{"numero_id": "bm-bmtnabi-1858-05-29-01", "volume": "bmtnabi_1858-05-29_01", "ocr_sha256": "679bb59d5ef80f50bae1978a4388efdfa09a9047418b229968c74fa62a2057e4", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1858/05/29_01/bmtnabi_1858-05-29_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-29-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-29_01#c001", "volume": "bmtnabi_1858-05-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "169", "page_fin": "169", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "169", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 361, "texte": "Inhalt.\nGeorg V., König von Hannover. Deutscher Text zu Samson, Oratorium von Händel. Mozart's Cosi fan lulle 111\nStuttgart. Yon S. M. Der Cäeilien-Verein in Frankfurt am Main (Rückblick auf die Leistungen dieses Vereins während der letzten Sai-\nson). Von —nn. Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln, Das 36. niederrheinische Musikfest Preis-Ertheilung in Berlin)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-29-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-29_01#c002", "volume": "bmtnabi_1858-05-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "169", "page_fin": "170", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.2.2", "titre_corps": "Georg V., König von Hannover.", "titre_sommaire": "Georg V., König von Hannover.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "169", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.1", "debut_caractere": 363, "fin_caractere_exclue": 4273, "texte": "Georg V., König von Hannover.\nDieser kunstsinnige und kunstverständige Fürst wurde\nam 33* Mai 1819 in Berlin geboren. Schon mit dem\nersten Erwachen seines geistigen Lebens gab sich bei\nihm die grösste Liebe zur Musik kund, und da bei die-\nser Liebe auch sein Talent für Musik sehr früh sich\nzeigte, so erhielt er bereits mit dem Beginn des siebenten\nJahres den ersten Unterricht bei August Bargiel (geb. den\n1. November 1783 zu Banerwitz bei Ratibor, gest. den\n4. Februar 1841 zu Berlin). Als der Herzog von Cumber-\nland, Vater des Königs, im Jahre 1829 nach England\nging, wurde Dülken (Vater der beiden bekannten Künst-\nlerinnen Sophie und Isabelle) als Lehrer angestellt, der den\njungen Prinzen mit seiner tüchtigen Unterrichts-Methode im\nClavierspiel rasch vorwärts brachte und auch einen guten\nGrund zum späteren Verständniss der Theorie der Musik\nin ihm legte. Bevor er im Jahre 1833 England wieder\nverliess, veröffentlichte er, damals in seinem vierzehnten\nJahre, sein Erstlingswerk: „Phantasie über eine Stelle aus\nW. Scott's Roman Woodstock\", das er, ohne eigentlichen\nCompositions-Unterricht genossen zu haben und ohne alle\nBeihülfe, rasch componirte, um es als eine Gabe zu dem\nzu jener Zeit in London von der vornehmen Welt veran-\nstalteten grossen Bazar zum Besten armer Ausländer ein-\nzusenden. Nach der Rückkunft der herzoglichen Familie\nnach Berlin übernahm es Wenzel Hauck, ein trefflicher Cla-\nvierspieler, Schützling des berühmten Fürsten Anton Rad-\nziwill, den Prinzen zu unterrichten, der jetzt besonders\neifrig die Kunst zu betreiben begann, als der Himmel viel-\nfache Augenleiden über ihn verhängte, wobei ihm die\nMusik die trostreichste und unterhaltendste Gefährtin\nwar. Wenzel Hauck, geboren am 28. Februar 1801\nin Schlesien, starb plötzlich am 29. November 1834 in\nder Blüthe seiner Jahre. Der Prinz, welcher diesen Ver-\nlust sehr beklagte, wählte Karl Greulich zu seinem Men-\ntor. Diesem ausgezeichneten und talentvollen Componisten\nund Clavierspieler verdankte der Prinz vor Allem seine\nimmer höher steigende Liebe zur Musik, sein vielseitiges,\nfeines Kunstvcrständniss und seinen Kunstgeschmack.\nGreulich machte in rastlosem Eifer den fürstlichen em-\nporstrebenden Zögling mit allen classischen Meistern, über-\nhaupt mit allem, was schön und gross in der Kunst ist,\nbekannt, lehrte ihn gründlich Theorie und Aesthetik der\nMusik, und ermüdete nicht, sein Clavierspiel zu fördern.\nDer Prinz war dem treuen Lehrer so ergeben und liebte\nihn so sehr, dass er bei dessen frühzeitigem Tode im Jahre\n1837 aus Trauer über den Verlust Anfangs gar keine\nMusik treiben mochte, namentlich das Ciavierspielen ver-\nnachlässigte. Indessen genoss er doch in diesem Jahre, bevor\ner Berlin verliess, um dem hochseligen Könige Ernst Au-\ngust I. bei dessen Thronbesteigung nach Hannover zu fol-\ngen, noch eine kurze Zeit den Unterricht des damals in\nBerlin lebenden Fr. Kücken, jetzigen Hof-Capellmeisters\nzu Stuttgart. In Hannover erwachte die Kunstliebe und\nKunstthätigkeit des Prinzen wieder in völliger Frische, und\nzum Lehrer im Clavierspiel und in der Composition wurde\nder noch jetzt als Hofpianist fungirende Eduard Wenzel\ngewählt. Dieser wohlunterrichtete Musiker, welcher am\n28. Juli 1805 zu Wunstorf geboren ist, leitete eifrig\nalle die früher begonnenen Studien des Königs weiter,\nnamentlich auch in den Grundsätzen der Composition, die\nimmer mehr eine Lieblingsthätigkeit des Fürsten wurde,\ndie er mit grossem Ernste trieb. Er componirte und edirte\nin der ersten Zeit seiner Studien hauptsächlich Sachen für\nCiavier, schrieb überhaupt sehr viel, um sich fleissig in\nder Form zu üben. In seinem achtzehnten Jahre trat bei\nihm vorwaltend die Neigung zur Gesang-Composition\nhervor, und er schuf nun eine grosse Reihe ein- und\nmehrstimmiger Gesangwerke, von denen viele herausgege-\nben sind und ein hinlänglich sprechendes Zeugniss geben\nYon dem grossen und seltenen Kunsteifer des edlen Fiir-"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "170", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1266, "texte": "sten, von seinem Talente und seiner vielseitigen Kunstbil-\ndung. Eine kleine Schrift: „Ideen und Betrachtungen über\nMusik\" bcweis't besonders die vielfachen wissenschaftlich-\nästhetischen Studien des Königs, welche sich auch je-\ndem bekunden, dem es vergönnt ist, Kunstgespräche mit\ndemselben zu führen. Zugleich besitzt der hohe Herr die\nseltene Gabe schöner und klarer Darstellung seiner Kennt-\nnisse. Aus dem Schriftchen geht auch deutlich hervor, dass\nder König als Cardinalpunkt aller Kunstthätigkeit\ndie enge Verbindung der Kunst mit der Religion\nhinstellt, worauf denn auch in seinem ganzen Leben sein\nHaupt-Augenmerk gerichtet war, und fand er eben in die-\nser hohen und edlen Auffassungsweise sowohl den rein-\nsten Genuss der Kunst als auch stets den reichsten Trost\nund hohe Freudigkeit für das Leben. Die immer glänzen-\nder aufblühenden Kunstzustände Hannovers bezeugen aufs\nschönste, wie sehr der erlauchte Componist unablässig be-\nmüht ist, als ein eben so gnädiger wie munificenter Mäcen\ndie von ihm so heissgeliebte Kunst in seinem Lande zu\nheben und zu verbreiten, stets eingedenk all der herrli-\nchen Worte, die der grosse Reformator Dr. Martin Luther\nzum Preise der Frau Musica über ihren Eintluss auf die\nSeele des Menschen uns hinterlassen hat*)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-29-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-29_01#c003", "volume": "bmtnabi_1858-05-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "170", "page_fin": "172", "image_debut": 2, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.2.3", "titre_corps": "Deutscher Text zu Samson, Oratorium von Händel.", "titre_sommaire": "Deutscher Text zu Samson, Oratorium von Händel.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "170", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.2", "debut_caractere": 1268, "fin_caractere_exclue": 5133, "texte": "Deutscher Text zu Samson,\nOratorium von Händel.\n(S. Nr. 11, 12 und 18.)\nErster Theil.\nVor dem Gefängniss in Gaza.\nSamson. Das Fest, das heute sie dem Dagon weih'n u s.w.**)\nChor der Philister. Erschallt, Trompeten, hehr und laut! u. s. w.\nSamson, allein. Was hat ein Engel mich verkündet einst,\nals in des Feuers Loh' er empor fuhr\nvon dem Altar, vor meines Vaters Aug'?\nWarum ward Werk und Weise mir bestimmt,\nals einem Manne, auserwählt von Gott,\nwenn ich vergeh' in Schmach und B inden hier,\nein Hohn, ein Spott dem Feind ? 0 hartes Loos!\nUnnennbar ist mein Gram: er naget tief,\nder Wunde gleich, von unheilbarem Schmerz\nArie. Schwermuth, fürwahr, ruht nicht allein\nin Haupt und Brust und Herz!\nSie dringet auf geheimem Pfad\nbis in der Seele Tiefen ein\nund raubt in Qual und Schmerz\ndem Geist die Kraft zu Rath und That.\nMicah. Blickt her! den Helden schaut! Ha, welch ein Bild a s. w<\nArie. O Abbild der Hinfälligkeit!\ndurch Stamm und Kraft und That so gross!\nVom Glanz des Ruhmes sank dein Loos\nin dunkle Nacht von Weh und Leid!\nSamson. Wen hab1 ich anzuklagen, als mich selbst,\nder Gottes Gab1 in Schweigen nicht bewahrt,\nder schmählich einem Weibe sie verrathen ?\nMicah. O tapfrer Held! einst Israels Stolz, nun sein Schmerz!\nDir naht der Freunde Schar; erkenne sie!\nSamson. Seid mir gegrüsst!\nMicah. Grausam entriss man dir\ndie Freiheit und das Licht!\nSamson. 0 süsses Lieht, erquicktest du mich noch!\nNicht klagen würd1 ich dann trotz Qual und Schmach ;\ndoch nimmer weicht die grause Finsterniss!\nArie. Nacht ist's umher! Nicht Sonn', nicht Mond u. s. w.\nChor der Israeliten. Du alles Lichtes Quell! dess Wort erscholl u. s. w,\nbis zum Schluss des ersten Theiles.\nZweiter Theil.\nMicah. Arie mit Chor. O, hör1 mein Fleh'n, allmächt'ger Gott u, s. w.\nMicah. Doch wer ist die, die eilend sich uns naht?\nweit in die Lüfte weht ihr stattlich Kleid.\nWie, Dalila, dein Weib!\nSamson. Mein Weib! O Himmel! Heisst sie ferne bleiben!\nMicah. Sie steht! sie blickt auf dich und senkt das Hau*)t,\nder Rose gleich, vom Thau gedrückt. Sie wein\".\nZu sprechen trachtet sie; in Thränen aufgelöst\nnetzt sie die Säume ihres Trauerkleid's.\nDalila. Von Sorg1 erfüllt, komm1 ich mit bangen Sehr ten\nzu dir, o Samson, scheuend dein Missfallen.\nDoch meine treue Liebe trieb mich an,\nbezwingend meine Angst und zage Furcht.\nGern dient' ich nun in Pfleg1 und Liebe dir,\nbis ausgesühnt die tief bereute That.\nAr!e. Verlassen weilt in Einsamkeit\nund klagt die Taube sanft ihr Leid;\nsie trägt, entwöhnt der Lust und Freud1,\ngleich mir der Witwe Trauerkleid.\nDoch kehrt ihr Gatte treu zurück,\nentflammt sie jauchzend neu in Glück.\nSamson. Trieb dich die Liebe? Nein, nur schnöde Lust!\nLieb suchet Liebe! dein Trug erwarb nur Hass!\nUmsonst verhüllst du nun die Schmach mit Schmach.\nEinst mir vereint, der deines Landes Feind,\nschwand Volk und Stamm dir mit dem Gatten hin.\nArie. Dein Reiz hat mich gestürzt in Fluch!\nwo ich geliebt, da fand ic h Trug.\nWie hart das Loos, wie schwer der Schlag,\nder mich verstiess in solche Schmach!\nDalila. Vergiss, was war! Vergib mir, was geschah!\nAus diesem Kerker weg komm1 in mein Haus,\nwo in erneuter Lieb1 und Zärtlichkeit\n(so süsse Pflicht mir!) die Freunde und ich selbst\ndich treulich pflegen all dein Leben lang.\nJungfrauen d. Dalila, Vertrau1, o Samson, ihrem Wort\nUnd hör1, o hör1 der Liebe Ruf:\nDalila. Die flücht'gen Freuden greif1 geschwind!\nGeniess1 den Tag, die Zeit zerrinnt!\nDas Heute nur ist dein Gewinn:\nversäumst du's heut1, ist's ewig hin!\nJungfrauen Vertrau1, o Samson, ihrem Wort\nund hör1, o hör1 der Liebe Ruf!\n\n*) Das Material zu dieser biographischen Skizze verdanken wir\nder Mittheilung des Herrn K. Bansi in Minden Sie war ur-\nsprünglich für Gathy's Tonkünstler-Lexikon bestimmt, dessen\nneue Auflage sein Tod unterbrochen hat.\nDie Red action.\n**) Ueberall, wo u. s. w. steht, wird der Text der Mosersehen\nAusgabe beibehalten."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "171", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5552, "texte": "Dalila. Mit süsser Pfleg1 erquick' ich dich,\nmit neuer Lieb' beglück1 ich dich.\nNoch blüht dein Lenz, zwar lichtberaubt,\nnoch neue Freude kränzt dein Haupt!\nSamson. Nie folg1 ich dir! ich kenn1 dein lockend Lied,\ndie List, die Kunst, den süssen Zauberkelch.\nDer Zauber wich! die Falle meid1 ich nun,\ndie einst mich fing! Dies Joch, der Kerker hier,\nist mir das Haus der Freiheit, mehr als dein's.\nDalila. Dulde nur, dass ich nah1! Gib mir die Hand.\nSamson. Nein, wag1 es nicht! Dass ich nicht plötzlich dich,\nvon Wuth erfasst, zerreisse Glied für Glied.\nDir fern, vergeh1 ich dir! Und so geh1 hin\nund freu1 dich des Verrathes.\nDalila. Du bleibst den Bitten taub, wie Wind und See!\nDein Jähzorn ras't in ungestilltem Sturme!\nWas soll ich Frieden noch erfleh'n, wo Hohn\nund Schmähung nur du häufest auf mein Haupt!\nDalila. Duett. Treuloser Mann! nicht fleh1 ich mehr\num deine Gunst! gib auf dein Droh'n!\nSamson. Treuloses Weib! nicht hör1 ich mehr\n(gib auf die Kunst!) den Zauberton.\nMicah. Sie flieht wie eine Schlange weg, die dir\nden Stachel noch gezeigt.\nSamson. So lass1 sie geh'n !\nGott sandte sie, zu mehren meine Qualen.\nHeil sei dem Mann, der fand ein treues Weib\n(o seltner Fund!) sein Lebensweg ist sanft.\nChor. Der Rathschluss Gottes gab dem Mann,\nDass ihm das Weib sei unterthan.\nSo wird sein Leben sanft verbracht,\nfrei von des Weibes Eigenmacht.\nMicah. Nicht drohet dir ein neuer Zauberlaut\nvon dem, der nun dir naht; 's ist Harapha,\nich kenn1 ihn, seinen Schritt und stolzen Blick.\nIlarapha, Nicht komm1 ich, Samson, klagend um dein Loos.\ncinßicseausGath.Jeh bin aus Gatli und heisse Harapha.\nDu kennst mich nun. Von deiner Wunderkraft\nhab1 ich gehört, Unglaubliches für mich.\nUnd mir missfällt, dass nie ich in der Schlacht\ndich traf, die Kraft zu prüfen deines Arms.\nIch kam, zu seh'n, wie weit du deinen Ruf bewährst!\nSamson. Es prüfe das statt deines Augs dein Arm.\nHarapha. Ha, forderst du mich schon zum Kampf heraus ?\nMir schien, dich hätten Müh1 und Noth gebändigt!\nGab mir das Glück, dass ich im Feld dich traf,\nwo du thatst Wunder mit des Esels Kinn,\nstreckt' dein Gebein ich zu dem Beine hin!\nSamson. Nicht rühme, was du wolltest thun, nein, thu1!\nHarapha. Der sich're Ruhm, den ich an dir gewann,\nentgeht mir, da du dein Augenlicht verlorst.\nDer Kampf mit einem Blinden ehrt mich nicht.\nArie. Nein, solch ein Kampf war1 arge Schmach;\ndenn du erlägst dem ersten Schlag!\n0 schnöder Ruhm, o armer Held,\nder prahlte, dass er dich gefällt!\nSieg über dich, der halb schon todt,\nso mag're Ehr1 ist mir nicht noth !\nSamson. Leg' an dein Zeug, und nimm den Speer,\nden mächt'gen Weberbaum, und komm1 in mein Bereich.\nArie. Mir kam von dem lebend'gen Gott\n(des Himmels Gabe) Kraft und Muth,\nzu dämpfen mächfger Spötter Spott,\nzu zähmen der Tyrannen Wuth;\ndem Guten hab1 ich Trost gereicht\nund Freiheit ihm, den Zwang gebeugt.\nHarapha Mit dir, bethörter Mann, verworfner Sclav1,\nbeflecke nicht unwürd'ger Kampf mein Schwert.\nSamson. Kamst du um dies, o Prahler? doch gib Acht!\nMein Fuss trägt Fesseln, doch die Hand ist frei!\nO Thor, des Muthes bar! Ja, noch einmal:\nblind und in Fesseln ich fordre dich zum Kampf!\nHarapha. 0 Dagon ! hör1 ich noch dies Prahlen an,\nDas mir so fremd, und straf1 es nicht mit Tod ?\nSamson. Duett. Geh', Feigling (feige Memme, feige Memme), un-\nverweilt,\neh1 Rache dich ereilt;\nentflieh vor meiner Wuth!\nHarapha. Trau1 nicht auf deinen Gott,\nder dich zu unserm Spott,\ntrotz deiner Kraft, mit Schmach belud!\nMicah. Hier prüfe selbst; wenn Dagon ist dein Gott,\nso ruf in Andacht seine Hülfe an!\nSein Ruhm ist auf dem Spiel! Er löse auf\nden Zauberspruch, der Samspn's Stärke schuf!\nDann sieh, ob Er ist Gott, Dagon, der Euer Werk,\nob Der ist Gott, den Volk verehrt!\nChor der Israeliten. Hör', Jacob's Gott! Jehovah, hör1! u. s. w.\nPriester in der Philister. Dagon, blick' her! dein heilig Fest beginnt!\ndein Lob erschallt, das Opfer ist bereit!\nChor der Philister. Gesang und Tanz vereine sich u. s. w.\nDoppelchor. Ehret auf seinem ew'gen Thron u. s. w.\nDritter Theil.\nMicah Ein neues Unheil droht; denn Harapha\nerscheint in Hast, mit stolzem Schritt und Blick.\nSamson. Ich fürcht1 ihn nicht, noch all sein Riesenvolk!\nHarapha. Samson! die Fürsten drin künden dir an:\nein Fest soll Dagons Preis verherrlichen\nmit Jubel, Tanz und Spiel! Wohlan!\ndu siegst vor allem Volk an Kraft! Komm denn\nund gib davon Beweis zur Feier dieses Tags.\nSamson. Ich bin ein Jude; mein Gesetz verbeut,\nzu nahen ihrem Fest und Götzendienst.\nHarapha. Du reizest ihren Zorn! Bedenk1 dein Heil!\nSamson. Mein Heil, Gewissen, meinen Frieden auch!\nKam ich, gebeugt durch Kettenlast, dahin,\nzu hören solch Gebot? in frevlem Dienst\nzu opfern ihrem Gott? Ich komme nicht!\nHarapha. Der Botschaft, die du hörst, folg1 unverweilt!\nArie. Verweg'ner Thor, verworfner Sclav1!\ngib reuig nach, eh1 dich der Schlag\nder Strafe furchtbar rächend traf!\nBedenke zitternd du dein Heil,\neh' dich erreicht des Todes Pfeil!\nChor der Israeliten. Im Donner komm', o Gott, herab! u. s. w.\nSamson. Seid guten Muthes! Eine Stimme spricht\nin meiner Seele, die mich mahnt, zu gehen.\nMicah. Du hast dich wohl bedacht! Er kommt zurück,\nHarapha. Samson! zum zweiten Male ruf1 ich dioh.\nKomm eilig hin, eh1 dich Gewalt ergreift\nund wegreisst, wär'st du auch wie Felsen schwer.\nSamson. Drohe mir länger nicht. Ich komm1, dass nicht\ngleich wie ein Thier ihr durch die Stadt mich schleppt.\nHarapha. Fürwahr! ein bess'res Theil erwählst du so!\nSamson. Nicht fügen werd1 ich mich zu einer That,\ndie mein Gesetz verbeut. Brüder, lebt wohl!\nFür eure Liebe danket euch mein Herz."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 807, "texte": "Micah. Handle, o Freund, wie's Gottes Ehre frommt.\nSamson. Kehrt mir die Stärke (die mich erfasste einst\nim Feld von Dan) nur Einmal noch zurück,\ndann lehr' ich sie Jehovali's Kraft und Macht!\nIhr falscher Gott soll yor dem wahren flieh'n\nwie leichte Spreu, vom Sturme hingeweht!\nArie. So, wenn die Sonn1, dem Meer enttaucht,\nvon leichtem Morgenduft umhaucht,\nlieblich ihr Haupt auf sanfter Welle wiegt,\nentflieli'n die nächt'gen Geister bleich\nhinab ins finstre Schattenreich,\nund schwinden leis1 ins dunkle Grab geschmiegt.\nMicah. Von Gott gestärkt, vollbringt des Menschen Sohn u. s. w.\nPriesterin u. Chor der Philister. Gott Dagon hat den Feind besiegt u. s. w.\nMicah. Gewiss, der Freiheit Hoffnung winket uns u. s. w.\nChor der Philister. Hör1 mich, o Gott! Hör1 mein Geschrei u. s. w.\nbis zum Schlüsse."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-29-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-29_01#c004", "volume": "bmtnabi_1858-05-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "172", "page_fin": "174", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.2.4", "titre_corps": "Mozart’s Cosi fan tutte.", "titre_sommaire": "Mozart’s Cosi fan tutte.", "signature_source": "S. M", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.4", "debut_caractere": 809, "fin_caractere_exclue": 5412, "texte": "Mozart’s Cosi fan tutte.\n\nStuttgart, den 16. Mai 1858.\nNach einer Pause von dreissig Jahren ist die einzige\nBuflo-Oper Mozart's wieder auf .unserer Bühne erschienen,\nmithin last als neu (ür die heutige Generation. Ueber den\nhohen musicalischen Werth dieses Werkes ein Wort zu\nsagen, wäre völlig überflüssig; der Clavier-Auszug spricht\nberedt genug, und selbst ohne Kenntniss desselben würde\nman schon aus der Entstehungszeit (zwischen Don Juan\nlind Zauberllöte) auf eine der vollendetsten Kunstschöpfun-\ngen schliessen müssen. Da über jenen Werth in der That\nniemals ein Zweifel geherrscht hat, so könnte es unbe-\ngreiflich scheinen, warum die Oper durch einen langen\nZeitraum den Bühnen entfremdet geblieben ist, wenn man\nnicht zugleich wüsste, dass Mozart's Musik ursprünglich\nan ein widerliches, Gemüth und guten Geschmack ver-\nletzendes Textbuch sich knüpft. Den früheren Aufführun-\ngen an deutschen Theatern war desshalb meist eine ver-\nänderte Handlung untergelegt worden. Es existiren zahl-\nreiche Umarbeitungen (wie denn z. B. in Stuttgart die\nOper nach und nach in vier verschiedenen Gestaltungen\ngegeben wurde); leider aber sind diese entweder schlim-\nmer als das italiänische Libretto, oder sie stehen in keiner\ninneren Verbindung mit der Musik. Von einer neuen Be-\narbeitung hat ein Aufsatz im Morgenblatte (27. Januar\n1856) Nachricht gegeben, und diese Bearbeitung liegt\nder jetzigen Aufführung zu Grunde. Es heisst dort, die\nBearbeitung „habe die musicalische Sprache Mozart's mit\ngewissenhaltester Pietät behandelt und desshalb in allen\nGesangsnummern (natürlich mit Ausnahme der Secco-Re-\ncitative) sich möglichst genau an den italiänischen Text\ngehalten, daneben aber gleichwohl eine wesentliche Ab-\nänderung der Fabel erzielt, durch welche das Stück\nursprünglich eine plumpe Farce der Sphäre des feine-\nren Lustspiels nahe gerückt wird, wohin Mozart's Musik\nselbst verweis't.\" Um aber die Notwendigkeit einer Ab-\nänderung überhaupt einsehen zu lassen, muss zunächst\neine kurze Skizze von der Anlage des italiänischen Text-\nbuches gegeben werden. Zwei lockere Offieicre lassen sich\ndurch einen „alten Philosophen\" (Alfonso) bestimmen, die\nTreue ihrer Mädchen auf die Probe zu stellen. Alfonso\nwettet, diese Treue sei noch im Laufe desselben Ta-\nges zu Falle zu bringen. Die Officiere geben Abreise vor,\nkehren unmittelbar nach dem Abschiede verkleidet zurück,\nwerben zuerst stürmisch, dann kläglich, und zwar Jeder\num die Geliebte des Anderen, und bringen es durch\nwiederholtes Drohen mit Selbstmord dahin, dass die in\nziemlich zweideutigem Lichte erscheinenden Mädchen sich\nnoch vor Abend vollständig ergeben. Nun überlassen sich\ndie betrogenen Männer, so lange sie ohne Zeugen sind,\nden Ausbrüchen ihrer Wuth, bezeichnen ihre Geliebten\nmit Scheltnamen, die nur von tiefster Verachtung einge-\ngeben werden können, und wollen sie morden, wenigstens\nverlassen; der „philosophische\" Alfonso aber stellt ihnen\nvor, so seien eben alle Mädchen (cosi fan tutte), und wenn\nsie nicht ewig auf weiblichen Umgang verzichten wollten,\nsei es immerhin das Klügste, die bisherigen Schätzchen zu\nbehalten. Das leuchtet ein; die Ungetreuen werden nur\nnoch ein wenig geängstigt, und dann lös't sich schliesslich\nAlles in Heiterkeit auf. Lustig geht es überhaupt im gan-\nzen Stücke her, aber es ist meist eine possenhafte, witz-\nlose Lustigkeit; nur die beiden grossen Finale's sind vom\nDichter vortrefflich gearbeitet und voll echten Humors.\nWunderbar ist es nun aber, wie unter Mozart's Händen\ndas auf den derben Geschmack des grossen Haufens be-\nrechnete Machwerk sich veredelt hat. Die sämmtlichen Fi-\nguren des Stückes sind vom Dichter aus blosse Marionet-\nten, die beiden Officiere genau nach einerlei Schablone\ngeschnitten, eben so die beiden Mädchen; Mozart hat\nnicht nur den Drahtpuppen Seele gegeben, sondern auch\ndie einzelnen Personen verschieden charakterisirt, so dass\ndas eine Liebespaar nicht mehr bloss ein Abklatsch des\nanderen ist; und weil Mozart's Menschen wahr und tief\nempfinden, so hat sich in die Oper auch ein ernsteres Ele-\nment verwoben, ein Ausdruck innigen Gefühls, wo das\nLibretto durch grelle Caricatur geheuchelter Empfindung\nzu spassen sucht. Die heitere Grundfärbung des Ganzen\nwird dadurch nur um so wirkungsvoller hervorgehoben.\nDer oben citirte Aufsatz bezeichnet uns als Aufgabe eines\nBearbeiters, die handelnden Personen so, wie Mozart sie\ngeschaffen hat, in das Textbuch zurück zu übersetzen, den\nVerlauf der Handlung so zu wenden, dass die einzelnen\nSituationen des Stückes eine befriedigendere Motivirung\nerhalten, ohne an ihrem specifischen Charakter eine Aen-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "173", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5498, "texte": "derung zu erleiden. Der Aufsatz führt die zur Lösung der\nAufgabe angewandten Mittel auf, von denen hier nur das\nwichtigste genannt sein soll. Jeder der beiden Officiere\nwählt als Ziel seiner Versuchungen die eigene Verlobte;\nwenn diese sich ihm, angezogen durch einen geheimen Zau-\nber, eine nicht bis zum Bewusstsein durchbrechende Sym-\npathie, zuletzt ergibt, so ist eine Versöhnung möglich. Die-\nser Gedanke scheint allerdings sehr nahe zu liegen, und\nseine Ausführung ist durch die ursprüngliche Anlage des\nStückes leicht gemacht. Im Uebrigen bringt die neueste\nBearbeitung nichts eigentlich Fremdartiges herein; ausser\ndem Wegschneiden des Gemeinen und Anstössigen be-\nschränkt sich die Aenderung auf das Einflechten kleiner\nZüge, welche durch den erwähnten Hauptgedanken an die\nHand gegeben sind; die wirklich komischen oder drama-\ntisch wirksamen Ansätze des italiänischen Libretto sind\nüberall ausgebeutet, dabei aber in etwas reinere Atmo-\nsphäre versetzt. Die Leitung der Hofbühne, welche über-\nhaupt um Vorführung von Kunstwerken höheren Stils\nnach Möglichkeit besorgt ist, hat sich mit der Wieder-\nerweckung jener an musicalischen Reizen überreichen Mu-\nsik den Dank der Mozartfreunde gesichert.\n„Sind sie treu?\" heisst der Titel der neuen Bear-\nbeitung. Es bleibt zu untersuchen, ob die Oper in dieser\nneuen Gestalt endlich einmal das Ziel erreichen kann, das\ndie verschiedenen Bearbeitungen, die auf fast allen Bühnen\nin früheren Zeiten versucht wurden, so wenig vermochten,\nihr nahe zu rücken. Der Grundsatz der neuen Bearbeitung\nwar, die Handlung von dem Boden der gemeinen Farce in\ndie Sphäre des feineren Lustspiels zu versetzen, die psycho-\nlogische Motivirung der Charaktere in Einklang mit der\nWahrheit zu bringen, und die poetische Diction aufs in-\nnigste der Musik anzupassen. Um dies ausführen zu kön-\nnen, musste aber nicht bloss das accidentel Anstössige\noder sonst äusserlich Unpassende weggeräumt werden,\nsondern die ganze Tendenz der Handlung, die ganze Moral\nder Fabel geläutert und künstlerisch veredelt werden. Da\nbleibt es aber immer ein schlimmer Umstand, dass dies\nbei Cosi fantuMe nie möglich sein wird, wenn man der\nursprünglichen Tendenz der Oper treu bleibt. So spass-\nhaft die Wette an und für sich selbst sein kann und so\npassend sie für den Aufbau einer komischen Oper ist,\nso bildet eben doch die Verhöhnung, ja, die Entwürdi-\ngung des weiblichen Geschlechtes die principielle Basis\ndes Ganzen, und das ist ein Thema, das für keine Zeiten\npasst, am wenigsten für die unsrige. Allerdings haben Fi-\ngaro und Don Juan ein Thema, in dem die Verführung\neine Hauptrolle spielt; aber sie bleibt in beiden Opern\neine bloss individuelle Erscheinung, und wird durch viele\nGegensätze gemildert und ausgeglichen. In\nconcentrirt sich die ganze Handlung, auch ohne irgend\neine Abweichung, ohne irgend eine gegensätzliche Paral-\nlele, auf die Schwachheit des Weibes. Wären Leonore\nund Dorabella frivole Personen, so könnten sie nie als\nTypus der weiblichen Schwachheit aufgestellt werden, und\ndie Tendenz des Stückes würde keine verwerlliche. Aber\nes sind edle Geschöpfe, die beim plötzlichen Abschiede\nihrer Geliebten die innigste Liebe zeigen und ewige Treue\nversprechen. Die neue Bearbeitung suchte nun diese edlere\nSeite die ganze Handlung hindurch vorherrschen zu lassen;\nsie lasst sie einen langen Kampf durchkämpfen, indem sie\nauch zwischen den ersten und zweiten Act einen Zeitraum\nlegt, in welchem sie vergeblich auf Briefe warten, und in-\ndem Ferrando und Guglielmo, nicht wie im ursprüngli-\nchen Texte wechselseitig, sondern, wie schon gesagt,\nJeder um seine eigene Geliebte wirbt, wird die schon be-\nstehende Sympathie der Seelen zum Hauptmotiv der Mil-\nderung, und die Schwachheit auf psychologische Gründe\nzurückgeführt. Immerhin hat die neue Bearbeitung den\nVorzug vor allen anderen, dass sie die Oper in einem so\nedlen und reinen Lichte erscheinen lässt, dass selbst die\nJugend sich daran ergötzen kann; und da die Musik in ein\nihr entsprechendes Gewand gehüllt ist, so kann jetzt diese\nOper wieder ein Gemeingut der deutschen Nation werden.\nDabei ist der Text so vortrefflich in seiner Diction, so voll\ngeistreicher Züge und kerniger, kräftiger Sprache, dass er\nals Muster eines Libretto's gelten darf; es ist daher zu\nhoffen, dass der Vorgang unserer Hofbühne, ein solches\nMeisterwerk der dramatischen Musik wieder in ihr Re-\npertoire aufzunehmen, bald in ganz Deutschland Nach-\nahmung finden werde.\nWas nun die Aufführung selbst betrifft, so wetteiferte\nAlles im Streben nach Vollkommenheit. Die Inscenesetzung\nwar vortrefflich, frei von jeder störenden Caricatur oder\nalbernen Komik. Das Einzige, was getadelt werden könnte,\nwäre das Costume, in dem die verkleideten Geliebten er-\nscheinen. Um um die Liebe zweier schönen, den höheren\nStänden angehörigen Damen zu werben, sollten sie nicht\nals hässliche Walachen erscheinen, eher in einem schönen\norientalischen Costume. Ein zweiter Fehler war, dass der\nVorhang im zweiten Acte nicht zugleich mit dem Anfange\nder Musik aufgeht; es ist die Orchester-Einleitung des\nDuetts: „Weht, ihr leichtbeschwingten Lüfte\", kein Vor-\nspiel zum Acte, sondern das Vorspiel der schon auf der\nBühne vor sich gehenden Serenade, und muss als solche\ndem Publicum sichtbar werden. Sonst war alles Uebrige\nvortrefflich, und es gebührt Herrn Dr. Lewald die vollste\nAnerkennung seiner Bemühungen um die Oper. Eben so\nverdienen die mitwirkenden Künstler das unbedingteste\nLob aller Musikfreunde. Frau Leisinger fand in Leonore"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2263, "texte": "eine ihrer dankbarsten Rollen, und ihr edles, glühendes\nSpiel, das trotz der heroischen Färbung der Musik sich\nnie ins Tragische verstieg, ihr herzdurchdringender Vor-\ntrag der Gesangstücke, namentlich der Arie „Unbewegt\nin Meereswogen\", erregte durchaus stürmischen Applaus.\nEine Bühne darf sich in unseren Zeiten namentlich glück-\nlich schätzen, eine solche dramatische Sängerin zu besitzen;\nhoffen wir, dass sie lange Jahre die Zierde unserer Oper\nbleibe! Fräulein Mayer höfer als Dorabella war auch\ndurchaus edel, und ihr heiteres Wesen artete niemals in\nFrivolität aus. Auch im Gesänge wirkte sie mit gutem\nEindruck, und in den Ensemblestücken bildete sie ein le-\nbendiges Glied des Ganzen. Fräulein Marschalk als De-\nspina feierte einen Triumph durch ihr schalkhaftes, zofen-\ngemässes Spiel, durch die Naivetät ihrer Gesang-Vorträge,\ndurch die Mässigung in ihrer Travestirung und durch ihr\nstets reges Eingreifen in die Haupthandlung. Dass sie als\nNotar in der unteren Octave sang, geschah auf den Wunsch\ndes Bearbeiters, und es bildete auch einen guten Gegen-\nsatz gegen ihre Rolle als Doctor. Herr Pischek als Al-\nfonso war vortrefl lieh; er spielte den heiteren, weiberverspot-\ntenden Philosophen mit gemüthlicher Laune, und wenn er\nauch keine grossen Arien zu singen hat, so bildet er doch\nemiger Maassen den Stützpunkt des Ganzen, und dazu be-\ndarf es eines Künstlers wie Pischek. Herr Franz Jäger\nals Ferrando war in sehr guter Stimmung, er sang weich\nund fliessend und blieb dem Mozart'schen Stile getreu.\nLeider musste seine Haupt-Arie ausgelassen werden, da-\nmit das Stück nicht zu lang wurde. Herr Schüttkv als\nGuglieimo imponirte durch kriegerische Haltung, dürfte\naber in der Walachen-Verkleidung dieselbe etwas mildern,\nwodurch sein Charakter mehr Liebreiz gewinnen würde.\nDas Orchester spielte vortrefflich; Herr Rücken hat sich\nunendliche Mühe gegeben, um die Gesangnummern mit\nFeinheit und Discretion begleiten zu lassen; auch in dem\nEnsemble war ein Schwung, der seinem Geschmack alle\nF2hre macht. Wenn wir Eines wünschten, so wäre es,\ndass die Arie der Dorabella: „Ein schlauer Dieb ist Amor\",\nnicht zu rasch genommen würde, da es bloss ein Alle-\ngretto ist. Der Chor sang sehr schön. Kurz, die ganze\nAufführung war Mozart's würdig.\n\nS. M."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-29-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-29_01#c005", "volume": "bmtnabi_1858-05-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "174", "page_fin": "175", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.2.5", "titre_corps": "Der Cäcilien-Verein.", "titre_sommaire": "Der Cäcilien-Verein.", "signature_source": "nn", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.6", "debut_caractere": 2265, "fin_caractere_exclue": 5267, "texte": "Der Cäcilien-Verein.\n\nFrankfurt a. M., 20. Mai 1858.\nGestern hat der Cäcilien-Verein seine regelmässigen\nUebungen mit einem improvisirten kleinen Concerte für\ndie passiven Mitglieder und Abonnenten in allgemein er-\nfreuender Weise geschlossen. Die Werke, die aufgelegt\nwurden, waren zum Theil seit manchen Jahren nicht mehr\ngesungen und einem nicht unbedeutenden Tlieile der jün-\ngeren Mitglieder vollkommen neu. Dessen ungeachtet war die\nAusführung sehr befriedigend und genussreich, und nur\nwenige schwierige Chöre wurden zu besserer Altrundung\nwiederholt gesungen. Vorgetragen wurden die Chöre des\nRequiem von Mozart, soweit sie sicher von ihm herrüh-\nren, ein gewaltiges achtstimmiges von Lotti,\ndas wunderbar innige Ave M von Mendelssohn, die\nharmoniereiche Cäcilien-Cantate von Hauptmann und die\nfrische, dramatisch-effectreiche erste Walpurgisnacht von\nMendelssohn. Solche Abende, in welchen kleinere Werke,\ndie in den Concerten lange nicht ausgeführt worden, ab-\ngesungen werden, sind neben dem Genuss für Sänger und\nHörer auch von sehr grossem Nutzen besonders für\nerstere, da sie im Absingen geübt und mit dem reichen\nRepertoire classischer Musik, das der Verein besitzt, ver-\ntraut werden. Leider können sie bei den notwendigen\nVorübungen für die grossen öffentlichen Concert-Auffüh-\nrungen nur selten eingerichtet werden. Der Cäcilien-Ver-\nein hat in diesem Winter zum ersten Male seine sämmt-\nI\nliehen vier Concerte mit vollem Orchester gegeben. Die\nmateriellen Opfer waren dabei nicht gering, und es hat\nsich die Ansicht bestätigt, dass sie besonders bei den man-\ngelhaften Räumlichkeiten ohne Zuschuss auf die Dauer\nkaum fortgesetzt werden können. Eine erfreuliche Aus-\nsicht zu zahlreicherer Betheiligung bietet das Project, einen\neigenen Concertsaal zu bauen. Die hiesige Mozartstiftung,\ndie beim Sängerfeste des Jahres 1838 vom Liederkranze\nins Leben gerufen worden ist, hat die Initiative ergriffen;\nsie ist mit ihrem 38,000 Fl. betragenden Vermögen ein-\ngetreten und hat eine neue Gesellschaft, „Den Mozart-\nVerein\" , gegründet. Die Actien-Zeichnungen haben in die-\nsen Tagen begonnen und nehmen so raschen Fortgang,\ndass nicht mehr an der Verwirklichung des Planes zu zwei-\nfeln ist. Eine sehr grosse und bequem dem alten Bürger-\nVerein gegenüber gelegene, sehr rentable Räumlichkeit\nist gewonnen, und der neue Bau verspricht ein unserer\nStadt würdiger, alle Bedürfnisse befriedigender zu werden.\nAuf das erste öffentliche Concert, die hohe Messe von\nJ. S. Bach, das in diesen Blättern bereits seine Bespre-\nchung gefunden hat, folgte am 29. Januar der 95. Psalm\nvon Mendelssohn, das Ave von Mozart und das\nRequiem für gemischte Stimmen von Cherubini. Die\nZusammenstellung war eine sehr geeignete. Der Psalm,\nwenn auch keiner der grÖsstcn, enthält doch einige gewal-\ntige Chöre; das Ave verum in seiner himmlischen Klarheit\nund tiefen Innigkeit, und das grosse in seiner er-\nschütternden Grösse und Erhabenheit sind zu bekannt, als\ndass man noch ein Wort zu sagen brauchte in einem"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "175", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4271, "texte": "Blatte, das für Kenner ernster Musik bestimmt ist. Die\nAufführung war eine in jeder Beziehung ausgezeichnete.\nWährend in dem Mozart'schen Gebete der Chor von 175\nSängern und Sängerinnen, in sanftem Flusse anschwellend,\nin den leisesten Schwingungen verhauchte, steigerte er na-\nmentlich in dem Dies iraeseine Macht zu erschütternder\nGrösse. Manche wollten in der Einleitung zum\ndie Anwendung des Tamtam tadeln, aber wenn irgendwo,\nmöchte sie doch hier in ihrer einmaligen Erscheinung ge-\nrade bei der Ankündigung des jüngsten Gerichtes wohl\nzu rechtfertigen sein.\nAm 2. April, als am Charfreitage, folgte sodann, wie\nim vorigen Jahre, die Aufführung der grossen Matthäus-\nPassion von J. S. Bach in der deutsch-reformirtenKirche.\nSie war noch abgerundeter und vollendeter als im vorigen\nJahre. Die Orgel unterstützte wieder die Choräle und gros-\nsen Chöre. Die Recitative wurden dagegen von einem Cia-\nvier begleitet, wodurch sie offenbar an ruhiger Wirkung\nbedeutend gewannen. Die Soli waren sehr gut besetzt;\nHerr Karl Schneider sang die Partie des Evangelisten\nganz nach der Original-Composition mit einer Vollendung,\nwie wir sie noch nicht gehört haben. Der Chor von nahe\nan 200 Personen wurde in dem Cantus firmus des Eröff-\nnungschors, so wie in den grossen Chorälen von 150\nSchülern und Schülerinnen der Musterschule unterstützt,\nwas in der gut geeigneten Kirche eine unvergleichliche\nWirkung machte. Wir können mit Freude sagen, dass die\nDarstellung der Matthäus-Passion in solch vollendetem Zu-\nsammenwirken bis jetzt der höchste musicalische Genuss\nfür uns gewesen und zu einer wahren Weihe der Fest-\ntage für sehr Viele geworden ist.\nDas letzte Concert brachte am 14. Mai zum ersten\nMale Händel's Jephta mit voller Orchester-Begleitung.\nDieses letzte Oratorium des Meisters, das kaum irgendwo\nin Deutschland gesungen wird, ist durch Messer schon im\nJahre 1841 dem Repertoire des Cäcilien-Vereins einver-\nleibt, seitdem aber nur einmal wieder 1844 aufgeführt\nworden, beide Male nur am Ciavier. Die v. Mosel'sche\nOrchestration hat zwar namentlich in diesen Blättern eine\nstrenge Beurtheilung gefunden, und wir wollen auch nicht\nläujznen, dass sie in den Händel'schen Geist nicht durch-\nO '\ngehends eingegangen ist; auch ist die Gewaltthätigkeit,\nmit der fremde Chöre aus Deborah eingeschoben sind und\nsogar Wesentliches ausgelassen ist, in keiner Weise zu\nrechtfertigen. Jedoch hat Herr Musik-Director Messer,\nals gründlicher Kenner Händefs, Vieles in der Instrumen-\ntation geändert und vereinfacht, auch die e\nJephta's im dritten Theile: „Schwebt, ihr Engel\", als eines\nder schönsten Stücke, das für den Zusammenhang ganz\nunentbehrlich ist, mit eigener Instrumentirung wieder ein-\ngefügt, und sie machte, von Herrn Karl Schneider mei-\nsterhaft gesungen, eine herrliche Wirkung. Wir stellen\nden Jephta, sowohl was den vortrefflichen, hochpoetischen\nund in seinen gewaltigen Gegensätzen dem Componisten\näusserst günstigen Text, als auch die frische, äusserst le-\nbendige, vom Zartesten, Süssesten bis zum Erhabensten\ndie mannigfaltigsten Gefühle, in den wundervollen Recita-\ntiven sowohl wie in den gewaltigen Chören ausdrückende\nComposition betrifft, neben einen Judas Maccabäus, Sam-\nson und Israel in Aegypten. Der Chor im zweiten Theile:\n„Verhüllt, o Herr\", mit seinen vier Motiven gehört wohl\nzu den grössten Chören, die Händel geschrieben hat. Aus-\nser Herrn C. Schneider und Frau Nissen-Saloman,\ndie in höchst anerkennenswerther Bereitwilligkeit noch am\nTage des Concertes die Partie der Ipsis, die ihr gänzlich\nfremd war, für das plötzlich erkrankte Fräulein Veith über-\nnommen hatte, sangen Mitglieder des Vereins die übrigen\nPartieen recht wacker, und auch diese Aufführung, die\ndurch die drückende Hitze in dem gefüllten Saale erschwert\nwurde, war eine durchaus gelungene. Von den in Deutsch-\nland bekannten Oratorien Händel's hat der Cäcilien-Verein\nnun alle, bis auf Belsazar und Deborah, in seinem Reper-\ntoire. Möchte die Händel-Gesellschaft bald auch die übri-\ngen dem Studium des Vereins eröffnen. Zunächst treten\nnun die Sommer-Ferien ein. Dann wird das Weihnachts-\nOratorium von Ii ach in Uebung genommen, das um die\nWeihnachtszeit zur Aufführung kommen soll und ohne\nZweifel sich eben so bei uns einleben wird, wie die Mat-\nthäus-Passion.\n\n-nn."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-05-29-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-05-29_01#c006", "volume": "bmtnabi_1858-05-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "175", "page_fin": "176", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "175", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.7", "debut_caractere": 4273, "fin_caractere_exclue": 5712, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nHol», 27. Mai. Das 36. niederrheinische Musikfest\nist an den Pfingsttagen den 23., 24. und 25. Mai unter Ferdinand\nHi 11 er' s Leitung mit grossem Glänze gefeiert worden. Die Aus-\nführungen waren durch die Zahl und Tüchtigkeit der in Chor und\nOrchester Mitwirkenden (682 Personen) so imposant und vorzüglich\ngelungen, wie sie noch auf keinem Feste gewesen sind, wozu aller-\ndings das Local, welches eine breite und tiefe Aufstellung, wie\nsonst nirgendwo, erlaubt und dabei in akustischer Beziehung nichts\nzu wünschen übrig lässt, viel beigetragen hat. Indess waren alle\nAnwesenden darüber einig, dass man einen solchen Chor nirgend\nanders finden könne ; und in der That waren die Leistungen dessel-\nben in Hille r's Saul und in Mendelssohn' s Walpurgis-\nnacht, vor Allem aber in J. S. Bach's Credo aus der hohen\nMesse in H-moll, so sicher und klangprächtig, dass Alles, zumal\nwenn der Sopran einsetzte und sich in die Eegionen des zweigestri-\nchenen fis g a hinaufschwang, von freudigem Erstaunen ergriffen\nwurde. So errangen denn auch die Chöre den lautesten und an-\ndauerndsten Beifall der Zuhörerschaft und nächst ihnen das or-\nchester durch die herrliche Ausführung der Sinfonia eroica\nVGn Beethoven, wovon jeder Satz mit stürmischem Applaus auf-\ngenommen wurde ja, es fehlte nicht an Stimmen, welche die\nAnhörung der Sinfonie für den vollkommensten musicalischen Genuss\nan allen drei Abenden erklärten."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "176", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3423, "texte": "Die Solisten, Fräulein Krall (Sopran) von Dresden, Fräulein\nJenny Meyer (Mezzo-Sopran) von Berlin, Herr Schneider (Te-\nnor) von Frankfurt am Main, Herr Step an (Bass) von Mannheim,\nHerr Abiger (Bass) vom Stadttheater zu Köln, waren im Ganzen\ngenügend und im Einzelnen sehr beifallswürdig, allein keineswegs\ndurch Virtuosität oder europäische Berühmtheit ausgezeichnet.\nJa, es lässt sich nicht läugnen, dass wir in nächster Nähe\nKräfte besitzen, welche z. B. in Hiller's Saul nicht allein die\nHauptpartieen des Saul und der Michal eben so gnt, sondern ohne\nallen Vergleich besser gesungen haben würden und in der ersten\nAufführung im December vorigen Jahres bereits besser gesungen\nhaben.\nSo hat denn dieses Fest, an welchem keine hervorragende Ge-\nsangesgrösse, wie Jenny Lind, Jenny Ney, Roger, Formes u. s. w,\ngeglänzt hat, durch den zahlreichen Besuch, durch den an jedem Abende\nvon Anfang bis zu Ende und im Ganzen von Tag zu Tag sich stei-\ngernden Enthusiasmus des Publicums und die einstimmigen Urtheile\nder anwesenden Musiker und Dirigenten über die Trefflichkeit der\nAusführungen bewiesen, dass die künstlerischen Leistungen\nder Massen die Hauptsache bei einem Musikfeste sind, nicht\naber die grossen Namen der Solosänger; wir sagen mit Absicht: die\ngrossen Namen; denn nicht immer entsprechen die Leistungen, zu-\nmal in Oratorien, diesen Namen. Hoffentlich' wird der Erfolg dieses\nFestes den Comite's der rheinischen Städte über die Jagd nach Ce-\nlebritäten die Augen öffnen.\nPreis-Ertli e i 1 u ii g.\nDa ein Allerhöchster Erlass Sr. Majestät des Königs die Organi-\nsation der Musik für die Infanterie nach dem neuen Wieprecht'schen\nSysteme in der königlich preussischen Armee s. Z. in Aussicht\nstellte, so erliessen wir in Nr. 1 der Berliner Musik-Zeitung Echo,\nJahrgang IV., ein Preis-Aus s c h r e i b e n zur Composition mili-\ntärischer Märsche zum dienstlichen Gebrauche. In\nFolge desselben wurden aus Deutschland, Frankreich, Italien, Polen\nund Russland 73 Märsche in Partitur und im Clavier-Auszug, näm-\nlich 39 für Infanterie-, 19 für Cavallerie- und 15 für Horn-Musik\neingesandt. Das Preisrichter-Amt hatten die Herren p. p. Gerold (Di-\nrector der gesammten Militärmusik der k. hannoverschen Armee),\nHalevy, Leonhardt (General-Director der k. k. österreichischen Ar-\nDr. F. Liszt, Dr. Meyerbeer, Graf v. Redern und W.\nWieprecht die Güte gehabt, zu übernehmen. Der Majoritäts-Beschluss\nder Preisrichter ertheilte Herrn Bernhard Sydow, Lieutenant im\nk. Preussischen Garde-Artillerie-Regiment in Mainz, den Preis und\nden Ehrensold von 15 Ducaten für die Composition des Infanterie-\nMarsches „Pro patria\", ferner Belobung Herrn Ad. Golde in Ber-\nlin für den Infanterie-Marsch mit dem Motto: „0, welche Lust,\nSoldat zu sein!\" Keiner der Märsche für Cavallerie- und Horn-\nMusik wurde des Preises für würdig erachtet, doch wurde Belobung\nertheilt dem Cavallerie-Marsch Nr. 11 mit dem Motto : „Stolz und\nedel*4, so wie dem Marsch Nr. 45 für Horn-Musik mit dem Motto :\n„Lang1 lebe der König! Es freue sich, wer da athmet im rosigen\nLicht\", und bitten wir deren Verfasser um die Erlaubniss, ihre Na-\nmen veröffentlichen zu dürfen.\nDer Preismarsch „Pro patria\" von Bernhard Sydow wird dem-\nnächst durch die Schlesinger'sche Verlagshandlung veröffentlicht\nwerden.\nBerlin, den 19. Mai 1858.\nDie Kedaetion\nder Berliner Musik-Zeitung Eclio.\nDruckfehler.\nIn Nr. 21, S. 165, Z. 13 von unten, lies J. J. Bott, anstatt\nPott."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "169", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nGeorg V., König von Hannover. Deutscher Text zu Samson, Oratorium von Händel. Mozart's Cosi fan lulle 111\nStuttgart. Yon S. M. Der Cäeilien-Verein in Frankfurt am Main (Rückblick auf die Leistungen dieses Vereins während der letzten Sai-\nson). Von —nn. Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln, Das 36. niederrheinische Musikfest Preis-Ertheilung in Berlin).\n\nGeorg V., König von Hannover.\nDieser kunstsinnige und kunstverständige Fürst wurde\nam 33* Mai 1819 in Berlin geboren. Schon mit dem\nersten Erwachen seines geistigen Lebens gab sich bei\nihm die grösste Liebe zur Musik kund, und da bei die-\nser Liebe auch sein Talent für Musik sehr früh sich\nzeigte, so erhielt er bereits mit dem Beginn des siebenten\nJahres den ersten Unterricht bei August Bargiel (geb. den\n1. November 1783 zu Banerwitz bei Ratibor, gest. den\n4. Februar 1841 zu Berlin). Als der Herzog von Cumber-\nland, Vater des Königs, im Jahre 1829 nach England\nging, wurde Dülken (Vater der beiden bekannten Künst-\nlerinnen Sophie und Isabelle) als Lehrer angestellt, der den\njungen Prinzen mit seiner tüchtigen Unterrichts-Methode im\nClavierspiel rasch vorwärts brachte und auch einen guten\nGrund zum späteren Verständniss der Theorie der Musik\nin ihm legte. Bevor er im Jahre 1833 England wieder\nverliess, veröffentlichte er, damals in seinem vierzehnten\nJahre, sein Erstlingswerk: „Phantasie über eine Stelle aus\nW. Scott's Roman Woodstock\", das er, ohne eigentlichen\nCompositions-Unterricht genossen zu haben und ohne alle\nBeihülfe, rasch componirte, um es als eine Gabe zu dem\nzu jener Zeit in London von der vornehmen Welt veran-\nstalteten grossen Bazar zum Besten armer Ausländer ein-\nzusenden. Nach der Rückkunft der herzoglichen Familie\nnach Berlin übernahm es Wenzel Hauck, ein trefflicher Cla-\nvierspieler, Schützling des berühmten Fürsten Anton Rad-\nziwill, den Prinzen zu unterrichten, der jetzt besonders\neifrig die Kunst zu betreiben begann, als der Himmel viel-\nfache Augenleiden über ihn verhängte, wobei ihm die\nMusik die trostreichste und unterhaltendste Gefährtin\nwar. Wenzel Hauck, geboren am 28. Februar 1801\nin Schlesien, starb plötzlich am 29. November 1834 in\nder Blüthe seiner Jahre. Der Prinz, welcher diesen Ver-\nlust sehr beklagte, wählte Karl Greulich zu seinem Men-\ntor. Diesem ausgezeichneten und talentvollen Componisten\nund Clavierspieler verdankte der Prinz vor Allem seine\nimmer höher steigende Liebe zur Musik, sein vielseitiges,\nfeines Kunstvcrständniss und seinen Kunstgeschmack.\nGreulich machte in rastlosem Eifer den fürstlichen em-\nporstrebenden Zögling mit allen classischen Meistern, über-\nhaupt mit allem, was schön und gross in der Kunst ist,\nbekannt, lehrte ihn gründlich Theorie und Aesthetik der\nMusik, und ermüdete nicht, sein Clavierspiel zu fördern.\nDer Prinz war dem treuen Lehrer so ergeben und liebte\nihn so sehr, dass er bei dessen frühzeitigem Tode im Jahre\n1837 aus Trauer über den Verlust Anfangs gar keine\nMusik treiben mochte, namentlich das Ciavierspielen ver-\nnachlässigte. Indessen genoss er doch in diesem Jahre, bevor\ner Berlin verliess, um dem hochseligen Könige Ernst Au-\ngust I. bei dessen Thronbesteigung nach Hannover zu fol-\ngen, noch eine kurze Zeit den Unterricht des damals in\nBerlin lebenden Fr. Kücken, jetzigen Hof-Capellmeisters\nzu Stuttgart. In Hannover erwachte die Kunstliebe und\nKunstthätigkeit des Prinzen wieder in völliger Frische, und\nzum Lehrer im Clavierspiel und in der Composition wurde\nder noch jetzt als Hofpianist fungirende Eduard Wenzel\ngewählt. Dieser wohlunterrichtete Musiker, welcher am\n28. Juli 1805 zu Wunstorf geboren ist, leitete eifrig\nalle die früher begonnenen Studien des Königs weiter,\nnamentlich auch in den Grundsätzen der Composition, die\nimmer mehr eine Lieblingsthätigkeit des Fürsten wurde,\ndie er mit grossem Ernste trieb. Er componirte und edirte\nin der ersten Zeit seiner Studien hauptsächlich Sachen für\nCiavier, schrieb überhaupt sehr viel, um sich fleissig in\nder Form zu üben. In seinem achtzehnten Jahre trat bei\nihm vorwaltend die Neigung zur Gesang-Composition\nhervor, und er schuf nun eine grosse Reihe ein- und\nmehrstimmiger Gesangwerke, von denen viele herausgege-\nben sind und ein hinlänglich sprechendes Zeugniss geben\nYon dem grossen und seltenen Kunsteifer des edlen Fiir-"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "170", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.2", "texte": "sten, von seinem Talente und seiner vielseitigen Kunstbil-\ndung. Eine kleine Schrift: „Ideen und Betrachtungen über\nMusik\" bcweis't besonders die vielfachen wissenschaftlich-\nästhetischen Studien des Königs, welche sich auch je-\ndem bekunden, dem es vergönnt ist, Kunstgespräche mit\ndemselben zu führen. Zugleich besitzt der hohe Herr die\nseltene Gabe schöner und klarer Darstellung seiner Kennt-\nnisse. Aus dem Schriftchen geht auch deutlich hervor, dass\nder König als Cardinalpunkt aller Kunstthätigkeit\ndie enge Verbindung der Kunst mit der Religion\nhinstellt, worauf denn auch in seinem ganzen Leben sein\nHaupt-Augenmerk gerichtet war, und fand er eben in die-\nser hohen und edlen Auffassungsweise sowohl den rein-\nsten Genuss der Kunst als auch stets den reichsten Trost\nund hohe Freudigkeit für das Leben. Die immer glänzen-\nder aufblühenden Kunstzustände Hannovers bezeugen aufs\nschönste, wie sehr der erlauchte Componist unablässig be-\nmüht ist, als ein eben so gnädiger wie munificenter Mäcen\ndie von ihm so heissgeliebte Kunst in seinem Lande zu\nheben und zu verbreiten, stets eingedenk all der herrli-\nchen Worte, die der grosse Reformator Dr. Martin Luther\nzum Preise der Frau Musica über ihren Eintluss auf die\nSeele des Menschen uns hinterlassen hat*).\n\nDeutscher Text zu Samson,\nOratorium von Händel.\n(S. Nr. 11, 12 und 18.)\nErster Theil.\nVor dem Gefängniss in Gaza.\nSamson. Das Fest, das heute sie dem Dagon weih'n u s.w.**)\nChor der Philister. Erschallt, Trompeten, hehr und laut! u. s. w.\nSamson, allein. Was hat ein Engel mich verkündet einst,\nals in des Feuers Loh' er empor fuhr\nvon dem Altar, vor meines Vaters Aug'?\nWarum ward Werk und Weise mir bestimmt,\nals einem Manne, auserwählt von Gott,\nwenn ich vergeh' in Schmach und B inden hier,\nein Hohn, ein Spott dem Feind ? 0 hartes Loos!\nUnnennbar ist mein Gram: er naget tief,\nder Wunde gleich, von unheilbarem Schmerz\nArie. Schwermuth, fürwahr, ruht nicht allein\nin Haupt und Brust und Herz!\nSie dringet auf geheimem Pfad\nbis in der Seele Tiefen ein\nund raubt in Qual und Schmerz\ndem Geist die Kraft zu Rath und That.\nMicah. Blickt her! den Helden schaut! Ha, welch ein Bild a s. w<\nArie. O Abbild der Hinfälligkeit!\ndurch Stamm und Kraft und That so gross!\nVom Glanz des Ruhmes sank dein Loos\nin dunkle Nacht von Weh und Leid!\nSamson. Wen hab1 ich anzuklagen, als mich selbst,\nder Gottes Gab1 in Schweigen nicht bewahrt,\nder schmählich einem Weibe sie verrathen ?\nMicah. O tapfrer Held! einst Israels Stolz, nun sein Schmerz!\nDir naht der Freunde Schar; erkenne sie!\nSamson. Seid mir gegrüsst!\nMicah. Grausam entriss man dir\ndie Freiheit und das Licht!\nSamson. 0 süsses Lieht, erquicktest du mich noch!\nNicht klagen würd1 ich dann trotz Qual und Schmach ;\ndoch nimmer weicht die grause Finsterniss!\nArie. Nacht ist's umher! Nicht Sonn', nicht Mond u. s. w.\nChor der Israeliten. Du alles Lichtes Quell! dess Wort erscholl u. s. w,\nbis zum Schluss des ersten Theiles.\nZweiter Theil.\nMicah. Arie mit Chor. O, hör1 mein Fleh'n, allmächt'ger Gott u, s. w.\nMicah. Doch wer ist die, die eilend sich uns naht?\nweit in die Lüfte weht ihr stattlich Kleid.\nWie, Dalila, dein Weib!\nSamson. Mein Weib! O Himmel! Heisst sie ferne bleiben!\nMicah. Sie steht! sie blickt auf dich und senkt das Hau*)t,\nder Rose gleich, vom Thau gedrückt. Sie wein\".\nZu sprechen trachtet sie; in Thränen aufgelöst\nnetzt sie die Säume ihres Trauerkleid's.\nDalila. Von Sorg1 erfüllt, komm1 ich mit bangen Sehr ten\nzu dir, o Samson, scheuend dein Missfallen.\nDoch meine treue Liebe trieb mich an,\nbezwingend meine Angst und zage Furcht.\nGern dient' ich nun in Pfleg1 und Liebe dir,\nbis ausgesühnt die tief bereute That.\nAr!e. Verlassen weilt in Einsamkeit\nund klagt die Taube sanft ihr Leid;\nsie trägt, entwöhnt der Lust und Freud1,\ngleich mir der Witwe Trauerkleid.\nDoch kehrt ihr Gatte treu zurück,\nentflammt sie jauchzend neu in Glück.\nSamson. Trieb dich die Liebe? Nein, nur schnöde Lust!\nLieb suchet Liebe! dein Trug erwarb nur Hass!\nUmsonst verhüllst du nun die Schmach mit Schmach.\nEinst mir vereint, der deines Landes Feind,\nschwand Volk und Stamm dir mit dem Gatten hin.\nArie. Dein Reiz hat mich gestürzt in Fluch!\nwo ich geliebt, da fand ic h Trug.\nWie hart das Loos, wie schwer der Schlag,\nder mich verstiess in solche Schmach!\nDalila. Vergiss, was war! Vergib mir, was geschah!\nAus diesem Kerker weg komm1 in mein Haus,\nwo in erneuter Lieb1 und Zärtlichkeit\n(so süsse Pflicht mir!) die Freunde und ich selbst\ndich treulich pflegen all dein Leben lang.\nJungfrauen d. Dalila, Vertrau1, o Samson, ihrem Wort\nUnd hör1, o hör1 der Liebe Ruf:\nDalila. Die flücht'gen Freuden greif1 geschwind!\nGeniess1 den Tag, die Zeit zerrinnt!\nDas Heute nur ist dein Gewinn:\nversäumst du's heut1, ist's ewig hin!\nJungfrauen Vertrau1, o Samson, ihrem Wort\nund hör1, o hör1 der Liebe Ruf!\n\n*) Das Material zu dieser biographischen Skizze verdanken wir\nder Mittheilung des Herrn K. Bansi in Minden Sie war ur-\nsprünglich für Gathy's Tonkünstler-Lexikon bestimmt, dessen\nneue Auflage sein Tod unterbrochen hat.\nDie Red action.\n**) Ueberall, wo u. s. w. steht, wird der Text der Mosersehen\nAusgabe beibehalten."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "171", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.3", "texte": "Dalila. Mit süsser Pfleg1 erquick' ich dich,\nmit neuer Lieb' beglück1 ich dich.\nNoch blüht dein Lenz, zwar lichtberaubt,\nnoch neue Freude kränzt dein Haupt!\nSamson. Nie folg1 ich dir! ich kenn1 dein lockend Lied,\ndie List, die Kunst, den süssen Zauberkelch.\nDer Zauber wich! die Falle meid1 ich nun,\ndie einst mich fing! Dies Joch, der Kerker hier,\nist mir das Haus der Freiheit, mehr als dein's.\nDalila. Dulde nur, dass ich nah1! Gib mir die Hand.\nSamson. Nein, wag1 es nicht! Dass ich nicht plötzlich dich,\nvon Wuth erfasst, zerreisse Glied für Glied.\nDir fern, vergeh1 ich dir! Und so geh1 hin\nund freu1 dich des Verrathes.\nDalila. Du bleibst den Bitten taub, wie Wind und See!\nDein Jähzorn ras't in ungestilltem Sturme!\nWas soll ich Frieden noch erfleh'n, wo Hohn\nund Schmähung nur du häufest auf mein Haupt!\nDalila. Duett. Treuloser Mann! nicht fleh1 ich mehr\num deine Gunst! gib auf dein Droh'n!\nSamson. Treuloses Weib! nicht hör1 ich mehr\n(gib auf die Kunst!) den Zauberton.\nMicah. Sie flieht wie eine Schlange weg, die dir\nden Stachel noch gezeigt.\nSamson. So lass1 sie geh'n !\nGott sandte sie, zu mehren meine Qualen.\nHeil sei dem Mann, der fand ein treues Weib\n(o seltner Fund!) sein Lebensweg ist sanft.\nChor. Der Rathschluss Gottes gab dem Mann,\nDass ihm das Weib sei unterthan.\nSo wird sein Leben sanft verbracht,\nfrei von des Weibes Eigenmacht.\nMicah. Nicht drohet dir ein neuer Zauberlaut\nvon dem, der nun dir naht; 's ist Harapha,\nich kenn1 ihn, seinen Schritt und stolzen Blick.\nIlarapha, Nicht komm1 ich, Samson, klagend um dein Loos.\ncinßicseausGath.Jeh bin aus Gatli und heisse Harapha.\nDu kennst mich nun. Von deiner Wunderkraft\nhab1 ich gehört, Unglaubliches für mich.\nUnd mir missfällt, dass nie ich in der Schlacht\ndich traf, die Kraft zu prüfen deines Arms.\nIch kam, zu seh'n, wie weit du deinen Ruf bewährst!\nSamson. Es prüfe das statt deines Augs dein Arm.\nHarapha. Ha, forderst du mich schon zum Kampf heraus ?\nMir schien, dich hätten Müh1 und Noth gebändigt!\nGab mir das Glück, dass ich im Feld dich traf,\nwo du thatst Wunder mit des Esels Kinn,\nstreckt' dein Gebein ich zu dem Beine hin!\nSamson. Nicht rühme, was du wolltest thun, nein, thu1!\nHarapha. Der sich're Ruhm, den ich an dir gewann,\nentgeht mir, da du dein Augenlicht verlorst.\nDer Kampf mit einem Blinden ehrt mich nicht.\nArie. Nein, solch ein Kampf war1 arge Schmach;\ndenn du erlägst dem ersten Schlag!\n0 schnöder Ruhm, o armer Held,\nder prahlte, dass er dich gefällt!\nSieg über dich, der halb schon todt,\nso mag're Ehr1 ist mir nicht noth !\nSamson. Leg' an dein Zeug, und nimm den Speer,\nden mächt'gen Weberbaum, und komm1 in mein Bereich.\nArie. Mir kam von dem lebend'gen Gott\n(des Himmels Gabe) Kraft und Muth,\nzu dämpfen mächfger Spötter Spott,\nzu zähmen der Tyrannen Wuth;\ndem Guten hab1 ich Trost gereicht\nund Freiheit ihm, den Zwang gebeugt.\nHarapha Mit dir, bethörter Mann, verworfner Sclav1,\nbeflecke nicht unwürd'ger Kampf mein Schwert.\nSamson. Kamst du um dies, o Prahler? doch gib Acht!\nMein Fuss trägt Fesseln, doch die Hand ist frei!\nO Thor, des Muthes bar! Ja, noch einmal:\nblind und in Fesseln ich fordre dich zum Kampf!\nHarapha. 0 Dagon ! hör1 ich noch dies Prahlen an,\nDas mir so fremd, und straf1 es nicht mit Tod ?\nSamson. Duett. Geh', Feigling (feige Memme, feige Memme), un-\nverweilt,\neh1 Rache dich ereilt;\nentflieh vor meiner Wuth!\nHarapha. Trau1 nicht auf deinen Gott,\nder dich zu unserm Spott,\ntrotz deiner Kraft, mit Schmach belud!\nMicah. Hier prüfe selbst; wenn Dagon ist dein Gott,\nso ruf in Andacht seine Hülfe an!\nSein Ruhm ist auf dem Spiel! Er löse auf\nden Zauberspruch, der Samspn's Stärke schuf!\nDann sieh, ob Er ist Gott, Dagon, der Euer Werk,\nob Der ist Gott, den Volk verehrt!\nChor der Israeliten. Hör', Jacob's Gott! Jehovah, hör1! u. s. w.\nPriester in der Philister. Dagon, blick' her! dein heilig Fest beginnt!\ndein Lob erschallt, das Opfer ist bereit!\nChor der Philister. Gesang und Tanz vereine sich u. s. w.\nDoppelchor. Ehret auf seinem ew'gen Thron u. s. w.\nDritter Theil.\nMicah Ein neues Unheil droht; denn Harapha\nerscheint in Hast, mit stolzem Schritt und Blick.\nSamson. Ich fürcht1 ihn nicht, noch all sein Riesenvolk!\nHarapha. Samson! die Fürsten drin künden dir an:\nein Fest soll Dagons Preis verherrlichen\nmit Jubel, Tanz und Spiel! Wohlan!\ndu siegst vor allem Volk an Kraft! Komm denn\nund gib davon Beweis zur Feier dieses Tags.\nSamson. Ich bin ein Jude; mein Gesetz verbeut,\nzu nahen ihrem Fest und Götzendienst.\nHarapha. Du reizest ihren Zorn! Bedenk1 dein Heil!\nSamson. Mein Heil, Gewissen, meinen Frieden auch!\nKam ich, gebeugt durch Kettenlast, dahin,\nzu hören solch Gebot? in frevlem Dienst\nzu opfern ihrem Gott? Ich komme nicht!\nHarapha. Der Botschaft, die du hörst, folg1 unverweilt!\nArie. Verweg'ner Thor, verworfner Sclav1!\ngib reuig nach, eh1 dich der Schlag\nder Strafe furchtbar rächend traf!\nBedenke zitternd du dein Heil,\neh' dich erreicht des Todes Pfeil!\nChor der Israeliten. Im Donner komm', o Gott, herab! u. s. w.\nSamson. Seid guten Muthes! Eine Stimme spricht\nin meiner Seele, die mich mahnt, zu gehen.\nMicah. Du hast dich wohl bedacht! Er kommt zurück,\nHarapha. Samson! zum zweiten Male ruf1 ich dioh.\nKomm eilig hin, eh1 dich Gewalt ergreift\nund wegreisst, wär'st du auch wie Felsen schwer.\nSamson. Drohe mir länger nicht. Ich komm1, dass nicht\ngleich wie ein Thier ihr durch die Stadt mich schleppt.\nHarapha. Fürwahr! ein bess'res Theil erwählst du so!\nSamson. Nicht fügen werd1 ich mich zu einer That,\ndie mein Gesetz verbeut. Brüder, lebt wohl!\nFür eure Liebe danket euch mein Herz."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "172", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.4", "texte": "Micah. Handle, o Freund, wie's Gottes Ehre frommt.\nSamson. Kehrt mir die Stärke (die mich erfasste einst\nim Feld von Dan) nur Einmal noch zurück,\ndann lehr' ich sie Jehovali's Kraft und Macht!\nIhr falscher Gott soll yor dem wahren flieh'n\nwie leichte Spreu, vom Sturme hingeweht!\nArie. So, wenn die Sonn1, dem Meer enttaucht,\nvon leichtem Morgenduft umhaucht,\nlieblich ihr Haupt auf sanfter Welle wiegt,\nentflieli'n die nächt'gen Geister bleich\nhinab ins finstre Schattenreich,\nund schwinden leis1 ins dunkle Grab geschmiegt.\nMicah. Von Gott gestärkt, vollbringt des Menschen Sohn u. s. w.\nPriesterin u. Chor der Philister. Gott Dagon hat den Feind besiegt u. s. w.\nMicah. Gewiss, der Freiheit Hoffnung winket uns u. s. w.\nChor der Philister. Hör1 mich, o Gott! Hör1 mein Geschrei u. s. w.\nbis zum Schlüsse.\n\nMozart’s Cosi fan tutte.\n\nStuttgart, den 16. Mai 1858.\nNach einer Pause von dreissig Jahren ist die einzige\nBuflo-Oper Mozart's wieder auf .unserer Bühne erschienen,\nmithin last als neu (ür die heutige Generation. Ueber den\nhohen musicalischen Werth dieses Werkes ein Wort zu\nsagen, wäre völlig überflüssig; der Clavier-Auszug spricht\nberedt genug, und selbst ohne Kenntniss desselben würde\nman schon aus der Entstehungszeit (zwischen Don Juan\nlind Zauberllöte) auf eine der vollendetsten Kunstschöpfun-\ngen schliessen müssen. Da über jenen Werth in der That\nniemals ein Zweifel geherrscht hat, so könnte es unbe-\ngreiflich scheinen, warum die Oper durch einen langen\nZeitraum den Bühnen entfremdet geblieben ist, wenn man\nnicht zugleich wüsste, dass Mozart's Musik ursprünglich\nan ein widerliches, Gemüth und guten Geschmack ver-\nletzendes Textbuch sich knüpft. Den früheren Aufführun-\ngen an deutschen Theatern war desshalb meist eine ver-\nänderte Handlung untergelegt worden. Es existiren zahl-\nreiche Umarbeitungen (wie denn z. B. in Stuttgart die\nOper nach und nach in vier verschiedenen Gestaltungen\ngegeben wurde); leider aber sind diese entweder schlim-\nmer als das italiänische Libretto, oder sie stehen in keiner\ninneren Verbindung mit der Musik. Von einer neuen Be-\narbeitung hat ein Aufsatz im Morgenblatte (27. Januar\n1856) Nachricht gegeben, und diese Bearbeitung liegt\nder jetzigen Aufführung zu Grunde. Es heisst dort, die\nBearbeitung „habe die musicalische Sprache Mozart's mit\ngewissenhaltester Pietät behandelt und desshalb in allen\nGesangsnummern (natürlich mit Ausnahme der Secco-Re-\ncitative) sich möglichst genau an den italiänischen Text\ngehalten, daneben aber gleichwohl eine wesentliche Ab-\nänderung der Fabel erzielt, durch welche das Stück\nursprünglich eine plumpe Farce der Sphäre des feine-\nren Lustspiels nahe gerückt wird, wohin Mozart's Musik\nselbst verweis't.\" Um aber die Notwendigkeit einer Ab-\nänderung überhaupt einsehen zu lassen, muss zunächst\neine kurze Skizze von der Anlage des italiänischen Text-\nbuches gegeben werden. Zwei lockere Offieicre lassen sich\ndurch einen „alten Philosophen\" (Alfonso) bestimmen, die\nTreue ihrer Mädchen auf die Probe zu stellen. Alfonso\nwettet, diese Treue sei noch im Laufe desselben Ta-\nges zu Falle zu bringen. Die Officiere geben Abreise vor,\nkehren unmittelbar nach dem Abschiede verkleidet zurück,\nwerben zuerst stürmisch, dann kläglich, und zwar Jeder\num die Geliebte des Anderen, und bringen es durch\nwiederholtes Drohen mit Selbstmord dahin, dass die in\nziemlich zweideutigem Lichte erscheinenden Mädchen sich\nnoch vor Abend vollständig ergeben. Nun überlassen sich\ndie betrogenen Männer, so lange sie ohne Zeugen sind,\nden Ausbrüchen ihrer Wuth, bezeichnen ihre Geliebten\nmit Scheltnamen, die nur von tiefster Verachtung einge-\ngeben werden können, und wollen sie morden, wenigstens\nverlassen; der „philosophische\" Alfonso aber stellt ihnen\nvor, so seien eben alle Mädchen (cosi fan tutte), und wenn\nsie nicht ewig auf weiblichen Umgang verzichten wollten,\nsei es immerhin das Klügste, die bisherigen Schätzchen zu\nbehalten. Das leuchtet ein; die Ungetreuen werden nur\nnoch ein wenig geängstigt, und dann lös't sich schliesslich\nAlles in Heiterkeit auf. Lustig geht es überhaupt im gan-\nzen Stücke her, aber es ist meist eine possenhafte, witz-\nlose Lustigkeit; nur die beiden grossen Finale's sind vom\nDichter vortrefflich gearbeitet und voll echten Humors.\nWunderbar ist es nun aber, wie unter Mozart's Händen\ndas auf den derben Geschmack des grossen Haufens be-\nrechnete Machwerk sich veredelt hat. Die sämmtlichen Fi-\nguren des Stückes sind vom Dichter aus blosse Marionet-\nten, die beiden Officiere genau nach einerlei Schablone\ngeschnitten, eben so die beiden Mädchen; Mozart hat\nnicht nur den Drahtpuppen Seele gegeben, sondern auch\ndie einzelnen Personen verschieden charakterisirt, so dass\ndas eine Liebespaar nicht mehr bloss ein Abklatsch des\nanderen ist; und weil Mozart's Menschen wahr und tief\nempfinden, so hat sich in die Oper auch ein ernsteres Ele-\nment verwoben, ein Ausdruck innigen Gefühls, wo das\nLibretto durch grelle Caricatur geheuchelter Empfindung\nzu spassen sucht. Die heitere Grundfärbung des Ganzen\nwird dadurch nur um so wirkungsvoller hervorgehoben.\nDer oben citirte Aufsatz bezeichnet uns als Aufgabe eines\nBearbeiters, die handelnden Personen so, wie Mozart sie\ngeschaffen hat, in das Textbuch zurück zu übersetzen, den\nVerlauf der Handlung so zu wenden, dass die einzelnen\nSituationen des Stückes eine befriedigendere Motivirung\nerhalten, ohne an ihrem specifischen Charakter eine Aen-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "173", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.5", "texte": "derung zu erleiden. Der Aufsatz führt die zur Lösung der\nAufgabe angewandten Mittel auf, von denen hier nur das\nwichtigste genannt sein soll. Jeder der beiden Officiere\nwählt als Ziel seiner Versuchungen die eigene Verlobte;\nwenn diese sich ihm, angezogen durch einen geheimen Zau-\nber, eine nicht bis zum Bewusstsein durchbrechende Sym-\npathie, zuletzt ergibt, so ist eine Versöhnung möglich. Die-\nser Gedanke scheint allerdings sehr nahe zu liegen, und\nseine Ausführung ist durch die ursprüngliche Anlage des\nStückes leicht gemacht. Im Uebrigen bringt die neueste\nBearbeitung nichts eigentlich Fremdartiges herein; ausser\ndem Wegschneiden des Gemeinen und Anstössigen be-\nschränkt sich die Aenderung auf das Einflechten kleiner\nZüge, welche durch den erwähnten Hauptgedanken an die\nHand gegeben sind; die wirklich komischen oder drama-\ntisch wirksamen Ansätze des italiänischen Libretto sind\nüberall ausgebeutet, dabei aber in etwas reinere Atmo-\nsphäre versetzt. Die Leitung der Hofbühne, welche über-\nhaupt um Vorführung von Kunstwerken höheren Stils\nnach Möglichkeit besorgt ist, hat sich mit der Wieder-\nerweckung jener an musicalischen Reizen überreichen Mu-\nsik den Dank der Mozartfreunde gesichert.\n„Sind sie treu?\" heisst der Titel der neuen Bear-\nbeitung. Es bleibt zu untersuchen, ob die Oper in dieser\nneuen Gestalt endlich einmal das Ziel erreichen kann, das\ndie verschiedenen Bearbeitungen, die auf fast allen Bühnen\nin früheren Zeiten versucht wurden, so wenig vermochten,\nihr nahe zu rücken. Der Grundsatz der neuen Bearbeitung\nwar, die Handlung von dem Boden der gemeinen Farce in\ndie Sphäre des feineren Lustspiels zu versetzen, die psycho-\nlogische Motivirung der Charaktere in Einklang mit der\nWahrheit zu bringen, und die poetische Diction aufs in-\nnigste der Musik anzupassen. Um dies ausführen zu kön-\nnen, musste aber nicht bloss das accidentel Anstössige\noder sonst äusserlich Unpassende weggeräumt werden,\nsondern die ganze Tendenz der Handlung, die ganze Moral\nder Fabel geläutert und künstlerisch veredelt werden. Da\nbleibt es aber immer ein schlimmer Umstand, dass dies\nbei Cosi fantuMe nie möglich sein wird, wenn man der\nursprünglichen Tendenz der Oper treu bleibt. So spass-\nhaft die Wette an und für sich selbst sein kann und so\npassend sie für den Aufbau einer komischen Oper ist,\nso bildet eben doch die Verhöhnung, ja, die Entwürdi-\ngung des weiblichen Geschlechtes die principielle Basis\ndes Ganzen, und das ist ein Thema, das für keine Zeiten\npasst, am wenigsten für die unsrige. Allerdings haben Fi-\ngaro und Don Juan ein Thema, in dem die Verführung\neine Hauptrolle spielt; aber sie bleibt in beiden Opern\neine bloss individuelle Erscheinung, und wird durch viele\nGegensätze gemildert und ausgeglichen. In\nconcentrirt sich die ganze Handlung, auch ohne irgend\neine Abweichung, ohne irgend eine gegensätzliche Paral-\nlele, auf die Schwachheit des Weibes. Wären Leonore\nund Dorabella frivole Personen, so könnten sie nie als\nTypus der weiblichen Schwachheit aufgestellt werden, und\ndie Tendenz des Stückes würde keine verwerlliche. Aber\nes sind edle Geschöpfe, die beim plötzlichen Abschiede\nihrer Geliebten die innigste Liebe zeigen und ewige Treue\nversprechen. Die neue Bearbeitung suchte nun diese edlere\nSeite die ganze Handlung hindurch vorherrschen zu lassen;\nsie lasst sie einen langen Kampf durchkämpfen, indem sie\nauch zwischen den ersten und zweiten Act einen Zeitraum\nlegt, in welchem sie vergeblich auf Briefe warten, und in-\ndem Ferrando und Guglielmo, nicht wie im ursprüngli-\nchen Texte wechselseitig, sondern, wie schon gesagt,\nJeder um seine eigene Geliebte wirbt, wird die schon be-\nstehende Sympathie der Seelen zum Hauptmotiv der Mil-\nderung, und die Schwachheit auf psychologische Gründe\nzurückgeführt. Immerhin hat die neue Bearbeitung den\nVorzug vor allen anderen, dass sie die Oper in einem so\nedlen und reinen Lichte erscheinen lässt, dass selbst die\nJugend sich daran ergötzen kann; und da die Musik in ein\nihr entsprechendes Gewand gehüllt ist, so kann jetzt diese\nOper wieder ein Gemeingut der deutschen Nation werden.\nDabei ist der Text so vortrefflich in seiner Diction, so voll\ngeistreicher Züge und kerniger, kräftiger Sprache, dass er\nals Muster eines Libretto's gelten darf; es ist daher zu\nhoffen, dass der Vorgang unserer Hofbühne, ein solches\nMeisterwerk der dramatischen Musik wieder in ihr Re-\npertoire aufzunehmen, bald in ganz Deutschland Nach-\nahmung finden werde.\nWas nun die Aufführung selbst betrifft, so wetteiferte\nAlles im Streben nach Vollkommenheit. Die Inscenesetzung\nwar vortrefflich, frei von jeder störenden Caricatur oder\nalbernen Komik. Das Einzige, was getadelt werden könnte,\nwäre das Costume, in dem die verkleideten Geliebten er-\nscheinen. Um um die Liebe zweier schönen, den höheren\nStänden angehörigen Damen zu werben, sollten sie nicht\nals hässliche Walachen erscheinen, eher in einem schönen\norientalischen Costume. Ein zweiter Fehler war, dass der\nVorhang im zweiten Acte nicht zugleich mit dem Anfange\nder Musik aufgeht; es ist die Orchester-Einleitung des\nDuetts: „Weht, ihr leichtbeschwingten Lüfte\", kein Vor-\nspiel zum Acte, sondern das Vorspiel der schon auf der\nBühne vor sich gehenden Serenade, und muss als solche\ndem Publicum sichtbar werden. Sonst war alles Uebrige\nvortrefflich, und es gebührt Herrn Dr. Lewald die vollste\nAnerkennung seiner Bemühungen um die Oper. Eben so\nverdienen die mitwirkenden Künstler das unbedingteste\nLob aller Musikfreunde. Frau Leisinger fand in Leonore"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "174", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.6", "texte": "eine ihrer dankbarsten Rollen, und ihr edles, glühendes\nSpiel, das trotz der heroischen Färbung der Musik sich\nnie ins Tragische verstieg, ihr herzdurchdringender Vor-\ntrag der Gesangstücke, namentlich der Arie „Unbewegt\nin Meereswogen\", erregte durchaus stürmischen Applaus.\nEine Bühne darf sich in unseren Zeiten namentlich glück-\nlich schätzen, eine solche dramatische Sängerin zu besitzen;\nhoffen wir, dass sie lange Jahre die Zierde unserer Oper\nbleibe! Fräulein Mayer höfer als Dorabella war auch\ndurchaus edel, und ihr heiteres Wesen artete niemals in\nFrivolität aus. Auch im Gesänge wirkte sie mit gutem\nEindruck, und in den Ensemblestücken bildete sie ein le-\nbendiges Glied des Ganzen. Fräulein Marschalk als De-\nspina feierte einen Triumph durch ihr schalkhaftes, zofen-\ngemässes Spiel, durch die Naivetät ihrer Gesang-Vorträge,\ndurch die Mässigung in ihrer Travestirung und durch ihr\nstets reges Eingreifen in die Haupthandlung. Dass sie als\nNotar in der unteren Octave sang, geschah auf den Wunsch\ndes Bearbeiters, und es bildete auch einen guten Gegen-\nsatz gegen ihre Rolle als Doctor. Herr Pischek als Al-\nfonso war vortrefl lieh; er spielte den heiteren, weiberverspot-\ntenden Philosophen mit gemüthlicher Laune, und wenn er\nauch keine grossen Arien zu singen hat, so bildet er doch\nemiger Maassen den Stützpunkt des Ganzen, und dazu be-\ndarf es eines Künstlers wie Pischek. Herr Franz Jäger\nals Ferrando war in sehr guter Stimmung, er sang weich\nund fliessend und blieb dem Mozart'schen Stile getreu.\nLeider musste seine Haupt-Arie ausgelassen werden, da-\nmit das Stück nicht zu lang wurde. Herr Schüttkv als\nGuglieimo imponirte durch kriegerische Haltung, dürfte\naber in der Walachen-Verkleidung dieselbe etwas mildern,\nwodurch sein Charakter mehr Liebreiz gewinnen würde.\nDas Orchester spielte vortrefflich; Herr Rücken hat sich\nunendliche Mühe gegeben, um die Gesangnummern mit\nFeinheit und Discretion begleiten zu lassen; auch in dem\nEnsemble war ein Schwung, der seinem Geschmack alle\nF2hre macht. Wenn wir Eines wünschten, so wäre es,\ndass die Arie der Dorabella: „Ein schlauer Dieb ist Amor\",\nnicht zu rasch genommen würde, da es bloss ein Alle-\ngretto ist. Der Chor sang sehr schön. Kurz, die ganze\nAufführung war Mozart's würdig.\n\nS. M.\n\nDer Cäcilien-Verein.\n\nFrankfurt a. M., 20. Mai 1858.\nGestern hat der Cäcilien-Verein seine regelmässigen\nUebungen mit einem improvisirten kleinen Concerte für\ndie passiven Mitglieder und Abonnenten in allgemein er-\nfreuender Weise geschlossen. Die Werke, die aufgelegt\nwurden, waren zum Theil seit manchen Jahren nicht mehr\ngesungen und einem nicht unbedeutenden Tlieile der jün-\ngeren Mitglieder vollkommen neu. Dessen ungeachtet war die\nAusführung sehr befriedigend und genussreich, und nur\nwenige schwierige Chöre wurden zu besserer Altrundung\nwiederholt gesungen. Vorgetragen wurden die Chöre des\nRequiem von Mozart, soweit sie sicher von ihm herrüh-\nren, ein gewaltiges achtstimmiges von Lotti,\ndas wunderbar innige Ave M von Mendelssohn, die\nharmoniereiche Cäcilien-Cantate von Hauptmann und die\nfrische, dramatisch-effectreiche erste Walpurgisnacht von\nMendelssohn. Solche Abende, in welchen kleinere Werke,\ndie in den Concerten lange nicht ausgeführt worden, ab-\ngesungen werden, sind neben dem Genuss für Sänger und\nHörer auch von sehr grossem Nutzen besonders für\nerstere, da sie im Absingen geübt und mit dem reichen\nRepertoire classischer Musik, das der Verein besitzt, ver-\ntraut werden. Leider können sie bei den notwendigen\nVorübungen für die grossen öffentlichen Concert-Auffüh-\nrungen nur selten eingerichtet werden. Der Cäcilien-Ver-\nein hat in diesem Winter zum ersten Male seine sämmt-\nI\nliehen vier Concerte mit vollem Orchester gegeben. Die\nmateriellen Opfer waren dabei nicht gering, und es hat\nsich die Ansicht bestätigt, dass sie besonders bei den man-\ngelhaften Räumlichkeiten ohne Zuschuss auf die Dauer\nkaum fortgesetzt werden können. Eine erfreuliche Aus-\nsicht zu zahlreicherer Betheiligung bietet das Project, einen\neigenen Concertsaal zu bauen. Die hiesige Mozartstiftung,\ndie beim Sängerfeste des Jahres 1838 vom Liederkranze\nins Leben gerufen worden ist, hat die Initiative ergriffen;\nsie ist mit ihrem 38,000 Fl. betragenden Vermögen ein-\ngetreten und hat eine neue Gesellschaft, „Den Mozart-\nVerein\" , gegründet. Die Actien-Zeichnungen haben in die-\nsen Tagen begonnen und nehmen so raschen Fortgang,\ndass nicht mehr an der Verwirklichung des Planes zu zwei-\nfeln ist. Eine sehr grosse und bequem dem alten Bürger-\nVerein gegenüber gelegene, sehr rentable Räumlichkeit\nist gewonnen, und der neue Bau verspricht ein unserer\nStadt würdiger, alle Bedürfnisse befriedigender zu werden.\nAuf das erste öffentliche Concert, die hohe Messe von\nJ. S. Bach, das in diesen Blättern bereits seine Bespre-\nchung gefunden hat, folgte am 29. Januar der 95. Psalm\nvon Mendelssohn, das Ave von Mozart und das\nRequiem für gemischte Stimmen von Cherubini. Die\nZusammenstellung war eine sehr geeignete. Der Psalm,\nwenn auch keiner der grÖsstcn, enthält doch einige gewal-\ntige Chöre; das Ave verum in seiner himmlischen Klarheit\nund tiefen Innigkeit, und das grosse in seiner er-\nschütternden Grösse und Erhabenheit sind zu bekannt, als\ndass man noch ein Wort zu sagen brauchte in einem"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "175", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.7", "texte": "Blatte, das für Kenner ernster Musik bestimmt ist. Die\nAufführung war eine in jeder Beziehung ausgezeichnete.\nWährend in dem Mozart'schen Gebete der Chor von 175\nSängern und Sängerinnen, in sanftem Flusse anschwellend,\nin den leisesten Schwingungen verhauchte, steigerte er na-\nmentlich in dem Dies iraeseine Macht zu erschütternder\nGrösse. Manche wollten in der Einleitung zum\ndie Anwendung des Tamtam tadeln, aber wenn irgendwo,\nmöchte sie doch hier in ihrer einmaligen Erscheinung ge-\nrade bei der Ankündigung des jüngsten Gerichtes wohl\nzu rechtfertigen sein.\nAm 2. April, als am Charfreitage, folgte sodann, wie\nim vorigen Jahre, die Aufführung der grossen Matthäus-\nPassion von J. S. Bach in der deutsch-reformirtenKirche.\nSie war noch abgerundeter und vollendeter als im vorigen\nJahre. Die Orgel unterstützte wieder die Choräle und gros-\nsen Chöre. Die Recitative wurden dagegen von einem Cia-\nvier begleitet, wodurch sie offenbar an ruhiger Wirkung\nbedeutend gewannen. Die Soli waren sehr gut besetzt;\nHerr Karl Schneider sang die Partie des Evangelisten\nganz nach der Original-Composition mit einer Vollendung,\nwie wir sie noch nicht gehört haben. Der Chor von nahe\nan 200 Personen wurde in dem Cantus firmus des Eröff-\nnungschors, so wie in den grossen Chorälen von 150\nSchülern und Schülerinnen der Musterschule unterstützt,\nwas in der gut geeigneten Kirche eine unvergleichliche\nWirkung machte. Wir können mit Freude sagen, dass die\nDarstellung der Matthäus-Passion in solch vollendetem Zu-\nsammenwirken bis jetzt der höchste musicalische Genuss\nfür uns gewesen und zu einer wahren Weihe der Fest-\ntage für sehr Viele geworden ist.\nDas letzte Concert brachte am 14. Mai zum ersten\nMale Händel's Jephta mit voller Orchester-Begleitung.\nDieses letzte Oratorium des Meisters, das kaum irgendwo\nin Deutschland gesungen wird, ist durch Messer schon im\nJahre 1841 dem Repertoire des Cäcilien-Vereins einver-\nleibt, seitdem aber nur einmal wieder 1844 aufgeführt\nworden, beide Male nur am Ciavier. Die v. Mosel'sche\nOrchestration hat zwar namentlich in diesen Blättern eine\nstrenge Beurtheilung gefunden, und wir wollen auch nicht\nläujznen, dass sie in den Händel'schen Geist nicht durch-\nO '\ngehends eingegangen ist; auch ist die Gewaltthätigkeit,\nmit der fremde Chöre aus Deborah eingeschoben sind und\nsogar Wesentliches ausgelassen ist, in keiner Weise zu\nrechtfertigen. Jedoch hat Herr Musik-Director Messer,\nals gründlicher Kenner Händefs, Vieles in der Instrumen-\ntation geändert und vereinfacht, auch die e\nJephta's im dritten Theile: „Schwebt, ihr Engel\", als eines\nder schönsten Stücke, das für den Zusammenhang ganz\nunentbehrlich ist, mit eigener Instrumentirung wieder ein-\ngefügt, und sie machte, von Herrn Karl Schneider mei-\nsterhaft gesungen, eine herrliche Wirkung. Wir stellen\nden Jephta, sowohl was den vortrefflichen, hochpoetischen\nund in seinen gewaltigen Gegensätzen dem Componisten\näusserst günstigen Text, als auch die frische, äusserst le-\nbendige, vom Zartesten, Süssesten bis zum Erhabensten\ndie mannigfaltigsten Gefühle, in den wundervollen Recita-\ntiven sowohl wie in den gewaltigen Chören ausdrückende\nComposition betrifft, neben einen Judas Maccabäus, Sam-\nson und Israel in Aegypten. Der Chor im zweiten Theile:\n„Verhüllt, o Herr\", mit seinen vier Motiven gehört wohl\nzu den grössten Chören, die Händel geschrieben hat. Aus-\nser Herrn C. Schneider und Frau Nissen-Saloman,\ndie in höchst anerkennenswerther Bereitwilligkeit noch am\nTage des Concertes die Partie der Ipsis, die ihr gänzlich\nfremd war, für das plötzlich erkrankte Fräulein Veith über-\nnommen hatte, sangen Mitglieder des Vereins die übrigen\nPartieen recht wacker, und auch diese Aufführung, die\ndurch die drückende Hitze in dem gefüllten Saale erschwert\nwurde, war eine durchaus gelungene. Von den in Deutsch-\nland bekannten Oratorien Händel's hat der Cäcilien-Verein\nnun alle, bis auf Belsazar und Deborah, in seinem Reper-\ntoire. Möchte die Händel-Gesellschaft bald auch die übri-\ngen dem Studium des Vereins eröffnen. Zunächst treten\nnun die Sommer-Ferien ein. Dann wird das Weihnachts-\nOratorium von Ii ach in Uebung genommen, das um die\nWeihnachtszeit zur Aufführung kommen soll und ohne\nZweifel sich eben so bei uns einleben wird, wie die Mat-\nthäus-Passion.\n\n-nn.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nHol», 27. Mai. Das 36. niederrheinische Musikfest\nist an den Pfingsttagen den 23., 24. und 25. Mai unter Ferdinand\nHi 11 er' s Leitung mit grossem Glänze gefeiert worden. Die Aus-\nführungen waren durch die Zahl und Tüchtigkeit der in Chor und\nOrchester Mitwirkenden (682 Personen) so imposant und vorzüglich\ngelungen, wie sie noch auf keinem Feste gewesen sind, wozu aller-\ndings das Local, welches eine breite und tiefe Aufstellung, wie\nsonst nirgendwo, erlaubt und dabei in akustischer Beziehung nichts\nzu wünschen übrig lässt, viel beigetragen hat. Indess waren alle\nAnwesenden darüber einig, dass man einen solchen Chor nirgend\nanders finden könne ; und in der That waren die Leistungen dessel-\nben in Hille r's Saul und in Mendelssohn' s Walpurgis-\nnacht, vor Allem aber in J. S. Bach's Credo aus der hohen\nMesse in H-moll, so sicher und klangprächtig, dass Alles, zumal\nwenn der Sopran einsetzte und sich in die Eegionen des zweigestri-\nchenen fis g a hinaufschwang, von freudigem Erstaunen ergriffen\nwurde. So errangen denn auch die Chöre den lautesten und an-\ndauerndsten Beifall der Zuhörerschaft und nächst ihnen das or-\nchester durch die herrliche Ausführung der Sinfonia eroica\nVGn Beethoven, wovon jeder Satz mit stürmischem Applaus auf-\ngenommen wurde ja, es fehlte nicht an Stimmen, welche die\nAnhörung der Sinfonie für den vollkommensten musicalischen Genuss\nan allen drei Abenden erklärten."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "176", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580529-01.1.8", "texte": "Die Solisten, Fräulein Krall (Sopran) von Dresden, Fräulein\nJenny Meyer (Mezzo-Sopran) von Berlin, Herr Schneider (Te-\nnor) von Frankfurt am Main, Herr Step an (Bass) von Mannheim,\nHerr Abiger (Bass) vom Stadttheater zu Köln, waren im Ganzen\ngenügend und im Einzelnen sehr beifallswürdig, allein keineswegs\ndurch Virtuosität oder europäische Berühmtheit ausgezeichnet.\nJa, es lässt sich nicht läugnen, dass wir in nächster Nähe\nKräfte besitzen, welche z. B. in Hiller's Saul nicht allein die\nHauptpartieen des Saul und der Michal eben so gnt, sondern ohne\nallen Vergleich besser gesungen haben würden und in der ersten\nAufführung im December vorigen Jahres bereits besser gesungen\nhaben.\nSo hat denn dieses Fest, an welchem keine hervorragende Ge-\nsangesgrösse, wie Jenny Lind, Jenny Ney, Roger, Formes u. s. w,\ngeglänzt hat, durch den zahlreichen Besuch, durch den an jedem Abende\nvon Anfang bis zu Ende und im Ganzen von Tag zu Tag sich stei-\ngernden Enthusiasmus des Publicums und die einstimmigen Urtheile\nder anwesenden Musiker und Dirigenten über die Trefflichkeit der\nAusführungen bewiesen, dass die künstlerischen Leistungen\nder Massen die Hauptsache bei einem Musikfeste sind, nicht\naber die grossen Namen der Solosänger; wir sagen mit Absicht: die\ngrossen Namen; denn nicht immer entsprechen die Leistungen, zu-\nmal in Oratorien, diesen Namen. Hoffentlich' wird der Erfolg dieses\nFestes den Comite's der rheinischen Städte über die Jagd nach Ce-\nlebritäten die Augen öffnen.\nPreis-Ertli e i 1 u ii g.\nDa ein Allerhöchster Erlass Sr. Majestät des Königs die Organi-\nsation der Musik für die Infanterie nach dem neuen Wieprecht'schen\nSysteme in der königlich preussischen Armee s. Z. in Aussicht\nstellte, so erliessen wir in Nr. 1 der Berliner Musik-Zeitung Echo,\nJahrgang IV., ein Preis-Aus s c h r e i b e n zur Composition mili-\ntärischer Märsche zum dienstlichen Gebrauche. In\nFolge desselben wurden aus Deutschland, Frankreich, Italien, Polen\nund Russland 73 Märsche in Partitur und im Clavier-Auszug, näm-\nlich 39 für Infanterie-, 19 für Cavallerie- und 15 für Horn-Musik\neingesandt. Das Preisrichter-Amt hatten die Herren p. p. Gerold (Di-\nrector der gesammten Militärmusik der k. hannoverschen Armee),\nHalevy, Leonhardt (General-Director der k. k. österreichischen Ar-\nDr. F. Liszt, Dr. Meyerbeer, Graf v. Redern und W.\nWieprecht die Güte gehabt, zu übernehmen. Der Majoritäts-Beschluss\nder Preisrichter ertheilte Herrn Bernhard Sydow, Lieutenant im\nk. Preussischen Garde-Artillerie-Regiment in Mainz, den Preis und\nden Ehrensold von 15 Ducaten für die Composition des Infanterie-\nMarsches „Pro patria\", ferner Belobung Herrn Ad. Golde in Ber-\nlin für den Infanterie-Marsch mit dem Motto: „0, welche Lust,\nSoldat zu sein!\" Keiner der Märsche für Cavallerie- und Horn-\nMusik wurde des Preises für würdig erachtet, doch wurde Belobung\nertheilt dem Cavallerie-Marsch Nr. 11 mit dem Motto : „Stolz und\nedel*4, so wie dem Marsch Nr. 45 für Horn-Musik mit dem Motto :\n„Lang1 lebe der König! Es freue sich, wer da athmet im rosigen\nLicht\", und bitten wir deren Verfasser um die Erlaubniss, ihre Na-\nmen veröffentlichen zu dürfen.\nDer Preismarsch „Pro patria\" von Bernhard Sydow wird dem-\nnächst durch die Schlesinger'sche Verlagshandlung veröffentlicht\nwerden.\nBerlin, den 19. Mai 1858.\nDie Kedaetion\nder Berliner Musik-Zeitung Eclio.\nDruckfehler.\nIn Nr. 21, S. 165, Z. 13 von unten, lies J. J. Bott, anstatt\nPott."}]}