{"numero_id": "bm-bmtnabi-1857-11-28-01", "volume": "bmtnabi_1857-11-28_01", "ocr_sha256": "bdcef48f04f750f84228d0afa699b77c8a55e823d96f6dc34888c799b820324d", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1857/11/28_01/bmtnabi_1857-11-28_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1857-11-28-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-11-28_01#c001", "volume": "bmtnabi_1857-11-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "377", "page_fin": "377", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "377", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 420, "texte": "Inhalt.\nL. van Beethoven's sämmtliche Werke unter Revision von Dr. Franz Liszt. Von E. IC. Clavier-Compositionen von J. S.\nBach, herausgegeben von F. Chrysander. Für Orgel. Präludienbuch von J. G. Herzog. Von j\"| \"j\". Das Jubelfest der aaehener Lie-\ndertafel. Einige geschichtliche Bemerkungen über die aaehener Liedertafel. Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln, Ferdinand\nHiller's neues Oratorium „Saul\", Herr Breunnng)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-11-28-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-11-28_01#c002", "volume": "bmtnabi_1857-11-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "377", "page_fin": "378", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.2.2", "titre_corps": "L. van Beethoven’s sämmtliche Werke unter Revision von Dr. Franz Liszt.", "titre_sommaire": "L. van Beethoven’s sämmtliche Werke unter Revision von Dr. Franz Liszt.", "signature_source": "L. 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Diesmal sind es Beethoven's\nsämmtliche Werke, die uns versprochen und im ersten\nBande vorliegend geliefert werden zu einem unglaublich\nbilligen Preise, da für die im ersten Bande enthaltenen 1 8\nSonaten nur 2 Thlr. 28 Ngr. zu zahlen sind, welche in\nden bisherigen Ausgaben mindestens acht bis neun Thaler\nkosteten.\nWenn wir Anfangs bei solchen Concurrenz-Ausgaben\neiniges Bedenken äusserten wegen der Berechtigung älte-\nrer Verleger, so hat unsere Besorgniss sich gemindert seit\ndem Ausgange der Nachdrucks-Anklage abseilen des ber-\nliner Verlegers Schlesinger. Eine Gesa mmt-Ausgabe\nBeethoven's jedoch in der Original-Gestalt, mit allen Par-\ntituren, scheint doch wohl die Kräfte eines einzelnen Unter-\nnehmers zu übersteigen, daher wir jenen Titel: „Beetho-\nven's Werke\", bis wir eines Anderen belehrt werden,\neinstweilen nur von den CI a v i e r werken nebst Liedern\nund Gesängen verstehen, denen die Sinfonieen in Cia-\nvier-Auszügen auch hiervon liegen bereits zwei Hefte\nvor beigesellt werden sollen.\nDer Titel des ersten Bandes bezeichnet Fr. Liszt\nals revidirenden Herausgeber. Eine Vergleichung mit den\nguten alten Ausgaben von Haslinger, Breitkopf u. s. w.\nzeigt, dass Liszt's Revision nichts zu- und abgethan hat,\nund das ist gut; denn wir wollen und wünschen nichts\nals den unverfälschten, ursprünglichen Tondichter ohne di-\ndaktisch-ästhetische Helfershelfer *).\nUeber die äusserliche Ausstattung bemerken wir, wie\nfrüher, dass sie wohlgelungen und anständig ist. Doch hö-\nren wir von mancher Seite eine leise Klage laut werden\nüber das blendend weisse Papier, und dass die Notenköpfe\nnicht so wohlthätig auf schwache Augen wirkten, wie der\nsonst bräuchliche Kupferstich oder die neueren Breilkopf'-\nschen Typen. Da uns hierüber kein Urtheil zusteht, weil\nwir solche Beschwerden nicht empfunden, so wollten wir\ndas nicht als Tadel aussprechen, sondern als eine vielge-\nhörte Bemerkung dem fleissigen und umsichtigen Verleger\nnur leise ins Ohr flüstern; er selber wird seinen geübten,\npraktischen Blick zu Ralhe ziehen und wissen, was das\nBeste ist. E. K.\nDie vorliegenden Ciavier-Auszüge der I. Sinfonie in\nC-dur,sowohl für zwei Hände (7% Sgr.) als für vier\nHände (lS1 Sgr.), sind von F. W. Mark u 11, k.' Musik-\nDirector in Danzig, eingerichtet. Herr Markull, dessen\nNamen in der musicalischen Welt durch viele Compositio-\nnen, Gesang- und Ciavierwerke, vortheilhaft bekannt ist,\nspricht sich in einem kurzen Vorworte über seine Arbeit\nunter Anderem folgender Maassen aus: „Es bedarf wohl\nkaum der Bemerkung, dass dieses neue Arrangement, auf\nwelches ich die grösste Mühe und Sorgfalt verwandte, auf\nvöllige Selbstständigkeit Anspruch macht und unmittelbar\naus der speciellsten Kenntniss der Orchester-Partituren\n\n*) Es findet sich allerdings ein äusserer Zusatz, das sind\ndie Uncial Buchstaben (A, B u. s. w.), durch welche die pe-\nriodische Structur jedes Satzes bezeichnet wird. Diese Ein-\nrichtung halten wir für sehr zweckmässig; sie ist durchweg\nyon Op. 2 bis Op. 31 befolgt, und wir wünschen sehr, dass\nsie beibehalten werde, da sie besonders bei den grossen Sona-\nten der späteren Periode die Einsieht in den Bau und die\nAnalyse der Form auch für Dilettanten sehr erleichtert.\nDie Redaction«"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "378", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2472, "texte": "hervorgegangen ist, ohne Vermittlung einer oder der an-\nderen der bereits veröffentlichten, mehr oder minder treff-\nlichen Bearbeitungen. Ich war bemüht, eine möglichst treue\nWiedergabe des Originals mit bequemer Clavier-Tech-\nnik in Einklang zu bringen und dem Ciaviersatz neben der\nnöthigen Fülle natürlichen Fluss und Klarheit zu verleihen.\nMeine Bearbeitung hat sich das Ziel gesteckt allen unnö-\nthigen Schwulst zu vermeiden, dagegen aber auch nicht in\ndas Extrem, in Dürftigkeit und Leere zu fallen. Dass ein\nClavier-Arrangement der Farbenpracht des Orchesters\nentsagen muss, versteht sich von selbst; doch sind An-\ndeutungen dieses Tonreichthums zu erreichen, und diese\nsuchte ich so viel wie möglich zu geben, ohne dem geüb-\nten Ciavierspieler nur ein solcher freilich wird sich mit\nErfolg der Beethoven'schen Sinfonieen vollständig bemäch-\ntigen können eigentliche Hindernisse zu bereiten. Die\nzweihändige Bearbeitung setzt natürlich einen höheren\nStandpunkt in der Technik des Pianofortespiels voraus, als\ndie zu vier Händen, doch wird sich dieselbe verhältniss-\nmässig leicht aneignen lassen, da ich wenigstens bemüht\nwar, durchaus claviergerecht zu schreiben, so wie\nunbequeme und undankbare Schwierigkeiten sorgfältig\nzu vermeiden. Die Zugabe des Fingersatzes bei schwieri-\ngeren Stellen in der Ausgabe zu zwei Händen wird sich,\nbesonders beim ersten Durchspielen der Sinfonieen, als\nnützlich erweisen; auch habe ich den Gebrauch des Pe-\ndals angedeutet, weil in dieser Beziehung ein Zuviel die\nWirkung von classischen Compositionen wesentlich beein-\nträchtigen kann.\"\nWir haben mit Vergnügen gefunden, dass die Bear-\nbeitung namentlich der zweihändigen Einrichtung den\nangegebenen Grundsätzen gemäss, die wir für ganz richtig\nund dem Zwecke vollkommen entsprechend halten, auf ge-\nlungene Weise ausgeführt ist und bedeutende Vorzüge vor\nallen bisherigen dieser Art hat, ohne dabei besonders\nschwierig zu sein. Freilich wird die Aufgabe bei den fol-\ngenden Sinfonieen, besonders von der Eroica an, schwerer\nzu lösen sein. In Bezug auf die Einrichtung zu vier Hän-\nden müssen wir ebenfalls erst die Herausgabe der späte-\nren, z. B. eben der Eroica, abwarten, um uns ein gründ-\nliches Urlheil über das Verhältniss der Arbeit des Herrn\nMarkuli zu den früheren Clavier-Auszügen zu bilden. Jeden-\nfalls ist das Unternehmen bei der glücklicher Weise!\nimmer noch steigenden Popularität der Beethoven'schen\nSinfonieen ein sehr willkommenes und verdienstvolles.\n\nL. B."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-11-28-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-11-28_01#c003", "volume": "bmtnabi_1857-11-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "378", "page_fin": "380", "image_debut": 2, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.2.3", "titre_corps": "Clavier-Compositionen von J. S. Bach, herausgegeben von F. Chrysander.", "titre_sommaire": "Clavier-Compositionen von J. S. Bach, herausgegeben von F. Chrysander.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "378", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.2", "debut_caractere": 2474, "fin_caractere_exclue": 4857, "texte": "Clavier-Compositionen von J. S. Bach, herausgegeben\nvon F. Chrysander.\nDiese Sammlung ist mit dem IV. Bande, welcher\nvor uns liegt, geschlossen (Wolfenbüttel, bei L. Holle. 1\nThlr. 27 Sgr. zusammen 7Thlr. 10 Sgr.). Er enthält:\ndie sechs englischen Suiten, zwei Phantasieen,\nzwei Fugen, C-dur, drei Fugen, C-, D-,E-moll, zwei Prä-\nludien und Fughetten, D-, E-Fuge in drei\nToccaten, C-, D-, Fis-moll, Phantasie und Fuge, A-moll,\nchromatische Phantasie und Fuge, Präludium und\nFuge über den Namen Bach von einem Unbekannten\n(.D-dur).\nDem Wunsche, den unser geehrter Mitarbeiter Dixi\nin Nr. 8 dieses Jahrgangs in Bezug auf die Rechtfertigung\nder von Chrysander in der Ausgabe des „ Wohltemperirten\nClaviers\" (Band 111. der Sammlung) gewählten Ordnung\nder zwei Theile desselben ausgesprochen hat, kommt Chrv-\nsander hier in dem Vorworte zu dem IV. Bande in so\nweit nach, „ als es in aller Kürze und mit den Beweisen,\ndie ihm augenblicklich gegenwärtig sind, möglich ist.\" Er\nsagt darüber:\n„Die Ausgabe bei Simrock 1701, nicht die alte Pe-\nter'sche von demselben Jahre, machte den zweiten Theil\nzum ersten und umgekehrt (s. Bd. 111., S. 209), ich glaube\nrein aus geschäftlichen Rücksichten; der zweite Theil wurde\nallgemein als der bedeutendste ausgerufen, daher glaubte\nder Verleger am sichersten zu gehen, wenn er mit diesem\nseine erste deutsch-französische Ausgabe anfing. Bach sel-\nber hat den zweiten Theil niemals „ „wohlt. Ciavier\"\" ge-\nnannt, also auch niemals als zweiten Theil dieses Werkes\nbezeichnet. Mizler zählt in seinem Lebens-Abriss von Bach\ndie Werke auf und sagt bei den ungedruckten lakonisch:\n„ „Nummer 9, zweymal 24 Vorspiele und Fugen, durch\nalle Tonarten, fürs Ciavier.\"\" (Musical. Bibliothek. Leipzig,\n1756. IV., 163.) U m die Sammlungen von einander zu\nunterscheiden, nannte man sie zu Bach's Zeit und noch\neinige Jahre nach seinem Tode nicht ersten und zweiten\nTheil, sondern die 24 älteren und die 24 neueren Fugen.\nWelche waren nun die älteren?— Kirnberger machte um\n1758 eine zweistimmige Fuge, Marpurg griff sie an, der\nComponist gab sie darauf 1759 in den Druck, „„compo-\nnirt und vertheidigt von G. Philipp Kirnberger,\"\" was dem\nMarpurg Gelegenheit gab, sie nun ausführlich zu verurthei-\nlen. Beide beriefen sich auf Bach, auf das wohlt. Ciavier,\nund Marpurg, der Ober Entstehung und Alter der Bach'-\nschen Präludien und Fugen fast eben so gut unterrichtet"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "379", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5165, "texte": "war, als Bach selbst, sagt hierbei Folgendes: „„In den\nneueren vierundzwanzig Fugen des seligen Herrn J. S.\nBach wird man nicht ein einziges Beispiel finden, wo der\nGefährte an des Führers Stelle stände. Und in den älte-\nren vierundzwanzig Fugen von ihm wird man nur ein ein-\nziges antreffen, wo der Schluss des Führers, welcher aber\ndoch die Haupt-Tonart schon vollkommen bekräftiget hat,\nzur Oberquinte gehört. Da aber die Noten, welche zum\nFührer gehört hätten, einem jeden sogleich in die Augen\nfallen, so sieht auch ein jeder deutlich, dass der Herr Ver-\nfasser derselben hier, aber unter 23 Fugen doch nur ein\neinzig Mal, mit Fleiss eine Ausnahme hat machen wollen,\nda im Gegentheil die übrigen alle, so wie die 24 neueren,\nganz regulär sind und seine Grundsätze in dieser Sache\ndeutlich genug an den Tag legen. Aber nicht allen Leuten\nsteht der Weg nach Korinth offen.\"\" (Krit. Briefe, 1760.\n1., 264.) Ich gebe diese Stelle ganz, weil sie auch noch\nin anderer Beziehung lehrreich ist. Die Fuge aus der äl-\nteren Sammlung, auf welche hier Bezug genommen wird,\nist, wie auch aus den angeführten Beispielen erhellt, die in\nE-moll (Bd. 111., S. 38 die ersten drei Tacte). So viel für\ndiesmal und thatsächlich.\"\nWenn wir hier noch einmal auf den 111. Band der\nSammlung, der eben das „wohltemperirteCiavier\" enthält,\nzurückkommen, so geschieht es hauptsächlich um des An-\nhangs willen, der besonders interessant ist, weil er neben\ndem thematischen Verzeichnisse sämmtlicher Präludien und\nFugen die „wichtigsten und lehrreichsten\" Varianten\nderselben darbietet. Diese Varianten betreffen hauptsäch-\nlich die Präludien, und zwar des I. Theils (des älteren),\nund bestehen nicht bloss in vereinzelten Abweichungen,\nsondern oft in bedeutenden Verkürzungen, ja, in ganz\nverschiedenen Bearbeitungen. Bei den ersteren gibt\nChrysander nun die später von Bach verworfene längere\nFassung (die in die meisten bisherigen Ausgaben überge-\ngangen) im Anhange, die kürzere im Text; bei den letzte-\nren z. B. dem Präludium in E-moll verfährt er auf\ndieselbe Weise, so dass man beide Lese-Arten, die spätere\nund die frühere, vollständig vor sich hat.\nEr erläutert das von ihm beobachtete Verfahren durch\ndie betreffenden Stellen aus dem neunten und zehnten Ab-\nschnitte von Forkel's Abhandlung „Ueber J. S. Bach's\nLeben, Kunst und Kunstwerke.\" Da diese\nSchrift sich nur in wenigen Bibliotheken der gegenwärti-\ngen Musiker finden dürfte (wir haben viel zu viel mit der\nKunst-Philosophie zu thun, um uns mit der Kunst-\nGeschichte, die bei Weitem lehrreicher ist, als jene, zu\nbeschäftigen!), so lassen wir diese interessanten Stellen\nhier folgen:\n„Ich habe Gelegenheit gehabt, viele Abschriften seiner\nHauptwerke aus verschiedenen Jahren mit einander zu ver-\ngleichen, und ich muss gestehen, dass ich mich oft über\ndie Mittel gewundert und gefreut habe, deren er sich be-\ndiente, um nach und nach das Fehlerhafte gut, das Gute\nbesser und das Bessere zum Allerbesten zu machen. Nichts\nkann für einen Kenner, so wie für jeden eifrigen Kunstb:*\nflissenen lehrreicher sein, als solche Vergleichungen. Es\nwäre daher sehr zu wünschen, dass der Ausgabe der\nsämmtlichen Bach'schen Werke [damals von Kühnel in Leip-\nzig angefangen] am Ende ein Heft beigefügt werden könnte,\nbloss um darin die wichtigsten und lehrreichsten Varianten\naus seinen besten Werken zu sammeln und zur Verglei-\nchung neben einander zu stellen. Warum sollte so etwas\nbei den Werken des Componisten, des Dichters in Tönen,\nnicht eben so gut geschehen können, als bei den Werken\ndes Dichters in Worten?\" Forkel's Wunsch ging damals\nnicht in Erfüllung. Hinsichtlich des wohltemperirten Cla-\nviers ist nun durch Chrysander etwas Derartiges geliefert.\nForkel sagt weiter: „In seinen früheren Arbeiten\nwar Bach, wie andere Anfänger, sehr oft in dem Falle,\neinerlei Gedanken mehrere Male, nur mit anderen Worten\nzu wiederholen, das heisst: dieselbe Modulation wurde\nvielleicht in einer tieferen, vielleicht in eben derselben Oc-\ntave, oder auch mit einer anderen melodischen Figur wie-\nderholt. Eine solche Armuth konnte er in reiferen Jahren\nnicht mehr ertragen; was er also von dieser Art fand,\nwurde ohne Bedenken verworfen, das Stück mochte auch\nschon in so vielen Händen sein, oder so Vielen gefallen ha-\nben, als es wollte. Zwei der merkwürdigsten Beispiele hier-\nvon sind die beiden Präludien aus C-dur und Cis-dur im\nersten Teile des wohlt. Claviers. Beide sind dadurch zwar\num die Hälfte kürzer, aber auch zugleich von allem un-\nnützen Ueberfluss befreit worden. In anderen Stücken sagt\nBach oft zu wenig. Sein Gedanke war also nicht vollstän-\ndig ausgedrückt und bedurfte noch einiger Zusätze. Hier-\nvon ist mir als das merkwürdigste Beispiel unter allen das\nPräludium in D-moll aus dem zweiten Theile des wohlt.\nClaviers vorgekommen. Ich besitze viererlei verschiedene\nAbschriften dieses Stückes. In der ältesten fehlt die erste\nVersetzung des Thema's in den Bass, so wie noch manche\nandere Stelle, die zur vollständigen Darstellung des Ge-\ndankens erforderlich war. In der zweiten ist die Versetzung\ndes Thema's in den Bass, so oft es in verwandten Tonarten\nvorkommt, eingeschaltet. In der dritten sind auch andere"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "380", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2496, "texte": "Sätze vollständiger ausgedrückt und in besseren Zusam-\nmenhang gebracht worden. Endlich waren noch einige\nWendungen oder Figuren der Melodie übrig, die dem Geiste\nund Stile des Ganzen nicht anzugehören schienen. Diese\nsind in der vierten Abschrift so verbessert, dass nun dieses\nPräludium zu einem der schönsten und tadellosesten im\nganzen wohlt. Ciavier geworden ist. Mancher halte sein\nWohlgefallen schon an der ersten Einrichtung desselben\nund hielt die nachherige Umschaflung für weniger schön,\nBach Hess sich aber dadurch nicht irre machen; er verbes-\nserte so lange daran, bis es ihm gefiel. [Nur in der voll-\nkommensten Gestalt ist dieses Präludium in allen Ausgaben\ngedruckt; desshalb und weil Forkel die Umbildung deutlich\ngenug beschrieben hat, war hier die Mittheilung von Va-\nrianten überflüssig.] Im Anfange des verflossenen Jahrhun-\nderts war es Mode, auf Instrumenten einzelne Töne so mit\nLaufwerk zu überhäufen, wie man seit einiger Zeit wieder\nanlängt, es im Gesänge zu thun. Bach bewies der Mode\nseine Achtung dadurch, dass er ebenfalls einige Stücke in\ndieser Art componirte. Eines derselben ist das Präludium\nin E-moll aus dem ersten Theile des wohlt. Claviers. Er\nkehrte aber bald zur Natur und zum reinen Geschmack\nzurück und änderte es so um, wie es nun gestochen ist.\n„Der zweite Theil desselben besteht von Anfang\nan bis ans Ende aus lauter Meisterstücken. Im ersten\nTheile hingegen befinden sich noch einige Präludien und\nFugen, welche das Unreife früher Jugend an sich tragen\nund von dem Verfasser wahrscheinlich nur beibehalten sind,\num die Zahl vierundzwanzig voll zu haben. Doch auch hier\nhat er mit der Zeit gebessert, wo nur irgend zu bessern\nwar. Er hat ganze Stellen entweder weggeworfen oder an-\nders gewendet, so dass nun nach den neueren Abschrillen\nnur wenige Slücke übrig sind, denen man den Vorwurf\nder Unvollkommeriheit noch machen kann. Ich rechne un-\nter diese wenigen die Fugen aus A-moll, G-dur und G-\nmoll, C-dur, F-dur und F-moll Die übrigen sind dagegen\nsämmtlich vortrefflich und einige sogar in einem so hohen\nGrade, dass keine derselben den im 11. Theile enthaltenen\nnachzusetzen ist. Auch der von Anfang an vollkommnere\n11. Theil hat in der Folge grössere Verbesserungen erhal-\nten, wie man durch Vergleichung älterer und neuerer Ab-\nschriften sehen kann. Uebrigens ist in beiden Theilen ein\nSchatz von Kunst enthalten, der gewiss nur in Deutsch-\nland gefunden wird.\"\nDen I. Theil vollendete Bach in Kothen 1722, 38\nJahre all, den zweiten 1740."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-11-28-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-11-28_01#c004", "volume": "bmtnabi_1857-11-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "380", "page_fin": "381", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.2.4", "titre_corps": "Für Orgel.", "titre_sommaire": "Für Orgel.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "380", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.4", "debut_caractere": 2498, "fin_caractere_exclue": 4823, "texte": "Für Orgel.\nPräludienbuch zu dem neuen Choralbuche (iir die\nprotestantische Kirche des Königreichs Baiern.\nEine Sammlung von Tonsätzen (ür die Orgel aus\nden Werken älterer und neuerer Componisten.\nBearbeitet und herausgegeben von J. G. Herzog,\nKöniglichem Professor in Erlangen. Op. 30. Sub-\nscriptions-Preis 3 Thlr. netto. In drei Theilen,\neinzeln ä 1 Thlr. 15 Sgr. Theil I. Vorspiele\nin den gangbarsten Tonarten. Theil 11. Choral-\nVorspiele. Theil 111. Tonsätze älterer\nMeister, nebst Nachspielen, Fughetten u. s. w.\nErfurt und Leipzig, Gotth. Wilh. Körner's Verlag.\nDiese Sammlung ist eine sehr empfehlenswerthc, und\nes lohnt wohl der Mühe, auf das Herzog'sche Präludien-\nbuch aufmerksam zu machen, das ausser einer reichen\nund glücklichen Auswahl unseres allen und neuen Orgel-\nCompositions-Schatzes auch noch viele Original Composi-\ntionen des Herausgebers, eines bewährten Praktikers, ent-\nhält, die als eine Bereicherung der Orgel-Literatur anzu-\nsehen sind. Dem Organisten im Amte wird hier wirk-\nlich eine reiche Auswahl entsprechender Vor- und Nach-\nspiele, den angehenden Organisten aber eine ausrei-\nchende Anzahl mustergültiger Sätze zu ihrer weiteren Aus-\nbildung dargeboten. Die Anschaffung des ganzen Werkes,\ndas eine mö gl igst vollständige und mannigfaltige Samm-\nlung auserlesener Orgelstücke älterer und neuerer Zeit ent-\nhält, wird iür den Unbemittelten dadurch erleichtert, dass\nder Herr Verleger die Abnahme der einzelnen Theile,\nderen jeder lür sich wieder ein Ganzes bildet, freigegeben\nhat.\nDer erste Theil enthält Compositionen von Rinck,\nM. G. Fischer, Stolze, Kühmstedt, A. Hesse, Johann und\nFriedrich Schneider, A. G. Ritter, Dr. W. Volckmar, A.\nTheile, J. Andre, G. G. Scheibner, J. C. Kittel, J. H. Bo-\ndenschatz und dem Herausgeber, die nicht zu schwierig\nund durchaus praktischer Natur sind, d. h. auch beim öf-\nfentlichen Gottesdienste anwendbar.\nIm zweiten Theile befinden sich Choral - Vorspiele\nvon J. S. Bach, J. Christoph Bach, J. L. Krebs, M. G.\nFischer, J. C. Kittel, Rinck, Stolze, M. Brosig, Job. Schnei-\nder, Kirnberger, Töpfer, Walther, F. Kühmstedt, Ch. M.\nWolff, F. W. Zachau, Joh. Pachelbel und J. G. Herzog.\nIm dritten Theile, der die Ton*älze älterer Meister\nnebst Fughetten und Fugen enthält, floriren: J. S. Bach,\nJ. Pachelbel, A. Scarlatti, Samuel Scheidt, Christian Flor,"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "381", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 821, "texte": "A. Gumpeltzheimer, C. Goudimel, B. Gesius, Schein, A.\nLolti, J. 0. Pittoni, H. L. Hassler, A. Gabrieli, L. Vittoria,\nOrlandus Lassus, Palestrina, J. Eceard. Und die Nach-\nspiele sind von M. G. Fischer, J. G. Herzog, Telemann,\nF. Mendelssohn-Bartholdy, Graun, Pachelbel, J. Eberlin,\nF. Lachner, A. Nesse und J. G. Töpfer.\nEs ist sehr zu bedauern, dass diesem inhaltreichen\nWerke kein lnhalts-Verzeichniss beigegeben ist; dadurch\nwürde es noch an Brauchbarkeit gewinnen.\nDem ersten Theile sind auch Cadenzen in den alten\nKirchen-Tonarten, bearbeitet von J. G. Herzog, beigege-\nben und Präludien in ionischer, dorischer, phrygischer, ly-\ndischer, mixolydischer und aeolischer Tonart, die vielen\nOrganisten sehr willkommen sein dürften. Somit sei das\nHerzog'sche Präludienbuch allen Orgelspielern aufs wärmste\nempfohlen. fff."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-11-28-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-11-28_01#c005", "volume": "bmtnabi_1857-11-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "381", "page_fin": "383", "image_debut": 5, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.2.5", "titre_corps": "Das Jubelfest der aachener Liedertafel.", "titre_sommaire": "Das Jubelfest der aachener Liedertafel.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "381", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.5", "debut_caractere": 823, "fin_caractere_exclue": 5054, "texte": "Das Jubelfest der aachener Liedertafel.\nDie aachener Liedertafel, welche sich im November\ndes Jahres 1832 als Verein für Männergesang constituirte,\nfeierte am 21. und 22. dieses Monats, an dem der Schutz-\npatronin der christlichen Tonkunst, der heiligen Cäcilia, ge-\nweihten Tage, das Jubelfest ihres fünfundzwanzigjährigen\nBestehens. Denkwürdig ist es gewiss (ür jeden Verein, wenn\ner ein Viertel-Jahrhundert weit in seine Vergangenheit zu-\nrückblicken kann und heute, wie damals, in ungeschwäch-\nter Kraft da steht; um so denkwürdiger aber ist dieser\nBückblick für die aachener Liedertafel, weil sie überhaupt\neine der ältesten Gesellschaften dieser Art ist und sie ihre\nersten Anfänge bis in die Zeit Zelter's, des Begründers des\nspäter zu so üppiger Fülle gediehenen Liederiafel-Wesens,\nzurückführen kann, weil sie im Laufe der Zeit hiesigen und\nauswärtigen Männergesang-Vereinen ein Muster war, weil\nsie zuerst dem deutschen Männerchor auch im Auslande\neinen Triumph errang, als Wagemann, ihr damaliger\nund langjähriger Leiter, seine durch ihn so wohlgeschulten\nTruppen 1841 zum Wettstreite nach Brüssel führte, und\nweil sie Zeit ihres Bestehens durch ihre schönen Leistun-\ngen nicht allein der Menschen Herz erfreut, sondern auch\nmanche Thräne getrocknet, manche Hülfe gespendet hat.\nDie Anerkennung aller dieser Thalsachen hat ihrem Jubel-\nfeste sowohl Seitens der zur Mitwirkung eingeladenen hie-\nsigen und benachbarten Vereine und des Damenchors, als\nauch Seitens des zuhörenden Publicum« die grösste Theil-\nnahme zugelührt, als sie zwei grosse Concerte ankündigte,\ndie den Haupt-Bestandtbeil des Festes bilden sollten. Alle\nDifferenzen unter den rivalisirenden Vereinen, aller Hader\nfrüherer Jahre wurde über Bord geworfen; freudig und\neinträchtig wirkten alle musicalischen Corporationen und\nKräfte unserer Stadt zusammen und leisteten ihr Bestes,\num die Jubelfeier ihrer älteren Schwester, der Liedertafel,\nzu erhöhen. Und das tausendfältige Auditorium jauchzte\nBeifall dazu, es freute sich von Herzen ob der herrlichen\nLeistungen und formulirte Wünsche lür die lange Dauer\ndes schönen Bundes.\nBeide Concerte fanden im grossen Kaisersaale unseres\nRathhauses Statt, welcher, seit einigen Jahren in seiner ur-\nsprünglichen Grösse (140 Fuss lang, 60 Fuss breit) her-\ngestellt, jetzt zum ersten Male wieder zu einer grossen Ver-\nsammlung benutzt und daher quasi eingeweiht wurde. Zwar\nist der Saal kein rechter Concertsaal, da die Decke aus\nzehn gothischen Kreuzgewölben besteht, welche mit ihren\ninneren Seiten auf vier mächtigen Pfeilern ruhen, deren je-\nder eine Grundfläche von etwa 30 Quadratfuss hat. Ein\nfreier Blick durch den ganzen Raum ist dadurch eben so\nwenig möglich, als eine ungehemmte Ausdehnung des To-\nnes, welcher mit jedem entfernteren Kreuzgewölbe an\nStärke und Intensität abnimmt. Dann ist durch die um-\nfangreichen Säulen und die sie verbindenden Bogen der\nSaai, so wie das Orchester und der Chor, in zwei Hälften\ngetheilt, in deren jeder dem Hörer diejenigen Stimmen,\nwelche in derselben Abtheilung stehen, stärker erklingen,\nals die der anderen Seile. Man muss daher bei Concerten\nin diesem Saale mit der Akustik und der Gesammtwirkung\neinige Nachsicht üben, wenngleich der Ton überall klar,\nnicht verworren ist, der Massen-Effect auch in den dem\nOrchester zunächst gelegenen Saaltheilen ein voller un 4\nkräftiger genannt werden kann und der Saal daher zu mu-\nsicalischen Zwecken im grossen Maassstabe gerade nicht\nunbrauchbar ist. Das Orchester bestand, unter Hinzuziehung\neiner Anzahl Geiger der Nachbarstädte, aus etwa 7 5 Personen\n(26 Violinen, 10 Bratschen, eben so viele Celli und Bässe\nu. s. w.), der Chor aus ungelähr 350 Sängern und Sänge-\nrinnen aus Aachen, wozu dann noch die zwei vollständig\nvertretenen auswärtigen Vereine Neuss und Maestricht ge-\nzählt werden müssen. An der Spitze stand als Leiter der\nDirigent der Liedertafel seit den letzten 5 6 Jahren,\nHerr Fritz Wenigmann, welcher seine schwierige Auf-\ngabe mit grossem Erfolge gelös't hat, wenn auch über Auf-\nfassung und Tempo einiger Nummern andere Meinungen\nberechtigt sind. Er verstand es recht wohl, die Massen zu-\nsammen zu halten, dem Ganzen Schwung zu geben, und\nes gingen daher viele Stücke ganz vorzüglich, so nament-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "382", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5204, "texte": "lieh die beiden Ouvertüren des zweiten Tages, die Chöre\ndes Lobgesangs und von den Männerchören besonders die\nKreutzer'sche „ Capelle\", „ Was schimmert dort\" u. s.w.,\nso wie der Chor „0 Isis\".\nIm ersten Concerte hörten wir zuerst die grosse Leo-\nnoren-Ouverture von Beethoven, welche im Ganzen recht\nbrav ausgeführt wurde und namentlich gegen den Schluss\nhin das Orchester ins rechte Feuer brachte. Zweite Num-\nmer war die Sopran-Arie mit Männerchor „\nris\" von Cherubini, als Musica gewiss eines der\nschwächeren Werke des Meisters; eine opernmässig gehal-\ntene Arie mit einem eben so profanen Chor, viele Fioritu-\nren für die Solostimme, einiger Effect, das ist nebst ge-\nwohnter schöner, glatter Factur so ziemlich alles, was sich\ndarüber sagen lässt. Mit anderem Texte würde sie jedoch\neine stets dankbare Concert-Arie sein, welche der Sängerin\nGelegenheit zur Verwerthung ihrer Gesangfertigkeit bietet.\nDiesmal wurde sie, so wie die übrigen Sopran-Soli des Fe-\nstes, von Fräul. Charlier, Concertsängerin aus Lüttich,\nvorgetragen. Die Stimme dieser Dame gehört nicht mehr\nzu den frischesten, ihre Intonation ist auch nicht immer\nsicher, sondern neigt etwas zur Höhe; hiervon abgesehen,\nhat sie recht hübsche Sangesgewandtheit, jedoch im Vor-\ntrage der Cantilene vielleicht etwas mehr Portament, als\nnöthig und schön ist. Gedachte Arie sang sie in einigen\nTheilen sehr verdienstlich, auch erwies sich das Publicum\nrecht dankbar. Hierauf folgte eine Perle des Festes, der\nPriesterchor Mozart's „0 Isis und Osiris\", so einfach und\ndoch so erhaben, so leicht zu singen und dennoch so ge-\nwaltig in seiner Wirkung. Welch ein Unterschied gegen\ndas unmittelbar darauf erklungene „Liebesmahl der Apo-\nstel\", grosse biblische (?) Scene lür Männerchor mit Or-\nchester von Richard Wagner! Dort natürliche Grösse und\nErhabenheit, jede Note von wahrhaft plastischer Gestalt,\nhier ein leicht erkennbares Suchen nach Effect durch un-\nerwartete Harmonieschritte und in der zweiten Abtheilung\ndurch recht viel Lärm, Unisono u. s. w. Und dennoch lässt\nsich auch der Composition Wagner's nicht absprechen, dass\nsie geistreich, dass sie mitunter sehr charakteristisch, dass\nsie von einer glühenden Phantasie dictirt ist und den Zu-\nhörer packt, wie man zu sagen pflegt. Aber wir kommen,\nwie bei den Opern desselben Meisters, niemals aus der Un-\nruhe und sind am Schlüsse mehr betäubt als begeistert,\nunsere Nerven sind angegriffen und bedürfen einer ansehn-\nlichen Pause zum Ausruhen, ehe wir weiter geniessen kön-\nnen, welchem Umstände wir es wesentlich zuschreiben, dass\ndas nachfolgende schöne Werk Mendelssohn's, sein\nherrlicher Lobgesang, im Publicum so wenige empfäng-\nliche Gemüther fand. Nach dem Wagner'schen Sinnenrau-\nsche war Mendelssohn zu fromm und zu keusch. Das\n„ Liebesmahl\" ist sehr schwer, und die Mühe, welche sich\ndie verschiedenen Vereine gegeben haben, um das Werk\nso gut einzustudiren, wie es studirt war, verdient alle An-\nerkennung, um so mehr, als der Componist die Stimmen\nnicht schont, ihnen vielmehr Unmenschliches zumuthet. Das\nSubject desselben ist die Sendung des heiligen Geistes.\nHerr Wagner wir vermuthen, dass er selbst auch den\nText dazu verfasst hat lässt die Jünger Christi beim An-\nfange kleinmüthig und zaghaft zusammentreten, bange vor\nder Mächtigen Hass. Dreichörig klagen sie und trösten sich\neinander, bis die zwölf Apostel in Gestalt von zwölf ersten\nBassisten grüssend unter sie treten, die Verfolgung in einer\nAnrede (Recitativ a tempo) halb unisono, halb vierstimmig\nnäher schildern, und sich dann mit den Jüngern zu einem\nGebete vereinigen, in welchem sie den Allmächtigen um\nseinen heiligen Geist anflehen, auf dass sie mit Freudigkeit\nsein Wort nun reden. Das Gebet geräth nach allen mög-\nlichen Modulationen zuletzt in einen solchen Wust von syn-\nkopirten verminderten, vergrösserten und chromatischen\nAccorden, dass der endliche Schluss in D-dur wie eine Er-\nlösung von allem Uebel erscheint. Nach dem\nfolgen dann urplötzlich in C-d Stimmen aus\nder Höhe\": Seid getrost! ich bin euch nah', und mein Geist\nist mit euch. Machet euch auf! Redet freudig das Wort,\ndas nie in Ewigkeit vergeht. Machet euch auf! Bis hie-\nher ist das Werk für den Männerchor ohne alle Begleitung\ngeschrieben, was den praktischen Geist des Componisten\nsehr in Frage stellen muss, indem wohl kein Chor der Welt\nsich durch dieses Labyrinth hindurcharbeitet, ohne etwas\nzu sinken oder zu steigen. Herr Wenigmann, der dies\nwohl fühlte, hatte daher stellenweise Bässe, Violen und\nBlas-Instrumente mitgehen lassen. Kaum aber haben die\nStimmen aus der Höhe ihr letztes Wort geredet, so fan-\ngen die Pauken leise an zu wirbeln, und auf steigenden,\nverminderten Sept-Accorden erhebt sich ein grosses Cres-\ncendo im Orchester, wozu der Chor singt: „Welch Brau-\nsen erfüllt die Luft! welch Tönen, welch Klingen! Sei ge-\ngrüsst, du Geist des Herrn! dich fühlen wir das Haupt\numwehen\" u.s.w. Die zwölf Apostel erheben dann wie-\nder ihre Stimme und verkünden unisono unter hohem Vio-\nlinen-Gezwitscher und Figuren der Posaunen, was ihnen\nder Geist gebeut; sie senden in einemConglomerat von an\neinander gereihten Tonarten die Jünger in alle Welt hin-\naus, um sie (die Welt) mit des Wortes Macht gleich einem"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "383", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4060, "texte": "Lichtstrahl zu durchdringen, und der Chor antwortet mit\nBegeisterung: „So sei es! Gott will es so!\" Der Ver-\nfolg ist nun ein Hymnus auf jene Sendung, eine nicht mehr\nneue Melodie im Unisono mit grossem Orchester und un-\nendlichen Violin-Passagen, dann ein Piü stretlo und zuletzt\nein Presto, welches, so wie überhaupt die zweite Abthei-\nlung des Werkes, sehr stark an Verdi und die neueren\nItaliäner erinnert, jedoch Effect macht und daher seinen\nZweck erfüllt. Dass die ersten Tenöre sich fortwährend in\nder Höhe zwischen f und c bewegen und am Schlüsse halb\ntodt sind, dass die Bässe sich am hohen f ganz heiser\n.schreien, das scheint dem Componisten gar keine Kümmer-\nniss verursacht zu haben. Da das Werk am Rheine noch\ngar nicht gekannt ist, so denken wir, wird dem Leser die\nkurze Schilderung nicht unwillkommen gewesen sein.\nDer Lobgesang ging sowohl im instrumentalen als vocalen\nTheile recht schön. Das Duett für zwei Soprane mit Chor:\n„Ich harrete des Herrn\", ist ein wahrer Edelstein und\nwurde in allen Theilen vorzüglich gegeben. Auch trug Herr\nGöbbels seine Tenor-Soli gediegen und schön vor, und\nnur das Duett „Und wandle ich in Nacht\" liess in der\nReinheit der Intonation zu wünschen, woran jedoch offen-\nbar seine Partnerin die Schuld trug.\nUeber das zweite Concert können wir uns kürzer fas-\nsen, nachdem wir oben bereits die schöne, glatte Ausfüh-\nrung der Ouvertüren von Rietz in A und von Weber\nzu Oberon, dann auch den prächtigen Vortrag der Ge-\nsammtchöre ohne Begleitung von Kreutzer, Mendelssohn\nund C. M. v. Weber hervorgehoben haben. Das „deutsche\nVaterland\", welches den Schluss bildete, wäre ohne die\ndazu improvisirte Orchester-Begleitung weit schöner gewe-\nsen, Ausserdem halten wir die Freude, Servais, den\nKönig der Violoncellisten, wie man ihn nannte, in zwei\nVorträgen eigener Composition zu bewundern. Eine Alles\nübersteigende Fertigkeit besitzt dieser Künstler auf seinem\nInstrumente; wir kommen vor lauter Staunen kaum zu dem\nBewusslsein, dass das, was er uns spielt, eigentlich sehr\nlose an einander gereihte Sächelchen, Melodiechen und\nKunststücke sind. Ein Künstler solch eminenten Schlages\nmüsste uns wenigstens ein Stück von grösserem Kunst-\nwerthe spielen. Den das ganze Publicum bezaubernden\nVorträgen des Herrn Servais reihten sich Fräul. Charlier\nund Herr Göbbels an, erstere mit der Titus-Arie „ Parto\",\nzu welcher Herr Schädler die obligate Clarinetten-Beglei-\ntung spielte und mit der Sängerin erfolgreich wetteiferte,\nHerr Göbbels mit zwei hübschen Liedern, welche ihm stür-\nmischen Beifall eintrugen.— Ausserdem trugen die Sanges-\ngaste aus Neuss und Maestricht wesentlich zur Mannig-\nfaltigkeit und Schönheit des Abends durch ihre Separat-\nGesänge bei; namentlich war unserem Publicum die dem\nfranzösischen, resp. belgischen Geschmacke angehörige San-\ngesweise der maestrichter Gesellschaft etwas Neues und In-\nteresse erregendes, wenngleich sie gewisser Maassen die\nFolie bildete, auf welcher sich die Vorzüge des deutschen\nGesanges um so glänzender herausstellten.\nDas Jubelfest hatte im Ganzen, sowohl ausser- als in-\nnerhalb des Concertsaales, bei dem Zuge und besonders\nauch bei den durch Trinksprüche gewürzten Spat-Versamm-\nlungen im Saale der Erholung die freundlichste, herzlichste\nPhysiognomie. Alles freute sich, und wir stimmen vollstän-\ndig mit ein in den vielseit:g gehörten Ausruf: Es war ein\nschönes, ein herrliches Fest, welches uns die Jubilarin be-\nreitete!— Nur Eines vermissten wir, und zwar eine eigene\nLeistung der festgebenden Gesellschaft, etwa in der Form\neines Begrüssungs-Gesanges beim Beginn des ersten Con-\ncertes, welcher der Feier angemessen gewesen wäre und\nzugleich dem Publicum Gelegenheit geboten hätte, der Ju-\nbilarin speciel seine Huldigung darzubringen.\nEine Deputation des kölner Männergesang-Vereins,\nbestehend aus den Herren Musik-Director Weber, Präsi-\nsent Vack und Schreiner, erschien beim Feste und\ntrug nicht wenig zur Erhöhung desselben bei, besonders\ndurch den schönen Trinkspruch, welchen Herr Vack der\nFestgeberin am ersten Abende in der Erholung brachte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-11-28-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-11-28_01#c006", "volume": "bmtnabi_1857-11-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "383", "page_fin": "384", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.2.6", "titre_corps": "Einige geschichtliche Bemerkungen über die aachener Liedertafel.", "titre_sommaire": "Einige geschichtliche Bemerkungen über die aachener Liedertafel.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "383", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.7", "debut_caractere": 4062, "fin_caractere_exclue": 5500, "texte": "Einige geschichtliche Bemerkungen über die\naachener Liedertafel.\nIm Jahre 1828 bildeten in Aachen vier mit vorzüglichen Stim-\nmen begabte Musikfreunde ein Männer-Quartett, welches zuerst nur\nin engeren Kreisen, später aber auch in grösseren Versammlungen\nund Öffentlichen Aufführungen zuweilen seine Lieder ertönen liess.\nEs scharten sich allmählich mehrere Dilettanten um dasselbe, und\ndie Mitglieder jenes Quartetts und die Freunde, welche sich ihnen\nangeschlossen hatten, traten am 10. November 1832 im Saale des\nRheinischen Hofes zusammen und stifteten dort unter dem Namen\n„Liedertafel\" einen Männergesang-Verein, welcher die „Erheiterung\ndurch möglichst vollkommenen Vortrag mehrstimmiger Männerge-\nsänge\" zum ausgesprochenen Zwecke hatte.\nNach dem ersten Statut bedurfte der Vorgeschlagene zur Auf-\nnahme einer Majorität von sieben Achteln der Ballotirenden. Gegen-\nwärtig ist diese Majorität auf drei Viertel herabgesetzt.\nSchon am 29. Januar und 15. Februar 1833 trat der neue Verein\nmit grösseren Concerten in die Oeffentlichkeit, und durch mehrere\nQuartette von Eisenhofer, C. Kreutzer, Reichardt, Spohr u. A. wurde\ndem grösseren Publicum nun zuerst der bis dahin unbekannte Zau-\nber des Männergesanges erschlossen. Zugleich erfolgte die Auffüh-\nrung von grösseren Instrumentalstücken. Der Ertrag jener Concerte\nwurde dem hiesigen Mariannen-Institut, dem Vincenz-Vereine und\ndem Waisenhaus-Fonds zu gleichen Theilen zugewiesen."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "384", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5265, "texte": "Im Anfange des Jahres 1834 veranstaltete die Liedertafel unter\nder Leitung des für die Stadt Aachen unvergesslichen Ferdinand\nRies zwei Concerte in grösserem Maassstabe zum Besten der näm-\nlichen Institute. Von da ab folgten in fast ununterbrochener Reihe\nConcerte bis in die neueste Zeit. Die Einnahmen wurden den hiesi-\ngen Armen- und Wohlthätigkeits-Anstalten und sonstigen gemein-\nnützigen Unternehmungen zugetheilt (Taubstummen-Anstalt, aachener\nund burtscheidter Mädchen-Verein zur Kleidung der Armen, Damen-\nVerein zur Erziehung armer Kinder und Speisung armer Kranker,\nKarls-Verein zur Restauration des aachener Münsters u. s. w.). Aus-\nserdem fanden musicalische Aufführungen zur Linderung der Noth\nauswärtiger Bedrängter Statt. Die Gesammtsumme der in dieser\nWeise verwandten Beträge beläuft sich auf mehr als siebentausend\nThaler, und das dem hiesigen Orchester für dessen Mitwirkung bei\nden rnusicalischen Aufführungen der Liedertafel ausbezahlte Honorar\nübersteigt dazu noch die Hälfte jener Summe. Für das Beethoven-\nDenkmal und den kölner Dombau gab dieselbe ebenfalls Concerte,\nund nebenhin unterstützte sie durch Mitwirken wiederholt concert-\ngebende Künstler.\nWährend einer längeren Reihe von Jahren hatten sich die Ge-\nsänge der Liedertafel in jenen Concerten fast ausschliesslich auf\nCompositionen für Männerstimmen beschränkt. In der ersten Hälfte\nder vierziger Jahre beschloss dieselbe aber, dem allgemein ausge-\nsprochenen Bedürfnisse Rechnung tragend, auch Aufführungen für\ngemischten Chor zu veranstalten und sich zu diesem Ende, unter\nsteter Festhaltung ihres speciellen Zweckes und Wirkens als Män-\nnergesang-Verein, einen Damenchor beizuordnen. Dank der zahlrei-\nchen und ausdauernden Betheiligung der hiesigen Damen wurden seit-\ndem ausser vielen kleineren Compositionen von F. Mendelssohn,\nSchumann, Hiller u. A. viele grössere Werke, und diese grössten-\nteils zum ersten Male in hiesiger Stadt von der Liedertafel auf-\ngeführt.\nIm Jahre 1841 folgte die Liedertafel einer Einladung der Gesell-\nschaft „Gretry\" in Brüssel zur Theilnahme an einem Concurs für\nMännerchor-Gesang. Der deutsche Männergesang wurde bei dieser\nGelegenheit zuerst im Auslande vertreten, und feierte daselbst durch\ndie Liedertafel unter der Direction des Herrn J. Wagemann einen\nvollständigen Triumph. Die Stadt Aachen verehrte ihr als Zeichen\nder Anerkennung eine Standarte, welche im vorigen Jahre durch ein\nvon Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin von Preussen der Lie-\ndertafel geschenktes Fahnenband geschmückt wurde.\nIm Jahre 1849 gab dieselbe in Verbindung mit ihrer Schwester-\nGesellschaft „Concordia\" und dem Instrumental-Verein dahier drei\nConcerte im Stadttheater zum Besten des hiesigen Orchesterfonds. Auch\nvereinigte dieselbe sich mit dem hiesigen Vereine „Orphea\", um Sr.\nMajestät dem Könige von Preussen und anderen hohen Häuptern\nSerenaden zu bringen.\nDie regelmässigen Samstags-Versammlungen der Liedertafel, wel-\nche das eigentliche Leben derselben darstellen, hatten sich stets zahl-\nreicher Besuche von Freun ien und Notabilitäten der Musik zu er-\nfreuen. Unter den Letzteren sind zu erwähnen : Dupuis, Dupont,\nGirschner, Hiller, Jaell, C. Kreutzer, Lindpaintner, Lis/.t, Mendels-\nsohn, Moscheies, Meyerbeer, Reissiger, Ries, Schmidt, Veit u. A.\nEinige derselben haben der Liedertafel Compositionen gewidmet, wäh-\nrend Andere den Versammlungen durch eigene Vorträge erhöhten\nReiz verliehen.\nEin wichtiger Punkt in der Gesellschaft der Liedertafel ist das\nInstitut der inactiven Mitglieder, welches im Jahre 1850 ins Leben\ntrat und zur grösseren Stabilität der Gesellschaft wesentlich beitrug.\nDa das gewöhnliche Locat der Gesellschaft nicht ausreicht, um\ndie Zahl der inactiven Mitglieder zu fassen, so wurden oft ausser-\nordentliche Versammlungen in grösseren Sälen, besonders in den\nRäumen des Curhauses und der Erholungs-Gesellschaft veranstaltet,\nan welchen sich häufig der Damenchor betheiligte.\nIn dem grossen Saale der Erholung fanden unter Anderem thea-\ntralische und andere Vorstellungen der Liedertafel Statt, und gewiss\nwird die Aufführung der komischen Oper „Mordgrundbrück\" von\nJulius Otto Vater und Sohn und die „Tannhäuser-Travestie\" mit der\nMusik von Wilh. Wenigmann, so wie die höchst gelungene Darstel-\nlung der lebenden Bilder im Jahre 1852 noch lange im lebendigen\nAndenken aller Mitglieder bleiben.\nErwähnenswerth ist ein Sommerfest zu Ehren des damals als Ba-\ndegast hier verweilenden Königs Max von Baiern, so wie die Mo-\nzartfeier, welche am 26. Januar 185 3 durch eine grosse Soiree unter\nMitwirkung des gemischten Chors begangen wurde.\nAnregend auf die activen Mitglieder wirkten mannigfache Sänger-\nfahrten, u. A. Zusammenkünfte mit dem kölner Männergesang-Verein\nin Düren und Brühl, der Besuch eines Concurses in Antwerpen, Be-\nsuche der Harmonie royale in Maestricht und der viersener Lieder-\ntafel, und im Laufe dieses Jahres die Theilnahme mit Einzel-Vor-\nträgen an dem vierten Sängerfeste des niederrheinischen Sängerbun-\ndes unter der Leitung des Herrn Fritz Wenig mann, des derma-\nligen technischen Dirigenten der Liedertafel.\nGegenwärtig besteht die Liedertafel aus 80 activen und 650 in-\nactiven Mitgliedern, 10 Ehren-Mitgliedern, worunter mehrere musi-\ncalische Celebritäten.\nAachen, im November 1857."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-11-28-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-11-28_01#c007", "volume": "bmtnabi_1857-11-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "384", "page_fin": "384", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.2.7", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "384", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.8", "debut_caractere": 5267, "fin_caractere_exclue": 5724, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nliolil. Am Dinstag den 1. December wird in dem zweiten\nWinter-Concerte auf dem Gürzenich-Saale das neue Oratorium\n„Saul\", Text nach der heiligen Schrift von Moriz Hart mann\nMusik von Ferdinand Hiller, aufgeführt werden\nHerr Breunung, Lehrer des Clavierspiels an der Rheinischen\nMusikschuie, hat dieser Tage in Folge einer Einladung des Herrn\nOber-Präsidenten von Kleist-Ketzow in Coblcnz in einer Soiree des-\nselben gespielt."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "377", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nL. van Beethoven's sämmtliche Werke unter Revision von Dr. Franz Liszt. Von E. IC. Clavier-Compositionen von J. S.\nBach, herausgegeben von F. Chrysander. Für Orgel. Präludienbuch von J. G. Herzog. Von j\"| \"j\". Das Jubelfest der aaehener Lie-\ndertafel. Einige geschichtliche Bemerkungen über die aaehener Liedertafel. Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln, Ferdinand\nHiller's neues Oratorium „Saul\", Herr Breunnng).\n\nL. van Beethoven’s sämmtliche Werke unter Revision\nvon Dr. Franz Liszt.\n\nDie Holle'sche Buchhandlung in Wolfenbi'iUel hat so\neben ein neues Unternehmen begonnen, das sich den be-\nkannten früheren anschliesst und wiederum Aussicht gibt,\nein theures Gut durch Wohlfeilheit zu verallgemeinern,\nalso dem Volke zu geben, was sonst nur den Begüterten\nund Gelehrten offen stand. Diesmal sind es Beethoven's\nsämmtliche Werke, die uns versprochen und im ersten\nBande vorliegend geliefert werden zu einem unglaublich\nbilligen Preise, da für die im ersten Bande enthaltenen 1 8\nSonaten nur 2 Thlr. 28 Ngr. zu zahlen sind, welche in\nden bisherigen Ausgaben mindestens acht bis neun Thaler\nkosteten.\nWenn wir Anfangs bei solchen Concurrenz-Ausgaben\neiniges Bedenken äusserten wegen der Berechtigung älte-\nrer Verleger, so hat unsere Besorgniss sich gemindert seit\ndem Ausgange der Nachdrucks-Anklage abseilen des ber-\nliner Verlegers Schlesinger. Eine Gesa mmt-Ausgabe\nBeethoven's jedoch in der Original-Gestalt, mit allen Par-\ntituren, scheint doch wohl die Kräfte eines einzelnen Unter-\nnehmers zu übersteigen, daher wir jenen Titel: „Beetho-\nven's Werke\", bis wir eines Anderen belehrt werden,\neinstweilen nur von den CI a v i e r werken nebst Liedern\nund Gesängen verstehen, denen die Sinfonieen in Cia-\nvier-Auszügen auch hiervon liegen bereits zwei Hefte\nvor beigesellt werden sollen.\nDer Titel des ersten Bandes bezeichnet Fr. Liszt\nals revidirenden Herausgeber. Eine Vergleichung mit den\nguten alten Ausgaben von Haslinger, Breitkopf u. s. w.\nzeigt, dass Liszt's Revision nichts zu- und abgethan hat,\nund das ist gut; denn wir wollen und wünschen nichts\nals den unverfälschten, ursprünglichen Tondichter ohne di-\ndaktisch-ästhetische Helfershelfer *).\nUeber die äusserliche Ausstattung bemerken wir, wie\nfrüher, dass sie wohlgelungen und anständig ist. Doch hö-\nren wir von mancher Seite eine leise Klage laut werden\nüber das blendend weisse Papier, und dass die Notenköpfe\nnicht so wohlthätig auf schwache Augen wirkten, wie der\nsonst bräuchliche Kupferstich oder die neueren Breilkopf'-\nschen Typen. Da uns hierüber kein Urtheil zusteht, weil\nwir solche Beschwerden nicht empfunden, so wollten wir\ndas nicht als Tadel aussprechen, sondern als eine vielge-\nhörte Bemerkung dem fleissigen und umsichtigen Verleger\nnur leise ins Ohr flüstern; er selber wird seinen geübten,\npraktischen Blick zu Ralhe ziehen und wissen, was das\nBeste ist. E. K.\nDie vorliegenden Ciavier-Auszüge der I. Sinfonie in\nC-dur,sowohl für zwei Hände (7% Sgr.) als für vier\nHände (lS1 Sgr.), sind von F. W. Mark u 11, k.' Musik-\nDirector in Danzig, eingerichtet. Herr Markull, dessen\nNamen in der musicalischen Welt durch viele Compositio-\nnen, Gesang- und Ciavierwerke, vortheilhaft bekannt ist,\nspricht sich in einem kurzen Vorworte über seine Arbeit\nunter Anderem folgender Maassen aus: „Es bedarf wohl\nkaum der Bemerkung, dass dieses neue Arrangement, auf\nwelches ich die grösste Mühe und Sorgfalt verwandte, auf\nvöllige Selbstständigkeit Anspruch macht und unmittelbar\naus der speciellsten Kenntniss der Orchester-Partituren\n\n*) Es findet sich allerdings ein äusserer Zusatz, das sind\ndie Uncial Buchstaben (A, B u. s. w.), durch welche die pe-\nriodische Structur jedes Satzes bezeichnet wird. Diese Ein-\nrichtung halten wir für sehr zweckmässig; sie ist durchweg\nyon Op. 2 bis Op. 31 befolgt, und wir wünschen sehr, dass\nsie beibehalten werde, da sie besonders bei den grossen Sona-\nten der späteren Periode die Einsieht in den Bau und die\nAnalyse der Form auch für Dilettanten sehr erleichtert.\nDie Redaction«"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "378", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.2", "texte": "hervorgegangen ist, ohne Vermittlung einer oder der an-\nderen der bereits veröffentlichten, mehr oder minder treff-\nlichen Bearbeitungen. Ich war bemüht, eine möglichst treue\nWiedergabe des Originals mit bequemer Clavier-Tech-\nnik in Einklang zu bringen und dem Ciaviersatz neben der\nnöthigen Fülle natürlichen Fluss und Klarheit zu verleihen.\nMeine Bearbeitung hat sich das Ziel gesteckt allen unnö-\nthigen Schwulst zu vermeiden, dagegen aber auch nicht in\ndas Extrem, in Dürftigkeit und Leere zu fallen. Dass ein\nClavier-Arrangement der Farbenpracht des Orchesters\nentsagen muss, versteht sich von selbst; doch sind An-\ndeutungen dieses Tonreichthums zu erreichen, und diese\nsuchte ich so viel wie möglich zu geben, ohne dem geüb-\nten Ciavierspieler nur ein solcher freilich wird sich mit\nErfolg der Beethoven'schen Sinfonieen vollständig bemäch-\ntigen können eigentliche Hindernisse zu bereiten. Die\nzweihändige Bearbeitung setzt natürlich einen höheren\nStandpunkt in der Technik des Pianofortespiels voraus, als\ndie zu vier Händen, doch wird sich dieselbe verhältniss-\nmässig leicht aneignen lassen, da ich wenigstens bemüht\nwar, durchaus claviergerecht zu schreiben, so wie\nunbequeme und undankbare Schwierigkeiten sorgfältig\nzu vermeiden. Die Zugabe des Fingersatzes bei schwieri-\ngeren Stellen in der Ausgabe zu zwei Händen wird sich,\nbesonders beim ersten Durchspielen der Sinfonieen, als\nnützlich erweisen; auch habe ich den Gebrauch des Pe-\ndals angedeutet, weil in dieser Beziehung ein Zuviel die\nWirkung von classischen Compositionen wesentlich beein-\nträchtigen kann.\"\nWir haben mit Vergnügen gefunden, dass die Bear-\nbeitung namentlich der zweihändigen Einrichtung den\nangegebenen Grundsätzen gemäss, die wir für ganz richtig\nund dem Zwecke vollkommen entsprechend halten, auf ge-\nlungene Weise ausgeführt ist und bedeutende Vorzüge vor\nallen bisherigen dieser Art hat, ohne dabei besonders\nschwierig zu sein. Freilich wird die Aufgabe bei den fol-\ngenden Sinfonieen, besonders von der Eroica an, schwerer\nzu lösen sein. In Bezug auf die Einrichtung zu vier Hän-\nden müssen wir ebenfalls erst die Herausgabe der späte-\nren, z. B. eben der Eroica, abwarten, um uns ein gründ-\nliches Urlheil über das Verhältniss der Arbeit des Herrn\nMarkuli zu den früheren Clavier-Auszügen zu bilden. Jeden-\nfalls ist das Unternehmen bei der glücklicher Weise!\nimmer noch steigenden Popularität der Beethoven'schen\nSinfonieen ein sehr willkommenes und verdienstvolles.\n\nL. B.\n\nClavier-Compositionen von J. S. Bach, herausgegeben\nvon F. Chrysander.\nDiese Sammlung ist mit dem IV. Bande, welcher\nvor uns liegt, geschlossen (Wolfenbüttel, bei L. Holle. 1\nThlr. 27 Sgr. zusammen 7Thlr. 10 Sgr.). Er enthält:\ndie sechs englischen Suiten, zwei Phantasieen,\nzwei Fugen, C-dur, drei Fugen, C-, D-,E-moll, zwei Prä-\nludien und Fughetten, D-, E-Fuge in drei\nToccaten, C-, D-, Fis-moll, Phantasie und Fuge, A-moll,\nchromatische Phantasie und Fuge, Präludium und\nFuge über den Namen Bach von einem Unbekannten\n(.D-dur).\nDem Wunsche, den unser geehrter Mitarbeiter Dixi\nin Nr. 8 dieses Jahrgangs in Bezug auf die Rechtfertigung\nder von Chrysander in der Ausgabe des „ Wohltemperirten\nClaviers\" (Band 111. der Sammlung) gewählten Ordnung\nder zwei Theile desselben ausgesprochen hat, kommt Chrv-\nsander hier in dem Vorworte zu dem IV. Bande in so\nweit nach, „ als es in aller Kürze und mit den Beweisen,\ndie ihm augenblicklich gegenwärtig sind, möglich ist.\" Er\nsagt darüber:\n„Die Ausgabe bei Simrock 1701, nicht die alte Pe-\nter'sche von demselben Jahre, machte den zweiten Theil\nzum ersten und umgekehrt (s. Bd. 111., S. 209), ich glaube\nrein aus geschäftlichen Rücksichten; der zweite Theil wurde\nallgemein als der bedeutendste ausgerufen, daher glaubte\nder Verleger am sichersten zu gehen, wenn er mit diesem\nseine erste deutsch-französische Ausgabe anfing. Bach sel-\nber hat den zweiten Theil niemals „ „wohlt. Ciavier\"\" ge-\nnannt, also auch niemals als zweiten Theil dieses Werkes\nbezeichnet. Mizler zählt in seinem Lebens-Abriss von Bach\ndie Werke auf und sagt bei den ungedruckten lakonisch:\n„ „Nummer 9, zweymal 24 Vorspiele und Fugen, durch\nalle Tonarten, fürs Ciavier.\"\" (Musical. Bibliothek. Leipzig,\n1756. IV., 163.) U m die Sammlungen von einander zu\nunterscheiden, nannte man sie zu Bach's Zeit und noch\neinige Jahre nach seinem Tode nicht ersten und zweiten\nTheil, sondern die 24 älteren und die 24 neueren Fugen.\nWelche waren nun die älteren?— Kirnberger machte um\n1758 eine zweistimmige Fuge, Marpurg griff sie an, der\nComponist gab sie darauf 1759 in den Druck, „„compo-\nnirt und vertheidigt von G. Philipp Kirnberger,\"\" was dem\nMarpurg Gelegenheit gab, sie nun ausführlich zu verurthei-\nlen. Beide beriefen sich auf Bach, auf das wohlt. Ciavier,\nund Marpurg, der Ober Entstehung und Alter der Bach'-\nschen Präludien und Fugen fast eben so gut unterrichtet"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "379", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.3", "texte": "war, als Bach selbst, sagt hierbei Folgendes: „„In den\nneueren vierundzwanzig Fugen des seligen Herrn J. S.\nBach wird man nicht ein einziges Beispiel finden, wo der\nGefährte an des Führers Stelle stände. Und in den älte-\nren vierundzwanzig Fugen von ihm wird man nur ein ein-\nziges antreffen, wo der Schluss des Führers, welcher aber\ndoch die Haupt-Tonart schon vollkommen bekräftiget hat,\nzur Oberquinte gehört. Da aber die Noten, welche zum\nFührer gehört hätten, einem jeden sogleich in die Augen\nfallen, so sieht auch ein jeder deutlich, dass der Herr Ver-\nfasser derselben hier, aber unter 23 Fugen doch nur ein\neinzig Mal, mit Fleiss eine Ausnahme hat machen wollen,\nda im Gegentheil die übrigen alle, so wie die 24 neueren,\nganz regulär sind und seine Grundsätze in dieser Sache\ndeutlich genug an den Tag legen. Aber nicht allen Leuten\nsteht der Weg nach Korinth offen.\"\" (Krit. Briefe, 1760.\n1., 264.) Ich gebe diese Stelle ganz, weil sie auch noch\nin anderer Beziehung lehrreich ist. Die Fuge aus der äl-\nteren Sammlung, auf welche hier Bezug genommen wird,\nist, wie auch aus den angeführten Beispielen erhellt, die in\nE-moll (Bd. 111., S. 38 die ersten drei Tacte). So viel für\ndiesmal und thatsächlich.\"\nWenn wir hier noch einmal auf den 111. Band der\nSammlung, der eben das „wohltemperirteCiavier\" enthält,\nzurückkommen, so geschieht es hauptsächlich um des An-\nhangs willen, der besonders interessant ist, weil er neben\ndem thematischen Verzeichnisse sämmtlicher Präludien und\nFugen die „wichtigsten und lehrreichsten\" Varianten\nderselben darbietet. Diese Varianten betreffen hauptsäch-\nlich die Präludien, und zwar des I. Theils (des älteren),\nund bestehen nicht bloss in vereinzelten Abweichungen,\nsondern oft in bedeutenden Verkürzungen, ja, in ganz\nverschiedenen Bearbeitungen. Bei den ersteren gibt\nChrysander nun die später von Bach verworfene längere\nFassung (die in die meisten bisherigen Ausgaben überge-\ngangen) im Anhange, die kürzere im Text; bei den letzte-\nren z. B. dem Präludium in E-moll verfährt er auf\ndieselbe Weise, so dass man beide Lese-Arten, die spätere\nund die frühere, vollständig vor sich hat.\nEr erläutert das von ihm beobachtete Verfahren durch\ndie betreffenden Stellen aus dem neunten und zehnten Ab-\nschnitte von Forkel's Abhandlung „Ueber J. S. Bach's\nLeben, Kunst und Kunstwerke.\" Da diese\nSchrift sich nur in wenigen Bibliotheken der gegenwärti-\ngen Musiker finden dürfte (wir haben viel zu viel mit der\nKunst-Philosophie zu thun, um uns mit der Kunst-\nGeschichte, die bei Weitem lehrreicher ist, als jene, zu\nbeschäftigen!), so lassen wir diese interessanten Stellen\nhier folgen:\n„Ich habe Gelegenheit gehabt, viele Abschriften seiner\nHauptwerke aus verschiedenen Jahren mit einander zu ver-\ngleichen, und ich muss gestehen, dass ich mich oft über\ndie Mittel gewundert und gefreut habe, deren er sich be-\ndiente, um nach und nach das Fehlerhafte gut, das Gute\nbesser und das Bessere zum Allerbesten zu machen. Nichts\nkann für einen Kenner, so wie für jeden eifrigen Kunstb:*\nflissenen lehrreicher sein, als solche Vergleichungen. Es\nwäre daher sehr zu wünschen, dass der Ausgabe der\nsämmtlichen Bach'schen Werke [damals von Kühnel in Leip-\nzig angefangen] am Ende ein Heft beigefügt werden könnte,\nbloss um darin die wichtigsten und lehrreichsten Varianten\naus seinen besten Werken zu sammeln und zur Verglei-\nchung neben einander zu stellen. Warum sollte so etwas\nbei den Werken des Componisten, des Dichters in Tönen,\nnicht eben so gut geschehen können, als bei den Werken\ndes Dichters in Worten?\" Forkel's Wunsch ging damals\nnicht in Erfüllung. Hinsichtlich des wohltemperirten Cla-\nviers ist nun durch Chrysander etwas Derartiges geliefert.\nForkel sagt weiter: „In seinen früheren Arbeiten\nwar Bach, wie andere Anfänger, sehr oft in dem Falle,\neinerlei Gedanken mehrere Male, nur mit anderen Worten\nzu wiederholen, das heisst: dieselbe Modulation wurde\nvielleicht in einer tieferen, vielleicht in eben derselben Oc-\ntave, oder auch mit einer anderen melodischen Figur wie-\nderholt. Eine solche Armuth konnte er in reiferen Jahren\nnicht mehr ertragen; was er also von dieser Art fand,\nwurde ohne Bedenken verworfen, das Stück mochte auch\nschon in so vielen Händen sein, oder so Vielen gefallen ha-\nben, als es wollte. Zwei der merkwürdigsten Beispiele hier-\nvon sind die beiden Präludien aus C-dur und Cis-dur im\nersten Teile des wohlt. Claviers. Beide sind dadurch zwar\num die Hälfte kürzer, aber auch zugleich von allem un-\nnützen Ueberfluss befreit worden. In anderen Stücken sagt\nBach oft zu wenig. Sein Gedanke war also nicht vollstän-\ndig ausgedrückt und bedurfte noch einiger Zusätze. Hier-\nvon ist mir als das merkwürdigste Beispiel unter allen das\nPräludium in D-moll aus dem zweiten Theile des wohlt.\nClaviers vorgekommen. Ich besitze viererlei verschiedene\nAbschriften dieses Stückes. In der ältesten fehlt die erste\nVersetzung des Thema's in den Bass, so wie noch manche\nandere Stelle, die zur vollständigen Darstellung des Ge-\ndankens erforderlich war. In der zweiten ist die Versetzung\ndes Thema's in den Bass, so oft es in verwandten Tonarten\nvorkommt, eingeschaltet. In der dritten sind auch andere"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "380", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.4", "texte": "Sätze vollständiger ausgedrückt und in besseren Zusam-\nmenhang gebracht worden. Endlich waren noch einige\nWendungen oder Figuren der Melodie übrig, die dem Geiste\nund Stile des Ganzen nicht anzugehören schienen. Diese\nsind in der vierten Abschrift so verbessert, dass nun dieses\nPräludium zu einem der schönsten und tadellosesten im\nganzen wohlt. Ciavier geworden ist. Mancher halte sein\nWohlgefallen schon an der ersten Einrichtung desselben\nund hielt die nachherige Umschaflung für weniger schön,\nBach Hess sich aber dadurch nicht irre machen; er verbes-\nserte so lange daran, bis es ihm gefiel. [Nur in der voll-\nkommensten Gestalt ist dieses Präludium in allen Ausgaben\ngedruckt; desshalb und weil Forkel die Umbildung deutlich\ngenug beschrieben hat, war hier die Mittheilung von Va-\nrianten überflüssig.] Im Anfange des verflossenen Jahrhun-\nderts war es Mode, auf Instrumenten einzelne Töne so mit\nLaufwerk zu überhäufen, wie man seit einiger Zeit wieder\nanlängt, es im Gesänge zu thun. Bach bewies der Mode\nseine Achtung dadurch, dass er ebenfalls einige Stücke in\ndieser Art componirte. Eines derselben ist das Präludium\nin E-moll aus dem ersten Theile des wohlt. Claviers. Er\nkehrte aber bald zur Natur und zum reinen Geschmack\nzurück und änderte es so um, wie es nun gestochen ist.\n„Der zweite Theil desselben besteht von Anfang\nan bis ans Ende aus lauter Meisterstücken. Im ersten\nTheile hingegen befinden sich noch einige Präludien und\nFugen, welche das Unreife früher Jugend an sich tragen\nund von dem Verfasser wahrscheinlich nur beibehalten sind,\num die Zahl vierundzwanzig voll zu haben. Doch auch hier\nhat er mit der Zeit gebessert, wo nur irgend zu bessern\nwar. Er hat ganze Stellen entweder weggeworfen oder an-\nders gewendet, so dass nun nach den neueren Abschrillen\nnur wenige Slücke übrig sind, denen man den Vorwurf\nder Unvollkommeriheit noch machen kann. Ich rechne un-\nter diese wenigen die Fugen aus A-moll, G-dur und G-\nmoll, C-dur, F-dur und F-moll Die übrigen sind dagegen\nsämmtlich vortrefflich und einige sogar in einem so hohen\nGrade, dass keine derselben den im 11. Theile enthaltenen\nnachzusetzen ist. Auch der von Anfang an vollkommnere\n11. Theil hat in der Folge grössere Verbesserungen erhal-\nten, wie man durch Vergleichung älterer und neuerer Ab-\nschriften sehen kann. Uebrigens ist in beiden Theilen ein\nSchatz von Kunst enthalten, der gewiss nur in Deutsch-\nland gefunden wird.\"\nDen I. Theil vollendete Bach in Kothen 1722, 38\nJahre all, den zweiten 1740.\n\nFür Orgel.\nPräludienbuch zu dem neuen Choralbuche (iir die\nprotestantische Kirche des Königreichs Baiern.\nEine Sammlung von Tonsätzen (ür die Orgel aus\nden Werken älterer und neuerer Componisten.\nBearbeitet und herausgegeben von J. G. Herzog,\nKöniglichem Professor in Erlangen. Op. 30. Sub-\nscriptions-Preis 3 Thlr. netto. In drei Theilen,\neinzeln ä 1 Thlr. 15 Sgr. Theil I. Vorspiele\nin den gangbarsten Tonarten. Theil 11. Choral-\nVorspiele. Theil 111. Tonsätze älterer\nMeister, nebst Nachspielen, Fughetten u. s. w.\nErfurt und Leipzig, Gotth. Wilh. Körner's Verlag.\nDiese Sammlung ist eine sehr empfehlenswerthc, und\nes lohnt wohl der Mühe, auf das Herzog'sche Präludien-\nbuch aufmerksam zu machen, das ausser einer reichen\nund glücklichen Auswahl unseres allen und neuen Orgel-\nCompositions-Schatzes auch noch viele Original Composi-\ntionen des Herausgebers, eines bewährten Praktikers, ent-\nhält, die als eine Bereicherung der Orgel-Literatur anzu-\nsehen sind. Dem Organisten im Amte wird hier wirk-\nlich eine reiche Auswahl entsprechender Vor- und Nach-\nspiele, den angehenden Organisten aber eine ausrei-\nchende Anzahl mustergültiger Sätze zu ihrer weiteren Aus-\nbildung dargeboten. Die Anschaffung des ganzen Werkes,\ndas eine mö gl igst vollständige und mannigfaltige Samm-\nlung auserlesener Orgelstücke älterer und neuerer Zeit ent-\nhält, wird iür den Unbemittelten dadurch erleichtert, dass\nder Herr Verleger die Abnahme der einzelnen Theile,\nderen jeder lür sich wieder ein Ganzes bildet, freigegeben\nhat.\nDer erste Theil enthält Compositionen von Rinck,\nM. G. Fischer, Stolze, Kühmstedt, A. Hesse, Johann und\nFriedrich Schneider, A. G. Ritter, Dr. W. Volckmar, A.\nTheile, J. Andre, G. G. Scheibner, J. C. Kittel, J. H. Bo-\ndenschatz und dem Herausgeber, die nicht zu schwierig\nund durchaus praktischer Natur sind, d. h. auch beim öf-\nfentlichen Gottesdienste anwendbar.\nIm zweiten Theile befinden sich Choral - Vorspiele\nvon J. S. Bach, J. Christoph Bach, J. L. Krebs, M. G.\nFischer, J. C. Kittel, Rinck, Stolze, M. Brosig, Job. Schnei-\nder, Kirnberger, Töpfer, Walther, F. Kühmstedt, Ch. M.\nWolff, F. W. Zachau, Joh. Pachelbel und J. G. Herzog.\nIm dritten Theile, der die Ton*älze älterer Meister\nnebst Fughetten und Fugen enthält, floriren: J. S. Bach,\nJ. Pachelbel, A. Scarlatti, Samuel Scheidt, Christian Flor,"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "381", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.5", "texte": "A. Gumpeltzheimer, C. Goudimel, B. Gesius, Schein, A.\nLolti, J. 0. Pittoni, H. L. Hassler, A. Gabrieli, L. Vittoria,\nOrlandus Lassus, Palestrina, J. Eceard. Und die Nach-\nspiele sind von M. G. Fischer, J. G. Herzog, Telemann,\nF. Mendelssohn-Bartholdy, Graun, Pachelbel, J. Eberlin,\nF. Lachner, A. Nesse und J. G. Töpfer.\nEs ist sehr zu bedauern, dass diesem inhaltreichen\nWerke kein lnhalts-Verzeichniss beigegeben ist; dadurch\nwürde es noch an Brauchbarkeit gewinnen.\nDem ersten Theile sind auch Cadenzen in den alten\nKirchen-Tonarten, bearbeitet von J. G. Herzog, beigege-\nben und Präludien in ionischer, dorischer, phrygischer, ly-\ndischer, mixolydischer und aeolischer Tonart, die vielen\nOrganisten sehr willkommen sein dürften. Somit sei das\nHerzog'sche Präludienbuch allen Orgelspielern aufs wärmste\nempfohlen. fff.\n\nDas Jubelfest der aachener Liedertafel.\nDie aachener Liedertafel, welche sich im November\ndes Jahres 1832 als Verein für Männergesang constituirte,\nfeierte am 21. und 22. dieses Monats, an dem der Schutz-\npatronin der christlichen Tonkunst, der heiligen Cäcilia, ge-\nweihten Tage, das Jubelfest ihres fünfundzwanzigjährigen\nBestehens. Denkwürdig ist es gewiss (ür jeden Verein, wenn\ner ein Viertel-Jahrhundert weit in seine Vergangenheit zu-\nrückblicken kann und heute, wie damals, in ungeschwäch-\nter Kraft da steht; um so denkwürdiger aber ist dieser\nBückblick für die aachener Liedertafel, weil sie überhaupt\neine der ältesten Gesellschaften dieser Art ist und sie ihre\nersten Anfänge bis in die Zeit Zelter's, des Begründers des\nspäter zu so üppiger Fülle gediehenen Liederiafel-Wesens,\nzurückführen kann, weil sie im Laufe der Zeit hiesigen und\nauswärtigen Männergesang-Vereinen ein Muster war, weil\nsie zuerst dem deutschen Männerchor auch im Auslande\neinen Triumph errang, als Wagemann, ihr damaliger\nund langjähriger Leiter, seine durch ihn so wohlgeschulten\nTruppen 1841 zum Wettstreite nach Brüssel führte, und\nweil sie Zeit ihres Bestehens durch ihre schönen Leistun-\ngen nicht allein der Menschen Herz erfreut, sondern auch\nmanche Thräne getrocknet, manche Hülfe gespendet hat.\nDie Anerkennung aller dieser Thalsachen hat ihrem Jubel-\nfeste sowohl Seitens der zur Mitwirkung eingeladenen hie-\nsigen und benachbarten Vereine und des Damenchors, als\nauch Seitens des zuhörenden Publicum« die grösste Theil-\nnahme zugelührt, als sie zwei grosse Concerte ankündigte,\ndie den Haupt-Bestandtbeil des Festes bilden sollten. Alle\nDifferenzen unter den rivalisirenden Vereinen, aller Hader\nfrüherer Jahre wurde über Bord geworfen; freudig und\neinträchtig wirkten alle musicalischen Corporationen und\nKräfte unserer Stadt zusammen und leisteten ihr Bestes,\num die Jubelfeier ihrer älteren Schwester, der Liedertafel,\nzu erhöhen. Und das tausendfältige Auditorium jauchzte\nBeifall dazu, es freute sich von Herzen ob der herrlichen\nLeistungen und formulirte Wünsche lür die lange Dauer\ndes schönen Bundes.\nBeide Concerte fanden im grossen Kaisersaale unseres\nRathhauses Statt, welcher, seit einigen Jahren in seiner ur-\nsprünglichen Grösse (140 Fuss lang, 60 Fuss breit) her-\ngestellt, jetzt zum ersten Male wieder zu einer grossen Ver-\nsammlung benutzt und daher quasi eingeweiht wurde. Zwar\nist der Saal kein rechter Concertsaal, da die Decke aus\nzehn gothischen Kreuzgewölben besteht, welche mit ihren\ninneren Seiten auf vier mächtigen Pfeilern ruhen, deren je-\nder eine Grundfläche von etwa 30 Quadratfuss hat. Ein\nfreier Blick durch den ganzen Raum ist dadurch eben so\nwenig möglich, als eine ungehemmte Ausdehnung des To-\nnes, welcher mit jedem entfernteren Kreuzgewölbe an\nStärke und Intensität abnimmt. Dann ist durch die um-\nfangreichen Säulen und die sie verbindenden Bogen der\nSaai, so wie das Orchester und der Chor, in zwei Hälften\ngetheilt, in deren jeder dem Hörer diejenigen Stimmen,\nwelche in derselben Abtheilung stehen, stärker erklingen,\nals die der anderen Seile. Man muss daher bei Concerten\nin diesem Saale mit der Akustik und der Gesammtwirkung\neinige Nachsicht üben, wenngleich der Ton überall klar,\nnicht verworren ist, der Massen-Effect auch in den dem\nOrchester zunächst gelegenen Saaltheilen ein voller un 4\nkräftiger genannt werden kann und der Saal daher zu mu-\nsicalischen Zwecken im grossen Maassstabe gerade nicht\nunbrauchbar ist. Das Orchester bestand, unter Hinzuziehung\neiner Anzahl Geiger der Nachbarstädte, aus etwa 7 5 Personen\n(26 Violinen, 10 Bratschen, eben so viele Celli und Bässe\nu. s. w.), der Chor aus ungelähr 350 Sängern und Sänge-\nrinnen aus Aachen, wozu dann noch die zwei vollständig\nvertretenen auswärtigen Vereine Neuss und Maestricht ge-\nzählt werden müssen. An der Spitze stand als Leiter der\nDirigent der Liedertafel seit den letzten 5 6 Jahren,\nHerr Fritz Wenigmann, welcher seine schwierige Auf-\ngabe mit grossem Erfolge gelös't hat, wenn auch über Auf-\nfassung und Tempo einiger Nummern andere Meinungen\nberechtigt sind. Er verstand es recht wohl, die Massen zu-\nsammen zu halten, dem Ganzen Schwung zu geben, und\nes gingen daher viele Stücke ganz vorzüglich, so nament-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "382", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.6", "texte": "lieh die beiden Ouvertüren des zweiten Tages, die Chöre\ndes Lobgesangs und von den Männerchören besonders die\nKreutzer'sche „ Capelle\", „ Was schimmert dort\" u. s.w.,\nso wie der Chor „0 Isis\".\nIm ersten Concerte hörten wir zuerst die grosse Leo-\nnoren-Ouverture von Beethoven, welche im Ganzen recht\nbrav ausgeführt wurde und namentlich gegen den Schluss\nhin das Orchester ins rechte Feuer brachte. Zweite Num-\nmer war die Sopran-Arie mit Männerchor „\nris\" von Cherubini, als Musica gewiss eines der\nschwächeren Werke des Meisters; eine opernmässig gehal-\ntene Arie mit einem eben so profanen Chor, viele Fioritu-\nren für die Solostimme, einiger Effect, das ist nebst ge-\nwohnter schöner, glatter Factur so ziemlich alles, was sich\ndarüber sagen lässt. Mit anderem Texte würde sie jedoch\neine stets dankbare Concert-Arie sein, welche der Sängerin\nGelegenheit zur Verwerthung ihrer Gesangfertigkeit bietet.\nDiesmal wurde sie, so wie die übrigen Sopran-Soli des Fe-\nstes, von Fräul. Charlier, Concertsängerin aus Lüttich,\nvorgetragen. Die Stimme dieser Dame gehört nicht mehr\nzu den frischesten, ihre Intonation ist auch nicht immer\nsicher, sondern neigt etwas zur Höhe; hiervon abgesehen,\nhat sie recht hübsche Sangesgewandtheit, jedoch im Vor-\ntrage der Cantilene vielleicht etwas mehr Portament, als\nnöthig und schön ist. Gedachte Arie sang sie in einigen\nTheilen sehr verdienstlich, auch erwies sich das Publicum\nrecht dankbar. Hierauf folgte eine Perle des Festes, der\nPriesterchor Mozart's „0 Isis und Osiris\", so einfach und\ndoch so erhaben, so leicht zu singen und dennoch so ge-\nwaltig in seiner Wirkung. Welch ein Unterschied gegen\ndas unmittelbar darauf erklungene „Liebesmahl der Apo-\nstel\", grosse biblische (?) Scene lür Männerchor mit Or-\nchester von Richard Wagner! Dort natürliche Grösse und\nErhabenheit, jede Note von wahrhaft plastischer Gestalt,\nhier ein leicht erkennbares Suchen nach Effect durch un-\nerwartete Harmonieschritte und in der zweiten Abtheilung\ndurch recht viel Lärm, Unisono u. s. w. Und dennoch lässt\nsich auch der Composition Wagner's nicht absprechen, dass\nsie geistreich, dass sie mitunter sehr charakteristisch, dass\nsie von einer glühenden Phantasie dictirt ist und den Zu-\nhörer packt, wie man zu sagen pflegt. Aber wir kommen,\nwie bei den Opern desselben Meisters, niemals aus der Un-\nruhe und sind am Schlüsse mehr betäubt als begeistert,\nunsere Nerven sind angegriffen und bedürfen einer ansehn-\nlichen Pause zum Ausruhen, ehe wir weiter geniessen kön-\nnen, welchem Umstände wir es wesentlich zuschreiben, dass\ndas nachfolgende schöne Werk Mendelssohn's, sein\nherrlicher Lobgesang, im Publicum so wenige empfäng-\nliche Gemüther fand. Nach dem Wagner'schen Sinnenrau-\nsche war Mendelssohn zu fromm und zu keusch. Das\n„ Liebesmahl\" ist sehr schwer, und die Mühe, welche sich\ndie verschiedenen Vereine gegeben haben, um das Werk\nso gut einzustudiren, wie es studirt war, verdient alle An-\nerkennung, um so mehr, als der Componist die Stimmen\nnicht schont, ihnen vielmehr Unmenschliches zumuthet. Das\nSubject desselben ist die Sendung des heiligen Geistes.\nHerr Wagner wir vermuthen, dass er selbst auch den\nText dazu verfasst hat lässt die Jünger Christi beim An-\nfange kleinmüthig und zaghaft zusammentreten, bange vor\nder Mächtigen Hass. Dreichörig klagen sie und trösten sich\neinander, bis die zwölf Apostel in Gestalt von zwölf ersten\nBassisten grüssend unter sie treten, die Verfolgung in einer\nAnrede (Recitativ a tempo) halb unisono, halb vierstimmig\nnäher schildern, und sich dann mit den Jüngern zu einem\nGebete vereinigen, in welchem sie den Allmächtigen um\nseinen heiligen Geist anflehen, auf dass sie mit Freudigkeit\nsein Wort nun reden. Das Gebet geräth nach allen mög-\nlichen Modulationen zuletzt in einen solchen Wust von syn-\nkopirten verminderten, vergrösserten und chromatischen\nAccorden, dass der endliche Schluss in D-dur wie eine Er-\nlösung von allem Uebel erscheint. Nach dem\nfolgen dann urplötzlich in C-d Stimmen aus\nder Höhe\": Seid getrost! ich bin euch nah', und mein Geist\nist mit euch. Machet euch auf! Redet freudig das Wort,\ndas nie in Ewigkeit vergeht. Machet euch auf! Bis hie-\nher ist das Werk für den Männerchor ohne alle Begleitung\ngeschrieben, was den praktischen Geist des Componisten\nsehr in Frage stellen muss, indem wohl kein Chor der Welt\nsich durch dieses Labyrinth hindurcharbeitet, ohne etwas\nzu sinken oder zu steigen. Herr Wenigmann, der dies\nwohl fühlte, hatte daher stellenweise Bässe, Violen und\nBlas-Instrumente mitgehen lassen. Kaum aber haben die\nStimmen aus der Höhe ihr letztes Wort geredet, so fan-\ngen die Pauken leise an zu wirbeln, und auf steigenden,\nverminderten Sept-Accorden erhebt sich ein grosses Cres-\ncendo im Orchester, wozu der Chor singt: „Welch Brau-\nsen erfüllt die Luft! welch Tönen, welch Klingen! Sei ge-\ngrüsst, du Geist des Herrn! dich fühlen wir das Haupt\numwehen\" u.s.w. Die zwölf Apostel erheben dann wie-\nder ihre Stimme und verkünden unisono unter hohem Vio-\nlinen-Gezwitscher und Figuren der Posaunen, was ihnen\nder Geist gebeut; sie senden in einemConglomerat von an\neinander gereihten Tonarten die Jünger in alle Welt hin-\naus, um sie (die Welt) mit des Wortes Macht gleich einem"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "383", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.7", "texte": "Lichtstrahl zu durchdringen, und der Chor antwortet mit\nBegeisterung: „So sei es! Gott will es so!\" Der Ver-\nfolg ist nun ein Hymnus auf jene Sendung, eine nicht mehr\nneue Melodie im Unisono mit grossem Orchester und un-\nendlichen Violin-Passagen, dann ein Piü stretlo und zuletzt\nein Presto, welches, so wie überhaupt die zweite Abthei-\nlung des Werkes, sehr stark an Verdi und die neueren\nItaliäner erinnert, jedoch Effect macht und daher seinen\nZweck erfüllt. Dass die ersten Tenöre sich fortwährend in\nder Höhe zwischen f und c bewegen und am Schlüsse halb\ntodt sind, dass die Bässe sich am hohen f ganz heiser\n.schreien, das scheint dem Componisten gar keine Kümmer-\nniss verursacht zu haben. Da das Werk am Rheine noch\ngar nicht gekannt ist, so denken wir, wird dem Leser die\nkurze Schilderung nicht unwillkommen gewesen sein.\nDer Lobgesang ging sowohl im instrumentalen als vocalen\nTheile recht schön. Das Duett für zwei Soprane mit Chor:\n„Ich harrete des Herrn\", ist ein wahrer Edelstein und\nwurde in allen Theilen vorzüglich gegeben. Auch trug Herr\nGöbbels seine Tenor-Soli gediegen und schön vor, und\nnur das Duett „Und wandle ich in Nacht\" liess in der\nReinheit der Intonation zu wünschen, woran jedoch offen-\nbar seine Partnerin die Schuld trug.\nUeber das zweite Concert können wir uns kürzer fas-\nsen, nachdem wir oben bereits die schöne, glatte Ausfüh-\nrung der Ouvertüren von Rietz in A und von Weber\nzu Oberon, dann auch den prächtigen Vortrag der Ge-\nsammtchöre ohne Begleitung von Kreutzer, Mendelssohn\nund C. M. v. Weber hervorgehoben haben. Das „deutsche\nVaterland\", welches den Schluss bildete, wäre ohne die\ndazu improvisirte Orchester-Begleitung weit schöner gewe-\nsen, Ausserdem halten wir die Freude, Servais, den\nKönig der Violoncellisten, wie man ihn nannte, in zwei\nVorträgen eigener Composition zu bewundern. Eine Alles\nübersteigende Fertigkeit besitzt dieser Künstler auf seinem\nInstrumente; wir kommen vor lauter Staunen kaum zu dem\nBewusslsein, dass das, was er uns spielt, eigentlich sehr\nlose an einander gereihte Sächelchen, Melodiechen und\nKunststücke sind. Ein Künstler solch eminenten Schlages\nmüsste uns wenigstens ein Stück von grösserem Kunst-\nwerthe spielen. Den das ganze Publicum bezaubernden\nVorträgen des Herrn Servais reihten sich Fräul. Charlier\nund Herr Göbbels an, erstere mit der Titus-Arie „ Parto\",\nzu welcher Herr Schädler die obligate Clarinetten-Beglei-\ntung spielte und mit der Sängerin erfolgreich wetteiferte,\nHerr Göbbels mit zwei hübschen Liedern, welche ihm stür-\nmischen Beifall eintrugen.— Ausserdem trugen die Sanges-\ngaste aus Neuss und Maestricht wesentlich zur Mannig-\nfaltigkeit und Schönheit des Abends durch ihre Separat-\nGesänge bei; namentlich war unserem Publicum die dem\nfranzösischen, resp. belgischen Geschmacke angehörige San-\ngesweise der maestrichter Gesellschaft etwas Neues und In-\nteresse erregendes, wenngleich sie gewisser Maassen die\nFolie bildete, auf welcher sich die Vorzüge des deutschen\nGesanges um so glänzender herausstellten.\nDas Jubelfest hatte im Ganzen, sowohl ausser- als in-\nnerhalb des Concertsaales, bei dem Zuge und besonders\nauch bei den durch Trinksprüche gewürzten Spat-Versamm-\nlungen im Saale der Erholung die freundlichste, herzlichste\nPhysiognomie. Alles freute sich, und wir stimmen vollstän-\ndig mit ein in den vielseit:g gehörten Ausruf: Es war ein\nschönes, ein herrliches Fest, welches uns die Jubilarin be-\nreitete!— Nur Eines vermissten wir, und zwar eine eigene\nLeistung der festgebenden Gesellschaft, etwa in der Form\neines Begrüssungs-Gesanges beim Beginn des ersten Con-\ncertes, welcher der Feier angemessen gewesen wäre und\nzugleich dem Publicum Gelegenheit geboten hätte, der Ju-\nbilarin speciel seine Huldigung darzubringen.\nEine Deputation des kölner Männergesang-Vereins,\nbestehend aus den Herren Musik-Director Weber, Präsi-\nsent Vack und Schreiner, erschien beim Feste und\ntrug nicht wenig zur Erhöhung desselben bei, besonders\ndurch den schönen Trinkspruch, welchen Herr Vack der\nFestgeberin am ersten Abende in der Erholung brachte.\n\nEinige geschichtliche Bemerkungen über die\naachener Liedertafel.\nIm Jahre 1828 bildeten in Aachen vier mit vorzüglichen Stim-\nmen begabte Musikfreunde ein Männer-Quartett, welches zuerst nur\nin engeren Kreisen, später aber auch in grösseren Versammlungen\nund Öffentlichen Aufführungen zuweilen seine Lieder ertönen liess.\nEs scharten sich allmählich mehrere Dilettanten um dasselbe, und\ndie Mitglieder jenes Quartetts und die Freunde, welche sich ihnen\nangeschlossen hatten, traten am 10. November 1832 im Saale des\nRheinischen Hofes zusammen und stifteten dort unter dem Namen\n„Liedertafel\" einen Männergesang-Verein, welcher die „Erheiterung\ndurch möglichst vollkommenen Vortrag mehrstimmiger Männerge-\nsänge\" zum ausgesprochenen Zwecke hatte.\nNach dem ersten Statut bedurfte der Vorgeschlagene zur Auf-\nnahme einer Majorität von sieben Achteln der Ballotirenden. Gegen-\nwärtig ist diese Majorität auf drei Viertel herabgesetzt.\nSchon am 29. Januar und 15. Februar 1833 trat der neue Verein\nmit grösseren Concerten in die Oeffentlichkeit, und durch mehrere\nQuartette von Eisenhofer, C. Kreutzer, Reichardt, Spohr u. A. wurde\ndem grösseren Publicum nun zuerst der bis dahin unbekannte Zau-\nber des Männergesanges erschlossen. Zugleich erfolgte die Auffüh-\nrung von grösseren Instrumentalstücken. Der Ertrag jener Concerte\nwurde dem hiesigen Mariannen-Institut, dem Vincenz-Vereine und\ndem Waisenhaus-Fonds zu gleichen Theilen zugewiesen."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "384", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571128-01.1.8", "texte": "Im Anfange des Jahres 1834 veranstaltete die Liedertafel unter\nder Leitung des für die Stadt Aachen unvergesslichen Ferdinand\nRies zwei Concerte in grösserem Maassstabe zum Besten der näm-\nlichen Institute. Von da ab folgten in fast ununterbrochener Reihe\nConcerte bis in die neueste Zeit. Die Einnahmen wurden den hiesi-\ngen Armen- und Wohlthätigkeits-Anstalten und sonstigen gemein-\nnützigen Unternehmungen zugetheilt (Taubstummen-Anstalt, aachener\nund burtscheidter Mädchen-Verein zur Kleidung der Armen, Damen-\nVerein zur Erziehung armer Kinder und Speisung armer Kranker,\nKarls-Verein zur Restauration des aachener Münsters u. s. w.). Aus-\nserdem fanden musicalische Aufführungen zur Linderung der Noth\nauswärtiger Bedrängter Statt. Die Gesammtsumme der in dieser\nWeise verwandten Beträge beläuft sich auf mehr als siebentausend\nThaler, und das dem hiesigen Orchester für dessen Mitwirkung bei\nden rnusicalischen Aufführungen der Liedertafel ausbezahlte Honorar\nübersteigt dazu noch die Hälfte jener Summe. Für das Beethoven-\nDenkmal und den kölner Dombau gab dieselbe ebenfalls Concerte,\nund nebenhin unterstützte sie durch Mitwirken wiederholt concert-\ngebende Künstler.\nWährend einer längeren Reihe von Jahren hatten sich die Ge-\nsänge der Liedertafel in jenen Concerten fast ausschliesslich auf\nCompositionen für Männerstimmen beschränkt. In der ersten Hälfte\nder vierziger Jahre beschloss dieselbe aber, dem allgemein ausge-\nsprochenen Bedürfnisse Rechnung tragend, auch Aufführungen für\ngemischten Chor zu veranstalten und sich zu diesem Ende, unter\nsteter Festhaltung ihres speciellen Zweckes und Wirkens als Män-\nnergesang-Verein, einen Damenchor beizuordnen. Dank der zahlrei-\nchen und ausdauernden Betheiligung der hiesigen Damen wurden seit-\ndem ausser vielen kleineren Compositionen von F. Mendelssohn,\nSchumann, Hiller u. A. viele grössere Werke, und diese grössten-\nteils zum ersten Male in hiesiger Stadt von der Liedertafel auf-\ngeführt.\nIm Jahre 1841 folgte die Liedertafel einer Einladung der Gesell-\nschaft „Gretry\" in Brüssel zur Theilnahme an einem Concurs für\nMännerchor-Gesang. Der deutsche Männergesang wurde bei dieser\nGelegenheit zuerst im Auslande vertreten, und feierte daselbst durch\ndie Liedertafel unter der Direction des Herrn J. Wagemann einen\nvollständigen Triumph. Die Stadt Aachen verehrte ihr als Zeichen\nder Anerkennung eine Standarte, welche im vorigen Jahre durch ein\nvon Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin von Preussen der Lie-\ndertafel geschenktes Fahnenband geschmückt wurde.\nIm Jahre 1849 gab dieselbe in Verbindung mit ihrer Schwester-\nGesellschaft „Concordia\" und dem Instrumental-Verein dahier drei\nConcerte im Stadttheater zum Besten des hiesigen Orchesterfonds. Auch\nvereinigte dieselbe sich mit dem hiesigen Vereine „Orphea\", um Sr.\nMajestät dem Könige von Preussen und anderen hohen Häuptern\nSerenaden zu bringen.\nDie regelmässigen Samstags-Versammlungen der Liedertafel, wel-\nche das eigentliche Leben derselben darstellen, hatten sich stets zahl-\nreicher Besuche von Freun ien und Notabilitäten der Musik zu er-\nfreuen. Unter den Letzteren sind zu erwähnen : Dupuis, Dupont,\nGirschner, Hiller, Jaell, C. Kreutzer, Lindpaintner, Lis/.t, Mendels-\nsohn, Moscheies, Meyerbeer, Reissiger, Ries, Schmidt, Veit u. A.\nEinige derselben haben der Liedertafel Compositionen gewidmet, wäh-\nrend Andere den Versammlungen durch eigene Vorträge erhöhten\nReiz verliehen.\nEin wichtiger Punkt in der Gesellschaft der Liedertafel ist das\nInstitut der inactiven Mitglieder, welches im Jahre 1850 ins Leben\ntrat und zur grösseren Stabilität der Gesellschaft wesentlich beitrug.\nDa das gewöhnliche Locat der Gesellschaft nicht ausreicht, um\ndie Zahl der inactiven Mitglieder zu fassen, so wurden oft ausser-\nordentliche Versammlungen in grösseren Sälen, besonders in den\nRäumen des Curhauses und der Erholungs-Gesellschaft veranstaltet,\nan welchen sich häufig der Damenchor betheiligte.\nIn dem grossen Saale der Erholung fanden unter Anderem thea-\ntralische und andere Vorstellungen der Liedertafel Statt, und gewiss\nwird die Aufführung der komischen Oper „Mordgrundbrück\" von\nJulius Otto Vater und Sohn und die „Tannhäuser-Travestie\" mit der\nMusik von Wilh. Wenigmann, so wie die höchst gelungene Darstel-\nlung der lebenden Bilder im Jahre 1852 noch lange im lebendigen\nAndenken aller Mitglieder bleiben.\nErwähnenswerth ist ein Sommerfest zu Ehren des damals als Ba-\ndegast hier verweilenden Königs Max von Baiern, so wie die Mo-\nzartfeier, welche am 26. Januar 185 3 durch eine grosse Soiree unter\nMitwirkung des gemischten Chors begangen wurde.\nAnregend auf die activen Mitglieder wirkten mannigfache Sänger-\nfahrten, u. A. Zusammenkünfte mit dem kölner Männergesang-Verein\nin Düren und Brühl, der Besuch eines Concurses in Antwerpen, Be-\nsuche der Harmonie royale in Maestricht und der viersener Lieder-\ntafel, und im Laufe dieses Jahres die Theilnahme mit Einzel-Vor-\nträgen an dem vierten Sängerfeste des niederrheinischen Sängerbun-\ndes unter der Leitung des Herrn Fritz Wenig mann, des derma-\nligen technischen Dirigenten der Liedertafel.\nGegenwärtig besteht die Liedertafel aus 80 activen und 650 in-\nactiven Mitgliedern, 10 Ehren-Mitgliedern, worunter mehrere musi-\ncalische Celebritäten.\nAachen, im November 1857.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nliolil. Am Dinstag den 1. December wird in dem zweiten\nWinter-Concerte auf dem Gürzenich-Saale das neue Oratorium\n„Saul\", Text nach der heiligen Schrift von Moriz Hart mann\nMusik von Ferdinand Hiller, aufgeführt werden\nHerr Breunung, Lehrer des Clavierspiels an der Rheinischen\nMusikschuie, hat dieser Tage in Folge einer Einladung des Herrn\nOber-Präsidenten von Kleist-Ketzow in Coblcnz in einer Soiree des-\nselben gespielt."}]}