{"numero_id": "bm-bmtnabi-1860-10-06-01", "volume": "bmtnabi_1860-10-06_01", "ocr_sha256": "d2ef55c2a9b0ec50bf5d407c62f8bd98cc56ee2bbb5064113b9a06240cb08874", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1860/10/06_01/bmtnabi_1860-10-06_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1860-10-06-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-10-06_01#c001", "volume": "bmtnabi_1860-10-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "321", "page_fin": "321", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "321", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 406, "texte": "Inhalt.\nDie Musik in der katholischen Kirche. Von L. Spohr's Zusammentreffen mit Paganini. Aus Osnabrück (Orchester-\nVerein). Von Severe Gaudens. - Das neue Musik-Institut in Florenz. Die neuen Epochen. 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Wir müssen dies hervorheben, weil der\nTitel des Buches mehr verspricht. Er lautet nämlich:\nHarmonie- und Compositionslehre mit beson-\nderer Rücksicht auf das Orgelspiel in katholischen\nKirchen, klar und fasslich dargestellt von H.\nOberholfer, Musiklehrer am Königlich Gross-\nherzoglichen Sehullehrer-Setninar in Luxemburg\nu. s. w. Luxemburg, Druck und Verlag von Gebr.\nHeinlze. 1860. IV und 451 S. Gr. 8.\nEine wirkliche „Compositionslehre\" darf man aber\nin dem Buche nicht suchen, sondern nur eine Harmonie-\nund Formenlehre, in welcher letzteren einige Capitel, z. B.\ndas von der Fuge, ausführlich behandelt sind. Den Zusatz:\n„klar und fasslich dargestellt\", wollen wir nicht gerade\nLügen strafen, allein er gehört keineswegs, da er ein Selbst-\nurtheil enthält, auf den Titel. Im Ganzen ist die Darstel-\nlung allerdings fasslich; sähe man aber nicht stets auf den\neigentlichen Zweck, und betrachtete man das Buch nur als\nrein theoretisches Werk, so würde eine strengere, das We-\nsen der Sache mehr präcisirende Form des Ausdrucks und\ndie Vermeidung mancher Weitschweifigkeiten und Wie-\nderholungen zu wünschen sein.\nSo beginnt z. B. gleich das Vorwort mit einer unge-\nnauen Phrase: „Das Erscheinen einer Harmonielehre mit\neiner confessionellen Tendenz wird vielleicht etwas befrem-\nden; indess wird jeder, der mit der inneren (?) Einrich-\ntung (?) des Orgelspiels beim katholischen Gottesdienste\ngenauer bekannt ist, diese Idee nicht verwerflich finden.\"\nWie es eine „confessionelle Harmonielehre\" geben könne,\nbegreifen wir nicht und finden auch in diesem Buche keine\nDarlegung der charakteristischen Eigenschaften einer sol-\nchen. Der Verfasser hat wohl damit, wie mit noch ande-\nren, ebenfalls das Innere der Sache weniger als das Aeussere\nberührenden Aeusserungen, nur sagen wollen, dass er bei\nseinem Buche stets die Anwendung auf den katholischen\nGottesdienst, die Praxis des katholischen Organisten, im\nAuge gehabt hat. Desswegen ist es denn auch nur zu billi-\ngen, dass er die Lehre von den Kirchen-Tonarten ausführ-\nlicher in einem besonderen Anhange der zu den besten\nAbschnitten des Werkes gehört behandelt und dem gre-\ngorianischen Choral die volle Berücksichtigung zu Theil\nwerden lässt, und dass er überhaupt auf gründliche har-\nmonische Kenntnisse des Organisten hinarbeitet und zur\nErlangung derselben ganz zweckmässige Anleitung durch\nLehre und Beispiele (die mit recht hübschen Noten-Typen\nin den Text gedruckt sind) gibt. Wir wünschen und er-\nwarten, dass dadurch die traurige Beschaffenheit des Or-\ngelspiels, welche der Verfasser schildert—eine Schilderung,\ndie jedoch wohl nur für den engeren Wirkungskreis des\nVerfassers und für die Gemeinden an der französischen\nund belgischen Gränze zutrifft —, allmählich einem besse-\nren Zustande dieses Kunstzweiges und wesentlichen Be-\nstandteiles des Gottesdienstes Platz mache.\nDass der Verfasser den Standpunkt der Reactionäre\nauf dem Gebiete der katholischen Kirchenmusik einnehme,\nliess sich erwarten. Jedermann wird ihm beistimmen, dass\ner für die Kirchenmusik „strengen Ernst\" verlangt. Wenn\nes aber heisst: „Weil die Musik keinen selbstständi-\neen Theil des katholischen Gottesdienstes ausmacht, so\nmuss sie sich zu demselben immer nur dienend verhal-\nten\" —, so ist damit, abgesehen von der unlogischen For-\nmulirung, die Hauptfrage, wie die Musik dem Gottesdienste\ndienen solle, in wie weit sie dabei ihre Selbstständigkeit"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "322", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5465, "texte": "bewahren dürfe, wenn sie überhaupt nicht aufhö-\nren solle, Musik zu sein, keineswegs beantwortet. Die\nFrage darf aber gar nicht so vereinzelt gestellt und geprüft\nwerden, dass sie nur auf die Musik bezogen wird; sie muss\ndas Verhältniss der Kunst überhaupt zum Gottes-\ndienste ins Auge fassen. Nicht bloss die Tonkunst, sondern\nauch die Baukunst, die Malerei, die Decorationskunst in\njeder Art von Verzierungen an Gegenständen, Trachten\nu. s. w. dienen der Kirche, und will die heutige katholi-\nsche Kirche die Tonkunst, d. h. natürlich die würdige,\ndem erhabenen Zwecke angemessene, aus den Domen ver-\nbannen, so wird die Architektur und die Malerei sich eben-\nfalls auf ein Exil gefasst machen müssen, da jene Grund-\nsätze folgerichtig zu der Ansicht der strengsten Sectirer\nführen, welche nichts als ein Bethaus mit vier nackten\nWänden haben wollen.\nAuch das Kriterium verwerflicher Kirchenmusik, als\neiner solchen, „die den Kirchenbesucher nicht zu einem\nfrommen Gebete kommen lasse\", welches der Verfasser\nauf „die grossartigen, mit Instrumental-Begleitung verse-\nhenen Messen eines Haydn, Beethoven, Mozart, Cherubini\nu. A.\" anwendet, „die nur dazu geeignet sind, einen mu-\nsicalischen Ohrenschmaus zu bereiten\", können wir, so\nunbedingt ausgesprochen, unmöglich gelten lassen. Man\ngeht nicht bloss zum Beten in die Kirche, sondern auch,\num heilige Eindrücke durch alle Mittel, die der Gottes-\ndienst bietet, zu empfangen und im Herzen davon zu tra-\ngen. Solche Eindrücke zu erzeugen, ist nun aber recht\neigentlich Sache der christlichen Kunst, und dass neben\nder Architektur und Malerei vorzugsweise die Tonkunst\ndazu im Stande ist, das wird doch wohl Niemand läugnen\nwollen. Wir Wenigstens müssen jeden aufrichtig bedauern,\nder bei einem feierlichen Todtenamte z. B. in Mozart's\nRequiem oder bei einer Messe von Cherubini und Beetho-\nven, nur den Eindruck eines „Ohrenschmauses\" empfindet.\nEiner merkwürdigen Begründung der Berechtigung\nder fugirten Schreibart in der Kirchenmusik begegnen wir\nauf Seite 353. Anknüpfend an eine Stelle in Brendel's\nGeschichte der Musik, welche die alten Kirchen-Compo-\nsitionen (Palestrina's u. s. w.) mit dem Epos vergleicht, das\nin einer Entwicklungsstufe des Volkes entstanden, wo der\nEinzelne noch in der Gesammtheit aufgeht, und nur das\nzum Inhalte hat, was das Gemeinsame Aller ist—sagt der\nVerfasser: „Gerade darin besteht aber das Wesen des Iva-\ntholicismus. In dogmatischer wie in ethischer Beziehung\nist ja hier das einzelne Dogma (Gesetz) nicht als ein von\ndem Ganzen Losgerissenes, exclusiv die Aufmerksamkeit\nauf sich Lenkendes aufzufassen, sondern als ein lebendiges\nGlied an einem lebendigen Organismus, in dessen Verbin-\ndung es seine gehörige Bedeutung erhält, und doch, unbe-\nschadet seiner Eigentümlichkeit, zur Darstellung des gros-\nsen Ganzen seinen Theil beiträgt. Jedes Glied theilt hier\nLeid und Freude mit seinem Milgliede, eben wegen des\nEinen Mittelpunktes, aus welchem das Leben in das Ein-\nzelne hinüber und in welchen es wieder zu seiner Quelle\nzurückfliesst. Von dieser Lebensgemeinschaft Aller in Ei-\nnem und-durch Einen, von diesem Geheimnisse, an des-\nsen herrlichste Frucht wir immer denken, wenn wir von\nder Gemeinschaft der Heiligen sprechen, dürfte wohl der-\njenige Musik-Stil, wo das Einzelne vom Ganzen getragen\nwird, aber hinwieder auch zur Belebung des Ganzen das\nSeinige beiträgt, das getreulichste und anschaulichste Ab-\nbild sein. Dass dies keine andere als die fugirte Schreibart\nsein kann, ist wohl keine Frage.\"\nDass aber eine der Durchfüh-\nrung der zurückwirkenden Grundsätze lür katholische Kir-\nchenmusik heutzutage ein Ding der Unmöglichkeit ist, sieht\nder Verfasser selbst ein (S. 354 ff.):\n„Dass diese älteren Compositionen die Bedingungen\nerfüllen, die für die katholische Kirchenmusik gelten müs-\nsen, ist leicht einzusehen. Ob sie nun aber—und zu ihrer\nAusführung ist, nebenbei bemerkt, ein sehr gut geschulter\nSängerchor erforderlich—als das Ideal aller und jeder ka-\ntholischen Kirchenmusik anzusehen seien, wie dies vielfach\nbehauptet wird, und dass sie die einzig wahre und echte\nKirchenmusik für ewige Zeiten seien, das ist eine andere\nFrage. Wir wagen nicht, diesen Behauptungen vollständig\nbeizustimmen. Es hiesse dies die neuen Erfahrungen und\nEntdeckungen, die man seit jener Kunst-Epoche auf dem\nGebiete der Kunst gemacht hat, gänzlich ignoriren. Wem\nz. B. fiele es heutzutage noch ein, mit einem terzlosen\nDreiklange zu enden, wie dies die Componisten jenes Zeit-\nalters so häufig thaten, weil sie nur die vollkommenen Con-\nsonanzen für schlussfähig hielten? Oder wer wollte heute\nnoch der strengen Durchführung eines Motivs das ver-\nwandtschaftliche Verhältniss der Accorde opfern, wie es\njene Meister so häufig thaten? Dürften wir uns nicht etwa\nerkühnen, auch noch den sanft dissonirenden Haupt-\nSeptimen-Accord in den Accord-Verband mit aufzuneh-\nmen, ohne Gefahr zu laufen, den Eindruck, den eine aus\nblossen Dreiklängen bestehende Accordfolge auf uns macht,\nzu zerstören? Sollten wir in unserem modernen Dur\nund Moll nicht auch kirchliche Tonstücke zu erfinden im\nStande sein, welche den Anforderungen, die man an eine\ngute Kirchenmusik stellt, entsprechen? Allerdings wird\nder Eindruck, den solche nach den Gesetzen des neueren\nTon-Systems, wenngleich in der Manier jener Zeit (meist\nnur consonirende Accorde und durchgängig canonische\noder freie Nachahmung anzubringen), verfasste Composi-\ntionen auf uns machen, ein anderer sein, als der, den jene"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "323", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4020, "texte": "Compositionen selbst auf uns machen; denn das alte Ton-\nSystem ist in den drei Grund-Elementen der Musik: Me-\nlodie, Harmonie und Rhythmus, von unserem heutigen\nlon-Systeme gänzlich verschieden. Eine Melodie nach un-\nseren Begriffen, die also eine regelmässige Gliederung auf-\nweist und sich au! eine bestimmte harmonische Unterlage\no\nbezieht, sucht man vergeblich in jenen Compositionen. In\nihnen war die Führung der Melodie, wie das auch bei die-\nser wesentlich polyphonen Musik nicht anders möglich war,\ngänzlich von dem Gange der übrigen Stimmen, die ein\ngleiches Recht auf Melodie beanspruchten, abhängig. Wenn-\ngleich auch in dem alten Ton-Systeme Dominante und\nlonica die beiden Angelpunkte der Melodie waren, so\nhatte die Dominante fast in einer jeden der 12 Kirchen-\nfonarten einen anderen Platz, so dass bald der zweite,\nbald der dritte, vierte, fünfte oder sechste Ton der Reihe\nals Dominante erscheint. Die Begriffe von Halb- und Ganz-\nschluss mussten jenen Musikern also nothwendig fremd\nbleiben. Auch ihre Modulations-Ordnung war eine ganz\nandere, als die unsrige, und beruhte auf ganz anderen\nGrundsätzen. Der Rhythmus wurde gänzlich dem Sprach-\nAccente untergeordnet. Wir dürfen uns also nicht wun-\ndern, wenn jene Kirchen-Compositionen einen ganz eigen-\ntümlichen, wir möchten sagen: fremdartigen, Eindruck\nauf uns machen. Woran aber das Gelingen guter Kir-\nchen-Compositionen bei den heutigen Componisten schei-\ntert, ist, dass den meisten von ihnen die contrapunktische\nFertigkeit und auch der durch und durch fromme Sinn\njener alten Meister mangelt, und dass sie sich des Einflus-\nses, den die heutige weltliche Musik auf sie ausübt, nicht\nentschlagen können. In dem jetzigen Zustande der Ver-\nsunkenheit kann und darf unsere Kirchenmusik keinesfalls\nbleiben. So lange wir aber noch nicht im Stande sind,\nKirchen-Compositionen zu schaffen, die jenen herrlichen,\nwenn auch unserem Ohr fremdartig und zuweilen sehr\nhart klingenden Kirchen-Compositionen des sechszehnten,\nsiebenzehnten und eines Theiles des achtzehnten Jahrhun-\nderts wenigstens annähernd an die Seite gestellt werden\nkönnen, bleibt uns nichts Anderes übrig, als zu jener Kir-\nchenmusik unbedenklich zurückzukehren und einstweilen\nan derselben festzuhalten.\"\nNach diesen Rathschlägen würden unsere Componisten\nmit den unbedingten Anhängern der Alten einen Compro-\nmiss einzugehen haben; sie würden ihnen zu Liebe „in\nder Manier jener Zeil\" schreiben, sie dagegen ihnen\nallerlei Concessionen in Betreff des neueren Ton-Systems\neinräumen. Und dergleichen Tendenz-Compositionen, der-\ngleichen mit modernem Anstrich übertünchte Copieen al-\nter 'Tongemälde, dergleichen Zwittergebilde sollten der ka-\ntholischen Kirchenmusik aufhelfen können? Unmöglich.\nSagt doch der Verfasser selbst (S. 349), dass den Pale-\nstrina keiner seiner Nachahmer unter seinen Zeitgenossen\nund den Meistern des nachfolgenden Jahrhunderts erreicht\nhabe; räth er doch selbst zur Vorsicht bei der Auswahl\nalter Kirchenslücke für die Benutzung in der Gegenwart;\ngesteht er doch ein, dass „bei der Sucht, contrapunktische\nund canonische Künste anzubringen, die Componisten nicht\nselten über die Form den Geist in ihre Compositionen\nhineinzubringen vergassen\" (S. 350); und trotz alledem\nsollen wir heute wieder anfangen, jenen Stil nachzuahmen,\nund ihn mit Modernem verbrämen?\nWeit mehr als diesen Rath billigen wir alles, was der\nVerfasser über die Begleitung des Choralgesanges durch\ndie Orgel sagt. Auch bei dieser drängt sich ein Compro-\nmiss zwischen dem Alten und Neuen auf, allein er ist ganz\nanderer Natur, da bei demselben die ursprüngliche Melo-\ndie unangetastet bleibt (nicht etwa durch eine nachge-\nahmte ersetzt wird) und nur die Begleitung die neuere\nharmonische Kunst mit Maass und Verstand zu Hülfe\nnimmt. Alles, was hierüber in den beiden Abschnitten des\nAnhangs (S. 396—451): I. „Der gregorianische\nChoral und die Kirchen-Tonarten.\" 11. „Die Or-\ngelbegleitung des Chorals\" —gesagt ist, verdient die\nvollste Berücksichtigung und ist sehr belehrend.\n\nL."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-10-06-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-10-06_01#c003", "volume": "bmtnabi_1860-10-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "323", "page_fin": "324", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.2.3", "titre_corps": "Spohr’s Zusammentreffen mit Paganini.", "titre_sommaire": "Spohr’s Zusammentreffen mit Paganini.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "323", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.3", "debut_caractere": 4022, "fin_caractere_exclue": 5253, "texte": "Spohr’s Zusammentreffen mit Paganini.\nLouis Spohr's Selbstbiographie (Kassel und Göt-\ntingen, bei G. H. Wigand) enthält im 111. Hefte folgendes\nTagebuchblatt vom 17. October 1816, in Venedig ge-\nschrieben:\n„Gestern ist Paganini von Triest wieder hieher zurück-\ngekommen und hat also, wie es scheint, sein Project, nach\nWien zu gehen, vor der Hand aufgegeben. Heute früh\nkam er zu mir, und so lernte ich denn endlich diesen Wun-\ndermann persönlich kennen, von dem mir, seit ich in Ita-\nlien bin, fast jeden Tag vorerzählt wurde. So wie er hat\nnoch nie ein Instrumentalist die Italiäner entzückt, und ob\nsie gleich die Instrumental-Akademieen nicht sehr lieben,\nso hat er doch deren in Mailand mehr als ein Dutzend und\nhier ebenfalls fünf gegeben. Erkundigt man sich nun näher,\nwomit er denn eigentlich sein Publicum bezaubere, so hört\nman von den Nicht-Musicalischen die übertriebensten Lob-\nsprüche, dass er ein wahrer Hexenmeister sei und Töne\nauf der Violine hervorbringe, die man früher auf diesem\nInstrumente nie gehört habe. Die Kenner hingegen mei-\nnen, dass ihm zwar eine grosse Gewandtheit in der linken\nHand, in Doppelgriffen und allen Arten von Passagen nicht\nabzusprechen sei, dass ihn aber gerade das, was den gros-\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "324", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5024, "texte": "sen Haufen entzücke, zum Charlatan erniedrige und für\nseine Mängel einen grossen Ton, einen langen Bogen-\nstrich und einen geschmackvollen Vortrag des Gesanges—-\nnicht zu entschädigen vermöge. Das aber, womit er das\nitaliänische Publicum hinreisst, und wodurch er sich den\nNamen des „ „Unerreichbaren\"\", den man sogar unter sein\nPortrait setzt, erworben hat, besteht nach genauer Erkun-\ndigung in einer Reihe von Herrlichkeiten, welche in den\nfinsteren Zeiten des guten Geschmacks der weiland so be-\nrühmte Schell er in kleinen Städten, auch wohl Residen-\nzen, Deutschlands zum Besten gab, und die damals eben\nso sehr von unseren Landsleuten bewundert wurden, näm-\nlich in Flageolet-Tönen, in Variationen auf Einer Saite,\nwobei er, um noch mehr zu imponiren, die drei übrigen\nSaiten von der Geige herabzieht, in einer gewissen Art\nPizzicato, von der linken Hand ohne Hülfe der rechten oder\ndes Bogens hervorgebracht, und in manchen der Geige\nunnatürlichen Tönen, als Fagott-Ton, Stimme eines alten\nWeibes u. dgl. m. Da ich den Wundermann Scheller,\ndessen Wahlspruch war: „„Ein Gott, Ein Scheller!\"u\nnie gehört habe, so möchte ich wohl Gelegenheit haben,\nPaganini in seiner eigentlichen Manier zu hören, um so\nmehr, da ich voraussetze, dass ein so sehr bewunderter\nKünstler auch reellere Verdienste besitzen müsse, als die,\nvon welchen die Rede war. Die Veranlassung zu seiner\njetzigen Virtuosität soll eine vierjährige Gefangenschaft ge-\nwesen sein, zu der er verurlheilt wurde, weil er seine Frau\nim Jähzorn erdrosselte. So erzählt man wenigstens ganz\nlaut in Mailand und auch hier. Da er sich bei ganz ver-\nnachlässigter Erziehung weder mit Schreiben noch mit\nLeclure zu unterhalten wusste, so lehrte ihn die Länge-\nWeile alle die Künststückchen ausdenken und einüben, wo-\ndurch er jetzt Italien in Erstaunen setzt. Er hat sich durch\nsein ungefälliges und unartiges Betragen mehrere der hie-\nsigen Musikfreunde zu Gegnern gemacht, und diese erhe-\nben mich, nachdem ich ihnen bei mir etwas vorgespielt\nhabe, bei jeder Gelegenheit auf Kosten Paganini's, um ihm\nwehe zu thun, was nicht allein sehr ungerecht ist, indem\nman zwei Künstler von so ganz verschiedener Manier nie\nin Parallele setzen soll, sondern auch nachtheilig für mich,\nweil es alle Anhänger und Bewunderer Paganini's zu mei-\nnen Gegnern macht. Seine Widersacher haben einen Brief\nin die Zeitungen einrücken lassen, in welchem sie sagen,\ndass ich ihnen durch mein Spiel die Manier ihrer Vetera-\nnen im Violinspiel, P ugnani und Tartini, zurückgerufen\nhabe, deren grosse und würdevolle Art, die Violine zu be-\nhandeln, in Italien ganz verloren gegangen sei und der\nkleinlichen und kindischen Manier ihrer heutigen Virtuosen\nhabe Platz machen müssen, während die Deutschen und\nFranzosen diese edle, einfache Spielweise dem Geschmack\nder neuesten Zeit anzupassen gevvusst hälfen. Dieser Brief,\nder ohne mein Wissen in die heutige Zeitung eingerückt\nist, wird sicher eher nachtheilig als vorteilhaft für mich\nbeim Publicum wirken, denn die Venetianer sind nun ein-\nmal der festen Ueberzeugung, dass Paganini nicht einmal\nzu erreichen, viel weniger zu übertreffen sei.\"\nSpohr hatte jedoch bedeutenden Erfolg in Venedig,\nhat aber Paganini nicht gehört.\nEin römisches Orchester wird weiterhin auf folgende\nWeise geschildert:\n„Da man mir die Erlaubniss verweigerte, in der Zeit\ndes Advents ein öffentliches Concert im Theater zu geben,\nso war ich genöthigt, dasselbe in einem Privathause ohne\nöffentliche Ankündigung zu veranstalten. Der Prinz Piom-\nbino bewilligte mir dazu einen Saal im Palaste Ruspoli,\nund der Graf Apponyi, österreichischer Gesandter, ver-\nschaffte mir eine bedeutende Anzahl Subscribenten, so dass\ndies das erste Concert in Italien war, welches mir einen\nziemlich bedeutenden Gewinn gebracht hat. Der Eintritts-\npreis war ein Piaster (beinahe ein Laubthaler); das Or-\nchester, aus den besten Musikern Roms zusammengesetzt,\nwar dessen ungeachtet das schlechteste von allen, die mir\nbis jetzt in Italien accompagnirt haben. Die Unwissenheit,\nGeschmacklosigkeit und dummdreiste Arroganz dieser Men-\nschen geht über alle Beschreibung. Nuancen von und\nForte kennen sie gar nicht; das möchte noch hingehen, aber\njeder Einzelne macht Verzierungen, wie's ihm einfällt,\nDoppelschläge fast auf jeden Ton, so dass ihr Ensemble\nmehr dem Lärm gleicht, wenn ein Orchester präludirt und\neinstimmt, als einer harmonischen Musik. Zwar verbat ich\nmir zu wiederholten Malen jede Note, die nicht in den\nStimmen steht, es ist ihnen aber das Verzieren so zur an-\nderen Natur geworden, dass sie es gar nicht lassen können.\nDer erste Hornist z. B. blies einmal im Tiäti statt der ein-\nfachen Cadenz:\ndie Clarinetten zu gleicher Zeit andere Ausschmückungen,\nund nun denke man sich die Figuren der Geigen, die der\nComponist vorgeschrieben hat, so kann man sich einen Be-\ngriff von dem verworrenen Lärm machen, den ein solches\nOrchester für Musik ausgibt. Dabei sind sie so wenig mu-\nsicalisch und so ungeübt im Notenlesen, dass wir ein paar\nMal beinahe umgeworfen hätten.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-10-06-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-10-06_01#c005", "volume": "bmtnabi_1860-10-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "325", "page_fin": "326", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.2.4", "titre_corps": "Aus Osnabrück.", "titre_sommaire": "Aus Osnabrück.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "325", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5338, "texte": "Aus Osnabrück.\nDen 15. September 1860.\nDer hiesige Orchester-Verein, der am 28. künf-\ntigen Monats sein erstes Jahresfest begehen wird, beschloss\nden ersten Jahrgang seiner Productionen heute durch ein\nöffentliches Concert im Saale der Harmonie. Sein Dasein\nverdankt derselbe zweifelsohne dem lebendigen Wunsche\nseiner Mitglieder, einem Mangel zu begegnen, dessen Ur-\nsache hier aus naheliegenden Gründen nicht erörtert wer-\nden kann. Unsere materiel im Wachsthum begriffene und\nin musicalischer Beziehung keineswegs verarmte Stadt\nschien dennoch seit einer bestimmten Reihe von Jahren\nmit der Gefahr bedroht, reine Orchestermusik ausgeschlos-\nsen zu sehen aus dem Bereiche ihrer öffentlichen Winter-\nConcerte. Es liegt uns nicht daran, zu wissen, ob der Ur-\nsprung dieser Thatsache nur theilweise oder ganz allein\nzu suchen ist in einer dem Vernehmen nach unüberwind-\nlich gewordenen Abneigung der beiden schätzbaren Regi-\nments-Capellen unserer Garnison gegen die Unterordnung\nunter einen dem Militärstande nicht angehörigen Dirigen-\nten. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass es bei der\nAufführung von Vocalsachen mit Orchester-Begleitung\ngleichwohl niemals an der erwünschten Bereitwilligkeit\ngemangelt bat, vielleicht aber dennoch an dem ermuntern-\nden Erfolg, der nur durch ein häufigeres freiwilliges Zu-\nsammenwirken der zerstreuten Kräfte unter einheitlicher\nFührung zu sichern gewesen wäre. Seitdem die Einigung\nanscheinend zur Unmöglichkeit geworden, ist leider eine\nZeit lang für uns das Orchesterspiel allerdings verbannt ge-\nwesen auf die Tribunen des Conversations-Salons und der\nGarten-Locale. Es darf versichert werden, dass den nam-\nhaftesten Habitues unserer eigentlichen Concerträume in-\nnerhalb der Stadt nichts zugänglich, ja, nichts bekannt ge-\nworden ist von den in Nr. 4 des diesjährigen Jahrgangs\ndieser Zeitung angemerkten Bemühungen eines hiesigen\nso genannten „Musik-Vereins\". Desto gewisser ist die ge-\nbührende Anerkennung des Umstandes, dass dem unter\nder bekannten Leitung des Musik-Directors Klein seit\nvielen Jahren hier die Aufgaben der höheren Vocalmusik\ncultivirenden Gesang-Verein eine neue Vereinigung\nfähiger Dilettanten für das gesonderte Fach der Instru-\nmental-Musik unter besonderer Direction mit bescheidenen\nAnsprüchen und befreundeten Absichten an die Seite ge-\ntreten ist in dem Orchester-Vereine. Vor einem ein-\ngeladenen Zuhörerkreise brachte dieser zu verschiedenen\nZeiten bisher verschiedene Orchesterwerke zu Gehör, so\nnamentlich am 16. März d. J. in seinem ersten Concerte\nV v -\ndie Ouvertüre zur Weissen Dame von Boieldieu und die\nZ>-tfer-Sinfonie von J. Haydn, Das Programm der letzten\nAufführung im ersten Vereinsjahre (den 15. September)\nergibt als Hauptgegenstände die Ouvertüre zu der Felsen-\nmühle von Reissiger, die Introduction zum unterbrochenen\nOpferfest von Winter und die erste Sinfonie von Beethoven\nin C-dur. Ausserdem brachte der erste Theil des Concer-\ntes eine Reproduction des Chors der Gefangenen aus Fi-\ndelio, nachdem die Beethoven'sche Oper durch die be-\nkannte Opern-Gesellschaft des Herrn Mewes aus Detmold\nam Abend des 6. d. Mts. Aul dem hiesigen Actien-Theater\nvorgeführt worden war.\nVon diesem Concerte datirt das freie Heraustreten des\nosnabrücker Orchester-Vereins an das volle Licht der un-\nbeschränkten Oeffentlichkeit. Das Resultat des Abends\ndrängt sich uns zusammen in den Ausdruck der lebendi-\ngen Ueberzeugung, dass die milden Zwecke, denen\neine Rate des Ertrags zufliessen soll, um so weniger als\nVorwand einer milden Ueberredung zur Begünstigung des\nUnternehmens zu betrachten sind, je günstiger bei dem\nStattgehabten frequenten Besuche sich wahrlich ihre Rech-\nnung stellen dürfte. Die thätige Kunstliebe und aufmerk-\nsame Theilnahme, die von beiden Kreisen der emsigen\nProducenten und der zahlreich versammelten Hörer aulge-\nboten ward, der Zug des wahren Einverständnisses, der\ngleichsam wie das Band einer glücklichen Familien-Ein-\ntracht sich um beide schlang; die der Empfindung Aller\ngegenwärtige Thatsache, dass hier kein Mitwirkender\nMiethlings-Arbeit verrichtete, kein Mäcen Almosen gab,\nmusste den Neid zur Desperation und die Hyperkritik zum\nSchweigen bringen. Sicher gebührt der erste Dank der\nmuthigen Ausdauer, dem aufgeweckten Sinne und der\nrhythmischen Alacrität der löblichen Direction; müsse die-\nselbe auf dem betretenen Wege fortfahren, daran zu er-\ninnern und davon zu versichern, dass es eine gute Bürg-\nschaft für die Dauer der erweiterten Mauern einer zum\nWachsthum berufenen Stadt von 15- bis 20,000 Einwoh-\nnern ist, wenn an den Giebeln ihrer Hallen die Inschrift,\nwenn in den Soireen ihrer Harmoniesäle die Losung\nherrscht: Res severa verum gaudium!\nOsnabrück hat Ursache, die Entstehung, so wie das\ndurch den Erfolg der Uebungen des ersten Vereinsjahnes\nzweifellos gesicherte Gedeihen des Orchester-Vereins zu\nbeglückwünschen und zu schätzen als einen wahrhaften\no\nGewinn, der den Mangel des genussreichen Bildungs-Ele-\nmentes der reinen Instrumental-Musik in unserer Mitte\nnicht zum Scheine nur, sondern thatsächlich decken kann.\nIn diesem Sinne vorläufig ganz allgemein das Dasein des\nVereins an diesem Orte begrüssend, hoffen wir Gelegen-\nheit zu finden zu künftigen Berichten über dessen fortge-\nsetzte Kundgebungen, mit verdienter Anerkennung jeder\nindividuellen Leistung der Mitglieder und der gewandten,"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "326", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 232, "texte": "animirten Leitung des Ensemble.—Die Gesang-Partie des\nConcertes vom 15. September wurde ausgeführt von der\nneuen Liedertafel unter ihrem Dirigenten, Musiklehrer\nSepp. Dirigent des Orchester-Vereins ist Herr Küchen-\nmeister.\nSevere G"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-10-06-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-10-06_01#c006", "volume": "bmtnabi_1860-10-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "326", "page_fin": "326", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.2.5", "titre_corps": "Das neue Musik-Institut in Florenz.", "titre_sommaire": "Das neue Musik-Institut in Florenz.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "326", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.6", "debut_caractere": 234, "fin_caractere_exclue": 4111, "texte": "Das neue Musik-Institut in Florenz.\nDie Regierung von Toscana hat eine Commission er-\nnannt, welche den Zustand der Musikschule, die mit der\nAkademie der schönen Künste in Florenz verbunden ist,\nuntersuchen soll. Sie besteht aus den Herren Azzolino,\nCassamovata, Mariotti und Basevi; der Letztere hat eine\nkleine Schrift herausgegeben, welche die Vorschläge der\nCommission enthält.\nWas zuerst den Hauptpunkt, die Geldmittel, betrifft,\nderen man zur Errichtung eines neuen musicalischen In-\nstituts bedarf, so soll zu der bisherigen Summe für die\nMusikschule die jährliche Ausgabe geschlagen werden,\nwelche zur Besoldung der jetzt aufgehobenen grossherzog-\nlichen Capelle bestimmt war. Indess sollen die Mitglieder\ndieser Capelle, welche nicht bei der neuen Anstalt beschäf-\ntigt werden, Entschädigung erhalten.\nDie zweite Section der Akademie der schönen Künste\n(die erste ist für die zeichnenden Künste bestimmt), welche\nbisher der Musik gewidmet war, soll davon getrennt wer-\nden und ein neues Isiituto musicoder eine musicalische\nAkademie bilden. Sie wird aus wirklichen und aus cor-\nrespondirenden Mitgliedern bestehen; alle wirklichen Mit-\nglieder müssen Componisten sein und können erst gewählt\nwerden, wenn sie bereits entschiedene Beweise von ihrem\nTalente gegeben haben.\nMit dieser Akademie wird eine Musikschule verbun-\nden, welche in allen Dingen unter der Leitung eines be-\nsonderen Vcrwaltungsrathes steht, der aus der Mitte der\nAkademie gewählt wird.\nDer Unterricht betrifft: 1. Contrapunkt und Compo-\nsition, zwei Lehrer. 2. Gesang, drei Lehrer; der erste von\nihnen ist zugleich Lehrer der Declamation und der Bildung\nfürs Theater. 3. Solfeggiren, drei Lehrer. 4. Chorgesang,\ndie bereits genannten Gesanglehrer, welche vorzüglich auf\ndie gute Ausführung derclassischen Musik für Kirche und\nTheater zu sehen haben. 5. Orgelspiel und praktische Or-\ngelbegleilung, ein Lehrer. 6. Fortepiano als Virtuosen-In-\nstrument, ein Lehrer. 7. Fortepiano als Begleitungs-In-\nstrument, ein Lehrer. 8. Violine und Viola, 9.' Violoncell\nund 10. Contrabass, vier Lehrer. 11. Holz-Blasinstru-\nmente, ein Lehrer. 12. Blech-Instrumente, ein Lehrer.\nDie Commission sieht die Mängel dieses Planes, na-\nmentlich in Bezug auf die Zahl der Lehrer, sehr gut ein,\nallein sie meint mit Recht, dass Etwas besser als Nichts sei,\nund rechnet auch auf die Heranziehung von Repetitoren\naus den befähigtsten Schülern der Anstalt.\nIn der Sache selbst zeigt sich die Commission nichts\nweniger als verblendet über den gegenwärtigen Zustand\nder Musik in Italien. Sie erkennt den Verfall der Gesang-\nkunst vollkommen an und empfiehlt desshalb die sorgfäl-\ntigste Vorsicht bei der Wahl der anzustellenden Gesang-\nlehrer. Ferner sagt sie in ihrem Berichte ausdrücklich:\n„Die Commission hat die Unwissenheit und, was noch\nschlimmer ist, die Abneigung vieler Componisten in Be-\ntracht der classischen Musik sehr ernst erwogen und ist der\nAnsicht, dass diese Musik allein im Stande ist, den guten\nGeschmack wieder neu zu beleben und die Tonkunst vor\ndem unvermeidlichen Verfall zu retten.'- Zu diesem Zwecke\nbesonders soll das musicalische lustitut jährlich mehrere\ngrosse und kleine Concerte geben. In den grossen wird man\nclassische Compositionen für grosses Orchester und für\ngrosse Chormassen aufführen, die kleineren sind für Kam-\nmermusik jeder Art, besonders für Quartette, bestimmt. -\nMan hofft, dass das neue Institut mit dem Beginn des\nfolgenden Jahres eröffnet werden könne. Es ist erfreulich,\ndass sich in Florenz mitten unter den unruhigen Zustän-\nden und gährenden politischen und socialen Verhältnissen\ndie ernste Beachtung der Kunst Bahn blicht, und dass\nman den günstigen Augenblick für Berücksichtigung der\nWünsche von Toscana bei der piemontesischen Regierung\nbenutzt, um den classischen Boden ailer Künste, die Stadt\nder Medicis, das Athen von Italien, vor Vernachlässigung\nzu bewahren."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-10-06-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-10-06_01#c007", "volume": "bmtnabi_1860-10-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "326", "page_fin": "327", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.2.6", "titre_corps": "Die neuen Epochen.", "titre_sommaire": "Die neuen Epochen.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "326", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.6", "debut_caractere": 4113, "fin_caractere_exclue": 4862, "texte": "Die neuen Epochen.\nEs freut uns, die Grundsätze, welche wir schon seit\nzehn Jahren in diesen Blättern vertreten (Rheinische Mu-\nsik-Zeitung 111, Niederrheinische Musik-Zeitung VII Jahr-\ngänge), auch einmal recht entschieden in der wiener\n„Deutschen Musik-Zeitung\" ausgesprochen zu lesen,\nin deren Nummer 38 eine Beurtheilung, gezeichnet G. W.,\nalso beginnt:\n„Für die Kunst neue Formen zu erfinden, neue\nBahnen zu brechen, die dennoch mit den ewigen, unver-\nänderlichen Gesetzen der Schönheit im vollsten Einklänge\nstehen, dazu sendet das gütige Schicksal schon zur gehöri-\ngen Zeit die geeigneten grossen Geister. Sind die alten\nvollständig erfüllt, vollständig ausgetreten, so dass der rast-\nlos sich bewegende und äussernde Geist durchaus in ihnen"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "327", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2129, "texte": "sich eingezwängt und zurückgehalten fühlen muss, so\nkommt schon von selbst der richtige Genius, der ihm den\nzur freien Bewegung gehörigen Raum durchbricht und\ndie passende Form aufstellt. So erschien Bach, so Mo-\nzart, so Beethoven, als die wahrhafte Nothwendigkeit\neingetreten war, der Kirchenmusik, der Oper, der Instru-\nmentalmusik ein freies Feld, eine weitere Form zu erobern,\ndamit diese Theile der Kunst mit dem ungestümen Vor-\nwärtsdrängen des Geistes überhaupt Schritt halten konnten.\nAber —so wie die Vorsehung den Beginn einer neuen\nEpoche der Weltgeschichte dem blöden Auge des Men-\nschen verborgen hält (wir empfinden ihn immer erst, wenn\nwir schon in der Epoche sind, und später nur findet der\nforschende Geist des Menschen den Anfang und die Ur-\nsache heraus, weil er schon lange die Wirkungen ver-\nspürt), so wie sie lerner ihr richtiges Werkzeug nie mit\nder klar ausgesprochenen Absicht an seine grosse Mission\ngehen lässt: „ „Ich will eine neue Epoche begründen!\"\"\nso ist es uns auch nicht verliehen, bestimmen zu kön-\nnen: jetzt ist der Moment da für eine neue Epoche in der\nKunst, jetzt ist die Nothwendigkeit eingetreten, neue For-\nmen zu erfinden, neue Bahnen zu brechen! Und eben so\nhaben weder Bach, noch Mozart, noch Beethoven\nvon vorn herein die Absicht gehabt, ein neues Zeitalter\nder Kunst heraufzuführen. Sie wussten es nicht, dass sie\ndie Werkzeuge waren, welche die Vorsehung auserlesen\nhatte; nur wir Nachkommen, die wir an ihrem Geiste uns\nerheben, wir können in dem uns gestatteten Bück blick\nerkennen, dass mit ihnen die neue Epoche eintrat.\n„Darum ist es nur eitles, hohles Phrasenthum, schauer-\nliche Selbstverblendung, wenn hin und wieder falsche Pro-\npheten der Kunstwelt durch sich eine neue Aera aufdispu-\ntiren wollen, wenn der in tollster Leidenschaft erzitternde\nEhrgeiz vom Zerbrechen der alten Formen träumt, wäh-\nrend doch nur die eigene Erfindungs-Armuth ihn verhin-\ndert, irgend etwas Erträgliches in den alten Formen\nschaffen zu können. Ihre Werke kommen uns vor wie ein\nchinesischer Porcellan-Thurm, den der Wahnwitz auf die\nhehre Majestät eines alten Domes verpflanzen möchte!\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1860-10-06-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabi_1860-10-06_01#c008", "volume": "bmtnabi_1860-10-06_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "327", "page_fin": "328", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.2.7", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "327", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.7", "debut_caractere": 2131, "fin_caractere_exclue": 6531, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\n4. October. Die Direction der Gesellschafts-Con-\neerte hat für den bevorstehenden Winter ein Abonnement auf\nzwölf Concerte im grossen Gürzenichsaale unter Leitung des\nstädtischen Capellmeisters Herrn Ferdinand Hiller eröffnet,\nwas, wie immer, zahlreiche Theilnahme findet. Das erste Concert\nwird Dinstag, den 25. October, Statt finden.\nDer Winter-Cursus im C onservatorium (Rheinische Mu-\nsikschule) unter der Direction des Herrn F. Hill er hat Anfangs\ndieser Woche begonnen.\n29. September. Das gestrige Benefiz-Concert des\nHerrn Musik-Directors Herrn. Wolff war so überfüllt, dass ein\ngrosser Theil des Auditoriums kaum Platz finden konnte. Eröffnet\nwurde das Concert mit dem Quintett für Pianoforte, zwei Violinen,\nBratsche und Cello von Schumann, dem unter Nr. 3 Variationen aus\ndem Streich-Quartette in D-moll von Franz Schubert folgten. Beide\nStücke gehören in den Rahmen der so genannten Qaartett-Soireen,\nwelche in anderen Musikstädten mit den Sinfonie-Concerten erfolg-\nreich concurriren. Schon zu mehreren Malen ist es angeregt worden,\ndass die classische Kammermusik auch hier eine grössere Vertretung\nfinde, zumal Kräfte dafür zur Genüge anwesend sind. Der lebhafte\nBeifall, der eben sowohl dem herrlichen Schumann'schen Quintette\nund den zarten Tonmalereien von Schubert, als der trefflichen,\nschwunghaften Ausführung selbst galt, dürfte vielleicht Veranlassung\nzur Kealisirung dieses Wunsches geben. Fräul. Marie Büschgens\nbewährte sich wiederum an diesem Abende als eine schätzenswerthe\nSängerin durch den Vortrag einer Arie von Mendelssohn, zweier Lie-\nder von Schumann und zuletzt der Partie des Hannchen in den\n»Jahreszeiten*. Wie bei früherem Auftreten, so war auch dieses\nMal der der jungen Dame gespendete Beifall ein allgemeiner und\nlebhafter. Herr F. Seiss aus Barmen bereicherte das Programm mit\neiner „eigenen ' Phantasie für Violine, die der junge Virtuose ausge-\nzeichnet in Technik nnd Vortrag spielte. Den Schluss des ersten\nTheiles bildete eine Composition für Solo und Chor von dem genia-\nlen Max Bruch aus Köln, „Die Birken und die Erlenu. Die kleine\nTondichtung erfreut sich einer seltenen Frische, ein gewisser Duft\nathmet uns aus derselben entgegen, der unwillkürlich berauscht, wo-\nbei wir nur bedauern, dass dieser süsse Kausch so kurz, eben weil\ndie Composition zu rasch sich abwickelt. Der Sommer und Herbst\naus den unvergänglich, ewig frischen „Jahreszeiten\" beschloss das\nConcert; die Ausführung war eine durchaus gelungene.\nVor Kurzem wurde hier die Einweihung der neuen\n„Promenade Meyerbeer\" gefeiert. Der Vorschlag zur Taufe ging von\nServais in folgenden Worten aus: »Unter den gefeierten Besuchern,\nwelche unsere Stadt mit ihrer Gegenwart beehren, ist keiner, der\ntreuer zu uns gehalten hätte, keiner, der von einem allgemeineren\nRuhme umgeben wäre, als Meyerbeer, einer der grössten Künstler\nunserer Zeit. Während der zweiunddreissig Jahre, als der berühmte\nMeister nach Spaa gekommen, haben unsere Berge, für die er so\neingenommen ist, ihn zu mehr als Einem jener Gesänge begeistert,\nwelche das Entzücken der musicalischen Welt bilden. Wir mögen\ndaher ohne Wagniss das Recht in Anspruch nehmen, diesen glän-\nzenden Genius in gewissem Betracht den Unsrigen zu nennen; denn\nes ist allgemein bekannt, dass unter seinen Compositionen, von dem\nvolksthümlichen und ewig jungen „Robert'4 bis zu seiner letzten\nSchöpfung nLe Pardon de Ploermelu nicht Eine ist, die nicht bei\nuns gekeimt oder sich entwickelt hat. Die „Promenade Meyerbeer\"\nwird uns bei jedem Schritte die Werke des grossen Meisters in das\nGedäclitniss zurückrufen: auf dem einen Platze die Ruhestätte der\nAlice, auf dem anderen Bertram's Brücke, weiter hinauf die Cascade\nvon Ploermel u. s. w. Dieses von der Natur selbst aufgerichtete\nDenkmal wird nicht das Schicksal mancher anderen erleiden; weit\nentfernt, von den Unbilden der Zeit zu leiden, wird es sich des Vor-\ntheils erfreuen, heran zu wachsen und sich jeden Frühling mit\nneuem Grün zu hedecken ; es wird der ewig schönen Musik Meyer-\nbeer's gleichen.* Der Gemeinderath nahm den Vorschlag ein-\nstimmig an.\nDas Fest-Concert, welches das hiesige Mozarteum\nund der Dom-Musikverein seit einigen Jahren zur Feier des Geburts-\ntages des Kaisers zu geben pflegt, fand auch diesmal am Vor-\nabende in der Aula academica Statt. Das Programm war: I» Ab-\ntheilung. 1) Volkshymne; 2J Ouvertüre zu Don Juan von W. A.Mo-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "328", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4758, "texte": "zart; 3) Achtes Concert für die Violine von L. Spohr, vorgetragen\nvon Herrn A. Bennewitz; 4) Octett aus dem Oratorium „Elias\" von\nFelix Mendelssohn-Bartholdy; 5) Concert für Pianoforte von C. M.\nvon Weber, vorgetragen von Herrn J. Dachs. 11. Abtheilung. 6)\nGrosse C-Ouverture von L. van Beethoven; 7) rZigeunerlebenu, Chor\nmit Ciavierbegleitung von Rob Schumann; 8) Concert in E-dur für\nVioline von II Vieuxtemps, vorgetragen von Herrn A. Bennewitz;\n9) Der 42. Psalm von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das Mozar-\nteums-Orchester bewährte seine Tüchtigkeit unter der Leitung des\nCapellmeisters Taux neuerdings. Wer die Verhältnisse dieses Musik-\nkörpers, die hier und da mangelhaften Kräfte desselben näher kennt,\nmuss sich in der That wundern, eine solche Leistung zu hören. In\nHerrn Bennewitz, Violinisten aus Prag, lernten wir einen sehr\nschätzenswerthen Künstler kennen, der ungemein rein, mit grosser\ntechnischer Fertigkeit und ausreichender Sicherheit spielt, womit ihm\ndas Zarte, Empfindungsvolle besonders gelingt; dabei zeichnet sich\nseine Haltung, Behandlung, elegante Bogeniührung besonders aus\nund lässt nichts zu wünschen übrig, als mehr Kraft. Das Comite\ndes Vereins hat Herrn Bennewitz für das Institut als Concertmeister\ngewonnen. (W. M.-Z.)\nliosacloai« Am 20. August stand im Parlamentssaale eine Mo-\ntion an der Tagesordnung, welche das „Künstlerleben\" betraf, uäm-\nlich eine Steuererhöhung der wandernden Schauspieler-Truppen,\nGymnastiker, Akrobaten, See-Ungeheuer-Aussteller und Curiositäten-\nund Raritäten-Cabinet-Inhaber lauter Leute, die auf den Künst-\nlernamen stolz sind. Sonderbarer Weise waren alle diese bisher un-\nbesteuert, und Herr Gladstone, der Angesichts der gewaltigen Rü-\nstungen Geld braucht, nahm keinen Anstand, das Publicum, wel-\nches gern sieht und hört, durch eine neue Auflage in Mitleidenschaft\nzu ziehen. Das Publicum seinerseits macht keine Miene, gegen die-\nsen „Vandalismus der Kunst\" zu protestiren, wohl aber fanden es\ndie genannten „Künstler\" selbst an der Zeit, in einem langen, dicken\nMemorandum dem Minister Vorstellungen zu machen und ihn zur\nZurücknahme seiner harten Maassregel zu bestimmen, da sonst die\n„Kunst Englands Schiffbruch leiden\" müsse! Es ging aus dem Gan-\nzen hervor, dass England 188 wandernde Schauspieler-Truppen habe,\nund dass nahe an 4no ' Personen mit dem Thespiskarren durchs\nLand ziehen und Flecken, Dörfer, ja, ganze Grafschaften unsicher\nmachen, und dass die Coneurrenz dieser „Künstler\" oft zu blutigen\nFehden Anlass gebe. Die Zahl der Gaukler wird auf 800 berechnet,\nGymnastiker gibt es noch mehr. Die „Künstler\" sind der Ansicht,\ndass eine Erhöhung der Eintrittspreise sie ums Brod bringen müsse,\nda das Publicum in den letzten Jahren ohnedies nur sehr wenig\nNeigung iür die Kunst verratben habe und eine Besteuerung der\nDienstmägde, der Kinder armer Leute, Matrosen u. s. w. eine offene\n„Rechtsverletzung\" sei und den einzigen geistigen Genuss diesen\nLeuten entziehe. Der Herr Schatzkanzler ist allerdings einer anderen\nAnsicht, und er lässt nicht undeutlich durchblicken, dass eine Be-\nsteuerung, welche eine Verminderung dieser Gewerbe zur Folge ha-\nben würde, eben so der Sittlichkeit als dem Staatsschatze nützen\nwürde.\nStOCl&Saolsßa. Die Anzahl der Concerte war im Reste der Sai-\nson, namentlich während der Krönungszeit, ungewöhnlich gross.\nAusser Ole Bull und Vieuxtemps, welche einen Sturm der Begeiste-\nrung erweckten, gaben der ausgezeichnete Baritonist Willmann, Ama-\nlia Wallin, Herr Hof-Capellmeister Vincenz Lachner, die Pianisten\nHilde Tegerstrom und Clara Magnus Concerte, und endlich der Bas-\nsist Strandberg ein grosses Kirchen-Concert. In einem dieser Con-\ncerte sang die sechszehnjährige werdende rJenny Lind', Christina\nNiels son, ein Bauernmädchen, welche durch Beiträge vieler Kunst-\nfreunde für eine künftige Ruhmes-Laufbahn erzogen wird, zur gros-\nsen Genugtuung ihrer Gönner. In Lachner's Concerte spielte seine\nTochter Julie Beethoven's Concert in C-tnoll; der übrige gewählte\nInhalt des Concertes bestand aus Lachner's Ouvertüre zu „Lore-\nley\", Beethoven's „Symphonia eroicci\" und Mozart's Quintett aus\npCosi fan tutte\nHerr Wilhelm Popp, Hof-Pianist Sr. Hoheit des Herzogs zu\nSachsen Coburg-Gotha, ersucht uns, in Bezug auf das „Eingesandt*\ndes Herrn B. Friedel in Nr. 33 d 81. zu erklären, dass ihm das\nangezogene Lied von G. Preyer, Op. 04, gänzlich unbekannt ge-\nwesen, als er sein Lied Op. 182 geschrieben, und dass er jenes erst\njetzt zu Gesicht bekommen habe. Zugleich benachrichtigt er uns,\n„dass seine Compositionen grösstentheils in der Schul-Buchhandlung\nzu Langensalza erschienen und de^swegen wenig in den Buchhandel\ngekommen seien.* Eine „Geschichte der Musik\", die Herr Popp\ngeschrieben hat, ist uns unbekannt geblieben.\nDie Redaction."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "321", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nDie Musik in der katholischen Kirche. Von L. Spohr's Zusammentreffen mit Paganini. Aus Osnabrück (Orchester-\nVerein). Von Severe Gaudens. - Das neue Musik-Institut in Florenz. Die neuen Epochen. Tages- und Unterhaltungsblatt\n(Köln, Gesellschafts-Concerte, Conservatorium Crefeld, Benefiz-Concert Spaa, „Promenade Meyerbeeru Salzburg, Fest-Concert\nLondon, Besteuerung Stockholm, Concerte Erklärung).\n\nDie Musik in der katholischen Kirche.\n\nI\nEs liegt uns ein Werk vor, dessen Hauptzweck, den\nOrganisten in der katholischen Kirche zu würdiger Lösung\nseiner Aufgabe durch gründliche Einsicht in die Harmonie-\nlehre und in das Wesen des alten Kirchengesanges zu be-\nfähigen, mit lobenswerthem Streben und grosser Sacli-\nkenntniss von dem Verfasser verfolgt worden ist, und das\nwir in Beziehung auf diesen besonderen Zweck\nempfehlen können. Wir müssen dies hervorheben, weil der\nTitel des Buches mehr verspricht. Er lautet nämlich:\nHarmonie- und Compositionslehre mit beson-\nderer Rücksicht auf das Orgelspiel in katholischen\nKirchen, klar und fasslich dargestellt von H.\nOberholfer, Musiklehrer am Königlich Gross-\nherzoglichen Sehullehrer-Setninar in Luxemburg\nu. s. w. Luxemburg, Druck und Verlag von Gebr.\nHeinlze. 1860. IV und 451 S. Gr. 8.\nEine wirkliche „Compositionslehre\" darf man aber\nin dem Buche nicht suchen, sondern nur eine Harmonie-\nund Formenlehre, in welcher letzteren einige Capitel, z. B.\ndas von der Fuge, ausführlich behandelt sind. Den Zusatz:\n„klar und fasslich dargestellt\", wollen wir nicht gerade\nLügen strafen, allein er gehört keineswegs, da er ein Selbst-\nurtheil enthält, auf den Titel. Im Ganzen ist die Darstel-\nlung allerdings fasslich; sähe man aber nicht stets auf den\neigentlichen Zweck, und betrachtete man das Buch nur als\nrein theoretisches Werk, so würde eine strengere, das We-\nsen der Sache mehr präcisirende Form des Ausdrucks und\ndie Vermeidung mancher Weitschweifigkeiten und Wie-\nderholungen zu wünschen sein.\nSo beginnt z. B. gleich das Vorwort mit einer unge-\nnauen Phrase: „Das Erscheinen einer Harmonielehre mit\neiner confessionellen Tendenz wird vielleicht etwas befrem-\nden; indess wird jeder, der mit der inneren (?) Einrich-\ntung (?) des Orgelspiels beim katholischen Gottesdienste\ngenauer bekannt ist, diese Idee nicht verwerflich finden.\"\nWie es eine „confessionelle Harmonielehre\" geben könne,\nbegreifen wir nicht und finden auch in diesem Buche keine\nDarlegung der charakteristischen Eigenschaften einer sol-\nchen. Der Verfasser hat wohl damit, wie mit noch ande-\nren, ebenfalls das Innere der Sache weniger als das Aeussere\nberührenden Aeusserungen, nur sagen wollen, dass er bei\nseinem Buche stets die Anwendung auf den katholischen\nGottesdienst, die Praxis des katholischen Organisten, im\nAuge gehabt hat. Desswegen ist es denn auch nur zu billi-\ngen, dass er die Lehre von den Kirchen-Tonarten ausführ-\nlicher in einem besonderen Anhange der zu den besten\nAbschnitten des Werkes gehört behandelt und dem gre-\ngorianischen Choral die volle Berücksichtigung zu Theil\nwerden lässt, und dass er überhaupt auf gründliche har-\nmonische Kenntnisse des Organisten hinarbeitet und zur\nErlangung derselben ganz zweckmässige Anleitung durch\nLehre und Beispiele (die mit recht hübschen Noten-Typen\nin den Text gedruckt sind) gibt. Wir wünschen und er-\nwarten, dass dadurch die traurige Beschaffenheit des Or-\ngelspiels, welche der Verfasser schildert—eine Schilderung,\ndie jedoch wohl nur für den engeren Wirkungskreis des\nVerfassers und für die Gemeinden an der französischen\nund belgischen Gränze zutrifft —, allmählich einem besse-\nren Zustande dieses Kunstzweiges und wesentlichen Be-\nstandteiles des Gottesdienstes Platz mache.\nDass der Verfasser den Standpunkt der Reactionäre\nauf dem Gebiete der katholischen Kirchenmusik einnehme,\nliess sich erwarten. Jedermann wird ihm beistimmen, dass\ner für die Kirchenmusik „strengen Ernst\" verlangt. Wenn\nes aber heisst: „Weil die Musik keinen selbstständi-\neen Theil des katholischen Gottesdienstes ausmacht, so\nmuss sie sich zu demselben immer nur dienend verhal-\nten\" —, so ist damit, abgesehen von der unlogischen For-\nmulirung, die Hauptfrage, wie die Musik dem Gottesdienste\ndienen solle, in wie weit sie dabei ihre Selbstständigkeit"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "322", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.2", "texte": "bewahren dürfe, wenn sie überhaupt nicht aufhö-\nren solle, Musik zu sein, keineswegs beantwortet. Die\nFrage darf aber gar nicht so vereinzelt gestellt und geprüft\nwerden, dass sie nur auf die Musik bezogen wird; sie muss\ndas Verhältniss der Kunst überhaupt zum Gottes-\ndienste ins Auge fassen. Nicht bloss die Tonkunst, sondern\nauch die Baukunst, die Malerei, die Decorationskunst in\njeder Art von Verzierungen an Gegenständen, Trachten\nu. s. w. dienen der Kirche, und will die heutige katholi-\nsche Kirche die Tonkunst, d. h. natürlich die würdige,\ndem erhabenen Zwecke angemessene, aus den Domen ver-\nbannen, so wird die Architektur und die Malerei sich eben-\nfalls auf ein Exil gefasst machen müssen, da jene Grund-\nsätze folgerichtig zu der Ansicht der strengsten Sectirer\nführen, welche nichts als ein Bethaus mit vier nackten\nWänden haben wollen.\nAuch das Kriterium verwerflicher Kirchenmusik, als\neiner solchen, „die den Kirchenbesucher nicht zu einem\nfrommen Gebete kommen lasse\", welches der Verfasser\nauf „die grossartigen, mit Instrumental-Begleitung verse-\nhenen Messen eines Haydn, Beethoven, Mozart, Cherubini\nu. A.\" anwendet, „die nur dazu geeignet sind, einen mu-\nsicalischen Ohrenschmaus zu bereiten\", können wir, so\nunbedingt ausgesprochen, unmöglich gelten lassen. Man\ngeht nicht bloss zum Beten in die Kirche, sondern auch,\num heilige Eindrücke durch alle Mittel, die der Gottes-\ndienst bietet, zu empfangen und im Herzen davon zu tra-\ngen. Solche Eindrücke zu erzeugen, ist nun aber recht\neigentlich Sache der christlichen Kunst, und dass neben\nder Architektur und Malerei vorzugsweise die Tonkunst\ndazu im Stande ist, das wird doch wohl Niemand läugnen\nwollen. Wir Wenigstens müssen jeden aufrichtig bedauern,\nder bei einem feierlichen Todtenamte z. B. in Mozart's\nRequiem oder bei einer Messe von Cherubini und Beetho-\nven, nur den Eindruck eines „Ohrenschmauses\" empfindet.\nEiner merkwürdigen Begründung der Berechtigung\nder fugirten Schreibart in der Kirchenmusik begegnen wir\nauf Seite 353. Anknüpfend an eine Stelle in Brendel's\nGeschichte der Musik, welche die alten Kirchen-Compo-\nsitionen (Palestrina's u. s. w.) mit dem Epos vergleicht, das\nin einer Entwicklungsstufe des Volkes entstanden, wo der\nEinzelne noch in der Gesammtheit aufgeht, und nur das\nzum Inhalte hat, was das Gemeinsame Aller ist—sagt der\nVerfasser: „Gerade darin besteht aber das Wesen des Iva-\ntholicismus. In dogmatischer wie in ethischer Beziehung\nist ja hier das einzelne Dogma (Gesetz) nicht als ein von\ndem Ganzen Losgerissenes, exclusiv die Aufmerksamkeit\nauf sich Lenkendes aufzufassen, sondern als ein lebendiges\nGlied an einem lebendigen Organismus, in dessen Verbin-\ndung es seine gehörige Bedeutung erhält, und doch, unbe-\nschadet seiner Eigentümlichkeit, zur Darstellung des gros-\nsen Ganzen seinen Theil beiträgt. Jedes Glied theilt hier\nLeid und Freude mit seinem Milgliede, eben wegen des\nEinen Mittelpunktes, aus welchem das Leben in das Ein-\nzelne hinüber und in welchen es wieder zu seiner Quelle\nzurückfliesst. Von dieser Lebensgemeinschaft Aller in Ei-\nnem und-durch Einen, von diesem Geheimnisse, an des-\nsen herrlichste Frucht wir immer denken, wenn wir von\nder Gemeinschaft der Heiligen sprechen, dürfte wohl der-\njenige Musik-Stil, wo das Einzelne vom Ganzen getragen\nwird, aber hinwieder auch zur Belebung des Ganzen das\nSeinige beiträgt, das getreulichste und anschaulichste Ab-\nbild sein. Dass dies keine andere als die fugirte Schreibart\nsein kann, ist wohl keine Frage.\"\nDass aber eine der Durchfüh-\nrung der zurückwirkenden Grundsätze lür katholische Kir-\nchenmusik heutzutage ein Ding der Unmöglichkeit ist, sieht\nder Verfasser selbst ein (S. 354 ff.):\n„Dass diese älteren Compositionen die Bedingungen\nerfüllen, die für die katholische Kirchenmusik gelten müs-\nsen, ist leicht einzusehen. Ob sie nun aber—und zu ihrer\nAusführung ist, nebenbei bemerkt, ein sehr gut geschulter\nSängerchor erforderlich—als das Ideal aller und jeder ka-\ntholischen Kirchenmusik anzusehen seien, wie dies vielfach\nbehauptet wird, und dass sie die einzig wahre und echte\nKirchenmusik für ewige Zeiten seien, das ist eine andere\nFrage. Wir wagen nicht, diesen Behauptungen vollständig\nbeizustimmen. Es hiesse dies die neuen Erfahrungen und\nEntdeckungen, die man seit jener Kunst-Epoche auf dem\nGebiete der Kunst gemacht hat, gänzlich ignoriren. Wem\nz. B. fiele es heutzutage noch ein, mit einem terzlosen\nDreiklange zu enden, wie dies die Componisten jenes Zeit-\nalters so häufig thaten, weil sie nur die vollkommenen Con-\nsonanzen für schlussfähig hielten? Oder wer wollte heute\nnoch der strengen Durchführung eines Motivs das ver-\nwandtschaftliche Verhältniss der Accorde opfern, wie es\njene Meister so häufig thaten? Dürften wir uns nicht etwa\nerkühnen, auch noch den sanft dissonirenden Haupt-\nSeptimen-Accord in den Accord-Verband mit aufzuneh-\nmen, ohne Gefahr zu laufen, den Eindruck, den eine aus\nblossen Dreiklängen bestehende Accordfolge auf uns macht,\nzu zerstören? Sollten wir in unserem modernen Dur\nund Moll nicht auch kirchliche Tonstücke zu erfinden im\nStande sein, welche den Anforderungen, die man an eine\ngute Kirchenmusik stellt, entsprechen? Allerdings wird\nder Eindruck, den solche nach den Gesetzen des neueren\nTon-Systems, wenngleich in der Manier jener Zeit (meist\nnur consonirende Accorde und durchgängig canonische\noder freie Nachahmung anzubringen), verfasste Composi-\ntionen auf uns machen, ein anderer sein, als der, den jene"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "323", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.3", "texte": "Compositionen selbst auf uns machen; denn das alte Ton-\nSystem ist in den drei Grund-Elementen der Musik: Me-\nlodie, Harmonie und Rhythmus, von unserem heutigen\nlon-Systeme gänzlich verschieden. Eine Melodie nach un-\nseren Begriffen, die also eine regelmässige Gliederung auf-\nweist und sich au! eine bestimmte harmonische Unterlage\no\nbezieht, sucht man vergeblich in jenen Compositionen. In\nihnen war die Führung der Melodie, wie das auch bei die-\nser wesentlich polyphonen Musik nicht anders möglich war,\ngänzlich von dem Gange der übrigen Stimmen, die ein\ngleiches Recht auf Melodie beanspruchten, abhängig. Wenn-\ngleich auch in dem alten Ton-Systeme Dominante und\nlonica die beiden Angelpunkte der Melodie waren, so\nhatte die Dominante fast in einer jeden der 12 Kirchen-\nfonarten einen anderen Platz, so dass bald der zweite,\nbald der dritte, vierte, fünfte oder sechste Ton der Reihe\nals Dominante erscheint. Die Begriffe von Halb- und Ganz-\nschluss mussten jenen Musikern also nothwendig fremd\nbleiben. Auch ihre Modulations-Ordnung war eine ganz\nandere, als die unsrige, und beruhte auf ganz anderen\nGrundsätzen. Der Rhythmus wurde gänzlich dem Sprach-\nAccente untergeordnet. Wir dürfen uns also nicht wun-\ndern, wenn jene Kirchen-Compositionen einen ganz eigen-\ntümlichen, wir möchten sagen: fremdartigen, Eindruck\nauf uns machen. Woran aber das Gelingen guter Kir-\nchen-Compositionen bei den heutigen Componisten schei-\ntert, ist, dass den meisten von ihnen die contrapunktische\nFertigkeit und auch der durch und durch fromme Sinn\njener alten Meister mangelt, und dass sie sich des Einflus-\nses, den die heutige weltliche Musik auf sie ausübt, nicht\nentschlagen können. In dem jetzigen Zustande der Ver-\nsunkenheit kann und darf unsere Kirchenmusik keinesfalls\nbleiben. So lange wir aber noch nicht im Stande sind,\nKirchen-Compositionen zu schaffen, die jenen herrlichen,\nwenn auch unserem Ohr fremdartig und zuweilen sehr\nhart klingenden Kirchen-Compositionen des sechszehnten,\nsiebenzehnten und eines Theiles des achtzehnten Jahrhun-\nderts wenigstens annähernd an die Seite gestellt werden\nkönnen, bleibt uns nichts Anderes übrig, als zu jener Kir-\nchenmusik unbedenklich zurückzukehren und einstweilen\nan derselben festzuhalten.\"\nNach diesen Rathschlägen würden unsere Componisten\nmit den unbedingten Anhängern der Alten einen Compro-\nmiss einzugehen haben; sie würden ihnen zu Liebe „in\nder Manier jener Zeil\" schreiben, sie dagegen ihnen\nallerlei Concessionen in Betreff des neueren Ton-Systems\neinräumen. Und dergleichen Tendenz-Compositionen, der-\ngleichen mit modernem Anstrich übertünchte Copieen al-\nter 'Tongemälde, dergleichen Zwittergebilde sollten der ka-\ntholischen Kirchenmusik aufhelfen können? Unmöglich.\nSagt doch der Verfasser selbst (S. 349), dass den Pale-\nstrina keiner seiner Nachahmer unter seinen Zeitgenossen\nund den Meistern des nachfolgenden Jahrhunderts erreicht\nhabe; räth er doch selbst zur Vorsicht bei der Auswahl\nalter Kirchenslücke für die Benutzung in der Gegenwart;\ngesteht er doch ein, dass „bei der Sucht, contrapunktische\nund canonische Künste anzubringen, die Componisten nicht\nselten über die Form den Geist in ihre Compositionen\nhineinzubringen vergassen\" (S. 350); und trotz alledem\nsollen wir heute wieder anfangen, jenen Stil nachzuahmen,\nund ihn mit Modernem verbrämen?\nWeit mehr als diesen Rath billigen wir alles, was der\nVerfasser über die Begleitung des Choralgesanges durch\ndie Orgel sagt. Auch bei dieser drängt sich ein Compro-\nmiss zwischen dem Alten und Neuen auf, allein er ist ganz\nanderer Natur, da bei demselben die ursprüngliche Melo-\ndie unangetastet bleibt (nicht etwa durch eine nachge-\nahmte ersetzt wird) und nur die Begleitung die neuere\nharmonische Kunst mit Maass und Verstand zu Hülfe\nnimmt. Alles, was hierüber in den beiden Abschnitten des\nAnhangs (S. 396—451): I. „Der gregorianische\nChoral und die Kirchen-Tonarten.\" 11. „Die Or-\ngelbegleitung des Chorals\" —gesagt ist, verdient die\nvollste Berücksichtigung und ist sehr belehrend.\n\nL.\n\nSpohr’s Zusammentreffen mit Paganini.\nLouis Spohr's Selbstbiographie (Kassel und Göt-\ntingen, bei G. H. Wigand) enthält im 111. Hefte folgendes\nTagebuchblatt vom 17. October 1816, in Venedig ge-\nschrieben:\n„Gestern ist Paganini von Triest wieder hieher zurück-\ngekommen und hat also, wie es scheint, sein Project, nach\nWien zu gehen, vor der Hand aufgegeben. Heute früh\nkam er zu mir, und so lernte ich denn endlich diesen Wun-\ndermann persönlich kennen, von dem mir, seit ich in Ita-\nlien bin, fast jeden Tag vorerzählt wurde. So wie er hat\nnoch nie ein Instrumentalist die Italiäner entzückt, und ob\nsie gleich die Instrumental-Akademieen nicht sehr lieben,\nso hat er doch deren in Mailand mehr als ein Dutzend und\nhier ebenfalls fünf gegeben. Erkundigt man sich nun näher,\nwomit er denn eigentlich sein Publicum bezaubere, so hört\nman von den Nicht-Musicalischen die übertriebensten Lob-\nsprüche, dass er ein wahrer Hexenmeister sei und Töne\nauf der Violine hervorbringe, die man früher auf diesem\nInstrumente nie gehört habe. Die Kenner hingegen mei-\nnen, dass ihm zwar eine grosse Gewandtheit in der linken\nHand, in Doppelgriffen und allen Arten von Passagen nicht\nabzusprechen sei, dass ihn aber gerade das, was den gros-\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "324", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.4", "texte": "sen Haufen entzücke, zum Charlatan erniedrige und für\nseine Mängel einen grossen Ton, einen langen Bogen-\nstrich und einen geschmackvollen Vortrag des Gesanges—-\nnicht zu entschädigen vermöge. Das aber, womit er das\nitaliänische Publicum hinreisst, und wodurch er sich den\nNamen des „ „Unerreichbaren\"\", den man sogar unter sein\nPortrait setzt, erworben hat, besteht nach genauer Erkun-\ndigung in einer Reihe von Herrlichkeiten, welche in den\nfinsteren Zeiten des guten Geschmacks der weiland so be-\nrühmte Schell er in kleinen Städten, auch wohl Residen-\nzen, Deutschlands zum Besten gab, und die damals eben\nso sehr von unseren Landsleuten bewundert wurden, näm-\nlich in Flageolet-Tönen, in Variationen auf Einer Saite,\nwobei er, um noch mehr zu imponiren, die drei übrigen\nSaiten von der Geige herabzieht, in einer gewissen Art\nPizzicato, von der linken Hand ohne Hülfe der rechten oder\ndes Bogens hervorgebracht, und in manchen der Geige\nunnatürlichen Tönen, als Fagott-Ton, Stimme eines alten\nWeibes u. dgl. m. Da ich den Wundermann Scheller,\ndessen Wahlspruch war: „„Ein Gott, Ein Scheller!\"u\nnie gehört habe, so möchte ich wohl Gelegenheit haben,\nPaganini in seiner eigentlichen Manier zu hören, um so\nmehr, da ich voraussetze, dass ein so sehr bewunderter\nKünstler auch reellere Verdienste besitzen müsse, als die,\nvon welchen die Rede war. Die Veranlassung zu seiner\njetzigen Virtuosität soll eine vierjährige Gefangenschaft ge-\nwesen sein, zu der er verurlheilt wurde, weil er seine Frau\nim Jähzorn erdrosselte. So erzählt man wenigstens ganz\nlaut in Mailand und auch hier. Da er sich bei ganz ver-\nnachlässigter Erziehung weder mit Schreiben noch mit\nLeclure zu unterhalten wusste, so lehrte ihn die Länge-\nWeile alle die Künststückchen ausdenken und einüben, wo-\ndurch er jetzt Italien in Erstaunen setzt. Er hat sich durch\nsein ungefälliges und unartiges Betragen mehrere der hie-\nsigen Musikfreunde zu Gegnern gemacht, und diese erhe-\nben mich, nachdem ich ihnen bei mir etwas vorgespielt\nhabe, bei jeder Gelegenheit auf Kosten Paganini's, um ihm\nwehe zu thun, was nicht allein sehr ungerecht ist, indem\nman zwei Künstler von so ganz verschiedener Manier nie\nin Parallele setzen soll, sondern auch nachtheilig für mich,\nweil es alle Anhänger und Bewunderer Paganini's zu mei-\nnen Gegnern macht. Seine Widersacher haben einen Brief\nin die Zeitungen einrücken lassen, in welchem sie sagen,\ndass ich ihnen durch mein Spiel die Manier ihrer Vetera-\nnen im Violinspiel, P ugnani und Tartini, zurückgerufen\nhabe, deren grosse und würdevolle Art, die Violine zu be-\nhandeln, in Italien ganz verloren gegangen sei und der\nkleinlichen und kindischen Manier ihrer heutigen Virtuosen\nhabe Platz machen müssen, während die Deutschen und\nFranzosen diese edle, einfache Spielweise dem Geschmack\nder neuesten Zeit anzupassen gevvusst hälfen. Dieser Brief,\nder ohne mein Wissen in die heutige Zeitung eingerückt\nist, wird sicher eher nachtheilig als vorteilhaft für mich\nbeim Publicum wirken, denn die Venetianer sind nun ein-\nmal der festen Ueberzeugung, dass Paganini nicht einmal\nzu erreichen, viel weniger zu übertreffen sei.\"\nSpohr hatte jedoch bedeutenden Erfolg in Venedig,\nhat aber Paganini nicht gehört.\nEin römisches Orchester wird weiterhin auf folgende\nWeise geschildert:\n„Da man mir die Erlaubniss verweigerte, in der Zeit\ndes Advents ein öffentliches Concert im Theater zu geben,\nso war ich genöthigt, dasselbe in einem Privathause ohne\nöffentliche Ankündigung zu veranstalten. Der Prinz Piom-\nbino bewilligte mir dazu einen Saal im Palaste Ruspoli,\nund der Graf Apponyi, österreichischer Gesandter, ver-\nschaffte mir eine bedeutende Anzahl Subscribenten, so dass\ndies das erste Concert in Italien war, welches mir einen\nziemlich bedeutenden Gewinn gebracht hat. Der Eintritts-\npreis war ein Piaster (beinahe ein Laubthaler); das Or-\nchester, aus den besten Musikern Roms zusammengesetzt,\nwar dessen ungeachtet das schlechteste von allen, die mir\nbis jetzt in Italien accompagnirt haben. Die Unwissenheit,\nGeschmacklosigkeit und dummdreiste Arroganz dieser Men-\nschen geht über alle Beschreibung. Nuancen von und\nForte kennen sie gar nicht; das möchte noch hingehen, aber\njeder Einzelne macht Verzierungen, wie's ihm einfällt,\nDoppelschläge fast auf jeden Ton, so dass ihr Ensemble\nmehr dem Lärm gleicht, wenn ein Orchester präludirt und\neinstimmt, als einer harmonischen Musik. Zwar verbat ich\nmir zu wiederholten Malen jede Note, die nicht in den\nStimmen steht, es ist ihnen aber das Verzieren so zur an-\nderen Natur geworden, dass sie es gar nicht lassen können.\nDer erste Hornist z. B. blies einmal im Tiäti statt der ein-\nfachen Cadenz:\ndie Clarinetten zu gleicher Zeit andere Ausschmückungen,\nund nun denke man sich die Figuren der Geigen, die der\nComponist vorgeschrieben hat, so kann man sich einen Be-\ngriff von dem verworrenen Lärm machen, den ein solches\nOrchester für Musik ausgibt. Dabei sind sie so wenig mu-\nsicalisch und so ungeübt im Notenlesen, dass wir ein paar\nMal beinahe umgeworfen hätten.\""}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "325", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.5", "texte": "Aus Osnabrück.\nDen 15. September 1860.\nDer hiesige Orchester-Verein, der am 28. künf-\ntigen Monats sein erstes Jahresfest begehen wird, beschloss\nden ersten Jahrgang seiner Productionen heute durch ein\nöffentliches Concert im Saale der Harmonie. Sein Dasein\nverdankt derselbe zweifelsohne dem lebendigen Wunsche\nseiner Mitglieder, einem Mangel zu begegnen, dessen Ur-\nsache hier aus naheliegenden Gründen nicht erörtert wer-\nden kann. Unsere materiel im Wachsthum begriffene und\nin musicalischer Beziehung keineswegs verarmte Stadt\nschien dennoch seit einer bestimmten Reihe von Jahren\nmit der Gefahr bedroht, reine Orchestermusik ausgeschlos-\nsen zu sehen aus dem Bereiche ihrer öffentlichen Winter-\nConcerte. Es liegt uns nicht daran, zu wissen, ob der Ur-\nsprung dieser Thatsache nur theilweise oder ganz allein\nzu suchen ist in einer dem Vernehmen nach unüberwind-\nlich gewordenen Abneigung der beiden schätzbaren Regi-\nments-Capellen unserer Garnison gegen die Unterordnung\nunter einen dem Militärstande nicht angehörigen Dirigen-\nten. Dabei soll nicht verschwiegen werden, dass es bei der\nAufführung von Vocalsachen mit Orchester-Begleitung\ngleichwohl niemals an der erwünschten Bereitwilligkeit\ngemangelt bat, vielleicht aber dennoch an dem ermuntern-\nden Erfolg, der nur durch ein häufigeres freiwilliges Zu-\nsammenwirken der zerstreuten Kräfte unter einheitlicher\nFührung zu sichern gewesen wäre. Seitdem die Einigung\nanscheinend zur Unmöglichkeit geworden, ist leider eine\nZeit lang für uns das Orchesterspiel allerdings verbannt ge-\nwesen auf die Tribunen des Conversations-Salons und der\nGarten-Locale. Es darf versichert werden, dass den nam-\nhaftesten Habitues unserer eigentlichen Concerträume in-\nnerhalb der Stadt nichts zugänglich, ja, nichts bekannt ge-\nworden ist von den in Nr. 4 des diesjährigen Jahrgangs\ndieser Zeitung angemerkten Bemühungen eines hiesigen\nso genannten „Musik-Vereins\". Desto gewisser ist die ge-\nbührende Anerkennung des Umstandes, dass dem unter\nder bekannten Leitung des Musik-Directors Klein seit\nvielen Jahren hier die Aufgaben der höheren Vocalmusik\ncultivirenden Gesang-Verein eine neue Vereinigung\nfähiger Dilettanten für das gesonderte Fach der Instru-\nmental-Musik unter besonderer Direction mit bescheidenen\nAnsprüchen und befreundeten Absichten an die Seite ge-\ntreten ist in dem Orchester-Vereine. Vor einem ein-\ngeladenen Zuhörerkreise brachte dieser zu verschiedenen\nZeiten bisher verschiedene Orchesterwerke zu Gehör, so\nnamentlich am 16. März d. J. in seinem ersten Concerte\nV v -\ndie Ouvertüre zur Weissen Dame von Boieldieu und die\nZ>-tfer-Sinfonie von J. Haydn, Das Programm der letzten\nAufführung im ersten Vereinsjahre (den 15. September)\nergibt als Hauptgegenstände die Ouvertüre zu der Felsen-\nmühle von Reissiger, die Introduction zum unterbrochenen\nOpferfest von Winter und die erste Sinfonie von Beethoven\nin C-dur. Ausserdem brachte der erste Theil des Concer-\ntes eine Reproduction des Chors der Gefangenen aus Fi-\ndelio, nachdem die Beethoven'sche Oper durch die be-\nkannte Opern-Gesellschaft des Herrn Mewes aus Detmold\nam Abend des 6. d. Mts. Aul dem hiesigen Actien-Theater\nvorgeführt worden war.\nVon diesem Concerte datirt das freie Heraustreten des\nosnabrücker Orchester-Vereins an das volle Licht der un-\nbeschränkten Oeffentlichkeit. Das Resultat des Abends\ndrängt sich uns zusammen in den Ausdruck der lebendi-\ngen Ueberzeugung, dass die milden Zwecke, denen\neine Rate des Ertrags zufliessen soll, um so weniger als\nVorwand einer milden Ueberredung zur Begünstigung des\nUnternehmens zu betrachten sind, je günstiger bei dem\nStattgehabten frequenten Besuche sich wahrlich ihre Rech-\nnung stellen dürfte. Die thätige Kunstliebe und aufmerk-\nsame Theilnahme, die von beiden Kreisen der emsigen\nProducenten und der zahlreich versammelten Hörer aulge-\nboten ward, der Zug des wahren Einverständnisses, der\ngleichsam wie das Band einer glücklichen Familien-Ein-\ntracht sich um beide schlang; die der Empfindung Aller\ngegenwärtige Thatsache, dass hier kein Mitwirkender\nMiethlings-Arbeit verrichtete, kein Mäcen Almosen gab,\nmusste den Neid zur Desperation und die Hyperkritik zum\nSchweigen bringen. Sicher gebührt der erste Dank der\nmuthigen Ausdauer, dem aufgeweckten Sinne und der\nrhythmischen Alacrität der löblichen Direction; müsse die-\nselbe auf dem betretenen Wege fortfahren, daran zu er-\ninnern und davon zu versichern, dass es eine gute Bürg-\nschaft für die Dauer der erweiterten Mauern einer zum\nWachsthum berufenen Stadt von 15- bis 20,000 Einwoh-\nnern ist, wenn an den Giebeln ihrer Hallen die Inschrift,\nwenn in den Soireen ihrer Harmoniesäle die Losung\nherrscht: Res severa verum gaudium!\nOsnabrück hat Ursache, die Entstehung, so wie das\ndurch den Erfolg der Uebungen des ersten Vereinsjahnes\nzweifellos gesicherte Gedeihen des Orchester-Vereins zu\nbeglückwünschen und zu schätzen als einen wahrhaften\no\nGewinn, der den Mangel des genussreichen Bildungs-Ele-\nmentes der reinen Instrumental-Musik in unserer Mitte\nnicht zum Scheine nur, sondern thatsächlich decken kann.\nIn diesem Sinne vorläufig ganz allgemein das Dasein des\nVereins an diesem Orte begrüssend, hoffen wir Gelegen-\nheit zu finden zu künftigen Berichten über dessen fortge-\nsetzte Kundgebungen, mit verdienter Anerkennung jeder\nindividuellen Leistung der Mitglieder und der gewandten,"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "326", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.6", "texte": "animirten Leitung des Ensemble.—Die Gesang-Partie des\nConcertes vom 15. September wurde ausgeführt von der\nneuen Liedertafel unter ihrem Dirigenten, Musiklehrer\nSepp. Dirigent des Orchester-Vereins ist Herr Küchen-\nmeister.\nSevere G\n\nDas neue Musik-Institut in Florenz.\nDie Regierung von Toscana hat eine Commission er-\nnannt, welche den Zustand der Musikschule, die mit der\nAkademie der schönen Künste in Florenz verbunden ist,\nuntersuchen soll. Sie besteht aus den Herren Azzolino,\nCassamovata, Mariotti und Basevi; der Letztere hat eine\nkleine Schrift herausgegeben, welche die Vorschläge der\nCommission enthält.\nWas zuerst den Hauptpunkt, die Geldmittel, betrifft,\nderen man zur Errichtung eines neuen musicalischen In-\nstituts bedarf, so soll zu der bisherigen Summe für die\nMusikschule die jährliche Ausgabe geschlagen werden,\nwelche zur Besoldung der jetzt aufgehobenen grossherzog-\nlichen Capelle bestimmt war. Indess sollen die Mitglieder\ndieser Capelle, welche nicht bei der neuen Anstalt beschäf-\ntigt werden, Entschädigung erhalten.\nDie zweite Section der Akademie der schönen Künste\n(die erste ist für die zeichnenden Künste bestimmt), welche\nbisher der Musik gewidmet war, soll davon getrennt wer-\nden und ein neues Isiituto musicoder eine musicalische\nAkademie bilden. Sie wird aus wirklichen und aus cor-\nrespondirenden Mitgliedern bestehen; alle wirklichen Mit-\nglieder müssen Componisten sein und können erst gewählt\nwerden, wenn sie bereits entschiedene Beweise von ihrem\nTalente gegeben haben.\nMit dieser Akademie wird eine Musikschule verbun-\nden, welche in allen Dingen unter der Leitung eines be-\nsonderen Vcrwaltungsrathes steht, der aus der Mitte der\nAkademie gewählt wird.\nDer Unterricht betrifft: 1. Contrapunkt und Compo-\nsition, zwei Lehrer. 2. Gesang, drei Lehrer; der erste von\nihnen ist zugleich Lehrer der Declamation und der Bildung\nfürs Theater. 3. Solfeggiren, drei Lehrer. 4. Chorgesang,\ndie bereits genannten Gesanglehrer, welche vorzüglich auf\ndie gute Ausführung derclassischen Musik für Kirche und\nTheater zu sehen haben. 5. Orgelspiel und praktische Or-\ngelbegleilung, ein Lehrer. 6. Fortepiano als Virtuosen-In-\nstrument, ein Lehrer. 7. Fortepiano als Begleitungs-In-\nstrument, ein Lehrer. 8. Violine und Viola, 9.' Violoncell\nund 10. Contrabass, vier Lehrer. 11. Holz-Blasinstru-\nmente, ein Lehrer. 12. Blech-Instrumente, ein Lehrer.\nDie Commission sieht die Mängel dieses Planes, na-\nmentlich in Bezug auf die Zahl der Lehrer, sehr gut ein,\nallein sie meint mit Recht, dass Etwas besser als Nichts sei,\nund rechnet auch auf die Heranziehung von Repetitoren\naus den befähigtsten Schülern der Anstalt.\nIn der Sache selbst zeigt sich die Commission nichts\nweniger als verblendet über den gegenwärtigen Zustand\nder Musik in Italien. Sie erkennt den Verfall der Gesang-\nkunst vollkommen an und empfiehlt desshalb die sorgfäl-\ntigste Vorsicht bei der Wahl der anzustellenden Gesang-\nlehrer. Ferner sagt sie in ihrem Berichte ausdrücklich:\n„Die Commission hat die Unwissenheit und, was noch\nschlimmer ist, die Abneigung vieler Componisten in Be-\ntracht der classischen Musik sehr ernst erwogen und ist der\nAnsicht, dass diese Musik allein im Stande ist, den guten\nGeschmack wieder neu zu beleben und die Tonkunst vor\ndem unvermeidlichen Verfall zu retten.'- Zu diesem Zwecke\nbesonders soll das musicalische lustitut jährlich mehrere\ngrosse und kleine Concerte geben. In den grossen wird man\nclassische Compositionen für grosses Orchester und für\ngrosse Chormassen aufführen, die kleineren sind für Kam-\nmermusik jeder Art, besonders für Quartette, bestimmt. -\nMan hofft, dass das neue Institut mit dem Beginn des\nfolgenden Jahres eröffnet werden könne. Es ist erfreulich,\ndass sich in Florenz mitten unter den unruhigen Zustän-\nden und gährenden politischen und socialen Verhältnissen\ndie ernste Beachtung der Kunst Bahn blicht, und dass\nman den günstigen Augenblick für Berücksichtigung der\nWünsche von Toscana bei der piemontesischen Regierung\nbenutzt, um den classischen Boden ailer Künste, die Stadt\nder Medicis, das Athen von Italien, vor Vernachlässigung\nzu bewahren.\n\nDie neuen Epochen.\nEs freut uns, die Grundsätze, welche wir schon seit\nzehn Jahren in diesen Blättern vertreten (Rheinische Mu-\nsik-Zeitung 111, Niederrheinische Musik-Zeitung VII Jahr-\ngänge), auch einmal recht entschieden in der wiener\n„Deutschen Musik-Zeitung\" ausgesprochen zu lesen,\nin deren Nummer 38 eine Beurtheilung, gezeichnet G. W.,\nalso beginnt:\n„Für die Kunst neue Formen zu erfinden, neue\nBahnen zu brechen, die dennoch mit den ewigen, unver-\nänderlichen Gesetzen der Schönheit im vollsten Einklänge\nstehen, dazu sendet das gütige Schicksal schon zur gehöri-\ngen Zeit die geeigneten grossen Geister. Sind die alten\nvollständig erfüllt, vollständig ausgetreten, so dass der rast-\nlos sich bewegende und äussernde Geist durchaus in ihnen"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "327", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.7", "texte": "sich eingezwängt und zurückgehalten fühlen muss, so\nkommt schon von selbst der richtige Genius, der ihm den\nzur freien Bewegung gehörigen Raum durchbricht und\ndie passende Form aufstellt. So erschien Bach, so Mo-\nzart, so Beethoven, als die wahrhafte Nothwendigkeit\neingetreten war, der Kirchenmusik, der Oper, der Instru-\nmentalmusik ein freies Feld, eine weitere Form zu erobern,\ndamit diese Theile der Kunst mit dem ungestümen Vor-\nwärtsdrängen des Geistes überhaupt Schritt halten konnten.\nAber —so wie die Vorsehung den Beginn einer neuen\nEpoche der Weltgeschichte dem blöden Auge des Men-\nschen verborgen hält (wir empfinden ihn immer erst, wenn\nwir schon in der Epoche sind, und später nur findet der\nforschende Geist des Menschen den Anfang und die Ur-\nsache heraus, weil er schon lange die Wirkungen ver-\nspürt), so wie sie lerner ihr richtiges Werkzeug nie mit\nder klar ausgesprochenen Absicht an seine grosse Mission\ngehen lässt: „ „Ich will eine neue Epoche begründen!\"\"\nso ist es uns auch nicht verliehen, bestimmen zu kön-\nnen: jetzt ist der Moment da für eine neue Epoche in der\nKunst, jetzt ist die Nothwendigkeit eingetreten, neue For-\nmen zu erfinden, neue Bahnen zu brechen! Und eben so\nhaben weder Bach, noch Mozart, noch Beethoven\nvon vorn herein die Absicht gehabt, ein neues Zeitalter\nder Kunst heraufzuführen. Sie wussten es nicht, dass sie\ndie Werkzeuge waren, welche die Vorsehung auserlesen\nhatte; nur wir Nachkommen, die wir an ihrem Geiste uns\nerheben, wir können in dem uns gestatteten Bück blick\nerkennen, dass mit ihnen die neue Epoche eintrat.\n„Darum ist es nur eitles, hohles Phrasenthum, schauer-\nliche Selbstverblendung, wenn hin und wieder falsche Pro-\npheten der Kunstwelt durch sich eine neue Aera aufdispu-\ntiren wollen, wenn der in tollster Leidenschaft erzitternde\nEhrgeiz vom Zerbrechen der alten Formen träumt, wäh-\nrend doch nur die eigene Erfindungs-Armuth ihn verhin-\ndert, irgend etwas Erträgliches in den alten Formen\nschaffen zu können. Ihre Werke kommen uns vor wie ein\nchinesischer Porcellan-Thurm, den der Wahnwitz auf die\nhehre Majestät eines alten Domes verpflanzen möchte!\"\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\n4. October. Die Direction der Gesellschafts-Con-\neerte hat für den bevorstehenden Winter ein Abonnement auf\nzwölf Concerte im grossen Gürzenichsaale unter Leitung des\nstädtischen Capellmeisters Herrn Ferdinand Hiller eröffnet,\nwas, wie immer, zahlreiche Theilnahme findet. Das erste Concert\nwird Dinstag, den 25. October, Statt finden.\nDer Winter-Cursus im C onservatorium (Rheinische Mu-\nsikschule) unter der Direction des Herrn F. Hill er hat Anfangs\ndieser Woche begonnen.\n29. September. Das gestrige Benefiz-Concert des\nHerrn Musik-Directors Herrn. Wolff war so überfüllt, dass ein\ngrosser Theil des Auditoriums kaum Platz finden konnte. Eröffnet\nwurde das Concert mit dem Quintett für Pianoforte, zwei Violinen,\nBratsche und Cello von Schumann, dem unter Nr. 3 Variationen aus\ndem Streich-Quartette in D-moll von Franz Schubert folgten. Beide\nStücke gehören in den Rahmen der so genannten Qaartett-Soireen,\nwelche in anderen Musikstädten mit den Sinfonie-Concerten erfolg-\nreich concurriren. Schon zu mehreren Malen ist es angeregt worden,\ndass die classische Kammermusik auch hier eine grössere Vertretung\nfinde, zumal Kräfte dafür zur Genüge anwesend sind. Der lebhafte\nBeifall, der eben sowohl dem herrlichen Schumann'schen Quintette\nund den zarten Tonmalereien von Schubert, als der trefflichen,\nschwunghaften Ausführung selbst galt, dürfte vielleicht Veranlassung\nzur Kealisirung dieses Wunsches geben. Fräul. Marie Büschgens\nbewährte sich wiederum an diesem Abende als eine schätzenswerthe\nSängerin durch den Vortrag einer Arie von Mendelssohn, zweier Lie-\nder von Schumann und zuletzt der Partie des Hannchen in den\n»Jahreszeiten*. Wie bei früherem Auftreten, so war auch dieses\nMal der der jungen Dame gespendete Beifall ein allgemeiner und\nlebhafter. Herr F. Seiss aus Barmen bereicherte das Programm mit\neiner „eigenen ' Phantasie für Violine, die der junge Virtuose ausge-\nzeichnet in Technik nnd Vortrag spielte. Den Schluss des ersten\nTheiles bildete eine Composition für Solo und Chor von dem genia-\nlen Max Bruch aus Köln, „Die Birken und die Erlenu. Die kleine\nTondichtung erfreut sich einer seltenen Frische, ein gewisser Duft\nathmet uns aus derselben entgegen, der unwillkürlich berauscht, wo-\nbei wir nur bedauern, dass dieser süsse Kausch so kurz, eben weil\ndie Composition zu rasch sich abwickelt. Der Sommer und Herbst\naus den unvergänglich, ewig frischen „Jahreszeiten\" beschloss das\nConcert; die Ausführung war eine durchaus gelungene.\nVor Kurzem wurde hier die Einweihung der neuen\n„Promenade Meyerbeer\" gefeiert. Der Vorschlag zur Taufe ging von\nServais in folgenden Worten aus: »Unter den gefeierten Besuchern,\nwelche unsere Stadt mit ihrer Gegenwart beehren, ist keiner, der\ntreuer zu uns gehalten hätte, keiner, der von einem allgemeineren\nRuhme umgeben wäre, als Meyerbeer, einer der grössten Künstler\nunserer Zeit. Während der zweiunddreissig Jahre, als der berühmte\nMeister nach Spaa gekommen, haben unsere Berge, für die er so\neingenommen ist, ihn zu mehr als Einem jener Gesänge begeistert,\nwelche das Entzücken der musicalischen Welt bilden. Wir mögen\ndaher ohne Wagniss das Recht in Anspruch nehmen, diesen glän-\nzenden Genius in gewissem Betracht den Unsrigen zu nennen; denn\nes ist allgemein bekannt, dass unter seinen Compositionen, von dem\nvolksthümlichen und ewig jungen „Robert'4 bis zu seiner letzten\nSchöpfung nLe Pardon de Ploermelu nicht Eine ist, die nicht bei\nuns gekeimt oder sich entwickelt hat. Die „Promenade Meyerbeer\"\nwird uns bei jedem Schritte die Werke des grossen Meisters in das\nGedäclitniss zurückrufen: auf dem einen Platze die Ruhestätte der\nAlice, auf dem anderen Bertram's Brücke, weiter hinauf die Cascade\nvon Ploermel u. s. w. Dieses von der Natur selbst aufgerichtete\nDenkmal wird nicht das Schicksal mancher anderen erleiden; weit\nentfernt, von den Unbilden der Zeit zu leiden, wird es sich des Vor-\ntheils erfreuen, heran zu wachsen und sich jeden Frühling mit\nneuem Grün zu hedecken ; es wird der ewig schönen Musik Meyer-\nbeer's gleichen.* Der Gemeinderath nahm den Vorschlag ein-\nstimmig an.\nDas Fest-Concert, welches das hiesige Mozarteum\nund der Dom-Musikverein seit einigen Jahren zur Feier des Geburts-\ntages des Kaisers zu geben pflegt, fand auch diesmal am Vor-\nabende in der Aula academica Statt. Das Programm war: I» Ab-\ntheilung. 1) Volkshymne; 2J Ouvertüre zu Don Juan von W. A.Mo-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "328", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18601006-01.1.8", "texte": "zart; 3) Achtes Concert für die Violine von L. Spohr, vorgetragen\nvon Herrn A. Bennewitz; 4) Octett aus dem Oratorium „Elias\" von\nFelix Mendelssohn-Bartholdy; 5) Concert für Pianoforte von C. M.\nvon Weber, vorgetragen von Herrn J. Dachs. 11. Abtheilung. 6)\nGrosse C-Ouverture von L. van Beethoven; 7) rZigeunerlebenu, Chor\nmit Ciavierbegleitung von Rob Schumann; 8) Concert in E-dur für\nVioline von II Vieuxtemps, vorgetragen von Herrn A. Bennewitz;\n9) Der 42. Psalm von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Das Mozar-\nteums-Orchester bewährte seine Tüchtigkeit unter der Leitung des\nCapellmeisters Taux neuerdings. Wer die Verhältnisse dieses Musik-\nkörpers, die hier und da mangelhaften Kräfte desselben näher kennt,\nmuss sich in der That wundern, eine solche Leistung zu hören. In\nHerrn Bennewitz, Violinisten aus Prag, lernten wir einen sehr\nschätzenswerthen Künstler kennen, der ungemein rein, mit grosser\ntechnischer Fertigkeit und ausreichender Sicherheit spielt, womit ihm\ndas Zarte, Empfindungsvolle besonders gelingt; dabei zeichnet sich\nseine Haltung, Behandlung, elegante Bogeniührung besonders aus\nund lässt nichts zu wünschen übrig, als mehr Kraft. Das Comite\ndes Vereins hat Herrn Bennewitz für das Institut als Concertmeister\ngewonnen. (W. M.-Z.)\nliosacloai« Am 20. August stand im Parlamentssaale eine Mo-\ntion an der Tagesordnung, welche das „Künstlerleben\" betraf, uäm-\nlich eine Steuererhöhung der wandernden Schauspieler-Truppen,\nGymnastiker, Akrobaten, See-Ungeheuer-Aussteller und Curiositäten-\nund Raritäten-Cabinet-Inhaber lauter Leute, die auf den Künst-\nlernamen stolz sind. Sonderbarer Weise waren alle diese bisher un-\nbesteuert, und Herr Gladstone, der Angesichts der gewaltigen Rü-\nstungen Geld braucht, nahm keinen Anstand, das Publicum, wel-\nches gern sieht und hört, durch eine neue Auflage in Mitleidenschaft\nzu ziehen. Das Publicum seinerseits macht keine Miene, gegen die-\nsen „Vandalismus der Kunst\" zu protestiren, wohl aber fanden es\ndie genannten „Künstler\" selbst an der Zeit, in einem langen, dicken\nMemorandum dem Minister Vorstellungen zu machen und ihn zur\nZurücknahme seiner harten Maassregel zu bestimmen, da sonst die\n„Kunst Englands Schiffbruch leiden\" müsse! Es ging aus dem Gan-\nzen hervor, dass England 188 wandernde Schauspieler-Truppen habe,\nund dass nahe an 4no ' Personen mit dem Thespiskarren durchs\nLand ziehen und Flecken, Dörfer, ja, ganze Grafschaften unsicher\nmachen, und dass die Coneurrenz dieser „Künstler\" oft zu blutigen\nFehden Anlass gebe. Die Zahl der Gaukler wird auf 800 berechnet,\nGymnastiker gibt es noch mehr. Die „Künstler\" sind der Ansicht,\ndass eine Erhöhung der Eintrittspreise sie ums Brod bringen müsse,\nda das Publicum in den letzten Jahren ohnedies nur sehr wenig\nNeigung iür die Kunst verratben habe und eine Besteuerung der\nDienstmägde, der Kinder armer Leute, Matrosen u. s. w. eine offene\n„Rechtsverletzung\" sei und den einzigen geistigen Genuss diesen\nLeuten entziehe. Der Herr Schatzkanzler ist allerdings einer anderen\nAnsicht, und er lässt nicht undeutlich durchblicken, dass eine Be-\nsteuerung, welche eine Verminderung dieser Gewerbe zur Folge ha-\nben würde, eben so der Sittlichkeit als dem Staatsschatze nützen\nwürde.\nStOCl&Saolsßa. Die Anzahl der Concerte war im Reste der Sai-\nson, namentlich während der Krönungszeit, ungewöhnlich gross.\nAusser Ole Bull und Vieuxtemps, welche einen Sturm der Begeiste-\nrung erweckten, gaben der ausgezeichnete Baritonist Willmann, Ama-\nlia Wallin, Herr Hof-Capellmeister Vincenz Lachner, die Pianisten\nHilde Tegerstrom und Clara Magnus Concerte, und endlich der Bas-\nsist Strandberg ein grosses Kirchen-Concert. In einem dieser Con-\ncerte sang die sechszehnjährige werdende rJenny Lind', Christina\nNiels son, ein Bauernmädchen, welche durch Beiträge vieler Kunst-\nfreunde für eine künftige Ruhmes-Laufbahn erzogen wird, zur gros-\nsen Genugtuung ihrer Gönner. In Lachner's Concerte spielte seine\nTochter Julie Beethoven's Concert in C-tnoll; der übrige gewählte\nInhalt des Concertes bestand aus Lachner's Ouvertüre zu „Lore-\nley\", Beethoven's „Symphonia eroicci\" und Mozart's Quintett aus\npCosi fan tutte\nHerr Wilhelm Popp, Hof-Pianist Sr. Hoheit des Herzogs zu\nSachsen Coburg-Gotha, ersucht uns, in Bezug auf das „Eingesandt*\ndes Herrn B. Friedel in Nr. 33 d 81. zu erklären, dass ihm das\nangezogene Lied von G. Preyer, Op. 04, gänzlich unbekannt ge-\nwesen, als er sein Lied Op. 182 geschrieben, und dass er jenes erst\njetzt zu Gesicht bekommen habe. Zugleich benachrichtigt er uns,\n„dass seine Compositionen grösstentheils in der Schul-Buchhandlung\nzu Langensalza erschienen und de^swegen wenig in den Buchhandel\ngekommen seien.* Eine „Geschichte der Musik\", die Herr Popp\ngeschrieben hat, ist uns unbekannt geblieben.\nDie Redaction."}]}