{"numero_id": "bm-bmtnabi-1860-06-09-01", "volume": "bmtnabi_1860-06-09_01", "ocr_sha256": "aaaca1bea34b0acc1185ea362f18d660ad12f69bdfc5d45b0b878c890ff7c615", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1860/06/09_01/bmtnabi_1860-06-09_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1860-06-09-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-06-09_01#c001", "volume": "bmtnabi_1860-06-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "185", "page_fin": "185", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "185", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 488, "texte": "Inhalt.\nDas siebenunddreissigste niederrheinische Musikfest. I. Aus Münster (Rückblick auf die letzte Concert-Saison. Von\n***. Die musicalische Thätigkeit Münchens in den Monaten März, April und Mai. YonX. —Beurtheilun gen Für Pianoforte: Hall-\nberger's Salon 11. Jahrg. 1. 2. Heft. Von M. Für Organisten: Der katholische und protestantische Organist. Herausgegeben von G. W.\nKörner. Von L. Beethoven und Paer Tages- und Unterhaltungsblatt (Fr. Schneider's Musikschule in Dessau u. s. w.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-06-09-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-06-09_01#c002", "volume": "bmtnabi_1860-06-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "185", "page_fin": "187", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.2.2", "titre_corps": "Das siebenunddreissigste niederrheinische Musikfest.", "titre_sommaire": "Das siebenunddreissigste niederrheinische Musikfest.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "185", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.1", "debut_caractere": 490, "fin_caractere_exclue": 4292, "texte": "Das siebenunddreissigste niederrheinische Musikfest.\nI.\nDie Feier des niederrheinischen Musikfestes, welche\nim vorigen Jahre der kriegerischen Verhältnisse wegen\nnicht Statt fand, ist dieses Jahr wie gewöhnlich an den drei\nPfingsttagen, 27. 29. Mai, begangen worden, und zwar\nmit einem in jeder Hinsicht glänzenden Erfolge, mit Aus-\nnahme des Wetters, das den Mai völlig verläugnete und\nuns schier durch Sturm und Regen in den März zurück-\nversetzen wollte. Das war aber auch die einzige düstere\nPartie am Feste; alles Uebrige, Herbeiströmen der musi-\ncalischen und poetischen und neugierigen Menschen zum\nSingen, Spielen und Zuhören, treffliche Ausführung guter\nMusik, geselliges Zusammenleben unter Dach und Fach,\ndenn im Freien duldete der Himmel uns nicht, brachte\ntrotz alledem die fröhliche, festliche Stimmung in Gang,\nwelche an diesen der Tonkunst und ihrem Gefolge geweih-\nten Tagen am Rheine stets zu herrschen pflegt, und dieses\nMal um so mehr, als drei wohlthätige Traubenjahre dafür\ngesorgt haben, dass man das classische Sprüchwort: Can-\ntores amant humores\", mit: „Der Humor verlässt die Mu-\nsiker nicht!\" übersetzen kann.\nDie Stadt Düsseldorf, die Wiege des niederrheini-\nschen Musikfestes, hat seit dem Jahre 1818 dessen Feier\ndreizehn Mal veranstaltet, einmal sogar an zwei auf einan-\nder folgenden Jahren (1855 und 1856); sie darf sich also\nmit Recht als eine Hauptstütze dieses Kunst-Instituts be-\ntrachten, und es ist dem dort zusammengetretenen Comite\ngelungen, auch zum vierzehnten Male eine recht schöne\nFeier zu veranstalten.\nDa bei den ausserordentlichen Kosten, welche die Mu-\nsikfeste verursachen, die Einnahme keineswegs gleichgültig\nist, so wollen wir zunächst bestätigen, dass sie ein sehr er-\nfreuliches Resultat gegeben und die Auslagen überreich-\nlich gedeckt hat. Es ist dies um so bemerkenswerther, als\ndas wahrhaft umgestüme Wetter wahrlich nicht zu Ver-\ngnügungsreisen einlud; und doch waren alle Gasthöfe über-\nfüllt, Privat-Quartiere stark gesucht, mitunter nur zu theu-\nren Preisen zu haben, und in der Tonhalle an zwei tau-\nsend Zuhörer!\nDiese zahlreiche Theilnahme, welche sich bei den sie-\nben Festen, die seit der Wieder-Aufnahme derselben im\nJahre 1851 nach einer dreijährigen Unterbrechung (1848\nbis 1850) sich stets gesteigert hat, ist ein sicherer Beweis\ndafür, dass die Musikfeste mit dem Kunstleben am Rheine\ninnig verwachsen sind, die Liebe zur Tonkunst ihre vollen\nBlüthen treibt und der Sinn für das wahre Musicalisch-\nSchöne, wie es die reinste und edelste Kunstgattung im\nOratorium und in der Sinfonie darbietet, vollkommen stark,\nlebendig und unangefochten von den prahlerischen Lockun-\ngen der Werber für die Zukunft geblieben ist. Denn mö-\ngen immerhin, wie es ganz recht und billig, ja, notwen-\ndig ist, auch bewährte Werke neuerer Componisten ihre\nehrenvolle Stelle an unseren Musikfesten finden, so ist es\ndoch ausgemacht, dass hauptsächlich die Aufführung der\nmonumentalen Meisterwerke, deren Grösse aus der Ver-\ngangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft hinein-\nragt, die bei Weitem grösste Menge der Zuhörerschaft an-\nzieht und Tausenden ein wahres Fest ist, von dem sie so\nleicht keine äusseren Hemmnisse zurückhalten.\nMan betrachte ein Publicum, wie es an den Pfingst-\ntagen in der Tonhalle zu Düsseldorf versammelt war, in\nseiner gespannten Aufmerksamkeit, man sehe, wie es mit\ngebildetem Sinne und richtigem Tact die ernstesten Chöre\ndes Händei'schen Oratoriums und jeden Satz der Beetho-\nven'schen Sinfonie durch einen Applaus auszeichnet, der\nsonst nur Virtuosen-Leistungen zu Theil wird; wie es dann\nwieder keineswegs verrannt in Sonderbündelei oder in\nüberclassische Ausschliesslichkeit—die Sinfonie von Schu-\nmann, den Ver sacrum von I I iiier, das Violin-Concert von\nJoachim, neue und neueste Schöpfungen begabter Geister,"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4949, "texte": "aufnimmt und in ihnen den Anschluss an die hohen Mei-\nster in Verbindung mit dem Einflüsse unserer Zeit und\nihrer vermehrten Tonmittel und fortgeschrittenen Technik\nmit Freuden begrüsst: und man wird Achtung bekom-\nmen vor einer solchen Zuhörerschaft und in den Musik-\nfesten wahre Stützen, ja, recht eigentliche Conservatorien\nder Musik erblicken. Gewiss, ihre Aufführungen wirken\nlange nach und bewahren vor dem Behagen an unechtem\nFlitterglanz und modischem Klang-Luxus ohne musicali-\nschen Gedanken-Inhalt.\nDie Kräfte, welche das diesjährige Fest zur Ausfüh-\nrung vereinigt hatte, waren an Zahl und Tüchtigkeit be-\ndeutend.\nNach dem Textbuche zählte der Chor 165 im Sopran,\n112 im Alt, 137 im Tenor, 216 im Gass, zusammen\n630 Sängerinnen und Sänger; waren nun auch mehrere\nder angemeldeten verhindert, so bleibt immer noch ein\nVerein von 550 bis 600 Stimmen übrig. Uebrigens war\nder Chor der weiblichen Stimmen klangvoller und kräfti-\nger, als der Männerchor; vielleicht hinderte die Stellung\ndes letzteren, weit getrennt und auf beiden Seiten tief in\nden Hintergrund, ohne genügende Erhöhung, geschoben,\ndie volle Entwicklung der Stimmen.\nDas Orchester vereinigte 62 Violinen, 26 Bratschen,\n24 Violoncelle, 15 Contrabässe, 4 Flöten, 4 lloboen, 4\nClarinetten, 4 Fagotte, 6 Horner,* 4 Trompeten, 3 Po-\nsaunen, 2 Paukenschläger und 2 Janitscharen zu einer\nMasse von 160 Instrumentalisten unter der Anführung\nder beiden Concertmeister Julius Grunwald und Otto\nvon Königslöw aus Köln.\nDas Quartett der Saiten-Instrumente war vortrefflich.\nUnter den Violinisten bemerkten wir die Herren Böie aus\nAltona, Gerh. Brassin aus Düsseldorf, Engels aus Mül-\nheim an der Ruhr, Langenbach aus Elberfeld, Lar-\nronde aus Brüssel, C. Müll e r aus Braunschweig, Schmidt\naus Bremen, Seiss aus Barmen, Tours aus Rotterdam,\nVenth aus Köln. An den Bratschen wirkten unter Ande-\nren die Herren Franz Weber, Breunung, Bram-\nbach, Hülle, Kufferath, Mecum und Rumpen aus\nKöln, Kochner aus Düsseldorf, zur Nieden aus Duis-\nburg, Wollf aus Crefeld mit. Bei den Violoncellen die\nHerren Breidenstein aus Dortmund, B. Breuer aus\nKöln, Brinkmann aus Frankfurt a. M., Buchet aus\nVerviers, Cabisius aus Bremen, Des wert aus Brüssel,\nForberg aus Düsseldorf, Hankel aus Dessau, H. Geul\naus Crefeld, Jäger aus Elberfeld, Müller aus Braun-\nschweig, J. Wenigmann aus Aachen, Werner aus\nHannover. Bei den Contrabässen die Herren A. Breuer\naus Köln, Ba uwers aus Brüssel, Schauseil aus Düssel-\nDorf, Simon aus Sondershausen u.s. w. Unter den Blas-\ninstrumenten war nichts Ausgezeichnetes.\nDiesen Verein von Vocal- und Instrumentalkräften\nleitete Capellmeister Ferdinand Hill er von Köln mit\nfeuriger Anregung, meisterhafter Umsicht, Sachkenntniss\nund Energie.\nSe. Hoheit der Herr Fürst zu Hohenzoliern und sein\nHof verherrlichten sämmtliche Concert-Abende des Festes\ndurch Ihre hohe Gegenwart und sichtbare Theilnahme an\nden gelungenen Ausführungen.\nVon Künstlern und Kunstfreunden, besonders auch von\nOrchester- und Singvereins-Dirigenten, sahen wir ausser\nden bereits unter den Mitwirkenden genannten: Frau\nSchumann, die Herren Gouvy, J. Rosenhain, Du-\npuys aus Paris, Nikol. Rubinstein aus Moskau, Alfr.\nJaell, L. B rassin, B rahms aus Hamburg, Graf von\nStainlein aus München, Soubre aus Brüssel, Baron v.\nPerfall aus München, Reinthaler aus Bremen, Litolff\naus Braunschweig, Verhulst aus Rotterdam, Radecke,\nv. Saar aus Berlin, B. Scholz aus Hannover, Dietrich\naus Bonn, Wüllner aus Aachen, Marpurg aus Mainz,\nHartmann ausNeuss, Schindelmeisser ausDarmstadt,\nLeibi, Böhme, Max Bruch, Bargiel, Hompesch\naus Köln, Lenz aus Coblenz, Müller Ackens\naus Aachen, Schornstein, van Eyken, Weinbren-\nner aus Elberfeld, Rieh. Hol aus Amsterdam, O. Jahn\naus Bonn, die Musikverleger Dr. Arnold aus Elberfeld,\nRieter-Biedermann aus Winterthur, Schloss aus\nKöln u. s. w.\nIn der Feststellung des Programms erkannte man die\nGrundsätze wieder, welche durch langjährige Ueberliefe-\nrung für das niederrheinische Musikfest geheiligt und, so\nviel wir uns erinnern, nur ein einziges Mal verkannt wor-\nden sind. Die Grundlage der Feier bildeten stets und auch\njetzt wieder mit Hecht monumentale Werke der Tonkunst,\nwelche die Namen Händel, Gluck, Mozart, Beetho-\nven, Cherubini an der Stirn tragen. Ihnen schlössen\nsich Schumann und Hiller, jener mit der Sinfonie in\nB-dur, dieser mit dem Gesangwerke an, die\nneben und nach Mendelssohn die würdigsten Vertreter der\nzwei grössten und ernstesten Gattungen von Tonwerken in\nder nacbbeethoven'schen Zeit sind auch dieses Mal wie-\nder ein Beweis, dass unsere Musikfeste keineswegs das\nNeue bloss desshalb, weil es neu ist, ausschliessen wollen.\nNichts ist ungerechter, als dieser Vorwurf. Von den\n151 Werken, welche von 1818 bis 1847 auf den nie-\nderrheinischen Festen aufgeführt wurden, gehörten neun-\nundfünfzig zur Zeit lebenden Componisten an, und seit\nWiederaufnahme des Festes im Jahre 1851 bis heute\nkommen auf sechsunddreissig Werke älterer Meister (We-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "187", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 144, "texte": "ber und Mendelssohn mit inbegriffen) vierzehn von zeit-\ngenössischen Componisten, ein Verhältniss des Neuen zum\nAlten, welches 1 : 3 übersteigt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-06-09-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-06-09_01#c003", "volume": "bmtnabi_1860-06-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "187", "page_fin": "188", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.2.3", "titre_corps": "Aus Münster.", "titre_sommaire": "Aus Münster.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "187", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.3", "debut_caractere": 146, "fin_caractere_exclue": 5213, "texte": "Aus Münster.\nDen 29: Mai 1860.\nDas Concert vom 12. Mai schloss die Reihe der vom\nhiesigen Musik-Vereine in der verflossenen Winter-Periode\ngegebenen achtzehn Concerte. In denselben kamen, ausser\nkleineren Vorträgen für Gesang und Instrumente, folgende\nMusikwerke zur Aufführung: Sinfonieen: Ilavdn in\ndur (Nr. 1); Mozart in D-dur (in drei Sätzen) zwei Mal,\nin C-dur (Nr. 6) und in B-dur (Nr. 11 der BreitkopPschen\nAusgabe); Beethoven in D-dur (Nr. 2), Eroica (Nr. 3),\nB-dur (Nr. 4), C-moll(Nr. 5), (Nr. 6),\n(Nr. 7); Schumann D-molb,Gade (Nr. 1). Ouver-\ntüren: Cherubini: „Der portugiesische Gasthof\", „Ali\nBaba\", „Lodoisca\", „Elise\"; Mozart: „Zauberflöte\",\n„Cosifan tutte\", „Figaro\"; Beethoven: Op. 124, die vier\nOuvertüren zu Fidelio; Weber: „Freischütz\", „Pretiosa\",\n„Euryanthe\", „Beherrscher der Geister\", „Oberon\";\nSpohr: „Jessonda\"; Mendelssohn: „Die schöne Melusine\",\n„Meeresstille und glückliche Fahrt\", „Ruyßlas\"; Boildieu:\n„Weisse Dame\"; Gluck: „Iphigenie in Aulis\"; Nicolai:\n„Die lustigen Weiber von Windsor\"; Rossini: „Wilhelm\nTeil\"; Bennett: „Najaden\"; Spontini: „Vestalin\"; Mehul:\n„Joseph in Aegypten\". Gesangstüke: Lorelei von Hiller;\ndie erste Walpurgisnacht von Mendelssohn; der zweite Act\naus der Oper „Orpheus\" von Gluck; „An die Künstler\"\nvon Mendelssohn; Dithyrambe von Rietz; Die Ruinen von\nAthen von Beethoven (mit Sternau's verbindendem Gedicht);\nFrühlingsbotschaft von Gade; Zigeunerleben von Schumann;\n„Beim Abschied zu singen\" von Schumann; Introduction,\nRecitativ, Arie und Duett, Morgengesang der Vestaiinnen\naus der Oper „Die Vestalin\" von Spontini (anschliessend\nan die Ouvertüre); Hochzeitsmusik und Hochzeitslied aus\nder Oper „Lohengrin\" von Wagner; Introduction (Nr. 1),\nArie (Nr. 2), Quartett, Chor (Nr. 11), Chor mit Solo (Nr.\n12), Finale des zweiten Actes (Nr. 15), Finale des dritten\nActes (Nr. 22) aus der Oper „Oberon\" von Weber (an-\nschliessend an die Ouvertüre); Terzett mit Chor (0, diese\nSonne!); Duett (Schelm, halt' fest); Finale des dritten Actes\naus der Oper „Freischütz\" von Weber (im Anschluss an\ndie Ouvertüre); Concert-Arie mit Orchester-Begleitung von\nMendelssohn; Arie für Sopran aus „Saul\" von Hiller; Scene\nund Arie aus „Hans Heiling\" von Marschner; Recitativ und\nArie aus „Jessonda\" von Spohr; Arie „Ach, welche Lust\"\naus der Weissen Dame von Boieldieu; Arie des Pizarro mit\nChor, Duett des Pizarro und Rocco und erstes Finale aus\n„Fidelio\" von Beethoven; Arie des Simon: „Nun schreitet\nfroh der Ackersmann\", aus Haydn's „Jahreszeiten\"; Arie\ndes Faust aus der Oper „Faust\" von Spohr; Arie „In die-\nsen heiligen Hallen\" von Mozart; Lieder und vierstimmige\nMännerchöre von Mendelssohn, Marschner, Schumann,\nLachner, Dürrner, Lenz, Bansi, Heiser, Woyna u. s. w.\nConcertstiicke: Violoncell-Concert [C-dur, Nr. 7) von\nRomberg; Phantasie für Cello von Servais; Präludium in\nC-clur von J. S. Bach, in der bekannten Weise von Gounod\neingerichtet für Ciavier, Yioloncell und Orgel; Concert für\nPianoforte (A-molt)von Schumann; Rondo in von\nMendelssohn; Concert für Pianoforte von Th.\nKrausse; Concert für Waldhorn von Lübeck; Phantasie\nfür Waldhorn von Lorenz; Solo für Flöte von Briccialdi;\nConcert für Violine von Mendelssohn; Phantasie für Violine\nvon Leonard; Concert für Violine von Beethoven.\nWas die Zustände des hiesigen Musik-Vereins im All-\ngemeinen betrifft, so hat sich derselbe auf seiner früheren\nHöhe erhalten. Insbesondere waren die Leistungen des Or-\nchesters nach allen Seiten hin der vollsten Anerkennung\nwürdig. Die Stabilität des Bestandes seiner Mitglieder, un-\nter denen seit Jahren nur geringer Wechsel Statt gefun-\nden, der gute, feste Stamm eines soliden Quartetts, die\ngrosse Zahl der Proben und Ausführungen, welche die un-\ngewöhnlich lange Reihe der Concerte erfordert und durch\nwelche die Kräfte des Orchesters in steter einheitlicher\nUebung erhalten werden, insbesondere aber die vorzügliche\nLeitung desselben unter seinem nach allen Seiten hin tüch-\ntigen Dirigenten, Herrn Musik-Director Karl Müller, ge-\nben ihm eine unerschütterliche Sicherheit, verbunden mit\ngrosser Leichtigkeit und Feinheit in der Ausführung, ia\nwelcher die zartesten Nuancirungen und Schatlirungen\nihren Ausdruck finden. Auch die Auswahl der aufgeführ-\nten Musikwerke zeugt davon, dass die Richtung des Vereins\ndie seit Jahren festgehaltene geblieben ist. Diese Richtung\nauf das Beste und Höchste unserer classischen Musik wird\n\\\naufs entschiedenste durch Herrn Müller vertreten, und sie\nist die beste Gewähr für die fortdauernde Blüthe des\nVereins.\nFreilich droht demselben von anderer Seite ein nicht\nunerheblicher Uebelstand. Seit Jahr und Tag wurde die\nzur Aufführung der musicalischen Messen im hiesigen Dom\nbestandene, aus Mitteln des Dom-Capitels unterhaltene\nDom-Capelle aufgelöst. Die besoldeten Mitglieder die-\nser Capelle waren grösstentheils auch mitwirkende Mitglie-\nder des Musik-Vereins; dadurch, dass die erstere ein Tun-\nV 7\ndirtes Institut blieb, wurden dem letzteren nicht nur tüch-\ntige Kräfte erhalten, sondern auch neue zugeführt, ohne\ndass es Seitens des Vereins der Aufwendung besonders\n[*J"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3191, "texte": "kostspieliger Mittel bedurfte. Mit dem Aufhören der Ca-\npelle hat diese Hilfsquelle für den Verein aufgehört, und\nkann es nicht fehlen, dass ihm auf die Dauer daraus ein\nmerklicher Nachtheil erwachsen wird. Hoffentlich wird\nderselbe jedoch die Mittel finden, etwaige Verluste, welche\nihn auf diese Weise treffen, in anderer Art zu ersetzen.\nEben so, wie das Orchester, befriedigte auch der Chor\nvollständig durch klangvolle, reine Stimmen und durch\npräeisen und feinen Vortrag. Leider wurde während der\nverflossenen Concert-Periode das Zusammenwirken von\nChor und Orchester, wie solches bisher in jedem Jahre am\nCäcilien-Tage durch Aufführung eines Oratoriums geschah,\nverhindert, obwohl die Aufführung von Haydn's „Jahres-\nzeiten\" in den erforderlichen Proben bereits vollständig\nvorbereitet war. Der Vereins-Vorstand beabsichtigte, für\neinzelne Solo-Partieen auswärtige Kräfte zu gewinnen ; die\ndesfallsigen Verhandlungen überdauerten jedoch den Cä-\ncilien-Tag, und die Aufführung unterblieb.\nDer grössere Theil der Solo-Vorträge wurde durch\nhiesige Dilettanten ausgeführt. V on auswärtigen Künstlern\nsang Fräul. E. Saart aus Köln die Lorelei und die Arien\nvon Mendelssohn, Ililler (aus Saul), Maischner (Heiling)\nund von Spohr (Jessonda) mit schöner, wohlklingender\nStimme und vollem Beifalle. Das Cello-Concert von Rom-\nberg und die Phantasie von Servais trug Elerr Valentin\nMüller, Schüler von Menter und Servais, jetzt in Paris,\nganz vorzüglich vor. Das von Schumann\nund das jEk-tfer-Rondo von Mendelssohn spielte Herr II a r-\nnecke aus Arnsberg, ein junger Pianist, der mit guter\nTechnik gute Richtung verbindet. Derselbe bestätigte die-\nses auch in einem besonderen Concerte, in welchem er die\nSonate von Beethoven, Op. 106, und Mendelssohn's\nmoll-Concert mit grossem Beifalle vortrug. Das Clavier-\nConcert vonTh. Krausse, eine Composition, welche man-\nches Interessante und Schöne bietet, wurde vom Compo-\nnisten gut ausgeführt und sehr beifällig aufgenommen.\nDer erste Hornist des Orchesters, Herr Heck, brachte die\nCompositionen für Waldhorn vortrefflich zur Geltung. Der\nschöne Ton, die reine, fehlerlose Intonation und die grosse\nBravour, welche ihm zu Gebote stehen, geben ihm für das\nOrchester einen besonderen Werth, lieber den Herrn Con-\ncertmeister Maximilian Wolff aus Frankfurt am Main,\nwelcher das Concert von Mendelssohn und die Phantasie\nvon Leonard für Violine vortrug, hat bereits die Nummer\n\"20 dieser Zeitung von hier aus berichtet. Derselbe spielte\nauch das Beethoven-Concert und bewährte durch den Vor-\ntrag dieser grossartigen Composition, dieses Probiersteines\nder Violin-Virtuosen, aufs rühmlichste das früher über ihn\nausgesprochene Urtheil/\nDie hiesigen musicalischen Zustände gewähren hier-\nnach ein recht zufriedenstellendes Resultat. Es kann ohne\ndie geringste Ueberlreibung gesagt werden, dass aus den\nvorhandenen musicalischen Elementen alles geschaffen wird,\nwas mit denselben irgend zu erreichen ist. Dieses verdient\nvolle Anerkennung, und soll damit zugleich sowohl den\nmitwirkenden Mitgliedern des Vereins, als insbesondere\nseinem verdienstvollen, strebsamen, keine Mühe und Ar-\nbeit scheuenden Dirigenten der herzlichste Dank ausge-\nsprochen sein."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-06-09-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-06-09_01#c004", "volume": "bmtnabi_1860-06-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "188", "page_fin": "189", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.2.4", "titre_corps": "Die musicalische Thätigkeit Münchens in den Monaten März, April und Mai.", "titre_sommaire": "Die musicalische Thätigkeit Münchens in den Monaten März, April und Mai.", "signature_source": "X", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.4", "debut_caractere": 3193, "fin_caractere_exclue": 5188, "texte": "Die musicalische Thätigkeit Münchens in den Monaten\nMärz, April und Mai.\n\nDie musicalische Akademie unter Lachner's Leitung\neröffnete nach dem Carneval ihren zweiten Concert-Cyklus\nmit einem historischen Concerte von Werken baierischer\nCapellmeister. Dasselbe begann mit einer Composition von\nL. Senfl, geboren um 1490, ihr folgten Werke von Or-\nlando di Lasso, Joh. C. Kherl, G. A. Bernabei, A. Stef-\nfani, A. Bernasconi, C. Canabich, Winter, Elt, Chelard.,\nAiblinger und es schloss mit einer Volks-Hymne von Stünz.\nDas Palmsonntag-Concert brachte die „Schöpfung\" von\nHaydn, die übrigen drei Concerte die Sinfonia JEroica und\ndie in Cvon Beethoven, die 6r-mo//-Sinfonie - von Mozart,\nein Octett für Blas-Instrumente von demselben Meister\nund das Clavier-Concert in Gvon Beethoven. Von Ouver-\ntüren und Gesangstücken kamen in denselben zur Auffüh-\nrung: die Ouvertüre zu Anakreon von Cherubini, die zu\nAthalia von Mendelssohn und die zu König Stephan von\nBeethoven; ferner die Arie: „Mein gläubiges Herze froh-\nlocke\", von Seb. Bach, eine Sopran-Arie aus Iphigenie in\nAulis von Gluck und eine aus Händel's Cacilia: „0, welche\nKunst erreicht\"; schliesslich irische Lieder für Ciavier,\nVioline, Violoncell und zwei Singstimmen von Beethoven.\nIm Oratorien-Verein unter von Perfall's Leitung\nkam in zwei Concerten zur Aufführung das Oratorium\n„Israel in Aegypten\" von Händel (nach der Original-Par-\ntitur mit Orgel) und zum ersten Male der zweite Theil aus\ndem Weihnachts-Oratorium von Seb. Bach; der dritte Act\naus dem von der deutschen Händel-Gesellschaft herausge-\ngebenen Oratorium „Susanna\" von Händel und die „Un-\ndirie\", Gedicht von Bon, Musik für Soli, Chor und Or-\nchester von Perfall, eine Composition, über deren glänzen-\nden Erfolg ich Ihnen schon berichtet habe. Ein Haydn'-\nsches Quartett in F-dur, die D-dur-Sonate für Cello und\nCiavier von Mendelssohn und das Quintett in von\nBeethoven vertraten endlich nach langer Pause in einer\nLauterbach'schen Soiree wieder die Kammermusik. Zwei"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "189", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 824, "texte": "andere Soireen, von denen die eine der Violinist Herr Pe-\nter Moralt, die andere der Pianist J. V. Kolb veran-\nstaltete, brachten an Belangreichem ein Geigen-Quintett\nvon Franz Lachner mit grosser Besetzung, das italienische\nConcert für Ciavier allein von Seb. Bach und das Trio in\nB-clur (Op. 97) für Ciavier, Violine und Violoncell von\nBeethoven. Von Virtuosen hörten wir Fräul. Eichberg,\nHarfenistin aus Stuttgart, unseren Clarinett-Virluosen Bär-\nmann und die Sängerin Frau Kapp-Young aus Wien\nin zahlreich besuchten Concerten, die sie selbst veranstaltet\nhatten. Schliesslich ist noch einer Composition für Soli,\nChor und Orchester, „Die Rückkehr des Odysseus\", zu\ngedenken, welche ein junger einheimischer Componist,\nHerr J. Urban, in einem von ihm gegebenen Concerte\nunter seiner Direction zur Aufführung brachte.\n\nX."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-06-09-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-06-09_01#c005", "volume": "bmtnabi_1860-06-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "189", "page_fin": "190", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.2.5", "titre_corps": "Beurtheilungen.", "titre_sommaire": "Beurtheilungen.", "signature_source": "L", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "189", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.5", "debut_caractere": 826, "fin_caractere_exclue": 5002, "texte": "Beurtheilungen.\nFür Pianoforte.\n\n1. Hallberger's Salon. Ausgewählte Sammlung\nvon Original-Compositionen für das Pianolorle.\n11. Jahrgang. 1. 2. Heft, ä 7 % Sgr. Subscr.-Pr.\n2. Pracht-Ausgabe der Sonaten von Haydn, Clementi,\nMozart, Beethoven. 13.—20. Heft, ä Bogen 1 Sgr.\nVon den letzteren Componisten, die hier in schöner\nGestalt neu erscheinen, Umgang nehmend sie stehen\ngross da und unerreicht und werden ewig die Grundlage\neines guten Ciavierspiels und der Gipfelpunkt eines geläu-\nterten Geschmacks sein —, beschränke ich mich, Einiges\nüber Nr. 1 zu sagen. Die ausgebildete Technik des Ciavier-\nspiels, welche mit der vorwärts geschrittenen Vervollkomm-\nnung des Pianolorle Hand in Hand geht, macht neue Com-\npositionen unumgänglich nothwendig. Dazu tritt dann noch\ndie Thatsache, dass das Clavierspielen mehr als je zur Ge-\nwohnheit aller nur auf einige Bildung Anspruch Machen-\nden geworden ist; ob zum Vortheil der Musik oder zum\nNachtheil, weiss der Kenner gar leicht zu beurtheilen. Ein\nUnternehmen wie das des Hallberger'scben Salons kann\ndaher von diesem Gesichtspunkte aus nur gebilligt werden.\nEs verdient aber mehr, nämlich Lob und Unterstützung,\nwenn dem vorgesetzten guten Zwecke auch eben so gute\nMittel entsprechen. Das aber ist hier der Fall. Können auch\nalle Compositionen nicht vertreten werden, wenn man den\nstrengen Maassstab der Aesthetik anlegt, erscheinen manche\ndes ersten Jahrganges als unreife Früchte, findet sich man-\nches rein Virtuosenthümliche, so ist doch bei Weitem die\nMehrzahl der Piecen sehr gut. Um aber auf die zwei vor-\nliegenden Hefte des zweiten Jahrganges zu kommen, so ist\nder Fortschritt zum Bessere» unverkennbar. Die Compo-\nsition von Moscheies ist eine süsse Träumerei als Nach-\nklang wohlthuenden Genusses herzinniger Freundschaft.\nIn Rrüger's Pastorale weht die stilie Ruhe einer Land-\nschaft bei Sonnen-Untergang. J. Duprato erzählt uns die\nSchmerzen eines Herzens, welches endlich in frommer Re-\nsignation den lange vermissten Frieden fand. J. Abenheim\nweckt in uns auf die trauten Märchen, mit welchen unsere\nMutter an der Wiege uns in den Schlaf sang. Egmont\nFröhlich zaubert uns die Feen und Elfen, welche darin\nspielen, selbst vor unsere trunkenen Augen; wir sehen sie\nhüplen und tanzen, necken und kosen; wir fühlen uns von\nihnen gehoben und drehen uns selbst mit im frohen Wir-\nbel. F. Hiller endlich, der begabte Liebling der kölner\nMuse, fesselt uns durch den Liebreiz einer zarten Melodie,\nwelche er durch vielfach verschlungene Wege der Har-\nmonie wie ein Flötenspiel über einer Guitarren-Begleitung\ndahinführt. Dabei sind sämmtliche Compositionen ziemlich\nleicht auszuführen, ohne dass sie jedoch den Reiz ernste-\nrer Mühe ausschlössen. M.\nFür Organisten.\nDer unermüdlich thälige Verleger G. W. Körner in\nErfurt hat wieder ein recht praktisches Hülfsbuch für\nkirchliches Orgelspiel herausgegeben, dessen Titel aber\ndermaassen ausführlich ist, dass wir nur die Hauptzeilen\ndavon hersetzen:\nDer katholische und protestantische Orga -\nnist oder der praktische Organist. In Ver-\nbindung mit A. W. Gottschaig, J. N. W.\nKühne und J. G. Lehmann herausgegeben von\nG. W. Körner. Mit Angabe der Pedal-Applica-\ntur von A. G. Ritter.\nDas Buch, klein Quer-Folio mit hübsch gestochenen\nNoten auf schönem weissem Papier, enthält auf 185 Sei-\nten 646 meist kurze Orgel-Präludien, die als Vor-,\nZwischen- und Nachspiele bei Chorälen und bei gottes-\ndienstlichen Handlungen gebraucht werden können. Sie\nsind sämmtlich aus Werken guter Orgel-Componisten ge-\nnommen, und jedes Stück, sei es auch noch so klein, trägt\nden Namen seines Verfassers. Das ist sehr gut; denn die\nEitelkeit der Organisten und Orgel spielenden Lehrer, die\nda gar zu gern meinen: „Das können wir alles allein eben\nso gut oder noch besser machen!\" beugt sich doch viel-\nleicht vor den hier stehenden Namen älterer und neuerer\nMeister, wie Bach, Brähmig, van Eyken, Freyer, Geb-\nhardi, Händel, Herzog, Hesse, Kühmstedt, Löwe, Meisler,\nMendelssohn, Rink, Ritter, Joh. und Fr. Schneider, Theile,\nTöpfer, Wedemann u. s. w.—es sind ihrer 117!—, und\nlässt sich herab, sich aus dieser Sammlung vorzubereiten\nund, was noch besser ist, nach und nach diejenigen Sätze"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "190", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2069, "texte": "aus jeder Tonart, die dem Spieler am meisten zusagen,\nauswendig zu lernen. Die jedesmalige Wahl wird dadurch\nerleichtert, dass sämmtliche Stücke nach den Tonarten ge-\nordnet sind. So hat z. B. C-d62, 16,\n40, D-mott 29 Präludien u. s. w.\nIn Beziehung auf das Wünschenswerte und Nützliche\neiner solchen Sammlung sagt Fr. Schneider in seiner Or-\ngelschule (S. 103): „Die freie Phantasie ist hier wohl am\nrechten Orte, aber wem diese nicht auf eine den Zweck\nerfüllende, würdige Weise zu Gebote steht (und dieses ist\nja auch bei dem besten Künstler nicht immer der Fall),\nder wähle doch lieber vorhandene gute Werke. Der Wahn,\nden fast die meisten mittelmässigen und sogar schlechte\nOrganisten haben, es müsse alles, was sie spielen, aus\neigener Erfindung herkommen, ist ein ganz falscher, wo-\ndurch sie weder Gott noch Menschen gefälliges Werk aus-\nüben. Anstatt ihrer nichtssagenden, oft sagar falschen Ac-\ncordenfolge, verbrämt mit allerhand alltäglichen, gemeinen\nFloskeln u. dgl., sollten sie sich lieber bemühen, gute vor-\nhandene Compositionen, deren es für alle Zwecke und Aus-\nführung aller Art gibt, tüchtig einzuüben, wodurch auch\nihnen selbst der grösste Vortheil für ihre Ausbildung er-\nwüchse, abgesehen davon, dass sie dadurch den Haupt-\nzweck, der Erbauung förderlich zu sein, mehr\nerreichen würden.\"\nEben so wahr und zweckmässig sagen über diesen\nPunkt die vielbesprochenen preussischen Regulative vom\n1. October 1854: „Nach diesem Gesichtspunkte ist ... .\nder Unterricht im Orgelspiel zu gestalten und die Aufgabe\ndes künftigen Organisten mehr in das sichere und bewusste\nWiedergeben des Bewährten und in kirchlicher Anerken-\nnung Stehenden, als in die Fähigkeit, selbst Neues zu bil-\nden und eigene Wege zu gehen, zu setzen.\"\nDazu ist nun Körner's „praktischer Organist\" ein vor-\ntreffliches Hülfsmittel. Die Anschaffung wird für Kirchen-\nVorstände, ganze Sprengel u. s. w. dadurch erleichtert,\ndass bei directem Bezüge von 30 Exemplaren der Preis\neines jeden auf 2 Thlr. gestellt ist, bei 12 Exemplaren auf\n22/3 Thlr., für jedes einzelne auf 3 Thlr.\n\nL."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-06-09-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-06-09_01#c006", "volume": "bmtnabi_1860-06-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "190", "page_fin": "191", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.2.6", "titre_corps": "Beethoven und Paer.", "titre_sommaire": "Beethoven und Paer.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "190", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.6", "debut_caractere": 2071, "fin_caractere_exclue": 4902, "texte": "Beethoven und Paer.\nAn die Redaclion der Niederrheinischen Musik-\nZeitung.\nIn einer Anmerkung zum Berichte über Beethoven's\nFidelio in Paris*) wird die Frage aufgeworfen, woher\nBerlioz den Spass genommen habe, Beethoven ein dort\nnäher bezeichnetes Witzwort zuzuschreiben. Ich habe ihm\ndasselbe vor längeren Jahren mitgetheilt, und mir selbst\nwurde es von jemandem erzählt, der es gewiss nicht er-\nfunden, nämlich vom alten Paer selbst. Dieser, welchen\nich in meinen Jünglingsjahren in Paris häufig sah und in\ndessen Charakter es lag, gegen Jedermann mehr als freund-\nlich zu sein, sprach mir viel von seiner Bekanntschaft mit\nBeethoven in Wien und legte eine grosse Verehrung für\nletzteren an den Tag. Und so erzählte er mir auch, wie\nBeethoven eines Abends mit ihm ins Theater an der Wien\ngegangen, wo seine, Paer's, Leonora gegeben wurde. Beet-\nhoven habe neben ihm gesessen und, nachdem er ein Mal\nüber das andere Mal ausgerufen:\nc'est interessant!11 endlich gesagt:\npose cela.u Paer schien ganz stolz darauf, auf diese Weise\ndie Veranlassung zu Beethoven's Composilion des Fidelio\ngegeben zu haben, und es ist an der Wahrhaftigkeit die-\nser Erzählung aus seinem Munde wohl nicht zu zweifeln.\nFerd. Hi 11er. -\nN achschrift der Redaction. Sehr dankbar für die\nMittheilung; jeder Zug, der zur Charakteristik Beethoven's\nund zur Entstehungsgeschichte seiner Werke beitragen\nkann, wird uns und jedem Leser willkommen sein. Wie\nPaer selbst die Sache erzählt hat, erscheint sie übrigens\nganz anders, als bei Berlioz. Dort zeigt sich Beethoven un-\nbefangen, ergriffen von dem, was er sieht und hört, und\nunwillkürlich sein Gefühl und seine Neigung, denselben\nStoff zu componiren, aussprechend. Wie weit ist das ent-\nfernt von der „rudesse humoriste\",die Berlioz ihm zu-\nschreibt, und von der malitiösen Ironie der Worte nach\ndessen Version: „ Votre opera\nmettre en musique/\"\nZur Sache selbst fügen wir hinzu, was Friedrich\nTreitschke, in jenen Jahren Regisseur und Theater-\nDichter der beiden Hofbühnen in Wien und auf Beetho-\nven's Wunsch Bearbeiter des Textes des Fidelio für die\nWiederaufnahme der Oper im Jahre 1814, in seinem\nAufsatze „Fidelio\" in „Orpheus, musicalisches Ta-\nschenbuch für 1841\", herausgegeben von Aug. Schmidt\nin Wien sagt:\n„Es war Ende 1804, als Freiherr von Braun, der\nneue Eigenthümer des k. k. privilegirten Theaters an der\nWien, dem eben in voller Jugendkraft stehenden Ludwig\nvan Beethoven antrug, eine Oper für jene Bühne zu\nschreiben. Durch das Oratorium „Christus am Oelberg\"\nhegte man den Glauben, dass der Meister auch für die\ndarstellende Musik, wie seither für Instrumente, Grosses\nzu leisten im Stande sei. Ausser einem Honorar bot man\nihm freie Wohnung im Theater-Gebäude. Joseph Sonn-\nlei thn er übernahm die Besorgung des Textes und\nwählte das französische Buch „L'Amour [von\n\n*) Nr. 22, S. 173."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "191", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2197, "texte": "Bouilly j, obgleich es schon mit Musik von Gaveaux ver-\nsehen, auch italienisch als Leonora von Paer componirt,\nnach beiden Bearbeitungen aber ins Deutsche übersetzt\nwar. Beethoven lürchtete seine Vorgänger nicht und ging\nmit Lust und Liebe an die Arbeit, die Mitte 1805 ziem-\nlich zu Ende gelangte.\"\nDie erste Aufführung fand am 20. November Statt\nunter ungünstigen Verhältnissen: der Adel hatte die Resi-\ndenz verlassen, die städtische Bevölkerung mied die Thea-\nter, so dass bei jenen ersten drei Vorstellungen das Publi-\ncum meist aus französischem Militär bestand. (Vergleiche\nSchindler, Biographie Beethoven's, 1., S. 118 ff.)\nEs fragt sich nun: Wann wurde Paer's Leonora ge-\nschrieben und in Wien bei Anwesenheit Paer's aufgeführt?\nIm Herbste 1708 erschien Gaveaux's Amour conjugal\nzum ersten Male in Paris. Dazumal lebte Paer in Wien,\nwo Beethoven seit 1792 sich ebenfalls befand. Paer blieb\ndort bis 1802; denn schon Ostern dieses Jahres trat er\nseine Stelle als Capellmeister in Dresden an, wo zugleich\nseine Gattin, geborene Riccardi, als erste Sängerin an\nder italiänischen Oper angestellt wurde. Von da folgte er\nim Jahre 1806 dem Kaiser Napoleon nach Warschau und\nnach dem tilsiter Frieden nach Paris, wo er bis an seinen\nTod, den 3. Mai 1839, in sehr ehrenvoller Stelluno blieb.\no\nSeine „Leonora\" kann also nur in den Jahren 1799\nbis 1801 in Wien bei seiner eigenen Anwesenheit aufge-\nführt worden sein, oder allenfalls im Jahre 1803, zu An-\nfang dessen nach Gerber's Lexikon Paer Wien\n„wieder auf kurze Zeit besuchte und zu der dasigen Wit-\nwen-Akademie in den Fasten 1803 ein neues Oratorium\nschrieb.\"\nIn der Liste seiner Opern von 1799 bis 1803 bei\nGerber fehlt die Leonora (1799 Camilla; 1800 Griselda,\nII Morto vivo; 1801 Achilles, Poche mct hone, Der Brau-\nsekopf, Der lustige Schuster; 1802 L'lntrigo amoroso,\nsein Debüt in Dresden; 1803 Die Wegelagerer, Sargino);\ndanach könnte die Leonora 1802 geschrieben und Anfang\n1803 in Wien aufgeführt worden sein, wo dann Beet-\nhoven den Eindruck, von welchem Paer später erzählte,\nerhalten, ihn bis zum folgenden Jahre bewahrt und dann\nden Stoff Sonnleithner für die von Herrn von Braun ge-\nwünschte Oper vorgeschlagen haben könnte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-06-09-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-06-09_01#c007", "volume": "bmtnabi_1860-06-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "191", "page_fin": "192", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.2.7", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "Die Redaction", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "191", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.7", "debut_caractere": 2199, "fin_caractere_exclue": 6573, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\n\nEin Buch von Kempe: „Friedrich Schneid er's Musik-\nschule in Dessau'4, gibt interessante Nachrichten über dieses\nInstitut, das nach Fr. Schncider's Tode noch eine Zeit lang von\ndessen Sohne Theodor Schneider fortgeführt worden, jetzt aber\neingegangen ist, da Herr Theodor Schneider die Stelle eines Musik-\nDirectors in Chemnitz angenommen hat. Kempe's Buch enthält\nauch ein vollständiges Yerzeichniss der Schüler Fr. Schneidens; es\nsind deren 135, von denen merkwürdig genug schon 25 als\nbereits gestorben bezeichnet sind, die gegenwärtig kaum das 40. bis\n45. Lebensjahr erreicht haben würden. Daraus aber den Schluss zu\nziehen, dass die Musiker zumeist kein hohes Alter erreichten, ist\nnicht stichhaltig, da sich eben so viel Beispiele eines hohen Alters\nvon Musikern gegen den frühen Tod von Mozart, F. Schubert, Men-\ndelssohn, Schumann u. s. w. aufstellen lassen, z. B. Albreehtsber-\nger, Clementi, Gluck, Haydn, Spohr u s. w. Unter den Lebenden\nfinden wir iru dem gedachten Verzeichnisse unter Anderen Volk-\nmann,M a r k u 11, Stade, tranz, W illmers, Derc k u m ,\nSaloman u. s. w. Ueber Schneidens Umgang mit seinen Schülern\näussert sich Kempe also: Schneider war ein Verehrer strenger Sitt-\nlichkeit, veiachtete aber alle Kopfhängerei. Ein sittlich freier Ton\nbelebte seinen Unterricht; mit Strenge, ja, mit Härte verfolgte er\njede Unanständigkeit. Betrug war ihm im höchsten Grade zuwider,\nund der Schüler, der nur Ein Mal seine Arbeit von einem anderen\nsich machen liess oder abschrieb, verlor sein Vertrauen auf immer.\nNiemals, selbst nicht beim heitersten Gelage, vergass er seine Stel-\nlung. Das Institut besass eine so genannte Quinten-Casse, d. h. eine\nStraf-Casse, in die für jede falsche Quinte und Octave eine Kleinig-\nkeit gezahlt werden musste. In bsstimmten Perioden fand ein Quin-\ntenschmaus Statt, wo es manchmal gar lustig herging und über die\nPoliceistunde hinaus traulich gezecht wurde; aber der folgende Mor-\ngen um 7 Uhr sah den Meister gewiss stets zuerst in seinem Lehr-\nzimmer, und wehe dem, der wegblieb. Dass unter den 135 Zöglingen\nauch leichtfertige Subjecte gewesen sein mögen, ist nicht zu be-\nzweifeln, wirft aber auf die Anstalt selbst keinen Schatten. Dessau\nbedauert heute noch das Eingehen derselben, denn auch der mate-\nrielle Nutzen war für die Stadt von Bedeutung. Auch Schneidens\nLehrweise beleuchtet der Verfasser des erwähnten Werkes. Schon\nvor Marx sah Schneider als hohe Aufgabe der Compositionslehre an,\n„eine Bildungsschule für schaffende Künstler zu sein0, aber auch,\n„dass sie nicht allein für Componisten, dass sie vielmehr für jeder-\nmann, der sich tiefer für Musik bilden, sich nicht bloss sinnlich\noder in dunkelem Fühlen und Ahnen ihr annähern, sondern in ihr\nWesen tief eindringen will, dass sie namentlich für Lehrer,\nrende und sonstige Vorgesetzte musicalischer Anstalten das uner-\nlässliche und unersetzliche Bildungsmittel sei. Schneider war ein\nVertreter der alten Kernschule u. s. w. Ihm ist die Harmonie die\nBasis der Musiklehre; aus der Harmonie entwickelt er die Melodie,\nauf den harmonischen Zusammenhang der Worte und der Töne grün-\ndet er den Rhythmus. Die Ton- und Intervallen-Lehre dient ihm\nzunächst als Eingang in die Accordenlehre, woraus er dann die\nHarmonielehre weiter fördert. Sein System ist mit dem Gottfried\nWeber's innigst verwandt, nur viel einfacher und klarer, natürlicher\nund lebendiger.u\nMan schreibt uns vom ftlittelrheine: „Berlioz's Kritik über\nWagner ist ein Curiosum sonder Gleichen. Dabei bewährt sich das\nin Oesterreich gebräuchliche Sprüch wort: Der Kessel straft den Ofen-\ntopf (Einer ist so schwarz wie der Andere). Der Franzose ignorirt\ndas ungeheuerliche Sünden-Accumulat, das sich schon allein in sei-\nnem Requiem findet, vielleicht weil er wähnt, dieses Ungeheuer selbst\nsei schon vergessen. Hier liegt ein Exemplar davon. Auch der von\nJoseph Mainzer JB3B anatomirte Hector Berlioz liegt hier. Eine\nkunstgeschichtliehe Merkwürdigkeit sonder Gleichen! Wahrlich, man\nsollte sich die Mühe geben, die Gegenwart einige Blicke in diese\nbeiden Werke thun zu lassen, weil der Moment hierzu ein geeigne-\nter ist. Nicht unwahrscheinlich, dass gerade die Kritik dieses weit\ngrösseren Verbrechers an der Kunst dem Richard Wagner mehr\nSchaden bringen werde, als dies alle deutschen Kritiker zusammen\nvermocht haben, weil der Kritiker ein Franzose ist!*"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "192", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4938, "texte": "Ctftlieil. Geehrter Herr Redacteur! Abgesehen von dem Scherz*)\ndes Capellmeisters des himmlischen Reiches, Herrn Dschin-Tschong,\nin Nr. 15 Ihrer Zeitung, dessen „herrliches Werku der Art ist, dass\ndessen „Verbot bei Todesstrafe-4 eine nicht genug zu preisende Wohl-\nthat Sr. chinesischen Majestät bleibt, erlaube ich mir auf folgende\nSchrift aufmerksam zu machen: „Erste Wanderung der älte-\nsten Tonkunst als Vorgeschichte der Musik oder als erste Pe-\nriode derselben, dargestellt von Gott fr. Willi. Fink. Mit acht\nKupfertafeln. Essen, bei G Bädeker, 1831.— Auf Seite 73 ist zu\nlesen: „Wunderbarer Weise findet sich nun diese älteste Tonkunst\nin ihrem eigentümlich rhythmischen Tacte, in Mangel an Harmonie,\nd. i. der Mehrstimmigkeit des Tonspiels und des Gesanges, und in\nder uralten fünft.önigen Tonleiter vollkommen so unter den\nHochschotten wieder. Es fragt sich nun: Wie kam diese erste\nTonkunst des fernen Orients in dieses westliche Bergland auf die\nhebridischen Inseln ?u Auch Mendelssohn soll die fünf Obertasten\nein „Recept zu Volksliedern\" genannt haben (vgl. N. Z , Nr. 3, S-\n-22), was auch bereits Beethoven in dem fünftönigen schottischen\nLiede (Nr. 7, S. 54) erkannt hat. L. Kind scher.\nHerr Organist Langer in Leipzig, der langjährige verdiente\nDirigent des Pauliner Gesang-Vereins in Leipzig, ist bei Gelegen-\nheit des vierhundertjährigen Jubiläums der Universität Leipzig von\nder philosophischen Facultät daselbst zum Ehren-Dootor ernannt\nworden.\nIS&M&lbDie hiesige Bach-Gesellschaft unter der Leitung\ndes Herrn G. Armbrust führte in der St.-Petri-Kirche unter Mit-\nwirkung des Herrn Koch und des Fräul. Lüdecke aus Köln die\n11-moll-Messej 1. Theil, und das Weihnachts-Oratorium, 2. Cantate,\nauf. Es ist zu beklagen, dass sich die Bach-Gesellschaft, trotz ihres\nerst kurzen Bestehens, schon an das grösste und schwierigste Werk\nBach's, die hohe Messe, gewagt, indem sie sich dieser Aufgabe in\nallen Theilen nicht gewachsen zeigte. Wenn auch die Ausführung\nder Chöre ein fleissiges Studium erkennen liess und den Eifer und\ndie Umsicht des Dirigenten bethätigte, so konnten doch Schwankun-\ngen nicht vermieden werden, die um so bedauernswerther erschei-\nnen, als die Vorführung eines so- riesigen Werkes nur eine ganz voll-\nendete Ausführung duldet. Dass die Chöre zu schwach waren und\nderen Wirkung durch die Orgel und die Bleche oft paralysirt wurde,\nkönnen wir weniger zum Vorwurf machen, wohl aber, dass die\nTempi, besonders des Gloria, zu langsam genommen wurden, und\ndass die Rouladen so ganz ohne Schwung, ohne Adel abgesungen\nwurden, was besonders beim „Et in terra prix* auffiel. Die Solisten\nwaren, Herrn Koch vielleicht ausgenommen, unbefriedigend; der Bas-\nsist schlecht disponirt und das Orchester mit Kräften dritten Ranges\nbesetzt. Zwei Orchester-Proben, darunter nur eine in der Kirche,\nscheinen uns doch für ein solches Werk zu wenig, wenn auch eine\ndritte diesmal nicht viel genützt hätte. Die Bach-Gesellschaft hat\nsich mit der Aufführung der hohen Messe offenbar übereilt, hätte\naber jedenfalls für eine würdige Besetzung der Soli und des Or-\nchesters keine Mittel scheuen dürfen. Befriedigender war die Vor-\nführung der hier schon einmal gehörten zwreiten Cantate des Weih-\nnachts-Oratoriums, und die anerkannte Fähigkeit des Herrn Arm-\nbrust verbürgt uns, dass die Gesellschaft inskünftige ihre Aufgaben\nwieder eben so zufriedenstellend lösen wird, wie es bisher gesche-\nhen ist. (Deutsche M.-Ztg. Nr. 22.)\nDas beliebte thüringische Volkslied: r(Ach, wie ist's möglich\ndann'', welches vielfach Mendelssohn zugeschrieben wurde, und\nzwar, wie uns schien, ohne Grund, soll den „Hamburger Nachrich-\nten\" zufolge von dem kürzlich verstorbenen Louis Böhner com-\nponirt sein.\nDas schlesische katholische Kirchenblatt veröffentlicht eine Preis-\nAusschreibung für die Composition einer leicht ausführbaren, kur-\nzen, vierstimmigen Messe (lateinischer Text) mit Orgel-Begleitung.\nEinsendungs-Termin: 1. September 1860. Preis: 20 Thaler. Adresse:\nDom-Capellmeister M. Bros ig in Breslau.\n]P»i*is. Das Ministerium hat den Orgelbauern Merklin,\nSchütze & Comp., die hier und in Brüssel ihre Etablissements\nhaben, seine grosse Zufriedenheit mit der Ausführung des Umbaues\nder Orgel in der Hauptkirche zu Rouen zu erkennen gegeben, und\nihnen zugleich den Bau der Orgel in der Kathedrale zu Ar ras und\neiner anderen für eine hiesige Capelle aufgetragen. Herr J. Merklin,\nfrüher schon mit dem belgischen Leopolds-Orden decorirt, hat von\nder Königin von Spanien den Isabellen-Orden erhalten.\nNach Brandenburg a, d Havel. Herrn W. Sp Auf Ihre An-\nfrage kann ich Ihnen nicht sagen, ob der fragliche „Apparat* in\nDeutschland käuflich zu haben ist. Am besten wenden Sie Sich\ndesshalb nach London unter der Adresse: K. Mandel, Professor\nder Harmonie an der Militär-Musikschule.\n*) Ein Scherz, der, wie wir HeÄn L. K. aus bester Quelle ver-\nsichern können, durchaus harmlos und unschuldig war»\nDie Redaction.\n\nDie Redaction."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "185", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nDas siebenunddreissigste niederrheinische Musikfest. I. Aus Münster (Rückblick auf die letzte Concert-Saison. Von\n***. Die musicalische Thätigkeit Münchens in den Monaten März, April und Mai. YonX. —Beurtheilun gen Für Pianoforte: Hall-\nberger's Salon 11. Jahrg. 1. 2. Heft. Von M. Für Organisten: Der katholische und protestantische Organist. Herausgegeben von G. W.\nKörner. Von L. Beethoven und Paer Tages- und Unterhaltungsblatt (Fr. Schneider's Musikschule in Dessau u. s. w.)\n\nDas siebenunddreissigste niederrheinische Musikfest.\nI.\nDie Feier des niederrheinischen Musikfestes, welche\nim vorigen Jahre der kriegerischen Verhältnisse wegen\nnicht Statt fand, ist dieses Jahr wie gewöhnlich an den drei\nPfingsttagen, 27. 29. Mai, begangen worden, und zwar\nmit einem in jeder Hinsicht glänzenden Erfolge, mit Aus-\nnahme des Wetters, das den Mai völlig verläugnete und\nuns schier durch Sturm und Regen in den März zurück-\nversetzen wollte. Das war aber auch die einzige düstere\nPartie am Feste; alles Uebrige, Herbeiströmen der musi-\ncalischen und poetischen und neugierigen Menschen zum\nSingen, Spielen und Zuhören, treffliche Ausführung guter\nMusik, geselliges Zusammenleben unter Dach und Fach,\ndenn im Freien duldete der Himmel uns nicht, brachte\ntrotz alledem die fröhliche, festliche Stimmung in Gang,\nwelche an diesen der Tonkunst und ihrem Gefolge geweih-\nten Tagen am Rheine stets zu herrschen pflegt, und dieses\nMal um so mehr, als drei wohlthätige Traubenjahre dafür\ngesorgt haben, dass man das classische Sprüchwort: Can-\ntores amant humores\", mit: „Der Humor verlässt die Mu-\nsiker nicht!\" übersetzen kann.\nDie Stadt Düsseldorf, die Wiege des niederrheini-\nschen Musikfestes, hat seit dem Jahre 1818 dessen Feier\ndreizehn Mal veranstaltet, einmal sogar an zwei auf einan-\nder folgenden Jahren (1855 und 1856); sie darf sich also\nmit Recht als eine Hauptstütze dieses Kunst-Instituts be-\ntrachten, und es ist dem dort zusammengetretenen Comite\ngelungen, auch zum vierzehnten Male eine recht schöne\nFeier zu veranstalten.\nDa bei den ausserordentlichen Kosten, welche die Mu-\nsikfeste verursachen, die Einnahme keineswegs gleichgültig\nist, so wollen wir zunächst bestätigen, dass sie ein sehr er-\nfreuliches Resultat gegeben und die Auslagen überreich-\nlich gedeckt hat. Es ist dies um so bemerkenswerther, als\ndas wahrhaft umgestüme Wetter wahrlich nicht zu Ver-\ngnügungsreisen einlud; und doch waren alle Gasthöfe über-\nfüllt, Privat-Quartiere stark gesucht, mitunter nur zu theu-\nren Preisen zu haben, und in der Tonhalle an zwei tau-\nsend Zuhörer!\nDiese zahlreiche Theilnahme, welche sich bei den sie-\nben Festen, die seit der Wieder-Aufnahme derselben im\nJahre 1851 nach einer dreijährigen Unterbrechung (1848\nbis 1850) sich stets gesteigert hat, ist ein sicherer Beweis\ndafür, dass die Musikfeste mit dem Kunstleben am Rheine\ninnig verwachsen sind, die Liebe zur Tonkunst ihre vollen\nBlüthen treibt und der Sinn für das wahre Musicalisch-\nSchöne, wie es die reinste und edelste Kunstgattung im\nOratorium und in der Sinfonie darbietet, vollkommen stark,\nlebendig und unangefochten von den prahlerischen Lockun-\ngen der Werber für die Zukunft geblieben ist. Denn mö-\ngen immerhin, wie es ganz recht und billig, ja, notwen-\ndig ist, auch bewährte Werke neuerer Componisten ihre\nehrenvolle Stelle an unseren Musikfesten finden, so ist es\ndoch ausgemacht, dass hauptsächlich die Aufführung der\nmonumentalen Meisterwerke, deren Grösse aus der Ver-\ngangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft hinein-\nragt, die bei Weitem grösste Menge der Zuhörerschaft an-\nzieht und Tausenden ein wahres Fest ist, von dem sie so\nleicht keine äusseren Hemmnisse zurückhalten.\nMan betrachte ein Publicum, wie es an den Pfingst-\ntagen in der Tonhalle zu Düsseldorf versammelt war, in\nseiner gespannten Aufmerksamkeit, man sehe, wie es mit\ngebildetem Sinne und richtigem Tact die ernstesten Chöre\ndes Händei'schen Oratoriums und jeden Satz der Beetho-\nven'schen Sinfonie durch einen Applaus auszeichnet, der\nsonst nur Virtuosen-Leistungen zu Theil wird; wie es dann\nwieder keineswegs verrannt in Sonderbündelei oder in\nüberclassische Ausschliesslichkeit—die Sinfonie von Schu-\nmann, den Ver sacrum von I I iiier, das Violin-Concert von\nJoachim, neue und neueste Schöpfungen begabter Geister,"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "186", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.2", "texte": "aufnimmt und in ihnen den Anschluss an die hohen Mei-\nster in Verbindung mit dem Einflüsse unserer Zeit und\nihrer vermehrten Tonmittel und fortgeschrittenen Technik\nmit Freuden begrüsst: und man wird Achtung bekom-\nmen vor einer solchen Zuhörerschaft und in den Musik-\nfesten wahre Stützen, ja, recht eigentliche Conservatorien\nder Musik erblicken. Gewiss, ihre Aufführungen wirken\nlange nach und bewahren vor dem Behagen an unechtem\nFlitterglanz und modischem Klang-Luxus ohne musicali-\nschen Gedanken-Inhalt.\nDie Kräfte, welche das diesjährige Fest zur Ausfüh-\nrung vereinigt hatte, waren an Zahl und Tüchtigkeit be-\ndeutend.\nNach dem Textbuche zählte der Chor 165 im Sopran,\n112 im Alt, 137 im Tenor, 216 im Gass, zusammen\n630 Sängerinnen und Sänger; waren nun auch mehrere\nder angemeldeten verhindert, so bleibt immer noch ein\nVerein von 550 bis 600 Stimmen übrig. Uebrigens war\nder Chor der weiblichen Stimmen klangvoller und kräfti-\nger, als der Männerchor; vielleicht hinderte die Stellung\ndes letzteren, weit getrennt und auf beiden Seiten tief in\nden Hintergrund, ohne genügende Erhöhung, geschoben,\ndie volle Entwicklung der Stimmen.\nDas Orchester vereinigte 62 Violinen, 26 Bratschen,\n24 Violoncelle, 15 Contrabässe, 4 Flöten, 4 lloboen, 4\nClarinetten, 4 Fagotte, 6 Horner,* 4 Trompeten, 3 Po-\nsaunen, 2 Paukenschläger und 2 Janitscharen zu einer\nMasse von 160 Instrumentalisten unter der Anführung\nder beiden Concertmeister Julius Grunwald und Otto\nvon Königslöw aus Köln.\nDas Quartett der Saiten-Instrumente war vortrefflich.\nUnter den Violinisten bemerkten wir die Herren Böie aus\nAltona, Gerh. Brassin aus Düsseldorf, Engels aus Mül-\nheim an der Ruhr, Langenbach aus Elberfeld, Lar-\nronde aus Brüssel, C. Müll e r aus Braunschweig, Schmidt\naus Bremen, Seiss aus Barmen, Tours aus Rotterdam,\nVenth aus Köln. An den Bratschen wirkten unter Ande-\nren die Herren Franz Weber, Breunung, Bram-\nbach, Hülle, Kufferath, Mecum und Rumpen aus\nKöln, Kochner aus Düsseldorf, zur Nieden aus Duis-\nburg, Wollf aus Crefeld mit. Bei den Violoncellen die\nHerren Breidenstein aus Dortmund, B. Breuer aus\nKöln, Brinkmann aus Frankfurt a. M., Buchet aus\nVerviers, Cabisius aus Bremen, Des wert aus Brüssel,\nForberg aus Düsseldorf, Hankel aus Dessau, H. Geul\naus Crefeld, Jäger aus Elberfeld, Müller aus Braun-\nschweig, J. Wenigmann aus Aachen, Werner aus\nHannover. Bei den Contrabässen die Herren A. Breuer\naus Köln, Ba uwers aus Brüssel, Schauseil aus Düssel-\nDorf, Simon aus Sondershausen u.s. w. Unter den Blas-\ninstrumenten war nichts Ausgezeichnetes.\nDiesen Verein von Vocal- und Instrumentalkräften\nleitete Capellmeister Ferdinand Hill er von Köln mit\nfeuriger Anregung, meisterhafter Umsicht, Sachkenntniss\nund Energie.\nSe. Hoheit der Herr Fürst zu Hohenzoliern und sein\nHof verherrlichten sämmtliche Concert-Abende des Festes\ndurch Ihre hohe Gegenwart und sichtbare Theilnahme an\nden gelungenen Ausführungen.\nVon Künstlern und Kunstfreunden, besonders auch von\nOrchester- und Singvereins-Dirigenten, sahen wir ausser\nden bereits unter den Mitwirkenden genannten: Frau\nSchumann, die Herren Gouvy, J. Rosenhain, Du-\npuys aus Paris, Nikol. Rubinstein aus Moskau, Alfr.\nJaell, L. B rassin, B rahms aus Hamburg, Graf von\nStainlein aus München, Soubre aus Brüssel, Baron v.\nPerfall aus München, Reinthaler aus Bremen, Litolff\naus Braunschweig, Verhulst aus Rotterdam, Radecke,\nv. Saar aus Berlin, B. Scholz aus Hannover, Dietrich\naus Bonn, Wüllner aus Aachen, Marpurg aus Mainz,\nHartmann ausNeuss, Schindelmeisser ausDarmstadt,\nLeibi, Böhme, Max Bruch, Bargiel, Hompesch\naus Köln, Lenz aus Coblenz, Müller Ackens\naus Aachen, Schornstein, van Eyken, Weinbren-\nner aus Elberfeld, Rieh. Hol aus Amsterdam, O. Jahn\naus Bonn, die Musikverleger Dr. Arnold aus Elberfeld,\nRieter-Biedermann aus Winterthur, Schloss aus\nKöln u. s. w.\nIn der Feststellung des Programms erkannte man die\nGrundsätze wieder, welche durch langjährige Ueberliefe-\nrung für das niederrheinische Musikfest geheiligt und, so\nviel wir uns erinnern, nur ein einziges Mal verkannt wor-\nden sind. Die Grundlage der Feier bildeten stets und auch\njetzt wieder mit Hecht monumentale Werke der Tonkunst,\nwelche die Namen Händel, Gluck, Mozart, Beetho-\nven, Cherubini an der Stirn tragen. Ihnen schlössen\nsich Schumann und Hiller, jener mit der Sinfonie in\nB-dur, dieser mit dem Gesangwerke an, die\nneben und nach Mendelssohn die würdigsten Vertreter der\nzwei grössten und ernstesten Gattungen von Tonwerken in\nder nacbbeethoven'schen Zeit sind auch dieses Mal wie-\nder ein Beweis, dass unsere Musikfeste keineswegs das\nNeue bloss desshalb, weil es neu ist, ausschliessen wollen.\nNichts ist ungerechter, als dieser Vorwurf. Von den\n151 Werken, welche von 1818 bis 1847 auf den nie-\nderrheinischen Festen aufgeführt wurden, gehörten neun-\nundfünfzig zur Zeit lebenden Componisten an, und seit\nWiederaufnahme des Festes im Jahre 1851 bis heute\nkommen auf sechsunddreissig Werke älterer Meister (We-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "187", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.3", "texte": "ber und Mendelssohn mit inbegriffen) vierzehn von zeit-\ngenössischen Componisten, ein Verhältniss des Neuen zum\nAlten, welches 1 : 3 übersteigt.\n\nAus Münster.\nDen 29: Mai 1860.\nDas Concert vom 12. Mai schloss die Reihe der vom\nhiesigen Musik-Vereine in der verflossenen Winter-Periode\ngegebenen achtzehn Concerte. In denselben kamen, ausser\nkleineren Vorträgen für Gesang und Instrumente, folgende\nMusikwerke zur Aufführung: Sinfonieen: Ilavdn in\ndur (Nr. 1); Mozart in D-dur (in drei Sätzen) zwei Mal,\nin C-dur (Nr. 6) und in B-dur (Nr. 11 der BreitkopPschen\nAusgabe); Beethoven in D-dur (Nr. 2), Eroica (Nr. 3),\nB-dur (Nr. 4), C-moll(Nr. 5), (Nr. 6),\n(Nr. 7); Schumann D-molb,Gade (Nr. 1). Ouver-\ntüren: Cherubini: „Der portugiesische Gasthof\", „Ali\nBaba\", „Lodoisca\", „Elise\"; Mozart: „Zauberflöte\",\n„Cosifan tutte\", „Figaro\"; Beethoven: Op. 124, die vier\nOuvertüren zu Fidelio; Weber: „Freischütz\", „Pretiosa\",\n„Euryanthe\", „Beherrscher der Geister\", „Oberon\";\nSpohr: „Jessonda\"; Mendelssohn: „Die schöne Melusine\",\n„Meeresstille und glückliche Fahrt\", „Ruyßlas\"; Boildieu:\n„Weisse Dame\"; Gluck: „Iphigenie in Aulis\"; Nicolai:\n„Die lustigen Weiber von Windsor\"; Rossini: „Wilhelm\nTeil\"; Bennett: „Najaden\"; Spontini: „Vestalin\"; Mehul:\n„Joseph in Aegypten\". Gesangstüke: Lorelei von Hiller;\ndie erste Walpurgisnacht von Mendelssohn; der zweite Act\naus der Oper „Orpheus\" von Gluck; „An die Künstler\"\nvon Mendelssohn; Dithyrambe von Rietz; Die Ruinen von\nAthen von Beethoven (mit Sternau's verbindendem Gedicht);\nFrühlingsbotschaft von Gade; Zigeunerleben von Schumann;\n„Beim Abschied zu singen\" von Schumann; Introduction,\nRecitativ, Arie und Duett, Morgengesang der Vestaiinnen\naus der Oper „Die Vestalin\" von Spontini (anschliessend\nan die Ouvertüre); Hochzeitsmusik und Hochzeitslied aus\nder Oper „Lohengrin\" von Wagner; Introduction (Nr. 1),\nArie (Nr. 2), Quartett, Chor (Nr. 11), Chor mit Solo (Nr.\n12), Finale des zweiten Actes (Nr. 15), Finale des dritten\nActes (Nr. 22) aus der Oper „Oberon\" von Weber (an-\nschliessend an die Ouvertüre); Terzett mit Chor (0, diese\nSonne!); Duett (Schelm, halt' fest); Finale des dritten Actes\naus der Oper „Freischütz\" von Weber (im Anschluss an\ndie Ouvertüre); Concert-Arie mit Orchester-Begleitung von\nMendelssohn; Arie für Sopran aus „Saul\" von Hiller; Scene\nund Arie aus „Hans Heiling\" von Marschner; Recitativ und\nArie aus „Jessonda\" von Spohr; Arie „Ach, welche Lust\"\naus der Weissen Dame von Boieldieu; Arie des Pizarro mit\nChor, Duett des Pizarro und Rocco und erstes Finale aus\n„Fidelio\" von Beethoven; Arie des Simon: „Nun schreitet\nfroh der Ackersmann\", aus Haydn's „Jahreszeiten\"; Arie\ndes Faust aus der Oper „Faust\" von Spohr; Arie „In die-\nsen heiligen Hallen\" von Mozart; Lieder und vierstimmige\nMännerchöre von Mendelssohn, Marschner, Schumann,\nLachner, Dürrner, Lenz, Bansi, Heiser, Woyna u. s. w.\nConcertstiicke: Violoncell-Concert [C-dur, Nr. 7) von\nRomberg; Phantasie für Cello von Servais; Präludium in\nC-clur von J. S. Bach, in der bekannten Weise von Gounod\neingerichtet für Ciavier, Yioloncell und Orgel; Concert für\nPianoforte (A-molt)von Schumann; Rondo in von\nMendelssohn; Concert für Pianoforte von Th.\nKrausse; Concert für Waldhorn von Lübeck; Phantasie\nfür Waldhorn von Lorenz; Solo für Flöte von Briccialdi;\nConcert für Violine von Mendelssohn; Phantasie für Violine\nvon Leonard; Concert für Violine von Beethoven.\nWas die Zustände des hiesigen Musik-Vereins im All-\ngemeinen betrifft, so hat sich derselbe auf seiner früheren\nHöhe erhalten. Insbesondere waren die Leistungen des Or-\nchesters nach allen Seiten hin der vollsten Anerkennung\nwürdig. Die Stabilität des Bestandes seiner Mitglieder, un-\nter denen seit Jahren nur geringer Wechsel Statt gefun-\nden, der gute, feste Stamm eines soliden Quartetts, die\ngrosse Zahl der Proben und Ausführungen, welche die un-\ngewöhnlich lange Reihe der Concerte erfordert und durch\nwelche die Kräfte des Orchesters in steter einheitlicher\nUebung erhalten werden, insbesondere aber die vorzügliche\nLeitung desselben unter seinem nach allen Seiten hin tüch-\ntigen Dirigenten, Herrn Musik-Director Karl Müller, ge-\nben ihm eine unerschütterliche Sicherheit, verbunden mit\ngrosser Leichtigkeit und Feinheit in der Ausführung, ia\nwelcher die zartesten Nuancirungen und Schatlirungen\nihren Ausdruck finden. Auch die Auswahl der aufgeführ-\nten Musikwerke zeugt davon, dass die Richtung des Vereins\ndie seit Jahren festgehaltene geblieben ist. Diese Richtung\nauf das Beste und Höchste unserer classischen Musik wird\n\\\naufs entschiedenste durch Herrn Müller vertreten, und sie\nist die beste Gewähr für die fortdauernde Blüthe des\nVereins.\nFreilich droht demselben von anderer Seite ein nicht\nunerheblicher Uebelstand. Seit Jahr und Tag wurde die\nzur Aufführung der musicalischen Messen im hiesigen Dom\nbestandene, aus Mitteln des Dom-Capitels unterhaltene\nDom-Capelle aufgelöst. Die besoldeten Mitglieder die-\nser Capelle waren grösstentheils auch mitwirkende Mitglie-\nder des Musik-Vereins; dadurch, dass die erstere ein Tun-\nV 7\ndirtes Institut blieb, wurden dem letzteren nicht nur tüch-\ntige Kräfte erhalten, sondern auch neue zugeführt, ohne\ndass es Seitens des Vereins der Aufwendung besonders\n[*J"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "188", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.4", "texte": "kostspieliger Mittel bedurfte. Mit dem Aufhören der Ca-\npelle hat diese Hilfsquelle für den Verein aufgehört, und\nkann es nicht fehlen, dass ihm auf die Dauer daraus ein\nmerklicher Nachtheil erwachsen wird. Hoffentlich wird\nderselbe jedoch die Mittel finden, etwaige Verluste, welche\nihn auf diese Weise treffen, in anderer Art zu ersetzen.\nEben so, wie das Orchester, befriedigte auch der Chor\nvollständig durch klangvolle, reine Stimmen und durch\npräeisen und feinen Vortrag. Leider wurde während der\nverflossenen Concert-Periode das Zusammenwirken von\nChor und Orchester, wie solches bisher in jedem Jahre am\nCäcilien-Tage durch Aufführung eines Oratoriums geschah,\nverhindert, obwohl die Aufführung von Haydn's „Jahres-\nzeiten\" in den erforderlichen Proben bereits vollständig\nvorbereitet war. Der Vereins-Vorstand beabsichtigte, für\neinzelne Solo-Partieen auswärtige Kräfte zu gewinnen ; die\ndesfallsigen Verhandlungen überdauerten jedoch den Cä-\ncilien-Tag, und die Aufführung unterblieb.\nDer grössere Theil der Solo-Vorträge wurde durch\nhiesige Dilettanten ausgeführt. V on auswärtigen Künstlern\nsang Fräul. E. Saart aus Köln die Lorelei und die Arien\nvon Mendelssohn, Ililler (aus Saul), Maischner (Heiling)\nund von Spohr (Jessonda) mit schöner, wohlklingender\nStimme und vollem Beifalle. Das Cello-Concert von Rom-\nberg und die Phantasie von Servais trug Elerr Valentin\nMüller, Schüler von Menter und Servais, jetzt in Paris,\nganz vorzüglich vor. Das von Schumann\nund das jEk-tfer-Rondo von Mendelssohn spielte Herr II a r-\nnecke aus Arnsberg, ein junger Pianist, der mit guter\nTechnik gute Richtung verbindet. Derselbe bestätigte die-\nses auch in einem besonderen Concerte, in welchem er die\nSonate von Beethoven, Op. 106, und Mendelssohn's\nmoll-Concert mit grossem Beifalle vortrug. Das Clavier-\nConcert vonTh. Krausse, eine Composition, welche man-\nches Interessante und Schöne bietet, wurde vom Compo-\nnisten gut ausgeführt und sehr beifällig aufgenommen.\nDer erste Hornist des Orchesters, Herr Heck, brachte die\nCompositionen für Waldhorn vortrefflich zur Geltung. Der\nschöne Ton, die reine, fehlerlose Intonation und die grosse\nBravour, welche ihm zu Gebote stehen, geben ihm für das\nOrchester einen besonderen Werth, lieber den Herrn Con-\ncertmeister Maximilian Wolff aus Frankfurt am Main,\nwelcher das Concert von Mendelssohn und die Phantasie\nvon Leonard für Violine vortrug, hat bereits die Nummer\n\"20 dieser Zeitung von hier aus berichtet. Derselbe spielte\nauch das Beethoven-Concert und bewährte durch den Vor-\ntrag dieser grossartigen Composition, dieses Probiersteines\nder Violin-Virtuosen, aufs rühmlichste das früher über ihn\nausgesprochene Urtheil/\nDie hiesigen musicalischen Zustände gewähren hier-\nnach ein recht zufriedenstellendes Resultat. Es kann ohne\ndie geringste Ueberlreibung gesagt werden, dass aus den\nvorhandenen musicalischen Elementen alles geschaffen wird,\nwas mit denselben irgend zu erreichen ist. Dieses verdient\nvolle Anerkennung, und soll damit zugleich sowohl den\nmitwirkenden Mitgliedern des Vereins, als insbesondere\nseinem verdienstvollen, strebsamen, keine Mühe und Ar-\nbeit scheuenden Dirigenten der herzlichste Dank ausge-\nsprochen sein.\n\nDie musicalische Thätigkeit Münchens in den Monaten\nMärz, April und Mai.\n\nDie musicalische Akademie unter Lachner's Leitung\neröffnete nach dem Carneval ihren zweiten Concert-Cyklus\nmit einem historischen Concerte von Werken baierischer\nCapellmeister. Dasselbe begann mit einer Composition von\nL. Senfl, geboren um 1490, ihr folgten Werke von Or-\nlando di Lasso, Joh. C. Kherl, G. A. Bernabei, A. Stef-\nfani, A. Bernasconi, C. Canabich, Winter, Elt, Chelard.,\nAiblinger und es schloss mit einer Volks-Hymne von Stünz.\nDas Palmsonntag-Concert brachte die „Schöpfung\" von\nHaydn, die übrigen drei Concerte die Sinfonia JEroica und\ndie in Cvon Beethoven, die 6r-mo//-Sinfonie - von Mozart,\nein Octett für Blas-Instrumente von demselben Meister\nund das Clavier-Concert in Gvon Beethoven. Von Ouver-\ntüren und Gesangstücken kamen in denselben zur Auffüh-\nrung: die Ouvertüre zu Anakreon von Cherubini, die zu\nAthalia von Mendelssohn und die zu König Stephan von\nBeethoven; ferner die Arie: „Mein gläubiges Herze froh-\nlocke\", von Seb. Bach, eine Sopran-Arie aus Iphigenie in\nAulis von Gluck und eine aus Händel's Cacilia: „0, welche\nKunst erreicht\"; schliesslich irische Lieder für Ciavier,\nVioline, Violoncell und zwei Singstimmen von Beethoven.\nIm Oratorien-Verein unter von Perfall's Leitung\nkam in zwei Concerten zur Aufführung das Oratorium\n„Israel in Aegypten\" von Händel (nach der Original-Par-\ntitur mit Orgel) und zum ersten Male der zweite Theil aus\ndem Weihnachts-Oratorium von Seb. Bach; der dritte Act\naus dem von der deutschen Händel-Gesellschaft herausge-\ngebenen Oratorium „Susanna\" von Händel und die „Un-\ndirie\", Gedicht von Bon, Musik für Soli, Chor und Or-\nchester von Perfall, eine Composition, über deren glänzen-\nden Erfolg ich Ihnen schon berichtet habe. Ein Haydn'-\nsches Quartett in F-dur, die D-dur-Sonate für Cello und\nCiavier von Mendelssohn und das Quintett in von\nBeethoven vertraten endlich nach langer Pause in einer\nLauterbach'schen Soiree wieder die Kammermusik. Zwei"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "189", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.5", "texte": "andere Soireen, von denen die eine der Violinist Herr Pe-\nter Moralt, die andere der Pianist J. V. Kolb veran-\nstaltete, brachten an Belangreichem ein Geigen-Quintett\nvon Franz Lachner mit grosser Besetzung, das italienische\nConcert für Ciavier allein von Seb. Bach und das Trio in\nB-clur (Op. 97) für Ciavier, Violine und Violoncell von\nBeethoven. Von Virtuosen hörten wir Fräul. Eichberg,\nHarfenistin aus Stuttgart, unseren Clarinett-Virluosen Bär-\nmann und die Sängerin Frau Kapp-Young aus Wien\nin zahlreich besuchten Concerten, die sie selbst veranstaltet\nhatten. Schliesslich ist noch einer Composition für Soli,\nChor und Orchester, „Die Rückkehr des Odysseus\", zu\ngedenken, welche ein junger einheimischer Componist,\nHerr J. Urban, in einem von ihm gegebenen Concerte\nunter seiner Direction zur Aufführung brachte.\n\nX.\n\nBeurtheilungen.\nFür Pianoforte.\n\n1. Hallberger's Salon. Ausgewählte Sammlung\nvon Original-Compositionen für das Pianolorle.\n11. Jahrgang. 1. 2. Heft, ä 7 % Sgr. Subscr.-Pr.\n2. Pracht-Ausgabe der Sonaten von Haydn, Clementi,\nMozart, Beethoven. 13.—20. Heft, ä Bogen 1 Sgr.\nVon den letzteren Componisten, die hier in schöner\nGestalt neu erscheinen, Umgang nehmend sie stehen\ngross da und unerreicht und werden ewig die Grundlage\neines guten Ciavierspiels und der Gipfelpunkt eines geläu-\nterten Geschmacks sein —, beschränke ich mich, Einiges\nüber Nr. 1 zu sagen. Die ausgebildete Technik des Ciavier-\nspiels, welche mit der vorwärts geschrittenen Vervollkomm-\nnung des Pianolorle Hand in Hand geht, macht neue Com-\npositionen unumgänglich nothwendig. Dazu tritt dann noch\ndie Thatsache, dass das Clavierspielen mehr als je zur Ge-\nwohnheit aller nur auf einige Bildung Anspruch Machen-\nden geworden ist; ob zum Vortheil der Musik oder zum\nNachtheil, weiss der Kenner gar leicht zu beurtheilen. Ein\nUnternehmen wie das des Hallberger'scben Salons kann\ndaher von diesem Gesichtspunkte aus nur gebilligt werden.\nEs verdient aber mehr, nämlich Lob und Unterstützung,\nwenn dem vorgesetzten guten Zwecke auch eben so gute\nMittel entsprechen. Das aber ist hier der Fall. Können auch\nalle Compositionen nicht vertreten werden, wenn man den\nstrengen Maassstab der Aesthetik anlegt, erscheinen manche\ndes ersten Jahrganges als unreife Früchte, findet sich man-\nches rein Virtuosenthümliche, so ist doch bei Weitem die\nMehrzahl der Piecen sehr gut. Um aber auf die zwei vor-\nliegenden Hefte des zweiten Jahrganges zu kommen, so ist\nder Fortschritt zum Bessere» unverkennbar. Die Compo-\nsition von Moscheies ist eine süsse Träumerei als Nach-\nklang wohlthuenden Genusses herzinniger Freundschaft.\nIn Rrüger's Pastorale weht die stilie Ruhe einer Land-\nschaft bei Sonnen-Untergang. J. Duprato erzählt uns die\nSchmerzen eines Herzens, welches endlich in frommer Re-\nsignation den lange vermissten Frieden fand. J. Abenheim\nweckt in uns auf die trauten Märchen, mit welchen unsere\nMutter an der Wiege uns in den Schlaf sang. Egmont\nFröhlich zaubert uns die Feen und Elfen, welche darin\nspielen, selbst vor unsere trunkenen Augen; wir sehen sie\nhüplen und tanzen, necken und kosen; wir fühlen uns von\nihnen gehoben und drehen uns selbst mit im frohen Wir-\nbel. F. Hiller endlich, der begabte Liebling der kölner\nMuse, fesselt uns durch den Liebreiz einer zarten Melodie,\nwelche er durch vielfach verschlungene Wege der Har-\nmonie wie ein Flötenspiel über einer Guitarren-Begleitung\ndahinführt. Dabei sind sämmtliche Compositionen ziemlich\nleicht auszuführen, ohne dass sie jedoch den Reiz ernste-\nrer Mühe ausschlössen. M.\nFür Organisten.\nDer unermüdlich thälige Verleger G. W. Körner in\nErfurt hat wieder ein recht praktisches Hülfsbuch für\nkirchliches Orgelspiel herausgegeben, dessen Titel aber\ndermaassen ausführlich ist, dass wir nur die Hauptzeilen\ndavon hersetzen:\nDer katholische und protestantische Orga -\nnist oder der praktische Organist. In Ver-\nbindung mit A. W. Gottschaig, J. N. W.\nKühne und J. G. Lehmann herausgegeben von\nG. W. Körner. Mit Angabe der Pedal-Applica-\ntur von A. G. Ritter.\nDas Buch, klein Quer-Folio mit hübsch gestochenen\nNoten auf schönem weissem Papier, enthält auf 185 Sei-\nten 646 meist kurze Orgel-Präludien, die als Vor-,\nZwischen- und Nachspiele bei Chorälen und bei gottes-\ndienstlichen Handlungen gebraucht werden können. Sie\nsind sämmtlich aus Werken guter Orgel-Componisten ge-\nnommen, und jedes Stück, sei es auch noch so klein, trägt\nden Namen seines Verfassers. Das ist sehr gut; denn die\nEitelkeit der Organisten und Orgel spielenden Lehrer, die\nda gar zu gern meinen: „Das können wir alles allein eben\nso gut oder noch besser machen!\" beugt sich doch viel-\nleicht vor den hier stehenden Namen älterer und neuerer\nMeister, wie Bach, Brähmig, van Eyken, Freyer, Geb-\nhardi, Händel, Herzog, Hesse, Kühmstedt, Löwe, Meisler,\nMendelssohn, Rink, Ritter, Joh. und Fr. Schneider, Theile,\nTöpfer, Wedemann u. s. w.—es sind ihrer 117!—, und\nlässt sich herab, sich aus dieser Sammlung vorzubereiten\nund, was noch besser ist, nach und nach diejenigen Sätze"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "190", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.6", "texte": "aus jeder Tonart, die dem Spieler am meisten zusagen,\nauswendig zu lernen. Die jedesmalige Wahl wird dadurch\nerleichtert, dass sämmtliche Stücke nach den Tonarten ge-\nordnet sind. So hat z. B. C-d62, 16,\n40, D-mott 29 Präludien u. s. w.\nIn Beziehung auf das Wünschenswerte und Nützliche\neiner solchen Sammlung sagt Fr. Schneider in seiner Or-\ngelschule (S. 103): „Die freie Phantasie ist hier wohl am\nrechten Orte, aber wem diese nicht auf eine den Zweck\nerfüllende, würdige Weise zu Gebote steht (und dieses ist\nja auch bei dem besten Künstler nicht immer der Fall),\nder wähle doch lieber vorhandene gute Werke. Der Wahn,\nden fast die meisten mittelmässigen und sogar schlechte\nOrganisten haben, es müsse alles, was sie spielen, aus\neigener Erfindung herkommen, ist ein ganz falscher, wo-\ndurch sie weder Gott noch Menschen gefälliges Werk aus-\nüben. Anstatt ihrer nichtssagenden, oft sagar falschen Ac-\ncordenfolge, verbrämt mit allerhand alltäglichen, gemeinen\nFloskeln u. dgl., sollten sie sich lieber bemühen, gute vor-\nhandene Compositionen, deren es für alle Zwecke und Aus-\nführung aller Art gibt, tüchtig einzuüben, wodurch auch\nihnen selbst der grösste Vortheil für ihre Ausbildung er-\nwüchse, abgesehen davon, dass sie dadurch den Haupt-\nzweck, der Erbauung förderlich zu sein, mehr\nerreichen würden.\"\nEben so wahr und zweckmässig sagen über diesen\nPunkt die vielbesprochenen preussischen Regulative vom\n1. October 1854: „Nach diesem Gesichtspunkte ist ... .\nder Unterricht im Orgelspiel zu gestalten und die Aufgabe\ndes künftigen Organisten mehr in das sichere und bewusste\nWiedergeben des Bewährten und in kirchlicher Anerken-\nnung Stehenden, als in die Fähigkeit, selbst Neues zu bil-\nden und eigene Wege zu gehen, zu setzen.\"\nDazu ist nun Körner's „praktischer Organist\" ein vor-\ntreffliches Hülfsmittel. Die Anschaffung wird für Kirchen-\nVorstände, ganze Sprengel u. s. w. dadurch erleichtert,\ndass bei directem Bezüge von 30 Exemplaren der Preis\neines jeden auf 2 Thlr. gestellt ist, bei 12 Exemplaren auf\n22/3 Thlr., für jedes einzelne auf 3 Thlr.\n\nL.\n\nBeethoven und Paer.\nAn die Redaclion der Niederrheinischen Musik-\nZeitung.\nIn einer Anmerkung zum Berichte über Beethoven's\nFidelio in Paris*) wird die Frage aufgeworfen, woher\nBerlioz den Spass genommen habe, Beethoven ein dort\nnäher bezeichnetes Witzwort zuzuschreiben. Ich habe ihm\ndasselbe vor längeren Jahren mitgetheilt, und mir selbst\nwurde es von jemandem erzählt, der es gewiss nicht er-\nfunden, nämlich vom alten Paer selbst. Dieser, welchen\nich in meinen Jünglingsjahren in Paris häufig sah und in\ndessen Charakter es lag, gegen Jedermann mehr als freund-\nlich zu sein, sprach mir viel von seiner Bekanntschaft mit\nBeethoven in Wien und legte eine grosse Verehrung für\nletzteren an den Tag. Und so erzählte er mir auch, wie\nBeethoven eines Abends mit ihm ins Theater an der Wien\ngegangen, wo seine, Paer's, Leonora gegeben wurde. Beet-\nhoven habe neben ihm gesessen und, nachdem er ein Mal\nüber das andere Mal ausgerufen:\nc'est interessant!11 endlich gesagt:\npose cela.u Paer schien ganz stolz darauf, auf diese Weise\ndie Veranlassung zu Beethoven's Composilion des Fidelio\ngegeben zu haben, und es ist an der Wahrhaftigkeit die-\nser Erzählung aus seinem Munde wohl nicht zu zweifeln.\nFerd. Hi 11er. -\nN achschrift der Redaction. Sehr dankbar für die\nMittheilung; jeder Zug, der zur Charakteristik Beethoven's\nund zur Entstehungsgeschichte seiner Werke beitragen\nkann, wird uns und jedem Leser willkommen sein. Wie\nPaer selbst die Sache erzählt hat, erscheint sie übrigens\nganz anders, als bei Berlioz. Dort zeigt sich Beethoven un-\nbefangen, ergriffen von dem, was er sieht und hört, und\nunwillkürlich sein Gefühl und seine Neigung, denselben\nStoff zu componiren, aussprechend. Wie weit ist das ent-\nfernt von der „rudesse humoriste\",die Berlioz ihm zu-\nschreibt, und von der malitiösen Ironie der Worte nach\ndessen Version: „ Votre opera\nmettre en musique/\"\nZur Sache selbst fügen wir hinzu, was Friedrich\nTreitschke, in jenen Jahren Regisseur und Theater-\nDichter der beiden Hofbühnen in Wien und auf Beetho-\nven's Wunsch Bearbeiter des Textes des Fidelio für die\nWiederaufnahme der Oper im Jahre 1814, in seinem\nAufsatze „Fidelio\" in „Orpheus, musicalisches Ta-\nschenbuch für 1841\", herausgegeben von Aug. Schmidt\nin Wien sagt:\n„Es war Ende 1804, als Freiherr von Braun, der\nneue Eigenthümer des k. k. privilegirten Theaters an der\nWien, dem eben in voller Jugendkraft stehenden Ludwig\nvan Beethoven antrug, eine Oper für jene Bühne zu\nschreiben. Durch das Oratorium „Christus am Oelberg\"\nhegte man den Glauben, dass der Meister auch für die\ndarstellende Musik, wie seither für Instrumente, Grosses\nzu leisten im Stande sei. Ausser einem Honorar bot man\nihm freie Wohnung im Theater-Gebäude. Joseph Sonn-\nlei thn er übernahm die Besorgung des Textes und\nwählte das französische Buch „L'Amour [von\n\n*) Nr. 22, S. 173."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "191", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.7", "texte": "Bouilly j, obgleich es schon mit Musik von Gaveaux ver-\nsehen, auch italienisch als Leonora von Paer componirt,\nnach beiden Bearbeitungen aber ins Deutsche übersetzt\nwar. Beethoven lürchtete seine Vorgänger nicht und ging\nmit Lust und Liebe an die Arbeit, die Mitte 1805 ziem-\nlich zu Ende gelangte.\"\nDie erste Aufführung fand am 20. November Statt\nunter ungünstigen Verhältnissen: der Adel hatte die Resi-\ndenz verlassen, die städtische Bevölkerung mied die Thea-\nter, so dass bei jenen ersten drei Vorstellungen das Publi-\ncum meist aus französischem Militär bestand. (Vergleiche\nSchindler, Biographie Beethoven's, 1., S. 118 ff.)\nEs fragt sich nun: Wann wurde Paer's Leonora ge-\nschrieben und in Wien bei Anwesenheit Paer's aufgeführt?\nIm Herbste 1708 erschien Gaveaux's Amour conjugal\nzum ersten Male in Paris. Dazumal lebte Paer in Wien,\nwo Beethoven seit 1792 sich ebenfalls befand. Paer blieb\ndort bis 1802; denn schon Ostern dieses Jahres trat er\nseine Stelle als Capellmeister in Dresden an, wo zugleich\nseine Gattin, geborene Riccardi, als erste Sängerin an\nder italiänischen Oper angestellt wurde. Von da folgte er\nim Jahre 1806 dem Kaiser Napoleon nach Warschau und\nnach dem tilsiter Frieden nach Paris, wo er bis an seinen\nTod, den 3. Mai 1839, in sehr ehrenvoller Stelluno blieb.\no\nSeine „Leonora\" kann also nur in den Jahren 1799\nbis 1801 in Wien bei seiner eigenen Anwesenheit aufge-\nführt worden sein, oder allenfalls im Jahre 1803, zu An-\nfang dessen nach Gerber's Lexikon Paer Wien\n„wieder auf kurze Zeit besuchte und zu der dasigen Wit-\nwen-Akademie in den Fasten 1803 ein neues Oratorium\nschrieb.\"\nIn der Liste seiner Opern von 1799 bis 1803 bei\nGerber fehlt die Leonora (1799 Camilla; 1800 Griselda,\nII Morto vivo; 1801 Achilles, Poche mct hone, Der Brau-\nsekopf, Der lustige Schuster; 1802 L'lntrigo amoroso,\nsein Debüt in Dresden; 1803 Die Wegelagerer, Sargino);\ndanach könnte die Leonora 1802 geschrieben und Anfang\n1803 in Wien aufgeführt worden sein, wo dann Beet-\nhoven den Eindruck, von welchem Paer später erzählte,\nerhalten, ihn bis zum folgenden Jahre bewahrt und dann\nden Stoff Sonnleithner für die von Herrn von Braun ge-\nwünschte Oper vorgeschlagen haben könnte.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\n\nEin Buch von Kempe: „Friedrich Schneid er's Musik-\nschule in Dessau'4, gibt interessante Nachrichten über dieses\nInstitut, das nach Fr. Schncider's Tode noch eine Zeit lang von\ndessen Sohne Theodor Schneider fortgeführt worden, jetzt aber\neingegangen ist, da Herr Theodor Schneider die Stelle eines Musik-\nDirectors in Chemnitz angenommen hat. Kempe's Buch enthält\nauch ein vollständiges Yerzeichniss der Schüler Fr. Schneidens; es\nsind deren 135, von denen merkwürdig genug schon 25 als\nbereits gestorben bezeichnet sind, die gegenwärtig kaum das 40. bis\n45. Lebensjahr erreicht haben würden. Daraus aber den Schluss zu\nziehen, dass die Musiker zumeist kein hohes Alter erreichten, ist\nnicht stichhaltig, da sich eben so viel Beispiele eines hohen Alters\nvon Musikern gegen den frühen Tod von Mozart, F. Schubert, Men-\ndelssohn, Schumann u. s. w. aufstellen lassen, z. B. Albreehtsber-\nger, Clementi, Gluck, Haydn, Spohr u s. w. Unter den Lebenden\nfinden wir iru dem gedachten Verzeichnisse unter Anderen Volk-\nmann,M a r k u 11, Stade, tranz, W illmers, Derc k u m ,\nSaloman u. s. w. Ueber Schneidens Umgang mit seinen Schülern\näussert sich Kempe also: Schneider war ein Verehrer strenger Sitt-\nlichkeit, veiachtete aber alle Kopfhängerei. Ein sittlich freier Ton\nbelebte seinen Unterricht; mit Strenge, ja, mit Härte verfolgte er\njede Unanständigkeit. Betrug war ihm im höchsten Grade zuwider,\nund der Schüler, der nur Ein Mal seine Arbeit von einem anderen\nsich machen liess oder abschrieb, verlor sein Vertrauen auf immer.\nNiemals, selbst nicht beim heitersten Gelage, vergass er seine Stel-\nlung. Das Institut besass eine so genannte Quinten-Casse, d. h. eine\nStraf-Casse, in die für jede falsche Quinte und Octave eine Kleinig-\nkeit gezahlt werden musste. In bsstimmten Perioden fand ein Quin-\ntenschmaus Statt, wo es manchmal gar lustig herging und über die\nPoliceistunde hinaus traulich gezecht wurde; aber der folgende Mor-\ngen um 7 Uhr sah den Meister gewiss stets zuerst in seinem Lehr-\nzimmer, und wehe dem, der wegblieb. Dass unter den 135 Zöglingen\nauch leichtfertige Subjecte gewesen sein mögen, ist nicht zu be-\nzweifeln, wirft aber auf die Anstalt selbst keinen Schatten. Dessau\nbedauert heute noch das Eingehen derselben, denn auch der mate-\nrielle Nutzen war für die Stadt von Bedeutung. Auch Schneidens\nLehrweise beleuchtet der Verfasser des erwähnten Werkes. Schon\nvor Marx sah Schneider als hohe Aufgabe der Compositionslehre an,\n„eine Bildungsschule für schaffende Künstler zu sein0, aber auch,\n„dass sie nicht allein für Componisten, dass sie vielmehr für jeder-\nmann, der sich tiefer für Musik bilden, sich nicht bloss sinnlich\noder in dunkelem Fühlen und Ahnen ihr annähern, sondern in ihr\nWesen tief eindringen will, dass sie namentlich für Lehrer,\nrende und sonstige Vorgesetzte musicalischer Anstalten das uner-\nlässliche und unersetzliche Bildungsmittel sei. Schneider war ein\nVertreter der alten Kernschule u. s. w. Ihm ist die Harmonie die\nBasis der Musiklehre; aus der Harmonie entwickelt er die Melodie,\nauf den harmonischen Zusammenhang der Worte und der Töne grün-\ndet er den Rhythmus. Die Ton- und Intervallen-Lehre dient ihm\nzunächst als Eingang in die Accordenlehre, woraus er dann die\nHarmonielehre weiter fördert. Sein System ist mit dem Gottfried\nWeber's innigst verwandt, nur viel einfacher und klarer, natürlicher\nund lebendiger.u\nMan schreibt uns vom ftlittelrheine: „Berlioz's Kritik über\nWagner ist ein Curiosum sonder Gleichen. Dabei bewährt sich das\nin Oesterreich gebräuchliche Sprüch wort: Der Kessel straft den Ofen-\ntopf (Einer ist so schwarz wie der Andere). Der Franzose ignorirt\ndas ungeheuerliche Sünden-Accumulat, das sich schon allein in sei-\nnem Requiem findet, vielleicht weil er wähnt, dieses Ungeheuer selbst\nsei schon vergessen. Hier liegt ein Exemplar davon. Auch der von\nJoseph Mainzer JB3B anatomirte Hector Berlioz liegt hier. Eine\nkunstgeschichtliehe Merkwürdigkeit sonder Gleichen! Wahrlich, man\nsollte sich die Mühe geben, die Gegenwart einige Blicke in diese\nbeiden Werke thun zu lassen, weil der Moment hierzu ein geeigne-\nter ist. Nicht unwahrscheinlich, dass gerade die Kritik dieses weit\ngrösseren Verbrechers an der Kunst dem Richard Wagner mehr\nSchaden bringen werde, als dies alle deutschen Kritiker zusammen\nvermocht haben, weil der Kritiker ein Franzose ist!*"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "192", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600609-01.1.8", "texte": "Ctftlieil. Geehrter Herr Redacteur! Abgesehen von dem Scherz*)\ndes Capellmeisters des himmlischen Reiches, Herrn Dschin-Tschong,\nin Nr. 15 Ihrer Zeitung, dessen „herrliches Werku der Art ist, dass\ndessen „Verbot bei Todesstrafe-4 eine nicht genug zu preisende Wohl-\nthat Sr. chinesischen Majestät bleibt, erlaube ich mir auf folgende\nSchrift aufmerksam zu machen: „Erste Wanderung der älte-\nsten Tonkunst als Vorgeschichte der Musik oder als erste Pe-\nriode derselben, dargestellt von Gott fr. Willi. Fink. Mit acht\nKupfertafeln. Essen, bei G Bädeker, 1831.— Auf Seite 73 ist zu\nlesen: „Wunderbarer Weise findet sich nun diese älteste Tonkunst\nin ihrem eigentümlich rhythmischen Tacte, in Mangel an Harmonie,\nd. i. der Mehrstimmigkeit des Tonspiels und des Gesanges, und in\nder uralten fünft.önigen Tonleiter vollkommen so unter den\nHochschotten wieder. Es fragt sich nun: Wie kam diese erste\nTonkunst des fernen Orients in dieses westliche Bergland auf die\nhebridischen Inseln ?u Auch Mendelssohn soll die fünf Obertasten\nein „Recept zu Volksliedern\" genannt haben (vgl. N. Z , Nr. 3, S-\n-22), was auch bereits Beethoven in dem fünftönigen schottischen\nLiede (Nr. 7, S. 54) erkannt hat. L. Kind scher.\nHerr Organist Langer in Leipzig, der langjährige verdiente\nDirigent des Pauliner Gesang-Vereins in Leipzig, ist bei Gelegen-\nheit des vierhundertjährigen Jubiläums der Universität Leipzig von\nder philosophischen Facultät daselbst zum Ehren-Dootor ernannt\nworden.\nIS&M&lbDie hiesige Bach-Gesellschaft unter der Leitung\ndes Herrn G. Armbrust führte in der St.-Petri-Kirche unter Mit-\nwirkung des Herrn Koch und des Fräul. Lüdecke aus Köln die\n11-moll-Messej 1. Theil, und das Weihnachts-Oratorium, 2. Cantate,\nauf. Es ist zu beklagen, dass sich die Bach-Gesellschaft, trotz ihres\nerst kurzen Bestehens, schon an das grösste und schwierigste Werk\nBach's, die hohe Messe, gewagt, indem sie sich dieser Aufgabe in\nallen Theilen nicht gewachsen zeigte. Wenn auch die Ausführung\nder Chöre ein fleissiges Studium erkennen liess und den Eifer und\ndie Umsicht des Dirigenten bethätigte, so konnten doch Schwankun-\ngen nicht vermieden werden, die um so bedauernswerther erschei-\nnen, als die Vorführung eines so- riesigen Werkes nur eine ganz voll-\nendete Ausführung duldet. Dass die Chöre zu schwach waren und\nderen Wirkung durch die Orgel und die Bleche oft paralysirt wurde,\nkönnen wir weniger zum Vorwurf machen, wohl aber, dass die\nTempi, besonders des Gloria, zu langsam genommen wurden, und\ndass die Rouladen so ganz ohne Schwung, ohne Adel abgesungen\nwurden, was besonders beim „Et in terra prix* auffiel. Die Solisten\nwaren, Herrn Koch vielleicht ausgenommen, unbefriedigend; der Bas-\nsist schlecht disponirt und das Orchester mit Kräften dritten Ranges\nbesetzt. Zwei Orchester-Proben, darunter nur eine in der Kirche,\nscheinen uns doch für ein solches Werk zu wenig, wenn auch eine\ndritte diesmal nicht viel genützt hätte. Die Bach-Gesellschaft hat\nsich mit der Aufführung der hohen Messe offenbar übereilt, hätte\naber jedenfalls für eine würdige Besetzung der Soli und des Or-\nchesters keine Mittel scheuen dürfen. Befriedigender war die Vor-\nführung der hier schon einmal gehörten zwreiten Cantate des Weih-\nnachts-Oratoriums, und die anerkannte Fähigkeit des Herrn Arm-\nbrust verbürgt uns, dass die Gesellschaft inskünftige ihre Aufgaben\nwieder eben so zufriedenstellend lösen wird, wie es bisher gesche-\nhen ist. (Deutsche M.-Ztg. Nr. 22.)\nDas beliebte thüringische Volkslied: r(Ach, wie ist's möglich\ndann'', welches vielfach Mendelssohn zugeschrieben wurde, und\nzwar, wie uns schien, ohne Grund, soll den „Hamburger Nachrich-\nten\" zufolge von dem kürzlich verstorbenen Louis Böhner com-\nponirt sein.\nDas schlesische katholische Kirchenblatt veröffentlicht eine Preis-\nAusschreibung für die Composition einer leicht ausführbaren, kur-\nzen, vierstimmigen Messe (lateinischer Text) mit Orgel-Begleitung.\nEinsendungs-Termin: 1. September 1860. Preis: 20 Thaler. Adresse:\nDom-Capellmeister M. Bros ig in Breslau.\n]P»i*is. Das Ministerium hat den Orgelbauern Merklin,\nSchütze & Comp., die hier und in Brüssel ihre Etablissements\nhaben, seine grosse Zufriedenheit mit der Ausführung des Umbaues\nder Orgel in der Hauptkirche zu Rouen zu erkennen gegeben, und\nihnen zugleich den Bau der Orgel in der Kathedrale zu Ar ras und\neiner anderen für eine hiesige Capelle aufgetragen. Herr J. Merklin,\nfrüher schon mit dem belgischen Leopolds-Orden decorirt, hat von\nder Königin von Spanien den Isabellen-Orden erhalten.\nNach Brandenburg a, d Havel. Herrn W. Sp Auf Ihre An-\nfrage kann ich Ihnen nicht sagen, ob der fragliche „Apparat* in\nDeutschland käuflich zu haben ist. Am besten wenden Sie Sich\ndesshalb nach London unter der Adresse: K. Mandel, Professor\nder Harmonie an der Militär-Musikschule.\n*) Ein Scherz, der, wie wir HeÄn L. K. aus bester Quelle ver-\nsichern können, durchaus harmlos und unschuldig war»\nDie Redaction.\n\nDie Redaction."}]}