{"numero_id": "bm-bmtnabi-1858-02-06-01", "volume": "bmtnabi_1858-02-06_01", "ocr_sha256": "0459bc03db381ec058c4dc0fc23eae4c6a90d34668cdf010028116cd3dca4ff0", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1858/02/06_01/bmtnabi_1858-02-06_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1858-02-06-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-02-06_01#c001", "volume": "bmtnabi_1858-02-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "41", "page_fin": "41", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 473, "texte": "Inhalt.\nSaul. Oratorium von F. Hill er. HI. Von L. Bischoff. Aus Frankfurt am Main (Virtuosen-Concerte Vio-\nlinist Becker Violoncellist Hausinann Fräul. Ottilie Hauer Die frankfurter musicalische Kritik'. Von A. S.— Die neue Erfindung\ndes Herrn Armin Früh. Aus Berlin (Frau Yiardot). Von t. Ein musicalischer Streit in Schwerin. Von S. Das Fcst-Concert der\nStadt Köln am 4. Februar. Tages- und Unterhaltungsblatt (Dresden, Bazzini's Soiree müsicale Frau Jenny Goldschmidt)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-02-06-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-02-06_01#c002", "volume": "bmtnabi_1858-02-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "41", "page_fin": "43", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.2.2", "titre_corps": "Saul.", "titre_sommaire": "Saul.", "signature_source": "L. B", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.1", "debut_caractere": 475, "fin_caractere_exclue": 3512, "texte": "Saul.\nOratorium von Ferdiuand Hiller.\n\nText von Moriz Hartmann.\nIII.\n(I. s. Nr. 2, 11. Nr 3.)\nDer zweite Theil des Hiller'schen Werkes ist Vorzugs-\no\nweise dramatisch gehalten, besonders in seinem mittleren\nAbschnitte. Er zerfällt nämlich in drei Abschnitte, die auch\ndurch musicalische Ruhepunkte bezeichnet sind. Der erste\nenthält die Salbung David's zum Könige, der zweite die\nVerfolgung David's durch Saul und die Versöhnung Bei-\nder, der dritte den Tod Samuel's und den Auszug Saul's\ngegen die Philister.\nDie Einleitung bildet ein liebliches (in\n■%-Tact) von Blas-Instrumenten und Harfenklängen, dem\nsich der Chor der Hirten: „David's Harfe klinget wieder\",\nanschliesst. Wenn derselbe sich auch nicht durch originelle\nMelodie auszeichnet, so gibt er doch ein anmuthiges und\nreizend instrumentirtes idyllisches Gesangstück. Dagegen\nmacht die Salbung David's durch Samuel: „Wie Gott ge-\nbot, Zum Könige von Israel Dich salb' ich hier\" u. s. w.,\neinen grossen Eindruck (.Andante in As-dwr, \"%-Tact);\nGesang und Begleitung, ersterer nicht Recitativ, sondern in\ngetragenem feierlichem Rhythmus, letztere durch Blas-In-\nstrumente, haben den ernsten, mystischen Charakter, wie\ner einer heiligen Handlung ziemt. Vortrefflich ist die Be-\nhandlung der Blas-Instrumente, die in zwei Chöre (Flöten,\nOboen, Clarinetten, Fagotte und 4 Hörner, 2 Trompe-\nten und 3 Posaunen) gesondert, einander aufnehmen, wäh-\nrend bei dem Eintritte des Gesanges in dem ersten und\nzweiten Satze der Salbungsworte die Pauke die Viertel-\nnoten der Singstimme mit angibt, was eine sehr eigen-\nthümliche Wirkung macht. Das Ganze ist piano und mezzo\nforte gehalten. Den Schluss dieser Scene macht ein ener-\ngischer Chor in D-dur,VV'fact, Altegro „ Wer-\nfet hin den Hirtenstab, Greift zu Schild und Waffen !*\nNachdem zuerst der Tenor, dann die anderen Stimmen\nnach einander mit einem schärf rhythmisirlen Motiv in die-\nt)\nsen Ruf ausgebrochen, treten sie bei den Worten: „Gott\nrüstet uns mit Kraft!\" in ein mächtiges Unisono zusam-\nmen, das zusrst auf A, dann auf C, bloss von Posaunen,\ndie hier zum ersten Male eintreten, begleitet, mächtig\ndurchschlägt, während zwischen beiden Unisono's die Vio-\nlinen mit vollständiger Harmonie des ganzen Orchesters\nsich in gebrochenen Accord-Figuren aufschwingen, wie sie\nes bereits bei dem rccitativartigen Gesänge David's: „Der\nHerr ist mein Lieht! Vor wem sollte mir grauen?\" in den\nZwischenspielen gethan, wodurch jenes Recitativ eine vor-\ntreffliche Einleitung zu dem Chor bildet. In diesem tritt\ndas Haupt-Thema erst nach den erwähnten Unisono's und\nihrem Abschluss auf der Dominante wieder in D-dur ein.\nEs hat in der Viertelbeweguna:\no o\neinen ungemein kräftigen Charakter, dessen marschartiger\nSchwung durch die in derselben Weise, wie hier angedeu-\ntet ist, stets in gleichen Vierteln fortschreitenden Bässe des\nOrchesters erhöht wird. Die Ausarbeitung ist frei fugirt;\ngegen Ende ist der Zusammentritt des Unisono-Motivs mit\ndem oben abgedruckten Haupt-Motiv von trefflicher Wir-\nkung. Hiermit schliesst die erste Scene."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4338, "texte": "Die folgende Arie der Michal bildet ein lyrisches In-\ntermezzo zwischen der eigentlichen Handlung. Die Königs-\ntochter spricht ihre Liebe zu David darin aus, zuvörderst\nin einem Andante un poco agitato in G-moll, %-Tact, in\nwelchem die Clarinette-die Melodie einleitet und mit der\nSingstimme alternirt. Das Allegro con anima, G-dur, 2 /4-\nTact, beginnt nach vier Tacten Recitativ: „0, dass mein\nFreund mir antwortete und spräche:\" (welche die Sing-\nstimme ohne alle Begleitung hat) bei den Worten: „Stehe\nauf, meine Freundin, und komme mit mir! Ich folgte dir\"\nu. s. w. Es ist in der Melodie Feuer und Schwung, der\ndurch die voi herrschende Violin-Figur in den Zwischen-\nspielen\ngesteigert wird: für eine dramatische Sängerin ein\ndankbares Musikstück\nDer nun beginnende Abschnitt enthält eine ziemlich\nlange und ganz dramatische Scene, in welcher Chöre von\nKriegern, von Priestern, von Frauen, endlich vom ganzen\nVolke, durch die Solostimmen des Baritons (Saul) und des\nTenors (David) unterbrochen, ein Gemälde der Verfolgung\nund Zerstörung, und zuletzt der Versöhnung der beiden\nKönige musicalisch darstellen. Wir können durch Be-\nschreibung natürlich keine Vorstellung von dem gewalti-\ngen Tonleben, das hier herrscht, geben, von dem leiden-\nschaftlichen Ausdruck des Tobens der Verfolger und von\nder ruhigen Ergebung in den Willen Gottes derer, die\n»betend sterben\". Mit dem wilden Männerchor in\n.(Allegro feroce,2/4-Tact), welcher die Scene beginnt und\ndurch Wiederholung seiner Stretta schliesst, contrastiren\ndie leisen Stimmen der Verfolgten Vocalklänge in\ndur,fast ohne Begleitung auf ergreifende Weise.\nAusgezeichnet schön ist, nach verbraus'tem Krieges-\nsturme, der Ausdruck der Ermattung Saul's und seiner\nSehnsucht r.f.sh dem „Sangesmeister, der sonst die schwar-\nzen Geister, die sein Haupt umschwirrten, zur Ruhe sang\".\nUnter sanft verhallenden Klängen schlummert der König\nein. Der Vortrag dieses Arioso ist nicht leicht; wenn er\naber dem Sänger so gelingt, wie bei der Aufführung in\nKöln dem Herrn DuMont-Fier, so wirkt er ausserordentlich.\nDer Moment, wo David den König weckt und ihm\nseigt, dass sein Leben in seiner Hand gewesen, spinnt sich\nzu einem melodischen Zwiegesange in A-dur aus, nach\nwelchem der Chor des ganzen Volkes die Versöhnung der\nFürsten feiert. Dieser Satz, ein in\n%-Tact: nO, \"<vie schön und lieblich ist es, wenn in Ein-\ntracht Herrscher wohnen!\" athmet einen sanften, beruhi-\ngenden Charakter, sowohl in den Melodieen als in der\nharmonischen Führung der Stimmen und in der Beglei-\ntung der Instrumente; es ist nichts Grelles, nichts Schrof-\nfes darin, ein reiner Fluss, durch dessen ungetrübt klare\nStrömung man überall bis auf den Grund sehen kann. Er\nschliesst die ganze Scene auf eine sehr wohlthuende Weise.\nDie Jünger der Prophetenschule erscheinen und ver-\nkünden Samuel's Tod: ein feierliches Unisono in\nvon leisen Posaunenklängen und dem Paukenwirbel auf\nbegleitet. Der unmittelbar folgende Trauerchor\nin C-moll, 4/4-Tact): „Wehe! 0 finstre Kunde\" ist\neines der besten Stücke des ganzen Werkes; die Anhörung\ndesselben vereinigte auf der Stelle, wie das bei allem wahr-\nhaft Schönen in der Tonkunst der Fall ist, die Stimmen\nder Kenner und des ganzen Publicums zu dessen Preise.\nEin Bote bringt Kunde von einem neuen Einfalle der\nFeinde. Saul fordert zum Auszuge auf, wonach der Schluss-\nchor des zweiten Theiles eintritt, der grösste und gewal-\ntigste des Oratoriums, in C-dur, 4/4-Tact, 33 Seiten Par-\ntitur. Er beginnt mit einem Hymnus (Maestoso) auf\n„Jehovah! Erhaben, einsam-thronest Du\nHinter Wolken in heil'ger Ruh',\nWeil wir auf Erden\nGleich verlass'nen Herden\nAuf öder Haide\nIrren und suchen in Leide/4\nMit dem Rufe: „Mach' uns stark!\" tritt ein auf kräftigere\nWeise markirter Rhythmus ein, in welchem der Wechsel\nzwischen Vier- und Zweiviertel-Tact die Textesworte treff-\nlich zur Geltung bringt und die wachsende Begeisterung\ndes Volkes bezeichnend genug ausdrückt. Das Tempo\ndrängt sich bei den W orten: „Giesse Deinen Zorn auf die\nFeinde aus\", und fällt dann mit: „Schlage sie nieder mit\nstarker Faust\", in ein Allegro energieo ein, dessen Haupt-\nMotiv :\nmit seiner Folge:\n«\neben so glänzend als gediegen durchgeführt wird, bis mit\nden Worten: „Mache Dich auf! denn Du bist der Herr!'\ndas erste Tempo maestoso wieder eintritt und den breiten\nund imposanten Schluss herbeiführt."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4916, "texte": "Wir glauben nicht zu viel zu sagen, wenn wir diese\nletztgenannten zwei Chöre in C-moll und in C-dur für den\nGipfelpunkt des Werkes und für das Genialste und Gross-\nartigste halten, was in der neuen Zeit geschrieben wor-\nden ist.\nDer dritte Theil beginnt mit einem Zwiegesang\nzwischen Saul und der Hexe von Endor (Alt), der, meist\ndeclamatorisch gehalten, nicht als ein eigentliches Duett\nzu bezeichnen ist. Sie beschwört den Geist Samuels her-\nauf, der dem Könige den Untergang weissagt. Auf diese\nScene von düsterer Farbe folgt ein charakteristisch leben-\ndiger Chor der Frauen von Endor in Allegro\nvace, 2/4-Tact: „Erwacht, es flieht die Nacht!\" den ein\nMännerchor (die Krieger Saul's) aufnimmt. Zuletzt verei-\nnigen sich beide Chöre und endigen mit dem Rufe: „Saul,\nwo bist du?\"\nDie Hexe bietet dem ermatteten Könige Labung. Ihr\nArioso: „0, stärke deine Kraft\" zeichnet sich durch\nnichts aus und dürfte eben so gut wegbleiben, zumal da\ndie Abspannung Saul's, die sich hier zum dritten Male im\nLaufe der Handlung zeigt, am Ende den Zuhörer auch\nabspannt und ermüdet. Wir möchten von dieser Scene eine\nbessere Wirkung erwarten, wenn Saul gleich nach dem\nChor, der ihn ruft, zu dem Entschiuss überginge, den er\nnachher ausspricht, zu Sieg oder Tod in den Kampf zu\ngehen. Der Dichter lässt ihn ganz gut sagen:\n„Noch einmal in Pracht\nDurchzieh1 ich die Schlacht!\nErfüllt euch mit Kraft, ihr Sehnen und Adern 1\nUnd kann ich den Eathschluss Jehovah's nicht wenden,\nSo will ich als Held und als König enden!'4\nDer Componist hat sich aber an dieser Stelle nicht zu\ndem Schwung erhoben, den der Text bedingt; dasGegen-\ntheil wäre auch in Bezug auf den Sänger der langen und\nschwierigen Partie des Saul wünschenswerth gewesen, da\nhier Gelegenheit zu einem dankbaren Sologesänge gege-\nben war.\nEs folgt nun der effectvollste Salz des dritten Theiles,\nein Schlachtgemälde mit einem Frauenchor. So widerspre-\nchend das klingt, so neu und lobenswerth ist doch der Ge-\ndanke, es musicalisch auszudrücken, dass die Frauen von\n7 I\nder Anhöhe herab dem Kampfe zusehen, ihre Hoffnungen\nund Gebete, ihre Angst und Schrecken aussprechen, wäh-\nrend die Schlacht in dem Blachfelde tobt. Dieses Toben\nmalt ein wilder Instrumentalsatz in E-dur und E-moll,\nAllegro nontroppo in12/8-Tact, in welchen die Frauenstim-\nmen hinein tönen, meist in abgebrochenen Sätzen, manch-\nmal recitativartig, dann zu leidenschaftlichem Gebete ver-\neinigt, bald von den Wogen des Kampfes getragen und\nihn schildernd, bald der in der Brust wechselnden Em-\npfindung von Furcht und Hoffnung lauten Ausdruck ge-\nbend bis ihre Stimmen zuletzt im Weheruf, im Fliehen\nverklingen und dahinsterben. Es gehörte in der That Ge-\nnie dazu, um die schwierige Aufgabe zu lösen und diese\nfurchtbare Situation in Tönen zu bewältigen! Wie leicht\nkonnte der Strom hier durch die Schranken brechen!\nHiller hat aber die musicalische Flut, die er selber erregt,\nauch zu bändigen verstanden. Allerdings darf man dabei\nnicht an den Stil von Bach und Händel denken: es ist rein\nmoderne Musik, alle Mittel der neueren Instrumentation\nsind benutzt, drei Posaunen und Tuba, vier Hörner, grosse\nTrommel und Becken aber nirgends begegnen wir tri-\nvialen Phrasen oder banalem Lärm, überall ist Form und\nMusik. Es ist ein Prachtstück. Mit grosser Kunst ist der\nFrauenchor so behandelt, dass die Stimmen überall durch-\ndringen, und doch sind sie an den meisten Stellen ganz\nselbstständig und nicht einmal von Blas-Instrumenten, die\nihren Weg allein gehen, unterstützt.\nDie Schlacht ist verloren. Saul erscheint noch einmal\nmit Kraft spricht er aus, dass „sein eigener Wille ihn\nfrei machen solle\", und stürzt in sein Schwert. Ein-schar-\nfer Misston schreit auf im Orchester; sanfte Melismen von\nBlas-Instrumcnten wandeln ihn in stille Klage.\nS - - , r - • -1 H * t A ,\nDie letzte Scene führt uns in die Stadt und in den\nPalast des Königs zurück. Michal vernimmt die Kunde von\nSaul's Tode und klagt um ihn Solo mit Chor in D-ITWU,\n%-Tact: „Streifet ab die Prachtgewände\", ein Satz, der\ndurch seine lebhafte Bewegung mehr die Aufregung der\nGemüther als den Schmerz ausdrückt, wodurch auf ge-\nschickte Weise die Eintönigkeit wiederholter Trauerge-\nsänge vermieden ist.\nDavid singt ebenfalls ein Klagelied um Saul und Jo-\nnathan, in welches der Chor wiederholt in kurzen Sätzen\neinfällt. Michal und das Volk huldigen ihm als König, und\ner stimmt ein Dank- und Preislied auf Gott den Herrn an,\n„denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns, Halle-\nluja!\" - Diese Worte werden zu einem Hymnus benutzt\n(Allegro ma non troppo, C-dur, 74-Tact), dessen Melodie\nvon der Solostimme David's intonirt und nach Art der\nResponsorien vom Chor wiederholt, dann aber contra-\npunktisch im Chor durchgeführt wird, jedoch so, dass die\nSolostimme namentlich gegen das Ende hin an einzelnen\nStellen wieder hell und licht sich aufschwingt. Dieser\nChor bildet den würdigen und schwungvollen Schluss des\nWerkes.\n\nL. B."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-02-06-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-02-06_01#c008", "volume": "bmtnabi_1858-02-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "44", "page_fin": "45", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.2.3", "titre_corps": "Aus Frankfurt am Main.", "titre_sommaire": "Aus Frankfurt am Main.", "signature_source": "A. S", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5333, "texte": "Aus Frankfurt am Main.\n\n[Virtuosen-Concerte Violinist Becker ans Mannheim Violon-\ncellist Hausmann Fräulein Ottilie Hauer aus Wien Die\nfrankfurter musicalische Kritik.]\nDie laufende Saison hat uns bereits mehrere fremde\nVirtuosen von mehr oder weniger Ruf zugeführt, als die\nbekannte Pianistin Fräulein Rosa Kastner aus Wien,\nSignora G o m ez - W o 1 o ws k a, „Prima donna assoluta\nmehrerer Theater Italiens und Spaniens\", die beiden lon-\ndoner Violoncellisten Piatti und Hausmann, zuletzt den\nPianisten Ernst Pauer aus London. Die Prima Donna\nausgenommen, haben die Anderen Vorträge in guter Mu-\nsik im Museum gegeben, Fräulein Kastner und Herr Haus-\nmann aber auch noch Privat-Concerte. Ueber die Matinee\ndes Letzteren am 24. Januar im Russischen Hofe lohnt es\nder Mühe, Ihnen einige Notizen zuzuschicken.\nZunächst sei der darin gemachten Bekanntschaft mit\ndem mannheimer Concertmeister Becker erwähnt. Er\nspielte im D-dur-Quartett von Mozart die erste Stimme\nund trug auch noch Salonstücke von Vieuxtemps und Baz-\nzini vor. Das Spiel des noch sehr jungen Mannes verdient\nbesondere Beachtung, und scheint es nicht gewagt, dem-\nselben eine schöne Zukunft vorherzusagen, die sich um so\neher verwirklichen wird, je früher er bedacht ist, kleine,\nkünstlerischer Fortbildung ungünstige Verhältnisse mit\ngrösseren zu vertauschen, die dem aufstrebenden Talente\nweiten Raum zur Bewegung gewähren. Sein Ton ist von\nseltener Schönheit und Fülle, der Bogen frei und die In-\ntonation vollkommen rein. Nur der Stil im Ganzen bedarf\nnoch sorgfältiger Feile. Dieser Mangel dürfte aber bald\nbeseitigt sein, sobald Herr Becker mehrfache Gelegenheit\nfindet, gute Muster zu hören, selber aber hauptsächlich\nsich an gute Musik hält, die zum Stil-Studium auffordert.\nNur auf diesem Wege kann das Bestreben nach Vollen-\ndung wirksame Unterstützung finden. Das viele Spielen\nmoderner Salonslücke führt sicherlich auf Abwege und\nmacht alles höhere Streben illusorisch; das beweisen die\nCascaden- und Carnevals-Spieler tagtäglich. Unter, ihren\nHänden tritt selbst classische Musik in nächste Verwandt-\nschaft zur Cascaden- und Carnevals-Musik.\nUeber Herrn Hausmann ein Urtheil zu fällen, ist\neben nicht leicht. Der Künstler ist fertig, von jeder Seite\nbetrachtet. Es scheint in ihm eine Doppelnatur zu walten,\nüber deren verschiedene Kundgebungen der Beurtheiler\nleicht in Verlegenheit gerathen kann. Das Ergebniss sei-\nner Productionen zu Frankfurt wird dann aber doch mit\nSicherheit so zu fixiren sein: gediegener, ja, meisterlicher\nVortrag aller fremden Compositioncn, das Gegentheil\naber bei eigenen—Gottlob nur so genannten Phantasieen,\nderen er zwei zum Besten gegeben. Woher mag es wohl\nkommen, dass sieh der Künstler im Eigenen als ein ganz\nAnderer zeigt? Unbezweifelt von dem Uebermaass an auf-\ngebürdeten Schwierigkeiten, widerstrebend der Natur des\nInstrumentes, nicht minder auch der Fähigkeit, sie sieg-\nreich zu überwinden. Welch ein Unterschied zum Beispiel\nzwischen einer so zusammengeleimten Phantasie und Men-\ndelssohn's Variationen für Pianoforte und Yioloncell, die\nHerr Hausmann mit Herrn Henkel vortrefflich vorgetra-\ngen hat!\nWenn doch die Herren Virtuosen im richtigen Ver-\nständnisse des eigenen Interesses, wenn auch nicht in dem\nder Kunst, das Componiren, resp. Erfinden, Anderen über-\nlassen wollten! Was sie suchen, Neuheit, vielleicht gar\nGeist, ist für sie nicht auffindbar; was sie wirklich erfin-\nden, ist in der Regel nur schales, ja, zumeist triviales Zeug,\ndas, wenn noch so künstlerisch umschrieben und im Aus-\ndruck des Gefühls noch so künstlich geheuchelt, dennoch\nder pure Gegensatz von gut, schön, edel bleibt. Derlei tö-\nnende rngebilde aber in die unmittelbare Nähe eines\nwahrhaften Kunstwerkes zu stellen und sie einem gebilde-\nten Auditorium zum Mitgenuss zubieten, bekundet eben so-\nwohl maasslose Eitelkeit als Nichtkenntniss der Pflichten\ngegen sich, gegen die Kunst und gegen das Publicum. Das\nist Seitens einer pflichtgetreuen Kritik Allen entgegen zu\nhalten, weil sich Alle solcher Vergehungen schuldig machen.\nIn dieser Matinee erlebten wir etwas Absonderliches,\nvon dem ich Ihnen auch Kunde geben will. Das Programm\nbesagte unter Anderem: „Nr.: 3. Gesang.\" Da ward von\ndem Veranstalter ein Mädchen aus der Fremde als Rette-\nrin in der Noth vorgeführt ; Keiner wusste, woher sie kam.\nMendelssohn's Sulnika begann, und schon nach wenig\nTacten regte es sich in der Versammlung. Jeder schien zu\nfühlen, dass keine gewöhnliche Erscheinung vor uns stehe.\nEine frische Stimme voll Wohllaut, schön in der oberen\nOctave, ein positiver Tonansatz, musterhafte Tonverbindung\nfern liegender Intervalle, tadellose Intonation, ziemlich gute\nAussprache, über Alles ein einfacher Ausdruck naturwah-\nren Gefühls das waren die Ingredienzien eines Gesang-\nVortrages, der heutzutage, ungeachtet so vieler Conser-\nvatorien und voluminöser Gesangschulen, dennoch zu dem\nAlierseltensten in der Musikwelt gehört. Die Versammlung\nwar wie elektrisirt. Mit gleich tiefgefühltem Vortrage folgte\nein Lied von Schumann, später noch ein drittes von Gol-\ntermann mit VioloncelUßegleitung. „Ein Jeder ging be-\nschenkt nach Haus.\" Jedenfalls war dieser Vorgang ein\nerfreuliches Zeugniss, dass es um Vorbildung und Blasirt-\nheit des musikliebenden Pubücums noch nicht so gar\nschlimm steht. Man biete ihm nur Gutes, aber mit Herz\nund Sinn."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2781, "texte": "Nun darf ich Ihnen wohl den Namen dieses Mädchens\naus der Fremde verrathen, da sich unsere Musikwelt doch\nbereits damit beschäftigt: Fräulein Ottilie Hauer aus\nWien; ihr Gesanglehrer ist der eigene Vater, ein prakti-\ncirender Arzt. Die junge Dame befindet sich bei Verwand-\nten hier zum Besuche. .\nDa ich schon im Berichten von Ungewöhnlichem bin,\nso sei noch etwas dergleichen niedergeschrieben, die frank-\nfurter Kunstkritik betreffend, und zwar die musicalische.\nDieAnnalen der freien Stadt wissen auszusagen, dass kei-\nnes der hiesigen älteren Blätter, die sich mit Kritik im All-\ngemeinen befassen, je in den 1 Sauden eines Redacteurs ge-\nwesen, der eine musicalische Note gekannt hätte. Dieses\nmochte zunächst Grund gegeben haben, dass die Kritik\nnach dieser Seite hin fort und fort der Tummelplatz unfähiger,\naber auch unredlicher Scribenten gewesen, deren Genus\nsich in neuester Zeit bis aus der Zahl inferiorer Musikleh-\nrer recrutirt hatte. Das Uebel konnte sich um so leichter\nforterben, sogar friedlich wuchern, da es in der Handels-\nstadt Styl geworden, das Redactionswesen im Allgemeinen\nwie ein kaufmännisches Geschäft zu betrachten, dem sich\nfolgerecht die Kunstkritik accommodiren müsse.\nNachdem nun seit Neujahr eine Wochenschrift unter\ndem Titel „Der Reichsadler\" ins Leben getreten, worin in\nSachen der musicalischen Kritik ein hierorts ungewöhn-\nlicher Ton angeschlagen wird, hat das Schicksal für Bes-\nserung dieser Zustände auch noch anderweitig gesorgt.\nDie Redaction des Conversationsblattes ist nämlich in die\nHände eines Mannes gekommen, der, selbst ausübender\nMusiker, gebildeten Sinn und Verständniss durch gute\nCiaviermusik sich erworben bat. Herr Dr. Eduard Zie-\nhen, mehrjähriger Mitarbeiter an der Post-Zeitung, die\nmit dem Conversationsblatte täglich in mehreren Tausend\nExemplaren versandt wird, wird unbezweifelt bemüht sein,\nso viel es die mancherlei Einflüsse auf dieses Blatt gestat-\nten, den Dingen gerecht zu werden, auf dass die seit unvor-\ndenklichen Zeiten übel renommirte frankfurter Kunstkritik,\nvornehmlich in Sachen des Theaters und der Musik, zu\nbesserem Credit sowohl in der Heimat wie auch in der\nV\nFerne gelange.\nUebrigens gehen die Dinge im Theater und im Con-\ncertsaale mutedis mwtandis ihren gewohnten Pass fort, und\n'wäre schliesslich nur noch beizufügen, dass der Rührsehe\nGesang-Verein demnächst anstatt des Gluck'schcn Orpheus\ndas neue Oratorium „Fridjof\" von C. Mangold zur Auf-\nführung bringen wird. Endlich wieder einmal ein Gesang-\nwerk von einem lebenden Componisten! Jahrzehende\nbeinahe sind vergangen, als zum letzten Male diese Ehre\nHerrn Ferdinand Hiller mit seinem Oratorium „Die\nZerstörung Jerusalems\" in seiner Vaterstadt widerfahren.\nDas heisst denn doch im Princip hartnäckig conser-\nvativ sein! ■ • -\n\nA. S."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-02-06-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-02-06_01#c009", "volume": "bmtnabi_1858-02-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "45", "page_fin": "46", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.2.4", "titre_corps": "Die neue Erfindung des Herrn Armin Früh.", "titre_sommaire": "Die neue Erfindung des Herrn Armin Früh.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.5", "debut_caractere": 2783, "fin_caractere_exclue": 5203, "texte": "Die neue Erfindung des Herrn Armin Früh.\nHerr Armin Früh aus Berlin war vor einigen Ta-\ngen hier in Köln und zeigte und erläuterte im Locale der\nMusikschule den von ihm erfundenen Apparat zum Behuf\ndes Gesangunterrichts in Gegenwart der Herren Hiller,\nWeber, Reinthaler und anderer Musiker.\nSeit langer Zeit ist man bemüht, Methoden zu ent-\ndecken, die das Verständniss unseres Tonsvstems, so wie\nder Tonzeichen, und das Singen nach Noten auch denje-\nnigen möglich machen, die entweder geringeres musicali-\nsches Talent oder eine niedrigere Bildungsstufe überhaupt\nbesitzen, oder endlich sich nicht in der Lage befinden, viel\nZeit auf das Erlernen der Musik zu verwenden. Das Be-\ndürfniss wird jedem Pädagogen hinreichend bekannt sein.\nDer von Herrn Früh erfundene Gesangs-Apparat erfüllt\nalle Forderungen, die in pädagogischer Rücksicht gestellt\nwerden können, in einer so glücklichen Weise, dass wir\nuns kaum denken können, dass sich eine noch einfachere\nund anschaulichere Methode ersinnen liesse, Auf einer an\nder Wand hängenden Tafel erblickt der Schüler die fünf\nNotenlinien und auf ihnen die durch zwei\nOctaven hindurch in der Sopranlage. Die bestehen\nin frei beweglichen Knöpfen, die sich nach rechts und links\nverschieben lassen. Sobald die Note nach rechts verschoben\nwird, erscheint neben ihr das Erhöhungs-, sobald sie nach\nlinks verschoben wird, das Erniedrigungszeichen. Es lässt\nsich also jede Tonleiter, jedes Intervall durch einfache Ver-\nschiebung sofort anschaulich machen; und wenn einerseits\nbei dem Unterricht dadurch viel Zeit gewonnen wird, so\nwird andererseits der innere Zusammenhang des TonSy-\nstems dem Schüler unmittelbarer klar. Der Schüler ist durch\neine andere Vorrichtung in den Stand gesetzt, jede Ton-\nleiter sich selbst zu bilden. Die Notenköpfe sind in unglei-\ncher Entfernung von einander gestellt, so nämlich, dass\nüberall, wo ein halber Ton vorkommt, also z. B, zwischen\nc und /, nur die Hälfte des Zwischenraumes ist, als z. B.\nzwischen d und e. Senkrechte Linien gehen über die Tafel\nvon oben nach unten und durchschneiden die Notenköpfe.\nAm oberen Ende der Tafel befindet sich auf einer ver-\nschiebbaren Platte noch einmal die Tonleiter, und zwar in\nderselben Wreisc, so dass die Entfernung der Notenzeichen\nvon einander sich danach richtet, ob die Entfernung eines\nganzen oder eines halben Tones dadurch auszudrücken ist.\nSteht diese zweite obere Tonleiter in so geht eine und"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3778, "texte": "dieselbe senkrechte Linie durch das obere und untere\ndurch das obere und untere d, u. s. f. Wird sie aber nach\nrechts geschoben, z. B. auf d, so fällt zwar noch der erste\nTon der oberen mit dem zweiten der unteren, der zweite\nder oberen mit dem dritten der unteren zusammen, aber\nnicht mehr der dritte der oberen mit dem vierten der un-\nteren. Denn zwischen e und f ist nur die halbe Entfernung,\nals zwischen der Secunde und Terz der Tonleiter. Der\nSchüler sieht also sofort, dass er, um die Uebercinstim-\nmung herzustellen, f nach rechts schieben, also in ver-\nwandeln muss. In ähnlicher Weise ist auch die Bildung\nder J/ö//-Tonleitern veranschaulicht. Der Anblick des Ap-\nparats macht diese Vorrichtung noch klarer, als es durch\nBeschreibung möglich ist. Den eigentümlichsten Vorzug\ndes Früh'schen Apparats haben wir indess noch nicht er-\nwähnt. Die Tonzeichen sind ein Symbol für Klang-Ver-\nhältnisse, nichts weiter. Es genügt nicht, die Bezeichnung\nzu verstehen, sondern der Gesangschüler muss dahin ge-\nbracht werden, dass er beim Anblick der Zeichen sie in-\n*. V t J\nnerlich klingen hört. Der Clavierspieler, der Violinist u. s.\nw. wissen, dass jeder Note eine äusserlich zu merkende Stelle\nauf ihrem Instrumente entspricht; sie übertragen ein äus-\nseres Merkmal auf ein anderes und können des inneren\nTonsinnes gewisser Maassen entbehren. Der Sänger aber\nmuss, wenn er eine Beihe Noten sieht, ein inneres Bewusst-\nsein ihres Klang-Verhältnisses haben, sonst helfen ihm die\nNoten überhaupt nichts; er ist dann genöthigt, sie sich auf\ndem Ciavier nachzuspielen oder von einem Anderen vorsin-\ngen zu lassen und auf diese Weise dem Gehör einzuprägen;\ner singt also nach dem Gehör, nicht nach Noten. Der talent-\nbegabte Schüler kommt über diese Schwierigkeiten leichter\nhinweg; dem Talentloseren muss man aber suchen, die Vor-\nstellung der sichtbaren Note und des hörbaren Klan-\nges möglichst nahe zusammen zu rücken. Wenn er zuerst\ndie in Noten verzeichnete Melodie sieht und hinterher\nklingen hört, so vergisst er über dem Klange die Bezeich-\nnung durch die Schrift; Schrift und Klang bleiben für ihn\newig getrennt. Der Apparat des Herrn Früh ist nicht bloss\neine Tafel, sondern eine Harmonica, dessen vordere Fläche\ndie oben beschriebene Tafel darstellt. Durch eine sinnreiche\nErfindung gibt jede Note, wenn auf sie gedrückt wird, ih-\nren eigenen Ton an. In demselben Moment, in dem der\nLehrer auf die Note zeigt und den Schülern sagt: so wird\nsie geschrieben, erklingt sie auch, als als und so\nfort. Schwerlich dürfte es möglich sein, die wirklichen Ton-\nverhältnisse und ihre schriftliche Bezeichnung noch inniger\nmit einander zu verbinden, als es hier geschehen ist. Der\nSchüler hört, was er sieht, und sieht, was er hört, und so\nmüssen ihm wohl die todten Zeichen mit der Zeit lebendig\nwerden und einen inneren musicalischen Sinn bekommen.\nNoch einen anderen Vortheil hat der beschriebene Apparat,\nden wir auch nicht verschweigen wollen, den der reinen\nStimmung. Die grosse Mehrzahl der Gesanglehrer an Schu-\nlen, namentlich an kleineren Schulen, ist wohl selten im\nStande, eine Melodie wirklich rein vorzusingen oder vorzu-\nspielen; unter solchen Umständen kann man sich nicht wun-\ndern, wenn es mit dem Volksgesange schlecht bestellt ist;\ndenn wenn das einzige Vorbild, das der Schüler kennt, nicht\neinmal musicalisch richtig ist, so kann er ja gar keinen Be-\ngriff bekommen, um was es sich eigentlich handelt. Bei dem\nFrüh'sehen Apparate kann der Lehrer seine Stimme und\nseine \\ioline schonen; er sowohl als die Schüler werden\nbesser dabei fahren. Wir wünschen daher, dass die Erfin-\ndung des Herrn Früh sich recht weit verbreiten und durch\nMissgunst oder Gleichgültigkeit nicht gehemmt, allen den\nNutzen stiften möge, dessen sie nach unserer Ueberzeugung\nfähig ist."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-02-06-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-02-06_01#c010", "volume": "bmtnabi_1858-02-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "46", "page_fin": "47", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.2.5", "titre_corps": "Aus Berlin.", "titre_sommaire": "Aus Berlin.", "signature_source": "t", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.6", "debut_caractere": 3780, "fin_caractere_exclue": 5477, "texte": "Aus Berlin.\n\nAm Sonntag (31. Januar) trat Frau Viardot als Fi-\ndes auf der königlichen Bühne auf und wird ihr Gastpiel\nzunächst als Norma und als Bosina im Barbier von Sevilla\nam Mittwoch und Freitag fortsetzen. Ihrer Alles überra-\ngenden Bedeutung waren wir neulich in ihrem Concerte\nuns nur halb bewusst geworden; erst jetzt vermögen wir,\nsie ganz zu ermessen, seitdem uns die Künstlerin auf einem\nGebiete erschienen, welches ihr die freie harmonische Ent-\nfaltung ihres gesammten Wesens gestattete. So weit un-\nsere Erinnerung zurückreicht, entsinnen wir uns keiner\nvollendeteren Leistung. Ihre technische Meisterschaft ist\nnach allen Seiten hin unbegränzt, die Coloratur eben so\nbewunderungswürdig durch ihre blitzartige Bapidität, wie\nwegen ihrer durchsichtigen Klarheit und ihrer feinen, bis\nin das Kleinste hinab tadellosen Gliederung, die Intonation\nglockenrein, die Aussprache musterhaft deutlich, correct\nund voll bezaubernden Wohllauts. Nicht den leisesten\nfremdartigen Accent vermochten wir zu entdecken, und doch\nergoss sich aus diesem Munde die deutsche Bede mit sol-\ncher Klangfülle, in so weichem, krystallhellem, melodischem\nFluss, wie sie sonst nur den vocalreichen, romanischen\nIdiomen eigen sind. Sprache und Musik erscheinen hier\nvöllig Eins geworden, Ton und Wort zur reinsten Harmo-\nnie aufgelöst. Der Vortrag in Gesang und Spiel offenbart\nzugleich den schärfsten Verstand und die reichste Phanta-\nsie, überhaupt jene Ueberlegenheit des Denkens und Em-\npfindens, die schon der Charakter des Organs ankündigt.\nWir haben Stimmen von üppigerem sinnlichem Liebreiz\ngehört, andere, denen eine grössere Gewalt und Fülle des\nTones zu Gebote stand, aber bis jetzt noch keine, die so"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3057, "texte": "durchaus vergeistigt, eine so beredte Dolmetscherin des be-\nwegten Innern gewesen wäre. Je länger wir ihr lauschen,\num so willenloser werden wir ihrer Herrschaft unterthan.\nDer Klang der tieferen Register ist, auch rein äusserlich\nbetrachtet, überaus frisch, mächtig und mit Wohllaut ge-\nsättigt. Was dagegen den höheren Lagen an natürlicher\nKraft abgeht, ersetzt reichlich die Meisterschaft der Be-\nhandlung. Für diese liegt der glänzendste Beweis in dem\nUmstände, dass die Sängerin, seit beinahe zwei Decennien\ndie treucste Stütze gerade derjenigen Componisten, für de-\nren Ruhm bereits unzählige Stimmen einen frühen Opfer-\ntod gestorben, sich fast den vollen Gebrauch ihrer Mittel\nerhielt. .\nWir haben auf die unübertroffene Technik der Frau\nViardot hingewiesen, auf das Leben und die Plastik ihrer\nGeberden, endlich auf einen Vortrag, welcher der leiden-\nschaftlichsten Gluth, wie der innigsten, verführerischsten\nAccente gleich mächtig ist; es bleibt uns noch übrig, eine\nEigenschaft hervorzuheben, die wichtiger ist als alle diese\neinzelnen Züge, und der ganzen Erscheinung erst den echt\nkünstlerischen Adel und idealen Charakter mittheilt. Die\nverschiedenen Factoren, die der Darstellung zu Grunde\nliegen, haben sich ßo völlig durchdrungen und verschmol-\nzen, dass nirgends ein Ueberschuss des einen vor dem an-\nderen bemerklich wird und Sängerin und Künstlerin sich\nstets decken. Da ist keine Intention, die nicht ganz zur That\nwürde, kein Ton und keine Geberde, die nicht einen be-\nstimmten Sinn in sich trüge und dem innersten Wesen\nder Aufgabe entspräche. Die feinsten geistigen Motive\ndurchziehen den gesammten Vortrag wie ein nach allen\nSeiten hin sich verzweigendes Geflecht von Adern und Ner-\nven. Während sonst der colorirte und dramatische Gesang\nsich gewöhnlich gegenseitig ausschliessen, dient hier die\nblendendste Virtuosität nur als ein Mittel zur Charakteri-\n/\nstik. Nach der Richtung, welche heutzutage die französi-\nsche Kunst, die schaffende wie die ausführende, beherrscht,\nerwarteten wir ein Brillantfeuer der mannigfaltigsten Effecte\nund Pointen, eine Fülle pikanter Contraste und geistreicher\nEinzelheiten, mehr Glanz als Wärme, viel Rhetorik und\nwenig eigentliche Poesie. Um so mehr überraschte uns,\nbei der grössten Sorgfalt und Bestimmtheit der Detail-Ma-\nlerei, diese vornehme Ruhe und Besonnenheit, dieser grosse\nclassische Stil der Auffassung, die den Grundton der Rolle\nüberall hell und stetig hindurch klingen liess. Von Anfang\nbis zu Ende war die Darstellung trotz aller Verlockung\nder Meyerbeer'schen Musik edel und maassvoll, sehr spar-\nsam mit dem Tremolo und ähnlicheniSuperlativen des Aus-\ndrucks, völlig frei von jenen modernen Unarten und Ge-\nwaltsamkeiten, wie z. B. durch übermässig ausgehaltene\nTöne den Beifall zu erzwingen, auf dem Gipfel der Leiden-\nschaft das gesungene Wort mit dem gesprochenen zu ver-\ntauschen, den Klang der tiefsten Lagen unnatürlich zu\nverdicken, und eine Reihe anderer Verzerrungen, mit de-\nnen die applaussüchtige Eitelkeit der Sänger und Sänge-\nrinnen Staat zu machen pflegt.\n\nt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-02-06-01-c011", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-02-06_01#c011", "volume": "bmtnabi_1858-02-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "47", "page_fin": "47", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.2.6", "titre_corps": "Ein musicalischer Streit in Schwerin.", "titre_sommaire": "Ein musicalischer Streit in Schwerin.", "signature_source": "S", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.7", "debut_caractere": 3059, "fin_caractere_exclue": 5665, "texte": "Ein musicalischer Streit in Schwerin.\nS.\nIn einem Abonnements-Concerte im December v. J. wurde zu\nSchwerin unter Leitung des Hof-Capellmeisters G. Aloys Schmitt\ndie achte Sinfonie in F-dur von Beethoven zur Aufführung gebracht.\nDer Referent in der Mecklenburgischen Zeitung benutzte die wenig\ngünstige Kritik über diese Sinfonie aus UlibischefFs Buche „Beetho-\nven et ses Glossaleurs\"> indem er sich die Mühe nahm, selbe\nihrer Länge nach zu übersetzen. Diesen Angriff „glaubte Herr\nSchmitt im Interesse der Kunst und des Publicums nicht mit Still-\nschweigen übergehen zu dürfen.\" Er replicirte in derselben Zeitung\nin einem mit Ruhe geschriebenen Aufsätze, diese UlibischefFsche Be-\nurtheilung zurückweisend. Am Schlüsse bemerkte er: „Wenn die\nKritik im Dienste des Wahren und Schönen solche Wege einschlägt,\nso möchten wir wissen, wie sie ihrer hohen Pflicht werde genügen\nkönnen.\"\nDer Jünger aber des Weisen zu Lukino in Russland, dadurch\nnicht zurückgeschreckt, trat wieder hervor. Nachdem er einige Luft-\nhiebe nach seinem Gegner und Otto Jahn gerichtet, legt er Beru-\nfung ein bei den musicalischen Briefen eines Wohlbekannten, bei\nden Fliegenden Blättern für Musik und bei der hohen Autorität im\nbrüsseler Conservatorium; nicht genug an dem, nimmt er gar noch\nZuflucht zü dem jüngst in der augsburger Allg. Zeitung veröffent-\nlichten Aufsatze: „Musicalische Leiden der Gegenwart\", den er als\nBeleg für seine und Ulibischeff's Sache gegen Beethoven grossen-\ntheils mit abdrucken liess. Der Capellmeister folgte auf dem\nFusse mit seiner Duplik, in welcher aber die frühere Schonung des\nunwissenden Gegners ausser Acht gelassen wurde. Dieser scheint\nnämlich mit den französischen Benennungen der Töne wie auch Ac-\ncorde nicht bekannt, übersetzte daher wörtlich. Herr Schmitt unter-\nzog nun diese Uebersetzung einer Kritik, verdolmetschte den Unsinn\nund überführte dadurch mit grösstem Anstände den Referenten einer\neclatanten Ignoranz in musicalischen Dingen. Der Mann übersetzte\nz. B.: „Accord suspensif\" mit aufgehobenem Accord, „qua-\ntrieme la\" durch viergestrichenes a, wo Ulibischeff das vierte a der\nVioline meint; ferner hören wir zum ersten Male von einem „Accord\nh-d-f-a mit einem b davor, und von dessen Bass-Begleitung in E~\nmollu u. s. f.\nWird wohl Herr Ulibischeff der Kritiker, unter den Kritikern,\nwas der nach einer Seite hangende Thurm zu Pisa unter den auf-\nrecht stehenden Thürmen mit diesem Schweriner Jünger zufrie-\nden sein ? Sehwerlich. Aber Herrn Capellmeister Schmitt gratuliren\nwir zu der guten Laune, mit der er dem anmaassenden Referenten\ndie verdiente Strafe zugetheilt hat."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-02-06-01-c012", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-02-06_01#c012", "volume": "bmtnabi_1858-02-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "47", "page_fin": "48", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.2.7", "titre_corps": "Das Fest-Concert der Stadt Köln", "titre_sommaire": "Das Fest-Concert der Stadt Köln", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.7", "debut_caractere": 5667, "fin_caractere_exclue": 5955, "texte": "Das Fest-Concert der Stadt Köln\nam 4. Februar.\nDer 4. Februar war ein Festtag für Köln durch die Anwesenheit\nIhrer Königlichen Hoheiten des Prinzen und der Frau Prinzessin\nFriedrich Wilhelm von Preussen, welche am Nachmittag\nauf der Heise von London nach Berlin hier eintrafen und bis zum"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2786, "texte": "anderen Morgen in unseren Mauern verweilten. Die Stadt Köln hatte\n9 \\\nzu Ehren Höclistderselben ein F est-Concert auf dem Gürzenich\nveranstaltet. Um 9 Uhr Abends erschien das erlauchte Paar im Saale\nund wurde von dem tausendstimmigen Hoch der glänzenden und\nreich geschmückten Versammlung der Eingeladenen, welche den Saal\nund die Galerieen füllten, und von dem zahlreichen Chor- und Or-\nchester-Personale auf der Tonbühne unter Trompeten- und Pauken-\njubel empfangen. Das Concert, unter Leitung des städtischen Capell-\nmeisters Herrn Ferdinand Hiller, begann mit der Ouvertüre von C.\nM. von Weber zu Oberon. Hierauf trug der Männergesang-Verein\nden ~Fest ge s an g der Kölner\" zur Begrüssung des hohen Paa-\nres vor, Gedicht von L. Bisch off, in Musik gesetzt vom königlichen\nMusik-Director Herrn Franz Weber. Die Soli wurden von den Herren\nAndreas Pütz und Michel DuMont-Fier gesungen. Bei der letzten\nStrophe trat die Melodie des englischen und des preussischen Natio-\nnalliedes: „Heil Dir im Siegeskranz\", ein, wobei sich die ganze Ver-\nsammlung und der Damenchor auf der Bühne erhoben und den Ge-\nsang stehend anhörten. Ihre Königlichen Hoheiten waren sichtbar\nergriffen und erfreut, liessen sich den Componisten vorstellen und\nunterhielten sich auf das huldvollste mit ihm und dem ebenfalls\nvorgestellten Capellmeister Hiller. Nach einer kleinen Pause führte\nder letztere die von ihm componirte Fest-Cantate: „Gruss am\nEhe ine\", Gedicht von Wolfgang Müller, mit dem Chor der Con-\ncert-Gesellschaft und dem stark besetzten Orchester auf. Die Soli\nsangen Fräulein Catharina Deutz und Fräulein Christina Sauset, die\nHerren A. Pütz und Schiffer. Die Frische der Composition, der An-\nblick der aufsteigenden, mit festlich geschmückten und bekränzten\nDamen besetzten Stufen der Bühne, der zahlreiche Chor, die Begei-\nsterung der Ausführenden, der herrliche Klang in dem prachtvollen\nSaale Alles vereinigte sich zu einer pompösen Wirkung. Nament-\nlich war der Schlusssatz imposant, in welchem - der Componist auf\ngeschickte Weise die Anklänge an die Volks-Melodieen Rule Britan-\nnia, den Dessauer Marsch und das „Heil Dir im Siegeskranz\" ver-\nwebt hatte. Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Wilhelm ge-\nruhten, den Capellmeister Hiller nochmals zu Sich zu winken und\nHöchstihre hohe Zufriedenheit in den gnädigsten Ausdrücken gegen\nihn auszusprechen.\nDer Eindruck, den das erlauchte Paar auf alle Anwesenden\nmachte, war in Wahrheit herzensgewinnend und bezaubernd. Nach-\ndem Höchstdasselbe noch eine Weile nach dem Schlüsse der Can-\ntate und des Concertes verweilt hatten, grüsste Se. Königliche Ho-\nheit der Prinz den Damenchor und dann die Versammlung im Saale\nnach beiden Seiten hin, worauf die hohen Neuvermählten unter den\nbegeisterten Hochs der Anwesenden den Saal verliessen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-02-06-01-c013", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-02-06_01#c013", "volume": "bmtnabi_1858-02-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "48", "page_fin": "48", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.2.8", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.8", "debut_caractere": 2788, "fin_caractere_exclue": 5156, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nDresden« Dinstag den 19. Januar gab A. Bazzini eine\nSoiree musicale. In der ausserordentlichen Virtuosität Bazzini's ist\nvorzugsweise ein national-italiänischer Charakter des Violinspiels aus-\ngeprägt; seine Manier, sein Vortrag, seine Compositionen repräsenti-\nren die moderne italienische Musik, und nur in ihrem in sich abge-\nschlossenen und beschränkten Bereiche sind die eigenthümlichen\nEigenschaften zu suchen, welche unsere Bewunderung erregen, Sein\nTon ist nicht gross, aber vollkommen schön, seelenvoll, von geisti-\nger Klarheit und für alle Nuancen zarter, süsser, anmuthiger und\nglühender Empfindung, wie sie im Charakter der italienischen Me-\nlodieen liegen, von ungemeinem Reichthum des Colorits. Wohl aber\nsei bemerkt, dass die Virtuosität hierbei oft bis . zu einem Raffine-\nment der Nuancirung vorgeschritten ist, welches Sängern nicht mehr\nals Nachahmung dienen könnte, ohne bei ihnen fast in einige Ma-\nnierirtheit überzugehen. Reinheit der Intonation, freieste und unfehl-\nbare Beherrschung grösster Schwierigkeiten und andere unbedingt\nnöthige Vorzüge eines Violinvirtuosen ersten Ranges bedürfen keiner\nAufzählung. Nur die ausserordentliche Technik Bazzini's sei noch\nerwähnt, weil sie in ihrer Vollkommenheit und Originalität charak-\nteristisch für den Spieler ist. Bazzini's Compositionen beanspruchen\nkeine musicalische Bedeutung; sie gehören, mit Geschmack gemacht,\nder angedeuteten Richtung an, und lassen um so mehr die Indivi-\ndualität des Virtuosen zu voller Geltung kommen. Von origineller,\nphantastischer Wirkung ist die „Hönde des Lutins\". Fräulein\nKrall unterstützte den Concertgeber durch Vorträge einiger Lieder\nvon Fr. Schubert, Mendelssohn, Hagen und Ehrenstein. Anmuth, in-\nniger und maassvoller Ausdruck und künstlerischer Geschmack\nzeichneten ihre Leistungen aus. Das Lied von Ehrenstein ist eine\nneue Composition desselben, die früheren durch Fluss und Schwung\nder Melodie und natürliche, warme Empfindung weit voransteht. Fast\nur erklärlich und bedauerlich war der geringe Besuch des Concertes\neines so berühmten Virtuosen, um so enthusiastischer der Beifall.\nDie Nichtbesucher der Soiree blieben im Verluste.\nC. Banck. (Dresd. Journal.)\nDem Vernehmen nach wird Frau Jenny Goldschmidt zu-\nvörderst in Prag concertiren, dann sofort aber eine Kunstreise nach\nPetersburg, Moskau u. s. w. antreten."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nSaul. Oratorium von F. Hill er. HI. Von L. Bischoff. Aus Frankfurt am Main (Virtuosen-Concerte Vio-\nlinist Becker Violoncellist Hausinann Fräul. Ottilie Hauer Die frankfurter musicalische Kritik'. Von A. S.— Die neue Erfindung\ndes Herrn Armin Früh. Aus Berlin (Frau Yiardot). Von t. Ein musicalischer Streit in Schwerin. Von S. Das Fcst-Concert der\nStadt Köln am 4. Februar. Tages- und Unterhaltungsblatt (Dresden, Bazzini's Soiree müsicale Frau Jenny Goldschmidt).\n\nSaul.\nOratorium von Ferdiuand Hiller.\n\nText von Moriz Hartmann.\nIII.\n(I. s. Nr. 2, 11. Nr 3.)\nDer zweite Theil des Hiller'schen Werkes ist Vorzugs-\no\nweise dramatisch gehalten, besonders in seinem mittleren\nAbschnitte. Er zerfällt nämlich in drei Abschnitte, die auch\ndurch musicalische Ruhepunkte bezeichnet sind. Der erste\nenthält die Salbung David's zum Könige, der zweite die\nVerfolgung David's durch Saul und die Versöhnung Bei-\nder, der dritte den Tod Samuel's und den Auszug Saul's\ngegen die Philister.\nDie Einleitung bildet ein liebliches (in\n■%-Tact) von Blas-Instrumenten und Harfenklängen, dem\nsich der Chor der Hirten: „David's Harfe klinget wieder\",\nanschliesst. Wenn derselbe sich auch nicht durch originelle\nMelodie auszeichnet, so gibt er doch ein anmuthiges und\nreizend instrumentirtes idyllisches Gesangstück. Dagegen\nmacht die Salbung David's durch Samuel: „Wie Gott ge-\nbot, Zum Könige von Israel Dich salb' ich hier\" u. s. w.,\neinen grossen Eindruck (.Andante in As-dwr, \"%-Tact);\nGesang und Begleitung, ersterer nicht Recitativ, sondern in\ngetragenem feierlichem Rhythmus, letztere durch Blas-In-\nstrumente, haben den ernsten, mystischen Charakter, wie\ner einer heiligen Handlung ziemt. Vortrefflich ist die Be-\nhandlung der Blas-Instrumente, die in zwei Chöre (Flöten,\nOboen, Clarinetten, Fagotte und 4 Hörner, 2 Trompe-\nten und 3 Posaunen) gesondert, einander aufnehmen, wäh-\nrend bei dem Eintritte des Gesanges in dem ersten und\nzweiten Satze der Salbungsworte die Pauke die Viertel-\nnoten der Singstimme mit angibt, was eine sehr eigen-\nthümliche Wirkung macht. Das Ganze ist piano und mezzo\nforte gehalten. Den Schluss dieser Scene macht ein ener-\ngischer Chor in D-dur,VV'fact, Altegro „ Wer-\nfet hin den Hirtenstab, Greift zu Schild und Waffen !*\nNachdem zuerst der Tenor, dann die anderen Stimmen\nnach einander mit einem schärf rhythmisirlen Motiv in die-\nt)\nsen Ruf ausgebrochen, treten sie bei den Worten: „Gott\nrüstet uns mit Kraft!\" in ein mächtiges Unisono zusam-\nmen, das zusrst auf A, dann auf C, bloss von Posaunen,\ndie hier zum ersten Male eintreten, begleitet, mächtig\ndurchschlägt, während zwischen beiden Unisono's die Vio-\nlinen mit vollständiger Harmonie des ganzen Orchesters\nsich in gebrochenen Accord-Figuren aufschwingen, wie sie\nes bereits bei dem rccitativartigen Gesänge David's: „Der\nHerr ist mein Lieht! Vor wem sollte mir grauen?\" in den\nZwischenspielen gethan, wodurch jenes Recitativ eine vor-\ntreffliche Einleitung zu dem Chor bildet. In diesem tritt\ndas Haupt-Thema erst nach den erwähnten Unisono's und\nihrem Abschluss auf der Dominante wieder in D-dur ein.\nEs hat in der Viertelbeweguna:\no o\neinen ungemein kräftigen Charakter, dessen marschartiger\nSchwung durch die in derselben Weise, wie hier angedeu-\ntet ist, stets in gleichen Vierteln fortschreitenden Bässe des\nOrchesters erhöht wird. Die Ausarbeitung ist frei fugirt;\ngegen Ende ist der Zusammentritt des Unisono-Motivs mit\ndem oben abgedruckten Haupt-Motiv von trefflicher Wir-\nkung. Hiermit schliesst die erste Scene."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.2", "texte": "Die folgende Arie der Michal bildet ein lyrisches In-\ntermezzo zwischen der eigentlichen Handlung. Die Königs-\ntochter spricht ihre Liebe zu David darin aus, zuvörderst\nin einem Andante un poco agitato in G-moll, %-Tact, in\nwelchem die Clarinette-die Melodie einleitet und mit der\nSingstimme alternirt. Das Allegro con anima, G-dur, 2 /4-\nTact, beginnt nach vier Tacten Recitativ: „0, dass mein\nFreund mir antwortete und spräche:\" (welche die Sing-\nstimme ohne alle Begleitung hat) bei den Worten: „Stehe\nauf, meine Freundin, und komme mit mir! Ich folgte dir\"\nu. s. w. Es ist in der Melodie Feuer und Schwung, der\ndurch die voi herrschende Violin-Figur in den Zwischen-\nspielen\ngesteigert wird: für eine dramatische Sängerin ein\ndankbares Musikstück\nDer nun beginnende Abschnitt enthält eine ziemlich\nlange und ganz dramatische Scene, in welcher Chöre von\nKriegern, von Priestern, von Frauen, endlich vom ganzen\nVolke, durch die Solostimmen des Baritons (Saul) und des\nTenors (David) unterbrochen, ein Gemälde der Verfolgung\nund Zerstörung, und zuletzt der Versöhnung der beiden\nKönige musicalisch darstellen. Wir können durch Be-\nschreibung natürlich keine Vorstellung von dem gewalti-\ngen Tonleben, das hier herrscht, geben, von dem leiden-\nschaftlichen Ausdruck des Tobens der Verfolger und von\nder ruhigen Ergebung in den Willen Gottes derer, die\n»betend sterben\". Mit dem wilden Männerchor in\n.(Allegro feroce,2/4-Tact), welcher die Scene beginnt und\ndurch Wiederholung seiner Stretta schliesst, contrastiren\ndie leisen Stimmen der Verfolgten Vocalklänge in\ndur,fast ohne Begleitung auf ergreifende Weise.\nAusgezeichnet schön ist, nach verbraus'tem Krieges-\nsturme, der Ausdruck der Ermattung Saul's und seiner\nSehnsucht r.f.sh dem „Sangesmeister, der sonst die schwar-\nzen Geister, die sein Haupt umschwirrten, zur Ruhe sang\".\nUnter sanft verhallenden Klängen schlummert der König\nein. Der Vortrag dieses Arioso ist nicht leicht; wenn er\naber dem Sänger so gelingt, wie bei der Aufführung in\nKöln dem Herrn DuMont-Fier, so wirkt er ausserordentlich.\nDer Moment, wo David den König weckt und ihm\nseigt, dass sein Leben in seiner Hand gewesen, spinnt sich\nzu einem melodischen Zwiegesange in A-dur aus, nach\nwelchem der Chor des ganzen Volkes die Versöhnung der\nFürsten feiert. Dieser Satz, ein in\n%-Tact: nO, \"<vie schön und lieblich ist es, wenn in Ein-\ntracht Herrscher wohnen!\" athmet einen sanften, beruhi-\ngenden Charakter, sowohl in den Melodieen als in der\nharmonischen Führung der Stimmen und in der Beglei-\ntung der Instrumente; es ist nichts Grelles, nichts Schrof-\nfes darin, ein reiner Fluss, durch dessen ungetrübt klare\nStrömung man überall bis auf den Grund sehen kann. Er\nschliesst die ganze Scene auf eine sehr wohlthuende Weise.\nDie Jünger der Prophetenschule erscheinen und ver-\nkünden Samuel's Tod: ein feierliches Unisono in\nvon leisen Posaunenklängen und dem Paukenwirbel auf\nbegleitet. Der unmittelbar folgende Trauerchor\nin C-moll, 4/4-Tact): „Wehe! 0 finstre Kunde\" ist\neines der besten Stücke des ganzen Werkes; die Anhörung\ndesselben vereinigte auf der Stelle, wie das bei allem wahr-\nhaft Schönen in der Tonkunst der Fall ist, die Stimmen\nder Kenner und des ganzen Publicums zu dessen Preise.\nEin Bote bringt Kunde von einem neuen Einfalle der\nFeinde. Saul fordert zum Auszuge auf, wonach der Schluss-\nchor des zweiten Theiles eintritt, der grösste und gewal-\ntigste des Oratoriums, in C-dur, 4/4-Tact, 33 Seiten Par-\ntitur. Er beginnt mit einem Hymnus (Maestoso) auf\n„Jehovah! Erhaben, einsam-thronest Du\nHinter Wolken in heil'ger Ruh',\nWeil wir auf Erden\nGleich verlass'nen Herden\nAuf öder Haide\nIrren und suchen in Leide/4\nMit dem Rufe: „Mach' uns stark!\" tritt ein auf kräftigere\nWeise markirter Rhythmus ein, in welchem der Wechsel\nzwischen Vier- und Zweiviertel-Tact die Textesworte treff-\nlich zur Geltung bringt und die wachsende Begeisterung\ndes Volkes bezeichnend genug ausdrückt. Das Tempo\ndrängt sich bei den W orten: „Giesse Deinen Zorn auf die\nFeinde aus\", und fällt dann mit: „Schlage sie nieder mit\nstarker Faust\", in ein Allegro energieo ein, dessen Haupt-\nMotiv :\nmit seiner Folge:\n«\neben so glänzend als gediegen durchgeführt wird, bis mit\nden Worten: „Mache Dich auf! denn Du bist der Herr!'\ndas erste Tempo maestoso wieder eintritt und den breiten\nund imposanten Schluss herbeiführt."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.3", "texte": "Wir glauben nicht zu viel zu sagen, wenn wir diese\nletztgenannten zwei Chöre in C-moll und in C-dur für den\nGipfelpunkt des Werkes und für das Genialste und Gross-\nartigste halten, was in der neuen Zeit geschrieben wor-\nden ist.\nDer dritte Theil beginnt mit einem Zwiegesang\nzwischen Saul und der Hexe von Endor (Alt), der, meist\ndeclamatorisch gehalten, nicht als ein eigentliches Duett\nzu bezeichnen ist. Sie beschwört den Geist Samuels her-\nauf, der dem Könige den Untergang weissagt. Auf diese\nScene von düsterer Farbe folgt ein charakteristisch leben-\ndiger Chor der Frauen von Endor in Allegro\nvace, 2/4-Tact: „Erwacht, es flieht die Nacht!\" den ein\nMännerchor (die Krieger Saul's) aufnimmt. Zuletzt verei-\nnigen sich beide Chöre und endigen mit dem Rufe: „Saul,\nwo bist du?\"\nDie Hexe bietet dem ermatteten Könige Labung. Ihr\nArioso: „0, stärke deine Kraft\" zeichnet sich durch\nnichts aus und dürfte eben so gut wegbleiben, zumal da\ndie Abspannung Saul's, die sich hier zum dritten Male im\nLaufe der Handlung zeigt, am Ende den Zuhörer auch\nabspannt und ermüdet. Wir möchten von dieser Scene eine\nbessere Wirkung erwarten, wenn Saul gleich nach dem\nChor, der ihn ruft, zu dem Entschiuss überginge, den er\nnachher ausspricht, zu Sieg oder Tod in den Kampf zu\ngehen. Der Dichter lässt ihn ganz gut sagen:\n„Noch einmal in Pracht\nDurchzieh1 ich die Schlacht!\nErfüllt euch mit Kraft, ihr Sehnen und Adern 1\nUnd kann ich den Eathschluss Jehovah's nicht wenden,\nSo will ich als Held und als König enden!'4\nDer Componist hat sich aber an dieser Stelle nicht zu\ndem Schwung erhoben, den der Text bedingt; dasGegen-\ntheil wäre auch in Bezug auf den Sänger der langen und\nschwierigen Partie des Saul wünschenswerth gewesen, da\nhier Gelegenheit zu einem dankbaren Sologesänge gege-\nben war.\nEs folgt nun der effectvollste Salz des dritten Theiles,\nein Schlachtgemälde mit einem Frauenchor. So widerspre-\nchend das klingt, so neu und lobenswerth ist doch der Ge-\ndanke, es musicalisch auszudrücken, dass die Frauen von\n7 I\nder Anhöhe herab dem Kampfe zusehen, ihre Hoffnungen\nund Gebete, ihre Angst und Schrecken aussprechen, wäh-\nrend die Schlacht in dem Blachfelde tobt. Dieses Toben\nmalt ein wilder Instrumentalsatz in E-dur und E-moll,\nAllegro nontroppo in12/8-Tact, in welchen die Frauenstim-\nmen hinein tönen, meist in abgebrochenen Sätzen, manch-\nmal recitativartig, dann zu leidenschaftlichem Gebete ver-\neinigt, bald von den Wogen des Kampfes getragen und\nihn schildernd, bald der in der Brust wechselnden Em-\npfindung von Furcht und Hoffnung lauten Ausdruck ge-\nbend bis ihre Stimmen zuletzt im Weheruf, im Fliehen\nverklingen und dahinsterben. Es gehörte in der That Ge-\nnie dazu, um die schwierige Aufgabe zu lösen und diese\nfurchtbare Situation in Tönen zu bewältigen! Wie leicht\nkonnte der Strom hier durch die Schranken brechen!\nHiller hat aber die musicalische Flut, die er selber erregt,\nauch zu bändigen verstanden. Allerdings darf man dabei\nnicht an den Stil von Bach und Händel denken: es ist rein\nmoderne Musik, alle Mittel der neueren Instrumentation\nsind benutzt, drei Posaunen und Tuba, vier Hörner, grosse\nTrommel und Becken aber nirgends begegnen wir tri-\nvialen Phrasen oder banalem Lärm, überall ist Form und\nMusik. Es ist ein Prachtstück. Mit grosser Kunst ist der\nFrauenchor so behandelt, dass die Stimmen überall durch-\ndringen, und doch sind sie an den meisten Stellen ganz\nselbstständig und nicht einmal von Blas-Instrumenten, die\nihren Weg allein gehen, unterstützt.\nDie Schlacht ist verloren. Saul erscheint noch einmal\nmit Kraft spricht er aus, dass „sein eigener Wille ihn\nfrei machen solle\", und stürzt in sein Schwert. Ein-schar-\nfer Misston schreit auf im Orchester; sanfte Melismen von\nBlas-Instrumcnten wandeln ihn in stille Klage.\nS - - , r - • -1 H * t A ,\nDie letzte Scene führt uns in die Stadt und in den\nPalast des Königs zurück. Michal vernimmt die Kunde von\nSaul's Tode und klagt um ihn Solo mit Chor in D-ITWU,\n%-Tact: „Streifet ab die Prachtgewände\", ein Satz, der\ndurch seine lebhafte Bewegung mehr die Aufregung der\nGemüther als den Schmerz ausdrückt, wodurch auf ge-\nschickte Weise die Eintönigkeit wiederholter Trauerge-\nsänge vermieden ist.\nDavid singt ebenfalls ein Klagelied um Saul und Jo-\nnathan, in welches der Chor wiederholt in kurzen Sätzen\neinfällt. Michal und das Volk huldigen ihm als König, und\ner stimmt ein Dank- und Preislied auf Gott den Herrn an,\n„denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns, Halle-\nluja!\" - Diese Worte werden zu einem Hymnus benutzt\n(Allegro ma non troppo, C-dur, 74-Tact), dessen Melodie\nvon der Solostimme David's intonirt und nach Art der\nResponsorien vom Chor wiederholt, dann aber contra-\npunktisch im Chor durchgeführt wird, jedoch so, dass die\nSolostimme namentlich gegen das Ende hin an einzelnen\nStellen wieder hell und licht sich aufschwingt. Dieser\nChor bildet den würdigen und schwungvollen Schluss des\nWerkes.\n\nL. B."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.4", "texte": "Aus Frankfurt am Main.\n\n[Virtuosen-Concerte Violinist Becker ans Mannheim Violon-\ncellist Hausmann Fräulein Ottilie Hauer aus Wien Die\nfrankfurter musicalische Kritik.]\nDie laufende Saison hat uns bereits mehrere fremde\nVirtuosen von mehr oder weniger Ruf zugeführt, als die\nbekannte Pianistin Fräulein Rosa Kastner aus Wien,\nSignora G o m ez - W o 1 o ws k a, „Prima donna assoluta\nmehrerer Theater Italiens und Spaniens\", die beiden lon-\ndoner Violoncellisten Piatti und Hausmann, zuletzt den\nPianisten Ernst Pauer aus London. Die Prima Donna\nausgenommen, haben die Anderen Vorträge in guter Mu-\nsik im Museum gegeben, Fräulein Kastner und Herr Haus-\nmann aber auch noch Privat-Concerte. Ueber die Matinee\ndes Letzteren am 24. Januar im Russischen Hofe lohnt es\nder Mühe, Ihnen einige Notizen zuzuschicken.\nZunächst sei der darin gemachten Bekanntschaft mit\ndem mannheimer Concertmeister Becker erwähnt. Er\nspielte im D-dur-Quartett von Mozart die erste Stimme\nund trug auch noch Salonstücke von Vieuxtemps und Baz-\nzini vor. Das Spiel des noch sehr jungen Mannes verdient\nbesondere Beachtung, und scheint es nicht gewagt, dem-\nselben eine schöne Zukunft vorherzusagen, die sich um so\neher verwirklichen wird, je früher er bedacht ist, kleine,\nkünstlerischer Fortbildung ungünstige Verhältnisse mit\ngrösseren zu vertauschen, die dem aufstrebenden Talente\nweiten Raum zur Bewegung gewähren. Sein Ton ist von\nseltener Schönheit und Fülle, der Bogen frei und die In-\ntonation vollkommen rein. Nur der Stil im Ganzen bedarf\nnoch sorgfältiger Feile. Dieser Mangel dürfte aber bald\nbeseitigt sein, sobald Herr Becker mehrfache Gelegenheit\nfindet, gute Muster zu hören, selber aber hauptsächlich\nsich an gute Musik hält, die zum Stil-Studium auffordert.\nNur auf diesem Wege kann das Bestreben nach Vollen-\ndung wirksame Unterstützung finden. Das viele Spielen\nmoderner Salonslücke führt sicherlich auf Abwege und\nmacht alles höhere Streben illusorisch; das beweisen die\nCascaden- und Carnevals-Spieler tagtäglich. Unter, ihren\nHänden tritt selbst classische Musik in nächste Verwandt-\nschaft zur Cascaden- und Carnevals-Musik.\nUeber Herrn Hausmann ein Urtheil zu fällen, ist\neben nicht leicht. Der Künstler ist fertig, von jeder Seite\nbetrachtet. Es scheint in ihm eine Doppelnatur zu walten,\nüber deren verschiedene Kundgebungen der Beurtheiler\nleicht in Verlegenheit gerathen kann. Das Ergebniss sei-\nner Productionen zu Frankfurt wird dann aber doch mit\nSicherheit so zu fixiren sein: gediegener, ja, meisterlicher\nVortrag aller fremden Compositioncn, das Gegentheil\naber bei eigenen—Gottlob nur so genannten Phantasieen,\nderen er zwei zum Besten gegeben. Woher mag es wohl\nkommen, dass sieh der Künstler im Eigenen als ein ganz\nAnderer zeigt? Unbezweifelt von dem Uebermaass an auf-\ngebürdeten Schwierigkeiten, widerstrebend der Natur des\nInstrumentes, nicht minder auch der Fähigkeit, sie sieg-\nreich zu überwinden. Welch ein Unterschied zum Beispiel\nzwischen einer so zusammengeleimten Phantasie und Men-\ndelssohn's Variationen für Pianoforte und Yioloncell, die\nHerr Hausmann mit Herrn Henkel vortrefflich vorgetra-\ngen hat!\nWenn doch die Herren Virtuosen im richtigen Ver-\nständnisse des eigenen Interesses, wenn auch nicht in dem\nder Kunst, das Componiren, resp. Erfinden, Anderen über-\nlassen wollten! Was sie suchen, Neuheit, vielleicht gar\nGeist, ist für sie nicht auffindbar; was sie wirklich erfin-\nden, ist in der Regel nur schales, ja, zumeist triviales Zeug,\ndas, wenn noch so künstlerisch umschrieben und im Aus-\ndruck des Gefühls noch so künstlich geheuchelt, dennoch\nder pure Gegensatz von gut, schön, edel bleibt. Derlei tö-\nnende rngebilde aber in die unmittelbare Nähe eines\nwahrhaften Kunstwerkes zu stellen und sie einem gebilde-\nten Auditorium zum Mitgenuss zubieten, bekundet eben so-\nwohl maasslose Eitelkeit als Nichtkenntniss der Pflichten\ngegen sich, gegen die Kunst und gegen das Publicum. Das\nist Seitens einer pflichtgetreuen Kritik Allen entgegen zu\nhalten, weil sich Alle solcher Vergehungen schuldig machen.\nIn dieser Matinee erlebten wir etwas Absonderliches,\nvon dem ich Ihnen auch Kunde geben will. Das Programm\nbesagte unter Anderem: „Nr.: 3. Gesang.\" Da ward von\ndem Veranstalter ein Mädchen aus der Fremde als Rette-\nrin in der Noth vorgeführt ; Keiner wusste, woher sie kam.\nMendelssohn's Sulnika begann, und schon nach wenig\nTacten regte es sich in der Versammlung. Jeder schien zu\nfühlen, dass keine gewöhnliche Erscheinung vor uns stehe.\nEine frische Stimme voll Wohllaut, schön in der oberen\nOctave, ein positiver Tonansatz, musterhafte Tonverbindung\nfern liegender Intervalle, tadellose Intonation, ziemlich gute\nAussprache, über Alles ein einfacher Ausdruck naturwah-\nren Gefühls das waren die Ingredienzien eines Gesang-\nVortrages, der heutzutage, ungeachtet so vieler Conser-\nvatorien und voluminöser Gesangschulen, dennoch zu dem\nAlierseltensten in der Musikwelt gehört. Die Versammlung\nwar wie elektrisirt. Mit gleich tiefgefühltem Vortrage folgte\nein Lied von Schumann, später noch ein drittes von Gol-\ntermann mit VioloncelUßegleitung. „Ein Jeder ging be-\nschenkt nach Haus.\" Jedenfalls war dieser Vorgang ein\nerfreuliches Zeugniss, dass es um Vorbildung und Blasirt-\nheit des musikliebenden Pubücums noch nicht so gar\nschlimm steht. Man biete ihm nur Gutes, aber mit Herz\nund Sinn."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.5", "texte": "Nun darf ich Ihnen wohl den Namen dieses Mädchens\naus der Fremde verrathen, da sich unsere Musikwelt doch\nbereits damit beschäftigt: Fräulein Ottilie Hauer aus\nWien; ihr Gesanglehrer ist der eigene Vater, ein prakti-\ncirender Arzt. Die junge Dame befindet sich bei Verwand-\nten hier zum Besuche. .\nDa ich schon im Berichten von Ungewöhnlichem bin,\nso sei noch etwas dergleichen niedergeschrieben, die frank-\nfurter Kunstkritik betreffend, und zwar die musicalische.\nDieAnnalen der freien Stadt wissen auszusagen, dass kei-\nnes der hiesigen älteren Blätter, die sich mit Kritik im All-\ngemeinen befassen, je in den 1 Sauden eines Redacteurs ge-\nwesen, der eine musicalische Note gekannt hätte. Dieses\nmochte zunächst Grund gegeben haben, dass die Kritik\nnach dieser Seite hin fort und fort der Tummelplatz unfähiger,\naber auch unredlicher Scribenten gewesen, deren Genus\nsich in neuester Zeit bis aus der Zahl inferiorer Musikleh-\nrer recrutirt hatte. Das Uebel konnte sich um so leichter\nforterben, sogar friedlich wuchern, da es in der Handels-\nstadt Styl geworden, das Redactionswesen im Allgemeinen\nwie ein kaufmännisches Geschäft zu betrachten, dem sich\nfolgerecht die Kunstkritik accommodiren müsse.\nNachdem nun seit Neujahr eine Wochenschrift unter\ndem Titel „Der Reichsadler\" ins Leben getreten, worin in\nSachen der musicalischen Kritik ein hierorts ungewöhn-\nlicher Ton angeschlagen wird, hat das Schicksal für Bes-\nserung dieser Zustände auch noch anderweitig gesorgt.\nDie Redaction des Conversationsblattes ist nämlich in die\nHände eines Mannes gekommen, der, selbst ausübender\nMusiker, gebildeten Sinn und Verständniss durch gute\nCiaviermusik sich erworben bat. Herr Dr. Eduard Zie-\nhen, mehrjähriger Mitarbeiter an der Post-Zeitung, die\nmit dem Conversationsblatte täglich in mehreren Tausend\nExemplaren versandt wird, wird unbezweifelt bemüht sein,\nso viel es die mancherlei Einflüsse auf dieses Blatt gestat-\nten, den Dingen gerecht zu werden, auf dass die seit unvor-\ndenklichen Zeiten übel renommirte frankfurter Kunstkritik,\nvornehmlich in Sachen des Theaters und der Musik, zu\nbesserem Credit sowohl in der Heimat wie auch in der\nV\nFerne gelange.\nUebrigens gehen die Dinge im Theater und im Con-\ncertsaale mutedis mwtandis ihren gewohnten Pass fort, und\n'wäre schliesslich nur noch beizufügen, dass der Rührsehe\nGesang-Verein demnächst anstatt des Gluck'schcn Orpheus\ndas neue Oratorium „Fridjof\" von C. Mangold zur Auf-\nführung bringen wird. Endlich wieder einmal ein Gesang-\nwerk von einem lebenden Componisten! Jahrzehende\nbeinahe sind vergangen, als zum letzten Male diese Ehre\nHerrn Ferdinand Hiller mit seinem Oratorium „Die\nZerstörung Jerusalems\" in seiner Vaterstadt widerfahren.\nDas heisst denn doch im Princip hartnäckig conser-\nvativ sein! ■ • -\n\nA. S.\n\nDie neue Erfindung des Herrn Armin Früh.\nHerr Armin Früh aus Berlin war vor einigen Ta-\ngen hier in Köln und zeigte und erläuterte im Locale der\nMusikschule den von ihm erfundenen Apparat zum Behuf\ndes Gesangunterrichts in Gegenwart der Herren Hiller,\nWeber, Reinthaler und anderer Musiker.\nSeit langer Zeit ist man bemüht, Methoden zu ent-\ndecken, die das Verständniss unseres Tonsvstems, so wie\nder Tonzeichen, und das Singen nach Noten auch denje-\nnigen möglich machen, die entweder geringeres musicali-\nsches Talent oder eine niedrigere Bildungsstufe überhaupt\nbesitzen, oder endlich sich nicht in der Lage befinden, viel\nZeit auf das Erlernen der Musik zu verwenden. Das Be-\ndürfniss wird jedem Pädagogen hinreichend bekannt sein.\nDer von Herrn Früh erfundene Gesangs-Apparat erfüllt\nalle Forderungen, die in pädagogischer Rücksicht gestellt\nwerden können, in einer so glücklichen Weise, dass wir\nuns kaum denken können, dass sich eine noch einfachere\nund anschaulichere Methode ersinnen liesse, Auf einer an\nder Wand hängenden Tafel erblickt der Schüler die fünf\nNotenlinien und auf ihnen die durch zwei\nOctaven hindurch in der Sopranlage. Die bestehen\nin frei beweglichen Knöpfen, die sich nach rechts und links\nverschieben lassen. Sobald die Note nach rechts verschoben\nwird, erscheint neben ihr das Erhöhungs-, sobald sie nach\nlinks verschoben wird, das Erniedrigungszeichen. Es lässt\nsich also jede Tonleiter, jedes Intervall durch einfache Ver-\nschiebung sofort anschaulich machen; und wenn einerseits\nbei dem Unterricht dadurch viel Zeit gewonnen wird, so\nwird andererseits der innere Zusammenhang des TonSy-\nstems dem Schüler unmittelbarer klar. Der Schüler ist durch\neine andere Vorrichtung in den Stand gesetzt, jede Ton-\nleiter sich selbst zu bilden. Die Notenköpfe sind in unglei-\ncher Entfernung von einander gestellt, so nämlich, dass\nüberall, wo ein halber Ton vorkommt, also z. B, zwischen\nc und /, nur die Hälfte des Zwischenraumes ist, als z. B.\nzwischen d und e. Senkrechte Linien gehen über die Tafel\nvon oben nach unten und durchschneiden die Notenköpfe.\nAm oberen Ende der Tafel befindet sich auf einer ver-\nschiebbaren Platte noch einmal die Tonleiter, und zwar in\nderselben Wreisc, so dass die Entfernung der Notenzeichen\nvon einander sich danach richtet, ob die Entfernung eines\nganzen oder eines halben Tones dadurch auszudrücken ist.\nSteht diese zweite obere Tonleiter in so geht eine und"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.6", "texte": "dieselbe senkrechte Linie durch das obere und untere\ndurch das obere und untere d, u. s. f. Wird sie aber nach\nrechts geschoben, z. B. auf d, so fällt zwar noch der erste\nTon der oberen mit dem zweiten der unteren, der zweite\nder oberen mit dem dritten der unteren zusammen, aber\nnicht mehr der dritte der oberen mit dem vierten der un-\nteren. Denn zwischen e und f ist nur die halbe Entfernung,\nals zwischen der Secunde und Terz der Tonleiter. Der\nSchüler sieht also sofort, dass er, um die Uebercinstim-\nmung herzustellen, f nach rechts schieben, also in ver-\nwandeln muss. In ähnlicher Weise ist auch die Bildung\nder J/ö//-Tonleitern veranschaulicht. Der Anblick des Ap-\nparats macht diese Vorrichtung noch klarer, als es durch\nBeschreibung möglich ist. Den eigentümlichsten Vorzug\ndes Früh'schen Apparats haben wir indess noch nicht er-\nwähnt. Die Tonzeichen sind ein Symbol für Klang-Ver-\nhältnisse, nichts weiter. Es genügt nicht, die Bezeichnung\nzu verstehen, sondern der Gesangschüler muss dahin ge-\nbracht werden, dass er beim Anblick der Zeichen sie in-\n*. V t J\nnerlich klingen hört. Der Clavierspieler, der Violinist u. s.\nw. wissen, dass jeder Note eine äusserlich zu merkende Stelle\nauf ihrem Instrumente entspricht; sie übertragen ein äus-\nseres Merkmal auf ein anderes und können des inneren\nTonsinnes gewisser Maassen entbehren. Der Sänger aber\nmuss, wenn er eine Beihe Noten sieht, ein inneres Bewusst-\nsein ihres Klang-Verhältnisses haben, sonst helfen ihm die\nNoten überhaupt nichts; er ist dann genöthigt, sie sich auf\ndem Ciavier nachzuspielen oder von einem Anderen vorsin-\ngen zu lassen und auf diese Weise dem Gehör einzuprägen;\ner singt also nach dem Gehör, nicht nach Noten. Der talent-\nbegabte Schüler kommt über diese Schwierigkeiten leichter\nhinweg; dem Talentloseren muss man aber suchen, die Vor-\nstellung der sichtbaren Note und des hörbaren Klan-\nges möglichst nahe zusammen zu rücken. Wenn er zuerst\ndie in Noten verzeichnete Melodie sieht und hinterher\nklingen hört, so vergisst er über dem Klange die Bezeich-\nnung durch die Schrift; Schrift und Klang bleiben für ihn\newig getrennt. Der Apparat des Herrn Früh ist nicht bloss\neine Tafel, sondern eine Harmonica, dessen vordere Fläche\ndie oben beschriebene Tafel darstellt. Durch eine sinnreiche\nErfindung gibt jede Note, wenn auf sie gedrückt wird, ih-\nren eigenen Ton an. In demselben Moment, in dem der\nLehrer auf die Note zeigt und den Schülern sagt: so wird\nsie geschrieben, erklingt sie auch, als als und so\nfort. Schwerlich dürfte es möglich sein, die wirklichen Ton-\nverhältnisse und ihre schriftliche Bezeichnung noch inniger\nmit einander zu verbinden, als es hier geschehen ist. Der\nSchüler hört, was er sieht, und sieht, was er hört, und so\nmüssen ihm wohl die todten Zeichen mit der Zeit lebendig\nwerden und einen inneren musicalischen Sinn bekommen.\nNoch einen anderen Vortheil hat der beschriebene Apparat,\nden wir auch nicht verschweigen wollen, den der reinen\nStimmung. Die grosse Mehrzahl der Gesanglehrer an Schu-\nlen, namentlich an kleineren Schulen, ist wohl selten im\nStande, eine Melodie wirklich rein vorzusingen oder vorzu-\nspielen; unter solchen Umständen kann man sich nicht wun-\ndern, wenn es mit dem Volksgesange schlecht bestellt ist;\ndenn wenn das einzige Vorbild, das der Schüler kennt, nicht\neinmal musicalisch richtig ist, so kann er ja gar keinen Be-\ngriff bekommen, um was es sich eigentlich handelt. Bei dem\nFrüh'sehen Apparate kann der Lehrer seine Stimme und\nseine \\ioline schonen; er sowohl als die Schüler werden\nbesser dabei fahren. Wir wünschen daher, dass die Erfin-\ndung des Herrn Früh sich recht weit verbreiten und durch\nMissgunst oder Gleichgültigkeit nicht gehemmt, allen den\nNutzen stiften möge, dessen sie nach unserer Ueberzeugung\nfähig ist.\n\nAus Berlin.\n\nAm Sonntag (31. Januar) trat Frau Viardot als Fi-\ndes auf der königlichen Bühne auf und wird ihr Gastpiel\nzunächst als Norma und als Bosina im Barbier von Sevilla\nam Mittwoch und Freitag fortsetzen. Ihrer Alles überra-\ngenden Bedeutung waren wir neulich in ihrem Concerte\nuns nur halb bewusst geworden; erst jetzt vermögen wir,\nsie ganz zu ermessen, seitdem uns die Künstlerin auf einem\nGebiete erschienen, welches ihr die freie harmonische Ent-\nfaltung ihres gesammten Wesens gestattete. So weit un-\nsere Erinnerung zurückreicht, entsinnen wir uns keiner\nvollendeteren Leistung. Ihre technische Meisterschaft ist\nnach allen Seiten hin unbegränzt, die Coloratur eben so\nbewunderungswürdig durch ihre blitzartige Bapidität, wie\nwegen ihrer durchsichtigen Klarheit und ihrer feinen, bis\nin das Kleinste hinab tadellosen Gliederung, die Intonation\nglockenrein, die Aussprache musterhaft deutlich, correct\nund voll bezaubernden Wohllauts. Nicht den leisesten\nfremdartigen Accent vermochten wir zu entdecken, und doch\nergoss sich aus diesem Munde die deutsche Bede mit sol-\ncher Klangfülle, in so weichem, krystallhellem, melodischem\nFluss, wie sie sonst nur den vocalreichen, romanischen\nIdiomen eigen sind. Sprache und Musik erscheinen hier\nvöllig Eins geworden, Ton und Wort zur reinsten Harmo-\nnie aufgelöst. Der Vortrag in Gesang und Spiel offenbart\nzugleich den schärfsten Verstand und die reichste Phanta-\nsie, überhaupt jene Ueberlegenheit des Denkens und Em-\npfindens, die schon der Charakter des Organs ankündigt.\nWir haben Stimmen von üppigerem sinnlichem Liebreiz\ngehört, andere, denen eine grössere Gewalt und Fülle des\nTones zu Gebote stand, aber bis jetzt noch keine, die so"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.7", "texte": "durchaus vergeistigt, eine so beredte Dolmetscherin des be-\nwegten Innern gewesen wäre. Je länger wir ihr lauschen,\num so willenloser werden wir ihrer Herrschaft unterthan.\nDer Klang der tieferen Register ist, auch rein äusserlich\nbetrachtet, überaus frisch, mächtig und mit Wohllaut ge-\nsättigt. Was dagegen den höheren Lagen an natürlicher\nKraft abgeht, ersetzt reichlich die Meisterschaft der Be-\nhandlung. Für diese liegt der glänzendste Beweis in dem\nUmstände, dass die Sängerin, seit beinahe zwei Decennien\ndie treucste Stütze gerade derjenigen Componisten, für de-\nren Ruhm bereits unzählige Stimmen einen frühen Opfer-\ntod gestorben, sich fast den vollen Gebrauch ihrer Mittel\nerhielt. .\nWir haben auf die unübertroffene Technik der Frau\nViardot hingewiesen, auf das Leben und die Plastik ihrer\nGeberden, endlich auf einen Vortrag, welcher der leiden-\nschaftlichsten Gluth, wie der innigsten, verführerischsten\nAccente gleich mächtig ist; es bleibt uns noch übrig, eine\nEigenschaft hervorzuheben, die wichtiger ist als alle diese\neinzelnen Züge, und der ganzen Erscheinung erst den echt\nkünstlerischen Adel und idealen Charakter mittheilt. Die\nverschiedenen Factoren, die der Darstellung zu Grunde\nliegen, haben sich ßo völlig durchdrungen und verschmol-\nzen, dass nirgends ein Ueberschuss des einen vor dem an-\nderen bemerklich wird und Sängerin und Künstlerin sich\nstets decken. Da ist keine Intention, die nicht ganz zur That\nwürde, kein Ton und keine Geberde, die nicht einen be-\nstimmten Sinn in sich trüge und dem innersten Wesen\nder Aufgabe entspräche. Die feinsten geistigen Motive\ndurchziehen den gesammten Vortrag wie ein nach allen\nSeiten hin sich verzweigendes Geflecht von Adern und Ner-\nven. Während sonst der colorirte und dramatische Gesang\nsich gewöhnlich gegenseitig ausschliessen, dient hier die\nblendendste Virtuosität nur als ein Mittel zur Charakteri-\n/\nstik. Nach der Richtung, welche heutzutage die französi-\nsche Kunst, die schaffende wie die ausführende, beherrscht,\nerwarteten wir ein Brillantfeuer der mannigfaltigsten Effecte\nund Pointen, eine Fülle pikanter Contraste und geistreicher\nEinzelheiten, mehr Glanz als Wärme, viel Rhetorik und\nwenig eigentliche Poesie. Um so mehr überraschte uns,\nbei der grössten Sorgfalt und Bestimmtheit der Detail-Ma-\nlerei, diese vornehme Ruhe und Besonnenheit, dieser grosse\nclassische Stil der Auffassung, die den Grundton der Rolle\nüberall hell und stetig hindurch klingen liess. Von Anfang\nbis zu Ende war die Darstellung trotz aller Verlockung\nder Meyerbeer'schen Musik edel und maassvoll, sehr spar-\nsam mit dem Tremolo und ähnlicheniSuperlativen des Aus-\ndrucks, völlig frei von jenen modernen Unarten und Ge-\nwaltsamkeiten, wie z. B. durch übermässig ausgehaltene\nTöne den Beifall zu erzwingen, auf dem Gipfel der Leiden-\nschaft das gesungene Wort mit dem gesprochenen zu ver-\ntauschen, den Klang der tiefsten Lagen unnatürlich zu\nverdicken, und eine Reihe anderer Verzerrungen, mit de-\nnen die applaussüchtige Eitelkeit der Sänger und Sänge-\nrinnen Staat zu machen pflegt.\n\nt.\n\nEin musicalischer Streit in Schwerin.\nS.\nIn einem Abonnements-Concerte im December v. J. wurde zu\nSchwerin unter Leitung des Hof-Capellmeisters G. Aloys Schmitt\ndie achte Sinfonie in F-dur von Beethoven zur Aufführung gebracht.\nDer Referent in der Mecklenburgischen Zeitung benutzte die wenig\ngünstige Kritik über diese Sinfonie aus UlibischefFs Buche „Beetho-\nven et ses Glossaleurs\"> indem er sich die Mühe nahm, selbe\nihrer Länge nach zu übersetzen. Diesen Angriff „glaubte Herr\nSchmitt im Interesse der Kunst und des Publicums nicht mit Still-\nschweigen übergehen zu dürfen.\" Er replicirte in derselben Zeitung\nin einem mit Ruhe geschriebenen Aufsätze, diese UlibischefFsche Be-\nurtheilung zurückweisend. Am Schlüsse bemerkte er: „Wenn die\nKritik im Dienste des Wahren und Schönen solche Wege einschlägt,\nso möchten wir wissen, wie sie ihrer hohen Pflicht werde genügen\nkönnen.\"\nDer Jünger aber des Weisen zu Lukino in Russland, dadurch\nnicht zurückgeschreckt, trat wieder hervor. Nachdem er einige Luft-\nhiebe nach seinem Gegner und Otto Jahn gerichtet, legt er Beru-\nfung ein bei den musicalischen Briefen eines Wohlbekannten, bei\nden Fliegenden Blättern für Musik und bei der hohen Autorität im\nbrüsseler Conservatorium; nicht genug an dem, nimmt er gar noch\nZuflucht zü dem jüngst in der augsburger Allg. Zeitung veröffent-\nlichten Aufsatze: „Musicalische Leiden der Gegenwart\", den er als\nBeleg für seine und Ulibischeff's Sache gegen Beethoven grossen-\ntheils mit abdrucken liess. Der Capellmeister folgte auf dem\nFusse mit seiner Duplik, in welcher aber die frühere Schonung des\nunwissenden Gegners ausser Acht gelassen wurde. Dieser scheint\nnämlich mit den französischen Benennungen der Töne wie auch Ac-\ncorde nicht bekannt, übersetzte daher wörtlich. Herr Schmitt unter-\nzog nun diese Uebersetzung einer Kritik, verdolmetschte den Unsinn\nund überführte dadurch mit grösstem Anstände den Referenten einer\neclatanten Ignoranz in musicalischen Dingen. Der Mann übersetzte\nz. B.: „Accord suspensif\" mit aufgehobenem Accord, „qua-\ntrieme la\" durch viergestrichenes a, wo Ulibischeff das vierte a der\nVioline meint; ferner hören wir zum ersten Male von einem „Accord\nh-d-f-a mit einem b davor, und von dessen Bass-Begleitung in E~\nmollu u. s. f.\nWird wohl Herr Ulibischeff der Kritiker, unter den Kritikern,\nwas der nach einer Seite hangende Thurm zu Pisa unter den auf-\nrecht stehenden Thürmen mit diesem Schweriner Jünger zufrie-\nden sein ? Sehwerlich. Aber Herrn Capellmeister Schmitt gratuliren\nwir zu der guten Laune, mit der er dem anmaassenden Referenten\ndie verdiente Strafe zugetheilt hat.\n\nDas Fest-Concert der Stadt Köln\nam 4. Februar.\nDer 4. Februar war ein Festtag für Köln durch die Anwesenheit\nIhrer Königlichen Hoheiten des Prinzen und der Frau Prinzessin\nFriedrich Wilhelm von Preussen, welche am Nachmittag\nauf der Heise von London nach Berlin hier eintrafen und bis zum"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580206-01.1.8", "texte": "anderen Morgen in unseren Mauern verweilten. Die Stadt Köln hatte\n9 \\\nzu Ehren Höclistderselben ein F est-Concert auf dem Gürzenich\nveranstaltet. Um 9 Uhr Abends erschien das erlauchte Paar im Saale\nund wurde von dem tausendstimmigen Hoch der glänzenden und\nreich geschmückten Versammlung der Eingeladenen, welche den Saal\nund die Galerieen füllten, und von dem zahlreichen Chor- und Or-\nchester-Personale auf der Tonbühne unter Trompeten- und Pauken-\njubel empfangen. Das Concert, unter Leitung des städtischen Capell-\nmeisters Herrn Ferdinand Hiller, begann mit der Ouvertüre von C.\nM. von Weber zu Oberon. Hierauf trug der Männergesang-Verein\nden ~Fest ge s an g der Kölner\" zur Begrüssung des hohen Paa-\nres vor, Gedicht von L. Bisch off, in Musik gesetzt vom königlichen\nMusik-Director Herrn Franz Weber. Die Soli wurden von den Herren\nAndreas Pütz und Michel DuMont-Fier gesungen. Bei der letzten\nStrophe trat die Melodie des englischen und des preussischen Natio-\nnalliedes: „Heil Dir im Siegeskranz\", ein, wobei sich die ganze Ver-\nsammlung und der Damenchor auf der Bühne erhoben und den Ge-\nsang stehend anhörten. Ihre Königlichen Hoheiten waren sichtbar\nergriffen und erfreut, liessen sich den Componisten vorstellen und\nunterhielten sich auf das huldvollste mit ihm und dem ebenfalls\nvorgestellten Capellmeister Hiller. Nach einer kleinen Pause führte\nder letztere die von ihm componirte Fest-Cantate: „Gruss am\nEhe ine\", Gedicht von Wolfgang Müller, mit dem Chor der Con-\ncert-Gesellschaft und dem stark besetzten Orchester auf. Die Soli\nsangen Fräulein Catharina Deutz und Fräulein Christina Sauset, die\nHerren A. Pütz und Schiffer. Die Frische der Composition, der An-\nblick der aufsteigenden, mit festlich geschmückten und bekränzten\nDamen besetzten Stufen der Bühne, der zahlreiche Chor, die Begei-\nsterung der Ausführenden, der herrliche Klang in dem prachtvollen\nSaale Alles vereinigte sich zu einer pompösen Wirkung. Nament-\nlich war der Schlusssatz imposant, in welchem - der Componist auf\ngeschickte Weise die Anklänge an die Volks-Melodieen Rule Britan-\nnia, den Dessauer Marsch und das „Heil Dir im Siegeskranz\" ver-\nwebt hatte. Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Wilhelm ge-\nruhten, den Capellmeister Hiller nochmals zu Sich zu winken und\nHöchstihre hohe Zufriedenheit in den gnädigsten Ausdrücken gegen\nihn auszusprechen.\nDer Eindruck, den das erlauchte Paar auf alle Anwesenden\nmachte, war in Wahrheit herzensgewinnend und bezaubernd. Nach-\ndem Höchstdasselbe noch eine Weile nach dem Schlüsse der Can-\ntate und des Concertes verweilt hatten, grüsste Se. Königliche Ho-\nheit der Prinz den Damenchor und dann die Versammlung im Saale\nnach beiden Seiten hin, worauf die hohen Neuvermählten unter den\nbegeisterten Hochs der Anwesenden den Saal verliessen.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nDresden« Dinstag den 19. Januar gab A. Bazzini eine\nSoiree musicale. In der ausserordentlichen Virtuosität Bazzini's ist\nvorzugsweise ein national-italiänischer Charakter des Violinspiels aus-\ngeprägt; seine Manier, sein Vortrag, seine Compositionen repräsenti-\nren die moderne italienische Musik, und nur in ihrem in sich abge-\nschlossenen und beschränkten Bereiche sind die eigenthümlichen\nEigenschaften zu suchen, welche unsere Bewunderung erregen, Sein\nTon ist nicht gross, aber vollkommen schön, seelenvoll, von geisti-\nger Klarheit und für alle Nuancen zarter, süsser, anmuthiger und\nglühender Empfindung, wie sie im Charakter der italienischen Me-\nlodieen liegen, von ungemeinem Reichthum des Colorits. Wohl aber\nsei bemerkt, dass die Virtuosität hierbei oft bis . zu einem Raffine-\nment der Nuancirung vorgeschritten ist, welches Sängern nicht mehr\nals Nachahmung dienen könnte, ohne bei ihnen fast in einige Ma-\nnierirtheit überzugehen. Reinheit der Intonation, freieste und unfehl-\nbare Beherrschung grösster Schwierigkeiten und andere unbedingt\nnöthige Vorzüge eines Violinvirtuosen ersten Ranges bedürfen keiner\nAufzählung. Nur die ausserordentliche Technik Bazzini's sei noch\nerwähnt, weil sie in ihrer Vollkommenheit und Originalität charak-\nteristisch für den Spieler ist. Bazzini's Compositionen beanspruchen\nkeine musicalische Bedeutung; sie gehören, mit Geschmack gemacht,\nder angedeuteten Richtung an, und lassen um so mehr die Indivi-\ndualität des Virtuosen zu voller Geltung kommen. Von origineller,\nphantastischer Wirkung ist die „Hönde des Lutins\". Fräulein\nKrall unterstützte den Concertgeber durch Vorträge einiger Lieder\nvon Fr. Schubert, Mendelssohn, Hagen und Ehrenstein. Anmuth, in-\nniger und maassvoller Ausdruck und künstlerischer Geschmack\nzeichneten ihre Leistungen aus. Das Lied von Ehrenstein ist eine\nneue Composition desselben, die früheren durch Fluss und Schwung\nder Melodie und natürliche, warme Empfindung weit voransteht. Fast\nur erklärlich und bedauerlich war der geringe Besuch des Concertes\neines so berühmten Virtuosen, um so enthusiastischer der Beifall.\nDie Nichtbesucher der Soiree blieben im Verluste.\nC. Banck. (Dresd. Journal.)\nDem Vernehmen nach wird Frau Jenny Goldschmidt zu-\nvörderst in Prag concertiren, dann sofort aber eine Kunstreise nach\nPetersburg, Moskau u. s. w. antreten."}]}