbahn geleistet, ein-\ngehen; wir widmen diese Zeilen nur .seinem Verdienste um\ndie Tonkunst, für welche seit) Tod ein wahrer Verlust ist.\nEr hatte von der Natur ausgezeichnete musicalische\nAnlagen empfangen. Sie offenbarten sich früh, und ihre\nEntwicklung wurde durch eine ungewöhnliche Neigung\nzur Kunst beschleunigt. In seinem dreizehnten Jahre hatte\ner bereits eine Messe geschrieben, welche in Lucca aufge-\nlührt wurde und selbst von Kennern ein lobendes Urtheil\nerwarb. Namentlich fiel das bei einem Knaben unerhörte\nStudium der Meister des alten Kirchenstils auf, das sich\ndarin mit einem glücklichen Nachahmungs-Talente vereinigte.\nDiese Richtung anf die alt-italiänische Kirchenmusik\nhat der Fürst von seiner Jugend an sein ganzes Leben\nhindurch verfolgt, gehegt und gepflegt, und hat dafür durch\nSammlung, Aufführung und Verbreitung ausserordentlich\nviel gethan. Trotz der Vorliebe für diese Gattung, in wel-\ncher er sich auch durch eigene Composilionen versuchte,\nwar sein Geschmack und seine Beschäftigung mit Musik\ndoch durchaus nicht einseitig; er liess das Schöne in jeder\nGattung gelten und arbeitete sogar in dem entgegengesetz-\ntesten Stile auch selbst, indem er später sein Talent der\nkomischen Oper zuwandte.\nSchon als Jüngling verwandte er viel Zeit, Geld und\nMühe auf die Sammlung von handschriftlichen Composilio-\nnen der grossen Meister des sechszehnten Jahrhunderts,\nund seine Bibliothek wurde bald eine der reichhaltigsten\nim Fache der älteren Kirchenmusik. Er blieb aber nicht\n/\nbloss beim Sammeln stehen, sondern sorgte auch für Ver-\nöffentlichung mancher von ihm zuerst wieder aufgefunde-\nnen Schätze, und suchte vor Allem, das Ausgegrabene für\ndie gegenwärtigen Kunstfreunde wieder lebendig zu machen.\nZu diesem Zwecke gründete er mit Adolf Adam die Con-\ncert-Gesellschaft für geistliche und classische Musik, deren\nAuflührungen die Auswahl der musicalischen Welt von\nParis anzogen und sehr viel zur Läuterung des Geschmacks\nund zur Erweckung des Sinnes für Kirchenmusik beitrugen.\nFreilich hatte er auf diesem Felde gerade am meisten mit\nder Neuerungs- und Zerstreuungssucht der Pariser und mit\ndem gräulichen Zustande der Kirchengesang- und Orgelmusik\n, + t\nin Frankreich überhaupt zu kämpfen; dennoch hat er mit un-\nverwüstlicher Ausdauer sein Ziel verfolgt, und sein Wirken\nist keineswegs ohne Einflass geblieben; und übrigens muss\nman dergleichen Bestrebunsen für die Kunst mehr nach\nO v.\nder Absicht als nach dem Erfolge würdigen."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "282", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.2", "texte": "Dass solcher Mann, so künstlerisch begabt und gebil-\ndet, in einer so hohen gesellschaftlichen Stellung, auch in\nBezug auf Förderung, Unterstützung und Gönnerschaft für\nKünstler und Kunst sich auszeichnete, braucht kaum er-\nwähnt zu werden. Er widmete der Cultur des ganzen Ge-\nbietes der Tonkunst seine Theilnahme mit Rath und That,\nvorzüglich aber demjenigen Theile desselben, dem er seine\nbesondere Liebe zugewandt hatte. Daher erfreuten sich\nnamentlich historische Concerte wie die von Fetis in Paris\nzuerst, dann von Delsarte veranstalteten, seiner Protection,\nund die Gründung des Conservatoriums für geistliche Mu-\nsik durch Niedermeyer fand in ihm eine feste Stütze.\nMitten unter seinen archäologisch-musicalischen Be-\nschäftigungen fand er Zeit und Lust, Partituren lür die ko-\nmische Oper zu schreiben, ein seltenes Beispiel bei einem\nMusiker von so ernster Richtung, das jedoch in Italien\nfrüher häufiger angetroffen wurde, wie unter Anderen Per-\ngolese durch seine komische Oper La Serva Padrona eben\nso viel Ruhm ärntete, als durch sein Der\nFürst von der Moskowa brachte seine Oper Le Cent-Suisse\nim Juni des Jahres 1840 auf das Theater der komischen\nOper; sie wurde vom Publicum und von der Kritik gleich\ngünstig aufgenommen und erlebte hundert Vorstellungen.\nDemoiselle Darcier, eine der anmuthigsten und geistvollsten\nSängerinnen von Paris, trat darin zum ersten Male auf.—\nYvonne, seine zweite Oper, wurde auf derselben Bühne im\nJahre 1855 gegeben, hatte jedoch nicht einen eben so\nglücklichen Erfolg, wiewohl sie reich an Melodie sein soll.\nNach der Mittheilung eines pariser Blattes beschäftigte sich\nder Fürst in dem letzten Jahre mit einer grossen dramati-\nschen Composition, welche beinahe vollendet wäre.\nAls Schriftsteller trat der Fürst zuerst in einem der\nTonkunst ganz heterogenen Fache auf, durch eine Broschüre\nüber die Verbesserung der Pferdezucht. Zu seinen Liebha-\nbereien gehörten nämlich die Wettrennen, bei denen er\n1828 und 1834 eine grosse Rolle spielte. Die Ansichten\neines der ersten Sportsmen in Europa konnten nicht anders\nals Aufsehen erregen, und verschafften ihm eine Berühmt-\nheit ganz anderer Art und in ganz anderen Kreisen, als\nden musicalischen. Später erschienen mehrere Aufsätze,\nmeist artistischen Inhalts, von ihm im Constitutionnel, in\nder France Musicale und in der Revue des deux Mondes. In\ndem letzteren Journale zog besonders eine Reihe von Arti-\nkeln über Algerien an, welche die Eindrücke seiner Reise\ndurch das französische Gebiet im nördlichen Africa auf cha-\nrakteristische,scharfsinnige und geistvolle Weise wiedergaben.\n\nFür Pianoforte.\n\nFriedrich Grützmacher, Erinnerungen an das\nLandleben. Sechs charakteristische Tonstücke für\ndas Pianoforte. componirt und Ihrer Hoheit der\nregierenden Frau Herzogin Agnes zu Sachsen-\nAltenburg gewidmet. Op. 24. Leipzig, C. F.\nKaimt. Preis 1 Thlr. 5 Ngr.\nDiese sechs Nummern, welche meist niedliche Idyllen,\nBilder aus der Natur und dem Landleben, enthalten, sind\nüberschrieben: „Am Quell\", „Im Grünen\", „Ländlicher\nBrautzug\", „Mondnacht\", „Auf dem Tanzplane\", „Ab-\nschied vom Lande\". Sie erheben sich in ihrer mannigfachen\nCharakteristik schon über das Gewöhnliche und zeigen aus-\nser einer regen Phantasie eine glückliche Begabung des\nComponisten, den inneren Gemüthszustand zu veräussern\nund dabei in eine für das Ohr ansprechende, melodische\nForm zu kleiden. Insbesondere werden sich hiernächst die-\njenigen Clavier-Dileltanteri, die schon etwas auf dem In-\nstrumente leisten können, ohne gerade auf besondere Vir-\ntuosität Anspruch machen zu wollen, bei der im Allge-\nmeinen nicht zu schwierigen Ausfuhrung dieser Tonstücke\ngewiss nicht unbefriedigt fühlen. Der Verfasser hat für Be-\nseitigung von Unbequemlichkeit im Spiel möglichst Sorge\ngetragen, ohne doch aber zugleich die Modernität der Spiel-\nart zu verläugnen, wo nun einmal das Pedal die Haupt-\nrolle spielt, um das Instrument recht weit und breit zu ent-\nfalten, und überhaupt eine Klangfülle zu erzielen, die vor-\nmals von zwei Händen nicht geahnt wurde und nur von\nvieren ermöglicht werden konnte.\nNr. 1, „A m Quell\". Andante con 74.\nEine bewegte Figur in Sechszehntheil-Triolen, an welcher\nsich zugleich die linke Hand in der unteren Octave fort-\nlaufend mit betheiligt, malt jenes sanfte Murmeln, das in\nder Natur so süss und so tief durch das Ohr ins Gemüth\ndringt.— Nr. 2, „Im Grünen\". Allegretto grazioso, G-dur,\n*/$. Im ersten Satze, der Haupt-Tonart, spricht sich eine\nruhige Behaglichkeit aus, auf den ein dieser letzteren ähn-\nlicher Charakter in C-dur folgt. Hierauf Wiederholung des\nG-dur und Schluss.—Nr. 3, „Ländlicher Brautzug\".\nlegretto pastorale, C-dur, 2/4. Glockengeläute, hochzeitliche\nMusicanten und aus der fernen Kirche Orgelklänge bilden\nhier die der Phantasie des Spielers oder Zuhörers genug\nBeschäftigung gewährenden Hauptmomente. Obwohl man\nhier gleich Anfangs an Schumann's Vorbild erinnert wird,\nder in seiner „Pilgerfahrt der Rose\" Aehnliches vorführt,\nso zeigt der Verfasser nichts desto weniger hier Eigenthüm-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "283", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.3", "texte": "lichkeit genug. Nicht recht mit dem Bilde im Einklänge er-\nscheint jedoch S. 8 die etwas trübe Abweichung (Tran-\nquillo) und der unmittelbar darauf ausbrechende laute Ju-\nbel (ff. pesante).— Nr. 4, „Mondnacht\". Andante cantabile\nquasi larghelto, E-dur,Die Cantilene wandelt dahin\nwie das ruhige Mondeslicht. Bei ihrer Wiederholung stellt\nsich der Bass in Triolen-Begleitung dazu. Am Schlüsse der-\nselben wollen einige mit beiden Händen ausgeführte, in\nZweiunddreissigtheilen gebrochene Harmonieen auf ein ein-\nzelnes Sterngeflimmer hindeuten. Die völlige Gewissheit\ngibt das Vivace, A-moll ppp (eigentlich beginnt der F-dur-\nAccord). Der Mond ist ganz von einer Wolke verhüllt, es\ntritt die Unzahl der Gestirne hervor, die nun ihr Licht\nleuchten lassen, und es beginnt jetzt, ein allgemeines Stern-\ngeflimmer, bis endlich die dunkle Wolkenhülle weicht und\nder Mond in seinem vorigen Glänze durchbricht.\nVon diesem Augenblicke an macht eine Variation, die als\nsolche auch recht eigentlich an ihrem Platze ist, eine in\ndie möglichste Breite gehende, zugleich etwas schwierigere\nAusführung. Das Thema, unter Pedal-Antritt fortklingend,\nrückt aus einer Hand in die andere, während eine oder die\nandere, zu einer Triller- oder Rouladen-Kette sich anstel-\nlend, abspringt, bis den wirkliehen Schluss die von dieser\nbisherigen Umgebung befreite, ruhevolle Melodie andeutet.\nDiese Nummer ist unstreitig von allen die beste. Sie ist\nmit grosser Zartheit gehalten und kann, so auch ausge-\nführt, ihre Wirkung durchaus nicht verfehlen. Nr. 5,\n„Auf dem Tanzplane Scherzo\nV 4. Die Musicanten stimmen ihre Streich-Instrumente (vgl.\nSchumann's Pilgerfahrt der Rose), und es beginnen muntere\nTanzweisen, von denen die zweite besonders durch ihren\ndreitactigen Rhythmus contrastirt. Unter die allgemeine\nHeiterkeit mischt sich aber mit Einem Male ein recht arges\nHinderniss, ein wirklich ernsthafter Handel in Form eines\nStreites, der natürlich alle Tanzlust zerstört, sich nachge-\nrade steigert und sogar bis in Leidenschaft und Wuth\nübergeht. Nun tritt Gewalt gegen Gewalt, noch mehr durch\nden Geist des Weines angefacht, der schon früher in den\nKöpfen zu spuken anfing. Es setzt wirklich noch blutige\nKöpfe. Zum guten Glück werden aber der Rädelsführer\nund sein Anhang gegriffen und vom Tanzplatze entfernt,\nauf dem nun nach wie vor die Lust beginnt und ihr Recht\nbehauptet, als sei weiter gar nichts vorgefallen. Nr. 6,\n„Abschied vom Lande\", Andante sostenuto, F-dur, 74.\nObwohl dieses die schwächste Nummer, so tritt doch oft\nein Ausdruck der Wehmuth unverkennbar hervor, insbe-\nsondere in den beiden Orgelpunkten. Die Ausstattung\nist schön, und besonders dürften die sechs niedlichen Bild-\nchen auf dem Titelblatte interessiren.\nMöge indess der Componist im Gebrauche einer seiner\nLieblings-Harmonieen, dem übermässigen Sept-Accord, et-\nwas vorsichtiger zu Werke gehen und die bösen Quinten\nkünftig vermeiden, die zwar vielen Dilettanten-Ohren ent-\nschlüpfen, die aber ein- für allemal Schwarz auf Weiss da\nstehen und nicht hinweg disputirt werden können. Nament-\nlich gibt S. 18 die unterste Zeile nicht weniger als vier\nderartige Fälle zu bedenken, welche die Kritik nun einmal\nund trotz ihres besten Willens nicht verschweigen darf.\nCöthen.\n\nL. Kindscher.\n\nDas dritte niederländische National-Männergesang-Fest\nin Amsterdam am 14. und 15. August 1857.\n\nWenn man in Deutschland vielfach die Behauptung\nhört, dass die Männergesang-Feste sich überlebt haben, und\nauch in Holland die beiden letzten Gesangfesle die Be-\nfürchtung aufkommen liessen, dass es bei uns stark den\nKrebsgang gehe, oder dass die Holländer ohne kräftige\nHülfe der deutschen Liedertafeln kein ordentliches Gesang-\nfest herzustellen im Stande wären, so hat uns dieses letzte\nFest durch die Gelungenheit seiner Auflührung um so an-\ngenehmer überrascht und überzeugt, dass die holländische\nTonkunst auf diesem Gebiete, nach einem Anfange von ju-\ngendlicher Begeisterung, einem Durchgange durch etwas\nvon demjenigen, was man Flegeljahre nennen kann, jetzt\nin ein Stadium des reifen, kräftigen Mannesalters getreten\nist, welches das Beste für die Zukunft hoffen lässt. Unstrei-\ntig gehörte das letztgefeierte Fest, was Ausführung der\nMusikwerke und gemüthliches Zusammensein betrifft, xu\nden schönsten, die je gefeiert worden sind.\n-Nachdem die Sänger am 13. August sich am Bahn-\nhofe der Rheinischen Eisenbahn zusammen gefunden hatten,\nzogen sie mit ihren Fahnen und Bannern nach dem Fest-\nlocale im Park, wo nach dem angebotenen Ehren weine der\nPräses Herr A. W. Wythoff in einer kurzen Rede sie\nwillkommen hiess, zugleich aber den Ernst des Festes,\nnämlich durch fleissigen Besuch der Proben eine gute Auf-\nführung möglich zu machen, dringend ans Herz legte. Schon\ndie erste Probe, Abends 7 Uhr, gab die beste Aussicht auf\neine gelungene Ausführung; denn es zeigte sich schon\ndarin, dass sämmtliche Liedertafeln gut eingeübt waren,\nund die energische Leitung der Herren Fesl-Directoren\nBoers aus Delft und Heinze aus Amsterdam sicherte"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "284", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.4", "texte": "den Erfolg. Ferner darf nicht unerwähnt bleiben, dass Am-\nsterdam durch drei Liedertafeln, nämlich Eutonia unter\nBertelsmann, Euterpe unter Heinze und Amstels\nMan nenkoor unter Richard Hol, schon einen Kern\nvon 120—140 guten Sängern lieferte, welche die mei-\nsten Sachen schon von früher her kannten. Das Programm\nlür den ersten Tag war: 1) Hymne lür Solo, Chor, Blech-\nInstrumente und Pauken von J. A. van Eyken, früher\nDirector der Liedertafel Euterpe, derselben gewidmet. Die-\nses Werk, im Jahre 1852 von der Gesellschalt zur Be-\nförderung der Tonkunst mit dem Ehrenpreise gekrönt,\nscheint ein Lieblingsstück der holländischen Liedertafeln zu\nsein; denn es wurde unter der kräftigen und umsichtigen\nLeitung des Componisten mit besonderer Wärme und Fri-\nsche gesungen und vom Publicum mit grossem Beifalle be-\ngrüsst. Dann folgten „Sommerlied\" von Mendelssohn\nund „Frühlingslied\" von C. M. von Weber. Im ersten\nStücke glänzte besonders das Solo-Quartett und im zwei-\nten der fein nuancirte Vortrag des Chors. Die Einleitung\naus der Oper „ Die Belagerung von Korinth\" von Rossini\n(mit französischem Texte) schloss die erste Abtheilung.\nDer zweite Theil wurde eröffnet mit der Motette „Ich\nwill singen\" von B. Klein, welche sehr brav gesungen\n?\nund vom Publicum mit wahrer Begeisterung applaudirt\nwurde. Es folgten „InH Bosch\" von Ver hül st, „Im Mai\"\nvon C. Zoe In er und der Jagdchor aus „Eurvanthe\" von\nWeber. Von allen diesen Stücken war jedenfalls die Aus-\ni\nführung recht lobenswerth.\nDer dritte Theil brachte den Waldchor aus „ Der Rose\nPilgerfahrt\" von R. Schumann, ein Jagdlied von J. J.\nViotta und die Introduction aus „Ferdinand Cortez\" von\nG. Spontini. Letzteres Werk schien uns für grosse Mas-\nsen weniger geeignet, obgleich auch hier die Ausführung\nvon Chor und Orchester (das Park-Orchester zählt 60\nMann guter Musiker) zu loben war. Das Volkslied beschloss\nwie gewöhnlich den genussreichen Abend. Beim dritten\nVerse: „Beschirm', o Gott, beschütze das Vaterland\", er-\nhebt sich gewöhnlich die ganze Versammlung ein Beweis,\ndass Holland nicht allein ein Staat ist, sondern dass die Be-\nwohner auch ein Volk sind, denn das Da-capo-Rufen nahm\nkein Ende.\nAm folgenden Morgen fand eine gemüthliche Zusam-\nmenkunft der Sänger in einem Societäts-Garten, „De He-\nreeniging\", Statt. Abends wurde das zweite Concert mit\nder Fest-Ouverture von Hutschenruyter, deren Sie\nSich vom rotterdamer Musikfeste her erinnern werden, er-\nI\nÖffnet. Dann sang eine junge Liedertafel aus Flaarlem ein\nStück aus einem Psalm von van Bree und „Das Bild der\nRose\" von Reich a r d t, eigentlich zwei Solo-Vorträge, um\neinen Bariton- und einen Tenor-Sänger hören zu lassen.\nDer Psalm von van Bree, ursprünglich mit Orchester, wurde\nmit einem ziemlich schlechten und verstimmten Pianino*be-\ngleitet, was natürlich in dem grossen Locale keine erbau-\nliche Wirkung machte. Ein paar Nummern vom Programm\ndes vorigen Tages wurden dann wiederholt.\nDer zweite Theil brachte eine Fesl-Ouverture von\nvan Bree, ein ziemlich Haches und inhaltloses Werk.\nDann sang die alte, aber noch stets junge (oder lieber ver-\njüngte) Liedertafel Eutonia „Im Walde\" von ihrem Direc-\ntor C.Bertelsmann und „Wein\" von Härtel mit einer\nsolchen Präcision, einem solchen schönen Vortrage und mit\nschönen Stimmen, wie wir selten etwas hörten. Der Bei-\nfall des Publicums wollte auch kein Ende nehmen, bis man\nnoch das „Soldaten-Trinklied\" von Bertelsmann zum\nBesten gab. Danach sang der Chor zwei Nummern vom\nvorigen Tage.\nDas Comite halte ferner Preis-Aufgaben für Männer-\nchor ausgeschrieben; die eingegangenen, preiswürdig be-\nfundenen Compositionen wurden von den beiden festgeben-\nden Liedertafeln „Euterpe\" und „Amstels Mannenkoor\"\nsehr schön gesungen. Danach wurden die Namensbriefchen\neröffnet, und die beiden Sieger, nämlich Stille, Musik-\nDirector in Maestricht, und R. Hol, Director der Liederta-\nfel Amstels Mannenkoor, vom Comite jeder mit einer werth-\nvollen goldenen Medaille gekrönt, Alles unter Fanfaren\nund lautem Beifall des Publicums. Wer die Holländer je\nbei solchen Gelegenheiten gesehen hat, wird wahrlich nichts\nvon Phlegma gespürt haben. Nach dem Volksliede wurden\nsämmtliche Musik-Directoren, Componisten und Solosänger\nmehrmals gerufen. Ein sehr belebter Ball, der bis Morgens\n6 Uhr dauerte, beschloss das schöne Fest, das vom herr-\nlichsten Wetter begünstigt und nicht von der geringsten\nUnordnung getrübt wurde.\nIndem wir dem Comite unseren Dank bringen für die\nAnordnung des ganzen Festes, müssen wir leider mit einer\nDissonanz schliessen. Während in Deutschland die Behör-\nden sich bei derartigen Festen dem Comite anschliessen,\nwar hiervon in Amsterdam keine Spur. Die städtische Re-\ngierung hatte nicht allein alle directe oder indirecte Hülfe\nverweigert, sondern auch sogar unterlassen, den halbstündig\nweiten Weg vom Bahnhofe bis zum Park mit Wasser be-\nsprengen zu lassen! So wirbelte denn ein solcher Staub\nauf, dass es -zu verwundern war, dass die Sänger Abends\nnoch singen konnten. Ferner hatte die zoologische Gesell-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "285", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.5", "texte": "schaft Natura artis Magistra das Ersuchen des Comite's,\nden Sangern den Zutritt zu ihren Localen gratis zu ge-\nstatten, förmlich abgelehnt! Das ist der Zopf, der den\namsterdamer Notabilitäten noch recht dick anhängt.\n\nR.\nS.\n\nDas Musikfest in Worcester am 25., 26. und\n27. August.\n\nDie Musikfeste in Worcesler, Gloucester und Here-\nford unterscheiden sich von den übrigen in England ver-\nanstalteten durch den wohlthätigen Zweck, der damit ver-\nbunden ist: die Erhaltung und Vermehrung eines Unter-\nstützungs-Fonds für Witwen und Waisen von Tonkünst-\nlern? Nein, von Geistlichen. Desswegen werden die Kirchen\ndazu hergegeben, es findet bei den Morgen-Concerten Got-\ntesdienst und Predigt Statt, der Eintritt ist frei, doch wird\nan den Kirchthüren für den genannten Zweck gesammelt.\nDas Institut ist all; die oben genannten Tage vereinigten\ndie Chöre der drei Städte zum einhundert vierunddreissig-\nsten Feste. Die Sammlungen an den Thören brachten am\nersten Tage 259 L. St. 10 Sh. ein, am zweiten 221 L.\nSt. 5 Sh., am dritten 245 L. St. 2 Sh. nahe an 5000\nThlr. Daneben aber werden im Concertsaale Abend-\nConcerte gegen Eintrittsgeld gegeben.\nDass hier der Zweck Einfluss auf die Programme hat,\nleuchtet ein; doch ist dieser nicht so arg anti-künstlerisch, als\nmanche englische Blätter ihn darstellen. Sind denn die Pro-\ngramme der Abend-Concerte (Miscettaneous Concerts) weni-\nger pasteten- und ragoutartig bei den grossen Musikfesten\nin Birmingham, Bradford u. s. w. ? Der Geschmack des\nenglischen Publicums ist überall derselbe: Mittags Kirche\nund Abends Theater, Mittags Oratorium und Abends mu-\nsicalische Mixtpickles.\nAm ersten Tage wurden in der Kirche neben mehre-\nren Compositionen englischer Tonsetzer (unter denen sich\nein Anthem von Dr. Elvey auszeichnete) das detlinger\nDeumvon Händel und Mendelssohn's 55. Psalm mit So-\npransolo aufgeführt. Die Predigt war diesmal die Haupt-\nsache.— Das Abend-Concert in brachte dage-\ngen 16 Nummern von 14 verschiedenen Componisten, von\nHaydn bis auf Verdi herab. Von grösseren Sachen wurden\nMendelssohn's Sinfonie in A-moll (in sehr mittelmässiger\nAusführung), Beethoven's Egmont-Ouvertnre (besser) und\nMendelssohn's Finale aus der Oper Lorelei gemacht. Letz-\nteres hatte den grössten Erfolg von allen, wozu der Vor-\ntrag der Solo-Partie durch Clara Novello vorzüglich\nbeitrug. Neben ihr konnte eine junge Sängerin, Louise\nVinning, wiewohl mit recht hübscher Stimme begabt,\nkeinen bedeutenden Eindruck machen. Auch war die Wahl\nder Arie aus dem Trovatore: eine ver-\nfehlte. Dieselbe Oper musste auch Thema's zu einer Violin-\nPhantasie von Sainlon hergeben. Ausserdem sangen Ma-\ndame und Herr Weiss, Miss Dolby, Sims Reeves,\nGardoni (Terzett aus Graf Ory mit Frau Novello und\nWeiss) und Form es (Romanze aus dem Nordstern und\nMozart's Non piü andrai.)\nAm zweiten Tage war Morgens Mendelssohn's Elias\ndie Hauptsache. Man darf an die Oratorien-Aufführungen\nin der Provinz nicht den Maassstab der Hauptstadt oder\ngar der Musikfeste in Deutschland legen; von vollkomme-\nnem Zusammenwirken kann kaum die Rede sein, da eine\neigentliche Gesammtprobe gar nicht Statt findet; nur die\nChöre werden in den einzelnen Städten vorher studirt\nalles Uebrige, Dirigent, Solisten, die Hälfte des Orchesters,\nkommt fix und fertig aus London und hält auch ohne Probe\ndas Ganze zusammen. Es ist allerdings mitunter bewun-\ndernswerth, wenn ein grosses Oratorium bei alledem noch\nziemlich gut geht; aber an eine vollendete Ausführung ist\nunter solchen Umständen doch nicht zu denken. So war\ndenn auch die diesmalige gar mangelhaft, wie denn z. B.\ndas Doppel-Quartett im ersten Theile ganz verunglückte.\nDennoch machten die Massen in der weithallenden Kirche,\nvon Orgel und starkem Orchester gehoben, oft eine grosse\nWirkung, und die Sologesänge waren vortrefflich, wie es\nbei Künstlern wie Novello, Dolby, Reeves und Gardoni,\nFormes (Elias) nicht anders zu erwarten ist.\nDas Abend-Concert dieses Tages brachte zunächst\neine Auswahl aus Weber's Freischütz, die Ouvertüre\nund Introduction „Durch die Wälder\" (Sims Reeves),\nCaspar's Trinklied (Formes, da capo), Scene der Agathe\n(Novello), Terzett aus dem zweiten Acte, Cavatine der Agathe\n(Mad. Weiss), Brautjungfern- und Jägerchor. Mitten im\nVortrage der Cavatine trat der Herzog von Cambridge in\nden Saal. Der Gesang wurde auf der Stelle abgebrochen\nund das Volkslied angestimmt (die Soli durch Mad. Novello\nund Reeves), welches die Versammlung stehend anhörte.\nDer Herzog nahm seinen Platz ein, und Mad. Weiss begann\ndie Cavatine wieder von vorn an. Hierauf sang Miss Dolby\nnoch eine Arie von Meyerbeer, Gardoni eine Romanze aus\nFra Diavolo (da capo), und Herr Cusius spielte Mendels-\nsohn's G-moll-Concert lür Pianoforte recht brav. Sie mei-\nnen vielleicht, damit sei das Concert doch wohl aus gewe-\nsen? Bitte damit schloss der erste Theil. Hier kann"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "286", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.6", "texte": "man Gölhe's Verse treffend parodiren: „Nichts ist schwe-\nrer zu ertragen, als eine Reihe von englischen Musikfest-\nTagen!\" Nun folgte erstens noch eine Kleinigkeit, Beetho-\nven's achte Sinfonie, und darauf sechs meist sehr lange Ge-\nsangstücke von Händel, Rossini, Verdi und Meyerbeer. Das\nGan ze schloss mit der Weihe der Schwerter aus dem vier-\nten Acte der Hugenotten. Der Beethoven'schen Sinfonie\n\\\nmangelte die Präcision und Feinheit des Vortrags, welche\nsie verlangt; sie wurde indess mit ungetheilter Aufmerk-\nsamkeit angehört, was ein Berichterstatter ans Worcester\ndadurch erklärt, dass „die grosse Mehrheit der Zuhörer-\nschaft bei diesem langen und zusammenhangenden Musik-\nstücke sich sichtbar von der Uebersättigung erholte, die\nvon einer fortwährenden Beihe von Bruchstücken unzer-\ntrennlich ist.\" Köstlicher Gedanke, in der Mitte eines üp-\npigen Gastmahles durch ein tüchtiges Rostbeaf den Magen\nzur Verdauung der ferneren Leckereien zu stärken!\nAm dritten Tage fanden bloss Aufführungen in der\nKirche Statt, und zwar die Sinfonie-Cantate „Lobgesang\"\nvon Mendelssohn vollständig; hierauf eine Auswahl aus\nCosta's Oratorium Eli .(neun Nummern) und aus Händel's\nIsrael in Aegypten (sechs Nummern). Mendelssohn's „Lob-\ngesang\" wurde zum ersten Male auf den Musikfesten die-\nser Gegend aufgeführt; die Composition hatte grossen Er-\nfolg und wurde auch im Ganzen gut ausgeführt.\n\nC. A.\n\nZu Karl Czerny’s Leben\n*)•\nKarl Czerny wurde am 20. Februar 1791 in Wien\nin der Vorstadt Leopoldstadt Nr. 147 geboren, wo sein\nVater Wenzel Czerny durch Clavier-Unterricht sich seinen\nUnterhalt erwarb. Er soll in seinem dritten Jahre schon\ngegen zwanzig Stückchen auf dem Piano gespielt haben.\nVon 1795 bis nach 1804 war das Czerny'sche Haus\nein Sammelplatz der vorzüglichsten Musiker damaliger Zeit,\nz. ß. Abbe Gelinek; Joseph Lipawskv, einer der besten\nOr ganislen und Clavieristen, besonders durch sein Avista-\nspielen berühmt, worin vielleicht nur Beethoven ihn über-\ntraf (gestorben 7. Januar 1810); der alte liebenswürdige\nWanhall, ein gründlich gelehrter, vielseitiger Tonsetzer und\ntrefflicher Ciavierspieler (gestorben im August 1813); Ra-\nfael, ein sehr anmuthiger Ciavier- und Orgelspieler; endlich\nKrumpholz (Bruder des berühmten, in Paris verstorbenen\nHarfen-Virtuosen), Violinist im Orchester des k. k. Hof-\ntheaters, ein höchst gelühlvoller Kunst-Enthusiast und einer\nder Ersten, welche Beethoven's Grösse ahnten und erkann-\nten. Er hängte sich auch an Beethoven mit einer Beharrlich-\nkeit und Aufopferung an, dass dieser, obschon er ihn im-\nmer nur „seinen Narren\" nannte, ihn als intimsten Haus-\nfreund aufnahm, ihn mit jedem Compositions-Entwurfe so-\ngleich bekannt machte und ihm überhaupt das grösste Ver-\ntrauen schenkte.\nSchon im Jahre 1800 trat Czerny mit dem C-moll-\nConcerte von Mozart zum ersten Male öffentlich auf. In\ndiesem Jahre noch wurde er durch Krumpholz zu Beetho-\nven geführt. Dieser erste Besuch, es war an einem Winter-\ntage, blieb ihm bis an sein Ende genau im Gedächtnisse.\nBeethoven wohnte damals im tiefen Graben bei der kleinen\nWeintraube, und es befanden sich gerade seine beiden Brü-\nder, so wie Ignaz Schuppanzigh, Paul Wranitzky, Süss-\nmayer und noch einige Personen bei ihm. Es sah höchst\nwüst und unordentlich aus. Alles lag voll Papiere, kaum\nein ordentlicher Stuhl war vorhanden. Beethoven, struppi-\ngen, schwarzen Haares, gebräunter Gesichtsfarbe, steckte\nin einer langhaarigen, dunkelgrauen Jacke und gleichen,\ndamit zusammenhangenden Beinkleidern, so dass er dem\nBilde des in Felle gekleideten Robinson in Campe's bekann-\ntem Buche nicht unähnlich sah. Czerny spielte Mozart's\nConcert in C-dur (posthume)und mehrere andere Stücke.\nBeethoven äusserte sich über des Knaben Anlagen\nfreundlich und günstig, und erbot sich, ihn als Schüler an-\nzunehmen. Er unterrichtete ihn zuerst nach Emanuel Bach's\nCiavierschule und späterhin studirte er ihm die meisten sei-\nner eigenen bis dahin erschienenen Ciavierwerke ein. Mit\nnicht weniger Eifer begann Czerny nun auch dem Studium\ndes theoretischen Theiles der Musik sich unter Anleitung\nseines Vaters zu widmen.\nUm 1801 wurde Czerny bei der Witwe Mozart be-\nkannt, und von da schrieb sich sein freundschaftliches Ver-\nhältniss mit dem jungen W. A. Mozart her, der (am 26.\nJuli 171)3 geboren) mit ihm von gleichem Alter war. Der\nältere Bruder war damals schon in Italien. Bei der Witwe\nMozart und dem dänischen Staatsrate Georg Nik. v. Nis-\nsen (ihrem späteren Gemahl) hörte Czerny zum ersten\nMale den eben aus London zurückgekehrten J. N. Hummel\nund durch ihn ein Spiel, von dem er früher keine Ahnung\ngehabt. Auch die alten Freunde und Schüler Mozart's,\nAbbe Stadler, Schenk, Eberl und Krommer u. s. w. lernte\ner daselbst kennen.\n\n*) Wir entnehmen obige Notizen auszugsweise einer „biographi-\nschen Skizze\" von Eugen Eiserle in der Neuen Wiener\nMusik-Zeitung Nr. 33 und 35. — Man vgl. Nr. 30 und 31\nder Niederrb, Musik-Zeitung. Die Eedaction."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.7", "texte": "1802 fand Czerny Zutritt in dem gräflich Czernin'-\nschen Hause, und es gestaltete sich bald zwischen ihm und\ndem Grafen Eugen ein freundliches Verhältniss, so dass er\nfast täglich die Abende dort zubrachte. Jedes Frühjahr\nwurden Sonntags von dem Grafen und den jungen Fürsten\nSchwarzenberg, Lobkowitz, Grafen Stadion u. A. nebst\nihren Hofmeistern Ausflüge in die Umgegenden Wiens ge-\nmacht, von denen auch Czerny niemals ausgeschlossen blieb.\nDies waren überdies eigentlich die einzigen Erholungen in\nseinen Jugendjahren.\nIm Jahre 1804 erschien das erste Opus von Czerny's\nComposilionen: „Concertante Variationen lür Ciavier und\nVioline über ein Thema von Krumpholz\", in Stich, welche\ner mehrmal mit Mayseder vorzutragen Gelegenheit fand.\nIn demselben Jahre sollte Czerny mit seinem Vater\neine Kunstreise unternehmen, zu welchem Behufe ihm Beet-\nhoven ein sehr ehrenvolles Zeugniss ausgestellt hatte (das er\nstets als ein werthes Andenken bewahrte); allein die bald dar-\nauf eingetretene kriegerische Zeit vereitelte das Reise-Project.\nIn den Jahren 1804 und 1805 kam er regelmässig\nwöchentlich zu dem grossen Mäcen Fürsten Lychnowski,\nwo er, da er nicht allein alle Beethoven'schen, sondern\nüberhaupt alle guten Ciavierwerke der damaligen Zeit aus-\nwendig wusste, häufig vorspielen musste. Bei dem spärli-\nchen Einkommen seines später auch noch sehr kränklichen\nVaters fing Karl Czerny schon in seinem 14. Jahre an,\nselbst Unterricht im Fortepianospiel zu ertheilen.\nIn den Jahren 1809 1810 wurde Czerny bei Ba-\nron Hügel eingelührt, wo er M. Clement! kennen lernte.\nSpäter wurde er der Lehrer der Belleville aus München,\nwelche sich bis 1819 bei seinen Eltern in Kost und Woh-\nnung befand. Sie machte später mit ihrem Vater sehr vor-\ntheilhafte Reisen und vermählte sich dann mit dem Violi-\nnisten Oury zu London.\nUm diese Periode galt Karl Czerny schon als der ge-\nsuchteste Mentor, und war als solcher auch die ganze Ta-\ngeszeit über thätig. Um seinen Schülern Gelegenheit zu ge-\nben, ihre Fähigkeiten vor Zuhörern zu zeigen, begann er\n1816 in der Wohnung seiner Eltern musicalische Cirkel\nzu veranstalten. Nebst seinen Schülern und Schülerinnen\nwirkten daselbst auch die Baronin Dorothea Ertman, Frau\nvon Cibbini, Frau Nanette Streicher, der ausgezeichnete\nViolinist Rovelli und viele andere Künstler mit. Um 1820\n—lB2l war Beethoven selbst sehr oft zugegen und phan-\ntasirte zu verschiedenen Malen mit all der Kunst, die nur\nihm eigen war. Das waren wohl auch die letzten Fälle, wo\ndieser sich vor vielen Zuhörern dazu herbeiliess.\n1818 wurde Czerny von Anton Diabelli ersucht, ihm\neine Composition zu liefern. Er gab ihm ein zufällig fertig\ngewordenes Rondo „Sur une cavatine de Carafa\" ä quatre\nmains, Op. 2, welches bei seinem Erscheinen ungewöhn-\nlichen Antheil fand, und von diesem Augenblicke an wurde\ner nicht nur von allen wiener Musik-Verlegern, sondern\nauch vom Auslande derart mit Anträgen überhäuft, dass\ner alle freien Morgen- und Abendstunden anwenden musste,\num dieselben zu befriedigen.\n„Ungelähr in demselben Jahre (1818) wurde eines\nMorgens ein kleiner, bleicher Knabe zu ihm gebracht, dessen\nSpiel zwar völlig roh und regellos war, der aber namentlich\nim Phantasmen über gegebene Motive ein wahrhaft ausser-\nordentliches Talent -zeigte. Sein Vater bemerkte, dass er\nmit ihm aus Ungarn nach Wien übersiedeln wolle, falls\nCzerny sich herbei liesse, ihn zu unterrichten. Dieser sagte\nzu, und im nächsten Jahre kam der Knabe wirklich mit\nseinem Vater und brachte ohne Ausnahme jeden Abend,\noft selbst bis spät in der Nacht, bei Czerny zu. Clementi's\nWerke, welche Czerny zuerst mit ihm vorzunehmen für\nnothwendig erachtete, wollten wohl dem feurigen, stets\nlustigen Knaben nicht sonderlich munden, er übte sie aber\ndennoch mit grösster Aufmerksamkeit ein, und schon ein\nJahr daraufhatte er so riesenmässige Fortschritte gemacht,\ndass er HummePs Concerte in - und mit einer\nVollendung producirte, welche in Wien das grösste Aufsehen\nerregte. Dieser Knabe war Franz Liszt. Wenn der-\nselbe, statt 1821 schon auf Reisen zu gehen, noch einige\nJahre in Wien zugebracht und studirt hätte, wäre es wohl\nfür die Entwicklung seines Compositions-Talentes, das sich\ndamals ebenfalls deutlich manifestirte, besser gewesen!\"\nAm 26. März 1827 musste Czerny das schmerzliche\nGefühl erleben, seinen hochverehrten Lehrer Beethoven'—\nmit dem er 26 Jahre lang in ununterbrochener freundschaft-\nlicher Verbindung gestanden— durch den Tod zu verlieren.\nBeethoven hatte besonders in letzterer Zeit ein so grosses\nGefallen an der ruhigen Häuslichkeit Czerny's gefunden,\ndass er sich mehrmals gegen ihn äusserte: „Ja, wenn ich\nbei Ihren Eltern wohnen könnte, dann wäre ich versorgt.\"\nIn demselben Jahre 1827 noch wurde auch Czerny's\nMutter und fünf Jahre später sein Vater vom Tode dahin-\ngerafft. Sie liessen ihrem einzigen Sohne das schöne Be-\nwusstsein -zurück, ihnen ein sorgenloses, ruhiges Alter be-\nreitet zu haben.\ni\nCzerny setzte noch ein paar Jahre das Unterrichtgeben\nin thätiger Weise fort (ungeachtet? er bereits im Besitze\neines Vermögens von wenigstens 40-'—50,000 Fl. gewe-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "288", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18570905-01.1.8", "texte": "sen sein mag); von 1835 an aber übernahm er nur selten\nmehr und bloss solche Schüler, deren Talente einen beson-\nderen Erfolg versprachen. Döhler, Jul. Egghard, J. A. Pa-\ncher, Karl Haslinger u. s. vv. sind aus Czerny's Schule her-\nvorgegangen.\n1836 machte er eine Erholungsreise nach Leipzig,\n1837 nach London und Paris und 1846 in die Lombar-\ndei. Seitdem hat er seine Vaterstadt nicht mehr verlassen\nund sich ausschliessend der Composition gewidmet, was\nihm gleichsam Lebensbedürfniss geworden, und zwar um\nso mehr, da er unverheiratet war, weder Geschwister noch\nVerwandte hatte, auch an der Geselligkeit keinen Anlheil\nnahm. Seine Lebensweise glich dem gleichförmigen Schlage\neiner Uhr. Seit vielen Jahren kam er täglich in den Vor-\nmittagsstunden zwischen 10 ll Uhr in den Laden des\nHof-Musicalienhändlers C. A. Spina, wo er die Zeitungen\nlas, die Tages-Vorlälle sich erzählen liess und dann gegen\n1 Uhr Mittags nach Hause zum Speisen ging. Nachmittags\nkam er nur selten aus seinen vier Wänden, verliess er aber\ndieselben, so konnte man gewiss sein, dass er auch in die\nSpina'sche Kunsthandlung eintreten werde. Der kleine, ma-\ngere Mann mit dem freundlichen Gesichte, in der einfachen,\nreinlichen, aber altmodischen Kleidung, der jedem, der in\nden Laden trat, eine Prise Tabak offerirte, war Karl Czerny.\nSo kam endlich die neunte Abendstunde des 15. Juli\n1857 heran, in welcher er lür immer die Augen schloss.\nFriede seiner Asche!\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\n22. August. Gestern Abends hat der Flügel'sehe\nGesang-Verein eine musicalische Vesper in der Mennoniten-Kir-\nche veranstaltet, welche durch ein Orgel-Vorspiel (der Choral „Ich\nhab1 meine Sach' Gott heimgestellt\" von J. S. Bach) des k. Musik-\nDirectors Herrn G. Flügel eröffnet wurde, worauf ein Kyrie quoti-\ndianum von G. Flügel, das Tenebrae fticlae sunt von Mich. Haydn,\ndas Aoe verum von Mozart und „Du Hirte Israels\" von Bortnianski\ngesungen wurden. Am Ausgange der Kirche wurde zum Vortheil\nder Abgebrannten in Traben gesammelt. Der fürstliche Hof war\ndurch das Eintreffen hoher Gäste verhindert, dem geistlichen Con-\ncerte beizuwohnen. Es ist sehr erfreulich, dass Herr Musik-Di-\nrector Flügel wieder Zeugniss einer öffentlichen Thätigkeit zum Be-\nsten des Aufblühens der Tonkunst in unserer Stadt gegeben hat;\nmöge er auch die gebührende Unterstützung und Ermuthigung fin-\nden; denn wo solche Talente wie Gustav Flügel aus Mangel an\nTheilnalime oder aus Ueberfluss an Kleinstädterei zu feiern genöthigt\nsind, da kann es mit der wahren Kunst nicht vorwärts gehen.\nAIBS TSftiirmgesi. Das am 29. und 30. Juli in Ilmenau\nabgehaltene Gesangfest mit grosser Sängerfahrt über den Gabelbach\nund Gückelhahn hat alle Erwartungen weit übertroffen. Ausser den\nbeiden Gesang-Vereinen von Ilmenau, deren Absonderung in der al-\nten friedlichen Bergstadt nur zu beklagen ist, waren vereinigt und\nvertreten durch beinahe 400 Sänger die Liedertafeln von Gehren,\nGotha, Hildburghausen, Königsee, Langewiesen, Mehlis, Oehrenstock,\nPlaue, Remda, Saalfeld, Scjüeusingen, Suhl, Schmalkalden, Ruhla\nund Zella. Nachmittags 3 Uhr bewegte sich der Zug in die mit Zu-\nhörern überfüllte Kirche; wo der erhebende Choral: „Ein feste Burg\",\ndie Vorträge eröffnete, dem in kurzen Zwischenräumen das Vater un-\nser von Geissler, die Motette „Aufersteh'n wirst du\" von B. Klein\nund eine Hymne von Berner, „Der Herr ist Gott\", in wohlgelunge-\nner Aufführung, abwechselnd unter Leitung des Stadt-Cantors Zim-\nmermann und Einnehmers Neumann folgten und mit allgemeiner Be-\nfriedigung aufgenommen wurden. Aus der Kirche verfügten sich Sän-\nger und Hörer wiederum in geordnetem Zuge mit den beiden Musik-\nchören und fliegenden Fahnen auf den Festplatz. Im Gesammtchor\nwurden vorgetragen: Liedesfreiheit von Marschner, Forschen nach\nGott von Kreutzer und der Abschied vom Walde von Abt. Abwech-\nselnd sangen die einzelnen Liedertafeln unter Leitung ihrer Vorsteher\nzum Theii gar herrliche Lieder. Am Schlüsse nahmen die Vereine\ndie für sie bestimmten Tafeln, die den Festplatz einrahmten, ein, bis\ngegen 9 Lhr Alle nach dem Felsenkeller zogen, wo ein von der\nStadt gegebener Festball den Schluss machte. Die Krone des Festes\nwar am folgenden Tage der Sängerzug auf dem Gabelbach und\nGückelhahn. Die Zahl der Theilnehmer ward vermehrt durch einen\nZug von Bewohnern Arnstadts. Nach 10 Uhr setzte sich der Fest-\nzug, wohl 2500 Menschen, mit seinen Musikchören in Bewegung. Am\nalten Gückelhahn scharten sich die Sänger um ihre Führer und Hes-\nsen Mendelssolm's „Wer hat dich, du schöner Wald\" im vollen Chor\nertönen, viele im Stillen wohl als Dankeslied der erlauchten Fürstin,\nder Gründerin des Thurmes, der „hoch da droben'* in das herrliche\nThüringer Land hineinschaut. Als aber am Berges-Abhange in feier-\nlich-ernster Weise das herrliche Göthe-Lied „Ueber allen Wipfeln\nist Ruh1\" den Mahnen des deutschen Barden und seines fürstlichen\nFreundes, des grossen Karl August, dargebracht und weithin in die\nBerge, Wälder und Thäler getragen wurde, da herrschte lautlose\nStille rings umher. Das herrlichste Wetter begünstigte die Feier,\nwelche lebhaft den nach Wiedererweckung der alten gros-\nsen Verbrüderung zu Einem schönen Sängerbunde in Thüringen und\nSachsen hervorrief. Möchte er zur schönen Wirklichkeit werden! das\nwäre der würdigste Dank, welcher den Behörden der Stadt, den Fest-\nordnern und Festleitern, den Chor-Dirigenten uud allen Mitwirken-\nden gebracht werden könnte! Nccli müssen wir erwähnen, dass\nbei der Waldesfahrt auch der bedrängten Männer aus Schleswig-\nHolstein gedacht wurde und die Sammlung eine namhafte Summe\neinbrachte. z.\nRoger wird im Laufe des nächsten Winters in\nunseren Concerten singen. Fräul Frassini ist mit ihrem Vater,\ndem Herrn Capellmeister Eschborn [der nicht zugeben sollte, dass\nsein ehrlicher und kunstberühmter Name durch seine Tochter ver-\nschmäht wird!], aus Helgoland, wo sie vier Wochen lang das See-\nbad gebraucht hat, hieher zurückgekehrt, da ihr Engagement beim\nhiesigen Theater am ]. September beginnt. Unter den Gästen der\nletzten Zeit ist Herr Hrabanek von Brünn auszuzeichnen als ein\ntrefflicher Baritonist. Aus Doberan schreibt man, dass Fräul.\nAgnes Büri bei der dortigen Oper, wo sie als Amine auftrat, Fu-\nrore gemacht habe.\nAm 17. August starb zu Nemtschitz in Böhmen der fürstlich\nAuersperg'sche jub. Oberamtmann und Giiter-Inspector Jos. Paul\nDreyschock, Vater des bekannten Clavier-Heroen Alexander und\ndes leipziger Concertmeisters Raimand Dreyschock, im 71. Lebensjahre."}]}