{"numero_id": "bm-bmtnabi-1858-04-24-01", "volume": "bmtnabi_1858-04-24_01", "ocr_sha256": "22636c03e7e64ad62bca63b52b0f88dc4220670248d465195e16e35ca05470f4", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1858/04/24_01/bmtnabi_1858-04-24_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1858-04-24-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-04-24_01#c001", "volume": "bmtnabi_1858-04-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "129", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 431, "texte": "Inhalt.\nBeethoven's Werke. Neue Ausgabe. Von E. K. Zur Beethoven-Literatur. Von K. Alis Holland (Amsterdam\nHaag Rotterdam). Aus Warschau („Halka\", Oper von Stanislaus Moniuszko). Von X. Aus Regensburg (Passionsmusik).\nKünstliche Saiten. Von Carl Bansi. Tages- und Unterh al tun gsbl att (Köln, Niederrheinisches Musikfest Aachen, Ernen-\nnungen Mülheim a. d. Ruhr Berlin Karlsruhe Prag Pesth Wien Einsiedl Amsterdam Paris New-York)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-04-24-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-04-24_01#c002", "volume": "bmtnabi_1858-04-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "129", "page_fin": "130", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.2.2", "titre_corps": "Beethoven’s Werke.", "titre_sommaire": "Beethoven’s Werke.", "signature_source": "E. K", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.1", "debut_caractere": 433, "fin_caractere_exclue": 4272, "texte": "Beethoven’s Werke.\nNeue Ausgabe.\n\nHolle's Verlag bringt wiederum ein stattliches Bündel\nneuer Veröffentlichungen, diesmal ausschliesslich Beetho-\nven, und zwar erstlich Fortsetzung und Schluss der Cla-\nvier-Sonaten, deren in Allem 36 sind, dann die Arrange-\nments der Sinfonieen in doppelter Ausgabe, zu zwei und\nzu vier Händen. Die Clavier-Sonaten in zwei Bänden, von\nLiszt revidirt, kosten zusammen 51 Thlr.; die Sinfo-\nnieen, durch Markull arrangirt, kosten in der zweihändi-\ngen Ausgabe 31 Thlr., in der vierhändigen 5f Thlr.;\njede Sonate und Sinfonie ist aber auch einzeln mit verhält-\nnissmässigem, nicht erhöhtem Einzelpreise zu haben, durch-\nschnittlich 1 Ggr. oder H Ngr. für den Bogen, oder 3\nPfennige die Folioseite. Das sind für den Musicalienhandel\nbisher unerhört wohlfeile Preise; sie beweisen die tüchtige\nUnternehmungslust des Verlegers, sie gründen sich auf ein\noffen vorliegendes Bedürfniss (kaufmännisch ausgedrückt:\nauf die Nachfrage) und geben die Aussicht weitester Ver-\nbreitung in alle Kreise. In gleicher Weise sind, wie früher\nbereits dargelegt, die Clavier-Sonaten und Sinfonieen von\nHaydn, Mozart, Clementi und Weber durch densel-\nben fleissigen Verleger zu ähnlich billigen Preisen herge-\nstellt. Als nächste Veröffentlichung ist dem Vernehmen\nnach Clementi's Gradus ad Parnassuni zu erwarten,\nein berühmtes, aber Preises halber wenig bekanntes Werk\nvon theoretisch-praktischem Werthe, durch welches jener\n,Meister der Sonate\" (wie ihn Riehl bezeichnet in den\nBeilagen zur Allg. Ztg. Anfang März d. J.) seinen dauern-\nden Ruhm begründete. Da nun, wie bekannt, auch S.\nBach's Ciavierwerke, durch Chrysander kritisch gereinigt\nund beglaubigt, theils erschienen, theils zu erwarten sind,\nso ist hiermit ein ansehnlicher Cyklus von classischen Wer-\nken hergestellt, für den wir dem Verleger aufrichtig Dank\nwissen, weil damit werthvolle Sachen Gemeingut werden\nund zugleich der Flut des Unwürdigen, Werthlosen, wavS\noft unerschwinglichePreise trägt (z. B. der Zukunftsmusik),\nein Damm entgegen gesetzt wird.\nDie letzten Veröffentlichungen im Einzelnen zu be-\nsprechen, ist kein besonderer Grund, da Beethoven's Werke\nallen Musikliebhabern bekannt sind. Die weniger bekannten\nSonaten, z. B. Op. 49, 79 in G und die Sonaten aus dem\nzehnten Lebensjahre (Holle's Ausg. Nr. 33—35), sind mehr\nCuriosa, die nur durch den Namen des verehrten Tondich-\nters Interesse gewähren. Mit gleichem oder besserem Rechte\ndürften aber ausser den vier Clavier-Concerten noch\nandere wenig bekannte Ciaviersachen von Beethoven wie-\nder abgedruckt werden, die in dieser Ausgabe fehlen, ob-\nwohl ihr Werth allerdings sehr ungleich ist: Op. 33, 34,\n35, 76, 77, 112, 120, 126, 129. Vergl. den Gesammt-\nKatalog von Beethoven's Werken vor der Sonate Op. 106\nin der Original-Ausgabe von Artaria.\nDie Editoren sind auch ihrerseits bemüht gewesen,\ndem Werke Fleiss und Zier zu widmen. Liszt hat die\nperiodische Gliederung, so auch die canonischen Künste\ndurch Wort und Zeichen anschaulich gemacht, einige Mal\nalte Fehler ausgemerzt, z. B. in Op. 57 (Holle, Nr. 23,\nS. 12) am Schlüsse des ersten Satzes die Triolen-Ueber-\nschrift (bei y-z) im 14. bis 7.Tacte vor dem Schlüsse, die\nsich in älteren Ausgaben findet, mit Recht getilgt; dess-\ngleichen in den heikligen Variationen von Op. 111 manche\nDruckfehler der Original-Ausgabe gebessert u. s. w. Bei\ndiesen letzten freilich möchten wir fragen, ob nicht in der\nersten Variation der Tact richtiger zu nennen wäre H\n(statt T°O), und in der zweiten ff (statt -Jf), indem bei der\nüblichen, durch Beethoven selbst bestimmten Tactzeichnung\nimmerfort triolirte und duplirte Tongruppen ohne unter-\nschiedene Bezeichnung neben einander laufen.\nF. W. Markuli in Danzig hat ein neues Arrange-\nment der Sinfonieen versucht, das für einen grossen Theil\nDilettanten erwünscht sein wird der Leichtigkeit wegen."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1568, "texte": "Das mag bei den zweihändigen Arrangements lob- und\ndankenswerth sein, dagegen bei den vierhändigen hätten\nwir zuweilen etwas grössere Vielstimmigkeit gewünscht.\nSowohl hier als bei den Weber'schen vierhändigen Ouver-\ntüren geht die Oberstimme gar zu häufig nur in Octaven,\nauch bei vielstimmigen Sätzen. Und wer einmal an den\nBeethoven geht und von ihm entzündet wird, der mag auch\nein Bisschen mehr Arbeit nicht scheuen, wie sie unter an-\nderen die trefflichen Hummel'sehen Bearbeitungen for-\ndern. Diese gehen den contrapunktischen Wendungen\nüberall getreulich nach, ohne dabei der flüssigen Spielbar-\nkeit zu entsagen, aber auch ohne die Liszt'schen Unge-\nheuerlichkeiten, genannt Partition de Piano = Transcrip-\ntion u. s. w. Doch gestehen wir gern zu, dass auch die\nMarkull'schen Bearbeitungen ihre besonderen Vorzüge\n. . . •\nhaben; unter den vierhändigen ist die zweite sehr gelun-\ngen und steht neben, wo nicht über Hummel's Arbeit.\nSchliesslich erneuen wir alle Jahre unser Ceterum\ncenseo: Scarlatti mussgebracht werden, wiedergebracht\naus dem Staube der Bibliotheken und befreit von den vor-\nnehmen Preisen vornehmer Verleger. Scarlatti ist der An-\nheber der ganzen neuen Clavier-Technik und der eigent-\nlich modernen weltlichen Clavier-Ideen; er ist der letzte\nder grossen Italiäner, ein älterer Zeitgenosse Bach's und\nder Ausgangspunkt für Vieles, was S. Bach und Beetho-\nven zwar weiter geführt, aber nicht ursprünglich entdeckt\nhaben. Setzt unser Freund Holle diesen Schlussstein an\nseine fleissige Arbeit, so wollen wir ihm die Krone zu-\nsprechen.\n\nE. K."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-04-24-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-04-24_01#c003", "volume": "bmtnabi_1858-04-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "130", "page_fin": "131", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.2.3", "titre_corps": "Zur Beethoven-Literatur.", "titre_sommaire": "Zur Beethoven-Literatur.", "signature_source": "K", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.2", "debut_caractere": 1570, "fin_caractere_exclue": 5061, "texte": "Zur Beethoven-Literatur.\n\nIn neuerer Zeit sind die Schriften über Beethoven und\nseine Werke um zwei kleine Broschüren von Ernst v.\nElter lein vermehrt worden, aufweiche die Aufmerksam-\nkeit der musicalischen Welt durch die höchst verlocken-\nden Titel gezogen werden kann. Denn diese lauten:\n1. Beethoven's Clavier-Sonaten, erläutert von Ernst\nv. Eiterlein.\n2. Beethoven's Symphonieen nach ihrem idealen\nGehalt, für Freunde der Tonkunst. Von demselben\nVerfasser.\nDer Verfasser hat sich in diesen kleinen Schriften auf\nein Gebiet gewagt, welches schon mehrere Vorgänger in\nBezug auf einzelne Werke Beethoven's betreten haben;\nindess hat noch kein einziger Glück damit gemacht, ob-\ngleich Männer von Geist einzelne Aufgaben ziemlich tref-\nfend gelös't haben. Die Schwierigkeit, eine genügende und\nerschöpfende Erklärung der Beethoven'schen Instrumental-\nMusik zu geben, scheint uns aber auch ganz unüberwind-\nlich. An dem Beispiele seiner Vorgänger hätte Herr v.\nElterlein leicht seine Schwäche einsehen können; er hätte\nes dann gewiss unterlassen, seine kleine Schrift, die er\nselbst in der Vorrede als eine „Schöpfung seines Geistes\"\nbezeichnet, der musicalischen Welt zu übergeben. Er\nwill, dass seine Schrift ein Anhaltspunkt für Freunde der\nTonkunst und Musiker zum besseren Verständniss der\nBeethoven'schen Schöpfungen sein soll, und deutet zu die-\nsem Zwecke jedesmal auf ungefähr zwei Druckseiten den\nCharakter einer Sinfonie an, wie er ihn aufgefasst hat,\nwobei er häufig noch so genannte Autoritäten, wie Vi-\nscher, Wagner, Brendel benutzt. Sobald sich diese Auto-\nritäten über ein Werk ausgesprochen haben, lässt der Ver-\nfasser sein eigenes Urtheil in den Hintergrund treten, in-\ndem er wohl zu merken scheint, dass ihm nicht allein\n„schöpferischer\", sondern sogar der nöthige „kritische\"\nGeist mangelt, um den Stoff, den er sich genommen, zu\nbewältigen.\nEs kann unsere Absicht nicht sein, eine in Betracht\ndes höchst bedeutenden Gegenstandes oberflächliche lite-\nrarische Arbeit ausführlich und eingehend zu kritisiren.\nWir erlauben uns nur, ein Beispiel anzuführen, wie\nHerr v. Elterlein einen Sinfoniesatz Beethoven's „erläu-\ntert\", um dadurch „ein höheres Verständniss desselben\nzu eröffnen.\" lieber das Adagio der vierten Sinfonie in\nB-dur finden wir Seite 46 folgende Erklärung: „Wir tre-\nten in eine stille Liebesgrotte, und in trauter Nähe aus\nlauschiger (!) Laube tönt ein Lied der Liebe, umgaukelt\nvon luftigen Amoretten. Nur einmal bricht in diese Welt\nseligster Verzücktheit ein Schauer des Wehes aus uner-\nklärlicher Tiefe herein, ein Blitzstrahl und dann wieder\nlachender blauer Himmel, tiefer Liebesfrieden. Wozu\nder Worte mehr über dieses zauberische Adagio, diese\nschönste Offenbarung romantischer Liebesgluth und Lie-\nbesseligkeit!\"\nDas soll also eine Erläuterung dieses Adagio in Es-\ndur sein, dieses tiefsten und grossartigsten Adagio\nunter allen gleichnamigen Sätzen seiner Sinfonieen, das\nnur noch von dem Adagio der Sonate Op. 106 übertrof-\nfen werden kann!\nUeber die Eroica und die neunte Sinfonie führt Herr\nv. Elterlein die Erklärungen Bich. Wagner's an, obgleich\nnicht ausführlich. Ueber die Auffassung der neunten Sin-\nfonie könnte man mit Wagner übereinstimmen; seine Ver-\ngleichung der einzelnen Theile mit Scenen aus dem Göthe'-\nschcn Faust dünkt uns interessant und treffend. Dagegen\nist der Irrthum Wagner's in Betreff des letzten Satzes der\nEroica so oft und genügend in diesem Blatte dargethan\nworden, dass man doch endlich aufhören sollte, diesen"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 697, "texte": "Irrthum noch ferner nachzubeten. Wenn wir uns einmal\nauf das Gebiet der Traumdeutungen begeben (und die\nDeutung eines Instrumentalwerkes kommt diesen gleich),\nso lässt sich über ein und dasselbe WTerk vielerlei und ganz\nVerschiedenartiges sagen, und alle Deutungen können\npassen. Damit ist zugleich das Gefährliche solcher Ver-\nsuche bezeichnet. Statt das höhere Verständniss bei Ande-\nren anzubahnen und zu erleichtern, bringen sie vielmehr\nbei denjenigen, welche nicht fest auf eigenen Füssen ste-\nhen, Zweifel und Verwirrung hervor. Und somit können\nwir den beiden Schriftchen des Herrn v. Elterlein auch\nweiter keinen guten Erfolg prophezeien, als allenfalls\nein Geschäft für den Verleger.\n\nK."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-04-24-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-04-24_01#c004", "volume": "bmtnabi_1858-04-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "131", "page_fin": "132", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.2.4", "titre_corps": "Aus Holland.", "titre_sommaire": "Aus Holland.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.3", "debut_caractere": 699, "fin_caractere_exclue": 5062, "texte": "Aus Holland.\nAmsterdam. Die fünf letzten\ncerte lieferten uns wieder.eine Reihe interessanter Orche-\nsterwerke, obgleich nur wenig Novitäten dabei vorkamen.\nSo hörten wir zwei Sinfonieen von Beethoven (D-dur und\nC-molI), eine in Es-du?' von Robert Schumann und Spohr's\nWeihe der Töne. Von Ouvertüren wurden drei neue aut-\ngeführt: Ouvertüre zu Santa Chiara vom IL v. S.-C., zum\nTrauerspiel Floris V. vom Capellmeister Coenen, und\neine Concert-Ouverture von G. A.Heinze. Die zwei letzt-\ngenannten Werke von einheimischen Componisten fanden\ngünstige Aufnahme. Der Gesang war fortwährend gut\nvertreten. Neben den Damen Dobre, Bochkolz-f al-\nconi und Lehmann trat eine junge Künstlerin Fräulein\nHelena Hutschenruyter aus Rotterdam auf. Diese\nSängerin besitzt eine sehr angenehme, obgleich nicht starke\nSopranstimme, welche vornehmlich in Coloratur-Partieen\nvon guter Wirkung ist.\nBelgische Virtuosen schienen uns während dieser Sai-\nson vorzugsweise mit ihrem Besuche beehren zu wollen.\nIm neunten und im eilften Concerte hörten wir die Herren\nCharles (Flöte) und Dupuis (Violine). Letztgenannter\ntrug den Sieg davon. Im achten und im zwölften Concerte\nspielte der Pianist Louis Brassin aus Leipzig und feierte\nwahre Triumphe. Dieser talentvolle Künstler gehört zu den\nwenigen Auserkorenen, welchen es gegeben ist, das Cia-\nvier zum ausdrucksfähigen Instrumente zu erheben. War-\num aber musste Herr Brassin seinem Rufe schaden durch\neinen nicht im Mindesten zu rechtfertigenden grillenhaften\nVortrag des Weber'schen Concertstückes? Eben weil Herr\nBrassin sich (namentlich im Mendelssohn sehen\nConcerte) weit über das Niveau der gewöhnlichen Ciavier-\nVirtuosen zu stellen wusste, hätte er sich auch hier von\nallen Quacksalber-Künsten fern halten sollen. Das W eber -\nsehe Coneertstück besitzt an und für sich natürliche Reize,\nwelche durch neue Traditionen nicht erhöht, sondern nur\nverringert werden können. Herr Brassin schien seine Fin-\ngerfertigkeit durch ein fabelhaft schnelles Tempo zeigen\nzu wollen; leider konnte die linke Hand mit der rechten\nin Schnelligkeit nicht wetteifern und schlug mehrere Male\nin störender Weise fehl.\nUnsere Abtheilung der Gesellschaft zur Beförderung\nder Tonkunst gab am 24. Februar ihre zweite Auffüh-\nrung im Parksaale. Diesmal wurde Mendelssohn's Ora-\ntorium Elias zu Gehör gebracht. Die Solo-Partieen wa-\nren in Händen der Damen Offermans v. Hove, Fro-\nschart, des Herrn DuMont-Fier aus Köln und einiger\nDilettanten. Die Leistungen der beiden Sängerinnen in die-\nsem Oratorium waren bereits als tüchtig bekannt. Herr\nDuMont-Fier liess als Elias nichts zu wünschen übrig.\nChor und Orchester thaten ihre Schuldigkeit unter Leitung\ndes Musik-Directors Richard Hol, welcher an diesem\nAbende zum ersten Male als Nachfolger van Bree's auf-\ntrat und die Ehre des Hervorrufes genoss.\nHaag. Im siebenten Concert Diligentia wurde aufge-\nführt eine Sinfonie von Jul. Rietz (zum zweiten Male),\nOuvertüre zu Egmont von Beethoven und Litolff's\nWeifenlied (für Orchester) als Novität. Letztgenannte Com-\nposition machte freilich Lärm genug. Eben darum be-\nwahrte das Publicum nach Beendigung derselben tiefes\nStillschweigen.\nEinen recht wackeren Künstler lernten wir kennen in\ndem Violoncellisten Herrn Louis Lübeck, zweitem Sohne\nunseres Capellmeisters. Derselbe erfreute uns durch seinen\nrecht schönen Vortrag von zwei Servais'schen Composi-\ntionen. Die erste Aufführung durch die Gesellschaft zur\nBeförderung der Tonkunst fand am 10. Februar Statt.\nIndem unsere Sing-Akademie schon seit zwei Jahren nicht\nmehr besteht, bemüht sich die Direction, vorzugsweise In-\nstrumentalwerke von niederländischen Componisten zu Ge-\nhör zu bringen. Im Uebrigen werden die Programme mit\nSologesang-Piecen ausgefüllt. Diesmal kamen zur Auffüh-\nrung: Erste Sinfonie (A-moll)von W. F. Thooft; Ouver-\ntüre zu Maria Stuart von E. van Zuylen van Nyevelt;\nFcst-Ouverture von van Bree; Duo aus dem Freischütz;\nTrio aus Hans Heiling; Fragmente aus Don Juan. Die\nAusführung der Orchesterwerke, so wie der Gesang-Vor-\nträge war recht befriedigend. Die Sinfonie und die Ouver-\ntüre zu Maria Stuart, beide hier zum ersten Male gehört*\nfanden äusserst günstige Aufnahme.\nRotterdam. Fünftes und sechstes Concert von Eru-\nditio musica. Programm: Sinfonieen C~moll von Beetho-\nven und C-dur (Nr. 2) von R. Schumann; Ouvertüren\nvon Hutschenruyter, Mendelssohn (Meeresstille,"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2750, "texte": "Athalia), Gade (Ossian's Nachklänge) und Weber (Ju-\nbel-Ouverture). Gesang: Frau Bochkolz-Falconi und Frau\nOffermans van Hove. Piano: Herr Brassin. Diese zwei\nConcerte, leider schon die letzten in dieser Saison, waren\nstark besucht und in allen Hinsichten interessant. Die Lei-\nstungen der Solisten sind bereits besprochen. Das Orche-\nster wirkte an beiden Abenden recht glücklich.\nDen Glanzpunkt unserer diesjährigen Saison bildete\ndie zweite Aufführung der Gesellschaft zur Beförderung\nder Tonkunst am Freitag den 12. Februar. Eine so seltene\nErscheinung wie Beethoven's neunte Sinfonie auf\ndem Programm hatte viele Musikfreunde aus den Nachbar-\nstädten, wie auch aus Amsterdam hiehergelockt, wodurch\ndie Zuhörerzahl auf 1300 gestiegen war. Ausser der Sin-\nfonie wurden noch Gade's „ErlkönigsTochter\" (zum er-\nsten Male) und Mendelssohn's Lorelei-Finale zu Gehör ge-\nbracht.\nDas Gade'sche Werk hat unserer Erwartung nicht\nganz entsprochen. Interessant und mit charakteristischen\nZügen gemalt ist der Besuch Oluf's auf dem Erlenberg,\nwelcher den Mittelpunkt des Ganzen bildet. Von vortreff-\nlicher Wirkung ist auch der darauf folgende Morgenge-\nsang. Dagegen sind Oluf's Zurückkehr zur Hochzeit, sein\nTod, der Schmerz der Mutter und der Schrecken der Iloch-\nzeitsgäste vom Dichter mit zu wenig Sorgfalt behandelt,\nwodurch dem Componisten die Gelegenheit fehlt, seiner\nMusik die nothwendige dramatische Steigerung zu geben.\nMendelssohn's Lorelei war hier bereits bekannt, wurde\naber vom Publicum wieder mit Freude aufgenommen. Der\nEindruck der Beethoven'schen Sinfonie war ein gewaltiger;\nnamentlich rissen die recht tüchtig ausgeführten drei In-\nstrumentalsätze das Publicum zur Begeisterung hin. Weni-\nger konnte uns diesmal der letzte Satz befriedigen. Der\nübrigens recht tüchtige und 160 Personen starke Chor\nkonnte das Gellende und Schreiende dieser Musik [?] nicht\nmit so glücklichem Erfolge verdecken, wie bei Gelegenheit\nunseres Musikfestes im Jahre 1854, wo eine 600 Perso-\nnen starke Chormasse vorhanden war. Die unnatürliche\nLage, zu welcher Beethoven die Chorstimmen hinaufge-\nschraubt hat, die im Gesänge angewandte Instrumental-\nFreiheit und die manchmal grelle Mischung des Erhabe-\nnen mit dem Trivialen wird immer das ästhetische Gefühl\nund musicalisch gebildete Gehör verletzen. Man ärgere sich\naber nicht an unserer Bemerkung, indem wir übrigens\ndem grossen Meister den Zoll der höchsten Verehrung ge-\nwiss nicht verweigern.\nDie Soli wurden von Frau Offermans van Hove und\neinigen Dilettanten gesungen. Alle waren recht günstig\ndlsponirt und ärnteten grossen Beifall. Der Chor bewährte\nseinen Ruf und verfehlte im schönen Morgengesange von\nGade seine wohlthuende Wirkung nicht. Capellmeister\nVerhülst genoss die Ehre des Hervorrufs."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-04-24-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-04-24_01#c005", "volume": "bmtnabi_1858-04-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "132", "page_fin": "134", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.2.5", "titre_corps": "Aus Warschau.", "titre_sommaire": "Aus Warschau.", "signature_source": "X", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.4", "debut_caractere": 2752, "fin_caractere_exclue": 5049, "texte": "Aus Warschau.\n\nDen 12. April 1858.\nAm 10. Januar wurde die Oper „Halka\" von Mo-\nni uszko zum fünften Male gegeben, und bei dieser Gele-\ngenheit will ich Ihnen einige Nachrichten über diese wirk-\nlich interessante Erscheinung mittheilen.\nStanislaus Moniuszko, der Tags vorher unsere\nStadt verlassen hat, wurde 1821 zu Smitowicze im Gou-\nvernement Minsk geboren und stammt aus einer Familie,\ndie sich stets durch Eifer und Liebe für Kunst und Wis-\nsenschaft auszeichnete und aus welcher Doctoren der Rechte\nund Magister der Philosophie hervorgegangen sind. Schon\nals Kind zeigte er grosse Neigung zur Musik und wurde\ndesshalb im siebenten Lebensjahre von seinem Vater nach\nWarschau geschickt, woselbst Herr Freyer sein erster\nLehrer wurde und drei Jahre hindurch (1828 bis 1830;\nseine Bildung leitete. Darauf besuchte er sieben Jahre lang\ndas Gymnasium und begab sich dann nach Berlin, um\nunter Rungenhagen drei Jahre lang Composition zu\nstudiren. Im Jahre 1840 in seine Heimat zurückgekehrt,\nwidmete Moniuszko sich ganz der Composition. Es er-\nschienen binnen wenigen Jahren eine Liedersammlung,\neine kleine Oper (Die Lotterie) und Melodieen zu den be-\nrühmtesten Erzeugnissen polnischer Dichter. 1845 kam\ner nach Warschau und brachte eine Oper und eine neue\nLiedersammlung mit. Dobrzynski, Sikorski und die Mitar-\nbeiter der warschauer Bibliothek empfingen ihn mit offe-\nnen Armen und Herzen. Doch damals dachte Niemand\ndaran, dass dieser Componist Keime des Genie's in sich\ntrage, dass er in Kurzem wie ein Meteor erglänzen sollte.\nUeberzeugt, dass auf der warschauer Bühne nur ein Drama\ngrösseren Umfangs Erfolg haben könnte, besprach sich\nMoniuszko mit dem Dichter Wolski über das Libretto\nzu dem von ihnen gemeinschaftlich erwählten Sujet, und\nso entstand die „Halka\". Was den Inhalt anbelangt, so\nhaben bekanntlich Mickiewicz in der Ballade „Rybka\" und\nKraszewski in dem Roman „Ulana\" denselben Stoff schon\nbearbeitet; seine eigentliche Heimat aber ist die Gegend\nder Karpathen, die Ereignisse sind aus den Begebenheiten\nder Familie der Humulaten geschöpft. Die Oper war schon\nvor zwölf Jahren fertig, allein erst 1851 kam Moniuszko\nzum zweiten Male nach Warschau und fand jetzt mehr\nAnklang bei den Künstlern und Kunstfreunden. Sein Ruf\nverbreitete sich von Tag zu Tag immer mehr durch sein«"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5378, "texte": "Lieder. 1857 finden wir ihn wieder in Warschau; das\nursprünglich aus zwei Acten bestehende Werk ward nun\nmit Wolski in ein vieractiges umgewandelt, Sachverstän-\ndigen zur Beurtheilung vorgelegt, und nun erst konnte der\nVerfasser sich der Hoffnung hingeben, sein Werk endlich\naufgeführt zu sehen.\nEs geschah in den ersten Tagen des Januar, und so\nwurde der Anfang des Jahres 1858 Epoche machend für\ndie polnische Oper, von der seit Jahren nichts mehr zu\nhören war. Halka wurde aufs glänzendste dargestellt und\nhatte ausserordentlichen Erfolg; alle früheren Zweifel über\nMoniuszko's Talent für grössere Sachen schwanden, die\nKritik erstaunte und nahm zu Dingen Zuflucht, die sich\nleicht widerlegen lassen.\nHauptsächlich macht man der Oper zweierlei zum\nVorwurf: erstens, dass der Gesang vom Orchester über-\ntönt werde, und zweitens, dass in der ganzen Composition\nder deutsche Charakter sich zu stark abspiegele. Die Ver-\nehrer der italiänischen Oper, welche in ihr die gymnasti-\nschen Uebungen der Stimme vermissten, haben sich dahin\nausgesprochen, dass im Vergleich zur Fülle des Orchesters\nder Gesang zu einfach sei; doch Moniuszko's Grundsatz\nist, die Musik der Poesie so entsprechend als möglich mit\nAusschluss aller Manier einzurichten. Uebrigens haben es\nselbst die strengsten Kritiker anerkannt, dass nur der An-\nfang der Oper an zu voller Instrumentirung leide, und im\nWeiteren der Gesang sich immer mehr vom Orchester\nemancipire. Was nun den deutschen Charakter der Com-\nposition anlangt, so sucht Moniuszko nicht in dem Colorit\nder Motive das Nationale, sondern in der Tiefe des heimat-\nlichen Gefühls. Daher kommt es, dass die Musik weder\nfranzösisch, noch deutsch, noch italiänisch ist, sondern rein\ndas Erzeugniss einer polnischen Individualität. Schon bei\nder vierten Vorstellung verstummte die Kritik beim An-\nblick des überfüllten Hauses und auf die vielen Bravo's.\nDie Oper ist eines bleibenden Erfolgs sicher, und der Name\ndes Autors gehört den Annalen des Fortschrittes der euro-\npäischen Musik an.\nMoniuszko lebt als Musiklehrer in Wilna und hat eine\nzahlreiche Familie zu erhalten. Seine Oper war fünfzehn\nMal bei stets überfülltem Hause gegeben, als ein Concert\nfür den Componisten veranstaltet wurde (den 26. März),\nwelches mit Recht eine musicalische Feierlichkeit genannt\nwerden kann und alle Erwartungen sowohl hinsichtlich\nder Ausführung als auch der Sympathie für den Schöpfer\nder Oper „Halka\" übertraf. Aufgeführt wurden:\nI. Theil: Quartett aus der Oper „Halka\" von Stanis-\nlaus Moniuszko, ausgeführt vom Orchester des warschauer\nTheaters.—Concert für drei Piano's von Seb. Bach (17 33),\nvorgetragen von Frau v. Kalergis, Fräul. Rogozinska und\nHerrn Peschke.—Terzett von Beethoven (Tremate u. s. w.),\ngesungen von Frau Reschke, Dobrski und Troschel.\nSolo für Violoncello von Servais, vorgetragen von A. Herr-\nmann.—Duo von Thalberg, vorgetragen von Frau v. Ka-\nlergis und Herrn Joseph Wieniawski.—Arie aus dem Pro-\npheten von Meyerbeer, gesungen von Frau Poschke.\nGrosses Finale aus Figaro's Hochzeit von Mozart, gesun-\ngen von Fräul. Zylinska, Idzkowska, Frau v. Ryszczewska\nund den Herren Madislaw und Thomas Zachorowski,\nIdzkowski, Izbinski und Malinowski.\n11. Theil: Barcarole von Schubert und Romanze von\nChopin, gesungen von Frl. Sierzputowska.—Romanze aus\nder Oper „Halka\", gesungen von Dobrski.—Arie aus der\nOper „Die Flibustiers\" von Dobrzynski Mazur (Text\nvon Kucz)—Die Jagd, Solo mit Chor (Text von Frl. Deo-\ntyma), in Musik gesetzt und gesungen von der Fürstin\nCzetwertynska.—Nocturno und Polonaise von Chopin, ge-\nspielt von Mad. Kalergis. Stille Thräne von Joseph No-\nwakowski und Kujawiak von F. Komorowski, gesungen von\nZachorowski.—Mazur aus der Oper Halka für Orchester.\nAus diesem Programm ersieht man, dass die ersten\nLiebhaber- und Künstler-Talente sich beeilt haben, dem\nverehrten Meister und Landsmanne ihre Huldigungen dar-'\nzubringen. Das Concert wurde mit der Gegenwart Ihrer\nDurchlaucht der Fürstin Gortscbakow, Gemahlin des Statt-\nhalters, und dessen durchlauchtiger Familie beehrt. Eine\nStunde vor Anfang waren Parterre und Galerie des Re-\ndoutensaales völlig besetzt. Dieses war der beste Beweis\ndes Anklanges, den der von einer Dame gefasste Gedanke\ndes Concertes finden konnte. Ihr Name ist kein Geheim-\nniss mehr: es ist die durch ihr Talent als Pianistin hoch-\ngeschätzte Schülerin Chopin's, Marie v. Kalergis, geb.\nGräfin Nesselrode. Die verehrte Dame wurde mit den\ngrössten Beifallsbezeugungen begrüsst. Allein nicht daraul\nallein beschränkten sich die Zeichen der Dankbarkeit gegen\ndie Urheberin des Concerts: Lobgedichte und Blumen-\nsträusse wurden ihr in Fülle zu Füssen gelegt. Wenn wir\nnun, auf das Concert zurückkehrend, ins Einzelne eingehen\nwollten, so müssten wir jedem der Theilnehmenden Gerech-\ntigkeit widerfahren lassen; denn neben der Präcision in der\nAusführung wäre noch auf die Arbeit und Ausdauer der\nKünstler und Dilettanten aufmerksam zu machen. Den\nbesten Beweis dafür liefert das grosse Finale aus Mozart's\nFigaro's Hochzeit, das nur von Dilettanten und doch mit\nso viel Sorgfalt ausgeführt wurde. Von Dilettanten hatten\nwir zum ersten Male das Vergnügen, Fräul. Sierzputowska\nzu hören, deren Gesang mit grossem Beifalle aufgenom-\nmen wurde, und die auf allgemeines Verlangen die Ro-\nmanze von Chopin wiederholen musste. Ebenfalls verlangte\nman die Wiederholung der Mazurka der jungen Fürstin"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 451, "texte": "Fanina Czetwertynska. Wir können auch nicht umhin, des\nDirectors des Concertes, Herrn Peschke, rühmlich zu er-\nwähnen. Bei so vielem guten Willen, unterstützt durch die\nTheater-Direction und das Opern-Orchester, musste dieses\nschöne, zu Ehren unseres Componisten Moniuszko veran-\nstaltete Unternehmen mit dem glänzendsten Erfolge gekrönt\nwerden. Der reine Ertrag belief sich auf mehr als 3000\nSilberrubel, die ihm nach Wilna übersandt worden sind.\n\nX."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-04-24-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-04-24_01#c006", "volume": "bmtnabi_1858-04-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "134", "page_fin": "134", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.2.6", "titre_corps": "Aus Regensburg.", "titre_sommaire": "Aus Regensburg.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.6", "debut_caractere": 453, "fin_caractere_exclue": 2453, "texte": "Aus Regensburg.\nDen 18. April 1858.\nIm Nachstehenden verzeichne ich die classischen Ton-\nschöpfungen der mittelalterlichen Meister, welche in der\nStiftskirche zur alten Capelle unter der Leitung des Chor-\nregenten Joh. Georg Mettenleiter in der Charwoche\ngesungen worden sind. Die Werke und Namen überheben\nmich jeder weiteren Bemerkung. Sie sehen daraus, welche\nsorgsame Pllege hier der wahren Kirchenmusik zu Theil\nwird.\nPalmsonntag. Messe von Orlando de Lasso. Pas-\nsionsgesänge (fünfstimmig) von Lasso. Offertorium.\nHebraeorum von Palestrina.\nDinstag. Messe von Panoni. Passions-Responsorien\nvon Cammerloher. Offertorium von Croce.\nMittwoch. Messe von Lasso. Passions-Responsorien\nvon Cammerloher. Offertorium von Croce. Lamenta-\ntionen von Palestrina. Benedivon Palestrina.\nGründonnerstag. Missa Papae Marcelli von Pa-\nlestrina, auf vier Stimmen reducirt von Anerio. Gra-\nduale. Christus factus est von Palestrina. Offertorium.\nDextera Domini von L a s s o. Adoramus von P a 1 e s t r i n a.\nMetten. Neun Responsorien von Viadana und Croce.\nLamentation von Palestrina. von Pale-\nstrina. Miserere (sechsstimmig) von Palestrina.\nCharfreitag. Passions-Responsorien von Rainer\n(achtstimmig). Impropcria. Popule meus von Palestrina.\nTenebrae von Croce. Metten. Neun Responsorien von\nViadana, Croce, Handl. Lamentation von Pale-\nstrina. Benedictusvon Palestrina. Grabmusik.\nMine Jesu (sechsstimmig) von Victoria.\nvierstimmiger Falsobordone aus Baini's Tentamen. Sta-\nbat Mater (achtstimmig) von Palestrina.\nCha rsamstag. Messe von Pitoni. Graduale von\nLasso. Offertorium. Adoramus von Roselli. Auferste-\nhungs-Gesang mit Posaunen: Christ ist erstanden.\n(fünfstimmig) von Viadana.\nOstersonntag. Missa brevis von Palestrina. Gra-\nduale, Haee dies von Palestrina. Offertorium. Alleluja\nvon Anerio. Vesperpsalmen von Pictori. voh\nMarenzio.\nOstermontag. von Gabrieli. Gra-\nduale. Maria Magdalena von Gabrieli. Offertorium. An-\ngelas Domini von Anerio, Vesperpsalmen: Falsibor-\ndoni. Ma gnifiedtvon Soriano."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-04-24-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-04-24_01#c007", "volume": "bmtnabi_1858-04-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "134", "page_fin": "134", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.2.7", "titre_corps": "Künstliche Saiten.", "titre_sommaire": "Künstliche Saiten.", "signature_source": "Carl Bansi", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.6", "debut_caractere": 2455, "fin_caractere_exclue": 3651, "texte": "Künstliche Saiten.\nCarl Bansi.\nKünstliche Saiten aus Seide werden an mehreren Or-\nten verfertigt. Z. B. liefert M. Schuster jun. in Neukirchen\nbei Adorf in Sachsen solche Saiten aus Seide, welche die\nStelle der Darmsaiten vertreten sollen, in grossen Quanti-\ntäten und versendet solche auch überseeisch. Weniger be-\nkannt möchte es sein, dass darmähnliche Saiten aus\nSeide durch Robert Schärff (Besitzer einer Manufactur\nvon Posamenterie, Inhaber von sechs Preis-Medaillen) zu\nBrieg angefertigt werden. Derselbe liefert nur Quinten, da\nes ihm bisher nicht gelungen, die stärkeren Gattungen her-\nzustellen. Seit vier Jahren hat er dieselben in den Handel\ngebracht, sich um einen grösseren Absatz aber desshalb\nnicht bemüht, weil er bei der mühsamen Anfertigung der-\nselben selbst Zugegen sein muss und bei dem Preise von\n2! Thlr. für 1 Stock =3O Stück ein nur sehr geringer\nNutzen bleibt. Diese Saiten haben einen reinen, hellen\nTon und die Eigenschaft, gegen Wärme, Kälte und gegen\nfeuchte Finger fast ganz unempfindlich zu sein. In neuester\nZeit sollen in Frankreich Saiten aus Hanf bereitet werden\nund unter dem Namen Agricultur-Saiten bereits bis nach\nHolland ihren Weg gefunden haben.\nMinden."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-04-24-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-04-24_01#c008", "volume": "bmtnabi_1858-04-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "134", "page_fin": "136", "image_debut": 6, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.2.8", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.6", "debut_caractere": 3653, "fin_caractere_exclue": 4859, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nl&elÜBa« Die Solisten beim Musikfeste an den drei Pfingst-\ntagen sind folgende: Fräulein Krall (Sopran \\ erste lyrische Sän-\ngerin am Hoftheater zu Dresden; Fräulein Jenny Meyer\n(Mezzo-Sopran) aus Berlin;—Herr Sehneider (Tenor) vom Thea-\nter in Frankfurt a. M.; Herr Step an (Bariton) vom Hoftheater\nin Mannheim und Herr Abiger, welcher diesen Winter am hiesigen\nTheater engagirt war. Ueberdies hat man für das Künstler-Concert\ndie Zusage Sivori's und die unserer hiesigen Pianisten, der Herren\nIliller, Franck und Breunung. Fräulein Krall gehört zu den\nangenehmsten Erscheinungen und besten Kräften an dem Theater in\nDresden; sie hat auch als Concertsängerin schon grosse Triumphe\ngefeiert. Am dritten Tage wird Sivori das VTiolin-Concert von\nMendelssohn und eine Phantasie von seiner Composition spielen.\nDas Clavier-Concert für drei Flügel von J. S. Bach wird von den\noben genannten Herren aus Köln vorgetragen werden.\nVon neueren Compositionen für Gesang (Solo und Chor) mit Or-\nchester ist keine, die seit ihrem Erscheinen so häufig und mit so\nungetheiltem Beifall aufgeführt wird, als die Lorelei von F. Hil-\nler, Gedicht von Wolfg, Müller. Nicht nur in vielen Städten"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 7325, "texte": "Deutschlands, in Köln, Düsseldorf, Bonn, Elberfeld, Münster, Bre-\nmen, Hannover u. s. w, sondern auch in der Schweiz und in Hol-\nland, in Kopenhagen und Petersburg hat dieses Gesangstück ausser-\nordentlichen Erfolg gehabt. Am Niederrheine und in Holland hat die\nSopran-Partie der Lorelei eine treffliche Vertreterin an Fräulein\nCath. Deutz aus Köln gefunden, welche sie in den meisten der\noben genannten Städte gesungen hat.\nIn Aachen ist Herr Franz Wüllner, zur Zeit Professor am\nConservatorium in München, zum Musik-Director, Herr Fritz We-\nnigmann zum ersten und Herr Wibli n g e r zum zweiten\nConcertmeister von Seiten der städtischen Verwaltung ernannt\nworden.\nMülheim a. d. Rftilll», 19. April. Das dritte Abonnements-\nConcert, welches gestern in den Räumen des Casino abgehalten wor-\nden, war in jeder Beziehung ein so durchaus interessantes und ge-\nlungenes, wie nie zuvor ein anderes in unserer guten Stadt gehört\nworden ist. Orchester und Chor waren nie vollständiger und exaeter;\nes war ein Wetteifern Aller, die Anwesenheit unseres berühmten\nGastes, des Herrn Capellmeisters Ferdinand Hill er, würdig zu\nehren und zu feiern. Cherubini's Ouvertüre zum Wasserträger eröff-\nnete das Concert; ihr folgte die grosse Scene und Arie Ah perfido\nvon L. van Beethoven. Der Glanzpunkt des Abends war das D-moll-\nConcert von Mozart, welches von Herrn Capellmeister Hiller, dessen\nErscheinen ~mit einem Tusch des Orchesters begrüsst wurde,, mit\neiner solchen Meisterschaft vorgetragen wurde, wie sie bei keinem\nder jetzt lebenden Clavierspieler wieder gefunden werden dürfte. Das\nist der classische Stil, das ist Gesang und Verständniss. Die herr-\nliche Cadenz im ersten Theile wird uns stets unvergeßlich bleiben.\nDen Schluss der ersten Abtheilung bildete ein neues Werk des\nHerrn Musik-Direetors Zur Nieden aus Duisburg für Männerchor\nund Orchester: Das Grab in Busento von Platen ein Werk, das\nbesonders in seiner letzten Hälfte schöne Gedanken enthält und recht\ngut gearbeitet ist, desshalb auch allgemeine Anerkennung fand. Die\nzweite Abtheilung des Concertes begann mit der lieblichen „Lorelei«\nvon Fr. Hiller. Solch süss verlockendem Flehen kann sicherlich Kei-\nner widerstehen. Das Auditorium wurde freudig überrascht, als Herr\nHiller plötzlich mit dem musicalischen Commandostabe auf dem Or-\nchester erschien, um sein Werk, das in allen Beziehungen ausge-\nzeichnet ging, selbst zu leiten. Nach den gewaltigen Ouvertüren zu\nEgmont von L. van Beethoven setzte sich Herr Killer nochmals an\nden Flügel und verwob die reizendsten Motive der vorübergegange-\nnen Werke in einer freien Phantasie zu einer herrlichen Musik, und\nriss durch den tiefen Geist, die immense Technik und Eleganz sei-\nnes Spieles Alle zur freudigsten Bewunderung hin.\nfllepHsi* Am 21. d. Mts. im Opernhause Concert des General-\nInspectors der kaiserlichen Oper zu St. Petersburg, Herrn Louis\nMaurer. 1) Ouvertüre zu dem Ballet „Der Schatten\", componirt\nund dirigirt von L. Maurer; 2) Phantasie für Violoncell, vorgetragen\nvon Alex. Maurer, kaiserlich russischem Kammermusiker; 3) Concer-\ntante für sechs Violinen mit Begleitung des Orchesters von L.\nMaurer, ausgeführt von demselben, den königlichen Concertmeistern\nRies und Ganz, den k. Kammermusikern Zimmermann, Steffens und\ndem kaiserlich russischen Kammermusicus Bagdanoff.\nAm 17. April fand im Dom zu Berlin unter Neidhardt's Leitung\neine Aufführung des Oratoriums „Das Wort des Herrn\" vom könig-\nlichen Musik-Director Herrn. Küster Statt bei welcher ein Pheil\ndes Domchors mitwirkte. Unter den Vertretern der Solo-Partieen\nzeichneten sich besonders aus Fräulein Jenny Meyer und Herr\nOtto.\nDer Musik-Director Neidhardt hat den Befehl erhalten, mit\ndem Domchor bei der am 29. d. Mts. in der katholischen\n*\nwigs-Kirche zu Berlin Statt findenden -Trauung der Prinzessin Ste-\nphanie von Hohenzollern die Gesänge auszuführen.\nDer Cäcilien-Verein führte am 24. März\nin seinem vierten Concerte auf: 1) „Die Israeliten in der Wüste\",\nOratorium in zwei Abtheilungen von Karl Phil. Emanuel Bach\n(geboren den 14. März 1714, gestorben den 14. September.l7Bß). Für\ndie Aufführung vollständig bearbeitet und instrumentirt von Hein-\nrich Gieline. Die Solo-Partieen des Moses, der ersten und zweiten\nIsraelitin, so wie des Aaron wurden gesungen von Herrn Oberliof-\nfer, Fräulein Staudt und zwei Vereins-Mitgliedern. 2) Litanei\nvom allerheiligsten Altarssacrament (Litania di venerabile altaris) für\nSoli, Chor und Orchester von W. A. Mozart. (Componirt 1776 und\naus Mozart's Nachlass zum ersten Male 1856 in Druck erschienen).\nDie Sopran-Soli gesungen von Fräulein Staudt.\nAm 12. April gab der Elisabeth-Verein ein Concert zu den\nWolilthätigkeits-Zwecken desselben unter Leitung des Hofkirchen-\nMusik-Directors Herrn H. Gieline. Der grossherzogliche Hofkir-\nchen-Chor trug darin Mozart's Ave verum, das grosse Gloria von\nBortnianski, ein Gebet für sechsstimmigen Chor von H. Giehne\nund Mendel ss oh n's achtstimmiges „Heilig\" vor. Mit anderen\nKünstlern und Künstlerinnen unterstützte auch Fräul. Aug. Bren-\nken das Concert durch die trefflichen Vorträge von einem Ave Mo-\nria von Cherubini und dem Liede „Ich muss nun einmal singen44\nvon Taubert. Herr Concertmeister Becker aus Mannheim ärntete\ngrossen Beifall durch den Vortrag der Elegie von Vieuxtemps\nund der Chaconne von J. S. Bach.\nVon Prag ist uns fo-gende Mittheilung zugegangen:\n„Das Conservatorium zu Prag, welches im Jahre 1808\nvon einer Anzahl kunstsinniger Patrioten gestiftet worden ist, wird\nim Laufe des heurigen Jahres die freudige Gedächtnissfeier seiner\nfünfzigjährigen Gründung feiern.\n„So wie es mit Befriedigung auf die Resultate seiner beinahe\nein halbes Jahrhundert umfassenden Wirksamkeit blicken zu dürfen\nglaubt, kraft deren es ihm gelungen ist, eine grosse Anzahl tüchti-\nger Künstler auszubilden, welche in den ausgezeichnetsten Orche-\nstern Europa's einen entsprechenden Wirkungskreis gefunden haben,\nso natürlich ist auch sein Wunsch, das bevorstehende Fest durch\nden zahlreichen Besuch jener Musiker, die in dem Institute selbst\nihre Bildung erhalten haben, gehoben zu sehen.\n„Das zur Anordnung der erwähnten Jubelfeier bestimmte Comite\nunterlässt demnach nicht, seine höfliche Einladung an alle ehemali-\ngen Schüler des prager Conservatoriums ergehen zu lassen, „„durch\nihre Anwesenheit ein Fest beehren zu wollen, welches nach dem\nWunsche des Comite's und den bereits ergangenen persönlichen Ein-\nladungen die Vertreter der Tonkunst unserer Zeit za wechselseitiger\nherzlicher Verständigung zusammen zu führen, den willkommenen\nAnlass bieten soll.\"\"\n„Vorläufig wird die Mittheilung gemacht, dass zur Dauer des\nFestes vier Tage bestimmt sind, wovon zwei mit angemessenen mu-\nsicalischen Productionen ausgefüllt werden sollen. Es wird für das\nComite eine angenehme Pflicht sein, für die freie Unterkunft EU sor-\ngen. Die näheren Mittheilungen über das Programm, die zur Fest-\nfeier bestimmten Tage, für welche vorläufig im Allgemeinen die\nzweite Hälfte des Monats Juni festgesetzt worden ist, u. s.w.\nwird das Comite rechtzeitig zur allgemeinen Kenntniss bringen.\n„Prag, im Monat März 1858.\n„Das Fest-Comite:\n„Alb. Graf Nostiz, Präses etc. etc.\"\n12. April. Die graner Festmesse ist unter persönlicher\nLeitung Liszt's vorgestern im National-Museum, gestern in der\nHaupt-Pfarrkirche aufgeführt worden. Dass im erstgenannten Locale,"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4635, "texte": "unser genialer Landsmann mit nationaler Begeisterung empfangen\nwurde, dass mehreren Nummern des Kunstwerkes rauschender Bei-\nfallssturm folgte und dass gestern die Kirche von Zuhörern nicht\nnur überfüllt, sondern auch umlagert war, versteht sich von selbst.\nDass aber auch hier die meisten Künstler und Kunstkenner der\nneuen Kichtung abhold sind, ist gleichfalls selbstverständlich.\nAm 11. d. Mts. ist Franz Liszt hier feierlich in die Confra-\nternität des Ordens vom heiligen Franz von Assisi aufgenommen\nworden. Um die Mittagsstunde wurde, dem Pesther Lloyd zufolge,\nin der Kirche der PP. Franciscaner eine Messe gelesen und darauf\nBeckers Yocalmesse von den Mitgliedern des Gesang-Yereins und\nanderen Verehrern Liszt1 s unter der Direction des Vereins-Vorstan-\ndes, Herrn Thill, executirt; nach der Messe gingen die Gäste in das\nRefectorium, wo zunächst Liszt, mit dem portugiesischen Christus-\nOrden geschmückt, erschien, dann aber, nachdem er den für ihn be-\nstimmten Ehrenplatz eingenommen, ein Gebet angestimmt wurde.\nHierauf übergab ein Priester des genannten Ordens die von dem\npressburger Provincialen ausgestellte Aufnahme-Urkunde Herrn\nLiszt unter einer lateinischen Anrede an den Gefeierten, die dessen\ngrosse Verdienste ~als Künstler und Mensch\" hervorhob. Liszt ant-\nwortete in kurzen Worten. Nachdem schliesslich einige kirchliche\nWürdenträger, ferner der Vice-Präsident der ofener Statthalterei,\nFreiherr v. Auguss, und Herr Guido von Karscsonyi die Feierlich-\nkeit betreffende Reden gehalten, ward das Fest durch ein Mahl ge-\nschlossen, bei dem es an Toasten nicht fehlte.\nWien. Die Uebergabe des als Ehrengeschenk von einer An-\nzahl von Verehrern Liszt gewidmeten silbernen Ciavierpultes erfolgte\nam 14. April Nachmittags in der Wohnung Liszt's durch ein Comite\nder Subscribenten, bestehend aus den Herren Hof-Capellmeistern Ass-\nmayr, Dr. Bacher, den Kunst- und Musicalienhändlern Artaria, Has-\nlinger, Spina, Lewy, Herrn Clavier-Fabricanten Bösendorfer u. A.\nDas Pult, im Renaissance-Stil, ist ein wahres Prachtstück. Die\nSpitzen bilden die Büsten Beethoven's, Schuberts und Weber1 s. In\nder Mitte ist Liszt's Medaillon-Portrait haut relief angebracht. Die\nRückseite der Platte enthält die Worte: Wien, 1858. Am Sockel\ndes Pultes, welches auf beiden Seiten plastisch ausgeführt ist, ein\nGewicht von 924 Loth enthält und 3500 Fl. kostete, sind die Na-\nmen der Spender gravirt.\nAnton Diabell i, der Nestor der Clavier-Componisten, dem die\nunermessliche Schar der Candidaten des Clavierspiels so Vieles zu\nverdanken hat, dessen freundliche, herzgewinnende Melodieen fortan\nunter tausend und abermal tausend Kinder-Fingern erklingen, ist am\n8. d. Mts. nach einem langwierigen Krankenlager aus dem Leben\ngeschieden.\nIn Einsiedl (sächsische Schweiz) starb vor Kurzem im Alter\nvon 65 Jahren der Bassist Siebert, früher Mitglied des k. k. Hof-\nOpern theaters, der unmittelbare Vorgänger Staudigl's. Bartolo im\nBarbier von Sevilla war Siebert's Force-Rolle.\nAnfangs Mai wird unter Mitwirkung der Langenbach'schen Ca-\npelle auf dem Musikfeste in Amsterdam die Musik zum Trauer-\nspiel „Lucifer\" von J. A. van Eyken unter des Componisten Lei-\ntung zur Aufführung gelangen. Die Composition der Chöre dieses\nTrauerspiels, das im Jahre 1Ö54 von dem alt-holländischen Dichter\nJ. van Vondel gedichtet worden, war im Jahre 1851 vom nieder-\nländischen Vereine zur Beförderung der Tonkunst als Preisarbeit\nausgeschrieben worden. Nach dem Urtlieil der Preisrichter Marsch-\nner, R. Schumann, Gade und AI. Schmitt erhielt van Eyken's Com-\nposition den Preis. Erst jetzt kommt das Werk zu Gehör, nachdem\neine deutsche Uebersetzung des Textes beschafft ist und Karl Sie-\ngel in Barmen ein verbindendes Gedicht verfasst hat. Van Eyken\nhat auch eine Ouvertüre dazu geschrieben (vgl. Nr. 15, S. 118}.\nIn dem Universal-Lexikon der Tonkunst von Schladebach ist der\n✓\nGeburtstag von J. A. van Eyken falsch angegeben. Der Künstler\nist am 29. April 1823 geboren.\nParis. Das zweite Concert des Pianisten Litolff im Salon\nHerz war von ausserordentlichem Erfolge. Der Saal vermochte die\nZudrängenden nicht zu fassen, und die Damen warfen dem grossen\nKünstler in ihrer Begeisterung die Blumensträusse, die sie bei sich\nhatten, zu.\nIn dem Concerte der philharmonischen Gesellschaft\nvom 8. März in New-York ist F. Hillers Sinfonie in E, um\nderen Zusendung die Direction gebeten hatte, aufgeführt und von\nder gesammten dortigen Presse sehr günstig beurtheilt worden.\nDie Anwesenheit von Karl Formes in Boston gab Anlass zur\nAufführung der Oratorien „Elias\" von Mendelssohn und der „Schö-\npfung\" von Haydn in der Musik-Hall. Der Erfolg war ein glänzender."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "129", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nBeethoven's Werke. Neue Ausgabe. Von E. K. Zur Beethoven-Literatur. Von K. Alis Holland (Amsterdam\nHaag Rotterdam). Aus Warschau („Halka\", Oper von Stanislaus Moniuszko). Von X. Aus Regensburg (Passionsmusik).\nKünstliche Saiten. Von Carl Bansi. Tages- und Unterh al tun gsbl att (Köln, Niederrheinisches Musikfest Aachen, Ernen-\nnungen Mülheim a. d. Ruhr Berlin Karlsruhe Prag Pesth Wien Einsiedl Amsterdam Paris New-York).\n\nBeethoven’s Werke.\nNeue Ausgabe.\n\nHolle's Verlag bringt wiederum ein stattliches Bündel\nneuer Veröffentlichungen, diesmal ausschliesslich Beetho-\nven, und zwar erstlich Fortsetzung und Schluss der Cla-\nvier-Sonaten, deren in Allem 36 sind, dann die Arrange-\nments der Sinfonieen in doppelter Ausgabe, zu zwei und\nzu vier Händen. Die Clavier-Sonaten in zwei Bänden, von\nLiszt revidirt, kosten zusammen 51 Thlr.; die Sinfo-\nnieen, durch Markull arrangirt, kosten in der zweihändi-\ngen Ausgabe 31 Thlr., in der vierhändigen 5f Thlr.;\njede Sonate und Sinfonie ist aber auch einzeln mit verhält-\nnissmässigem, nicht erhöhtem Einzelpreise zu haben, durch-\nschnittlich 1 Ggr. oder H Ngr. für den Bogen, oder 3\nPfennige die Folioseite. Das sind für den Musicalienhandel\nbisher unerhört wohlfeile Preise; sie beweisen die tüchtige\nUnternehmungslust des Verlegers, sie gründen sich auf ein\noffen vorliegendes Bedürfniss (kaufmännisch ausgedrückt:\nauf die Nachfrage) und geben die Aussicht weitester Ver-\nbreitung in alle Kreise. In gleicher Weise sind, wie früher\nbereits dargelegt, die Clavier-Sonaten und Sinfonieen von\nHaydn, Mozart, Clementi und Weber durch densel-\nben fleissigen Verleger zu ähnlich billigen Preisen herge-\nstellt. Als nächste Veröffentlichung ist dem Vernehmen\nnach Clementi's Gradus ad Parnassuni zu erwarten,\nein berühmtes, aber Preises halber wenig bekanntes Werk\nvon theoretisch-praktischem Werthe, durch welches jener\n,Meister der Sonate\" (wie ihn Riehl bezeichnet in den\nBeilagen zur Allg. Ztg. Anfang März d. J.) seinen dauern-\nden Ruhm begründete. Da nun, wie bekannt, auch S.\nBach's Ciavierwerke, durch Chrysander kritisch gereinigt\nund beglaubigt, theils erschienen, theils zu erwarten sind,\nso ist hiermit ein ansehnlicher Cyklus von classischen Wer-\nken hergestellt, für den wir dem Verleger aufrichtig Dank\nwissen, weil damit werthvolle Sachen Gemeingut werden\nund zugleich der Flut des Unwürdigen, Werthlosen, wavS\noft unerschwinglichePreise trägt (z. B. der Zukunftsmusik),\nein Damm entgegen gesetzt wird.\nDie letzten Veröffentlichungen im Einzelnen zu be-\nsprechen, ist kein besonderer Grund, da Beethoven's Werke\nallen Musikliebhabern bekannt sind. Die weniger bekannten\nSonaten, z. B. Op. 49, 79 in G und die Sonaten aus dem\nzehnten Lebensjahre (Holle's Ausg. Nr. 33—35), sind mehr\nCuriosa, die nur durch den Namen des verehrten Tondich-\nters Interesse gewähren. Mit gleichem oder besserem Rechte\ndürften aber ausser den vier Clavier-Concerten noch\nandere wenig bekannte Ciaviersachen von Beethoven wie-\nder abgedruckt werden, die in dieser Ausgabe fehlen, ob-\nwohl ihr Werth allerdings sehr ungleich ist: Op. 33, 34,\n35, 76, 77, 112, 120, 126, 129. Vergl. den Gesammt-\nKatalog von Beethoven's Werken vor der Sonate Op. 106\nin der Original-Ausgabe von Artaria.\nDie Editoren sind auch ihrerseits bemüht gewesen,\ndem Werke Fleiss und Zier zu widmen. Liszt hat die\nperiodische Gliederung, so auch die canonischen Künste\ndurch Wort und Zeichen anschaulich gemacht, einige Mal\nalte Fehler ausgemerzt, z. B. in Op. 57 (Holle, Nr. 23,\nS. 12) am Schlüsse des ersten Satzes die Triolen-Ueber-\nschrift (bei y-z) im 14. bis 7.Tacte vor dem Schlüsse, die\nsich in älteren Ausgaben findet, mit Recht getilgt; dess-\ngleichen in den heikligen Variationen von Op. 111 manche\nDruckfehler der Original-Ausgabe gebessert u. s. w. Bei\ndiesen letzten freilich möchten wir fragen, ob nicht in der\nersten Variation der Tact richtiger zu nennen wäre H\n(statt T°O), und in der zweiten ff (statt -Jf), indem bei der\nüblichen, durch Beethoven selbst bestimmten Tactzeichnung\nimmerfort triolirte und duplirte Tongruppen ohne unter-\nschiedene Bezeichnung neben einander laufen.\nF. W. Markuli in Danzig hat ein neues Arrange-\nment der Sinfonieen versucht, das für einen grossen Theil\nDilettanten erwünscht sein wird der Leichtigkeit wegen."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "130", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.2", "texte": "Das mag bei den zweihändigen Arrangements lob- und\ndankenswerth sein, dagegen bei den vierhändigen hätten\nwir zuweilen etwas grössere Vielstimmigkeit gewünscht.\nSowohl hier als bei den Weber'schen vierhändigen Ouver-\ntüren geht die Oberstimme gar zu häufig nur in Octaven,\nauch bei vielstimmigen Sätzen. Und wer einmal an den\nBeethoven geht und von ihm entzündet wird, der mag auch\nein Bisschen mehr Arbeit nicht scheuen, wie sie unter an-\nderen die trefflichen Hummel'sehen Bearbeitungen for-\ndern. Diese gehen den contrapunktischen Wendungen\nüberall getreulich nach, ohne dabei der flüssigen Spielbar-\nkeit zu entsagen, aber auch ohne die Liszt'schen Unge-\nheuerlichkeiten, genannt Partition de Piano = Transcrip-\ntion u. s. w. Doch gestehen wir gern zu, dass auch die\nMarkull'schen Bearbeitungen ihre besonderen Vorzüge\n. . . •\nhaben; unter den vierhändigen ist die zweite sehr gelun-\ngen und steht neben, wo nicht über Hummel's Arbeit.\nSchliesslich erneuen wir alle Jahre unser Ceterum\ncenseo: Scarlatti mussgebracht werden, wiedergebracht\naus dem Staube der Bibliotheken und befreit von den vor-\nnehmen Preisen vornehmer Verleger. Scarlatti ist der An-\nheber der ganzen neuen Clavier-Technik und der eigent-\nlich modernen weltlichen Clavier-Ideen; er ist der letzte\nder grossen Italiäner, ein älterer Zeitgenosse Bach's und\nder Ausgangspunkt für Vieles, was S. Bach und Beetho-\nven zwar weiter geführt, aber nicht ursprünglich entdeckt\nhaben. Setzt unser Freund Holle diesen Schlussstein an\nseine fleissige Arbeit, so wollen wir ihm die Krone zu-\nsprechen.\n\nE. K.\n\nZur Beethoven-Literatur.\n\nIn neuerer Zeit sind die Schriften über Beethoven und\nseine Werke um zwei kleine Broschüren von Ernst v.\nElter lein vermehrt worden, aufweiche die Aufmerksam-\nkeit der musicalischen Welt durch die höchst verlocken-\nden Titel gezogen werden kann. Denn diese lauten:\n1. Beethoven's Clavier-Sonaten, erläutert von Ernst\nv. Eiterlein.\n2. Beethoven's Symphonieen nach ihrem idealen\nGehalt, für Freunde der Tonkunst. Von demselben\nVerfasser.\nDer Verfasser hat sich in diesen kleinen Schriften auf\nein Gebiet gewagt, welches schon mehrere Vorgänger in\nBezug auf einzelne Werke Beethoven's betreten haben;\nindess hat noch kein einziger Glück damit gemacht, ob-\ngleich Männer von Geist einzelne Aufgaben ziemlich tref-\nfend gelös't haben. Die Schwierigkeit, eine genügende und\nerschöpfende Erklärung der Beethoven'schen Instrumental-\nMusik zu geben, scheint uns aber auch ganz unüberwind-\nlich. An dem Beispiele seiner Vorgänger hätte Herr v.\nElterlein leicht seine Schwäche einsehen können; er hätte\nes dann gewiss unterlassen, seine kleine Schrift, die er\nselbst in der Vorrede als eine „Schöpfung seines Geistes\"\nbezeichnet, der musicalischen Welt zu übergeben. Er\nwill, dass seine Schrift ein Anhaltspunkt für Freunde der\nTonkunst und Musiker zum besseren Verständniss der\nBeethoven'schen Schöpfungen sein soll, und deutet zu die-\nsem Zwecke jedesmal auf ungefähr zwei Druckseiten den\nCharakter einer Sinfonie an, wie er ihn aufgefasst hat,\nwobei er häufig noch so genannte Autoritäten, wie Vi-\nscher, Wagner, Brendel benutzt. Sobald sich diese Auto-\nritäten über ein Werk ausgesprochen haben, lässt der Ver-\nfasser sein eigenes Urtheil in den Hintergrund treten, in-\ndem er wohl zu merken scheint, dass ihm nicht allein\n„schöpferischer\", sondern sogar der nöthige „kritische\"\nGeist mangelt, um den Stoff, den er sich genommen, zu\nbewältigen.\nEs kann unsere Absicht nicht sein, eine in Betracht\ndes höchst bedeutenden Gegenstandes oberflächliche lite-\nrarische Arbeit ausführlich und eingehend zu kritisiren.\nWir erlauben uns nur, ein Beispiel anzuführen, wie\nHerr v. Elterlein einen Sinfoniesatz Beethoven's „erläu-\ntert\", um dadurch „ein höheres Verständniss desselben\nzu eröffnen.\" lieber das Adagio der vierten Sinfonie in\nB-dur finden wir Seite 46 folgende Erklärung: „Wir tre-\nten in eine stille Liebesgrotte, und in trauter Nähe aus\nlauschiger (!) Laube tönt ein Lied der Liebe, umgaukelt\nvon luftigen Amoretten. Nur einmal bricht in diese Welt\nseligster Verzücktheit ein Schauer des Wehes aus uner-\nklärlicher Tiefe herein, ein Blitzstrahl und dann wieder\nlachender blauer Himmel, tiefer Liebesfrieden. Wozu\nder Worte mehr über dieses zauberische Adagio, diese\nschönste Offenbarung romantischer Liebesgluth und Lie-\nbesseligkeit!\"\nDas soll also eine Erläuterung dieses Adagio in Es-\ndur sein, dieses tiefsten und grossartigsten Adagio\nunter allen gleichnamigen Sätzen seiner Sinfonieen, das\nnur noch von dem Adagio der Sonate Op. 106 übertrof-\nfen werden kann!\nUeber die Eroica und die neunte Sinfonie führt Herr\nv. Elterlein die Erklärungen Bich. Wagner's an, obgleich\nnicht ausführlich. Ueber die Auffassung der neunten Sin-\nfonie könnte man mit Wagner übereinstimmen; seine Ver-\ngleichung der einzelnen Theile mit Scenen aus dem Göthe'-\nschcn Faust dünkt uns interessant und treffend. Dagegen\nist der Irrthum Wagner's in Betreff des letzten Satzes der\nEroica so oft und genügend in diesem Blatte dargethan\nworden, dass man doch endlich aufhören sollte, diesen"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "131", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.3", "texte": "Irrthum noch ferner nachzubeten. Wenn wir uns einmal\nauf das Gebiet der Traumdeutungen begeben (und die\nDeutung eines Instrumentalwerkes kommt diesen gleich),\nso lässt sich über ein und dasselbe WTerk vielerlei und ganz\nVerschiedenartiges sagen, und alle Deutungen können\npassen. Damit ist zugleich das Gefährliche solcher Ver-\nsuche bezeichnet. Statt das höhere Verständniss bei Ande-\nren anzubahnen und zu erleichtern, bringen sie vielmehr\nbei denjenigen, welche nicht fest auf eigenen Füssen ste-\nhen, Zweifel und Verwirrung hervor. Und somit können\nwir den beiden Schriftchen des Herrn v. Elterlein auch\nweiter keinen guten Erfolg prophezeien, als allenfalls\nein Geschäft für den Verleger.\n\nK.\n\nAus Holland.\nAmsterdam. Die fünf letzten\ncerte lieferten uns wieder.eine Reihe interessanter Orche-\nsterwerke, obgleich nur wenig Novitäten dabei vorkamen.\nSo hörten wir zwei Sinfonieen von Beethoven (D-dur und\nC-molI), eine in Es-du?' von Robert Schumann und Spohr's\nWeihe der Töne. Von Ouvertüren wurden drei neue aut-\ngeführt: Ouvertüre zu Santa Chiara vom IL v. S.-C., zum\nTrauerspiel Floris V. vom Capellmeister Coenen, und\neine Concert-Ouverture von G. A.Heinze. Die zwei letzt-\ngenannten Werke von einheimischen Componisten fanden\ngünstige Aufnahme. Der Gesang war fortwährend gut\nvertreten. Neben den Damen Dobre, Bochkolz-f al-\nconi und Lehmann trat eine junge Künstlerin Fräulein\nHelena Hutschenruyter aus Rotterdam auf. Diese\nSängerin besitzt eine sehr angenehme, obgleich nicht starke\nSopranstimme, welche vornehmlich in Coloratur-Partieen\nvon guter Wirkung ist.\nBelgische Virtuosen schienen uns während dieser Sai-\nson vorzugsweise mit ihrem Besuche beehren zu wollen.\nIm neunten und im eilften Concerte hörten wir die Herren\nCharles (Flöte) und Dupuis (Violine). Letztgenannter\ntrug den Sieg davon. Im achten und im zwölften Concerte\nspielte der Pianist Louis Brassin aus Leipzig und feierte\nwahre Triumphe. Dieser talentvolle Künstler gehört zu den\nwenigen Auserkorenen, welchen es gegeben ist, das Cia-\nvier zum ausdrucksfähigen Instrumente zu erheben. War-\num aber musste Herr Brassin seinem Rufe schaden durch\neinen nicht im Mindesten zu rechtfertigenden grillenhaften\nVortrag des Weber'schen Concertstückes? Eben weil Herr\nBrassin sich (namentlich im Mendelssohn sehen\nConcerte) weit über das Niveau der gewöhnlichen Ciavier-\nVirtuosen zu stellen wusste, hätte er sich auch hier von\nallen Quacksalber-Künsten fern halten sollen. Das W eber -\nsehe Coneertstück besitzt an und für sich natürliche Reize,\nwelche durch neue Traditionen nicht erhöht, sondern nur\nverringert werden können. Herr Brassin schien seine Fin-\ngerfertigkeit durch ein fabelhaft schnelles Tempo zeigen\nzu wollen; leider konnte die linke Hand mit der rechten\nin Schnelligkeit nicht wetteifern und schlug mehrere Male\nin störender Weise fehl.\nUnsere Abtheilung der Gesellschaft zur Beförderung\nder Tonkunst gab am 24. Februar ihre zweite Auffüh-\nrung im Parksaale. Diesmal wurde Mendelssohn's Ora-\ntorium Elias zu Gehör gebracht. Die Solo-Partieen wa-\nren in Händen der Damen Offermans v. Hove, Fro-\nschart, des Herrn DuMont-Fier aus Köln und einiger\nDilettanten. Die Leistungen der beiden Sängerinnen in die-\nsem Oratorium waren bereits als tüchtig bekannt. Herr\nDuMont-Fier liess als Elias nichts zu wünschen übrig.\nChor und Orchester thaten ihre Schuldigkeit unter Leitung\ndes Musik-Directors Richard Hol, welcher an diesem\nAbende zum ersten Male als Nachfolger van Bree's auf-\ntrat und die Ehre des Hervorrufes genoss.\nHaag. Im siebenten Concert Diligentia wurde aufge-\nführt eine Sinfonie von Jul. Rietz (zum zweiten Male),\nOuvertüre zu Egmont von Beethoven und Litolff's\nWeifenlied (für Orchester) als Novität. Letztgenannte Com-\nposition machte freilich Lärm genug. Eben darum be-\nwahrte das Publicum nach Beendigung derselben tiefes\nStillschweigen.\nEinen recht wackeren Künstler lernten wir kennen in\ndem Violoncellisten Herrn Louis Lübeck, zweitem Sohne\nunseres Capellmeisters. Derselbe erfreute uns durch seinen\nrecht schönen Vortrag von zwei Servais'schen Composi-\ntionen. Die erste Aufführung durch die Gesellschaft zur\nBeförderung der Tonkunst fand am 10. Februar Statt.\nIndem unsere Sing-Akademie schon seit zwei Jahren nicht\nmehr besteht, bemüht sich die Direction, vorzugsweise In-\nstrumentalwerke von niederländischen Componisten zu Ge-\nhör zu bringen. Im Uebrigen werden die Programme mit\nSologesang-Piecen ausgefüllt. Diesmal kamen zur Auffüh-\nrung: Erste Sinfonie (A-moll)von W. F. Thooft; Ouver-\ntüre zu Maria Stuart von E. van Zuylen van Nyevelt;\nFcst-Ouverture von van Bree; Duo aus dem Freischütz;\nTrio aus Hans Heiling; Fragmente aus Don Juan. Die\nAusführung der Orchesterwerke, so wie der Gesang-Vor-\nträge war recht befriedigend. Die Sinfonie und die Ouver-\ntüre zu Maria Stuart, beide hier zum ersten Male gehört*\nfanden äusserst günstige Aufnahme.\nRotterdam. Fünftes und sechstes Concert von Eru-\nditio musica. Programm: Sinfonieen C~moll von Beetho-\nven und C-dur (Nr. 2) von R. Schumann; Ouvertüren\nvon Hutschenruyter, Mendelssohn (Meeresstille,"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "132", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.4", "texte": "Athalia), Gade (Ossian's Nachklänge) und Weber (Ju-\nbel-Ouverture). Gesang: Frau Bochkolz-Falconi und Frau\nOffermans van Hove. Piano: Herr Brassin. Diese zwei\nConcerte, leider schon die letzten in dieser Saison, waren\nstark besucht und in allen Hinsichten interessant. Die Lei-\nstungen der Solisten sind bereits besprochen. Das Orche-\nster wirkte an beiden Abenden recht glücklich.\nDen Glanzpunkt unserer diesjährigen Saison bildete\ndie zweite Aufführung der Gesellschaft zur Beförderung\nder Tonkunst am Freitag den 12. Februar. Eine so seltene\nErscheinung wie Beethoven's neunte Sinfonie auf\ndem Programm hatte viele Musikfreunde aus den Nachbar-\nstädten, wie auch aus Amsterdam hiehergelockt, wodurch\ndie Zuhörerzahl auf 1300 gestiegen war. Ausser der Sin-\nfonie wurden noch Gade's „ErlkönigsTochter\" (zum er-\nsten Male) und Mendelssohn's Lorelei-Finale zu Gehör ge-\nbracht.\nDas Gade'sche Werk hat unserer Erwartung nicht\nganz entsprochen. Interessant und mit charakteristischen\nZügen gemalt ist der Besuch Oluf's auf dem Erlenberg,\nwelcher den Mittelpunkt des Ganzen bildet. Von vortreff-\nlicher Wirkung ist auch der darauf folgende Morgenge-\nsang. Dagegen sind Oluf's Zurückkehr zur Hochzeit, sein\nTod, der Schmerz der Mutter und der Schrecken der Iloch-\nzeitsgäste vom Dichter mit zu wenig Sorgfalt behandelt,\nwodurch dem Componisten die Gelegenheit fehlt, seiner\nMusik die nothwendige dramatische Steigerung zu geben.\nMendelssohn's Lorelei war hier bereits bekannt, wurde\naber vom Publicum wieder mit Freude aufgenommen. Der\nEindruck der Beethoven'schen Sinfonie war ein gewaltiger;\nnamentlich rissen die recht tüchtig ausgeführten drei In-\nstrumentalsätze das Publicum zur Begeisterung hin. Weni-\nger konnte uns diesmal der letzte Satz befriedigen. Der\nübrigens recht tüchtige und 160 Personen starke Chor\nkonnte das Gellende und Schreiende dieser Musik [?] nicht\nmit so glücklichem Erfolge verdecken, wie bei Gelegenheit\nunseres Musikfestes im Jahre 1854, wo eine 600 Perso-\nnen starke Chormasse vorhanden war. Die unnatürliche\nLage, zu welcher Beethoven die Chorstimmen hinaufge-\nschraubt hat, die im Gesänge angewandte Instrumental-\nFreiheit und die manchmal grelle Mischung des Erhabe-\nnen mit dem Trivialen wird immer das ästhetische Gefühl\nund musicalisch gebildete Gehör verletzen. Man ärgere sich\naber nicht an unserer Bemerkung, indem wir übrigens\ndem grossen Meister den Zoll der höchsten Verehrung ge-\nwiss nicht verweigern.\nDie Soli wurden von Frau Offermans van Hove und\neinigen Dilettanten gesungen. Alle waren recht günstig\ndlsponirt und ärnteten grossen Beifall. Der Chor bewährte\nseinen Ruf und verfehlte im schönen Morgengesange von\nGade seine wohlthuende Wirkung nicht. Capellmeister\nVerhülst genoss die Ehre des Hervorrufs.\n\nAus Warschau.\n\nDen 12. April 1858.\nAm 10. Januar wurde die Oper „Halka\" von Mo-\nni uszko zum fünften Male gegeben, und bei dieser Gele-\ngenheit will ich Ihnen einige Nachrichten über diese wirk-\nlich interessante Erscheinung mittheilen.\nStanislaus Moniuszko, der Tags vorher unsere\nStadt verlassen hat, wurde 1821 zu Smitowicze im Gou-\nvernement Minsk geboren und stammt aus einer Familie,\ndie sich stets durch Eifer und Liebe für Kunst und Wis-\nsenschaft auszeichnete und aus welcher Doctoren der Rechte\nund Magister der Philosophie hervorgegangen sind. Schon\nals Kind zeigte er grosse Neigung zur Musik und wurde\ndesshalb im siebenten Lebensjahre von seinem Vater nach\nWarschau geschickt, woselbst Herr Freyer sein erster\nLehrer wurde und drei Jahre hindurch (1828 bis 1830;\nseine Bildung leitete. Darauf besuchte er sieben Jahre lang\ndas Gymnasium und begab sich dann nach Berlin, um\nunter Rungenhagen drei Jahre lang Composition zu\nstudiren. Im Jahre 1840 in seine Heimat zurückgekehrt,\nwidmete Moniuszko sich ganz der Composition. Es er-\nschienen binnen wenigen Jahren eine Liedersammlung,\neine kleine Oper (Die Lotterie) und Melodieen zu den be-\nrühmtesten Erzeugnissen polnischer Dichter. 1845 kam\ner nach Warschau und brachte eine Oper und eine neue\nLiedersammlung mit. Dobrzynski, Sikorski und die Mitar-\nbeiter der warschauer Bibliothek empfingen ihn mit offe-\nnen Armen und Herzen. Doch damals dachte Niemand\ndaran, dass dieser Componist Keime des Genie's in sich\ntrage, dass er in Kurzem wie ein Meteor erglänzen sollte.\nUeberzeugt, dass auf der warschauer Bühne nur ein Drama\ngrösseren Umfangs Erfolg haben könnte, besprach sich\nMoniuszko mit dem Dichter Wolski über das Libretto\nzu dem von ihnen gemeinschaftlich erwählten Sujet, und\nso entstand die „Halka\". Was den Inhalt anbelangt, so\nhaben bekanntlich Mickiewicz in der Ballade „Rybka\" und\nKraszewski in dem Roman „Ulana\" denselben Stoff schon\nbearbeitet; seine eigentliche Heimat aber ist die Gegend\nder Karpathen, die Ereignisse sind aus den Begebenheiten\nder Familie der Humulaten geschöpft. Die Oper war schon\nvor zwölf Jahren fertig, allein erst 1851 kam Moniuszko\nzum zweiten Male nach Warschau und fand jetzt mehr\nAnklang bei den Künstlern und Kunstfreunden. Sein Ruf\nverbreitete sich von Tag zu Tag immer mehr durch sein«"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "133", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.5", "texte": "Lieder. 1857 finden wir ihn wieder in Warschau; das\nursprünglich aus zwei Acten bestehende Werk ward nun\nmit Wolski in ein vieractiges umgewandelt, Sachverstän-\ndigen zur Beurtheilung vorgelegt, und nun erst konnte der\nVerfasser sich der Hoffnung hingeben, sein Werk endlich\naufgeführt zu sehen.\nEs geschah in den ersten Tagen des Januar, und so\nwurde der Anfang des Jahres 1858 Epoche machend für\ndie polnische Oper, von der seit Jahren nichts mehr zu\nhören war. Halka wurde aufs glänzendste dargestellt und\nhatte ausserordentlichen Erfolg; alle früheren Zweifel über\nMoniuszko's Talent für grössere Sachen schwanden, die\nKritik erstaunte und nahm zu Dingen Zuflucht, die sich\nleicht widerlegen lassen.\nHauptsächlich macht man der Oper zweierlei zum\nVorwurf: erstens, dass der Gesang vom Orchester über-\ntönt werde, und zweitens, dass in der ganzen Composition\nder deutsche Charakter sich zu stark abspiegele. Die Ver-\nehrer der italiänischen Oper, welche in ihr die gymnasti-\nschen Uebungen der Stimme vermissten, haben sich dahin\nausgesprochen, dass im Vergleich zur Fülle des Orchesters\nder Gesang zu einfach sei; doch Moniuszko's Grundsatz\nist, die Musik der Poesie so entsprechend als möglich mit\nAusschluss aller Manier einzurichten. Uebrigens haben es\nselbst die strengsten Kritiker anerkannt, dass nur der An-\nfang der Oper an zu voller Instrumentirung leide, und im\nWeiteren der Gesang sich immer mehr vom Orchester\nemancipire. Was nun den deutschen Charakter der Com-\nposition anlangt, so sucht Moniuszko nicht in dem Colorit\nder Motive das Nationale, sondern in der Tiefe des heimat-\nlichen Gefühls. Daher kommt es, dass die Musik weder\nfranzösisch, noch deutsch, noch italiänisch ist, sondern rein\ndas Erzeugniss einer polnischen Individualität. Schon bei\nder vierten Vorstellung verstummte die Kritik beim An-\nblick des überfüllten Hauses und auf die vielen Bravo's.\nDie Oper ist eines bleibenden Erfolgs sicher, und der Name\ndes Autors gehört den Annalen des Fortschrittes der euro-\npäischen Musik an.\nMoniuszko lebt als Musiklehrer in Wilna und hat eine\nzahlreiche Familie zu erhalten. Seine Oper war fünfzehn\nMal bei stets überfülltem Hause gegeben, als ein Concert\nfür den Componisten veranstaltet wurde (den 26. März),\nwelches mit Recht eine musicalische Feierlichkeit genannt\nwerden kann und alle Erwartungen sowohl hinsichtlich\nder Ausführung als auch der Sympathie für den Schöpfer\nder Oper „Halka\" übertraf. Aufgeführt wurden:\nI. Theil: Quartett aus der Oper „Halka\" von Stanis-\nlaus Moniuszko, ausgeführt vom Orchester des warschauer\nTheaters.—Concert für drei Piano's von Seb. Bach (17 33),\nvorgetragen von Frau v. Kalergis, Fräul. Rogozinska und\nHerrn Peschke.—Terzett von Beethoven (Tremate u. s. w.),\ngesungen von Frau Reschke, Dobrski und Troschel.\nSolo für Violoncello von Servais, vorgetragen von A. Herr-\nmann.—Duo von Thalberg, vorgetragen von Frau v. Ka-\nlergis und Herrn Joseph Wieniawski.—Arie aus dem Pro-\npheten von Meyerbeer, gesungen von Frau Poschke.\nGrosses Finale aus Figaro's Hochzeit von Mozart, gesun-\ngen von Fräul. Zylinska, Idzkowska, Frau v. Ryszczewska\nund den Herren Madislaw und Thomas Zachorowski,\nIdzkowski, Izbinski und Malinowski.\n11. Theil: Barcarole von Schubert und Romanze von\nChopin, gesungen von Frl. Sierzputowska.—Romanze aus\nder Oper „Halka\", gesungen von Dobrski.—Arie aus der\nOper „Die Flibustiers\" von Dobrzynski Mazur (Text\nvon Kucz)—Die Jagd, Solo mit Chor (Text von Frl. Deo-\ntyma), in Musik gesetzt und gesungen von der Fürstin\nCzetwertynska.—Nocturno und Polonaise von Chopin, ge-\nspielt von Mad. Kalergis. Stille Thräne von Joseph No-\nwakowski und Kujawiak von F. Komorowski, gesungen von\nZachorowski.—Mazur aus der Oper Halka für Orchester.\nAus diesem Programm ersieht man, dass die ersten\nLiebhaber- und Künstler-Talente sich beeilt haben, dem\nverehrten Meister und Landsmanne ihre Huldigungen dar-'\nzubringen. Das Concert wurde mit der Gegenwart Ihrer\nDurchlaucht der Fürstin Gortscbakow, Gemahlin des Statt-\nhalters, und dessen durchlauchtiger Familie beehrt. Eine\nStunde vor Anfang waren Parterre und Galerie des Re-\ndoutensaales völlig besetzt. Dieses war der beste Beweis\ndes Anklanges, den der von einer Dame gefasste Gedanke\ndes Concertes finden konnte. Ihr Name ist kein Geheim-\nniss mehr: es ist die durch ihr Talent als Pianistin hoch-\ngeschätzte Schülerin Chopin's, Marie v. Kalergis, geb.\nGräfin Nesselrode. Die verehrte Dame wurde mit den\ngrössten Beifallsbezeugungen begrüsst. Allein nicht daraul\nallein beschränkten sich die Zeichen der Dankbarkeit gegen\ndie Urheberin des Concerts: Lobgedichte und Blumen-\nsträusse wurden ihr in Fülle zu Füssen gelegt. Wenn wir\nnun, auf das Concert zurückkehrend, ins Einzelne eingehen\nwollten, so müssten wir jedem der Theilnehmenden Gerech-\ntigkeit widerfahren lassen; denn neben der Präcision in der\nAusführung wäre noch auf die Arbeit und Ausdauer der\nKünstler und Dilettanten aufmerksam zu machen. Den\nbesten Beweis dafür liefert das grosse Finale aus Mozart's\nFigaro's Hochzeit, das nur von Dilettanten und doch mit\nso viel Sorgfalt ausgeführt wurde. Von Dilettanten hatten\nwir zum ersten Male das Vergnügen, Fräul. Sierzputowska\nzu hören, deren Gesang mit grossem Beifalle aufgenom-\nmen wurde, und die auf allgemeines Verlangen die Ro-\nmanze von Chopin wiederholen musste. Ebenfalls verlangte\nman die Wiederholung der Mazurka der jungen Fürstin"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "134", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.6", "texte": "Fanina Czetwertynska. Wir können auch nicht umhin, des\nDirectors des Concertes, Herrn Peschke, rühmlich zu er-\nwähnen. Bei so vielem guten Willen, unterstützt durch die\nTheater-Direction und das Opern-Orchester, musste dieses\nschöne, zu Ehren unseres Componisten Moniuszko veran-\nstaltete Unternehmen mit dem glänzendsten Erfolge gekrönt\nwerden. Der reine Ertrag belief sich auf mehr als 3000\nSilberrubel, die ihm nach Wilna übersandt worden sind.\n\nX.\n\nAus Regensburg.\nDen 18. April 1858.\nIm Nachstehenden verzeichne ich die classischen Ton-\nschöpfungen der mittelalterlichen Meister, welche in der\nStiftskirche zur alten Capelle unter der Leitung des Chor-\nregenten Joh. Georg Mettenleiter in der Charwoche\ngesungen worden sind. Die Werke und Namen überheben\nmich jeder weiteren Bemerkung. Sie sehen daraus, welche\nsorgsame Pllege hier der wahren Kirchenmusik zu Theil\nwird.\nPalmsonntag. Messe von Orlando de Lasso. Pas-\nsionsgesänge (fünfstimmig) von Lasso. Offertorium.\nHebraeorum von Palestrina.\nDinstag. Messe von Panoni. Passions-Responsorien\nvon Cammerloher. Offertorium von Croce.\nMittwoch. Messe von Lasso. Passions-Responsorien\nvon Cammerloher. Offertorium von Croce. Lamenta-\ntionen von Palestrina. Benedivon Palestrina.\nGründonnerstag. Missa Papae Marcelli von Pa-\nlestrina, auf vier Stimmen reducirt von Anerio. Gra-\nduale. Christus factus est von Palestrina. Offertorium.\nDextera Domini von L a s s o. Adoramus von P a 1 e s t r i n a.\nMetten. Neun Responsorien von Viadana und Croce.\nLamentation von Palestrina. von Pale-\nstrina. Miserere (sechsstimmig) von Palestrina.\nCharfreitag. Passions-Responsorien von Rainer\n(achtstimmig). Impropcria. Popule meus von Palestrina.\nTenebrae von Croce. Metten. Neun Responsorien von\nViadana, Croce, Handl. Lamentation von Pale-\nstrina. Benedictusvon Palestrina. Grabmusik.\nMine Jesu (sechsstimmig) von Victoria.\nvierstimmiger Falsobordone aus Baini's Tentamen. Sta-\nbat Mater (achtstimmig) von Palestrina.\nCha rsamstag. Messe von Pitoni. Graduale von\nLasso. Offertorium. Adoramus von Roselli. Auferste-\nhungs-Gesang mit Posaunen: Christ ist erstanden.\n(fünfstimmig) von Viadana.\nOstersonntag. Missa brevis von Palestrina. Gra-\nduale, Haee dies von Palestrina. Offertorium. Alleluja\nvon Anerio. Vesperpsalmen von Pictori. voh\nMarenzio.\nOstermontag. von Gabrieli. Gra-\nduale. Maria Magdalena von Gabrieli. Offertorium. An-\ngelas Domini von Anerio, Vesperpsalmen: Falsibor-\ndoni. Ma gnifiedtvon Soriano.\n\nKünstliche Saiten.\nCarl Bansi.\nKünstliche Saiten aus Seide werden an mehreren Or-\nten verfertigt. Z. B. liefert M. Schuster jun. in Neukirchen\nbei Adorf in Sachsen solche Saiten aus Seide, welche die\nStelle der Darmsaiten vertreten sollen, in grossen Quanti-\ntäten und versendet solche auch überseeisch. Weniger be-\nkannt möchte es sein, dass darmähnliche Saiten aus\nSeide durch Robert Schärff (Besitzer einer Manufactur\nvon Posamenterie, Inhaber von sechs Preis-Medaillen) zu\nBrieg angefertigt werden. Derselbe liefert nur Quinten, da\nes ihm bisher nicht gelungen, die stärkeren Gattungen her-\nzustellen. Seit vier Jahren hat er dieselben in den Handel\ngebracht, sich um einen grösseren Absatz aber desshalb\nnicht bemüht, weil er bei der mühsamen Anfertigung der-\nselben selbst Zugegen sein muss und bei dem Preise von\n2! Thlr. für 1 Stock =3O Stück ein nur sehr geringer\nNutzen bleibt. Diese Saiten haben einen reinen, hellen\nTon und die Eigenschaft, gegen Wärme, Kälte und gegen\nfeuchte Finger fast ganz unempfindlich zu sein. In neuester\nZeit sollen in Frankreich Saiten aus Hanf bereitet werden\nund unter dem Namen Agricultur-Saiten bereits bis nach\nHolland ihren Weg gefunden haben.\nMinden.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nl&elÜBa« Die Solisten beim Musikfeste an den drei Pfingst-\ntagen sind folgende: Fräulein Krall (Sopran \\ erste lyrische Sän-\ngerin am Hoftheater zu Dresden; Fräulein Jenny Meyer\n(Mezzo-Sopran) aus Berlin;—Herr Sehneider (Tenor) vom Thea-\nter in Frankfurt a. M.; Herr Step an (Bariton) vom Hoftheater\nin Mannheim und Herr Abiger, welcher diesen Winter am hiesigen\nTheater engagirt war. Ueberdies hat man für das Künstler-Concert\ndie Zusage Sivori's und die unserer hiesigen Pianisten, der Herren\nIliller, Franck und Breunung. Fräulein Krall gehört zu den\nangenehmsten Erscheinungen und besten Kräften an dem Theater in\nDresden; sie hat auch als Concertsängerin schon grosse Triumphe\ngefeiert. Am dritten Tage wird Sivori das VTiolin-Concert von\nMendelssohn und eine Phantasie von seiner Composition spielen.\nDas Clavier-Concert für drei Flügel von J. S. Bach wird von den\noben genannten Herren aus Köln vorgetragen werden.\nVon neueren Compositionen für Gesang (Solo und Chor) mit Or-\nchester ist keine, die seit ihrem Erscheinen so häufig und mit so\nungetheiltem Beifall aufgeführt wird, als die Lorelei von F. Hil-\nler, Gedicht von Wolfg, Müller. Nicht nur in vielen Städten"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "135", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.7", "texte": "Deutschlands, in Köln, Düsseldorf, Bonn, Elberfeld, Münster, Bre-\nmen, Hannover u. s. w, sondern auch in der Schweiz und in Hol-\nland, in Kopenhagen und Petersburg hat dieses Gesangstück ausser-\nordentlichen Erfolg gehabt. Am Niederrheine und in Holland hat die\nSopran-Partie der Lorelei eine treffliche Vertreterin an Fräulein\nCath. Deutz aus Köln gefunden, welche sie in den meisten der\noben genannten Städte gesungen hat.\nIn Aachen ist Herr Franz Wüllner, zur Zeit Professor am\nConservatorium in München, zum Musik-Director, Herr Fritz We-\nnigmann zum ersten und Herr Wibli n g e r zum zweiten\nConcertmeister von Seiten der städtischen Verwaltung ernannt\nworden.\nMülheim a. d. Rftilll», 19. April. Das dritte Abonnements-\nConcert, welches gestern in den Räumen des Casino abgehalten wor-\nden, war in jeder Beziehung ein so durchaus interessantes und ge-\nlungenes, wie nie zuvor ein anderes in unserer guten Stadt gehört\nworden ist. Orchester und Chor waren nie vollständiger und exaeter;\nes war ein Wetteifern Aller, die Anwesenheit unseres berühmten\nGastes, des Herrn Capellmeisters Ferdinand Hill er, würdig zu\nehren und zu feiern. Cherubini's Ouvertüre zum Wasserträger eröff-\nnete das Concert; ihr folgte die grosse Scene und Arie Ah perfido\nvon L. van Beethoven. Der Glanzpunkt des Abends war das D-moll-\nConcert von Mozart, welches von Herrn Capellmeister Hiller, dessen\nErscheinen ~mit einem Tusch des Orchesters begrüsst wurde,, mit\neiner solchen Meisterschaft vorgetragen wurde, wie sie bei keinem\nder jetzt lebenden Clavierspieler wieder gefunden werden dürfte. Das\nist der classische Stil, das ist Gesang und Verständniss. Die herr-\nliche Cadenz im ersten Theile wird uns stets unvergeßlich bleiben.\nDen Schluss der ersten Abtheilung bildete ein neues Werk des\nHerrn Musik-Direetors Zur Nieden aus Duisburg für Männerchor\nund Orchester: Das Grab in Busento von Platen ein Werk, das\nbesonders in seiner letzten Hälfte schöne Gedanken enthält und recht\ngut gearbeitet ist, desshalb auch allgemeine Anerkennung fand. Die\nzweite Abtheilung des Concertes begann mit der lieblichen „Lorelei«\nvon Fr. Hiller. Solch süss verlockendem Flehen kann sicherlich Kei-\nner widerstehen. Das Auditorium wurde freudig überrascht, als Herr\nHiller plötzlich mit dem musicalischen Commandostabe auf dem Or-\nchester erschien, um sein Werk, das in allen Beziehungen ausge-\nzeichnet ging, selbst zu leiten. Nach den gewaltigen Ouvertüren zu\nEgmont von L. van Beethoven setzte sich Herr Killer nochmals an\nden Flügel und verwob die reizendsten Motive der vorübergegange-\nnen Werke in einer freien Phantasie zu einer herrlichen Musik, und\nriss durch den tiefen Geist, die immense Technik und Eleganz sei-\nnes Spieles Alle zur freudigsten Bewunderung hin.\nfllepHsi* Am 21. d. Mts. im Opernhause Concert des General-\nInspectors der kaiserlichen Oper zu St. Petersburg, Herrn Louis\nMaurer. 1) Ouvertüre zu dem Ballet „Der Schatten\", componirt\nund dirigirt von L. Maurer; 2) Phantasie für Violoncell, vorgetragen\nvon Alex. Maurer, kaiserlich russischem Kammermusiker; 3) Concer-\ntante für sechs Violinen mit Begleitung des Orchesters von L.\nMaurer, ausgeführt von demselben, den königlichen Concertmeistern\nRies und Ganz, den k. Kammermusikern Zimmermann, Steffens und\ndem kaiserlich russischen Kammermusicus Bagdanoff.\nAm 17. April fand im Dom zu Berlin unter Neidhardt's Leitung\neine Aufführung des Oratoriums „Das Wort des Herrn\" vom könig-\nlichen Musik-Director Herrn. Küster Statt bei welcher ein Pheil\ndes Domchors mitwirkte. Unter den Vertretern der Solo-Partieen\nzeichneten sich besonders aus Fräulein Jenny Meyer und Herr\nOtto.\nDer Musik-Director Neidhardt hat den Befehl erhalten, mit\ndem Domchor bei der am 29. d. Mts. in der katholischen\n*\nwigs-Kirche zu Berlin Statt findenden -Trauung der Prinzessin Ste-\nphanie von Hohenzollern die Gesänge auszuführen.\nDer Cäcilien-Verein führte am 24. März\nin seinem vierten Concerte auf: 1) „Die Israeliten in der Wüste\",\nOratorium in zwei Abtheilungen von Karl Phil. Emanuel Bach\n(geboren den 14. März 1714, gestorben den 14. September.l7Bß). Für\ndie Aufführung vollständig bearbeitet und instrumentirt von Hein-\nrich Gieline. Die Solo-Partieen des Moses, der ersten und zweiten\nIsraelitin, so wie des Aaron wurden gesungen von Herrn Oberliof-\nfer, Fräulein Staudt und zwei Vereins-Mitgliedern. 2) Litanei\nvom allerheiligsten Altarssacrament (Litania di venerabile altaris) für\nSoli, Chor und Orchester von W. A. Mozart. (Componirt 1776 und\naus Mozart's Nachlass zum ersten Male 1856 in Druck erschienen).\nDie Sopran-Soli gesungen von Fräulein Staudt.\nAm 12. April gab der Elisabeth-Verein ein Concert zu den\nWolilthätigkeits-Zwecken desselben unter Leitung des Hofkirchen-\nMusik-Directors Herrn H. Gieline. Der grossherzogliche Hofkir-\nchen-Chor trug darin Mozart's Ave verum, das grosse Gloria von\nBortnianski, ein Gebet für sechsstimmigen Chor von H. Giehne\nund Mendel ss oh n's achtstimmiges „Heilig\" vor. Mit anderen\nKünstlern und Künstlerinnen unterstützte auch Fräul. Aug. Bren-\nken das Concert durch die trefflichen Vorträge von einem Ave Mo-\nria von Cherubini und dem Liede „Ich muss nun einmal singen44\nvon Taubert. Herr Concertmeister Becker aus Mannheim ärntete\ngrossen Beifall durch den Vortrag der Elegie von Vieuxtemps\nund der Chaconne von J. S. Bach.\nVon Prag ist uns fo-gende Mittheilung zugegangen:\n„Das Conservatorium zu Prag, welches im Jahre 1808\nvon einer Anzahl kunstsinniger Patrioten gestiftet worden ist, wird\nim Laufe des heurigen Jahres die freudige Gedächtnissfeier seiner\nfünfzigjährigen Gründung feiern.\n„So wie es mit Befriedigung auf die Resultate seiner beinahe\nein halbes Jahrhundert umfassenden Wirksamkeit blicken zu dürfen\nglaubt, kraft deren es ihm gelungen ist, eine grosse Anzahl tüchti-\nger Künstler auszubilden, welche in den ausgezeichnetsten Orche-\nstern Europa's einen entsprechenden Wirkungskreis gefunden haben,\nso natürlich ist auch sein Wunsch, das bevorstehende Fest durch\nden zahlreichen Besuch jener Musiker, die in dem Institute selbst\nihre Bildung erhalten haben, gehoben zu sehen.\n„Das zur Anordnung der erwähnten Jubelfeier bestimmte Comite\nunterlässt demnach nicht, seine höfliche Einladung an alle ehemali-\ngen Schüler des prager Conservatoriums ergehen zu lassen, „„durch\nihre Anwesenheit ein Fest beehren zu wollen, welches nach dem\nWunsche des Comite's und den bereits ergangenen persönlichen Ein-\nladungen die Vertreter der Tonkunst unserer Zeit za wechselseitiger\nherzlicher Verständigung zusammen zu führen, den willkommenen\nAnlass bieten soll.\"\"\n„Vorläufig wird die Mittheilung gemacht, dass zur Dauer des\nFestes vier Tage bestimmt sind, wovon zwei mit angemessenen mu-\nsicalischen Productionen ausgefüllt werden sollen. Es wird für das\nComite eine angenehme Pflicht sein, für die freie Unterkunft EU sor-\ngen. Die näheren Mittheilungen über das Programm, die zur Fest-\nfeier bestimmten Tage, für welche vorläufig im Allgemeinen die\nzweite Hälfte des Monats Juni festgesetzt worden ist, u. s.w.\nwird das Comite rechtzeitig zur allgemeinen Kenntniss bringen.\n„Prag, im Monat März 1858.\n„Das Fest-Comite:\n„Alb. Graf Nostiz, Präses etc. etc.\"\n12. April. Die graner Festmesse ist unter persönlicher\nLeitung Liszt's vorgestern im National-Museum, gestern in der\nHaupt-Pfarrkirche aufgeführt worden. Dass im erstgenannten Locale,"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "136", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580424-01.1.8", "texte": "unser genialer Landsmann mit nationaler Begeisterung empfangen\nwurde, dass mehreren Nummern des Kunstwerkes rauschender Bei-\nfallssturm folgte und dass gestern die Kirche von Zuhörern nicht\nnur überfüllt, sondern auch umlagert war, versteht sich von selbst.\nDass aber auch hier die meisten Künstler und Kunstkenner der\nneuen Kichtung abhold sind, ist gleichfalls selbstverständlich.\nAm 11. d. Mts. ist Franz Liszt hier feierlich in die Confra-\nternität des Ordens vom heiligen Franz von Assisi aufgenommen\nworden. Um die Mittagsstunde wurde, dem Pesther Lloyd zufolge,\nin der Kirche der PP. Franciscaner eine Messe gelesen und darauf\nBeckers Yocalmesse von den Mitgliedern des Gesang-Yereins und\nanderen Verehrern Liszt1 s unter der Direction des Vereins-Vorstan-\ndes, Herrn Thill, executirt; nach der Messe gingen die Gäste in das\nRefectorium, wo zunächst Liszt, mit dem portugiesischen Christus-\nOrden geschmückt, erschien, dann aber, nachdem er den für ihn be-\nstimmten Ehrenplatz eingenommen, ein Gebet angestimmt wurde.\nHierauf übergab ein Priester des genannten Ordens die von dem\npressburger Provincialen ausgestellte Aufnahme-Urkunde Herrn\nLiszt unter einer lateinischen Anrede an den Gefeierten, die dessen\ngrosse Verdienste ~als Künstler und Mensch\" hervorhob. Liszt ant-\nwortete in kurzen Worten. Nachdem schliesslich einige kirchliche\nWürdenträger, ferner der Vice-Präsident der ofener Statthalterei,\nFreiherr v. Auguss, und Herr Guido von Karscsonyi die Feierlich-\nkeit betreffende Reden gehalten, ward das Fest durch ein Mahl ge-\nschlossen, bei dem es an Toasten nicht fehlte.\nWien. Die Uebergabe des als Ehrengeschenk von einer An-\nzahl von Verehrern Liszt gewidmeten silbernen Ciavierpultes erfolgte\nam 14. April Nachmittags in der Wohnung Liszt's durch ein Comite\nder Subscribenten, bestehend aus den Herren Hof-Capellmeistern Ass-\nmayr, Dr. Bacher, den Kunst- und Musicalienhändlern Artaria, Has-\nlinger, Spina, Lewy, Herrn Clavier-Fabricanten Bösendorfer u. A.\nDas Pult, im Renaissance-Stil, ist ein wahres Prachtstück. Die\nSpitzen bilden die Büsten Beethoven's, Schuberts und Weber1 s. In\nder Mitte ist Liszt's Medaillon-Portrait haut relief angebracht. Die\nRückseite der Platte enthält die Worte: Wien, 1858. Am Sockel\ndes Pultes, welches auf beiden Seiten plastisch ausgeführt ist, ein\nGewicht von 924 Loth enthält und 3500 Fl. kostete, sind die Na-\nmen der Spender gravirt.\nAnton Diabell i, der Nestor der Clavier-Componisten, dem die\nunermessliche Schar der Candidaten des Clavierspiels so Vieles zu\nverdanken hat, dessen freundliche, herzgewinnende Melodieen fortan\nunter tausend und abermal tausend Kinder-Fingern erklingen, ist am\n8. d. Mts. nach einem langwierigen Krankenlager aus dem Leben\ngeschieden.\nIn Einsiedl (sächsische Schweiz) starb vor Kurzem im Alter\nvon 65 Jahren der Bassist Siebert, früher Mitglied des k. k. Hof-\nOpern theaters, der unmittelbare Vorgänger Staudigl's. Bartolo im\nBarbier von Sevilla war Siebert's Force-Rolle.\nAnfangs Mai wird unter Mitwirkung der Langenbach'schen Ca-\npelle auf dem Musikfeste in Amsterdam die Musik zum Trauer-\nspiel „Lucifer\" von J. A. van Eyken unter des Componisten Lei-\ntung zur Aufführung gelangen. Die Composition der Chöre dieses\nTrauerspiels, das im Jahre 1Ö54 von dem alt-holländischen Dichter\nJ. van Vondel gedichtet worden, war im Jahre 1851 vom nieder-\nländischen Vereine zur Beförderung der Tonkunst als Preisarbeit\nausgeschrieben worden. Nach dem Urtlieil der Preisrichter Marsch-\nner, R. Schumann, Gade und AI. Schmitt erhielt van Eyken's Com-\nposition den Preis. Erst jetzt kommt das Werk zu Gehör, nachdem\neine deutsche Uebersetzung des Textes beschafft ist und Karl Sie-\ngel in Barmen ein verbindendes Gedicht verfasst hat. Van Eyken\nhat auch eine Ouvertüre dazu geschrieben (vgl. Nr. 15, S. 118}.\nIn dem Universal-Lexikon der Tonkunst von Schladebach ist der\n✓\nGeburtstag von J. A. van Eyken falsch angegeben. Der Künstler\nist am 29. April 1823 geboren.\nParis. Das zweite Concert des Pianisten Litolff im Salon\nHerz war von ausserordentlichem Erfolge. Der Saal vermochte die\nZudrängenden nicht zu fassen, und die Damen warfen dem grossen\nKünstler in ihrer Begeisterung die Blumensträusse, die sie bei sich\nhatten, zu.\nIn dem Concerte der philharmonischen Gesellschaft\nvom 8. März in New-York ist F. Hillers Sinfonie in E, um\nderen Zusendung die Direction gebeten hatte, aufgeführt und von\nder gesammten dortigen Presse sehr günstig beurtheilt worden.\nDie Anwesenheit von Karl Formes in Boston gab Anlass zur\nAufführung der Oratorien „Elias\" von Mendelssohn und der „Schö-\npfung\" von Haydn in der Musik-Hall. Der Erfolg war ein glänzender."}]}