{"numero_id": "bm-bmtnabi-1861-02-09-01", "volume": "bmtnabi_1861-02-09_01", "ocr_sha256": "21919ff95603c051556b719570902dd567dc429a2e85fa80a60c2b613be5358d", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1861/02/09_01/bmtnabi_1861-02-09_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1861-02-09-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1861-02-09_01#c001", "volume": "bmtnabi_1861-02-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "41", "page_fin": "41", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 390, "texte": "Inhalt.\nPariser Briefe. lIT. Von B. P. Virtuosen-Productionen in den frankfurter Museums-Concerten. 111. Von A. S. Aus\nValencia (Neue Orgel in der dortigen Kathedrale). Siebentes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich. Tages- und Unter-\nhaltungsblatt (Bonn, Musik-Director A. Dietrich Mainz, Stadttheater F. Schubert* s Symphonieen Julius Stockhausen Ham-\nburg, Concerte Dresden Paris)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1861-02-09-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1861-02-09_01#c002", "volume": "bmtnabi_1861-02-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "41", "page_fin": "43", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.2.2", "titre_corps": "Pariser Briefe.", "titre_sommaire": "Pariser Briefe.", "signature_source": "B. 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Letzteres Stück ist eben auch nichts Ande-\nres als der Auszug aus einer Komödie von Hauteroche,\ndie den Titel Crispin medecin hat. Der Componist des\nCrispin rivalist Dirigent einer Begiments-Musik; der Name\nSellenik weis't auf böhmische Heimat hin. Er hat jeden-\nfalls das Verdienst was man am wenigsten von einem\nManne in seiner Stellung erwartete —, sein Orchester sehr\neinfach und durchsichtig behandelt zu haben. Es fehlt\nauch nicht an hübschen Gesangstücken; in den beiden\ngrösseren Ensembles zeigt sich aber noch Ungewandtheit\nin der Form.\nDer Geschmack an der Handlung in Doeteur Miro-\nbolan ist heutzutage nicht wieder aufzubringen. Das Ori-\nginal (im Jahre 1674 zum ersten Male aufgeführt!) be-\ngründet seine possenhafte Komik auf die von Molifere so\nscharf gegeisselte Unwissenheit und Marktschreierei der\nAerzte seiner Zeit. Das Ganze ist eine Burleske, zu welcher\nGautier's Musik viel zu ernst oder wenigstens keineswegs\ngrotesk komisch ist, was sie sein müsste. Uebrigens ist\ndiese Posse ein Versuch, den Offenbach's Concur-\nrenz zu machen, welcher sich für das Theater de l'Opera\neomique nicht schickt.\nMit der Wiederaufnahme einer älteren Oper von Ila-\nlevy: Le Val d'Andorre, hat das Theätre lyrique gute\nGeschäfte gemacht. Diese Oper, zuerst 1848 im Theater\nder komischen Oper gegeben, ist unstreitig eine der besten\nPartituren Halevy's, und ich weiss eigentlich nicht recht,\nworan es liegt, dass sie in Deutschland, so viel ich gehört,\nwenig Glück gemacht hat. Sie war gut besetzt. Ein Be-\nweis, wie eifersüchtig das französische Publicum und des-\nsen Organe auf die richtige äussere Erscheinung in Bezug\nauf Nationalität, Tracht u. s. w. bei den Darstellern sind\n■—allerdings eine sehr lobenswerthe Aufmerksamkeit —,\nwar es, dass sämmtliche Blätter das blonde Haar tadelten,\nwomit sich Mad. Meillet, eine sehr tüchtige, sehr hübsche\nSängerin, geschmückt hatte. „Warum bleiben Sie nicht,\nMadame,\" —hiess es— „wie die Natur Sie geschaffen hat?\nSie haben ihr wahrlich nichts vorzuwerfen. Muss denn das\nMairöschen blond sein? Ist sie germanischen oder nordi-\nschen Stammes? Ihre Mutter ist eine Spanierin; sie wohnt\nin einem einsamen Thale der Pyrenäen; das ist das Land\ndes warmen, südlichen Colorits, von der Sonne gebräunter\nTeint, korallenrothe Lippen, schwarzes Haar und schwarze\nAugen—was wollen Sie mit Ihrer blonden Perrücke?\"\no\nEs ist kaum der Mühe werth, zu erwähnen, dass die\nBariton-Partie des „Hoel\" in Meyerbeer's\nPloermel in dieser Saison durch eine Dame, Fräulein\nWerthheimber, gesungen wird! Und das mit Bewilli-\ngung des Componisten! Am ergötzlichsten ist aber die\nWendung der Kritik, welche die Erfahrung gemacht hat,\ndass „das dramatische Interesse dadurch gehoben worden;\ndenn wenn ein breitschulteriger Mann mit mächti ger\nStimme diesen golddurstigen Hoel macht, der aus Furcht\neinen Anderen vorschiebt, um für ihn die Castanien aus dem\nFeuer zu holen, so kann man bei sich eine gewisse Verach-\ntung desselben nicht unterdrücken. Sieht aber Hoel schwä-\ncher und schlanker aus, als sein Genosse, so entschuldigt\nman ihn und ahnt, dass er voraussetzt, der Genosse werde"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5274, "texte": "sich wahrscheinlich gegen den Teufel wehren können!\"\n[Revue, Nr. 44, 28. October 1860.)—Das ist zu charak-\nteristisch! Die Kritik hat also stets eingesehen, dass dieser\n„Hoei\" ein verächtlicher Lump im Drama ist, hat das\naber ignorirt, bis sie Gelegenheit gefunden, durch ihr Ein-\ngeständniss einer Dame ein Compliment zu machen ein\nCompliment? Nun ja, darüber, dass sie einem schofeln\nPatron durch ihre Darstellung einen grösseren Schein von\nWahrheit gibt! Solche Dinge sind bezeichnend für die\nhiesige Kunstkritik.\nDass bei den Italienern Cimarosa's Mtdrinionio\ngreto auch in dieser Saison mit ausgezeichneter Besetzung\ndas Frauen-Trio durch die Damen Battu, Alboni, Penco\n—-das Haus gefüllt hat, macht dem Publicum Ehre und\nhat\" zu manchen scherzhaften Seitenblicken auf die Gegen-\nwart Anlass gegeben, wie z. B.: „77 y a Uen cle l'ave-\nnir dans cepasse.\"Auch wurden Figaro's Hochzeit, Die\nheimliche Ehe und der Barbier von Sevilla als einiger\nMaasseh gelungene Versuche für den Gegenbeweis des\nSatzes, dass „der Mythus allein musicalisch sei\", auf-\ngestellt.\nJakob Oflenbach hat die Musik zu dem Ballet\nPapillon für die grosse Oper (erste Aufführung den 26.\nNovember v.J.) und eine Oper für das\nconäque geschrieben—zwei Reisen in die grosse Welt aus\nder gewohnten, lustig gemüthlichen Häuslichkeit heraus.\nDas Ballet gibt wie gewöhnlich so viel zu schauen, dass\nman wenig auf die Musik hört, und dergleichen Zauber-\nspiele, selbst wenn eine Marie Taglioni die Verfasserin\ndie Dichterin, wollte ich sagen - und eine Emma Livry\ndie geflügelte Raupe ist, mehr als Ein Mal zu sehen, um\ndie Musik besser zu würdigen, das ist von unser einem\ndoch nicht wohl zu verlangen, öebrigens schien mir die\nMusik, mit Ausnahme der etwas geschraubten Ouvertüre,\nmeist recht anmuthig und durchsichtig.\nWas soll ich aber sagen von Barkauf, Opera bouffe\nen 3 actes, von den Herren Scribe (!) und H. Bois-\nseaux, componirt von J. Offenbach und zum ersten\nMale aufgeführt am 24. December, am Weihnachts-\nAbende!? Wenn das Beiwort bouffe so viel bedeutet als\ndumm, läppisch, langweilig, dann steht es mit vollem Recht\nauf dem Zettel. Halte wirklich, wie man sagt, Oflenbach\ndie Wahl zwischen diesem Buche und einem anderen, we-\nniger burlesken-, so ist er freilich zum Theil mit verant-\nwortlich; anderenfalls ist er nur zu bedauern, dass er sein\nTalent an einen solchen Stoff vergeudet hat. Alle Schätze\nIndiens, welche die Costume und die Decorationen uns\nverschwenderisch vor Augen stellen, auch die verführeri-\nschen Tänze der Bajaderen, nichts kann uns gegen die\nhohle Mattigkeit der Handlung, wenn von Handlung die\nRede sein kann, und gegen die plumpen Possen des Stückes\nblind machen.\nDas Volk von Lahore macht sich den Spass, den Statt-\nhaltern seines Beherrschers, des Grossmoguls, zuweilen die\nFenster ein- und die Statthalter hinaus zu werfen. Der\nGrossmogul lässt sich das lange gefallen und lies't die zer-\nbrochenen Scheiben auf. Beim zehnten Male findet der\nhohe Herr den Spass langweilig und setzt über die auf-\nrührerischen Enterthanen einen bissigeren Statthalter, einen\nHund, der auf den Namen Barkouf hört!\nVor diesem „Hund von Janitscharen\" haben nun nicht\nbloss die Empörer, sondern auch der ganze Hof einen\nhundemässigen Respect, namentlich ist der Mundschenk\nBababek den pudelnärrischen Launen des neuen Herrn,\nder bei dem geringsten Widerspruch die Zähne weis't,\nausgesetzt. Indessen wissen ein hübsches Blumenmädchen,\nMaima, und ihre junge Freundin Balkis, die Apfelsinen-\nhöckerin, ein geheimes Mittel, den Hund so fromm wie\nein Lamm zu machen. Maima ist etwas melancholisch; sie\nhat zwei Wesen, an denen ihr Herz hing, verloren, einen\nGeliebten und—einen Hund. Wie, wenn Barkouf der Eine\nvon den Verlorenen wäre? Richtig! Maima wird Geheim-\nsecretärin bei Sr. Hunde-Excellenz, erwirkt durch ihren\nEinfluss auf den Hund, den sie in einer allerliebsten Schnör-\nkel-Arie: „Barkouf, hier! allons, ici!u apostrophirt, die\nBegnadigung Xai'lum's, des Geliebten der Balkis, und ent-\ndeckt in dem Officier Saeb ihren zweiten Verlorenen.\nAber die Empörer öffnen den Tataren die Thore,\nnachdem ein Versuch, den Hund zu vergiften, missiungen.\nSaeb eilt ihnen mit einer treugebliebenen Schar entgegen,\nBarkouf reisst sich von der Kette los, an die Maima ihn\ngelegt, stürzt sich mit jenem in den dicksten Haufen der\nFeinde und findet da seinen Heldentod! Der Grossmogul\nkommt glücklicher Weise nach vorübergegangener Gefahr\nherbei, ernennt Saeb zum Nachfolger des gefallenen Hun-\ndes und gibt ihm Maima zur Frau. Das ist der Inhalt\nder neuesten Hunde-Komödie; der Erfolg beim pariser\nPublicum ist nicht zweifelhaft, denn man hört auf den\nBoulevards schon alle Augenblicke rufen: „Barkouf! ict!\nBarkauf! couche- toi!\nUnd die Musik? Nun, dass Oflenbach ein sehr liebens-\nwürdiges Talent ist, dass er mit Leichtigkeit und Anrnuth\nschreibt, alle Bühnen-EfFecte kennt und vortrefflich instru-\nmentirt, weiss man längst; allein man erwartete etwas\nmehr, man erwartete einen Fortschritt, und den sucht man\ndoch eigentlich vergebens. Es fehlt auch hier nicht an rei-\nzenden Tanz-Rhvihmen, in die sich die Gesangstücke fü-\ngen, an hübschen Melodieen von Romanzen und Couplets,\naber die Ensembles sind sparsam, und wo sie sich finden,\nnicht eben originel. Possenhafte, einer komischen Oper"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4589, "texte": "unwürdige Effecte werden auch nicht verschmäht, wie\nz. B. der Lach-Chor der Leibgarde, der die Couplets des\nGrossmoguls im Walzer-Tacte begleitet, die Couplets des\nMundschenken Bababek, deren Hauptwitz in der Nach-\näffung des Hundegebelles Sr. Excellenz Barkouf besteht,\nu. s. w. Auch das Finale ä l'ltalienne des zweiten Actes\nmit dem unvermeidlichen Crescendo und dem krachenden\nTutti al unisono wird schliesslich durch eine Polka auf:\n„ Vive Barkouf/\" gekrönt. Das beste Musikstück dürfte\ndie Arie der Mai'ma: „Teil Basein. Die Trägerin\ndieser Rolle, Mademoisclle Marimon, eine Schülerin von\nDuprez, ist, wenigstens für den Geschmack der Pariser,\ndenen ihre in der That meisterlichen Coloraturen mit klei-\nner Stimme imponiren, auch eine Trägerin der Oper. Diese\nhat bis jetzt ein halbes Dutzend Vorstellungen erlebt. Wenn\ndas dümmste der dummen Bücher sie nicht begräbt, so\nverdankt sie ihr Leben zum grossen Theile jener jungen\nKünstlerin.\nSo sind wir denn am Schlüsse des Jahres wiederum\nund in fast noch höherem Grade, wie beim Anfange des-\nselben, zu der Klage über den Verfall der französischen\nOpera comique berechtigt, der in der That unaufhaltsam\nzu sein scheint, da von einer Seite das Sentimentale, Halb-\ntragische und Spectakeimässige, von der anderen nun auch\ndas Possenhafte, Plumpburleske in sie eindringt.\nEinen glücklicheren Wurf hat noch im letzten Mo-\nnate das Theätre lyriquemit von\nCormon und Mich. Carrö, mit Musik von Aime Mail-\nlart, gethan. Freilich ist auch hier der Titel Opera co-\nmique eine Ironie, denn die Heldin stirbt am gebroche-\nnen Herzen. Abgesehen von dieser Benennung gehört das\nTextbuch zu den besseren der neueren Zeit, obschon Scene\nund Handlung stark an die Stumme von Portici erinnern.\nNella ist indess nicht stumm, sie singt ganz artig. Aufge-\nwachsen unter den Fischern am Strande von Catana in\nSicilien, ist sie mit einem kreuzbraven Kerl (Cecco, die\nbeste Rolle in der Oper—Bariton) verlobt, hat aber einem\nspanischen Officier Fernando, der ihr Liebe heuchelt, ob-\nwohl er mit Carmen (curioser Name!), einer reichen Gräfin,\nverlobt ist, was sie nicht weiss, Gehör gegeben, weil sie\nihn liebt. Doch siegt in ihr die Gewissenhaftigkeit, und sie\ngeht ins Kloster. Am Ende des Noviciats hat sie noch drei\nTage Zeit bis zur Einsegnung, und diese Tage werden ihr\nverhängnissvoll. Sie sieht Fernando wieder, die alte Liebe\nerwacht, sie ist im Begriffe, ihm zu folgen; aber Cecco\nhat über sie gewacht, Fernando wird von den Fischern\ngefangen genommen und als Geisel festgehalten. Die Gräfin\nbewirkt die Freilassung der verhafteten Fischer, die sich-\ngegen die Spanier empört hatten, eilt an den Strand, um\nan ihrem Hochzeitstage den Verlobten zu befreien und\nnun enthüllt sich, wie in der Stummen, den beiden Bräu-\nten das Geheimniss. Aber Carmen ist noch nicht getraut,\nwie bei Scribe, sie entsagt; allein als Fernando nun der\narmen Nella seine Hand bietet, findet er sie halb wahn-\nsinnig, und sie stirbt vor seinen Augen. —Wozu dieser tra-\ngische Schluss, da ein befriedigender so nahe lag und je-\nner obenein die letzten Scenen viel zu sehr in die Länge\nzieht? ' . . :\nAime Mai Hart hat seinen Buf besonders durch die\nhübsche Musik zu der komischen Oper Les Dragons de\nVilbrs begründet, welche zu den wenigen neueren Pro-\ndueten gehört, die sich auf dem Repertoire erhalten und\nauch in der Provinz überall gegeben werden. Auch die\nPecheurs de Catane haben einen sehr guten Erfolg ge-\nhabt, der auch während des Januar dieses Jahres Stich\ngehalten hat, indem die Theilnahme des Publicums eher\nzu- als abnimmt. Die Musik hat das grosse Verdienst der\nKlarheit und Durchsichtigkeit in der Orchestration. Nichts\nist hier überladen oder verzerrt. Die Melodieen sind hübsch,\nweil meistens einfach und natürlich fliessend und sangbar;\ndie Ensembles zeugen von grosser Gewandtheit in Behand-\nlung der Form, und wir treffen zuweilen auf Dinge, die\ndurch Originalität überraschen, an die man gar nicht mehr\ngewohnt ist. Freilich laufen auch manche Nummern mit\nunter, die das Gepräge der Zeit tragen, und namentlich\ndie letzten Scenen im dritten Acte stehen gegen die Musik\nder beiden ersten Acte an Frische und Leidenschaft zurück.\nImmerhin jedoch dürfte diese Oper vielleicht die einzige\nunter den neueren französischen sein, welche eine Ver-\npflanzung auf den Boden der deutschen Bühne verdienen\nund wahrscheinlich auch lohnen würde. Hiesse der Com-\nponist, statt Maillart, Meyerbeer, so würden die Hoftheater\nsich beeilen, sein Werk in Scene zu setzen, wobei übrigens\nschöne Decorationen und glänzende Ausstattung sich gel-\ntend machen können.\n\nB. P."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1861-02-09-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1861-02-09_01#c003", "volume": "bmtnabi_1861-02-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "43", "page_fin": "46", "image_debut": 3, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.2.3", "titre_corps": "Virtuosen-Productionen in den frankfurter Museums-Concerten.", "titre_sommaire": "Virtuosen-Productionen in den frankfurter Museums-Concerten.", "signature_source": "A. 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Gesellt sich\netwa noch ein Nebenmotiv hinzu, ungefähr des Wort-\nlautes: dass man in späteren Jahren gern wieder zurück-\nkommt auf das, was man in der Jugend verehrt hat. zu-\nmal wo sich die Erinnerung in keinem Schatten bricht, so\nwill mir scheinen, dass beide Motive sich recht wohl ver-\neinbaren lassen, ja, zum Theil sich gegenseitig, wie in je-\ndem grösseren Tonstücke, stützen und ergänzen.\nZunächst sei denn eines Künstlers gedacht, von dem\neine lange Reihe von Jahren in Deutschland wie von einem\nmythischen Wesen aus dem europäischen Norden gespro-\nchen worden, während man sich gleichzeitig von einem\nanderen derlei Wesen aus dem Süden erzählt hat. Jeder\ndeutsche Künstler, der aus St. Petersburg und Moskau zu-\nrückkam und dort John Field Ciavier spielen gehört,\nhat die Sehnsucht nach diesem Wundermanne in dem\nGrade vergrössert, als die aus Italien zurückgekommenen,\ndie dort Nicolo Paganini gehört. Als dann gar Hum-\nmers etwas romanhaft klingendes Zusammentreffen 1822\nmit Field in Moskau der deutschen Musikwelt bekannt\nward, endlich auch dessen begeisterte Lobpreisungen die-\nses seines nordischen Rivalen bei seiner Rückkehr, da ward\nJohn Field zu einem unbegreillichen Wesen; denn Jeder-\nmann fühlte sich den Muth benommen, sich von seiner\nSpielweise nur eine annähernde Vorstellung zu bilden;\ngerade wie es den deutschen Musikern mit Paganini er-\nging, bevor er seine Geige in Deutschland erklingen lassen.\nMan muss diese aus Nord und Süd mitgebrachten Begei-\nsterungen und ihren Eindruck auf die deutsche Kunstwelt\nerlebt haben, um bei den in unseren Tagen herrschenden\nZuständen fast allseitiger Blasirtheit dergleichen kaum mehr\nfür möglich zu halten, denn der Maassstab zur gleichsam\nmathematisch richtigen Abschätzung von exzeptionellen\nKunstgrössen im Bereiche der Virtuosität, wie sie jene Zeit\nbesessen, ist der unsrigen offenbar abhanden gekommen,\nwas durch unzählige Thatsachen in Nord und Süd längst\nfestgestellt ist, aber auch seine Gründe hat.\nDiese Erinnerungen wurden in mir wach gerufen bei\nAnhörung des Field'schen Concertes in das in der\nsechsten Sitzung des Museums (4. Januar) von Herrn\nErnst Pauer aus London vorgetragen worden. Damit\nist Gelegenheit gegeben, des Weiteren über den nordischen\nx\\mphion zu sprechen, wodurch nicht bloss das Andenken\nan denselben aufgefrischt, sondern auch Specielles über die\nEigenthümlichkeiten seines Spiels nach glaubwürdigen\nZeugnissen mitgetheilt werden kann. Diese Mittheilung er-\nscheint sogar nothwendig, um dem Vortrage des genann-\nlen Concertes durch Herrn Pauer, in so weil er es ver-\ndient, gerecht zu werden, denselben auch gegen den Sei-\ntens der leichtfertigen Feuilleton-Kritik und von Musikern\ngemachten Vorwurf der Willkür in Schutz nehmen zu\nkönnen. Eine dem straffen Tempo-Zwange nicht unterwor-\nfene Vortragsweise, wäre sie gleichwohl motivirt und stets\nkunstgemäss vermittelt, ist nun einmal den neuen Men-\nschen ein unbekanntes Ding, wie es überhaupt zu den\nEigenheiten in aller executiven Musik unserer Zeit gehört,\nalle Bestandteile eines Tonstückes mit Hülfe des metro-\nnomischen Pendels einzuüben und nach diesem Gesetze\nöffentlich abzuspielen; mit anderen Worten heisst das:\nkeine Ivenntniss von den besonderen Anforderungen der\nCantilene zu haben, aber auch keiner Regung für dieselbe\nim Innern fähig zu sein.\nWie es den Wienern mit Paganini erging, dass ihnen\nsein Besuch wenigstens zehn Jahre hindurch immer für die\nnächste Saison als „ganz gewiss\" angekündigt worden, bis\ndann endlich das Jahr 1828 die lang gehegten Wünsche\nin Erfüllung gehen liess: im Gleichen ist es ihnen mit\nField ergangen; nachdem dieser wohl an zwanzig Jahre\nauf sich hatte warten lassen, erschien er im Sommer von\n1835, aus Italien zurückkehrend, in der Raiserstadt. Die\nTage des 8., 11., 13. und 18. August verschafften den\nMusikfreunden die Gelegenheit, ihn im kaiserlichen Opern-\ntheater zu hören. Berichte über diese vier Fest-Abende\nliegen mir in verschiedenen wiener Blättern vor. Ich be-\nnutze vorzugsweise die aus der Theater-Zeitung, weil zwei\nbekannte Gewährsmänner mit vollem Namen für das Ge-\nsagte einstehen. F. C. Weidmann sagt unter Anderem\nnach der ersten Production am 8. August: „Der Charak-\nter von Field's Spiel ist höchste Anmuth und Grazie. Wir\nmüssen gestehen, auf diese Weise noch nie spielen gehört\nzu haben; es herrscht in diesem Vortrage eine Originali-\ntät, welche der Beweis vollendeter Meisterschaft ist.\" An\ndiesem Abende geschah es, dass der Künstler ein Pasto-\nralewiederholen musste. Am zweiten und dritten Abende\nwar nach Weidmann's Bericht—die Aufregung in dem\ngefüllten Hause eine noch gesteigertere. Ueber die Leistung\nam vierten Abende äussert sich Dräxler unter Anderem:\n„W as soll ich dem Leser noch von Field's Spiele sagen?\nWer ihn gehört, der würde doch mit jeder Beschreibung\nunzufrieden sein, und wem dieses Vergnügen nicht zu\nTheil geworden, der würde sich bei meinem besten Eifer\nvon dieser Feinheit, Grazie, Eleganz und milden Begeiste-\nrung doch noch keine rechte Vorstellung machen können.\nJohn Field ist ein Pianist des Gefühls; er ist kein Concert-\nspieler, er ist ein Dichter am Ciavier. Was er von techni-\nscher Vollendung mit zu uns herüberbringt aus der schö-\nnen Vorwelt Clementi's und seiner eigenen Kunst-Pe-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5529, "texte": "riode, das ist das wahrhaft Gute und Schöne aller Zeit,\nund das gilt auch in unseren Tagen.\" Und wird gelten\nfür alle Zeiten!\nA::merkenswert ist noch, dass Field am zweiten und\ndritten Abende Sätze aus verschiedenen seiner Concerte\nneben einander gestellt halte; so z. B. spielte er den ersten\nTheil seines dritten Concertes und Nocturno und Rondo\naus dem fünften. Die Wiener Zeitschrift nennt als Grund,\ndass Field auf Er suchen mehrerer Musikfreunde sich be-\nstimmen liess, durch die Wahl verschiedener, einem Gan-\nzen nicht angehörender Sätze, die aber ganz besonders Ge-\nlegenheit bieten, seine Eigentümlichkeiten in Behandlung\nder Cantilene zu entfalten, der bereits stark überhand neh-\nmenden „Clavier-Schlägerei und Misshandlung der Can-\ntilene\" entgegen zu wirken. Hat es wohl gute Folgen ge-\nhabt? Die Welt weiss davon zn erzählen.— Ausser Wien\nhat keine andere deutsche Stadt das Vergnügen gehabt,\nden Meister aus hohem Norden zu hören; er reis'te von\ndort direct nach Moskau zurück, wo er schon zwei Jahre\ndarauf (1837) zu den Vätern im Jenseits abberufen wor-\nden. Er war 1782 zu Dublin geboren. An Compositionen\nhat er hinterlassen 7 Concerte, 4 Sonaten, 16 Nocturnen,\n1 Quintett für Pianoforte mit Saiten-Instrumenten u. a. m.\nMit diesen Notizen können wir uns nun dem Vorgänge\nO\nim fünften Museum nähern. Wenn wir so eben einen der\nwiener Beurtheiler aussagen gehört, dass Field ein Pianist\ndes Gefühls, kein Concertspieler gewesen, wenn wir noch\nwissen, dass Field ausschliesslich englische Instrumente\ngespielt und deren mechanische Eigentümlichkeiten und\nKl angfülle beim Niederschreiben seiner Compositionen stets\nvor Augen gehabt, wenn uns ferner noch bekannt ist, dass\ner sich die Behandlung und Ausschmückung der Cantilene\nin der Weise der grossen italiänischen Sänger Rubini, Mad.\nFodor-Mainville und Anderer in wahrhaft wunderbarer\nTäuschung angeeignet hatte, daher er auch sein Instrument\nwie kein Anderer singen zu machen verstand, so erhalten\nwir damit den Maassstab zur Beurteilung des gehörten\nWerkes, wie auch zu dessen Ausführung durch den lon-\ndoner Pianisten. Es braucht demnach kaum gesagt zu wer-\nden, dass dasselbe sich den grossen Tongemälden gleicher\nGattung von Beethoven, Hummel, Moscheies, Ries und An-\nderen nicht anreihen lässt; es begegnet uns darin keine\ngrossarlige Conception, weder in den Motiven noch in den\nsonstigen Bestandteilen, so auch keine fingerverrenkende\nBravour; schon der erste Satz ist heiteren Charakters, um\nso heiterer der Rondo-Satz; dafür ist Alles anmuthig und\ngraziös, sämmtliche Cantilenen sind mit eben so feinen,\narabeskenartigen Verzierungen ausgeschmückt, wie der-\ngleichen mehrere der Nocturnen desselben. Componisten\naufweisen, die demnach mit grössler Gewandtheit und Ab-\n-w\nrundung, selbstverständlich auch frei von Tempo-Zwang,\nauszulühren sind. Herr Pauer hat—wenigstens im ersten\nSatze bewiesen, dass er sich im Besitze der techni-\nschen Bedingungen zur Lösung seiner Aufgabe befindet;\nes war daher für das empfängliche Ohr ein seltener Ge-\nnuss, ihm zu folgen. Allein wie bekannt, ist Pauer kein\nPianist des Gefühls, sondern Concertspieler, als welcher er\nnur mit Ausbildung seiner Finger beschäftigt gewesen.\nHiedurch ergeben sich Angesichts einer Field'schen Ton-\ndichtung allerdings abweichende Resultate, wie im Glei-\nchen bei Reproducirung Chopin'scher Compositionen, die\nselbst seine besten Schüler in seinem eigentümlichen Geiste\nausser Stande sind zu spielen. Wras indess feiner Sinn für\ndie Gestaltungen Field'scher Cantilenen an Abgang tiefer\nEmpfindung zu ersetzen vermochte, das hat Herr Pauer\nin hohem Grade dargethan, und darum schon fühlen wir\nuns lür die Wahl dieses Werkes zu Dank verpflichtet;\ndenn wer aus der Legion der Pianisten lässt sich wohl noch\nmit einem Field'schen Concerte hören? Jedenfalls hat der\nKünstler bewiesen, dass er geeigenschaftet ist, diesen und\nähnlichen Compositionen weitaus gerechter sein zu können,\nals jenen von Hummel und Beethoven, wozu ihm zu-\nfolge vor einigen Jahren im hiesigen Thealer gelieferter\nBeweise —nicht sowohl die erforderliche innere, als auch\näussere Befähigung mangelt. Einer kann nicht Alles. Die\nPianisten der neuesten Mode, die alle Meister von Scar-\nlatti an bis zu Chopin und Schumann auf ihr Pult legen,\nradbrechen alle und hintergehen das Publicum.\nStatt des vermittelnden „Siciüano\", das ohne Orche-\nster-Begleitung geschrieben ist, hat Herr Pauer ein Noc-\nturno von Field eingelegt. Ob er besser gethan hätte, je-\nnes zu spielen, lässt sich nicht leicht entscheiden. Aber\nleicht behaupten lässt es sich, dass das Rondo ein viel zu\nschnelles Tempo gehabt, wobei Anmuth und Grazie not-\nwendig verschwinden mussten; denn diese beiden Charak-\nter-Eigenschaften nicht minder, wie Ernst und Würde,\nwiderstreben ihrem Wesen nach einer flüchtigen Behand-\nlung in jeglicher Darstellung. Würde wohl Herr Pauer\ndiesen Satz auf einer englischen Mechanik mit derselben\nRapidität auszuführen vermocht haben, wie ihm dies auf\neiner Streicher'schen (leider!) gelungen? Dieser Ueber-\nstürzung allein dürfte die stellenweise eingetretene Un-\neinigkeit zwischen Solospieler uric! Orchester beizumessen\nsein; denn letzteres steht auf so achlungswerther Stufe der\nAusbildung, dass es jeder Nuance in der Bewegung zu fol-\ngen im Stande ist, wenn diese im Bereiche des Vernünfti-\ngen mit Präcision gemacht wird. Den Beweis davon hat\ndas Orchester in der Probe von dem in Rede stehenden\nWerke geliefert. Wenn der Künstler daher mit der Zu-\ngabe von drei Salonstücken einmütigeren Beifall geärntet"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 226, "texte": "hat, als nach Beendigung des Field'schen Concertes zu hö-\nren war, so wird der Grund davon wohl nur in der kunst-\nwidrigen Behandlung des Rondo-Satzes zu suchen sein,\ndie dessen Verständniss unmöglich vermitteln konnte.\n\nA. S."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1861-02-09-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1861-02-09_01#c004", "volume": "bmtnabi_1861-02-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "46", "page_fin": "47", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.2.4", "titre_corps": "Aus Valencia.", "titre_sommaire": "Aus Valencia.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.6", "debut_caractere": 228, "fin_caractere_exclue": 3559, "texte": "Aus Valencia.\nDen 19. December 1860.\nIn diesen Tagen haben wir zum ersten Male das Ver-\ngnügen gehabt, die neue, in der Kathedrale aufgestellte\nherrliche Orgel zu hören. Die Wirkung dieses grossarti-\nsen Instrumentes ist eben so überraschend im vollen Werke,\no\nals angenehm und zart in den sanften Registern.\nDer ausgezeichnete Professor und erste Organist Don\nPascual Perez, in der musicalischen Welt sehr vortheilhaft\nbekannt und von einer langen Krankheit kaum genesen,\nwusste mit Meisterhand vermittels der verschiedenartigsten\nCombinationen das Werk in seiner reichen Mannigfaltig-\nkeit vorzuführen. Die verschiedenen Llenos (Mixturen mit\nden Principalstimmen) entwickelten mehr oder weniger\nStärke, verbunden mit Klarheit und Schärfe des Tones,\nohne das Ohr mit schreienden und quikenden Stimmen\nunangenehm zu berühren. Die Trompeterie (horizontal in\nder Fronte liegende Zungenstimmen), verbunden mit den\nentsprechenden Labialstimmen, hallt majestätisch durch die\ngrossen Hallen des Tempels, in. alle Räume mit gleicher\nKraft dringend. Dazwischen ertönen dann die lieblichen\nTöne der Oboe und Vox hwelche letztere die\nmenschliche Stimme täuschend nachahmt, lieber Alles im-\nposant ist die Wirkung der tiefen Register des Pedals, des-\nsen Töne auch in den fernsten Winkeln der Kirche wie-\nderhallen. Einer der grössten Vorzüge der neuen Orgel\nbesteht darin, dass jedes der vielen Register seine bestimmte\nKlangfarbe hat und doch alle wieder schön mit einander\nharmoniren, so dass nie eine Stimme die andere übertönt,\nwodurch sich immer ein vollständiger harmonischer Gleich-\nklang bildet, sowohl im vollen Werke, als auch in den\nmannigfachen sanfteren Combinationen.\nDie Orgel enthält folgende Register:\nI. Manual.\n1. Principal 16 Fuss.\n2. Quintatön 16 Fuss.\n3. P» •incipal 8 Fuss.\n4. Flauto major 8 Fuss.\n5. Gemshorn 8 Fuss.\n6. Viola di ganibaB Fuss.\n7. Tapado (Gedact) 8 Fuss.\n8. Nasardo 5% Fuss.\n9. Hohlflöte 4 Fuss.\n10. Octava 4 Fuss.\n11. Decena (Terz) 3 '/s Fuss.\n12. Docena (Quint) 22/3 Fuss.\n13. Quincena (Octav) 2 Fuss.\n14. Scharff, fünffach, 2 Fuss.\n15. Mixtur, vierfach, IV3 Fuss.\n16. Cornet, fünffach, 8 Fuss.\n17. Bajon-Bass (Fagott) 16 Fuss.\n18. Trompeta magna,Discant, 16 Fuss.\n19. Trompeta batalla,Bass (Schlacht-Trompete), 8 F,\n20. Clarin batalla, Discant, 8 Fuss.\n21. Bajoncillo, Bass (Clairon), 4 Fuss.\n22. Clarin claro(helles Clairon) 8 Fuss.\n11. Manual.\n1. Flautaclo major (Principal) 8 Fuss.\n2. Violon (Bordun) 16 Fuss.\n3. Fugara 8 Fuss.\n4. Flauto fuerte(Starkflöte) 8 Fuss.\n5. Dolce 8 Fuss.\n6. Rohrflöte 8 Fuss.\n7. Octava 4 Fuss.\n8. Flautado dolce4 Fuss.\n9. Sexquialtera22/3 Fuss.\n10. Quincena2 Fuss.\n11. Flautino 2 Fuss.\n12. Cimbala, dreifach, 1 Fuss.\n13. Trompetareal, Bass (Königs-Trompete), 8 Fuss\n14. Tromprta real, Discant, 8 Fuss.\n15. Dulrian, Bass, 8 Fuss.\n16. Clarin, Discant, 8 Fuss.\n17 Bajoncillo, Bass, 4 Fuss.\n18. Clarin claro,Discant, 8 Fuss.\n111. Manual.\n1. Geigen-Principal 8 Fuss.\n2. Salicional 8 Fuss.\n3. Flauto travrrso 8 Fuss.\n4. Flautado lejano(Fernflöte) 8 Fuss.\n5. Lieblich gedact 8 Fuss.\n6. Gemshorn 4 Fuss.\n7. Violino 4 Fuss.\n8. Flauto traverso 4 Fuss.\n9. Docena, 2% Fuss.\n10. Flageolet 2 F\"uss.\n11. Corneta inglesa,vierfach (Still-Cornet), 4 Fuss.\n12. Fagotto, Bass, 8 Fuss.\n13. Oboe, Discant, 8 Fuss.\n14. Vox humana 8 Fuss.\nPedal.\n1. Principal 16 Fuss.\n2. Violon aleman 16 Fuss."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1825, "texte": "3. Contra bajo(Subbass) 16 Fuss.\n4. iQuinta 10% Fuss.\n5. Octava8 Fuss.\n6. Violon aleman8 Fuss.\n7. Violon tapado (Gedact) 8 Fuss.\n8. Jubal 8 Fuss.\n9. Quinta5 % Fuss.\n10. Octava4 Fuss.\n11. Bombardon 16 Fuss.\n12 . Trompeta8 Fuss.\n13. Clarin 4 Fuss.\nNebenzüge.\n1. Koppel des I. und II. Manuals.\n2. „ , II. und III. Manuals.\n3. „ „ Pedals und I. Manuals.\n4. Sperr-Ventil zum I. Manual.\n5. „ „ II. Manual.\n(3. „ „ III. Manual.\n7. „ „ Pedal.\n8. Pedal zum Abstossen der starken Register des\nI. Manuals.\n9. dito zum Pedal.\n10. Calcantenglocke.\n11. Ventil.\nDas Gebläse besteht aus zwei Haupthä'gen, jeder mit\nzwei Pumpen, und vier Regulatoren, resp. Magazinbälgen.\nDie Hauptfronte, welche im Mittelschiffe steht, hat\neine Höhe von 55 Fuss bei einer Breite von 37 Fuss, ist\nin korinthischem Style mit vielem Schnitzwerk und Bildern\nreich verziert; die im Seitenschiffe befindliche Rückfronte\nist ebenfalls in korinthischem Style und reich decorirt. [Die\nmeisten Orgeln in Spanien haben zwei Prospecte; sie\nstehen nämlich nicht in der Breite des Schiffes, über dem\nAltare oder demselben gegenüber, sondern in der Lang-\nseite des Hauptschiffes, so dass die eine Fronte im Haupt-\nschiffe, die andere (hintere) im Seitenschiffe steht, das Werk\naber nur Eines, beiden Prospecten gemeinschaftliches ist.]\nSo besitzt nun die Kathedrale zu Valencia eine der\ngrössten und schönsten Orgeln Spaniens, Dank dem hoch-\nwürdigen Capitel, welches sie hat erbauen lassen, und den\nHerren Ibach aus Barmen in Rheinpreussen, den Erbauern\ndes herrlichen Instrumentes, welche dadurch in Valencia\nein würdiges Denkmal ihrer Geschicklichkeit hinterlassen\nhaben.\nDie Herren Dr. Jose Ortiz y Percz, Presbyter und\nCanonicus, und Manuel Lucia Harparrota, Dechant, haben\nden Künstlern darüber ein glänzendes Revisions-Zeugniss,\nd. d. 15. December 1860, ausgestellt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1861-02-09-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1861-02-09_01#c005", "volume": "bmtnabi_1861-02-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "47", "page_fin": "47", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.2.5", "titre_corps": "Siebentes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferd. Hiller.", "titre_sommaire": "Siebentes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferd. 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Nämlich: Esther\n1720; Acis und Galatea 1721 beide Werke aber erst 1732\nöffentlich aufgeführt; Debora 1733; Timotheus und Cacilia oder\nAlexander's Fest 1736; Israel in Aegypten 1738; Ode auf\nden Cäcilientag 1739; Saul 1740; der Messias 1741; Sam-\nson 3742; Judas Maccabäus 1746.\nDie äussere Veranlassung dazu gab der Sieg, den der Herzog\nvon Cumberland am 16. April ] 74G über Edward von Schottland\nerfocht, wodurch die Hoffnungen der Stuarts vernichtet wurden. Die\nerste Aufführung fand jedoch erst im Frühjahre 1747 am 1. April\nStatt. Seitdem erlangte dieses Oratorium aber eine sehr grosse Po-\npularität in England, zu welcher ausser dem unbestreitbaren Werthe\nder Musik, nach G. A. Macfarren in der Vorrede zu der Ausgabe\nder Handel Society (London, 1855), die politische Veranlassung und\ndie Vorliebe der Israeliten für das Werk viel beitrugen. Namentlich\nist bei Händel's Lebzeiten keines seiner Werke in England so oft\naufgeführt worden, als dieses. Späterhin erhielten der Messias und\nder Samson die Oberhand.\nDie Aufführung am Dinstag gehörte streng genommen gerade\nnicht zu den vollkommen befriedigenden, namentlich konnte sie kei-\nnen Vergleich mit der Ausführung der Missa in D Beethoven's im\ndritten Concerte aushalten; allein sie genügte doch billigen Anfof-\nderungen, wenngleich im Chor eigentlich nur der Bass zahlreich und\nkräftig vertreten war. Bei zwölf Concerten in den fünf bis sechs\nWinter-Monaten mangelt es an Zeit zum gründlichen Studium der\ngrossen Vocalwerke, und die Kräfte des trefflichen Dilettanten-Chor3\nwerden zu häufig und zu andauernd in Anspruch genommen. Um\nso mehr muss man den guten Willen der Eifrigen und ihre musica-\nlische Bildung anerkennen, die es möglich macht, bei den obwalten-\nden V erhältnissen dennoch eine Aufführung herzustellen, die gröss-\ntenteils ihren Eindruck auf die Zuhörerschaft keineswegs verfehlte.\nSogar die Elemente hatten sich dagegen verschworen, indem das\nentsetzliche Unglück, das die Ueberschwemmungen über einen gros»\nsen Theil von Holland gebracht haben, eine niederländische Sängerin\nvon Ruf, Frau Oftermann-Hove, verhinderte, der eingegangenen Ver-\nbindlichkeit nachzukommen. Die Sopran-Partie wurde daher von\nFräulein Ida Damke erst in den letzten Tagen vor dem Concerte\nübernommen, trotzdem aber mit wohllautender, in allen Tönen ihres\nUmfangs egaler Stimme und einfachem, von aller Affectation fern\nbleibendem Vortrage recht gut ausgeführt. Fräulein Schreck aus\nBonn und Herr Schneider aus Wiesbaden leisteten wie gewöhnlich\nVorzügliches und bewährten ihren wohlbegründeten Ruf im Orato-\nriengesange. Herr Gottfried Becker vom Theater in Mannheim,\nmit einer ausgiebigen, sonoren Bassstimme begabt, hat sich durch\nalle äusseren Hindernisse hindurch mit beharrlichem Eifer und fleis-\nsigem Studium zu einem Sänger heraufgebildet? der zwar in Bezug\nauf die Tonbildung noch Manches nachzuholen hat, aber durch na-\ntürliche Fülle des Tones, Stärke des Athems und Leichtigkeit der\nColoratur einen überraschenden Eindruck machte und mit Recht beson-\nders durch die grosse Bravour-Arie in A-moll grossen Beifall ärntete."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1861-02-09-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1861-02-09_01#c006", "volume": "bmtnabi_1861-02-09_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "47", "page_fin": "48", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.7", "debut_caractere": 5235, "fin_caractere_exclue": 5352, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nHerr Musik-Director A. Dietrich in Bonn gellt als Hof-Capell-\nmeister nach Oldenburg."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4655, "texte": "Mainz« Die Direction des Stadttheaters hatte die aus fünfzehn\nMitgliedern bestehende italienische Opern Gesellschaft der Herren\nLassina, welche zuletzt in Hannover und Hamburg gastirte, zu einem\nGastspiele engagirt, welches dieselbe den 12. Januar mit „Lucia di\nLammermoor\" begann. Am anderen Tage gab sie „Luciezia Borgiaa.\nDie Deutsche Musik-Zeitung schreibt: „In dem uns vorliegenden\nProgramm eines Gesellschaf'ts-Concertes vom 14. December 1828\nkommt unter den aufgeführten Stücken eine „„Symphonie in C von\nFranz Schubert*\" vor. Da die biographischen Mittheilungen über\nFranz Schubert diese frühe, vier Wochen nach seinem Tode Statt\ngefundene Aufführung einer Symphonie übergehen und nur über spä-\ntere berichten, so dürfte es von Interesse sein, zu erfahren, welche\nSymphonie, ob die sechste oder die bekannte und gedruckte sie-\nbente, welche beide in C-dur gehen, darunter gemeint ist Nach\neiner wenig zuverlässigen mündlichen Mittheilung soll es die siebente\nsein, von welcher allgemein angenommen wird, dass sie zuerst im\nJahre 1839 in Leipzig zur Aufführung kam. Die sechste aber soll\nnur Ein Mal, und zwar im März 1829, in einem Spirituel-Concerte\nin Wien aufgeführt worden sein. Vielleicht kann uns Jemand darüber\nnäheren Aufschluss geben.*4\nIn Nr. 3 der leipziger „Neuen Zeitschrift schreibt der wiener\nBerichterstatter, in welchem man unschwer den Verfasser der nun-\nmehr auch veröffentlichten zweiten Preisschrift über die Entwicklung\nder Harmonik erkennt, über Beethoven's Op. 5 folgende denkwürdige\nWorte, nachdem er vorher Spohr's Doppel-Quartett in E-moll „eine\nder liebenswürdigsten Spenden dieses Meisters der elegischen An-\nmuth\" genannt hatte: „Mit Beethoven's fast entnervend zahmer So-\nnate Op. 5 Nr. 1 hätte man uns füglich verschonen können. Der-\ngleichen Zopfarbeiten hat glücklicher Weise Beethoven's Allgeist\nspäterhin selbst auf das entschiedenste verläugnet.* (Bravo!)\nJulius Stock hausen hat in den letzten Monaten des vorigen\nJahres in Bern, Zürich, Basel und anderen Städten der Schweiz\nConcerte gegeben, und überall, wie natürlich, mit dem glänzendsten\nErfolg. Eine ganz besondere Theilnahme erregte sein Concert in\nColmar am 3J. Januar d. J., wo sein Vater sich vor Jahren nie-\ndergelassen hat, nachdem er sich von der ruhmvollen Laufbahn, die\ner als ausgezeichneter Harfenspieler gemacht, zurückzog. Es war\ndaher allen Kunstfreunden eine recht freudige Ueberraschung, als\nHerr Stock hausen Vater seine Harfe, die ihm einst so weit\nverbreiteten Ruhm erworben, jetzt einmal wieder stimmte und sei-\nnem Sohne, dem trefflichen Sänger und Erben seines künstlerischen\nTalentes als Musiker, das „Nachtstück\" von Franz Schubert be-\ngleitete. Am Schlüsse brach das Publicum in jubelnden Beifall aus.\nHaast Ole Bull gibt Concerte im Theater. Am 11.\nJanuar fand das 128. Concert\" mit Frau Clara\nSchumann Statt, am 14. Januar das 21. Concert des „Hamburger\nMusikvereinsu unter Otten's Direction mit Signora Desirde Ar-\ntot und dem Harfen-Virtuosen Thomas aus London.\nIn Hamburg hat die Operngesellscbaft des Herrn Achille Lo-\nrini ein glänzendes Gastspiel mit dem „Barbier von Sevilla\" er-\nöffnet. Signor de Carrion und Signora Artot erregten vor Allem\neinen wahren Enthusiasmus\nUrestfen. C. Banck, der bekannte Kritiker, hat sich ver-\nheirathet und macht eine Hochzeitsreise nach Italien. Seine Stelle\nim Dresdener Journal füllt einstweilen Herr J. v. Wasielewsky aus.\nDie Gazetta musicale dt Milano enthält in ihrer Nummer 53 vom\n3 December v. J. folgende wörtliche Anzeige: I sette peccati\ncapitali. Danze caratteristiche per il Pcanoforte di E. Bernardi.\nNr. 1. Superbia (Schottisch). Nr. 2. Avarizia (Polka-Mazurka). Nr.\n3. Lussuria (Valzer). Nr. 4. Ira (Galop). Nr. 5. Gola (Quadri-\nglia). Nr. 6. Invidia (Polka). Kr. 7. Accidia (Polka-Mazurka).\n(Stolz Habsucht Ueppigkeit Jähzorn Lüsternheit Neid\nTrägheit) Das ist die neueste Programm-Musik in Italien !\nDie sieben Hauptlaster als Tänze!\nIParis« Hector Berlioz's Partitur der Oper Les Troijens wird\ngegenwärtig gedruckt. —Sivori feiert in den Städten des südlichen\nFrankreichs Triumphe. In Toulouse wird er nach seinen vier\ngrossen Concerten vier Quartett-Soireen geben.— Bazzini ist hier\nund gedenkt nächstens ein eigenes Concert zu geben.\nDer König von Hannover hat der Frau Szarvady-\nClauss ein kostbares Armband als Weihnachtsgeschenk übersandt.\nEin pariser Blatt schreibt: Madame Corinna de Luigi, Schü-\nlerin Rossinfs, ist von ihrer Rundreise durch Europa, auf der sie\ndie glänzendsten Erfolge erlangt hat [besonders in Köln!], zurückge-\nkommen, wird in den ersten Tagen der Fasten ein Concert geben\nund dann nach Russland gehen. [Glückliche Reise ohne Aufenthalt!]"}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "41", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nPariser Briefe. lIT. Von B. P. Virtuosen-Productionen in den frankfurter Museums-Concerten. 111. Von A. S. Aus\nValencia (Neue Orgel in der dortigen Kathedrale). Siebentes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich. Tages- und Unter-\nhaltungsblatt (Bonn, Musik-Director A. Dietrich Mainz, Stadttheater F. Schubert* s Symphonieen Julius Stockhausen Ham-\nburg, Concerte Dresden Paris).\n\nPariser Briefe.\n\nIII.\n(I. s. Nr. 4. 11. Nr. 5.)\nDie Armuth auch der Dichter an Erfindung zeigt sich\nin der immer häufigeren Plünderung alter Lustspiele, um\nStoff, und öfters nicht nur Stoff, sondern selbst eine voll-\nständige Handlung und Entwicklung aus ihnen für die ko-\nmische Oper zu holen. Beweise sind: Le Medecin malgre\nlui mit Musik von Gounod, L'Avocat patelin von Bazin\nund jüngst Crispin rival de eine vollständige\nalte Komödie in zwei Acten von Lesage, mit Musik von\nSellenik im Theätre lyrique.und\nOperette in einem Act mit Musik von E. Gautier in der\nOpera eomique. Letzteres Stück ist eben auch nichts Ande-\nres als der Auszug aus einer Komödie von Hauteroche,\ndie den Titel Crispin medecin hat. Der Componist des\nCrispin rivalist Dirigent einer Begiments-Musik; der Name\nSellenik weis't auf böhmische Heimat hin. Er hat jeden-\nfalls das Verdienst was man am wenigsten von einem\nManne in seiner Stellung erwartete —, sein Orchester sehr\neinfach und durchsichtig behandelt zu haben. Es fehlt\nauch nicht an hübschen Gesangstücken; in den beiden\ngrösseren Ensembles zeigt sich aber noch Ungewandtheit\nin der Form.\nDer Geschmack an der Handlung in Doeteur Miro-\nbolan ist heutzutage nicht wieder aufzubringen. Das Ori-\nginal (im Jahre 1674 zum ersten Male aufgeführt!) be-\ngründet seine possenhafte Komik auf die von Molifere so\nscharf gegeisselte Unwissenheit und Marktschreierei der\nAerzte seiner Zeit. Das Ganze ist eine Burleske, zu welcher\nGautier's Musik viel zu ernst oder wenigstens keineswegs\ngrotesk komisch ist, was sie sein müsste. Uebrigens ist\ndiese Posse ein Versuch, den Offenbach's Concur-\nrenz zu machen, welcher sich für das Theater de l'Opera\neomique nicht schickt.\nMit der Wiederaufnahme einer älteren Oper von Ila-\nlevy: Le Val d'Andorre, hat das Theätre lyrique gute\nGeschäfte gemacht. Diese Oper, zuerst 1848 im Theater\nder komischen Oper gegeben, ist unstreitig eine der besten\nPartituren Halevy's, und ich weiss eigentlich nicht recht,\nworan es liegt, dass sie in Deutschland, so viel ich gehört,\nwenig Glück gemacht hat. Sie war gut besetzt. Ein Be-\nweis, wie eifersüchtig das französische Publicum und des-\nsen Organe auf die richtige äussere Erscheinung in Bezug\nauf Nationalität, Tracht u. s. w. bei den Darstellern sind\n■—allerdings eine sehr lobenswerthe Aufmerksamkeit —,\nwar es, dass sämmtliche Blätter das blonde Haar tadelten,\nwomit sich Mad. Meillet, eine sehr tüchtige, sehr hübsche\nSängerin, geschmückt hatte. „Warum bleiben Sie nicht,\nMadame,\" —hiess es— „wie die Natur Sie geschaffen hat?\nSie haben ihr wahrlich nichts vorzuwerfen. Muss denn das\nMairöschen blond sein? Ist sie germanischen oder nordi-\nschen Stammes? Ihre Mutter ist eine Spanierin; sie wohnt\nin einem einsamen Thale der Pyrenäen; das ist das Land\ndes warmen, südlichen Colorits, von der Sonne gebräunter\nTeint, korallenrothe Lippen, schwarzes Haar und schwarze\nAugen—was wollen Sie mit Ihrer blonden Perrücke?\"\no\nEs ist kaum der Mühe werth, zu erwähnen, dass die\nBariton-Partie des „Hoel\" in Meyerbeer's\nPloermel in dieser Saison durch eine Dame, Fräulein\nWerthheimber, gesungen wird! Und das mit Bewilli-\ngung des Componisten! Am ergötzlichsten ist aber die\nWendung der Kritik, welche die Erfahrung gemacht hat,\ndass „das dramatische Interesse dadurch gehoben worden;\ndenn wenn ein breitschulteriger Mann mit mächti ger\nStimme diesen golddurstigen Hoel macht, der aus Furcht\neinen Anderen vorschiebt, um für ihn die Castanien aus dem\nFeuer zu holen, so kann man bei sich eine gewisse Verach-\ntung desselben nicht unterdrücken. Sieht aber Hoel schwä-\ncher und schlanker aus, als sein Genosse, so entschuldigt\nman ihn und ahnt, dass er voraussetzt, der Genosse werde"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "42", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.2", "texte": "sich wahrscheinlich gegen den Teufel wehren können!\"\n[Revue, Nr. 44, 28. October 1860.)—Das ist zu charak-\nteristisch! Die Kritik hat also stets eingesehen, dass dieser\n„Hoei\" ein verächtlicher Lump im Drama ist, hat das\naber ignorirt, bis sie Gelegenheit gefunden, durch ihr Ein-\ngeständniss einer Dame ein Compliment zu machen ein\nCompliment? Nun ja, darüber, dass sie einem schofeln\nPatron durch ihre Darstellung einen grösseren Schein von\nWahrheit gibt! Solche Dinge sind bezeichnend für die\nhiesige Kunstkritik.\nDass bei den Italienern Cimarosa's Mtdrinionio\ngreto auch in dieser Saison mit ausgezeichneter Besetzung\ndas Frauen-Trio durch die Damen Battu, Alboni, Penco\n—-das Haus gefüllt hat, macht dem Publicum Ehre und\nhat\" zu manchen scherzhaften Seitenblicken auf die Gegen-\nwart Anlass gegeben, wie z. B.: „77 y a Uen cle l'ave-\nnir dans cepasse.\"Auch wurden Figaro's Hochzeit, Die\nheimliche Ehe und der Barbier von Sevilla als einiger\nMaasseh gelungene Versuche für den Gegenbeweis des\nSatzes, dass „der Mythus allein musicalisch sei\", auf-\ngestellt.\nJakob Oflenbach hat die Musik zu dem Ballet\nPapillon für die grosse Oper (erste Aufführung den 26.\nNovember v.J.) und eine Oper für das\nconäque geschrieben—zwei Reisen in die grosse Welt aus\nder gewohnten, lustig gemüthlichen Häuslichkeit heraus.\nDas Ballet gibt wie gewöhnlich so viel zu schauen, dass\nman wenig auf die Musik hört, und dergleichen Zauber-\nspiele, selbst wenn eine Marie Taglioni die Verfasserin\ndie Dichterin, wollte ich sagen - und eine Emma Livry\ndie geflügelte Raupe ist, mehr als Ein Mal zu sehen, um\ndie Musik besser zu würdigen, das ist von unser einem\ndoch nicht wohl zu verlangen, öebrigens schien mir die\nMusik, mit Ausnahme der etwas geschraubten Ouvertüre,\nmeist recht anmuthig und durchsichtig.\nWas soll ich aber sagen von Barkauf, Opera bouffe\nen 3 actes, von den Herren Scribe (!) und H. Bois-\nseaux, componirt von J. Offenbach und zum ersten\nMale aufgeführt am 24. December, am Weihnachts-\nAbende!? Wenn das Beiwort bouffe so viel bedeutet als\ndumm, läppisch, langweilig, dann steht es mit vollem Recht\nauf dem Zettel. Halte wirklich, wie man sagt, Oflenbach\ndie Wahl zwischen diesem Buche und einem anderen, we-\nniger burlesken-, so ist er freilich zum Theil mit verant-\nwortlich; anderenfalls ist er nur zu bedauern, dass er sein\nTalent an einen solchen Stoff vergeudet hat. Alle Schätze\nIndiens, welche die Costume und die Decorationen uns\nverschwenderisch vor Augen stellen, auch die verführeri-\nschen Tänze der Bajaderen, nichts kann uns gegen die\nhohle Mattigkeit der Handlung, wenn von Handlung die\nRede sein kann, und gegen die plumpen Possen des Stückes\nblind machen.\nDas Volk von Lahore macht sich den Spass, den Statt-\nhaltern seines Beherrschers, des Grossmoguls, zuweilen die\nFenster ein- und die Statthalter hinaus zu werfen. Der\nGrossmogul lässt sich das lange gefallen und lies't die zer-\nbrochenen Scheiben auf. Beim zehnten Male findet der\nhohe Herr den Spass langweilig und setzt über die auf-\nrührerischen Enterthanen einen bissigeren Statthalter, einen\nHund, der auf den Namen Barkouf hört!\nVor diesem „Hund von Janitscharen\" haben nun nicht\nbloss die Empörer, sondern auch der ganze Hof einen\nhundemässigen Respect, namentlich ist der Mundschenk\nBababek den pudelnärrischen Launen des neuen Herrn,\nder bei dem geringsten Widerspruch die Zähne weis't,\nausgesetzt. Indessen wissen ein hübsches Blumenmädchen,\nMaima, und ihre junge Freundin Balkis, die Apfelsinen-\nhöckerin, ein geheimes Mittel, den Hund so fromm wie\nein Lamm zu machen. Maima ist etwas melancholisch; sie\nhat zwei Wesen, an denen ihr Herz hing, verloren, einen\nGeliebten und—einen Hund. Wie, wenn Barkouf der Eine\nvon den Verlorenen wäre? Richtig! Maima wird Geheim-\nsecretärin bei Sr. Hunde-Excellenz, erwirkt durch ihren\nEinfluss auf den Hund, den sie in einer allerliebsten Schnör-\nkel-Arie: „Barkouf, hier! allons, ici!u apostrophirt, die\nBegnadigung Xai'lum's, des Geliebten der Balkis, und ent-\ndeckt in dem Officier Saeb ihren zweiten Verlorenen.\nAber die Empörer öffnen den Tataren die Thore,\nnachdem ein Versuch, den Hund zu vergiften, missiungen.\nSaeb eilt ihnen mit einer treugebliebenen Schar entgegen,\nBarkouf reisst sich von der Kette los, an die Maima ihn\ngelegt, stürzt sich mit jenem in den dicksten Haufen der\nFeinde und findet da seinen Heldentod! Der Grossmogul\nkommt glücklicher Weise nach vorübergegangener Gefahr\nherbei, ernennt Saeb zum Nachfolger des gefallenen Hun-\ndes und gibt ihm Maima zur Frau. Das ist der Inhalt\nder neuesten Hunde-Komödie; der Erfolg beim pariser\nPublicum ist nicht zweifelhaft, denn man hört auf den\nBoulevards schon alle Augenblicke rufen: „Barkouf! ict!\nBarkauf! couche- toi!\nUnd die Musik? Nun, dass Oflenbach ein sehr liebens-\nwürdiges Talent ist, dass er mit Leichtigkeit und Anrnuth\nschreibt, alle Bühnen-EfFecte kennt und vortrefflich instru-\nmentirt, weiss man längst; allein man erwartete etwas\nmehr, man erwartete einen Fortschritt, und den sucht man\ndoch eigentlich vergebens. Es fehlt auch hier nicht an rei-\nzenden Tanz-Rhvihmen, in die sich die Gesangstücke fü-\ngen, an hübschen Melodieen von Romanzen und Couplets,\naber die Ensembles sind sparsam, und wo sie sich finden,\nnicht eben originel. Possenhafte, einer komischen Oper"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "43", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.3", "texte": "unwürdige Effecte werden auch nicht verschmäht, wie\nz. B. der Lach-Chor der Leibgarde, der die Couplets des\nGrossmoguls im Walzer-Tacte begleitet, die Couplets des\nMundschenken Bababek, deren Hauptwitz in der Nach-\näffung des Hundegebelles Sr. Excellenz Barkouf besteht,\nu. s. w. Auch das Finale ä l'ltalienne des zweiten Actes\nmit dem unvermeidlichen Crescendo und dem krachenden\nTutti al unisono wird schliesslich durch eine Polka auf:\n„ Vive Barkouf/\" gekrönt. Das beste Musikstück dürfte\ndie Arie der Mai'ma: „Teil Basein. Die Trägerin\ndieser Rolle, Mademoisclle Marimon, eine Schülerin von\nDuprez, ist, wenigstens für den Geschmack der Pariser,\ndenen ihre in der That meisterlichen Coloraturen mit klei-\nner Stimme imponiren, auch eine Trägerin der Oper. Diese\nhat bis jetzt ein halbes Dutzend Vorstellungen erlebt. Wenn\ndas dümmste der dummen Bücher sie nicht begräbt, so\nverdankt sie ihr Leben zum grossen Theile jener jungen\nKünstlerin.\nSo sind wir denn am Schlüsse des Jahres wiederum\nund in fast noch höherem Grade, wie beim Anfange des-\nselben, zu der Klage über den Verfall der französischen\nOpera comique berechtigt, der in der That unaufhaltsam\nzu sein scheint, da von einer Seite das Sentimentale, Halb-\ntragische und Spectakeimässige, von der anderen nun auch\ndas Possenhafte, Plumpburleske in sie eindringt.\nEinen glücklicheren Wurf hat noch im letzten Mo-\nnate das Theätre lyriquemit von\nCormon und Mich. Carrö, mit Musik von Aime Mail-\nlart, gethan. Freilich ist auch hier der Titel Opera co-\nmique eine Ironie, denn die Heldin stirbt am gebroche-\nnen Herzen. Abgesehen von dieser Benennung gehört das\nTextbuch zu den besseren der neueren Zeit, obschon Scene\nund Handlung stark an die Stumme von Portici erinnern.\nNella ist indess nicht stumm, sie singt ganz artig. Aufge-\nwachsen unter den Fischern am Strande von Catana in\nSicilien, ist sie mit einem kreuzbraven Kerl (Cecco, die\nbeste Rolle in der Oper—Bariton) verlobt, hat aber einem\nspanischen Officier Fernando, der ihr Liebe heuchelt, ob-\nwohl er mit Carmen (curioser Name!), einer reichen Gräfin,\nverlobt ist, was sie nicht weiss, Gehör gegeben, weil sie\nihn liebt. Doch siegt in ihr die Gewissenhaftigkeit, und sie\ngeht ins Kloster. Am Ende des Noviciats hat sie noch drei\nTage Zeit bis zur Einsegnung, und diese Tage werden ihr\nverhängnissvoll. Sie sieht Fernando wieder, die alte Liebe\nerwacht, sie ist im Begriffe, ihm zu folgen; aber Cecco\nhat über sie gewacht, Fernando wird von den Fischern\ngefangen genommen und als Geisel festgehalten. Die Gräfin\nbewirkt die Freilassung der verhafteten Fischer, die sich-\ngegen die Spanier empört hatten, eilt an den Strand, um\nan ihrem Hochzeitstage den Verlobten zu befreien und\nnun enthüllt sich, wie in der Stummen, den beiden Bräu-\nten das Geheimniss. Aber Carmen ist noch nicht getraut,\nwie bei Scribe, sie entsagt; allein als Fernando nun der\narmen Nella seine Hand bietet, findet er sie halb wahn-\nsinnig, und sie stirbt vor seinen Augen. —Wozu dieser tra-\ngische Schluss, da ein befriedigender so nahe lag und je-\nner obenein die letzten Scenen viel zu sehr in die Länge\nzieht? ' . . :\nAime Mai Hart hat seinen Buf besonders durch die\nhübsche Musik zu der komischen Oper Les Dragons de\nVilbrs begründet, welche zu den wenigen neueren Pro-\ndueten gehört, die sich auf dem Repertoire erhalten und\nauch in der Provinz überall gegeben werden. Auch die\nPecheurs de Catane haben einen sehr guten Erfolg ge-\nhabt, der auch während des Januar dieses Jahres Stich\ngehalten hat, indem die Theilnahme des Publicums eher\nzu- als abnimmt. Die Musik hat das grosse Verdienst der\nKlarheit und Durchsichtigkeit in der Orchestration. Nichts\nist hier überladen oder verzerrt. Die Melodieen sind hübsch,\nweil meistens einfach und natürlich fliessend und sangbar;\ndie Ensembles zeugen von grosser Gewandtheit in Behand-\nlung der Form, und wir treffen zuweilen auf Dinge, die\ndurch Originalität überraschen, an die man gar nicht mehr\ngewohnt ist. Freilich laufen auch manche Nummern mit\nunter, die das Gepräge der Zeit tragen, und namentlich\ndie letzten Scenen im dritten Acte stehen gegen die Musik\nder beiden ersten Acte an Frische und Leidenschaft zurück.\nImmerhin jedoch dürfte diese Oper vielleicht die einzige\nunter den neueren französischen sein, welche eine Ver-\npflanzung auf den Boden der deutschen Bühne verdienen\nund wahrscheinlich auch lohnen würde. Hiesse der Com-\nponist, statt Maillart, Meyerbeer, so würden die Hoftheater\nsich beeilen, sein Werk in Scene zu setzen, wobei übrigens\nschöne Decorationen und glänzende Ausstattung sich gel-\ntend machen können.\n\nB. P.\n\nVirtuosen-Productionen in den frankfurter\nMuseums-Concerten.\n\nIII.\nWenn der Verfasser den in den Nummern 1 und 2\nd. 81. enthaltenen kritischen Anmerkungen hiermit eine\nneue Reihe folgen lässt, so liegt das Haupt-Motiv wiederum\nin der sich bietenden Gelegenheit, Rückblicke auf kunst-\ngeschichtliche Thatsachen und Persönlichkeiten aus der\nvorausgegangenen Epoche machen zu können, die dem\nlebenden Künstlergeschlechte viel zu wenig bekannt sind,\nzumeist wohl aus dem Grunde, weil die Jünger der Ton-\nkunst, viel zu viel mit sich selbst beschäftigt, es nicht be-\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "44", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.4", "texte": "sonders lieben, ihr Gedächtniss mit dergleichen Dingen zu\nbeschweren, leider auch ignoriren, welche Vortheile aus\nderen Kenntniss sowohl in Bezug auf ihre Studien, wie\nauch auf Selbsterkenntniss zu gewinnen sind. Gesellt sich\netwa noch ein Nebenmotiv hinzu, ungefähr des Wort-\nlautes: dass man in späteren Jahren gern wieder zurück-\nkommt auf das, was man in der Jugend verehrt hat. zu-\nmal wo sich die Erinnerung in keinem Schatten bricht, so\nwill mir scheinen, dass beide Motive sich recht wohl ver-\neinbaren lassen, ja, zum Theil sich gegenseitig, wie in je-\ndem grösseren Tonstücke, stützen und ergänzen.\nZunächst sei denn eines Künstlers gedacht, von dem\neine lange Reihe von Jahren in Deutschland wie von einem\nmythischen Wesen aus dem europäischen Norden gespro-\nchen worden, während man sich gleichzeitig von einem\nanderen derlei Wesen aus dem Süden erzählt hat. Jeder\ndeutsche Künstler, der aus St. Petersburg und Moskau zu-\nrückkam und dort John Field Ciavier spielen gehört,\nhat die Sehnsucht nach diesem Wundermanne in dem\nGrade vergrössert, als die aus Italien zurückgekommenen,\ndie dort Nicolo Paganini gehört. Als dann gar Hum-\nmers etwas romanhaft klingendes Zusammentreffen 1822\nmit Field in Moskau der deutschen Musikwelt bekannt\nward, endlich auch dessen begeisterte Lobpreisungen die-\nses seines nordischen Rivalen bei seiner Rückkehr, da ward\nJohn Field zu einem unbegreillichen Wesen; denn Jeder-\nmann fühlte sich den Muth benommen, sich von seiner\nSpielweise nur eine annähernde Vorstellung zu bilden;\ngerade wie es den deutschen Musikern mit Paganini er-\nging, bevor er seine Geige in Deutschland erklingen lassen.\nMan muss diese aus Nord und Süd mitgebrachten Begei-\nsterungen und ihren Eindruck auf die deutsche Kunstwelt\nerlebt haben, um bei den in unseren Tagen herrschenden\nZuständen fast allseitiger Blasirtheit dergleichen kaum mehr\nfür möglich zu halten, denn der Maassstab zur gleichsam\nmathematisch richtigen Abschätzung von exzeptionellen\nKunstgrössen im Bereiche der Virtuosität, wie sie jene Zeit\nbesessen, ist der unsrigen offenbar abhanden gekommen,\nwas durch unzählige Thatsachen in Nord und Süd längst\nfestgestellt ist, aber auch seine Gründe hat.\nDiese Erinnerungen wurden in mir wach gerufen bei\nAnhörung des Field'schen Concertes in das in der\nsechsten Sitzung des Museums (4. Januar) von Herrn\nErnst Pauer aus London vorgetragen worden. Damit\nist Gelegenheit gegeben, des Weiteren über den nordischen\nx\\mphion zu sprechen, wodurch nicht bloss das Andenken\nan denselben aufgefrischt, sondern auch Specielles über die\nEigenthümlichkeiten seines Spiels nach glaubwürdigen\nZeugnissen mitgetheilt werden kann. Diese Mittheilung er-\nscheint sogar nothwendig, um dem Vortrage des genann-\nlen Concertes durch Herrn Pauer, in so weil er es ver-\ndient, gerecht zu werden, denselben auch gegen den Sei-\ntens der leichtfertigen Feuilleton-Kritik und von Musikern\ngemachten Vorwurf der Willkür in Schutz nehmen zu\nkönnen. Eine dem straffen Tempo-Zwange nicht unterwor-\nfene Vortragsweise, wäre sie gleichwohl motivirt und stets\nkunstgemäss vermittelt, ist nun einmal den neuen Men-\nschen ein unbekanntes Ding, wie es überhaupt zu den\nEigenheiten in aller executiven Musik unserer Zeit gehört,\nalle Bestandteile eines Tonstückes mit Hülfe des metro-\nnomischen Pendels einzuüben und nach diesem Gesetze\nöffentlich abzuspielen; mit anderen Worten heisst das:\nkeine Ivenntniss von den besonderen Anforderungen der\nCantilene zu haben, aber auch keiner Regung für dieselbe\nim Innern fähig zu sein.\nWie es den Wienern mit Paganini erging, dass ihnen\nsein Besuch wenigstens zehn Jahre hindurch immer für die\nnächste Saison als „ganz gewiss\" angekündigt worden, bis\ndann endlich das Jahr 1828 die lang gehegten Wünsche\nin Erfüllung gehen liess: im Gleichen ist es ihnen mit\nField ergangen; nachdem dieser wohl an zwanzig Jahre\nauf sich hatte warten lassen, erschien er im Sommer von\n1835, aus Italien zurückkehrend, in der Raiserstadt. Die\nTage des 8., 11., 13. und 18. August verschafften den\nMusikfreunden die Gelegenheit, ihn im kaiserlichen Opern-\ntheater zu hören. Berichte über diese vier Fest-Abende\nliegen mir in verschiedenen wiener Blättern vor. Ich be-\nnutze vorzugsweise die aus der Theater-Zeitung, weil zwei\nbekannte Gewährsmänner mit vollem Namen für das Ge-\nsagte einstehen. F. C. Weidmann sagt unter Anderem\nnach der ersten Production am 8. August: „Der Charak-\nter von Field's Spiel ist höchste Anmuth und Grazie. Wir\nmüssen gestehen, auf diese Weise noch nie spielen gehört\nzu haben; es herrscht in diesem Vortrage eine Originali-\ntät, welche der Beweis vollendeter Meisterschaft ist.\" An\ndiesem Abende geschah es, dass der Künstler ein Pasto-\nralewiederholen musste. Am zweiten und dritten Abende\nwar nach Weidmann's Bericht—die Aufregung in dem\ngefüllten Hause eine noch gesteigertere. Ueber die Leistung\nam vierten Abende äussert sich Dräxler unter Anderem:\n„W as soll ich dem Leser noch von Field's Spiele sagen?\nWer ihn gehört, der würde doch mit jeder Beschreibung\nunzufrieden sein, und wem dieses Vergnügen nicht zu\nTheil geworden, der würde sich bei meinem besten Eifer\nvon dieser Feinheit, Grazie, Eleganz und milden Begeiste-\nrung doch noch keine rechte Vorstellung machen können.\nJohn Field ist ein Pianist des Gefühls; er ist kein Concert-\nspieler, er ist ein Dichter am Ciavier. Was er von techni-\nscher Vollendung mit zu uns herüberbringt aus der schö-\nnen Vorwelt Clementi's und seiner eigenen Kunst-Pe-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "45", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.5", "texte": "riode, das ist das wahrhaft Gute und Schöne aller Zeit,\nund das gilt auch in unseren Tagen.\" Und wird gelten\nfür alle Zeiten!\nA::merkenswert ist noch, dass Field am zweiten und\ndritten Abende Sätze aus verschiedenen seiner Concerte\nneben einander gestellt halte; so z. B. spielte er den ersten\nTheil seines dritten Concertes und Nocturno und Rondo\naus dem fünften. Die Wiener Zeitschrift nennt als Grund,\ndass Field auf Er suchen mehrerer Musikfreunde sich be-\nstimmen liess, durch die Wahl verschiedener, einem Gan-\nzen nicht angehörender Sätze, die aber ganz besonders Ge-\nlegenheit bieten, seine Eigentümlichkeiten in Behandlung\nder Cantilene zu entfalten, der bereits stark überhand neh-\nmenden „Clavier-Schlägerei und Misshandlung der Can-\ntilene\" entgegen zu wirken. Hat es wohl gute Folgen ge-\nhabt? Die Welt weiss davon zn erzählen.— Ausser Wien\nhat keine andere deutsche Stadt das Vergnügen gehabt,\nden Meister aus hohem Norden zu hören; er reis'te von\ndort direct nach Moskau zurück, wo er schon zwei Jahre\ndarauf (1837) zu den Vätern im Jenseits abberufen wor-\nden. Er war 1782 zu Dublin geboren. An Compositionen\nhat er hinterlassen 7 Concerte, 4 Sonaten, 16 Nocturnen,\n1 Quintett für Pianoforte mit Saiten-Instrumenten u. a. m.\nMit diesen Notizen können wir uns nun dem Vorgänge\nO\nim fünften Museum nähern. Wenn wir so eben einen der\nwiener Beurtheiler aussagen gehört, dass Field ein Pianist\ndes Gefühls, kein Concertspieler gewesen, wenn wir noch\nwissen, dass Field ausschliesslich englische Instrumente\ngespielt und deren mechanische Eigentümlichkeiten und\nKl angfülle beim Niederschreiben seiner Compositionen stets\nvor Augen gehabt, wenn uns ferner noch bekannt ist, dass\ner sich die Behandlung und Ausschmückung der Cantilene\nin der Weise der grossen italiänischen Sänger Rubini, Mad.\nFodor-Mainville und Anderer in wahrhaft wunderbarer\nTäuschung angeeignet hatte, daher er auch sein Instrument\nwie kein Anderer singen zu machen verstand, so erhalten\nwir damit den Maassstab zur Beurteilung des gehörten\nWerkes, wie auch zu dessen Ausführung durch den lon-\ndoner Pianisten. Es braucht demnach kaum gesagt zu wer-\nden, dass dasselbe sich den grossen Tongemälden gleicher\nGattung von Beethoven, Hummel, Moscheies, Ries und An-\nderen nicht anreihen lässt; es begegnet uns darin keine\ngrossarlige Conception, weder in den Motiven noch in den\nsonstigen Bestandteilen, so auch keine fingerverrenkende\nBravour; schon der erste Satz ist heiteren Charakters, um\nso heiterer der Rondo-Satz; dafür ist Alles anmuthig und\ngraziös, sämmtliche Cantilenen sind mit eben so feinen,\narabeskenartigen Verzierungen ausgeschmückt, wie der-\ngleichen mehrere der Nocturnen desselben. Componisten\naufweisen, die demnach mit grössler Gewandtheit und Ab-\n-w\nrundung, selbstverständlich auch frei von Tempo-Zwang,\nauszulühren sind. Herr Pauer hat—wenigstens im ersten\nSatze bewiesen, dass er sich im Besitze der techni-\nschen Bedingungen zur Lösung seiner Aufgabe befindet;\nes war daher für das empfängliche Ohr ein seltener Ge-\nnuss, ihm zu folgen. Allein wie bekannt, ist Pauer kein\nPianist des Gefühls, sondern Concertspieler, als welcher er\nnur mit Ausbildung seiner Finger beschäftigt gewesen.\nHiedurch ergeben sich Angesichts einer Field'schen Ton-\ndichtung allerdings abweichende Resultate, wie im Glei-\nchen bei Reproducirung Chopin'scher Compositionen, die\nselbst seine besten Schüler in seinem eigentümlichen Geiste\nausser Stande sind zu spielen. Wras indess feiner Sinn für\ndie Gestaltungen Field'scher Cantilenen an Abgang tiefer\nEmpfindung zu ersetzen vermochte, das hat Herr Pauer\nin hohem Grade dargethan, und darum schon fühlen wir\nuns lür die Wahl dieses Werkes zu Dank verpflichtet;\ndenn wer aus der Legion der Pianisten lässt sich wohl noch\nmit einem Field'schen Concerte hören? Jedenfalls hat der\nKünstler bewiesen, dass er geeigenschaftet ist, diesen und\nähnlichen Compositionen weitaus gerechter sein zu können,\nals jenen von Hummel und Beethoven, wozu ihm zu-\nfolge vor einigen Jahren im hiesigen Thealer gelieferter\nBeweise —nicht sowohl die erforderliche innere, als auch\näussere Befähigung mangelt. Einer kann nicht Alles. Die\nPianisten der neuesten Mode, die alle Meister von Scar-\nlatti an bis zu Chopin und Schumann auf ihr Pult legen,\nradbrechen alle und hintergehen das Publicum.\nStatt des vermittelnden „Siciüano\", das ohne Orche-\nster-Begleitung geschrieben ist, hat Herr Pauer ein Noc-\nturno von Field eingelegt. Ob er besser gethan hätte, je-\nnes zu spielen, lässt sich nicht leicht entscheiden. Aber\nleicht behaupten lässt es sich, dass das Rondo ein viel zu\nschnelles Tempo gehabt, wobei Anmuth und Grazie not-\nwendig verschwinden mussten; denn diese beiden Charak-\nter-Eigenschaften nicht minder, wie Ernst und Würde,\nwiderstreben ihrem Wesen nach einer flüchtigen Behand-\nlung in jeglicher Darstellung. Würde wohl Herr Pauer\ndiesen Satz auf einer englischen Mechanik mit derselben\nRapidität auszuführen vermocht haben, wie ihm dies auf\neiner Streicher'schen (leider!) gelungen? Dieser Ueber-\nstürzung allein dürfte die stellenweise eingetretene Un-\neinigkeit zwischen Solospieler uric! Orchester beizumessen\nsein; denn letzteres steht auf so achlungswerther Stufe der\nAusbildung, dass es jeder Nuance in der Bewegung zu fol-\ngen im Stande ist, wenn diese im Bereiche des Vernünfti-\ngen mit Präcision gemacht wird. Den Beweis davon hat\ndas Orchester in der Probe von dem in Rede stehenden\nWerke geliefert. Wenn der Künstler daher mit der Zu-\ngabe von drei Salonstücken einmütigeren Beifall geärntet"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "46", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.6", "texte": "hat, als nach Beendigung des Field'schen Concertes zu hö-\nren war, so wird der Grund davon wohl nur in der kunst-\nwidrigen Behandlung des Rondo-Satzes zu suchen sein,\ndie dessen Verständniss unmöglich vermitteln konnte.\n\nA. S.\n\nAus Valencia.\nDen 19. December 1860.\nIn diesen Tagen haben wir zum ersten Male das Ver-\ngnügen gehabt, die neue, in der Kathedrale aufgestellte\nherrliche Orgel zu hören. Die Wirkung dieses grossarti-\nsen Instrumentes ist eben so überraschend im vollen Werke,\no\nals angenehm und zart in den sanften Registern.\nDer ausgezeichnete Professor und erste Organist Don\nPascual Perez, in der musicalischen Welt sehr vortheilhaft\nbekannt und von einer langen Krankheit kaum genesen,\nwusste mit Meisterhand vermittels der verschiedenartigsten\nCombinationen das Werk in seiner reichen Mannigfaltig-\nkeit vorzuführen. Die verschiedenen Llenos (Mixturen mit\nden Principalstimmen) entwickelten mehr oder weniger\nStärke, verbunden mit Klarheit und Schärfe des Tones,\nohne das Ohr mit schreienden und quikenden Stimmen\nunangenehm zu berühren. Die Trompeterie (horizontal in\nder Fronte liegende Zungenstimmen), verbunden mit den\nentsprechenden Labialstimmen, hallt majestätisch durch die\ngrossen Hallen des Tempels, in. alle Räume mit gleicher\nKraft dringend. Dazwischen ertönen dann die lieblichen\nTöne der Oboe und Vox hwelche letztere die\nmenschliche Stimme täuschend nachahmt, lieber Alles im-\nposant ist die Wirkung der tiefen Register des Pedals, des-\nsen Töne auch in den fernsten Winkeln der Kirche wie-\nderhallen. Einer der grössten Vorzüge der neuen Orgel\nbesteht darin, dass jedes der vielen Register seine bestimmte\nKlangfarbe hat und doch alle wieder schön mit einander\nharmoniren, so dass nie eine Stimme die andere übertönt,\nwodurch sich immer ein vollständiger harmonischer Gleich-\nklang bildet, sowohl im vollen Werke, als auch in den\nmannigfachen sanfteren Combinationen.\nDie Orgel enthält folgende Register:\nI. Manual.\n1. Principal 16 Fuss.\n2. Quintatön 16 Fuss.\n3. P» •incipal 8 Fuss.\n4. Flauto major 8 Fuss.\n5. Gemshorn 8 Fuss.\n6. Viola di ganibaB Fuss.\n7. Tapado (Gedact) 8 Fuss.\n8. Nasardo 5% Fuss.\n9. Hohlflöte 4 Fuss.\n10. Octava 4 Fuss.\n11. Decena (Terz) 3 '/s Fuss.\n12. Docena (Quint) 22/3 Fuss.\n13. Quincena (Octav) 2 Fuss.\n14. Scharff, fünffach, 2 Fuss.\n15. Mixtur, vierfach, IV3 Fuss.\n16. Cornet, fünffach, 8 Fuss.\n17. Bajon-Bass (Fagott) 16 Fuss.\n18. Trompeta magna,Discant, 16 Fuss.\n19. Trompeta batalla,Bass (Schlacht-Trompete), 8 F,\n20. Clarin batalla, Discant, 8 Fuss.\n21. Bajoncillo, Bass (Clairon), 4 Fuss.\n22. Clarin claro(helles Clairon) 8 Fuss.\n11. Manual.\n1. Flautaclo major (Principal) 8 Fuss.\n2. Violon (Bordun) 16 Fuss.\n3. Fugara 8 Fuss.\n4. Flauto fuerte(Starkflöte) 8 Fuss.\n5. Dolce 8 Fuss.\n6. Rohrflöte 8 Fuss.\n7. Octava 4 Fuss.\n8. Flautado dolce4 Fuss.\n9. Sexquialtera22/3 Fuss.\n10. Quincena2 Fuss.\n11. Flautino 2 Fuss.\n12. Cimbala, dreifach, 1 Fuss.\n13. Trompetareal, Bass (Königs-Trompete), 8 Fuss\n14. Tromprta real, Discant, 8 Fuss.\n15. Dulrian, Bass, 8 Fuss.\n16. Clarin, Discant, 8 Fuss.\n17 Bajoncillo, Bass, 4 Fuss.\n18. Clarin claro,Discant, 8 Fuss.\n111. Manual.\n1. Geigen-Principal 8 Fuss.\n2. Salicional 8 Fuss.\n3. Flauto travrrso 8 Fuss.\n4. Flautado lejano(Fernflöte) 8 Fuss.\n5. Lieblich gedact 8 Fuss.\n6. Gemshorn 4 Fuss.\n7. Violino 4 Fuss.\n8. Flauto traverso 4 Fuss.\n9. Docena, 2% Fuss.\n10. Flageolet 2 F\"uss.\n11. Corneta inglesa,vierfach (Still-Cornet), 4 Fuss.\n12. Fagotto, Bass, 8 Fuss.\n13. Oboe, Discant, 8 Fuss.\n14. Vox humana 8 Fuss.\nPedal.\n1. Principal 16 Fuss.\n2. Violon aleman 16 Fuss."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "47", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.7", "texte": "3. Contra bajo(Subbass) 16 Fuss.\n4. iQuinta 10% Fuss.\n5. Octava8 Fuss.\n6. Violon aleman8 Fuss.\n7. Violon tapado (Gedact) 8 Fuss.\n8. Jubal 8 Fuss.\n9. Quinta5 % Fuss.\n10. Octava4 Fuss.\n11. Bombardon 16 Fuss.\n12 . Trompeta8 Fuss.\n13. Clarin 4 Fuss.\nNebenzüge.\n1. Koppel des I. und II. Manuals.\n2. „ , II. und III. Manuals.\n3. „ „ Pedals und I. Manuals.\n4. Sperr-Ventil zum I. Manual.\n5. „ „ II. Manual.\n(3. „ „ III. Manual.\n7. „ „ Pedal.\n8. Pedal zum Abstossen der starken Register des\nI. Manuals.\n9. dito zum Pedal.\n10. Calcantenglocke.\n11. Ventil.\nDas Gebläse besteht aus zwei Haupthä'gen, jeder mit\nzwei Pumpen, und vier Regulatoren, resp. Magazinbälgen.\nDie Hauptfronte, welche im Mittelschiffe steht, hat\neine Höhe von 55 Fuss bei einer Breite von 37 Fuss, ist\nin korinthischem Style mit vielem Schnitzwerk und Bildern\nreich verziert; die im Seitenschiffe befindliche Rückfronte\nist ebenfalls in korinthischem Style und reich decorirt. [Die\nmeisten Orgeln in Spanien haben zwei Prospecte; sie\nstehen nämlich nicht in der Breite des Schiffes, über dem\nAltare oder demselben gegenüber, sondern in der Lang-\nseite des Hauptschiffes, so dass die eine Fronte im Haupt-\nschiffe, die andere (hintere) im Seitenschiffe steht, das Werk\naber nur Eines, beiden Prospecten gemeinschaftliches ist.]\nSo besitzt nun die Kathedrale zu Valencia eine der\ngrössten und schönsten Orgeln Spaniens, Dank dem hoch-\nwürdigen Capitel, welches sie hat erbauen lassen, und den\nHerren Ibach aus Barmen in Rheinpreussen, den Erbauern\ndes herrlichen Instrumentes, welche dadurch in Valencia\nein würdiges Denkmal ihrer Geschicklichkeit hinterlassen\nhaben.\nDie Herren Dr. Jose Ortiz y Percz, Presbyter und\nCanonicus, und Manuel Lucia Harparrota, Dechant, haben\nden Künstlern darüber ein glänzendes Revisions-Zeugniss,\nd. d. 15. December 1860, ausgestellt.\n\nSiebentes Gesellschafts-Concert in Köln\nim Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferd. Hiller.\nDinstag, 5. Februar 1861.\nG. F. Händers Oratorium „Judas Maccabäus9 bildete das\nProgramm.\nIn der Reihe der Oratorien und Cantaten auf englischen Text,\ndie Händel geschrieben, ist es das zehnte Werk. Nämlich: Esther\n1720; Acis und Galatea 1721 beide Werke aber erst 1732\nöffentlich aufgeführt; Debora 1733; Timotheus und Cacilia oder\nAlexander's Fest 1736; Israel in Aegypten 1738; Ode auf\nden Cäcilientag 1739; Saul 1740; der Messias 1741; Sam-\nson 3742; Judas Maccabäus 1746.\nDie äussere Veranlassung dazu gab der Sieg, den der Herzog\nvon Cumberland am 16. April ] 74G über Edward von Schottland\nerfocht, wodurch die Hoffnungen der Stuarts vernichtet wurden. Die\nerste Aufführung fand jedoch erst im Frühjahre 1747 am 1. April\nStatt. Seitdem erlangte dieses Oratorium aber eine sehr grosse Po-\npularität in England, zu welcher ausser dem unbestreitbaren Werthe\nder Musik, nach G. A. Macfarren in der Vorrede zu der Ausgabe\nder Handel Society (London, 1855), die politische Veranlassung und\ndie Vorliebe der Israeliten für das Werk viel beitrugen. Namentlich\nist bei Händel's Lebzeiten keines seiner Werke in England so oft\naufgeführt worden, als dieses. Späterhin erhielten der Messias und\nder Samson die Oberhand.\nDie Aufführung am Dinstag gehörte streng genommen gerade\nnicht zu den vollkommen befriedigenden, namentlich konnte sie kei-\nnen Vergleich mit der Ausführung der Missa in D Beethoven's im\ndritten Concerte aushalten; allein sie genügte doch billigen Anfof-\nderungen, wenngleich im Chor eigentlich nur der Bass zahlreich und\nkräftig vertreten war. Bei zwölf Concerten in den fünf bis sechs\nWinter-Monaten mangelt es an Zeit zum gründlichen Studium der\ngrossen Vocalwerke, und die Kräfte des trefflichen Dilettanten-Chor3\nwerden zu häufig und zu andauernd in Anspruch genommen. Um\nso mehr muss man den guten Willen der Eifrigen und ihre musica-\nlische Bildung anerkennen, die es möglich macht, bei den obwalten-\nden V erhältnissen dennoch eine Aufführung herzustellen, die gröss-\ntenteils ihren Eindruck auf die Zuhörerschaft keineswegs verfehlte.\nSogar die Elemente hatten sich dagegen verschworen, indem das\nentsetzliche Unglück, das die Ueberschwemmungen über einen gros»\nsen Theil von Holland gebracht haben, eine niederländische Sängerin\nvon Ruf, Frau Oftermann-Hove, verhinderte, der eingegangenen Ver-\nbindlichkeit nachzukommen. Die Sopran-Partie wurde daher von\nFräulein Ida Damke erst in den letzten Tagen vor dem Concerte\nübernommen, trotzdem aber mit wohllautender, in allen Tönen ihres\nUmfangs egaler Stimme und einfachem, von aller Affectation fern\nbleibendem Vortrage recht gut ausgeführt. Fräulein Schreck aus\nBonn und Herr Schneider aus Wiesbaden leisteten wie gewöhnlich\nVorzügliches und bewährten ihren wohlbegründeten Ruf im Orato-\nriengesange. Herr Gottfried Becker vom Theater in Mannheim,\nmit einer ausgiebigen, sonoren Bassstimme begabt, hat sich durch\nalle äusseren Hindernisse hindurch mit beharrlichem Eifer und fleis-\nsigem Studium zu einem Sänger heraufgebildet? der zwar in Bezug\nauf die Tonbildung noch Manches nachzuholen hat, aber durch na-\ntürliche Fülle des Tones, Stärke des Athems und Leichtigkeit der\nColoratur einen überraschenden Eindruck machte und mit Recht beson-\nders durch die grosse Bravour-Arie in A-moll grossen Beifall ärntete.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nHerr Musik-Director A. Dietrich in Bonn gellt als Hof-Capell-\nmeister nach Oldenburg."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "48", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18610209-01.1.8", "texte": "Mainz« Die Direction des Stadttheaters hatte die aus fünfzehn\nMitgliedern bestehende italienische Opern Gesellschaft der Herren\nLassina, welche zuletzt in Hannover und Hamburg gastirte, zu einem\nGastspiele engagirt, welches dieselbe den 12. Januar mit „Lucia di\nLammermoor\" begann. Am anderen Tage gab sie „Luciezia Borgiaa.\nDie Deutsche Musik-Zeitung schreibt: „In dem uns vorliegenden\nProgramm eines Gesellschaf'ts-Concertes vom 14. December 1828\nkommt unter den aufgeführten Stücken eine „„Symphonie in C von\nFranz Schubert*\" vor. Da die biographischen Mittheilungen über\nFranz Schubert diese frühe, vier Wochen nach seinem Tode Statt\ngefundene Aufführung einer Symphonie übergehen und nur über spä-\ntere berichten, so dürfte es von Interesse sein, zu erfahren, welche\nSymphonie, ob die sechste oder die bekannte und gedruckte sie-\nbente, welche beide in C-dur gehen, darunter gemeint ist Nach\neiner wenig zuverlässigen mündlichen Mittheilung soll es die siebente\nsein, von welcher allgemein angenommen wird, dass sie zuerst im\nJahre 1839 in Leipzig zur Aufführung kam. Die sechste aber soll\nnur Ein Mal, und zwar im März 1829, in einem Spirituel-Concerte\nin Wien aufgeführt worden sein. Vielleicht kann uns Jemand darüber\nnäheren Aufschluss geben.*4\nIn Nr. 3 der leipziger „Neuen Zeitschrift schreibt der wiener\nBerichterstatter, in welchem man unschwer den Verfasser der nun-\nmehr auch veröffentlichten zweiten Preisschrift über die Entwicklung\nder Harmonik erkennt, über Beethoven's Op. 5 folgende denkwürdige\nWorte, nachdem er vorher Spohr's Doppel-Quartett in E-moll „eine\nder liebenswürdigsten Spenden dieses Meisters der elegischen An-\nmuth\" genannt hatte: „Mit Beethoven's fast entnervend zahmer So-\nnate Op. 5 Nr. 1 hätte man uns füglich verschonen können. Der-\ngleichen Zopfarbeiten hat glücklicher Weise Beethoven's Allgeist\nspäterhin selbst auf das entschiedenste verläugnet.* (Bravo!)\nJulius Stock hausen hat in den letzten Monaten des vorigen\nJahres in Bern, Zürich, Basel und anderen Städten der Schweiz\nConcerte gegeben, und überall, wie natürlich, mit dem glänzendsten\nErfolg. Eine ganz besondere Theilnahme erregte sein Concert in\nColmar am 3J. Januar d. J., wo sein Vater sich vor Jahren nie-\ndergelassen hat, nachdem er sich von der ruhmvollen Laufbahn, die\ner als ausgezeichneter Harfenspieler gemacht, zurückzog. Es war\ndaher allen Kunstfreunden eine recht freudige Ueberraschung, als\nHerr Stock hausen Vater seine Harfe, die ihm einst so weit\nverbreiteten Ruhm erworben, jetzt einmal wieder stimmte und sei-\nnem Sohne, dem trefflichen Sänger und Erben seines künstlerischen\nTalentes als Musiker, das „Nachtstück\" von Franz Schubert be-\ngleitete. Am Schlüsse brach das Publicum in jubelnden Beifall aus.\nHaast Ole Bull gibt Concerte im Theater. Am 11.\nJanuar fand das 128. Concert\" mit Frau Clara\nSchumann Statt, am 14. Januar das 21. Concert des „Hamburger\nMusikvereinsu unter Otten's Direction mit Signora Desirde Ar-\ntot und dem Harfen-Virtuosen Thomas aus London.\nIn Hamburg hat die Operngesellscbaft des Herrn Achille Lo-\nrini ein glänzendes Gastspiel mit dem „Barbier von Sevilla\" er-\nöffnet. Signor de Carrion und Signora Artot erregten vor Allem\neinen wahren Enthusiasmus\nUrestfen. C. Banck, der bekannte Kritiker, hat sich ver-\nheirathet und macht eine Hochzeitsreise nach Italien. Seine Stelle\nim Dresdener Journal füllt einstweilen Herr J. v. Wasielewsky aus.\nDie Gazetta musicale dt Milano enthält in ihrer Nummer 53 vom\n3 December v. J. folgende wörtliche Anzeige: I sette peccati\ncapitali. Danze caratteristiche per il Pcanoforte di E. Bernardi.\nNr. 1. Superbia (Schottisch). Nr. 2. Avarizia (Polka-Mazurka). Nr.\n3. Lussuria (Valzer). Nr. 4. Ira (Galop). Nr. 5. Gola (Quadri-\nglia). Nr. 6. Invidia (Polka). Kr. 7. Accidia (Polka-Mazurka).\n(Stolz Habsucht Ueppigkeit Jähzorn Lüsternheit Neid\nTrägheit) Das ist die neueste Programm-Musik in Italien !\nDie sieben Hauptlaster als Tänze!\nIParis« Hector Berlioz's Partitur der Oper Les Troijens wird\ngegenwärtig gedruckt. —Sivori feiert in den Städten des südlichen\nFrankreichs Triumphe. In Toulouse wird er nach seinen vier\ngrossen Concerten vier Quartett-Soireen geben.— Bazzini ist hier\nund gedenkt nächstens ein eigenes Concert zu geben.\nDer König von Hannover hat der Frau Szarvady-\nClauss ein kostbares Armband als Weihnachtsgeschenk übersandt.\nEin pariser Blatt schreibt: Madame Corinna de Luigi, Schü-\nlerin Rossinfs, ist von ihrer Rundreise durch Europa, auf der sie\ndie glänzendsten Erfolge erlangt hat [besonders in Köln!], zurückge-\nkommen, wird in den ersten Tagen der Fasten ein Concert geben\nund dann nach Russland gehen. [Glückliche Reise ohne Aufenthalt!]"}]}