{"numero_id": "bm-bmtnabi-1858-08-28-01", "volume": "bmtnabi_1858-08-28_01", "ocr_sha256": "a1cc8a037137400d37041f7a99b8dee52dfab0d35ac3f0c5d070364688be170d", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1858/08/28_01/bmtnabi_1858-08-28_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1858-08-28-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-08-28_01#c001", "volume": "bmtnabi_1858-08-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "273", "page_fin": "273", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 420, "texte": "Inhalt.\nDie diesjährige Musikzeit in London. Neue Ausgabe classischer Clavier-Componisten (Beethoven, Clementi, Ilaydn, Mo-\nmart). Von L. I>. Deutsches Theater-Archiv, Tages- und Unter h alt ungsblatt (Köln, Joseph Derffel, Fräulein Auguste Bren-\nken, „Polyhymnia\", Verein für Männergesang Coblenz, Concert von Henri Herz, Fräulein Anna Zick Ludwig Reilstab Dr. Spiker,\nVermächtniss Wiesbaden, Fräulein Auguste Brenken)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-08-28-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-08-28_01#c002", "volume": "bmtnabi_1858-08-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "273", "page_fin": "276", "image_debut": 1, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.2.2", "titre_corps": "Die diesjährige Musikzeit in London.", "titre_sommaire": "Die diesjährige Musikzeit in London.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.1", "debut_caractere": 422, "fin_caractere_exclue": 4252, "texte": "Die diesjährige Musikzeit in London.\nUeber unsere Musik-Zustände im Allgemeinen kann\nich Ihnen nur sagen, dass sie wenig anders geworden sind,\nals sie in den letzten Jahren waren. Ein erfreulicher Fort-\nschritt zeigt sich jedoch in zwei Dingen: die Gesang-Ver-\neine bilden sich fester und fangen an, die Sache mit Ernst\nzu treiben, und der Sinn für Musik beginnt, wie es scheint,\nauch mehr in die mittleren Schichten der Bevölkerung zu\ndringen. Dass die höheren Stände eine grosse Anzahl von\nkunstgebildeten Musikfreunden oder vielmehr Musikfreun-\ndinnen in die Concerte und besonders in die Vereine für\nKammermusik senden, wissen Sie. Das musicalische Urtheil\nin diesen Kreisen wird immer selbstständiger, bleibt aber\nstets bescheiden, ja, schüchtern, wenn man es mit dem ab-\nsprechenden Kunstgeschwätz in den pariser Musik-Salons\nvergleicht. Der Geschmack hält sich in ihnen auf richtiger\nBahn, wozu die Oratorien-Aufführungen und die Quartett-\nVereine viel beitragen; die Ragout-Coneerte von einigen\nDutzend Nummern werden desshalb seltener, ihr Publicum\nbesteht fast nur noch aus Fremden, das heisst aus Eng-\nländern, die mit ihren Familien aus der Provinz nach Lon-\ndon kommen, um von jedem berühmten Künstler der Sai-\nson wo möglich ein Stückchen zu hören und dessen Na-\nmen mit nach Hause zu nehmen.\nDie Theiinahme des grösseren Publicums für Musik\nhaben offenbar die Concerte im Krystallpalast gesteigert.\nWenn auch ihre Programme immerhin etwas bunt waren,\nda sie zunächst durch Abwechslung anziehen mussten, so\nbrachten sie doch im Ganzen gute Musik, alte und neue.\nMendelssohn's Sinfonie in A-dur,Beethoven's Nr. 11., Nr.\nVI., VII. und VIII., Sinfonie in D von Gounod, mehrere\nvon Haydn, in Cmit der Fuge von Mozart u. s. w., Ou-\nvertüren von Cherubini, Spontini, Beethoven, Weber, Ber-\nlioz und Anderen wurden unter recht präciser und sicherer\nLeitung des Herrn A. Manns meist ganz gut zu Gehör\ngebracht. In einem der ersten Concerte trat auch der Män-\nnergesang-Verein Orpheus mit Liedern von Marschner, Men-\ndelssohn und Kücken mit Erfolg auf. Die Leute haben sich\nsehr viel Mühe gegeben und sind gut eingeübt; allein der\nTon des Chors im Ganzen hat nicht entfernt das Sonore\nder deutschen Sänger-Vereine.\nFür das kolossale Händelfest, das im folgenden Jahre\nim Krystallpalast gefeiert werden soll, hält der Dirigent\nCosta schon jetzt Proben. Die erste fand bereits in den\nletzten Tagen des März Statt; den Kern des Chors liefert\ndie Sacrcd harmonic Society, an tausend Sänger, die in\nExeter Hall zunächst alle vier Wochen probiren.\nEs droht aber der Popularität Händel's ein neuer Mit-\nbewerber, neu für England, alt, vergessen und wieder neu\nin Deutschland Johann Sebastian Bach. Stern-\ndale Bennett hat hier eine Bach-Gesellschaft gegründet,\nderen Präsident und Musik-Director er ist; sie besteht wohl\nschon seit sieben bis acht Jahren, ist aber noch nie in die\nOefientlichkeit getreten. Die Mitglieder allein haben einmal\neine Aufführung der grossen Passions-Musik in Hanover\nSquare Rooms gehört; aber für das grosse musicalische\nPublicum von London war Bach bis dieses Frühjahr ein\nBuch mit sieben Siegeln. Man kann sich daher vorstellen,\ndass die Ankündigung einer öffentlichen Production der\nBach-Gesellschaft, die nichts Geringeres versprach als die\nAufführung der Matthäus-Passion in St. Martin's Hall, in\nden musicalischen Kreisen eine gewaltige Aufregung her-\nvorbrachte.\nDie Aufführung fand im März Statt (den 23.), und\neine so glänzende und zahlreiche Zuhörerschaft hat Herrn\nHullah's grosser Saal wohl noch nie gesehen. Es strömte\nförmlich zu diesem Abend-Concert, und unzählige Men-\nschen mussten, weil der Saal vollständig gefüllt war, ab-\ngewiesen werden. Dazu kam noch, dass man wusste, der\nPrinz-Gemahl werde die Aufführung durch seine Gegen-\nwart verherrlichen. Punkt acht Uhr erschien der Prinz."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "274", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5445, "texte": "wurde von dem Vorstaride der Gesellschaft empfangen und\nauf die erhöhten Sitze für ihn und sein Gefolge unter leb-\nhaften Hochs geleitet. Kurz darauf trat Bennett an das Di-\nrigentenpult und wurde mit eben so lauten Cheers be-\ngrüsst, und in der That hat er sie wohl verdient. Der wie-\nderholte Applaus des Publicums vor der Aufführung war\nhier keine bedeutungslose Höflichkeit; er war das Zeichen\nder Anerkennung eines gediegenen musicalischen Strebens\nund Wirkens, dem es nach jahrelangem Eifer gelungen,\ndem grössten deutschen Meister eine Stelle in England zu\ngründen, von der aus seine Werke wieder lebendig wer-\nden und neben den erhabenen Schöpfungen Händel's er-\nklingen können. Der begeisterte Zuruf der Tausende von\nZuhörern, den Prinzen-Gemahl an der Spitze, war ein Tri-\nbut der Verehrung, welcher dem trefflichen Künstler und\nDirigenten der schönste Lohn sein musste.\nDie Ausführung war im Ganzen zu loben, wenn man\nauf die grossen Schwierigkeiten Rücksicht nimmt und die\nForderungen bei Seite setzt, die man an eine vom Geiste\ndes Werkes völlig durchdrungene Wiedergabe zu machen\nberechtigt ist. Der Chor wurde nach dem ersten Choral\nzuversichtlicher und sang namentlich alle Choräle recht\nschön, die denn auch einen sichtbaren Eindruck auf die\nMenge machten. Den Evangelisten sang ein Herr Benson;\nes ist freilich schwer, dieser Aufgabe gewachsen zu sein.\nVon den bekannten Oratoriensängern wirkten Miss Dolby\nund Herr Weiss mit. Das Publicum hörte mit gespannter\nAufmerksamkeit zu; auch Prinz Albert blieb bis zum Ende.\nDa es in London jetzt auch eine Partei gibt, die sich\ngegen die herrschende Vorliebe zur höheren, d. h. haupt-\nsächlich zur Oratorien-Musik ausspricht, so gab die Auf-\nführung der Passion und ihre Aufnahme beim Publicum\nder Kritik Gelegenheit, einige witzige und derbe Zurecht-\nweisungen an die Bewunderer der Italiäner und was daran\nhängt, zu richten. Denn die hiesigen Gegner der monumen-\ntalen \\\\ erke sind nicht etwa für die Zukunftsmusik begei-\nstert, sondern für die Unterhaltungs-Musik und die italiä-\nnische Oper. „Bach's Passion\", sagt z.B. Musical World,\n„ist ein Werk, das nicht die geringste Aehnlichkeit mit\neiner Polka, oder einer Melodie von Neu-England, oder\neinem Divertissement hat, und doch drängte sich Alles nach\nSt. Martin's Hall! Man betrachte einmal den feinen Pöbel\nin voller Toilette im Theater, der für die Traviata\nschwärmt, und vergleiche ihn mit der bescheidener geklei-\ndeten Menge auf den Sitzen und Galerieen in St. Martin's\nund Exeter Hall, wann dort ein classisches Meisterwerk\naufgeführt wird, und die Frage wird leicht zu entscheiden\nsein, auf welcher Seite diejenigen Leute die grösste Ueber-\nzahl bilden, die nur das bewundern, was zu bewundern\nMode ist. Die Wahrheit ist, dass in den Herzen der\nunverbildeten Menschen ein Gefühl für die echte Kunst\nwohnt, das dem Gefühle für Religion vergleichbar ist. Die\naufrichtigen Verehrer Händel's und Shakespeare's mögen\nvielleicht nicht im Stande sein, die Form-Vollendung in\nden Werken des ersteren und alle verborgenen Schönhei-\nten in dem letzteren zu würdigen; aber sie erkennen recht\ngut, dass etwas von erhabener Natur ihrer Betrachtung\nvorgeführt wird, etwas, das wesentlich edler ist als die ge-\nlungenste Nachahmung des Grunzens eines Ferkels oder\ndes Knalles beim Ausziehen eines Korks. Jenes Gefühl\nkann wohl dann und wann aus der Mode kommen, aber\nnie aus dem Wesen des Menschen verschwinden.\"\nMit gleicher Derbheit schildert der geistreiche Davison\nferner die Verkehrtheit des Realismus in der Kunst, des-\nsen Verlechter die Nachahmung der Natur, d. h. des\nWirklichen, Alltäglichen, aus dem gewöhnlichsten Leben\nGegriffenen für das würdigste Ziel der Kunst halten. Der\ngriechische Weise, der einen Menschen hören sollte, zu\ndem das Volk strömte, weil er der Nachtigall Schlag täu-\nschend nachmachte, der aber antwortete : „Ich will lieber\nhinaus gehen und die Nachtigall selbst hören\", hat damit\nden Nagel auf den Kopf getroffen. Die Aufgabe der Kunst\nist, den Menschen über das gewöhnliche Leben empor zu\ntragen, erhabene Ideen in sinnlich fassbarer Form darzu-\nstellen. Dass eine Maus, die einen Käse benagt, ein besse-\nres Gemälde ist, als eine Raphael'sche Madonna, eine\nelende Strassen-Melodie erhaben über den Messias, eine\nderbe Posse trefflicher als Hamlet, diese Entdeckung war\nden Aesthetikcrn des neunzehnten Jahrhunderts vorbe-\nhalten.\nSic sehen, die Lehre von der so genannten Natur-\nwahrheit in der Kunst findet auch hier ihre Apostel, sonst\nwürde die vernünftige Kritik sich nicht gegen sie erheben.\nEs spukt der Realismus in der Kunst durch die ganze\nWelt, und die Tonkunst bleibt auch nicht davon verschont,\nwie die Beispiele von Wagner's Hirtenknaben an, der in\nden Betgesang der Pilger hineindudelt, bis zu dem Geschrei\nder Sänger, das die Stelle des Gesanges eingenommen hat,\nzeigen.\nZu den grossen Musikhallen, die London schon be-\nsass, ist in diesem Jahre eine neue, St. James' Hall, hinzu-\ngekommen. Das Aeussere des Gebäudes ist ganz unbedeu-\ntend ; der Hauptsaal im Innern ist gross, hoch gewölbt,\nmit schlanken, von Gold überladenen Säulen, prachtvoller\nBeleuchtung von Gassternen, die vom Firmament, d. h.\nvon der Decke herab strahlen kurz, eine der glänzend-\nsten und am geschmackvollsten decorirten Hallen auf der\nWelt. Sie ist weit länger und höher als St. Martin's Hall,\nund hat eine Galerie zu beiden Langseiten. Das Orchester\nist ein Bau von imposantem Anblick, gekrönt durch eine"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "275", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5354, "texte": "prächtige Orgel, deren Tonfülle eben so vorzüglich ist, als\nihr Aeusseres, das mit der Architektur und den Verzie-\nrungen des Saales übereinstimmt. Es klingt sehr gut in\nder neuen Halle, trotzdem dass ein Theil des Chors und\nder Instrumentalisten in den Höhlungen der beiden Seiten\nso sitzen, dass sie von dem Zuschauerraum aus gar nicht\ngesehen werden können, was immerhin ein übler [ instand\nist zumal für die Damen im Chor!\nDie Einweihung geschah durch ein Concert, dessen\nErtrag für ein Hospital bestimmt war. Alle Räume waren\nvoll, mit Ausnahme der Guinee-Plätze, die nur etwas über\ndie Hälfte ihrer Anzahl besetzt waren; trotzdem ist eine\nbeträchtliche Summe eingekommen. Eröffnet wurde das\nConcert durch die National-Hymne; dann folgte Mendels-\nsohn's Lobgesang. Die zweite Abtheilung begann mit der\nKrönungs-Hymne von Händel; es folgten Spohr's Cantate:\n„Gott, Du bist gross\", ein dreistimmiges von\nCherubini, Alt-Solo (Miss Dolby) mit Chor:\nrano\", von Marcello, Mozart's und zum Schluss\ndas Halleluja aus Christus am Oelberg von Beethoven. Die\nSolisten waren Mad. Rüdersdorf, Miss Stabbach, Mad.\nWeiss; die Herren Lockey, Montem Smith, Thomas und\nWeiss. Die Chöre führte die V aus, welche,\nseitdem Sie sie vor zwei Jahren gehört haben, vortreffliche\nFortschritte gemacht hat. Sie zählt jetzt 300 singende\nMitglieder aus den gebildeten Ständen, jedoch ohne Ka-\nstenstrenge, und ihre Stiftung und Leitung gereicht ihrem\nDirigenten Benedikt zu grossem Ruhme. Um sein Ver-\ndienst ganz zu würdigen, muss man die unzähligen Hin-\ndernisse kennen, welche Alt-Englands Sitte, Brauch, Vor-\nurtheil, Kunst- und Künstler-Taxe dem Gedeihen eines\nVereins von Dilettanten entgegen stellen. Benedikts sichere,\nhöchst geachtete Stellung und sein bescheidenes und doch\nernstes, stets tactvolles und kluges Benehmen waren allein\nim Stande, die Gesellschaft auf die Consistenz und auf die\nStufe musicalischer Bildung zu bringen, die sie jetzt ein-\nnimmt. Ihr öffentliches Auftreten wird von entschiedenem\nEinflüsse sein. Prinz Albert war auch in diesem Concerte\nvon Anfang bis zu Ende anwesend. Das Orchester war\naus den besten Instrumentalisten Londons zusammen-\ngestellt.\nEin zweites Concert, ebenfalls unter der Direction von\nBenedikt, hatte noch mehr Zuhörer angezogen, als das\nerste. Das Programm brachte dieses Mal lauter weltliche\nMusik und war auf die grosse Menge berechnet. Doch\nbrachte es auch Beethoven's Leonoren-Ouverture, Men-\ndelssohn's Musik zum Sommernachtstraum, Webers Con-\ncertstück für Pianoforte, welches Miss Arabella Goddard\n(unstreitig die bedeutendste Clavierspielerin unserer Zeit)\nvortrug, und Solostücke für die Violine, von Molique, und\nfür das Violoncell, von Piatti vortrefflich, wie immer, ge-\nspielt. Einige Chöre wurden wiederum von der Vocal As-\nsociation gesungen.\nDieser Verein hat sich nun vorzugsweise in der St.\nJames' Hall eingesetzt, und eine Reihe von sechs Concerten\ndarin gegeben. Das erste (Anfang April) war ein aus-\nschliessliches Mendelssohn-Concert: zehn Nummern,\nalle von Mendelssohn: Allein dieser Name zieht gewaltig\nin London, und es ärgert die Engländer nichts mehr, als\ndass Mendelssohn sich nicht länger in England aufgehalten,\nund vor alien Dingen, dass er nicht dort gestorben ist, da-\nmit sie ihn wie Händel für ihr Eigenthum hätten erklären\nkönnen! Es war an dem Concert-Tage ein schauderhaftes\nWetter, es goss vom Himmel, und dennoch war die Halle\nvoll glänzender Gesellschaft. Von grösseren Werken wur-\nden gemacht die Sinfonie in A-dur (die überhaupt in Eng-\nland sehr beliebt ist), das Violin-Concert (Herr Sainton),\ndas Finale der Lorelei (Miss Stabbach), die Ouvertüre\n„Meeresstille und glückliche Fahrt\" und „Die erste Wal-\npurgisnacht\". Dazwischen spielte Miss Goddard noch das\nCapriccio in B-durmit Orchester, Mad. Castellan sang die\nConcert-Arie (mit italiänischem Text) und mit einer ande-\nren Dame zwei von den Duetten im Volkstone, und fer-\nnere Intermezzi waren noch zwei von den hübschen vier-\nstimmigen Gesängen für ganzen Chor und zwei für Män-\nnerchor („Jägers Abschied\" und „Türkisches Schenk-\nlied\") —, wobei ich beiläufig erwähne, dass der Männer-\ngesang in der Vocal Association nicht so erfolgreich culti-\nvirt worden ist, als der vollständige Chorgesang.\nDies war nun freilich ein übertriebener Mcndelssohn-\nCultus. Selbst der starke Magen des eingefleischtesten\nVerehrers von Mendelssohn, des Redacteurs der\nWorld,unterlag am Ende dem Einerlei und der Zahl der\nGerichte; als die Walpurgisnacht ungefähr 11 Uhr Nachts\nbegann, entfernte er sich, als fürchtete er, in der Mitter-\nnachtsstunde auf den Blocksberg entführt zu werden, und\neben so that ein grosser Theil des Publicums. Die Leistun-\ngen der Miss Goddard und des Herrn Sainton waren mei-\nsterhaft ; dagegen vermochte Mad. Castellan nicht ganz in\nden Geist des Stückes einzudringen, wenngleich sie mit\nKraft und Feuer sang.\nEinen zweiten Chor-Verein leitet Herr Leslie, der\nComponist des Oratoriums „Immanuel\", neuerdings der\n„Judith\" u. s. w. Auch er gibt eine Reihe von Concerten\nin St. Martin's Hail, die ein grosses Publicum haben. Ge-\nsang ist dort die Hauptsache, theils von Glec's und Madri-\ngalen alt- und neu-englischer Componisten, wobei Herr\nLeslie sich selbst keineswegs vergisst, auch von Männcr-\nchören, theils von grösseren Solo- und Chorsätzen ohne\nOrchester, zuweilen mit Begleitung der Orgel. Auch kom-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "276", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4547, "texte": "men Vorträge auf dem Pianoforle und der Violine vor.\nDiese Concerte haben mehr den Charakter musicalischer\nUnterhaltung als grossartiger Aufführung.\nDas alte ehrwürdige Stammhaus der geistlichen Musik,\nder feste Hort der orthodoxen Tonkunst, die Sacred Ilar-\nmonic Society in Exeter Hall, behauptet sich auf ihrer\nHöhe. Sie brachte Händel's Samson, der seit 7 8 Jah-\nren nicht auf das Programm gekommen war. Sims Reeves\nsang den Samson, Weiss den Riesen Harapha, der bei den\nAufführungen in Deutschland gar nicht zum Vorschein\nkommt*), die Damen Rudersdorf und Dolby die Frauen-\nPartieen. Im zweiten Concerte Mendelssohn's Lobgesang\nund Mozart's Requiem —eine eigenthümliche Zusammen-\nstellung. Das letztere Werk wurde präciser und kräftiger\nausgeführt, als das erste. Mad. Castellan trat darin auf;\nsie schien selbst etwas erkältet und liess auch die Zuhörer\nziemlich kalt; wenigstens erregte sie nicht den Enthusias-\nmus, wie bei ihrer ersten Anwesenheit in London vor drei\nJahren.\nDann folgte Händel's Israel in Aegypten; hier zeigte\nsich in einigen Chören die Sacr in dieser Saison\neigentlich zum ersten Male wieder in ihrer vollen Glorie.\nMan kann sich kaum etwas Imposanteres denken als das\nEinschlagen des „Hagelchors\", die Vertilgung von „Ross\nund Reiter\", die erhabene Kraft von „Er sprach das\nWort!\" Die Begeisterung im Publicum war, man möchte\nsagen: unerhört; trotz der Statuten war es unmöglich,\ndem stürmischen Dacaporuf des Hagelchors zu widerste-\nhen; man erinnerte sieh nicht, einen so gedrängt vollen\nSaal in Exeter Hall gesehen zu haben.\nDas nächste Concert brachte wieder eine sonderbare\nZusammenstellung: Mendelssohn's Athalia und Rossini's\nStabat maier! Die Ausführung war eben nicht vollkom-\nmen, allein der treffliche Gesang von Clara Novello und\nSims Reeves entschädigte. Dann kam Eli, das Oratorium\nvon Costa, der bekanntlich diese Concerte dirigirt, an die\nReihe. Seit der ersten Aufführung beim Musikfeste zu Bir-\nmingham 1855 ist es eine stehende Nummer auf dem\nProgramm der Sacred Hartnonic Society, was man nur\nbilligen kann. Die Dankbarkeit der Engländer für die\nSchöpfer von Kunstwerken auf ihrem Boden ist ein sehr\nschöner Zug in ihrem National-Charakter. Costa wurde\nbei seinem Eintritte und am Schlüsse der Aufführung, die\nrecht gut war, mit ungeheurem Applaus und mit Cheers\nbegrüsst. Von den Solisten war Clara Novello hervorra-\ngend ; sie sang wunderschön.\nMisste man freilich Karl Formes, der noch immer in\nAmerica ist.\nDer rührige Mr. John llu 11 ah in St. Marlin's Hall\nhat mit seinem Sing-Institut und dem grösstentheils daraus\nhervorgegangenen Chor auch nicht gefeiert. Während und\nnach seinen Winter-Concerten, die hauptsächlich Instru-\nmentalwerke zu Gehör brachten, hat er mehrere grosso\nVocal-Aufführungen mit Orchester veranstaltet. Dass in\nihnen auch jüngere und noch unbekannte Talente zum\nAuftreten in Solo-Partieen kommen, ist sehr erfreulich.\nDie erste Oratorien-Aufführung (schon Ende Februar) war\nMendelssohns Elias. Ihm folgte Händeis Irael in Aegyp-\nten, dann Mozart's Requiem und in demselben Concerte\nBeethoven's neunte Sinfonie—„Ewige Ruhe\" und „Freude,\nschöner Götterfunken!\" Die neunte Sinfonie hatte Herr\nHullah schon einmal in einem seiner Orchestral Concerts\ngegeben. Auch eine Aufführung des Messias hatte er in\nder Charwoche veranstaltet. Im Juni und Juli hat Herr\nHullah auch noch einige gemischte Vocal- und Instrumen-\nlal-Concerte gegeben. In einem derselben hörten wir eine\nMotette von J. S. Bach in F-moll, Mcndelssolm's Laudatc\npiieri und einen Weihnachtsgesang, „Nazareth\", für Bass-\nSolo und Chor von Gounod. Eine Merkwürdigkeit w ar auch\nder Vortrag zweier Lieder von Mendelssohn für Sopran\n(„Auf Flügeln des Gesangs\" und „Im Walde\") in deut-\nscher Sprache durch Mademoiselle Maria de Villar.\nDie Royal Academy of Mderen Präsident der\nedle Earl von Westmoreland ist, hat denn in dieser Saison\nauch mehr von sich hören lassen, als früher. Es ist diese\nAnstalt eine Musikschule, die ganz gut fundirt ist; sie hat\nzwei bis drei Concerte rforthe\ngegeben, in welchen einige recht hübsche ausübende Ta-\nlente aus der Zahl der Zöglinge auftraten. Auch der Chor\nleistete Gutes, im ersten Concerte in Stücken aus der\nSchöpfung, aus Costa's Eli und einer Messe von West-\nmoreland.\nNimmt man dieses alles zusammen, so wird man ge-\nstehen, dass Paris in Hinsicht auf Vocalmusik-Aufführun-\ngen von Werken ernster Galtung nicht den ensferntesten\nVergleich mit London aushalten kann.\n(Schluss folgt.)\n*) Das ist doch nicht ganz wahr, wie wir nächstens nachweisen\nwerden. Die Redaction."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-08-28-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-08-28_01#c003", "volume": "bmtnabi_1858-08-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "276", "page_fin": "278", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.2.3", "titre_corps": "Neue Ausgabe classischer Clavier-Componisten.", "titre_sommaire": "Neue Ausgabe classischer Clavier-Componisten.", "signature_source": "L. 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Moscheies, dem berühmten"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "277", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5186, "texte": "Veteranen der classischen Ciavierschule, einen Mann ge-\nfunden, der vorzugsweise im Stande ist, der von ihm über-\nnommenen Aufgabe zu genügen.\nEduard Hallberger in Stuttgart kündigt uns an\neine „Pracht-Ausgabe der Classiker\n„Beethoven, Clementi, Haydn, Mozart in ih-\nren Werken für das Pianoforte allein. Neu her-\nausgegeben mit Bezeichnung des Zeitmaasses und\nFingersatzes von J. 31 oScheies, Professor am\nConservatorium in Leipzig. Vollständig in circa\n400 Notenbogen elegantester Ausstattung in halb-\nmonatlichen Lieferungen im Subscriptionspreis zu\nnur 1 Ngr. oder 3V2 Kr. Rh. oder 3 Kr. C.-M.\nfür den Musikbogen.\"\nDie drei ersten Lieferungen, enthaltend Beethoven's\ndrei Sonaten, Op. 2, in F-moll, A-dur und C-dur, lie-\ngen uns vor und gewinnen durch ihr in der That sehr an-\nständiges Aeusseres gleich beim ersten Anblicke für sich,\nwenn auch der Ausdruck „Pracht-Ausgabe\" etwas hyper-\nbolisch angewandt ist.\nMoscheies hat die erste Lieferung mit folgendem Vor-\nbericht über seine Thätigkeit bei dieser Ausgabe versehen:\n„Von dem Verleger dieser Ausgabe mit dem Antrage\nbeehrt, die Redaction derselben zu übernehmen, möchte\nich meine Befugniss zu diesem Amte dem Publicum gegen-\nüber dadurch bekunden, dass ich mich auf meine im Jahre\n1806 begonnene Bekanntschaft mit Beethoven s Wer-\nken berufe und auf meine in Wien verlebten Jahre -\nvon 1808 bis 1820 hinweise, in denen ich seinen per-\nsönlichen Umgang genoss, unter seinen Augen den ersten\nGlavier-Auszug des Fidelio machen durfte, die Entste-\nhung seiner Werke, seine eigenen Vorträge bewunderte,\nund wo mir das Studium aller dieser Schätze, das ich\nzugleich mit der ganzen Liebhaber- und Künstlerweit\nWiens unternahm, ein reicher Born der Freude und des\nNutzens ward.\n„Habe ich nun in den letztverflossenen vierzig Jahren\nnie aufgehört, Beethoven's Schöpfungen in mich aufzuneh-\nmen und als Tradition aus frischester Jugendzeit wieder-\nzugeben, so hoffe ich in dieser neuen Auflage mit eben der\ntraditionellen Richtigkeit so manche Lücken in den Vor-\ntragszeichen ergänzen zu dürfen, die Beethoven spielte,\naber nicht niederschrieb, die auch jeder verständige Musi-\nker selbst hinzufügen kann, die aber dem Liebhaber die\nfeinsten Nuancirungen klar machen sollen. Eben so habe\nich bei schwer in der Hand liegenden Passagen solchen\nFingersatz beigefügt, wie er mir am geeignetsten zur Er-\nleichterung der Ausführung erschien. Da jedoch Beetho-\nven's Werke eine solche Popularität geniessen, dass mit\ndem Studium derselben auch Spieler von geringer techni-\nscher Ausbildung sich befassen wollen, so habe ich als\nLeitfaden für diese selbst bei den einfachsten Passagen\nFingersetzungen vorgeschrieben. Wenn ich zuweilen\n(wie in meinen Etüden) mehrfachen Fingersatz vorzeichne,\nso geschieht dieses erstens im Hinblick auf den verschiede-\nnen Bau der Hände und die ungleiche Kraft der Finger\nin gewissen Lagen, zweitens um den verschiedenen Syste-\nmen zu genügen. Die Wahl bleibt dem verständigen Schü-\nler oder Lehrer überlassen. Zwar habe ich in meiner\nbei Cramer & Comp, in London erschienenen Ausgabe\nder Beethoven'schen Werke schon vorgearbeitet, doch hat\neine neue Revision mir gezeigt, dass (besonders an Pedal-\nzeichen) dort noch manches hier Angegebene fehlt.\nBeethoven hat allerdings einige dieser Effecte zuweilen\nselbst angegeben, wie z. B. in der Cis-moll-Sonata quasi\nFantasia, Op. 27, Nr. 2, das „SIcnza (welches\nfür das Pedalzeichen zu verstehen ist) und „una corda\",\n„due corde\", „e poi tutte le eorde\" (als Verschicbungs-\nPedal) im Adagio der i?-c?wr-Sonate, Op. 106, hinläng-\nlich beweisen; doch lässt die verbesserte Construction der\nInstrumente auch erhöhte Effecte zu, und den Liebhaber\ndiese durch bestimmende Zeichen hervorbringen zu lehren,\nehrt den dahingeschiedenen Meister, statt seinem Anden-\nken die schuldige Pietät zu rauben. Bei jedem erlaubten\nEffecte möchte ich mit unsichtbarer Hand an die Mauer\ndes so oft durch Effecthascherei geschändeten Kunsttem-\npels schreiben: „Bis hieher und nicht weiter!\" Diesen\nPedal-Effect, diese Vortragszeichen gestattet die Tradition,\njene anderen verbietet sie streng.\n„Möchte meine Absicht verstanden, ihre Ausführung\nvon meinen Kunstbrüdern, so wie von den Verehrern\nBeethoven's gebilligt werden!\n„Leipzig, Januar 1858. J. Moscheies.\"\nWir brauchen diesen Worten nur hinzuzufügen, dass\ndie vorliegenden Sonaten den Beweis einer sehr gewissen-\nhaften Revision und einer so sorgfältigen Ausführung der\ninstruetiven Zuthaten und Andeutungen für den Vortrag\nliefern, wie sie nur von einem Musiker und Ciavierspieler\nwie Moscheies ausgehen können, dem es, wie man auf je-\nder Seite sieht, darum zu thun ist, die Kunst des gediege-\nnen, wirklich musicalischen Clavierspiels fortzupflanzen und\ndie äusseren Bedingungen zu erleichtern, unter denen es\nallein möglich ist, in den Geist Beethoven'scher Cornpo*\nsitionen einzudringen.\nEine Andeutung derjenigen Stellen in diesen und in\neiner ganzen Reihe der folgenden Sonaten, in denen Beet-\nhoven in Passagen und Melodiegängen offenbar nur dess-\nwegen plötzlich in der Höhe abbricht und auf die zunächst\ntiefere Octave springt, weil die damaligen Instrumente noch\nnicht eine so ausgedehnte Claviatur hatten, wie sie nach*"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "278", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3084, "texte": "her auch noch bei Lebzeiten Beethoven's bekamen, eine\nAndeutung solcher Stellen etwa durch ein Sternchen und\nein zweites Zeichen da, wo die höhere Octav wieder auf-\nhören müsse, hätten wir wohl gewünscht. Man vergleiche\nz. B. in der Sonate Nr. 3 in C-dur im ersten Allegro, auf\nS. 3 unten beginnend, den Gang e g c e, dann fiscida\nmit dem entsprechenden im zweiten Theile des Satzes, und\nman wird augenblicklich einsehen, dass die zweite Reihe\nzum dreigestrichenen a hinauf gestiegen sein würde, wenn\ndie Claviatur ausgereicht hätte. Nächstens mehr davon.\nIm ersten Satze der (Nr. 2) finden wir\nin den letzten 22 Tacten der Durchführung vor der Wie-\nderkehr des Hauptmotivs in A-dur eine ganz verschiedene\ndynamische Bezeichnung bei Liszt (Holle'sche Ausgabe, S.\n5), als hier bei Moscheies. Liszt gibt dem ersten Achtel\nder Discant-Figur nach dem Schlag im Bass\nein sfovzmdo,Moscheies hingegen ein wir glauben,\n(las letztere sei das richtige, da das s/p (oder ffp bei Liszt)\nzeigt, dass die ganze Stelle, bis auf den einzelnen Druck\nauf c, piano gedacht ist.\nWas die Correctur des Stiches betrifft, so könnte sie\ngenauer sein für eine so splendide Ausgabe. Namentlich\nist zu rügen, dass das Zeichen sß, auf welches bei Beet-\nhoven so viel ankommt, nicht immer genau unter der Note\nsteht, zu welcher es gehört, sondern fast immer etwas vor\nderselben. Dies macht nun da nichts aus, wo kein Zweifel\nentstehen kann, wohin es gehöre; aber man vergleiche\nz. B. Adagio von Nr. 2, S. 10, T. 17—15 vor dem Schluss\nim Bass, wo drei Mal das sffast auf und das p ganz\nund gar auf a steht, während das ganze sfp auf a stehen\nmuss. In Nr. 3, S. 6, steht das s/im ersten System falsch\nauf dem grossen C, statt auf dem kleinen, in den folgenden\nTacten ungenau zwischen dem ersten und zweiten Viertel,\nwährend es immer auf das zweite gehört. Eben daselbst\nSystem 5 steht es gar auf dem zweiten Achtel des synko-\npirten h,statt auf dem folgenden Auf der letzten Seite\ndes Schlusssatzes ist System 4 der Bass-Schlüssel, statt des\nViolin-Schlüssels stehen geblieben. In Nr. 1, erster Satz,\nS. 4, System 1, T. 4, fehlt das über der halben Note\ng im Discant; es ist durchaus nothwendig, weil der dyna-\nmische Charakter dieses Ganges nach C-dur dadurch mar-\nkirt wird. Die Accentuation beginnt im Discant bei\nwelchem das es [sfa) im Bass nachschlägt, und so fort bis\nzum C-dur, fehlt die Bezeichnung des Accents auf dem\nso entsteht gerade der umgekehrte Charakter,\nwelcher unstatthaft ist. Auch über dem f und e in zwei\nfolgenden Tacten muss das Zeichen wiederholt werden.\nAm Schlüsse des Satzes S. 5, T. 3 vom Ende, steht das-\nselbe Zeichen nicht genau auf dem schlechten Tacttheil,\nwohin es gehört. Wir hoffen diesen Nachlässigkeiten\nin den ferneren Lieferungen nicht mehr zu begegnen.\nWir heissen auch diese neue Ausgabe willkommen.\nDer überall bezeichnete Fingersatz hat für Lehrer und Di-\nlettanten einen grossen Werth, und die Wohlfeilheit ist\ndas beste Mittel, classische Musik, eine bessere Arznei ge-\ngen die Krankheit des modernsten Geschmacks als alle\nPredigten, unter das Volk zu bringen.\n\nL. B."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-08-28-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-08-28_01#c005", "volume": "bmtnabi_1858-08-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "278", "page_fin": "279", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.2.4", "titre_corps": "Deutsches Theater-Archiv.", "titre_sommaire": "Deutsches Theater-Archiv.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "278", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.6", "debut_caractere": 3086, "fin_caractere_exclue": 5061, "texte": "Deutsches Theater-Archiv.\nDie eiste sichtbare Frucht der Versammlung der deut-\nschen Bühnen-Vorstände in Dresden ist die Erscheinung\neiner Wochenschrift zu Berlin, die den Titel führt:\nsches Theater-Archiv und officielles Geschäfts-\nblatt des deutschen B ühnen-Vereins.\" Das Unter-\nnehmen muss \\on allen Freunden der dramatischen Kunst\nmit der frohen Hoffnung begrüsst werden, dass damit ein\nfolgenreicher Schritt zur Regelung unserer Bühnen-Zu-\nstände gethan sei. Zunächst wird dadurch die Axt an zwei\nfaule Stämme gelegt, deren weit verzweigte Y\\urzeln den\nBoden der Theaterfelder aussaugen, an die Theater-Zei-\ntungen und die Theater-Agenturen. Diese sind bekanntlich\njetzt fast überall in einer und derselben Hand, und so wird\ndas Talent und die Brauchbarkeit des Künstlers nicht nach\ndem Verdienste, sondern nach den Procenten gewogen.\nDie Grundsätze, nach denen das neue Blatt redigirt\nwerden soil, und die Charakteristik seines zukünftigen In-\nhalts spricht der Redacteur, Herr Friedrich Adami, in\nder ersten Nummer aus, die am 1. Juli erschienen ist und\nder wir Folgendes entnehmen:\n„Das neue Geschäfts-Bureau für den deutschen Büh-\nnen-Verein wird, wie es in Dresden beschlossen worden,\nauf Kosten der Vereins-Bühnen eingerichtet. Es steht unter\nAufsicht und Controle des Vereins-Präsidenten und hat\nnicht als selbstständiges, zwischen Bühnen-Vorstände einer-\nseits und Bühnen-Angehörige oder dramatische Dichter an-\ndererseits gestelltes Organ, sondern nur als ein beiden\nTheilen zugängliches Anfrage- und Nachweise-Bureau zu\nfungiien. Es hat dancr Engagements und Gastspiele nicht\nzu vermitteln, sondern nur nachzuweisen, und zwar ohne\nalie Procent-Abzüge von der Gage oder dem Hono-\nrar aer dadurch zu Engagements oder Gastspielen gelan-\ngenden Schauspieler, Sänger u. s. w. In gleicher Weise\nhat es zum Nutzen der dramatischen Dichter und Tonsetzer\nthätig zu sein, ohne jeglichen Anspruch auf Procente von\nihrem Honorar oder ihrer Tantieme, namentlich in Betreff"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "279", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3806, "texte": "derjenigen dramatischen Werke, welche von einem litera-\nrischen und artistischen Prüfungs-Comite empfohlen wer-\nden. Ein solches Prüfungs-Comite ist bekanntlich bei den\ndresdener Conferenzen als Beistand zur Ausführung der\nguten Absichten des deutschen Bühnen-Vereins angerathen\nworden; deutsche Theaterdichter und Componisten mögen\nes aus ihrer eigenen Mitte wählen, und sein Präsident sich\ndann mit dem Präsidenten des deutschen Bühnen-Vereins\nzur Wahrung der Autorenrechte und Interessen in Verbin-\ndung setzen.\n„Mit dem neuen Geschäfts-Bureau soll die Herausgabe\neines neuen Blattes verbunden sein. Dasselbe ist zunächst\nals olficielles Organ des Präsidiums des Bühnen-Vereins\nzu dessen Bekanntmachungen an die Mitglieder bestimmt,\nso wie zur Veröffentlichung der Anzeigen des Geschäfts-\nBureau's. Neben dieser officiellen Bestimmung hat das neue\nBlatt noch eine bühnenhistorische, und die letztere soll sich\nzunächst kund thun im authentischen Abdruck der Reper-\ntoire und der Rollenbesetzung neuer oder neu einstudirter\nAufführungen, in Aufzeichnung der Debüt- und Gastrollen,\nin wöchentlichen Uebcrsichten der auf der Bühne oder im\nBuchhandel erschienenen neuen dramatischen Werke und\nin Nachrichten von den sonst in der Bühnenwelt vorge-\no\nkommenen Thatsachen, mit Ausschluss aller Kritik\nüber die Erscheinungen des Tages.\n„Im Einklang mit seinem Titel wird das „Deutsche\nTheater-Archiv\" danach trachten, nach und nach eine\nSammlung dramaturgischer Urkunden zu werden, das heisst\neine Sammlung dessen, was bei den Alten und bei den\nNeuen von den Meistern Mustergültiges über Drama und\nSchauspielkunst geschrieben worden. Und neben den Dra-\nmaturgen von sonst sollen auch die Dramaturgen von jetzt\nhier zu Worte kommen, zu V? orte mit offener Namens-\nUnlerschrift in Debatten über allgemeine Theaterfragen,\nin Aufsätzen über dramatische Poesie und Kunst, in Zer-\ngliederungen dramatischer Charaktere mit Fingerzeigen\nfür die Darsteller, in Lebensbildern und biographischen\nSkizzen dramatischer Dichter und Künstler, in Aufzeich-\nnungen von Kunst-Erlebnissen und Denkwürdigkeiten aus\nder Kunstwelt, in Beiträgen zur Statistik und Geschichte\ndes Theaters, so wie zur Technik und Praxis des Bühnen-\nwesens.\n„Das neue Blatt soll zunächst wöchentlich einmal und\nzu dem Abonnementspreise von jährlich vier Thalern (sie-\nben Gulden), vierteljährig einem Thaler, erscheinen. Den\nAbonnenten auf das Blatt ist durch die dresdener Beschlüsse\nausdrücklich das Recht zugestanden worden, ausschliess-\nlich in ihren persönlichen Angelegenheiten fran-\nkirte Anfragen an das Geschäfts-Bureau des\ndeutschen Bühnen-Vereins zu stellen, welche ih-\nnen in kürzester Frist beantwortet werden müssen. Etwaige\nUeberschüsse des Unternehmens aber sollen in die Casse\nder Alters-Versorgungs-Anstalt für deutsche Theater-Mit-\nglieder „Perseverantia6 fliessen.\n„Dem Prospecte folgt ein „„amtlicher Theilfc% in\nwelchem Herr v. Hülsen in Berlin dramatische Dichter\nund Tonsetzer, so wie Schauspieler und Sänger auffordert,\nsich mit ihren Anträgen direct an ihn zu wenden, wodurch\ndie Vermittlung von Agenten überflüssig wird. Folgt ein\nCircular der Herren v. Gall und Dingeiste dt an die\ndramatischen Dichter und Tonsetzer mit der Aufforderung,\neinen Verein zur Wahrung der Autorenrechte u. s. w. zu\ngründen. Der übrige Theil des Blattes enthält Aufsätze von\nRötscher, Gottschall, Schneider, dann Repertoire-\nMittheilungen u. s. w.—Vom September an erscheint wö-\nchentlich eine Nummer; die ersten sechs Nummern wer-\nden gratis ausgegeben. Mit dem 1. October beginnt das\nregelmässige Abonnement.\"\nWir sprechen nur noch den Wunsch aus, dass die\nOper in dem Blatte dieselbe Berücksichtigung finden\nmöge, wie das recitirende Schauspiel, dass also dießedac-\ntion auch musicalisch tüchtige Dramaturgen für das\nTheater-Archiv intcressire."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1858-08-28-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1858-08-28_01#c006", "volume": "bmtnabi_1858-08-28_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "279", "page_fin": "280", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.2.5", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "279", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.7", "debut_caractere": 3808, "fin_caractere_exclue": 5687, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nschaft hatten wir das Vergnügen, Herrn Joseph Derffel aus\nLondon zu hören, der unbedingt gegenwärtig zu den Clavierspielem\nersten Ranges gehört, ja, viele gerühmte Virtuosen an musicalischem,\nkünstlerischem Spiel bei weitem übertrifft. Wir hörten von ihm theils\nin der genannten Gesellschaft, theils im Privatkreise Beethoven's\nSonate mit der Violine in Es-dur, Op. 12, Nr. 3 (die Violin-Partie\nvon Herrn von Ivönigslöw ebenfalls vortrefflich ausgeführt), die\nSonaten in D—moll und h—ttioll und mehrere Ciavierstücke eigener\nComposition, unter denen besonders ein oder vielmehr\nRondo capriccioso,den lebhaftesten Beifall hervorrief. Diese Compo-\nsition, wie auch einige andere desselben Autors, die wir kennen\nlernten, vereinigten auf eine sehr lobenswerthe Weise die Anwen-\ndung des modernen Clavierspiels bis zu bedeutenden Schwierigkei-\nten mit einer vorzüglichen, durchweg gediegenen Arbeit, die sich\nsowohl in der Führung der Stimmen bekundet, die ohne die ge-\nringste Steifheit in der Form sich imitiren und in einander ver-\nschlingen, als in der Harmonisirung und Modulation. Da nun auch\ndie Motive keineswegs ixnbedeutend sind, so wünschen wir dem Ver-\nfasser nur Ausdauer auf dieser Bahn, die ihn sicher zu einer allge-\nmeinen Anerkennung führen wird. Wir müssen in diesem Falle wie-\nder, wie so oft in unseren Tagen, bedauern, dass gute Compositionen\nso schwer in die Oeffentlichkeit gelangen, während der Notenmarkt\nmit inhaltslosen Musicalien und mit unmusicalischen Inhalts- oder\nProgramm-Werken überschwemmt wird.\nEin anderer willkommener Gast war Fräulein Auguste Bren-\nken aus Soest, welche leider nur Einen Tag auf ihrer Durchreise\nvon Wiesbaden und Homburg hier verweilte. Wir hatten die Freude,\nuns persönlich von den ausserordentlichen Fortschritten dieser ju-\ngendlichen Sängerin zu überzeugen, welche die grossen Erwartungen."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "280", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5482, "texte": "die ihr Auftreten in unseren Gesellschafts-Concerten vor zwei Jah-\nren erregte, vollkommen erfüllt hat (vgl. unten Wiesbaden). Bei\ndem Hoftheater in Karlsruhe hat sie in der vergangenen Saison mit\ngrossem Beifall die Partieeu der Agathe, Amine, Pamina, Leonore\nin Stradella, Bertha im Propheten, Venus im Tannhäuser u. s. w.\ngesungen, ihre Stellung aber wegen Mangels an Beschäftigung in\ngrösseren Rollen aufgegeben. Wir machen desshalb die Opern-Vor-\nstände auf diese talentvolle, musicalisch gebildete Sängerin auf-\nmerksam.\nDer hiesige Verein für Männergesang, „P oly h y mni a;<, unter\nder Direction des Herrn M. C. Venth, hat bei den Festlichkeiten,\nwelche die Stadt Huy in Belgien alle sieben Jahre zu Ehren der\nheiligen Jungfrau, der Patronin der Stadt, seit undenklichen Zeiten\nbegeht dieses Mal vom IG.—19. August mit einer Nachfeier am\n22. dem Gesang-Wettstreit am 17., den die Societe d'Amateurs\nunter den Auspicien der städtischen Behörde veranstaltete, beige-\nwohnt. Die Polyhymnia hat unter den ausländischen Vereinen erster\nClasse durch den Vortrag der Lieder: „Der frohe Wandersmann\"\nvon Mendelssohn\" und ~Der Wald\" von C. Haeser den ersten Preis,\neine grosse goldene Denkmünze, erhalten. Preisrichter waren Pro-\nfessor J. Moscheies aus Leipzig, Musik-Director F. Weber aus Köln,\ndie Herren Bender und Samuel aus Brüssel, Herr Camauer aus Huy.\nWir wünschen dem Vereine und dessen Dirigenten zu diesem Zei-\nchen der Anerkennung und Aufmunterung ihres Strebens und Eifers\nQldck Von den belgischen Vereinen errang die Union chorale\n(Dir. M. J. Radoux) den Preis. Den Prix d'excellence trug die „Or-\nphea\" (Dir. W. Wenigmann) von Aachen davon.\nAm verflossenen Samstag den 21. August wurde\nuns ein für die jetzige Saison aussergewöhnlicher Kunstgenuss ge-\nboten, indem unser geehrter Landsmann Herr Henri Herz, augen-\nblicklich in Ems weilend, ein Coneert zum Besten der Ueber-\nschwemmten in und um Glauehau gab, zu dessen Ausschmückung\nauch unsere jugendliche Landsmännin Fräul. Anna Zick, eine\nzweijährige Schülerin des Conservatoriums in Brüssel, jetzt hier ihre\nEltern besuchend, von Herrn Herz freundlichst eingeladen wurde.\nWir hatten somit das Vergnügen, durch zwei geborene Coblenzer\neinen höchst erfreulichen Musikgenuss zu erhalten, von denen der\nErstere ein längst anerkannt grosser Meister, die zweite, in Brüssel\nmit einem Preise beehrt, eine angehende Künstlerin ist, die zu\nschönen Hoffnungen berechtigt. Das Coneert fand als eine schöne\nRückerinnerung für Herrn Herz in demselben Saale Statt, in wel-\nchem er, sieben Jahre alt, zum ersten Male öffentlich auftrat. Herr\nHerz spielte auf einem grossen, klangvollen Flügel seiner eigenen\nFabrik in Paris sein fünftes Coneert lind seine Militär-Phantasie Op.\nIG3 mit Orchesterbegleitung, und zwei Salonstücke, Marsch-Walzer\nund Polka, deren Geburtsort San Francisco ist. Diese Werke wur-\nden von dem Concertgeber so vortrefflich vorgetragen, dass sie all-\ngemeine Bewunderung und einen nicht enden wollenden Beifall er-\nregten. Die beiden Salon-Piecen dürften, so schön und reizend wie\nhier gespielt, in einem Tempel der Terpsichore gewiss viele Herzen\nund Füsse in Bewegung gesetzt haben. Die drei Gesang-Vorträge\ndes Fräul. A. Zick gaben uns die Ueberzeugung, dass sie in dem\nletzten Studienjahre ganz bedeutende Fortschritte gemacht und na-\nmentlich auch ihre Stimme an Höhe und Gleichheit gewonnen hat.\nSie sang die Cavatine von Rossini: „Una voce poco fa\" mit drama-\ntischem Leben, Ausdruck und perlender Coloratur, das Ave Maria\nvon Cherubini und die Arie zu der Straniera: „II soare e bei con-\ntentoa, von Lacerini; sie ärntete grossen Beifall und viele herzliche\nWünsche zu ferneren Fortschritten auf ihrer bis jetzt mit gutem\nErfolge betretenen Künstlerbahn. Am Schlüsse des zahlreich besuch-\nten Concertes wurde dem Herrn H. Herz, der hier in seiner lieben\nYaterstadt neben der Vorführung des Schönen auch einen lobend\nwerthen Act der Wohlthätigkeit verband, von dem Auditorium an-\nhaltender Applaus und vom Orchester ein dreimaliger Tusch dax-\ngebracht.\nDie Vossische Zeitung schreibt: „Wir haben bisher gezögert,\nden Lesern dieses Blattes Nachricht von dem höchst betrübenden\nKrankheits-Anfalle zu geben, der unseren verehrten Mitarbeiter Herrn\nLudwig Rellstab in seinem Sommer-Aufenthalte Tegel betroffen,\nda wir hoffen durften, zugleich eine beruhigende Aeusserung von\närztlicher Seite über den voraussichtlich glücklichen Verlauf des\nKrankheitsfalles beifügen zu können. Diese Hoffnung hat sich nun\nverwirklicht, und der Wunsch, diese langbewährte treffliche Kraft\nauch ferner dieser Zeitung und ihren Lesern erhalten zu sehen, darf\nnach dem bisherigen zwar langsamen, aber günstigen Verlauf der\nKrankheit einer Gewährung entgegen sehen.\"\nDer verstorbene Dr. Spiker hat die von ihm hinterlassene Mu-\nsicalien-Sammlung dem Joachimsthaler Gymnasium vermacht. Die\nwerthvolle Sammlung wird jetzt geordnet.\n** Wiesf»a€&eai, 21. August. Fräul. Auguste Brenken,\ndie einige Zeit in Bad Homburg verweilte, hat auf dem hiesigen\nHoftheater die Agathe als Gast gegeben. Die wunderbare Fülle und\nFrische ihrer Stimme riss das Publicum zum lebhaftesten Applaus\nhin, der um so mehr verdient war, als Fräulein Brenken nicht bloss\ndurch ihr schönes Organ wirkt, sondern zugleich durch den Aus-\ndruck ihres Gesanges, der die Nuancen eines edeln und gefühlvollen\nAusdrucks in der Gewalt hat. Ein seltener Vorzug bei einer Stimme\nvon solchem Volumen ist die bereits bedeutende Technik und ein\nvorzüglicher Triller."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nDie diesjährige Musikzeit in London. Neue Ausgabe classischer Clavier-Componisten (Beethoven, Clementi, Ilaydn, Mo-\nmart). Von L. I>. Deutsches Theater-Archiv, Tages- und Unter h alt ungsblatt (Köln, Joseph Derffel, Fräulein Auguste Bren-\nken, „Polyhymnia\", Verein für Männergesang Coblenz, Concert von Henri Herz, Fräulein Anna Zick Ludwig Reilstab Dr. Spiker,\nVermächtniss Wiesbaden, Fräulein Auguste Brenken).\n\nDie diesjährige Musikzeit in London.\nUeber unsere Musik-Zustände im Allgemeinen kann\nich Ihnen nur sagen, dass sie wenig anders geworden sind,\nals sie in den letzten Jahren waren. Ein erfreulicher Fort-\nschritt zeigt sich jedoch in zwei Dingen: die Gesang-Ver-\neine bilden sich fester und fangen an, die Sache mit Ernst\nzu treiben, und der Sinn für Musik beginnt, wie es scheint,\nauch mehr in die mittleren Schichten der Bevölkerung zu\ndringen. Dass die höheren Stände eine grosse Anzahl von\nkunstgebildeten Musikfreunden oder vielmehr Musikfreun-\ndinnen in die Concerte und besonders in die Vereine für\nKammermusik senden, wissen Sie. Das musicalische Urtheil\nin diesen Kreisen wird immer selbstständiger, bleibt aber\nstets bescheiden, ja, schüchtern, wenn man es mit dem ab-\nsprechenden Kunstgeschwätz in den pariser Musik-Salons\nvergleicht. Der Geschmack hält sich in ihnen auf richtiger\nBahn, wozu die Oratorien-Aufführungen und die Quartett-\nVereine viel beitragen; die Ragout-Coneerte von einigen\nDutzend Nummern werden desshalb seltener, ihr Publicum\nbesteht fast nur noch aus Fremden, das heisst aus Eng-\nländern, die mit ihren Familien aus der Provinz nach Lon-\ndon kommen, um von jedem berühmten Künstler der Sai-\nson wo möglich ein Stückchen zu hören und dessen Na-\nmen mit nach Hause zu nehmen.\nDie Theiinahme des grösseren Publicums für Musik\nhaben offenbar die Concerte im Krystallpalast gesteigert.\nWenn auch ihre Programme immerhin etwas bunt waren,\nda sie zunächst durch Abwechslung anziehen mussten, so\nbrachten sie doch im Ganzen gute Musik, alte und neue.\nMendelssohn's Sinfonie in A-dur,Beethoven's Nr. 11., Nr.\nVI., VII. und VIII., Sinfonie in D von Gounod, mehrere\nvon Haydn, in Cmit der Fuge von Mozart u. s. w., Ou-\nvertüren von Cherubini, Spontini, Beethoven, Weber, Ber-\nlioz und Anderen wurden unter recht präciser und sicherer\nLeitung des Herrn A. Manns meist ganz gut zu Gehör\ngebracht. In einem der ersten Concerte trat auch der Män-\nnergesang-Verein Orpheus mit Liedern von Marschner, Men-\ndelssohn und Kücken mit Erfolg auf. Die Leute haben sich\nsehr viel Mühe gegeben und sind gut eingeübt; allein der\nTon des Chors im Ganzen hat nicht entfernt das Sonore\nder deutschen Sänger-Vereine.\nFür das kolossale Händelfest, das im folgenden Jahre\nim Krystallpalast gefeiert werden soll, hält der Dirigent\nCosta schon jetzt Proben. Die erste fand bereits in den\nletzten Tagen des März Statt; den Kern des Chors liefert\ndie Sacrcd harmonic Society, an tausend Sänger, die in\nExeter Hall zunächst alle vier Wochen probiren.\nEs droht aber der Popularität Händel's ein neuer Mit-\nbewerber, neu für England, alt, vergessen und wieder neu\nin Deutschland Johann Sebastian Bach. Stern-\ndale Bennett hat hier eine Bach-Gesellschaft gegründet,\nderen Präsident und Musik-Director er ist; sie besteht wohl\nschon seit sieben bis acht Jahren, ist aber noch nie in die\nOefientlichkeit getreten. Die Mitglieder allein haben einmal\neine Aufführung der grossen Passions-Musik in Hanover\nSquare Rooms gehört; aber für das grosse musicalische\nPublicum von London war Bach bis dieses Frühjahr ein\nBuch mit sieben Siegeln. Man kann sich daher vorstellen,\ndass die Ankündigung einer öffentlichen Production der\nBach-Gesellschaft, die nichts Geringeres versprach als die\nAufführung der Matthäus-Passion in St. Martin's Hall, in\nden musicalischen Kreisen eine gewaltige Aufregung her-\nvorbrachte.\nDie Aufführung fand im März Statt (den 23.), und\neine so glänzende und zahlreiche Zuhörerschaft hat Herrn\nHullah's grosser Saal wohl noch nie gesehen. Es strömte\nförmlich zu diesem Abend-Concert, und unzählige Men-\nschen mussten, weil der Saal vollständig gefüllt war, ab-\ngewiesen werden. Dazu kam noch, dass man wusste, der\nPrinz-Gemahl werde die Aufführung durch seine Gegen-\nwart verherrlichen. Punkt acht Uhr erschien der Prinz."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "274", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.2", "texte": "wurde von dem Vorstaride der Gesellschaft empfangen und\nauf die erhöhten Sitze für ihn und sein Gefolge unter leb-\nhaften Hochs geleitet. Kurz darauf trat Bennett an das Di-\nrigentenpult und wurde mit eben so lauten Cheers be-\ngrüsst, und in der That hat er sie wohl verdient. Der wie-\nderholte Applaus des Publicums vor der Aufführung war\nhier keine bedeutungslose Höflichkeit; er war das Zeichen\nder Anerkennung eines gediegenen musicalischen Strebens\nund Wirkens, dem es nach jahrelangem Eifer gelungen,\ndem grössten deutschen Meister eine Stelle in England zu\ngründen, von der aus seine Werke wieder lebendig wer-\nden und neben den erhabenen Schöpfungen Händel's er-\nklingen können. Der begeisterte Zuruf der Tausende von\nZuhörern, den Prinzen-Gemahl an der Spitze, war ein Tri-\nbut der Verehrung, welcher dem trefflichen Künstler und\nDirigenten der schönste Lohn sein musste.\nDie Ausführung war im Ganzen zu loben, wenn man\nauf die grossen Schwierigkeiten Rücksicht nimmt und die\nForderungen bei Seite setzt, die man an eine vom Geiste\ndes Werkes völlig durchdrungene Wiedergabe zu machen\nberechtigt ist. Der Chor wurde nach dem ersten Choral\nzuversichtlicher und sang namentlich alle Choräle recht\nschön, die denn auch einen sichtbaren Eindruck auf die\nMenge machten. Den Evangelisten sang ein Herr Benson;\nes ist freilich schwer, dieser Aufgabe gewachsen zu sein.\nVon den bekannten Oratoriensängern wirkten Miss Dolby\nund Herr Weiss mit. Das Publicum hörte mit gespannter\nAufmerksamkeit zu; auch Prinz Albert blieb bis zum Ende.\nDa es in London jetzt auch eine Partei gibt, die sich\ngegen die herrschende Vorliebe zur höheren, d. h. haupt-\nsächlich zur Oratorien-Musik ausspricht, so gab die Auf-\nführung der Passion und ihre Aufnahme beim Publicum\nder Kritik Gelegenheit, einige witzige und derbe Zurecht-\nweisungen an die Bewunderer der Italiäner und was daran\nhängt, zu richten. Denn die hiesigen Gegner der monumen-\ntalen \\\\ erke sind nicht etwa für die Zukunftsmusik begei-\nstert, sondern für die Unterhaltungs-Musik und die italiä-\nnische Oper. „Bach's Passion\", sagt z.B. Musical World,\n„ist ein Werk, das nicht die geringste Aehnlichkeit mit\neiner Polka, oder einer Melodie von Neu-England, oder\neinem Divertissement hat, und doch drängte sich Alles nach\nSt. Martin's Hall! Man betrachte einmal den feinen Pöbel\nin voller Toilette im Theater, der für die Traviata\nschwärmt, und vergleiche ihn mit der bescheidener geklei-\ndeten Menge auf den Sitzen und Galerieen in St. Martin's\nund Exeter Hall, wann dort ein classisches Meisterwerk\naufgeführt wird, und die Frage wird leicht zu entscheiden\nsein, auf welcher Seite diejenigen Leute die grösste Ueber-\nzahl bilden, die nur das bewundern, was zu bewundern\nMode ist. Die Wahrheit ist, dass in den Herzen der\nunverbildeten Menschen ein Gefühl für die echte Kunst\nwohnt, das dem Gefühle für Religion vergleichbar ist. Die\naufrichtigen Verehrer Händel's und Shakespeare's mögen\nvielleicht nicht im Stande sein, die Form-Vollendung in\nden Werken des ersteren und alle verborgenen Schönhei-\nten in dem letzteren zu würdigen; aber sie erkennen recht\ngut, dass etwas von erhabener Natur ihrer Betrachtung\nvorgeführt wird, etwas, das wesentlich edler ist als die ge-\nlungenste Nachahmung des Grunzens eines Ferkels oder\ndes Knalles beim Ausziehen eines Korks. Jenes Gefühl\nkann wohl dann und wann aus der Mode kommen, aber\nnie aus dem Wesen des Menschen verschwinden.\"\nMit gleicher Derbheit schildert der geistreiche Davison\nferner die Verkehrtheit des Realismus in der Kunst, des-\nsen Verlechter die Nachahmung der Natur, d. h. des\nWirklichen, Alltäglichen, aus dem gewöhnlichsten Leben\nGegriffenen für das würdigste Ziel der Kunst halten. Der\ngriechische Weise, der einen Menschen hören sollte, zu\ndem das Volk strömte, weil er der Nachtigall Schlag täu-\nschend nachmachte, der aber antwortete : „Ich will lieber\nhinaus gehen und die Nachtigall selbst hören\", hat damit\nden Nagel auf den Kopf getroffen. Die Aufgabe der Kunst\nist, den Menschen über das gewöhnliche Leben empor zu\ntragen, erhabene Ideen in sinnlich fassbarer Form darzu-\nstellen. Dass eine Maus, die einen Käse benagt, ein besse-\nres Gemälde ist, als eine Raphael'sche Madonna, eine\nelende Strassen-Melodie erhaben über den Messias, eine\nderbe Posse trefflicher als Hamlet, diese Entdeckung war\nden Aesthetikcrn des neunzehnten Jahrhunderts vorbe-\nhalten.\nSic sehen, die Lehre von der so genannten Natur-\nwahrheit in der Kunst findet auch hier ihre Apostel, sonst\nwürde die vernünftige Kritik sich nicht gegen sie erheben.\nEs spukt der Realismus in der Kunst durch die ganze\nWelt, und die Tonkunst bleibt auch nicht davon verschont,\nwie die Beispiele von Wagner's Hirtenknaben an, der in\nden Betgesang der Pilger hineindudelt, bis zu dem Geschrei\nder Sänger, das die Stelle des Gesanges eingenommen hat,\nzeigen.\nZu den grossen Musikhallen, die London schon be-\nsass, ist in diesem Jahre eine neue, St. James' Hall, hinzu-\ngekommen. Das Aeussere des Gebäudes ist ganz unbedeu-\ntend ; der Hauptsaal im Innern ist gross, hoch gewölbt,\nmit schlanken, von Gold überladenen Säulen, prachtvoller\nBeleuchtung von Gassternen, die vom Firmament, d. h.\nvon der Decke herab strahlen kurz, eine der glänzend-\nsten und am geschmackvollsten decorirten Hallen auf der\nWelt. Sie ist weit länger und höher als St. Martin's Hall,\nund hat eine Galerie zu beiden Langseiten. Das Orchester\nist ein Bau von imposantem Anblick, gekrönt durch eine"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "275", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.3", "texte": "prächtige Orgel, deren Tonfülle eben so vorzüglich ist, als\nihr Aeusseres, das mit der Architektur und den Verzie-\nrungen des Saales übereinstimmt. Es klingt sehr gut in\nder neuen Halle, trotzdem dass ein Theil des Chors und\nder Instrumentalisten in den Höhlungen der beiden Seiten\nso sitzen, dass sie von dem Zuschauerraum aus gar nicht\ngesehen werden können, was immerhin ein übler [ instand\nist zumal für die Damen im Chor!\nDie Einweihung geschah durch ein Concert, dessen\nErtrag für ein Hospital bestimmt war. Alle Räume waren\nvoll, mit Ausnahme der Guinee-Plätze, die nur etwas über\ndie Hälfte ihrer Anzahl besetzt waren; trotzdem ist eine\nbeträchtliche Summe eingekommen. Eröffnet wurde das\nConcert durch die National-Hymne; dann folgte Mendels-\nsohn's Lobgesang. Die zweite Abtheilung begann mit der\nKrönungs-Hymne von Händel; es folgten Spohr's Cantate:\n„Gott, Du bist gross\", ein dreistimmiges von\nCherubini, Alt-Solo (Miss Dolby) mit Chor:\nrano\", von Marcello, Mozart's und zum Schluss\ndas Halleluja aus Christus am Oelberg von Beethoven. Die\nSolisten waren Mad. Rüdersdorf, Miss Stabbach, Mad.\nWeiss; die Herren Lockey, Montem Smith, Thomas und\nWeiss. Die Chöre führte die V aus, welche,\nseitdem Sie sie vor zwei Jahren gehört haben, vortreffliche\nFortschritte gemacht hat. Sie zählt jetzt 300 singende\nMitglieder aus den gebildeten Ständen, jedoch ohne Ka-\nstenstrenge, und ihre Stiftung und Leitung gereicht ihrem\nDirigenten Benedikt zu grossem Ruhme. Um sein Ver-\ndienst ganz zu würdigen, muss man die unzähligen Hin-\ndernisse kennen, welche Alt-Englands Sitte, Brauch, Vor-\nurtheil, Kunst- und Künstler-Taxe dem Gedeihen eines\nVereins von Dilettanten entgegen stellen. Benedikts sichere,\nhöchst geachtete Stellung und sein bescheidenes und doch\nernstes, stets tactvolles und kluges Benehmen waren allein\nim Stande, die Gesellschaft auf die Consistenz und auf die\nStufe musicalischer Bildung zu bringen, die sie jetzt ein-\nnimmt. Ihr öffentliches Auftreten wird von entschiedenem\nEinflüsse sein. Prinz Albert war auch in diesem Concerte\nvon Anfang bis zu Ende anwesend. Das Orchester war\naus den besten Instrumentalisten Londons zusammen-\ngestellt.\nEin zweites Concert, ebenfalls unter der Direction von\nBenedikt, hatte noch mehr Zuhörer angezogen, als das\nerste. Das Programm brachte dieses Mal lauter weltliche\nMusik und war auf die grosse Menge berechnet. Doch\nbrachte es auch Beethoven's Leonoren-Ouverture, Men-\ndelssohn's Musik zum Sommernachtstraum, Webers Con-\ncertstück für Pianoforte, welches Miss Arabella Goddard\n(unstreitig die bedeutendste Clavierspielerin unserer Zeit)\nvortrug, und Solostücke für die Violine, von Molique, und\nfür das Violoncell, von Piatti vortrefflich, wie immer, ge-\nspielt. Einige Chöre wurden wiederum von der Vocal As-\nsociation gesungen.\nDieser Verein hat sich nun vorzugsweise in der St.\nJames' Hall eingesetzt, und eine Reihe von sechs Concerten\ndarin gegeben. Das erste (Anfang April) war ein aus-\nschliessliches Mendelssohn-Concert: zehn Nummern,\nalle von Mendelssohn: Allein dieser Name zieht gewaltig\nin London, und es ärgert die Engländer nichts mehr, als\ndass Mendelssohn sich nicht länger in England aufgehalten,\nund vor alien Dingen, dass er nicht dort gestorben ist, da-\nmit sie ihn wie Händel für ihr Eigenthum hätten erklären\nkönnen! Es war an dem Concert-Tage ein schauderhaftes\nWetter, es goss vom Himmel, und dennoch war die Halle\nvoll glänzender Gesellschaft. Von grösseren Werken wur-\nden gemacht die Sinfonie in A-dur (die überhaupt in Eng-\nland sehr beliebt ist), das Violin-Concert (Herr Sainton),\ndas Finale der Lorelei (Miss Stabbach), die Ouvertüre\n„Meeresstille und glückliche Fahrt\" und „Die erste Wal-\npurgisnacht\". Dazwischen spielte Miss Goddard noch das\nCapriccio in B-durmit Orchester, Mad. Castellan sang die\nConcert-Arie (mit italiänischem Text) und mit einer ande-\nren Dame zwei von den Duetten im Volkstone, und fer-\nnere Intermezzi waren noch zwei von den hübschen vier-\nstimmigen Gesängen für ganzen Chor und zwei für Män-\nnerchor („Jägers Abschied\" und „Türkisches Schenk-\nlied\") —, wobei ich beiläufig erwähne, dass der Männer-\ngesang in der Vocal Association nicht so erfolgreich culti-\nvirt worden ist, als der vollständige Chorgesang.\nDies war nun freilich ein übertriebener Mcndelssohn-\nCultus. Selbst der starke Magen des eingefleischtesten\nVerehrers von Mendelssohn, des Redacteurs der\nWorld,unterlag am Ende dem Einerlei und der Zahl der\nGerichte; als die Walpurgisnacht ungefähr 11 Uhr Nachts\nbegann, entfernte er sich, als fürchtete er, in der Mitter-\nnachtsstunde auf den Blocksberg entführt zu werden, und\neben so that ein grosser Theil des Publicums. Die Leistun-\ngen der Miss Goddard und des Herrn Sainton waren mei-\nsterhaft ; dagegen vermochte Mad. Castellan nicht ganz in\nden Geist des Stückes einzudringen, wenngleich sie mit\nKraft und Feuer sang.\nEinen zweiten Chor-Verein leitet Herr Leslie, der\nComponist des Oratoriums „Immanuel\", neuerdings der\n„Judith\" u. s. w. Auch er gibt eine Reihe von Concerten\nin St. Martin's Hail, die ein grosses Publicum haben. Ge-\nsang ist dort die Hauptsache, theils von Glec's und Madri-\ngalen alt- und neu-englischer Componisten, wobei Herr\nLeslie sich selbst keineswegs vergisst, auch von Männcr-\nchören, theils von grösseren Solo- und Chorsätzen ohne\nOrchester, zuweilen mit Begleitung der Orgel. Auch kom-"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "276", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.4", "texte": "men Vorträge auf dem Pianoforle und der Violine vor.\nDiese Concerte haben mehr den Charakter musicalischer\nUnterhaltung als grossartiger Aufführung.\nDas alte ehrwürdige Stammhaus der geistlichen Musik,\nder feste Hort der orthodoxen Tonkunst, die Sacred Ilar-\nmonic Society in Exeter Hall, behauptet sich auf ihrer\nHöhe. Sie brachte Händel's Samson, der seit 7 8 Jah-\nren nicht auf das Programm gekommen war. Sims Reeves\nsang den Samson, Weiss den Riesen Harapha, der bei den\nAufführungen in Deutschland gar nicht zum Vorschein\nkommt*), die Damen Rudersdorf und Dolby die Frauen-\nPartieen. Im zweiten Concerte Mendelssohn's Lobgesang\nund Mozart's Requiem —eine eigenthümliche Zusammen-\nstellung. Das letztere Werk wurde präciser und kräftiger\nausgeführt, als das erste. Mad. Castellan trat darin auf;\nsie schien selbst etwas erkältet und liess auch die Zuhörer\nziemlich kalt; wenigstens erregte sie nicht den Enthusias-\nmus, wie bei ihrer ersten Anwesenheit in London vor drei\nJahren.\nDann folgte Händel's Israel in Aegypten; hier zeigte\nsich in einigen Chören die Sacr in dieser Saison\neigentlich zum ersten Male wieder in ihrer vollen Glorie.\nMan kann sich kaum etwas Imposanteres denken als das\nEinschlagen des „Hagelchors\", die Vertilgung von „Ross\nund Reiter\", die erhabene Kraft von „Er sprach das\nWort!\" Die Begeisterung im Publicum war, man möchte\nsagen: unerhört; trotz der Statuten war es unmöglich,\ndem stürmischen Dacaporuf des Hagelchors zu widerste-\nhen; man erinnerte sieh nicht, einen so gedrängt vollen\nSaal in Exeter Hall gesehen zu haben.\nDas nächste Concert brachte wieder eine sonderbare\nZusammenstellung: Mendelssohn's Athalia und Rossini's\nStabat maier! Die Ausführung war eben nicht vollkom-\nmen, allein der treffliche Gesang von Clara Novello und\nSims Reeves entschädigte. Dann kam Eli, das Oratorium\nvon Costa, der bekanntlich diese Concerte dirigirt, an die\nReihe. Seit der ersten Aufführung beim Musikfeste zu Bir-\nmingham 1855 ist es eine stehende Nummer auf dem\nProgramm der Sacred Hartnonic Society, was man nur\nbilligen kann. Die Dankbarkeit der Engländer für die\nSchöpfer von Kunstwerken auf ihrem Boden ist ein sehr\nschöner Zug in ihrem National-Charakter. Costa wurde\nbei seinem Eintritte und am Schlüsse der Aufführung, die\nrecht gut war, mit ungeheurem Applaus und mit Cheers\nbegrüsst. Von den Solisten war Clara Novello hervorra-\ngend ; sie sang wunderschön.\nMisste man freilich Karl Formes, der noch immer in\nAmerica ist.\nDer rührige Mr. John llu 11 ah in St. Marlin's Hall\nhat mit seinem Sing-Institut und dem grösstentheils daraus\nhervorgegangenen Chor auch nicht gefeiert. Während und\nnach seinen Winter-Concerten, die hauptsächlich Instru-\nmentalwerke zu Gehör brachten, hat er mehrere grosso\nVocal-Aufführungen mit Orchester veranstaltet. Dass in\nihnen auch jüngere und noch unbekannte Talente zum\nAuftreten in Solo-Partieen kommen, ist sehr erfreulich.\nDie erste Oratorien-Aufführung (schon Ende Februar) war\nMendelssohns Elias. Ihm folgte Händeis Irael in Aegyp-\nten, dann Mozart's Requiem und in demselben Concerte\nBeethoven's neunte Sinfonie—„Ewige Ruhe\" und „Freude,\nschöner Götterfunken!\" Die neunte Sinfonie hatte Herr\nHullah schon einmal in einem seiner Orchestral Concerts\ngegeben. Auch eine Aufführung des Messias hatte er in\nder Charwoche veranstaltet. Im Juni und Juli hat Herr\nHullah auch noch einige gemischte Vocal- und Instrumen-\nlal-Concerte gegeben. In einem derselben hörten wir eine\nMotette von J. S. Bach in F-moll, Mcndelssolm's Laudatc\npiieri und einen Weihnachtsgesang, „Nazareth\", für Bass-\nSolo und Chor von Gounod. Eine Merkwürdigkeit w ar auch\nder Vortrag zweier Lieder von Mendelssohn für Sopran\n(„Auf Flügeln des Gesangs\" und „Im Walde\") in deut-\nscher Sprache durch Mademoiselle Maria de Villar.\nDie Royal Academy of Mderen Präsident der\nedle Earl von Westmoreland ist, hat denn in dieser Saison\nauch mehr von sich hören lassen, als früher. Es ist diese\nAnstalt eine Musikschule, die ganz gut fundirt ist; sie hat\nzwei bis drei Concerte rforthe\ngegeben, in welchen einige recht hübsche ausübende Ta-\nlente aus der Zahl der Zöglinge auftraten. Auch der Chor\nleistete Gutes, im ersten Concerte in Stücken aus der\nSchöpfung, aus Costa's Eli und einer Messe von West-\nmoreland.\nNimmt man dieses alles zusammen, so wird man ge-\nstehen, dass Paris in Hinsicht auf Vocalmusik-Aufführun-\ngen von Werken ernster Galtung nicht den ensferntesten\nVergleich mit London aushalten kann.\n(Schluss folgt.)\n*) Das ist doch nicht ganz wahr, wie wir nächstens nachweisen\nwerden. Die Redaction.\n\nNeue Ausgabe classischer Clavier-Componisten.\n\nKaum hat Holle in Wolfenbüttel durch seine wohl-\nfeilen Ausgaben der Ciavierwerke der elassischen Meister\ndie Bahn gebrochen, diese Schätze beim Volke in Umlauf\nzu bringen, so hat er auch schon einen Mitbewerber um\ndieses Verdienst gefunden, und so wie ihn F. Liszt, F.\nChrysander und Andere mit ihrem Wissen unterstützt ha-\nben, so hat auch dieser in J. Moscheies, dem berühmten"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "277", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.5", "texte": "Veteranen der classischen Ciavierschule, einen Mann ge-\nfunden, der vorzugsweise im Stande ist, der von ihm über-\nnommenen Aufgabe zu genügen.\nEduard Hallberger in Stuttgart kündigt uns an\neine „Pracht-Ausgabe der Classiker\n„Beethoven, Clementi, Haydn, Mozart in ih-\nren Werken für das Pianoforte allein. Neu her-\nausgegeben mit Bezeichnung des Zeitmaasses und\nFingersatzes von J. 31 oScheies, Professor am\nConservatorium in Leipzig. Vollständig in circa\n400 Notenbogen elegantester Ausstattung in halb-\nmonatlichen Lieferungen im Subscriptionspreis zu\nnur 1 Ngr. oder 3V2 Kr. Rh. oder 3 Kr. C.-M.\nfür den Musikbogen.\"\nDie drei ersten Lieferungen, enthaltend Beethoven's\ndrei Sonaten, Op. 2, in F-moll, A-dur und C-dur, lie-\ngen uns vor und gewinnen durch ihr in der That sehr an-\nständiges Aeusseres gleich beim ersten Anblicke für sich,\nwenn auch der Ausdruck „Pracht-Ausgabe\" etwas hyper-\nbolisch angewandt ist.\nMoscheies hat die erste Lieferung mit folgendem Vor-\nbericht über seine Thätigkeit bei dieser Ausgabe versehen:\n„Von dem Verleger dieser Ausgabe mit dem Antrage\nbeehrt, die Redaction derselben zu übernehmen, möchte\nich meine Befugniss zu diesem Amte dem Publicum gegen-\nüber dadurch bekunden, dass ich mich auf meine im Jahre\n1806 begonnene Bekanntschaft mit Beethoven s Wer-\nken berufe und auf meine in Wien verlebten Jahre -\nvon 1808 bis 1820 hinweise, in denen ich seinen per-\nsönlichen Umgang genoss, unter seinen Augen den ersten\nGlavier-Auszug des Fidelio machen durfte, die Entste-\nhung seiner Werke, seine eigenen Vorträge bewunderte,\nund wo mir das Studium aller dieser Schätze, das ich\nzugleich mit der ganzen Liebhaber- und Künstlerweit\nWiens unternahm, ein reicher Born der Freude und des\nNutzens ward.\n„Habe ich nun in den letztverflossenen vierzig Jahren\nnie aufgehört, Beethoven's Schöpfungen in mich aufzuneh-\nmen und als Tradition aus frischester Jugendzeit wieder-\nzugeben, so hoffe ich in dieser neuen Auflage mit eben der\ntraditionellen Richtigkeit so manche Lücken in den Vor-\ntragszeichen ergänzen zu dürfen, die Beethoven spielte,\naber nicht niederschrieb, die auch jeder verständige Musi-\nker selbst hinzufügen kann, die aber dem Liebhaber die\nfeinsten Nuancirungen klar machen sollen. Eben so habe\nich bei schwer in der Hand liegenden Passagen solchen\nFingersatz beigefügt, wie er mir am geeignetsten zur Er-\nleichterung der Ausführung erschien. Da jedoch Beetho-\nven's Werke eine solche Popularität geniessen, dass mit\ndem Studium derselben auch Spieler von geringer techni-\nscher Ausbildung sich befassen wollen, so habe ich als\nLeitfaden für diese selbst bei den einfachsten Passagen\nFingersetzungen vorgeschrieben. Wenn ich zuweilen\n(wie in meinen Etüden) mehrfachen Fingersatz vorzeichne,\nso geschieht dieses erstens im Hinblick auf den verschiede-\nnen Bau der Hände und die ungleiche Kraft der Finger\nin gewissen Lagen, zweitens um den verschiedenen Syste-\nmen zu genügen. Die Wahl bleibt dem verständigen Schü-\nler oder Lehrer überlassen. Zwar habe ich in meiner\nbei Cramer & Comp, in London erschienenen Ausgabe\nder Beethoven'schen Werke schon vorgearbeitet, doch hat\neine neue Revision mir gezeigt, dass (besonders an Pedal-\nzeichen) dort noch manches hier Angegebene fehlt.\nBeethoven hat allerdings einige dieser Effecte zuweilen\nselbst angegeben, wie z. B. in der Cis-moll-Sonata quasi\nFantasia, Op. 27, Nr. 2, das „SIcnza (welches\nfür das Pedalzeichen zu verstehen ist) und „una corda\",\n„due corde\", „e poi tutte le eorde\" (als Verschicbungs-\nPedal) im Adagio der i?-c?wr-Sonate, Op. 106, hinläng-\nlich beweisen; doch lässt die verbesserte Construction der\nInstrumente auch erhöhte Effecte zu, und den Liebhaber\ndiese durch bestimmende Zeichen hervorbringen zu lehren,\nehrt den dahingeschiedenen Meister, statt seinem Anden-\nken die schuldige Pietät zu rauben. Bei jedem erlaubten\nEffecte möchte ich mit unsichtbarer Hand an die Mauer\ndes so oft durch Effecthascherei geschändeten Kunsttem-\npels schreiben: „Bis hieher und nicht weiter!\" Diesen\nPedal-Effect, diese Vortragszeichen gestattet die Tradition,\njene anderen verbietet sie streng.\n„Möchte meine Absicht verstanden, ihre Ausführung\nvon meinen Kunstbrüdern, so wie von den Verehrern\nBeethoven's gebilligt werden!\n„Leipzig, Januar 1858. J. Moscheies.\"\nWir brauchen diesen Worten nur hinzuzufügen, dass\ndie vorliegenden Sonaten den Beweis einer sehr gewissen-\nhaften Revision und einer so sorgfältigen Ausführung der\ninstruetiven Zuthaten und Andeutungen für den Vortrag\nliefern, wie sie nur von einem Musiker und Ciavierspieler\nwie Moscheies ausgehen können, dem es, wie man auf je-\nder Seite sieht, darum zu thun ist, die Kunst des gediege-\nnen, wirklich musicalischen Clavierspiels fortzupflanzen und\ndie äusseren Bedingungen zu erleichtern, unter denen es\nallein möglich ist, in den Geist Beethoven'scher Cornpo*\nsitionen einzudringen.\nEine Andeutung derjenigen Stellen in diesen und in\neiner ganzen Reihe der folgenden Sonaten, in denen Beet-\nhoven in Passagen und Melodiegängen offenbar nur dess-\nwegen plötzlich in der Höhe abbricht und auf die zunächst\ntiefere Octave springt, weil die damaligen Instrumente noch\nnicht eine so ausgedehnte Claviatur hatten, wie sie nach*"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "278", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.6", "texte": "her auch noch bei Lebzeiten Beethoven's bekamen, eine\nAndeutung solcher Stellen etwa durch ein Sternchen und\nein zweites Zeichen da, wo die höhere Octav wieder auf-\nhören müsse, hätten wir wohl gewünscht. Man vergleiche\nz. B. in der Sonate Nr. 3 in C-dur im ersten Allegro, auf\nS. 3 unten beginnend, den Gang e g c e, dann fiscida\nmit dem entsprechenden im zweiten Theile des Satzes, und\nman wird augenblicklich einsehen, dass die zweite Reihe\nzum dreigestrichenen a hinauf gestiegen sein würde, wenn\ndie Claviatur ausgereicht hätte. Nächstens mehr davon.\nIm ersten Satze der (Nr. 2) finden wir\nin den letzten 22 Tacten der Durchführung vor der Wie-\nderkehr des Hauptmotivs in A-dur eine ganz verschiedene\ndynamische Bezeichnung bei Liszt (Holle'sche Ausgabe, S.\n5), als hier bei Moscheies. Liszt gibt dem ersten Achtel\nder Discant-Figur nach dem Schlag im Bass\nein sfovzmdo,Moscheies hingegen ein wir glauben,\n(las letztere sei das richtige, da das s/p (oder ffp bei Liszt)\nzeigt, dass die ganze Stelle, bis auf den einzelnen Druck\nauf c, piano gedacht ist.\nWas die Correctur des Stiches betrifft, so könnte sie\ngenauer sein für eine so splendide Ausgabe. Namentlich\nist zu rügen, dass das Zeichen sß, auf welches bei Beet-\nhoven so viel ankommt, nicht immer genau unter der Note\nsteht, zu welcher es gehört, sondern fast immer etwas vor\nderselben. Dies macht nun da nichts aus, wo kein Zweifel\nentstehen kann, wohin es gehöre; aber man vergleiche\nz. B. Adagio von Nr. 2, S. 10, T. 17—15 vor dem Schluss\nim Bass, wo drei Mal das sffast auf und das p ganz\nund gar auf a steht, während das ganze sfp auf a stehen\nmuss. In Nr. 3, S. 6, steht das s/im ersten System falsch\nauf dem grossen C, statt auf dem kleinen, in den folgenden\nTacten ungenau zwischen dem ersten und zweiten Viertel,\nwährend es immer auf das zweite gehört. Eben daselbst\nSystem 5 steht es gar auf dem zweiten Achtel des synko-\npirten h,statt auf dem folgenden Auf der letzten Seite\ndes Schlusssatzes ist System 4 der Bass-Schlüssel, statt des\nViolin-Schlüssels stehen geblieben. In Nr. 1, erster Satz,\nS. 4, System 1, T. 4, fehlt das über der halben Note\ng im Discant; es ist durchaus nothwendig, weil der dyna-\nmische Charakter dieses Ganges nach C-dur dadurch mar-\nkirt wird. Die Accentuation beginnt im Discant bei\nwelchem das es [sfa) im Bass nachschlägt, und so fort bis\nzum C-dur, fehlt die Bezeichnung des Accents auf dem\nso entsteht gerade der umgekehrte Charakter,\nwelcher unstatthaft ist. Auch über dem f und e in zwei\nfolgenden Tacten muss das Zeichen wiederholt werden.\nAm Schlüsse des Satzes S. 5, T. 3 vom Ende, steht das-\nselbe Zeichen nicht genau auf dem schlechten Tacttheil,\nwohin es gehört. Wir hoffen diesen Nachlässigkeiten\nin den ferneren Lieferungen nicht mehr zu begegnen.\nWir heissen auch diese neue Ausgabe willkommen.\nDer überall bezeichnete Fingersatz hat für Lehrer und Di-\nlettanten einen grossen Werth, und die Wohlfeilheit ist\ndas beste Mittel, classische Musik, eine bessere Arznei ge-\ngen die Krankheit des modernsten Geschmacks als alle\nPredigten, unter das Volk zu bringen.\n\nL. B.\n\nDeutsches Theater-Archiv.\nDie eiste sichtbare Frucht der Versammlung der deut-\nschen Bühnen-Vorstände in Dresden ist die Erscheinung\neiner Wochenschrift zu Berlin, die den Titel führt:\nsches Theater-Archiv und officielles Geschäfts-\nblatt des deutschen B ühnen-Vereins.\" Das Unter-\nnehmen muss \\on allen Freunden der dramatischen Kunst\nmit der frohen Hoffnung begrüsst werden, dass damit ein\nfolgenreicher Schritt zur Regelung unserer Bühnen-Zu-\nstände gethan sei. Zunächst wird dadurch die Axt an zwei\nfaule Stämme gelegt, deren weit verzweigte Y\\urzeln den\nBoden der Theaterfelder aussaugen, an die Theater-Zei-\ntungen und die Theater-Agenturen. Diese sind bekanntlich\njetzt fast überall in einer und derselben Hand, und so wird\ndas Talent und die Brauchbarkeit des Künstlers nicht nach\ndem Verdienste, sondern nach den Procenten gewogen.\nDie Grundsätze, nach denen das neue Blatt redigirt\nwerden soil, und die Charakteristik seines zukünftigen In-\nhalts spricht der Redacteur, Herr Friedrich Adami, in\nder ersten Nummer aus, die am 1. Juli erschienen ist und\nder wir Folgendes entnehmen:\n„Das neue Geschäfts-Bureau für den deutschen Büh-\nnen-Verein wird, wie es in Dresden beschlossen worden,\nauf Kosten der Vereins-Bühnen eingerichtet. Es steht unter\nAufsicht und Controle des Vereins-Präsidenten und hat\nnicht als selbstständiges, zwischen Bühnen-Vorstände einer-\nseits und Bühnen-Angehörige oder dramatische Dichter an-\ndererseits gestelltes Organ, sondern nur als ein beiden\nTheilen zugängliches Anfrage- und Nachweise-Bureau zu\nfungiien. Es hat dancr Engagements und Gastspiele nicht\nzu vermitteln, sondern nur nachzuweisen, und zwar ohne\nalie Procent-Abzüge von der Gage oder dem Hono-\nrar aer dadurch zu Engagements oder Gastspielen gelan-\ngenden Schauspieler, Sänger u. s. w. In gleicher Weise\nhat es zum Nutzen der dramatischen Dichter und Tonsetzer\nthätig zu sein, ohne jeglichen Anspruch auf Procente von\nihrem Honorar oder ihrer Tantieme, namentlich in Betreff"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "279", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.7", "texte": "derjenigen dramatischen Werke, welche von einem litera-\nrischen und artistischen Prüfungs-Comite empfohlen wer-\nden. Ein solches Prüfungs-Comite ist bekanntlich bei den\ndresdener Conferenzen als Beistand zur Ausführung der\nguten Absichten des deutschen Bühnen-Vereins angerathen\nworden; deutsche Theaterdichter und Componisten mögen\nes aus ihrer eigenen Mitte wählen, und sein Präsident sich\ndann mit dem Präsidenten des deutschen Bühnen-Vereins\nzur Wahrung der Autorenrechte und Interessen in Verbin-\ndung setzen.\n„Mit dem neuen Geschäfts-Bureau soll die Herausgabe\neines neuen Blattes verbunden sein. Dasselbe ist zunächst\nals olficielles Organ des Präsidiums des Bühnen-Vereins\nzu dessen Bekanntmachungen an die Mitglieder bestimmt,\nso wie zur Veröffentlichung der Anzeigen des Geschäfts-\nBureau's. Neben dieser officiellen Bestimmung hat das neue\nBlatt noch eine bühnenhistorische, und die letztere soll sich\nzunächst kund thun im authentischen Abdruck der Reper-\ntoire und der Rollenbesetzung neuer oder neu einstudirter\nAufführungen, in Aufzeichnung der Debüt- und Gastrollen,\nin wöchentlichen Uebcrsichten der auf der Bühne oder im\nBuchhandel erschienenen neuen dramatischen Werke und\nin Nachrichten von den sonst in der Bühnenwelt vorge-\no\nkommenen Thatsachen, mit Ausschluss aller Kritik\nüber die Erscheinungen des Tages.\n„Im Einklang mit seinem Titel wird das „Deutsche\nTheater-Archiv\" danach trachten, nach und nach eine\nSammlung dramaturgischer Urkunden zu werden, das heisst\neine Sammlung dessen, was bei den Alten und bei den\nNeuen von den Meistern Mustergültiges über Drama und\nSchauspielkunst geschrieben worden. Und neben den Dra-\nmaturgen von sonst sollen auch die Dramaturgen von jetzt\nhier zu Worte kommen, zu V? orte mit offener Namens-\nUnlerschrift in Debatten über allgemeine Theaterfragen,\nin Aufsätzen über dramatische Poesie und Kunst, in Zer-\ngliederungen dramatischer Charaktere mit Fingerzeigen\nfür die Darsteller, in Lebensbildern und biographischen\nSkizzen dramatischer Dichter und Künstler, in Aufzeich-\nnungen von Kunst-Erlebnissen und Denkwürdigkeiten aus\nder Kunstwelt, in Beiträgen zur Statistik und Geschichte\ndes Theaters, so wie zur Technik und Praxis des Bühnen-\nwesens.\n„Das neue Blatt soll zunächst wöchentlich einmal und\nzu dem Abonnementspreise von jährlich vier Thalern (sie-\nben Gulden), vierteljährig einem Thaler, erscheinen. Den\nAbonnenten auf das Blatt ist durch die dresdener Beschlüsse\nausdrücklich das Recht zugestanden worden, ausschliess-\nlich in ihren persönlichen Angelegenheiten fran-\nkirte Anfragen an das Geschäfts-Bureau des\ndeutschen Bühnen-Vereins zu stellen, welche ih-\nnen in kürzester Frist beantwortet werden müssen. Etwaige\nUeberschüsse des Unternehmens aber sollen in die Casse\nder Alters-Versorgungs-Anstalt für deutsche Theater-Mit-\nglieder „Perseverantia6 fliessen.\n„Dem Prospecte folgt ein „„amtlicher Theilfc% in\nwelchem Herr v. Hülsen in Berlin dramatische Dichter\nund Tonsetzer, so wie Schauspieler und Sänger auffordert,\nsich mit ihren Anträgen direct an ihn zu wenden, wodurch\ndie Vermittlung von Agenten überflüssig wird. Folgt ein\nCircular der Herren v. Gall und Dingeiste dt an die\ndramatischen Dichter und Tonsetzer mit der Aufforderung,\neinen Verein zur Wahrung der Autorenrechte u. s. w. zu\ngründen. Der übrige Theil des Blattes enthält Aufsätze von\nRötscher, Gottschall, Schneider, dann Repertoire-\nMittheilungen u. s. w.—Vom September an erscheint wö-\nchentlich eine Nummer; die ersten sechs Nummern wer-\nden gratis ausgegeben. Mit dem 1. October beginnt das\nregelmässige Abonnement.\"\nWir sprechen nur noch den Wunsch aus, dass die\nOper in dem Blatte dieselbe Berücksichtigung finden\nmöge, wie das recitirende Schauspiel, dass also dießedac-\ntion auch musicalisch tüchtige Dramaturgen für das\nTheater-Archiv intcressire.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nschaft hatten wir das Vergnügen, Herrn Joseph Derffel aus\nLondon zu hören, der unbedingt gegenwärtig zu den Clavierspielem\nersten Ranges gehört, ja, viele gerühmte Virtuosen an musicalischem,\nkünstlerischem Spiel bei weitem übertrifft. Wir hörten von ihm theils\nin der genannten Gesellschaft, theils im Privatkreise Beethoven's\nSonate mit der Violine in Es-dur, Op. 12, Nr. 3 (die Violin-Partie\nvon Herrn von Ivönigslöw ebenfalls vortrefflich ausgeführt), die\nSonaten in D—moll und h—ttioll und mehrere Ciavierstücke eigener\nComposition, unter denen besonders ein oder vielmehr\nRondo capriccioso,den lebhaftesten Beifall hervorrief. Diese Compo-\nsition, wie auch einige andere desselben Autors, die wir kennen\nlernten, vereinigten auf eine sehr lobenswerthe Weise die Anwen-\ndung des modernen Clavierspiels bis zu bedeutenden Schwierigkei-\nten mit einer vorzüglichen, durchweg gediegenen Arbeit, die sich\nsowohl in der Führung der Stimmen bekundet, die ohne die ge-\nringste Steifheit in der Form sich imitiren und in einander ver-\nschlingen, als in der Harmonisirung und Modulation. Da nun auch\ndie Motive keineswegs ixnbedeutend sind, so wünschen wir dem Ver-\nfasser nur Ausdauer auf dieser Bahn, die ihn sicher zu einer allge-\nmeinen Anerkennung führen wird. Wir müssen in diesem Falle wie-\nder, wie so oft in unseren Tagen, bedauern, dass gute Compositionen\nso schwer in die Oeffentlichkeit gelangen, während der Notenmarkt\nmit inhaltslosen Musicalien und mit unmusicalischen Inhalts- oder\nProgramm-Werken überschwemmt wird.\nEin anderer willkommener Gast war Fräulein Auguste Bren-\nken aus Soest, welche leider nur Einen Tag auf ihrer Durchreise\nvon Wiesbaden und Homburg hier verweilte. Wir hatten die Freude,\nuns persönlich von den ausserordentlichen Fortschritten dieser ju-\ngendlichen Sängerin zu überzeugen, welche die grossen Erwartungen."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "280", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18580828-01.1.8", "texte": "die ihr Auftreten in unseren Gesellschafts-Concerten vor zwei Jah-\nren erregte, vollkommen erfüllt hat (vgl. unten Wiesbaden). Bei\ndem Hoftheater in Karlsruhe hat sie in der vergangenen Saison mit\ngrossem Beifall die Partieeu der Agathe, Amine, Pamina, Leonore\nin Stradella, Bertha im Propheten, Venus im Tannhäuser u. s. w.\ngesungen, ihre Stellung aber wegen Mangels an Beschäftigung in\ngrösseren Rollen aufgegeben. Wir machen desshalb die Opern-Vor-\nstände auf diese talentvolle, musicalisch gebildete Sängerin auf-\nmerksam.\nDer hiesige Verein für Männergesang, „P oly h y mni a;<, unter\nder Direction des Herrn M. C. Venth, hat bei den Festlichkeiten,\nwelche die Stadt Huy in Belgien alle sieben Jahre zu Ehren der\nheiligen Jungfrau, der Patronin der Stadt, seit undenklichen Zeiten\nbegeht dieses Mal vom IG.—19. August mit einer Nachfeier am\n22. dem Gesang-Wettstreit am 17., den die Societe d'Amateurs\nunter den Auspicien der städtischen Behörde veranstaltete, beige-\nwohnt. Die Polyhymnia hat unter den ausländischen Vereinen erster\nClasse durch den Vortrag der Lieder: „Der frohe Wandersmann\"\nvon Mendelssohn\" und ~Der Wald\" von C. Haeser den ersten Preis,\neine grosse goldene Denkmünze, erhalten. Preisrichter waren Pro-\nfessor J. Moscheies aus Leipzig, Musik-Director F. Weber aus Köln,\ndie Herren Bender und Samuel aus Brüssel, Herr Camauer aus Huy.\nWir wünschen dem Vereine und dessen Dirigenten zu diesem Zei-\nchen der Anerkennung und Aufmunterung ihres Strebens und Eifers\nQldck Von den belgischen Vereinen errang die Union chorale\n(Dir. M. J. Radoux) den Preis. Den Prix d'excellence trug die „Or-\nphea\" (Dir. W. Wenigmann) von Aachen davon.\nAm verflossenen Samstag den 21. August wurde\nuns ein für die jetzige Saison aussergewöhnlicher Kunstgenuss ge-\nboten, indem unser geehrter Landsmann Herr Henri Herz, augen-\nblicklich in Ems weilend, ein Coneert zum Besten der Ueber-\nschwemmten in und um Glauehau gab, zu dessen Ausschmückung\nauch unsere jugendliche Landsmännin Fräul. Anna Zick, eine\nzweijährige Schülerin des Conservatoriums in Brüssel, jetzt hier ihre\nEltern besuchend, von Herrn Herz freundlichst eingeladen wurde.\nWir hatten somit das Vergnügen, durch zwei geborene Coblenzer\neinen höchst erfreulichen Musikgenuss zu erhalten, von denen der\nErstere ein längst anerkannt grosser Meister, die zweite, in Brüssel\nmit einem Preise beehrt, eine angehende Künstlerin ist, die zu\nschönen Hoffnungen berechtigt. Das Coneert fand als eine schöne\nRückerinnerung für Herrn Herz in demselben Saale Statt, in wel-\nchem er, sieben Jahre alt, zum ersten Male öffentlich auftrat. Herr\nHerz spielte auf einem grossen, klangvollen Flügel seiner eigenen\nFabrik in Paris sein fünftes Coneert lind seine Militär-Phantasie Op.\nIG3 mit Orchesterbegleitung, und zwei Salonstücke, Marsch-Walzer\nund Polka, deren Geburtsort San Francisco ist. Diese Werke wur-\nden von dem Concertgeber so vortrefflich vorgetragen, dass sie all-\ngemeine Bewunderung und einen nicht enden wollenden Beifall er-\nregten. Die beiden Salon-Piecen dürften, so schön und reizend wie\nhier gespielt, in einem Tempel der Terpsichore gewiss viele Herzen\nund Füsse in Bewegung gesetzt haben. Die drei Gesang-Vorträge\ndes Fräul. A. Zick gaben uns die Ueberzeugung, dass sie in dem\nletzten Studienjahre ganz bedeutende Fortschritte gemacht und na-\nmentlich auch ihre Stimme an Höhe und Gleichheit gewonnen hat.\nSie sang die Cavatine von Rossini: „Una voce poco fa\" mit drama-\ntischem Leben, Ausdruck und perlender Coloratur, das Ave Maria\nvon Cherubini und die Arie zu der Straniera: „II soare e bei con-\ntentoa, von Lacerini; sie ärntete grossen Beifall und viele herzliche\nWünsche zu ferneren Fortschritten auf ihrer bis jetzt mit gutem\nErfolge betretenen Künstlerbahn. Am Schlüsse des zahlreich besuch-\nten Concertes wurde dem Herrn H. Herz, der hier in seiner lieben\nYaterstadt neben der Vorführung des Schönen auch einen lobend\nwerthen Act der Wohlthätigkeit verband, von dem Auditorium an-\nhaltender Applaus und vom Orchester ein dreimaliger Tusch dax-\ngebracht.\nDie Vossische Zeitung schreibt: „Wir haben bisher gezögert,\nden Lesern dieses Blattes Nachricht von dem höchst betrübenden\nKrankheits-Anfalle zu geben, der unseren verehrten Mitarbeiter Herrn\nLudwig Rellstab in seinem Sommer-Aufenthalte Tegel betroffen,\nda wir hoffen durften, zugleich eine beruhigende Aeusserung von\närztlicher Seite über den voraussichtlich glücklichen Verlauf des\nKrankheitsfalles beifügen zu können. Diese Hoffnung hat sich nun\nverwirklicht, und der Wunsch, diese langbewährte treffliche Kraft\nauch ferner dieser Zeitung und ihren Lesern erhalten zu sehen, darf\nnach dem bisherigen zwar langsamen, aber günstigen Verlauf der\nKrankheit einer Gewährung entgegen sehen.\"\nDer verstorbene Dr. Spiker hat die von ihm hinterlassene Mu-\nsicalien-Sammlung dem Joachimsthaler Gymnasium vermacht. Die\nwerthvolle Sammlung wird jetzt geordnet.\n** Wiesf»a€&eai, 21. August. Fräul. Auguste Brenken,\ndie einige Zeit in Bad Homburg verweilte, hat auf dem hiesigen\nHoftheater die Agathe als Gast gegeben. Die wunderbare Fülle und\nFrische ihrer Stimme riss das Publicum zum lebhaftesten Applaus\nhin, der um so mehr verdient war, als Fräulein Brenken nicht bloss\ndurch ihr schönes Organ wirkt, sondern zugleich durch den Aus-\ndruck ihres Gesanges, der die Nuancen eines edeln und gefühlvollen\nAusdrucks in der Gewalt hat. Ein seltener Vorzug bei einer Stimme\nvon solchem Volumen ist die bereits bedeutende Technik und ein\nvorzüglicher Triller."}]}