{"numero_id": "bm-bmtnabi-1859-03-12-01", "volume": "bmtnabi_1859-03-12_01", "ocr_sha256": "368b3725eb6e80bbdd1f43a11fe2fbf13e76deb7ab75a4fa8886d17d51fc29bd", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1859/03/12_01/bmtnabi_1859-03-12_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1859-03-12-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-03-12_01#c001", "volume": "bmtnabi_1859-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "81", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 487, "texte": "Inhalt.\nDie Normal-Stimmung (Bericht der französischen Commission). Schluss. Ernst Theodor Mosewius (Bio-\ngraphische Nachrichten). 11. L. Holle's wohlfeile Ausgaben classischer Tonsetzer. Von DIXF. B eur t h eilu n gen. W. Greef, Män-\nnerlieder, X. Heft. Von L. B. Uebersicht des Bestandes der deutschen Tonhalle in ihrem siebenten Jahre (1858). Tages- und\nUnte r h a 1 tun gsbl a 11 (Köln, Ertrag des Schiller-Concertes des kölner Männer-Gesangvereins Berlin, Musicalien-Versteigerung)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-03-12-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-03-12_01#c002", "volume": "bmtnabi_1859-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "84", "image_debut": 1, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.2.2", "titre_corps": "Die Normal-Stimmung.", "titre_sommaire": "Die Normal-Stimmung.", "signature_source": "Achille Fould", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.1", "debut_caractere": 489, "fin_caractere_exclue": 4187, "texte": "Die Normal-Stimmung.\n\n(Schluss. S. Nr. 10.)\nIII.\nEs blieb nun noch übrig, das Maass der Erniedrigung\nzu bestimmen, wobei vorzüglich auf die Ermöglichung\neiner allgemeinen Annahme Rücksicht zu nehmen war.\nEs war klar, dass man dabei über einen halben Ton\ntiefer nicht hinausgehen konnte, da dies weder praktisch\nnoch nothwendig gewesen wäre; darüber war die Com-\nmission vollständig einig. Allein der halbe Ton fand Geg-\nner, und es kamen drei Vorschläge zur Sprache : Erniedri-\ngung um einen halben Ton, um einen Viertelton, um we-\nniger als einen Viertelton.\nNur Ein Mitglied schlug das Letzte vor; dasselbe fürch-\ntete eine Störung der Handels-Verhältnisse und war dess-\nhalb für eine nur sehr mässige Erniedrigung, deren äus-\nserste Gränze ein Achtel-Ton sein müsste.\nDie Frage der Handels-Verhältnisse ist wichtig genug,\num dabei einen Augenblick zu verweilen; auch haben Sie,\nHerr Minister, in dem Einsetzungs-Decrete der Commission\nuns darauf aufmerksam gemacht.\nUnter den Acten, die uns zugestellt sind, befindet sich\nein Schreiben, das die Unterschriften unserer ersten und\nberühmtesten Instrumentenbauer trägt. In diesem an Ew.\nExcellenz gerichteten Schreiben sind alle Verlegenheiten\naufgeführt, „welche durch die fortwährende Steigerung\nder Stimmung und durch die Verschiedenheit der Stim-\nmungen entstehen\". Man ersucht Sie, „dieser Verwirrung\ndurch Festsetzung eines bestimmten Systems ein Ende zu\nmachen, die Anarchie zu beseitigen und der Künstlerwelt\neinen überaus wichtigen Dienst zu erweisen\".\nDie Commission nimmt die grösste Rücksicht auf un-\nsere grossartige Instrumenten-Fabrication u. s. w.\nWenn aber unter den Instrumentenbauern, welche\nEw. Excellenz ganz richtig die „Verlegenheiten\" angege-\nben haben, die aus der Verschiedenheit und steten Erhö-\nhung der Stimmung entstehen, einige jetzt, wie wir hören,\n„die Verlegenheiten\" fürchten, die aus den Maassregeln\nentstehen dürften, welche man ergreift, um ihre Wünsche\nzu befriedigen: was soll man da thun? Da sie selbst „und\nmit ihnen die ganze musicalische Welt\" eine gleichmäs-\nsige Stimmung verlangt haben, wie kann die Wahl einer\nStimmungshöhe, die, wie wir und sie hoffen, allgemein\nwerden wird, die Handels-Verhältnisse stören, die ja schon\nihrer eigenen Meinung nach durch die Verschiedenheit\nderselben gestört sind? Die Festsetzung einer gleichmässi-\ngen Stimmung schliesst nothwendig die Annahme einer\neinzigen Stimmgabel in sich. Nun haben wir fünfundzwan-\nzig verschiedene gegenwärtig gültige und angewandte ge-\nhört, verglichen, gemessen. Welches von so vielen sollen\nwir denn nun wählen? Etwa natürlicher Weise das pari-\nser? Wesshalb? Von jenen fünfundzwanzig Stimmgabeln\nwünscht keine einzige höher zu werden, viele wünschen\ntiefer zu werden, und fünfzehn sind schon tiefer als die\nunsrige. Mit welchem Rechte sollen wir diesen fünfzehn\nsagen: Steigt zu unserer Höhe hinauf? Würden dann\nnicht die Handels-Verhältnisse wirklich in Gefahr kommen,\ngestört zu werden? Ist es nicht logischer, vernünftiger,\nklüger, im Interesse der Einheit, die wir zu erzielen stre-\nben, zu jener Mehrheit hinabzusteigen, und gewinnen wir\ndadurch nicht die günstigste Aussicht, bei den fremden\nKünstlern Gehör zu finden, um deren Mitwirkung wir ge-\nbeten, und denen wir hier unseren Dank zollen für ihre\nfreundliche und theilnehmende Mitwirkung?\nUm der Industrie im Instrumentenbau einen Beweis\nvon ihrer Rücksichtnahme zu geben, lud die Commission\ndie vorzüglichsten Instrumentenbauer, d. h. diejenigen,\nwelche bei der Ausstellung von 1855 die ersten Aus-\nzeichnungen erhalten haben und das sind dieselben, die\nan Ew. Excellenz geschrieben hatten*) —, zu einer Ver-\n\n*) Die Herren Tridbert, Büffet, Ad. Sax, Fabrieanten von Blas»"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4891, "texte": "Sammlung ein, und erst nach der Conferenz mit ihnen und\nmit einigen hiesigen Orchester-Dirigenten*) begann die\nCommission ihre Berathungen über das Maass der Er-\nniedrigung der Stimmung.\nBei dieser Berathung hat nun die Ermässigung\num einen Viertel-Ton die grosse Mehrheit der Stim-\nmen für sich gehabt, indem sie eine fühlbare Erleichte-\nrung für die Sänger herbeiführt, ohne eine zu grosse Stö-\nrung in die bisherigen Gewohnheiten zu bringen, dürfte\nsie sich gleichsam incognito bei dem Publicum einführen;\nsie würde die Ausführung der älteren Meisterwerke er-\nleichtern; sie würde uns auf die vor etwa dreissig Jahren\nherrschende Stimmung zurückführen, auf eine Epoche,\nderen musicalische Werke meist noch auf dem Repertoire\nstehen und sich dann in ihren ursprünglichen Ton-Ver-\nhältnissen reproduciren würden. Endlich würde diese Er-\nmässigung voraussichtlich leichter von dem Auslande an-\ngenommen werden, als wenn sie einen halben Ton be-\ntrüge; denn sie nähert sich gar sehr der Stimmung, die\nim Jahre 1834 auf dem musicalischen Congresse zu Stutt-\ngart angenommen wurde, und hat sie den Vortheil einer\nErfahrung für sich, die zwar beschränkt ist (Karlsruhe\nund Toulouse), aber deren Resultate gewürdigt werden\nkönnen.\nDie Commission beehrt sich also, Ew. Excellenz vor-\nzuschlagen, eine gleichförmige Stimmung für alle musica-\nlischen Institute in Frankreich einzuführen und festzu-\nsetzen, dass das a derselben 870 Schwingungen in der\nSecunde mache.\nWas die Maassregeln für die Annahme und Beibe-\nhaltung der neuen Stimmung betrüFt, so hält die Commis-\nsion es für zweckmässig:\n1) dass eine Normal-Stimmgabel, welche bei einer\nTemperatur von 15 Grad des hunderttheiligen Thermome-\nters 870 Schwingungen in der Secunde macht, unter der\nLeitung von Sachverständigen angefertigt werde;\n2) dass Ew. Excellenz für Paris und die Departements\neinen Zeitpunkt bestimme, mit welchem die neue Stim-\nmung obligatorisch werde;\n3) dass die Stimmung der Gabeln und Instrumente in\nallen Theatern, Musikschulen und anderen musicalischen\nInstituten beständig einer Controle von Seiten der Behörde\nunterworfen werde.\nWir hoffen, dass Ew. Excellenz die Geneigtheit ha-\nben werden, im Interesse der gleichförmigen Stimmung\nInstrumenten; Cavaille-Coll, Orgelbauer; der Vertreter des\nHauses Erard, Pleyel-Wolff, H. Herz, Pianororte-Fabricanten;\nAlexander, Harmoniumbauer; Williaume, Geigenmacher*\n*) Den Herren Girard (grosse Oper und Conservatoire-Concerte),\nMohr, Musik-Director der kaiserlichen Garde, Deloffre, Or-\nchester-Dirigent im Thedlre lyrique.\nSich bei dem Herrn Kriegs-Minister für die Annahme der-\nselben bei denßegiments-Musikcorps zu verwenden; ferner\nbei dem Herrn Handels-Minister dafür, dass bei den In-\ndustrie-Ausstellungen nur diejenigen Instrumente zur Be-\nwerbung um Preise zugelassen werden, welche die Nor-\nmal-Stimmung haben; endlich bitten wir, Ew. Excellenz\nEinlluss dahin zu verwenden, dass diese Stimmung in allen\nCommunalschulen, in denen Musik-Unterricht ertheilt wird,\nangenommen werde, und bei dem Herrn Cultus-Minister\nzu befürworten, dass in Zukunft beim Umbau oder Neu-\nbau von Orgeln dieselbe maassgebend sei.\n[Nachdem der Bericht nochmals die Vortheile der\nganzen Maassregcl kurz wieder zusammengestellt hat,\nschliesst er folgender Maassen:]\nDurch die Erwägung der Gefahren, welche der Kunst\nvon Seiten der übermässigen Neigung zur Klanghelle dro-\nhen, und durch das Streben, eine Kegel, ein bestimmtes\nMaass, ein Princip aufzustellen, haben Ew. Excellenz von\nNeuem einen Beweis von der aufgeklärten Theilnahme ge-\ngeben, welche Sie der Kunst widmen. Die Freunde der\nTonkunst danken Ihnen dafür, Herr Minister, diejenigen,\ndie derselben ihr Leben geweiht haben, und die ihr nur\nihre Mussestunden widmen, diejenigen, welche die harmo-\nnische Sprache der Töne reden, und diejenigen, die ihre\nSchönheiten verstehen.\nJ. Pelletier, Präsident; F. Halevy, Berichterstatter;\nAuber; Berlioz; Despretz (Physiker, Mitglied\ndes Instituts); Camille Doucet (Chef der Ab-\ntheilung für die Theater im Ministerium); Lissa-\njous (Professor der Physik); Melinet (General-\nChef der Organisations-Commission für die Mili-\ntärmusik); Meyerbeer; Ed. Monnais (kaiser-\nlicher Commissar bei den Opern-Theatern und dem\nConservatorium); Bossini; Ambr. Thomas.\nBeilagen.\nTafel A.\nTafel der in den bedeutendsten Städten von Frankreich und von\nverschiedenen Ländern Europa's gebräuchlichen Stimmungen nach\nden durch das Staats-Ministerium erhaltenen Typen.\nVerschiedenheit von der\nZahl der Stimmung der Oper in\no i. . Paris,\nochwm- -\ngungen Nach Nach\nStädte. in der Schwin- mittleren Ton-\nSecunde. gungen Schwingungen\ngemessen. gemessen.\nLille ....... 904 +- 8,0 —l—■\nParis 81)6\nMarseille 894 2,0 —0,019\nBordeaux 880 —lO,O —0,096\nToulouse (Theater) . . . 885 —ll,O —0,106\nToulouse (Conservatoire). . 874 —22,0 —0,210\nBrüssel (Musik der Guiden). 911 +15,0 +0,144\nLondon (Nr. 3) 910,3 +14,4 +0,138"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4129, "texte": "Verschiedenheit von der\nZahl der Stimmung der Oper in\nSchwin- Paris-\nStädte. gungen Nach Nach\nin der Schwin- mittleren Ton-\nSecunde. gungen Schwingungen\ngemessen. gemessen.\nLondon (Nr. 2) ... . 905 + 9,0 +0,087\nBeilin 903,5 + 7,5 +0,072\nSt. Petersburg 903 + 7,0 +0,067 i\nPrag 899,5 + 3,5 +0,034\nLeipzig 897,5 + 1,5 +0,014\nMünchen 896,'2 + 0,2 +0,002\nHaag 892,3 3,7 —0,035\nPcsth 892 4,0 —0,038\nTurin, Würtcmberg u. Weimar 889,5 6,5 0,062\nBraunschweig 887 9,0 —-0,086\nGotha 886,5 9,4 0,091\nStuttgart 886 —lO,O —0,096\nDresden 882 —14,0 —0,134\nKarlsruhe 870 —26,0 0,520\nLondon (Nr. 1) . . . . 868 —28,0 —0,269\nTafel B.\nUeber die fortschreitende Erhöhung der Stimmung.\nVerschiedenheit\nNamen von der gegenwär-\ntjci. tigen Stimmung in\nSchwingun- den betreffenden\nBeobachter. Jahre. gen. Orten in mittleren\nT onschwingungen.\nParis (Grosse Oper).\nSauveur .... 1699 808 0,845\n1700 808 0,845\n1704 810,6 0,820\n1713 811,7 - 0,809\nDrouet .... 1810 846 0,480\nFischer .... 1823 862,7 0,320\nDrouet .... 1830 871,5 0,235\nDelezenne . . . 1836 ä 1839 882 0,134\nLissajous . . . 1858 896\nBerlin.\nMarpurg 1752 843,75 0,574\nWieprecht . . . 1806 ä 1814 861 0,408\nFischer .... 1823 J 874,64 0,277\nWieprecht . . . 1830 880 0,225\nScheibler . . . 1834 883,25 0,194\nWieprecht . . . 1858 903,5\nSt. Petersburg.\nSarti 1796 872 0,298\nLissajous . . . 1858 903\nTurin.\nDelezenne . . . 1845 880 0,091\nLissajous . . . 1858 889,5\nMailand.\nDelezenne . . . 1845 893,14 0,072\nLissajous . . . 1856 900,6\nDer Staats-Minister hat auf diesen Bericht folgende\nVerfügung erlassen:\nArt. 1. Es wird eine gleichförmige Stimmung für\nalle musicalischen Anstalten in Frankreich eingeführt, für\ndie kaiserlichen und alle übrigen Theater in Paris und in\nden Departements, für die Conservatorien, die Succursal-\nSchulen und die öffentlichen durch den Staat autorisirten\nConcerte.\nArt. 2. Das avon 870 Schwingungen in der Secunde\nwird als Normal-Stimmung festgesetzt.\nArt. 3. Die Normal-Stimmgabel wird auf dem kai-\nserlichen Conservatorium der Musik und Declamation nie-\ndergelegt.\nArt. 4. Alle vom Staate autorisirten musicalischen An-\nstalten müssen sich mit einer gestempelten, nach der Nor-\nmalgabel geprüften Stimmgabel versehen.\nArt. 5. Die Normal-Stimmung wird in Paris vom 1.\nJuli d. J., in den Departements vom 1. Dccember d. J.\nan eingeführt. Von diesen Terminen ab werden in den\ngenannten musicalischen Anstalten nur gestempelte Nor-\nmal-Stimmgabeln gestattet.\nArt. 6. Die Beschaffenheit der Stimmgabeln und In-\nstrumente wird regelmässigen Untersuchungen durch die\nBehörde unterworfen.\nParis, den 16. Februar 1859.\n[N.-S. Ein gehaltvoller Aufsatz von dem rühmlichst be-\nkannten Orgelbauer Cavai 1 le-Co 11 in Paris im Ami\nla Religion vom 5. Februar (auch in besonderem Abdruck\nbei de Soye & Bouchet zu haben) stellt namentlich die\nVerdienste von 11. Scheibler in Crefeld (seit 1834) um\ndie Sache der Tonmessung in das gebührende Licht; man\nmuss sich allerdings wundern, dass der obige Commissions-\nBericht Scheibler, ohne dessen scharfsinnige und aus-\ndauernde Forschungen und Versuche und die daraus hervor-\ngegangene Erfindung eines genauen Tonmessers auch\ndie jetzigen Messungen und Resultate unmöglich gewesen\nwären, gar nicht erwähnt. Cavaille schlägt als, Normal-\nStimmung ein avon 888 Schwingungen in der Secunde\nvor, d. i. 8 höher als das ades Stuttgarter Congresses und\n8 tiefer als das jetzige ader pariser Oper. Das temperirte\na von 888 entspricht dem geometrischen von 880\nSchwingungen, wonach dann das 32füssige 33 (statt.\n3*2, wie Chladin annahm) Schwingungen in der Secunde\nerhält. Auf diese Weise, meint Cavaille, würde eine Ueber-\neinstimmung zwischen der Tonbestimmung der Physiker\nund derjenigen der Musiker erzielt werden; auch haben\nPouillet und andere Physiker diese Sätze (33 Schwingun-\ngungen für das 32fiissige u. s. w.) bereits in ihren\nneuesten Werken angenommen.\nSo wohl auch dieser Vorschlag in theoretischer Hin-\nsicht begründet ist, so müssen wir doch in praktischer\nder Annahme von 870 Schwingungen für das also der\ngrösseren Ermässigung, den Vorzug geben und hegen die\nHoffnung, dass ungeachtet mancher Disharmonie in den\n\nAchille Fould.\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 143, "texte": "Ansichten am Ende doch die harmonische Klang-Einheit\nnach demselben Typus auch in Deutschland durch freie\nUebereinkunft zu Stande kommen wird.]"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-03-12-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-03-12_01#c003", "volume": "bmtnabi_1859-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "84", "page_fin": "86", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.2.3", "titre_corps": "Ernst Theodor Mosewius.", "titre_sommaire": "Ernst Theodor Mosewius.", "signature_source": "Mosewius", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.4", "debut_caractere": 145, "fin_caractere_exclue": 5069, "texte": "Ernst Theodor Mosewius.\n\n(S. Nr. 10.)\nII.\nDie Rheinische Musik-Zeitung vom 1. Januar 1853\nenthielt einen Artikel von F. B***e in Hildesheim, welcher\ndie Jubelschrift von E. Th. Mosewius: „Die Bresjaui-\nsche Sing-Akademie in den ersten fünfundzwan-\nzig Jahren ihres Bestehens\", besprach und dem Di-\nrector derselben bei aller Anerkennung seiner Verdienste\n„grosse Einseitigkeit\" und namentlich „Vernachlässigung\nder besten Werke von Beethoven und von Fr. Schneider\"\nvorwarf. Wir erhielten bald daraul den folgenden Briel\nvon Mosewius, dessen Veröffentlichung er damals nicht\nwünschte; jetzt steht derselben nichts mehr entgegen.\nBreslau, den 9. Januar 1853.\nDie Rheinische Musik-Zeitung bringt mir in ihrer Nr.\n1 vom 1. Januar 1853 einen Neujahrs-Gruss entgegen.\nIch bin zu lange an öffentliche Beurtheilung gewohnt, als\ndass mich eine ungünstige noch verstimmen könnte; noch\nviel weniger liebe ich eine Controverse, die Niemandem\nnützt und die Streitenden selten versöhnt. Doch lese ich\ngern zwischen den Zeilen und glaube hier entdeckt zu ha-\nben, dass eben nur Vorliebe mir den Vorwurf der Einsei-\ntigkeit gemacht hat. Der Gegenstand dieser Vorliebe ist\nmein alter, von mir aufrichtig geschätzter, beber Freund*).\nEs dürfte den werthen Freund tief verletzen, wollte ich\ndie mir gemachten Vorwürfe, wie ich wohl sonst' es pflege,\nganz mit Stillschweigen übergehen; desshalb wende ich\nmich u. s. w.\nEs bedarf nur eines Blickes in das von mir heraus-\ngegebene Büchlein, um zu sehen, dass ich das in Bede\nstehende Institut nach einem fest bestimmten Princip ge-\nleitet habe. Das von ihm Ausgeschlossene steht natürlich\nihm gegenüber, und so ist jedes prinzipielle Verfahren im-\nmer gewisser Maassen auch ein einseitiges. Fs kommt nur\ndarauf an, ob es sich rechtfertigen lässt, und das ist es,\nwas ich hier versuchen will.\nDer Zweck der Sing-Akademie ist Erhaltung und Be-\nlebung echten Kunstsinnes durch praktische üebung\nder kirchlichen oder heiligen und der damit zunächst ver-\nwandten ernsten Vocalmusik. Bei seiner Ausführung\n(soll das Institut eine Bedeutung an sich erlangen) sind die\nlocalen Verhältnisse ins Auge zu fassen. Breslau mit sei-\nnen circa 120,000 Einwohnern hat eine Menge musica-\nlischer Anstalten: ein Seminar, früher zwei, Musiken all-\nsonntäglich in drei evangelischen und in einer Menge ka-\ntholischer Kirchen, vier Gymnasien und zwei Bürgerschu-\nlen mit ihren Gesangsclassen; das katholische Gymnasium\nallein hat über achthundert Schüler; einen Künstler-\nVerein, der Concerte veranstaltet, einen akademischen Mu-\nsik-Verein, einen kirchlichen Gesang-Verein unter Herrn\nMusik-Director Siegert, eine Menge stehender Concerte\nu. s. w. Es kam also zuvörderst darauf an, sich einen sol-\nchen Wirkungskreis zu bilden, der die übrigen bestehenden\nnur an der Peripherie berührte, den Kern aber selbst-\nständig, ohne mit dem Bestehenden zu concurriren, für\nsich allein in Anspruch nahm; und so gestaltete sich die\nAufgabe, den Werth des Classischen vergangener Zeiten\nder Gegenwart anschaulich zu machen, ihr zu zeigen, dass\nein und derselbe Inhalt sich in gleicher Wahrheit und\nGrösse in ganz verschiedenen Formen kund gibt, und dass\ndiese mit der Anschauungsweise der Zeiten, in denen sie\ngegeben oder gestaltet, im innigsten Zusammenhange steht.\n—So leitet Mozart und Ilaydn zu Händel und Bach, diese\nzur neuen neapolitanischen Schule, und so führt sich die\nEntwicklung der Kirchenmusik bis auf die älteren Italiäner\nund Niederländer zurück. Wenn von Händel und Bach\ndie Rede ist, so versteht sich die protestantisch-evangelische\nGrundlage der Musik von selbst. Desshalb steht der evan-\ngelische Choral mit ihr im innigsten Zusammenhange, und\ndie Kenntnissnahme von den Gemeinde-Gesängen aus der\nReformationszeit (bis zur Verwässerung des Textes und\ndes Tonsatzes) war unerlässlich. Seine Verwendung zu\nKunstgesängen weiset sich in den beiden äussersten Spitzen,\nJob. Eckardt und Seb. Bach, nach, und die Motetten\nminder grosser Componisten zeigen dessen Verllechtung\nim Kunstsatze. Desshalb ist Seb. Bach auch in katholischen\nLändern, z. B. in Oesterreich (Wien), durchaus unver-\nständlich, und die verkehrten, halben oder schiefen Urtheile\nüber Händel kommen eben daher.\nWenn neben diesen allgemeinen leitenden Grundsätzen\nnoch jedem Componisten der neueren Zeit, dessen Werke\neine Entwicklung der Kunst andeuten oder beanspruchen,\nAufmerksamkeit zugewandt wird, so sehe, ich mich in dem\nVerzeichnisse der in der breslauer Sing-Akademie geübten\noder aufgeführten Werke vergebens nach einem unbe-\ndeutenden oder vernachlässigten um. Denn ganz abgese-\nhen davon, dass es nur für Aufführungen zum Gelderwerb\nfür milden Zweck zwei Mal gegeben worden ist und we-\nder ein kirchliches noch ein für Gesangs-Uebung geeigne-\ntes Werk ist, konnte Felicien David's „Wüste\" bei seinem\n\n*) Friedrich Schneider. Der Verfasser des citirten Artikels\nereiferte sich besonders wegen der Nicht-Aufführung des\n„Weltgerichts\"*"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5503, "texte": "Hervortreten kein unbedeutendes Werk genannt werden,\nwelches es denn auch meines Erachtens im Bereiche der\nmusicalischen Genre-Malerei keineswegs ist. Der Autfor-\nderung für C. M. v. Weber's Denkmal durch Aufführung\nder Aernte-Cantate von seiner Composition zu genügen,\nwurde jenes sonst der Akademie fern gebliebene Werk\nhineingezogen. Doch wir vermissen Beethoven im Ver-\nzeichnisse. Welche seiner Werke eignen sich denn für die\nSing-Akademie, die dem Principe gemäss zum Yerständ-\nniss älterer Meister führen könnten? Als bedeutende\nErscheinungen der Zeit traten sie alle vor 1825, vor der\nStiftung der Sing-Akademie, hervor und berühren in die-\nser Hinsicht deren Aufgabe nicht. Ich bin als mitwirken-\nder Quartettist aufgewachsen und habe mir meinen En-\nthusiasmus für Beethoven seit fast fünfzig Jahren erhalten\nund denselben bei der Erscheinung jedes neuen Werkes\nbethätigt. So war ich der Erste, der nach einer selbst zu-\nsammengeschriebenen Partitur des Meisters Eroica zu Kö-\nnigsberg aufführte, wie ich mich hierorts an den ersten\nAufführungen der A-dur-, Fund der letzten Sinfo-\nnie lebhaft betheiligte. Diese, die neunte, wurde von dem\nhiesigen Künstler-Vereine unter meines Collegen Wolf\nLeitung sehr tüchtig aufgeführt, dessgleichen die Phan-\ntasie mit Chor; auch liegen sie als Instrumentalstücke\nausser dem Bereiche der Gesang-Vereine. Was bleibt nun\nfür die Uebung der Akademie übrig? „Christus am Oel-\nberge\"?! Ich selbst habe dieses Oratorium schon im Jahre\n1814 zu Königsberg, meiner Vaterstadt, aufgeführt; ich\nbesitze es seit jener Zeit vollständig ausgeschrieben, und\nhabe zu verschiedenen Zeiten es in der Absicht einer Auf-\nführung immer wieder durchgesehen. Aber aufrichtig:\nwie sehr ich die Schönheiten zum Beispiel der Introduc-\ntion und einzelner Stücke darin erkenne, wie leicht ich\nmich in die Situation der stürmischen Krieger; des Se-\nraphs und des Dramatischen im Werke versetzen kann,\nso glaube ich doch dem sonst so grossen Meister meine\nVerehrung am besten dadurch zu bezeigen, wenn ich seine\nAuffassung des Christus und Petrus dem Vergleiche der\nunserem Kreise anderweitig bekannt gewordenen Auffas-\nsung der Passions-Geschichte entziehe. Die O-dur-Messe\n(drei Hymnen) wird hierorts häufig in den katholischen\nKirchen beim Gottesdienste aufgeführt. Es bleibt also\nnoch die grosse Messe in Dübrig. Herr Musik-Director\nSiegert ist mir mit ihrer Aufführung zuvorgekommen, und\nspäter hat es uns an Zeit gemangelt, dieses umfangreiche,\nschwierige Werk studiren zu können; auch muss ich hier\neine Einseitigkeit zugeben, diese nämlich, dass ich die An-\nstrengung der grösstentheils jugendlichen Stimmen der\nAkademie zu Gunsten eines Werkes scheute, dessen Cha-\nrakter mehr ein sinfonischer, als ein für Uebung im Ge-\nsänge sich eignender ist. Was Beelhoven sonst noch Für\nGesang geschrieben hat, ist grösstenteils unter meiner\nLeitung von einem Kreise, „Musicalischer Cirkel\" genannt,\nder sich mit so genannter Kammer- und Opern-Musik be-\nschäftigt, gesungen worden.\nNach allem dem scheint es denn auch wohl nicht\nBeethoven zu sein, der mir den Vorwurf der Einseitigkeit\nzugezogen hat, und ist er wohl nur als der mehr zufällige\nBegleiter von Friedrich Schneider zu betrachten. Die-\nser von mir sehr verehrte würdige Mann und Künstler hat\nmit dem „Weltgerichte\" seinen Namen als den eines hoch-\ngeachteten Componisten verbreitet. Es ist im Jahre 1820\ngedruckt und von Rochlitz beurtheilt worden. Ich habe es\nmir, damals noch in anderen Verhältnissen lebend, in\nFolge jenes Urtheils angeschafft. Als ich die Akademie\nerrichtete, war es hierorts schon mehrere Male gegeben\nund ist auch, seitdem die Akademie existirt, von anderen\nVereinen öfter wiederholt worden. Dieses Werk lag also\nausser dem Bereich der Sing-Akademie, wie noch man-\nches andere, welches ich, wie z. B. Haydn's „Schöpfung\",\nstets den Vereinen überlassen habe, die es vor mir in Be-\nschlag genommen hatten. Bei aller Hochachtung, die ich\nfür den Freund und Meister hege, habe ich doch unter\nseinen späteren Oratorien keines auffinden können, welches\neine besondere Entwicklung der Tonkunst angedeutet\nhätte, und so bin ich stets mit der sehr reichhaltigen Li-\nteratur Bach's beschäftigt gewesen, die mir noch Stoff für\nwenigstens fünfzig Jahre bietet, und habe ebenfalls alles\ndas hervorgesucht und ins Leben gerufen, was sich von\nHändel und anderen alten Meistern zur Darstellung und\nzur Uebung für den Gesang eignet. Erschien ein Werk\neines Aufsehen erregenden Componisten, und fand ich\nmindestens dies gerechtfertigt, so habe ich es auch für\nmeine Pflicht gehalten, das, was die Geister der Neuzeit\nbewegt, meiner Umgebung nicht vorzuenthalten. Wie aber\nschon oben erwähnt, ist meine Aufgabe eine andere. Die\nWahrheit der Auffassung, die Schönheit der Darstellung,\ndie Tüchtigkeit und Gediegenheit der Arbeit glaube ich\nebenfalls in jedem einzelnen Tonstücke erkennen zu kön-\nnen. Ich habe es aber nie begriffen und werde es niemals\nbegreifen, wie einzelne werthvolle Stücke eines grösseren\nWerkes mit einem organischen Ganzen in Vergleich zu\nstellen sind; und wenn es wirklich so ist, dass ein einziges\nStück eines Meisters alles übertreffen kann, was ein ande-\nrer Treffliches geschrieben hat, so scheint mir dagegen\nz. B. der Schluss-Chor in Händeis „Messias\" nur das Ende\ndes musicalischen Werkes zu sein, welches mit „Tröstet\nmein Volk\" beginnt und sich ununterbrochen als Eines in\ngleicher Vortrefflichkeit fortspinnt. Wie wir darüber den-\nken, die breslauische Sing-Akademie nämlich, ist in der"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2511, "texte": "Einleitung zu unserem Textbuche des „Messias\" zu lesen,\nwelches ich beizulegen mich beehre.\nOb das Decret, „die Vorliebe (Ueberschätzung) für\nBach müsse aufhören\" *]), zur Ausführung kommen werde,\ninuss ich sehr bezweifeln; fürs Erste sicher nicht. Hat doch\nschon die Herausgabe des ersten Bandes der Cantaten,\nvon denen früher ausser von mir sehr wenige in Deutsch-\nland gegeben worden sind, eine vielfältige Ausführung der\nherrlichen Cantate: „Bleibe bei uns!\" nach sich gezogen.\nDass Bach vergessen werden würde, wenn die Directoren\nder Gesang-Vereine die Werke der neueren Kirchen-Com-\nponisten mit gleichem Eifer und gleicher Sorgfalt und\nMühewaltung aufführten, muss ich leider ebenfalls so lange\nbezweifeln, bis ein Kirchen-Componist auftritt, der eben\nso religiös, so wahr und so tief wie Bach ist, oder ihn\nübertrifft. Bis die Zeiten sich der Art gestalten, dass eine\nsolche Erscheinung möglich ist, werden wir uns wohl noch\nimmer an den alten Herrn wenden müssen und vollauf bei\nihm des Herrlichen und Erlabenden vorfinden, wenn wir\nauch alles, was ihm als Ergebniss seiner Zeit anklebte,\nbeseitigen. Jedermann hat eine Vorliebe für einen Meister,\nvor Allen der jüngere Künstler; ich ehre und schätze jeden\nEnthusiasten, ich freue mich über ihn. Er wird schon mit\nder Zeit zum Urtheilen kommen; das blasirte Völkchen\nnie. Ich bin ein bejahrter Mann, aber noch heute des\nEnthusiasmus voll und auch einer Vorliebe, aber mit Be-\nwusstsein. Heisst es ja doch auch im Westöstlichen Divan,\n„das sei unerlässlich, dass man das Hässliche nicht wie\ndas Schöne leben lasse\". Wie ich Bach anschaue, darüber\nhabe ich mich öfter ausgesprochen. Ich meine es redlich\nmit der Kunst und wirke in ihr nach meinen Kräften und\nmit meiner besten Einsicht. Mehr kann man nicht verlan-\ngen. Wo ich irre, gebe ich mich gern gefangen; dessen\nkann und darf ich mich aber rühmen, dass ich, so viel an\nmir ist, mir immer mein Urtheil unbefangen und frei er-\nhalten habe, und dass wohl Gründe mich eines Besseren\nbelehren können, alles Andere mich aber niemals darin\nwankend machen wird. Genug!-—Haben Sie Gelegenheit,\nFreund Schneider davon zu unterrichten, dass nur die\n\\ erhältnisse mich abgehalten haben, sein „Weltgericht\"\naufzuführen, und ihm dies anzudeuten, so werden Sie mich\ndadurch sehr verpflichten. Es wird mich sehr freuen, wenn\nein falscher Verdacht, den er etwa hegen könnte, in ihm\nniedergeschlagen würde. Ich werde Ihnen dafür sehr\ndankbar sein.\n\nMosewius.\n\n*] Aeusserung von F. B. in dem oben erwähnten Artikel."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-03-12-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-03-12_01#c004", "volume": "bmtnabi_1859-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "86", "page_fin": "87", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.2.4", "titre_corps": "L. Holle’s Verlag", "titre_sommaire": "L. Holle’s Verlag", "signature_source": "DIXI", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.6", "debut_caractere": 2513, "fin_caractere_exclue": 5061, "texte": "L. Holle’s Verlag\n\nin Wolfenbüttel fährt fort in der unermüdlichen Betrei-\nbung des begonnenen Werkes, die classischen Tonsetzer\nin wohlfeilen Ausgaben mit würdiger Ausstattung zu ver-\nöffentlichen. Die neuesten Vorlagen von Weber's Opern\nund Beethoven's kleineren Ciaviersachen nebst Clavier-\nDuo's sind wieder eine Gewähr dafür, wie viel die Liebe\nzur Sache wirkt, mit kleinen Mitteln Grosses zu erreichen.\n„Kleine Mittel\" sind nicht gemeint etwa von wohlfeilen\nHerstellungskosten; denn jeder Kenner sieht, dass das\nstarke weisse Papier, die mannigfachen Typen und vieles\nandere Beiwerk dem Unternehmer eben nicht wohlfeil\nzu stehen kommen, wie wir denn auch vernehmen, dass\nUm des guten Papiers willen schon eine Mehr-Ausgabe\nvon einigen Hundert Thalern gegen andere ähnliche Un-\nternehmungen hier nothwendig gewesen ist. Die „kleinen\nMittel\" sind vielmehr der compendiöse und doch vollkom-\nmen saubere, deutliche Druck, welcher es möglich macht,\ndass z. B. Weber's Oberon jetzt für 1 Thlr. auf 85\nSeiten vollständig gegeben ist, wogegen die Schlesinger'-\nsche Ausgabe für 157 Seiten auf schlechterem Papier mit\noft undeutlichem Druck 61 2 Thlr. kostet. Und so alle\nübrigen Ausgaben. Von Weber's Opern liegen vollendet\nvor die Ciavier-Auszüge von Freischütz, Oberon, Euryanthe\nund Preciosa, welche zusammen 3% Thlr. kosten, wäh-\nrend sie in den älteren Ausgaben sich über 18 Thlr. be-\nlaufen.\nVon den Beethoven'schen Werken geben die neue-\nsten Bände (3, 4, 5) kleinere Clavier-Compositionen, Ba-\ngatellen, Variationen, Jugend-Arbeiten, worunter manches\nWerthvolle, was mit Unrecht oft übersehen wird; dann\ndie Duetten für Ciavier und Violine oder Violoncelli meist\nbekannt, doch auch hier Selteneres und Verschollenes, was\nder Wiederbelebung bedürftig ist. Bei den Duetten ist die\no o\nCiavierstimme zugleich Partitur; die Bevision durch Fr.\nLiszt ist auch eine Empfehlung, indem wir darin die Ge-\nwähr der Correctheit hier wie in den früheren Bänden\n*\nerblicken.\nAusser den genannten Hauptwerken unserer alten\nHeroen denn auch Mozart's und Ilaydn's Clavier-\nund Orchesterwerke sind durch Ilolle's Verlag in ähnlicher\nlöblicher Weise erneut—hat die neueste Veröffentlichung\nein paar minder bekannte, die wir nicht zu übersehen\nbitten. Kuhlau, dessen Blüthezeit etwa auf 1815 25\nzu setzen ist (-f- 1832 in Kopenhagen), hat manches gute\nStück componirt, das den Liebhaber noch heute erfreut,\nz. B. die köstliche Sonate mit Polonaise in 46,\ndie sich auch heute noch als nobles Salonstück sehr Wohl\neignet. Auch seine Opern Lulu und Räuberburgf sind"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 990, "texte": "neben vielem Zeitgenössischen noch immer beachtens-\nsie haben ihrer Zeit durch ihr nordisch-volksthüm-\nliches Gepräge viel Glück gemacht.\nEndlich liegt uns heute vor Nauenburg's, des be-\nrühmten Sängers und Singlehrers, „Praktische Stimm-\nbildungs-Methode\", d. h. Auswahl melodischer Ge-\nsang-Studien von Bordogni, Panseron, Rossini und Ande-\nren. Die italiänischö Schule liegt als die maassgebende zu\nGrunde; die einzelnen Melodieen sind fasslich, bedeutsam\nund in lehrhafter Folge zusammengestellt.\nNochmals wünschen wir dem wackeren Verleger Glück\nzu dem bisher Geleisteten, und sagen ihm Dank, dass er\ndie Classiker unermüdlich strebt „gemein zu machen\",\nwas nicht einfacher geschehen kann als durch diese un-\nglaubliche Verwohlfeilung, welche gegen die alten Laden-\npreise sich verhält wie 1: 5, auch 1:6! Solches Ge-\nmeinmachen ist eine Wehr und Waffe gegen das Auf-\nkommen anderer ungemeiner Dinge, die ungemein viel\nGeld kosten und ungemein wenig für das theure Geld\nleisten.\n\nDIXI."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-03-12-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-03-12_01#c005", "volume": "bmtnabi_1859-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "87", "page_fin": "87", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.2.5", "titre_corps": "Beurtťheilungen.", "titre_sommaire": "Beurtťheilungen.", "signature_source": "L. B", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.7", "debut_caractere": 992, "fin_caractere_exclue": 4197, "texte": "Beurtťheilungen.\nFür Männerchor.\nL. B.\nW. Greef, Männerlieder, alte und neue. X. Heft.\nEssen, bei G. 1). Bädeker. 1859. Preis 3 Sgr.\nDieses neueste Heft der trefflichen Greef'schen Samm-\nlung von alten und neuen Liedern für Freunde des mehr-\nstimmigen Männergesanges (vgl. Nr. 52 der Niederrheini-\nschen Musik-Zeitung vom Jahre 1856) enthält unter 20\nLiedern 15 Original-Compositionen, wovon eine (Nr. 19,\nvon G. Flügel, ausnahmsweise mit Pianoforte-Begleitung.\nDie Hefte 1 9 haben sämmtlich neue Auflagen erlebt,\ndas erste Heft schon die neunte, das zweite die sechste\nAullage u. s. f., jede Auflage zu 3500 Exempl., was für\ndie weite Verbreitung spricht und ein genügendes Zeug-\nniss für die Zweckmässigkeit und Brauchbarkeit dieser\nSammlung ist. Die 10 Hefte zusammen enthalten 220\nLieder, worunter 115, mithin über die Hälfte, Original-\nCompositionen sind; der Preis von 3 Sgr. für jedes Heft\nbei guter Ausstattung ist beispiellos billig. Ausser den\n115 Original-Compositionen von 49 Componisten findet\nsich eine Auswahl schöner Volkslieder darin. Verdienen\ndoch die frischen, zarten, lieblichen Sangesblüthen des Vol-\nkes vor manchem Anderen von den Sängern eine freund-\nliche Aufnahme. Auch das vorliegende Heft bringt einige\nVolkslieder und in recht zweckmässiger, vierstimmiger Har-\nmonisirung, welche die Mitte zwischen zu grosser Einfach-\nheit und zu grosser Künstlichkeit hält. Volkslieder fünf-\nstimmig zu harmonisiren, wie es L. Erk bei manchen\ngethan, können wir keineswegs billigen; wir halten im\nGegentheil die dreistimmige Bearbeitung für die am\nmeisten geeignete, wie wir denn in diesen Blättern schon\nhäufig den Componisten iür Männerchor (besonders wenn\nOrchester-Begleitung dabei ist) den dreistimmigen Salz\nempfohlen haben, der bei dem beschränkten Umfange der\nMännerstimmen die Harmonie weit klarer und wirksamer\nhervortreten lässt, als der vierstimmige. Haben doch auch\ndie älteren Meister, z. B. Mozart, Cherubini u. A., stets\nnur dreistimmig für den Männerchor gesetzt, und sie wuss-\nten wohl, was klingt und was wirkt. Den Itaüänern fällt\nes noch bis heute nicht ein, einen Männerchor anders als\nzwei-, höchstens dreistimmig zu setzen.\nHöchst anerkennungswerth ist es, dass W. Greef fort-\nwährend den Grundsatz festhält, von seiner Sammlung alle\nTrink- und Gelage-Lieder, Liebeskränkeleien, Effectstück-\nchen u. s. w., welche nur die unkünstlerische Masse blen-\nden, auszuschüessen.\nDie Angabe des Namens des Dichters so wie des\nComponisten findet sich in dieser Sammlung durchweg,\nund zwar so, dass zu den Namen der Verfasser auch die\nJahreszahl der Entstehung oder ersten Veröffentlichung\ndt4s Gedichtes und der Composition, so weit solche zu er-\nmitteln waren, mitgetheilt sind. Eine recht willkommene\nZugabe (und noch dazu ohne Preis-Erhöhung) des zehn-\nten Heftes ist das alphabetische Verzeichniss der\n(115) Dichter und (84) Componisten nebst biographi-\nschen Notizen. Es enthält besonders über rheinländische\nComponisten Notizen, die man anderswo vergebens sucht.\nMöge denn auch dieses Heftchen, das wiederum ein\nschönes Zeugniss von dem gesinnungsvollen Wirken des\nHerausgebers für die Veredlung des Männergesanges dar-\nlegt, seinen Weg durch die deutschen Gauen machen!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1859-03-12-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1859-03-12_01#c006", "volume": "bmtnabi_1859-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "87", "page_fin": "88", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.2.6", "titre_corps": "Uebersicht des Bestandes der deutschen Tonhalle in ihrem siebenten Jahre (1858).", "titre_sommaire": "Uebersicht des Bestandes der deutschen Tonhalle in ihrem siebenten Jahre (1858).", "signature_source": "A. Schüssler", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.7", "debut_caractere": 4199, "fin_caractere_exclue": 5005, "texte": "Uebersicht des Bestandes der deutschen Tonhalle in\nihrem siebenten Jahre (1858).\n\n\\\nZwei Preise wurden im vorigen Jahre ertheilt: I. an Herrn Gu-\nstav Merkel, Tonkünstler in Dresden, für seine vierhändige Orgel-\nSonate (110 Gulden); 11. an Herrn V. E. Becker in Würzbnrg,\nDirector des dortigen Sängerkranzes (44 Gulden), für die Compo-\nsition ~Preisgesang'4 von Garve für Männerchor.\nBei der Orgel-Sonate waren Preisrichter die Herren Professor Dr.\nFaisst, Hof-Capellmeister V. Lachner und General-Musik-Director\nDr. Spohr; bei dem Preisgesange nebst Herrn Dr. Spohr die\nHerren Hof-Musik-Director L. Hetsch und Hof-Capellmeister Rei s-\nsigeiv Leider haben wir hier zugleich anzuzeigen, dass Herr Dr.\nSpohr seitdem aus Grund „zu weit vorgerückten Alters\" die Aus-\nübung des Preisrichter-Amtes abgelehnt hat."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1396, "texte": "Im verflossenen Jahre 1858 wurden zwei Preis-Ausschreiben er-\nlassen, nämlich das 16. für Composition des von der Tonhalle ge-\nkrönten Operntextes „Der Liebesring\" in Einem Aufzuge, von Dr.\nIT. T. Sclimid, und das li. für ein Streich-Quartett\nUm jenen Preis (200 Gulden) kamen zweiundzwanzig, um den\nanderen (83 Gulden) achtunddreissig Bewerbungen ein, welche, wie\ndie auf das frühere (das 14.) Preis-Ausschreiben eingekommenen\nvierzehn Nonetten der preisrichterlichen Beurtheilung vorliegen.\nZu den in voriger Uebersicht für 1857 verzeichneten 571 Ver-\neins-Mitgliedern, von welchen leider seither einige starben, sind 77\nneue eingetreten.\nDie bedungene Eintrittsleistung beträgt nur l/3 Thaler und der\njährliche Beitrag ebenfalls nur 35 Kreuzer und ist widerruflich.\nMannheim, im Wintermonat 1859.\n0. Deimling, Professor. L. Coblitz, Maler. K. F.\nHecke!, Musicalienhändler. Dr. K. A. Mayer,\nProfessor. A Schüssler.\nStand der Tonhalle-Casse 1858.\nEinnahme.\nGld. Kr.\na. Aus voriger Rechnung (1857) 632 24\nb. An Eintrittsgeldern 35\nc. An Mitglieder-Beiträgen 229 42\nd. An Mehrleistungen und besonderen Geschenken . . 111 22\ne. Verschiedenes sonst 45 50\nSumme . . 1054 18\nAusgabe.\nGld. Kr.\n]. Für Schreib-Bedarf 2 25\n2. Druck- und Schreibkosten 92 8\n3. Post- und Sendgebühren 53 25\n4. Für Preise verwendet 154 8\n5. 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Das am 17. v. Mts. zum Besten der Schiller-Stiftung\nStatt gefundene Concert hat, einschliesslich des Mietpreises des\ngrossen Gürzenich-Saales, im Betrage von hundert Thalern, welche\nwir im Auftrage der Stadt Köln dem Ertrage des Concertes zuge-\nfügt, über tausend Gulden erbracht.\nEs betrug nämlich die Einnahme . . Thlr. 1032 5 Sgr.\nDie Ausgabe „ 552 5 „\nRest . . Thlr. 480 Sgr.\nDazu die Gabe der Stadt Köln 0 „100 ~\nZusammen . . Thlr. 580 Sgr.\nDie Zusendung dieser Summe an den Schiller-Verein zu Marbach\nals Beitrag zum Ankaufe von Schiller's Geburtshaus is bereits\nerfolgt.\nIn Berlin kommt am 15. April und folgende Tage bei J. A.\nStar gar dt (Charlottenstrasse 54) eine bedeutende „musicali-\nsclie und hymnologische Bibliothek\" zur Versteigerung.\nDer Katalog ist besonders reich an Sammlungen von geistlichen und\nVolksliedern und an historischen und theoretischen Schriften über\nMusik; er enthält aber auch mehrere Musicalien, besonders Ciavier-\nAuszüge älterer Opern, einige Autographen und viele Handschriften.\nWir finden unter anderen die Schriften von Burney, Forkel, Fux,\nGerber, Gerbert, Printz, Rameau, Schilter (Thesaurus Anliq. Teuton.),\nWerkmeister, von Winterfeld, Zelter; 67 Stück Texte zu den thea-\ntralischen Darstellungen in den Jesuitenschulen von 1651—1772;\neine ausserordentlich zahlreiche Sammlung von Kirchen-Gesangbü-\nchern, eben so von Volksliedern, sowohl in Sammlungen als in flie-\ngenden Blättern (z. B. Nr. 570, 1310 Stüök deutsche Volkslieder in\nEinzeldrucken des vorigen und Anfang des jetzigen Jahrhunderts ;\nNr. 576, Volkslieder in 700 Blättern und sieben Bänden, vom\nOrganisten Lisco handschriftlich gesammelt, bis auf die Zeit der\nFreiheitskriege; Nr 591, Sammlung portugiesischer und spani-\nscher Lieder, 7 Bände, 1152 Seiten Manuscript, Quer-Folio mit Mu-\nsik-Begleitung). Unter den Musicalien: Zelter's Compositionen,\nOpern von Bonda, Cimarosa, d'Alayrac, Dittersdorf, Fioravanti, Gre-\ntry, J. A. Hiller, Martin, Mdhul, Naumann, Righini, Sacchini, Sa-\nlieri, J. A. 13.I3. Schulz (Athalia in Partitur), Zumsteeg. Unter den\nAutographen befinden sich 6 von W. A. Mozart, u. a. 2 Sinfonieen\naus den Jahren 1771 und 1772 (s. Jalin's Mozart, 1., p. 704), Tar-\ntini's Teufels-Sinfonie u. s. w."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nDie Normal-Stimmung (Bericht der französischen Commission). Schluss. Ernst Theodor Mosewius (Bio-\ngraphische Nachrichten). 11. L. Holle's wohlfeile Ausgaben classischer Tonsetzer. Von DIXF. B eur t h eilu n gen. W. Greef, Män-\nnerlieder, X. Heft. Von L. B. Uebersicht des Bestandes der deutschen Tonhalle in ihrem siebenten Jahre (1858). Tages- und\nUnte r h a 1 tun gsbl a 11 (Köln, Ertrag des Schiller-Concertes des kölner Männer-Gesangvereins Berlin, Musicalien-Versteigerung).\n\nDie Normal-Stimmung.\n\n(Schluss. S. Nr. 10.)\nIII.\nEs blieb nun noch übrig, das Maass der Erniedrigung\nzu bestimmen, wobei vorzüglich auf die Ermöglichung\neiner allgemeinen Annahme Rücksicht zu nehmen war.\nEs war klar, dass man dabei über einen halben Ton\ntiefer nicht hinausgehen konnte, da dies weder praktisch\nnoch nothwendig gewesen wäre; darüber war die Com-\nmission vollständig einig. Allein der halbe Ton fand Geg-\nner, und es kamen drei Vorschläge zur Sprache : Erniedri-\ngung um einen halben Ton, um einen Viertelton, um we-\nniger als einen Viertelton.\nNur Ein Mitglied schlug das Letzte vor; dasselbe fürch-\ntete eine Störung der Handels-Verhältnisse und war dess-\nhalb für eine nur sehr mässige Erniedrigung, deren äus-\nserste Gränze ein Achtel-Ton sein müsste.\nDie Frage der Handels-Verhältnisse ist wichtig genug,\num dabei einen Augenblick zu verweilen; auch haben Sie,\nHerr Minister, in dem Einsetzungs-Decrete der Commission\nuns darauf aufmerksam gemacht.\nUnter den Acten, die uns zugestellt sind, befindet sich\nein Schreiben, das die Unterschriften unserer ersten und\nberühmtesten Instrumentenbauer trägt. In diesem an Ew.\nExcellenz gerichteten Schreiben sind alle Verlegenheiten\naufgeführt, „welche durch die fortwährende Steigerung\nder Stimmung und durch die Verschiedenheit der Stim-\nmungen entstehen\". Man ersucht Sie, „dieser Verwirrung\ndurch Festsetzung eines bestimmten Systems ein Ende zu\nmachen, die Anarchie zu beseitigen und der Künstlerwelt\neinen überaus wichtigen Dienst zu erweisen\".\nDie Commission nimmt die grösste Rücksicht auf un-\nsere grossartige Instrumenten-Fabrication u. s. w.\nWenn aber unter den Instrumentenbauern, welche\nEw. Excellenz ganz richtig die „Verlegenheiten\" angege-\nben haben, die aus der Verschiedenheit und steten Erhö-\nhung der Stimmung entstehen, einige jetzt, wie wir hören,\n„die Verlegenheiten\" fürchten, die aus den Maassregeln\nentstehen dürften, welche man ergreift, um ihre Wünsche\nzu befriedigen: was soll man da thun? Da sie selbst „und\nmit ihnen die ganze musicalische Welt\" eine gleichmäs-\nsige Stimmung verlangt haben, wie kann die Wahl einer\nStimmungshöhe, die, wie wir und sie hoffen, allgemein\nwerden wird, die Handels-Verhältnisse stören, die ja schon\nihrer eigenen Meinung nach durch die Verschiedenheit\nderselben gestört sind? Die Festsetzung einer gleichmässi-\ngen Stimmung schliesst nothwendig die Annahme einer\neinzigen Stimmgabel in sich. Nun haben wir fünfundzwan-\nzig verschiedene gegenwärtig gültige und angewandte ge-\nhört, verglichen, gemessen. Welches von so vielen sollen\nwir denn nun wählen? Etwa natürlicher Weise das pari-\nser? Wesshalb? Von jenen fünfundzwanzig Stimmgabeln\nwünscht keine einzige höher zu werden, viele wünschen\ntiefer zu werden, und fünfzehn sind schon tiefer als die\nunsrige. Mit welchem Rechte sollen wir diesen fünfzehn\nsagen: Steigt zu unserer Höhe hinauf? Würden dann\nnicht die Handels-Verhältnisse wirklich in Gefahr kommen,\ngestört zu werden? Ist es nicht logischer, vernünftiger,\nklüger, im Interesse der Einheit, die wir zu erzielen stre-\nben, zu jener Mehrheit hinabzusteigen, und gewinnen wir\ndadurch nicht die günstigste Aussicht, bei den fremden\nKünstlern Gehör zu finden, um deren Mitwirkung wir ge-\nbeten, und denen wir hier unseren Dank zollen für ihre\nfreundliche und theilnehmende Mitwirkung?\nUm der Industrie im Instrumentenbau einen Beweis\nvon ihrer Rücksichtnahme zu geben, lud die Commission\ndie vorzüglichsten Instrumentenbauer, d. h. diejenigen,\nwelche bei der Ausstellung von 1855 die ersten Aus-\nzeichnungen erhalten haben und das sind dieselben, die\nan Ew. Excellenz geschrieben hatten*) —, zu einer Ver-\n\n*) Die Herren Tridbert, Büffet, Ad. Sax, Fabrieanten von Blas»"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.2", "texte": "Sammlung ein, und erst nach der Conferenz mit ihnen und\nmit einigen hiesigen Orchester-Dirigenten*) begann die\nCommission ihre Berathungen über das Maass der Er-\nniedrigung der Stimmung.\nBei dieser Berathung hat nun die Ermässigung\num einen Viertel-Ton die grosse Mehrheit der Stim-\nmen für sich gehabt, indem sie eine fühlbare Erleichte-\nrung für die Sänger herbeiführt, ohne eine zu grosse Stö-\nrung in die bisherigen Gewohnheiten zu bringen, dürfte\nsie sich gleichsam incognito bei dem Publicum einführen;\nsie würde die Ausführung der älteren Meisterwerke er-\nleichtern; sie würde uns auf die vor etwa dreissig Jahren\nherrschende Stimmung zurückführen, auf eine Epoche,\nderen musicalische Werke meist noch auf dem Repertoire\nstehen und sich dann in ihren ursprünglichen Ton-Ver-\nhältnissen reproduciren würden. Endlich würde diese Er-\nmässigung voraussichtlich leichter von dem Auslande an-\ngenommen werden, als wenn sie einen halben Ton be-\ntrüge; denn sie nähert sich gar sehr der Stimmung, die\nim Jahre 1834 auf dem musicalischen Congresse zu Stutt-\ngart angenommen wurde, und hat sie den Vortheil einer\nErfahrung für sich, die zwar beschränkt ist (Karlsruhe\nund Toulouse), aber deren Resultate gewürdigt werden\nkönnen.\nDie Commission beehrt sich also, Ew. Excellenz vor-\nzuschlagen, eine gleichförmige Stimmung für alle musica-\nlischen Institute in Frankreich einzuführen und festzu-\nsetzen, dass das a derselben 870 Schwingungen in der\nSecunde mache.\nWas die Maassregeln für die Annahme und Beibe-\nhaltung der neuen Stimmung betrüFt, so hält die Commis-\nsion es für zweckmässig:\n1) dass eine Normal-Stimmgabel, welche bei einer\nTemperatur von 15 Grad des hunderttheiligen Thermome-\nters 870 Schwingungen in der Secunde macht, unter der\nLeitung von Sachverständigen angefertigt werde;\n2) dass Ew. Excellenz für Paris und die Departements\neinen Zeitpunkt bestimme, mit welchem die neue Stim-\nmung obligatorisch werde;\n3) dass die Stimmung der Gabeln und Instrumente in\nallen Theatern, Musikschulen und anderen musicalischen\nInstituten beständig einer Controle von Seiten der Behörde\nunterworfen werde.\nWir hoffen, dass Ew. Excellenz die Geneigtheit ha-\nben werden, im Interesse der gleichförmigen Stimmung\nInstrumenten; Cavaille-Coll, Orgelbauer; der Vertreter des\nHauses Erard, Pleyel-Wolff, H. Herz, Pianororte-Fabricanten;\nAlexander, Harmoniumbauer; Williaume, Geigenmacher*\n*) Den Herren Girard (grosse Oper und Conservatoire-Concerte),\nMohr, Musik-Director der kaiserlichen Garde, Deloffre, Or-\nchester-Dirigent im Thedlre lyrique.\nSich bei dem Herrn Kriegs-Minister für die Annahme der-\nselben bei denßegiments-Musikcorps zu verwenden; ferner\nbei dem Herrn Handels-Minister dafür, dass bei den In-\ndustrie-Ausstellungen nur diejenigen Instrumente zur Be-\nwerbung um Preise zugelassen werden, welche die Nor-\nmal-Stimmung haben; endlich bitten wir, Ew. Excellenz\nEinlluss dahin zu verwenden, dass diese Stimmung in allen\nCommunalschulen, in denen Musik-Unterricht ertheilt wird,\nangenommen werde, und bei dem Herrn Cultus-Minister\nzu befürworten, dass in Zukunft beim Umbau oder Neu-\nbau von Orgeln dieselbe maassgebend sei.\n[Nachdem der Bericht nochmals die Vortheile der\nganzen Maassregcl kurz wieder zusammengestellt hat,\nschliesst er folgender Maassen:]\nDurch die Erwägung der Gefahren, welche der Kunst\nvon Seiten der übermässigen Neigung zur Klanghelle dro-\nhen, und durch das Streben, eine Kegel, ein bestimmtes\nMaass, ein Princip aufzustellen, haben Ew. Excellenz von\nNeuem einen Beweis von der aufgeklärten Theilnahme ge-\ngeben, welche Sie der Kunst widmen. Die Freunde der\nTonkunst danken Ihnen dafür, Herr Minister, diejenigen,\ndie derselben ihr Leben geweiht haben, und die ihr nur\nihre Mussestunden widmen, diejenigen, welche die harmo-\nnische Sprache der Töne reden, und diejenigen, die ihre\nSchönheiten verstehen.\nJ. Pelletier, Präsident; F. Halevy, Berichterstatter;\nAuber; Berlioz; Despretz (Physiker, Mitglied\ndes Instituts); Camille Doucet (Chef der Ab-\ntheilung für die Theater im Ministerium); Lissa-\njous (Professor der Physik); Melinet (General-\nChef der Organisations-Commission für die Mili-\ntärmusik); Meyerbeer; Ed. Monnais (kaiser-\nlicher Commissar bei den Opern-Theatern und dem\nConservatorium); Bossini; Ambr. Thomas.\nBeilagen.\nTafel A.\nTafel der in den bedeutendsten Städten von Frankreich und von\nverschiedenen Ländern Europa's gebräuchlichen Stimmungen nach\nden durch das Staats-Ministerium erhaltenen Typen.\nVerschiedenheit von der\nZahl der Stimmung der Oper in\no i. . Paris,\nochwm- -\ngungen Nach Nach\nStädte. in der Schwin- mittleren Ton-\nSecunde. gungen Schwingungen\ngemessen. gemessen.\nLille ....... 904 +- 8,0 —l—■\nParis 81)6\nMarseille 894 2,0 —0,019\nBordeaux 880 —lO,O —0,096\nToulouse (Theater) . . . 885 —ll,O —0,106\nToulouse (Conservatoire). . 874 —22,0 —0,210\nBrüssel (Musik der Guiden). 911 +15,0 +0,144\nLondon (Nr. 3) 910,3 +14,4 +0,138"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.3", "texte": "Verschiedenheit von der\nZahl der Stimmung der Oper in\nSchwin- Paris-\nStädte. gungen Nach Nach\nin der Schwin- mittleren Ton-\nSecunde. gungen Schwingungen\ngemessen. gemessen.\nLondon (Nr. 2) ... . 905 + 9,0 +0,087\nBeilin 903,5 + 7,5 +0,072\nSt. Petersburg 903 + 7,0 +0,067 i\nPrag 899,5 + 3,5 +0,034\nLeipzig 897,5 + 1,5 +0,014\nMünchen 896,'2 + 0,2 +0,002\nHaag 892,3 3,7 —0,035\nPcsth 892 4,0 —0,038\nTurin, Würtcmberg u. Weimar 889,5 6,5 0,062\nBraunschweig 887 9,0 —-0,086\nGotha 886,5 9,4 0,091\nStuttgart 886 —lO,O —0,096\nDresden 882 —14,0 —0,134\nKarlsruhe 870 —26,0 0,520\nLondon (Nr. 1) . . . . 868 —28,0 —0,269\nTafel B.\nUeber die fortschreitende Erhöhung der Stimmung.\nVerschiedenheit\nNamen von der gegenwär-\ntjci. tigen Stimmung in\nSchwingun- den betreffenden\nBeobachter. Jahre. gen. Orten in mittleren\nT onschwingungen.\nParis (Grosse Oper).\nSauveur .... 1699 808 0,845\n1700 808 0,845\n1704 810,6 0,820\n1713 811,7 - 0,809\nDrouet .... 1810 846 0,480\nFischer .... 1823 862,7 0,320\nDrouet .... 1830 871,5 0,235\nDelezenne . . . 1836 ä 1839 882 0,134\nLissajous . . . 1858 896\nBerlin.\nMarpurg 1752 843,75 0,574\nWieprecht . . . 1806 ä 1814 861 0,408\nFischer .... 1823 J 874,64 0,277\nWieprecht . . . 1830 880 0,225\nScheibler . . . 1834 883,25 0,194\nWieprecht . . . 1858 903,5\nSt. Petersburg.\nSarti 1796 872 0,298\nLissajous . . . 1858 903\nTurin.\nDelezenne . . . 1845 880 0,091\nLissajous . . . 1858 889,5\nMailand.\nDelezenne . . . 1845 893,14 0,072\nLissajous . . . 1856 900,6\nDer Staats-Minister hat auf diesen Bericht folgende\nVerfügung erlassen:\nArt. 1. Es wird eine gleichförmige Stimmung für\nalle musicalischen Anstalten in Frankreich eingeführt, für\ndie kaiserlichen und alle übrigen Theater in Paris und in\nden Departements, für die Conservatorien, die Succursal-\nSchulen und die öffentlichen durch den Staat autorisirten\nConcerte.\nArt. 2. Das avon 870 Schwingungen in der Secunde\nwird als Normal-Stimmung festgesetzt.\nArt. 3. Die Normal-Stimmgabel wird auf dem kai-\nserlichen Conservatorium der Musik und Declamation nie-\ndergelegt.\nArt. 4. Alle vom Staate autorisirten musicalischen An-\nstalten müssen sich mit einer gestempelten, nach der Nor-\nmalgabel geprüften Stimmgabel versehen.\nArt. 5. Die Normal-Stimmung wird in Paris vom 1.\nJuli d. J., in den Departements vom 1. Dccember d. J.\nan eingeführt. Von diesen Terminen ab werden in den\ngenannten musicalischen Anstalten nur gestempelte Nor-\nmal-Stimmgabeln gestattet.\nArt. 6. Die Beschaffenheit der Stimmgabeln und In-\nstrumente wird regelmässigen Untersuchungen durch die\nBehörde unterworfen.\nParis, den 16. Februar 1859.\n[N.-S. Ein gehaltvoller Aufsatz von dem rühmlichst be-\nkannten Orgelbauer Cavai 1 le-Co 11 in Paris im Ami\nla Religion vom 5. Februar (auch in besonderem Abdruck\nbei de Soye & Bouchet zu haben) stellt namentlich die\nVerdienste von 11. Scheibler in Crefeld (seit 1834) um\ndie Sache der Tonmessung in das gebührende Licht; man\nmuss sich allerdings wundern, dass der obige Commissions-\nBericht Scheibler, ohne dessen scharfsinnige und aus-\ndauernde Forschungen und Versuche und die daraus hervor-\ngegangene Erfindung eines genauen Tonmessers auch\ndie jetzigen Messungen und Resultate unmöglich gewesen\nwären, gar nicht erwähnt. Cavaille schlägt als, Normal-\nStimmung ein avon 888 Schwingungen in der Secunde\nvor, d. i. 8 höher als das ades Stuttgarter Congresses und\n8 tiefer als das jetzige ader pariser Oper. Das temperirte\na von 888 entspricht dem geometrischen von 880\nSchwingungen, wonach dann das 32füssige 33 (statt.\n3*2, wie Chladin annahm) Schwingungen in der Secunde\nerhält. Auf diese Weise, meint Cavaille, würde eine Ueber-\neinstimmung zwischen der Tonbestimmung der Physiker\nund derjenigen der Musiker erzielt werden; auch haben\nPouillet und andere Physiker diese Sätze (33 Schwingun-\ngungen für das 32fiissige u. s. w.) bereits in ihren\nneuesten Werken angenommen.\nSo wohl auch dieser Vorschlag in theoretischer Hin-\nsicht begründet ist, so müssen wir doch in praktischer\nder Annahme von 870 Schwingungen für das also der\ngrösseren Ermässigung, den Vorzug geben und hegen die\nHoffnung, dass ungeachtet mancher Disharmonie in den\n\nAchille Fould.\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.4", "texte": "Ansichten am Ende doch die harmonische Klang-Einheit\nnach demselben Typus auch in Deutschland durch freie\nUebereinkunft zu Stande kommen wird.]\n\nErnst Theodor Mosewius.\n\n(S. Nr. 10.)\nII.\nDie Rheinische Musik-Zeitung vom 1. Januar 1853\nenthielt einen Artikel von F. B***e in Hildesheim, welcher\ndie Jubelschrift von E. Th. Mosewius: „Die Bresjaui-\nsche Sing-Akademie in den ersten fünfundzwan-\nzig Jahren ihres Bestehens\", besprach und dem Di-\nrector derselben bei aller Anerkennung seiner Verdienste\n„grosse Einseitigkeit\" und namentlich „Vernachlässigung\nder besten Werke von Beethoven und von Fr. Schneider\"\nvorwarf. Wir erhielten bald daraul den folgenden Briel\nvon Mosewius, dessen Veröffentlichung er damals nicht\nwünschte; jetzt steht derselben nichts mehr entgegen.\nBreslau, den 9. Januar 1853.\nDie Rheinische Musik-Zeitung bringt mir in ihrer Nr.\n1 vom 1. Januar 1853 einen Neujahrs-Gruss entgegen.\nIch bin zu lange an öffentliche Beurtheilung gewohnt, als\ndass mich eine ungünstige noch verstimmen könnte; noch\nviel weniger liebe ich eine Controverse, die Niemandem\nnützt und die Streitenden selten versöhnt. Doch lese ich\ngern zwischen den Zeilen und glaube hier entdeckt zu ha-\nben, dass eben nur Vorliebe mir den Vorwurf der Einsei-\ntigkeit gemacht hat. Der Gegenstand dieser Vorliebe ist\nmein alter, von mir aufrichtig geschätzter, beber Freund*).\nEs dürfte den werthen Freund tief verletzen, wollte ich\ndie mir gemachten Vorwürfe, wie ich wohl sonst' es pflege,\nganz mit Stillschweigen übergehen; desshalb wende ich\nmich u. s. w.\nEs bedarf nur eines Blickes in das von mir heraus-\ngegebene Büchlein, um zu sehen, dass ich das in Bede\nstehende Institut nach einem fest bestimmten Princip ge-\nleitet habe. Das von ihm Ausgeschlossene steht natürlich\nihm gegenüber, und so ist jedes prinzipielle Verfahren im-\nmer gewisser Maassen auch ein einseitiges. Fs kommt nur\ndarauf an, ob es sich rechtfertigen lässt, und das ist es,\nwas ich hier versuchen will.\nDer Zweck der Sing-Akademie ist Erhaltung und Be-\nlebung echten Kunstsinnes durch praktische üebung\nder kirchlichen oder heiligen und der damit zunächst ver-\nwandten ernsten Vocalmusik. Bei seiner Ausführung\n(soll das Institut eine Bedeutung an sich erlangen) sind die\nlocalen Verhältnisse ins Auge zu fassen. Breslau mit sei-\nnen circa 120,000 Einwohnern hat eine Menge musica-\nlischer Anstalten: ein Seminar, früher zwei, Musiken all-\nsonntäglich in drei evangelischen und in einer Menge ka-\ntholischer Kirchen, vier Gymnasien und zwei Bürgerschu-\nlen mit ihren Gesangsclassen; das katholische Gymnasium\nallein hat über achthundert Schüler; einen Künstler-\nVerein, der Concerte veranstaltet, einen akademischen Mu-\nsik-Verein, einen kirchlichen Gesang-Verein unter Herrn\nMusik-Director Siegert, eine Menge stehender Concerte\nu. s. w. Es kam also zuvörderst darauf an, sich einen sol-\nchen Wirkungskreis zu bilden, der die übrigen bestehenden\nnur an der Peripherie berührte, den Kern aber selbst-\nständig, ohne mit dem Bestehenden zu concurriren, für\nsich allein in Anspruch nahm; und so gestaltete sich die\nAufgabe, den Werth des Classischen vergangener Zeiten\nder Gegenwart anschaulich zu machen, ihr zu zeigen, dass\nein und derselbe Inhalt sich in gleicher Wahrheit und\nGrösse in ganz verschiedenen Formen kund gibt, und dass\ndiese mit der Anschauungsweise der Zeiten, in denen sie\ngegeben oder gestaltet, im innigsten Zusammenhange steht.\n—So leitet Mozart und Ilaydn zu Händel und Bach, diese\nzur neuen neapolitanischen Schule, und so führt sich die\nEntwicklung der Kirchenmusik bis auf die älteren Italiäner\nund Niederländer zurück. Wenn von Händel und Bach\ndie Rede ist, so versteht sich die protestantisch-evangelische\nGrundlage der Musik von selbst. Desshalb steht der evan-\ngelische Choral mit ihr im innigsten Zusammenhange, und\ndie Kenntnissnahme von den Gemeinde-Gesängen aus der\nReformationszeit (bis zur Verwässerung des Textes und\ndes Tonsatzes) war unerlässlich. Seine Verwendung zu\nKunstgesängen weiset sich in den beiden äussersten Spitzen,\nJob. Eckardt und Seb. Bach, nach, und die Motetten\nminder grosser Componisten zeigen dessen Verllechtung\nim Kunstsatze. Desshalb ist Seb. Bach auch in katholischen\nLändern, z. B. in Oesterreich (Wien), durchaus unver-\nständlich, und die verkehrten, halben oder schiefen Urtheile\nüber Händel kommen eben daher.\nWenn neben diesen allgemeinen leitenden Grundsätzen\nnoch jedem Componisten der neueren Zeit, dessen Werke\neine Entwicklung der Kunst andeuten oder beanspruchen,\nAufmerksamkeit zugewandt wird, so sehe, ich mich in dem\nVerzeichnisse der in der breslauer Sing-Akademie geübten\noder aufgeführten Werke vergebens nach einem unbe-\ndeutenden oder vernachlässigten um. Denn ganz abgese-\nhen davon, dass es nur für Aufführungen zum Gelderwerb\nfür milden Zweck zwei Mal gegeben worden ist und we-\nder ein kirchliches noch ein für Gesangs-Uebung geeigne-\ntes Werk ist, konnte Felicien David's „Wüste\" bei seinem\n\n*) Friedrich Schneider. Der Verfasser des citirten Artikels\nereiferte sich besonders wegen der Nicht-Aufführung des\n„Weltgerichts\"*"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.5", "texte": "Hervortreten kein unbedeutendes Werk genannt werden,\nwelches es denn auch meines Erachtens im Bereiche der\nmusicalischen Genre-Malerei keineswegs ist. Der Autfor-\nderung für C. M. v. Weber's Denkmal durch Aufführung\nder Aernte-Cantate von seiner Composition zu genügen,\nwurde jenes sonst der Akademie fern gebliebene Werk\nhineingezogen. Doch wir vermissen Beethoven im Ver-\nzeichnisse. Welche seiner Werke eignen sich denn für die\nSing-Akademie, die dem Principe gemäss zum Yerständ-\nniss älterer Meister führen könnten? Als bedeutende\nErscheinungen der Zeit traten sie alle vor 1825, vor der\nStiftung der Sing-Akademie, hervor und berühren in die-\nser Hinsicht deren Aufgabe nicht. Ich bin als mitwirken-\nder Quartettist aufgewachsen und habe mir meinen En-\nthusiasmus für Beethoven seit fast fünfzig Jahren erhalten\nund denselben bei der Erscheinung jedes neuen Werkes\nbethätigt. So war ich der Erste, der nach einer selbst zu-\nsammengeschriebenen Partitur des Meisters Eroica zu Kö-\nnigsberg aufführte, wie ich mich hierorts an den ersten\nAufführungen der A-dur-, Fund der letzten Sinfo-\nnie lebhaft betheiligte. Diese, die neunte, wurde von dem\nhiesigen Künstler-Vereine unter meines Collegen Wolf\nLeitung sehr tüchtig aufgeführt, dessgleichen die Phan-\ntasie mit Chor; auch liegen sie als Instrumentalstücke\nausser dem Bereiche der Gesang-Vereine. Was bleibt nun\nfür die Uebung der Akademie übrig? „Christus am Oel-\nberge\"?! Ich selbst habe dieses Oratorium schon im Jahre\n1814 zu Königsberg, meiner Vaterstadt, aufgeführt; ich\nbesitze es seit jener Zeit vollständig ausgeschrieben, und\nhabe zu verschiedenen Zeiten es in der Absicht einer Auf-\nführung immer wieder durchgesehen. Aber aufrichtig:\nwie sehr ich die Schönheiten zum Beispiel der Introduc-\ntion und einzelner Stücke darin erkenne, wie leicht ich\nmich in die Situation der stürmischen Krieger; des Se-\nraphs und des Dramatischen im Werke versetzen kann,\nso glaube ich doch dem sonst so grossen Meister meine\nVerehrung am besten dadurch zu bezeigen, wenn ich seine\nAuffassung des Christus und Petrus dem Vergleiche der\nunserem Kreise anderweitig bekannt gewordenen Auffas-\nsung der Passions-Geschichte entziehe. Die O-dur-Messe\n(drei Hymnen) wird hierorts häufig in den katholischen\nKirchen beim Gottesdienste aufgeführt. Es bleibt also\nnoch die grosse Messe in Dübrig. Herr Musik-Director\nSiegert ist mir mit ihrer Aufführung zuvorgekommen, und\nspäter hat es uns an Zeit gemangelt, dieses umfangreiche,\nschwierige Werk studiren zu können; auch muss ich hier\neine Einseitigkeit zugeben, diese nämlich, dass ich die An-\nstrengung der grösstentheils jugendlichen Stimmen der\nAkademie zu Gunsten eines Werkes scheute, dessen Cha-\nrakter mehr ein sinfonischer, als ein für Uebung im Ge-\nsänge sich eignender ist. Was Beelhoven sonst noch Für\nGesang geschrieben hat, ist grösstenteils unter meiner\nLeitung von einem Kreise, „Musicalischer Cirkel\" genannt,\nder sich mit so genannter Kammer- und Opern-Musik be-\nschäftigt, gesungen worden.\nNach allem dem scheint es denn auch wohl nicht\nBeethoven zu sein, der mir den Vorwurf der Einseitigkeit\nzugezogen hat, und ist er wohl nur als der mehr zufällige\nBegleiter von Friedrich Schneider zu betrachten. Die-\nser von mir sehr verehrte würdige Mann und Künstler hat\nmit dem „Weltgerichte\" seinen Namen als den eines hoch-\ngeachteten Componisten verbreitet. Es ist im Jahre 1820\ngedruckt und von Rochlitz beurtheilt worden. Ich habe es\nmir, damals noch in anderen Verhältnissen lebend, in\nFolge jenes Urtheils angeschafft. Als ich die Akademie\nerrichtete, war es hierorts schon mehrere Male gegeben\nund ist auch, seitdem die Akademie existirt, von anderen\nVereinen öfter wiederholt worden. Dieses Werk lag also\nausser dem Bereich der Sing-Akademie, wie noch man-\nches andere, welches ich, wie z. B. Haydn's „Schöpfung\",\nstets den Vereinen überlassen habe, die es vor mir in Be-\nschlag genommen hatten. Bei aller Hochachtung, die ich\nfür den Freund und Meister hege, habe ich doch unter\nseinen späteren Oratorien keines auffinden können, welches\neine besondere Entwicklung der Tonkunst angedeutet\nhätte, und so bin ich stets mit der sehr reichhaltigen Li-\nteratur Bach's beschäftigt gewesen, die mir noch Stoff für\nwenigstens fünfzig Jahre bietet, und habe ebenfalls alles\ndas hervorgesucht und ins Leben gerufen, was sich von\nHändel und anderen alten Meistern zur Darstellung und\nzur Uebung für den Gesang eignet. Erschien ein Werk\neines Aufsehen erregenden Componisten, und fand ich\nmindestens dies gerechtfertigt, so habe ich es auch für\nmeine Pflicht gehalten, das, was die Geister der Neuzeit\nbewegt, meiner Umgebung nicht vorzuenthalten. Wie aber\nschon oben erwähnt, ist meine Aufgabe eine andere. Die\nWahrheit der Auffassung, die Schönheit der Darstellung,\ndie Tüchtigkeit und Gediegenheit der Arbeit glaube ich\nebenfalls in jedem einzelnen Tonstücke erkennen zu kön-\nnen. Ich habe es aber nie begriffen und werde es niemals\nbegreifen, wie einzelne werthvolle Stücke eines grösseren\nWerkes mit einem organischen Ganzen in Vergleich zu\nstellen sind; und wenn es wirklich so ist, dass ein einziges\nStück eines Meisters alles übertreffen kann, was ein ande-\nrer Treffliches geschrieben hat, so scheint mir dagegen\nz. B. der Schluss-Chor in Händeis „Messias\" nur das Ende\ndes musicalischen Werkes zu sein, welches mit „Tröstet\nmein Volk\" beginnt und sich ununterbrochen als Eines in\ngleicher Vortrefflichkeit fortspinnt. Wie wir darüber den-\nken, die breslauische Sing-Akademie nämlich, ist in der"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.6", "texte": "Einleitung zu unserem Textbuche des „Messias\" zu lesen,\nwelches ich beizulegen mich beehre.\nOb das Decret, „die Vorliebe (Ueberschätzung) für\nBach müsse aufhören\" *]), zur Ausführung kommen werde,\ninuss ich sehr bezweifeln; fürs Erste sicher nicht. Hat doch\nschon die Herausgabe des ersten Bandes der Cantaten,\nvon denen früher ausser von mir sehr wenige in Deutsch-\nland gegeben worden sind, eine vielfältige Ausführung der\nherrlichen Cantate: „Bleibe bei uns!\" nach sich gezogen.\nDass Bach vergessen werden würde, wenn die Directoren\nder Gesang-Vereine die Werke der neueren Kirchen-Com-\nponisten mit gleichem Eifer und gleicher Sorgfalt und\nMühewaltung aufführten, muss ich leider ebenfalls so lange\nbezweifeln, bis ein Kirchen-Componist auftritt, der eben\nso religiös, so wahr und so tief wie Bach ist, oder ihn\nübertrifft. Bis die Zeiten sich der Art gestalten, dass eine\nsolche Erscheinung möglich ist, werden wir uns wohl noch\nimmer an den alten Herrn wenden müssen und vollauf bei\nihm des Herrlichen und Erlabenden vorfinden, wenn wir\nauch alles, was ihm als Ergebniss seiner Zeit anklebte,\nbeseitigen. Jedermann hat eine Vorliebe für einen Meister,\nvor Allen der jüngere Künstler; ich ehre und schätze jeden\nEnthusiasten, ich freue mich über ihn. Er wird schon mit\nder Zeit zum Urtheilen kommen; das blasirte Völkchen\nnie. Ich bin ein bejahrter Mann, aber noch heute des\nEnthusiasmus voll und auch einer Vorliebe, aber mit Be-\nwusstsein. Heisst es ja doch auch im Westöstlichen Divan,\n„das sei unerlässlich, dass man das Hässliche nicht wie\ndas Schöne leben lasse\". Wie ich Bach anschaue, darüber\nhabe ich mich öfter ausgesprochen. Ich meine es redlich\nmit der Kunst und wirke in ihr nach meinen Kräften und\nmit meiner besten Einsicht. Mehr kann man nicht verlan-\ngen. Wo ich irre, gebe ich mich gern gefangen; dessen\nkann und darf ich mich aber rühmen, dass ich, so viel an\nmir ist, mir immer mein Urtheil unbefangen und frei er-\nhalten habe, und dass wohl Gründe mich eines Besseren\nbelehren können, alles Andere mich aber niemals darin\nwankend machen wird. Genug!-—Haben Sie Gelegenheit,\nFreund Schneider davon zu unterrichten, dass nur die\n\\ erhältnisse mich abgehalten haben, sein „Weltgericht\"\naufzuführen, und ihm dies anzudeuten, so werden Sie mich\ndadurch sehr verpflichten. Es wird mich sehr freuen, wenn\nein falscher Verdacht, den er etwa hegen könnte, in ihm\nniedergeschlagen würde. Ich werde Ihnen dafür sehr\ndankbar sein.\n\nMosewius.\n\n*] Aeusserung von F. B. in dem oben erwähnten Artikel.\n\nL. Holle’s Verlag\n\nin Wolfenbüttel fährt fort in der unermüdlichen Betrei-\nbung des begonnenen Werkes, die classischen Tonsetzer\nin wohlfeilen Ausgaben mit würdiger Ausstattung zu ver-\nöffentlichen. Die neuesten Vorlagen von Weber's Opern\nund Beethoven's kleineren Ciaviersachen nebst Clavier-\nDuo's sind wieder eine Gewähr dafür, wie viel die Liebe\nzur Sache wirkt, mit kleinen Mitteln Grosses zu erreichen.\n„Kleine Mittel\" sind nicht gemeint etwa von wohlfeilen\nHerstellungskosten; denn jeder Kenner sieht, dass das\nstarke weisse Papier, die mannigfachen Typen und vieles\nandere Beiwerk dem Unternehmer eben nicht wohlfeil\nzu stehen kommen, wie wir denn auch vernehmen, dass\nUm des guten Papiers willen schon eine Mehr-Ausgabe\nvon einigen Hundert Thalern gegen andere ähnliche Un-\nternehmungen hier nothwendig gewesen ist. Die „kleinen\nMittel\" sind vielmehr der compendiöse und doch vollkom-\nmen saubere, deutliche Druck, welcher es möglich macht,\ndass z. B. Weber's Oberon jetzt für 1 Thlr. auf 85\nSeiten vollständig gegeben ist, wogegen die Schlesinger'-\nsche Ausgabe für 157 Seiten auf schlechterem Papier mit\noft undeutlichem Druck 61 2 Thlr. kostet. Und so alle\nübrigen Ausgaben. Von Weber's Opern liegen vollendet\nvor die Ciavier-Auszüge von Freischütz, Oberon, Euryanthe\nund Preciosa, welche zusammen 3% Thlr. kosten, wäh-\nrend sie in den älteren Ausgaben sich über 18 Thlr. be-\nlaufen.\nVon den Beethoven'schen Werken geben die neue-\nsten Bände (3, 4, 5) kleinere Clavier-Compositionen, Ba-\ngatellen, Variationen, Jugend-Arbeiten, worunter manches\nWerthvolle, was mit Unrecht oft übersehen wird; dann\ndie Duetten für Ciavier und Violine oder Violoncelli meist\nbekannt, doch auch hier Selteneres und Verschollenes, was\nder Wiederbelebung bedürftig ist. Bei den Duetten ist die\no o\nCiavierstimme zugleich Partitur; die Bevision durch Fr.\nLiszt ist auch eine Empfehlung, indem wir darin die Ge-\nwähr der Correctheit hier wie in den früheren Bänden\n*\nerblicken.\nAusser den genannten Hauptwerken unserer alten\nHeroen denn auch Mozart's und Ilaydn's Clavier-\nund Orchesterwerke sind durch Ilolle's Verlag in ähnlicher\nlöblicher Weise erneut—hat die neueste Veröffentlichung\nein paar minder bekannte, die wir nicht zu übersehen\nbitten. Kuhlau, dessen Blüthezeit etwa auf 1815 25\nzu setzen ist (-f- 1832 in Kopenhagen), hat manches gute\nStück componirt, das den Liebhaber noch heute erfreut,\nz. B. die köstliche Sonate mit Polonaise in 46,\ndie sich auch heute noch als nobles Salonstück sehr Wohl\neignet. Auch seine Opern Lulu und Räuberburgf sind"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.7", "texte": "neben vielem Zeitgenössischen noch immer beachtens-\nsie haben ihrer Zeit durch ihr nordisch-volksthüm-\nliches Gepräge viel Glück gemacht.\nEndlich liegt uns heute vor Nauenburg's, des be-\nrühmten Sängers und Singlehrers, „Praktische Stimm-\nbildungs-Methode\", d. h. Auswahl melodischer Ge-\nsang-Studien von Bordogni, Panseron, Rossini und Ande-\nren. Die italiänischö Schule liegt als die maassgebende zu\nGrunde; die einzelnen Melodieen sind fasslich, bedeutsam\nund in lehrhafter Folge zusammengestellt.\nNochmals wünschen wir dem wackeren Verleger Glück\nzu dem bisher Geleisteten, und sagen ihm Dank, dass er\ndie Classiker unermüdlich strebt „gemein zu machen\",\nwas nicht einfacher geschehen kann als durch diese un-\nglaubliche Verwohlfeilung, welche gegen die alten Laden-\npreise sich verhält wie 1: 5, auch 1:6! Solches Ge-\nmeinmachen ist eine Wehr und Waffe gegen das Auf-\nkommen anderer ungemeiner Dinge, die ungemein viel\nGeld kosten und ungemein wenig für das theure Geld\nleisten.\n\nDIXI.\n\nBeurtťheilungen.\nFür Männerchor.\nL. B.\nW. Greef, Männerlieder, alte und neue. X. Heft.\nEssen, bei G. 1). Bädeker. 1859. Preis 3 Sgr.\nDieses neueste Heft der trefflichen Greef'schen Samm-\nlung von alten und neuen Liedern für Freunde des mehr-\nstimmigen Männergesanges (vgl. Nr. 52 der Niederrheini-\nschen Musik-Zeitung vom Jahre 1856) enthält unter 20\nLiedern 15 Original-Compositionen, wovon eine (Nr. 19,\nvon G. Flügel, ausnahmsweise mit Pianoforte-Begleitung.\nDie Hefte 1 9 haben sämmtlich neue Auflagen erlebt,\ndas erste Heft schon die neunte, das zweite die sechste\nAullage u. s. f., jede Auflage zu 3500 Exempl., was für\ndie weite Verbreitung spricht und ein genügendes Zeug-\nniss für die Zweckmässigkeit und Brauchbarkeit dieser\nSammlung ist. Die 10 Hefte zusammen enthalten 220\nLieder, worunter 115, mithin über die Hälfte, Original-\nCompositionen sind; der Preis von 3 Sgr. für jedes Heft\nbei guter Ausstattung ist beispiellos billig. Ausser den\n115 Original-Compositionen von 49 Componisten findet\nsich eine Auswahl schöner Volkslieder darin. Verdienen\ndoch die frischen, zarten, lieblichen Sangesblüthen des Vol-\nkes vor manchem Anderen von den Sängern eine freund-\nliche Aufnahme. Auch das vorliegende Heft bringt einige\nVolkslieder und in recht zweckmässiger, vierstimmiger Har-\nmonisirung, welche die Mitte zwischen zu grosser Einfach-\nheit und zu grosser Künstlichkeit hält. Volkslieder fünf-\nstimmig zu harmonisiren, wie es L. Erk bei manchen\ngethan, können wir keineswegs billigen; wir halten im\nGegentheil die dreistimmige Bearbeitung für die am\nmeisten geeignete, wie wir denn in diesen Blättern schon\nhäufig den Componisten iür Männerchor (besonders wenn\nOrchester-Begleitung dabei ist) den dreistimmigen Salz\nempfohlen haben, der bei dem beschränkten Umfange der\nMännerstimmen die Harmonie weit klarer und wirksamer\nhervortreten lässt, als der vierstimmige. Haben doch auch\ndie älteren Meister, z. B. Mozart, Cherubini u. A., stets\nnur dreistimmig für den Männerchor gesetzt, und sie wuss-\nten wohl, was klingt und was wirkt. Den Itaüänern fällt\nes noch bis heute nicht ein, einen Männerchor anders als\nzwei-, höchstens dreistimmig zu setzen.\nHöchst anerkennungswerth ist es, dass W. Greef fort-\nwährend den Grundsatz festhält, von seiner Sammlung alle\nTrink- und Gelage-Lieder, Liebeskränkeleien, Effectstück-\nchen u. s. w., welche nur die unkünstlerische Masse blen-\nden, auszuschüessen.\nDie Angabe des Namens des Dichters so wie des\nComponisten findet sich in dieser Sammlung durchweg,\nund zwar so, dass zu den Namen der Verfasser auch die\nJahreszahl der Entstehung oder ersten Veröffentlichung\ndt4s Gedichtes und der Composition, so weit solche zu er-\nmitteln waren, mitgetheilt sind. Eine recht willkommene\nZugabe (und noch dazu ohne Preis-Erhöhung) des zehn-\nten Heftes ist das alphabetische Verzeichniss der\n(115) Dichter und (84) Componisten nebst biographi-\nschen Notizen. Es enthält besonders über rheinländische\nComponisten Notizen, die man anderswo vergebens sucht.\nMöge denn auch dieses Heftchen, das wiederum ein\nschönes Zeugniss von dem gesinnungsvollen Wirken des\nHerausgebers für die Veredlung des Männergesanges dar-\nlegt, seinen Weg durch die deutschen Gauen machen!\n\nUebersicht des Bestandes der deutschen Tonhalle in\nihrem siebenten Jahre (1858).\n\n\\\nZwei Preise wurden im vorigen Jahre ertheilt: I. an Herrn Gu-\nstav Merkel, Tonkünstler in Dresden, für seine vierhändige Orgel-\nSonate (110 Gulden); 11. an Herrn V. E. Becker in Würzbnrg,\nDirector des dortigen Sängerkranzes (44 Gulden), für die Compo-\nsition ~Preisgesang'4 von Garve für Männerchor.\nBei der Orgel-Sonate waren Preisrichter die Herren Professor Dr.\nFaisst, Hof-Capellmeister V. Lachner und General-Musik-Director\nDr. Spohr; bei dem Preisgesange nebst Herrn Dr. Spohr die\nHerren Hof-Musik-Director L. Hetsch und Hof-Capellmeister Rei s-\nsigeiv Leider haben wir hier zugleich anzuzeigen, dass Herr Dr.\nSpohr seitdem aus Grund „zu weit vorgerückten Alters\" die Aus-\nübung des Preisrichter-Amtes abgelehnt hat."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18590312-01.1.8", "texte": "Im verflossenen Jahre 1858 wurden zwei Preis-Ausschreiben er-\nlassen, nämlich das 16. für Composition des von der Tonhalle ge-\nkrönten Operntextes „Der Liebesring\" in Einem Aufzuge, von Dr.\nIT. T. Sclimid, und das li. für ein Streich-Quartett\nUm jenen Preis (200 Gulden) kamen zweiundzwanzig, um den\nanderen (83 Gulden) achtunddreissig Bewerbungen ein, welche, wie\ndie auf das frühere (das 14.) Preis-Ausschreiben eingekommenen\nvierzehn Nonetten der preisrichterlichen Beurtheilung vorliegen.\nZu den in voriger Uebersicht für 1857 verzeichneten 571 Ver-\neins-Mitgliedern, von welchen leider seither einige starben, sind 77\nneue eingetreten.\nDie bedungene Eintrittsleistung beträgt nur l/3 Thaler und der\njährliche Beitrag ebenfalls nur 35 Kreuzer und ist widerruflich.\nMannheim, im Wintermonat 1859.\n0. Deimling, Professor. L. Coblitz, Maler. K. F.\nHecke!, Musicalienhändler. Dr. K. A. Mayer,\nProfessor. A Schüssler.\nStand der Tonhalle-Casse 1858.\nEinnahme.\nGld. Kr.\na. Aus voriger Rechnung (1857) 632 24\nb. An Eintrittsgeldern 35\nc. An Mitglieder-Beiträgen 229 42\nd. An Mehrleistungen und besonderen Geschenken . . 111 22\ne. Verschiedenes sonst 45 50\nSumme . . 1054 18\nAusgabe.\nGld. Kr.\n]. Für Schreib-Bedarf 2 25\n2. Druck- und Schreibkosten 92 8\n3. Post- und Sendgebühren 53 25\n4. Für Preise verwendet 154 8\n5. Bedienung und Verschiedenes 51 13\nVorräthig /00 59\nSumme . • 1054 18\n\nA. Schüssler.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nEiit». Das am 17. v. Mts. zum Besten der Schiller-Stiftung\nStatt gefundene Concert hat, einschliesslich des Mietpreises des\ngrossen Gürzenich-Saales, im Betrage von hundert Thalern, welche\nwir im Auftrage der Stadt Köln dem Ertrage des Concertes zuge-\nfügt, über tausend Gulden erbracht.\nEs betrug nämlich die Einnahme . . Thlr. 1032 5 Sgr.\nDie Ausgabe „ 552 5 „\nRest . . Thlr. 480 Sgr.\nDazu die Gabe der Stadt Köln 0 „100 ~\nZusammen . . Thlr. 580 Sgr.\nDie Zusendung dieser Summe an den Schiller-Verein zu Marbach\nals Beitrag zum Ankaufe von Schiller's Geburtshaus is bereits\nerfolgt.\nIn Berlin kommt am 15. April und folgende Tage bei J. A.\nStar gar dt (Charlottenstrasse 54) eine bedeutende „musicali-\nsclie und hymnologische Bibliothek\" zur Versteigerung.\nDer Katalog ist besonders reich an Sammlungen von geistlichen und\nVolksliedern und an historischen und theoretischen Schriften über\nMusik; er enthält aber auch mehrere Musicalien, besonders Ciavier-\nAuszüge älterer Opern, einige Autographen und viele Handschriften.\nWir finden unter anderen die Schriften von Burney, Forkel, Fux,\nGerber, Gerbert, Printz, Rameau, Schilter (Thesaurus Anliq. Teuton.),\nWerkmeister, von Winterfeld, Zelter; 67 Stück Texte zu den thea-\ntralischen Darstellungen in den Jesuitenschulen von 1651—1772;\neine ausserordentlich zahlreiche Sammlung von Kirchen-Gesangbü-\nchern, eben so von Volksliedern, sowohl in Sammlungen als in flie-\ngenden Blättern (z. B. Nr. 570, 1310 Stüök deutsche Volkslieder in\nEinzeldrucken des vorigen und Anfang des jetzigen Jahrhunderts ;\nNr. 576, Volkslieder in 700 Blättern und sieben Bänden, vom\nOrganisten Lisco handschriftlich gesammelt, bis auf die Zeit der\nFreiheitskriege; Nr 591, Sammlung portugiesischer und spani-\nscher Lieder, 7 Bände, 1152 Seiten Manuscript, Quer-Folio mit Mu-\nsik-Begleitung). Unter den Musicalien: Zelter's Compositionen,\nOpern von Bonda, Cimarosa, d'Alayrac, Dittersdorf, Fioravanti, Gre-\ntry, J. A. Hiller, Martin, Mdhul, Naumann, Righini, Sacchini, Sa-\nlieri, J. A. 13.I3. Schulz (Athalia in Partitur), Zumsteeg. Unter den\nAutographen befinden sich 6 von W. A. Mozart, u. a. 2 Sinfonieen\naus den Jahren 1771 und 1772 (s. Jalin's Mozart, 1., p. 704), Tar-\ntini's Teufels-Sinfonie u. s. w."}]}