{"numero_id": "bm-bmtnabi-1858-05-22-01", "volume": "bmtnabi_1858-05-22_01", "ocr_sha256": "6ae84414e4816785da18acf6806e55140bea4cda3d14242e20f2db1a94c21419", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1858/05/22_01/bmtnabi_1858-05-22_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-22-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-22_01#c001", "volume": "bmtnabi_1858-05-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "161", "page_fin": "161", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "161", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 453, "texte": "Inhalt.\nSiegfried Wilhelm Dehn. Nekrolog. Von Bernhard Scholz. Ein Besuch in Brüssel (Requiem von Fe'tis\nOrgel von Merklin-Schiitze Ferd. Breunung). Von L. Bise hoff. Zusätze zu der Namensliste der Violinisten in Nr. 15 d. 81.\nAus Crefeld (Musikleben im verflossenen Winter). Von J. Aus Meiningen (Rückblick anf die vorige — Sechste Leber-\nsicht der Deutschen Tonhalle. 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April d. J. starb Prof. S. W.\nDehn, Custos der musicalischen Abtheilung der königli-\nchen Bibliothek in Berlin, einer der ausgezeichnetsten Ge-\nlehrten im Fache der musicalischen Theorie und Ge-\nschichte, ein vortrefflicher Lehrer im Contrapunkte und\nseltener Kenner der Kunstschätze verflossener Jahrhun-\nderte. Sein Lebenslauf ist ein vielbewegter gewesen und\nwird gewiss alle die weiten Kreise, in welchen Dehn's\nName rühmlich genannt wird, sehr interessiren.\nDehn's Vater war der reiche Banquier Salomo Dehn,\nTheilhaber der Firma Israel, Dehn & Comp, in Altona,\nein Mann von hohen Gaben nach dem Zeugnisse aller de-\nrer, die ihn persönlich gekannt, und nach der Aussage\nseines nun verstorbenen Sohnes, der stets nur in den Aus-\ndrücken der grössten Verehrung und Liebe von ihm sprach.\nWie sehr Prof. Dehn seinen Vater liebte, kann unter An-\nderen Herr Haupt, einer seiner tüchtigsten Schüler, Orga-\nnist an der Parochialkirche in Berlin, bezeugen, welcher\nzugegen war, als die Nachricht vom Tode des Vaters den\nSohn traf und dieser, der sonst so eiserne, starke Mann,\ndavon vollständig niedergeschmettert wurde. Das Leben\ndes Banquiers Dehn ist selbst wieder so höchst merkwür-\ndig und von solchem Einflüsse auf die Geschicke seines\nSohnes gewesen, dass wir es mit kurzen Worten skizziren\nmüssen.\nSolomo Dehn kam als junger, unvermögender Mann\naus Polen zu seinem weitläufigen Verwandten, dem Kauf-\nmanne Israel, Mitglied der portugiesisch-jüdischen Ge-\nmeinde in Hamburg, der ihn freundlich aufnahm und bald\ndie Gewandtheit und den Geist des jungen Vetters erkannte.\nDieser wandte jeden Schilling, den er erübrigen konnte,\ndaran, sich Bücher zu kaufen, aus denen er sich in Spra-\nchen, in der Arithmetik u. s. w. unterrichten konnte. Er\nmachte rasche Fortschritte -und arbeitete sich durch rast-\nlosen Fleiss in Kurzem so sehr empor, dass der alte Israel\nihm seine zweite Tochter zum Weibe gab und ihn in sein\nGeschäft zog, das von nun an die Firma Israel, Dehn &\nComp, führte. Salomo Dehn war der Mittelpunkt des im-\nmer mehr aufblühenden Geschäftes; er genoss des gröss-\nten Ansehens und des unbedingtesten Vertrauens wegen\nseiner strengen Rechtlichkeit einerseits und seines eminen-\nten kaufmännischen Scharfblickes andererseits. Fr pflegte\ndes Umganges mit allen bedeutenden Leuten Hamburgs.\nSalomon Heine liebte und schätzte ihn; Bernadotte, damals\nGouverneur von Hamburg, besuchte ihn und war ihm aul-\nrichtig zugethan; der Herzog von Mecklenburg, der, seines\nLandes beraubt, in Hamburg weilte, liess sich oft bei ihm\nzum Frühstück als „Johann ohne Land\" anmelden.\nIm Hause Dehn wurde Kunst und Wissenschaft mit\nwahrer Liebe gehegt. Schon dort erweckte man in dem\njungen Siegfried Wilhelm die hohe Achtung, die er sein\nganzes Leben hindurch für alle und jede Kunst halte. Be-\nsonders Musik wurde gepflegt und den drei Kindern, Sieg-\nfried Wilhelm, dessen älterem Bruder und einer jüngeren\nSchwester, ein eigener Musiklehrer gehalten. Salomo\nDehn's Ruf verbreitete sich immer weiter, und er wurde\noft mit diplomatischen Sendungen und grossen, wichtigen\nGeschäften betraut, wobei ihm seine bedeutende Sprach-\nkenntniss sehr zu Statten kam. Aber im Jahre 1813, als\nder grosse Sturm über Europa daherfuhr, wurde auch er\nvon grossen, unverschuldeten Verlusten betroffen. Er musste\nvom mercantilischen Schauplatze zurücktreten, konnte es\njedoch mit Ehren und hatte dabei wenigstens die Genug-\ntuung, dass die wackersten Leute Hamburgs ihm hülf-\nreich und treu zur Seite standen und ihn durch kräftige\nUnterstützung in den Stand setzten, ehrenvoll abzuschlies-\nsen. Er selbst behielt allerdings nicht mehr viel übrig; mit\nrühmlicher Gewissenhaftigkeit hatte er Alles, Kunstschätze,"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "162", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5526, "texte": "Landsitze u. s. w. verkauft, um seinen Verpflichtungen\nnachzukommen. Da erinnerte sich seiner Bernadotte, nun-\nmehr Karl Johann, ernannte ihn zum schwedischen Gene-\nral-Consul in Berlin und schmückte ihn mit einem Orden.\nNachdem er diesem Amte längere Zeit würdevoll vorge-\nstanden, berief ihn sein hoher Gönner nach Stockholm,\nwo er als Director des Bergbaues seine merkwürdige Lauf-\nbahn am I.November 1837 beschloss.\nSiegfried Wilhelm Dehn, sein zweiter Sohn, war am\n25. Februar 1800 in Altona geboren. Er widmete sich\nzuerst der Forstwissenschaft und wurde, nachdem er die\ndreizehn ersten Lebensjahre glücklich im Vaterhause, das\nwir oben geschildert, verlebt hatte, einem Förster in die\nLehre gegeben. So jung er war, kam er durch seinen Be-\nruf doch schon hier und da in Berührung mit den Kriegs-\nEreignissen jener Zeit, und er erzählte gern in späteren\nZeiten davon. Ein Schrotschuss ins Bein, den er auf der\nEntenjagd erhielt und dessen Folgen er sein Leben lang\nverspürte, veranlasste ihn, den Jägerstand aufzugeben. Er\nbesuchte die Schule zu Eutin, holte rasch die versäumte\nJugendbildung nach und studirte in Leipzig die Rechte.\nDort kam er in ein lebhaftes Musiktreiben, lernte Hummel,\nKlengel, Weber und andere berühmte Leute kennen; er\nselbst war ein ausgezeichneter Cellist und behandelte sein\nInstrument, obgleich nur Dilettant, mit einer Meisterschaft,\nwie nur wenige Künstler von Fach. Nach vollendeter Stu-\ndienzeit ward er der schwedischen Gesandtschaft in Berlin\nattachirt und unterstützte seinen Vater tüchtig in den Con-\nsulats-Geschäften. Nebenher aber studirte er eifrig Theorie\nund Geschichte der Musik, namentlich die alten Italiäner.\nNachdem sein Vater Berlin verlassen, verlor er plötzlich\n(1829) sein ganzes Vermögen, sogar sein mütterliches\nErbe. Aus guten Verhältnissen gerieth er plötzlich in die\nbitterste Noth, so zwar, dass er manchmal in drei Wochen\nnichts Warmes essen konnte, weder Licht noch Holz hatte.\nNur sein Violoncello (einen guten Amati) und einige Zeich-\nnungen von Tischbein, den letzten Rest der früheren schö-\nnen Sammlung seines Vaters, hatte er noch übrig; aber\nnichts in der Welt hätte ihn vermocht, sich von seinem\nInstrumente und den von ihm hochgehaltenen Bildern zu\ntrennen. Nun ward die Musik seine Retterin. Bernhard\nI\nKlein, ein Mann, dessen ganzer Werth in unseren Tagen\nnicht erkannt wird, nahm sich seiner an, ging mit ihm in\nachtzehn Stunden das ganze Gebiet der musicalischen Com-\nposition durch, erklärte ihm dann in einem Briefe, dass er\nihn für reif und fertig als Lehrer halte, und übergab ihm\nselbst einige seiner Schüler. Als Klein starb, trat Dehn im\nUnterrichten gewisser Maassen dessen Erbe an. Im Jahre\n1842 wurde er auf Meyerbeer's Empfehlung zum Custoden\nan der königlichen Bibliothek ernannt. Die musicalische\nSammlung derselben war damals Im Vergleich zu den\nSchätzen, die sie heute enthält, unbedeutend, und es ist\nhauptsächlich Dehn gewesen, der mit seltenen antiquari-\nschen Kenntnissen der Bibliothek neue Ileichthümer er-\nwarb. Vieles hatte er auf einer italiänischen Reise gesam-\nmelt, Vieles auf den Rundreisen, die er auf des Königs\nBefehl jährlich durch die preussischen Provinzen machte.\nDehn verstand es, wie ausser ihm nur Wenige—wir nen-\nnen Bottee de Toulmont, Kiesewetter, Nisart und F&is\npere, mit denen er in fortwährendem Verkehr gestanden\nhatte —, alte Notationen aller Zeiten zu entziffern. Wer\nkann ihn hierin ersetzen? Er kannte alle Arten von\nTabulaturen und Notirungen und hatte sich auch mit Ent-\nzifferung der Neumen viel beschäftigt. Die königliche Bi-\nbliothek verdankt ihm viele Uebertragungen alter Werke\nin die heutige Notenschrift. Er war in der musicalischen\nLiteratur des Mittelalters wie Keiner bewandert und durfte\nmit vollem Rechte von sich sagen: „Ich bin wie ein Lexi-\nkon, das man nur aufzuschlagen braucht, um Pag. so und\nso viel das zu finden, was man sucht.\" In der That wird\nsich selten Jemand in musicalisch-historischen Dingen an\nihn gewandt haben, dem er nicht sofort genauen Bescheid\nzu geben wusste; er wurde hierin durch ein erstaunliches\nGedächtniss unterstützt. Sein Liebling war Orlandus\nLassus, zu dessen Biographie er wohl seit fünfzehn Jahren\nMaterial sammelte und um desswillen er erst im verllosse-\nnen Sommer eine Reise nach München machte. Er beab-\nsichtigte, noch Belgien in demselben Sinne zu besuchen\nund dann an die Ausarbeitung des Werkes zu gehen.\nMöchte ein fähiger, gewissenhafter Mann die schätzbare\nSammlung von Nctizen in Dehn's Geiste ergänzen und\neine Arbeit vollenden, die der Verstorbene mit so vielem\nFleisse begonnen!\nDehn hat eine Harmonielehre, auf Klein's Systeme\nfussend, herausgegeben, die nun, da die erste Aullage\nganz vergriffen ist, neu aufgelegt werden muss. Er hat\nMarpurg's Lehre vom Contrapunkt neu bearbeitet, hat\neine Reihe von Jahren die Zeitschrift „Cäcilia\" für Schott\nin Mainz redigirt und dazu selbst viele schätzbare Beiträge\ngeliefert, er hat die Busspsalmen von Lassus herausgege-\nben, eben so eine Menge bis dahin ungedruckter Concerte\nu. s. w. von Bach. Unter seinem Nachlasse finden sich meh-\nrere werthvolle Arbeiten, welche noch erscheinen werden;\ndabei hat er zahlreiche Schüler gebildet, die alle seinen\nUnterricht nicht genug zu loben wissen, unter ihnen Kiel,\nHaupt, Reichel, Dr. Kullak—auch Michael von Glinka—;\ner stand in der Fülle der Kraft und hätte noch Bedeuten-\ndes geleistet da entriss ihn am Morgen des 12. April\nplötzlich ein Schlaganfall den Seinigen, einer tiefbetrübten\nGattin und zwei unmündigen Kindern. Sein Tod erfolgte"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2388, "texte": "rasch und schmerzlos. Wer den rüstigen, kräftigen Mann\nmit dem feurigen Blicke noch kurz zuvor gesehen, konnte\nein so jähes Ende kaum begreifen. Dehn's gerades, oft\netwas barsches Wesen hatte im Leben Manchen, der ihn\nnicht so zu nehmen wusste, wie er war, abgestossen; an\nseinem Sarge aber versammelte sich die grosse Schar de-\nrer, die seinem Wirken die vollste Anerkennung zollten,\nmit allen Zeichen der wärmsten Theilnahme. Ein grosses\nGeleite von Freunden und Künstlern folgte am Mittage\ndes 15. April der Leiche, die auf dem neuen Sophien-\nKirchhofe vor dem Hamburger-Thore begraben wurde.\nEin Theil des Dom-Chors, dem der Verstorbene in frühe-\nren Jahren kurze Zeit vorgestanden, sang bei der Bestat-\ntung „Es ist bestimmt in Gottes Rath\" von Mendelssohn, so\nwie „Jesus, meine Zuversicht\" und „Wie sie so sanft\nruh'n!\" Dehn ist in vielen Stücken geradezu unersetz-\nlich ; welch ein Schatz von Wissen ward mit ihm in die\nGruft gesenkt!\nIn seinem Nachlasse finden sich unter anderen interes-\nsanten Gegenständen eine der so genannten Kurfürsten-\nBratschen (von denen Stainer für jeden Kurfürsten eine\ngefertigt hatte), ein ausgezeichnetes Instrument mit schöner\nSchnitzerei, vortrefflich erhalten. Ferner ein höchst werth-\nvolles Autograph: Händel's Oratorium passionak, fast ganz\nvon Joh. Seb. Bach's Hand geschrieben (der Schlussist\nvermuthlich von Bach's erster Frau copirt). Welch ein\nwerthvolles Document für die Strebsamkeit des ehrwürdi-\ngen alten Bach, der es nicht verschmähte, eigenhändig sei-\nnes einzigen ebenbürtigen Zeitgenossen Werk zum Studium\nabzuschreiben! Ein Zeugniss für Dehn's eigenen Fleiss\ngeben folgende von ihm selbst höchst sauber und zierlich\ngeschriebene Copieen: Die Partitur der achtundvierzig-\nstimmigen Messe von Ballabene (so klar und deutlich, wie\nder schönste Notendruck). Ferner der ganze Paolucci mit\nden Beispielen, Berardi's Ragimamenti musicali, Gaspa-\nrini's L'Armonico pratico, Bononcini's Praktischer Musicus\nu. a. m.—Diese sehr sorgfältigen Copieen rühren aus der\nZeit her, wo Dehn die Bücher brauchte und doch zu arm\nwar, die seltenen Werke käuflich an sich zu bringen.\nDehn's Exemplare haben demnach für Liebhaber ein dop-\npeltes Interesse: erstens das der Werke selbst, und dann\nden Werth, den ihnen die Handschrift als Zeugniss des\neisernen Fleisses eines bedeutenden Mannes verleiht. Möch-\nten diese Bücher in würdige Hände gelangen!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-22-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-22_01#c003", "volume": "bmtnabi_1858-05-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "163", "page_fin": "165", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.2.3", "titre_corps": "Ein Besuch in Brüssel.", "titre_sommaire": "Ein Besuch in Brüssel.", "signature_source": "L. Bischoff", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.3", "debut_caractere": 2390, "fin_caractere_exclue": 4990, "texte": "Ein Besuch in Brüssel.\n\n[Requiem von Fdtis Orgel von Merklin-Schiitze\nFerd. Breunung.]\nVor einigen Tagen hatten wir das Vergnügen, einer\nsehr interessanten musicalischen Aufführung in dem Probe-\nsaale der Orgelbau-Anstalt der Herren Merklin und\nSchütze in Brüssel beizuwohnen. Wir hörten daselbst\ndas Requiem von F. J. Fetis, welches der gelehrte und\nruhmreiche Veteran der Kritik und Musikgeschichte in\nFrankreich und Belgien zum Trauer-Gottesdienste für die\nam 5. October 1850 verstorbene Königin von Belgien in\nunglaublich kurzer Zeit componirt hat, da die kirchliche\nTodtenfeier bereits am 14. desselben Monats Statt fand.\nWir haben also in dieser Composition ein Werk augen-\nblicklicher Inspiration vor uns, welches jedoch den Cha-\nrakter seiner Entstehung nur zu seinem Vortheil trägt. Der\nKritiker und Musikgelehrte ist als Componist in einer\nschlimmeren Lage, als jeder andere Musiker. Fetis hat\naber keineswegs zu fürchten, dass man seine Lehren\nund Grundsätze gegen ihn geltend mache; er hat vielmehr\ndurch dieses Werk den ehrenvollen Platz, den er auch als\nComponist seit langer Zeit einnahm, um eine Stufe erhöht.\nEs offenbart sich darin eine immer noch jugendliche Schö-\npfungskraft und ein richtiges und tiefes Gefühl für den\nmusicalischen Ausdruck.\nWas aber das Werk besonders beachtenswerth macht,\nist das reformatorische Streben nach einer neuen Gestal-\ntung der katholischen Kirchenmusik, welches sich in dieser\nMesse geltend macht.\nFetis sieht ein, und unserer Meinung nach mit Grund,\ndass die Compositionen von Palestrina, Lassus u. s. w.,\ntrotzdem, dass sie in ihrem ruhigen und feierlichen Gange\ndas Gepräge des altkatholischen Glaubens tragen, dennoch\neiner Monotonie verfallen, welche nun einmal der Empfin-\ndungsweise der jetzigen Menschheit nicht entspricht. Eben\nso wenig kann der entgegengesetzte Charakter der Kir-\nchenmusik, der im melodischen Elemente schwelgt und\ndas Theatralische in sein Gebiet hat eindringen lassen, be-\nfriedigen. Einen neuen Impuls gab Cherubini der Kirchen-\nmusik. Seine dreistimmige Messe in brach eine neue\nBahn und ist der Ausgangspunkt einer neuen Richtung ge-\nworden, welche seine grosse Messe in D-moll, die Messe\nzur Krönung Karl's X. und seine beiden zu einem\nSystem vervollkommnet haben, dessen Gipfelpunkt in Beet-\nhoven's Missa solemnis in D-dur erscheint.\nSo bewundernswert!! nun auch die Schöpfungen die-\nser Gattung sind, so lässt sich doch nicht verhehlen, dass\neinerseits der dramatische Charakter, der in ihnen vor-\nherrscht, andererseits der unendliche Reichthum an Zeich-\nnung und Entwicklung der Details, besonders im instru\""}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5336, "texte": "mentalen Theile, das religiöse Gefühl durch Eindrücke\nanderer Art in den Hintergrund drängen, so dass die\nWerke dieser Art zwar in künstlerischer Beziehung Be-\nwunderung erregen, aber von der Menge, die Erbauung\nsucht, niemals werden begriffen werden. Nun ist es aber\ndas Volk, welches die Kirchen füllt; volksgemäss wird aber\ndie Musik jener Richtung nie werden.\nEs kommt darauf an, das natürliche Gefühl des\nMenschen durch die Kirchenmusik zu erregen; dieses aber\ndurch dramatische Leidenschaften erreichen zu wollen, ist\neben so unangemessen als erfolglos. Der Zweck dürfte\ndurch eine Vereinigung des ernsten Stils mit den melodiö-\nsen und harmonischen Elementen der modernen Musik zu\nerzielen sein, während Klarheit und Einfachheit der Ideen\ndas leitende Princip bilden miissten. Melodie, Ausdruck\ndes Wortsinnes und richtige Betonung würden wesentliche\nBedingungen sein; und warum sollten sich diese nicht mit\nden Combinationen der verschiedenen Klangfarben, mit\nUeichthum an Modulation, harmonischer Fülle und Neu-\nheit, ja, selbst mit contrapunktischen Formen vereinigen\nlassen, wofern nur überall die Wirkung auf das Gefühl\ndie Hauptsache bliebe?\nNach der Entwicklung dieser Ideen in mündlicher\nUnterhaltung sprach Fetis seine Ueberzeugung dahin aus,\ndass die Kirchenmusik vor Allem volksgemäss (populär im\nedleren Sinne) und ausdrucks- oder empfindungsvoll sein\nmüsse, dass er diese Ansichten und Gedanken schon seit\nvierzig Jahren hege und auch schon vor Jahren in einer\nfünfstimmigen Messe, welche nicht in die Oeffentlichkeit\ngekommen ist, praktisch angewandt, und dass er unter\ndem Eindruck derselben dieses Requiem geschrieben habe,\ndessen Vollendung in so kurzer Zeit von kaum zehn Ta-\ngen ihm unmöglich gewesen sein würde, wenn er sich\nnicht schon so lange Zeit mit jenen leitenden Ideen getra-\ngen und die Principien, nach denen es gearbeitet sei, lange\ndurchdacht und ganz und gar in geistiges Eigenthum ver-\nwandelt hätte.\nEs entsteht nun die Frage, in wie weit es Fetis ge-\nlungen sei, diese Grundsätze in einer Composition für die\nKirche zu verwirklichen. Der ästhetische Standpunkt, von\nwelchem aus wir die Frage beantworten müssen, ist uns\nallerdings gegeben; allein er scheint nicht erschöpfend zu\nsein. Um dem Componisten Gerechtigkeit widerfahren zu\nlassen, müssen wir auch noch den nationalen hinzufügen.\nVon jenem, vom allgemeinen Standpunkte der Kunst, allein\naus können wir die Frage nur theilweise bejahen; vermö-\ngen wir uns aber auch auf den besonderen, den nationa-\nlen, zugleich mit zu stellen, so dürfte das Urtheil mehr zu\nseinen Gunsten ausfallen. Wer die Zustände der Kirchen-\nmusik in Frankreich und Belgien kennt, an deren Verbes-\nserung und Veredlung auch der berühmte Autor dieser\nMesse seit Jahren arbeitet, diesen Bestrebungen und Mühen\neinen grossen Theil seines Lebens geweiht, um nicht zu\nsagen: geopfert, hat, denn die Resultate fangen erst an zu\nkeimen, der wird allerdings in dem vorliegenden Werke\neinen rühmenswerthen und nach dem Eindrucke, den die\nAufführung beim Trauer-Gottesdienste und auch bei der\nneulichen Wiederholung gemacht hat, auch wahrschein-\nlich erfolgreichen Schritt zur Vermittlung zwischen zwei\nfeindseligen Elementen anerkennen, zwischen dem ernsten\nund würdigen Stil der geistlichen Musik und den musica-\nlischen Excessen, welche in den meisten Kirchen der ge-\nnannten Länder auf der Orgel, im Gesänge und in der\nInstrumentalmusik mit Blas-Instrumenten den Serpent\nan der Spitze getrieben werden. Um solcherlei Unfug\naus der Kirche zu verbannen, der die Religion und die\nKunst entwürdigt, dazu werden allerdings Compositionen,\nwelche den von Fetis eingeschlagenen Weg verfolgen, viel\nbeitragen können. Dieses wird um so mehr der Fall sein,\nwenn sie auch den oben aufgestellten Grundsätzen in Hin-\nsicht auf die ästhetischen Forderungen der Kritik in dem\nMaasse entsprechen, wie viele Sätze des von Fe-\ntis es thun, zu denen wir namentlich den das\nOro supplex, das Offertorium und ganz besonders das\nAgnus Deiund die Communionrechnen nicht\naeternam, wie in allen Stimmen der Partitur wiederholt\nfalsch gedruckt ist). Diese beiden letzten Sätze sind sehr\noriginel, dabei höchst einfach und von grosser Wirkung.\nAuch das Sanctus und Hosianna sind sehr wirksam, ob-\nschon die Auffassung des ersteren ganz von der bisher ge-\nwöhnlichen abweicht, indem der Componist nicht sowohl\ndas Mysterium der Heiligkeit Gottes, als dessen Glorifi-\ncation ausgedrückt hat.\nGesetzt ist das Requiem (Us-dur) in der Vocal-Partie für\nvierstimmigen Chor, Solo-Tenor und Solo-Quartett von So-\npran, Alt, Tenor und Bass. Die Ausführung ist nicht\nschwierig, weder in den Chor- noch in den Solostimmen,\nweil sie sangbar geschrieben sind; nur erfordern von letz-\nteren der Sopran und der Tenor eine leichte Intonation\nin der Höhe. Die Instrumental-Begleitung ist ebenfalls\neigentümlich. Sie ist nämlich der Orgel, 2 Violoncellen\nund Contrabass, dem Saxhorn in B, welchem auch län-\ngere Solostellen gegeben sind, 6 Ventilhörnern, 4 Ventil-\ntrompeten, 3 Posaunen, Bass-Tuba, Bombardon (oder\nContrabass-Saxhorn) und Pauken anvertraut. Es lässt sich\nnicht läugnen, dass namentlich die Blech-Instrumente, die\nmit vieler Einsicht behandelt sind, an vielen Stellen, beson-\nders auch an den sanfteren, einen schönen Effect machen.\nDie Orgel dürfte dagegen etwas voller und reicher be-\nhandelt sein."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "165", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4159, "texte": "Die Gelegenheit zur Aufführung des in vo-\nriger Woche bot die Vollendung einer neuen Orgel in\nder berühmten Werkstatt der Herren Merk 1 in-Schütze\n& Comp, in Brüssel dar. Da die Orgel-Begleitung bei\ndieser Messe wesentlich ist, so war das neue Instrument in\ndem grossen, kirchenähnlichen Saale der genannten Fabrik\naufgestellt, und die Aufführung fand daselbst vor einem\neingeladenen Auditorium aus den ersten Classen der Ge-\nsellschaft, aus der Geistlichkeit und aus der Künstlerschaft\nStatt. Erfreulich war es, dass auch zwei Minister des Kö-\nnigs die Versammlung mit ihrer Gegenwart beehrten.\nHerr Merklin, dessen ausserordentliche Verdienste um\nden Orgelbau ihn in Belgien, Frankreich und Spanien be-\nrühmt gemacht haben und auch durch die Verleihungen\nvon Ordens-Decorationen des Königs der Belgier und der\nKönigin von Spanien anerkannt worden sind, hat uns durch\ndie Orgel, welche bei der besprochenen Aufführung zum\nersten Male gebraucht wurde und für eine Klosterkirche\nin Namur bestimmt ist, von Neuem bewiesen, zu welcher\nVollkommenheit er es in seinem Fache gebracht hat. Die\nneue Orgel ist nur sechszehnfüssig und enthält nicht mehr\nals sechszehn Stimmen mit zwei Manualen und freiem Pe-\ndal, dreifachen Koppeln und vier Combinations-Pedalen,\nvermöge deren man verschiedene combinirte Begister aus\nden drei Claviaturen (Hauptmanual, Positiv und Pedal) zu-\nsammen erklingen lassen oder absperren kann. Dieses kleine\nWerk entwickelt aber eine Kraft und Fülle des Tones, die\nseinen Maass-Verhältnissen nach so lange unglaublich ist,\nbis man sich mit Staunen davon selbst überzeugt. Es ist\nin seiner Art ein Meisterstück. Seitdem wir die Orgeln von\nMerklin-Schütze im letzten und vorletzten Jahre gehört,\nunter anderen auch das kolossale Werk für die Kathedrale\nin Murcia, von welchem auch in diesen Blättern ausführ-\nlich gesprochen worden ist, haben wir jetzt bei diesem\nneuen Werke wiederum bedeutende Vervollkommnungen\nbemerkt. Herr Merklin scheint durch seine fortwährenden\nForschungen und Versuche das Geheimniss der Luftströ-\nmung und des Winddruckes dermaassen ergründet zu ha-\nben, dass er die quantitative Erzeugung und Anwendung\nund die intensive Stärke desselben völlig in der Gewalt hat\nund sie dem Spieler zu leichter Beherrschung überliefert.\nDazu kommt eine überaus genau und kunstvoll gearbeitete\nMechanik, durch welche sich diese Orgel, selbst ohne An-\nwendung des pneumatischen Hebels, so leicht spielt wie\nein Flügel; von Geräusch ist dabei auch in der nächsten\nNähe nicht das Geringste zu bemerken. Neben dem mäch-\ntigen Klange des vollen Werkes zeichnen sich die sanfte-\nren Stimmen durch jene Weiche und Fülle des Tones aus,\nwelche neben der Mannigfaltigkeit ihrer Klangfarbe die\nOrgeln von Cavailie-Col und von Merklin zu schönen Con-\ncert-Instrumenten machen. Wir freuen uns um so mehr,\ndem wahrhaft künstlerischen Streben des letzteren, das\nschon so grosse Resultate erreicht hat, laute Anerkennung\nzu zollen, als Herr Merklin ein Deutscher ist, aus dem\nGrossherzogthum Baden, und seinen Stolz darein setzt,\nder Heimat der Tonkunst anzugehören.\nNach der Aufführung des Requiem liess Herr Dubois\nvon Brüssel, ein junger Musiker, dem das Licht der Augen\nversagt ist, die verschiedenen Combinalionen, namentlich\nder sanfteren Stimmen, hören. Zum Schlüsse trug Herr\nFerdinand Breunung, Lehrer an derßheinischen Mu-\nsikschule zu Köln, eine grosse Fuge und eine Toccata von\nJ. S. Bach vor. Unter seinen Händen und Füssen, müs-\nsen wir hinzusetzen—offenbarte sich vollends erst die Ton-\ngewalt der Orgel in ihrem ganzen Glänze. Herrn Breu-\nnung's Spiel erregte Aufsehen und überraschte auch uns,\nda wir ihn wohl als vortrefflichen Pianisten, nicht aber\nals Orgelspieler kannten. Eine solche Meisterschaft im ge-\nbundenen Spiel, vereinigt mit einer Fertigkeit und Sicher-\nheit auf dem Pedale, die in Erstaunen setzen, haben wir\nlange nicht gehört. Es ist zu bedauern, dass es in Köln\nbis jetzt an einem Instrumente fehlt, auf welchem ein sol-\nches Orgelspiel den gehörigen Eindruck machen könnte.\nDas wird zwar ausserhalb der Mauern des reichen Köln\nunglaublich klingen, ist aber darum doch leider nicht we-\nNiger wahr.\n\nL. Bischoff."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-22-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-22_01#c004", "volume": "bmtnabi_1858-05-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "165", "page_fin": "166", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.2.4", "titre_corps": "Zusätze zu der Namensliste der Violinisten in Nr. 15 d. Bl.", "titre_sommaire": "Zusätze zu der Namensliste der Violinisten in Nr. 15 d. Bl.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "165", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.5", "debut_caractere": 4161, "fin_caractere_exclue": 5183, "texte": "Zusätze zu der Namensliste der Violinisten in\nNr. 15 d. Bl.\n*)•\nHeinrich Yieuxtemps, geb. 20. Februar 1820 zu\nVerviers.\nHeinrich Wieniawski, geb. 10. Juli 1835 zu Lublin.\nCamillo Sivori, geb. 6. Juni 1817 zu Genua.\nJoseph Joachim, geb. 15. Juli 1831 zu Kjtse bei\nPressburg. *\nAppollinar von Kontski, geb. 23. October 1825 zu\nWarschau.\n*Jean Joseph Pott, geb. 9. März 1826 zu Kassel.\nBernhard Molique, geb. 7. Oct. 1803 zu Nürnberg.\n'Therese Milanollo, geb. 28. August 1827 zu Sa-\nvigliano bei Turin, seit dem 16. April 1857 verhei-\nrathet mit dem Capitän im Ingenieur-Corps Herrn\n\n*) Zu dem an bemerkter Stelle gedruckten Artikel sendet uns\nHerr Karl Bansi nachfolgende, theils berichtigende, theils\nvervollständigende Notizen. Die mit einem * bezeichneten An-\ngaben hat der Herr Einsender von den Künstlern direct erhal-\nten, sie sind also authentisch, welches wir desshalb beson-\nders bemerken, weil über die Namen Pott, Spohr, Kalliwoda\nund Milanollo in verschiedenen Werken die Angaben unrichtig\nBind, Die Red action.'"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1857, "texte": "Theodor Parmentier. (Karl Joseph Theodor Parmentier\nist geboren am 14. März 1821 zu Barr bei Strass-\nburg, war von 1840 —42 Zögling der polytechnischen\nSchule in Paris, dannOfficier im Ingenieur-Corps, seit\n1847 Capitän. Als Adjutant des Generals Niel machte\ner die Feldzüge nach Bomarsund und nach der Krim\nmit. 1854 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion er-\nnannt, erhielt 1856 den Medschidie-Orden, trägt auch\ndie englische Baltic- und Krim-Medaille. Von ihm sind\nmehrere Werke über Kriegswissenschaft, Broschüren\nüber Musik u. s. w\\, so wie in verschiedenen Zeit-\nschriften Aufsätze über Musik, deutsche Dichtungen\nu. s. w. erschienen. Auch mehrere Compositionen für\nPiano, Orgel u. s. w. sind von ihm herausgegeben.\nGf. Nr. 29 d. Ztg., 111. Jahrg., 1855, S. 230.)\nHubert Leonard, geb. 7. April 1818 zu Bellaire (Pro-\nvinz Lüttich).\n'Delphin Alard, geb. 8. März 1815 zu Bayonne.\nProsper Sainton, geb. 5. Juni 1813 zu Toulouse.\nTheodor Haumann, geb. 3. Juli 1808 zu Gent.\n'Ferdinand Laub, geb. 19. Januar 1832 zu Prag.\n'Edmund Singer, geb. 14. October 1830 zu Tottier\n(einem grällich Esterhazy'schen Gute in Ungarn).\nPaul Jullien, geb. 12. Februar 1841.\nFerdinand David, geb. 19. Januar 1810 zu Hamburg.\nKarl Müller, geb. 11. Nov. 1797 zu Braunschweig.\nOle Bornemann Bull, geb. 5. Februar 1810 zu Ber-\ngen (Norwegen).\n'Aug. Pott, geb.7.Nov. 1806 zu Nordheim a. d. Ruhme.\n'Karl Dancia, geb. 19. December 1819 zu Bagneres-\nde-Bigorre {llautes Pyreneesin Frankreich).\nFranz Schubert, geb. 22. Juli 1808 zu Dresden.\n'Dr. Louis Spohr, geb. 5. April 1784 zu Braunschweig.\nKarl Lipinski, geb. im Nov. 1790 zu Rascin (Polen).\nJose ph M ayseder, geb. 26. October 1189 zu Wien.\nKarl de Beriot, geb. 20wFebruar 1802 zu Löwen.\nLouis Maurer, geb. 8. Februar 1789 zu Potsdam.\n'Job. Wenz. Kai Ii wo da, geb. 21. Februar 1801 zu\nl'rag (lebt seit vier Jahren in Karlsruhe)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-22-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-22_01#c005", "volume": "bmtnabi_1858-05-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "166", "page_fin": "166", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.2.5", "titre_corps": "Aus Crefeld.", "titre_sommaire": "Aus Crefeld.", "signature_source": "J", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.6", "debut_caractere": 1859, "fin_caractere_exclue": 4515, "texte": "Aus Crefeld.\nJ.\nIm Mai 1858.\nWenn im vorigen Jahre über das musicalische Treiben unserer\n»Stadt nichts in Ihrem Blatte erschienen ist, so können wir es doch\njetzt nicht unterlassen, Ihnen Einiges über die vergangene Saison\nmitzutheilen, was uns um so mehr Vergnügen gewährt, als nur An-\ngenehmes darüber zu berichten ist. Trotz der sorgenvollen, drücken-\nden Zeit, welche unsere Stadt in besonderem Maasse berührte, hat\nCrefeld sein bedeutendes Interesse für Kunst vielfach bewährt, und\nsämmtliche Statt gehabte Concerte waren von dem musicalischen\nTheile unserer Bevölkerung stark besucht. Im Ganzen fanden im\nLaufe des Winters sechs Concerte Statt (vier Abonnements-Concerte,\nein Benefiz-Concert für das Orchester und ein Concert der Lieder-\ntafel), In zwei Abonnements-Concerten wurden Paulus und Samson\naufgeführt, die übrigen waren gemischten Inhalts, und müssen wir\ngestehen, dass die Fortschritte, welche sowohl Chor als Orchester in\nden letzten Jahren gemacht haben, wahrhaft überraschend waren,\nwas wir der kräftigen und umsichtigen Leitung des Herrn Musik-\nDirectors Wolff zu danken haben, der durch unausgesetzte Bemü-\nhungen es endlich dahin gebracht hat, die Leistungen dieser Stadt\nmit denen anderer bedeutender musicalischer Städte des Rheinlandes\nauf gleiche Höhe zu bringen. Ohne auf Einzelnes eingehen zu\nwollen, heben wir nur hervor, dass ausser den oben genannten Ora-\ntorien die bedeutendsten Orchesterwerke von Mozart, Gade, Schu-\nmann, Beethoven (unter Anderem auch die Leonoren-Ouverture in C)\nsehr gut ausgeführt wurden. Den würdigen Schluss der Saison bil-\ndete Samson, worin der Chor, eben so wie im Paulus, durch Prä.\ncision und Energie sich ganz besonders auszeichnete. Wohl Mancher\nwird diese Aufführungen noch lange in der Erinnerung behalten, und\nkönnen wir nicht umhin, dem Dirigenten, Herrn Musik-Director\nWolff, dessen unermületer Thätigkeit diese Genüsse zuzuschreiben\nsind, unseren herzlichsten Dank auszusprechen.\nSchliesslich erwähnen wir noch des kürzlich Statt gehabten Con-\ncertes der Liedertafel, obgleich dasselbe den Erwartungen, die das\nPublicum hegte, nicht ganz entsprochen hat, da neben einer gewis-\nsen Langweiligkeit des Programms die Liedertafel nicht mit jener\nSicherheit und Exactitude sang, die man in Hinsicht auf die so\nzahlreichen Zusammenkünfte vorauszusetzen berechtigt war. Hoffent-\nlich wird der Director der Liedertafel, Herr Wilhelm, sich nicht\ndurch die Lobhudeleien der hiesigen Blätter verleiten lassen, in sei-\nnem Streben nach möglichster Vervollkommnung zu erschlaffen, so\ndass wir im nächsten Jahre im Stande sein werden, auch über die\nLeistungen dieses Vereins Erfreuliches zu melden."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-22-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-22_01#c006", "volume": "bmtnabi_1858-05-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "166", "page_fin": "167", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.2.6", "titre_corps": "Aus Meiningen.", "titre_sommaire": "Aus Meiningen.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.6", "debut_caractere": 4517, "fin_caractere_exclue": 5646, "texte": "Aus Meiningen.\nEnde April 1858.\nUnsere Theater- und Concert-Saison ist nun beendigt, und kön-\nnen wir so manchem Guten, welches hauptsächlich auf dem Felde\nder Concertmusik hervorgebracht wurde, unsere Anerkennung nicht\nversagen. Vor Allen gebührt unserem Hof-Capellmeister Herrn Jean\nBott, der ja auch in ganz Deutschland als gediegener Künstler an-\nerkannt wird, ein Haupt verdienst, indem er sich der Hebung der\nhiesigen musicalischen Angelegenheiten mit grossem Eifer hingab.\nLebhaft unterstützt wurde der junge, bescheidene Künstler durch\nden Intendanten der Hofcapelle, der ein gediegener Musikkenner\nseinem Amte mit grosser Liebe zur Sache obliegt. Den Mittel-\npunkt des musicalischen Lebens bildeten die erst wieder neu errich-\nteten Abonnements-Concertc der Hofcapelle, wo uns unter Anderem\ndie C-moll-Sinfonie von Beethoven, A-diir von Mendelssohn, Ouver-\ntüren zu Tannhäuser, Euryanthe, Leonore u. s. w. in wirklich gros-\nser Vollendung zu Gehör gebracht wurden. Capellmeister Bott ist\nein ganz bedeutender Dirigent, sowohl in technischer Hinsicht als in\nseiner Auffassung. So war es denn auch kein Wunder, dass unser©"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "167", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2038, "texte": "Concerte schon in kurzer Zeit eine gewisse Berühmtheit in Thürin-\ngen bekommen haben und sich zu denselben intimer viele Fremde\neinfanden. Mit „Erlkönigs Tochter\" von Gade trat in dem letzten\nAbonnements-Concerte der ebenfalls neu errichtete Gesang-Verein,\nder über hundert Mitglieder zählt, hervor und lös'te seine Aufgabe\nzu grosser Zufriedenheit. Von Solisten war es hauptsächlich Herr\nCapellmeister Bott, welcher uns in mehreren Concerten durch sein\nmeisterhaftes und wirklich ergreifendes Violinspiel entzückte. Auch\nHerr Kammermusicus Wilhelm Müller erfreute uns durch einige\nVorträge auf dem Violoncell. Ausserdem fand das Concert für vier\nViolinen von Maurer, vorgetragen von Herrn Capellmeister Bott,\nKammermusicus Karl Müller und den Herren Grebe und Bräutigam,\ngrosse Anerkennung. Die Damen Viola und Marquardt und die Her-\nren Viola und Tanner sangen recht gut gewählte Arien. Die grösste\nAnerkennung fand aber die Aufführung des Elias am 8. April in\nder Schlosskirche. Die sämmtlichen hiesigen Gesang-Vereine und\nunsere Hofcapelle, die aus 46 Musikern besteht und zu diesem\nZwecke noch durch auswärtige Kräfte verstärkt wurde, wirkten un-\nter der anregenden Leitung Bott's mit einem solchen Eifer, dass das\nherrliche Tonwerk Mendelssohn's einen tiefen Eindruck auf alle Zu-\nhörer hervorbrachte.\nWas nun unsere Oper anlangt, so hätten die Kräfte, namentlich\ndie des Chors, etwas besser sein können; aber der Einfluss Bott's\nmachte sieb auch hier geltend, indem er Opern wie „Die Jüdin\",\n„Stumme\", „Don Juan\", „Freischütz\" recht gut zur Aufführung\nbrachte Bott wird uns in diesen Tagen bis zum Herbste verlassen,\num einer Einladung der Direction der philharmonischen Concerte in\nLondon zum Solospiel Folge zu leisten. Wir sind dem Herrn Capell-\nIntendanten, so wie unserem Meister Bott für so viele musicalische\nGenüsse grossen Dank schuldig, welchen wir aber zugleich auch\nden Mitgliedern der Hofcapelle für den Eifer, mit dem sie ihren Di-\nrigenten ebenfalls unterstützten, so wie den gesanglichen Kräften\nhiermit darbringen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-22-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-22_01#c007", "volume": "bmtnabi_1858-05-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "167", "page_fin": "168", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.2.7", "titre_corps": "Sechste Uebersicht der Deutschen Tonhalle in Mannheim. 1857.", "titre_sommaire": "Sechste Uebersicht der Deutschen Tonhalle in Mannheim. 1857.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "167", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.7", "debut_caractere": 2040, "fin_caractere_exclue": 6456, "texte": "Sechste Uebersicht der Deutschen Tonhalle\nin Mannheim. 1857.\nDie Zahl der Vereins-Mitglieder hat sich seit 1855 von etwa 400\nauf nahezu 600 erhöht. Se. Majestät König Ludwig von Baiern und\nIhre Grossherzoglichen Hoheiten die Herren Markgrafen Wilhelm\nund Maximilian von Baden haben gnädigst geruht, ihre hohe Gunst\ndem Vereine durch huldreiche Geschenke an seine Casse zuzuwen-\nden. Herr Karl Friedrich Benecke, Kaufmann in London, liess uns\n180 Gulden zum Zwecke eines Preis-Ausschreibens zugehen, und\nHerr Compositeur Ernst Pauer daselbst hat, abgesehen von seinem\nWirken für den Verein, der Casse desselben auf die nächste Zeit\nden Erlös zweier Concerte zugesichert.\nDurch diese und andere höchst dankenswerthe Geschenke an die\nVereins-Casse, so wie durch die fortgesetzte Theilnahme der verehr-\nten V ereins-Mitglieder und deren grossentheils höhere als die satzungs-\nmässigen Beiträge wurde es möglich, dass der Verein eine grössere\nRegsamkeit entwickeln und eine bedeutendere Wirksamkeit erreichen\nkonnte.\nDas VII. Preis-Ausschreiben: Symphonie für vollständiges Or-\nchester, Latte den Erfolg, dass von den 39 eingekommenen Bewer-\nBungen die des Herrn Musik-Directors 11. Neumann in Heiligen-\nstadt den Preis (200 Gulden) erhielt. Besonders belobt wurden die\nWerke der Herren F. W. Markuli in Danzig, Rieh. Würst in Han-\nnover, K. J. Bischoff in Frankfurt a. M., Emil Büchner in Leipzig,\nErnst Pauer in London und „Anonym\"; belobt wurden die Werke\nder Herren Joh. Herbeck in Wien, Pius Richter daselbst, Eduard\nKunz in Worms, K. A. Zwicker und Fried. Lux in Mainz. •\nSeitdem wurden folgende Preis-Aufgaben ausgeschrieben und hie-\ndurch die dabei bemerkten Erfolge erreicht:\nVIII. im Lenzmonat 1855: 12 Ducaten für Composition des Ge-\ndichtes „Gott, Vaterland, Liebe\" (von ?) für den Männergesang. Der\nPreis wurde von den Herren Preisrichtern keiner der 40 Bewerbun-\ngen um denselben, der aber des Herrn Musik-Directors L. Liebe in\nStrassburg besondere Belobung zuerkannt.\nIX. im Christmonat 1855: 18 Ducaten für gleiche Composition\ndes „Schiller-Festgesang\" von K. Beil, deren 7 eingeschickt waren,\nvon denen die des Herrn V. E. Becker, Directors des Sängerkranzes\nin Würzburg, den Preis zuerkannt erhielt, und besonders belobt wur-\nden die Werke der Herren Emil Büchner (VII. oben), Ludwig Stark\nin München und A F. Leder in Marienwerder.\nX. an Ostern 1856: 250 Gulden für Orchestermusik (Ouvertüre,\nZwischenacte u. s. w.) zur „Jungfrau von Orleans\" von Schiller.\nVon den vorgelegenen 22 Bewerbungen wurde der des Herrn Hof-\nMusik-Directors L. Hetsch hier der Preis zuerkannt. Besondere Be-\nlobung erhielten Herr Max Eberwein in Rudolstadt und Hof-Musik-\nDirector Herr C. A. Mangold in Darmstadt. Das Werk des Herrn\nV. E. Becker (IX. oben) wurde belobt.\nXI. Im Brachmonat desselben Jahres setzte der Verein einen\nPreis von 200 Gulden für den Text zu einer Operette in Einem Auf-\nzuge aus, worauf 39 Texte einkamen, von welchen der des Herrn\nDr. H. T. Schmid in München, „Der Liebesring\", den Preis, und\nder des Herrn Friedr. Lichterfeld in Berlin, „Der Seeräuber\", beson-\ndere Belobung zuerkannt erhielten. Belobt wurden : „Cambaspe\" von\n„Nichtgenannt\"; „Das Schloss am Rhein\" von Herrn Ernst Pasque\nin Weimar; „Quintin Messis\" von den Herren R. Knauer in Gotha\nund T. Buddeus in Waltershausen, sodann „Fröhlich Pfalz, Gott er-\nhalt's\" von F. Albert hier, pseudonym.\nXII. im Hornung 1857 : Den Preis von 15 Ducaten für eine zwei-\nhändige Clavier-Sonate, deren 50 einkamen, welche noch in der Be-\nurtheilung liegen\nXIII. im Ostermonat eben genannten Jahres den Preis von 20\nDucaten für eine vierhändige Orgel-Sonate. Von den auf dieses Aus-\nschreiben eingekommenen 13 Werken wurde der Preis dem des Herrn\nGustav Merkel in Dresden zuerkannt; besonders belobt wurde\ndas, dessen Verfasser nicht genannt sein wollte, eins eines Unge-\nnannten, sodann die der Herren Eduard Guth hier, A. Helfer in Gera\nund Dr. W. Volckmar in Homberg; belobt wurde das Werk des\nHerrn Friedr. Lux in Mainz.\nXIV. einen Preis von 180 Gulden für ein Nonett für Flöte, Oboe,\nClarinette, IJorn, Fagott, Violine, Altviole, Violoncell und Contra-\nbass, im Heumonat 1857 ; endlich\nXV. am 8. Weinmonat darauf einen Preis von 8 Ducaten für die\nComposition des „Preisgesang\" von Garve für den vierstimmigen\nMännergesang.\nDie satzungsmässig erwählten Herren Preisrichter waren die\nHerren: General-Musik-Director Dr. Spohr in Kassel; Hof-Capell-\n/"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1035, "texte": "Meister Vinc. Lachner hier; Capellmeister Ferdinand Hiller in Köln;\nHof-Musik-Director Mangold in Darmstadt; Hof-Capellmeister Lind-\npaintner in Stuttgart; Capellmeister Ignaz Lachner in Hamburg;\nHcf-CapelJmeister Straus in Karlsruhe; Hof-Musik-Director Hetsch\nhier; Hof-Capellmeister Taubert in Berlin; General-Musik-Director\nF. Lachner in München; Professor Dr. Faisst in Stuttgart.\nAm Ende des Jahres 1854 waren 177 musicalische Werke ver-\nschiedener Gattungen durch die Tonhalle hervorgerufen; jetzt 387.\nVon diesen Werken erhielten 10 die ausgesetzt gewesenen Preise\nund 59 preisrichterliche Belobungen. Zwei dieser Preise wurden nicht\nzuerkannt, nämlich der sechste und achte.\nDie Vereins-Casse hat Ende 1857 einen Vorrath von 632 Fl.\n24 Kr.\nWir zweifeln nicht, dass in diesem Jahre, wie im abgelaufenen,\ngeehrte Künstler, Vereine und Kunstfreunde, welche der deutschen\nTonhalle noch nicht angehören, und welche wir hiermit zur Theil-\nnahme freundlichst einladen, derselben beitreten werden.\nMannheim, Februar 1858.\nDer Vorstand."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-22-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-22_01#c008", "volume": "bmtnabi_1858-05-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "168", "page_fin": "168", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.2.8", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.8", "debut_caractere": 1037, "fin_caractere_exclue": 2665, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nüoln. Die Hauptproben zum Musikfeste sind in vollem Gange\nVon der Grossartigkeit der Anstalten dazu kann man sich aus fol-\ngenden Raum- und Zahlen-Verhältnissen eine Vorstellung machen.\nDie Orchesterbühne nimmt die ganze Breite des Gürzenichsaales von\n72 Fuss und mehr als ein Drittel der Länge desselben von 170\nFuss ein, indem sie 60 Fuss tief ist und dabei bis zu einer Höhe\nvon 15 —l6 Fuss stufenweise emporsteigt. Der Effectivbestand der\nMitwirkenden zählt 168 Sopranistinnen, 118 Altistinnen, 85 Tenöre\nund 148 Bässe; das Orchester 148 Instrumentalisten also einen\nChor von 286 Frauen- und 233 Männerstimmen, zusammen 519\nmit den Instrumentalisten 667 Personen.\nMassel« In Stelle des in Ruhestand versetzten General-Musik-\nDirectors Spohr ist Karl Reiss zum wirklichen Hof-Capellmeister\nernannt. Reiss ist 1829 zu Frankfurt am Main geboren, bildete sich\nin Frankfurt unter Ferd. Kessler und in Leipzig bei Hauptmann,\neröffnete seine Dirigenten-Laufbahn sehr früh an den Stadttheatern\nzu Würzburg und Mainz. In letzter Stadt, wo er auch die Lieder-\ntafel und den Damengesang-Verekndirigirte, trat er mit einem grös-\nseren Werke, der romantischen Oper „Otto der Schütz\", in die\nOeffentlichkeit. 1856 erhielt er den Ruf an die Hofbühne zu Kassel.\n** Amsterdam. Am 12. Mai wurde in einem grossen Con-\ncerfce hierselbst die Musik zu Vondel's Trauerspiel „Lucifer\" von\nJ. A. van Eyken unter Direction des Componisten mit ausseror-\ndentlichem Erfolg aufgeführt. Den Schluss des Concerts machte F.\nHill er's „Lorelei'4 mit entschiedenem Success; die Sopran-Partie\nsang Fräulein Froschart sehr brav*"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "161", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nSiegfried Wilhelm Dehn. Nekrolog. Von Bernhard Scholz. Ein Besuch in Brüssel (Requiem von Fe'tis\nOrgel von Merklin-Schiitze Ferd. Breunung). Von L. Bise hoff. Zusätze zu der Namensliste der Violinisten in Nr. 15 d. 81.\nAus Crefeld (Musikleben im verflossenen Winter). Von J. Aus Meiningen (Rückblick anf die vorige — Sechste Leber-\nsicht der Deutschen Tonhalle. Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln, Das bevorstehende Musikfest Kassel Amsterdam).\n\nSiegfried Wilhelm Dehn.\nNekrolog.\nVon Bernhard Scholz.\nAm Morgen des 12. April d. J. starb Prof. S. W.\nDehn, Custos der musicalischen Abtheilung der königli-\nchen Bibliothek in Berlin, einer der ausgezeichnetsten Ge-\nlehrten im Fache der musicalischen Theorie und Ge-\nschichte, ein vortrefflicher Lehrer im Contrapunkte und\nseltener Kenner der Kunstschätze verflossener Jahrhun-\nderte. Sein Lebenslauf ist ein vielbewegter gewesen und\nwird gewiss alle die weiten Kreise, in welchen Dehn's\nName rühmlich genannt wird, sehr interessiren.\nDehn's Vater war der reiche Banquier Salomo Dehn,\nTheilhaber der Firma Israel, Dehn & Comp, in Altona,\nein Mann von hohen Gaben nach dem Zeugnisse aller de-\nrer, die ihn persönlich gekannt, und nach der Aussage\nseines nun verstorbenen Sohnes, der stets nur in den Aus-\ndrücken der grössten Verehrung und Liebe von ihm sprach.\nWie sehr Prof. Dehn seinen Vater liebte, kann unter An-\nderen Herr Haupt, einer seiner tüchtigsten Schüler, Orga-\nnist an der Parochialkirche in Berlin, bezeugen, welcher\nzugegen war, als die Nachricht vom Tode des Vaters den\nSohn traf und dieser, der sonst so eiserne, starke Mann,\ndavon vollständig niedergeschmettert wurde. Das Leben\ndes Banquiers Dehn ist selbst wieder so höchst merkwür-\ndig und von solchem Einflüsse auf die Geschicke seines\nSohnes gewesen, dass wir es mit kurzen Worten skizziren\nmüssen.\nSolomo Dehn kam als junger, unvermögender Mann\naus Polen zu seinem weitläufigen Verwandten, dem Kauf-\nmanne Israel, Mitglied der portugiesisch-jüdischen Ge-\nmeinde in Hamburg, der ihn freundlich aufnahm und bald\ndie Gewandtheit und den Geist des jungen Vetters erkannte.\nDieser wandte jeden Schilling, den er erübrigen konnte,\ndaran, sich Bücher zu kaufen, aus denen er sich in Spra-\nchen, in der Arithmetik u. s. w. unterrichten konnte. Er\nmachte rasche Fortschritte -und arbeitete sich durch rast-\nlosen Fleiss in Kurzem so sehr empor, dass der alte Israel\nihm seine zweite Tochter zum Weibe gab und ihn in sein\nGeschäft zog, das von nun an die Firma Israel, Dehn &\nComp, führte. Salomo Dehn war der Mittelpunkt des im-\nmer mehr aufblühenden Geschäftes; er genoss des gröss-\nten Ansehens und des unbedingtesten Vertrauens wegen\nseiner strengen Rechtlichkeit einerseits und seines eminen-\nten kaufmännischen Scharfblickes andererseits. Fr pflegte\ndes Umganges mit allen bedeutenden Leuten Hamburgs.\nSalomon Heine liebte und schätzte ihn; Bernadotte, damals\nGouverneur von Hamburg, besuchte ihn und war ihm aul-\nrichtig zugethan; der Herzog von Mecklenburg, der, seines\nLandes beraubt, in Hamburg weilte, liess sich oft bei ihm\nzum Frühstück als „Johann ohne Land\" anmelden.\nIm Hause Dehn wurde Kunst und Wissenschaft mit\nwahrer Liebe gehegt. Schon dort erweckte man in dem\njungen Siegfried Wilhelm die hohe Achtung, die er sein\nganzes Leben hindurch für alle und jede Kunst halte. Be-\nsonders Musik wurde gepflegt und den drei Kindern, Sieg-\nfried Wilhelm, dessen älterem Bruder und einer jüngeren\nSchwester, ein eigener Musiklehrer gehalten. Salomo\nDehn's Ruf verbreitete sich immer weiter, und er wurde\noft mit diplomatischen Sendungen und grossen, wichtigen\nGeschäften betraut, wobei ihm seine bedeutende Sprach-\nkenntniss sehr zu Statten kam. Aber im Jahre 1813, als\nder grosse Sturm über Europa daherfuhr, wurde auch er\nvon grossen, unverschuldeten Verlusten betroffen. Er musste\nvom mercantilischen Schauplatze zurücktreten, konnte es\njedoch mit Ehren und hatte dabei wenigstens die Genug-\ntuung, dass die wackersten Leute Hamburgs ihm hülf-\nreich und treu zur Seite standen und ihn durch kräftige\nUnterstützung in den Stand setzten, ehrenvoll abzuschlies-\nsen. Er selbst behielt allerdings nicht mehr viel übrig; mit\nrühmlicher Gewissenhaftigkeit hatte er Alles, Kunstschätze,"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "162", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.2", "texte": "Landsitze u. s. w. verkauft, um seinen Verpflichtungen\nnachzukommen. Da erinnerte sich seiner Bernadotte, nun-\nmehr Karl Johann, ernannte ihn zum schwedischen Gene-\nral-Consul in Berlin und schmückte ihn mit einem Orden.\nNachdem er diesem Amte längere Zeit würdevoll vorge-\nstanden, berief ihn sein hoher Gönner nach Stockholm,\nwo er als Director des Bergbaues seine merkwürdige Lauf-\nbahn am I.November 1837 beschloss.\nSiegfried Wilhelm Dehn, sein zweiter Sohn, war am\n25. Februar 1800 in Altona geboren. Er widmete sich\nzuerst der Forstwissenschaft und wurde, nachdem er die\ndreizehn ersten Lebensjahre glücklich im Vaterhause, das\nwir oben geschildert, verlebt hatte, einem Förster in die\nLehre gegeben. So jung er war, kam er durch seinen Be-\nruf doch schon hier und da in Berührung mit den Kriegs-\nEreignissen jener Zeit, und er erzählte gern in späteren\nZeiten davon. Ein Schrotschuss ins Bein, den er auf der\nEntenjagd erhielt und dessen Folgen er sein Leben lang\nverspürte, veranlasste ihn, den Jägerstand aufzugeben. Er\nbesuchte die Schule zu Eutin, holte rasch die versäumte\nJugendbildung nach und studirte in Leipzig die Rechte.\nDort kam er in ein lebhaftes Musiktreiben, lernte Hummel,\nKlengel, Weber und andere berühmte Leute kennen; er\nselbst war ein ausgezeichneter Cellist und behandelte sein\nInstrument, obgleich nur Dilettant, mit einer Meisterschaft,\nwie nur wenige Künstler von Fach. Nach vollendeter Stu-\ndienzeit ward er der schwedischen Gesandtschaft in Berlin\nattachirt und unterstützte seinen Vater tüchtig in den Con-\nsulats-Geschäften. Nebenher aber studirte er eifrig Theorie\nund Geschichte der Musik, namentlich die alten Italiäner.\nNachdem sein Vater Berlin verlassen, verlor er plötzlich\n(1829) sein ganzes Vermögen, sogar sein mütterliches\nErbe. Aus guten Verhältnissen gerieth er plötzlich in die\nbitterste Noth, so zwar, dass er manchmal in drei Wochen\nnichts Warmes essen konnte, weder Licht noch Holz hatte.\nNur sein Violoncello (einen guten Amati) und einige Zeich-\nnungen von Tischbein, den letzten Rest der früheren schö-\nnen Sammlung seines Vaters, hatte er noch übrig; aber\nnichts in der Welt hätte ihn vermocht, sich von seinem\nInstrumente und den von ihm hochgehaltenen Bildern zu\ntrennen. Nun ward die Musik seine Retterin. Bernhard\nI\nKlein, ein Mann, dessen ganzer Werth in unseren Tagen\nnicht erkannt wird, nahm sich seiner an, ging mit ihm in\nachtzehn Stunden das ganze Gebiet der musicalischen Com-\nposition durch, erklärte ihm dann in einem Briefe, dass er\nihn für reif und fertig als Lehrer halte, und übergab ihm\nselbst einige seiner Schüler. Als Klein starb, trat Dehn im\nUnterrichten gewisser Maassen dessen Erbe an. Im Jahre\n1842 wurde er auf Meyerbeer's Empfehlung zum Custoden\nan der königlichen Bibliothek ernannt. Die musicalische\nSammlung derselben war damals Im Vergleich zu den\nSchätzen, die sie heute enthält, unbedeutend, und es ist\nhauptsächlich Dehn gewesen, der mit seltenen antiquari-\nschen Kenntnissen der Bibliothek neue Ileichthümer er-\nwarb. Vieles hatte er auf einer italiänischen Reise gesam-\nmelt, Vieles auf den Rundreisen, die er auf des Königs\nBefehl jährlich durch die preussischen Provinzen machte.\nDehn verstand es, wie ausser ihm nur Wenige—wir nen-\nnen Bottee de Toulmont, Kiesewetter, Nisart und F&is\npere, mit denen er in fortwährendem Verkehr gestanden\nhatte —, alte Notationen aller Zeiten zu entziffern. Wer\nkann ihn hierin ersetzen? Er kannte alle Arten von\nTabulaturen und Notirungen und hatte sich auch mit Ent-\nzifferung der Neumen viel beschäftigt. Die königliche Bi-\nbliothek verdankt ihm viele Uebertragungen alter Werke\nin die heutige Notenschrift. Er war in der musicalischen\nLiteratur des Mittelalters wie Keiner bewandert und durfte\nmit vollem Rechte von sich sagen: „Ich bin wie ein Lexi-\nkon, das man nur aufzuschlagen braucht, um Pag. so und\nso viel das zu finden, was man sucht.\" In der That wird\nsich selten Jemand in musicalisch-historischen Dingen an\nihn gewandt haben, dem er nicht sofort genauen Bescheid\nzu geben wusste; er wurde hierin durch ein erstaunliches\nGedächtniss unterstützt. Sein Liebling war Orlandus\nLassus, zu dessen Biographie er wohl seit fünfzehn Jahren\nMaterial sammelte und um desswillen er erst im verllosse-\nnen Sommer eine Reise nach München machte. Er beab-\nsichtigte, noch Belgien in demselben Sinne zu besuchen\nund dann an die Ausarbeitung des Werkes zu gehen.\nMöchte ein fähiger, gewissenhafter Mann die schätzbare\nSammlung von Nctizen in Dehn's Geiste ergänzen und\neine Arbeit vollenden, die der Verstorbene mit so vielem\nFleisse begonnen!\nDehn hat eine Harmonielehre, auf Klein's Systeme\nfussend, herausgegeben, die nun, da die erste Aullage\nganz vergriffen ist, neu aufgelegt werden muss. Er hat\nMarpurg's Lehre vom Contrapunkt neu bearbeitet, hat\neine Reihe von Jahren die Zeitschrift „Cäcilia\" für Schott\nin Mainz redigirt und dazu selbst viele schätzbare Beiträge\ngeliefert, er hat die Busspsalmen von Lassus herausgege-\nben, eben so eine Menge bis dahin ungedruckter Concerte\nu. s. w. von Bach. Unter seinem Nachlasse finden sich meh-\nrere werthvolle Arbeiten, welche noch erscheinen werden;\ndabei hat er zahlreiche Schüler gebildet, die alle seinen\nUnterricht nicht genug zu loben wissen, unter ihnen Kiel,\nHaupt, Reichel, Dr. Kullak—auch Michael von Glinka—;\ner stand in der Fülle der Kraft und hätte noch Bedeuten-\ndes geleistet da entriss ihn am Morgen des 12. April\nplötzlich ein Schlaganfall den Seinigen, einer tiefbetrübten\nGattin und zwei unmündigen Kindern. Sein Tod erfolgte"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "163", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.3", "texte": "rasch und schmerzlos. Wer den rüstigen, kräftigen Mann\nmit dem feurigen Blicke noch kurz zuvor gesehen, konnte\nein so jähes Ende kaum begreifen. Dehn's gerades, oft\netwas barsches Wesen hatte im Leben Manchen, der ihn\nnicht so zu nehmen wusste, wie er war, abgestossen; an\nseinem Sarge aber versammelte sich die grosse Schar de-\nrer, die seinem Wirken die vollste Anerkennung zollten,\nmit allen Zeichen der wärmsten Theilnahme. Ein grosses\nGeleite von Freunden und Künstlern folgte am Mittage\ndes 15. April der Leiche, die auf dem neuen Sophien-\nKirchhofe vor dem Hamburger-Thore begraben wurde.\nEin Theil des Dom-Chors, dem der Verstorbene in frühe-\nren Jahren kurze Zeit vorgestanden, sang bei der Bestat-\ntung „Es ist bestimmt in Gottes Rath\" von Mendelssohn, so\nwie „Jesus, meine Zuversicht\" und „Wie sie so sanft\nruh'n!\" Dehn ist in vielen Stücken geradezu unersetz-\nlich ; welch ein Schatz von Wissen ward mit ihm in die\nGruft gesenkt!\nIn seinem Nachlasse finden sich unter anderen interes-\nsanten Gegenständen eine der so genannten Kurfürsten-\nBratschen (von denen Stainer für jeden Kurfürsten eine\ngefertigt hatte), ein ausgezeichnetes Instrument mit schöner\nSchnitzerei, vortrefflich erhalten. Ferner ein höchst werth-\nvolles Autograph: Händel's Oratorium passionak, fast ganz\nvon Joh. Seb. Bach's Hand geschrieben (der Schlussist\nvermuthlich von Bach's erster Frau copirt). Welch ein\nwerthvolles Document für die Strebsamkeit des ehrwürdi-\ngen alten Bach, der es nicht verschmähte, eigenhändig sei-\nnes einzigen ebenbürtigen Zeitgenossen Werk zum Studium\nabzuschreiben! Ein Zeugniss für Dehn's eigenen Fleiss\ngeben folgende von ihm selbst höchst sauber und zierlich\ngeschriebene Copieen: Die Partitur der achtundvierzig-\nstimmigen Messe von Ballabene (so klar und deutlich, wie\nder schönste Notendruck). Ferner der ganze Paolucci mit\nden Beispielen, Berardi's Ragimamenti musicali, Gaspa-\nrini's L'Armonico pratico, Bononcini's Praktischer Musicus\nu. a. m.—Diese sehr sorgfältigen Copieen rühren aus der\nZeit her, wo Dehn die Bücher brauchte und doch zu arm\nwar, die seltenen Werke käuflich an sich zu bringen.\nDehn's Exemplare haben demnach für Liebhaber ein dop-\npeltes Interesse: erstens das der Werke selbst, und dann\nden Werth, den ihnen die Handschrift als Zeugniss des\neisernen Fleisses eines bedeutenden Mannes verleiht. Möch-\nten diese Bücher in würdige Hände gelangen!\n\nEin Besuch in Brüssel.\n\n[Requiem von Fdtis Orgel von Merklin-Schiitze\nFerd. Breunung.]\nVor einigen Tagen hatten wir das Vergnügen, einer\nsehr interessanten musicalischen Aufführung in dem Probe-\nsaale der Orgelbau-Anstalt der Herren Merklin und\nSchütze in Brüssel beizuwohnen. Wir hörten daselbst\ndas Requiem von F. J. Fetis, welches der gelehrte und\nruhmreiche Veteran der Kritik und Musikgeschichte in\nFrankreich und Belgien zum Trauer-Gottesdienste für die\nam 5. October 1850 verstorbene Königin von Belgien in\nunglaublich kurzer Zeit componirt hat, da die kirchliche\nTodtenfeier bereits am 14. desselben Monats Statt fand.\nWir haben also in dieser Composition ein Werk augen-\nblicklicher Inspiration vor uns, welches jedoch den Cha-\nrakter seiner Entstehung nur zu seinem Vortheil trägt. Der\nKritiker und Musikgelehrte ist als Componist in einer\nschlimmeren Lage, als jeder andere Musiker. Fetis hat\naber keineswegs zu fürchten, dass man seine Lehren\nund Grundsätze gegen ihn geltend mache; er hat vielmehr\ndurch dieses Werk den ehrenvollen Platz, den er auch als\nComponist seit langer Zeit einnahm, um eine Stufe erhöht.\nEs offenbart sich darin eine immer noch jugendliche Schö-\npfungskraft und ein richtiges und tiefes Gefühl für den\nmusicalischen Ausdruck.\nWas aber das Werk besonders beachtenswerth macht,\nist das reformatorische Streben nach einer neuen Gestal-\ntung der katholischen Kirchenmusik, welches sich in dieser\nMesse geltend macht.\nFetis sieht ein, und unserer Meinung nach mit Grund,\ndass die Compositionen von Palestrina, Lassus u. s. w.,\ntrotzdem, dass sie in ihrem ruhigen und feierlichen Gange\ndas Gepräge des altkatholischen Glaubens tragen, dennoch\neiner Monotonie verfallen, welche nun einmal der Empfin-\ndungsweise der jetzigen Menschheit nicht entspricht. Eben\nso wenig kann der entgegengesetzte Charakter der Kir-\nchenmusik, der im melodischen Elemente schwelgt und\ndas Theatralische in sein Gebiet hat eindringen lassen, be-\nfriedigen. Einen neuen Impuls gab Cherubini der Kirchen-\nmusik. Seine dreistimmige Messe in brach eine neue\nBahn und ist der Ausgangspunkt einer neuen Richtung ge-\nworden, welche seine grosse Messe in D-moll, die Messe\nzur Krönung Karl's X. und seine beiden zu einem\nSystem vervollkommnet haben, dessen Gipfelpunkt in Beet-\nhoven's Missa solemnis in D-dur erscheint.\nSo bewundernswert!! nun auch die Schöpfungen die-\nser Gattung sind, so lässt sich doch nicht verhehlen, dass\neinerseits der dramatische Charakter, der in ihnen vor-\nherrscht, andererseits der unendliche Reichthum an Zeich-\nnung und Entwicklung der Details, besonders im instru\""}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "164", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.4", "texte": "mentalen Theile, das religiöse Gefühl durch Eindrücke\nanderer Art in den Hintergrund drängen, so dass die\nWerke dieser Art zwar in künstlerischer Beziehung Be-\nwunderung erregen, aber von der Menge, die Erbauung\nsucht, niemals werden begriffen werden. Nun ist es aber\ndas Volk, welches die Kirchen füllt; volksgemäss wird aber\ndie Musik jener Richtung nie werden.\nEs kommt darauf an, das natürliche Gefühl des\nMenschen durch die Kirchenmusik zu erregen; dieses aber\ndurch dramatische Leidenschaften erreichen zu wollen, ist\neben so unangemessen als erfolglos. Der Zweck dürfte\ndurch eine Vereinigung des ernsten Stils mit den melodiö-\nsen und harmonischen Elementen der modernen Musik zu\nerzielen sein, während Klarheit und Einfachheit der Ideen\ndas leitende Princip bilden miissten. Melodie, Ausdruck\ndes Wortsinnes und richtige Betonung würden wesentliche\nBedingungen sein; und warum sollten sich diese nicht mit\nden Combinationen der verschiedenen Klangfarben, mit\nUeichthum an Modulation, harmonischer Fülle und Neu-\nheit, ja, selbst mit contrapunktischen Formen vereinigen\nlassen, wofern nur überall die Wirkung auf das Gefühl\ndie Hauptsache bliebe?\nNach der Entwicklung dieser Ideen in mündlicher\nUnterhaltung sprach Fetis seine Ueberzeugung dahin aus,\ndass die Kirchenmusik vor Allem volksgemäss (populär im\nedleren Sinne) und ausdrucks- oder empfindungsvoll sein\nmüsse, dass er diese Ansichten und Gedanken schon seit\nvierzig Jahren hege und auch schon vor Jahren in einer\nfünfstimmigen Messe, welche nicht in die Oeffentlichkeit\ngekommen ist, praktisch angewandt, und dass er unter\ndem Eindruck derselben dieses Requiem geschrieben habe,\ndessen Vollendung in so kurzer Zeit von kaum zehn Ta-\ngen ihm unmöglich gewesen sein würde, wenn er sich\nnicht schon so lange Zeit mit jenen leitenden Ideen getra-\ngen und die Principien, nach denen es gearbeitet sei, lange\ndurchdacht und ganz und gar in geistiges Eigenthum ver-\nwandelt hätte.\nEs entsteht nun die Frage, in wie weit es Fetis ge-\nlungen sei, diese Grundsätze in einer Composition für die\nKirche zu verwirklichen. Der ästhetische Standpunkt, von\nwelchem aus wir die Frage beantworten müssen, ist uns\nallerdings gegeben; allein er scheint nicht erschöpfend zu\nsein. Um dem Componisten Gerechtigkeit widerfahren zu\nlassen, müssen wir auch noch den nationalen hinzufügen.\nVon jenem, vom allgemeinen Standpunkte der Kunst, allein\naus können wir die Frage nur theilweise bejahen; vermö-\ngen wir uns aber auch auf den besonderen, den nationa-\nlen, zugleich mit zu stellen, so dürfte das Urtheil mehr zu\nseinen Gunsten ausfallen. Wer die Zustände der Kirchen-\nmusik in Frankreich und Belgien kennt, an deren Verbes-\nserung und Veredlung auch der berühmte Autor dieser\nMesse seit Jahren arbeitet, diesen Bestrebungen und Mühen\neinen grossen Theil seines Lebens geweiht, um nicht zu\nsagen: geopfert, hat, denn die Resultate fangen erst an zu\nkeimen, der wird allerdings in dem vorliegenden Werke\neinen rühmenswerthen und nach dem Eindrucke, den die\nAufführung beim Trauer-Gottesdienste und auch bei der\nneulichen Wiederholung gemacht hat, auch wahrschein-\nlich erfolgreichen Schritt zur Vermittlung zwischen zwei\nfeindseligen Elementen anerkennen, zwischen dem ernsten\nund würdigen Stil der geistlichen Musik und den musica-\nlischen Excessen, welche in den meisten Kirchen der ge-\nnannten Länder auf der Orgel, im Gesänge und in der\nInstrumentalmusik mit Blas-Instrumenten den Serpent\nan der Spitze getrieben werden. Um solcherlei Unfug\naus der Kirche zu verbannen, der die Religion und die\nKunst entwürdigt, dazu werden allerdings Compositionen,\nwelche den von Fetis eingeschlagenen Weg verfolgen, viel\nbeitragen können. Dieses wird um so mehr der Fall sein,\nwenn sie auch den oben aufgestellten Grundsätzen in Hin-\nsicht auf die ästhetischen Forderungen der Kritik in dem\nMaasse entsprechen, wie viele Sätze des von Fe-\ntis es thun, zu denen wir namentlich den das\nOro supplex, das Offertorium und ganz besonders das\nAgnus Deiund die Communionrechnen nicht\naeternam, wie in allen Stimmen der Partitur wiederholt\nfalsch gedruckt ist). Diese beiden letzten Sätze sind sehr\noriginel, dabei höchst einfach und von grosser Wirkung.\nAuch das Sanctus und Hosianna sind sehr wirksam, ob-\nschon die Auffassung des ersteren ganz von der bisher ge-\nwöhnlichen abweicht, indem der Componist nicht sowohl\ndas Mysterium der Heiligkeit Gottes, als dessen Glorifi-\ncation ausgedrückt hat.\nGesetzt ist das Requiem (Us-dur) in der Vocal-Partie für\nvierstimmigen Chor, Solo-Tenor und Solo-Quartett von So-\npran, Alt, Tenor und Bass. Die Ausführung ist nicht\nschwierig, weder in den Chor- noch in den Solostimmen,\nweil sie sangbar geschrieben sind; nur erfordern von letz-\nteren der Sopran und der Tenor eine leichte Intonation\nin der Höhe. Die Instrumental-Begleitung ist ebenfalls\neigentümlich. Sie ist nämlich der Orgel, 2 Violoncellen\nund Contrabass, dem Saxhorn in B, welchem auch län-\ngere Solostellen gegeben sind, 6 Ventilhörnern, 4 Ventil-\ntrompeten, 3 Posaunen, Bass-Tuba, Bombardon (oder\nContrabass-Saxhorn) und Pauken anvertraut. Es lässt sich\nnicht läugnen, dass namentlich die Blech-Instrumente, die\nmit vieler Einsicht behandelt sind, an vielen Stellen, beson-\nders auch an den sanfteren, einen schönen Effect machen.\nDie Orgel dürfte dagegen etwas voller und reicher be-\nhandelt sein."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "165", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.5", "texte": "Die Gelegenheit zur Aufführung des in vo-\nriger Woche bot die Vollendung einer neuen Orgel in\nder berühmten Werkstatt der Herren Merk 1 in-Schütze\n& Comp, in Brüssel dar. Da die Orgel-Begleitung bei\ndieser Messe wesentlich ist, so war das neue Instrument in\ndem grossen, kirchenähnlichen Saale der genannten Fabrik\naufgestellt, und die Aufführung fand daselbst vor einem\neingeladenen Auditorium aus den ersten Classen der Ge-\nsellschaft, aus der Geistlichkeit und aus der Künstlerschaft\nStatt. Erfreulich war es, dass auch zwei Minister des Kö-\nnigs die Versammlung mit ihrer Gegenwart beehrten.\nHerr Merklin, dessen ausserordentliche Verdienste um\nden Orgelbau ihn in Belgien, Frankreich und Spanien be-\nrühmt gemacht haben und auch durch die Verleihungen\nvon Ordens-Decorationen des Königs der Belgier und der\nKönigin von Spanien anerkannt worden sind, hat uns durch\ndie Orgel, welche bei der besprochenen Aufführung zum\nersten Male gebraucht wurde und für eine Klosterkirche\nin Namur bestimmt ist, von Neuem bewiesen, zu welcher\nVollkommenheit er es in seinem Fache gebracht hat. Die\nneue Orgel ist nur sechszehnfüssig und enthält nicht mehr\nals sechszehn Stimmen mit zwei Manualen und freiem Pe-\ndal, dreifachen Koppeln und vier Combinations-Pedalen,\nvermöge deren man verschiedene combinirte Begister aus\nden drei Claviaturen (Hauptmanual, Positiv und Pedal) zu-\nsammen erklingen lassen oder absperren kann. Dieses kleine\nWerk entwickelt aber eine Kraft und Fülle des Tones, die\nseinen Maass-Verhältnissen nach so lange unglaublich ist,\nbis man sich mit Staunen davon selbst überzeugt. Es ist\nin seiner Art ein Meisterstück. Seitdem wir die Orgeln von\nMerklin-Schütze im letzten und vorletzten Jahre gehört,\nunter anderen auch das kolossale Werk für die Kathedrale\nin Murcia, von welchem auch in diesen Blättern ausführ-\nlich gesprochen worden ist, haben wir jetzt bei diesem\nneuen Werke wiederum bedeutende Vervollkommnungen\nbemerkt. Herr Merklin scheint durch seine fortwährenden\nForschungen und Versuche das Geheimniss der Luftströ-\nmung und des Winddruckes dermaassen ergründet zu ha-\nben, dass er die quantitative Erzeugung und Anwendung\nund die intensive Stärke desselben völlig in der Gewalt hat\nund sie dem Spieler zu leichter Beherrschung überliefert.\nDazu kommt eine überaus genau und kunstvoll gearbeitete\nMechanik, durch welche sich diese Orgel, selbst ohne An-\nwendung des pneumatischen Hebels, so leicht spielt wie\nein Flügel; von Geräusch ist dabei auch in der nächsten\nNähe nicht das Geringste zu bemerken. Neben dem mäch-\ntigen Klange des vollen Werkes zeichnen sich die sanfte-\nren Stimmen durch jene Weiche und Fülle des Tones aus,\nwelche neben der Mannigfaltigkeit ihrer Klangfarbe die\nOrgeln von Cavailie-Col und von Merklin zu schönen Con-\ncert-Instrumenten machen. Wir freuen uns um so mehr,\ndem wahrhaft künstlerischen Streben des letzteren, das\nschon so grosse Resultate erreicht hat, laute Anerkennung\nzu zollen, als Herr Merklin ein Deutscher ist, aus dem\nGrossherzogthum Baden, und seinen Stolz darein setzt,\nder Heimat der Tonkunst anzugehören.\nNach der Aufführung des Requiem liess Herr Dubois\nvon Brüssel, ein junger Musiker, dem das Licht der Augen\nversagt ist, die verschiedenen Combinalionen, namentlich\nder sanfteren Stimmen, hören. Zum Schlüsse trug Herr\nFerdinand Breunung, Lehrer an derßheinischen Mu-\nsikschule zu Köln, eine grosse Fuge und eine Toccata von\nJ. S. Bach vor. Unter seinen Händen und Füssen, müs-\nsen wir hinzusetzen—offenbarte sich vollends erst die Ton-\ngewalt der Orgel in ihrem ganzen Glänze. Herrn Breu-\nnung's Spiel erregte Aufsehen und überraschte auch uns,\nda wir ihn wohl als vortrefflichen Pianisten, nicht aber\nals Orgelspieler kannten. Eine solche Meisterschaft im ge-\nbundenen Spiel, vereinigt mit einer Fertigkeit und Sicher-\nheit auf dem Pedale, die in Erstaunen setzen, haben wir\nlange nicht gehört. Es ist zu bedauern, dass es in Köln\nbis jetzt an einem Instrumente fehlt, auf welchem ein sol-\nches Orgelspiel den gehörigen Eindruck machen könnte.\nDas wird zwar ausserhalb der Mauern des reichen Köln\nunglaublich klingen, ist aber darum doch leider nicht we-\nNiger wahr.\n\nL. Bischoff.\n\nZusätze zu der Namensliste der Violinisten in\nNr. 15 d. Bl.\n*)•\nHeinrich Yieuxtemps, geb. 20. Februar 1820 zu\nVerviers.\nHeinrich Wieniawski, geb. 10. Juli 1835 zu Lublin.\nCamillo Sivori, geb. 6. Juni 1817 zu Genua.\nJoseph Joachim, geb. 15. Juli 1831 zu Kjtse bei\nPressburg. *\nAppollinar von Kontski, geb. 23. October 1825 zu\nWarschau.\n*Jean Joseph Pott, geb. 9. März 1826 zu Kassel.\nBernhard Molique, geb. 7. Oct. 1803 zu Nürnberg.\n'Therese Milanollo, geb. 28. August 1827 zu Sa-\nvigliano bei Turin, seit dem 16. April 1857 verhei-\nrathet mit dem Capitän im Ingenieur-Corps Herrn\n\n*) Zu dem an bemerkter Stelle gedruckten Artikel sendet uns\nHerr Karl Bansi nachfolgende, theils berichtigende, theils\nvervollständigende Notizen. Die mit einem * bezeichneten An-\ngaben hat der Herr Einsender von den Künstlern direct erhal-\nten, sie sind also authentisch, welches wir desshalb beson-\nders bemerken, weil über die Namen Pott, Spohr, Kalliwoda\nund Milanollo in verschiedenen Werken die Angaben unrichtig\nBind, Die Red action.'"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "166", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.6", "texte": "Theodor Parmentier. (Karl Joseph Theodor Parmentier\nist geboren am 14. März 1821 zu Barr bei Strass-\nburg, war von 1840 —42 Zögling der polytechnischen\nSchule in Paris, dannOfficier im Ingenieur-Corps, seit\n1847 Capitän. Als Adjutant des Generals Niel machte\ner die Feldzüge nach Bomarsund und nach der Krim\nmit. 1854 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion er-\nnannt, erhielt 1856 den Medschidie-Orden, trägt auch\ndie englische Baltic- und Krim-Medaille. Von ihm sind\nmehrere Werke über Kriegswissenschaft, Broschüren\nüber Musik u. s. w\\, so wie in verschiedenen Zeit-\nschriften Aufsätze über Musik, deutsche Dichtungen\nu. s. w. erschienen. Auch mehrere Compositionen für\nPiano, Orgel u. s. w. sind von ihm herausgegeben.\nGf. Nr. 29 d. Ztg., 111. Jahrg., 1855, S. 230.)\nHubert Leonard, geb. 7. April 1818 zu Bellaire (Pro-\nvinz Lüttich).\n'Delphin Alard, geb. 8. März 1815 zu Bayonne.\nProsper Sainton, geb. 5. Juni 1813 zu Toulouse.\nTheodor Haumann, geb. 3. Juli 1808 zu Gent.\n'Ferdinand Laub, geb. 19. Januar 1832 zu Prag.\n'Edmund Singer, geb. 14. October 1830 zu Tottier\n(einem grällich Esterhazy'schen Gute in Ungarn).\nPaul Jullien, geb. 12. Februar 1841.\nFerdinand David, geb. 19. Januar 1810 zu Hamburg.\nKarl Müller, geb. 11. Nov. 1797 zu Braunschweig.\nOle Bornemann Bull, geb. 5. Februar 1810 zu Ber-\ngen (Norwegen).\n'Aug. Pott, geb.7.Nov. 1806 zu Nordheim a. d. Ruhme.\n'Karl Dancia, geb. 19. December 1819 zu Bagneres-\nde-Bigorre {llautes Pyreneesin Frankreich).\nFranz Schubert, geb. 22. Juli 1808 zu Dresden.\n'Dr. Louis Spohr, geb. 5. April 1784 zu Braunschweig.\nKarl Lipinski, geb. im Nov. 1790 zu Rascin (Polen).\nJose ph M ayseder, geb. 26. October 1189 zu Wien.\nKarl de Beriot, geb. 20wFebruar 1802 zu Löwen.\nLouis Maurer, geb. 8. Februar 1789 zu Potsdam.\n'Job. Wenz. Kai Ii wo da, geb. 21. Februar 1801 zu\nl'rag (lebt seit vier Jahren in Karlsruhe).\n\nAus Crefeld.\nJ.\nIm Mai 1858.\nWenn im vorigen Jahre über das musicalische Treiben unserer\n»Stadt nichts in Ihrem Blatte erschienen ist, so können wir es doch\njetzt nicht unterlassen, Ihnen Einiges über die vergangene Saison\nmitzutheilen, was uns um so mehr Vergnügen gewährt, als nur An-\ngenehmes darüber zu berichten ist. Trotz der sorgenvollen, drücken-\nden Zeit, welche unsere Stadt in besonderem Maasse berührte, hat\nCrefeld sein bedeutendes Interesse für Kunst vielfach bewährt, und\nsämmtliche Statt gehabte Concerte waren von dem musicalischen\nTheile unserer Bevölkerung stark besucht. Im Ganzen fanden im\nLaufe des Winters sechs Concerte Statt (vier Abonnements-Concerte,\nein Benefiz-Concert für das Orchester und ein Concert der Lieder-\ntafel), In zwei Abonnements-Concerten wurden Paulus und Samson\naufgeführt, die übrigen waren gemischten Inhalts, und müssen wir\ngestehen, dass die Fortschritte, welche sowohl Chor als Orchester in\nden letzten Jahren gemacht haben, wahrhaft überraschend waren,\nwas wir der kräftigen und umsichtigen Leitung des Herrn Musik-\nDirectors Wolff zu danken haben, der durch unausgesetzte Bemü-\nhungen es endlich dahin gebracht hat, die Leistungen dieser Stadt\nmit denen anderer bedeutender musicalischer Städte des Rheinlandes\nauf gleiche Höhe zu bringen. Ohne auf Einzelnes eingehen zu\nwollen, heben wir nur hervor, dass ausser den oben genannten Ora-\ntorien die bedeutendsten Orchesterwerke von Mozart, Gade, Schu-\nmann, Beethoven (unter Anderem auch die Leonoren-Ouverture in C)\nsehr gut ausgeführt wurden. Den würdigen Schluss der Saison bil-\ndete Samson, worin der Chor, eben so wie im Paulus, durch Prä.\ncision und Energie sich ganz besonders auszeichnete. Wohl Mancher\nwird diese Aufführungen noch lange in der Erinnerung behalten, und\nkönnen wir nicht umhin, dem Dirigenten, Herrn Musik-Director\nWolff, dessen unermületer Thätigkeit diese Genüsse zuzuschreiben\nsind, unseren herzlichsten Dank auszusprechen.\nSchliesslich erwähnen wir noch des kürzlich Statt gehabten Con-\ncertes der Liedertafel, obgleich dasselbe den Erwartungen, die das\nPublicum hegte, nicht ganz entsprochen hat, da neben einer gewis-\nsen Langweiligkeit des Programms die Liedertafel nicht mit jener\nSicherheit und Exactitude sang, die man in Hinsicht auf die so\nzahlreichen Zusammenkünfte vorauszusetzen berechtigt war. Hoffent-\nlich wird der Director der Liedertafel, Herr Wilhelm, sich nicht\ndurch die Lobhudeleien der hiesigen Blätter verleiten lassen, in sei-\nnem Streben nach möglichster Vervollkommnung zu erschlaffen, so\ndass wir im nächsten Jahre im Stande sein werden, auch über die\nLeistungen dieses Vereins Erfreuliches zu melden.\n\nAus Meiningen.\nEnde April 1858.\nUnsere Theater- und Concert-Saison ist nun beendigt, und kön-\nnen wir so manchem Guten, welches hauptsächlich auf dem Felde\nder Concertmusik hervorgebracht wurde, unsere Anerkennung nicht\nversagen. Vor Allen gebührt unserem Hof-Capellmeister Herrn Jean\nBott, der ja auch in ganz Deutschland als gediegener Künstler an-\nerkannt wird, ein Haupt verdienst, indem er sich der Hebung der\nhiesigen musicalischen Angelegenheiten mit grossem Eifer hingab.\nLebhaft unterstützt wurde der junge, bescheidene Künstler durch\nden Intendanten der Hofcapelle, der ein gediegener Musikkenner\nseinem Amte mit grosser Liebe zur Sache obliegt. Den Mittel-\npunkt des musicalischen Lebens bildeten die erst wieder neu errich-\nteten Abonnements-Concertc der Hofcapelle, wo uns unter Anderem\ndie C-moll-Sinfonie von Beethoven, A-diir von Mendelssohn, Ouver-\ntüren zu Tannhäuser, Euryanthe, Leonore u. s. w. in wirklich gros-\nser Vollendung zu Gehör gebracht wurden. Capellmeister Bott ist\nein ganz bedeutender Dirigent, sowohl in technischer Hinsicht als in\nseiner Auffassung. So war es denn auch kein Wunder, dass unser©"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "167", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.7", "texte": "Concerte schon in kurzer Zeit eine gewisse Berühmtheit in Thürin-\ngen bekommen haben und sich zu denselben intimer viele Fremde\neinfanden. Mit „Erlkönigs Tochter\" von Gade trat in dem letzten\nAbonnements-Concerte der ebenfalls neu errichtete Gesang-Verein,\nder über hundert Mitglieder zählt, hervor und lös'te seine Aufgabe\nzu grosser Zufriedenheit. Von Solisten war es hauptsächlich Herr\nCapellmeister Bott, welcher uns in mehreren Concerten durch sein\nmeisterhaftes und wirklich ergreifendes Violinspiel entzückte. Auch\nHerr Kammermusicus Wilhelm Müller erfreute uns durch einige\nVorträge auf dem Violoncell. Ausserdem fand das Concert für vier\nViolinen von Maurer, vorgetragen von Herrn Capellmeister Bott,\nKammermusicus Karl Müller und den Herren Grebe und Bräutigam,\ngrosse Anerkennung. Die Damen Viola und Marquardt und die Her-\nren Viola und Tanner sangen recht gut gewählte Arien. Die grösste\nAnerkennung fand aber die Aufführung des Elias am 8. April in\nder Schlosskirche. Die sämmtlichen hiesigen Gesang-Vereine und\nunsere Hofcapelle, die aus 46 Musikern besteht und zu diesem\nZwecke noch durch auswärtige Kräfte verstärkt wurde, wirkten un-\nter der anregenden Leitung Bott's mit einem solchen Eifer, dass das\nherrliche Tonwerk Mendelssohn's einen tiefen Eindruck auf alle Zu-\nhörer hervorbrachte.\nWas nun unsere Oper anlangt, so hätten die Kräfte, namentlich\ndie des Chors, etwas besser sein können; aber der Einfluss Bott's\nmachte sieb auch hier geltend, indem er Opern wie „Die Jüdin\",\n„Stumme\", „Don Juan\", „Freischütz\" recht gut zur Aufführung\nbrachte Bott wird uns in diesen Tagen bis zum Herbste verlassen,\num einer Einladung der Direction der philharmonischen Concerte in\nLondon zum Solospiel Folge zu leisten. Wir sind dem Herrn Capell-\nIntendanten, so wie unserem Meister Bott für so viele musicalische\nGenüsse grossen Dank schuldig, welchen wir aber zugleich auch\nden Mitgliedern der Hofcapelle für den Eifer, mit dem sie ihren Di-\nrigenten ebenfalls unterstützten, so wie den gesanglichen Kräften\nhiermit darbringen.\n\nSechste Uebersicht der Deutschen Tonhalle\nin Mannheim. 1857.\nDie Zahl der Vereins-Mitglieder hat sich seit 1855 von etwa 400\nauf nahezu 600 erhöht. Se. Majestät König Ludwig von Baiern und\nIhre Grossherzoglichen Hoheiten die Herren Markgrafen Wilhelm\nund Maximilian von Baden haben gnädigst geruht, ihre hohe Gunst\ndem Vereine durch huldreiche Geschenke an seine Casse zuzuwen-\nden. Herr Karl Friedrich Benecke, Kaufmann in London, liess uns\n180 Gulden zum Zwecke eines Preis-Ausschreibens zugehen, und\nHerr Compositeur Ernst Pauer daselbst hat, abgesehen von seinem\nWirken für den Verein, der Casse desselben auf die nächste Zeit\nden Erlös zweier Concerte zugesichert.\nDurch diese und andere höchst dankenswerthe Geschenke an die\nVereins-Casse, so wie durch die fortgesetzte Theilnahme der verehr-\nten V ereins-Mitglieder und deren grossentheils höhere als die satzungs-\nmässigen Beiträge wurde es möglich, dass der Verein eine grössere\nRegsamkeit entwickeln und eine bedeutendere Wirksamkeit erreichen\nkonnte.\nDas VII. Preis-Ausschreiben: Symphonie für vollständiges Or-\nchester, Latte den Erfolg, dass von den 39 eingekommenen Bewer-\nBungen die des Herrn Musik-Directors 11. Neumann in Heiligen-\nstadt den Preis (200 Gulden) erhielt. Besonders belobt wurden die\nWerke der Herren F. W. Markuli in Danzig, Rieh. Würst in Han-\nnover, K. J. Bischoff in Frankfurt a. M., Emil Büchner in Leipzig,\nErnst Pauer in London und „Anonym\"; belobt wurden die Werke\nder Herren Joh. Herbeck in Wien, Pius Richter daselbst, Eduard\nKunz in Worms, K. A. Zwicker und Fried. Lux in Mainz. •\nSeitdem wurden folgende Preis-Aufgaben ausgeschrieben und hie-\ndurch die dabei bemerkten Erfolge erreicht:\nVIII. im Lenzmonat 1855: 12 Ducaten für Composition des Ge-\ndichtes „Gott, Vaterland, Liebe\" (von ?) für den Männergesang. Der\nPreis wurde von den Herren Preisrichtern keiner der 40 Bewerbun-\ngen um denselben, der aber des Herrn Musik-Directors L. Liebe in\nStrassburg besondere Belobung zuerkannt.\nIX. im Christmonat 1855: 18 Ducaten für gleiche Composition\ndes „Schiller-Festgesang\" von K. Beil, deren 7 eingeschickt waren,\nvon denen die des Herrn V. E. Becker, Directors des Sängerkranzes\nin Würzburg, den Preis zuerkannt erhielt, und besonders belobt wur-\nden die Werke der Herren Emil Büchner (VII. oben), Ludwig Stark\nin München und A F. Leder in Marienwerder.\nX. an Ostern 1856: 250 Gulden für Orchestermusik (Ouvertüre,\nZwischenacte u. s. w.) zur „Jungfrau von Orleans\" von Schiller.\nVon den vorgelegenen 22 Bewerbungen wurde der des Herrn Hof-\nMusik-Directors L. Hetsch hier der Preis zuerkannt. Besondere Be-\nlobung erhielten Herr Max Eberwein in Rudolstadt und Hof-Musik-\nDirector Herr C. A. Mangold in Darmstadt. Das Werk des Herrn\nV. E. Becker (IX. oben) wurde belobt.\nXI. Im Brachmonat desselben Jahres setzte der Verein einen\nPreis von 200 Gulden für den Text zu einer Operette in Einem Auf-\nzuge aus, worauf 39 Texte einkamen, von welchen der des Herrn\nDr. H. T. Schmid in München, „Der Liebesring\", den Preis, und\nder des Herrn Friedr. Lichterfeld in Berlin, „Der Seeräuber\", beson-\ndere Belobung zuerkannt erhielten. Belobt wurden : „Cambaspe\" von\n„Nichtgenannt\"; „Das Schloss am Rhein\" von Herrn Ernst Pasque\nin Weimar; „Quintin Messis\" von den Herren R. Knauer in Gotha\nund T. Buddeus in Waltershausen, sodann „Fröhlich Pfalz, Gott er-\nhalt's\" von F. Albert hier, pseudonym.\nXII. im Hornung 1857 : Den Preis von 15 Ducaten für eine zwei-\nhändige Clavier-Sonate, deren 50 einkamen, welche noch in der Be-\nurtheilung liegen\nXIII. im Ostermonat eben genannten Jahres den Preis von 20\nDucaten für eine vierhändige Orgel-Sonate. Von den auf dieses Aus-\nschreiben eingekommenen 13 Werken wurde der Preis dem des Herrn\nGustav Merkel in Dresden zuerkannt; besonders belobt wurde\ndas, dessen Verfasser nicht genannt sein wollte, eins eines Unge-\nnannten, sodann die der Herren Eduard Guth hier, A. Helfer in Gera\nund Dr. W. Volckmar in Homberg; belobt wurde das Werk des\nHerrn Friedr. Lux in Mainz.\nXIV. einen Preis von 180 Gulden für ein Nonett für Flöte, Oboe,\nClarinette, IJorn, Fagott, Violine, Altviole, Violoncell und Contra-\nbass, im Heumonat 1857 ; endlich\nXV. am 8. Weinmonat darauf einen Preis von 8 Ducaten für die\nComposition des „Preisgesang\" von Garve für den vierstimmigen\nMännergesang.\nDie satzungsmässig erwählten Herren Preisrichter waren die\nHerren: General-Musik-Director Dr. Spohr in Kassel; Hof-Capell-\n/"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "168", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580522-01.1.8", "texte": "Meister Vinc. Lachner hier; Capellmeister Ferdinand Hiller in Köln;\nHof-Musik-Director Mangold in Darmstadt; Hof-Capellmeister Lind-\npaintner in Stuttgart; Capellmeister Ignaz Lachner in Hamburg;\nHcf-CapelJmeister Straus in Karlsruhe; Hof-Musik-Director Hetsch\nhier; Hof-Capellmeister Taubert in Berlin; General-Musik-Director\nF. Lachner in München; Professor Dr. Faisst in Stuttgart.\nAm Ende des Jahres 1854 waren 177 musicalische Werke ver-\nschiedener Gattungen durch die Tonhalle hervorgerufen; jetzt 387.\nVon diesen Werken erhielten 10 die ausgesetzt gewesenen Preise\nund 59 preisrichterliche Belobungen. Zwei dieser Preise wurden nicht\nzuerkannt, nämlich der sechste und achte.\nDie Vereins-Casse hat Ende 1857 einen Vorrath von 632 Fl.\n24 Kr.\nWir zweifeln nicht, dass in diesem Jahre, wie im abgelaufenen,\ngeehrte Künstler, Vereine und Kunstfreunde, welche der deutschen\nTonhalle noch nicht angehören, und welche wir hiermit zur Theil-\nnahme freundlichst einladen, derselben beitreten werden.\nMannheim, Februar 1858.\nDer Vorstand.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nüoln. Die Hauptproben zum Musikfeste sind in vollem Gange\nVon der Grossartigkeit der Anstalten dazu kann man sich aus fol-\ngenden Raum- und Zahlen-Verhältnissen eine Vorstellung machen.\nDie Orchesterbühne nimmt die ganze Breite des Gürzenichsaales von\n72 Fuss und mehr als ein Drittel der Länge desselben von 170\nFuss ein, indem sie 60 Fuss tief ist und dabei bis zu einer Höhe\nvon 15 —l6 Fuss stufenweise emporsteigt. Der Effectivbestand der\nMitwirkenden zählt 168 Sopranistinnen, 118 Altistinnen, 85 Tenöre\nund 148 Bässe; das Orchester 148 Instrumentalisten also einen\nChor von 286 Frauen- und 233 Männerstimmen, zusammen 519\nmit den Instrumentalisten 667 Personen.\nMassel« In Stelle des in Ruhestand versetzten General-Musik-\nDirectors Spohr ist Karl Reiss zum wirklichen Hof-Capellmeister\nernannt. Reiss ist 1829 zu Frankfurt am Main geboren, bildete sich\nin Frankfurt unter Ferd. Kessler und in Leipzig bei Hauptmann,\neröffnete seine Dirigenten-Laufbahn sehr früh an den Stadttheatern\nzu Würzburg und Mainz. In letzter Stadt, wo er auch die Lieder-\ntafel und den Damengesang-Verekndirigirte, trat er mit einem grös-\nseren Werke, der romantischen Oper „Otto der Schütz\", in die\nOeffentlichkeit. 1856 erhielt er den Ruf an die Hofbühne zu Kassel.\n** Amsterdam. Am 12. Mai wurde in einem grossen Con-\ncerfce hierselbst die Musik zu Vondel's Trauerspiel „Lucifer\" von\nJ. A. van Eyken unter Direction des Componisten mit ausseror-\ndentlichem Erfolg aufgeführt. Den Schluss des Concerts machte F.\nHill er's „Lorelei'4 mit entschiedenem Success; die Sopran-Partie\nsang Fräulein Froschart sehr brav*"}]}