{"numero_id": "bm-bmtnabi-1860-08-25-01", "volume": "bmtnabi_1860-08-25_01", "ocr_sha256": "7e40ed1a138b7eb5491b70c0eec1e48bab57c0b9a5100d7e5a8c8eadaa0e45c0", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1860/08/25_01/bmtnabi_1860-08-25_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1860-08-25-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-08-25_01#c001", "volume": "bmtnabi_1860-08-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "273", "page_fin": "273", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 477, "texte": "Inhalt.\nBeethoven und Paör. Beurtheilungen: Ernst Reiter, Das neue Paradies. Oratorium nach Worten der h. Schrift\nE. Kuhn, Deutsche Messe für vierstimmigen Männerchor. Öp. 31 Alb. Barth und J. J. Schäublin, Harfenklänge. Eine Sammlung geist-\nlicher Lieder. Louis Drechsler (Nekrolog). Königliche Bühnen in Berlin. Aus Baden-Baden. Von W. Aus London (Die\ndiesjährige Saison der Oper in Her Majesly't Theatre. Tages- und Unterhaltungsblatt (Hamburg, Leipzig, Heidelberg u. s. w.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-08-25-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-08-25_01#c002", "volume": "bmtnabi_1860-08-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "273", "page_fin": "274", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.2.2", "titre_corps": "Beethoven und Paër", "titre_sommaire": "Beethoven und Paër", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.1", "debut_caractere": 479, "fin_caractere_exclue": 4108, "texte": "Beethoven und Paër\n*).\nHerr L. v. Sonnleithner hat den wiener „Recen-\nsionen\" (Nr. 27) eine Berichtigung unter obiger Auf-\nschrift mitgetheilt, deren Kern folgender ist:\n„Die Oper Leonora von Paer wurde im Theater an\nder Wien niemals, im wiener Hoftheater aber zum er-\nsten Male am 8. Februar 1809 aufgeführt. Es ist daher\ngeradezu unmöglich, dass Beethoven mit oder ohne\nPaer's Gesellschaft die Oper vor der Composition seines\nFidelio in Wien gehört, sich irgendwie darüber geäussert\nund sich durch dieses Anhören veranlasst gefunden habe,\nein Textbuch über die nämliche Handlung für sich bear-\nbeiten zu lassen.—Da ich mich seit vielen Jahren mit der\nSammlung von Materialien zu einer Geschichte der Oper\nin Wien beschäftige und zu diesem Ende nicht nur das\ngedruckte chronologische Verzeichniss aller in den wiener\nTheatern von 1794 bis 1807 aufgeführten neuen Schau-\nspiele und Opern, sondern auch die für jene Zeit vollstän-\ndig vorhandenen Theaterzettel - Sammlungen blattweise\ndurchgegangen, so wie die Theater-Almanache, Tages-\nblätter und sonstigen Behelfe genau geprüft und ausgezo-\ngen habe, so kann ich die Richtigkeit meiner Angaben\nverbürgen und nötigenfalls aus den Quellen nachweisen.\nIm Theater an der Wien war die erste dort aufgeführte\nOper von Paer der am 4. Februar 1806 in deutscher\nUebersetzung gegebene „Sargines\", welchem erst am 5.\nJuni 1808 „Camilla\"folgte. In den Hoftheatern gab man\nzuerst 1794, 5. November,\n1798, 26. April, „L'intrigo amoroso\"; 6. November,\n„II Principe di Taranto\" ; 1799, 23. Februar, „Ca-\nmilla\" ; 12. Juli, „II inorto vivo29.November\nselda\"; 1800, 2. September, „Ginevra degli Amieri\";\n18. December, „Poche ma bmne ;\n1801, 23. April, „La 6. Juni,\n„Achille\"; 1802 und 1803 wurden nur einige dieser\nOpern wiederholt; 1804, 31. Juli, gab man\nciti\";— 1805 wurde weder eine ältere, noch eine neue\nOper von Paer gegeben.\n„Dass Paer die „Leonora\" für Dresden componirte,\ndarüber sind Fetis und Schilling einig; nur setzt sie\nErsterer in das Jahr 1805, Letzterer in das Jahr 1804-\nIn den dresdener Berichten in der „Leipziger allgemeinen\nmusicalischen Zeitung\" geschieht dieser Oper in den Jah-\nren 1802 —lBO7 auffallender Weise keine Erwähnung.\nDoch ist Schilling (was Paer betrifft) in der Zeit-Angabe\nder Opern-Compositionen ziemlich verlässlich, und viel ge-\nnauer als Fetis, der bedeutende Unrichtigkeiten enthält.\nEs Hesse sich mit geringer Mühe in Dresden erheben,\nwann dort die „ Leonora\" gegeben wurde; es ist aber\nkaum zu zweifeln, dass sie zwischen 1804 und 1805 com-\nponirt wurde, also jedenfalls gleichzeitig mit Beethoven's\n„Fidelio\", so dass weder Beethoven bei der Wahl des\nStoffes, noch der deutsche Bearbeiter von Bouilly's franzö-\nsischem Textbuche auf Paer's Oper Rücksicht nehmen\nkonnte. Es haben eben beide Bearbeiter in Wien und\nDresden ungefähr gleichzeitig die nämliche französische\nQuelle benutzt, wie denn schon damals die pariser Theater-\nLiteratur in Deutschland als gute Beute betrachtet wurde.\nMan thut daher Beethoven vollkommen Unrecht, wenn\nman ihm andichtet, dass er bei einem Anlasse von der er-\nzählten Art dem allgemein geachteten Paer entweder eine\nbeissende Grobheit oder ein zweifelhaftes Compliment ge-\nsagt habe.\n„Schwer erklärbar ist es, dass Paer eine so umständ-\nliche Thatsache, deren Unwahrheit noch dazu am Tage\nliegt, sollte frei erfunden oder sich geradezu eingebildet\nhaben. Eine Möglichkeit schwebt mir dabei noch vor. Paer\nwar zu Anfang des Jahres 1803 zum Besuche in Wien\nund componirte da seine geistliche Cantate San\n\n*) Vgl. Niederrheinische Musik-Zeitung Nr. 24: „Beet-\nhoven und Paeru, Schreiben F. Hiller's an die Redaction."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "274", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4260, "texte": "polcro, welche für die Tonkünstler-Witwen-Gesellschaft\nim Burgtheater am 3. und 4. April 1803 aufgeführt wurde.\nVielleicht kam er bei dieser Gelegenheit mit Beethoven zu-\nsammen (dessen Oratorium „Christus am Oelberg\" am\n21.März 1803 im Theater an der Wien gegeben worden\nwar) und erzählte ihm den Plan der Oper „Leonora\", de-\nren Composition er damals sich schon vorgesetzt haben\nmochte. Dieser Plan kann Beethoven angesprochen und\netwa zu der Aeusserung veranlasst haben, dass ihm dieser\nStoff' gefalle, und dass er auch Lust hätte, denselben als\nOper zu componiren. Auf solche oder ähnliche Art wäre\nPaer, der sich die Sache später in der Erinnerung anders\nausmalte, noch von dem Vorwurfe absichtlicher Aufschnei-\nderei [?] zu retten.\n„Bei dieser Gelegenheit will ich noch nebenher be-\nmerken, dass Beethoven's Oper in Wien auf dem Thea-\nterzettel niemals mit der Benennung „Leonora\" bezeich-\nnet wurde, sondern 1805 und 1806 „Fidelio, oder die\neheliche Liebe\", seit 1814 aber einfach „Fidelio\"\nhiess. Das gedruckte Textbuch von 1806 hat wohl den\nTitel: „Leonora, oder der Triumph der ehelichen\nLiebe\"; der Zettel aber kennt diese Bezeichnung nicht.\"\nNachschrift der Redaction. Wir sind natürlich\nHerrn L. v. Sonnleithner für seine Aufklärung dankbar,\nhätten aber gewünscht, dass er sich dabei des sehr über-\nflüssigen und unüberlegten Beiwerks von Bedensarten ent-\nhalten hätte, die auf die vorliegende Sache gar nicht pas-\nsen. Herr v. Sonnleithner versichert von oben herab, „dass\ner den betreffenden Zeitungs-Artikel keiner Beach-\ntung gewürdigt haben würde, wenn es sich nicht um\nden Fürsten der Tonkunst handelte\" u. s. w., und meint,\n„man sei leider nur zu geneigt, aus so trüben Quellen die\nCharakterschilderung berühmter Künstler zusammen zu\nflicken.\"\nDie Zusammenstellung dieser beiden Sätze ist minde-\nstens unbedacht, mehr aber noch ungerecht. Dass ein\nMann wie Herr v. Sonnleithner wegwerfend über einen\n„Zeitungs-Artikel\" spricht, der gerade derselben Ursache,\nwie dessen Berichtigung durch ihn selbst, seine Entstehung\nverdankt, nämlich dem Forschen nach Wahrheit aus dem\nLeben eines grossen Künstlers, das thut uns für Herrn v.\nSonnleithner leid; er stellt sich dadurch wahrlich nicht\nhoch, sondern setzt sich in die Classe derjenigen hinab,\nwelche die saure und undankbare Arbeit gewissenhafter\nRedactionen von Zeitungen nicht zu würdigen wissen und\nmit einem sehr oft geradezu lächerlichen Stolze durch af-\nfective oder wirkliche Nichtbeachtung von „Zeitungs-Ar-\ntikeln\" und „Zeitungsschreibern\" zu renommiren suchen.\nHätte Herr v. Sonnleithner „gewürdigt\", der Ver-\nanlassung des Artikels in unserer Nr. 24 nachzugehen\n' , * k nK: J* ' iOf .4. & . '■ ■' M. -i' > »' V '\n¥ jßi |p jjp ip i. f v ~ ss£\n(was er nicht gethan, wiewohl auf dieselbe ausdrück-\nlich verwiesen ist!), so würde er in unserer Nr. 22gele-\nsen haben: „Berlioz's Aeusserung mag wohl zu den man-\nnigfachen Anekdoten gehören, die auf Rechnung grosser\nMänner gesetzt werden. Von französischem und\nWitzworten war Beethoven's Natur wohl ziemlich weit\nU.' / - . '■ ••\nentfernt.\" —Das beweis't denn doch wohl deutlich genug,\nnur in etwas anderer Form, dass wir eben so sehr wie\nHerr v. Sonnleithner die Charakter-Schilderungen nach\nAnekdoten verdammen.\nHiller hat natürlich ganz über seine Unter-\nhaltung mit Paer berichtet, und es ist selbstredend nicht\ndaran zu zweifeln, dass Paer so, wie Hiller erzählt, sich\ngeäussert hat. Wenn daher Herr v. Sonnleithner mit gros-\nsen Lettern drucken lässt:\n„An der ganzen Erzählung ist kein wahres\nWort!\"\nso ist es hoffentlich wieder nur der Form zuzuschreiben,\ndass er vergisst, zu sagen: „An der ganzen Erzählung\nPaer's ist kein wahres Wort.\"\nSchliesslich nur noch dieses. Wir hielten es für wich-\ntig, die Aeusserung eines Schriftstellers wie Berlioz in einem\nso gelesenen Journal wie die zu beachten und un-\nseren Zweifel an der Richtigkeit der Thatsache\nauszusprechen (Nr. 22, S. 173). Nach Abdruck von Ilil-\nler's Mittheilung sagten wir ferner (in Nr. 24, S. 191)\nganz einfach: „Es fragt sich nun: Wann wurde Paer's\nLeonora geschrieben und in Wien bei Anwesenheit\nPaer's aufgeführt?\"\nJetzt fragen wir: Warum hat Herr v. Sonnleithner\naus seinem schätzbaren Archiv unsere Frage nicht eben so\neinfach, wie wir sie gethan, beantwortet?"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-08-25-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-08-25_01#c003", "volume": "bmtnabi_1860-08-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "274", "page_fin": "277", "image_debut": 2, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.2.3", "titre_corps": "Beurtheilungen.", "titre_sommaire": "Beurtheilungen.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "274", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.2", "debut_caractere": 4262, "fin_caractere_exclue": 4905, "texte": "Beurtheilungen.\nErnst Reiter, Das neue Paradies. Oratorium\nnach Worten der heiligen Schrift. Sr. K. Hoheit\ndem Grossherzog Friedrich von Baden zugeeignet.\nOp. 12. Basel, A. Hunold. Leipzig, Friedr. Hof-\nmeister. Ciavier-Auszug Preis 8 Thlr. Chorstim-\nmen Preis 2 Thlr.\nDieses Werk ist eine merkwürdige Erscheinung auf\ndem Gebiete der musicalischen Literatur, nicht weil es\netwa den Geist der Zeit und den Charakter der jungdeut-\nschen Schule wiederspiegelt, oder gar, weil es eine neue\nBahn bricht oder umgekehrt Bach und Händel copirt,\nsondern weil es die melodische Schreibweise populärer\nLieder-Componisten, Herrn Capellmeistcr Proch an der"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "275", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4962, "texte": "Spitze, Kücken, Gumbert, Hölzl u. s. w. im Gefolge, in\ndas Oratorium einführt!\nNimmt man dazu, dass das Gedicht, oder richtiger ge-\nsagt, der Text, nichts weniger als die ganze Geschichte\nder Menschheit vom ersten bis zum jüngsten Tage um-\nfasst, denn es beginnt mit dem: „Es werde Licht!\" und\nendigt mit dem Auferstehungs-Jubel von Adam und Eva\nund allen Auferstandenen, so wird man begreifen, dass die\nBehandlung dieses Stoffes, welcher Vergangenheit, Gegen-\nwart und Zukunft umfasst, in der angegebenen musicali-\nschen Manier wirklich zu den Merkwürdigkeiten gehört.\nDen Text zunächst müssen wir für ganz verfehlt er-\nklären, sowohl in Bezug auf den Inhalt im Ganzen, als auf\ndie Ausführung im Einzelnen, die „den ganzen Kreis der\nSchöpfung ausschreitet und mit (keineswegs) bedächtiger\nSchnelle vom Himmel durch die Welt zur Hölle\" und\ndann wieder zum Paradiese wandelt. Der Dichter hat sich\nnicht genannt. Der Zusatz auf dem Haupt-Titel: „Nach\nWo rten der heiligen Schrift\", verdient die ernsteste\nRüge, denn die heilige Schrift weiss nichts von Versen\nder Eva, wie diese:\n»Dort aus jenen Zweigen blinkt es\nWie ein holder Morgenstern,\nAber unerreichbar winkt es,\nEwig schön, ach, ewig fern!\"\nund:\n„Sieh, dir winket Gottes Sonne,\nNimm und schöpf aus ihrem Bronne\nLicht und Lebent Gottesgleichheit!\"\nNoch weniger kennt sie Heiden, die sich folgender Maas-\nsen ergehen:\n„O Götterfunke der Unsterblichkeit,\nWer facht dich an zu Lebensgluth der Wahrheit?\nIn Schattenreichen zweifelnd irren wir\nUnd suchen uns'rer Ahnung Ziel vergebens ;\nWann wirst du uns im Sonnenglanz erstrahlen,\nBild ew'ger Schönheit, unseres Traumes Stern?\"\nUnd nun vollends Adam, der gleich von vorn herein mit\ndem faustischen Wissensdrang und dem modernen Welt-\nschmerz ausstaffirt erscheint, und unmittelbar nach der\nErschaffung des Lichtes und seiner selbst (welche Nr. 1\nder Chor der „lichten Geister\" preis't) zum Danke dafür\nmit Allem unzufrieden ist und fast komisch in die Worte\nausbricht:\n„Licht ist im Himmel, auf der Erde Licht,\nUnd Licht in mir (!); doch alles stillet nicht\nDes Geistes glühenden Durst, Licht, Licht, Licht!\"\nDas soll der Adam aus der Schöpfungsgeschichte der hei-\nligen Schrift sein!\nDer erste Theil enthält den Sündenfall, worüber der\nChor der „finsteren Geister\" triumphirt, Adam und Eva\n„Nacht aussen, innen Nacht\" —trauern, der Engel Mi-\nchael aber ihnen verheisst, dass „Gottes Licht das sel'ge\nLeben emportragen (!) wird, wenn dieses Blitzschwert der\nGerechtigkeit wird von der Liebe Flammenschwert zer-\nschlagen.\" (Sind das biblische Worte??)\nPersonen des ersten Theiles sind: Adam, Tenor; Eva,\nSopran; Raphael, Alt; Michael, Bass; Chor der lichten\nund Chor der finsteren Geister, beide vierstimmig.\nDer zweite Theil umfasst die Geschichte des Volkes\nIsrael. Sie dienen in Aegypten; der Engel Gabriel ruft\n„Mose\" als Retter. Moses auf dem Sinai. Abgötterei der\nIsraeliten, Moses' Zorn. Tröstung durch die Engel. David\nsingt zur Harfe. Die Israeliten an den Wassern Babylons;\ndazu im Doppelchor die Heiden, nicht kampfentbrannt,\nsondern, wie oben schon erwähnt, sehr zahm und mond-\nsüchtig. Jesaias weissagt „Jerusalems Wonne\", die lichten\nGeister bestätigen sein Prophetenwort.\nPersonen: Gabriel, Sopran; Moses, Bass; Michael,\nBass; Raphael, Alt; David, Tenor; Jesaias, Bass. Chöre\nder Israeliten und Heiden, der finsteren und lichten Geister.\nf.\nIm dritten Theile verkünden die lichten Geister die\nGeburt des Heilandes; Maria und Simeon preisen sich\nglücklich (Duett); Raphael verkündet den „Gottmenschen\";\ndie finsteren Geister versuchen Christus, der Engel Michael\nfährt sie darob hart an: „Gott strafe dich, o ewige (?) Ver-\nsuchung! Des Menschen Sohn steht da in Gott!\" u. s. w.\nDas Meer braus't, die „Jünger\" verzagen; „Er aber\nsteht und spricht: da wird es still.\" Magdalena bittet\num Erbarmen und Segen; die lichten Geister trösten sie:\n„Dir ist viele Schuld vergeben;\nWohl dir, du hast viel geliebt!\"\nDie finsteren Geister frohlocken noch einmal bei Christi\nKreuzigung; Michael fährt sie abermals hart an:\n„Das Urtheil des Allmächtigen trifft dich\nZum andern Mal (!), Geschlecht der Finsterniss!\"\nDann verkündet er die Auferstehung Christi. Adam und\nEva erwachen zum Leben (Duett und Chor der Engel und\nder Auferstandenen) und ziehen ein ins neue Paradies mit\ndem bescheidenen Selbstgefühle der „Gottesgleichheit\".\nJEritis sicut Dem!\nZu den bereits aufgetretenen, zum Theil aber wieder\nverschwundenen Personen des Oratoriums kommen hier\nnoch dazu Maria und Magdalena als Soprane, Simeon als\nBass, und die Chöre der Jünger, der Engel und der Er-\nstandenen.\nAus dieser Skizze ersieht man, dass uns hier Dante,\nMilton und Klopstock in nucedargeboten werden!\nDer Componist ist sich, wie es scheint, der Schwierig-\nkeit der Aufgabe, drei gänzlich verschiedene Entwicklungs-\nphasen der Menschheit, die Genesis und den Fall des Ge-\nschlechtes nach der biblischen Sage, die historische Bedeu-\ntung des Volkes Gottes und die Erlösung durch das Chri-\n[*J"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "276", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5256, "texte": "steuthum, musicalisch zu charakterisiren, gar nicht bewusst\ngewesen, und die Mosaik des Gedichtes hat ihn freilich\nauch nicht dazu begeistern können. In seiner Musik hat\ner vielmehr eine gewisse Einheit hergestellt, die jedoch\nwiederum nicht zum Vortheil des Ganzen ausgefallen, da\nsie mehr Eintönigkeit als künstlerische Einheit des Stils ist.\nSeinen Melodieen fehlt es an der Würde und dem\nAdel der Motive, den Chören an der Tiefe und dem\nSchwung, welche das Oratorium verlangt. Die Musik er-\nhebt sich nur selten über das Gewöhnliche, sowohl in Er-\nfindung als in der Ausführung und Durcharbeitung, wo-\nvon nur der Schlusschor eine Ausnahme macht, während\nder Componist in anderen Nummern wohl einen guten An-\nlauf nimmt, aber bald wieder in das alte Geleise zurück-\nfällt. An- ganz gewöhnlichen Fortschreitungen in diatoni-\nscher oder chromatischer Tonleiter und an eben so ge-\nwöhnlichen Cadenzen, die das Monotone gar zu auffallend\nmachen, ist kein Mangel.\nUnd dennoch möchten wir Herrn Reiter keineswegs\nvom Componiren abschrecken; aber das Oratorium ist\nschwerlich die Gattung, für welche die Natur ihn bestimmt\nhat, die ihm, was wir gern anerkennen, ein gar nicht un-\nbedeutendes Talent verliehen. Sehr lobenswerth ist seine\nKlarheit im harmonischen Elemente, die technische Ge-\nwandtheit in der Factur, die auf guter Schule und auf\nhäufiger Uebung im Schreiben beruht, und uns offenbart,\ndass dem Componisten die Arbeit leicht, vielleicht zu leicht\nwird. Daher rührt denn das Fliessende der Schreibart,\ndas man heutzutage nur zu häufig vermisst, und das Herrn\nHeiter auch dann gewiss eigen bleiben wird, wenn er etwas\nmehr in die Tiefe als in die Breite zu gehen streben will.\nNach alledem möchten wir glauben, dass diejenige\nGattung, in welcher der Componist etwas Gutes leisten\nwürde, die Oper sein dürfte, nicht die heroische, wohl\naber die sentimentale und—so wunderlich dies auch nach\nder Durchsicht eines Oratoriums klingen mag—die komi-\nsche Oper. Zu diesem Urtheil führt uns diejenige Eigen-\nschaft seiner Vocal-Composition, welche mit den bereits\nerwähnten Vorzügen eng zusammenhängt, nämlich die\nSangbarkeit. Diese wird auch dem vorliegenden Oratorium\nin Dilettantenkreisen Eingang verschaffen, und wir möch-\nten es in dieser Beziehung auch Sing-Vereinen, die nicht\ngerade die höchsten Zwecke erstreben, empfehlen; denn\nAlles, Chöre und Solostücke (der Bass fordert eine klang-\nvolle Tiefe), singt sich leicht, weil es stimmgerecht ge-\nschrieben ist. Auch lässt sich jeder Theil, ja, einzelne Ab-\nschnitte, ganz gut allein aufführen, da der Dichter dafür\ngesorgt hat, dass Alles aus einander gelegt werden kann.\nSchliesslich erwähnen wir noch, dass das Oratorium\nals Manuscript schon im Jahre 1846 in Wien im Burg-\nTheater zwei Mal und eben so in Basel, wo der Compo-\nnist als tüchtiger Dirigent fungirt, mit Beifall aufgeführt\nworden ist.\nL.\nE. Kuhn, Deutsche Messe (im leichten Stile) zum\nGebrauche bei dem Gottesdienste für vierstim-\nmigen Männerchor. 0p.31. Erfurt, bei C.W.\nKörner. Partitur 10 Sgr.\nEin kleines anspruchsloses, aber doch sehr ansprechen-\ndes Werkchen, das sich durch melodische Gedanken und\nharmonische Einfachheit empfiehlt und für seinen kirch-\nlichen Zweck, wie auch in einzelnen Sätzen für Männer-\ngesang-Vereine, die noch ernsten Gesang lieben und noch\nnicht ganz der Tändelei und Säuselei verfallen sind, zu\nausserkirchlichen Vorträgen recht brauchbar ist. Es be-\nsteht aus acht Nummern: 1. Zum StafFelgebet (lies im\nStaub, statt ein). 2. Zum Gloria (Allegro moltoJ B-dur,\n%); der längste Satz, jedoch nur 72 Tacte, aber recht\nfrisch und schwungvoll. 3. Zum Credo. 4. Zum Offerto-\nrium. 5. Zum Sanctus [Largo, recht schön.\n6. Nach der Wandlung. 7. Zum Agnus Dei (Adagio, Es-\nmoll, 4/4), eben so, hätte eine grössere Ausführung ver-\ndient. 8. Schlussgesang [Allegro, %) mit einem\nkleinen Fugato, wofür jedoch-der Rahmen zu eng ist.\nAlb. Barth und J. J. Schaublin, Harfenklänge.\nEine Sammlung geistlicher Lieder für gemischten\nChor. Basel und Biel, Bahnmeier's Buchhandlung\n(C. Detloff). 1860 140 S. 8. Preis?\nDie Herausgeber, der erstere Diakon an St. Theodor,\nder andere Lehrer am Real-Gymnasium zu Basel\", suchen\nin dem Vorworte das Erscheinen ihrer Sammlung nach\nden bereits vorhandenen zu rechtfertigen. Wir wollen dar-\nüber nicht mit ihnen rechten, da das Büchlein im Ganzen\nseinen Zweck erfüllt und sich durch guten Druck und recht\nsaubere Ausstattung empfiehlt, mithin häuslichen Kreisen\nwillkommen sein wird. Dass öfters bekannten Melodieen\nandere als die Texte untergelegt sind, kön-\nnen wir nicht billigen; dadurch erscheint nothwendig die\nComposition in einem falschen Lichte. Auch dass die Her-\nausgeber nicht angeben, bei welchen Gesängen die Har-\nmonie vom Componisten herrührt oder zu dessen Melodie\nvon ihnen gesetzt ist, dürfte ein bei einer zweiten Auflage\nzu beseitigender Mangel sein. Unter den Liedern älterer\nDichter und Musiker ist Nr. 32: „Welt, Ade! ich bin dein\nmüde\", von Albinus, fünfstimmig (2 Soprane, Alt, Tenor\nund Bass) gesetzt von Rosenmüller [B-dur, 4/VTact),\nauszuzeichnen; besonders schön tritt der Schluss der\nKehrvejs: „In dem Himmel allezeit Friede, Freud' und\nSeligkeit!\" aller vier Strophen in 3/2-Tact ein. Unter\nden neueren Liedern sprechen uns „Ach, bleib' bei uns,"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "277", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 126, "texte": "Herr!\" von M.Hauptmann, „Das ist eine sel'geStunde\"\nvon F. Commer, „Was klagst du?\" von Rungenha-\ngen, u. s. w. am meisten an."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-08-25-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-08-25_01#c004", "volume": "bmtnabi_1860-08-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "277", "page_fin": "277", "image_debut": 5, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.2.4", "titre_corps": "Louis Drechsler.", "titre_sommaire": "Louis Drechsler.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "277", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.5", "debut_caractere": 128, "fin_caractere_exclue": 3036, "texte": "Louis Drechsler.\n(Nekrolog.)\nAm 25. Juni starb zu Edinburgh Louis Drechs-\nler, unter den deutschen Musikern, die sich in England\neine Existenz begründet haben, einer der tüchtigsten. Auch\nhatte er sich nicht bloss ein sorgenfreies Leben, sondern\nauch einen bedeutenden Wirkungskreis geschaffen, na-\nmentlich durch seinen vortrefflichen Gesang-Unterricht und\nals Dirigent der philharmonischen Gesellschaft.\nDrechsler war zu Dessau den 5. October 1822 ge-\nboren, wo sein Vater Karl (geb. 1800 zu Camenz), der\nberühmte Violoncellist, Concertmeister an der Hofcapelle,\nnoch gegenwärtig, so viel uns bekannt, lebt.\nEr widmete sich von Jugend auf der Musik, erhielt\nvon seinem Vater Unterricht im Violoncellspiel und bil-\ndete sich unter Friedrich Schneider's Leitung zum wissen-\nschaftlichen und praktischen Musiker aus.\nIm Sommer 1841 kam er mit Adam Hamilton, wel-\ncher ebenfalls unter Friedrich Schneider studirt hatte, und\nder späterhin sein Schwager wurde, in Edinburgh an und\nmachte sogleich mit seinem Violoncellspiel grosse Sensa-\ntion. 1843 ging er nach London und 1845 nach Paris,\nwo er des berühmten Franchomme Bekanntschaft und\nFreundschaft erwarb. In London 1846 spielte er im\nBuckingham-Palaste vor Ihrer Majestät der Königin Victo-\nria, welche sich in seiner Muttersprache mit ihm unterhielt\nund sich auf das lobendste über seine Leistungen aussprach.\nSeitdem machte er öftere Reisen nach London, Frankreich\nund Deutschland, wo er sich in Wien, Dresden, Berlin,\nMünchen, Paris und in seinem Geburtsorte mit grossem\nErfolg hören liess.\nIm Jahre 1848 begann er unter den ersten Lehrern\nin Frankreich und Italien Gesang zu studiren, zuletzt unter\ndem berühmten Garcia in London, von welchem er, wie\ner selbst sagt, am meisten gelernt hatte, und dessen Lehr-\nmethode er anwandte. Als sich in Edinburgh eine Gesell-\nschaft von Musik-Liebhabern bildete, wurde Drechsler zum\nDirigenten ernannt; er verweigerte es, irgend eine Remu-\nneration anzunehmen. Musik war ihm eine Kunst, die ihrer\nselbst willen geliebt und cultivirt werden müsse. Als Violon-\ncellspieler war er unübertroffen in Reinheit und Lieblich-\nkeit des Tones, Gefühl und gesangreichem Ausdruck. Er\nwar auch ein guter Ciavierspieler; er spielte mit vielem\nAusdruck und besass einen guten Anschlag. Sein Extem-\nporespiel auf dem Ciavier und auf der Orgel gewährte\ngrosses Vergnügen, und eben so konnte er Partituren mit\nLeichtigkeit vom Blatte spielen. Im Gesang-Unterricht\nwar er höchst tüchtig und gewissenhaft. Er befolgte die\necht italiänische Methode. Bescheiden und wohlthätig,\nschenkte er jungen Musikern und Dilettanten stets die\nfreundlichste Theilnahme. Obgleich seit längerer Zeit lei-\ndend, kam sein früher Tod doch unerwartet und entriss\nihn im noch nicht vollendeten 38. Jahre seinen Freunden\nund seinem Wirken auf dem Gebiete der Tonkunst. Edin-\nburgh verliert an ihm sehr viel, denn er war die Seele des\ndortigen Musiklebens."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-08-25-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-08-25_01#c005", "volume": "bmtnabi_1860-08-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "277", "page_fin": "278", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.2.5", "titre_corps": "Königliche Bühnen in Berlin.", "titre_sommaire": "Königliche Bühnen in Berlin.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "277", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.5", "debut_caractere": 3038, "fin_caractere_exclue": 4783, "texte": "Königliche Bühnen in Berlin.\nDie Gesammtzahl der vom 1. August 1859 bis zum\n20. Juni 1860 gegebenen Vorstellungen betrug 488,\ndie sich folgender Maassen eintheilen: Trauerspiel 71,\nSchauspiel 107, Lustspiel 135, Posse 18, ernste Oper\n113, komische Oper 42, Singspiel 8, Ballet 80.\nDie Anzahl der Vorstellungen—nach den Namen der\nSchriftsteller vertheilt—ergibt folgendes Resultat: Bauern-\nfeld 8, Benedix 12, Birch-Pfeiffer 25, Blum 17, Brach-\nvogel 8, Cumberland 1, A. Dumas 10, Feldmann 6, Frei-\ntag 1, Girardin 1, Göthe 10, Hell 1, Hersch 5, Heyse\n12, Holbein 5, Holtei 2, Hugo 6, Iffland 2, Klein 4,\nKleist 6, Kotzebue 7, Kettel 7, Laube 2, Laun 1, Lessing\n13, Moli&re 5, Moreto 2, Mosenthal 1, Putlitz 7, Raupach\n12, Rautenstrauch 1, Redwitz 3, Ring 12, Prinz. A. v. S.\n1, Schneider 3, Schiller 42, Schröder 1, Scribe9, Shake-\nspeare 34, Steigentesch 1, Souvestre 2, Töpfer 9, Wil-\nhelmi 3, Wolff 3.\nDessgleichen in der Oper: Auber 22, Bellini 2, Beet-\nhoven 5, Boieldieu 3, Cherubini 4, Donizetti 9, Flotow\n4, Gluck 7, Herold 2, Isouard 1, Lortzing 4, Marschner\n3, Meyerbeer 17, Mozart 19, Nicolai 4, Offenbach 11,\nv. Redern 5, Rossini 5, G. Schmidt 4, Spohr 2, Spontini\n3, Taubert 1, Verdi 3, Wagner 9, Weber 12.\nVon den Ballet-Vorstellungen kommen 58 auf\nPaul Taglioni, 11 auf Hoguet, 4 auf Ph. Taglioni, 7 auf\nPerrot.\nDie Novitäten und Neuinscenesetzungen waren:\nA. Im Schauspiele (8 Stücke): Drei Trauerspiele\n(„Maria\", „Die Sabinerinnen\", „Der Usurpator\"), vier\nSchauspiele („Des Hauses Ehre\", „Ein Kind des Glücks\",\n„Elisabeth Charlotte\", „Ein Verschwörer\"), ein Lustspiel\n(„Unsere Freunde\"). Neu einstudirt (8 Stücke): ein\nSchauspiel („Der Fabricant\"), sieben Lustspiele (Jhr\nBild\", „Der Jugendfreund\", „Das Portrait der Geliebten\","}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "278", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2201, "texte": "„Die Mäntel\", „Dießekenntnisse\", „DerMajorats-Erbe\",\n„Rococo\"). Zur Vor- und Nachfeier des hundertjähri-\ngen Geburtstages Schiller's kam ein Prolog vonP. Heyse,\nein Epilog zu Schiller's Glocke, und Schiller's Apotheose,\nlebendes Bild, componirt von H. Heidel, zur Aufführung.\nDie in Aussicht gestandenen Lustspiele „Mit der Feder\",\n„Eine übereilte Ehe\" nnd „Sophie DetzlofT\" blieben aus.\nB. In der Oper; Eine ernste („Christine\") und eine\nkomisch-romantische Oper („Weibertreue, oder Kaiser\nKonrad vor Weinsberg\"), ein Singspiel („Das Mädchen\nvon Elisonzo\"). Neu einstudirt: eine Oper.(„Der\nTempler und die Jüdin\") von Marschner.\nIm Opernhause ein grosses Concert unter Mitwirkung\nder Sing-Akademie, des Stern'schen und des Jähn'schen\nGesang-Vereins.\nC. Im Ballet: Keine Neuigkeit.—Neu einstudirt\n(2 Ballette): „Katharina, oder die Braut des Banditen\",\n„Das hübsche Mädchen von Gent\".\nTaglioni's „Seeräuber\" erreichte vom 18. September\n1838 bis 29. December 1859 hundert, dessen „Flick und\nFlock's Abenteuer\" in zwei Jahren nahe an zweihundert\nAufführungen.\nEngagements, Debüts und Gastspiele. Im\nSchauspiele fand nur ein Debüt (an 3 Abenden) Statt:\nFrau Kierschner (wurde engagirt). Gastspiele fanden\nacht (an 40 Abenden) Statt: Frau Kierschner 5 Mal,\nFräul. Gossmann 12 Mal, Fräul. Ehrenbaum 3 Mal,\nFräul. Doris-Gey 3 Mal (wurde engagirt), Herr La\nRoche 7 Mal, Herr Otto Devrient 3 Mal, Herr Ma-\nximilian (Lemaitre) 3 Mal, Herr Marr 4 Mal.—Abge-\ngangen: Herr Porth (nach Königsberg).\nIn der Oper sahen wir: Einen ersten theatralischen\nVersuch des Fräul. De Ahna und drei Debüts (an 4\nAbenden): Herr Woworsky 2 Mal, Fräul. Ferlesi 1\nMal, Fräul. Pollack 1 Mal. Gastspiele fanden vier (an\n5 Abenden) Statt: Herr Steger 3 Mal, Herr Bukowics\n1 Mal, Fräul. Langlois 1 Mal. Neu engagirt die Da-\nmen Voss, Böttcher und Czekay (kleine Partieen).\nIm Ballet fand ein Gastspiel (an 10 Abenden) Statt:\nFräul. KatharineFrideberg.—Neu engagirt: Fräul.\nSeiling (Koryphäe).\nIn der Capelle neu engagirt: die Herren Beyerle,\nBaack, Gantenberg (tüchtiger Flötist) und Pohl.\nZwei fünfzigjährige Jubiläen fanden Statt: das\ndes höchst verdienstlichen Bassisten Herrn Zschiesche\nund das des Contrabassisten Herrn Schlechte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-08-25-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-08-25_01#c006", "volume": "bmtnabi_1860-08-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "278", "page_fin": "279", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.2.6", "titre_corps": "Aus Baden-Baden.", "titre_sommaire": "Aus Baden-Baden.", "signature_source": "w", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "278", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.6", "debut_caractere": 2203, "fin_caractere_exclue": 4775, "texte": "Aus Baden-Baden.\n\nDen 10. August 1860.\nHier strömt der goldene liegen nicht bloss auf die\nSpieler (?) und Spielpächter herab, sondern vor Allem auch\nauf die Kunst und die Künstler, nämlich auf die französi-\nschen. Zwar ist Baden ein deutscher Ort; doch nein, es\nist ein Curort, und diese geographischen Grössen sind be-\nkanntlich weder deutsch noch irgend national, sondern\nrein kosmopolitisch. Da nun das Französische die Welt-\nsprache ist, so ist es ganz natürlich, dass die Welt, die hier\naus allen Ländern zusammenströmt, nur Französisch spricht,\nund dass folglich auch die Bedienung sich dieses Idioms\nbefleissigt, d. h. mit anderen Worten, dass die ganze Ein-\nwohnerschaft von Baden sich französirt, da die ganze Ein-\nwohnerschaft aus unterthänigen Dienern der Fremden\nbesteht.\nSo ist denn auch das Theater, genauer genommen das\nVaudeville und die komische Oper, französisch. Die Stücke\nund die Partituren schiessen wie die Pilze empor und ge-\nhen ohne Ausnahme unter dem rauschendsten Jubel und\nBravorufen des Publicums in Scene, da dieses Publicum\nviel zu gebildet und zu artig ist, um irgend etwas Anderes\nzu thun, als zu applaudiren und zu bewundern.\nGäbe es einen Hof in Baden, so würde man das hie-\nsige Theater ein Muster-Exemplar von einem Hoftheater\nnennen können; jetzt aber muss man es als ein Liebhaber-\nTheater betrachten, obwohl lauter bezahlte, und sehr gut\nbezahlte, Künstler darauf auftreten. Gewiss ist, dass man\nin keinem Liebhaber-Theater eine solche von lauter Wohl-\nwollen und Gutmüthigkeit, Gefälligkeit und Enthusiasmus\ngeschwängerte Luft athmet, als im hiesigen Komödien-\nsaale. Mit dem besten Willen von der Welt wird hier kein\nMensch über den wahren Werth der aufgeführten Stücke\nins Klare kommen, so betäubend ist der Korybantenlärm\nder Priester der Thalia und Polyhymnia. Die Blätter, die\nhier und in der Nähe erscheinen, sind nur der Wieder-\nhall des „gewählten\" Publicums, und ein einziger Laut\naufrichtiger Kritik würde eine so grelle Dissonanz in die\nallgemeine Lobhudel-Harmonie werfen, dass sich ein Je-\nder vor einem solchen Laut hütet.\nDiese Behutsamkeit hat noch einen anderen Grund.\nEs existirt hier eine geheime Policei, die dermaassen zahl-\nreiche Diener hat, dass ihr nichts entgeht, was gegen die\nöffentliche Renommee des berühmten Badeortes geäussert\nwird, denn die ganze Bürgerschaft gehört dazu. Wehe\ndem, der hier eine Meinung ausspricht, die dem Gemein-\nwohl schaden könnte! Ich erinnere mich eines Auftrittes,\nder vor mehreren Jahren in Bonn passirte. Es wurde im\nTheater eine Oper gegeben, deren Musik von einem Eng-"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "279", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1952, "texte": "Länder oder einer Engländerin—ich glaube, es waren so-\ngar zwei Damen dabei am Webstuhle gewesen compo-\nnirt, d. h. clavierirt, und dann von einem dortigen Musiker\ninstrumentirt worden war. Im ersten Bange waren alle\nLogen von Engländern, die bekanntlich eine starke Colonie\nin Bonn bilden, besetzt. Das Parterre war unglücklicher\nWeise anderer Ansicht, als der erste Rang; es lachte und\npfiff die Oper aus. Da hörte man denn gar viele ehrsame\nBonner sich ob dieser Frechheit entsetzen, denn die Furcht\nvor einer Gesammt-Auswanderung der Engländer wurde\nrege. Indess blieb es doch beim Raisonniren und Eifern;\nhier in Baden aber würde derjenige, der eine französische\nOper auspfiffe, gesteinigt, der sie nicht vortrefflich fände,\nausgewiesen werden.\nWas Wunder also, dass eine neue Oper von Gou-\nnod, nLa Cobmbe\" genannt, Enthusiasmus erregt hat?\nDie beste deutsche Oper würde nichts gemacht haben, sie\nkäme ja nicht aus Paris! Der Stoff aus einer Fabel von\nLafontaine, die Musik von einem pariser Componisten, die\nDarsteller Pariser, an ihrer Spitze Madame Carvalho-Mio-\nlan und Roger—folglich Enthusiasmus für das Buch, für\ndie Musik, für die Sänger!\nEin Bauer, der vom Neumond reden hörte, fragte, wo\ndenn die alten Monde blieben. Das wusste man ihm eben\nso wenig zu beantworten, als irgend einem Neugierigen\ndie Frage nach dem Verbleiben der Opern-Partituren, die\nalle Sommer in Baden neu aufleuchten.\nDer Bau des neuen Theaters schreitet schnell vor und\nsoll noch für diesen Winter unter Dach kommen. Der Bau\nder Maschinerie u. s. W.ist dem berühmten Mühl dorfer\nübertragen, nicht weil er ein Mannheimer ist, sondern weil\ner nach Paris berufen worden, um das Wasser von Ploer-\nmel in Scene zu setzen. In der Saison von 1862 soll das\nneue Theater mit einer Oper von Hector Berlioz eröffnet\nwerden. Doch wer weiss, was geschieht, wenn der Tann-\nhäuser aus Paris nach Baden geholt werden kann! Bis jetzt\nkann man ihn freilich hier nicht brauchen.\n\nw."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-08-25-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-08-25_01#c007", "volume": "bmtnabi_1860-08-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "279", "page_fin": "280", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.2.7", "titre_corps": "Aus London.", "titre_sommaire": "Aus London.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "279", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.7", "debut_caractere": 1954, "fin_caractere_exclue": 5127, "texte": "Aus London.\n| Die diesjährige Saison der Oper in Her Majesty's Tkeatre.]\nDas Theater der Königin hat Ende Juli mit C. M, v.\nWeber's Oberon geschlossen. Die Aufführung dieses\nWerkes hat einen unerhörten Erfolg gehabt und wird von\nder Kritik einstimmig als epochemachend in der Geschichte\nder Oper in London bezeichnet. Die allgemein verlangte\nWiederholung konnte jedoch nicht Statt finden, weil die\nmeisten Mitglieder der Bühne Verbindlichkeiten eingegan-\ngen hatten, die ihren längeren Aufenthalt hier unmöglich\nc , /. u • u\nmachten. * . :\nDiese letzte Vorstellung war das Benefiz für Fräulein\nTitjens, welche die Rezia sang. Die übrige Besetzung\nwar folgende: Hüon, Signor Mongini; Fatime, Signora\nAlboni; Oberon, Signor Beiart; Scherasmin, Signor\nEverardi. Das Ensemble war vollkommen, das Orchester\nunter Benedict's Leitung vortrefflich. Für uns Deutsche\ntrübte die Erinnerung an Weber's Ende (den 5. Juni 1826\nin London die Freude an der Aufführung! Uebrigens\ngingen der Vorstellung noch vorher der Schaltenwalzer aus\nDinorah durch Mad. Cabel, Edgar's Schlussscene aus Lucia\ndurch Giuglini und einige Scenen aus dem Ballet Orfa\ndurch Mad. Ferraris.\nDie Saison war am 10. April mit Flotovv's Martha\neröffnet worden: Fräul. Titjens, Mad. Lemaire, Giuglini\nund Vialetti (Bass). In dem beigegebenen Ballet trat die\nTänzerin Pocchini auf. Die Oper machte nicht viel und ging\nnicht wieder in Scene.\nAm 12. April trat Mad. Borghi-Mamo als Leonora\nin der Favorita auf und setzte sich durch ihre schöne\nStimme und guten Vortrag sogleich in Gunst. An demsel-\nben Abende hatte Everardi als Alfonso entschiedenen Er-\nfolg, und der Tenor Mongini machte dem allbeliebten\nGiuglini seinen Ruhm streitig. Nach Verdi's Trovatore kam\ndie Tremata wieder daran mit Signora Piccolomini,\ndie mit dieser Rolle eine Reihe von sechs Abschieds-Vor-\nstellungen eröffnete, bevor sie sich ins Privatleben zurück-\nzog. Sie erregte keineswegs den früheren Enthusiasmus,\nhatte aber doch noch einige glühende Bewunderer für sich.\nEine neue für sie geschriebene Oper, Almina, von\nCampana machte wenig oder gar keinen Eindruck; doch\nerlebte sie drei Vorstellungen. Rossini's Othello gab Mon-\ngini Gelegenheit, seine Kraft im Schreien zu zeigen; seine\nUebertreibungen im letzten Acte waren unausstehlich. Mad.\nBorghi als Desdemona konnte nicht befriedigen; der feine\nDuft, der über dem musicalischen Bilde dieses unschuldi-\ngen Opfers schwebt, wurde durch sie ganz verwischt. Den-\nnoch erhielt sie im letzten Acte Beifall. Es bleibt aber eine\nstarke Aufgabe, die Azucena im Trovatore, den Orsini in\nder Lucrezia u. s. w. und auch die Desdemona zu singen.\nIn der Lucrezia feierte Fräul. Titjens einen wohlver-\ndienten Triumph durch Gesang und Spiel, und Mongini\nmachte durch den geschmack- und gefühlvollen Vortrag\nder Partie desGennaro die Frevel des Mohren von Venedig\nvergessen.\nDon Giovanni wurde im Mai vier Mal bei vollem\nHause gegeben, was den Künstlern und dem londoner Pu-\nblicum Ehre macht. Donna Anna, Fräul. Titjens, prächtig,\neine ihrer besten Leistungen; die Macht der Stimme, der\ndramatische Ausdruck im Tone und das hinreissende Spiel\nlassen die Kritik über die Unvollkommenheit der feineren"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "280", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 708, "texte": "Technik nicht zu Wort kommen. Die Elvira der Signora\nVaneri war vortrefflich, sie sang die Mozart'sche Musik\nin dem classischen Stil, der ihr gebührt. Als Zerline wäre\ndie Piccolomini mehr an ihrer Stelle gewesen, als die\nBorghi-Mamo. Don Giovanni selbst, Everardi, sang die\nPartie recht schön, sah gut aus und spielte gar nicht übel,\nwenn auch vielleicht nicht mit der Grandezza eines spani-\nschen Dons, doch mit der Nonchalance eines blasirten\ngrossen Herrn, der Alles cavalierbehandelt. Vialetti\ngab den Leporello, Castelli den Comthur—auch zwei be-\ndeutende Stimmen. Die beste Vorstellung war die vierte,\nin welcher Everardi den Leporello, Gassier den Don Juan,\nRonconi den Masetto sang.\n(Schluss folgt.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-08-25-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-08-25_01#c008", "volume": "bmtnabi_1860-08-25_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "280", "page_fin": "280", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.2.8", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "280", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.8", "debut_caractere": 710, "fin_caractere_exclue": 5655, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nHamburg. Vorgestern, am 18. August, vermählte sich Se.\nKönigliche Hoheit der Herr Herzog Ernst von Würtemberg\nmit Fräulein Natalie Eschborn, der unter dem Künstlernamen\nFrassini bekannten ausgezeichneten Sängerin. Die Trauung fand in\nder Behausung der Eltern der Braut, in Scheller's Hotel, in der Mit-\ntagsstunde, ganz nach dem gewöhnlichen protestantischen Ritus und\nvor einem kleinen Kreise dazu Geladener Statt, zu denen auch ein\nCavalier des Herrn Herzogs gehörte. Der Herr Pastor von Ahsen zu\nSt. Michaelis leitete die feierliche Handlung mit einer Rede ein, de-\nren einfach menschlichem und religiös ergreifendem Eindrucke sich\nkeiner der Theilnehmenden zu entziehen vermochte. Unmittelbar\nnach den Worten des Segens liess sich aus dem Seitenzimmer her\neine Blechmusik mit einem Choral vernehmen. Auch zu der Tafel,\nwelche die Zeugen und Gäste der Trauung sodann um das neuver-\nmählte Paar vereinigte, steuerte dasselbe Blech-Quartett einige mu-\nsicalische Nummern bei. Der Herr Herzog und Frau Gemahlin\nhaben Hamburg am Sonntag darauf verlassen, um ihren Aufenthalt\ndemnächst auf der ihnen zugehörigen Villa bei Coburg zu nehmen.\nMöge die Künstlerin in ihrer Ehe um so glücklicher sein, je bedeu-\ntender der Verlust ist, den ihr Uebergang in die Welt der hohen\nGesellschaft der grossen Welt des Theaters zufügt, innerhalb deren\nsie eine eben so vielseitige als glänzende Wirksamkeit aufgibt. Der\ndeutschen, der italiänischen und französischen Sprache und Oper in\ngleichem Grade gewaohsen, stand ihr für ihr Talent eine geradezu\nunbeschränkte Wahl der Schauplätze offen. Von nun an werden die\nGaben des Gesanges, mit denen sie vor Kurzem noch Tausende er-\nfreute, nur noch hier und da für einen vornehmen Cirkel vorbehal-\nten sein. Der jähe Wechsel ihrer Stellung im Leben wird aber den-\nnoch für Fräulein Eschborn-Frassini zum Heile ausschlagen, das\nverbürgt der Charakter des fürstlichen Gemahls, an dessen Arm wir\nsie von uns scheiden sahen. Die männlich schlichte Weise, das wohl-\nwollend entgegenkommende Wesen Sr. Königlichen Hoheit gewann\nihm bei allen, denen eine persönliche Annäherung gestattet war, zu\nden Gefühlen der Ehrerbietung auch die eines unwillkürlichen Ver-\ntrauens auf die liebenswürdigen Eigenschaften seines Herzens.\n(Hamb. Nachr., Nr. 197.)\nIn Leipzig hat der hannoverische Hof- und Kammersänger\nNiemann am 8. August sein Gastspiel mit „Tannhäuser* begon-\nnen. Von Leipzig geht Niemann unmittelbar nach Paris, um sein\nEngagement bei der grossen Oper anzutreten.\nHeidelberg. Der Sängertag wurde am 15. Juli auf der\nSchloss-Ruine in gelungenster Weise gehalten. Im festlich geschmück-\nten Schlosshofe war eine Emporbühne für die Sänger, etwa 400 bis\n500 an der Zahl, errichtet. Viele Chöre mussten wiederholt werden.\nDas Wetter war günstig, der Fremdenzuspruch gross, der Ertrag\nfür die vertriebenen Schleswig-Holsteiner und für-das Arndt-Denk-\nmal bestimmt.\nVrflilltfvii't a* M« Unsere Oper bereitet zu Cherubin i's\nhundertjähriger Geburtstags-Feier (8. September) eine Aufführung\nvon dessen Faniska vor, die bekanntlich von dem grossen Meister\n1805 in Wien componirt und am 6. Februar des folgenden Jahres\nzum ersten Male im Theater an der Wien, in welchem drei Monate\nvorher Beethoven's Fidelio die ersten Vorstellungen erlebt hatte, un-\nter des Componisten Leitung aufgeführt worden. Möge aber die\nWiederaufführung dieses grossen Tonwerkes von einem besseren Er-\nfolge zu sagen wissen, vornehmlich Seitens der Sänger, als die viel\nleichtere Grdtry'sche Oper „Richard Löwenherza neulich gehabt,\nsonst dürfte es rathsam sein, niemals wieder den Gedanken an eine\nneue Scenirung irgend einer Oper aus der classischen Epoche zu\nfassen oder warte man die Zeit ab, bis sich für jene Werke die\nAuspicien oben und unten wieder günstiger zeigen, was denn doch\nnicht gar zu fern stehen dürfte. Sollte es in Folge mangelhafter\nLeistungen jedesmal nur bei einer einzigen. Aufführung verbleiben,\nso müsste dies dem Institute nach allen Seiten hin offenbar zur\nUnehre gereichen. S.\nSe. Majestät der König von Baiern hat den seit 1. April in Ur-\nlaub befindlichen General-Major Frhrn. v Frays aus Gesundheits-\nRücksichten vom 1. August an der Vorstandschaft der königlichen\nHofbühnen gänzlich enthoben und die Geschäftsleitung bis zur Er-\nnennung eines eigenen Hoftheater-Intendanten dem bereits seit Ostern\nmit derselben betrauten Inspector Wilhelm Schmitt auch ferner\nzu übertragen geruht.\nWien« Dem Vernehmen nach soll Herr Wachtel, dessen\nfestes Engagement wegen obwaltender Hindernisse unthunlich ist,\nvon der Direetion des Hof-Operntheaters für ein zehnmonatliches\nGastspiel (was in anderer Form einem Engagement ziemlich gleich-\nkommt) gegen ein Honorar von 250 Fl. per Spielabend gewonnen\nworden sein. Singt Herr Wachtel monatlich nur acht Mal, so ergibt\ndas ein rundes Sümmchen von 20,000 Fl. Man sieht, auch die\ndeutschen Tamberlik's wissen für ihr hohes Cis gute Preise zu er-\nlangen."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nBeethoven und Paör. Beurtheilungen: Ernst Reiter, Das neue Paradies. Oratorium nach Worten der h. Schrift\nE. Kuhn, Deutsche Messe für vierstimmigen Männerchor. Öp. 31 Alb. Barth und J. J. Schäublin, Harfenklänge. Eine Sammlung geist-\nlicher Lieder. Louis Drechsler (Nekrolog). Königliche Bühnen in Berlin. Aus Baden-Baden. Von W. Aus London (Die\ndiesjährige Saison der Oper in Her Majesly't Theatre. Tages- und Unterhaltungsblatt (Hamburg, Leipzig, Heidelberg u. s. w.)\n\nBeethoven und Paër\n*).\nHerr L. v. Sonnleithner hat den wiener „Recen-\nsionen\" (Nr. 27) eine Berichtigung unter obiger Auf-\nschrift mitgetheilt, deren Kern folgender ist:\n„Die Oper Leonora von Paer wurde im Theater an\nder Wien niemals, im wiener Hoftheater aber zum er-\nsten Male am 8. Februar 1809 aufgeführt. Es ist daher\ngeradezu unmöglich, dass Beethoven mit oder ohne\nPaer's Gesellschaft die Oper vor der Composition seines\nFidelio in Wien gehört, sich irgendwie darüber geäussert\nund sich durch dieses Anhören veranlasst gefunden habe,\nein Textbuch über die nämliche Handlung für sich bear-\nbeiten zu lassen.—Da ich mich seit vielen Jahren mit der\nSammlung von Materialien zu einer Geschichte der Oper\nin Wien beschäftige und zu diesem Ende nicht nur das\ngedruckte chronologische Verzeichniss aller in den wiener\nTheatern von 1794 bis 1807 aufgeführten neuen Schau-\nspiele und Opern, sondern auch die für jene Zeit vollstän-\ndig vorhandenen Theaterzettel - Sammlungen blattweise\ndurchgegangen, so wie die Theater-Almanache, Tages-\nblätter und sonstigen Behelfe genau geprüft und ausgezo-\ngen habe, so kann ich die Richtigkeit meiner Angaben\nverbürgen und nötigenfalls aus den Quellen nachweisen.\nIm Theater an der Wien war die erste dort aufgeführte\nOper von Paer der am 4. Februar 1806 in deutscher\nUebersetzung gegebene „Sargines\", welchem erst am 5.\nJuni 1808 „Camilla\"folgte. In den Hoftheatern gab man\nzuerst 1794, 5. November,\n1798, 26. April, „L'intrigo amoroso\"; 6. November,\n„II Principe di Taranto\" ; 1799, 23. Februar, „Ca-\nmilla\" ; 12. Juli, „II inorto vivo29.November\nselda\"; 1800, 2. September, „Ginevra degli Amieri\";\n18. December, „Poche ma bmne ;\n1801, 23. April, „La 6. Juni,\n„Achille\"; 1802 und 1803 wurden nur einige dieser\nOpern wiederholt; 1804, 31. Juli, gab man\nciti\";— 1805 wurde weder eine ältere, noch eine neue\nOper von Paer gegeben.\n„Dass Paer die „Leonora\" für Dresden componirte,\ndarüber sind Fetis und Schilling einig; nur setzt sie\nErsterer in das Jahr 1805, Letzterer in das Jahr 1804-\nIn den dresdener Berichten in der „Leipziger allgemeinen\nmusicalischen Zeitung\" geschieht dieser Oper in den Jah-\nren 1802 —lBO7 auffallender Weise keine Erwähnung.\nDoch ist Schilling (was Paer betrifft) in der Zeit-Angabe\nder Opern-Compositionen ziemlich verlässlich, und viel ge-\nnauer als Fetis, der bedeutende Unrichtigkeiten enthält.\nEs Hesse sich mit geringer Mühe in Dresden erheben,\nwann dort die „ Leonora\" gegeben wurde; es ist aber\nkaum zu zweifeln, dass sie zwischen 1804 und 1805 com-\nponirt wurde, also jedenfalls gleichzeitig mit Beethoven's\n„Fidelio\", so dass weder Beethoven bei der Wahl des\nStoffes, noch der deutsche Bearbeiter von Bouilly's franzö-\nsischem Textbuche auf Paer's Oper Rücksicht nehmen\nkonnte. Es haben eben beide Bearbeiter in Wien und\nDresden ungefähr gleichzeitig die nämliche französische\nQuelle benutzt, wie denn schon damals die pariser Theater-\nLiteratur in Deutschland als gute Beute betrachtet wurde.\nMan thut daher Beethoven vollkommen Unrecht, wenn\nman ihm andichtet, dass er bei einem Anlasse von der er-\nzählten Art dem allgemein geachteten Paer entweder eine\nbeissende Grobheit oder ein zweifelhaftes Compliment ge-\nsagt habe.\n„Schwer erklärbar ist es, dass Paer eine so umständ-\nliche Thatsache, deren Unwahrheit noch dazu am Tage\nliegt, sollte frei erfunden oder sich geradezu eingebildet\nhaben. Eine Möglichkeit schwebt mir dabei noch vor. Paer\nwar zu Anfang des Jahres 1803 zum Besuche in Wien\nund componirte da seine geistliche Cantate San\n\n*) Vgl. Niederrheinische Musik-Zeitung Nr. 24: „Beet-\nhoven und Paeru, Schreiben F. Hiller's an die Redaction."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "274", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.2", "texte": "polcro, welche für die Tonkünstler-Witwen-Gesellschaft\nim Burgtheater am 3. und 4. April 1803 aufgeführt wurde.\nVielleicht kam er bei dieser Gelegenheit mit Beethoven zu-\nsammen (dessen Oratorium „Christus am Oelberg\" am\n21.März 1803 im Theater an der Wien gegeben worden\nwar) und erzählte ihm den Plan der Oper „Leonora\", de-\nren Composition er damals sich schon vorgesetzt haben\nmochte. Dieser Plan kann Beethoven angesprochen und\netwa zu der Aeusserung veranlasst haben, dass ihm dieser\nStoff' gefalle, und dass er auch Lust hätte, denselben als\nOper zu componiren. Auf solche oder ähnliche Art wäre\nPaer, der sich die Sache später in der Erinnerung anders\nausmalte, noch von dem Vorwurfe absichtlicher Aufschnei-\nderei [?] zu retten.\n„Bei dieser Gelegenheit will ich noch nebenher be-\nmerken, dass Beethoven's Oper in Wien auf dem Thea-\nterzettel niemals mit der Benennung „Leonora\" bezeich-\nnet wurde, sondern 1805 und 1806 „Fidelio, oder die\neheliche Liebe\", seit 1814 aber einfach „Fidelio\"\nhiess. Das gedruckte Textbuch von 1806 hat wohl den\nTitel: „Leonora, oder der Triumph der ehelichen\nLiebe\"; der Zettel aber kennt diese Bezeichnung nicht.\"\nNachschrift der Redaction. Wir sind natürlich\nHerrn L. v. Sonnleithner für seine Aufklärung dankbar,\nhätten aber gewünscht, dass er sich dabei des sehr über-\nflüssigen und unüberlegten Beiwerks von Bedensarten ent-\nhalten hätte, die auf die vorliegende Sache gar nicht pas-\nsen. Herr v. Sonnleithner versichert von oben herab, „dass\ner den betreffenden Zeitungs-Artikel keiner Beach-\ntung gewürdigt haben würde, wenn es sich nicht um\nden Fürsten der Tonkunst handelte\" u. s. w., und meint,\n„man sei leider nur zu geneigt, aus so trüben Quellen die\nCharakterschilderung berühmter Künstler zusammen zu\nflicken.\"\nDie Zusammenstellung dieser beiden Sätze ist minde-\nstens unbedacht, mehr aber noch ungerecht. Dass ein\nMann wie Herr v. Sonnleithner wegwerfend über einen\n„Zeitungs-Artikel\" spricht, der gerade derselben Ursache,\nwie dessen Berichtigung durch ihn selbst, seine Entstehung\nverdankt, nämlich dem Forschen nach Wahrheit aus dem\nLeben eines grossen Künstlers, das thut uns für Herrn v.\nSonnleithner leid; er stellt sich dadurch wahrlich nicht\nhoch, sondern setzt sich in die Classe derjenigen hinab,\nwelche die saure und undankbare Arbeit gewissenhafter\nRedactionen von Zeitungen nicht zu würdigen wissen und\nmit einem sehr oft geradezu lächerlichen Stolze durch af-\nfective oder wirkliche Nichtbeachtung von „Zeitungs-Ar-\ntikeln\" und „Zeitungsschreibern\" zu renommiren suchen.\nHätte Herr v. Sonnleithner „gewürdigt\", der Ver-\nanlassung des Artikels in unserer Nr. 24 nachzugehen\n' , * k nK: J* ' iOf .4. & . '■ ■' M. -i' > »' V '\n¥ jßi |p jjp ip i. f v ~ ss£\n(was er nicht gethan, wiewohl auf dieselbe ausdrück-\nlich verwiesen ist!), so würde er in unserer Nr. 22gele-\nsen haben: „Berlioz's Aeusserung mag wohl zu den man-\nnigfachen Anekdoten gehören, die auf Rechnung grosser\nMänner gesetzt werden. Von französischem und\nWitzworten war Beethoven's Natur wohl ziemlich weit\nU.' / - . '■ ••\nentfernt.\" —Das beweis't denn doch wohl deutlich genug,\nnur in etwas anderer Form, dass wir eben so sehr wie\nHerr v. Sonnleithner die Charakter-Schilderungen nach\nAnekdoten verdammen.\nHiller hat natürlich ganz über seine Unter-\nhaltung mit Paer berichtet, und es ist selbstredend nicht\ndaran zu zweifeln, dass Paer so, wie Hiller erzählt, sich\ngeäussert hat. Wenn daher Herr v. Sonnleithner mit gros-\nsen Lettern drucken lässt:\n„An der ganzen Erzählung ist kein wahres\nWort!\"\nso ist es hoffentlich wieder nur der Form zuzuschreiben,\ndass er vergisst, zu sagen: „An der ganzen Erzählung\nPaer's ist kein wahres Wort.\"\nSchliesslich nur noch dieses. Wir hielten es für wich-\ntig, die Aeusserung eines Schriftstellers wie Berlioz in einem\nso gelesenen Journal wie die zu beachten und un-\nseren Zweifel an der Richtigkeit der Thatsache\nauszusprechen (Nr. 22, S. 173). Nach Abdruck von Ilil-\nler's Mittheilung sagten wir ferner (in Nr. 24, S. 191)\nganz einfach: „Es fragt sich nun: Wann wurde Paer's\nLeonora geschrieben und in Wien bei Anwesenheit\nPaer's aufgeführt?\"\nJetzt fragen wir: Warum hat Herr v. Sonnleithner\naus seinem schätzbaren Archiv unsere Frage nicht eben so\neinfach, wie wir sie gethan, beantwortet?\n\nBeurtheilungen.\nErnst Reiter, Das neue Paradies. Oratorium\nnach Worten der heiligen Schrift. Sr. K. Hoheit\ndem Grossherzog Friedrich von Baden zugeeignet.\nOp. 12. Basel, A. Hunold. Leipzig, Friedr. Hof-\nmeister. Ciavier-Auszug Preis 8 Thlr. Chorstim-\nmen Preis 2 Thlr.\nDieses Werk ist eine merkwürdige Erscheinung auf\ndem Gebiete der musicalischen Literatur, nicht weil es\netwa den Geist der Zeit und den Charakter der jungdeut-\nschen Schule wiederspiegelt, oder gar, weil es eine neue\nBahn bricht oder umgekehrt Bach und Händel copirt,\nsondern weil es die melodische Schreibweise populärer\nLieder-Componisten, Herrn Capellmeistcr Proch an der"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "275", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.3", "texte": "Spitze, Kücken, Gumbert, Hölzl u. s. w. im Gefolge, in\ndas Oratorium einführt!\nNimmt man dazu, dass das Gedicht, oder richtiger ge-\nsagt, der Text, nichts weniger als die ganze Geschichte\nder Menschheit vom ersten bis zum jüngsten Tage um-\nfasst, denn es beginnt mit dem: „Es werde Licht!\" und\nendigt mit dem Auferstehungs-Jubel von Adam und Eva\nund allen Auferstandenen, so wird man begreifen, dass die\nBehandlung dieses Stoffes, welcher Vergangenheit, Gegen-\nwart und Zukunft umfasst, in der angegebenen musicali-\nschen Manier wirklich zu den Merkwürdigkeiten gehört.\nDen Text zunächst müssen wir für ganz verfehlt er-\nklären, sowohl in Bezug auf den Inhalt im Ganzen, als auf\ndie Ausführung im Einzelnen, die „den ganzen Kreis der\nSchöpfung ausschreitet und mit (keineswegs) bedächtiger\nSchnelle vom Himmel durch die Welt zur Hölle\" und\ndann wieder zum Paradiese wandelt. Der Dichter hat sich\nnicht genannt. Der Zusatz auf dem Haupt-Titel: „Nach\nWo rten der heiligen Schrift\", verdient die ernsteste\nRüge, denn die heilige Schrift weiss nichts von Versen\nder Eva, wie diese:\n»Dort aus jenen Zweigen blinkt es\nWie ein holder Morgenstern,\nAber unerreichbar winkt es,\nEwig schön, ach, ewig fern!\"\nund:\n„Sieh, dir winket Gottes Sonne,\nNimm und schöpf aus ihrem Bronne\nLicht und Lebent Gottesgleichheit!\"\nNoch weniger kennt sie Heiden, die sich folgender Maas-\nsen ergehen:\n„O Götterfunke der Unsterblichkeit,\nWer facht dich an zu Lebensgluth der Wahrheit?\nIn Schattenreichen zweifelnd irren wir\nUnd suchen uns'rer Ahnung Ziel vergebens ;\nWann wirst du uns im Sonnenglanz erstrahlen,\nBild ew'ger Schönheit, unseres Traumes Stern?\"\nUnd nun vollends Adam, der gleich von vorn herein mit\ndem faustischen Wissensdrang und dem modernen Welt-\nschmerz ausstaffirt erscheint, und unmittelbar nach der\nErschaffung des Lichtes und seiner selbst (welche Nr. 1\nder Chor der „lichten Geister\" preis't) zum Danke dafür\nmit Allem unzufrieden ist und fast komisch in die Worte\nausbricht:\n„Licht ist im Himmel, auf der Erde Licht,\nUnd Licht in mir (!); doch alles stillet nicht\nDes Geistes glühenden Durst, Licht, Licht, Licht!\"\nDas soll der Adam aus der Schöpfungsgeschichte der hei-\nligen Schrift sein!\nDer erste Theil enthält den Sündenfall, worüber der\nChor der „finsteren Geister\" triumphirt, Adam und Eva\n„Nacht aussen, innen Nacht\" —trauern, der Engel Mi-\nchael aber ihnen verheisst, dass „Gottes Licht das sel'ge\nLeben emportragen (!) wird, wenn dieses Blitzschwert der\nGerechtigkeit wird von der Liebe Flammenschwert zer-\nschlagen.\" (Sind das biblische Worte??)\nPersonen des ersten Theiles sind: Adam, Tenor; Eva,\nSopran; Raphael, Alt; Michael, Bass; Chor der lichten\nund Chor der finsteren Geister, beide vierstimmig.\nDer zweite Theil umfasst die Geschichte des Volkes\nIsrael. Sie dienen in Aegypten; der Engel Gabriel ruft\n„Mose\" als Retter. Moses auf dem Sinai. Abgötterei der\nIsraeliten, Moses' Zorn. Tröstung durch die Engel. David\nsingt zur Harfe. Die Israeliten an den Wassern Babylons;\ndazu im Doppelchor die Heiden, nicht kampfentbrannt,\nsondern, wie oben schon erwähnt, sehr zahm und mond-\nsüchtig. Jesaias weissagt „Jerusalems Wonne\", die lichten\nGeister bestätigen sein Prophetenwort.\nPersonen: Gabriel, Sopran; Moses, Bass; Michael,\nBass; Raphael, Alt; David, Tenor; Jesaias, Bass. Chöre\nder Israeliten und Heiden, der finsteren und lichten Geister.\nf.\nIm dritten Theile verkünden die lichten Geister die\nGeburt des Heilandes; Maria und Simeon preisen sich\nglücklich (Duett); Raphael verkündet den „Gottmenschen\";\ndie finsteren Geister versuchen Christus, der Engel Michael\nfährt sie darob hart an: „Gott strafe dich, o ewige (?) Ver-\nsuchung! Des Menschen Sohn steht da in Gott!\" u. s. w.\nDas Meer braus't, die „Jünger\" verzagen; „Er aber\nsteht und spricht: da wird es still.\" Magdalena bittet\num Erbarmen und Segen; die lichten Geister trösten sie:\n„Dir ist viele Schuld vergeben;\nWohl dir, du hast viel geliebt!\"\nDie finsteren Geister frohlocken noch einmal bei Christi\nKreuzigung; Michael fährt sie abermals hart an:\n„Das Urtheil des Allmächtigen trifft dich\nZum andern Mal (!), Geschlecht der Finsterniss!\"\nDann verkündet er die Auferstehung Christi. Adam und\nEva erwachen zum Leben (Duett und Chor der Engel und\nder Auferstandenen) und ziehen ein ins neue Paradies mit\ndem bescheidenen Selbstgefühle der „Gottesgleichheit\".\nJEritis sicut Dem!\nZu den bereits aufgetretenen, zum Theil aber wieder\nverschwundenen Personen des Oratoriums kommen hier\nnoch dazu Maria und Magdalena als Soprane, Simeon als\nBass, und die Chöre der Jünger, der Engel und der Er-\nstandenen.\nAus dieser Skizze ersieht man, dass uns hier Dante,\nMilton und Klopstock in nucedargeboten werden!\nDer Componist ist sich, wie es scheint, der Schwierig-\nkeit der Aufgabe, drei gänzlich verschiedene Entwicklungs-\nphasen der Menschheit, die Genesis und den Fall des Ge-\nschlechtes nach der biblischen Sage, die historische Bedeu-\ntung des Volkes Gottes und die Erlösung durch das Chri-\n[*J"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "276", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.4", "texte": "steuthum, musicalisch zu charakterisiren, gar nicht bewusst\ngewesen, und die Mosaik des Gedichtes hat ihn freilich\nauch nicht dazu begeistern können. In seiner Musik hat\ner vielmehr eine gewisse Einheit hergestellt, die jedoch\nwiederum nicht zum Vortheil des Ganzen ausgefallen, da\nsie mehr Eintönigkeit als künstlerische Einheit des Stils ist.\nSeinen Melodieen fehlt es an der Würde und dem\nAdel der Motive, den Chören an der Tiefe und dem\nSchwung, welche das Oratorium verlangt. Die Musik er-\nhebt sich nur selten über das Gewöhnliche, sowohl in Er-\nfindung als in der Ausführung und Durcharbeitung, wo-\nvon nur der Schlusschor eine Ausnahme macht, während\nder Componist in anderen Nummern wohl einen guten An-\nlauf nimmt, aber bald wieder in das alte Geleise zurück-\nfällt. An- ganz gewöhnlichen Fortschreitungen in diatoni-\nscher oder chromatischer Tonleiter und an eben so ge-\nwöhnlichen Cadenzen, die das Monotone gar zu auffallend\nmachen, ist kein Mangel.\nUnd dennoch möchten wir Herrn Reiter keineswegs\nvom Componiren abschrecken; aber das Oratorium ist\nschwerlich die Gattung, für welche die Natur ihn bestimmt\nhat, die ihm, was wir gern anerkennen, ein gar nicht un-\nbedeutendes Talent verliehen. Sehr lobenswerth ist seine\nKlarheit im harmonischen Elemente, die technische Ge-\nwandtheit in der Factur, die auf guter Schule und auf\nhäufiger Uebung im Schreiben beruht, und uns offenbart,\ndass dem Componisten die Arbeit leicht, vielleicht zu leicht\nwird. Daher rührt denn das Fliessende der Schreibart,\ndas man heutzutage nur zu häufig vermisst, und das Herrn\nHeiter auch dann gewiss eigen bleiben wird, wenn er etwas\nmehr in die Tiefe als in die Breite zu gehen streben will.\nNach alledem möchten wir glauben, dass diejenige\nGattung, in welcher der Componist etwas Gutes leisten\nwürde, die Oper sein dürfte, nicht die heroische, wohl\naber die sentimentale und—so wunderlich dies auch nach\nder Durchsicht eines Oratoriums klingen mag—die komi-\nsche Oper. Zu diesem Urtheil führt uns diejenige Eigen-\nschaft seiner Vocal-Composition, welche mit den bereits\nerwähnten Vorzügen eng zusammenhängt, nämlich die\nSangbarkeit. Diese wird auch dem vorliegenden Oratorium\nin Dilettantenkreisen Eingang verschaffen, und wir möch-\nten es in dieser Beziehung auch Sing-Vereinen, die nicht\ngerade die höchsten Zwecke erstreben, empfehlen; denn\nAlles, Chöre und Solostücke (der Bass fordert eine klang-\nvolle Tiefe), singt sich leicht, weil es stimmgerecht ge-\nschrieben ist. Auch lässt sich jeder Theil, ja, einzelne Ab-\nschnitte, ganz gut allein aufführen, da der Dichter dafür\ngesorgt hat, dass Alles aus einander gelegt werden kann.\nSchliesslich erwähnen wir noch, dass das Oratorium\nals Manuscript schon im Jahre 1846 in Wien im Burg-\nTheater zwei Mal und eben so in Basel, wo der Compo-\nnist als tüchtiger Dirigent fungirt, mit Beifall aufgeführt\nworden ist.\nL.\nE. Kuhn, Deutsche Messe (im leichten Stile) zum\nGebrauche bei dem Gottesdienste für vierstim-\nmigen Männerchor. 0p.31. Erfurt, bei C.W.\nKörner. Partitur 10 Sgr.\nEin kleines anspruchsloses, aber doch sehr ansprechen-\ndes Werkchen, das sich durch melodische Gedanken und\nharmonische Einfachheit empfiehlt und für seinen kirch-\nlichen Zweck, wie auch in einzelnen Sätzen für Männer-\ngesang-Vereine, die noch ernsten Gesang lieben und noch\nnicht ganz der Tändelei und Säuselei verfallen sind, zu\nausserkirchlichen Vorträgen recht brauchbar ist. Es be-\nsteht aus acht Nummern: 1. Zum StafFelgebet (lies im\nStaub, statt ein). 2. Zum Gloria (Allegro moltoJ B-dur,\n%); der längste Satz, jedoch nur 72 Tacte, aber recht\nfrisch und schwungvoll. 3. Zum Credo. 4. Zum Offerto-\nrium. 5. Zum Sanctus [Largo, recht schön.\n6. Nach der Wandlung. 7. Zum Agnus Dei (Adagio, Es-\nmoll, 4/4), eben so, hätte eine grössere Ausführung ver-\ndient. 8. Schlussgesang [Allegro, %) mit einem\nkleinen Fugato, wofür jedoch-der Rahmen zu eng ist.\nAlb. Barth und J. J. Schaublin, Harfenklänge.\nEine Sammlung geistlicher Lieder für gemischten\nChor. Basel und Biel, Bahnmeier's Buchhandlung\n(C. Detloff). 1860 140 S. 8. Preis?\nDie Herausgeber, der erstere Diakon an St. Theodor,\nder andere Lehrer am Real-Gymnasium zu Basel\", suchen\nin dem Vorworte das Erscheinen ihrer Sammlung nach\nden bereits vorhandenen zu rechtfertigen. Wir wollen dar-\nüber nicht mit ihnen rechten, da das Büchlein im Ganzen\nseinen Zweck erfüllt und sich durch guten Druck und recht\nsaubere Ausstattung empfiehlt, mithin häuslichen Kreisen\nwillkommen sein wird. Dass öfters bekannten Melodieen\nandere als die Texte untergelegt sind, kön-\nnen wir nicht billigen; dadurch erscheint nothwendig die\nComposition in einem falschen Lichte. Auch dass die Her-\nausgeber nicht angeben, bei welchen Gesängen die Har-\nmonie vom Componisten herrührt oder zu dessen Melodie\nvon ihnen gesetzt ist, dürfte ein bei einer zweiten Auflage\nzu beseitigender Mangel sein. Unter den Liedern älterer\nDichter und Musiker ist Nr. 32: „Welt, Ade! ich bin dein\nmüde\", von Albinus, fünfstimmig (2 Soprane, Alt, Tenor\nund Bass) gesetzt von Rosenmüller [B-dur, 4/VTact),\nauszuzeichnen; besonders schön tritt der Schluss der\nKehrvejs: „In dem Himmel allezeit Friede, Freud' und\nSeligkeit!\" aller vier Strophen in 3/2-Tact ein. Unter\nden neueren Liedern sprechen uns „Ach, bleib' bei uns,"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "277", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.5", "texte": "Herr!\" von M.Hauptmann, „Das ist eine sel'geStunde\"\nvon F. Commer, „Was klagst du?\" von Rungenha-\ngen, u. s. w. am meisten an.\n\nLouis Drechsler.\n(Nekrolog.)\nAm 25. Juni starb zu Edinburgh Louis Drechs-\nler, unter den deutschen Musikern, die sich in England\neine Existenz begründet haben, einer der tüchtigsten. Auch\nhatte er sich nicht bloss ein sorgenfreies Leben, sondern\nauch einen bedeutenden Wirkungskreis geschaffen, na-\nmentlich durch seinen vortrefflichen Gesang-Unterricht und\nals Dirigent der philharmonischen Gesellschaft.\nDrechsler war zu Dessau den 5. October 1822 ge-\nboren, wo sein Vater Karl (geb. 1800 zu Camenz), der\nberühmte Violoncellist, Concertmeister an der Hofcapelle,\nnoch gegenwärtig, so viel uns bekannt, lebt.\nEr widmete sich von Jugend auf der Musik, erhielt\nvon seinem Vater Unterricht im Violoncellspiel und bil-\ndete sich unter Friedrich Schneider's Leitung zum wissen-\nschaftlichen und praktischen Musiker aus.\nIm Sommer 1841 kam er mit Adam Hamilton, wel-\ncher ebenfalls unter Friedrich Schneider studirt hatte, und\nder späterhin sein Schwager wurde, in Edinburgh an und\nmachte sogleich mit seinem Violoncellspiel grosse Sensa-\ntion. 1843 ging er nach London und 1845 nach Paris,\nwo er des berühmten Franchomme Bekanntschaft und\nFreundschaft erwarb. In London 1846 spielte er im\nBuckingham-Palaste vor Ihrer Majestät der Königin Victo-\nria, welche sich in seiner Muttersprache mit ihm unterhielt\nund sich auf das lobendste über seine Leistungen aussprach.\nSeitdem machte er öftere Reisen nach London, Frankreich\nund Deutschland, wo er sich in Wien, Dresden, Berlin,\nMünchen, Paris und in seinem Geburtsorte mit grossem\nErfolg hören liess.\nIm Jahre 1848 begann er unter den ersten Lehrern\nin Frankreich und Italien Gesang zu studiren, zuletzt unter\ndem berühmten Garcia in London, von welchem er, wie\ner selbst sagt, am meisten gelernt hatte, und dessen Lehr-\nmethode er anwandte. Als sich in Edinburgh eine Gesell-\nschaft von Musik-Liebhabern bildete, wurde Drechsler zum\nDirigenten ernannt; er verweigerte es, irgend eine Remu-\nneration anzunehmen. Musik war ihm eine Kunst, die ihrer\nselbst willen geliebt und cultivirt werden müsse. Als Violon-\ncellspieler war er unübertroffen in Reinheit und Lieblich-\nkeit des Tones, Gefühl und gesangreichem Ausdruck. Er\nwar auch ein guter Ciavierspieler; er spielte mit vielem\nAusdruck und besass einen guten Anschlag. Sein Extem-\nporespiel auf dem Ciavier und auf der Orgel gewährte\ngrosses Vergnügen, und eben so konnte er Partituren mit\nLeichtigkeit vom Blatte spielen. Im Gesang-Unterricht\nwar er höchst tüchtig und gewissenhaft. Er befolgte die\necht italiänische Methode. Bescheiden und wohlthätig,\nschenkte er jungen Musikern und Dilettanten stets die\nfreundlichste Theilnahme. Obgleich seit längerer Zeit lei-\ndend, kam sein früher Tod doch unerwartet und entriss\nihn im noch nicht vollendeten 38. Jahre seinen Freunden\nund seinem Wirken auf dem Gebiete der Tonkunst. Edin-\nburgh verliert an ihm sehr viel, denn er war die Seele des\ndortigen Musiklebens.\n\nKönigliche Bühnen in Berlin.\nDie Gesammtzahl der vom 1. August 1859 bis zum\n20. Juni 1860 gegebenen Vorstellungen betrug 488,\ndie sich folgender Maassen eintheilen: Trauerspiel 71,\nSchauspiel 107, Lustspiel 135, Posse 18, ernste Oper\n113, komische Oper 42, Singspiel 8, Ballet 80.\nDie Anzahl der Vorstellungen—nach den Namen der\nSchriftsteller vertheilt—ergibt folgendes Resultat: Bauern-\nfeld 8, Benedix 12, Birch-Pfeiffer 25, Blum 17, Brach-\nvogel 8, Cumberland 1, A. Dumas 10, Feldmann 6, Frei-\ntag 1, Girardin 1, Göthe 10, Hell 1, Hersch 5, Heyse\n12, Holbein 5, Holtei 2, Hugo 6, Iffland 2, Klein 4,\nKleist 6, Kotzebue 7, Kettel 7, Laube 2, Laun 1, Lessing\n13, Moli&re 5, Moreto 2, Mosenthal 1, Putlitz 7, Raupach\n12, Rautenstrauch 1, Redwitz 3, Ring 12, Prinz. A. v. S.\n1, Schneider 3, Schiller 42, Schröder 1, Scribe9, Shake-\nspeare 34, Steigentesch 1, Souvestre 2, Töpfer 9, Wil-\nhelmi 3, Wolff 3.\nDessgleichen in der Oper: Auber 22, Bellini 2, Beet-\nhoven 5, Boieldieu 3, Cherubini 4, Donizetti 9, Flotow\n4, Gluck 7, Herold 2, Isouard 1, Lortzing 4, Marschner\n3, Meyerbeer 17, Mozart 19, Nicolai 4, Offenbach 11,\nv. Redern 5, Rossini 5, G. Schmidt 4, Spohr 2, Spontini\n3, Taubert 1, Verdi 3, Wagner 9, Weber 12.\nVon den Ballet-Vorstellungen kommen 58 auf\nPaul Taglioni, 11 auf Hoguet, 4 auf Ph. Taglioni, 7 auf\nPerrot.\nDie Novitäten und Neuinscenesetzungen waren:\nA. Im Schauspiele (8 Stücke): Drei Trauerspiele\n(„Maria\", „Die Sabinerinnen\", „Der Usurpator\"), vier\nSchauspiele („Des Hauses Ehre\", „Ein Kind des Glücks\",\n„Elisabeth Charlotte\", „Ein Verschwörer\"), ein Lustspiel\n(„Unsere Freunde\"). Neu einstudirt (8 Stücke): ein\nSchauspiel („Der Fabricant\"), sieben Lustspiele (Jhr\nBild\", „Der Jugendfreund\", „Das Portrait der Geliebten\","}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "278", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.6", "texte": "„Die Mäntel\", „Dießekenntnisse\", „DerMajorats-Erbe\",\n„Rococo\"). Zur Vor- und Nachfeier des hundertjähri-\ngen Geburtstages Schiller's kam ein Prolog vonP. Heyse,\nein Epilog zu Schiller's Glocke, und Schiller's Apotheose,\nlebendes Bild, componirt von H. Heidel, zur Aufführung.\nDie in Aussicht gestandenen Lustspiele „Mit der Feder\",\n„Eine übereilte Ehe\" nnd „Sophie DetzlofT\" blieben aus.\nB. In der Oper; Eine ernste („Christine\") und eine\nkomisch-romantische Oper („Weibertreue, oder Kaiser\nKonrad vor Weinsberg\"), ein Singspiel („Das Mädchen\nvon Elisonzo\"). Neu einstudirt: eine Oper.(„Der\nTempler und die Jüdin\") von Marschner.\nIm Opernhause ein grosses Concert unter Mitwirkung\nder Sing-Akademie, des Stern'schen und des Jähn'schen\nGesang-Vereins.\nC. Im Ballet: Keine Neuigkeit.—Neu einstudirt\n(2 Ballette): „Katharina, oder die Braut des Banditen\",\n„Das hübsche Mädchen von Gent\".\nTaglioni's „Seeräuber\" erreichte vom 18. September\n1838 bis 29. December 1859 hundert, dessen „Flick und\nFlock's Abenteuer\" in zwei Jahren nahe an zweihundert\nAufführungen.\nEngagements, Debüts und Gastspiele. Im\nSchauspiele fand nur ein Debüt (an 3 Abenden) Statt:\nFrau Kierschner (wurde engagirt). Gastspiele fanden\nacht (an 40 Abenden) Statt: Frau Kierschner 5 Mal,\nFräul. Gossmann 12 Mal, Fräul. Ehrenbaum 3 Mal,\nFräul. Doris-Gey 3 Mal (wurde engagirt), Herr La\nRoche 7 Mal, Herr Otto Devrient 3 Mal, Herr Ma-\nximilian (Lemaitre) 3 Mal, Herr Marr 4 Mal.—Abge-\ngangen: Herr Porth (nach Königsberg).\nIn der Oper sahen wir: Einen ersten theatralischen\nVersuch des Fräul. De Ahna und drei Debüts (an 4\nAbenden): Herr Woworsky 2 Mal, Fräul. Ferlesi 1\nMal, Fräul. Pollack 1 Mal. Gastspiele fanden vier (an\n5 Abenden) Statt: Herr Steger 3 Mal, Herr Bukowics\n1 Mal, Fräul. Langlois 1 Mal. Neu engagirt die Da-\nmen Voss, Böttcher und Czekay (kleine Partieen).\nIm Ballet fand ein Gastspiel (an 10 Abenden) Statt:\nFräul. KatharineFrideberg.—Neu engagirt: Fräul.\nSeiling (Koryphäe).\nIn der Capelle neu engagirt: die Herren Beyerle,\nBaack, Gantenberg (tüchtiger Flötist) und Pohl.\nZwei fünfzigjährige Jubiläen fanden Statt: das\ndes höchst verdienstlichen Bassisten Herrn Zschiesche\nund das des Contrabassisten Herrn Schlechte.\n\nAus Baden-Baden.\n\nDen 10. August 1860.\nHier strömt der goldene liegen nicht bloss auf die\nSpieler (?) und Spielpächter herab, sondern vor Allem auch\nauf die Kunst und die Künstler, nämlich auf die französi-\nschen. Zwar ist Baden ein deutscher Ort; doch nein, es\nist ein Curort, und diese geographischen Grössen sind be-\nkanntlich weder deutsch noch irgend national, sondern\nrein kosmopolitisch. Da nun das Französische die Welt-\nsprache ist, so ist es ganz natürlich, dass die Welt, die hier\naus allen Ländern zusammenströmt, nur Französisch spricht,\nund dass folglich auch die Bedienung sich dieses Idioms\nbefleissigt, d. h. mit anderen Worten, dass die ganze Ein-\nwohnerschaft von Baden sich französirt, da die ganze Ein-\nwohnerschaft aus unterthänigen Dienern der Fremden\nbesteht.\nSo ist denn auch das Theater, genauer genommen das\nVaudeville und die komische Oper, französisch. Die Stücke\nund die Partituren schiessen wie die Pilze empor und ge-\nhen ohne Ausnahme unter dem rauschendsten Jubel und\nBravorufen des Publicums in Scene, da dieses Publicum\nviel zu gebildet und zu artig ist, um irgend etwas Anderes\nzu thun, als zu applaudiren und zu bewundern.\nGäbe es einen Hof in Baden, so würde man das hie-\nsige Theater ein Muster-Exemplar von einem Hoftheater\nnennen können; jetzt aber muss man es als ein Liebhaber-\nTheater betrachten, obwohl lauter bezahlte, und sehr gut\nbezahlte, Künstler darauf auftreten. Gewiss ist, dass man\nin keinem Liebhaber-Theater eine solche von lauter Wohl-\nwollen und Gutmüthigkeit, Gefälligkeit und Enthusiasmus\ngeschwängerte Luft athmet, als im hiesigen Komödien-\nsaale. Mit dem besten Willen von der Welt wird hier kein\nMensch über den wahren Werth der aufgeführten Stücke\nins Klare kommen, so betäubend ist der Korybantenlärm\nder Priester der Thalia und Polyhymnia. Die Blätter, die\nhier und in der Nähe erscheinen, sind nur der Wieder-\nhall des „gewählten\" Publicums, und ein einziger Laut\naufrichtiger Kritik würde eine so grelle Dissonanz in die\nallgemeine Lobhudel-Harmonie werfen, dass sich ein Je-\nder vor einem solchen Laut hütet.\nDiese Behutsamkeit hat noch einen anderen Grund.\nEs existirt hier eine geheime Policei, die dermaassen zahl-\nreiche Diener hat, dass ihr nichts entgeht, was gegen die\nöffentliche Renommee des berühmten Badeortes geäussert\nwird, denn die ganze Bürgerschaft gehört dazu. Wehe\ndem, der hier eine Meinung ausspricht, die dem Gemein-\nwohl schaden könnte! Ich erinnere mich eines Auftrittes,\nder vor mehreren Jahren in Bonn passirte. Es wurde im\nTheater eine Oper gegeben, deren Musik von einem Eng-"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "279", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.7", "texte": "Länder oder einer Engländerin—ich glaube, es waren so-\ngar zwei Damen dabei am Webstuhle gewesen compo-\nnirt, d. h. clavierirt, und dann von einem dortigen Musiker\ninstrumentirt worden war. Im ersten Bange waren alle\nLogen von Engländern, die bekanntlich eine starke Colonie\nin Bonn bilden, besetzt. Das Parterre war unglücklicher\nWeise anderer Ansicht, als der erste Rang; es lachte und\npfiff die Oper aus. Da hörte man denn gar viele ehrsame\nBonner sich ob dieser Frechheit entsetzen, denn die Furcht\nvor einer Gesammt-Auswanderung der Engländer wurde\nrege. Indess blieb es doch beim Raisonniren und Eifern;\nhier in Baden aber würde derjenige, der eine französische\nOper auspfiffe, gesteinigt, der sie nicht vortrefflich fände,\nausgewiesen werden.\nWas Wunder also, dass eine neue Oper von Gou-\nnod, nLa Cobmbe\" genannt, Enthusiasmus erregt hat?\nDie beste deutsche Oper würde nichts gemacht haben, sie\nkäme ja nicht aus Paris! Der Stoff aus einer Fabel von\nLafontaine, die Musik von einem pariser Componisten, die\nDarsteller Pariser, an ihrer Spitze Madame Carvalho-Mio-\nlan und Roger—folglich Enthusiasmus für das Buch, für\ndie Musik, für die Sänger!\nEin Bauer, der vom Neumond reden hörte, fragte, wo\ndenn die alten Monde blieben. Das wusste man ihm eben\nso wenig zu beantworten, als irgend einem Neugierigen\ndie Frage nach dem Verbleiben der Opern-Partituren, die\nalle Sommer in Baden neu aufleuchten.\nDer Bau des neuen Theaters schreitet schnell vor und\nsoll noch für diesen Winter unter Dach kommen. Der Bau\nder Maschinerie u. s. W.ist dem berühmten Mühl dorfer\nübertragen, nicht weil er ein Mannheimer ist, sondern weil\ner nach Paris berufen worden, um das Wasser von Ploer-\nmel in Scene zu setzen. In der Saison von 1862 soll das\nneue Theater mit einer Oper von Hector Berlioz eröffnet\nwerden. Doch wer weiss, was geschieht, wenn der Tann-\nhäuser aus Paris nach Baden geholt werden kann! Bis jetzt\nkann man ihn freilich hier nicht brauchen.\n\nw.\n\nAus London.\n| Die diesjährige Saison der Oper in Her Majesty's Tkeatre.]\nDas Theater der Königin hat Ende Juli mit C. M, v.\nWeber's Oberon geschlossen. Die Aufführung dieses\nWerkes hat einen unerhörten Erfolg gehabt und wird von\nder Kritik einstimmig als epochemachend in der Geschichte\nder Oper in London bezeichnet. Die allgemein verlangte\nWiederholung konnte jedoch nicht Statt finden, weil die\nmeisten Mitglieder der Bühne Verbindlichkeiten eingegan-\ngen hatten, die ihren längeren Aufenthalt hier unmöglich\nc , /. u • u\nmachten. * . :\nDiese letzte Vorstellung war das Benefiz für Fräulein\nTitjens, welche die Rezia sang. Die übrige Besetzung\nwar folgende: Hüon, Signor Mongini; Fatime, Signora\nAlboni; Oberon, Signor Beiart; Scherasmin, Signor\nEverardi. Das Ensemble war vollkommen, das Orchester\nunter Benedict's Leitung vortrefflich. Für uns Deutsche\ntrübte die Erinnerung an Weber's Ende (den 5. Juni 1826\nin London die Freude an der Aufführung! Uebrigens\ngingen der Vorstellung noch vorher der Schaltenwalzer aus\nDinorah durch Mad. Cabel, Edgar's Schlussscene aus Lucia\ndurch Giuglini und einige Scenen aus dem Ballet Orfa\ndurch Mad. Ferraris.\nDie Saison war am 10. April mit Flotovv's Martha\neröffnet worden: Fräul. Titjens, Mad. Lemaire, Giuglini\nund Vialetti (Bass). In dem beigegebenen Ballet trat die\nTänzerin Pocchini auf. Die Oper machte nicht viel und ging\nnicht wieder in Scene.\nAm 12. April trat Mad. Borghi-Mamo als Leonora\nin der Favorita auf und setzte sich durch ihre schöne\nStimme und guten Vortrag sogleich in Gunst. An demsel-\nben Abende hatte Everardi als Alfonso entschiedenen Er-\nfolg, und der Tenor Mongini machte dem allbeliebten\nGiuglini seinen Ruhm streitig. Nach Verdi's Trovatore kam\ndie Tremata wieder daran mit Signora Piccolomini,\ndie mit dieser Rolle eine Reihe von sechs Abschieds-Vor-\nstellungen eröffnete, bevor sie sich ins Privatleben zurück-\nzog. Sie erregte keineswegs den früheren Enthusiasmus,\nhatte aber doch noch einige glühende Bewunderer für sich.\nEine neue für sie geschriebene Oper, Almina, von\nCampana machte wenig oder gar keinen Eindruck; doch\nerlebte sie drei Vorstellungen. Rossini's Othello gab Mon-\ngini Gelegenheit, seine Kraft im Schreien zu zeigen; seine\nUebertreibungen im letzten Acte waren unausstehlich. Mad.\nBorghi als Desdemona konnte nicht befriedigen; der feine\nDuft, der über dem musicalischen Bilde dieses unschuldi-\ngen Opfers schwebt, wurde durch sie ganz verwischt. Den-\nnoch erhielt sie im letzten Acte Beifall. Es bleibt aber eine\nstarke Aufgabe, die Azucena im Trovatore, den Orsini in\nder Lucrezia u. s. w. und auch die Desdemona zu singen.\nIn der Lucrezia feierte Fräul. Titjens einen wohlver-\ndienten Triumph durch Gesang und Spiel, und Mongini\nmachte durch den geschmack- und gefühlvollen Vortrag\nder Partie desGennaro die Frevel des Mohren von Venedig\nvergessen.\nDon Giovanni wurde im Mai vier Mal bei vollem\nHause gegeben, was den Künstlern und dem londoner Pu-\nblicum Ehre macht. Donna Anna, Fräul. Titjens, prächtig,\neine ihrer besten Leistungen; die Macht der Stimme, der\ndramatische Ausdruck im Tone und das hinreissende Spiel\nlassen die Kritik über die Unvollkommenheit der feineren"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "280", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18600825-01.1.8", "texte": "Technik nicht zu Wort kommen. Die Elvira der Signora\nVaneri war vortrefflich, sie sang die Mozart'sche Musik\nin dem classischen Stil, der ihr gebührt. Als Zerline wäre\ndie Piccolomini mehr an ihrer Stelle gewesen, als die\nBorghi-Mamo. Don Giovanni selbst, Everardi, sang die\nPartie recht schön, sah gut aus und spielte gar nicht übel,\nwenn auch vielleicht nicht mit der Grandezza eines spani-\nschen Dons, doch mit der Nonchalance eines blasirten\ngrossen Herrn, der Alles cavalierbehandelt. Vialetti\ngab den Leporello, Castelli den Comthur—auch zwei be-\ndeutende Stimmen. Die beste Vorstellung war die vierte,\nin welcher Everardi den Leporello, Gassier den Don Juan,\nRonconi den Masetto sang.\n(Schluss folgt.)\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nHamburg. Vorgestern, am 18. August, vermählte sich Se.\nKönigliche Hoheit der Herr Herzog Ernst von Würtemberg\nmit Fräulein Natalie Eschborn, der unter dem Künstlernamen\nFrassini bekannten ausgezeichneten Sängerin. Die Trauung fand in\nder Behausung der Eltern der Braut, in Scheller's Hotel, in der Mit-\ntagsstunde, ganz nach dem gewöhnlichen protestantischen Ritus und\nvor einem kleinen Kreise dazu Geladener Statt, zu denen auch ein\nCavalier des Herrn Herzogs gehörte. Der Herr Pastor von Ahsen zu\nSt. Michaelis leitete die feierliche Handlung mit einer Rede ein, de-\nren einfach menschlichem und religiös ergreifendem Eindrucke sich\nkeiner der Theilnehmenden zu entziehen vermochte. Unmittelbar\nnach den Worten des Segens liess sich aus dem Seitenzimmer her\neine Blechmusik mit einem Choral vernehmen. Auch zu der Tafel,\nwelche die Zeugen und Gäste der Trauung sodann um das neuver-\nmählte Paar vereinigte, steuerte dasselbe Blech-Quartett einige mu-\nsicalische Nummern bei. Der Herr Herzog und Frau Gemahlin\nhaben Hamburg am Sonntag darauf verlassen, um ihren Aufenthalt\ndemnächst auf der ihnen zugehörigen Villa bei Coburg zu nehmen.\nMöge die Künstlerin in ihrer Ehe um so glücklicher sein, je bedeu-\ntender der Verlust ist, den ihr Uebergang in die Welt der hohen\nGesellschaft der grossen Welt des Theaters zufügt, innerhalb deren\nsie eine eben so vielseitige als glänzende Wirksamkeit aufgibt. Der\ndeutschen, der italiänischen und französischen Sprache und Oper in\ngleichem Grade gewaohsen, stand ihr für ihr Talent eine geradezu\nunbeschränkte Wahl der Schauplätze offen. Von nun an werden die\nGaben des Gesanges, mit denen sie vor Kurzem noch Tausende er-\nfreute, nur noch hier und da für einen vornehmen Cirkel vorbehal-\nten sein. Der jähe Wechsel ihrer Stellung im Leben wird aber den-\nnoch für Fräulein Eschborn-Frassini zum Heile ausschlagen, das\nverbürgt der Charakter des fürstlichen Gemahls, an dessen Arm wir\nsie von uns scheiden sahen. Die männlich schlichte Weise, das wohl-\nwollend entgegenkommende Wesen Sr. Königlichen Hoheit gewann\nihm bei allen, denen eine persönliche Annäherung gestattet war, zu\nden Gefühlen der Ehrerbietung auch die eines unwillkürlichen Ver-\ntrauens auf die liebenswürdigen Eigenschaften seines Herzens.\n(Hamb. Nachr., Nr. 197.)\nIn Leipzig hat der hannoverische Hof- und Kammersänger\nNiemann am 8. August sein Gastspiel mit „Tannhäuser* begon-\nnen. Von Leipzig geht Niemann unmittelbar nach Paris, um sein\nEngagement bei der grossen Oper anzutreten.\nHeidelberg. Der Sängertag wurde am 15. Juli auf der\nSchloss-Ruine in gelungenster Weise gehalten. Im festlich geschmück-\nten Schlosshofe war eine Emporbühne für die Sänger, etwa 400 bis\n500 an der Zahl, errichtet. Viele Chöre mussten wiederholt werden.\nDas Wetter war günstig, der Fremdenzuspruch gross, der Ertrag\nfür die vertriebenen Schleswig-Holsteiner und für-das Arndt-Denk-\nmal bestimmt.\nVrflilltfvii't a* M« Unsere Oper bereitet zu Cherubin i's\nhundertjähriger Geburtstags-Feier (8. September) eine Aufführung\nvon dessen Faniska vor, die bekanntlich von dem grossen Meister\n1805 in Wien componirt und am 6. Februar des folgenden Jahres\nzum ersten Male im Theater an der Wien, in welchem drei Monate\nvorher Beethoven's Fidelio die ersten Vorstellungen erlebt hatte, un-\nter des Componisten Leitung aufgeführt worden. Möge aber die\nWiederaufführung dieses grossen Tonwerkes von einem besseren Er-\nfolge zu sagen wissen, vornehmlich Seitens der Sänger, als die viel\nleichtere Grdtry'sche Oper „Richard Löwenherza neulich gehabt,\nsonst dürfte es rathsam sein, niemals wieder den Gedanken an eine\nneue Scenirung irgend einer Oper aus der classischen Epoche zu\nfassen oder warte man die Zeit ab, bis sich für jene Werke die\nAuspicien oben und unten wieder günstiger zeigen, was denn doch\nnicht gar zu fern stehen dürfte. Sollte es in Folge mangelhafter\nLeistungen jedesmal nur bei einer einzigen. Aufführung verbleiben,\nso müsste dies dem Institute nach allen Seiten hin offenbar zur\nUnehre gereichen. S.\nSe. Majestät der König von Baiern hat den seit 1. April in Ur-\nlaub befindlichen General-Major Frhrn. v Frays aus Gesundheits-\nRücksichten vom 1. August an der Vorstandschaft der königlichen\nHofbühnen gänzlich enthoben und die Geschäftsleitung bis zur Er-\nnennung eines eigenen Hoftheater-Intendanten dem bereits seit Ostern\nmit derselben betrauten Inspector Wilhelm Schmitt auch ferner\nzu übertragen geruht.\nWien« Dem Vernehmen nach soll Herr Wachtel, dessen\nfestes Engagement wegen obwaltender Hindernisse unthunlich ist,\nvon der Direetion des Hof-Operntheaters für ein zehnmonatliches\nGastspiel (was in anderer Form einem Engagement ziemlich gleich-\nkommt) gegen ein Honorar von 250 Fl. per Spielabend gewonnen\nworden sein. Singt Herr Wachtel monatlich nur acht Mal, so ergibt\ndas ein rundes Sümmchen von 20,000 Fl. Man sieht, auch die\ndeutschen Tamberlik's wissen für ihr hohes Cis gute Preise zu er-\nlangen."}]}