{"numero_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_sha256": "99153ce81bb120ad609c947b1c781e23891def6b65b2ad19776e968244bc9f7e", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1859/02/19_01/bmtnabi_1859-02-19_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-02-19_01#c001", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "57", "page_fin": "57", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "57", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 441, "texte": "Inhalt.\nColleclio operum Musicorumßatmofutn Saeculi XVI. Aus Frankfurt am Main (Theater-\nZustande). Von A. S. B eurth e llungen (R. Kündinger, Premier grand Trio, Op. 10 —H. Stiehl, Grand Trio, Op. 3G). Von —g—\n— Joh. Michael Mettenleiter (Nekrolog). Die deutsche Händel-Gesellschaft. Aus Bonn (Concert). Von V---s. Aus Mainz\n(Neue -Tonschüpfuiig). Von A. Aus Piag (Mendelssohn-Jubiläum). Tages- und Unterhaltungsblatt (Gera, Darmstadt u. s."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-02-19_01#c002", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "57", "page_fin": "58", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.2.2", "titre_corps": "Collectio opernm Musicorum Batavornm Saeculi XVI. Edid. 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Melodieen\nweltlicher Lieder, welche in dreistimmiger Bearbeitung\nauf die Psalmen in niederdeutscher Ucbersetzung der\nVulgata angewandt sind. Statt des Wortes\nkens wird auf dem Titel des ersten Bandes von demselben\ndas in seinen letzten Bänden die uns vorliegenden\nPsalmen enthält, der Ausdruck:\ngebraucht, was demnach über die Bedeutung des Wortes\nkeinen Zweifel lässt.\nDie älteste Sammlung der Souter Liedekens, ghemaeet\nter eeren Gods op alle die Psalmen van David, ist (nach\nF. Commer's Vorwort) im Jahre 1540 bei Symon Cock\nin Antwerpen erschienen (s. C. v. Winterfeld, der evangel.\nKirchengesang, I. S. 66.—H. Hoffmann, Horae Belgicae,\nI. S. 114). Darin befindet sich u. A. die Melodie des\nPsalmes 1:28 nach einem französischen Liebesliede: „II\nme suffit de tous\", zu welcher Markgraf Albrecht d. Jüng.\nzu Brandenburg-Culmbach das Lied: „Was mein Gott\nwill, das gcscheh' allzeit\", gedichtet hat —, das sich bis\nheute mit derselben Melodie und der beinahe ganz unver-\nänderten vierstimmigen Bearbeitung vom Jahre 1529 in\nder evangelischen Kirche erhalten hat.\nNachher begann Tielmann Susato in Antwerpen\nim Jahre 1551 die Herausgabe eines Werkes, dessen I.\nund 11. Band einige und fünfzig\nvier partyen\"enthält. Der 111. Band (1551) gibt:\nhande danserye, te wetens (zu wissen) Bassedamen, Ron-\nden, Allemaxngien, Pavanen, ook vyftien nieuive Gaillar-\nden\" —sämmtlich vierstimmig gesetzt von Susato, der zu-\ngleich ein tüchtiger Tonsetzer war.\nDer IV., V., VI. (1556) und VII. Band (1557) des-\nselben Werkes enthalten dann die dreistimmige Bear-\nbeitung der Souter Liedekens, welche der Heraus-\ngabe des vorliegenden XI. Bandes der Colleetio Musicorum\nBatavorumzu Grunde liegt. So viel Herrn Musik-Director\nCommer bis jetzt bekannt geworden ist, befindet sich das\neinzige vollständige Exemplar dieses schätzbaren Werkes\nauf der königlichen Bibliothek zu Berlin. Der ursprüng-\nliche Titel lautet: ~ lief vierde\nmit dry Parthien, waerinne begrepen syn die ierste XLI\n(XLIII etc.) Psalmen van David, geeomponeert by Ja-\ncobus Clemens non Papa,\ndie voise van gemeyne behende\nsingen ter eeren Gods, gedruckt\nSusato etc. 1556 (1557).(Das vierte Musikbüchlein mit\ndrei Stimmen, worin begriffen sind die ersten 41 Psalmen\nDavid's, componirt von Jacobus Clemens wo-\nbei der Tenor allzeit die Weise von allgemein bekannten\nLiedchen festhält, sehr lustig, um sie zu Ehren Gottes zu\nsingen u. s. w.)\nNur zehn Bearbeitungen sind von Susato, die übrigen\nalle von J. Clemens mit dem Beinamen Non zum\nUnterschiede von dem Papste Clemens VII., seinem Zeit-\ngenossen. J. Clemens, ein Niederländer, war Capellmeister\nKaiser Karls V.\nDie Melodie liegt nur in etwa dreissig Psalmen in der\nOberstimme, bei allen übrigen in der Mittelstimme; sie\nist bis auf geringe Abweichungen identisch mit den\nter Liedekens von 1540 {Symon Der grösste Theil\nder Lieder (105) bewegt sich in der weichen, nur eine\ngeringe Anzahl (47) in der harten Tonart."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "58", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3788, "texte": "So ist denn dieser Band eine so vollständige Beispiel-\nsammlung für die Benutzung der Volkslieder zu geistli-\nchen Gesängen, wie sie bis jetzt noch nicht zugänglich war.\nEben so wie auch bei den Messen der älteren niederlän-\ndischen Componisten bekanntlich ebenfalls häufig weltliche\nVolksmelodieen im Tenor zu Grunde gelegt wurden, so\nerscheinen uns hier oft die heiteren und wirklich lustigen\nMelodieen, die noch dazu auf höchst weltliche Texte com-\nponirt waren, als Grundlage kirchlicher Gesänge. Was\nuns heutzutage wunderlich, ja, fast als Lästerung erschei-\nnen würde, daran nahm der Geist der Zeit in beiden\nchristlichen Gonfessionen keinen Anstoss. Mit der symbo-\nlischen und mystischen Deutung, die von einigen hvper-\northodoxen Musikgelehrten versucht worden und neuer-\ndings wieder versucht wird, kommt man gerade so weit,\nals die Theologen früherer Zeit, die das Hohelied Salo-\nmon's auf die christliche Kirche deuteten. Es ist keine\nFrage, dass diese und alle ähnlichen musicalischen Ueber-\ntragungen weltlicher Liederweisen auf kirchliche Texte aus\ndem Bestreben hervorgingen, dem leichtfertigen Volksge-\nsange eine bessere Richtung zu geben. Yergl. C. v. Win-\nterfeld, Zur Geschichte heiliger Tonkunst. Leipzig, 1850.\nDie damaligen Componisten, wie denn auch Jacobus\nClemens, handelten in naivem Glauben und in der besten\nAbsicht, und wir sind weit entfernt, ihrem Andenken das\ngrosse Verdienst verkümmern zu wollen, das sie um ihre\nZeit gehabt haben. Wenn man uns aber zumuthen will,\njene Messen und kirchlichen Gesänge, denen weltliche Me-\nlodieen oft sehr frivoler Texte zu Grunde liegen, als den\n„wahren Ausfluss christlichen Glaubens und dogmatischer\nPrägnanz\" anzuerkennen, so müssen wir gegen solche\nPietisterei in der Musik zu Gunsten der tief und innig em-\npfundenen geistlichen Gesänge derjenigen niederländischen,\ndeutschen und italienischen Meister, welche die Melodieen\neben so wie die harmonische und polyphone Bearbeitung\naus ihrem Gefühle und ihrem christlichen Geiste als ur-\nsprüngliche hervorgehen Hessen, sehr energisch protesliren.\nDass uns durch die vorliegende Sammlung an andert-\nhalb hundert niederdeutsche Volksmelodieen erhalten sind,\nist hoch anzuschlagen; unschätzbar würde dieser Gewinn\nsein, wenn wir auch die vollständigen Texte dieser Volks-\nlieder besässen. (Wir wissen nicht, was die neuere, von\nCommer angeführte Sammlung: „(Jude\ndern, lätgegeven door J. F. Willems. Gent, 1848\" in\ndieser Hinsicht bietet, da uns das Buch noch nicht zu Ge-\nsicht gekommen ist.) Desshalb ist dieser XI. Band der\nCollectio Mus. Belg, nicht bloss für Musikgelehrte, son-\ndern auch für jeden Freund der Tonkunst anziehend.\nHöchst interessant ist es, zu sehen, was J. Clemens aus\nden Melodieen durch dreistimmige Bearbeitung gemacht\nhat, und wie ausserordentlich naiv oft sein Verfahren er-\nscheint, wenn man den Widerspruch der ursprünglichen\nTexte mit den Worten der Psalmen wahrnimmt. So z. B.\nPs. 3: „0 Herr, wie mannigfach sind meine Feinde\",\nnach der Weise: Et reghend end ick werd nat. Ps. 18:\n„Die Himmel erzählen\", nach der Weise: Ick had een\ngestadich minneken (ein stattlich Liebchen). Ps. 26: „Gott\nist mein Licht\" —lck weet een\nmyn lierte bevaen.Ps. 30: Domineu\nWaer mach se syn die alder liefste myn, clie ik met ooghen\nye aensach,Ps. 35: „Dixit in waar\nungestalt. Ps. 39: „JExspectans exspectavi Dominum\"\nlk quam an ebnen danse, daer menich schoon vrouken tvas.\nAuch wirkliche Tanz-Melodieen wurden nicht verschmäht,\neben so wenig politische Lieder (Ps. 141: „Ich rief zum\nHerrn\"): „Mit lusien willen\nRoomsche ryck\" —, wie Trinklieder (Ps. 137 : „Confite-\nbor tibi, Domine11): „Die mi\nsonghe hem een goed liet.u\nDer XI. Band der Collectio etc. Muss als ein sehr wich-\ntiger Beitrag zur Geschichte der Kirchenmusik willkom-\nmen geheissen werden."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-02-19_01#c003", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "58", "page_fin": "59", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.2.3", "titre_corps": "Aus Frankfurt am Main.", "titre_sommaire": "Aus Frankfurt am Main.", "signature_source": "A. 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Dennoch blieben\ndiese alten Lehren bei Reconstituirung des hiesigen Thea-\nters im November 1855 unbeachtet. doch gar zu\nverlockeud, in irgend einer Sache mit reden zu dürfen,\nwenn man auch kein Jota davon versteht; die Liebhaberei\nfür dieselbe und wohl auch die redliche Absicht, das mög-\nlich Beste für ihr Gedeihen thun zu wollen, helfen ja\nüber alle Klippen hinweg. Der eitle Wahn, als in ein Co-\nmite über Kunstsachen gewähltes Mitglied die Berechti-\ngung erhalten zu haben, mit zu rathen, bringt die Dinge\nüber kurz oder lang gewiss dahin, dass sie bald mehr auf\ndem Kopfe, denn auf den Füssen stehen, dies um so frü-\nher, wenn in dieser Corporation kein einziges kunstver-\nständiges Mitglied zu finden, das für die anderen Werth\nund Bedeutung eines Compasses hat."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "59", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5031, "texte": "Am 9. d. Mts. hat eine General-Versammlung der\nTheater-Actionäre drei Männer aus ihrer Mitte zu ferne-\nrer Leitung der Geschäfte gewählt. Es sind die Herren:\nDr. von Guaita (Advocat, derselbe sass bereits in dem\nabgetretenen Directorium), Wilhelm Speyer (Börse-\nSyndicus) und der Rentner Reuhl.\nIn diesem Triumvirat sehen wir wenigstens Einen, der\nvermöge seines künstlerischen Standpunktes den Mitberu-\nfenen als Compass dienen kann. Herr Speyer, als Compo-\nnist in weiten Kreisen geschätzt, befand sich bereits in dem\nerstgewählten Leitungs-Ausschusse 1855; allein mit der\ndilettantischen Majorität fortan kämpfen müssend, trat er\nschon im December 1856 zurück. Nebst umfassenden\nmusicalischen Kenntnissen repräsentirt Speyer zugleich\neinen Capcllmeister, aber einen alten, im Gegensatze zu\nden jungen, die heutzutage zumeist von Gesangkunst nichts\nverstehen. Findet sich ja einer aus der jüngeren Genera-\ntion, der über die blosse Routine hinaus auch ein gebilde-\nter Musiker ist, so ist er doch nur Instrumentalist, und\nals solcher noch recht oft ohne ästhetische Bildung, welche\nder Gesammtbildung erst die erforderliche Glasur gibt und\nzur Leitung grosser Werke befähigt. Leider gehen physio-\nlogische Kenntnisse des Sing-Organs und Methodik den\nmeisten der gegenwärtigen Dirigenten im Theater und\nConcertsaale ab. Aus diesen Gründen hört man die Mehr-\nzahl der Mitglieder einer Operngesellschaft singen, wie\nihnen eben der Schnabel gewachsen ist. Dasselbe gilt von\nden Zuständen der frankfurter Oper, mit dem Unterschiede\njedoch, dass trotz allem mit der Classicität daselbst weit\nmehr noch coquettirt wird, als anderwärts. Ist es nicht\nwohl gar Blasphemie, wenn man Gluck'sche Opern mit\neiner Sängerin in der Titelrolle zur Aufführung bringt,\ndie unvermögend ist, irgend einen Ton in ihrer Scala mit\nSicherheit anzugeben und festzuhalten, wo in der Into-\nnation Alles, wenn nicht offenbar falsch, so doch zweifel-\nhaft ist, überdies noch jeder Ton tremulirt? Und dieses\nzerbrochene Gefäss ist nicht etwa erst geworden, es ward\nals solches bereits 1857 engagirt*). Wer trägt zunächst\ndie Verantwortlichkeit für solche Engagements?—Die all-\ngemeine Klage über so grossen Mangel an geschulten Sän-\ngern findet unbezweifelt auch ihren Grund in der Unkennt-\nniss des vocalen Theiles bei den Theater-Dirigenten, da-\nher diese ausser Stande sind, Anfänger mit Rath und That\nzu unterstützen und sie durch zweckmässige Anstellung\nin der kleinen Oper für die grosse vorzubereiten. Alles\nbleibt dem Zufalle und dem willkürlichen Gange der Dinge\nüberlassen.\nWahrlich, der das Regiment antretenden Direction\nist keine geringe Aufgabe gestellt. Indess lässt die bekannte\nEnergie der Herren Guaita und Speyer dennoch hoffen,\ndass in Jahresfrist Manches, vielleicht Vieles schon zum\nBessern sich gewandt, demnach Erfreulicheres zu berich-\nten sein werde. Möge es keine Täuschung sein!\nUm schliesslich die Dringlichkeit zu zeigen, den be-\nstehenden Zuständen am hiesigen Theater ohne Aufschub\nein Ende zu machen, möge noch eine andere Stimme ge-\nhört werden. Ein Correspondent der Allgemeinen Zeitung\nspricht sich darüber in der Nummer vom 10. d. Mts. in\nfolgenden Worten aus: „.... Wenn man die fast trost-\nlosen Zustände bedenkt, unter denen unser Theater in letz-\nter Zeit theils durch unvermeidliche Zufälle, theils durch\nunerträglichen Histrionen-Uebermuth, zum Theil aber frei-\nlich durch einige etwas zu rücksichtslose Maassregeln der\nDirection selbst hinsiechte, so wird man letzterer, oder\nwenigstens den leitenden Kräften derselben, das Zeugniss\nnicht versagen können, dass sie mit Muth und Hingebung\ngewissenhaft bemüht war, das schwache Schiff vor dem\nallseitig drohenden Untergange zu bewahren.\"\nMuth, Hingebung und Gewissenhaftigkeit gern zuge-\nstanden, sind denn aber diese gewiss löblichen Eigenschaf-\nten ohne kunstwissenschaftliche Kenntnisse und Erfahrun-\ngen in der Oberleitung eines solchen Instituts ausreichend,\nzumal es auch in einzelnen Abtheilungen so aussieht, wie\noben ohne Schminke dargelegt worden? Man drehe, wende\nund verhülle die Wahrheit, so lange nur möglich, am\nEnde muss sie denn doch zu offener Geltung kommen.\n*) Besehen wir uns diese Dinge beiseits. Eine Sängerin singt\nheute die Gluck'sche Iphigenie auf Tauris, bekanntlich eine\nhohe Sopran-Partie, und morgen singt sie den Orpheus vom\nselben Meister, eine Contre-Alt-Partie, die einstens auch von\nhohen Bässen, z. B. von Michael Yogel in Wien, mit eini-\ngen umgesetzten Noten gesungen worden. In welcher von die-\nsen Rollen ist die Sängerin an den rechten Platz gestellt? In\nbeiden unmöglich! Dieselbe Sängerin lässt man noch\ndie Agathe, die Favorite und den Sextus singen, obwohl es\nmit ihrer Stimme und der Kunst, sie zu gebrauchen, so be-\nschaffen, wie oben gesagt ist» Allein diese Sängerin von vor-\ntheilhafter Körperbildung und viel Beweglichkeit auf der Bühne\nist der Liebling des kunstverständigen Publicums, der\nDirection, vielleicht auch noch des Capellmeisters. Wer zwei-\nfelt noch an der grossen Nachsicht im frankfurter Theater?\n\nA. S."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-02-19_01#c004", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "59", "page_fin": "60", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.2.4", "titre_corps": "Beurtheilungen.", "titre_sommaire": "Beurtheilungen.", "signature_source": "g", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "59", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.3", "debut_caractere": 5033, "fin_caractere_exclue": 5325, "texte": "Beurtheilungen.\n\nli. Kündinger, Premier\nViobn et Vhbncelle. Op. 10. Leipzig, Breitkopf\nSf Härtel.\n11. Stiehl, Grand Trio pour Piano, Violon et Vio-\nloncelle. Op. 36.Ebendaselbst.\nBeide Werke dürfen im Allgemeinen als recht erfreu-\nliche Gaben bezeichnet werden. Die Instrumente sind fast\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "60", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3187, "texte": "durchweg ihrer Eigenthiiiidichkeit entsprechend behandelt,\ndie dankbaren Seiten gern hervorgehoben, Alles klingt\nrecht gut in einander, die thematische Arbeit ist (beson-\nders in dem Trio von Stiehl) gut und zuweilen lein, so\ndass schliesslich drei ordentliche Spieler bei massigen An-\nforderungen einen wohlthuenden, wenn auch nicht bedeu-\ntenden, Eindruck mit sich nehmen werden. Die eigentliche\nmelodische Erfindung ist allerdings in beiden Werken\nnicht reich und fesselnd; dieselbe erhebt sich weder in dem\neinen noch in dem anderen Trio sehr über das Niveau des\nschon Gehörten und oft Dagewesenen. Indessen leuchtet\ndoch überall das Streben nach fester, ausgeprägter und\nwohlklingender Melodie hervor, und schon dies ist anzu-\nerkennen, im Gegensatze zu den absurden, dem musicali-\nschen Wohlklange geradezu hohnsprechenden Bestrebun-\ngen der neuesten Schule.\nIn dem Trio von Kündinger hat uns das Scherzo\nentschieden den besten Eindruck gemacht. Das pikante\nund duftige Tongewebe des Hauptsatzes '' fact)\nfindet in dem Mittelsatze (Des-dur einen recht wirksa-\nmen und gut angebrachten Contrast. Die Combination des\n6/8- und des C-Tactes will allerdings hier nicht viel heis-\nsen; die Clavier-Partie hätte eben so gut % beibehalten\nkönnen. Der erste Satz tritt mit seiner ersten Phrase\nkräftig genug auf; in der Fortführung jedoch begegnen\nwir entweder übel angebrachter Sentimentalität oder zu\nfreundschaftlichen Gesinnungen gegen Mendelssohn, der\nbekanntlich auch zwei Trio's geschrieben hat, die nicht\nganz schlecht sein sollen. Ferner hätten wir gewünscht,\ndass der Componist der durchaus veralteten Manier, nach\ndem vollständigen Abschlüsse des Mittelsatzes in einem So-\nnaten-Allegro noch einmal eine förmliche brillante Cadenz\nloszulassen, mit dieser den ersten Theil zu beschliessen,\nund dann im zweiten Theile, zum Schlüsse des ersten\nSatzes, Alles ganz gemüthlich in die Tonart der Tonica zu\ntransponiren, entsagt hätte. Im Jahre 1859 darf man es\nsich nicht mehr so leicht machen; hier hört die Bequem-\nlichkeit auf. Durch Beethoven, Mendelssohn, Schumann,\nHiller u. A. sind für das Einzelne der ewigen, unerschöpf-\nlichen Allegro-Form so viele neue interessante Combina-\ntionen und Wendungen entdeckt worden, dem erfinden-\nden Geiste (der sich eben sowohl in geistvoller Behandlung\nund Belebung der gegebenen Form wie in anderen Din-\ngen zeigen kann) sind so viele Anhaltspunkte für weiteres\nVordringen gegeben, dass wir uns unmöglich mit blosser\ntrockener Becapitulation des tausendmal Dagewesenen\nauch wenn es sich bloss um Formen-Schönheit han-\ndelt begnügen können.\nOhne geradezu an das Eündinger'sche anzuklingen,\nstimmt doch das Stiehl'sche Trio in dem Ganzen seiner\nmusicalischen Haltung so sehr mit jenem überein, dass\nwir es für überflüssig halten, dasselbe an dieser Stelle\neiner weiteren eingehenden Besprechung zu unterziehen.\nUm jedoch nicht ungerecht zu sein, bemerken wir noch,\ndass Stiehl dem Ciavierspieler weniger absichtliche Con-\ncessionen macht, wie Kündinger, so wie denn auch in der\nthematischen Durchführung sich manche feine Züge vor-\nfinden. Das Scherzo ist sehr hübsch; das Finale tritt im\nGanzen recht schwunghaft und charakteristisch auf.\n\ng."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-02-19_01#c005", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "60", "page_fin": "61", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.2.5", "titre_corps": "Johann Michael Mettenleiter.", "titre_sommaire": "Johann Michael Mettenleiter.", "signature_source": "R. I. 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Juli 1801 wurde er im\nKloster Neresheim als wirklicher Singknabe aufgenommen.\nAls im Jahre 1803 das Kloster aufgehoben wurde und an\ndas hochfürstliche Haus Taxis überging, errichtete Se.\nDurchlaucht der damals regierende Fürst Karl Anselm\nein Lvceum, in welchem M. unter den nämlichen Bedin-\n«l 7\ngungen wie beim Kloster als Singknabe verbleiben und\nseine Studien fortsetzen durfte. Er erlernte dabei auch bei\ndem damaligen Musik-Director Peter Andreas Schmid Cia-\nvier und Orgel spielen. Da aber im Jahre 1806 durch die\nMediatisirnng des fürstlichen Hauses Taxis Neresheim an\nBaiern überging, so wurde auch das Lvceum aufgehoben.\nEr trat nun vom Studiren zurück und erlernte bei seinem\nVater Joh. Georg Mettenleiter das Uhrmachcn. Hauptsäch-\nlich wollte er sich der Verfertigung mathematischer Instru-\nmente widmen, als er im Herbste 1807 durch den dama-\nligen Herrn Schul-Director Pater Karl Nack angeregt\nwurde, um den so eben vacanten Präccptorats- und Leh-\nrer-Dienst in Schloss Neresheim anzusuchen, welcher ihm\nauch verliehen wurde. Nach dem Tode des damaligen Or-\nganisten Pater Magnus Tous wurde ihm auch die Orga-\nnisten-Stelle übertragen. Als Neresheim 1810 an die Krone\nWürtemberg überging, wurde er als Musterlehrer aufge-\nstellt, und es wurde ihm laut Decret vom 2. November\n1811 gestattet, Schulamts-Zöglinge in Unterricht zu neh-\nmen. Am 2. Mai 1812 wurde er laut Decret als wirk-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2340, "texte": "licher Geometer angestellt. Auch errichtete er in demsel-\nben Jahre eine Steindruckerei.\nIm Jahre 1818 wurde er von dem durchlauchtigsten\nFürsten Ludwig von Oettingen-Wallerstein in dessen Dienst\nals Lithograph und Hofmusicus berufen und am 25. August\n1818 mit pragmatischem Decrct, Titel und Rang eines\nfürstlichen Secretärs angestellt. Im Jahre 1820 erhielt er\ndie Chorregenten-Stelle hinzu, und da 1825 der damalige\nCapellmeister Amon mit Tod abging, so wurde ihm auch\ndie Direclion der fürstlichen Hofcapelle übertragen, welche\nStellen er bis zum 1. October 1856 bekleidete, wo er\nletztere zwei wegen Kränklichkeit niederlegte.\nEs erübrigt noch, auf seine musicalische Thätigkeit\neinen Blick zu werfen. Abgesehen von seinen vielen Be-\nmühungen als Lehrer der Musik, der theoretischen sowohl\nals praktischen (er bildete für die Hofcapelle und den Chor\nstets neue und meist vorzügliche Kräfte), abgesehen von\nseinem glänzenden und deliciösen Violinspiel, von seinem\nmit aller contrapunktischen Gewandtheit ausgerüsteten Or-\ngelspiel lag der Schwerpunkt seines Wirkens in der\nFührung des Tactirstockes, der unter seiner Hand sich\nwahrhaft in einen Zauberstab verwandelte. Es gibt keine\ngrössere und kleinere Tonschöpfung, welche er nicht in\nden Concertcn der Hofcapelle den entzückten Hörern vor-\nführte. Von den gelungenen Productionen möge der Um-\nstand Zeugniss geben, dass die meisten Hofmusiker auf\nihren Instrumenten Virtuosen waren. In der Kirche führte\ner auf, was er musste; er erglühte für eine Anbahnung\neiner besseren Kirchenmusik, ganz begeistert war er für\ndie Meisterwerke des Mittelalters; nur die Macht der Ver-\nhältnisse war schuld, dass diese Schöpfungen einer fröm-\nmeren Zeit nicht tiefere Wurzeln auf dem Musikchor zu\nSt. Alban schlugen. Von seinen Compositionen sind veröf-\nfentlicht: Concert-Piecen für verschiedene Instrumente,\nnamentlich Ciavier; darunter sind einige Ihrer K. Hoheit\nder Frau Fürstin Thum und Taxis, geborenen Herzogin\nvon Mecklenburg-Strelitz u. s. w., Sr. Durchlaucht dem\nFürsten von Wallerstein ehrfurchtsvoll gewidmet und huld-\nvollst entgegengenommen; Ouvertüren, Sinfonieen für vol-\nles Orchester, Messen, Kirchenstücke, zumeist für Sing-\nstimmen allein und durchaus im ernsten Stile, Arrange-\nments grösserer Werke für Blas-Instrumente, Quartette,\nDuo's, Sonaten, Lieder u. s. w.\n\nR. I. P."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-02-19_01#c006", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "61", "page_fin": "61", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.2.6", "titre_corps": "Die deutsche Händel-Gesellschaft.", "titre_sommaire": "Die deutsche Händel-Gesellschaft.", "signature_source": "L. 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Drei andere, die Oratorien Herakles,\nAthalia und Ällegro, werden noch im Laufe dieses\nJahres folgen.\nDie Chorstimmen zu dem Oratorium Susanna\nsind im Verlage von Breitkopf & Härtel erschienen;\nMit der zweiten und dritten Lieferung werden auch\nzwei neue Haupt-Titel für das Oratorium Su-\nsanna nachgeliefert, wovon wir die geehrten Mitglie-\nder vorläufig in Kenntniss setzen, weil es wünschenswerth\nsein wird, das Werk nicht vor Ankunft dieser neuen Titel\neinbinden zu lassen.\nWir haben zwei verschiedene Ausgaben hergestellt,\neine deutsche und eine englische, die sich dadurch\nunterscheiden, dass Titel, Vorwort und Index je in deut-\nscher oder englischer Sprache gegeben sind. Wo nicht\nausdrücklich das Gegentheil gewünscht wurde, haben wir\nan die Mitglieder in Deutschland die deutsche, an die in\nEngland die englische Ausgabe gesandt, und ersuchen die-\njenigen, welche es anders wünschen (vielleicht die, welche\nmehr als Ein Exemplar zeichneten), uns solches möglichst\nbald mitzutheilen.\nLeipzig, am 8. Februar 1859.\nDas Directorium.\nDer hundertjährige Todestag (der 14. August 1859)\ndes Meisters bietet die Gelegenheit zu einer Feier seines\nAndenkens dar, die gewiss in allen deutschen Städten\ndurch würdige Aufführungen begangen werden wird. Es\nwäre sehr wünschenswerth, wenn dazu Werke, welche\njetzt zum ersten Male in Deutschland von der Händel-Ge-\nsellschaft veröffentlicht worden, benutzt würden, wozu wir\nnamentlich Acis und Galatea vorschlagen möchten."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-02-19_01#c007", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "61", "page_fin": "62", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.2.7", "titre_corps": "Aus Bonn.", "titre_sommaire": "Aus Bonn.", "signature_source": "V – – – s", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.5", "debut_caractere": 4238, "fin_caractere_exclue": 5024, "texte": "Aus Bonn.\n\nDen 12. Februar 1859.\nIm dritten Abonnements-Concerte dieses Winters bot uns unser\nhochgeschätzter Dirigent, Herr Albert Dietrich, eine schöne Man-\nnigfaltigkeit musicalischer Genüsse. Die Sinfonie von Gade Nr. 4\nhat uns in sehr gelungener Ausführung wahrhaft erquickt und er-\nfreut. Von einer knappen Form wird hier ein reicher Gehalt um-\nschlossen ; von reizvollen Melodieen durchwebt, voll von verlocken-\nden romantischen Klängen, mit dem Schmuck schönster Instrumen-\ntation ausgestattet, bildet diese Sinfonie ein liebliches Ganze, in\ndem anmuthiger Scherz und eine ganz eigene heiter gefärbte Weh-\nmuth mit leisen Uebergängen in einander spielen.\nLassen Sie mich nur kurz erwähnen, dass Herr Max Bruch\nseine kleine, aber sehr ansprechende Composition: „ Jubilale, Amen\","}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1953, "texte": "Unter dem lebhaftesten Beifalle des Publicums zur Aufführung\nbrachte, und dass in dem Trio-Concert von Beethoven Herr\nBrambach aus Köln die Clavier-Partie übernommen hatte und ihr\nauf das trefflichste zu genügen wusste. Mit besonderer Freude aber\nkann ich von dem überaus günstigen Eindruck berichten, den Fräul.\nDamke aus Köln gleich mit dem Vortrage der Arie „Parto\" aus\nMozart's Titus hervorbrachte, und hernach in einer Reihe von Sce-\nnen aus Gluck's Iphigenie auf Tatiris und in der Solo-Partie des\n„Jubüate\" noch bedeutend steigerte. Klarheit und Bestimmtheit der\nAuffassung, Sicherheit und Leichtigkeit in Beherrschung des Tones\nund edle Einfachheit des Ausdrucks, das sind Eigenschaften, die\nschon jetzt an ihr zu rühmen sind, und die sich wir dürfen es\nmit fester Hoffnung aussprechen unter so sicherer Leitung immer\nschöner entwickeln werden. Dass Fräul. Damke sich mit Mozart\nund was ihr besonders unseren Dank sichert mit Gluck bei\nuns einführte, das sei uns ein Beweis dafür, dass sie nicht die Zahl\njener Conccrt-Sängerinnen zu vermehren gedenkt, die, den Geschmack\ndes grossen Haufens allein berechnend, der echten, wahren Musik\nnur als einem unvermeidlichen Uebel eine mühsam erzwungene\nAufmerksamkeit gönnen. Wahrhaft erfreulich wäre es, wenn die\nKünstlerin bei ihrem Studium GluckIschcr Musik, von dessen Er-\nfolgen sie uns auf eine so befriedigende Weise zu überzeugen ver-\nmochte, treu und fest beharrte, und so sich befähigte, diesem ewig\ngrossen, gewaltigen Meister einst auf der Bühne, dem Heimatsorte\nseiner Kunst, als würdige Dolmetscherin zu dienen. Fräul. Damke\nhat hier vornehmlich bei denen, die auf musicalischem Gebiete den\nErnst und die Würde der Kunst gewahrt wissen wollen, der schön-\nsten Anerkennung sich zu erfreuen gehabt. Wir wünschen auf das\nherzlichste, dass diese Anerkennung ihr zugleich Aufforderung sein\nmöge, den künstlerischen Sinn, den sie hegt, als ein theures Gut zu\npflegen und zu bewahren.\n\nV - - - s."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-02-19_01#c008", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "62", "page_fin": "62", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.2.8", "titre_corps": "Aus Mainz.", "titre_sommaire": "Aus Mainz.", "signature_source": "A", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.6", "debut_caractere": 1955, "fin_caractere_exclue": 6402, "texte": "Aus Mainz.\nA.\nDie neueste Ton Schöpfung unseres talentvollen Capellmeisters\nFr. Lux, Coriolan, dramatische Scene für drei Soli, Män-\nnerchöre und Orchester, Text von Jos. Laufs, kam als zweiter\nTheil eines vom mainler Männergesang-Verein veranstalteten Con-\ncertes am 7. d. Mts. im hiesigen Stadttheater unter Leitung des\nComponisten zur Aufführung, und glauben wir nach der günstigen\nBeurtÜ eilung, welche dieses Werk hier allgemein dazu be-\nrechtigt zu sein, der Besprechung desselben in Ihrer geschätzten\nZeitung einige Zeilen widmen zu dürfen.\nNach kurzer Instrumental-Einleitung beginnt die Scene mit den\nKlagetönen der beiden Frauen (Veturia und Volumnia, Mutter und\nGattin des Coriolan) über die vom Volke verhängte Verbannung des\nCoriolan aus Rom, und trägt in Verbindung mit dem instrumentalen\nTheile durchweg den Charakter einer elegischen Färbung, die in\neinem folgenden kurzen, aber wirkungsvollen Duette zum höchsten\nAusdrucke gelangt. Unterbrochen wird diese Scene durch das Heran-\nnahen eines Volkshaufens, welcher den vorigen die unheilvolle Nach-\nricht bringt, dass Coriolan an der Spitze des volskischen Heeres\nstehe, um an Rom furchtbare Rache zu nehmen, dass ferner die Ab-\ngesandten Roms vom unversöhnlichen Coriolan zurückgewiesen, und\ndie einzige Hoffnung, welche das Volk für die Rettung der Stadt\nnoch hege, in ihren Händen läge, wenn sie durch ihre Bitten und\nThränen das Herz des stolzen Siegers zu rühren vermöchten. Mit\ndiesem Chor der Römer beginnt die Entwicklung der dramatischen\nHandlung; er gibt uns Gelegenheit, sowohl das Talent des Compo-\nnisten in der Erfindung ansprechender Motive) als auch seine Ge-\nschicklichkeit in der Factur mit Vergnügen anzuerkennen. Im Wech-\nselgesang des Chors mit den beiden Frauen werden dem Zuhörer die\nVerbannung des Coriolan und ihre Folgen mit den lebhaftesten Far-\nben geschildert, und in einem breit angelegten vierstimmigen Satze,\nder an einzelnen Stellen ohne Orchester-Begleitung seine Kraft ent-\nfaltet, erschallen zum Schlüsse der ersten Abtheilung die Danksa-\ngungen der Römer, die in dieser Scene die beiden Frauen bewogen\nhaben, zur Rettung der Stadt den Coriolan im Lager der Feinde mit\nihren Thränen zu bestürmen. Im zweiten Theile befinden wir uns\nim Lager der Volsker, die im wilden Gewühle des kriegerischen Le-\nbens zum Preise ihres neuen Feldherrn einen feurigen Schlachtge-\nsang anstimmen, der sich sowohl durch Originalität des Charakters\nund der Instrumentirung als durch frappante modulatorische Wen-\ndungen auszeichnet. Nach dieser Scene, zu der Coriolan hinzutritt\nund seine Anordnungen zum Sturme auf die Stadt in langen Reci-\ntativen, untermischt mit kleineren Sätzen des Chors, trifft, langt der\nZug der Römer mit den beiden Frauen an, und nach einem sehr\neffectvollen Ensemble-Satze zwischen Coriolan, Veturia, Volumnia,\nso wie den Chören der Volsker und Römer wird endlich erreicht,\ndass Coriolan von seinem Beginnen ablässt und sich selbst der Ret-\ntung Roms zum Opfer bringt. Ein lebhaftes Bild der Abwechslung\nbietet nun der Schlusschor, in welchem bald die jubelnden Chöre\nder Römer, bald die Verwünschungen der rachedurstigen Volsken\nzum Ausdruck gelangen und dem ganzen Werke ein würdevolles\nEnde verleihen.\nFür Männergesang-Vereine, die ein höheres Ziel verfolgen als\ndas gewöhnliche, dürfte daher diese Composition eine willkommene\nGabe sein, und der mainzer Männergesang-Verein hat dadurch ge-\nzeigt, welchen Werth er auf sie legt, dass er nach dem Concerte zu\nEhren des Componisten ein feierliches Abendessen veranstaltete und\ndem Herrn Lux ein werthvolles Geschenk zum Andenken an diesen\nAbend überreichte.\nDie Aufführung selbst war bis auf die schwierigen Ensemble-\nSätze der letzten Scene eine gelungene, und das zahlreich versam-\nmelte Publicum spendete dem Werke nach jeder einzelnen Kummer\nrauschenden Beifall. Die Solo-Partieen hatten übernommen Herr Te-\nnorist Zell mann von Köln und unsere hiesigen Opernsängerinnen\nFräul. Zum Busch und Fräul. Karg. Die erste Abtheilung des\nConcertes brachte uns die grosse Leonoren-Ouverture C-dur Nr. 3\nvon Beethoven, die Romanze aus der Euryanthe, vorgetragen von\nHerrn Variationen für die Flöte von Fürstenau, vorgetra-\ngen von Herrn Schulz, Mitglied der Hofcapelle in Wiesbaden, und\nden Männerchor von Zöllner „Das Gebet der Erdea. Auch bei diesen\nPiecen war der Beifall des Publicums nach jeder einzelnen Leistung\nein allgemeiner und zugleich wohlverdienter.\nMainz, den 12. Februar 1851*."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-02-19_01#c009", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "62", "page_fin": "63", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.2.9", "titre_corps": "Aus Prag.", "titre_sommaire": "Aus Prag.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.6", "debut_caractere": 6404, "fin_caractere_exclue": 7250, "texte": "Aus Prag.\nDas dritte Concert des Cäcilien-Vereins, Donnerstag den 3. Febr.\n1859, war ein Mendelssohn-Jubiläum zur Erinnerung an dessen 50-\njährigen Geburtstag (3. Febr. 1809). Sämmtliche Compositionen wa-\nren von Felix Mendelssohn-Bartholdy. I. Abtheilung. 1. Hochzeits-\nmarsch aus „Sommernachtstraum\", Op. 61. 2. Prolog, verfasst von\nJos. Bayer. 3 Festgesang „An die Künstler'4, nach Schillert Ge-\ndicht, für Männer-Chor und Blech-Instrumente, Op. 68. 4. Recitativ\nund Chöre aus dem unvollendeten Oratorium „Christus\", Op. 97.\n5. Symphonie Nr. 1 in C-moll, Op. 11. 11. Abtheilung 6. „Verleih1\nuns Frieden\". Gebet für Chor und Orchester. 7. Zwei Lieder für\nvierstimmigen Männer-Chor, Op. 50. a) Der Jäger Abschied, b)\nWanderlied. 8. Drei Volkslieder von Heine, für Sopran, Alt, Tenor\nund Bass, Op. 41. 9. Der 114. Psalm für achtstimmigen Chor und"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1029, "texte": "Orchester, Op. 57. —Aus besonderer Gefälligkeit hatten Frau Frey,\nFräulein Mick und Fräulein Schmidt ihre Mitwirkung gütigst zuge-\nsagt. Von den zehn Strophen des Prologs werden folgende drei\nauch in weiteren Kreisen besonderen Anklang finden:\nWas Bach der Orgel sinnend-ernst vertrauet,\nEs klang in Deines Geistes Tiefen nach\nWie Händers Chorgesang die Welt erbauet,\nDu hast's erkannt, und herrlich riefst Du's wach!\nIn Dir verjüngte sich die mächt'ge Fülle,\nDer strenge Inhalt doch in mild'rer Hülle.\nDoch was der Mondschein spricht zu Wassertiefen,\nWas flüsternd sich bewegt im stillen Rohr,\nWas in den Blumenkelchen träumt das riefen\nDie Elfenstimmen in sein lauschend Ohr!\nSeltsame Wunder, die sein Lied durchzogen\nVernahm er im Gesang der Meereswogen!\nDem Geist, er wird ein Tröster bei uns bleiben,\nWenn uns im Drang des Neu'n das Herz verzagt y\nEr wird uns treu in das Gedächtniss schreiben,\nWas jene grossen Meister uns gesagt\nDie Ruh' der Form, der Schönheit stiller Frieden,\nSie sind sie bleiben uns in Dir beschieden!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-02-19-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-02-19_01#c010", "volume": "bmtnabi_1859-02-19_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "63", "page_fin": "64", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.2.10", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.7", "debut_caractere": 1031, "fin_caractere_exclue": 5981, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nCäeira» In dem dreissigsten Concert unseres musicaiischen Ver-\neins unter Leitung des Musik-Directors W« Tsehirch hörten wir\nd;e Pianistin Amelie Staps aus Brüssel (G-moll-Concert von Men-\ndelssohn, Solostücke von Thalberg und Moscheies), zwei Ouvertüren\nvon Kittl und von Mendelssohn (Melusine), ein Duett und Chor aus\nJephta von Reinthaler und als letzte Nummern der ersten und zwei-\nten Abtheilung zwei sehr heterogene Stücke: F. Liszt's Cantate\nfür Männerstimmen ~An die Künstler\" und des Fürsten Radzi-\nwill „Auferstehungs-Gesang\" aus Göthe's-Faust,\nJüngst bei der Feier der silbernen Hochzeit\nunseres Herrscherpaares hat Se. Königliche Hoheit der Grossherzog\ndem hier in der Vaterstadt privatisirenden kaiserlich österreichischen\nHof-Opern-Capellmeisler Wilhelm Reuling die goldene Medaille\nfür Kunst und Wissenschaft mit Band zu verleihen geruht. Gleich-\nzeitig wurden mit derselben Medaille decorirt die in Diensten des\nHofes stehenden Capellmeister Schindelmeisser, Musik-Director\nC. Mangold und der Concertmeister und erste Contrabassist C.\nMüller.\nJFB*»ssß&f,assat' n. M« Ungeachtet grosser Mangelhaftigkeit in\nden Solo-Partieen hat Gluck's Orpheus bei der ersten Auffüh-\nrung am 12. d. Mts. ob der grandiosen Conception viele der Anwe-\nsenden hocherfreut. Die drei Solo-Partieen waren in den Händen\nder Damen Kessenheimer (Orpheus), Chalupka (Eurydice) und\nPeters (Amor). Chor und Orchester waren vortrefflich.\nSchumann's „Paradies und Peri\", erläutert von F. P.\nGrafen Laurencin, ist der Titel einer Broschüre, welche so eben\nbei Mathes in Leipzig die Presse verlassen hat, und welche vom\nVerfasser der Frau Schumann gewidmet wurde.\n19fi*eSt&eBl« Am 25. Januar fand die erste Aufführung der\nfünfactigen Oper: „Diana von Solange\", Text von 0. Prechtler, Mu-\nsik von Herzog Ernst von Coburg, am hiesigen Hoftheater Statt,\nObgleich die Ausführung dieses Werkes eine gelungene zu nennen\nist, so war doch der Erfolg nur massig und die Aufnahme von Sei-\nten des Publicums keine enthusiastische, so dass zu erwarten steht,\ndass die herzogliche ~Diana\" ein gleiches Schicksal mit der Nau-\nmann'schen ~Judith\" haben wird. Die Hauptrollen waren durch\nFrau Bürde-Ney, Herrn Tichatscheck und Herrn Mitterwurzer gut\nvertreten; eben so war auf Ballet, Scenirung und Costume genügende\nAusstattung gewandt, wesshalb in dieser Beziehung der Direction\nkein V orwurf zu machen ist. Bei allem dem ist die Oper nicht\nschlechter) als eine so genannte deutsche ,3Capellmeister-Oper\".\nSälaza» Sophie Cruvelli, jetzige Baronin Vigier, hat im\nhiesigen Theater ein Concert für die Armen veranstaltet und als\nHauptperson darin mitgewirkt in Gegenwart des Königs von Wür-\ntemberg, des Grossherzogs von Mecklenburg-Schwerin, des Herzogs\nvon Carignan, des Grossfürsten Konstantin von Russland u. s. w.\nAm 20. d. Mts. wird in Lüttich der Geburtstag des Compo-\nnisten Gretry aufs feierlichste durch grossartige musicalische Feste\nbegangen werden. Ernest Modeste Gretry wurde am 20. Fe-\nbruar 1741 in Lüttich geboren.\nFräulein Marie Mösner, die durch ihre Leistungen auf der\nHarfe sich schnell einen Namen gemacht, ist mit Concert-Engage-\nments in fast americanischer Weise in Anspruch genommen; sie\nspielte am 13. Jan. zum letzten Male im Gewandhaus zu Leipzig,\nconcertirte am 18. Jan. in Erfurt, 21. Jan. in Kassel, 28. Jan. in\nAmsterdam, 2. Febr. im Haag, 3. Febr. in Rotterdam, 6. Febr. in\nUtrecht u. s. w.\nUm den von dem niederländischen Verein zur Beförderung der\nTonkunst ausgesetzten Preis für: ~Geschichtliche Gemälde\" (histo-\nrische Skizzen) auf dem Gebiete der niederländischen musica-\nlischen Kunst im sechszehnten Jahrhundert, als Material zu einer\n„Kunstgeschichte\", können auch Ausländer sich bewerben. Der\nInhalt soll gediegen, in anziehender Darstellung und im Geiste von\n„Winterfeld's Beiträgen\" gehalten sein. Prämien von 25 Fl. bis 200\nFi., je nach Umfang und Werth des Werkes. Einsendung vor Ende\n1859 an den Directorial-Secretär Dr. J. P. Heye in Amsterdam.\nABfiftSterflftißi« Im dritten Concerte der Gesellschaft „Felix\nMeritis\" (7. Januar) spielte der Pianist Herr L. Brassin das Con-\ncert Op. 37 von Beethoven, eine Polonaise von Chopin und zwei\nStücke eigener Composition und erhielt stürmischen Beifall. Auch\nsein Bruder, ein Geiger, fand Anerkennung. Die Sinfonie von Gade\nNr. 4 und die Oberon-Ouverture wurden trefflich ausgeführt. Mlle.\nWeyringer sang die grosse Arie der Königin der Nacht aus der\nZauberflöte und Variationen über ein Lied von Proch mit Beifall,\nDer Horn-Virtuose Vi vi er ist auch Dichter; ein Lust-\nspiel : Un maricige dans uti chapeciu ist mit Beifall auf dem Gym-\nnase gegeben worden.\nHenri Herz ist von seiner Kunstreise durch Belgien, auf wel-\ncher er-in Brüssel, Antwerpen, Brügge, Möns, Lüttich gespielt hat,\nam 3. Febr. wieder in Paris angekommen.\nHector Berlioz hat es übernommen, für den Spielpächter\nBenazet in Baden-Baden eine Oper in 3 Acten zu componiren; Text\nvon E. Plouvier."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2763, "texte": "Stossseufzer. Jemand, der während seines Lebens viel Musik\nausführte und noch täglich diese Kunst übt, sieht mit Bedauern»\ndass viele Musik-Verleger zu wenig Sorge tragen für einen deutli-\nchen Druck, der meist blass ist und auch sonst viel zu wünschen\nübrig lässt. Hauptsäshlich gehört dahin, dass die Notenlinien und\nTactstriche nicht schwarz genug sind. Ferner fällt es auf, dass\nnicht genug die bestehende Regel in Acht genommen wird, dass,\nwenn ein Tact zu Ende ist, die Hülfszeichen von jj oder \\ verfallen\nund nur die ursprüngliche Vorzeichnung gilt. Bei schlechtem Druck\noder schlechter Beleuchtung ist ein überflüssiges jt oder \\ hindernd\nund leicht zu verwechseln. Je weniger man Druck oder Schrift mit\nüberflüssigen Hülfszeichen beladet, je mehr wiid man die Ausfüli\nrung erleichtern. Eine andere Klage und Beschwerde des Schrei-\nbers dieses ist: die gegenwärtig übertriebenen Tempo's. Es scheint,\ndass die Tactangeber diesem Uebel mehr und mehr nachgeben; bei-\nnahe alle Vierviertel-Allegro's werden alla breve genommen und so\ngeeilt, dass alle Deutlichkeit und Schattirung verloren geht und nur\nein Gerassel übrig bleibt. Beethoven's grosses Jubel-Finale (fünfte\nSinfonie) wird hier in so schnellem Zeitmaasse genommen, dass alles\nImposante, welches der Componist gewollt hat, verloren geht.\ns'Gravenhage, im Januar. K.\nDeutsche T o M la a S S e,\nIndem dieser Verein zur Förderung der Tonkunst, als Bezeich-\nnung seines achten Jahrestages, nachbenannten (den 18.) Preis aus-\nsetzt, laden wir deutsche und zwar, wie immer, nur deutsche Ton-\ndichter ein, sich dabei zu betheiligen.\nDer Verein setzt nämlich den Preis von 3 Ducaten auf eine „So-\nnate für Violoncell und Ciavier in vier Sätzen\" hiedurch\naus; mit dem besonderen Bemerken, dass die Ausführung nicht den\nStandpunct des Virtuosen bedingen solle; und anberaumt das nicht\nzu verlängernde Ziel zur Einsendung der Bewerbungen auf den letz-\nten Tag des Monats Juli d. J.\nDie Bewerbungen, in Partitur und gut geheftet, sind mit einem\nBrief zu begleiten, in welchem der Verfasser sich nennt und auf\ndessen Aussenseite er denjenigen Meister namhaft macht, welchen\ner als Preisrichter wählt; auch ist diesem Brief ein deutscher Spruch\naufzusetzen und mit eben demselben Spruche die Partitur zu ver-\nsehen.\nWeitere, auch hier geltende, Bedingungen enthalten die Vereins-\nSatzungen, welche auf kostenfreies Verlangen bei uns zu beziehen sind.\nMannheim, im Februar 1859.\nDer Vorstand.\nDen Bericht aus Köln über die öffentliche Sitzung des städti-\nschen Sing-Vereins am 16. d. Mts. und über das Concert des\nkölner Männer-Ge san g verein sam 17. d. Mts. zum Besten\ndes Schiller-Vereins zu Marbach müssen wir wegen Kürze der\nZeit auf die nächste Nummer versparen.\nKöln, den 18. Februar 1859.\nDie Redactiou."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "57", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nColleclio operum Musicorumßatmofutn Saeculi XVI. Aus Frankfurt am Main (Theater-\nZustande). Von A. S. B eurth e llungen (R. Kündinger, Premier grand Trio, Op. 10 —H. Stiehl, Grand Trio, Op. 3G). Von —g—\n— Joh. Michael Mettenleiter (Nekrolog). Die deutsche Händel-Gesellschaft. Aus Bonn (Concert). Von V---s. Aus Mainz\n(Neue -Tonschüpfuiig). Von A. Aus Piag (Mendelssohn-Jubiläum). Tages- und Unterhaltungsblatt (Gera, Darmstadt u. s.\n\nCollectio opernm Musicorum Batavornm Saeculi XVI.\nEdid. Franc. Commer. Tom. XI.\nDieser im vorigen Jahre erschienene XI. Theil der\nhöchst verdienstlichen Sammlung der Werke niederländi-\nscher Tonsetzer des XVI. Jahrhunderts, welche bekannt-\nlich auf Kosten der holländischen Gesellschaft zur Be-\nförderung der Tonkunst herausgegeben wird, ist einer\nder interessantesten.\nEr enthält nämlich in vier Büchern (fünf Abschnitten)\ndie so genannten Souter Liedekens, d. i. Melodieen\nweltlicher Lieder, welche in dreistimmiger Bearbeitung\nauf die Psalmen in niederdeutscher Ucbersetzung der\nVulgata angewandt sind. Statt des Wortes\nkens wird auf dem Titel des ersten Bandes von demselben\ndas in seinen letzten Bänden die uns vorliegenden\nPsalmen enthält, der Ausdruck:\ngebraucht, was demnach über die Bedeutung des Wortes\nkeinen Zweifel lässt.\nDie älteste Sammlung der Souter Liedekens, ghemaeet\nter eeren Gods op alle die Psalmen van David, ist (nach\nF. Commer's Vorwort) im Jahre 1540 bei Symon Cock\nin Antwerpen erschienen (s. C. v. Winterfeld, der evangel.\nKirchengesang, I. S. 66.—H. Hoffmann, Horae Belgicae,\nI. S. 114). Darin befindet sich u. A. die Melodie des\nPsalmes 1:28 nach einem französischen Liebesliede: „II\nme suffit de tous\", zu welcher Markgraf Albrecht d. Jüng.\nzu Brandenburg-Culmbach das Lied: „Was mein Gott\nwill, das gcscheh' allzeit\", gedichtet hat —, das sich bis\nheute mit derselben Melodie und der beinahe ganz unver-\nänderten vierstimmigen Bearbeitung vom Jahre 1529 in\nder evangelischen Kirche erhalten hat.\nNachher begann Tielmann Susato in Antwerpen\nim Jahre 1551 die Herausgabe eines Werkes, dessen I.\nund 11. Band einige und fünfzig\nvier partyen\"enthält. Der 111. Band (1551) gibt:\nhande danserye, te wetens (zu wissen) Bassedamen, Ron-\nden, Allemaxngien, Pavanen, ook vyftien nieuive Gaillar-\nden\" —sämmtlich vierstimmig gesetzt von Susato, der zu-\ngleich ein tüchtiger Tonsetzer war.\nDer IV., V., VI. (1556) und VII. Band (1557) des-\nselben Werkes enthalten dann die dreistimmige Bear-\nbeitung der Souter Liedekens, welche der Heraus-\ngabe des vorliegenden XI. Bandes der Colleetio Musicorum\nBatavorumzu Grunde liegt. So viel Herrn Musik-Director\nCommer bis jetzt bekannt geworden ist, befindet sich das\neinzige vollständige Exemplar dieses schätzbaren Werkes\nauf der königlichen Bibliothek zu Berlin. Der ursprüng-\nliche Titel lautet: ~ lief vierde\nmit dry Parthien, waerinne begrepen syn die ierste XLI\n(XLIII etc.) Psalmen van David, geeomponeert by Ja-\ncobus Clemens non Papa,\ndie voise van gemeyne behende\nsingen ter eeren Gods, gedruckt\nSusato etc. 1556 (1557).(Das vierte Musikbüchlein mit\ndrei Stimmen, worin begriffen sind die ersten 41 Psalmen\nDavid's, componirt von Jacobus Clemens wo-\nbei der Tenor allzeit die Weise von allgemein bekannten\nLiedchen festhält, sehr lustig, um sie zu Ehren Gottes zu\nsingen u. s. w.)\nNur zehn Bearbeitungen sind von Susato, die übrigen\nalle von J. Clemens mit dem Beinamen Non zum\nUnterschiede von dem Papste Clemens VII., seinem Zeit-\ngenossen. J. Clemens, ein Niederländer, war Capellmeister\nKaiser Karls V.\nDie Melodie liegt nur in etwa dreissig Psalmen in der\nOberstimme, bei allen übrigen in der Mittelstimme; sie\nist bis auf geringe Abweichungen identisch mit den\nter Liedekens von 1540 {Symon Der grösste Theil\nder Lieder (105) bewegt sich in der weichen, nur eine\ngeringe Anzahl (47) in der harten Tonart."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "58", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.2", "texte": "So ist denn dieser Band eine so vollständige Beispiel-\nsammlung für die Benutzung der Volkslieder zu geistli-\nchen Gesängen, wie sie bis jetzt noch nicht zugänglich war.\nEben so wie auch bei den Messen der älteren niederlän-\ndischen Componisten bekanntlich ebenfalls häufig weltliche\nVolksmelodieen im Tenor zu Grunde gelegt wurden, so\nerscheinen uns hier oft die heiteren und wirklich lustigen\nMelodieen, die noch dazu auf höchst weltliche Texte com-\nponirt waren, als Grundlage kirchlicher Gesänge. Was\nuns heutzutage wunderlich, ja, fast als Lästerung erschei-\nnen würde, daran nahm der Geist der Zeit in beiden\nchristlichen Gonfessionen keinen Anstoss. Mit der symbo-\nlischen und mystischen Deutung, die von einigen hvper-\northodoxen Musikgelehrten versucht worden und neuer-\ndings wieder versucht wird, kommt man gerade so weit,\nals die Theologen früherer Zeit, die das Hohelied Salo-\nmon's auf die christliche Kirche deuteten. Es ist keine\nFrage, dass diese und alle ähnlichen musicalischen Ueber-\ntragungen weltlicher Liederweisen auf kirchliche Texte aus\ndem Bestreben hervorgingen, dem leichtfertigen Volksge-\nsange eine bessere Richtung zu geben. Yergl. C. v. Win-\nterfeld, Zur Geschichte heiliger Tonkunst. Leipzig, 1850.\nDie damaligen Componisten, wie denn auch Jacobus\nClemens, handelten in naivem Glauben und in der besten\nAbsicht, und wir sind weit entfernt, ihrem Andenken das\ngrosse Verdienst verkümmern zu wollen, das sie um ihre\nZeit gehabt haben. Wenn man uns aber zumuthen will,\njene Messen und kirchlichen Gesänge, denen weltliche Me-\nlodieen oft sehr frivoler Texte zu Grunde liegen, als den\n„wahren Ausfluss christlichen Glaubens und dogmatischer\nPrägnanz\" anzuerkennen, so müssen wir gegen solche\nPietisterei in der Musik zu Gunsten der tief und innig em-\npfundenen geistlichen Gesänge derjenigen niederländischen,\ndeutschen und italienischen Meister, welche die Melodieen\neben so wie die harmonische und polyphone Bearbeitung\naus ihrem Gefühle und ihrem christlichen Geiste als ur-\nsprüngliche hervorgehen Hessen, sehr energisch protesliren.\nDass uns durch die vorliegende Sammlung an andert-\nhalb hundert niederdeutsche Volksmelodieen erhalten sind,\nist hoch anzuschlagen; unschätzbar würde dieser Gewinn\nsein, wenn wir auch die vollständigen Texte dieser Volks-\nlieder besässen. (Wir wissen nicht, was die neuere, von\nCommer angeführte Sammlung: „(Jude\ndern, lätgegeven door J. F. Willems. Gent, 1848\" in\ndieser Hinsicht bietet, da uns das Buch noch nicht zu Ge-\nsicht gekommen ist.) Desshalb ist dieser XI. Band der\nCollectio Mus. Belg, nicht bloss für Musikgelehrte, son-\ndern auch für jeden Freund der Tonkunst anziehend.\nHöchst interessant ist es, zu sehen, was J. Clemens aus\nden Melodieen durch dreistimmige Bearbeitung gemacht\nhat, und wie ausserordentlich naiv oft sein Verfahren er-\nscheint, wenn man den Widerspruch der ursprünglichen\nTexte mit den Worten der Psalmen wahrnimmt. So z. B.\nPs. 3: „0 Herr, wie mannigfach sind meine Feinde\",\nnach der Weise: Et reghend end ick werd nat. Ps. 18:\n„Die Himmel erzählen\", nach der Weise: Ick had een\ngestadich minneken (ein stattlich Liebchen). Ps. 26: „Gott\nist mein Licht\" —lck weet een\nmyn lierte bevaen.Ps. 30: Domineu\nWaer mach se syn die alder liefste myn, clie ik met ooghen\nye aensach,Ps. 35: „Dixit in waar\nungestalt. Ps. 39: „JExspectans exspectavi Dominum\"\nlk quam an ebnen danse, daer menich schoon vrouken tvas.\nAuch wirkliche Tanz-Melodieen wurden nicht verschmäht,\neben so wenig politische Lieder (Ps. 141: „Ich rief zum\nHerrn\"): „Mit lusien willen\nRoomsche ryck\" —, wie Trinklieder (Ps. 137 : „Confite-\nbor tibi, Domine11): „Die mi\nsonghe hem een goed liet.u\nDer XI. Band der Collectio etc. Muss als ein sehr wich-\ntiger Beitrag zur Geschichte der Kirchenmusik willkom-\nmen geheissen werden.\n\nAus Frankfurt am Main.\n\nEin Wechsel in den Verhältnissen an unserem Thea-\nter ist Grund genug, um auch durch diese Blätter weite-\nren Kreisen bekannt zu werden. Die praktische Wahrheit\ndes alten Spruches, dass viele Köche die Suppe (und wohl\nauch andere Gerichte) versalzen, hat sich an diesem Insti-\ntute in kläglicherWeise wieder erprobt. Dass oligarchische\nBegierungsformen im Grossen und Kleinen in der Regel\nzum Verderben führen, ist gleichfalls ein eben so alter\nErfahrungssatz, wie der, dass Theater nur nach monar-\nchischen Principien zu regieren seien. Dennoch blieben\ndiese alten Lehren bei Reconstituirung des hiesigen Thea-\nters im November 1855 unbeachtet. doch gar zu\nverlockeud, in irgend einer Sache mit reden zu dürfen,\nwenn man auch kein Jota davon versteht; die Liebhaberei\nfür dieselbe und wohl auch die redliche Absicht, das mög-\nlich Beste für ihr Gedeihen thun zu wollen, helfen ja\nüber alle Klippen hinweg. Der eitle Wahn, als in ein Co-\nmite über Kunstsachen gewähltes Mitglied die Berechti-\ngung erhalten zu haben, mit zu rathen, bringt die Dinge\nüber kurz oder lang gewiss dahin, dass sie bald mehr auf\ndem Kopfe, denn auf den Füssen stehen, dies um so frü-\nher, wenn in dieser Corporation kein einziges kunstver-\nständiges Mitglied zu finden, das für die anderen Werth\nund Bedeutung eines Compasses hat."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "59", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.3", "texte": "Am 9. d. Mts. hat eine General-Versammlung der\nTheater-Actionäre drei Männer aus ihrer Mitte zu ferne-\nrer Leitung der Geschäfte gewählt. Es sind die Herren:\nDr. von Guaita (Advocat, derselbe sass bereits in dem\nabgetretenen Directorium), Wilhelm Speyer (Börse-\nSyndicus) und der Rentner Reuhl.\nIn diesem Triumvirat sehen wir wenigstens Einen, der\nvermöge seines künstlerischen Standpunktes den Mitberu-\nfenen als Compass dienen kann. Herr Speyer, als Compo-\nnist in weiten Kreisen geschätzt, befand sich bereits in dem\nerstgewählten Leitungs-Ausschusse 1855; allein mit der\ndilettantischen Majorität fortan kämpfen müssend, trat er\nschon im December 1856 zurück. Nebst umfassenden\nmusicalischen Kenntnissen repräsentirt Speyer zugleich\neinen Capcllmeister, aber einen alten, im Gegensatze zu\nden jungen, die heutzutage zumeist von Gesangkunst nichts\nverstehen. Findet sich ja einer aus der jüngeren Genera-\ntion, der über die blosse Routine hinaus auch ein gebilde-\nter Musiker ist, so ist er doch nur Instrumentalist, und\nals solcher noch recht oft ohne ästhetische Bildung, welche\nder Gesammtbildung erst die erforderliche Glasur gibt und\nzur Leitung grosser Werke befähigt. Leider gehen physio-\nlogische Kenntnisse des Sing-Organs und Methodik den\nmeisten der gegenwärtigen Dirigenten im Theater und\nConcertsaale ab. Aus diesen Gründen hört man die Mehr-\nzahl der Mitglieder einer Operngesellschaft singen, wie\nihnen eben der Schnabel gewachsen ist. Dasselbe gilt von\nden Zuständen der frankfurter Oper, mit dem Unterschiede\njedoch, dass trotz allem mit der Classicität daselbst weit\nmehr noch coquettirt wird, als anderwärts. Ist es nicht\nwohl gar Blasphemie, wenn man Gluck'sche Opern mit\neiner Sängerin in der Titelrolle zur Aufführung bringt,\ndie unvermögend ist, irgend einen Ton in ihrer Scala mit\nSicherheit anzugeben und festzuhalten, wo in der Into-\nnation Alles, wenn nicht offenbar falsch, so doch zweifel-\nhaft ist, überdies noch jeder Ton tremulirt? Und dieses\nzerbrochene Gefäss ist nicht etwa erst geworden, es ward\nals solches bereits 1857 engagirt*). Wer trägt zunächst\ndie Verantwortlichkeit für solche Engagements?—Die all-\ngemeine Klage über so grossen Mangel an geschulten Sän-\ngern findet unbezweifelt auch ihren Grund in der Unkennt-\nniss des vocalen Theiles bei den Theater-Dirigenten, da-\nher diese ausser Stande sind, Anfänger mit Rath und That\nzu unterstützen und sie durch zweckmässige Anstellung\nin der kleinen Oper für die grosse vorzubereiten. Alles\nbleibt dem Zufalle und dem willkürlichen Gange der Dinge\nüberlassen.\nWahrlich, der das Regiment antretenden Direction\nist keine geringe Aufgabe gestellt. Indess lässt die bekannte\nEnergie der Herren Guaita und Speyer dennoch hoffen,\ndass in Jahresfrist Manches, vielleicht Vieles schon zum\nBessern sich gewandt, demnach Erfreulicheres zu berich-\nten sein werde. Möge es keine Täuschung sein!\nUm schliesslich die Dringlichkeit zu zeigen, den be-\nstehenden Zuständen am hiesigen Theater ohne Aufschub\nein Ende zu machen, möge noch eine andere Stimme ge-\nhört werden. Ein Correspondent der Allgemeinen Zeitung\nspricht sich darüber in der Nummer vom 10. d. Mts. in\nfolgenden Worten aus: „.... Wenn man die fast trost-\nlosen Zustände bedenkt, unter denen unser Theater in letz-\nter Zeit theils durch unvermeidliche Zufälle, theils durch\nunerträglichen Histrionen-Uebermuth, zum Theil aber frei-\nlich durch einige etwas zu rücksichtslose Maassregeln der\nDirection selbst hinsiechte, so wird man letzterer, oder\nwenigstens den leitenden Kräften derselben, das Zeugniss\nnicht versagen können, dass sie mit Muth und Hingebung\ngewissenhaft bemüht war, das schwache Schiff vor dem\nallseitig drohenden Untergange zu bewahren.\"\nMuth, Hingebung und Gewissenhaftigkeit gern zuge-\nstanden, sind denn aber diese gewiss löblichen Eigenschaf-\nten ohne kunstwissenschaftliche Kenntnisse und Erfahrun-\ngen in der Oberleitung eines solchen Instituts ausreichend,\nzumal es auch in einzelnen Abtheilungen so aussieht, wie\noben ohne Schminke dargelegt worden? Man drehe, wende\nund verhülle die Wahrheit, so lange nur möglich, am\nEnde muss sie denn doch zu offener Geltung kommen.\n*) Besehen wir uns diese Dinge beiseits. Eine Sängerin singt\nheute die Gluck'sche Iphigenie auf Tauris, bekanntlich eine\nhohe Sopran-Partie, und morgen singt sie den Orpheus vom\nselben Meister, eine Contre-Alt-Partie, die einstens auch von\nhohen Bässen, z. B. von Michael Yogel in Wien, mit eini-\ngen umgesetzten Noten gesungen worden. In welcher von die-\nsen Rollen ist die Sängerin an den rechten Platz gestellt? In\nbeiden unmöglich! Dieselbe Sängerin lässt man noch\ndie Agathe, die Favorite und den Sextus singen, obwohl es\nmit ihrer Stimme und der Kunst, sie zu gebrauchen, so be-\nschaffen, wie oben gesagt ist» Allein diese Sängerin von vor-\ntheilhafter Körperbildung und viel Beweglichkeit auf der Bühne\nist der Liebling des kunstverständigen Publicums, der\nDirection, vielleicht auch noch des Capellmeisters. Wer zwei-\nfelt noch an der grossen Nachsicht im frankfurter Theater?\n\nA. S.\n\nBeurtheilungen.\n\nli. Kündinger, Premier\nViobn et Vhbncelle. Op. 10. Leipzig, Breitkopf\nSf Härtel.\n11. Stiehl, Grand Trio pour Piano, Violon et Vio-\nloncelle. Op. 36.Ebendaselbst.\nBeide Werke dürfen im Allgemeinen als recht erfreu-\nliche Gaben bezeichnet werden. Die Instrumente sind fast\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "60", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.4", "texte": "durchweg ihrer Eigenthiiiidichkeit entsprechend behandelt,\ndie dankbaren Seiten gern hervorgehoben, Alles klingt\nrecht gut in einander, die thematische Arbeit ist (beson-\nders in dem Trio von Stiehl) gut und zuweilen lein, so\ndass schliesslich drei ordentliche Spieler bei massigen An-\nforderungen einen wohlthuenden, wenn auch nicht bedeu-\ntenden, Eindruck mit sich nehmen werden. Die eigentliche\nmelodische Erfindung ist allerdings in beiden Werken\nnicht reich und fesselnd; dieselbe erhebt sich weder in dem\neinen noch in dem anderen Trio sehr über das Niveau des\nschon Gehörten und oft Dagewesenen. Indessen leuchtet\ndoch überall das Streben nach fester, ausgeprägter und\nwohlklingender Melodie hervor, und schon dies ist anzu-\nerkennen, im Gegensatze zu den absurden, dem musicali-\nschen Wohlklange geradezu hohnsprechenden Bestrebun-\ngen der neuesten Schule.\nIn dem Trio von Kündinger hat uns das Scherzo\nentschieden den besten Eindruck gemacht. Das pikante\nund duftige Tongewebe des Hauptsatzes '' fact)\nfindet in dem Mittelsatze (Des-dur einen recht wirksa-\nmen und gut angebrachten Contrast. Die Combination des\n6/8- und des C-Tactes will allerdings hier nicht viel heis-\nsen; die Clavier-Partie hätte eben so gut % beibehalten\nkönnen. Der erste Satz tritt mit seiner ersten Phrase\nkräftig genug auf; in der Fortführung jedoch begegnen\nwir entweder übel angebrachter Sentimentalität oder zu\nfreundschaftlichen Gesinnungen gegen Mendelssohn, der\nbekanntlich auch zwei Trio's geschrieben hat, die nicht\nganz schlecht sein sollen. Ferner hätten wir gewünscht,\ndass der Componist der durchaus veralteten Manier, nach\ndem vollständigen Abschlüsse des Mittelsatzes in einem So-\nnaten-Allegro noch einmal eine förmliche brillante Cadenz\nloszulassen, mit dieser den ersten Theil zu beschliessen,\nund dann im zweiten Theile, zum Schlüsse des ersten\nSatzes, Alles ganz gemüthlich in die Tonart der Tonica zu\ntransponiren, entsagt hätte. Im Jahre 1859 darf man es\nsich nicht mehr so leicht machen; hier hört die Bequem-\nlichkeit auf. Durch Beethoven, Mendelssohn, Schumann,\nHiller u. A. sind für das Einzelne der ewigen, unerschöpf-\nlichen Allegro-Form so viele neue interessante Combina-\ntionen und Wendungen entdeckt worden, dem erfinden-\nden Geiste (der sich eben sowohl in geistvoller Behandlung\nund Belebung der gegebenen Form wie in anderen Din-\ngen zeigen kann) sind so viele Anhaltspunkte für weiteres\nVordringen gegeben, dass wir uns unmöglich mit blosser\ntrockener Becapitulation des tausendmal Dagewesenen\nauch wenn es sich bloss um Formen-Schönheit han-\ndelt begnügen können.\nOhne geradezu an das Eündinger'sche anzuklingen,\nstimmt doch das Stiehl'sche Trio in dem Ganzen seiner\nmusicalischen Haltung so sehr mit jenem überein, dass\nwir es für überflüssig halten, dasselbe an dieser Stelle\neiner weiteren eingehenden Besprechung zu unterziehen.\nUm jedoch nicht ungerecht zu sein, bemerken wir noch,\ndass Stiehl dem Ciavierspieler weniger absichtliche Con-\ncessionen macht, wie Kündinger, so wie denn auch in der\nthematischen Durchführung sich manche feine Züge vor-\nfinden. Das Scherzo ist sehr hübsch; das Finale tritt im\nGanzen recht schwunghaft und charakteristisch auf.\n\ng.\n\nJohann Michael Mettenleiter.\n(Nekrolog.)\n\nEs starb am 11. Februar dieses Jahres, Morgens 8\nUhr, zu Wallerstein im 69. Jahre, nach längerem\nKränkeln, vollkommen ergeben in den Willen Gottes Herr\nJoh. Michael Mettenleiter, fürstlich Wallerstein'scher\nSecretär, Inspector der fürstlichen lithographischen Anstalt\nund Chorregent zu Wallerstein. Er war geboren zu Gross-\nkuchen den 29. Januar 1791, kam im Herbste 1799\nnach Stadt-Neresheim zu dem doitigen Chorregenten und\nLehrer Göll, um die Anfangsgründe in der Musik, beson-\nders im Singen, zu lernen. Am 1. Juli 1801 wurde er im\nKloster Neresheim als wirklicher Singknabe aufgenommen.\nAls im Jahre 1803 das Kloster aufgehoben wurde und an\ndas hochfürstliche Haus Taxis überging, errichtete Se.\nDurchlaucht der damals regierende Fürst Karl Anselm\nein Lvceum, in welchem M. unter den nämlichen Bedin-\n«l 7\ngungen wie beim Kloster als Singknabe verbleiben und\nseine Studien fortsetzen durfte. Er erlernte dabei auch bei\ndem damaligen Musik-Director Peter Andreas Schmid Cia-\nvier und Orgel spielen. Da aber im Jahre 1806 durch die\nMediatisirnng des fürstlichen Hauses Taxis Neresheim an\nBaiern überging, so wurde auch das Lvceum aufgehoben.\nEr trat nun vom Studiren zurück und erlernte bei seinem\nVater Joh. Georg Mettenleiter das Uhrmachcn. Hauptsäch-\nlich wollte er sich der Verfertigung mathematischer Instru-\nmente widmen, als er im Herbste 1807 durch den dama-\nligen Herrn Schul-Director Pater Karl Nack angeregt\nwurde, um den so eben vacanten Präccptorats- und Leh-\nrer-Dienst in Schloss Neresheim anzusuchen, welcher ihm\nauch verliehen wurde. Nach dem Tode des damaligen Or-\nganisten Pater Magnus Tous wurde ihm auch die Orga-\nnisten-Stelle übertragen. Als Neresheim 1810 an die Krone\nWürtemberg überging, wurde er als Musterlehrer aufge-\nstellt, und es wurde ihm laut Decret vom 2. November\n1811 gestattet, Schulamts-Zöglinge in Unterricht zu neh-\nmen. Am 2. Mai 1812 wurde er laut Decret als wirk-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.5", "texte": "licher Geometer angestellt. Auch errichtete er in demsel-\nben Jahre eine Steindruckerei.\nIm Jahre 1818 wurde er von dem durchlauchtigsten\nFürsten Ludwig von Oettingen-Wallerstein in dessen Dienst\nals Lithograph und Hofmusicus berufen und am 25. August\n1818 mit pragmatischem Decrct, Titel und Rang eines\nfürstlichen Secretärs angestellt. Im Jahre 1820 erhielt er\ndie Chorregenten-Stelle hinzu, und da 1825 der damalige\nCapellmeister Amon mit Tod abging, so wurde ihm auch\ndie Direclion der fürstlichen Hofcapelle übertragen, welche\nStellen er bis zum 1. October 1856 bekleidete, wo er\nletztere zwei wegen Kränklichkeit niederlegte.\nEs erübrigt noch, auf seine musicalische Thätigkeit\neinen Blick zu werfen. Abgesehen von seinen vielen Be-\nmühungen als Lehrer der Musik, der theoretischen sowohl\nals praktischen (er bildete für die Hofcapelle und den Chor\nstets neue und meist vorzügliche Kräfte), abgesehen von\nseinem glänzenden und deliciösen Violinspiel, von seinem\nmit aller contrapunktischen Gewandtheit ausgerüsteten Or-\ngelspiel lag der Schwerpunkt seines Wirkens in der\nFührung des Tactirstockes, der unter seiner Hand sich\nwahrhaft in einen Zauberstab verwandelte. Es gibt keine\ngrössere und kleinere Tonschöpfung, welche er nicht in\nden Concertcn der Hofcapelle den entzückten Hörern vor-\nführte. Von den gelungenen Productionen möge der Um-\nstand Zeugniss geben, dass die meisten Hofmusiker auf\nihren Instrumenten Virtuosen waren. In der Kirche führte\ner auf, was er musste; er erglühte für eine Anbahnung\neiner besseren Kirchenmusik, ganz begeistert war er für\ndie Meisterwerke des Mittelalters; nur die Macht der Ver-\nhältnisse war schuld, dass diese Schöpfungen einer fröm-\nmeren Zeit nicht tiefere Wurzeln auf dem Musikchor zu\nSt. Alban schlugen. Von seinen Compositionen sind veröf-\nfentlicht: Concert-Piecen für verschiedene Instrumente,\nnamentlich Ciavier; darunter sind einige Ihrer K. Hoheit\nder Frau Fürstin Thum und Taxis, geborenen Herzogin\nvon Mecklenburg-Strelitz u. s. w., Sr. Durchlaucht dem\nFürsten von Wallerstein ehrfurchtsvoll gewidmet und huld-\nvollst entgegengenommen; Ouvertüren, Sinfonieen für vol-\nles Orchester, Messen, Kirchenstücke, zumeist für Sing-\nstimmen allein und durchaus im ernsten Stile, Arrange-\nments grösserer Werke für Blas-Instrumente, Quartette,\nDuo's, Sonaten, Lieder u. s. w.\n\nR. I. P.\n\nDie deutsche Händel-Gesellschaft.\nL. B.\nNachdem vor Kurzem die erste Lieferung von Hän-\ndel's Werken, das Oratorium Susan na, ausgegeben ist,\nwerden die zweite und dritte Lieferung des ersten Jahr-\nGangs, Acis und Galatea und die Clavier-Suiten\nenthaltend, im März d. J. zur Versendung kommen. (Wir\nersuchen die noch in Rückstand befindlichen Mitglieder,\nden Beitrag für das zweite Halbjahr bis dahin an uns ge-\nlangen zu lassen.) Drei andere, die Oratorien Herakles,\nAthalia und Ällegro, werden noch im Laufe dieses\nJahres folgen.\nDie Chorstimmen zu dem Oratorium Susanna\nsind im Verlage von Breitkopf & Härtel erschienen;\nMit der zweiten und dritten Lieferung werden auch\nzwei neue Haupt-Titel für das Oratorium Su-\nsanna nachgeliefert, wovon wir die geehrten Mitglie-\nder vorläufig in Kenntniss setzen, weil es wünschenswerth\nsein wird, das Werk nicht vor Ankunft dieser neuen Titel\neinbinden zu lassen.\nWir haben zwei verschiedene Ausgaben hergestellt,\neine deutsche und eine englische, die sich dadurch\nunterscheiden, dass Titel, Vorwort und Index je in deut-\nscher oder englischer Sprache gegeben sind. Wo nicht\nausdrücklich das Gegentheil gewünscht wurde, haben wir\nan die Mitglieder in Deutschland die deutsche, an die in\nEngland die englische Ausgabe gesandt, und ersuchen die-\njenigen, welche es anders wünschen (vielleicht die, welche\nmehr als Ein Exemplar zeichneten), uns solches möglichst\nbald mitzutheilen.\nLeipzig, am 8. Februar 1859.\nDas Directorium.\nDer hundertjährige Todestag (der 14. August 1859)\ndes Meisters bietet die Gelegenheit zu einer Feier seines\nAndenkens dar, die gewiss in allen deutschen Städten\ndurch würdige Aufführungen begangen werden wird. Es\nwäre sehr wünschenswerth, wenn dazu Werke, welche\njetzt zum ersten Male in Deutschland von der Händel-Ge-\nsellschaft veröffentlicht worden, benutzt würden, wozu wir\nnamentlich Acis und Galatea vorschlagen möchten.\n\nAus Bonn.\n\nDen 12. Februar 1859.\nIm dritten Abonnements-Concerte dieses Winters bot uns unser\nhochgeschätzter Dirigent, Herr Albert Dietrich, eine schöne Man-\nnigfaltigkeit musicalischer Genüsse. Die Sinfonie von Gade Nr. 4\nhat uns in sehr gelungener Ausführung wahrhaft erquickt und er-\nfreut. Von einer knappen Form wird hier ein reicher Gehalt um-\nschlossen ; von reizvollen Melodieen durchwebt, voll von verlocken-\nden romantischen Klängen, mit dem Schmuck schönster Instrumen-\ntation ausgestattet, bildet diese Sinfonie ein liebliches Ganze, in\ndem anmuthiger Scherz und eine ganz eigene heiter gefärbte Weh-\nmuth mit leisen Uebergängen in einander spielen.\nLassen Sie mich nur kurz erwähnen, dass Herr Max Bruch\nseine kleine, aber sehr ansprechende Composition: „ Jubilale, Amen\","}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.6", "texte": "Unter dem lebhaftesten Beifalle des Publicums zur Aufführung\nbrachte, und dass in dem Trio-Concert von Beethoven Herr\nBrambach aus Köln die Clavier-Partie übernommen hatte und ihr\nauf das trefflichste zu genügen wusste. Mit besonderer Freude aber\nkann ich von dem überaus günstigen Eindruck berichten, den Fräul.\nDamke aus Köln gleich mit dem Vortrage der Arie „Parto\" aus\nMozart's Titus hervorbrachte, und hernach in einer Reihe von Sce-\nnen aus Gluck's Iphigenie auf Tatiris und in der Solo-Partie des\n„Jubüate\" noch bedeutend steigerte. Klarheit und Bestimmtheit der\nAuffassung, Sicherheit und Leichtigkeit in Beherrschung des Tones\nund edle Einfachheit des Ausdrucks, das sind Eigenschaften, die\nschon jetzt an ihr zu rühmen sind, und die sich wir dürfen es\nmit fester Hoffnung aussprechen unter so sicherer Leitung immer\nschöner entwickeln werden. Dass Fräul. Damke sich mit Mozart\nund was ihr besonders unseren Dank sichert mit Gluck bei\nuns einführte, das sei uns ein Beweis dafür, dass sie nicht die Zahl\njener Conccrt-Sängerinnen zu vermehren gedenkt, die, den Geschmack\ndes grossen Haufens allein berechnend, der echten, wahren Musik\nnur als einem unvermeidlichen Uebel eine mühsam erzwungene\nAufmerksamkeit gönnen. Wahrhaft erfreulich wäre es, wenn die\nKünstlerin bei ihrem Studium GluckIschcr Musik, von dessen Er-\nfolgen sie uns auf eine so befriedigende Weise zu überzeugen ver-\nmochte, treu und fest beharrte, und so sich befähigte, diesem ewig\ngrossen, gewaltigen Meister einst auf der Bühne, dem Heimatsorte\nseiner Kunst, als würdige Dolmetscherin zu dienen. Fräul. Damke\nhat hier vornehmlich bei denen, die auf musicalischem Gebiete den\nErnst und die Würde der Kunst gewahrt wissen wollen, der schön-\nsten Anerkennung sich zu erfreuen gehabt. Wir wünschen auf das\nherzlichste, dass diese Anerkennung ihr zugleich Aufforderung sein\nmöge, den künstlerischen Sinn, den sie hegt, als ein theures Gut zu\npflegen und zu bewahren.\n\nV - - - s.\n\nAus Mainz.\nA.\nDie neueste Ton Schöpfung unseres talentvollen Capellmeisters\nFr. Lux, Coriolan, dramatische Scene für drei Soli, Män-\nnerchöre und Orchester, Text von Jos. Laufs, kam als zweiter\nTheil eines vom mainler Männergesang-Verein veranstalteten Con-\ncertes am 7. d. Mts. im hiesigen Stadttheater unter Leitung des\nComponisten zur Aufführung, und glauben wir nach der günstigen\nBeurtÜ eilung, welche dieses Werk hier allgemein dazu be-\nrechtigt zu sein, der Besprechung desselben in Ihrer geschätzten\nZeitung einige Zeilen widmen zu dürfen.\nNach kurzer Instrumental-Einleitung beginnt die Scene mit den\nKlagetönen der beiden Frauen (Veturia und Volumnia, Mutter und\nGattin des Coriolan) über die vom Volke verhängte Verbannung des\nCoriolan aus Rom, und trägt in Verbindung mit dem instrumentalen\nTheile durchweg den Charakter einer elegischen Färbung, die in\neinem folgenden kurzen, aber wirkungsvollen Duette zum höchsten\nAusdrucke gelangt. Unterbrochen wird diese Scene durch das Heran-\nnahen eines Volkshaufens, welcher den vorigen die unheilvolle Nach-\nricht bringt, dass Coriolan an der Spitze des volskischen Heeres\nstehe, um an Rom furchtbare Rache zu nehmen, dass ferner die Ab-\ngesandten Roms vom unversöhnlichen Coriolan zurückgewiesen, und\ndie einzige Hoffnung, welche das Volk für die Rettung der Stadt\nnoch hege, in ihren Händen läge, wenn sie durch ihre Bitten und\nThränen das Herz des stolzen Siegers zu rühren vermöchten. Mit\ndiesem Chor der Römer beginnt die Entwicklung der dramatischen\nHandlung; er gibt uns Gelegenheit, sowohl das Talent des Compo-\nnisten in der Erfindung ansprechender Motive) als auch seine Ge-\nschicklichkeit in der Factur mit Vergnügen anzuerkennen. Im Wech-\nselgesang des Chors mit den beiden Frauen werden dem Zuhörer die\nVerbannung des Coriolan und ihre Folgen mit den lebhaftesten Far-\nben geschildert, und in einem breit angelegten vierstimmigen Satze,\nder an einzelnen Stellen ohne Orchester-Begleitung seine Kraft ent-\nfaltet, erschallen zum Schlüsse der ersten Abtheilung die Danksa-\ngungen der Römer, die in dieser Scene die beiden Frauen bewogen\nhaben, zur Rettung der Stadt den Coriolan im Lager der Feinde mit\nihren Thränen zu bestürmen. Im zweiten Theile befinden wir uns\nim Lager der Volsker, die im wilden Gewühle des kriegerischen Le-\nbens zum Preise ihres neuen Feldherrn einen feurigen Schlachtge-\nsang anstimmen, der sich sowohl durch Originalität des Charakters\nund der Instrumentirung als durch frappante modulatorische Wen-\ndungen auszeichnet. Nach dieser Scene, zu der Coriolan hinzutritt\nund seine Anordnungen zum Sturme auf die Stadt in langen Reci-\ntativen, untermischt mit kleineren Sätzen des Chors, trifft, langt der\nZug der Römer mit den beiden Frauen an, und nach einem sehr\neffectvollen Ensemble-Satze zwischen Coriolan, Veturia, Volumnia,\nso wie den Chören der Volsker und Römer wird endlich erreicht,\ndass Coriolan von seinem Beginnen ablässt und sich selbst der Ret-\ntung Roms zum Opfer bringt. Ein lebhaftes Bild der Abwechslung\nbietet nun der Schlusschor, in welchem bald die jubelnden Chöre\nder Römer, bald die Verwünschungen der rachedurstigen Volsken\nzum Ausdruck gelangen und dem ganzen Werke ein würdevolles\nEnde verleihen.\nFür Männergesang-Vereine, die ein höheres Ziel verfolgen als\ndas gewöhnliche, dürfte daher diese Composition eine willkommene\nGabe sein, und der mainzer Männergesang-Verein hat dadurch ge-\nzeigt, welchen Werth er auf sie legt, dass er nach dem Concerte zu\nEhren des Componisten ein feierliches Abendessen veranstaltete und\ndem Herrn Lux ein werthvolles Geschenk zum Andenken an diesen\nAbend überreichte.\nDie Aufführung selbst war bis auf die schwierigen Ensemble-\nSätze der letzten Scene eine gelungene, und das zahlreich versam-\nmelte Publicum spendete dem Werke nach jeder einzelnen Kummer\nrauschenden Beifall. Die Solo-Partieen hatten übernommen Herr Te-\nnorist Zell mann von Köln und unsere hiesigen Opernsängerinnen\nFräul. Zum Busch und Fräul. Karg. Die erste Abtheilung des\nConcertes brachte uns die grosse Leonoren-Ouverture C-dur Nr. 3\nvon Beethoven, die Romanze aus der Euryanthe, vorgetragen von\nHerrn Variationen für die Flöte von Fürstenau, vorgetra-\ngen von Herrn Schulz, Mitglied der Hofcapelle in Wiesbaden, und\nden Männerchor von Zöllner „Das Gebet der Erdea. Auch bei diesen\nPiecen war der Beifall des Publicums nach jeder einzelnen Leistung\nein allgemeiner und zugleich wohlverdienter.\nMainz, den 12. Februar 1851*.\n\nAus Prag.\nDas dritte Concert des Cäcilien-Vereins, Donnerstag den 3. Febr.\n1859, war ein Mendelssohn-Jubiläum zur Erinnerung an dessen 50-\njährigen Geburtstag (3. Febr. 1809). Sämmtliche Compositionen wa-\nren von Felix Mendelssohn-Bartholdy. I. Abtheilung. 1. Hochzeits-\nmarsch aus „Sommernachtstraum\", Op. 61. 2. Prolog, verfasst von\nJos. Bayer. 3 Festgesang „An die Künstler'4, nach Schillert Ge-\ndicht, für Männer-Chor und Blech-Instrumente, Op. 68. 4. Recitativ\nund Chöre aus dem unvollendeten Oratorium „Christus\", Op. 97.\n5. Symphonie Nr. 1 in C-moll, Op. 11. 11. Abtheilung 6. „Verleih1\nuns Frieden\". Gebet für Chor und Orchester. 7. Zwei Lieder für\nvierstimmigen Männer-Chor, Op. 50. a) Der Jäger Abschied, b)\nWanderlied. 8. Drei Volkslieder von Heine, für Sopran, Alt, Tenor\nund Bass, Op. 41. 9. Der 114. Psalm für achtstimmigen Chor und"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.7", "texte": "Orchester, Op. 57. —Aus besonderer Gefälligkeit hatten Frau Frey,\nFräulein Mick und Fräulein Schmidt ihre Mitwirkung gütigst zuge-\nsagt. Von den zehn Strophen des Prologs werden folgende drei\nauch in weiteren Kreisen besonderen Anklang finden:\nWas Bach der Orgel sinnend-ernst vertrauet,\nEs klang in Deines Geistes Tiefen nach\nWie Händers Chorgesang die Welt erbauet,\nDu hast's erkannt, und herrlich riefst Du's wach!\nIn Dir verjüngte sich die mächt'ge Fülle,\nDer strenge Inhalt doch in mild'rer Hülle.\nDoch was der Mondschein spricht zu Wassertiefen,\nWas flüsternd sich bewegt im stillen Rohr,\nWas in den Blumenkelchen träumt das riefen\nDie Elfenstimmen in sein lauschend Ohr!\nSeltsame Wunder, die sein Lied durchzogen\nVernahm er im Gesang der Meereswogen!\nDem Geist, er wird ein Tröster bei uns bleiben,\nWenn uns im Drang des Neu'n das Herz verzagt y\nEr wird uns treu in das Gedächtniss schreiben,\nWas jene grossen Meister uns gesagt\nDie Ruh' der Form, der Schönheit stiller Frieden,\nSie sind sie bleiben uns in Dir beschieden!\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nCäeira» In dem dreissigsten Concert unseres musicaiischen Ver-\neins unter Leitung des Musik-Directors W« Tsehirch hörten wir\nd;e Pianistin Amelie Staps aus Brüssel (G-moll-Concert von Men-\ndelssohn, Solostücke von Thalberg und Moscheies), zwei Ouvertüren\nvon Kittl und von Mendelssohn (Melusine), ein Duett und Chor aus\nJephta von Reinthaler und als letzte Nummern der ersten und zwei-\nten Abtheilung zwei sehr heterogene Stücke: F. Liszt's Cantate\nfür Männerstimmen ~An die Künstler\" und des Fürsten Radzi-\nwill „Auferstehungs-Gesang\" aus Göthe's-Faust,\nJüngst bei der Feier der silbernen Hochzeit\nunseres Herrscherpaares hat Se. Königliche Hoheit der Grossherzog\ndem hier in der Vaterstadt privatisirenden kaiserlich österreichischen\nHof-Opern-Capellmeisler Wilhelm Reuling die goldene Medaille\nfür Kunst und Wissenschaft mit Band zu verleihen geruht. Gleich-\nzeitig wurden mit derselben Medaille decorirt die in Diensten des\nHofes stehenden Capellmeister Schindelmeisser, Musik-Director\nC. Mangold und der Concertmeister und erste Contrabassist C.\nMüller.\nJFB*»ssß&f,assat' n. M« Ungeachtet grosser Mangelhaftigkeit in\nden Solo-Partieen hat Gluck's Orpheus bei der ersten Auffüh-\nrung am 12. d. Mts. ob der grandiosen Conception viele der Anwe-\nsenden hocherfreut. Die drei Solo-Partieen waren in den Händen\nder Damen Kessenheimer (Orpheus), Chalupka (Eurydice) und\nPeters (Amor). Chor und Orchester waren vortrefflich.\nSchumann's „Paradies und Peri\", erläutert von F. P.\nGrafen Laurencin, ist der Titel einer Broschüre, welche so eben\nbei Mathes in Leipzig die Presse verlassen hat, und welche vom\nVerfasser der Frau Schumann gewidmet wurde.\n19fi*eSt&eBl« Am 25. Januar fand die erste Aufführung der\nfünfactigen Oper: „Diana von Solange\", Text von 0. Prechtler, Mu-\nsik von Herzog Ernst von Coburg, am hiesigen Hoftheater Statt,\nObgleich die Ausführung dieses Werkes eine gelungene zu nennen\nist, so war doch der Erfolg nur massig und die Aufnahme von Sei-\nten des Publicums keine enthusiastische, so dass zu erwarten steht,\ndass die herzogliche ~Diana\" ein gleiches Schicksal mit der Nau-\nmann'schen ~Judith\" haben wird. Die Hauptrollen waren durch\nFrau Bürde-Ney, Herrn Tichatscheck und Herrn Mitterwurzer gut\nvertreten; eben so war auf Ballet, Scenirung und Costume genügende\nAusstattung gewandt, wesshalb in dieser Beziehung der Direction\nkein V orwurf zu machen ist. Bei allem dem ist die Oper nicht\nschlechter) als eine so genannte deutsche ,3Capellmeister-Oper\".\nSälaza» Sophie Cruvelli, jetzige Baronin Vigier, hat im\nhiesigen Theater ein Concert für die Armen veranstaltet und als\nHauptperson darin mitgewirkt in Gegenwart des Königs von Wür-\ntemberg, des Grossherzogs von Mecklenburg-Schwerin, des Herzogs\nvon Carignan, des Grossfürsten Konstantin von Russland u. s. w.\nAm 20. d. Mts. wird in Lüttich der Geburtstag des Compo-\nnisten Gretry aufs feierlichste durch grossartige musicalische Feste\nbegangen werden. Ernest Modeste Gretry wurde am 20. Fe-\nbruar 1741 in Lüttich geboren.\nFräulein Marie Mösner, die durch ihre Leistungen auf der\nHarfe sich schnell einen Namen gemacht, ist mit Concert-Engage-\nments in fast americanischer Weise in Anspruch genommen; sie\nspielte am 13. Jan. zum letzten Male im Gewandhaus zu Leipzig,\nconcertirte am 18. Jan. in Erfurt, 21. Jan. in Kassel, 28. Jan. in\nAmsterdam, 2. Febr. im Haag, 3. Febr. in Rotterdam, 6. Febr. in\nUtrecht u. s. w.\nUm den von dem niederländischen Verein zur Beförderung der\nTonkunst ausgesetzten Preis für: ~Geschichtliche Gemälde\" (histo-\nrische Skizzen) auf dem Gebiete der niederländischen musica-\nlischen Kunst im sechszehnten Jahrhundert, als Material zu einer\n„Kunstgeschichte\", können auch Ausländer sich bewerben. Der\nInhalt soll gediegen, in anziehender Darstellung und im Geiste von\n„Winterfeld's Beiträgen\" gehalten sein. Prämien von 25 Fl. bis 200\nFi., je nach Umfang und Werth des Werkes. Einsendung vor Ende\n1859 an den Directorial-Secretär Dr. J. P. Heye in Amsterdam.\nABfiftSterflftißi« Im dritten Concerte der Gesellschaft „Felix\nMeritis\" (7. Januar) spielte der Pianist Herr L. Brassin das Con-\ncert Op. 37 von Beethoven, eine Polonaise von Chopin und zwei\nStücke eigener Composition und erhielt stürmischen Beifall. Auch\nsein Bruder, ein Geiger, fand Anerkennung. Die Sinfonie von Gade\nNr. 4 und die Oberon-Ouverture wurden trefflich ausgeführt. Mlle.\nWeyringer sang die grosse Arie der Königin der Nacht aus der\nZauberflöte und Variationen über ein Lied von Proch mit Beifall,\nDer Horn-Virtuose Vi vi er ist auch Dichter; ein Lust-\nspiel : Un maricige dans uti chapeciu ist mit Beifall auf dem Gym-\nnase gegeben worden.\nHenri Herz ist von seiner Kunstreise durch Belgien, auf wel-\ncher er-in Brüssel, Antwerpen, Brügge, Möns, Lüttich gespielt hat,\nam 3. Febr. wieder in Paris angekommen.\nHector Berlioz hat es übernommen, für den Spielpächter\nBenazet in Baden-Baden eine Oper in 3 Acten zu componiren; Text\nvon E. Plouvier."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590219-01.1.8", "texte": "Stossseufzer. Jemand, der während seines Lebens viel Musik\nausführte und noch täglich diese Kunst übt, sieht mit Bedauern»\ndass viele Musik-Verleger zu wenig Sorge tragen für einen deutli-\nchen Druck, der meist blass ist und auch sonst viel zu wünschen\nübrig lässt. Hauptsäshlich gehört dahin, dass die Notenlinien und\nTactstriche nicht schwarz genug sind. Ferner fällt es auf, dass\nnicht genug die bestehende Regel in Acht genommen wird, dass,\nwenn ein Tact zu Ende ist, die Hülfszeichen von jj oder \\ verfallen\nund nur die ursprüngliche Vorzeichnung gilt. Bei schlechtem Druck\noder schlechter Beleuchtung ist ein überflüssiges jt oder \\ hindernd\nund leicht zu verwechseln. Je weniger man Druck oder Schrift mit\nüberflüssigen Hülfszeichen beladet, je mehr wiid man die Ausfüli\nrung erleichtern. Eine andere Klage und Beschwerde des Schrei-\nbers dieses ist: die gegenwärtig übertriebenen Tempo's. Es scheint,\ndass die Tactangeber diesem Uebel mehr und mehr nachgeben; bei-\nnahe alle Vierviertel-Allegro's werden alla breve genommen und so\ngeeilt, dass alle Deutlichkeit und Schattirung verloren geht und nur\nein Gerassel übrig bleibt. Beethoven's grosses Jubel-Finale (fünfte\nSinfonie) wird hier in so schnellem Zeitmaasse genommen, dass alles\nImposante, welches der Componist gewollt hat, verloren geht.\ns'Gravenhage, im Januar. K.\nDeutsche T o M la a S S e,\nIndem dieser Verein zur Förderung der Tonkunst, als Bezeich-\nnung seines achten Jahrestages, nachbenannten (den 18.) Preis aus-\nsetzt, laden wir deutsche und zwar, wie immer, nur deutsche Ton-\ndichter ein, sich dabei zu betheiligen.\nDer Verein setzt nämlich den Preis von 3 Ducaten auf eine „So-\nnate für Violoncell und Ciavier in vier Sätzen\" hiedurch\naus; mit dem besonderen Bemerken, dass die Ausführung nicht den\nStandpunct des Virtuosen bedingen solle; und anberaumt das nicht\nzu verlängernde Ziel zur Einsendung der Bewerbungen auf den letz-\nten Tag des Monats Juli d. J.\nDie Bewerbungen, in Partitur und gut geheftet, sind mit einem\nBrief zu begleiten, in welchem der Verfasser sich nennt und auf\ndessen Aussenseite er denjenigen Meister namhaft macht, welchen\ner als Preisrichter wählt; auch ist diesem Brief ein deutscher Spruch\naufzusetzen und mit eben demselben Spruche die Partitur zu ver-\nsehen.\nWeitere, auch hier geltende, Bedingungen enthalten die Vereins-\nSatzungen, welche auf kostenfreies Verlangen bei uns zu beziehen sind.\nMannheim, im Februar 1859.\nDer Vorstand.\nDen Bericht aus Köln über die öffentliche Sitzung des städti-\nschen Sing-Vereins am 16. d. Mts. und über das Concert des\nkölner Männer-Ge san g verein sam 17. d. Mts. zum Besten\ndes Schiller-Vereins zu Marbach müssen wir wegen Kürze der\nZeit auf die nächste Nummer versparen.\nKöln, den 18. Februar 1859.\nDie Redactiou."}]}