{"numero_id": "bm-bmtnabi-1860-02-18-01", "volume": "bmtnabi_1860-02-18_01", "ocr_sha256": "27e77e48a0c1f8cf6376934397dc009dd894b0ffe5482430d20e9c6305b4ef76", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1860/02/18_01/bmtnabi_1860-02-18_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1860-02-18-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-02-18_01#c001", "volume": "bmtnabi_1860-02-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "57", "page_fin": "57", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "57", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 378, "texte": "Inhalt.\nStimmen aus Paris über Richard Wagner 11, Aus Frankfurt am Main (Quartettspiel). Von A. Schindler.\nAus Aachen (Abonnements-Concerte Herr von Turanyi Soiree für Kammermusik —• Tages- und Unterhaltungsblatt\n(Köln, Soiree im Conservatorium, Musicalische Gesellschaft Mainz, Programm für das vierte mittelrheinische Musikfest Frankfurt\nam Main, Die neue pariser Stimmgabel)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-02-18-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-02-18_01#c002", "volume": "bmtnabi_1860-02-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "57", "page_fin": "61", "image_debut": 1, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.2.2", "titre_corps": "Stimmen aus Paris über Richard W", "titre_sommaire": "Stimmen aus Paris über Richard W", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "57", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.1", "debut_caractere": 380, "fin_caractere_exclue": 4353, "texte": "Stimmen aus Paris über Richard W\n'*)•\nII.\n(S. Nr. 6.)\nDer Referent des Moniteur (30. Januar), der unter\ndem Namen A. de Rovray schreibt, widmet der Compo-\nsition und Aufführung von Cimarosa's\ndie den Tag vor Wagner's Concert im italiänischen Thea-\nter Statt fand, eine begeisterte, übrigens vollkommen zu\nrechtfertigende, ausführliche Lobrede und fährt dann fort:\n„Treten wir jetzt aus der Sonne, ich will nicht sagen:\nin die Finsterniss, aber doch in einen düsteren Nebel, den\nprächtige Blitze durchzucken. Ein Componist von sehr\ngrossem Talente und unbestreitbarer Bedeutung, Richard\nWagner, hat uns in demselben Hause, wo man Abends\nvorher die durchsichtigsten, reinsten und reizendsten Me-\nlodieen, die jemals das Ohr entzückt haben, bewundert\nhalte, mehrere Bruchstücke aus seinen Opern vorgeführt,\ndie in Deutschland Aufsehen gemacht haben.—Seine Mu-\nsik ist so seltsam, so fern von allen bekannten Formen und\nRegeln, dass man nach einmaligem Hören sich keine hin-\nlänglich präcise und klare Vorstellung machen, noch we-\nniger diese Anderen mittheilen kann.\n„Man hat diese Musik die Zukunftsmusik genannt.\nWas uns betrifft, wir wissen, mag mafi uns auch desshalb\nbemitleiden, keinen Begriff mit dieser Eintheiiung in Ver-\ngangenheits- und Zukunftsmusik zu verbinden; wir kennen\nnur zwei Arten von Musik, gute und schlechte, und daran\nhalten wir uns.\n„Wir müssen voraussetzen, dass Wagner uns nicht\nseine schlechtesten Stücke vorgeführt hat. Einige enthalten\nsehr grosse Schönheiten und verrathen besonders sein gros-\nses Talent als Symphonist; von den anderen wollen wir\nnicht behaupten, dass sie dunkel und unverständlich sind,\naber sie gehen über unsere Urtheilskraft hinaus. Der Ge-\ndanke, last stets in höheren Regionen schwebend, verliert\nsich in die Wolken, die der Componist mit Behagen auf-\nthürmt und schwarz färbt; er begnügt sich nicht mit der\nmächtigen Persönlichkeit, die Niemand in ihm verkennt,\nsondern er geht darauf aus, unaufhörlich in Erstaunen zu\nsetzen, zu überraschen, das Ohr zu quälen. Man sollte fast\nmeinen, er sei oft absichtlich weitschweifig und unklar\n(diffus et confus).\n„Seine Instrumentirung gleicht keiner anderen (?). Er\nhat manchmal geniale Züge, die plötzlich aus einem unent-\nwirrbaren Chaos aufblitzen, prachtvolle Klang-Effecte, die\nwider alles Erwarten auf einmal mitten unter den farb-\nlosesten, monotonsten und verzweifeltsten Accorden er-\nscheinen. Die enharmonische Modulation dient ihm vor-\ntrefflich, er braucht und missbraucht sie wie ein Mensch,\nder kein anderes Gesetz kennt, als seine Laune. Auf die\nlogische Entwicklung eines musicalischen Gedankens kommt\nes ihm gar nicht an; er scheint sich niemals glücklicher zu\nfühlen, als wenn er den Zuhörer irre führen oder in Ver-\nlegenheit setzen kann; stösst er aber zufällig auf eine me-\nlodische Phrase, die ihn anspricht, so bringt er sie so wie-\nderholt ohne alle Veränderung vor, dass sein Festhalten\ndaran bis zur Knauserei geht. Er hat eine ärgerliche Vor-\nliebe für die Quinte; er sitzt beständig auf ihr, und man\n\n*) Bei dem Aufsehen, das Wagner und seine Concerte hier in\nParis gemacht haben, scheint mir eine unparteiische Zusam-\nmenstellung der Urtheile von Franzosen über ihn Pflicht\neines deutschen Correspondenten. Meine eigene Ansicht geltend\nzu machen, wäre überflüssig, da sie ganz mit derjenigen über-\neinstimmt, die in diesen Blättern schon oft dargelegt und be-\ngründet worden ist. Desshalb und um andererseits nicht wegen\nEinflusses des Patriotismus auf meine Kritik verdächtigt zu\nwerden, halte ich meinen Bericht über die gegenwärtige pari-\nser Tagesfrage, die ja bei Euch auch längst auf ihre wahre\nBedeutung zurückgeführt ist, rein objectiv. Neue Gesichts-\npunkte zur Beurtheilung Wagner's wird man bei den französi-\nschen Kritikern nicht finden; aber interessant ist es, dass sie\nohne Einzelkenntniss der deutschen Wagner-Literatur doch meist\nauf dieselben Resultate kommen, welche die Nicht-Zukünftler\nin Deutschland ausgesprochen haben. B. P."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "58", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5386, "texte": "würde ihn böse machen, wenn man ihn bäte, nicht so hoch\nfür die Violinen zu schreiben. Dagegen behandelt er das\nVioloncell mit vollendeter Geschicklichkeit. Endlich finden\nwir, dass die Schule der Zultunft sich etwas zu stark in\ndas Tremolo verliebt hat, das ein wohlfeiles, verbrauchtes\nMittel ist und den Componisten der Erfindung interessan-\nterer und neuerer Begleitungsformen überhebt.\n„Die Ouvertüre zum „ „Gespensterschiff\"\" gehört zu\ndenjenigen Stücken, die ich nicht im Geringsten verstanden\nhabe; ihre Schönheiten sind mir ganz und gar entgangen,\nich hoffe aber, bei einer zweiten Aufführung sie auffinden\nund bewundern zu können.\n„Der „ „feierliche Einzug der Wartburggäste\"\" ist\nsehr verständlich und scheint mir ganz mit den Regeln der\nVergangenheits-Musik übereinzustimmen. Es ist eine volle,\nglückliche und überströmende Melodie. Sie hat sehr ge-\nfallen und zahlreichen Applaus erregt.\n„ „Tannhäuser's Pilgerfahrt\"\" ist unendlich lang. Je-\nder Weg führt nach Rom, nur vielleicht der nicht, den\nWagner eingeschlagen hat. Wenn seine Pilger so ermü-\nden, wie seine Zuhörer, so kommen sie nie hin. Der Chor\ndieser Pilger wurde abscheulich verhunzt. Die Tannhäu-\nser-Ouverture war hier schon gewesen. Es ist eine schöne\nund grossartige Partitur. Man könnte die übertriebene und\netwas verworrene Entwicklung des zweiten Theiles des\nAllegro's tadeln, indess wir haben lieber mit dem ganzen\nHause den prächtigen Schluss mit seiner Klangmacht und\nunwiderstehlichen Kraft applaudirt.\n„Die Einleitung zu Tristan und Isolde hat gar keinen\nEindruck gemacht. Vom „„heiligen Gral\"\" aus dem Lo-\nhengrin kann man nicht dasselbe sagen. Nichts ist duftiger\nals das Haupt-Thema, das zuerst die Violinen haben, die\nzum wenigsten das halbe Stück durch auf den höchsten\nTönen spielen. Der Eindruck ist aber weniger religiös, als\nfeenhaft, und wenn der Componist im Programm den hei-\nligen Gral striche und eine Undine oder Willi an dessen\nStelle setzte, so könnte man nur applaudiren.\n„Das „ „Erwachen des Tages und der Verlobungs-\nmarsch\" \" haben trotz wirklich schöner Stellen die Zuhö-\nrer weder wach noch warm machen können. Aber die\nHochzeitsmusik und das Hochzeitslied (Musiqiie cle noces\nä epithalame im Programm etwas zweifelhaft bezeichnet)\nwurden mit warmem und wiederholtem Beifall aufgenom-\nmen. Hier ist Alles von Meisterhand geschrieben und musste\ngefallen.\n„Kurz, das Concert war mühevoll, die Ausführung un-\ngleich; das Publicum bat dadurch, dass es beklatschte, was\nihm wahrhaft schön schien, und nur durch Schweigen gegen\ndas Seltsame und Langweilige Verwahrung einlegte, zugleich\nseine Unparteilichkeit und seine hölliche Sitte bewiesen.14\nDer Referent im Constitutionnel (von demselben Da-\ntum), der sich in diesem Blatte P. A. Eiorentino unter-\nschreibt, erinnert daran, dass Liszt, den er „den Calvin\nder Reform nennt, deren Luther Wagner ist\", vor einiger\nZeit fünf gelehrte Feuilletons in derselben Zeitung über\ndas „Gespensterschiff\" geschrieben habe. Dann ergeht er\nsich mit und ohne Witz über Wagner und sein System\nim Allgemeinen (schwerlich nach eigener Kenntnissnahme,\nsondern nach den früheren Aufsätzen von Fetis in der Ga-\nzette et Revue musicale) und kommt aul den allerdings von\nder Schule proclamirten Satz: „Also wenn die Kritik\nWagners Musik richtig würdigen will, so muss sie sich\nauf Wagner's Standpunkt stellen, mit Wagner's Kopf den-\nken, mit Wagner's Augen sehen, mit Wagner's Ohren\nhören.\" —Ferner meint er: „Aus den vorgeführten Bruch-\nstücken kann man über das dramatische Talent Wagner's\nweder für noch wider urtheilen. Wahrscheinlich hat er\nuns das Beste aus dem Korbe gegeben; aber würden wir\ndas Uebrige verdauen können? Das ist der Fragepunkt.\"\nDann folgen allerlei bunte Redensarten über das Pu-\nblicum der Deutschen und deren Toilette im Concert, über\nWagner's Aeusseres vom Kopfe bis zum Fuss, über seine\nManieren beim Dirigiren u. s. w., Alles oit in unwürdiger\nWeise bewitzelt. Aber was liegt einem pariser Feuilleto-\nnisten (und seinen Nachtretern in deutschen Blättern!)\ndaran, gemein zu werden! Wenn er nur pikant ist und die\nZeilen füllt! Trotzdem imponirte ihm Wagners auch schon\nin London versuchter, aber dort richtiger gewürdigter\nKunstgriff, ohne Partitur zu dirigiren. Dann aber fährt er\nin dem einmal angestimmten Tone über die Ouvertüre\nzum „Gespensterschiff\" fort:\n„Ich weiss nicht, lag es am Orchester oder an der\nComposition, oder fehlt mir der sechste Sinn, der, wie es\nscheint, nöthig ist, um diese neue Musik zu begreifen ; eine\nMen°e Faustschläge auf meinen Schädel würden mir kein\no o\nschrecklicheres Gefühl verursacht haben, als diese Ouver-\ntüre. Es ist nichts als eine Reihe von zischenden Accorden,\ndurchdringendem Pfeifen, rasendem Blechgeheule ohne\nRuhe und Rast für das Ohr. Wenn der Componist einen\nSturm hat schildern wollen, so hat er wenigstens das pein-\nlichste Resultat des Sturmes erreicht: man wird seekrank.fc\nIm Uebrigen werden dieselben Stücke als gelungen\nbezeichnet, die im Moniteur als solche genannt sind. Ein\nbemerkenswerther, mit häufigen Aeusserungen der Nie-\nderrheinischen Musik-Zeitung übereinstimmender Zusatz\nist folgender: „Bei einigen zuweilen, aber selten vorkom-\nmenden melodischen Sätzen von grosser Lieblichkeit und\nwunderbarer Schönheit scheint Wagner seinen eigenen\nLehren untreu geworden zu sein; er hat sich dann gewis-\nser Maassen verirrt, und um sich selbst zu strafen, stürzt"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "59", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4925, "texte": "er sich dann kopfüber ins Vage und Dunkle, ins Unsin-\nnige und Unmögliche.\"\nZum Schiuss gibt der Bericht eine Unterhaltung zwi-\nschen zwei Zuhörern, die possierlich genug ist, und in\nwelche ein Theil des wirklichen Programms Wagner's zu\nseinem Concerte verflochten ist. Da heisst es unter Anderem:\n„Nun, ist das nicht herrlich? Ergeben Sie Sich noch\nnicht? Bitten Sie nicht um Gnade?\"\n0 ja, ich bitte um Gnade; denn ich leide fürchterlich.\nIhr Wagner ist grausam; setzt er einmal den Nagel an,\nso treibt er ihn einem langsam mit derben Hammerschlä-\ngen in den Kopf.\n„Ach, das sind schlechte Witze! Wie würden Sie es\ndenn anlangen, Tannhäuser's Pilgerfahrt nach Rom zu\nschildern?\"\nIch würde sie gar nicht schildern, oder sie wenigstens\num hundert Meilen abkürzen.\n„Mein Gott! lesen Sie doch nur das Programm, und\ndann frage ich Sie, ob nicht Alles in dem lebendigsten Co-\nlorit und bis ins kleinste Detail ausgedrückt ist. (Erlies't:)\n„ „Zu Anfang hört man den frommen Gesang der Pilger\nnach Bom. Der letzte Segen Elisabeth's verschmilzt noch\nmit seinen Klängen. Tannhäuser hält sich nicht zum Chor;\ner geht allein und sucht sich die schwierigsten Wege—•\"\"\nJa, ja die schwierigsten Wege! Da ist eine breite,\nschöne, ebene Strasse; aber dieser eigensinnige Tannhäu-\nser sucht absichtlich Gruben und Abgründe auf, um darin\nden Hals zu brechen.\n„ „Plötzlich erscheint die ewige Stadt vor den Augen\nder Pilger. Von der Kuppel des Domes, den die ersten\nStrahlen des Morgenlichtes beleuchten, dringen himmlische\nTöne zu den betenden Pilgern, die stammelnd\nbutiant) die heiligen Gesänge wiederholen.\"\"\nUnd Ihr bildet Euch ein, durch das Geschwirr Eurer\nQuinten, das Wirbeln Eurer Pauken und das Schmettern\nEurer Trompeten Born und die sieben Hügel, den Vatican,\ndie Kuppel der Peterskirche, die Mönche und die Cardinäle,\ndie Kirche und die Gläubigen, das Geläute der Glocken\nund den Duft des Weihrauchs, den Aufgang der Sonne,\ndie Ankunft der Pilger, ihre Zerknirschung, ihr Gebet, so-\ngar ihr Stammeln auszudrücken? Ich will verdammt sein,\nwenn ich von allem dem etwas in Euren Missklängen ge-\nwahr geworden bin!\n„„Die Thüren der Kirche öffnen sich; der heilige\nVater, von wunderbarem Pomp umgeben, erscheint auf\nden Stufen der Kathedrale-—\"\"\nStellt das Ophykleid ihn vor?\n„ „Er verheisst allen, die zum Hause des Herrn ge-\nkommen sind, Heil und Erlass der Sünden u. s. w. u. s. w.\naber den Tannhäuser verflucht er. Tannhäuser ver-\nliert die Besinnung und fällt auf den Bücken\nla renverse, Ausdruck des Programms).\"\"\nGott sei Dank! Jetzt ist es doch aus?\n„ „Er hört noch vaguement die Heilsgesänge tönen;\ner bleibt bis zur Abenddämmerung bewusstlos.\"\"\nWas? Nein, so lange halte ich es nicht aus\n„ „Da leuchtet das sanfte Licht des Abendsterns —\"\"\nGenug, genug! Ich kann nicht mehr, ich falle wie\nTannhäuser auf den Bücken, ich verliere die Besinnung.\nAm interessantesten ist ohne Zweifel der Bericht von\nHector Berlioz (vom 9. Februar, im\nbats). Als Hauptstellen theile ich folgende mit:\n„Nach entsetzlichen Mühen, enormen Kosten, zahlrei-\nchen und doch nicht hinreichenden Proben ist es Bichard\nWagner gelungen, einige von seinen Compositionen zu Ge-\nhör zu bringen. Bruchstücke dramatischer Musik verlieren\nallerdings ausserhalb des Bahmens, in den sie gehören;\naber die Ouvertüren und Instrumental-Introductionen ge-\nwinnen im Concertsaale, weil sie mit mehr Sorgfalt und\nGlanz aufgeführt werden, als das bei Theater-Orchestern\nin der Begel möglich ist.\n„Das Resultat des Eindrucks, den der deutsche Ton-\ndichter auf das pariser Publicum zu machen versuchte,\nwar leicht vorauszusehen. Eine gewisse Anzahl von vorur-\nteilsfreien und nicht vorher eingenommenen Zuhörern er-\nkannte sehr bald das mächtige Talent des Componisten,\naber auch die ärgerlichen Tendenzen seines Systems; eine\ngrössere Anzahl hat in Wagner nichts gefunden, als einen\ngewaltigen Willen, und in seiner Musik nichts als widrigen\nund aufregenden Lärm. Der Foyer des italiänischen Thea-\nters bot einen merkwürdigen Anblick dar. Was bei solchen\nKämpfen für und wider für Unsinn., Abgeschmacktheit\nund sogar Lüge aufs Tapet kommt, ist wahrlich kolossal\nund beweis't, dass, wenigstens bei uns Franzosen, bei der\nWürdigung einer Musik, die von derjenigen, welche man\nauf allen Strassen hört, verschieden ist, Leidenschaft und\nParteigeist allein vorherrschen und den gesunden Men-\nschenverstand und ästhetischen Sinn gar nicht zu Worte\nkommen lassen.\"\nHierauf ergeht sich Berlioz etwas breit und unter nicht\nimmer stichhaltenden Voraussetzungen über die Erfahrung,\ndass die Musik meist nach festgewurzelten Vorurtheilen\nbeurtheilt wird eine Art von Oratio pro domo in Bezug\nauf das Loos seiner eigenen Musik in Paris, dann aber auch\nals Vorwort zu der Erklärung, däss er von Wagner ohne\nalle Bücksicht auf die verschiedenen Meinungen über ihn\nsprechen wolle.\n„Das Gespensterschiff\" (Der fliegende Holländer)\nbeginnt er „ist eine Oper in zwei Acten. Ich habe sie\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "60", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5379, "texte": "1844 in Dresden unter Wagner's eigener Leitung auf-\nführen sehen; die Schröder-Devrient gab die Hauptrolle.\nDie Ouvertüre machte damals denselben Eindruck auf mich,\nwie jetzt. Sie beginnt mit einem krachenden Orchester-\nAusbruche, worin man sogleich das Heulen eines Sturmes,\ndas Geschrei der Matrosen, das Pfeifen des Takelwerks und\ndas Brausen der Meereswogen erkennt. Dieser Anfang ist\nprächtig, er ergreift und reisst hin. Aber da nun dieselbe\nArt und Weise fortwährend angewandt wird, Tremolo auf\nTremolo folgt, die chromatischen Tonleitern wieder in\nchromatische Tonleitern übergehen, ohne dass ein einziger\nSonnenstrahl durch diese düsteren Wolken dringt, die, mit\ndem elektrischen Fluidum geschwängert, ohne Aufhören\nStröme von Regen niedergiessen, ohne dass die geringste\nmelodische Zeichnung sich auf diesen schwarzen Harmo-\nnieen zeigt, so ermüdet die Aufmerksamkeit des Zuhörers,\nverliert den Mulh und unterliegt endlich ganz und gar.\nSchon in dieser Ouvertüre, deren Ausdehnung das Maass\nzu überschreiten scheint, zeigt sich das Streben Wagner's\nund seiner Schule, auf die Empfindung keine Rücksicht\nzu nehmen, nichts vor Augen zu haben, als die poetische\nIdee, die ausgedrückt werden soll, ohne sich darum zu küm-\nmern, ob der Ausdruck dieser Idee den Componisten aus\ndem Kreise der musicalischen Bedingungen heraus zu\nschreiten nöthigt.\"\nUeber die Scene auf der Wartburg (Marsch und Chor)\nspricht Berlioz sich sehr lobend aus; nur findet er die die-\nses Mal klar und kräftig gezeichnete Melodie nicht sehr\noriginel und meint, sie erinnere an ein berühmtes Thema\nim Freischütz. (?) Uebrigens erkennt er darin, besonders\nvom Hinzutritt des Chors an, ein Stück von Meisterhand,\ndas, wie alles Uebrige, sehr geschickt instrumentirt ist.\n„Die Tannhäuser-Ouverture\" —fährt er fort— „ist in\nDeutschland sehr populär. Kraft und Grösse herrschen\nauch in ihr vor, aber für mich wenigstens entspringt aus\ndem Vorwurf, den Wagner hier durchgeführt hat, eine\nschreckliche Abspannung. Sie beginnt mit einer Art von\nChoral von schönem Charakter, welcher späterhin am\nSchlüsse des Allegro in der Höhe, von einer hartnäckigen\nViolin - Figur begleitet, wiederkommt. Das zweitactige\nThema des Allegro ist an sich nicht sehr interessant. Die\nEntwicklungen, denen es nachher zum Vorwande dient,\nstarren wie in der Ouvertüre zum Gespensterschiff von\nchromatischen Gängen und äusserst harten Modulationen\nund Harmonieen. Wenn der Choral wieder kommt, so\nwiederholt sich die begleitende Violin-Figur, weil er sich\nsehr in die Länge zieht, bis zum Ende mit einer Beharr-\nlichkeit, die für den Zuhörer unerträglich wird. Im An-\ndante hat man sie schon 24 Mal gehört, im Coda des Al-\nlegro hört man sie 118 Mal. Diese hartnäckige oder viel-\nmehr erpichte Figur kommt also 142 Mal in der Ouver-\ntüre vor! Ist das nicht zu viel? Da sie nun in der Oper\nselbst auch noch oft wieder zum Vorschein kommt, so\nmuss ich vermuthen, dass sich der Componist dabei einen\nbesonderen Ausdruck gedacht haben mag, der mir aber\nein Räthsel geblieben ist.\n„Die Stücke aus Lohengrin glänzen durch hervortre-\ntendere Eigenschaften, als die früheren Werke. Mir scheint\nmehr Neues darin zu sein, als im Tannhäuser. Die Intro-\nduction z. B. ist eine Erfindung Wagner's, die einen er-\ngreifenden Eindruck macht. Es ist ein unendliches langsa-\nmes Crescendo, das von der erreichten höchsten Stufe der\nKlangfülle in absteigender Progression zu seinem Ausgangs-\npunkte zurückgeht und mit einem fast unhörbaren harmo-\nnischen Gesäusel endigt. Ich weiss nicht, welche Beziehun-\ngen dieses Stück auf die dramatische Idee der Oper hat,\naber allein als symphonisches Stück betrachtet, finde ich\nes bewundernsvverth. Es ist freilich keine eigentliche Me-\nlodie darin, aber der harmonische Fluss ist melodisch und\nreizend, und die Spannung erlahmt keinen Augenblick trotz\nder Langsamkeit des Auf- und Absteigens. Fügen wir\nhinzu, dass die Instrumentirung in den sanften Farben wie\nin den glänzenden meisterhaft ist; gegen Ende hört man\neinen immer diatonisch aufsteigenden Bass, während die\nübrigen Stimmen heruntergehen, was eine sehr geistvolle\nIdee ist. Dieses schöne Stück hat auch keine Härten, es\nist eben so lieblich und wohlklingend als gross und glanz-\nvoll. Für mich ist es ein Meisterstück.\n„Der grosse Marsch in G-dur zu Anfang des zweiten\nActes hat auch in Paris eine wahrhafte Aufregung erzeugt,\ntrotz der Unbestimmtheit des Gedankens im Anfange und\nder kalten Unentschiedenheit der episodischen Stelle in der\nMitte. Diese farblosen Tacte, in denen der Componist um-\nher zu tasten und seinen Weg zu suchen scheint, sind nur\neine Art Vorbereitung, um zu einem gewaltigen, unwider-\nstehlichen Gedanken zu gelangen, in welchem man das\nwahre Thema des Marsches zu suchen hat. Eine Reihe von\nvierTacten, die sich zwei Mal um eine Terz höher wieder-\nholt, bildet die gewaltige Periode, und man dürfte vielleicht\nnichts in der Musik finden, was mit ihr in Bezug auf gross-\nartigen Schwung, Kraft und Glanz verglichen werden\nkönnte. Ich glaube indess, dass die Wirkung noch aus-\nserordentlicher sein würde, wenn die schroffen harmoni-\nschen Conflicte vermieden worden wären, die man in der\nzweiten Phrase aushalten muss, wo die vierte Umkehrung\ndes grossen Nonen-Accords und der Vorhalt der Quinte\ndurch die Sexte doppelte Dissonanzen erzeugen, welche\nhier viele Leute und ich gehöre auch zu ihnen nicht\nertragen können."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1849, "texte": "„Dieser Marsch leitet einen Chor in 2/4-Tact ein,\n(Hochzeitslied), den man hiernach zu finden erstaunt, so\nklein, ich möchte sagen: so kindisch ist dessen Stil. Seine\nWirkung war um so geringer auf das Publicum, weil die\nersten Tacte an ein dürftiges Stück aus Boieldieu's\ndeux Nuiis: „ „La belle Nuit! La belle fete/\"\" erinnern,\ndas man hier aus allen Vaudeville-Theatern kennt.\n„Dass Wagner die Instrumental-Einleitung zu seiner\nneuesten Oper „ „Tristan und Isolde\"\" in demselben Con-\ncerte gegeben hat, in welchem die Introduction zu Lohen-\ngrin gemacht wurde, hat uns befremdet, da er in beiden\ndenselben Gang verfolgt. Es ist das ebenfalls ein langsamer\nSatz, vom Pianissimo zum Fortissimo und umgekehrt sich\nhebend und senkend, ohne anderes Thema als eine Art\nvon chromatischem Geseufze, aber obenein voll dissoniren-\nder Accorde, deren quälenden Eindruck noch lange Vor-\nhalte anstatt der wirklich erforderlichen harmonischen\nNote vergrössern. Ich habe dieses seltsame Stück wieder-\nholt gelesen, es mit der gründlichsten Aufmerksamkeit\nund dem lebhaftesten Wunsche, seinen Sinn zu durchdrin-\ngen, angehört: ich gestehe aber, dass ich bis jetzt noch\nkeine Ahnung von dem habe, was der Componist damit\ngewollt hat.\n„Dieser aufrichtige Bericht bezeugt klar genug das\ngrosse musicalische Talent Wagner's. Man kann, glaube\nich, daraus schliessen, dass er jene seltene Stärke des Ge-\nfühls, jene innere Wärme, jene Kraft des Willens, jenen\nGlauben besitzt, die überwältigen, aufregen und hinreissen;\nallein auch, dass diese Eigenschaften weit mehr hervortre-\nten würden, wenn sie mit mehr Erfindungsgabe, weniger\nGesuchtem und richtigerer Würdigung gewisser Grund-\nElemente der Kunst gepaart wären.\"\n(Das Glaubensbekenntniss H. Berlioz's in Hinsicht sei-\nner Stellung zur Zukunftsmusik überhaupt bringen wir in\nder nächsten Nummer. Die Bedaction.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-02-18-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-02-18_01#c003", "volume": "bmtnabi_1860-02-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "61", "page_fin": "63", "image_debut": 5, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.2.3", "titre_corps": "Aus Frankfurt am Main.", "titre_sommaire": "Aus Frankfurt am Main.", "signature_source": "A. Schindler", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.5", "debut_caractere": 1851, "fin_caractere_exclue": 5057, "texte": "Aus Frankfurt am Main.\n\n[Quartett spiel.]\n„Ich bin begierig, ob die Jungen von den Alten sich\nbelehren lassen. Es wäre erfreulich, wahrzuneh-\nmen, dass es noch eine „„Jugend\"\" gibt, die sich\nbelehren lasst.\"\nSo schreibt mir nach Einsicht der Nr. 49 dieser Zeit-\nschrift vom 3. December v. J. ein würdiger Fachmann aus\nTh. in Sachsen, aus dessen Feder diese Blätter schon so\nmanchen werthvollen Aufsatz gebracht haben. Sein Ver-\nlangen, vielleicht auch das anderer bekannter Fachmänner,\ndie gleich ihm, müde der Mantelreden, in den Wind ge-\nhalten, die Feder bei Seite gelegt, soll durch Nachstehen-\ndes befriedigt werden.\nAnknüpfend an den Artikel in Nr. 49 d. 81. soll vor\nAllem die Aufzählung der Werke folgen, die wir in wei-\nteren vier Sitzungen von dem Quartett-Verein Straus,\nStein, Welcker und Brinkmann zu hören bekamen.\nAm 30. November: Quartette G-moll von Volkmann,\nA-moll(Op. 132) von Beethoven und Es-dur von Cherubini.\nAm 19. December:. Quartett von Schumann,\nStreich-Trio C-moll von Beethoven und Quintett D-dur\nvon Mozart.\nAm 10. Januar: Quartett von Mendelssohn,\nTrio C-moll für zwei Violinen und Violoncell von Händel\nund Quintett C-durvon Franz Schubert.\nAm 31. Januar: Quartette G-dur von Haydn (Nr. 1),\nD-moll von Cherubini und F-dur (Op. 59) von Beethoven.\nDie Ausführung aller dieser Werke gab Zeugniss von\ndem darauf verwandten Fleisse, der auch von der Zuhö-\nrerschaft erkannt und im Ganzen mit reichlichem Beifallc\nbelohnt wurde. Die Anmerkungen, die von der Kritik über\neinige Werke zu machen wären, müssen diesmal allgemei-\nnen Betrachtungen über Anforderungen an das Quartett-\nspiel, überhaupt über die Vorbedingungen zu richtigem\nVortrage classischer Quartettmusik, Baum lassen; denn\nsind diese nicht vorhanden oder nur in geringem Maasse,\ndann wird der Sache das gebührende Becht nicht wider-\nfahren können, wäre auch Neigung für diese Gattung von\nKammermusik in hohem Grade vorhanden.\nDie Erfahrung hat gezeigt, dass in der früheren Kunst-\nEpoche, die mit Beethoven zum Abschluss gekommen,\nkaum der zwanzigste Violin-Virtuose geistig befähigt ge-\nwesen, ein Quartett in richtiger Auffassung des Charakte-\nristischen aller Theile vorzutragen; ja, es ward als etwas\nganz Ausserordentliches vermerkt, wenn es von einem be-\nrühmten Violinisten hiess, er sei auch ein guter Quartett-\nspieler. Wie sehr in jener Epoche Quartett-Composition\nund Spiel cultivirt worden, und wie es demnach um das\nUrtheil über einen guten oder nicht guten Vortrag im\nGeiste der Composition beim Publicum ausgesehen, bedarl\nwohl keiner weiteren Ausführung. Ersteres bezeugt die\nvorhandene Literatur, immer noch das Labsal für sinnige\nMusikfreunde, und soll Betreffs des Letzteren ein sprechen-\ndes Beispiel angeführt werden, so bedarf es bloss der Er-\ninnerung an die geschichtlich bekannten Vorgänge mit\ndem Rasumowski'schen Quartett in Wien. Neben dem\nNicht-Virtuosen Schuppanzigh strahlten im vollsten\nGlänze ihres Virtuosen-Ruhmes die gegenwärtig noch dort\nlebenden Herren Mayseder und Böhm; keiner dieser mit\nRecht gefeierten Künstler hat es gewagt, mit Schuppanzigh\nzu concurriren und sich als Quartettspieler öffentlich zu\nproduciren *).\n\n*) Mayseder war Zögling von Sphuppanzigh, dennoch ganjs"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5201, "texte": "Concert- und Quartettspiel sind überhaupt zwei we-\nsentlich verschiedene Genre's, so wesentlich verschieden,\nwie die Zweige der Malerkunst. Daraus folgt, dass hierbei\neben sowohl Geistes- und Gemüths-Eigenschaften, wie nicht\nminder Vorbedingungen technischer Natur in Betracht\nkommen, deren Vorhandensein und Vereinigung entweder\neinen Concert- oder einen Quartettspieler machen, wie er\nsein soll. In Beziehung auf Letzteren muss aber noch von\neinem Dritten die Rede sein, dessen vorhandenes Plus oder\nMinus als ein Haupthinderniss des meisterlichen Vortrags\nim Geiste der Composition in Anschlag zu bringen ist: die\nkünstlerische Subjectivität nämlich. Ein Volkswort lautet:\n„Womit man umgeht, das klebt einem an.\" Wenn schon\nin der früheren Epoche, wo doch bei Weitem mehr gute\nals schlechte Tonwerke jeder Gattung erzeugt worden, als\nGrund hervorgehoben ward, dass die Violinisten durch be-\nvorzugtes Ueben gehaltloser Werke Geist und Gemüth ab-\nschwächen, darum zu den Tiefen der classischen Quartett-\nmusik die erforderlichen Eigenschaften frühzeitig verlieren;\nwenn schon damals die Beobachtung gemacht worden, dass\ndurch maasslosen Beifall der hörenden Menge die Subjec-\ntivitäts-Gefühle im Concertspieler oft bis zu schwindelnder\nHöhe sich erhoben, der Gefeierte sonach mit vornehmer,\noft geringschätzender Miene auf das bescheidene Blümchen,\nQuartett genannt, herabgesehen (wie imgleichen die Fiano-\nforte-Virtuosen auf die Sonate); wenn schon damals der\nBesitz keuschen Kunstgefühls und das Absein aller Ma-\nnieren in Handhabung des Instruments als unerlässliche\nBedingungen im Angesichte des Quartetts festgestellt wa-\nren— was lässt sich wohl in allen diesen Punkten von der\nlaufenden Epoche sagen?! Wahrlich, in Betracht des für\ndie Königin unter den Instrumenten in so ungeheuerlicher\nMenge producirten Schundes, mit dem sich die Violinisten\ngegenwärtig des Gefallens wegen abgeben, müssen sie\nnothwendiger Weise sowohl die moralische wie nicht min-\nder auch die technische Befähigung zum Quartettspiel ein-\nbüssen. Dass unter technischer Befähigung die auf Natur-\nund Kunstgesetzen beruhende Einschränkung im Vor-\ntrage zu verstehen ist, mag nur für der betreffenden Sache\nFernerstehende bemerkt sein.\n*\nWenden wir uns nun mit diesen flüchtigen Anmer-\nkungen zu den Ergebnissen und Erlebnissen bei den Statt\ngehabten Quartett-Vorträgen. Herr Straus, der Führer\nan der ersten Violine, ist in jeder Beziehung ein moderner\nSpieler, dessen virtuose Ausbildung wie in der Regel der\nFall auf Kosten des edleren Theiles der Kunst gefördert\nworden; dass folglich der Künstler (das Wort in der eigent-\nliebsten Bedeutung) mit dem Techniker in ihm nicht auf\ngleicher Höhe steht, dass aber aus diesem Grunde seine\nBefähigung zum Quartettspiel bis zu diesem Tage noch\neine sehr zu bezweifelnde, muss vorweg gesagt werden.\nAlle Schlacken und Unziemlichkeiten des modernen Vir-\ntuosenthums haften dem jungen Manne an, von denen fast\njeder Quartettsatz, worin sich nur einige Gelegenheit vor-\nfindet, zu verkosten bekommt. Unter allen in diesem Cyklus\nvon sechs Sitzungen vorgetragenen Werken sind nur die\nbeiden Cherubinischen und das Beethoven'sche\nQuartett zu nennen, wobei der Virtuose die nothwendige\nEinschränkung gefühlt zu haben scheint; das Beethoven'-\nsche insbesondere liess sogar einige Pietät für den erhabe-\nnen Schöpfer erralhen. Die Ausführung im Ganzen ver-\ndiente ungemessenes Lob. Ein sprechender Beweis, dass,\nwenn man nur immer so ernstlich wollte, wie bei diesem\nWerke, die Ergebnisse durchweg anderer Art sein würden.\nAllerdings tritt dem Virtuosen in diesem Werke kein Tact\nentgegen, der seine schlimmen Gewohnheiten zum Aus-\ndruck veranlassen könnte, im Gegentheil droht ihm aus\njedem Satze ein Mene, Tekel.\nEs wäre wahrhaft erfreulich, gestehen zu können, dass\ndie im ersten Artikel gegebenen Winke, aber auch Er-\nmahnungen, nur einiger Maassen eine gute Wirkung zur\nFolge gehabt hätten. Leider war alles dort Berührte,\ndarunter maasslos überjagte Tempi (z. B. der Menuett in\nIlaydn's in einem Johann Strauss'schen\nWalzerU uge), immer wieder da ein Beweis, wie sehr die\nMacht der Gewohnheit und Manier den Künstler beherrscht.\nIndess tritt doch dieses und Anderes noch gegen den Ge-\nsammt-Charakter des Straus'schen Spiels im Quartett\nnicht im Concert ziemlich weit zurück; derselbe findet\nseinen Schwerpunkt im Coquetten, was auch neulich\nschon berührt worden. Neben dieser schlimmen Eigenschaft\nmuss noch die gewohnte Behandlung der kurz abgestosse-\nnen Noten als besonders störend genannt werden. Alles\nsolches, wenn an sich noch so ernst, wird mit springen-\ndem Bogen gespielt und von den drei Spielgenos-\nsen mitgemacht. In dieser Weise wurden nicht etwa\nnur einzelne Steilen, sondern ganze Motive und Sätze vor-\ngetragen, z. B. das Allegretto des Beethoven'schen F-ditr-\nQuartettes:\nBaillot sagt S. 44 seiner Violinschule von dem stark\nabgestossenen Strich (grand „Man streiche leb-\nhalt in der Mitte des Bogens, welcher auf der\nSaite bleiben muss.\" Weiter sagt er S. 101 von dem\nDetache leger\\„Man trenne jeden Ton, indem man den\n\nOriginal; Böhm aber bewies sich fortan als Jünger und treuer\nAnhänger der Rode-Baillot'schen Schule. Ihn nennt Herr\nStraus seinen Lehrer."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4144, "texte": "Bogen sehr leicht auf die Saite hält und die Elasticität der\nStange benutzt, um ihr einen unmerklichen (imperceptible)\nund etwas verlängerten Schwung zu geben.\" Noch weiter\nhin nennt er diesen Strich den hüpfenden.\nDass diese Erklärungen bei allen ausgezeichneten Vio-\nlinisten bis zu diesem Tage ihre Geltung behalten, dass\nMendelssohn die Anwendung des hüpfenden Bogens bei\nvorkommenden Stellen in seinen Werken nach Baillot's\nLehre gewollt, meldet mir Herr Concertmeister David\nin Leipzig unterm 6. d.Mts. auf mein Befragen. Er schreibt\nvon Mendelssohn: „In seinem Violin-Concert muss der\nletzte Satz bei allen Staccato-Stellen mit dem leichtest\nhüpfenden Strich gespielt werden. ... Alle älteren Geiger\nhaben diesen Strich angewandt oder wenden ihn an. Aber\nfreilich —es gibt verschiedene Arten, ihn zu machen. Dass\nder Strich nur im schnellen Tempo angewandt werden\nkann, ist mir neu; er ist im langsamsten Tempo zu ver-\nwenden, aber freilich darf man da den Bogen nicht auf die\nSaite fallen lassen, er muss dieselbe streifen, dann wird der\nTon nicht trocken, sondern klingend.\"\nHerr Concertmeister Straus macht das „Detache\" mit\nder Spitze des Bogens. Der Violinkundige wird begreifen,\ndass der Spieler den Bogen bei solchem Gebrauche weit\nweniger in der Gewalt hat, als selbst unten am Frosch;\nes wird sich daher dieses Werkzeug zur Erzeugung klin-\ngender Töne nicht auf der Saite halten lassen, nicht leicht\nund graziös darauf hüpfen, sondern unartig springen, im\nForte sogar die Saiten peitschen, weil es darauf fällt.\nDass das Detache nach Art des Herrn Straus nur schnelle\nZeitmaasse gebrauchen kann, begreift sich auch. Sonach\nmusste es kommen, dass Sätze, deren Haupt-Motive (z. B.\ndas Scherzo im Volkmann'schen Quartett) oder Episoden\nz. B. das Piü mosso in der Canzonetta des Mendelssohn'-\nschen Quartetts in Es-dur) aus abgestossenen Noten be-\nstehen, in widerliche Tarantel-Tänze verwandelt wurden.\nSogar das Motiv zum vierten Satze des Mozart'schen Quin-\ntetts in D-dur bekamen wir mit springendem Bogen zu\nhören. Indess scheint diese Unart unter Virtuosen schon\nVerbreitung gefunden zu haben, denn wir hatten bereits\ndas Vergnügen, den berühmten londoner Violoncellisten\nPiatti in seiner Soiree am 12.December v. J. im Scherzo\ndes Mendelssohn'schen Clavier-Trio's die Saiten mit Herrn\nStraus im rapidesten Zeitmaasse um die Wette peitschen\nzu hören. Demnach möchte es nicht unwahrscheinlich sein,\ndass an anderen Orten jetzt eben so Quartettmusik gespielt\nwird, wie hier.— Videant consumögen sie Augen und\nOhren offen behalten, um die ohnehin schon zumeist von\nVirtuosen so arg misshandelte Kammermusik vor einer\nneuen Sorte von Unbilden zu bewahren.\nEin zweiter Cyklus mit vier Sitzungen ist so eben an-\ngekündigt und damit den Wünschen der Quartett-Freunde\nentsprochen worden. Wolle Herr Straus diese weitere Ge-\nlegenheit benutzen, um von seinen Irrthümern in dieser\nedelsten Musikgattung sich loszumachen, wolle er den\nVirtuosen in Anwendung der Bogenkünste so beschränken,\ndass jeder den Charakter irgend eines Satzes aiterirende\noder gar vernichtende Strich vermieden werde, wolle er\nferner bei Ergreifung der verschiedenen Tempo's mit sich\nund seinen Genossen (die in dieser wichtigen Frage auch\ngehört werden sollen) aufs strengste zu Rathe gehen, da-\nmit die Abstufungen zwischen Allegretto und Presto nicht\nunter einander gemengt, vielmehr allzeit in richtigem Ver-\nständniss der Bezeichnung angewandt erscheinen. Auf sol-\nchem Wege wird er dahin gelangen, jedem Werke im\nGeiste des Autors gerecht werden zu können, sich als sin-\nnigen Quartettspieler vor vielen anderen Virtuosen auszu-\nzeichnen und Ruf zu verschaffen. An uns soll es nicht feh-\nlen, ihn in diesen Bestrebungen nach Kräften zu unter-\nstützen; möge er nur Gelegenheit dazu geben.\nSchliesslich sei die Jugend höflichst ersucht, einen\nBlick werfen zu wollen auf den Aufsatz in Nr. 5 der Deut-\nschen Musik-Zeitung: „Andeutungen über Vortrag\", und\nzu beherzigen, „was mit Ausdruck spielen heisst\"; imglei-\nchen auch in Erwägung ziehen zu wollen, was dort von\n„Musikverstand\" in directer Beziehung auf Virtuosen und\nDirigenten gesagt ist.\n\nA. Schindler."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-02-18-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-02-18_01#c005", "volume": "bmtnabi_1860-02-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "63", "page_fin": "64", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.2.4", "titre_corps": "Aus Aachen", "titre_sommaire": "Aus Aachen", "signature_source": "N", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.7", "debut_caractere": 4146, "fin_caractere_exclue": 5625, "texte": "Aus Aachen\n\n*)•\nDe 11 27. Januar 1860.\nVon hier noch nicht aufgeführten Musikwerken hörten wir in den\ndrei letzten Abonnements-Concerten J. S. Bach's Weihnachts-Can-\ntate, von Perfall's „Dornröschen4' und eine Composition von Ro-\nbert Schumann für Soli und Chor: „Beim Abschied zu singen\".\nIn der Cantate**) wiegt uns Bach, den man gewohnt ist, streng,\ntief und dunkel zu sehen, in sanften, wohllautenden, das Gemüth\nergreifenden Melodieen, ohne indess seine treffliche polyphone Ver-\nwebung der Stimmen aufzugeben. Der Chor zeigte an einigen Stel-\nlen, z. B. in dem Chor „Ehre sei Gott!u nicht die Sicherheit und\nFestigkeit, die wir sonst an ihm gewohnt sind, während das Orche-\nster vorzüglich wai\\ Wenn unsere vorzügliche Dilettantin Frau P. D.\nuns in Bach's Musik die classische Ruhe des Vortrags bewundern\nliess, so bewegte sie in der Scene aus Gluck1 s Orpheus in demsel-\nben Concerte nicht nur die Wächter der Unterwelt, sondern auch\ndas ganze Publicum. Herr Göbbels trug die schwierige Tenor-Arie\nvon Bach: „trohe Hirten, eilt!\" recht gut vor und wetteiferte mit\nunserem trefflichen Flötisten Herrn Schmidt. Beethoven's\nCoriolan-Ouverture und Mozart1 s D-dur-Sinfonie in drei Sätzen\nvervollständigten das Programm.\nIm vierten Concerte spielte Herr Concertmeister Wipplinger,\nder uns die Concertstücke von Mendelssohn, David, Viotti u, s. w.\n\n*) Durch Zufall verspätet. Die Redaction,\n*'*) Es sind die zwei ersten Theile des Weihnachts - 0 ratorium»\ngemeint Die Redaction."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2322, "texte": "bereits vorgeführt, das grosse Violin-Concert voll Beethoven mit\neinem Vortrage und Erfolg, der alle Erwartung übertraf; gewiss wird\nder bescheidene Künstler in dem warmen und lebhaften Beifalle des\nAuditoriums die belohnendste Anerkennung seines eifrigen Studiums\ngefunden haben. Das Orchester war sowohl in dieser Nummer, als\nin der duftig romantischen Ouvertüre zur schönen Melusine von\nMendelssohn und in der gewaltigen Sinfonia eroica vortrefflich.\nDas oben genannte Werk von Schumann, im einfachen Stil\nvoll tiefer Empfindung edel gehalten, mit Begleitung der Harmonie?\nund Haydn's „Sturm\" bildeten die Vocal-Partie des Concertes.\nUnser Capellmeister Herr von Turanyi, der, seitdem er den\nDirigentenstab niedergelegt, sich ganz von der Tonbühne zurückge-\nzogen, hatte die Einladung der Direction, im fünften Concerte zu\nspielen, angenommen. Es wurde ihm bei seinem Auftreten und nach\ndem glänzenden Vortrage des Coneertstückes für Pianoforte in 11-\ninoll von C. M. v. Weber eine Ovation von Seiten des Orchesters\nund des Publicums zu Theil, die ihn überzeugen musste, \"dass wir\nverdienstvolle Wirksamkeit mit aufrichtiger und warmer Dankbarkeit\nzu schätzen wissen. Ausserdem brachte dieses Concert eine Auswahl\naus Mozart's Titus (Duo, Terzett, Quintett) und „Das Dornrös-\nchen\" von Herrn von Perfall. Nach der ausführlichen Beurthei-\nlung des Werkes in Ihrem Blatte kann ich mich darauf beschrän-\nken, zu berichten, dass es einen allgemein günstigen Eindruck ge-\nmacht hat und dass die Ausführung eine gute war. Irau W. brachte\ndie Solo-Partie schön zur Geltung, und Herr Göbbels sang seine\nArie so reizend, dass man bedauerte, dass der l ichter den Königs-\nsohn so bald einschlafen lässt.\nWenn man bedenkt, dass Haydn's Sinfonieen jetzt für viele\nOrchester eine Klippe geworden sind, so muss man mit der Ausfüh-\nrung der D-c/w-Sinfonie durch das unsrige zufrieden sein.\nIn der letzten Soiree für Kammermusik haben wir ein\nsehr achtungswerthes Werk von Herrn Wüllner gehört, ein Trio\nfür Pianoforte, Violine und Violoncell, vortrefflich ausgeführt vom\nComponisten und den Herren Wipplinger und Joh Wenigmann; Vio-\nlin-Quartette von Haydn in C-dur, von Schubert in A-moll>\nwelches letztere besonders gut von den Gebrüdern Wenigmann aus-\ngeführt wurde. Die grosse Matthäus-Passion von J. S. 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Am 7. d. Mts. gab die Direction des Conservato-\nriums eine Soiree in dem neuen Locale der Anstalt, zu welcher\nsich das eingeladene Auditorium sehr zahlreich eingefunden hatte\nEs traten in zwölf Nummern des Programms, das eine reiche Ab-\nwechslung darbot, zwanzig bis yierundzwanzig Schülerinnen und\nSchüler auf. Die Vorträge auf der Orgel (Präludien und Fugen von\nJ. S. Bach), dem Pianoforte (Trio von Beethoven, vierhändiger\nSatz von Mozart, Etüden von Mosch eles, Phantasie von Men-\ndelssohn, letzter Satz des von Hummel, sehr\nsauber und fertig gespielt von Max Schrattenholz), der Violine\n(Variationen für zwei Violinen von Wassermann, Menuet und fu-\ngirtes Finale aus Beethov eu1 s C—rfwr-Quartett mit Doppelbesetzung\nder Violinen und Bratschen durch eilf Schüler unter Leitung des\nConcertmeisters Herrn von Königslöw) und die Gesänge (Arie\nin B-dur und Arie in F für Sopran ans Haydn's „Schöpfung\" und\nzwei Lieder, eomponirt von Aug. Grüters, Zögling der Anstalt)\nzeugten alle von den guten, zum Theil ausgezeichneten Fortschritten\nder Schüler und der trefflichen Methode der Lehrer. Jedermann ver-\nliess den Saal mit grosser Befriedigung.\nIn einer der letzten Versammlungen der musicalischen Ge-\nsellschaft producirte sich Herr Wilhelm Langhans aus Düs-\nseldorf, dem Vernehmen nach früher auf dem Conservätoriüm ztt\nLeipzig gebildet, durch den Vortrag eines von ihm selbst componir-\nten Concertstückes für die Violine mit Orchester in jeder Hinsicht\nals ein tüchtiger und sehr achtungswerther Musiker. Das Concert\nbesteht aus einer Einleitung in langsamem Tempo und einem Alle-\ngro. Es zeugt von Talent und macht, einige leicht zu beseitigende\nLängen abgerechnet, den wohlthuenden Eindruck einer fiiessenden,\nnirgends gesuchten und geschraubten Composition, die jedoch keines-\nwegs der Schwierigkeiten und glänzenden Passagen entbehrt, in de-\nren Vortrag Herr Langhans sich als einen technisch fertigen Violi-\nnisten bewährte. Das Auditorium spendete reichen Beifall.\n13. Februar. Vor einigen Tagen trat das Comite für\ndas mittelrheinische Musikfest zusammen. Das vierte Fest,\nwelches im vorigen Jahre ausfallen musste, wird diesen Sommer im\nJuli hier gefeiert werden. Zum Dirigenten an beiden Tagen ist Herr\nMusik-Director Friedr. Marpurg hierselbst erwählt worden. Pro-\ngramm: I. Ouvertüre Op. 124 von Beethoven. Händel's Israel\nin Aegypten. 11. Scenen aus Alceste von Gluck. Chöre a ca-\npella von Pal es tri na und Mozart. C-moll- Sinfonie von Beet-\nhoven. Die erste Walpurgisnacht von F. Mendelssohn.\nIm letzten Liedertafel-Concerte gelangte unter der treff-\nlichen Mitwirkung von Fräul. Barth und Herrn Schneider aus\nWiesbaden Mendelssohns Lobgesang mit grossem Erfolg zur\nAufführung. Neu war ausserdem noch ein Ciavierstück mit Orche-\nster von Joachim Raff: Ode au printemps.\nFrnilliflirt «. 1?1. Die neue pariser Stimmgabel ist hier an-\ngekommen. Ein Vergleich mit älteren hat ergeben, dass die nun\nherabgesetzte Tonhöhe (bis auf einige Schwingungen) mit dem Ton-\nmaasse übereinstimmt, wie es bis ins vierte Jahrzehend im Orchester\ndes Operntheaters zu Wien und bis in das Jahr 1842 in der gros-\nsen Oper und im Conservatoire zu Paris bestanden. Hoffentlich wer-\nden sich nun vor Allem die deutschen Herren Hof-Capellmeister be-\neilen, die neue Stimmung zum Besten ihres Singpersonals einzuführen."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "57", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nStimmen aus Paris über Richard Wagner 11, Aus Frankfurt am Main (Quartettspiel). Von A. Schindler.\nAus Aachen (Abonnements-Concerte Herr von Turanyi Soiree für Kammermusik —• Tages- und Unterhaltungsblatt\n(Köln, Soiree im Conservatorium, Musicalische Gesellschaft Mainz, Programm für das vierte mittelrheinische Musikfest Frankfurt\nam Main, Die neue pariser Stimmgabel).\n\nStimmen aus Paris über Richard W\n'*)•\nII.\n(S. Nr. 6.)\nDer Referent des Moniteur (30. Januar), der unter\ndem Namen A. de Rovray schreibt, widmet der Compo-\nsition und Aufführung von Cimarosa's\ndie den Tag vor Wagner's Concert im italiänischen Thea-\nter Statt fand, eine begeisterte, übrigens vollkommen zu\nrechtfertigende, ausführliche Lobrede und fährt dann fort:\n„Treten wir jetzt aus der Sonne, ich will nicht sagen:\nin die Finsterniss, aber doch in einen düsteren Nebel, den\nprächtige Blitze durchzucken. Ein Componist von sehr\ngrossem Talente und unbestreitbarer Bedeutung, Richard\nWagner, hat uns in demselben Hause, wo man Abends\nvorher die durchsichtigsten, reinsten und reizendsten Me-\nlodieen, die jemals das Ohr entzückt haben, bewundert\nhalte, mehrere Bruchstücke aus seinen Opern vorgeführt,\ndie in Deutschland Aufsehen gemacht haben.—Seine Mu-\nsik ist so seltsam, so fern von allen bekannten Formen und\nRegeln, dass man nach einmaligem Hören sich keine hin-\nlänglich präcise und klare Vorstellung machen, noch we-\nniger diese Anderen mittheilen kann.\n„Man hat diese Musik die Zukunftsmusik genannt.\nWas uns betrifft, wir wissen, mag mafi uns auch desshalb\nbemitleiden, keinen Begriff mit dieser Eintheiiung in Ver-\ngangenheits- und Zukunftsmusik zu verbinden; wir kennen\nnur zwei Arten von Musik, gute und schlechte, und daran\nhalten wir uns.\n„Wir müssen voraussetzen, dass Wagner uns nicht\nseine schlechtesten Stücke vorgeführt hat. Einige enthalten\nsehr grosse Schönheiten und verrathen besonders sein gros-\nses Talent als Symphonist; von den anderen wollen wir\nnicht behaupten, dass sie dunkel und unverständlich sind,\naber sie gehen über unsere Urtheilskraft hinaus. Der Ge-\ndanke, last stets in höheren Regionen schwebend, verliert\nsich in die Wolken, die der Componist mit Behagen auf-\nthürmt und schwarz färbt; er begnügt sich nicht mit der\nmächtigen Persönlichkeit, die Niemand in ihm verkennt,\nsondern er geht darauf aus, unaufhörlich in Erstaunen zu\nsetzen, zu überraschen, das Ohr zu quälen. Man sollte fast\nmeinen, er sei oft absichtlich weitschweifig und unklar\n(diffus et confus).\n„Seine Instrumentirung gleicht keiner anderen (?). Er\nhat manchmal geniale Züge, die plötzlich aus einem unent-\nwirrbaren Chaos aufblitzen, prachtvolle Klang-Effecte, die\nwider alles Erwarten auf einmal mitten unter den farb-\nlosesten, monotonsten und verzweifeltsten Accorden er-\nscheinen. Die enharmonische Modulation dient ihm vor-\ntrefflich, er braucht und missbraucht sie wie ein Mensch,\nder kein anderes Gesetz kennt, als seine Laune. Auf die\nlogische Entwicklung eines musicalischen Gedankens kommt\nes ihm gar nicht an; er scheint sich niemals glücklicher zu\nfühlen, als wenn er den Zuhörer irre führen oder in Ver-\nlegenheit setzen kann; stösst er aber zufällig auf eine me-\nlodische Phrase, die ihn anspricht, so bringt er sie so wie-\nderholt ohne alle Veränderung vor, dass sein Festhalten\ndaran bis zur Knauserei geht. Er hat eine ärgerliche Vor-\nliebe für die Quinte; er sitzt beständig auf ihr, und man\n\n*) Bei dem Aufsehen, das Wagner und seine Concerte hier in\nParis gemacht haben, scheint mir eine unparteiische Zusam-\nmenstellung der Urtheile von Franzosen über ihn Pflicht\neines deutschen Correspondenten. Meine eigene Ansicht geltend\nzu machen, wäre überflüssig, da sie ganz mit derjenigen über-\neinstimmt, die in diesen Blättern schon oft dargelegt und be-\ngründet worden ist. Desshalb und um andererseits nicht wegen\nEinflusses des Patriotismus auf meine Kritik verdächtigt zu\nwerden, halte ich meinen Bericht über die gegenwärtige pari-\nser Tagesfrage, die ja bei Euch auch längst auf ihre wahre\nBedeutung zurückgeführt ist, rein objectiv. Neue Gesichts-\npunkte zur Beurtheilung Wagner's wird man bei den französi-\nschen Kritikern nicht finden; aber interessant ist es, dass sie\nohne Einzelkenntniss der deutschen Wagner-Literatur doch meist\nauf dieselben Resultate kommen, welche die Nicht-Zukünftler\nin Deutschland ausgesprochen haben. B. P."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "58", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.2", "texte": "würde ihn böse machen, wenn man ihn bäte, nicht so hoch\nfür die Violinen zu schreiben. Dagegen behandelt er das\nVioloncell mit vollendeter Geschicklichkeit. Endlich finden\nwir, dass die Schule der Zultunft sich etwas zu stark in\ndas Tremolo verliebt hat, das ein wohlfeiles, verbrauchtes\nMittel ist und den Componisten der Erfindung interessan-\nterer und neuerer Begleitungsformen überhebt.\n„Die Ouvertüre zum „ „Gespensterschiff\"\" gehört zu\ndenjenigen Stücken, die ich nicht im Geringsten verstanden\nhabe; ihre Schönheiten sind mir ganz und gar entgangen,\nich hoffe aber, bei einer zweiten Aufführung sie auffinden\nund bewundern zu können.\n„Der „ „feierliche Einzug der Wartburggäste\"\" ist\nsehr verständlich und scheint mir ganz mit den Regeln der\nVergangenheits-Musik übereinzustimmen. Es ist eine volle,\nglückliche und überströmende Melodie. Sie hat sehr ge-\nfallen und zahlreichen Applaus erregt.\n„ „Tannhäuser's Pilgerfahrt\"\" ist unendlich lang. Je-\nder Weg führt nach Rom, nur vielleicht der nicht, den\nWagner eingeschlagen hat. Wenn seine Pilger so ermü-\nden, wie seine Zuhörer, so kommen sie nie hin. Der Chor\ndieser Pilger wurde abscheulich verhunzt. Die Tannhäu-\nser-Ouverture war hier schon gewesen. Es ist eine schöne\nund grossartige Partitur. Man könnte die übertriebene und\netwas verworrene Entwicklung des zweiten Theiles des\nAllegro's tadeln, indess wir haben lieber mit dem ganzen\nHause den prächtigen Schluss mit seiner Klangmacht und\nunwiderstehlichen Kraft applaudirt.\n„Die Einleitung zu Tristan und Isolde hat gar keinen\nEindruck gemacht. Vom „„heiligen Gral\"\" aus dem Lo-\nhengrin kann man nicht dasselbe sagen. Nichts ist duftiger\nals das Haupt-Thema, das zuerst die Violinen haben, die\nzum wenigsten das halbe Stück durch auf den höchsten\nTönen spielen. Der Eindruck ist aber weniger religiös, als\nfeenhaft, und wenn der Componist im Programm den hei-\nligen Gral striche und eine Undine oder Willi an dessen\nStelle setzte, so könnte man nur applaudiren.\n„Das „ „Erwachen des Tages und der Verlobungs-\nmarsch\" \" haben trotz wirklich schöner Stellen die Zuhö-\nrer weder wach noch warm machen können. Aber die\nHochzeitsmusik und das Hochzeitslied (Musiqiie cle noces\nä epithalame im Programm etwas zweifelhaft bezeichnet)\nwurden mit warmem und wiederholtem Beifall aufgenom-\nmen. Hier ist Alles von Meisterhand geschrieben und musste\ngefallen.\n„Kurz, das Concert war mühevoll, die Ausführung un-\ngleich; das Publicum bat dadurch, dass es beklatschte, was\nihm wahrhaft schön schien, und nur durch Schweigen gegen\ndas Seltsame und Langweilige Verwahrung einlegte, zugleich\nseine Unparteilichkeit und seine hölliche Sitte bewiesen.14\nDer Referent im Constitutionnel (von demselben Da-\ntum), der sich in diesem Blatte P. A. Eiorentino unter-\nschreibt, erinnert daran, dass Liszt, den er „den Calvin\nder Reform nennt, deren Luther Wagner ist\", vor einiger\nZeit fünf gelehrte Feuilletons in derselben Zeitung über\ndas „Gespensterschiff\" geschrieben habe. Dann ergeht er\nsich mit und ohne Witz über Wagner und sein System\nim Allgemeinen (schwerlich nach eigener Kenntnissnahme,\nsondern nach den früheren Aufsätzen von Fetis in der Ga-\nzette et Revue musicale) und kommt aul den allerdings von\nder Schule proclamirten Satz: „Also wenn die Kritik\nWagners Musik richtig würdigen will, so muss sie sich\nauf Wagner's Standpunkt stellen, mit Wagner's Kopf den-\nken, mit Wagner's Augen sehen, mit Wagner's Ohren\nhören.\" —Ferner meint er: „Aus den vorgeführten Bruch-\nstücken kann man über das dramatische Talent Wagner's\nweder für noch wider urtheilen. Wahrscheinlich hat er\nuns das Beste aus dem Korbe gegeben; aber würden wir\ndas Uebrige verdauen können? Das ist der Fragepunkt.\"\nDann folgen allerlei bunte Redensarten über das Pu-\nblicum der Deutschen und deren Toilette im Concert, über\nWagner's Aeusseres vom Kopfe bis zum Fuss, über seine\nManieren beim Dirigiren u. s. w., Alles oit in unwürdiger\nWeise bewitzelt. Aber was liegt einem pariser Feuilleto-\nnisten (und seinen Nachtretern in deutschen Blättern!)\ndaran, gemein zu werden! Wenn er nur pikant ist und die\nZeilen füllt! Trotzdem imponirte ihm Wagners auch schon\nin London versuchter, aber dort richtiger gewürdigter\nKunstgriff, ohne Partitur zu dirigiren. Dann aber fährt er\nin dem einmal angestimmten Tone über die Ouvertüre\nzum „Gespensterschiff\" fort:\n„Ich weiss nicht, lag es am Orchester oder an der\nComposition, oder fehlt mir der sechste Sinn, der, wie es\nscheint, nöthig ist, um diese neue Musik zu begreifen ; eine\nMen°e Faustschläge auf meinen Schädel würden mir kein\no o\nschrecklicheres Gefühl verursacht haben, als diese Ouver-\ntüre. Es ist nichts als eine Reihe von zischenden Accorden,\ndurchdringendem Pfeifen, rasendem Blechgeheule ohne\nRuhe und Rast für das Ohr. Wenn der Componist einen\nSturm hat schildern wollen, so hat er wenigstens das pein-\nlichste Resultat des Sturmes erreicht: man wird seekrank.fc\nIm Uebrigen werden dieselben Stücke als gelungen\nbezeichnet, die im Moniteur als solche genannt sind. Ein\nbemerkenswerther, mit häufigen Aeusserungen der Nie-\nderrheinischen Musik-Zeitung übereinstimmender Zusatz\nist folgender: „Bei einigen zuweilen, aber selten vorkom-\nmenden melodischen Sätzen von grosser Lieblichkeit und\nwunderbarer Schönheit scheint Wagner seinen eigenen\nLehren untreu geworden zu sein; er hat sich dann gewis-\nser Maassen verirrt, und um sich selbst zu strafen, stürzt"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "59", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.3", "texte": "er sich dann kopfüber ins Vage und Dunkle, ins Unsin-\nnige und Unmögliche.\"\nZum Schiuss gibt der Bericht eine Unterhaltung zwi-\nschen zwei Zuhörern, die possierlich genug ist, und in\nwelche ein Theil des wirklichen Programms Wagner's zu\nseinem Concerte verflochten ist. Da heisst es unter Anderem:\n„Nun, ist das nicht herrlich? Ergeben Sie Sich noch\nnicht? Bitten Sie nicht um Gnade?\"\n0 ja, ich bitte um Gnade; denn ich leide fürchterlich.\nIhr Wagner ist grausam; setzt er einmal den Nagel an,\nso treibt er ihn einem langsam mit derben Hammerschlä-\ngen in den Kopf.\n„Ach, das sind schlechte Witze! Wie würden Sie es\ndenn anlangen, Tannhäuser's Pilgerfahrt nach Rom zu\nschildern?\"\nIch würde sie gar nicht schildern, oder sie wenigstens\num hundert Meilen abkürzen.\n„Mein Gott! lesen Sie doch nur das Programm, und\ndann frage ich Sie, ob nicht Alles in dem lebendigsten Co-\nlorit und bis ins kleinste Detail ausgedrückt ist. (Erlies't:)\n„ „Zu Anfang hört man den frommen Gesang der Pilger\nnach Bom. Der letzte Segen Elisabeth's verschmilzt noch\nmit seinen Klängen. Tannhäuser hält sich nicht zum Chor;\ner geht allein und sucht sich die schwierigsten Wege—•\"\"\nJa, ja die schwierigsten Wege! Da ist eine breite,\nschöne, ebene Strasse; aber dieser eigensinnige Tannhäu-\nser sucht absichtlich Gruben und Abgründe auf, um darin\nden Hals zu brechen.\n„ „Plötzlich erscheint die ewige Stadt vor den Augen\nder Pilger. Von der Kuppel des Domes, den die ersten\nStrahlen des Morgenlichtes beleuchten, dringen himmlische\nTöne zu den betenden Pilgern, die stammelnd\nbutiant) die heiligen Gesänge wiederholen.\"\"\nUnd Ihr bildet Euch ein, durch das Geschwirr Eurer\nQuinten, das Wirbeln Eurer Pauken und das Schmettern\nEurer Trompeten Born und die sieben Hügel, den Vatican,\ndie Kuppel der Peterskirche, die Mönche und die Cardinäle,\ndie Kirche und die Gläubigen, das Geläute der Glocken\nund den Duft des Weihrauchs, den Aufgang der Sonne,\ndie Ankunft der Pilger, ihre Zerknirschung, ihr Gebet, so-\ngar ihr Stammeln auszudrücken? Ich will verdammt sein,\nwenn ich von allem dem etwas in Euren Missklängen ge-\nwahr geworden bin!\n„„Die Thüren der Kirche öffnen sich; der heilige\nVater, von wunderbarem Pomp umgeben, erscheint auf\nden Stufen der Kathedrale-—\"\"\nStellt das Ophykleid ihn vor?\n„ „Er verheisst allen, die zum Hause des Herrn ge-\nkommen sind, Heil und Erlass der Sünden u. s. w. u. s. w.\naber den Tannhäuser verflucht er. Tannhäuser ver-\nliert die Besinnung und fällt auf den Bücken\nla renverse, Ausdruck des Programms).\"\"\nGott sei Dank! Jetzt ist es doch aus?\n„ „Er hört noch vaguement die Heilsgesänge tönen;\ner bleibt bis zur Abenddämmerung bewusstlos.\"\"\nWas? Nein, so lange halte ich es nicht aus\n„ „Da leuchtet das sanfte Licht des Abendsterns —\"\"\nGenug, genug! Ich kann nicht mehr, ich falle wie\nTannhäuser auf den Bücken, ich verliere die Besinnung.\nAm interessantesten ist ohne Zweifel der Bericht von\nHector Berlioz (vom 9. Februar, im\nbats). Als Hauptstellen theile ich folgende mit:\n„Nach entsetzlichen Mühen, enormen Kosten, zahlrei-\nchen und doch nicht hinreichenden Proben ist es Bichard\nWagner gelungen, einige von seinen Compositionen zu Ge-\nhör zu bringen. Bruchstücke dramatischer Musik verlieren\nallerdings ausserhalb des Bahmens, in den sie gehören;\naber die Ouvertüren und Instrumental-Introductionen ge-\nwinnen im Concertsaale, weil sie mit mehr Sorgfalt und\nGlanz aufgeführt werden, als das bei Theater-Orchestern\nin der Begel möglich ist.\n„Das Resultat des Eindrucks, den der deutsche Ton-\ndichter auf das pariser Publicum zu machen versuchte,\nwar leicht vorauszusehen. Eine gewisse Anzahl von vorur-\nteilsfreien und nicht vorher eingenommenen Zuhörern er-\nkannte sehr bald das mächtige Talent des Componisten,\naber auch die ärgerlichen Tendenzen seines Systems; eine\ngrössere Anzahl hat in Wagner nichts gefunden, als einen\ngewaltigen Willen, und in seiner Musik nichts als widrigen\nund aufregenden Lärm. Der Foyer des italiänischen Thea-\nters bot einen merkwürdigen Anblick dar. Was bei solchen\nKämpfen für und wider für Unsinn., Abgeschmacktheit\nund sogar Lüge aufs Tapet kommt, ist wahrlich kolossal\nund beweis't, dass, wenigstens bei uns Franzosen, bei der\nWürdigung einer Musik, die von derjenigen, welche man\nauf allen Strassen hört, verschieden ist, Leidenschaft und\nParteigeist allein vorherrschen und den gesunden Men-\nschenverstand und ästhetischen Sinn gar nicht zu Worte\nkommen lassen.\"\nHierauf ergeht sich Berlioz etwas breit und unter nicht\nimmer stichhaltenden Voraussetzungen über die Erfahrung,\ndass die Musik meist nach festgewurzelten Vorurtheilen\nbeurtheilt wird eine Art von Oratio pro domo in Bezug\nauf das Loos seiner eigenen Musik in Paris, dann aber auch\nals Vorwort zu der Erklärung, däss er von Wagner ohne\nalle Bücksicht auf die verschiedenen Meinungen über ihn\nsprechen wolle.\n„Das Gespensterschiff\" (Der fliegende Holländer)\nbeginnt er „ist eine Oper in zwei Acten. Ich habe sie\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "60", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.4", "texte": "1844 in Dresden unter Wagner's eigener Leitung auf-\nführen sehen; die Schröder-Devrient gab die Hauptrolle.\nDie Ouvertüre machte damals denselben Eindruck auf mich,\nwie jetzt. Sie beginnt mit einem krachenden Orchester-\nAusbruche, worin man sogleich das Heulen eines Sturmes,\ndas Geschrei der Matrosen, das Pfeifen des Takelwerks und\ndas Brausen der Meereswogen erkennt. Dieser Anfang ist\nprächtig, er ergreift und reisst hin. Aber da nun dieselbe\nArt und Weise fortwährend angewandt wird, Tremolo auf\nTremolo folgt, die chromatischen Tonleitern wieder in\nchromatische Tonleitern übergehen, ohne dass ein einziger\nSonnenstrahl durch diese düsteren Wolken dringt, die, mit\ndem elektrischen Fluidum geschwängert, ohne Aufhören\nStröme von Regen niedergiessen, ohne dass die geringste\nmelodische Zeichnung sich auf diesen schwarzen Harmo-\nnieen zeigt, so ermüdet die Aufmerksamkeit des Zuhörers,\nverliert den Mulh und unterliegt endlich ganz und gar.\nSchon in dieser Ouvertüre, deren Ausdehnung das Maass\nzu überschreiten scheint, zeigt sich das Streben Wagner's\nund seiner Schule, auf die Empfindung keine Rücksicht\nzu nehmen, nichts vor Augen zu haben, als die poetische\nIdee, die ausgedrückt werden soll, ohne sich darum zu küm-\nmern, ob der Ausdruck dieser Idee den Componisten aus\ndem Kreise der musicalischen Bedingungen heraus zu\nschreiten nöthigt.\"\nUeber die Scene auf der Wartburg (Marsch und Chor)\nspricht Berlioz sich sehr lobend aus; nur findet er die die-\nses Mal klar und kräftig gezeichnete Melodie nicht sehr\noriginel und meint, sie erinnere an ein berühmtes Thema\nim Freischütz. (?) Uebrigens erkennt er darin, besonders\nvom Hinzutritt des Chors an, ein Stück von Meisterhand,\ndas, wie alles Uebrige, sehr geschickt instrumentirt ist.\n„Die Tannhäuser-Ouverture\" —fährt er fort— „ist in\nDeutschland sehr populär. Kraft und Grösse herrschen\nauch in ihr vor, aber für mich wenigstens entspringt aus\ndem Vorwurf, den Wagner hier durchgeführt hat, eine\nschreckliche Abspannung. Sie beginnt mit einer Art von\nChoral von schönem Charakter, welcher späterhin am\nSchlüsse des Allegro in der Höhe, von einer hartnäckigen\nViolin - Figur begleitet, wiederkommt. Das zweitactige\nThema des Allegro ist an sich nicht sehr interessant. Die\nEntwicklungen, denen es nachher zum Vorwande dient,\nstarren wie in der Ouvertüre zum Gespensterschiff von\nchromatischen Gängen und äusserst harten Modulationen\nund Harmonieen. Wenn der Choral wieder kommt, so\nwiederholt sich die begleitende Violin-Figur, weil er sich\nsehr in die Länge zieht, bis zum Ende mit einer Beharr-\nlichkeit, die für den Zuhörer unerträglich wird. Im An-\ndante hat man sie schon 24 Mal gehört, im Coda des Al-\nlegro hört man sie 118 Mal. Diese hartnäckige oder viel-\nmehr erpichte Figur kommt also 142 Mal in der Ouver-\ntüre vor! Ist das nicht zu viel? Da sie nun in der Oper\nselbst auch noch oft wieder zum Vorschein kommt, so\nmuss ich vermuthen, dass sich der Componist dabei einen\nbesonderen Ausdruck gedacht haben mag, der mir aber\nein Räthsel geblieben ist.\n„Die Stücke aus Lohengrin glänzen durch hervortre-\ntendere Eigenschaften, als die früheren Werke. Mir scheint\nmehr Neues darin zu sein, als im Tannhäuser. Die Intro-\nduction z. B. ist eine Erfindung Wagner's, die einen er-\ngreifenden Eindruck macht. Es ist ein unendliches langsa-\nmes Crescendo, das von der erreichten höchsten Stufe der\nKlangfülle in absteigender Progression zu seinem Ausgangs-\npunkte zurückgeht und mit einem fast unhörbaren harmo-\nnischen Gesäusel endigt. Ich weiss nicht, welche Beziehun-\ngen dieses Stück auf die dramatische Idee der Oper hat,\naber allein als symphonisches Stück betrachtet, finde ich\nes bewundernsvverth. Es ist freilich keine eigentliche Me-\nlodie darin, aber der harmonische Fluss ist melodisch und\nreizend, und die Spannung erlahmt keinen Augenblick trotz\nder Langsamkeit des Auf- und Absteigens. Fügen wir\nhinzu, dass die Instrumentirung in den sanften Farben wie\nin den glänzenden meisterhaft ist; gegen Ende hört man\neinen immer diatonisch aufsteigenden Bass, während die\nübrigen Stimmen heruntergehen, was eine sehr geistvolle\nIdee ist. Dieses schöne Stück hat auch keine Härten, es\nist eben so lieblich und wohlklingend als gross und glanz-\nvoll. Für mich ist es ein Meisterstück.\n„Der grosse Marsch in G-dur zu Anfang des zweiten\nActes hat auch in Paris eine wahrhafte Aufregung erzeugt,\ntrotz der Unbestimmtheit des Gedankens im Anfange und\nder kalten Unentschiedenheit der episodischen Stelle in der\nMitte. Diese farblosen Tacte, in denen der Componist um-\nher zu tasten und seinen Weg zu suchen scheint, sind nur\neine Art Vorbereitung, um zu einem gewaltigen, unwider-\nstehlichen Gedanken zu gelangen, in welchem man das\nwahre Thema des Marsches zu suchen hat. Eine Reihe von\nvierTacten, die sich zwei Mal um eine Terz höher wieder-\nholt, bildet die gewaltige Periode, und man dürfte vielleicht\nnichts in der Musik finden, was mit ihr in Bezug auf gross-\nartigen Schwung, Kraft und Glanz verglichen werden\nkönnte. Ich glaube indess, dass die Wirkung noch aus-\nserordentlicher sein würde, wenn die schroffen harmoni-\nschen Conflicte vermieden worden wären, die man in der\nzweiten Phrase aushalten muss, wo die vierte Umkehrung\ndes grossen Nonen-Accords und der Vorhalt der Quinte\ndurch die Sexte doppelte Dissonanzen erzeugen, welche\nhier viele Leute und ich gehöre auch zu ihnen nicht\nertragen können."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.5", "texte": "„Dieser Marsch leitet einen Chor in 2/4-Tact ein,\n(Hochzeitslied), den man hiernach zu finden erstaunt, so\nklein, ich möchte sagen: so kindisch ist dessen Stil. Seine\nWirkung war um so geringer auf das Publicum, weil die\nersten Tacte an ein dürftiges Stück aus Boieldieu's\ndeux Nuiis: „ „La belle Nuit! La belle fete/\"\" erinnern,\ndas man hier aus allen Vaudeville-Theatern kennt.\n„Dass Wagner die Instrumental-Einleitung zu seiner\nneuesten Oper „ „Tristan und Isolde\"\" in demselben Con-\ncerte gegeben hat, in welchem die Introduction zu Lohen-\ngrin gemacht wurde, hat uns befremdet, da er in beiden\ndenselben Gang verfolgt. Es ist das ebenfalls ein langsamer\nSatz, vom Pianissimo zum Fortissimo und umgekehrt sich\nhebend und senkend, ohne anderes Thema als eine Art\nvon chromatischem Geseufze, aber obenein voll dissoniren-\nder Accorde, deren quälenden Eindruck noch lange Vor-\nhalte anstatt der wirklich erforderlichen harmonischen\nNote vergrössern. Ich habe dieses seltsame Stück wieder-\nholt gelesen, es mit der gründlichsten Aufmerksamkeit\nund dem lebhaftesten Wunsche, seinen Sinn zu durchdrin-\ngen, angehört: ich gestehe aber, dass ich bis jetzt noch\nkeine Ahnung von dem habe, was der Componist damit\ngewollt hat.\n„Dieser aufrichtige Bericht bezeugt klar genug das\ngrosse musicalische Talent Wagner's. Man kann, glaube\nich, daraus schliessen, dass er jene seltene Stärke des Ge-\nfühls, jene innere Wärme, jene Kraft des Willens, jenen\nGlauben besitzt, die überwältigen, aufregen und hinreissen;\nallein auch, dass diese Eigenschaften weit mehr hervortre-\nten würden, wenn sie mit mehr Erfindungsgabe, weniger\nGesuchtem und richtigerer Würdigung gewisser Grund-\nElemente der Kunst gepaart wären.\"\n(Das Glaubensbekenntniss H. Berlioz's in Hinsicht sei-\nner Stellung zur Zukunftsmusik überhaupt bringen wir in\nder nächsten Nummer. Die Bedaction.)\n\nAus Frankfurt am Main.\n\n[Quartett spiel.]\n„Ich bin begierig, ob die Jungen von den Alten sich\nbelehren lassen. Es wäre erfreulich, wahrzuneh-\nmen, dass es noch eine „„Jugend\"\" gibt, die sich\nbelehren lasst.\"\nSo schreibt mir nach Einsicht der Nr. 49 dieser Zeit-\nschrift vom 3. December v. J. ein würdiger Fachmann aus\nTh. in Sachsen, aus dessen Feder diese Blätter schon so\nmanchen werthvollen Aufsatz gebracht haben. Sein Ver-\nlangen, vielleicht auch das anderer bekannter Fachmänner,\ndie gleich ihm, müde der Mantelreden, in den Wind ge-\nhalten, die Feder bei Seite gelegt, soll durch Nachstehen-\ndes befriedigt werden.\nAnknüpfend an den Artikel in Nr. 49 d. 81. soll vor\nAllem die Aufzählung der Werke folgen, die wir in wei-\nteren vier Sitzungen von dem Quartett-Verein Straus,\nStein, Welcker und Brinkmann zu hören bekamen.\nAm 30. November: Quartette G-moll von Volkmann,\nA-moll(Op. 132) von Beethoven und Es-dur von Cherubini.\nAm 19. December:. Quartett von Schumann,\nStreich-Trio C-moll von Beethoven und Quintett D-dur\nvon Mozart.\nAm 10. Januar: Quartett von Mendelssohn,\nTrio C-moll für zwei Violinen und Violoncell von Händel\nund Quintett C-durvon Franz Schubert.\nAm 31. Januar: Quartette G-dur von Haydn (Nr. 1),\nD-moll von Cherubini und F-dur (Op. 59) von Beethoven.\nDie Ausführung aller dieser Werke gab Zeugniss von\ndem darauf verwandten Fleisse, der auch von der Zuhö-\nrerschaft erkannt und im Ganzen mit reichlichem Beifallc\nbelohnt wurde. Die Anmerkungen, die von der Kritik über\neinige Werke zu machen wären, müssen diesmal allgemei-\nnen Betrachtungen über Anforderungen an das Quartett-\nspiel, überhaupt über die Vorbedingungen zu richtigem\nVortrage classischer Quartettmusik, Baum lassen; denn\nsind diese nicht vorhanden oder nur in geringem Maasse,\ndann wird der Sache das gebührende Becht nicht wider-\nfahren können, wäre auch Neigung für diese Gattung von\nKammermusik in hohem Grade vorhanden.\nDie Erfahrung hat gezeigt, dass in der früheren Kunst-\nEpoche, die mit Beethoven zum Abschluss gekommen,\nkaum der zwanzigste Violin-Virtuose geistig befähigt ge-\nwesen, ein Quartett in richtiger Auffassung des Charakte-\nristischen aller Theile vorzutragen; ja, es ward als etwas\nganz Ausserordentliches vermerkt, wenn es von einem be-\nrühmten Violinisten hiess, er sei auch ein guter Quartett-\nspieler. Wie sehr in jener Epoche Quartett-Composition\nund Spiel cultivirt worden, und wie es demnach um das\nUrtheil über einen guten oder nicht guten Vortrag im\nGeiste der Composition beim Publicum ausgesehen, bedarl\nwohl keiner weiteren Ausführung. Ersteres bezeugt die\nvorhandene Literatur, immer noch das Labsal für sinnige\nMusikfreunde, und soll Betreffs des Letzteren ein sprechen-\ndes Beispiel angeführt werden, so bedarf es bloss der Er-\ninnerung an die geschichtlich bekannten Vorgänge mit\ndem Rasumowski'schen Quartett in Wien. Neben dem\nNicht-Virtuosen Schuppanzigh strahlten im vollsten\nGlänze ihres Virtuosen-Ruhmes die gegenwärtig noch dort\nlebenden Herren Mayseder und Böhm; keiner dieser mit\nRecht gefeierten Künstler hat es gewagt, mit Schuppanzigh\nzu concurriren und sich als Quartettspieler öffentlich zu\nproduciren *).\n\n*) Mayseder war Zögling von Sphuppanzigh, dennoch ganjs"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.6", "texte": "Concert- und Quartettspiel sind überhaupt zwei we-\nsentlich verschiedene Genre's, so wesentlich verschieden,\nwie die Zweige der Malerkunst. Daraus folgt, dass hierbei\neben sowohl Geistes- und Gemüths-Eigenschaften, wie nicht\nminder Vorbedingungen technischer Natur in Betracht\nkommen, deren Vorhandensein und Vereinigung entweder\neinen Concert- oder einen Quartettspieler machen, wie er\nsein soll. In Beziehung auf Letzteren muss aber noch von\neinem Dritten die Rede sein, dessen vorhandenes Plus oder\nMinus als ein Haupthinderniss des meisterlichen Vortrags\nim Geiste der Composition in Anschlag zu bringen ist: die\nkünstlerische Subjectivität nämlich. Ein Volkswort lautet:\n„Womit man umgeht, das klebt einem an.\" Wenn schon\nin der früheren Epoche, wo doch bei Weitem mehr gute\nals schlechte Tonwerke jeder Gattung erzeugt worden, als\nGrund hervorgehoben ward, dass die Violinisten durch be-\nvorzugtes Ueben gehaltloser Werke Geist und Gemüth ab-\nschwächen, darum zu den Tiefen der classischen Quartett-\nmusik die erforderlichen Eigenschaften frühzeitig verlieren;\nwenn schon damals die Beobachtung gemacht worden, dass\ndurch maasslosen Beifall der hörenden Menge die Subjec-\ntivitäts-Gefühle im Concertspieler oft bis zu schwindelnder\nHöhe sich erhoben, der Gefeierte sonach mit vornehmer,\noft geringschätzender Miene auf das bescheidene Blümchen,\nQuartett genannt, herabgesehen (wie imgleichen die Fiano-\nforte-Virtuosen auf die Sonate); wenn schon damals der\nBesitz keuschen Kunstgefühls und das Absein aller Ma-\nnieren in Handhabung des Instruments als unerlässliche\nBedingungen im Angesichte des Quartetts festgestellt wa-\nren— was lässt sich wohl in allen diesen Punkten von der\nlaufenden Epoche sagen?! Wahrlich, in Betracht des für\ndie Königin unter den Instrumenten in so ungeheuerlicher\nMenge producirten Schundes, mit dem sich die Violinisten\ngegenwärtig des Gefallens wegen abgeben, müssen sie\nnothwendiger Weise sowohl die moralische wie nicht min-\nder auch die technische Befähigung zum Quartettspiel ein-\nbüssen. Dass unter technischer Befähigung die auf Natur-\nund Kunstgesetzen beruhende Einschränkung im Vor-\ntrage zu verstehen ist, mag nur für der betreffenden Sache\nFernerstehende bemerkt sein.\n*\nWenden wir uns nun mit diesen flüchtigen Anmer-\nkungen zu den Ergebnissen und Erlebnissen bei den Statt\ngehabten Quartett-Vorträgen. Herr Straus, der Führer\nan der ersten Violine, ist in jeder Beziehung ein moderner\nSpieler, dessen virtuose Ausbildung wie in der Regel der\nFall auf Kosten des edleren Theiles der Kunst gefördert\nworden; dass folglich der Künstler (das Wort in der eigent-\nliebsten Bedeutung) mit dem Techniker in ihm nicht auf\ngleicher Höhe steht, dass aber aus diesem Grunde seine\nBefähigung zum Quartettspiel bis zu diesem Tage noch\neine sehr zu bezweifelnde, muss vorweg gesagt werden.\nAlle Schlacken und Unziemlichkeiten des modernen Vir-\ntuosenthums haften dem jungen Manne an, von denen fast\njeder Quartettsatz, worin sich nur einige Gelegenheit vor-\nfindet, zu verkosten bekommt. Unter allen in diesem Cyklus\nvon sechs Sitzungen vorgetragenen Werken sind nur die\nbeiden Cherubinischen und das Beethoven'sche\nQuartett zu nennen, wobei der Virtuose die nothwendige\nEinschränkung gefühlt zu haben scheint; das Beethoven'-\nsche insbesondere liess sogar einige Pietät für den erhabe-\nnen Schöpfer erralhen. Die Ausführung im Ganzen ver-\ndiente ungemessenes Lob. Ein sprechender Beweis, dass,\nwenn man nur immer so ernstlich wollte, wie bei diesem\nWerke, die Ergebnisse durchweg anderer Art sein würden.\nAllerdings tritt dem Virtuosen in diesem Werke kein Tact\nentgegen, der seine schlimmen Gewohnheiten zum Aus-\ndruck veranlassen könnte, im Gegentheil droht ihm aus\njedem Satze ein Mene, Tekel.\nEs wäre wahrhaft erfreulich, gestehen zu können, dass\ndie im ersten Artikel gegebenen Winke, aber auch Er-\nmahnungen, nur einiger Maassen eine gute Wirkung zur\nFolge gehabt hätten. Leider war alles dort Berührte,\ndarunter maasslos überjagte Tempi (z. B. der Menuett in\nIlaydn's in einem Johann Strauss'schen\nWalzerU uge), immer wieder da ein Beweis, wie sehr die\nMacht der Gewohnheit und Manier den Künstler beherrscht.\nIndess tritt doch dieses und Anderes noch gegen den Ge-\nsammt-Charakter des Straus'schen Spiels im Quartett\nnicht im Concert ziemlich weit zurück; derselbe findet\nseinen Schwerpunkt im Coquetten, was auch neulich\nschon berührt worden. Neben dieser schlimmen Eigenschaft\nmuss noch die gewohnte Behandlung der kurz abgestosse-\nnen Noten als besonders störend genannt werden. Alles\nsolches, wenn an sich noch so ernst, wird mit springen-\ndem Bogen gespielt und von den drei Spielgenos-\nsen mitgemacht. In dieser Weise wurden nicht etwa\nnur einzelne Steilen, sondern ganze Motive und Sätze vor-\ngetragen, z. B. das Allegretto des Beethoven'schen F-ditr-\nQuartettes:\nBaillot sagt S. 44 seiner Violinschule von dem stark\nabgestossenen Strich (grand „Man streiche leb-\nhalt in der Mitte des Bogens, welcher auf der\nSaite bleiben muss.\" Weiter sagt er S. 101 von dem\nDetache leger\\„Man trenne jeden Ton, indem man den\n\nOriginal; Böhm aber bewies sich fortan als Jünger und treuer\nAnhänger der Rode-Baillot'schen Schule. Ihn nennt Herr\nStraus seinen Lehrer."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.7", "texte": "Bogen sehr leicht auf die Saite hält und die Elasticität der\nStange benutzt, um ihr einen unmerklichen (imperceptible)\nund etwas verlängerten Schwung zu geben.\" Noch weiter\nhin nennt er diesen Strich den hüpfenden.\nDass diese Erklärungen bei allen ausgezeichneten Vio-\nlinisten bis zu diesem Tage ihre Geltung behalten, dass\nMendelssohn die Anwendung des hüpfenden Bogens bei\nvorkommenden Stellen in seinen Werken nach Baillot's\nLehre gewollt, meldet mir Herr Concertmeister David\nin Leipzig unterm 6. d.Mts. auf mein Befragen. Er schreibt\nvon Mendelssohn: „In seinem Violin-Concert muss der\nletzte Satz bei allen Staccato-Stellen mit dem leichtest\nhüpfenden Strich gespielt werden. ... Alle älteren Geiger\nhaben diesen Strich angewandt oder wenden ihn an. Aber\nfreilich —es gibt verschiedene Arten, ihn zu machen. Dass\nder Strich nur im schnellen Tempo angewandt werden\nkann, ist mir neu; er ist im langsamsten Tempo zu ver-\nwenden, aber freilich darf man da den Bogen nicht auf die\nSaite fallen lassen, er muss dieselbe streifen, dann wird der\nTon nicht trocken, sondern klingend.\"\nHerr Concertmeister Straus macht das „Detache\" mit\nder Spitze des Bogens. Der Violinkundige wird begreifen,\ndass der Spieler den Bogen bei solchem Gebrauche weit\nweniger in der Gewalt hat, als selbst unten am Frosch;\nes wird sich daher dieses Werkzeug zur Erzeugung klin-\ngender Töne nicht auf der Saite halten lassen, nicht leicht\nund graziös darauf hüpfen, sondern unartig springen, im\nForte sogar die Saiten peitschen, weil es darauf fällt.\nDass das Detache nach Art des Herrn Straus nur schnelle\nZeitmaasse gebrauchen kann, begreift sich auch. Sonach\nmusste es kommen, dass Sätze, deren Haupt-Motive (z. B.\ndas Scherzo im Volkmann'schen Quartett) oder Episoden\nz. B. das Piü mosso in der Canzonetta des Mendelssohn'-\nschen Quartetts in Es-dur) aus abgestossenen Noten be-\nstehen, in widerliche Tarantel-Tänze verwandelt wurden.\nSogar das Motiv zum vierten Satze des Mozart'schen Quin-\ntetts in D-dur bekamen wir mit springendem Bogen zu\nhören. Indess scheint diese Unart unter Virtuosen schon\nVerbreitung gefunden zu haben, denn wir hatten bereits\ndas Vergnügen, den berühmten londoner Violoncellisten\nPiatti in seiner Soiree am 12.December v. J. im Scherzo\ndes Mendelssohn'schen Clavier-Trio's die Saiten mit Herrn\nStraus im rapidesten Zeitmaasse um die Wette peitschen\nzu hören. Demnach möchte es nicht unwahrscheinlich sein,\ndass an anderen Orten jetzt eben so Quartettmusik gespielt\nwird, wie hier.— Videant consumögen sie Augen und\nOhren offen behalten, um die ohnehin schon zumeist von\nVirtuosen so arg misshandelte Kammermusik vor einer\nneuen Sorte von Unbilden zu bewahren.\nEin zweiter Cyklus mit vier Sitzungen ist so eben an-\ngekündigt und damit den Wünschen der Quartett-Freunde\nentsprochen worden. Wolle Herr Straus diese weitere Ge-\nlegenheit benutzen, um von seinen Irrthümern in dieser\nedelsten Musikgattung sich loszumachen, wolle er den\nVirtuosen in Anwendung der Bogenkünste so beschränken,\ndass jeder den Charakter irgend eines Satzes aiterirende\noder gar vernichtende Strich vermieden werde, wolle er\nferner bei Ergreifung der verschiedenen Tempo's mit sich\nund seinen Genossen (die in dieser wichtigen Frage auch\ngehört werden sollen) aufs strengste zu Rathe gehen, da-\nmit die Abstufungen zwischen Allegretto und Presto nicht\nunter einander gemengt, vielmehr allzeit in richtigem Ver-\nständniss der Bezeichnung angewandt erscheinen. Auf sol-\nchem Wege wird er dahin gelangen, jedem Werke im\nGeiste des Autors gerecht werden zu können, sich als sin-\nnigen Quartettspieler vor vielen anderen Virtuosen auszu-\nzeichnen und Ruf zu verschaffen. An uns soll es nicht feh-\nlen, ihn in diesen Bestrebungen nach Kräften zu unter-\nstützen; möge er nur Gelegenheit dazu geben.\nSchliesslich sei die Jugend höflichst ersucht, einen\nBlick werfen zu wollen auf den Aufsatz in Nr. 5 der Deut-\nschen Musik-Zeitung: „Andeutungen über Vortrag\", und\nzu beherzigen, „was mit Ausdruck spielen heisst\"; imglei-\nchen auch in Erwägung ziehen zu wollen, was dort von\n„Musikverstand\" in directer Beziehung auf Virtuosen und\nDirigenten gesagt ist.\n\nA. Schindler.\n\nAus Aachen\n\n*)•\nDe 11 27. Januar 1860.\nVon hier noch nicht aufgeführten Musikwerken hörten wir in den\ndrei letzten Abonnements-Concerten J. S. Bach's Weihnachts-Can-\ntate, von Perfall's „Dornröschen4' und eine Composition von Ro-\nbert Schumann für Soli und Chor: „Beim Abschied zu singen\".\nIn der Cantate**) wiegt uns Bach, den man gewohnt ist, streng,\ntief und dunkel zu sehen, in sanften, wohllautenden, das Gemüth\nergreifenden Melodieen, ohne indess seine treffliche polyphone Ver-\nwebung der Stimmen aufzugeben. Der Chor zeigte an einigen Stel-\nlen, z. B. in dem Chor „Ehre sei Gott!u nicht die Sicherheit und\nFestigkeit, die wir sonst an ihm gewohnt sind, während das Orche-\nster vorzüglich wai\\ Wenn unsere vorzügliche Dilettantin Frau P. D.\nuns in Bach's Musik die classische Ruhe des Vortrags bewundern\nliess, so bewegte sie in der Scene aus Gluck1 s Orpheus in demsel-\nben Concerte nicht nur die Wächter der Unterwelt, sondern auch\ndas ganze Publicum. Herr Göbbels trug die schwierige Tenor-Arie\nvon Bach: „trohe Hirten, eilt!\" recht gut vor und wetteiferte mit\nunserem trefflichen Flötisten Herrn Schmidt. Beethoven's\nCoriolan-Ouverture und Mozart1 s D-dur-Sinfonie in drei Sätzen\nvervollständigten das Programm.\nIm vierten Concerte spielte Herr Concertmeister Wipplinger,\nder uns die Concertstücke von Mendelssohn, David, Viotti u, s. w.\n\n*) Durch Zufall verspätet. Die Redaction,\n*'*) Es sind die zwei ersten Theile des Weihnachts - 0 ratorium»\ngemeint Die Redaction."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600218-01.1.8", "texte": "bereits vorgeführt, das grosse Violin-Concert voll Beethoven mit\neinem Vortrage und Erfolg, der alle Erwartung übertraf; gewiss wird\nder bescheidene Künstler in dem warmen und lebhaften Beifalle des\nAuditoriums die belohnendste Anerkennung seines eifrigen Studiums\ngefunden haben. Das Orchester war sowohl in dieser Nummer, als\nin der duftig romantischen Ouvertüre zur schönen Melusine von\nMendelssohn und in der gewaltigen Sinfonia eroica vortrefflich.\nDas oben genannte Werk von Schumann, im einfachen Stil\nvoll tiefer Empfindung edel gehalten, mit Begleitung der Harmonie?\nund Haydn's „Sturm\" bildeten die Vocal-Partie des Concertes.\nUnser Capellmeister Herr von Turanyi, der, seitdem er den\nDirigentenstab niedergelegt, sich ganz von der Tonbühne zurückge-\nzogen, hatte die Einladung der Direction, im fünften Concerte zu\nspielen, angenommen. Es wurde ihm bei seinem Auftreten und nach\ndem glänzenden Vortrage des Coneertstückes für Pianoforte in 11-\ninoll von C. M. v. Weber eine Ovation von Seiten des Orchesters\nund des Publicums zu Theil, die ihn überzeugen musste, \"dass wir\nverdienstvolle Wirksamkeit mit aufrichtiger und warmer Dankbarkeit\nzu schätzen wissen. Ausserdem brachte dieses Concert eine Auswahl\naus Mozart's Titus (Duo, Terzett, Quintett) und „Das Dornrös-\nchen\" von Herrn von Perfall. Nach der ausführlichen Beurthei-\nlung des Werkes in Ihrem Blatte kann ich mich darauf beschrän-\nken, zu berichten, dass es einen allgemein günstigen Eindruck ge-\nmacht hat und dass die Ausführung eine gute war. Irau W. brachte\ndie Solo-Partie schön zur Geltung, und Herr Göbbels sang seine\nArie so reizend, dass man bedauerte, dass der l ichter den Königs-\nsohn so bald einschlafen lässt.\nWenn man bedenkt, dass Haydn's Sinfonieen jetzt für viele\nOrchester eine Klippe geworden sind, so muss man mit der Ausfüh-\nrung der D-c/w-Sinfonie durch das unsrige zufrieden sein.\nIn der letzten Soiree für Kammermusik haben wir ein\nsehr achtungswerthes Werk von Herrn Wüllner gehört, ein Trio\nfür Pianoforte, Violine und Violoncell, vortrefflich ausgeführt vom\nComponisten und den Herren Wipplinger und Joh Wenigmann; Vio-\nlin-Quartette von Haydn in C-dur, von Schubert in A-moll>\nwelches letztere besonders gut von den Gebrüdern Wenigmann aus-\ngeführt wurde. Die grosse Matthäus-Passion von J. S. Bach\nwird vorbereitet.\n\nN.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nKolli. Am 7. d. Mts. gab die Direction des Conservato-\nriums eine Soiree in dem neuen Locale der Anstalt, zu welcher\nsich das eingeladene Auditorium sehr zahlreich eingefunden hatte\nEs traten in zwölf Nummern des Programms, das eine reiche Ab-\nwechslung darbot, zwanzig bis yierundzwanzig Schülerinnen und\nSchüler auf. Die Vorträge auf der Orgel (Präludien und Fugen von\nJ. S. Bach), dem Pianoforte (Trio von Beethoven, vierhändiger\nSatz von Mozart, Etüden von Mosch eles, Phantasie von Men-\ndelssohn, letzter Satz des von Hummel, sehr\nsauber und fertig gespielt von Max Schrattenholz), der Violine\n(Variationen für zwei Violinen von Wassermann, Menuet und fu-\ngirtes Finale aus Beethov eu1 s C—rfwr-Quartett mit Doppelbesetzung\nder Violinen und Bratschen durch eilf Schüler unter Leitung des\nConcertmeisters Herrn von Königslöw) und die Gesänge (Arie\nin B-dur und Arie in F für Sopran ans Haydn's „Schöpfung\" und\nzwei Lieder, eomponirt von Aug. Grüters, Zögling der Anstalt)\nzeugten alle von den guten, zum Theil ausgezeichneten Fortschritten\nder Schüler und der trefflichen Methode der Lehrer. Jedermann ver-\nliess den Saal mit grosser Befriedigung.\nIn einer der letzten Versammlungen der musicalischen Ge-\nsellschaft producirte sich Herr Wilhelm Langhans aus Düs-\nseldorf, dem Vernehmen nach früher auf dem Conservätoriüm ztt\nLeipzig gebildet, durch den Vortrag eines von ihm selbst componir-\nten Concertstückes für die Violine mit Orchester in jeder Hinsicht\nals ein tüchtiger und sehr achtungswerther Musiker. Das Concert\nbesteht aus einer Einleitung in langsamem Tempo und einem Alle-\ngro. Es zeugt von Talent und macht, einige leicht zu beseitigende\nLängen abgerechnet, den wohlthuenden Eindruck einer fiiessenden,\nnirgends gesuchten und geschraubten Composition, die jedoch keines-\nwegs der Schwierigkeiten und glänzenden Passagen entbehrt, in de-\nren Vortrag Herr Langhans sich als einen technisch fertigen Violi-\nnisten bewährte. Das Auditorium spendete reichen Beifall.\n13. Februar. Vor einigen Tagen trat das Comite für\ndas mittelrheinische Musikfest zusammen. Das vierte Fest,\nwelches im vorigen Jahre ausfallen musste, wird diesen Sommer im\nJuli hier gefeiert werden. Zum Dirigenten an beiden Tagen ist Herr\nMusik-Director Friedr. Marpurg hierselbst erwählt worden. Pro-\ngramm: I. Ouvertüre Op. 124 von Beethoven. Händel's Israel\nin Aegypten. 11. Scenen aus Alceste von Gluck. Chöre a ca-\npella von Pal es tri na und Mozart. C-moll- Sinfonie von Beet-\nhoven. Die erste Walpurgisnacht von F. Mendelssohn.\nIm letzten Liedertafel-Concerte gelangte unter der treff-\nlichen Mitwirkung von Fräul. Barth und Herrn Schneider aus\nWiesbaden Mendelssohns Lobgesang mit grossem Erfolg zur\nAufführung. Neu war ausserdem noch ein Ciavierstück mit Orche-\nster von Joachim Raff: Ode au printemps.\nFrnilliflirt «. 1?1. Die neue pariser Stimmgabel ist hier an-\ngekommen. Ein Vergleich mit älteren hat ergeben, dass die nun\nherabgesetzte Tonhöhe (bis auf einige Schwingungen) mit dem Ton-\nmaasse übereinstimmt, wie es bis ins vierte Jahrzehend im Orchester\ndes Operntheaters zu Wien und bis in das Jahr 1842 in der gros-\nsen Oper und im Conservatoire zu Paris bestanden. Hoffentlich wer-\nden sich nun vor Allem die deutschen Herren Hof-Capellmeister be-\neilen, die neue Stimmung zum Besten ihres Singpersonals einzuführen."}]}