{"numero_id": "bm-bmtnabi-1857-12-19-01", "volume": "bmtnabi_1857-12-19_01", "ocr_sha256": "bc0a58f0e257d38153950595afed9a4132e7821f2f9cf53efb16904c35c810f3", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1857/12/19_01/bmtnabi_1857-12-19_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1857-12-19-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-12-19_01#c001", "volume": "bmtnabi_1857-12-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "401", "page_fin": "401", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "401", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 473, "texte": "Inhalt.\nPariser Briefe (Musikfest im Cirque de Vlmperalrice Mendelssohns Elias Oratorienmusik in Frankreich) Von B\nP. Die Entstehung der Gambe. Von Th. Mann. Beurtheilungen. Für Gesang: C. Debrois van Bruyck, Lieder und Gesänge.\nFür Pianoforte: Grand Sonata von Dr. Gleitsmann. Von Für Orgel. Präludienbücher, Vor- und Nachspiele. Von V. D.— Aus Hanno-\nver (H. Marschner's Templer). 11. Abonnements-Concert im Gürzenichsaale. Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln, u. s. w.)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-12-19-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-12-19_01#c002", "volume": "bmtnabi_1857-12-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "401", "page_fin": "403", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.2.2", "titre_corps": "Pariser Briefe.", "titre_sommaire": "Pariser Briefe.", "signature_source": "B. 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Es war ein Musikfest zu nennen, so zahl-\nreich waren die mitwirkenden musicalischen Kräfte, so im-\nposant und malerisch ihre Aufstellung, so glänzend die\nVersammlung von Tausenden von Zuhörern. Und das alles\nin einem ungeheuren, prachtvoll erleuchteten Circus, des-\nsen nördlicher Abschnitt zu einem Olymp umgeschaflen\nwar, auf dessen Stufen die Töchter und Söhne der Musen\nhoch ansteigend gruppirt waren, und dessen Gipfel eine\nherrliche Orgel von Cavaille-Coll krönte.\nDer Dirigent der Gesellschaft, Herr Pasdeloup, halte\nes gewagt, den Gedanken Habeneck's, den Elias mit gros-\nsen Massen aufzuführen, zu verwirklichen, woran jenen sein\nZurücktritt aus der Oefientlichkeit gehindert hatte. Das\nWagniss denn ein Oratorium in Paris zuStande zu brin-\ngen, ist weit schwieriger, als in jeder kleinen Stadt von\nDeutschland ist von einem ausserordentlichen Erfolge\ngekrönt worden. Es strömte von Zuhörern durch die Pfor-\nten des Circus hinein, und Mendelssohn's Werk machte\neinen Eindruck, wie ihn die pariser Musikwelt lange nicht\nerlebt hat, die denn an diesem Tage, zehn Jahre nach sei-\nnem Tode, dem genialen Tondichter das Opfer schuldiger\nVerehrung brachte.\nSchon im Jahre 1851 war hier bei Brandus &Comp.\nein Clavier-Auszug des Elias erschienen. Den deutschen\nText, der bekanntlich aus Bibelstellen zusammengesetzt ist,\nhatte Maurice Bourges ins Französische übersetzt, und\nzwar in Versen, was hier unumgänglich nolhwendig ist, da\nsich die Franzosen nun einmal nicht daran gewöhnen kön-\nnen, Prosa in Musik gesetzt zu hören. M. Bourges besitzt\nein schönes Talent lür solche Arbeiten, wie schon früher\nseine Uebersctzungen des „Paulus\" und der „Passion\" von\nS. Bach zeigten; dass ihm nicht Alles gelingt, wird keinen\nbillig Denkenden befremden, der von der Schwierigkeit, in\nden doppelten Fesseln des Reimes und der bereits fertigen\nTöne den Gedanken-Inhalt wiederzugeben, eine Vorstel-\nlung hat. Trotz dieser Ausgabe dauerte es doch noch bei-\nnahe fünf Jahre, ehe man in Frankreich an die Aufführung\neines Werkes dachte, das bereits in England und Deutsch-\nland als die vorzüglichste Composition des zu früh gestor-\nbenen Meisters allgemein anerkannt war. Im Jahre 1856\nwurde es endlich zu Bordeaux Paris liess sich dies-\nmal den Rang ablaufen auf einem Musikfeste des Con-\ngres musical de l'Ouest vollständig gegeben. Für die jetzige\nAufführung in Paris hat ohne Zweifel die letzte zu Mann-\nheim unter Hiller's Direction in diesem Sommer den An-\nstoss gegeben, und die Anwesenheit zweier deutschen\nKünstler in Paris, des Fräul. Bochkolz-Falconi und\ndes Herrn Stockhausen, mag ebenfalls dazu beigetragen\nhaben. Letzterer sang den Elias und Fräul. Bochkolz die\nSopran-Partie; sie zeichnete sich ganz besonders durch den\ntrefflichen dramatischen Vortrag der Scene der Witwe von\nSarepta aus. Stockhausen's Stimme füllte zwar den weiten\nRaum nicht aus und würde in einem kleinen Saale mehr\ngewirkt haben; allein durch Ausdruck und kunstgerechten\nGesang ersetzte er, was ihm an Kraft des Organs und\nenergischer Declamation lür eine so kolossale Partie ab«"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "402", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5147, "texte": "geht. Die Tenor-Arie des Obadjah sang Jourdan recht\nschön. Im Ganzen mochte das ausführende Personal die\nZahl von 300 doch nicht übersteigen, so dass wohl das\nOrchester, nicht aber der Chor der Stärke der Mitwirken-\nden an den rheinischen Musikfesten gleich kam. Daher\nröhrte es denn, lag aber auch wohl mit an dem jugendli-\nchen Feuer der jeunes Artisles,dass das Orchester oft zu\nsehr vorherrschte, namentlich bei den Solo-Vorträgen, die\noft eine zartere Begleitung erfordert hätten.\nHerr Pasdeloup, der allein ohne alle fremde Unter-\nstützung an Mitteln das Unternehmen gewagt, hat für sein\nkünstlerisches Streben durch den grossen Erfolg die vollste\nAnerkennung erworben. Wie sehr die wirklichen Vertreter\nund Freunde der Kunst sein Verdienst zu schätzen wissen,\nspricht unter Anderem der Schluss eines Artikels in der\nRevue 6f Gazette musicale, der auf die Aufführung des\nElias vorbereitete, in folgenden Worten aus:\n„Wenn man dieses tapfere Wagniss Pasdeloup's recht\nins Auge fasst, so wird man finden, dass es eine viel be-\ndeutendere Tragweite hat, als man anfänglich vermuthet.\nNeuheit und Kunst-Interesse sind nicht allein dabei bethei-\nligt. Ist es mitten in der Strömung von frivoler Musik,\nwelche ohne Zusammenhang, Bestand und Gediegenheit,\noft fratzen- und geckenhaft und stets sinnlich, den Volks-\ngeist tagtäglich in eine Flut von weltlichen und leichtfer-\ntigen Gedanken reisst, ist es da nicht verdienstlich, ja, not-\nwendig, zu versuchen, in den Massen Herz und Sinn für\ndas Edle, Reine und Erhabene wieder zu wecken? Auf\ndiesem Standpunkte wird die Frage eine höhere, und das\nDirections-Pult wird gewisser Maassen eine Kanzel sittlicher\nLäuterung und socialer Philosophie.\"\nDas ist eine seltene Stimme aus der Nation qui s'a~\nmuse in Sachen der Kunst!— Uebrigens zeugt jener Arti-\nkel auch ausserdem von gutem Verständniss und richtiger\nWürdigung des Werkes. Es heisst darin unter Anderem:\n„Der erste Theil des Elias, den wir bei dem Musikfeste am\n6. December hören werden, enthält mehrere Situationen\nvon wahrhaft antik poetischer Grösse, welche der Meister\nsehr gut zu benutzen verstanden, hat. Elias ist eine monu-\nmentale Gestalt, welche überall in dem ganzen Werke her-\nvorragt. Die letzte Situation, wo der Glaube sich durch\ndas feurige Wunder von Neuem befestigt, die Herzen sich\nder Reue erschliessen, und der Prophet vom Herrn den\nerbetenen wohlthuenden Regen erhält, bildet das Finale\ndes ersten Theiles und ist vom Componisten bewunderns-\nwerth empfunden und wiedergegeben. Der Kampf des\nElias mit den Baalspriestern ist nicht weniger grossartig\nAufgefasst; er ergreift besonders durch die breiten charak-\nteristischen Contraste und durch eine hinreissende rhyth-\nmische Steigerung. Eine tief ergreifende Scene ist die Auf-\nerweckung des Knaben zu Sarepta; hier ist der dramati-\nsche Stil mit dem oratorischen auf geschickte Weise ver-\nbunden. Das Doppel-Quartett der unsichtbaren Engel, die\nden Elias auf seinem Wege begleiten, ist eine der lieblich-\nsten Inspirationen. Die beiden Chöre, welche gleich An-\nfangs kurz nach einander folgen, haben in Hinsicht auf\nFactur und lyrischen Ausdruck hohen Werth; ihre Form\nist breit, feierlich, musicalisch gelehrt in der gesundesten\nBedeutung des Wortes. Das stammt in gerader Linie von\nSeb. Bach und Händel ab.\n„Bei solchen Schönheiten ersten Ranges dürfen wir\nauch hier denselben Erfolg erwarten, den das Werk in\nDeutschland und in England längst errungen. Allein man\nverrechne sich nicht! Dieser Erfolg ist weder gesucht noch\nerobert durch irgend eines der gewöhnlichen und niederen\nMittel, der gewaltigen, übertriebenen Effecte, die bei dem\nüberraschten Zuhörer eine Verblendung hervorrufen, wel-\nche zu plötzlich eintritt, um eine dauerhafte Vorliebe zu\nwerden. Mendelssohn, der ganz und gar nur den wahren,\nedeln Ausdruck des Inhalts und Charakters seines Stoffes\nwollte, ein Mann von dem klarsten Verstände und hohem\nsittlichem Gefühl, kannte das jetzt nur allzu bekannte Ger\nheimniss noch nicht, die Menge durch rein materielle Reize\nzu verführen. Sein ehrlicher Charakter folgte keinem ande-\nren Führer als dem Sinne für das Schöne, so wie er es\nempfand und begriff, und hegte einen Abscheu vor jedem\nZugeständnisse, das den Launen der Mode geschmeichelt\nhätte und von der Festigkeit seines künstlerischen Glau-\nbensbekenntnisses verdammt worden wäre. Also nichts für\ndie Ansichten des Tages, nichts für den wunderlichen Rap-\ntus einer ephemeren Glorie in diesem Werke von erhabe-\nner biblischer Farbe.\"\nIn einer anderen Besprechung desselben wird einge-\nstanden, dass die Franzosen mit Unrecht keinen Geschmack\nan den Oratorien finden. „Woher mag es rühren? Haben\ndie charakteristischen Grundbedingungen dieser ernsten\nMusikgattung zu wenig Verwandtes mit dem National-\ngeiste? oder sind bis jetzt die Gelegenheiten, die Werke\ndieser Art zu hören und schätzen zu lernen, so selten und\nso vereinzelt gewesen, dass das französische Ohr sich noch\nnicht für diesen Stil gebildet und hinlänglich daran ge-\nwöhnt hat? Wir wünschen, das Letztere annehmen zu\ndürfen. Ueberall, auch bei den Eindrücken der Kunstge-\nnüsse, spielt die Gewohnheit eine grosse Rolle. Die Ge-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "403", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3423, "texte": "Wohnung ist eine Art Hebung der Sinne, eine bildende Er-\nziehung, der sich auch die am besten organisirte Natur\nnicht immer entziehen kann. Es gehört Mutb, ja, Kühnheit\ndazu, diese Erziehung zu unternehmen; aber es ist eine\neben so ruhmvolle als schwierige Aufgabe, in Frankreich\ndas deutsche Oratorium heimisch zu machen, so wie Men-\ndelssohn es begriffen und von Neuem begründet hat, indem\ner die abgebrochene Kette der Tradition bei Bach und\nHändel wieder anknüpfte.\n„Das Oratorium ist zwar jenseits der Alpen entstan-\nden, aber dieses Kind Italiens hat schon sehr lange nichts\nItaliänisches mehr an sich. Deutschland hat es gross gezo-\ngen und zu dem gemacht, was es ist; ihm verdankt es\nseine Entwicklung, seinen gesunden und kräftigen Körper-\nbau, seine man iliche Kraft, seinen Ernst und seine Grösse.\nMendelssohn hatte sich die Aufgabe gestellt, die Arbeit\nder beiden erlauchten Patriarchen des deutschen Oratori-\nums und der protestantischen Kirchenmusik überhaupt\nwieder aufzunehmen und fortzusetzen, ohne die reichen\nEroberungen der Kunst auf dem Gebiete der Harmonie\nund der Instrumentirung zu verschmähen.\"\nDaneben klingt es freilich etwas komisch, wenn der-\nselbe Referent dem Dirigenten den Rath gibt, bei künfti-\ngen Aufführungen einen Theil der Recitative zu streichen,\n„weil das Programm sie ersetze und die deutsche Geduld\neben nicht die vorherrschende Tugend der Franzosen sei.8\nDass Herr Pasdeloup es nicht gewagt hat, den ganzen\nElias gleich beim ersten Male aufzuführen, kann man, wenn\nman die hiesigen Verhältnisse und Vorurtheile kennt, nur\nbilligen. Das Eis muss nach und nach gebrochen werden;\ndass aber die Oratorienmusik jemals mit vollen Segeln das\nMeer von Paris befahren werde, dürfte trotz alledem zu\nbezweifeln sein. Es werden immer nur einzelne Gruppen,\nnicht die Masse der Bevölkerung, sich am Ufer sammeln\nund den stolzen Bau bewundern, wiewohl die Wahrneh-\nmung, dass ein gewisser Instinct bei der jetzigen Auffüh-\nrung das gesammte Publicum oft zum Beifalle hinriss,\neinige Hoffnung lür die „Gewöhnung und Erziehung\" des-\nselben begründet. Der erste Chor, dann der Chor in G-\ndur: „Wohl dem, der den Herrn lürchtet\" (Heureux qui\ntoujours Vaime),der Baals-Chor, der Lobgesang nach dem\nStrömen des Regens wurden von der ganzen Zuhörerschaft\nmit lautem Beifall aufgenommen. Die Chöre gingen alle\nrecht gut, namentlich was Präcision und festen Einsatz be-\ntrifft. Die prachtvolle Wirkung der Orgel, gespielt von\nJ. Cohen, trug nicht wenig zu dem mächtigen Eindrucke\nderselben bei.\nUm die Zuhörer für die zweite Abtheilung des Con-\ncertes zu gewinnen, musste in der ersten für mannigfalti-\ngere Musik gesorgt werden. Sie begann mit der Ouvertüre\nzum Freischütz, die mit Feuer ausgeführt und mit Begei-\nsterung aufgenommen wurde. Darauf producirteDaussoigne-\nMehul eine Phantasie über die Hugenotten auf einer Salon-\nOrgel Alexandre's, welche trotz der drei Manuale und\neinem Pedal dennoch in dem ungeheuren Räume keine\nWirkung machte. Desto mehr gefiel eine für\nChor und Orchester, von Gounod, der völlig wieder her-\ngestellt ist, nach einem Präludium von J. S. Bach gear-\nbeitet. Sie musste wiederholt werden.\nJedenfalls ist die Unternehmung von derartigen musik-\nfestlichen Concerten ein Fortschritt lür Paris, und es ist\nnur zu wünschen, dass die Sache Bestand habe und nicht\nwieder, wie so manches Aehnliche schon früher, in dem\nStrudel der Salon- und Virtuosen-Musik untergehe.\n\nB. P."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-12-19-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-12-19_01#c003", "volume": "bmtnabi_1857-12-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "403", "page_fin": "404", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.2.3", "titre_corps": "Die Entstehung der Gambe", "titre_sommaire": "Die Entstehung der Gambe", "signature_source": "Th. 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Diese In-\nstrumente waren in den meisten Fällen des harten Metalls\nwegen, aus dem sie gearbeitet waren, zu hart und scharf,\nund man erfand daher Posaunen von Holz, so genannte\nRohr-Posaunen, von denen man auch vier Arten hatte. In\nheutiger Zeit hat man von diesen Rohr-Posaunen eigentlich\nnur noch zwei Arten, das Hautbois (die Clarinette ist eine\nAbart desselben und wurde erst später erfunden) für den\nDiscant und Alt und das Fagott lür den Tenor und Bass.\nIn vielen Fällen waren diese Rohr-Posaunen auch noch zu\nstark, und man benutzte daher die Flöten, mit denen man\nauch alle vier Stimmen begleitete. Natürlich waren diese\n\n*) Aus der Probe-Nummer des fünfzehnten Jahrgangs\n(1858) der bewährten Orgel-Zeitschrift Urania, herausgege-\nben von G. W. Körner in Erfurt."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "404", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4086, "texte": "Flöten nicht so, wie unsere, die man zur Verstärkung und\nHervorhebung der Melodie braucht, sondern Discant-, Alt-,\nTenor- und Bass-Flöten. Nun wollte man aber auch Instru-\nmente haben, die zur Begleitung von Solo-Stellen für die\nSänger benutzt werden könnten, und die so angenehm,\nsüss, verborgen, schmachtend, einwiegend und wohlthuend\nklängen und aufs Ohr der Zuhörer so wirkten, wie auf die\nGeruchs- Werkzeuge der Duft eines Veilchens, einer Viole.\nEin Veilchen macht sich durch seinen süssen Duft bemerk-\nbar, man wird durch denselben entzückt, weiss aber nicht,\nvon wo er kommt, da man den Ort, an dem das Veilchen\nwächst, kaum entdecken kann. Eben so sollte das Instru-\nment aufs Ohr wirken. Man sollte Töne hören, von ihnen\nentzückt und hingerissen werden, aber nicht wissen, woher\nsie kommen. Man ersann daher Bogen-Inslrumente, deren\nTon dem Ohr so angenehm wie der Veilchenduft den\nRiech-Werkzeugen war, und nannte sie Violen. Zwei Ar-\nten von Violen hatte man vorzüglich, nämlich eine Viola\ndi Gamba, d. i. Fuss- oder Knie-Viola, und eine Viola\nd'Amore oder Viola di Braccio, d. i. Arm-Viole oder Brat-\nsche. Erstere benutzte man zur Begleitung des Tenors und\nBasses, letztere für den Discant und Alt. Heute hat man\nfür Viola di Gambadas Violoncello und für Viola di Braccio\ndie Bratsche. In früherer Zeit kannte man mehrere Arten\nvon Violen, z. B. Viola di Spalla, ein jetzt ganz verscholle-\nnes Instrument, ferner Viola Pomposa, deren Erfinder J. S.\nBach war. Die Viola di Gamba wurde aller Wahrschein-\nlichkeit nach in England aufgebracht und war vor Zeilen\nin allen Ländern eines der beliebtesten Instrumente. Es\nhatte beinahe die Form eines Cello und wurde zwischen\nden Knieen gehalten. Sein Ton war nicht sehr stark, aber\nnäselnd, ohne unangenehm zu sein. Auf dem Griffbrette\nwaren Bunde angebracht, welche, wie bei der Guitarre,\nden Fingern ihre Stellen anwiesen. Die Gambe halte An-\nfangs in d, g, c, e, a, dgestimmte Saiten; um 1600 aber\nfügte Marais in Paris eine siebente Saite hinzu und liess die\ndrei untersten überspinnen. Hans Havden, Organist zu\nNürnberg, erfand um 1609 ein Tasten-Instrument in Form\neines Flügels, welches den Ton der Gamba nachahmen\nsollte und unter dem Namen Gambenwerk oder Geigen-\nClavicyrobal bekannt ist. Die jetzigen Violen sind später\nerfunden worden und eine Abart derselben. Man nennt sie\nkleine Violen, Violinen oder Geigen, und ihre Bestimmung\nwar für die Oper, wo sie in Italien zuerst gebraucht wur-\nden. Dort, hatte man sogar ein Violino Piccolo, d. i. Ta-\nschengeige, die ihren Namen erhalten hat, weil man sie\nihrer Kleinheit wegen gewöhnlich in der Tasche zu tragen\npflegte. Sie stand in der Stimmung um eine Quarte höher\nals die gewöhnliche Geige.\nViola di Gamba als Orgelregister müsste demnach das\nschwächste und zarteste Register einer Orgel sein; es gibt\nhin und wieder auch noch alte Orgeln, in denen dieses Re-\ngister wirklich sehr zart, fein und dünn ist. Neuere Orgel-\nbauer aber bauen dieses Register ganz anders, sie intoniren\nes scharf, spitz und stark, um es als Kraftstimme, mit einer\ngedeckten Stimme sogar als Rohrstimmc, gi brauchen zu\nkönnen. Unrecht ist es freilich, dass so viele Orgeln keine\nRohrstimmen haben. In jeder, sogar der kleinsten, Orgel\nmüsste ein Rohrwerk sein. Da dieses der Fall nicht ist, so\nsucht man durch Gamba und einen Gedackt diese Stimmen\nzu ersetzen. Salicional heisst Weidenrohr, Weidenpfeife,\nund klingt viel stärker als Gamba. In den Orgeln beobach-\ntet man aber das Umgekehrte: Salicional ist meist fein und\ndünn, Gamba aber krass und scharf.\nEs lassen sich keine Normalregeln über die Combi-\nnationen der Register feststellen, weil nicht alle gleich be-\nnannten Register in allen Orgeln gleich sind, und weil fer-\nner nicht alle Kirchen- und Orgel-Chöre gleich gross und\nakustisch gut gebaut sind. So viel ist aber wohl richtig, und\ndie Beobachtung bei fast allen neuen Orgeln wird es bestä-\ntigen, dass Gamba, allein gespielt, zähe und schlecht an-\nspricht, und sich daher nicht gut macht, mit Hohlflaut oder\nGedackt vereinigt aber sehr wohlthuend wirkt.\nBerlin.\n\nTh. Mann."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-12-19-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-12-19_01#c004", "volume": "bmtnabi_1857-12-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "404", "page_fin": "405", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.2.4", "titre_corps": "Beurtheilungen.", "titre_sommaire": "Beurtheilungen.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "404", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.4", "debut_caractere": 4088, "fin_caractere_exclue": 4863, "texte": "Beurtheilungen.\nFür Gesang.\nCarl Debrois van Bruyck, Lieder und Gesänge\nfür eine Singslimme mit Begleitung des Pianoforte\ncomponirt und dem Königlich Preussischen Musik-\nDirector Herrn Dr, Karl Löwe verehrend zuge-\neignet. 3. W. 2. Hefte. Wien, Mechetti. ä 20 Sgr.\nDer junge, ernst strebende Componist der Tonbilder\nfür Pianoforte, die in diesen Blättern bereits anerkennend\nangezeigt sind, hätte sieh recht klar machen sollen, worin\ndie Vorzüge Löwe'scher Balladen bestehen, dann würde er\nseinem Vorbilde noch glücklicher nachgestrebt haben. Vor-\nzüge, die den Balladen aus Löwe's Glanzzeit zugestanden\nwerden müssen, sind: glückliche Text wähl, namentlich\nhistorisch-plastischer Art; der Sänger, nicht der Clavier-\nspieler, steht in erster Linie; bei reicher Erfindungsgabe"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "405", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2033, "texte": "eine edle Popularität, die möglichst djnkbar verwer-\nthet wird.\nGleich die erste Nummer des van Bruyck'schen Wer-\nkes, „DasGlück\" von F. Hebbel, ist, weil abstract, wenig\nzur Composition geeignet. Was den zweiten Punkt betrifft,\nso steht der Clavierspieler überwiegend in erster Linie,\nwas auch an einigen langen Nachspielen zu merken ist, und\nendlich wäre auch hier und da etwas weniger Künstlich-\nkeit zu wünschen gewesen, z. B. in den Liebesliedern, Nr.\n6 in E-durund Nr. 7 in As-du 12/8-Tact.\nDie vorliegenden acht Nummern lassen sich füglich in\ndrei Gruppen bringen: 1) Nr. 2, „Sturmabend\", mit einem\nkrassen Texte von F. Hebbel, dessen Gegensätze in Sturm-\nwind-Rosen und Kosen-Tod bestehen; Nr. 3, „Am Ru-\nnenstein\", von H. Heine, das musicalisch gelungenste die-\nser Gruppe, und Nr. 5, „0, Öffne die Thür mir\", von R.\nBurns, wo es zuletzt zwei Leichen gibt. Also schauer-\nliche, sehr melancholische Texte. 2) In schmerzlich-sehn-\nsüchtige Liebeslieder von E. Kuh, Nr. 6 und 7, und 3) in\nsinnig heitere und freundliche. Nr. 1, abgesehen von dem\nHebbel'schen abstracten Texte, Nr. 4, „Der vom Himmel\ngefallene Stein\" von Hafis, ein auch musicalisch recht ein-\ngängliches, weil einheitvolles Lied, und Nr. 8, „Gross ist\ndes Sommers Macht\", von E. Kuh, eine recht niedliche\nComposition.\nEin lobenswerther, sichtbarer Ernst, der seinen Vor-\nwurf im Kerne zu erfassen sucht, zieht sich durch sämmt-\nliche Compositionen hindurch. Auf zweierlei erlauben wir\nuns den Componisten noch aufmerksam zu machen: 1) un-\nnütze Härten, weil unschön, zu vermeiden, namentlich den\nCiaviersatz hübsch rein und sauber zu halten, und 2) auch\nden Umfang der Singstimme im Auge zu behalten. Z. B.\nNr. 3 verlangt einen Umfang von klein ais bis zweigestri-\nchen fis. Für welche Stimme ist das Lied geschrieben?\nWir geben dem ersten Hefte den Vorzug; Nr. 3,\n„Am Runenstein\", und Nr. 4, „Der vom Himmel gefal-\nlene Stein\", zeugen nach ernster und lieblicher Seile hin\nvon Gesundheit und Frische in der Erfindung, und werden\nmit Recht sehr ansprechen. fff"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-12-19-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-12-19_01#c005", "volume": "bmtnabi_1857-12-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "405", "page_fin": "406", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.2.5", "titre_corps": "Für Pianoforte.", "titre_sommaire": "Für Pianoforte.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "405", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.5", "debut_caractere": 2035, "fin_caractere_exclue": 4171, "texte": "Für Pianoforte.\nGrand Sonata, composed\nscribed (o »Fräulein Dorchen Langbein\" by Dr.\nGleitsmann.(Ohne Werkzahl.) /Vice 5\nLondon, J. Alfred Novello.\nEin merkwürdiger Titel! Die deutschen Namen „Dor-\nchen Langbein Dr. Gleitsmann\" in englischer Umgebung\nund Grand Sonata, ohne Bezeichnung des Instrumen-\ntes, lür welches sie geschrieben! Vielleicht hat der Com-\nponist gedacht, dass sich bei der Widmung an eine Dame\ndas Ciavier von selbst versteht. Ob der letzte Satz aber\nvor weihlichen musicalischen Ohren Gnade gefunden hat?\nSchwerlich; er ist, um mit dem schwächsten Theile der\nSonate zu beginnen, sehr langweilig, wiewohl er nur (?) 9\nSeiten füllt, der erste hingegen 13, sage dreizehn Folio-\nSeiten.\nHier, im ersten Salze, C-moll, 4/4-Tact, scheinen denn\nallerdings allerhand verliebte Grillen in und ihr\nSpiel zu treiben. Einmal bis zum Tode betrübt:\ndann wieder himmelauf jauchzend\nDer reelle musicalische Gedanken-Inhalt hätte zum Vor-\ntheil des Ganzen füglich etwa auf die Hälfte der Seiten-\nzahl gebracht werden können. Der Satz schweift offenbar\nzu sehr in die Breite, ist aber doch der bedeutendste der\nSonate. Das Scherzo, F-moll, mit seinen nicht leicht aus-\nzuführenden Octav-Sprüngen und dem ernsten, andächtigen\nTrio in Des,das einen Gegensatz zum etwas wilden, sprin-\ngenden Scherzo bildet, ist ganz hübsch. Dagegen leidet\ndas Adagio in A-dur (vorher C-moll, Es-dur, F-moll, Des-\ndurl) an Ueberschwänglichkeit, auch in Hinsicht auf die\nsehr schwierige Ausführung, die theils in sehr weiten, an-\ndauernden Sprüngen der linken Hand, theils im Ueber-\nschlagen der Hände besteht. Es macht den Eindruck, als\nob ein wohl befestigtes Herz im Sturm genommen werden\nsollte. Ob aber die aufgebotenen Mittel im Verbältniss\nzum Gedanken-Inhalt stehen, das ist eine andere Frage.\nDer nun folgende letzte Satz ist aber ein prächtiges Ab-\nkühlungsmittel gegen alle vorangegangenen Ueberschwäng-\nlichkeiten. Man stelle sich dieses alte Zopf-Thema\nin allen Dur- und $/o//-Tonarten mit so und so viel Se-\nquenzen einmal lebhaft vor, und man wird kein Verlangen\ntragen, seine Finger mit den Tasten dieses Satzes in Be-\nrührung zu bringen."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "406", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 886, "texte": "E. Pauer, Sonate Op.\n45. Mainz, Schott. 3 Fl. 12 Kr.\nDieser Componist weiss, was er will. Er wollte ein\nansprechendes, dankbares Duo lür Pianoforte und Cello\nfür anständige Unterhaltungs-Musik suchende Dilettanten\nschreiben, und das hat er als ein alter Praktiker mit festem,\nsicherem Griff gethan in fasslich übersichtlicher Weise.\nDem Cellospieler ist an den nöthigen Stellen der Finger-\nsatz angegeben. Es klingt und wird in den Kreisen, lür\nwelche es bestimmt ist, gern gespielt werden. Erster Satz:\nA-dur, s/4-Tact (Mittelsatz in ZweiterSatz:\nquasi Allegrettoin Liedform, %,\nmoll. Dritter Satz: Finale, A-dur, 4/4-Tact. Die Cantilene\ndes Mittelsatzes wird erst vom Cello in G, später in der\nDominante vom Pianoforte vorgelührt, nachher ganz eben so\ntransponirt in C und A.— An eine Beethoven'sche A-dur-\nSonate hat man also dabei nicht zu denken das versteht\nsich von selbst. -j-ff"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-12-19-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-12-19_01#c009", "volume": "bmtnabi_1857-12-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "406", "page_fin": "406", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.2.6", "titre_corps": "Für Orgel.", "titre_sommaire": "Für Orgel.", "signature_source": "V. 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Preis 1 Thlr. 15 Sgr.—6. G. W. Körner,\nEvangelisches Kirchen-Präludienbuch. Heft 1— 6.\n1 8 Sgr. (Alle im Verlag von G. W. Körner in Er-\nfurt.)— 7. C. H. Rinck, Op. 107, 36 Nachspiele\nlür die Orgel. Zweite Auflage, besorgt durch Wil-\nhelm Greef, Lehrer und Organist zu Moers. Essen,\nVerlag von G. D. Bädeker. Ohne Angabe des Preises.\n8. Selmar Müller, 36 Vorspiele zu den ge-\nbräuchlichsten Choral-Melodieen. Herrn Seminar-Di-\nrector Dr. Steinberg zugeeignet. Wolfenbüttel, L.\nHolle. Preis 10 Sgr. 9. Cb. H. Zahn, Op. 36,\nZwölf Präludien. Nürnberg, L. Schmidt. Ohne An-\ngabe des Preises.\nVorliegende Sammlungen von Vor- und Nachspielen sind\nzu dem Zwecke, wolür dieselben componirt sind, sämmtlich\nzu empfehlen, vorzüglich denjenigen Organisten, denen es\nan Talent und Kunstbildung mangelt, etwas Gutes zu im-\nprovisiren, und denen es daher zu rathen ist, lieber zu ge-\ndruckten Sachen ihre Zuflucht zu nehmen, als die Gemeinde\ndurch sinn- und planloses Herumphantasiren zu langweilen.\nDass auch die bedeutenden Männer im Fache der Orgel-\nLiteratur sich dann und wann herablassen, etwas für die\nschwächeren Kunstbrüder zu liefern, ist sehr anerkennens-\nwerth, wenn man auch gedachte Männer nicht nach sol-\nchen Erzeugnissen (die sich neben ihren grösseren Wer-\nken wie Papierschnitzel von der Schreibtafel ausnehmen)\nvollständig beurtheilen kann, eben so wenig wie z. B.\nHummel und Moscheies nach der Menge von Kleinig-\nkeiten, die diese für den Clavier-Unterricht schrieben. Un-\nter den vorerwähnten Sammlungen sind Nr. 2, 4 und 5\nihres Inhalts wegen besonders zu empfehlen, Nr. 6 durch\nseine beispiellose Billigkeit, denn lür 18 Sgr. bekommt\nman eine Auswahl von 114 Choral-Vorspielen von Kühm-\nstedt, Töpfer, Markull u. A. Die übrigen zeugen alle von\nguten Studien und gediegenem Streben, wenn auch andere,\nwie z. B. die Rinck'schen, nicht von einer gewissen Mono-\ntonie frei zu sprechen sind. Dass diese Orgelsachen sowohl\nden katholischen wie den evangelischen Lehrern und Or-\nganisten zu empfehlen sind, wollen wir schliesslich noch\nhinzulugen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-12-19-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-12-19_01#c010", "volume": "bmtnabi_1857-12-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "406", "page_fin": "407", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.2.7", "titre_corps": "Aus Hannover.", "titre_sommaire": "Aus Hannover.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "406", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.6", "debut_caractere": 3596, "fin_caractere_exclue": 4433, "texte": "Aus Hannover.\nDen 14. December 1857.\nNach einer Pause von vier Jahren erklanj» vor unse-\nu\nren Ohren am 30. November endlich einmal wieder eine\nOper von Heinrich Marschner, sein „Templer\".\nSie wurde mit wahrhaft unerhörtem Beifallssturme aufee-\nD\nnommen und am 6. und 13. December unter gleichem\nEnthusiasmus wiederholt. Nach langem Harren und vielen\nWagner-Leiden erschien dem Publicum, das nach musica-\nlischem Lebenslrank dürstete, diese charaktervolle und me-\nlodieenreiche Musik als eine neue und wahre Offenbarung\nderselben, und seine Begeisterung kannte keine Schranken\ndes Hoftons und der Eliquette, zumal da Ihre Majestäten\nder König und die Königin in vollem Maasse dieselbe theil-\nten und den Componisten, ihren Hof-Capellmeister, wie-\nderholt in die königliche Loge entbieten liessen und ihn\nmit Lob und Ehren überschütteten."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "407", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1529, "texte": "Die Intendanz gab die Oper die ersten beiden Male\nausser Abonnement; trotzdem war das Haus beide Male\nüberfüllt. Als bei der zweiten Vorstellung Nie mann\n(Ivanhoe) den zweiten Vers seiner Romanze: „Wer ist\nder Ritter hochgeehrt?\" eben so wie bei der ersten Auf-\nführung wiederholen musste, trat er vor das Directions-\nPult Marschner's und begann mit den Worten: „Wer ist\nder Meister hochgeehrt?\" ein Preislied auf ihn, das einen\nsolchen Jubel erregte, dass Alles mit sang: „Du stolzes\nDeutschland freue dich!\" und auf der Bühne Ritter\nund Volk hervortraten, die Fahnen schwenkten und in den\nJubel einstimmten. Gestern Abends war der Beifall gleich\nstark und des Hervorrufens kein Ende; Marschner musste\nnach jedem Actschlusse auf der Scene erscheinen man\nglaubte sich aus dem kalten Norden und dem sonst so be-\ndächtigen Hannover nach Wien oder nach Italien versetzt.\nDie Ausführung war eine ausgezeichnet gute; Chor\nund Orchester, die bekanntlich vortrefflich sind, übertrafen\nsich dennoch selbst. Die Ausstattung war in jeder Hinsicht\nprachtvoll. Unter den Darstellern errang sich Fräul. Tei-\ntelbach als Rebecca sowohl im Gesänge wie im Spiel\nden ersten Preis. Ihr zunächst standen die Herren Nie-\nmann als Ivanfroe und Rudolph als Bois Guilbert. So\nhat denn diese Oper, die durch zufällige, wir wollen nicht\nglauben absichtliche, Hindernisse mehrere Jahre lang von\nunserem Repertoire verschwunden war, ihrem Schöpfer\neinen Triumph bereitet, der, so wohlverdient er auch ist,\ndoch alles hier Dagewesene weit überstrahlt. 1 \"2."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-12-19-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-12-19_01#c011", "volume": "bmtnabi_1857-12-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "407", "page_fin": "407", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.2.8", "titre_corps": "Zweites Gesellschafts-Concert in Köln im Hauptsaale des Gürzenich.", "titre_sommaire": "Zweites Gesellschafts-Concert in Köln im Hauptsaale des Gürzenich.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "407", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.7", "debut_caractere": 1531, "fin_caractere_exclue": 3665, "texte": "Zweites Gesellschafts-Concert in Köln\nim Hauptsaale des Gürzenich.\nDen 15. December 1857.\nEin neues Werk von Ferdinand Hiller: Sau), Oratorium\nin drei Theilen nach der heiligen Schrift, Text von Moriz Hart-\nmann wurde in diesem Concerte zum ersten Male aufgeführt.\nDie vereinigten musicalischen Kräfte Kölns, im Orchester bei den\nStreich-Instrumenten auch noch durch die Mitwirkung auswärtiger\nKünstler verstärkt, bildeten eine Zahl von nahezu 300 Personen auf\nder Tonbühne. Die Soli waren folgender Maassen besetzt: Saul (Ba-\nriton), Herr M. DuMont-Fier; Michal, seine Tochter\nFräul. Kemond vom hiesigen Stadttheater; Samuel (Bass), Herr\nReinthaler; die Hexe von Endor (Alt), Frau B.; David (Tenor),\nHerr Göbbels; Jonathan (Tenor), Herr A. Pütz.\nDie Ausführung unter der sicheren Leitung des Componisten war\nungeachtet mancher nicht unbedeutenden Schwierigkeiten in Chor, Soli\nund Orchester überall eine sehr gelungene. Das Ganze hatte nicht\nnur ein festliches Ansehen, sondern wurde durch den über alle\nMaassen glänzenden Erfolg zu einem wirklichen Feste für\nden genialen Schöpfer dieses kolossalen Tonwerkes und für die Stadt\nKöln, deren Bevölkerung durch beinahe anderthalb Tausend Zuhörer\nrepräsentirt war, weil sie, von freudigem Stolze bewegt, den grossen\ndeutschen Meister den ihrigen nennen konnte. Ueberall, wo nur ein\nmusicalischer Abschnitt es erlaubte, brach der lauteste Beifall aus ;\nam Schlüsse des ersten Theiles schon wurde Hiller mit Beifallrufen\nund immer wiederholtem Applaus gefeiert, und eben so wieder nach\ndem zweiten Theile und am Ende des Ganzen* Wir haben das hie-\nsige Concert-Publicum noch nie zu so lebhafter Theilnahme aufge-\nregt gesehen; das Werk hat an 50 Nummern, es dauerte von 6 Uhr\n40 Minuten bis 10 Uhr (einschliesslich 20 Minuten Pause), und den-\nnoch blieb die Spannung des Publicums dieselbe, und der Beifall\nsteigerte sich bis zum Ende.\nWir werden in den nächsten Nummern das Oratorium ausführlich\nbesprechen und fügen hier nur bei, dass unserer Ueberzeugung\nnach seit Mendelssohn's Tode nichts geschrieben worden ist, was\ndiesem neuesten Werke Hiller's an die Seite gestellt werden könnte,"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1857-12-19-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabi_1857-12-19_01#c012", "volume": "bmtnabi_1857-12-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "407", "page_fin": "408", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.2.9", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "407", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.7", "debut_caractere": 3667, "fin_caractere_exclue": 6605, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMolsi* Sonntag den 13. d Mts. gab der Männergesang-\nVerein auf dem Gürzenich ein Concert zum Besten der in Mainz\nvom Unglück Betroffenen. Es wurde mit einem recht hübschen Gc-\nlegenheits-Gedichte auf die Erneuerung des Gürzenich von Herrn\nPh. M. Klein, welches dem Festchor von Franz Lachner unter-\ngelegt war, eröffnet. Das Programm enthielt eine schöne Auswahl\nvon Gesängen, z. B. „Frühlingsnahen\" von C. Kreutzer, „Sonnen-\naufgang\" von F. Hill er, den „Waldchor\" aus R. Schumann's\nPilgerfahrt der Rose dieses Mal mit Instrumental-Begleitung und\nvon schöner Wirkung im Gesänge, wenn auch die Begleitung Man-\nches zu wünschen liess —, Mendelssohn's „Der frohe Wanders-\nmann\", Mozart's Ave verum, J. Becker's „Kirchlein\", zwei\nVolkslieder von Sil eher, Doppelständchen von A. Zöllner, Fest-\ngesang an die Künstler von Mendelssohn. Dazwischen aus Be-\nrücksichtigung des Sologesanges : „Lorber und Rose\" von E. Grell\ndurch die Herren A. Pütz und Th. Göbbels, Toast von A. Zöll-\nner (A. Pütz und Solo-Quartett), „Wenn du im Traum wirst fra-\ngen\" von A. Sch äffer iür Tenor-Solo (Th. Göbbels) mit Brumm-\nstimmen, und zwei Lieder am Pianoforte, von Th. Göbbels vorge-\ntragen. Es wurde den ganzen Abend sowohl vom Chor als von den\nSolisten vortrefflich gesungen; es herrschte in den Vorträgen eine\nerhöhte und schwunghafte Stimmung. Der Saal war zu ebener Erde\nbis auf den letzten Platz gefüllt, und auf der Galerie befanden sich\nauch noch einige Hundert Personen. Die städtische Verwaltung hatte\ndas Local unentgeltlich hergegeben. Alle diejenigen, welche den Ver-\nein bisher nur im Casinosaale und nicht in grossen, akustisch vor-\nzüglichen Räumen, wie die Hallen in England es sind, gehört hatten,\nkonnten erst jetzt in dem neuen Prachtsaale des Gürzenich sich über-\nzeugen, was für eine Fülle von Klang in seinem Gesammtton und\nwelche Kunst in den Schattirungen des Vortrags vorhanden ist. Das\nthaten sie denn aber auch redlich, und bekundeten es durch leb-\nhaften I eifall.\nDie berühmte Altistin Miss Dolby aus London, welche die Ein-\nladung der Direction der Gescllschafts-Concerte, um in einem der\nnächsten zu singen, angenommen hatte, ist durch Kränklichkeit ihrer\nMutter zurückgehalten worden und hat ihre Kunstreise nach Deutsch-\nland für diesen Winter ganz aufgegeben, was sehr zu bedauern ist.\nVon der Abtheilung Rotterdam des niederländischen Vereins\nzur Beförderung der Tonkunst ist Herr Capellmeister F. Hill er\neingeladen worden, in dem Concerte am 18. d. Mts. sein Oratorium\n~Die Zerstörung Jerusalems\" zu dirigiren. Er war jedoch verhindert,\ndem ehrenvollen Antrage Folge zu geben.\nüösaia. Im zweiten Abonnements-Concerte unter Leitung des\nHerrn A. Dietrich kam liaydn's Schöpfung zur Ausführung.\nDas Werk war mit grosser Sorgfalt einstudirt, und obgleich der Chor\nin Bonn mehr wie in anderen Städten dem Wechsel der Persön-\nlichkeiten unterworfen ist, so scheint doch der Eifer und die Umsicht"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "408", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6399, "texte": "des Dirigenten eine wesentliche Vervollkommnung desselben in Vor-\ntrag und Wohlklang hervorgebracht zu haben. Das Publicum spen-\ndete der feurigen und correcten Ausführung einen mehr wie gewöhn-\nlichen Beifall, viele Chöre wurden lebhaft applaudirt, und es zeigte\nsich aufs Neue, dass das, was aus vollem Herzen und in höchster\nEinfachheit der Kunst der jugendlich frische Greis geschaffen, für\nimmer das Muster echter Schönheit bleiben wird, eine Schöpfung,\nvon der man wirklich sagen kann, dass alles, was ihr Schöpfer ge-\nmacht, „sehr gut\" war.\nZu dem Gelingen des Ganzen trug die Ausführung der Soli we-\nsentlich bei. Die Sopran-Partie (Gabriel und Eva) hatte Frau Platz-\nhof aus Düsseldorf freundlich übernommen. Diese Dilettantin, im\nBesitz einer wohllautenden, klaren Stimme, hat ihre schöne Natur-\ngabe in echt künstlerischer Weise ausgebildet, und könnte manchen\nSängerinnen von Fach als Muster reiner Intonation, eleganter Colo-\nratur und tief empfundenen Vortrages dienen. In einer Zeit, wo die\nVerschiedenartigkeit der zu lösenden Aufgaben, die materielle Rich-\ntung des Publicums, auch eigene Verblendung die Sänger von Fach\nvon ernsten Studien immer mehr entfremdet, andererseits der Dilet-\ntantismus den Reiz der Kunst in flüchtigem Genüsse sucht, und bei\neigener unvollkommener Ausführung sich behaglich genügen lässt,\ngehört Frau Platzhof zu den seltenen Erscheinungen derer, die nicht\neher ruhen, bis sie etwas in sich Fertiges und Vollkommenes zu lei-\nsten im Stande sind. Ihre Partieen, namentlich die beiden Arien,\nrissen das Publicum zu stürmischem Beifalle hin. Herr Platzhof\nsang den Adam und ärntete durch seine angenehme Baritonstimme,\nderen sorgfältige Ausbildung in sicherer Intonation und schöner Aus-\nsprache zu erkennen war, verdienten Beifall. Den Uriel sang Herr\nGöbbels aus Aachen ; derselbe ist in letzter Zeit vielfach mit gros-\nser Anerkennung genannt worden ; vielleicht war er an jenem Abende\nnicht wohl disponirt, denn obschon er die zarten Stellen zu schönem\nAusdruck brachte, vermisste man doch im Ganzen eine gewisse\nMännlichkeit des Ausdrucks und die Grösse des Oratorienstils, dem\njede Sentimentalität fremd bleiben muss. Die Partie des Raphael\nhatte Herr Rein thaler aus Köln übeinommen, und man konnte\nvon dem Tondichter des Jephta erwarten, dass er echt musicalisch\nund mit wahrem Ausdruck singen werde. Doch bot er überdies Ge-\nlegenheit, sich an dem Wohllaut seiner kräftigen und umfangreichen\nBassstimme zu erfreuen, und in maassvoller Verwendung der Mittel\nund Wahrheit der Declamation seine künstlerische Durchbildung zu\nerkennen. Das Publicum zollte ihm lebhaften Beifall.\nUnter diesen Umständen war der Eindruck des Ganzen ein höchst\nbefriedigender und gab ein erfreuliches Zeichen von dem kräftigen\nAufschwünge, den die musicalischen Verhältnisse Bonns in den letz-\nten Jahren durch umsichtige Leitung und allgemeinere Theilnahme\ngenommen haben. A\nAlis Creffeltl. Wenn unsere Stadt von je her der Musik, be-\nsonders dem Gesänge, eine Stätte bereitet hat, so ist in den letzten\nJahren vorzugsweise das löbliche Streben der clas-\nsischen Musik auch hier den ihr gebührenden Platz einzuräumen\nund die grossen lonschöpfungen unserer Heroen zui Auftühiung zu\nbringen. Der Sing-Verein, dem seit mehreren Jahren der König-\nliche Musik-Director Herrn. Wolf vorsteht, dessen unermüdliches\nWirken und Schaffen die trefflichsten Früchte trägt, ist eigentlich\nder ausführende Theil der jährlich hier Statt findenden vier oder\nsechs Abonnements-Concerte. Im verflossenen Jahre gelangten neben\nanderen bedeutenden Werken zur Aufführung: „Die Zerstörung Je-\nrusalems\" (unter Mitwirkung der Damen Fräuleiu Deutz und\nUeltzen und der Herren Koch und Schiffer aus Köln); ~Der\nLobgesang\" von Mendelssohn-Bartholdy (unter Mitwirkung von Fräul.\nDeutz); die VII. Sinfonie von L. v. Beethoven; die VIII. Sinfonie\nvon L. v. Beethoven; die Ouvertüre zu Calderon's „Dame Kobold44\nvon C. Rein ecke, und zwar unter persönlicher Leitung des Com-\nponisten; „Die Schöpfung\" von Haydn (unter Mitwirkung von Fräul.\nThelen aus Düsseldorf und der Herren Göbbels aus Aachen und\nRemmertz von München). Diese Angaben dürften schon genügen,\nnm das Eingangs Gesagte zu bestätigen. Das erste Concert der dies-\njährigen Saison fand unlängst Statt. Die Ouvertüre zu ~lphigenie\"\nvon Gluck eröffnete das Concert in glänzender Ausführung. Fräul.\nWolfel vom düsseldorfer Stadttheater sang die Sopran-Arie aus\ndem „\\ampyi\" mit entschiedenem Glück; doch grösserer und auch\nwohlverdienter Beifall wurde der Künstlerin beim Vortrage mehrerer\nLieder; namentlich erfreute sich Schümanns Lied „Die Stille\" einer\nso sorgfältigen Behandlung, einer so zarten Durchführung, dass das\nzahlreich anwesende Publicum rauschenden Applaus spendete. Herr\nAm eis jun. trug mehrere Pianoforte-Soli mit schönem Anschlag und\nsauberem Spiel vor. Das Finale aus „Euryanthe\" gab dem Chor Ge-\nlegenheit, seine Kraft und Fülle zu entfalten. Die Ausführung dieses\nBruchstückes aus dem herrlichen Werke Weber's zeigte, dass Diri-\ngent und Sänger es mit Liebe studirt hatten. Den Schluss des Con-\ncertes bildete die Sinfonia Eroica von Beethoven. Das grossartigo\nWerk gelangte würdig zur Aufführung und fand eine begeisterte\nAufnahme. In dem nächsten Concerte wird Mendelssohn's „Paulus\"\nzur Aufführung gelangen.\n** j?S iliBiz, 7. December. Unter der tüchtigen Leitung des Herrn\nCapellmeisters Fr. Lux gab am 29. v. Mts. der mainzer Männer-\ngesang-Verein in Verbin lung mit dem Lied er kränze und\neinigen Mitgliedern des Vereins für Kirchenmusik im hiesi-\ngen Stadttheater ein Concert zum Besten der durch die Pulver-Ex-\nplosion Beschädigten. Zur Aufführung kamen : Ouvertüre zu Ruy\nBlas von Mendelssohn, O-lsis-Chor, die beiden Männerchöre „For-\nschen narh Gott\" von Kreutzer und „Der fromme Wandersmann\"\nvon Mendelssohn, Kriegers Gebet (mit Blas-Instrumenten) von Fr.\nLaehner, Ouvertüre und Chor der Verschworenen aus Spontini's Fer-\ndinand Cortez, Romanze aus Euryanthe, gesungen vom Herrn Teno-\nristen Zellmann, Adagio und Variationen für Flöte von Fürste-\nnau, mit rauschendem Beifall vorgetragen von Herrn Schulz vom\nherzoglichen Hoftheater in Wiesbaden, und zum Schluss das Jagd-\nlied (Männerchor mit Blas-Instrumenten) von Storch. Ueber die Auf-\nführung selbst herrscht nur die Eine Stimme, dass seit langer Zeit\nhier in Mainz kein Concert gewesen ist, welches wie dieses in jeder\nNummer so vollkommen befriedigte."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "401", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nPariser Briefe (Musikfest im Cirque de Vlmperalrice Mendelssohns Elias Oratorienmusik in Frankreich) Von B\nP. Die Entstehung der Gambe. Von Th. Mann. Beurtheilungen. Für Gesang: C. Debrois van Bruyck, Lieder und Gesänge.\nFür Pianoforte: Grand Sonata von Dr. Gleitsmann. Von Für Orgel. Präludienbücher, Vor- und Nachspiele. Von V. D.— Aus Hanno-\nver (H. Marschner's Templer). 11. Abonnements-Concert im Gürzenichsaale. Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln, u. s. w.).\n\nPariser Briefe.\n\n[Musikfest im Cirque de Vlmperalrice Mendelssohn's Elias\nOratorienmusik in Frankreich.]\nDen 10. December 1857.\nWieder einmal kann ich meinen Bericht mit der Schil-\nderung eines neuen Triumphes deutscher Musik in Paris\nbeginnen.\nDie Gesellschaft der Jeunes\n«* 7\ndie ihre diesjährigen Concerte in dem geräumigen und\nprachtvollen Cirque de l'fmperalrice in den Champs Elysees\ngibt, hat am Sonntag den 6. d. Mts. ihre Saison mit einer\nAufführung des ersten Theiles von F. Mendelssohn's\nElias eröffnet. Es war ein Musikfest zu nennen, so zahl-\nreich waren die mitwirkenden musicalischen Kräfte, so im-\nposant und malerisch ihre Aufstellung, so glänzend die\nVersammlung von Tausenden von Zuhörern. Und das alles\nin einem ungeheuren, prachtvoll erleuchteten Circus, des-\nsen nördlicher Abschnitt zu einem Olymp umgeschaflen\nwar, auf dessen Stufen die Töchter und Söhne der Musen\nhoch ansteigend gruppirt waren, und dessen Gipfel eine\nherrliche Orgel von Cavaille-Coll krönte.\nDer Dirigent der Gesellschaft, Herr Pasdeloup, halte\nes gewagt, den Gedanken Habeneck's, den Elias mit gros-\nsen Massen aufzuführen, zu verwirklichen, woran jenen sein\nZurücktritt aus der Oefientlichkeit gehindert hatte. Das\nWagniss denn ein Oratorium in Paris zuStande zu brin-\ngen, ist weit schwieriger, als in jeder kleinen Stadt von\nDeutschland ist von einem ausserordentlichen Erfolge\ngekrönt worden. Es strömte von Zuhörern durch die Pfor-\nten des Circus hinein, und Mendelssohn's Werk machte\neinen Eindruck, wie ihn die pariser Musikwelt lange nicht\nerlebt hat, die denn an diesem Tage, zehn Jahre nach sei-\nnem Tode, dem genialen Tondichter das Opfer schuldiger\nVerehrung brachte.\nSchon im Jahre 1851 war hier bei Brandus &Comp.\nein Clavier-Auszug des Elias erschienen. Den deutschen\nText, der bekanntlich aus Bibelstellen zusammengesetzt ist,\nhatte Maurice Bourges ins Französische übersetzt, und\nzwar in Versen, was hier unumgänglich nolhwendig ist, da\nsich die Franzosen nun einmal nicht daran gewöhnen kön-\nnen, Prosa in Musik gesetzt zu hören. M. Bourges besitzt\nein schönes Talent lür solche Arbeiten, wie schon früher\nseine Uebersctzungen des „Paulus\" und der „Passion\" von\nS. Bach zeigten; dass ihm nicht Alles gelingt, wird keinen\nbillig Denkenden befremden, der von der Schwierigkeit, in\nden doppelten Fesseln des Reimes und der bereits fertigen\nTöne den Gedanken-Inhalt wiederzugeben, eine Vorstel-\nlung hat. Trotz dieser Ausgabe dauerte es doch noch bei-\nnahe fünf Jahre, ehe man in Frankreich an die Aufführung\neines Werkes dachte, das bereits in England und Deutsch-\nland als die vorzüglichste Composition des zu früh gestor-\nbenen Meisters allgemein anerkannt war. Im Jahre 1856\nwurde es endlich zu Bordeaux Paris liess sich dies-\nmal den Rang ablaufen auf einem Musikfeste des Con-\ngres musical de l'Ouest vollständig gegeben. Für die jetzige\nAufführung in Paris hat ohne Zweifel die letzte zu Mann-\nheim unter Hiller's Direction in diesem Sommer den An-\nstoss gegeben, und die Anwesenheit zweier deutschen\nKünstler in Paris, des Fräul. Bochkolz-Falconi und\ndes Herrn Stockhausen, mag ebenfalls dazu beigetragen\nhaben. Letzterer sang den Elias und Fräul. Bochkolz die\nSopran-Partie; sie zeichnete sich ganz besonders durch den\ntrefflichen dramatischen Vortrag der Scene der Witwe von\nSarepta aus. Stockhausen's Stimme füllte zwar den weiten\nRaum nicht aus und würde in einem kleinen Saale mehr\ngewirkt haben; allein durch Ausdruck und kunstgerechten\nGesang ersetzte er, was ihm an Kraft des Organs und\nenergischer Declamation lür eine so kolossale Partie ab«"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "402", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.2", "texte": "geht. Die Tenor-Arie des Obadjah sang Jourdan recht\nschön. Im Ganzen mochte das ausführende Personal die\nZahl von 300 doch nicht übersteigen, so dass wohl das\nOrchester, nicht aber der Chor der Stärke der Mitwirken-\nden an den rheinischen Musikfesten gleich kam. Daher\nröhrte es denn, lag aber auch wohl mit an dem jugendli-\nchen Feuer der jeunes Artisles,dass das Orchester oft zu\nsehr vorherrschte, namentlich bei den Solo-Vorträgen, die\noft eine zartere Begleitung erfordert hätten.\nHerr Pasdeloup, der allein ohne alle fremde Unter-\nstützung an Mitteln das Unternehmen gewagt, hat für sein\nkünstlerisches Streben durch den grossen Erfolg die vollste\nAnerkennung erworben. Wie sehr die wirklichen Vertreter\nund Freunde der Kunst sein Verdienst zu schätzen wissen,\nspricht unter Anderem der Schluss eines Artikels in der\nRevue 6f Gazette musicale, der auf die Aufführung des\nElias vorbereitete, in folgenden Worten aus:\n„Wenn man dieses tapfere Wagniss Pasdeloup's recht\nins Auge fasst, so wird man finden, dass es eine viel be-\ndeutendere Tragweite hat, als man anfänglich vermuthet.\nNeuheit und Kunst-Interesse sind nicht allein dabei bethei-\nligt. Ist es mitten in der Strömung von frivoler Musik,\nwelche ohne Zusammenhang, Bestand und Gediegenheit,\noft fratzen- und geckenhaft und stets sinnlich, den Volks-\ngeist tagtäglich in eine Flut von weltlichen und leichtfer-\ntigen Gedanken reisst, ist es da nicht verdienstlich, ja, not-\nwendig, zu versuchen, in den Massen Herz und Sinn für\ndas Edle, Reine und Erhabene wieder zu wecken? Auf\ndiesem Standpunkte wird die Frage eine höhere, und das\nDirections-Pult wird gewisser Maassen eine Kanzel sittlicher\nLäuterung und socialer Philosophie.\"\nDas ist eine seltene Stimme aus der Nation qui s'a~\nmuse in Sachen der Kunst!— Uebrigens zeugt jener Arti-\nkel auch ausserdem von gutem Verständniss und richtiger\nWürdigung des Werkes. Es heisst darin unter Anderem:\n„Der erste Theil des Elias, den wir bei dem Musikfeste am\n6. December hören werden, enthält mehrere Situationen\nvon wahrhaft antik poetischer Grösse, welche der Meister\nsehr gut zu benutzen verstanden, hat. Elias ist eine monu-\nmentale Gestalt, welche überall in dem ganzen Werke her-\nvorragt. Die letzte Situation, wo der Glaube sich durch\ndas feurige Wunder von Neuem befestigt, die Herzen sich\nder Reue erschliessen, und der Prophet vom Herrn den\nerbetenen wohlthuenden Regen erhält, bildet das Finale\ndes ersten Theiles und ist vom Componisten bewunderns-\nwerth empfunden und wiedergegeben. Der Kampf des\nElias mit den Baalspriestern ist nicht weniger grossartig\nAufgefasst; er ergreift besonders durch die breiten charak-\nteristischen Contraste und durch eine hinreissende rhyth-\nmische Steigerung. Eine tief ergreifende Scene ist die Auf-\nerweckung des Knaben zu Sarepta; hier ist der dramati-\nsche Stil mit dem oratorischen auf geschickte Weise ver-\nbunden. Das Doppel-Quartett der unsichtbaren Engel, die\nden Elias auf seinem Wege begleiten, ist eine der lieblich-\nsten Inspirationen. Die beiden Chöre, welche gleich An-\nfangs kurz nach einander folgen, haben in Hinsicht auf\nFactur und lyrischen Ausdruck hohen Werth; ihre Form\nist breit, feierlich, musicalisch gelehrt in der gesundesten\nBedeutung des Wortes. Das stammt in gerader Linie von\nSeb. Bach und Händel ab.\n„Bei solchen Schönheiten ersten Ranges dürfen wir\nauch hier denselben Erfolg erwarten, den das Werk in\nDeutschland und in England längst errungen. Allein man\nverrechne sich nicht! Dieser Erfolg ist weder gesucht noch\nerobert durch irgend eines der gewöhnlichen und niederen\nMittel, der gewaltigen, übertriebenen Effecte, die bei dem\nüberraschten Zuhörer eine Verblendung hervorrufen, wel-\nche zu plötzlich eintritt, um eine dauerhafte Vorliebe zu\nwerden. Mendelssohn, der ganz und gar nur den wahren,\nedeln Ausdruck des Inhalts und Charakters seines Stoffes\nwollte, ein Mann von dem klarsten Verstände und hohem\nsittlichem Gefühl, kannte das jetzt nur allzu bekannte Ger\nheimniss noch nicht, die Menge durch rein materielle Reize\nzu verführen. Sein ehrlicher Charakter folgte keinem ande-\nren Führer als dem Sinne für das Schöne, so wie er es\nempfand und begriff, und hegte einen Abscheu vor jedem\nZugeständnisse, das den Launen der Mode geschmeichelt\nhätte und von der Festigkeit seines künstlerischen Glau-\nbensbekenntnisses verdammt worden wäre. Also nichts für\ndie Ansichten des Tages, nichts für den wunderlichen Rap-\ntus einer ephemeren Glorie in diesem Werke von erhabe-\nner biblischer Farbe.\"\nIn einer anderen Besprechung desselben wird einge-\nstanden, dass die Franzosen mit Unrecht keinen Geschmack\nan den Oratorien finden. „Woher mag es rühren? Haben\ndie charakteristischen Grundbedingungen dieser ernsten\nMusikgattung zu wenig Verwandtes mit dem National-\ngeiste? oder sind bis jetzt die Gelegenheiten, die Werke\ndieser Art zu hören und schätzen zu lernen, so selten und\nso vereinzelt gewesen, dass das französische Ohr sich noch\nnicht für diesen Stil gebildet und hinlänglich daran ge-\nwöhnt hat? Wir wünschen, das Letztere annehmen zu\ndürfen. Ueberall, auch bei den Eindrücken der Kunstge-\nnüsse, spielt die Gewohnheit eine grosse Rolle. Die Ge-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "403", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.3", "texte": "Wohnung ist eine Art Hebung der Sinne, eine bildende Er-\nziehung, der sich auch die am besten organisirte Natur\nnicht immer entziehen kann. Es gehört Mutb, ja, Kühnheit\ndazu, diese Erziehung zu unternehmen; aber es ist eine\neben so ruhmvolle als schwierige Aufgabe, in Frankreich\ndas deutsche Oratorium heimisch zu machen, so wie Men-\ndelssohn es begriffen und von Neuem begründet hat, indem\ner die abgebrochene Kette der Tradition bei Bach und\nHändel wieder anknüpfte.\n„Das Oratorium ist zwar jenseits der Alpen entstan-\nden, aber dieses Kind Italiens hat schon sehr lange nichts\nItaliänisches mehr an sich. Deutschland hat es gross gezo-\ngen und zu dem gemacht, was es ist; ihm verdankt es\nseine Entwicklung, seinen gesunden und kräftigen Körper-\nbau, seine man iliche Kraft, seinen Ernst und seine Grösse.\nMendelssohn hatte sich die Aufgabe gestellt, die Arbeit\nder beiden erlauchten Patriarchen des deutschen Oratori-\nums und der protestantischen Kirchenmusik überhaupt\nwieder aufzunehmen und fortzusetzen, ohne die reichen\nEroberungen der Kunst auf dem Gebiete der Harmonie\nund der Instrumentirung zu verschmähen.\"\nDaneben klingt es freilich etwas komisch, wenn der-\nselbe Referent dem Dirigenten den Rath gibt, bei künfti-\ngen Aufführungen einen Theil der Recitative zu streichen,\n„weil das Programm sie ersetze und die deutsche Geduld\neben nicht die vorherrschende Tugend der Franzosen sei.8\nDass Herr Pasdeloup es nicht gewagt hat, den ganzen\nElias gleich beim ersten Male aufzuführen, kann man, wenn\nman die hiesigen Verhältnisse und Vorurtheile kennt, nur\nbilligen. Das Eis muss nach und nach gebrochen werden;\ndass aber die Oratorienmusik jemals mit vollen Segeln das\nMeer von Paris befahren werde, dürfte trotz alledem zu\nbezweifeln sein. Es werden immer nur einzelne Gruppen,\nnicht die Masse der Bevölkerung, sich am Ufer sammeln\nund den stolzen Bau bewundern, wiewohl die Wahrneh-\nmung, dass ein gewisser Instinct bei der jetzigen Auffüh-\nrung das gesammte Publicum oft zum Beifalle hinriss,\neinige Hoffnung lür die „Gewöhnung und Erziehung\" des-\nselben begründet. Der erste Chor, dann der Chor in G-\ndur: „Wohl dem, der den Herrn lürchtet\" (Heureux qui\ntoujours Vaime),der Baals-Chor, der Lobgesang nach dem\nStrömen des Regens wurden von der ganzen Zuhörerschaft\nmit lautem Beifall aufgenommen. Die Chöre gingen alle\nrecht gut, namentlich was Präcision und festen Einsatz be-\ntrifft. Die prachtvolle Wirkung der Orgel, gespielt von\nJ. Cohen, trug nicht wenig zu dem mächtigen Eindrucke\nderselben bei.\nUm die Zuhörer für die zweite Abtheilung des Con-\ncertes zu gewinnen, musste in der ersten für mannigfalti-\ngere Musik gesorgt werden. Sie begann mit der Ouvertüre\nzum Freischütz, die mit Feuer ausgeführt und mit Begei-\nsterung aufgenommen wurde. Darauf producirteDaussoigne-\nMehul eine Phantasie über die Hugenotten auf einer Salon-\nOrgel Alexandre's, welche trotz der drei Manuale und\neinem Pedal dennoch in dem ungeheuren Räume keine\nWirkung machte. Desto mehr gefiel eine für\nChor und Orchester, von Gounod, der völlig wieder her-\ngestellt ist, nach einem Präludium von J. S. Bach gear-\nbeitet. Sie musste wiederholt werden.\nJedenfalls ist die Unternehmung von derartigen musik-\nfestlichen Concerten ein Fortschritt lür Paris, und es ist\nnur zu wünschen, dass die Sache Bestand habe und nicht\nwieder, wie so manches Aehnliche schon früher, in dem\nStrudel der Salon- und Virtuosen-Musik untergehe.\n\nB. P.\n\nDie Entstehung der Gambe\n\n*)•\nDie Namen der Stimmen einer Orgel sind den Instru-\nmenten entnommen, die man im Leben vorgefunden hat.\nDie Orgel enthält nun in sich vereinigt alle nur denkbaren\nInstrumente; alle Instrumente hat man nachzuahmen ge-\nsucht, und es ist desshalb ganz gerechtfertigt, wenn man\ndie Orgel die Königin der Instrumente genannt hat. Viele\nStimmen der Orgel charakterisiren in neuerer Zeit ihren\nNamen nicht, und am häufigsten ist dies der Fall wohl bei\nder Gamba.\nIn frühester Zeit benutzte man zur Begleitung des Ge-\nmeindegesanges die Posaunen, von denen man vier Arten:\nDiscant-, Alt-, Tenor- und Bass-Posaunen, hatte. Diese In-\nstrumente waren in den meisten Fällen des harten Metalls\nwegen, aus dem sie gearbeitet waren, zu hart und scharf,\nund man erfand daher Posaunen von Holz, so genannte\nRohr-Posaunen, von denen man auch vier Arten hatte. In\nheutiger Zeit hat man von diesen Rohr-Posaunen eigentlich\nnur noch zwei Arten, das Hautbois (die Clarinette ist eine\nAbart desselben und wurde erst später erfunden) für den\nDiscant und Alt und das Fagott lür den Tenor und Bass.\nIn vielen Fällen waren diese Rohr-Posaunen auch noch zu\nstark, und man benutzte daher die Flöten, mit denen man\nauch alle vier Stimmen begleitete. Natürlich waren diese\n\n*) Aus der Probe-Nummer des fünfzehnten Jahrgangs\n(1858) der bewährten Orgel-Zeitschrift Urania, herausgege-\nben von G. W. Körner in Erfurt."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "404", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.4", "texte": "Flöten nicht so, wie unsere, die man zur Verstärkung und\nHervorhebung der Melodie braucht, sondern Discant-, Alt-,\nTenor- und Bass-Flöten. Nun wollte man aber auch Instru-\nmente haben, die zur Begleitung von Solo-Stellen für die\nSänger benutzt werden könnten, und die so angenehm,\nsüss, verborgen, schmachtend, einwiegend und wohlthuend\nklängen und aufs Ohr der Zuhörer so wirkten, wie auf die\nGeruchs- Werkzeuge der Duft eines Veilchens, einer Viole.\nEin Veilchen macht sich durch seinen süssen Duft bemerk-\nbar, man wird durch denselben entzückt, weiss aber nicht,\nvon wo er kommt, da man den Ort, an dem das Veilchen\nwächst, kaum entdecken kann. Eben so sollte das Instru-\nment aufs Ohr wirken. Man sollte Töne hören, von ihnen\nentzückt und hingerissen werden, aber nicht wissen, woher\nsie kommen. Man ersann daher Bogen-Inslrumente, deren\nTon dem Ohr so angenehm wie der Veilchenduft den\nRiech-Werkzeugen war, und nannte sie Violen. Zwei Ar-\nten von Violen hatte man vorzüglich, nämlich eine Viola\ndi Gamba, d. i. Fuss- oder Knie-Viola, und eine Viola\nd'Amore oder Viola di Braccio, d. i. Arm-Viole oder Brat-\nsche. Erstere benutzte man zur Begleitung des Tenors und\nBasses, letztere für den Discant und Alt. Heute hat man\nfür Viola di Gambadas Violoncello und für Viola di Braccio\ndie Bratsche. In früherer Zeit kannte man mehrere Arten\nvon Violen, z. B. Viola di Spalla, ein jetzt ganz verscholle-\nnes Instrument, ferner Viola Pomposa, deren Erfinder J. S.\nBach war. Die Viola di Gamba wurde aller Wahrschein-\nlichkeit nach in England aufgebracht und war vor Zeilen\nin allen Ländern eines der beliebtesten Instrumente. Es\nhatte beinahe die Form eines Cello und wurde zwischen\nden Knieen gehalten. Sein Ton war nicht sehr stark, aber\nnäselnd, ohne unangenehm zu sein. Auf dem Griffbrette\nwaren Bunde angebracht, welche, wie bei der Guitarre,\nden Fingern ihre Stellen anwiesen. Die Gambe halte An-\nfangs in d, g, c, e, a, dgestimmte Saiten; um 1600 aber\nfügte Marais in Paris eine siebente Saite hinzu und liess die\ndrei untersten überspinnen. Hans Havden, Organist zu\nNürnberg, erfand um 1609 ein Tasten-Instrument in Form\neines Flügels, welches den Ton der Gamba nachahmen\nsollte und unter dem Namen Gambenwerk oder Geigen-\nClavicyrobal bekannt ist. Die jetzigen Violen sind später\nerfunden worden und eine Abart derselben. Man nennt sie\nkleine Violen, Violinen oder Geigen, und ihre Bestimmung\nwar für die Oper, wo sie in Italien zuerst gebraucht wur-\nden. Dort, hatte man sogar ein Violino Piccolo, d. i. Ta-\nschengeige, die ihren Namen erhalten hat, weil man sie\nihrer Kleinheit wegen gewöhnlich in der Tasche zu tragen\npflegte. Sie stand in der Stimmung um eine Quarte höher\nals die gewöhnliche Geige.\nViola di Gamba als Orgelregister müsste demnach das\nschwächste und zarteste Register einer Orgel sein; es gibt\nhin und wieder auch noch alte Orgeln, in denen dieses Re-\ngister wirklich sehr zart, fein und dünn ist. Neuere Orgel-\nbauer aber bauen dieses Register ganz anders, sie intoniren\nes scharf, spitz und stark, um es als Kraftstimme, mit einer\ngedeckten Stimme sogar als Rohrstimmc, gi brauchen zu\nkönnen. Unrecht ist es freilich, dass so viele Orgeln keine\nRohrstimmen haben. In jeder, sogar der kleinsten, Orgel\nmüsste ein Rohrwerk sein. Da dieses der Fall nicht ist, so\nsucht man durch Gamba und einen Gedackt diese Stimmen\nzu ersetzen. Salicional heisst Weidenrohr, Weidenpfeife,\nund klingt viel stärker als Gamba. In den Orgeln beobach-\ntet man aber das Umgekehrte: Salicional ist meist fein und\ndünn, Gamba aber krass und scharf.\nEs lassen sich keine Normalregeln über die Combi-\nnationen der Register feststellen, weil nicht alle gleich be-\nnannten Register in allen Orgeln gleich sind, und weil fer-\nner nicht alle Kirchen- und Orgel-Chöre gleich gross und\nakustisch gut gebaut sind. So viel ist aber wohl richtig, und\ndie Beobachtung bei fast allen neuen Orgeln wird es bestä-\ntigen, dass Gamba, allein gespielt, zähe und schlecht an-\nspricht, und sich daher nicht gut macht, mit Hohlflaut oder\nGedackt vereinigt aber sehr wohlthuend wirkt.\nBerlin.\n\nTh. Mann.\n\nBeurtheilungen.\nFür Gesang.\nCarl Debrois van Bruyck, Lieder und Gesänge\nfür eine Singslimme mit Begleitung des Pianoforte\ncomponirt und dem Königlich Preussischen Musik-\nDirector Herrn Dr, Karl Löwe verehrend zuge-\neignet. 3. W. 2. Hefte. Wien, Mechetti. ä 20 Sgr.\nDer junge, ernst strebende Componist der Tonbilder\nfür Pianoforte, die in diesen Blättern bereits anerkennend\nangezeigt sind, hätte sieh recht klar machen sollen, worin\ndie Vorzüge Löwe'scher Balladen bestehen, dann würde er\nseinem Vorbilde noch glücklicher nachgestrebt haben. Vor-\nzüge, die den Balladen aus Löwe's Glanzzeit zugestanden\nwerden müssen, sind: glückliche Text wähl, namentlich\nhistorisch-plastischer Art; der Sänger, nicht der Clavier-\nspieler, steht in erster Linie; bei reicher Erfindungsgabe"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "405", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.5", "texte": "eine edle Popularität, die möglichst djnkbar verwer-\nthet wird.\nGleich die erste Nummer des van Bruyck'schen Wer-\nkes, „DasGlück\" von F. Hebbel, ist, weil abstract, wenig\nzur Composition geeignet. Was den zweiten Punkt betrifft,\nso steht der Clavierspieler überwiegend in erster Linie,\nwas auch an einigen langen Nachspielen zu merken ist, und\nendlich wäre auch hier und da etwas weniger Künstlich-\nkeit zu wünschen gewesen, z. B. in den Liebesliedern, Nr.\n6 in E-durund Nr. 7 in As-du 12/8-Tact.\nDie vorliegenden acht Nummern lassen sich füglich in\ndrei Gruppen bringen: 1) Nr. 2, „Sturmabend\", mit einem\nkrassen Texte von F. Hebbel, dessen Gegensätze in Sturm-\nwind-Rosen und Kosen-Tod bestehen; Nr. 3, „Am Ru-\nnenstein\", von H. Heine, das musicalisch gelungenste die-\nser Gruppe, und Nr. 5, „0, Öffne die Thür mir\", von R.\nBurns, wo es zuletzt zwei Leichen gibt. Also schauer-\nliche, sehr melancholische Texte. 2) In schmerzlich-sehn-\nsüchtige Liebeslieder von E. Kuh, Nr. 6 und 7, und 3) in\nsinnig heitere und freundliche. Nr. 1, abgesehen von dem\nHebbel'schen abstracten Texte, Nr. 4, „Der vom Himmel\ngefallene Stein\" von Hafis, ein auch musicalisch recht ein-\ngängliches, weil einheitvolles Lied, und Nr. 8, „Gross ist\ndes Sommers Macht\", von E. Kuh, eine recht niedliche\nComposition.\nEin lobenswerther, sichtbarer Ernst, der seinen Vor-\nwurf im Kerne zu erfassen sucht, zieht sich durch sämmt-\nliche Compositionen hindurch. Auf zweierlei erlauben wir\nuns den Componisten noch aufmerksam zu machen: 1) un-\nnütze Härten, weil unschön, zu vermeiden, namentlich den\nCiaviersatz hübsch rein und sauber zu halten, und 2) auch\nden Umfang der Singstimme im Auge zu behalten. Z. B.\nNr. 3 verlangt einen Umfang von klein ais bis zweigestri-\nchen fis. Für welche Stimme ist das Lied geschrieben?\nWir geben dem ersten Hefte den Vorzug; Nr. 3,\n„Am Runenstein\", und Nr. 4, „Der vom Himmel gefal-\nlene Stein\", zeugen nach ernster und lieblicher Seile hin\nvon Gesundheit und Frische in der Erfindung, und werden\nmit Recht sehr ansprechen. fff\n\nFür Pianoforte.\nGrand Sonata, composed\nscribed (o »Fräulein Dorchen Langbein\" by Dr.\nGleitsmann.(Ohne Werkzahl.) /Vice 5\nLondon, J. Alfred Novello.\nEin merkwürdiger Titel! Die deutschen Namen „Dor-\nchen Langbein Dr. Gleitsmann\" in englischer Umgebung\nund Grand Sonata, ohne Bezeichnung des Instrumen-\ntes, lür welches sie geschrieben! Vielleicht hat der Com-\nponist gedacht, dass sich bei der Widmung an eine Dame\ndas Ciavier von selbst versteht. Ob der letzte Satz aber\nvor weihlichen musicalischen Ohren Gnade gefunden hat?\nSchwerlich; er ist, um mit dem schwächsten Theile der\nSonate zu beginnen, sehr langweilig, wiewohl er nur (?) 9\nSeiten füllt, der erste hingegen 13, sage dreizehn Folio-\nSeiten.\nHier, im ersten Salze, C-moll, 4/4-Tact, scheinen denn\nallerdings allerhand verliebte Grillen in und ihr\nSpiel zu treiben. Einmal bis zum Tode betrübt:\ndann wieder himmelauf jauchzend\nDer reelle musicalische Gedanken-Inhalt hätte zum Vor-\ntheil des Ganzen füglich etwa auf die Hälfte der Seiten-\nzahl gebracht werden können. Der Satz schweift offenbar\nzu sehr in die Breite, ist aber doch der bedeutendste der\nSonate. Das Scherzo, F-moll, mit seinen nicht leicht aus-\nzuführenden Octav-Sprüngen und dem ernsten, andächtigen\nTrio in Des,das einen Gegensatz zum etwas wilden, sprin-\ngenden Scherzo bildet, ist ganz hübsch. Dagegen leidet\ndas Adagio in A-dur (vorher C-moll, Es-dur, F-moll, Des-\ndurl) an Ueberschwänglichkeit, auch in Hinsicht auf die\nsehr schwierige Ausführung, die theils in sehr weiten, an-\ndauernden Sprüngen der linken Hand, theils im Ueber-\nschlagen der Hände besteht. Es macht den Eindruck, als\nob ein wohl befestigtes Herz im Sturm genommen werden\nsollte. Ob aber die aufgebotenen Mittel im Verbältniss\nzum Gedanken-Inhalt stehen, das ist eine andere Frage.\nDer nun folgende letzte Satz ist aber ein prächtiges Ab-\nkühlungsmittel gegen alle vorangegangenen Ueberschwäng-\nlichkeiten. Man stelle sich dieses alte Zopf-Thema\nin allen Dur- und $/o//-Tonarten mit so und so viel Se-\nquenzen einmal lebhaft vor, und man wird kein Verlangen\ntragen, seine Finger mit den Tasten dieses Satzes in Be-\nrührung zu bringen."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "406", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.6", "texte": "E. Pauer, Sonate Op.\n45. Mainz, Schott. 3 Fl. 12 Kr.\nDieser Componist weiss, was er will. Er wollte ein\nansprechendes, dankbares Duo lür Pianoforte und Cello\nfür anständige Unterhaltungs-Musik suchende Dilettanten\nschreiben, und das hat er als ein alter Praktiker mit festem,\nsicherem Griff gethan in fasslich übersichtlicher Weise.\nDem Cellospieler ist an den nöthigen Stellen der Finger-\nsatz angegeben. Es klingt und wird in den Kreisen, lür\nwelche es bestimmt ist, gern gespielt werden. Erster Satz:\nA-dur, s/4-Tact (Mittelsatz in ZweiterSatz:\nquasi Allegrettoin Liedform, %,\nmoll. Dritter Satz: Finale, A-dur, 4/4-Tact. Die Cantilene\ndes Mittelsatzes wird erst vom Cello in G, später in der\nDominante vom Pianoforte vorgelührt, nachher ganz eben so\ntransponirt in C und A.— An eine Beethoven'sche A-dur-\nSonate hat man also dabei nicht zu denken das versteht\nsich von selbst. -j-ff\n\nFür Orgel.\nV. D.\n1. C. H. G. Dav i n, Op. 5, Hülfsbuch für angehende\nOrganisten. Heft 1. Vorspiele in den gebräuchlich-\nsten Dwr-Tonarten. Preis 10 Sgr. 2. D. H. En-\ngel, Op. 1 7, Zwanzig leichte Präludien und Choral-\nVorspiele. Herrn Musik-Director E. Hentschel ge-\nwidmet. Preis 10 Sgr.— 3.J. G. Herzog, Op. 22,\nZwölf Orgelstücke zur Uebung und zum kirchlichen\nGebrauche. Seinem Freunde F. Güll gewidmet. Preis\n15 Sgr. 4. Aug. Mühling (geb. 1780, gest.\n1847). Orgel-Compositionen. Lieferung 1 —4. 12\nNachspiele. Preis 1 Tblr. 5. A. G. Ritter, Op.\n29, Album für Orgelspieler. 1. Abtheilung: Prälu-\ndien und Modulationen. 2. Abtheilung: Choral-Vor-\nspiele. Preis 1 Thlr. 15 Sgr.—6. G. W. Körner,\nEvangelisches Kirchen-Präludienbuch. Heft 1— 6.\n1 8 Sgr. (Alle im Verlag von G. W. Körner in Er-\nfurt.)— 7. C. H. Rinck, Op. 107, 36 Nachspiele\nlür die Orgel. Zweite Auflage, besorgt durch Wil-\nhelm Greef, Lehrer und Organist zu Moers. Essen,\nVerlag von G. D. Bädeker. Ohne Angabe des Preises.\n8. Selmar Müller, 36 Vorspiele zu den ge-\nbräuchlichsten Choral-Melodieen. Herrn Seminar-Di-\nrector Dr. Steinberg zugeeignet. Wolfenbüttel, L.\nHolle. Preis 10 Sgr. 9. Cb. H. Zahn, Op. 36,\nZwölf Präludien. Nürnberg, L. Schmidt. Ohne An-\ngabe des Preises.\nVorliegende Sammlungen von Vor- und Nachspielen sind\nzu dem Zwecke, wolür dieselben componirt sind, sämmtlich\nzu empfehlen, vorzüglich denjenigen Organisten, denen es\nan Talent und Kunstbildung mangelt, etwas Gutes zu im-\nprovisiren, und denen es daher zu rathen ist, lieber zu ge-\ndruckten Sachen ihre Zuflucht zu nehmen, als die Gemeinde\ndurch sinn- und planloses Herumphantasiren zu langweilen.\nDass auch die bedeutenden Männer im Fache der Orgel-\nLiteratur sich dann und wann herablassen, etwas für die\nschwächeren Kunstbrüder zu liefern, ist sehr anerkennens-\nwerth, wenn man auch gedachte Männer nicht nach sol-\nchen Erzeugnissen (die sich neben ihren grösseren Wer-\nken wie Papierschnitzel von der Schreibtafel ausnehmen)\nvollständig beurtheilen kann, eben so wenig wie z. B.\nHummel und Moscheies nach der Menge von Kleinig-\nkeiten, die diese für den Clavier-Unterricht schrieben. Un-\nter den vorerwähnten Sammlungen sind Nr. 2, 4 und 5\nihres Inhalts wegen besonders zu empfehlen, Nr. 6 durch\nseine beispiellose Billigkeit, denn lür 18 Sgr. bekommt\nman eine Auswahl von 114 Choral-Vorspielen von Kühm-\nstedt, Töpfer, Markull u. A. Die übrigen zeugen alle von\nguten Studien und gediegenem Streben, wenn auch andere,\nwie z. B. die Rinck'schen, nicht von einer gewissen Mono-\ntonie frei zu sprechen sind. Dass diese Orgelsachen sowohl\nden katholischen wie den evangelischen Lehrern und Or-\nganisten zu empfehlen sind, wollen wir schliesslich noch\nhinzulugen.\n\nAus Hannover.\nDen 14. December 1857.\nNach einer Pause von vier Jahren erklanj» vor unse-\nu\nren Ohren am 30. November endlich einmal wieder eine\nOper von Heinrich Marschner, sein „Templer\".\nSie wurde mit wahrhaft unerhörtem Beifallssturme aufee-\nD\nnommen und am 6. und 13. December unter gleichem\nEnthusiasmus wiederholt. Nach langem Harren und vielen\nWagner-Leiden erschien dem Publicum, das nach musica-\nlischem Lebenslrank dürstete, diese charaktervolle und me-\nlodieenreiche Musik als eine neue und wahre Offenbarung\nderselben, und seine Begeisterung kannte keine Schranken\ndes Hoftons und der Eliquette, zumal da Ihre Majestäten\nder König und die Königin in vollem Maasse dieselbe theil-\nten und den Componisten, ihren Hof-Capellmeister, wie-\nderholt in die königliche Loge entbieten liessen und ihn\nmit Lob und Ehren überschütteten."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "407", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.7", "texte": "Die Intendanz gab die Oper die ersten beiden Male\nausser Abonnement; trotzdem war das Haus beide Male\nüberfüllt. Als bei der zweiten Vorstellung Nie mann\n(Ivanhoe) den zweiten Vers seiner Romanze: „Wer ist\nder Ritter hochgeehrt?\" eben so wie bei der ersten Auf-\nführung wiederholen musste, trat er vor das Directions-\nPult Marschner's und begann mit den Worten: „Wer ist\nder Meister hochgeehrt?\" ein Preislied auf ihn, das einen\nsolchen Jubel erregte, dass Alles mit sang: „Du stolzes\nDeutschland freue dich!\" und auf der Bühne Ritter\nund Volk hervortraten, die Fahnen schwenkten und in den\nJubel einstimmten. Gestern Abends war der Beifall gleich\nstark und des Hervorrufens kein Ende; Marschner musste\nnach jedem Actschlusse auf der Scene erscheinen man\nglaubte sich aus dem kalten Norden und dem sonst so be-\ndächtigen Hannover nach Wien oder nach Italien versetzt.\nDie Ausführung war eine ausgezeichnet gute; Chor\nund Orchester, die bekanntlich vortrefflich sind, übertrafen\nsich dennoch selbst. Die Ausstattung war in jeder Hinsicht\nprachtvoll. Unter den Darstellern errang sich Fräul. Tei-\ntelbach als Rebecca sowohl im Gesänge wie im Spiel\nden ersten Preis. Ihr zunächst standen die Herren Nie-\nmann als Ivanfroe und Rudolph als Bois Guilbert. So\nhat denn diese Oper, die durch zufällige, wir wollen nicht\nglauben absichtliche, Hindernisse mehrere Jahre lang von\nunserem Repertoire verschwunden war, ihrem Schöpfer\neinen Triumph bereitet, der, so wohlverdient er auch ist,\ndoch alles hier Dagewesene weit überstrahlt. 1 \"2.\n\nZweites Gesellschafts-Concert in Köln\nim Hauptsaale des Gürzenich.\nDen 15. December 1857.\nEin neues Werk von Ferdinand Hiller: Sau), Oratorium\nin drei Theilen nach der heiligen Schrift, Text von Moriz Hart-\nmann wurde in diesem Concerte zum ersten Male aufgeführt.\nDie vereinigten musicalischen Kräfte Kölns, im Orchester bei den\nStreich-Instrumenten auch noch durch die Mitwirkung auswärtiger\nKünstler verstärkt, bildeten eine Zahl von nahezu 300 Personen auf\nder Tonbühne. Die Soli waren folgender Maassen besetzt: Saul (Ba-\nriton), Herr M. DuMont-Fier; Michal, seine Tochter\nFräul. Kemond vom hiesigen Stadttheater; Samuel (Bass), Herr\nReinthaler; die Hexe von Endor (Alt), Frau B.; David (Tenor),\nHerr Göbbels; Jonathan (Tenor), Herr A. Pütz.\nDie Ausführung unter der sicheren Leitung des Componisten war\nungeachtet mancher nicht unbedeutenden Schwierigkeiten in Chor, Soli\nund Orchester überall eine sehr gelungene. Das Ganze hatte nicht\nnur ein festliches Ansehen, sondern wurde durch den über alle\nMaassen glänzenden Erfolg zu einem wirklichen Feste für\nden genialen Schöpfer dieses kolossalen Tonwerkes und für die Stadt\nKöln, deren Bevölkerung durch beinahe anderthalb Tausend Zuhörer\nrepräsentirt war, weil sie, von freudigem Stolze bewegt, den grossen\ndeutschen Meister den ihrigen nennen konnte. Ueberall, wo nur ein\nmusicalischer Abschnitt es erlaubte, brach der lauteste Beifall aus ;\nam Schlüsse des ersten Theiles schon wurde Hiller mit Beifallrufen\nund immer wiederholtem Applaus gefeiert, und eben so wieder nach\ndem zweiten Theile und am Ende des Ganzen* Wir haben das hie-\nsige Concert-Publicum noch nie zu so lebhafter Theilnahme aufge-\nregt gesehen; das Werk hat an 50 Nummern, es dauerte von 6 Uhr\n40 Minuten bis 10 Uhr (einschliesslich 20 Minuten Pause), und den-\nnoch blieb die Spannung des Publicums dieselbe, und der Beifall\nsteigerte sich bis zum Ende.\nWir werden in den nächsten Nummern das Oratorium ausführlich\nbesprechen und fügen hier nur bei, dass unserer Ueberzeugung\nnach seit Mendelssohn's Tode nichts geschrieben worden ist, was\ndiesem neuesten Werke Hiller's an die Seite gestellt werden könnte,\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMolsi* Sonntag den 13. d Mts. gab der Männergesang-\nVerein auf dem Gürzenich ein Concert zum Besten der in Mainz\nvom Unglück Betroffenen. Es wurde mit einem recht hübschen Gc-\nlegenheits-Gedichte auf die Erneuerung des Gürzenich von Herrn\nPh. M. Klein, welches dem Festchor von Franz Lachner unter-\ngelegt war, eröffnet. Das Programm enthielt eine schöne Auswahl\nvon Gesängen, z. B. „Frühlingsnahen\" von C. Kreutzer, „Sonnen-\naufgang\" von F. Hill er, den „Waldchor\" aus R. Schumann's\nPilgerfahrt der Rose dieses Mal mit Instrumental-Begleitung und\nvon schöner Wirkung im Gesänge, wenn auch die Begleitung Man-\nches zu wünschen liess —, Mendelssohn's „Der frohe Wanders-\nmann\", Mozart's Ave verum, J. Becker's „Kirchlein\", zwei\nVolkslieder von Sil eher, Doppelständchen von A. Zöllner, Fest-\ngesang an die Künstler von Mendelssohn. Dazwischen aus Be-\nrücksichtigung des Sologesanges : „Lorber und Rose\" von E. Grell\ndurch die Herren A. Pütz und Th. Göbbels, Toast von A. Zöll-\nner (A. Pütz und Solo-Quartett), „Wenn du im Traum wirst fra-\ngen\" von A. Sch äffer iür Tenor-Solo (Th. Göbbels) mit Brumm-\nstimmen, und zwei Lieder am Pianoforte, von Th. Göbbels vorge-\ntragen. Es wurde den ganzen Abend sowohl vom Chor als von den\nSolisten vortrefflich gesungen; es herrschte in den Vorträgen eine\nerhöhte und schwunghafte Stimmung. Der Saal war zu ebener Erde\nbis auf den letzten Platz gefüllt, und auf der Galerie befanden sich\nauch noch einige Hundert Personen. Die städtische Verwaltung hatte\ndas Local unentgeltlich hergegeben. Alle diejenigen, welche den Ver-\nein bisher nur im Casinosaale und nicht in grossen, akustisch vor-\nzüglichen Räumen, wie die Hallen in England es sind, gehört hatten,\nkonnten erst jetzt in dem neuen Prachtsaale des Gürzenich sich über-\nzeugen, was für eine Fülle von Klang in seinem Gesammtton und\nwelche Kunst in den Schattirungen des Vortrags vorhanden ist. Das\nthaten sie denn aber auch redlich, und bekundeten es durch leb-\nhaften I eifall.\nDie berühmte Altistin Miss Dolby aus London, welche die Ein-\nladung der Direction der Gescllschafts-Concerte, um in einem der\nnächsten zu singen, angenommen hatte, ist durch Kränklichkeit ihrer\nMutter zurückgehalten worden und hat ihre Kunstreise nach Deutsch-\nland für diesen Winter ganz aufgegeben, was sehr zu bedauern ist.\nVon der Abtheilung Rotterdam des niederländischen Vereins\nzur Beförderung der Tonkunst ist Herr Capellmeister F. Hill er\neingeladen worden, in dem Concerte am 18. d. Mts. sein Oratorium\n~Die Zerstörung Jerusalems\" zu dirigiren. Er war jedoch verhindert,\ndem ehrenvollen Antrage Folge zu geben.\nüösaia. Im zweiten Abonnements-Concerte unter Leitung des\nHerrn A. Dietrich kam liaydn's Schöpfung zur Ausführung.\nDas Werk war mit grosser Sorgfalt einstudirt, und obgleich der Chor\nin Bonn mehr wie in anderen Städten dem Wechsel der Persön-\nlichkeiten unterworfen ist, so scheint doch der Eifer und die Umsicht"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "408", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18571219-01.1.8", "texte": "des Dirigenten eine wesentliche Vervollkommnung desselben in Vor-\ntrag und Wohlklang hervorgebracht zu haben. Das Publicum spen-\ndete der feurigen und correcten Ausführung einen mehr wie gewöhn-\nlichen Beifall, viele Chöre wurden lebhaft applaudirt, und es zeigte\nsich aufs Neue, dass das, was aus vollem Herzen und in höchster\nEinfachheit der Kunst der jugendlich frische Greis geschaffen, für\nimmer das Muster echter Schönheit bleiben wird, eine Schöpfung,\nvon der man wirklich sagen kann, dass alles, was ihr Schöpfer ge-\nmacht, „sehr gut\" war.\nZu dem Gelingen des Ganzen trug die Ausführung der Soli we-\nsentlich bei. Die Sopran-Partie (Gabriel und Eva) hatte Frau Platz-\nhof aus Düsseldorf freundlich übernommen. Diese Dilettantin, im\nBesitz einer wohllautenden, klaren Stimme, hat ihre schöne Natur-\ngabe in echt künstlerischer Weise ausgebildet, und könnte manchen\nSängerinnen von Fach als Muster reiner Intonation, eleganter Colo-\nratur und tief empfundenen Vortrages dienen. In einer Zeit, wo die\nVerschiedenartigkeit der zu lösenden Aufgaben, die materielle Rich-\ntung des Publicums, auch eigene Verblendung die Sänger von Fach\nvon ernsten Studien immer mehr entfremdet, andererseits der Dilet-\ntantismus den Reiz der Kunst in flüchtigem Genüsse sucht, und bei\neigener unvollkommener Ausführung sich behaglich genügen lässt,\ngehört Frau Platzhof zu den seltenen Erscheinungen derer, die nicht\neher ruhen, bis sie etwas in sich Fertiges und Vollkommenes zu lei-\nsten im Stande sind. Ihre Partieen, namentlich die beiden Arien,\nrissen das Publicum zu stürmischem Beifalle hin. Herr Platzhof\nsang den Adam und ärntete durch seine angenehme Baritonstimme,\nderen sorgfältige Ausbildung in sicherer Intonation und schöner Aus-\nsprache zu erkennen war, verdienten Beifall. Den Uriel sang Herr\nGöbbels aus Aachen ; derselbe ist in letzter Zeit vielfach mit gros-\nser Anerkennung genannt worden ; vielleicht war er an jenem Abende\nnicht wohl disponirt, denn obschon er die zarten Stellen zu schönem\nAusdruck brachte, vermisste man doch im Ganzen eine gewisse\nMännlichkeit des Ausdrucks und die Grösse des Oratorienstils, dem\njede Sentimentalität fremd bleiben muss. Die Partie des Raphael\nhatte Herr Rein thaler aus Köln übeinommen, und man konnte\nvon dem Tondichter des Jephta erwarten, dass er echt musicalisch\nund mit wahrem Ausdruck singen werde. Doch bot er überdies Ge-\nlegenheit, sich an dem Wohllaut seiner kräftigen und umfangreichen\nBassstimme zu erfreuen, und in maassvoller Verwendung der Mittel\nund Wahrheit der Declamation seine künstlerische Durchbildung zu\nerkennen. Das Publicum zollte ihm lebhaften Beifall.\nUnter diesen Umständen war der Eindruck des Ganzen ein höchst\nbefriedigender und gab ein erfreuliches Zeichen von dem kräftigen\nAufschwünge, den die musicalischen Verhältnisse Bonns in den letz-\nten Jahren durch umsichtige Leitung und allgemeinere Theilnahme\ngenommen haben. A\nAlis Creffeltl. Wenn unsere Stadt von je her der Musik, be-\nsonders dem Gesänge, eine Stätte bereitet hat, so ist in den letzten\nJahren vorzugsweise das löbliche Streben der clas-\nsischen Musik auch hier den ihr gebührenden Platz einzuräumen\nund die grossen lonschöpfungen unserer Heroen zui Auftühiung zu\nbringen. Der Sing-Verein, dem seit mehreren Jahren der König-\nliche Musik-Director Herrn. Wolf vorsteht, dessen unermüdliches\nWirken und Schaffen die trefflichsten Früchte trägt, ist eigentlich\nder ausführende Theil der jährlich hier Statt findenden vier oder\nsechs Abonnements-Concerte. Im verflossenen Jahre gelangten neben\nanderen bedeutenden Werken zur Aufführung: „Die Zerstörung Je-\nrusalems\" (unter Mitwirkung der Damen Fräuleiu Deutz und\nUeltzen und der Herren Koch und Schiffer aus Köln); ~Der\nLobgesang\" von Mendelssohn-Bartholdy (unter Mitwirkung von Fräul.\nDeutz); die VII. Sinfonie von L. v. Beethoven; die VIII. Sinfonie\nvon L. v. Beethoven; die Ouvertüre zu Calderon's „Dame Kobold44\nvon C. Rein ecke, und zwar unter persönlicher Leitung des Com-\nponisten; „Die Schöpfung\" von Haydn (unter Mitwirkung von Fräul.\nThelen aus Düsseldorf und der Herren Göbbels aus Aachen und\nRemmertz von München). Diese Angaben dürften schon genügen,\nnm das Eingangs Gesagte zu bestätigen. Das erste Concert der dies-\njährigen Saison fand unlängst Statt. Die Ouvertüre zu ~lphigenie\"\nvon Gluck eröffnete das Concert in glänzender Ausführung. Fräul.\nWolfel vom düsseldorfer Stadttheater sang die Sopran-Arie aus\ndem „\\ampyi\" mit entschiedenem Glück; doch grösserer und auch\nwohlverdienter Beifall wurde der Künstlerin beim Vortrage mehrerer\nLieder; namentlich erfreute sich Schümanns Lied „Die Stille\" einer\nso sorgfältigen Behandlung, einer so zarten Durchführung, dass das\nzahlreich anwesende Publicum rauschenden Applaus spendete. Herr\nAm eis jun. trug mehrere Pianoforte-Soli mit schönem Anschlag und\nsauberem Spiel vor. Das Finale aus „Euryanthe\" gab dem Chor Ge-\nlegenheit, seine Kraft und Fülle zu entfalten. Die Ausführung dieses\nBruchstückes aus dem herrlichen Werke Weber's zeigte, dass Diri-\ngent und Sänger es mit Liebe studirt hatten. Den Schluss des Con-\ncertes bildete die Sinfonia Eroica von Beethoven. Das grossartigo\nWerk gelangte würdig zur Aufführung und fand eine begeisterte\nAufnahme. In dem nächsten Concerte wird Mendelssohn's „Paulus\"\nzur Aufführung gelangen.\n** j?S iliBiz, 7. December. Unter der tüchtigen Leitung des Herrn\nCapellmeisters Fr. Lux gab am 29. v. Mts. der mainzer Männer-\ngesang-Verein in Verbin lung mit dem Lied er kränze und\neinigen Mitgliedern des Vereins für Kirchenmusik im hiesi-\ngen Stadttheater ein Concert zum Besten der durch die Pulver-Ex-\nplosion Beschädigten. Zur Aufführung kamen : Ouvertüre zu Ruy\nBlas von Mendelssohn, O-lsis-Chor, die beiden Männerchöre „For-\nschen narh Gott\" von Kreutzer und „Der fromme Wandersmann\"\nvon Mendelssohn, Kriegers Gebet (mit Blas-Instrumenten) von Fr.\nLaehner, Ouvertüre und Chor der Verschworenen aus Spontini's Fer-\ndinand Cortez, Romanze aus Euryanthe, gesungen vom Herrn Teno-\nristen Zellmann, Adagio und Variationen für Flöte von Fürste-\nnau, mit rauschendem Beifall vorgetragen von Herrn Schulz vom\nherzoglichen Hoftheater in Wiesbaden, und zum Schluss das Jagd-\nlied (Männerchor mit Blas-Instrumenten) von Storch. Ueber die Auf-\nführung selbst herrscht nur die Eine Stimme, dass seit langer Zeit\nhier in Mainz kein Concert gewesen ist, welches wie dieses in jeder\nNummer so vollkommen befriedigte."}]}