{"numero_id": "bm-bmtnabi-1862-02-01-01", "volume": "bmtnabi_1862-02-01_01", "ocr_sha256": "8b6ab184a5deb7bb7e88ee8a49b03764ee5460d79d418128a6f38ef43cd4fedb", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1862/02/01_01/bmtnabi_1862-02-01_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-01-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-01_01#c001", "volume": "bmtnabi_1862-02-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "33", "page_fin": "33", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "33", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 383, "texte": "Inhalt.\nCherubini V. Ein Falsum in Mozart's Messias-Partitur. Mitgetheilt von Dr. Baumgart. Aus Münster (Con-\neert von Joachim und Brahms). Von F. Aus Bremen (Sing-Akademie, Concerte). Von Wl. Sechstes Gesellschafts-Concert in Köln\nim Gürzenich. Tages- und Un terh altungs b latt (Köln, Zweiter Musik-Abend des Conservatoriums Aachen, Verein der Se-\nrapionsbrüder, J. de Monasterio)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-01-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-01_01#c002", "volume": "bmtnabi_1862-02-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "33", "page_fin": "35", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.2.2", "titre_corps": "Cherubini.", "titre_sommaire": "Cherubini.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "33", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.1", "debut_caractere": 385, "fin_caractere_exclue": 4190, "texte": "Cherubini.\nV.\n(S. Nr. 48 und 52 v. J., Nr. 1 und 4 d. J.)\nZu der Ernennung Cherubini's zum Director des Con-\nservatoriums hatte vorzüglich der Ruhm beigetragen, den\ner durch seine Kirchen-Compositionen erlangt hatte, na-\nmentlich durch das Requiem — vierstimmig mit grossem\nOrchester —, welches er zur Jahresfeier des Todestages\nLudwig's XVI. geschrieben hatte. Es wurde den 21. Ja-\nnuar 1816 in der Kirche von St. Denis zum ersten Male\naufgeführt. Eine Wiederholung fand erst im Februar 1820\nin derselben Kirche Statt zur Feier der Exequien des Her-\nzogs von ßerry, der am 13. Februar jenes Jahres durch\nden Fanatiker Louvel ermordet wurde*).\nAcht Monate später trat für die königliche Familie\nein freudigeres Ereigniss ein, die Geburt des Herzogs von\nBordeaux (29. September 1820). Zur Feier der Taufe\ndes Kindes, welche erst am 1. Mai in der Kirche Notre\nDame Statt fand, wurde die Fest-Oper\nvence ou la Cour des Feesan demselben Abende in den\nTuilerieen, und am folgenden in der grossen Oper gege-\nben. Der Text war von Theaulon und Rance, die Musik\nvon Berton, Boieldieu, Kreutzer, Paer und Cherubini.\nSie ist vergessen bis auf das liebliche Wiegenlied von Che-\nrubini für drei Frauenstimmen im Chor:\nfant\", welches noch auf dem Repertoire der Concerte des\npariser Conservatoires steht und neuerdings auch in\nDeutschland wieder gedruckt worden ist*).\nDas nächste Gelegenheitswerk des Meisters war die\nMesse zur Krönung Karl's X. Diesem Werke hat er\naber einen so grossartigen Charakter gegeben, dass es als\nein monumentales für ewige Zeiten dasteht durch Grösse\nund Erhabenheit der Gedanken, Tiefe der Auflassung, Adel\ndes Ausdrucks, Beichthum und Pracht der Harmonie und\nder Klangfarben und durch leuchtende Klarheit in allem\nPolyphonen und Harmonischen.\nDie Krönung fand am 29. Mai 1825 in der Kathe-\ndrale zu Rheims Statt. Die Composition der Musik zu der\nFeierlichkeit war Lesueur und Cherubini übertragen, Solo-\nPartieen wurden durch den Auftrag ausgeschlossen. Der\nChor bestand bei der Ausführung aus 20 ersten und 20\nzweiten Sopranen, 28 Tenören und 28 Bässen, mithin aus\n96 Sängern; die Instrumental-Partie zählte 36 Violinen,\n30 Violen, Violoncello und Contrabässe, 36 Blas- und\nSchlag-Instrumente—zusammen 102; Alles in Allem 198\nKünstler, und zwar auserwählte.\nDer König zog unter den Klängen eines pompösen\nMarsches in die Kirche ein. Als der celebrirende Erzbischof\n• l ■ r f\nihm das Schwert überreichte, ertönte das Anthem Confor-\ntarevon Lesueur und während der Vorbereitung zur Sal-\nbung das Anthem Gentcm Francorum von demselben Com-\nponisten. Während der sieben Salbungen erklangen die\nChöre: Unxerunt Salomonem und Vivat rcx, vivat in\naeternum! Hierauf folgte der Krönungsmarsch, und in\ndem Augenblicke, wo die Krone dem Haupte Karl's X.\naufgesetzt wurde, ertönte das Vivat noch einmal, jetzt\nvon dem vollen Werke der Orgel begleitet. Dabei liess\n\n*) Man erinnert sich, dass der Dolch des Mörders den Herzog\nauf den Stufen des Portals des grossen Opernhauses traf, als\ner seine Gemahlin bis zum Wagen begleitete. Weniger bekannt\ndürfte sein, dass der damalige Erzbischof von Paris, de Que-\nlen, dem Sterbenden, den man in den Directionssaal des\nOpernhauses gebracht hatte, nur unter der Bedingung die\nletzten Tröstungen der Kirche spendete, dass das Haus nieder-\ngerissen werde. Die Oper wurde zunächst nach dem Theater\nFavart verlegt, und spielte am 19. August 1821 zum ersten\nMale in dem Hause in der Strasse Lepelletier, wo sie noch ist,\nda erst jetzt der Bau eines neuen Theaters für sie auf dem\nBoulevard des Capueines, der Eue de la Paix gegenüber, be-\ngonnen hat. Vgl. Arclütectonographie des Th&ätres par Alexis\nDonnet Uriazzi, fortgesetzt von Kaufmann.\n*) Bei C. F. Peters in Berlin und Leipzig, mit Clavier-Beglei-\ntung und deutscher Uebersetzung des Textes. Pr. 12% Ngr."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5742, "texte": "man nach altem Brauche eine Menge Tauben und andere\nVögel in dem Dome auffliegen, die Kirchthüren wurden\ngeöffnet, das Volk strömte hinein, während auf dem Platze\ndie rings aufgestellten Corps der Cavallerie- und Infante-\nrie-Musik schmetterten, die Glocken läuteten und die Ka-\nnonen donnerten. Zugleich wurde ein kurzes Te Deum,\nebenfalls von Lesueur, gesungen.\nHieran schloss sich die Messe von Cherubini, in wel-\ncher ausser den Chören der Marsch bei der Communion,\neiner der erhabensten und genialsten Instrumentalsätze,\ndie je geschrieben sind, einen erstaunenswerthen Eindruck\nmachte.\nJohann Sebastian Bach's Messe in Beetho-\nven's Missa solemnis in D-dur und Cherubini's Messe du\nSacresind die drei leuchtendsten Gestirne am Himmel der\nKirchenmusik. Für die Geschichte der Tonkunst wäre eine\nBetrachtung der verschiedenen Phasen der Entwicklung\nder Kirchenmusik von den alten Italiänern und Niederlän-\ndern an bis auf Bach, und von ihm durch Haydn, Mozart,\nHummel und Genossen hindurch bis auf Cherubini und\nBeethoven eine höchst erspriessliche Arbeit. Wie wunder-\nbar auch hierbei der Geist gewaltet hat, der sich in der\nMusik, getragen von den grossen Ideen der Zeit, in dem\nletzten Jahrzehend des vorigen und in den drei ersten des\njetzigen Jahrhunderts erzeugt hat, das beweisen die ge-\nnannten zwei Werke von Beethoven und Cherubini, die\nganz unabhängig von einander zu gleicher Zeit entstan-\nden und doch in Auffassung des Textes, Aufschwung der\nmusicalischen Gedanken und Gestaltung derselben durch\nbreit entwickelte Formen und in der Behandlung der mu-\nsicalischen Mittel zur Durchführung des Gewollten so viele\nBerührungspunkte zeigen! Beethoven's Messe wurde in\nihren Hauptsätzen zum ersten Male am 7. Mai 1824 in\nWien aufgeführt, Cherubini's am 29. Mai 1825 in\nRheims; gedruckt wurde die Beethoven'sche erst 1827,\nspäter als die Cherubini'sche. Es hatte sich also bei bei-\nden Meistern auf einem anderen Gebiete dasselbe wieder-\nholt, was bei der Composition der Opern Faniska und Fi-\ndelio schon einmal da gewesen war: beide Male war aber\nCherubini der Vorgänger gewesen, durch die Lodoiska\nim Opernstil und durch sein Requiem und die Messen in\nF und in Dim Kirchenstil.\nIn die ersten Jahre von Cherubini's Direction des\nConservatoires fällt die Stiftung der Concert-Gesell-\nschaft, welche den Ruhm, den Franzosen die Werke der\ndeutschen Meister der Instrumental-Musik in vortrefflich-\nster Ausführung vorzuführen, bis auf den heutigen Tag\nzu bewahren gewusst hat. Der eigentliche Stifter dieser\nGesellschaft war bekanntlich Habeneck*), der auch die\nSeele des ganzen Instituts blieb. Cherubini's Verdienst\nbei der Sache bestand darin, dass er es war, der die öf-\nfentlichen Uebungen der abgegangenen und noch auf dem\nConservatoire befindlichen Schüler von je her begünstigte\nund, sobald sie durch äussere Verhältnisse ins Stocken ge-\nriethen, wieder in Fluss zu bringen suchte; ferner, dass\ner Habeneck's entschiedenes Directions-Talent anerkannte,\nso dass diesem schon unter Sarrette auf Cherubini's, Gos-\nsec's und Mehul's Empfehlung die Leitung jener Uebun-\ngen übertragen wurde; endlich hauptsächlich darin, dass\ner Habeneck's Plan mit dem ganzen Ansehen seiner Stel-\nlung unterstützte und dessen Ausführung dadurch mög-\nlich machte.\nDa die Gründung der Concert-Gesellschaft in Paris\nnicht nur für die Geschichte der Tonkunst in Paris Epoche\nmachend, sondern auch für die deutsche Musik und deren\nVerbreitung und künstlerisch vollkommene Ausführung\nvon Bedeutung ist, so haben wir die Entstehung derselben\nnach der in der letzten Anmerkung angezogenen Histoire\nu. s. w. von A. El wart bereits in Nr. 20 und 21 des\nvorjährigen Jahrgangs (1860) ausführlich besprochen,\nund es bedarf hier nur noch der Anführung der Beweise\nfür Cherubini's energische Mitwirkung aus derselben\nSchrift. Auf S. 62 u. ff. Heisst es: „Als Cherubini von\nHabeneck die Mittheilung des Planes erhielt, nahm er das\nGesuch, die Autorisation beim Minister auszuwirken, mit\neinem Eifer auf, der seinem Andenken zur Ehre gereicht.\"\n„Der Minister de Larochefoucault ging auf Cherubini's\nVorschläge ein\", und das Decret vom 15.Februar 1828,\n\n*) Franz Anton Habeneck, geboren den 23. Januar 1781\nzu Mezi&res, wo das Regiment, bei dessen Musikcorps sein\nVater, aus Mannheim gebürtig, in Garnison stand, war ein mu-\nsicalisches Wunderkind, das schon im zehnten Lebensjahre\nConeerte als Violinist gab. Im Conservatoire erhielt er 3804\nden ersten Preis der Violinciasse und wurde von der Kaiserin\nJosephine durch ein Jahrgehalt von ]2OO Francs unterstützt.\nBald trat er als Solo-Violinist ins Orchester der grossen Oper\nneben Rud. Kreutzer ein. Sein Directions-Talent entwickelte\nsich durch die Leitung der Uebungen der Zöglinge des Con-\nservatoires von 1806—1815. In einer dieser Uebungen liess\ner zum ersten Male in Paris Beethoven's erste Sinfonie in C-\ndur spielen. Darauf Dirigent der Concerts spirituels, welche\ndie Verwaltung der grossen Oper veranstaltete, versuchte er\ndie zweite Sinfonie durchzubringen, musste aber statt des Ada-\ngio's, welches das Orchester unbedingt verwarf, das An-\ndante (Allegretto) der siebenten Sinfonie in A einschieben, und\ndieses wurde gleich bei der ersten Aufführung da capo geru-\nfen. Von 1821 —1824 war er Director der grossen Oper, wäh-\nrend Kreutzer das Orchester leitete. Von 1824 an übernahm\ner Kreutzers Stelle und wurde zugleich Professor einer beson-\nders für ihn errichteten Violinclasse. Im Jahre 1828 begannen\ndie Conservatoire-Concerte; am 31. October 1846 zog er sich\nvon der Oper und dem Unterricht seiner Classe zurück, und\ndie Coneerte dirigirte er zum letzten Male den 16. April 1848.\nNeun Monate darauf starb er, den 8. Februar 1849. (Histoire\nde la Societe des Concerts par A. Elwart. Paris, 1860.)"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1697, "texte": "wodurch die Autorisation zu den Concerten ertheilt wurde,\nbeginnt: „Auf den Antrag des Directors der Ecoh royale\nde musiquebeschliesseh wir\" u. s. w., und der Artikel 9\nüberträgt ihm die Ausführung des Beschlusses. Das Statut\nder Gesellschaft trägt an seiner Spitze die Worte; „Mit\nZustimmung des Directors der Musikschule\"; er war Prä-\nsident des Verwaltungs- und des ausführenden Ausschus-\nses (S. 98), und auf seinen Befehl und genau nach seiner\nAnordnung wurde die stufenweise aufsteigende transpor-\ntable Tonbühne so gebaut, wie sie noch jetzt besteht.—\nCherubini wusste sehr wohl, dass es Habeneck vorzüglich\no\nauf Beethoven abgesehen hatte; schätzte er diesen so ge-\nring, wie man es erzählt, so hätte er gewiss sich der För-\nderung und Einrichtung des Ganzen nicht so eifrig ange-\nnommen, zumal da er sehr entschieden, ja, hartnäckig in\nvielen anderen Dingen, die das Conservatoire betrafen, auf\nseinem Kopfe bestand. So verbot er z. B. den jungen Da-\nmen der Musikschule, in den kleineren Concerten der jun-\ngen Künstler (Concerts d'emulation), die Elwart von 18*28\nbis 1834 leitete, weder im Chor noch im Sologesänge\naufzutreten; nur Pianoforte und Harfe durften sie öffent-\nlich spielen, und das Orchester durfte nur Compositionen\nder Zöglinge aufführen. Trotz aller Vorstellungen der be-\ndeutendsten Professoren hielt er unabänderlich an diesen\nBeschlüssen fest (Elwart, S. 126).\nSieht man die Programme der Conservatoire-Concerte\ndurch, welche Elwart vom Anbeginn bis zum Jahre 1860\nalle mit einander gibt (vgl. Niederrh. Mus.-Ztg. a. a. 0.),\nso erscheinen darin Beethoven und Cherubini fast immer\nzusammen, jener als Vertreter der Instrumental-, dieser\nals Vertreter der Vocal-Musik."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-01-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-01_01#c003", "volume": "bmtnabi_1862-02-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "35", "page_fin": "37", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.2.3", "titre_corps": "Ein Falsum in Mozart’s Messias-Partitur.", "titre_sommaire": "Ein Falsum in Mozart’s Messias-Partitur.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.3", "debut_caractere": 1699, "fin_caractere_exclue": 5298, "texte": "Ein Falsum in Mozart’s Messias-Partitur.\nNachgewiesen von Dr. Baumgart.\nAls ich vor Jahren gelegentlich einmal mit Mosewius\nüber Mozart's Bearbeitung des Händel'schen „Messias\"\nsprach, äusserte ich meine Bedenken, ob Mozart mit der\nInstrumentirung der Arie im dritten Theile: „Ist Gott für\nuns, wer kann uns schaden?\" (Nr. 48 der bei Breitkopf\n& Härtel gedruckten Partitur) wohl einen glücklichen\nGriff gethan habe. Bekanntlich ist das Stück mit einem\nconcertirenden Fagott und dem Quartett begleitet. Mose-\nwius fuhr in gewohnter Lebendigkeit sogleich mit der be-\nstimmten Behauptung heraus: „Die ist vom alten Hiller!\"\nIch fragte nach Beweisen; er antwortete aber nur mit wie-\nderholten, lebhaften Versicherungen, so dass ich seine Mei-\nnung zwar für eine moralische Ueberzeugung, die Sache\naber nicht für erwiesen ansehen konnte. Bald hatte ich\nsie völlig vergessen und wurde erst in der jüngsten Zeit\nallmählich wieder daran erinnert, als sich mir die in Fol-\ngendem mitgetheilte Untersuchung aufdrang, die, wenn\nmich nicht Alles trügt, Mosewius' divinatorische Kritik als\ntreffend erweisen wird.\nIch hielt vor Kurzem in der musicalischen Seclion der\nschlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur einen\nVortrag üher die erste Messias-Aufführung in Breslau im\nJahre 1788 durch Job. Adam Hiller, dessen eigener Be-\nricht üher dieselbe in den schlesischen Proviricial-Blättern\n(Jahrgang 1788) sich vorfindet. Ausser diesem konnte ich\naber auch die Partitur von Hiller's Bearbeitung des Ora-\ntoriums vergleichen, die sich in zwei Abschriften im Be-\nsitze des Herrn Cantors Kahl an der Maria-Magdalena-\nKirche befindet, und über welche ich hier zunächst einige\nihren urkundlichen Werth betreffende Notizen geben nuiss.\nDie eine Partitur enthält alle drei Tbeile des Werkes von\neiner und derselben Hand geschrieben, vorn auf einigen\nBlättern den Text und hinter diesem historische Notizen\nüber den Messias und die breslauer Aufführung. Unter\ndiesen steht: „Geschrieben Bresslau den 7. Juny 1794.\"\nEine Stelle der Notizen bekundet Hiller als den Verfasser\nder Partitur; auf dem Titel nennen ihn beide Abschriften\ngar nicht, eben so wenig anderswo. Doch beweis't jene\nAngabe dasselbe auch für die zweite Partitur, die mit der\nersten gleichen Inhalt hat. Diese zweite trägt auf dem Titel\nden Namen ihres früheren Besitzers, Sehl echt hau pt,\neines ehemaligen Cantors an der Magdalenenkirche, der\nzu Anfang dieses Jahrhunderts gestorben ist und aller\nWahrscheinlichkeit nach zur Zeit der Hiller'schen Auffüh-\nrung bereits im Amte war. Da die Aufführung in der\nMagdalenenkirche Statt fand, so ist wohl der Zusammen-\nhang der Verhältnisse kein anderer, als dass Ililler dem\nihm vielleicht mannigfach behülflichen Cantor eine Ab-\nschrift seiner Partitur gestattet hat. In der That scheint\ndie Handschrift der ersten beiden Theile Schlechthaupt's\neigne zu sein; der dritte ist, wie es scheint, von einem\nNotenschreiber angefertigt, sehr sauber und deutlich. Viel-\nleicht liess Schlechthaupt ihn später hinzufügen, weil er\nselbst aus irgend einem Grunde verbindert war, seine Ab-\nschrift zu vollenden. Die zuletzt beschriebene Partitur ist\nim Ganzen die zuverlässigere, wiewohl beide keine bedeu-\ntenden Fehler enthalten. Die Uebereinstimmung beider\nlässt vermulhen, dass die eine der anderen zur Quelle ge-\ndient hat, und wahrscheinlich hat der Kaufmann die sei-\nnige von der des Cantors abgeschrieben oder abschreiben\nlassen, da sie erst sechs Jahre nach Hiller's Anwesenheit\nin Breslau vollendet ist. Beschaffenheit und Abstammung\nsichern jedenfalls den Partituren vollständige Glaubwür-\ndigkeit.\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "36", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4051, "texte": "Die Vergleichung derselben mit HändePs Original und\nmit Mozart's Bearbeitung ergab zwar so Manches, was\nauch in weiteren Kreisen interessant und belehrend sein\nkönnte; indess gehört eine Mittheilung desselben nicht zum\nZwecke dieser Zeilen. Hier habe ich zunächst nur die mich\nhöchlich überraschende Entdeckung zu erwähnen, dass\ndie oben bezeichnete Arie sich in der Hiller'-\nschen Partitur Note für Note vollständig gleich-\nlautend mit der gedruckten Mozart'schen vor-\nfindet, mit alleiniger Ausnahme von drei Tacten, in de-\nnen der Fagott folgende Abweichung zeigt:\nHiller:\nDie Steile bildet den 67.—69. Tact der Arie und gehört\nzu einem kurzen Zwischenspiele vor den Textesworten:\n„Hier ist Gott, der sie gerecht macht!\" Geigen, Bratsche\nund Bass stimmen bei Hiller und Mozart genau überein.\nDer Grund für die veränderte Führung des Fagotts ist\nwenigstens im dritten Tacte klar; vergleicht man nämlich\ndie Geigen-Figur:\nf\n+\nso geht diese bei Hiller an den bezeichneten Stellen mit\ndem Fagott in Quarten, statt welcher bei Mozart Sexten\nhergestellt sind. Auch der Anfang ist offenbar nur geglät-\ntet, und das Ganze erscheint wie die nicht eben schwierige\nVerbesserung einer Ungeschicklichkeit, die der Redacteur\nder Mozart'schen Partitur bei einiger Aufmerksamkeit sehr\nwohl wahrnehmen und entfernen konnte.\nIn Händel's Original-Partitur, von der ich eine cor-\nrecte Abschrift vergleichen konnte, ist das ganze Stück\nbloss mit zwei Geigen unisono und mit dem Continuo be-\ngleitet. Die auffallenden Abweichungen bei Mozart haben\ndie englischen Herausgeber von Händel's Werken (Han-\ndel Society, 1850) veranlasst, dasselbe doppelt abdrucken\nzu lassen: zuerst nach dem Original, dann nach der Mo-\nzart'schen Partitur, so dass eine Vergleichung sehr leicht\nund bequem ist. Für diejenigen, die diese Ausgabe nicht\nerlangen können, stehe hier das durchgehende Beglei-\ntungs-Moliv des Originals:\nEs wird besser als alle Beschreibung veranschaulichen,\nwie sich bei Mozart und Hiller der Solo-Fagott und die\nGeigen daraus gestaltet haben.\nEine Untersuchung des wahren Sachverhalts schien\nmir um Mozart's willen geboten und hat mich zu folgen-\nden Erwägungen und Ergebnissen geführt:\nZunächst entstand mir ein Zweifel, ob die Arie nicht\nvielleicht aus Mozart's Partitur in die mir vorliegenden\nHiller'schen übertragen sein könnte. Der Zeit nach war\ndas möglich. Die eine der Abschriften trägt bekanntlich\ndie Jahrzahl 1794; Mozart bearbeitete den Messias 1789.\nAber die Annahme ist durchaus unwahrscheinlich. Einmal\nspricht dagegen das angedeutete Verhältniss der Hiller'-\nschen Abschriften zu einander und zu ihrer Quelle, das,\nwenn auch nicht thatsächlich festgestellt, doch unter allen\nmuthmaasslichen das wahrscheinlichste ist. Sodann aber\nist nichts bekannt davon, dass der Messias seit Hiller's\nUnternehmen, obwohl dieser eine jährlich wiederkehrende\nAufführung anzuregen suchte, in Breslau vollständig wie-\nder aufgeführt worden wäre. Einzelnes mag gemacht wor-\nden sein, darunter aber schwerlich jene Arie. Das ganze\nOratorium ruhte bis 1819, wo es durch den damaligen\nVerein für Kirchenmusik, den C. v. Winterfeld, Fr. v.\nRaumer und Mosewius ins Leben gerufen hatten, mit glän-\nzendem Erfolge nach Mozart's Bearbeitung gegeben und\neiner langen Vergessenheit entrissen wurde. (Vgl. Allg.\nMus. Zeit., 1819, S. 798.) In Breslau war also in der\nnächsten Zeit nach Hiller gar kein Bedürfniss vorhanden,\nsich um irgend eine Ergänzung oder Verbesserung seiner\nArbeit zu bemühen. Ausserdem war Mozart's Partitur bis\nzum Jahre 1803 nicht veröffentlicht, befand sich im Pri-\nvatbesitz v. Swieten's oder der Witwe, war schwerlich so\nohne Weiteres zu erlangen und am allerwenigsten von\neinem unbekannten breslauer Cantor oder Kaufmanne.\nUnd wenn dieser sie wirklich erreicht hätte, warum schrieb\ner diese einzige, für die meisten damaligen und heutigen\nMusiker und Musikhörer trockene und schwer verständ-\nliche Arie ab, und nichts weiter? Offenbar sind das\nlauter arge Unwahrscheinlichkeiten, die das Zeugniss der\nHiller'schen Partituren nicht anfechten können."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2712, "texte": "Viel gewichtiger aber sind die positiven, inneren\nGründe dafür, dass die Bearbeitung der Arie Hiller's\nWerk ist.\nWie Mozart bei seiner Messias-Bearbeitung sich zum\nOriginale verhalten hat, bedarf keiner weiteren Auseinan-\ndersetzung; es ist im Allgemeinen bekannt und neuerdings\nauch von Jahn (Mozart, IV., 459 u. ff.) erörtert worden.\nIch hebe hier nur das genauer hervor, was für meinen\nZweck von Bedeutung ist, und dadurch wird sich hoffent-\nlich erweisen, dass Mozart, wenn die Bearbeitung\nder Arie von ihm stammte, sich selbst und allen\nseinen Grundsätzen völlig untreu geworden\nwäre.\nDie Instrumentirung Händel's hat er zunächst nur in\nso fern verändert, als dies aus der Ergänzung, Ausfül-\nlung und Verstärkung derselben von selbst folgt; eine Aus-\nnahme machen nur die der verloren gegangenen Technik\nwegen anders gesetzten Trompeten. Das Händel'sche\nStreich-Quartett, das ja den bei Weitem grössten Theil\ndes Oratoriums ganz allein begleitet, hat er fast unange-\ntastet gelassen*) und nur an Stellen, wo auf die Orgel ge-\nrechnet ist, Mittelstimmen oder Begleitungs-Figuren hinzu-\ngefügt, theils für das Quartett, theils auch für Blas-Instru-\nmente. Niemals aber hat er ein Blas-Inslrument concerli-\nrend hervortreten lassen, wie das in dieser Arie geschehen\nist; niemals auch hat er, wie hier, Händel'sche Motive\nzwischen Streicher und Bläser vertheilt. Das einzige Bei-\nspiel dieser Art habe ich in der Arie gefunden: „Wie\nlieblich ist der Boten Schritt!\" (Nr. 32). Was hier Mozart\nbei der Begleitung der Singstimme der Flöte zugetheilt\nhat, steht bei Händel in den Geigen, aber ohne Aenderung\neiner Note, so dass die Uebertragung mit der in unserer\nArie vorgenommenen Ueberarbeitung augenscheinlich gar\nnicht zu vergleichen ist. Die englischen Herausgeber haben\ndies bemerkt. Die Arie selbst bietet in Text und Musik\nnicht die geringste Veranlassung zu der Behandlung, die\nsie erfahren hat; im Gegentheil steht der einfach innige,\ndemuthvolle Hingabe aussprechende Gesang mit dem Con-\ncert-Aufputz des Fagotls in entschiedenem Widerspruche,\nund Mozart hat nirgends im Messias einen musicalischen\nEffect auf Rosten der poetischen Wahrheit geschrieben.\nWenn man sieht, wie gut er in anderen Stücken Händel's\nAbsicht verstanden hat, auch da, wo die Veranlassung zu\nvermehrtem äusseren Zierath näher lag und am Ende\neinen besseren Sinn gehabt hätte, wie z. B. in der Arie:\n„Erwach' zu Liedern der Wonne!\" (Nr. 16) oder in der\nschon erwähnten: „Wie lieblich ist der Boten Schritt!\"\nso wird es ganz unglaublich, dass er hier den Sinn des\nStückes so arg sollte verfehlt haben.\n(Schluss folgt.)\n\n*) So manches Einzelne, was sich hier anders vorfindet, mag\nwohl aus Schreib- oder Druckfehlern entstanden sein."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-01-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-01_01#c006", "volume": "bmtnabi_1862-02-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "37", "page_fin": "38", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.2.4", "titre_corps": "Aus Münster.", "titre_sommaire": "Aus Münster.", "signature_source": "F", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.5", "debut_caractere": 2714, "fin_caractere_exclue": 4945, "texte": "Aus Münster.\n\nDen 21. Januar 18G2.\nSchon die ganze vorige Woche waren die musicali-\nschen Kreise unserer Stadt in freudiger Aufregung. Wo\nMusikfreunde sich begegneten, begrüssten sie sich mit dem\nZurufe: „Er hat zugesagt, er wird kommen!\" Ihr Gespräch\nbewegte sich nur um dieses einfache und doch so inhalt-\nreiche Thema. Wer war denn nun der so freudig Erwar-\ntete?-Wer anders als Joachim, der auf Bitten des ihm\nbefreundeten hiesigen Musik-Directors J. 0. Grimm in lie-\nbenswürdiger Freundlichkeit sich wollte bereit finden las-\nsen, uns einmal mitten im kalten Winter einen wirklichen\nFrühlings-Abend mit Lerchensang und Nachtigallenschlag\nhervorzuzaubern. So war er denn gestern gekommen, nicht\nallein, sondern er hatte sich zu seinem Zauberwerke noch\neinen Bundesgenossen mitgebracht, den Ciavier-Virtuosen\nJohannes Brahms aus Hamburg, der gerade in Han-\nnover verweilte. Das Concert, oder besser gesagt: das Fest\nfand gestern Abends Stall im Gerbaulet'schen Saale. Der\nSaal war überlullt von Einheimischen und Fremden, die\naus Hamm, Soest, Dortmund herübergekommen waren,\num die berühmten Künstler zu hören. Wohl noch nie\nhatte der Saal eine so zahlreiche, glänzende Versamm-\nlung in sich vereinigt gehabt.\nNach der zur Einleitung ausgeführten, mil Beifall auf-\ngenommenen Ouvertüre zu Anakreon von Cherubini, un-\nter Leitung des Directors Grimm, spielten Joachim und\nBrahms die Sonate für Violine und Ciavier Op. 47 von\nBeethoven. Danach spielte Herr Brahms das Clavier-\nConcert in A-moll von Schumann und Herr Joachim das\nConcert für die Violine von Beethoven.\nIn athemloser Stille lauschte Alles dem wunderbar\nherrlichen Spiel, in dem die deutsche Kunst einen ihrer\nschönsten Triumphe leierte. Stürmischer Beifall nach je-\ndem Satze bekundete den überwältigenden Eindruck, bis\nam Schlüsse des grossen Violin-Concertes von Beethoven\nder begeisterte Hervorruf unter Trompeten- und Pauken-\nwirbel immer aufs Neue wieder ausbrach und nicht enden\nwollte.\nBei Joachim's Spiel vergisst man Composition, Künst-\nler und Instrument, man geniesst der reinen Musik, unbe-\nwusst der Mittel ihrer sinnlichen Erscheinung. „Wie der\nQuell aus verborgenen Tiefen\", so schallt es auch hier\naus dem Innern, „und wecket der dunkeln Gelühle Ge-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1094, "texte": "walt, die im Herzen wunderbar schliefen.\" Seine Technik\nist eine so vollendete, dass man bei seinem Spiele völlig\nvergisst, dass das, was er spielt, schwer sei. Im Violin-\nConcerte legte er eine Cadenz ein, die mit ihren Doppel-\nTerzen in der Gegenbewegung uns glauben machen konnte,\nder Künstler müsse ein Paar Hände mehr haben, als die\ngewöhnlichen Sterblichen, und doch machte auch ihr Vor-\ntrag nicht im Entferntesten den Eindruck, er wolle darin\nnur seine Kunstfertigkeit zeigen; nein, die Cadenz ist im\nedelsten Stil gehalten und verschmilzt mit dem Beethoven'-\nschen Tonsatze zu einem Ganzen, als wenn sie vom Mei-\nster selbst geschrieben wäre.\nIn Johannes Brahms lernten wir einen vortrefflichen\nCiavierspieler kennen, der sowohl in dem Zusammenspiel\nmit Joachim, als auch in dem Vortrage des Schumann'-\nschen Concertes seine Meisterschaft bekundete. Namentlich\nversteht er es, seinen Tönen eine mannigfaltige, wunderbar\nschöne Klangfarbe zu geben, wie wenn er auf verschiede-\nnen Manualen spielte. Sein Spiel erinnerte uns lebhaft an\ndasjenige des Musik-Directors Franck in Zürich.\n\nF."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-01-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-01_01#c007", "volume": "bmtnabi_1862-02-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "38", "page_fin": "39", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.2.5", "titre_corps": "Aus Bremen.", "titre_sommaire": "Aus Bremen.", "signature_source": "Wl", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.6", "debut_caractere": 1096, "fin_caractere_exclue": 5017, "texte": "Aus Bremen.\n\nDen 26, Januar 1862.\nEnde November brachte die Sing-Akademie in der\nhiesigen Domkirche Haydn's „Schöpfung\", die einige Jahre\ngeruht halte, zur Aufführung. Das Publicum bewies durch\nseine Betheiligung—es bestand aus etwa 2000 Personen\n—, dass es Joseph Haydn's „Schöpfung\" in gutem An-\ndenken behalten, und hatte auch Ursache, mit der schö-\nnen, ja, glänzenden Ausführung, wie mit dem reichen\nUeberschusse von 400 Thlrn., die leider nicht zu musica-\nlischen, sondern zu architektonischen Zwecken, zur Er-\nbauung eines zweiten Domthurmes, verwandt werden sol-\nlen, zufrieden zu sein.\nDas vierte Privat-Concert fiel auf den Geburtstag\nBeethoven's und brachte die neunte Sinfonie und die Wal-\npurgisnacht. Was das Referat der Kölnischen Zeitung über\nden dortigen Chor sagte, glauben auch wir für den bre-\nmer in Anspruch nehmen zu können. Der Chor der Sing-\nAkademie sang mit frischer Begeisterung, mit vollständi-\nger Beherrschung der Tonhöhe so wie des geistigen In-\nhalts; die Orchester-Leistungen waren des Tages und des\nGegenstandes würdig. In der Aufführung der Walpurgis-\nnacht lös'te namentlich Herr Behr, welcher auch in der\n„Schöpfung\" die ungeteilteste Anerkennung fand, seine\nAufgabe als Druide in echt künstlerischer Weise; sein\nvollrunder, markiger Bariton, sein weihevoller Vortrag\nthaten das ihrige, um die dem Werke innewohnende herr-\nliche Jugendkraft Mendelssohn's zu voller Geltung zu\nbringen.\nIm fünften Privat-Concerte erneuerten wir die Be-\nkanntschaft der Pianistin Frau v. Bronsart; sie trug das\nChopin'sche JH-moll-Concerlund einzelne Piecen, Novellet-\nten von R. Schumann und eine Tarantella (Motive aus der\nStummen) von Fr. Liszt vor. Es muss anerkannt werden,\ndass die Künstlerin im letzten Jahre nicht nur an Technik,\nsondern namentlich an musicalischer Reife und Feinheit\ndes Vortrages bedeutend gewonnen hat. Hier und da schien\nuns der Anschlag und Ausdruck noch grösserer Weichheit\nzu bedürfen.\nFräulein Übrich aus Hannover zeigte sich in dem\nVortrage der Kunigunden-Arie aus Spohr's „Faust\" als\ntüchtige Sängerin mit hoher, leicht ansprechender Stimme\nund natürlicher, angenehmer Behandlung derselben. Dass\nman ihr gestaltete, im zweiten Theile nach der herrlichen\nOuvertüre Op. 115 von Beethoven den Walzer von Ar-\nditi zu singen, dass das Publicum ihn da Capo verlangte,\nist Beides für uns unbegreiflich.\nDie D-t?wr-Sinfonie ohne Menuett von Mozart wurde\nin vortrefflicher Weise ausgeführt; die Ouvertüre zu\nEuryanthe war wohl ein wenig im Tempo übereilt.\nDas dritte Sinfonie-Concert brachte, dem abgeschie-\ndenen Marschner zu Ehren, die Vampyr-Ouverture;\nausserdem kamen vier Sätze aus Mendelssohn's Sommer-\nnachtstraum und Beethoven's Eroica zur Aulführung.\nNamentlich letztere fand eine ganz ausgezeichnete Wie-\ndergabe; wir erinnern uns in Bremen keiner besseren\nOrchester-Leistung.\nDas sechste Privat-Concert schloss in den Orchester-\nRahmen der B-dur-Smfonie von Beethoven, der Athalia-\nOuvertüre von Mendelssohn, die zum ersten Male hier auf-\ngeführt wurde, und der Zauberflöten-Ouverture einige\nreizende Frauenchöre ein. Neu war für uns das Schlum-\nmerlied Cherubini's: „Blanche „Schlaf,\nedles Kind\". Die edle und einfache Melodie, die Klarheit\nder Form, die natürliche, sanfte Entfaltung und Steige-\nrung, deren innere Macht in der richtigen Anwendung\nweniger Mittel besteht, war von ausgezeichneter Wirkung.\nSpontini's „Tochter Saturn's\" (Vestalin) und die Arie für\nSopran, von Fräulein Beste aus Bremen gesungen, mit\nFrauenchor und Harfen-Begleitung aus dem Oratorium\n„Jephta und seine Tochter\" von Reinthaler fanden so rei-\nchen Beifall, dass die Tagespresse dringlichst eine weitere\nVerwendung von Frauenchören in den Privat-Concerten\nwünscht. Zu bedauern war, dass durch Unwohlsein der So-\nlistin Frl.Lessiak aus Leipzig Hiller's „Klagelied Heloisen's\",\ndas einem Theile unseres Publicums durch eine Auffüh-\nrung im Künstler-Vereine noch in angenehmer Erinnerung"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "39", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 822, "texte": "ist, ausfallen musste. Fräulein Lessiak sang trotz hörbarer\nErkältung die grosse Dejanira-Arie: „Wo flieh' ich hin\",\naus Händel's Herakles. Unter diesen Umständen wollen\nwir ein Urtheil über die Künstlerin zurückhalten; wir\nzweifeln jedoch, ob diese durch und durch in jähem\nWechsel dramatischer Gegensätze gehaltene lange und\nschwierige Arie im Concerte am Platze ist.\nDie Harfenspielerin Fräulein Eichberg aus Stuttgart\nverdient als jugendliches, angenehmes Talent Empfehlung,\nobwohl noch Vieles zu einer durchgebildeten Künstlerin\nfehlt. Gäbe es nur für die Harfe hörenswerlhere Compo-\nsitionen, als Godefroid's Fantais und Parish-\nAlvar's Danse des Fees!\nIn einem der nächsten Concerte erwartet uns eine\nneue Sinfonie von C. Reinthaler, welcher unsere Musik-\nfreunde natürlich mit grosser Spannung entgegen sehen.\n\nWl."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-01-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-01_01#c008", "volume": "bmtnabi_1862-02-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "39", "page_fin": "40", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.2.6", "titre_corps": "Sechstes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferdinand Hiller.", "titre_sommaire": "Sechstes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferdinand Hiller.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "39", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.7", "debut_caractere": 824, "fin_caractere_exclue": 6077, "texte": "Sechstes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn\nFerdinand Hiller.\nDinstag den 28. Januar 1862.\nProgramm. I. Theil. 1. Ouvertüre zu Figaro1 s Hochzeit von\nMozart. 2. Arie für Sopran aus der Oper „Der Zweikampf\" von\nHerold (Fräulein Henriette Röhn aus Mannheim). 3. Violin-\nConcert von F. Mendelssohn (Herr J. de Monasterio aus Ma-\ndrid). 4. „Frühlingsbotsehaft\" für Chor und Orchester von Niels\nW. Gade. 5. Ouvertüre „Michel Angelo\" von Gade (zum ersten\nMale).\n11. Theil. 6. Sinfonie in B-dur (Nr. 4) von Gade. 7. Fan-\ntaisie espagnole für die Violine von J. de Monasterio. 8. Finale\naus der Oper „Lorelei\" von F. Mendelssohn.\nWie man sieht, war das sechste Concert hauptsächlich ein Eh-\nren-Concert für Niels W. Gade, der uns die Freude machte, in\nKöln einige Tage zu verweilen und seine im Programm genannten\nWerke selbst zu dirigiren. Wie wahr und natürlich empfunden wehte\nuns aus dem Gesangstück „Frühlingsbotschaft\" von Geibel das\nGefühl des Frühlings aus allen Melodieen des Chors, aus allen Tö-\nnen der Instrumente entgegen! Als Gade ans Pult trat, um dieses\nreizende Stück zu dirigiren, wurde er vom Chor, Orchester und Pu-\nblicum mit rauschendem Applaus empfangen, in den die Fanfare der\nTrompeten und Pauken einfiel.\nSchon am Vorabende des Concertes hatte der kölner Männer-\nGesangverein eine öffentliche Liedertafel zu Ehren Gade's ver-\nanstaltet, der, zu den besten Componisten für mehrstimmigen Män-\nnergesang gehörend, dem Vereine einige seiner schönsten Lieder ge-\nwidmet hat. Nach dem vortrefflichen Vortrage der Lieder: „Gondel-\nfahrt\", „Wanderlied\", „Warnung vor dem Rhein\", begrüsste Herr\nProfessor Vack, Präsident des Vereins, den Ehrengast, und die\nzahlreiche Versammlung an 250 Personen stimmte brausend\nin das Hoch auf den Gefeierten ein. Dann wurden Rietz' „Morgen-\nLied\", „Lotosblume\", Hiller's , Goldne Zeit\" und das\nVolkslied: „Jetzt gang' i ans Brünnele\", alle, aber besonders das\nletztere, mit solcher Meisterschaft gesungen, dass unser Gast ganz\ndavon ergriffen war und dem Vereine und dessen Dirigenten Franz\nWeber auf herzlichste Weise seinen Dank aussprach. Noch zwei\nLieder von Gade: „Die Rose\" und „Das Reh\", erklangen, und zum\nSchlüsse Mendelssohns Chor: „Der frohe Wandersmann\", dem Herr\nA. Pütz nach seiner Weise einige Strophen von humoristischen\nReimsprüchen auf den Namen „Gade\" in einer bekannten, von Brumm-\nstimmen begleiteten Melodie anfügte. Das Fest währte in heiterer\nGeselligkeit bis lange nach Mitternacht.\nIm Concerte dirigirte Gade ferner zum Schlüsse der ersten Ab-\ntheilung sein neues Orchesterstück: „Michel Angelo\", und zur\nEröffnung der zweiten seine Sinfonie in B-dur (Nr. 4).\nDie Ouvertüre glaubten wir zu einem Drama geschrieben, das\nwir nicht kannten; allein dies ist nicht der Fall, sondern der Com-\nponist hat die Ueberschrift „Michel Angelo\" nur als ein Motto, als\nein Programm darüber gesetzt. Wir können auch nach Anhörung\ndieses Orchesterstückes unsere Ansicht über dergleichen Musik, die\nihren Inhalt nicht aus ihrem eigenen Wesen schöpft, sondern ihn\nvon aussen her nimmt, oder wenigstens hernehmen will, nicht än-\ndern. Aber auch abgesehen von dem historisch-psychologischen Vor-\nwurf dieses Stückes, schien uns der rein musicalische Werth nicht\nso hoch zu stehen, wie in den früheren sinfonischen Arbeiten Gade's,\nden wir aufrichtig gesagt in dem Aufwand von Kraft-Klän-\ngen kaum wieder erkannt haben. Wann werden unsere Componisten\ndie Posaunen auf das Maass zurück führen, welches Mozart und\nauch Beethoven noch zu wahren wussten ? Ihre höchst charakteristi-\nsche und ergreifende Wirkung geht ganz verloren, wenn sie einem\nvom Anfang bis zum Ende ins Ohr dröhnen.\nDagegen feierte Gade durch die schöne B-dur-Sinfonie einen\nwahren Triumph; jeder Satz, namentlich aber das Andante, das rei-\nzende, höchst originelle Scherzo und das frisch und feurig dahin\nrauschende Finale regten das Publicum zu dem lebhaftesten Applaus\nauf, der am Schlüsse in den Hervorruf des Componisten unter dem\nSchall der Trompeten und Pauken als eine von der allgemeinen\nStimme geforderte Ovation ausbrach. Ist es aber zu läugnen, dass\nsie, abgesehen von ihrem übrigen Werthe, von ihren anmuthigen\nMotiven und der reizenden Instrumentirung, hauptsächlich der Klar-\nheit und Durchsichtigkeit des Tongewebes diese Aufnahme ver-\ndankte und überall verdanken wird, wo der Sinn des Publicums\nsich noch an dem wahren Musicalisch-Schönen erfreut und nicht an\nnervenpackender, weltschmerzlicher Aufregung Gefallen findet?\nAber nicht nur der Norden hatte einen Künstler gesandt, unser\ndiesmaliges Concert zu verherrlichen, auch von Südwesten her er-\nschien der Vertreter eines Landes, aus welchem seit langen Jahren\nkein musicalisches Licht zu uns gedrungen war, Herr J. de Mo-\nnasterio aus Spanien.\n/\nDieser junge Mann besitzt alle Eigenschaften, die zu der siche-\nren Erwartung berechtigen, dass er binnen Kurzem einen bedeuten-\nden Rang unter den Tonkünstlern einnehmen wird. Schon jetzt ist\ner ein Meister auf der Violine; sein Ton ist schön und voll, so-\nwohl im Adagio als im Allegro, auch bei den schwierigsten Passa-\ngen, seine technische Fertigkeit vollkommen; sein ganzes Spiel hat\netwas Geniales, das unwillkürlich einnimmt und fesselt. Der Vortrag"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2812, "texte": "des Concertcs von Mendelssohn zeigte die genannten Vorzüge\nin hellem Lichte und offenbarte zugleich die echte Künstlernatur\ndurch die Art und Weise der Auffassung und des Ausdrucks, der,\nohne In ein übertriebenes Tempo rubato zu verfallen, doch eben so\nweit entfernt blieb von metronomischem Einerlei als von virtuoser\nEffecthascherei. Es war eine wahre Ueberraschung für die Zuhörer,\nan einem Südländer diese Verläugnung der Subjectivität als Vir-\ntuose und im Gegensatz derselben das gediegene Versenken in das\ndarzustellende Object, in das musicalische Kunstwerk wahrzuneh-\nmen. Stürmischer Beifall und Hervorruf wurden ihm zu Theil, wie\ndas überall nicht ausbleiben wird auf der Reise durch Deutschland,\ndie er von hier aus anzutreten denkt.\nVon seiner Composition hörten wir ein grosses Concert und eine\n~maurische Elegie\" in der musicalischen Gesellschaft, eine Phantasie\nüber spanische Melodieen am Concert-Abende und eine andere in\neiner Matinee bei Herrn Capellmeister Hiller. In allen diesen Musik-\nstücken offenbart sich ein glückliches Talent und, namentlich in\nden beiden zuerst genannten, ein gelungenes Streben nach gediege-\nnem Inhalt.\nHerr Monasterio hat seine Studien auf dem Conservatorium zu\nBrüssel gemacht, wo de Beriot hauptsächlich sein Lehrer war; ge-\ngenwärtig ist er Mitglied der Capelle der Königin von Spanien und\nProfessor der ersten Violinelasse am Conservatorium zu Madrid.\nEin dritter Glanzpunkt an dem Concert-Abende des Dinstags war\ndie Sängerin Fräulein Henriette Röhn vom Hoftheater zu Mann-\nheim. Wir hatten schon im December v. J. Gelegenheit, diese aus-\ngezeichnete Künstlerin in den Concerten bei der Jubelfeier des Ge-\nsangvereins in Elberfeld zu bewundern (vgl. Nr. 50 d. vor. Jahrg.).\nIhr hiesiges Auftreten machte in der Arie aus Herold's Zweikampf,\neiner nicht ganz glücklichen Wahl, obwohl sie der Sängerin Gele-\ngenheit gab, ihre Kunstfertigkeit zu zeigen, allerdings auch grossen\nEindruck, allein erregte doch nicht in demselben Grade, wie in El-\nberfeld, die Begeisterung der Zuhörer. Die hiesige tiefere Orchester-\nstimmung genirte, wie es schien, die nicht daran gewöhnte Künst-\nlerin, während man sich freute, endlich einmal in dem Gürzenich\neine frische, jugendkräftige Stimme zu hören, welche den Saal bis\nin seine fernsten Ecken ausfüllte. Denn mit Ausnahme der Frau\nRübsamen-Veith war uns das seit Jahren nicht geboten worden.\nZum Schluss des Concertes fand die Aufführung des Finales von\nMe n del ss oh n's „Lorelei\" Statt, und in dieser wurde der Solo-\nPartie durch Fräulein Röhn eine so mächtig wirkende, dramatisch\nausdrucksvolle und über Chor und Orchester, ohne dass die Stimme\njemals auch nur entfernter Weise zum Schrei wurde, emporragende\nDurchführung, dass wir sehr wohl begreifen, welche Triumphe die\ni « f\nKünstlerin auf der Bühne feiern muss."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-01-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-01_01#c009", "volume": "bmtnabi_1862-02-01_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "40", "page_fin": "40", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.2.7", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "N", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.8", "debut_caractere": 2814, "fin_caractere_exclue": 4783, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nN.\nKöln. Am zweiten Musik-Abende des Conservato-\nriums (vgl. Nr. 49 d. vorjähr. Jahrg.) hörten wir eine Arie von\nBach mit Violoncell, die Scene „Ah perfidolL von Beethoven, eine\nAlt-Arie von Mozart, zwei Lieder von F. Hiller und ein dreistimmi-\nges Ave verum von Cherubini von den Gesangschülerinnen vorge-\ntragen; einen hübsch ausgeführten Quintettsatz für Bogen-Instru-\nmente von Mozart und ein Rondeau für Violine von de Beriot; an\nCiaviermusik einen Concertsatz [C-dur) von Mozart, einen Sonaten-\nsatz mit Violine von Mendelssohn und den dritten nnd vierten Sa in\nder mit Violine von Beethoven — alle diese Ciavier-\nstücke von jungen Damen ausgeführt, welche alle drei, besonders\naber diejenige, welche die zwei Sätze der Beethoven'schen Sonate\nvortrug, ein recht erfreuliches Talent zeigten.\nAm 24. Januar hat der Verein der Serapions-\nbrüder vor einer gewählten Zuhörerschaft eine Operette: „Das\nIncognito\" oder „Der Fürst wider Willen\", von Ihrem geist-\nvollen Mitbürger Hermann Kipper aufgeführt. Die Vorstellung\nwar vortrefflich, und das Werk hatte einen vollständigen Erfolg in\ndoppelter Hinsicht, sowohl durch das Libretto, als durch die Musik.\nDie Handlung sprudelt über von heiterem Humor und verräth eine\ngrosse Bühnenkenntniss. Die Musik ist allerliebst, coquett, naiv und\noriginel, sie bekundet ein bedeutendes Talent und feinen Geschmack.\nUnter den lautesten Beifallsrufen erklärte der Präsident des Vereins\nden bescheidenen Autor der Operette (in Text und Musik), der bei\nder Vorstellung anwesend war, zum Ehren-Mitgliede des Vereins. —\nIn dem Concerte, welches der Vorstellung vorausging, erfreute uns\nHerr de Monasterio, dessen Talent seiner liebenswürdigen Ge-\nfälligkeit gleichkommt, durch den Vortrag von zwei Phantasieen für\ndie Violine von seiner Composition. Es ist keine Frage, dass dieser\njunge Künstler durch seine vorzüglichen Eigenschaften als Virtuose\nund Musiker in Deutschland grossen Erfolg haben wird."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "33", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nCherubini V. Ein Falsum in Mozart's Messias-Partitur. Mitgetheilt von Dr. Baumgart. Aus Münster (Con-\neert von Joachim und Brahms). Von F. Aus Bremen (Sing-Akademie, Concerte). Von Wl. Sechstes Gesellschafts-Concert in Köln\nim Gürzenich. Tages- und Un terh altungs b latt (Köln, Zweiter Musik-Abend des Conservatoriums Aachen, Verein der Se-\nrapionsbrüder, J. de Monasterio).\n\nCherubini.\nV.\n(S. Nr. 48 und 52 v. J., Nr. 1 und 4 d. J.)\nZu der Ernennung Cherubini's zum Director des Con-\nservatoriums hatte vorzüglich der Ruhm beigetragen, den\ner durch seine Kirchen-Compositionen erlangt hatte, na-\nmentlich durch das Requiem — vierstimmig mit grossem\nOrchester —, welches er zur Jahresfeier des Todestages\nLudwig's XVI. geschrieben hatte. Es wurde den 21. Ja-\nnuar 1816 in der Kirche von St. Denis zum ersten Male\naufgeführt. Eine Wiederholung fand erst im Februar 1820\nin derselben Kirche Statt zur Feier der Exequien des Her-\nzogs von ßerry, der am 13. Februar jenes Jahres durch\nden Fanatiker Louvel ermordet wurde*).\nAcht Monate später trat für die königliche Familie\nein freudigeres Ereigniss ein, die Geburt des Herzogs von\nBordeaux (29. September 1820). Zur Feier der Taufe\ndes Kindes, welche erst am 1. Mai in der Kirche Notre\nDame Statt fand, wurde die Fest-Oper\nvence ou la Cour des Feesan demselben Abende in den\nTuilerieen, und am folgenden in der grossen Oper gege-\nben. Der Text war von Theaulon und Rance, die Musik\nvon Berton, Boieldieu, Kreutzer, Paer und Cherubini.\nSie ist vergessen bis auf das liebliche Wiegenlied von Che-\nrubini für drei Frauenstimmen im Chor:\nfant\", welches noch auf dem Repertoire der Concerte des\npariser Conservatoires steht und neuerdings auch in\nDeutschland wieder gedruckt worden ist*).\nDas nächste Gelegenheitswerk des Meisters war die\nMesse zur Krönung Karl's X. Diesem Werke hat er\naber einen so grossartigen Charakter gegeben, dass es als\nein monumentales für ewige Zeiten dasteht durch Grösse\nund Erhabenheit der Gedanken, Tiefe der Auflassung, Adel\ndes Ausdrucks, Beichthum und Pracht der Harmonie und\nder Klangfarben und durch leuchtende Klarheit in allem\nPolyphonen und Harmonischen.\nDie Krönung fand am 29. Mai 1825 in der Kathe-\ndrale zu Rheims Statt. Die Composition der Musik zu der\nFeierlichkeit war Lesueur und Cherubini übertragen, Solo-\nPartieen wurden durch den Auftrag ausgeschlossen. Der\nChor bestand bei der Ausführung aus 20 ersten und 20\nzweiten Sopranen, 28 Tenören und 28 Bässen, mithin aus\n96 Sängern; die Instrumental-Partie zählte 36 Violinen,\n30 Violen, Violoncello und Contrabässe, 36 Blas- und\nSchlag-Instrumente—zusammen 102; Alles in Allem 198\nKünstler, und zwar auserwählte.\nDer König zog unter den Klängen eines pompösen\nMarsches in die Kirche ein. Als der celebrirende Erzbischof\n• l ■ r f\nihm das Schwert überreichte, ertönte das Anthem Confor-\ntarevon Lesueur und während der Vorbereitung zur Sal-\nbung das Anthem Gentcm Francorum von demselben Com-\nponisten. Während der sieben Salbungen erklangen die\nChöre: Unxerunt Salomonem und Vivat rcx, vivat in\naeternum! Hierauf folgte der Krönungsmarsch, und in\ndem Augenblicke, wo die Krone dem Haupte Karl's X.\naufgesetzt wurde, ertönte das Vivat noch einmal, jetzt\nvon dem vollen Werke der Orgel begleitet. Dabei liess\n\n*) Man erinnert sich, dass der Dolch des Mörders den Herzog\nauf den Stufen des Portals des grossen Opernhauses traf, als\ner seine Gemahlin bis zum Wagen begleitete. Weniger bekannt\ndürfte sein, dass der damalige Erzbischof von Paris, de Que-\nlen, dem Sterbenden, den man in den Directionssaal des\nOpernhauses gebracht hatte, nur unter der Bedingung die\nletzten Tröstungen der Kirche spendete, dass das Haus nieder-\ngerissen werde. Die Oper wurde zunächst nach dem Theater\nFavart verlegt, und spielte am 19. August 1821 zum ersten\nMale in dem Hause in der Strasse Lepelletier, wo sie noch ist,\nda erst jetzt der Bau eines neuen Theaters für sie auf dem\nBoulevard des Capueines, der Eue de la Paix gegenüber, be-\ngonnen hat. Vgl. Arclütectonographie des Th&ätres par Alexis\nDonnet Uriazzi, fortgesetzt von Kaufmann.\n*) Bei C. F. Peters in Berlin und Leipzig, mit Clavier-Beglei-\ntung und deutscher Uebersetzung des Textes. Pr. 12% Ngr."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "34", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.2", "texte": "man nach altem Brauche eine Menge Tauben und andere\nVögel in dem Dome auffliegen, die Kirchthüren wurden\ngeöffnet, das Volk strömte hinein, während auf dem Platze\ndie rings aufgestellten Corps der Cavallerie- und Infante-\nrie-Musik schmetterten, die Glocken läuteten und die Ka-\nnonen donnerten. Zugleich wurde ein kurzes Te Deum,\nebenfalls von Lesueur, gesungen.\nHieran schloss sich die Messe von Cherubini, in wel-\ncher ausser den Chören der Marsch bei der Communion,\neiner der erhabensten und genialsten Instrumentalsätze,\ndie je geschrieben sind, einen erstaunenswerthen Eindruck\nmachte.\nJohann Sebastian Bach's Messe in Beetho-\nven's Missa solemnis in D-dur und Cherubini's Messe du\nSacresind die drei leuchtendsten Gestirne am Himmel der\nKirchenmusik. Für die Geschichte der Tonkunst wäre eine\nBetrachtung der verschiedenen Phasen der Entwicklung\nder Kirchenmusik von den alten Italiänern und Niederlän-\ndern an bis auf Bach, und von ihm durch Haydn, Mozart,\nHummel und Genossen hindurch bis auf Cherubini und\nBeethoven eine höchst erspriessliche Arbeit. Wie wunder-\nbar auch hierbei der Geist gewaltet hat, der sich in der\nMusik, getragen von den grossen Ideen der Zeit, in dem\nletzten Jahrzehend des vorigen und in den drei ersten des\njetzigen Jahrhunderts erzeugt hat, das beweisen die ge-\nnannten zwei Werke von Beethoven und Cherubini, die\nganz unabhängig von einander zu gleicher Zeit entstan-\nden und doch in Auffassung des Textes, Aufschwung der\nmusicalischen Gedanken und Gestaltung derselben durch\nbreit entwickelte Formen und in der Behandlung der mu-\nsicalischen Mittel zur Durchführung des Gewollten so viele\nBerührungspunkte zeigen! Beethoven's Messe wurde in\nihren Hauptsätzen zum ersten Male am 7. Mai 1824 in\nWien aufgeführt, Cherubini's am 29. Mai 1825 in\nRheims; gedruckt wurde die Beethoven'sche erst 1827,\nspäter als die Cherubini'sche. Es hatte sich also bei bei-\nden Meistern auf einem anderen Gebiete dasselbe wieder-\nholt, was bei der Composition der Opern Faniska und Fi-\ndelio schon einmal da gewesen war: beide Male war aber\nCherubini der Vorgänger gewesen, durch die Lodoiska\nim Opernstil und durch sein Requiem und die Messen in\nF und in Dim Kirchenstil.\nIn die ersten Jahre von Cherubini's Direction des\nConservatoires fällt die Stiftung der Concert-Gesell-\nschaft, welche den Ruhm, den Franzosen die Werke der\ndeutschen Meister der Instrumental-Musik in vortrefflich-\nster Ausführung vorzuführen, bis auf den heutigen Tag\nzu bewahren gewusst hat. Der eigentliche Stifter dieser\nGesellschaft war bekanntlich Habeneck*), der auch die\nSeele des ganzen Instituts blieb. Cherubini's Verdienst\nbei der Sache bestand darin, dass er es war, der die öf-\nfentlichen Uebungen der abgegangenen und noch auf dem\nConservatoire befindlichen Schüler von je her begünstigte\nund, sobald sie durch äussere Verhältnisse ins Stocken ge-\nriethen, wieder in Fluss zu bringen suchte; ferner, dass\ner Habeneck's entschiedenes Directions-Talent anerkannte,\nso dass diesem schon unter Sarrette auf Cherubini's, Gos-\nsec's und Mehul's Empfehlung die Leitung jener Uebun-\ngen übertragen wurde; endlich hauptsächlich darin, dass\ner Habeneck's Plan mit dem ganzen Ansehen seiner Stel-\nlung unterstützte und dessen Ausführung dadurch mög-\nlich machte.\nDa die Gründung der Concert-Gesellschaft in Paris\nnicht nur für die Geschichte der Tonkunst in Paris Epoche\nmachend, sondern auch für die deutsche Musik und deren\nVerbreitung und künstlerisch vollkommene Ausführung\nvon Bedeutung ist, so haben wir die Entstehung derselben\nnach der in der letzten Anmerkung angezogenen Histoire\nu. s. w. von A. El wart bereits in Nr. 20 und 21 des\nvorjährigen Jahrgangs (1860) ausführlich besprochen,\nund es bedarf hier nur noch der Anführung der Beweise\nfür Cherubini's energische Mitwirkung aus derselben\nSchrift. Auf S. 62 u. ff. Heisst es: „Als Cherubini von\nHabeneck die Mittheilung des Planes erhielt, nahm er das\nGesuch, die Autorisation beim Minister auszuwirken, mit\neinem Eifer auf, der seinem Andenken zur Ehre gereicht.\"\n„Der Minister de Larochefoucault ging auf Cherubini's\nVorschläge ein\", und das Decret vom 15.Februar 1828,\n\n*) Franz Anton Habeneck, geboren den 23. Januar 1781\nzu Mezi&res, wo das Regiment, bei dessen Musikcorps sein\nVater, aus Mannheim gebürtig, in Garnison stand, war ein mu-\nsicalisches Wunderkind, das schon im zehnten Lebensjahre\nConeerte als Violinist gab. Im Conservatoire erhielt er 3804\nden ersten Preis der Violinciasse und wurde von der Kaiserin\nJosephine durch ein Jahrgehalt von ]2OO Francs unterstützt.\nBald trat er als Solo-Violinist ins Orchester der grossen Oper\nneben Rud. Kreutzer ein. Sein Directions-Talent entwickelte\nsich durch die Leitung der Uebungen der Zöglinge des Con-\nservatoires von 1806—1815. In einer dieser Uebungen liess\ner zum ersten Male in Paris Beethoven's erste Sinfonie in C-\ndur spielen. Darauf Dirigent der Concerts spirituels, welche\ndie Verwaltung der grossen Oper veranstaltete, versuchte er\ndie zweite Sinfonie durchzubringen, musste aber statt des Ada-\ngio's, welches das Orchester unbedingt verwarf, das An-\ndante (Allegretto) der siebenten Sinfonie in A einschieben, und\ndieses wurde gleich bei der ersten Aufführung da capo geru-\nfen. Von 1821 —1824 war er Director der grossen Oper, wäh-\nrend Kreutzer das Orchester leitete. Von 1824 an übernahm\ner Kreutzers Stelle und wurde zugleich Professor einer beson-\nders für ihn errichteten Violinclasse. Im Jahre 1828 begannen\ndie Conservatoire-Concerte; am 31. October 1846 zog er sich\nvon der Oper und dem Unterricht seiner Classe zurück, und\ndie Coneerte dirigirte er zum letzten Male den 16. April 1848.\nNeun Monate darauf starb er, den 8. Februar 1849. (Histoire\nde la Societe des Concerts par A. Elwart. Paris, 1860.)"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "35", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.3", "texte": "wodurch die Autorisation zu den Concerten ertheilt wurde,\nbeginnt: „Auf den Antrag des Directors der Ecoh royale\nde musiquebeschliesseh wir\" u. s. w., und der Artikel 9\nüberträgt ihm die Ausführung des Beschlusses. Das Statut\nder Gesellschaft trägt an seiner Spitze die Worte; „Mit\nZustimmung des Directors der Musikschule\"; er war Prä-\nsident des Verwaltungs- und des ausführenden Ausschus-\nses (S. 98), und auf seinen Befehl und genau nach seiner\nAnordnung wurde die stufenweise aufsteigende transpor-\ntable Tonbühne so gebaut, wie sie noch jetzt besteht.—\nCherubini wusste sehr wohl, dass es Habeneck vorzüglich\no\nauf Beethoven abgesehen hatte; schätzte er diesen so ge-\nring, wie man es erzählt, so hätte er gewiss sich der För-\nderung und Einrichtung des Ganzen nicht so eifrig ange-\nnommen, zumal da er sehr entschieden, ja, hartnäckig in\nvielen anderen Dingen, die das Conservatoire betrafen, auf\nseinem Kopfe bestand. So verbot er z. B. den jungen Da-\nmen der Musikschule, in den kleineren Concerten der jun-\ngen Künstler (Concerts d'emulation), die Elwart von 18*28\nbis 1834 leitete, weder im Chor noch im Sologesänge\naufzutreten; nur Pianoforte und Harfe durften sie öffent-\nlich spielen, und das Orchester durfte nur Compositionen\nder Zöglinge aufführen. Trotz aller Vorstellungen der be-\ndeutendsten Professoren hielt er unabänderlich an diesen\nBeschlüssen fest (Elwart, S. 126).\nSieht man die Programme der Conservatoire-Concerte\ndurch, welche Elwart vom Anbeginn bis zum Jahre 1860\nalle mit einander gibt (vgl. Niederrh. Mus.-Ztg. a. a. 0.),\nso erscheinen darin Beethoven und Cherubini fast immer\nzusammen, jener als Vertreter der Instrumental-, dieser\nals Vertreter der Vocal-Musik.\n\nEin Falsum in Mozart’s Messias-Partitur.\nNachgewiesen von Dr. Baumgart.\nAls ich vor Jahren gelegentlich einmal mit Mosewius\nüber Mozart's Bearbeitung des Händel'schen „Messias\"\nsprach, äusserte ich meine Bedenken, ob Mozart mit der\nInstrumentirung der Arie im dritten Theile: „Ist Gott für\nuns, wer kann uns schaden?\" (Nr. 48 der bei Breitkopf\n& Härtel gedruckten Partitur) wohl einen glücklichen\nGriff gethan habe. Bekanntlich ist das Stück mit einem\nconcertirenden Fagott und dem Quartett begleitet. Mose-\nwius fuhr in gewohnter Lebendigkeit sogleich mit der be-\nstimmten Behauptung heraus: „Die ist vom alten Hiller!\"\nIch fragte nach Beweisen; er antwortete aber nur mit wie-\nderholten, lebhaften Versicherungen, so dass ich seine Mei-\nnung zwar für eine moralische Ueberzeugung, die Sache\naber nicht für erwiesen ansehen konnte. Bald hatte ich\nsie völlig vergessen und wurde erst in der jüngsten Zeit\nallmählich wieder daran erinnert, als sich mir die in Fol-\ngendem mitgetheilte Untersuchung aufdrang, die, wenn\nmich nicht Alles trügt, Mosewius' divinatorische Kritik als\ntreffend erweisen wird.\nIch hielt vor Kurzem in der musicalischen Seclion der\nschlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur einen\nVortrag üher die erste Messias-Aufführung in Breslau im\nJahre 1788 durch Job. Adam Hiller, dessen eigener Be-\nricht üher dieselbe in den schlesischen Proviricial-Blättern\n(Jahrgang 1788) sich vorfindet. Ausser diesem konnte ich\naber auch die Partitur von Hiller's Bearbeitung des Ora-\ntoriums vergleichen, die sich in zwei Abschriften im Be-\nsitze des Herrn Cantors Kahl an der Maria-Magdalena-\nKirche befindet, und über welche ich hier zunächst einige\nihren urkundlichen Werth betreffende Notizen geben nuiss.\nDie eine Partitur enthält alle drei Tbeile des Werkes von\neiner und derselben Hand geschrieben, vorn auf einigen\nBlättern den Text und hinter diesem historische Notizen\nüber den Messias und die breslauer Aufführung. Unter\ndiesen steht: „Geschrieben Bresslau den 7. Juny 1794.\"\nEine Stelle der Notizen bekundet Hiller als den Verfasser\nder Partitur; auf dem Titel nennen ihn beide Abschriften\ngar nicht, eben so wenig anderswo. Doch beweis't jene\nAngabe dasselbe auch für die zweite Partitur, die mit der\nersten gleichen Inhalt hat. Diese zweite trägt auf dem Titel\nden Namen ihres früheren Besitzers, Sehl echt hau pt,\neines ehemaligen Cantors an der Magdalenenkirche, der\nzu Anfang dieses Jahrhunderts gestorben ist und aller\nWahrscheinlichkeit nach zur Zeit der Hiller'schen Auffüh-\nrung bereits im Amte war. Da die Aufführung in der\nMagdalenenkirche Statt fand, so ist wohl der Zusammen-\nhang der Verhältnisse kein anderer, als dass Ililler dem\nihm vielleicht mannigfach behülflichen Cantor eine Ab-\nschrift seiner Partitur gestattet hat. In der That scheint\ndie Handschrift der ersten beiden Theile Schlechthaupt's\neigne zu sein; der dritte ist, wie es scheint, von einem\nNotenschreiber angefertigt, sehr sauber und deutlich. Viel-\nleicht liess Schlechthaupt ihn später hinzufügen, weil er\nselbst aus irgend einem Grunde verbindert war, seine Ab-\nschrift zu vollenden. Die zuletzt beschriebene Partitur ist\nim Ganzen die zuverlässigere, wiewohl beide keine bedeu-\ntenden Fehler enthalten. Die Uebereinstimmung beider\nlässt vermulhen, dass die eine der anderen zur Quelle ge-\ndient hat, und wahrscheinlich hat der Kaufmann die sei-\nnige von der des Cantors abgeschrieben oder abschreiben\nlassen, da sie erst sechs Jahre nach Hiller's Anwesenheit\nin Breslau vollendet ist. Beschaffenheit und Abstammung\nsichern jedenfalls den Partituren vollständige Glaubwür-\ndigkeit.\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "36", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.4", "texte": "Die Vergleichung derselben mit HändePs Original und\nmit Mozart's Bearbeitung ergab zwar so Manches, was\nauch in weiteren Kreisen interessant und belehrend sein\nkönnte; indess gehört eine Mittheilung desselben nicht zum\nZwecke dieser Zeilen. Hier habe ich zunächst nur die mich\nhöchlich überraschende Entdeckung zu erwähnen, dass\ndie oben bezeichnete Arie sich in der Hiller'-\nschen Partitur Note für Note vollständig gleich-\nlautend mit der gedruckten Mozart'schen vor-\nfindet, mit alleiniger Ausnahme von drei Tacten, in de-\nnen der Fagott folgende Abweichung zeigt:\nHiller:\nDie Steile bildet den 67.—69. Tact der Arie und gehört\nzu einem kurzen Zwischenspiele vor den Textesworten:\n„Hier ist Gott, der sie gerecht macht!\" Geigen, Bratsche\nund Bass stimmen bei Hiller und Mozart genau überein.\nDer Grund für die veränderte Führung des Fagotts ist\nwenigstens im dritten Tacte klar; vergleicht man nämlich\ndie Geigen-Figur:\nf\n+\nso geht diese bei Hiller an den bezeichneten Stellen mit\ndem Fagott in Quarten, statt welcher bei Mozart Sexten\nhergestellt sind. Auch der Anfang ist offenbar nur geglät-\ntet, und das Ganze erscheint wie die nicht eben schwierige\nVerbesserung einer Ungeschicklichkeit, die der Redacteur\nder Mozart'schen Partitur bei einiger Aufmerksamkeit sehr\nwohl wahrnehmen und entfernen konnte.\nIn Händel's Original-Partitur, von der ich eine cor-\nrecte Abschrift vergleichen konnte, ist das ganze Stück\nbloss mit zwei Geigen unisono und mit dem Continuo be-\ngleitet. Die auffallenden Abweichungen bei Mozart haben\ndie englischen Herausgeber von Händel's Werken (Han-\ndel Society, 1850) veranlasst, dasselbe doppelt abdrucken\nzu lassen: zuerst nach dem Original, dann nach der Mo-\nzart'schen Partitur, so dass eine Vergleichung sehr leicht\nund bequem ist. Für diejenigen, die diese Ausgabe nicht\nerlangen können, stehe hier das durchgehende Beglei-\ntungs-Moliv des Originals:\nEs wird besser als alle Beschreibung veranschaulichen,\nwie sich bei Mozart und Hiller der Solo-Fagott und die\nGeigen daraus gestaltet haben.\nEine Untersuchung des wahren Sachverhalts schien\nmir um Mozart's willen geboten und hat mich zu folgen-\nden Erwägungen und Ergebnissen geführt:\nZunächst entstand mir ein Zweifel, ob die Arie nicht\nvielleicht aus Mozart's Partitur in die mir vorliegenden\nHiller'schen übertragen sein könnte. Der Zeit nach war\ndas möglich. Die eine der Abschriften trägt bekanntlich\ndie Jahrzahl 1794; Mozart bearbeitete den Messias 1789.\nAber die Annahme ist durchaus unwahrscheinlich. Einmal\nspricht dagegen das angedeutete Verhältniss der Hiller'-\nschen Abschriften zu einander und zu ihrer Quelle, das,\nwenn auch nicht thatsächlich festgestellt, doch unter allen\nmuthmaasslichen das wahrscheinlichste ist. Sodann aber\nist nichts bekannt davon, dass der Messias seit Hiller's\nUnternehmen, obwohl dieser eine jährlich wiederkehrende\nAufführung anzuregen suchte, in Breslau vollständig wie-\nder aufgeführt worden wäre. Einzelnes mag gemacht wor-\nden sein, darunter aber schwerlich jene Arie. Das ganze\nOratorium ruhte bis 1819, wo es durch den damaligen\nVerein für Kirchenmusik, den C. v. Winterfeld, Fr. v.\nRaumer und Mosewius ins Leben gerufen hatten, mit glän-\nzendem Erfolge nach Mozart's Bearbeitung gegeben und\neiner langen Vergessenheit entrissen wurde. (Vgl. Allg.\nMus. Zeit., 1819, S. 798.) In Breslau war also in der\nnächsten Zeit nach Hiller gar kein Bedürfniss vorhanden,\nsich um irgend eine Ergänzung oder Verbesserung seiner\nArbeit zu bemühen. Ausserdem war Mozart's Partitur bis\nzum Jahre 1803 nicht veröffentlicht, befand sich im Pri-\nvatbesitz v. Swieten's oder der Witwe, war schwerlich so\nohne Weiteres zu erlangen und am allerwenigsten von\neinem unbekannten breslauer Cantor oder Kaufmanne.\nUnd wenn dieser sie wirklich erreicht hätte, warum schrieb\ner diese einzige, für die meisten damaligen und heutigen\nMusiker und Musikhörer trockene und schwer verständ-\nliche Arie ab, und nichts weiter? Offenbar sind das\nlauter arge Unwahrscheinlichkeiten, die das Zeugniss der\nHiller'schen Partituren nicht anfechten können."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "37", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.5", "texte": "Viel gewichtiger aber sind die positiven, inneren\nGründe dafür, dass die Bearbeitung der Arie Hiller's\nWerk ist.\nWie Mozart bei seiner Messias-Bearbeitung sich zum\nOriginale verhalten hat, bedarf keiner weiteren Auseinan-\ndersetzung; es ist im Allgemeinen bekannt und neuerdings\nauch von Jahn (Mozart, IV., 459 u. ff.) erörtert worden.\nIch hebe hier nur das genauer hervor, was für meinen\nZweck von Bedeutung ist, und dadurch wird sich hoffent-\nlich erweisen, dass Mozart, wenn die Bearbeitung\nder Arie von ihm stammte, sich selbst und allen\nseinen Grundsätzen völlig untreu geworden\nwäre.\nDie Instrumentirung Händel's hat er zunächst nur in\nso fern verändert, als dies aus der Ergänzung, Ausfül-\nlung und Verstärkung derselben von selbst folgt; eine Aus-\nnahme machen nur die der verloren gegangenen Technik\nwegen anders gesetzten Trompeten. Das Händel'sche\nStreich-Quartett, das ja den bei Weitem grössten Theil\ndes Oratoriums ganz allein begleitet, hat er fast unange-\ntastet gelassen*) und nur an Stellen, wo auf die Orgel ge-\nrechnet ist, Mittelstimmen oder Begleitungs-Figuren hinzu-\ngefügt, theils für das Quartett, theils auch für Blas-Instru-\nmente. Niemals aber hat er ein Blas-Inslrument concerli-\nrend hervortreten lassen, wie das in dieser Arie geschehen\nist; niemals auch hat er, wie hier, Händel'sche Motive\nzwischen Streicher und Bläser vertheilt. Das einzige Bei-\nspiel dieser Art habe ich in der Arie gefunden: „Wie\nlieblich ist der Boten Schritt!\" (Nr. 32). Was hier Mozart\nbei der Begleitung der Singstimme der Flöte zugetheilt\nhat, steht bei Händel in den Geigen, aber ohne Aenderung\neiner Note, so dass die Uebertragung mit der in unserer\nArie vorgenommenen Ueberarbeitung augenscheinlich gar\nnicht zu vergleichen ist. Die englischen Herausgeber haben\ndies bemerkt. Die Arie selbst bietet in Text und Musik\nnicht die geringste Veranlassung zu der Behandlung, die\nsie erfahren hat; im Gegentheil steht der einfach innige,\ndemuthvolle Hingabe aussprechende Gesang mit dem Con-\ncert-Aufputz des Fagotls in entschiedenem Widerspruche,\nund Mozart hat nirgends im Messias einen musicalischen\nEffect auf Rosten der poetischen Wahrheit geschrieben.\nWenn man sieht, wie gut er in anderen Stücken Händel's\nAbsicht verstanden hat, auch da, wo die Veranlassung zu\nvermehrtem äusseren Zierath näher lag und am Ende\neinen besseren Sinn gehabt hätte, wie z. B. in der Arie:\n„Erwach' zu Liedern der Wonne!\" (Nr. 16) oder in der\nschon erwähnten: „Wie lieblich ist der Boten Schritt!\"\nso wird es ganz unglaublich, dass er hier den Sinn des\nStückes so arg sollte verfehlt haben.\n(Schluss folgt.)\n\n*) So manches Einzelne, was sich hier anders vorfindet, mag\nwohl aus Schreib- oder Druckfehlern entstanden sein.\n\nAus Münster.\n\nDen 21. Januar 18G2.\nSchon die ganze vorige Woche waren die musicali-\nschen Kreise unserer Stadt in freudiger Aufregung. Wo\nMusikfreunde sich begegneten, begrüssten sie sich mit dem\nZurufe: „Er hat zugesagt, er wird kommen!\" Ihr Gespräch\nbewegte sich nur um dieses einfache und doch so inhalt-\nreiche Thema. Wer war denn nun der so freudig Erwar-\ntete?-Wer anders als Joachim, der auf Bitten des ihm\nbefreundeten hiesigen Musik-Directors J. 0. Grimm in lie-\nbenswürdiger Freundlichkeit sich wollte bereit finden las-\nsen, uns einmal mitten im kalten Winter einen wirklichen\nFrühlings-Abend mit Lerchensang und Nachtigallenschlag\nhervorzuzaubern. So war er denn gestern gekommen, nicht\nallein, sondern er hatte sich zu seinem Zauberwerke noch\neinen Bundesgenossen mitgebracht, den Ciavier-Virtuosen\nJohannes Brahms aus Hamburg, der gerade in Han-\nnover verweilte. Das Concert, oder besser gesagt: das Fest\nfand gestern Abends Stall im Gerbaulet'schen Saale. Der\nSaal war überlullt von Einheimischen und Fremden, die\naus Hamm, Soest, Dortmund herübergekommen waren,\num die berühmten Künstler zu hören. Wohl noch nie\nhatte der Saal eine so zahlreiche, glänzende Versamm-\nlung in sich vereinigt gehabt.\nNach der zur Einleitung ausgeführten, mil Beifall auf-\ngenommenen Ouvertüre zu Anakreon von Cherubini, un-\nter Leitung des Directors Grimm, spielten Joachim und\nBrahms die Sonate für Violine und Ciavier Op. 47 von\nBeethoven. Danach spielte Herr Brahms das Clavier-\nConcert in A-moll von Schumann und Herr Joachim das\nConcert für die Violine von Beethoven.\nIn athemloser Stille lauschte Alles dem wunderbar\nherrlichen Spiel, in dem die deutsche Kunst einen ihrer\nschönsten Triumphe leierte. Stürmischer Beifall nach je-\ndem Satze bekundete den überwältigenden Eindruck, bis\nam Schlüsse des grossen Violin-Concertes von Beethoven\nder begeisterte Hervorruf unter Trompeten- und Pauken-\nwirbel immer aufs Neue wieder ausbrach und nicht enden\nwollte.\nBei Joachim's Spiel vergisst man Composition, Künst-\nler und Instrument, man geniesst der reinen Musik, unbe-\nwusst der Mittel ihrer sinnlichen Erscheinung. „Wie der\nQuell aus verborgenen Tiefen\", so schallt es auch hier\naus dem Innern, „und wecket der dunkeln Gelühle Ge-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "38", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.6", "texte": "walt, die im Herzen wunderbar schliefen.\" Seine Technik\nist eine so vollendete, dass man bei seinem Spiele völlig\nvergisst, dass das, was er spielt, schwer sei. Im Violin-\nConcerte legte er eine Cadenz ein, die mit ihren Doppel-\nTerzen in der Gegenbewegung uns glauben machen konnte,\nder Künstler müsse ein Paar Hände mehr haben, als die\ngewöhnlichen Sterblichen, und doch machte auch ihr Vor-\ntrag nicht im Entferntesten den Eindruck, er wolle darin\nnur seine Kunstfertigkeit zeigen; nein, die Cadenz ist im\nedelsten Stil gehalten und verschmilzt mit dem Beethoven'-\nschen Tonsatze zu einem Ganzen, als wenn sie vom Mei-\nster selbst geschrieben wäre.\nIn Johannes Brahms lernten wir einen vortrefflichen\nCiavierspieler kennen, der sowohl in dem Zusammenspiel\nmit Joachim, als auch in dem Vortrage des Schumann'-\nschen Concertes seine Meisterschaft bekundete. Namentlich\nversteht er es, seinen Tönen eine mannigfaltige, wunderbar\nschöne Klangfarbe zu geben, wie wenn er auf verschiede-\nnen Manualen spielte. Sein Spiel erinnerte uns lebhaft an\ndasjenige des Musik-Directors Franck in Zürich.\n\nF.\n\nAus Bremen.\n\nDen 26, Januar 1862.\nEnde November brachte die Sing-Akademie in der\nhiesigen Domkirche Haydn's „Schöpfung\", die einige Jahre\ngeruht halte, zur Aufführung. Das Publicum bewies durch\nseine Betheiligung—es bestand aus etwa 2000 Personen\n—, dass es Joseph Haydn's „Schöpfung\" in gutem An-\ndenken behalten, und hatte auch Ursache, mit der schö-\nnen, ja, glänzenden Ausführung, wie mit dem reichen\nUeberschusse von 400 Thlrn., die leider nicht zu musica-\nlischen, sondern zu architektonischen Zwecken, zur Er-\nbauung eines zweiten Domthurmes, verwandt werden sol-\nlen, zufrieden zu sein.\nDas vierte Privat-Concert fiel auf den Geburtstag\nBeethoven's und brachte die neunte Sinfonie und die Wal-\npurgisnacht. Was das Referat der Kölnischen Zeitung über\nden dortigen Chor sagte, glauben auch wir für den bre-\nmer in Anspruch nehmen zu können. Der Chor der Sing-\nAkademie sang mit frischer Begeisterung, mit vollständi-\nger Beherrschung der Tonhöhe so wie des geistigen In-\nhalts; die Orchester-Leistungen waren des Tages und des\nGegenstandes würdig. In der Aufführung der Walpurgis-\nnacht lös'te namentlich Herr Behr, welcher auch in der\n„Schöpfung\" die ungeteilteste Anerkennung fand, seine\nAufgabe als Druide in echt künstlerischer Weise; sein\nvollrunder, markiger Bariton, sein weihevoller Vortrag\nthaten das ihrige, um die dem Werke innewohnende herr-\nliche Jugendkraft Mendelssohn's zu voller Geltung zu\nbringen.\nIm fünften Privat-Concerte erneuerten wir die Be-\nkanntschaft der Pianistin Frau v. Bronsart; sie trug das\nChopin'sche JH-moll-Concerlund einzelne Piecen, Novellet-\nten von R. Schumann und eine Tarantella (Motive aus der\nStummen) von Fr. Liszt vor. Es muss anerkannt werden,\ndass die Künstlerin im letzten Jahre nicht nur an Technik,\nsondern namentlich an musicalischer Reife und Feinheit\ndes Vortrages bedeutend gewonnen hat. Hier und da schien\nuns der Anschlag und Ausdruck noch grösserer Weichheit\nzu bedürfen.\nFräulein Übrich aus Hannover zeigte sich in dem\nVortrage der Kunigunden-Arie aus Spohr's „Faust\" als\ntüchtige Sängerin mit hoher, leicht ansprechender Stimme\nund natürlicher, angenehmer Behandlung derselben. Dass\nman ihr gestaltete, im zweiten Theile nach der herrlichen\nOuvertüre Op. 115 von Beethoven den Walzer von Ar-\nditi zu singen, dass das Publicum ihn da Capo verlangte,\nist Beides für uns unbegreiflich.\nDie D-t?wr-Sinfonie ohne Menuett von Mozart wurde\nin vortrefflicher Weise ausgeführt; die Ouvertüre zu\nEuryanthe war wohl ein wenig im Tempo übereilt.\nDas dritte Sinfonie-Concert brachte, dem abgeschie-\ndenen Marschner zu Ehren, die Vampyr-Ouverture;\nausserdem kamen vier Sätze aus Mendelssohn's Sommer-\nnachtstraum und Beethoven's Eroica zur Aulführung.\nNamentlich letztere fand eine ganz ausgezeichnete Wie-\ndergabe; wir erinnern uns in Bremen keiner besseren\nOrchester-Leistung.\nDas sechste Privat-Concert schloss in den Orchester-\nRahmen der B-dur-Smfonie von Beethoven, der Athalia-\nOuvertüre von Mendelssohn, die zum ersten Male hier auf-\ngeführt wurde, und der Zauberflöten-Ouverture einige\nreizende Frauenchöre ein. Neu war für uns das Schlum-\nmerlied Cherubini's: „Blanche „Schlaf,\nedles Kind\". Die edle und einfache Melodie, die Klarheit\nder Form, die natürliche, sanfte Entfaltung und Steige-\nrung, deren innere Macht in der richtigen Anwendung\nweniger Mittel besteht, war von ausgezeichneter Wirkung.\nSpontini's „Tochter Saturn's\" (Vestalin) und die Arie für\nSopran, von Fräulein Beste aus Bremen gesungen, mit\nFrauenchor und Harfen-Begleitung aus dem Oratorium\n„Jephta und seine Tochter\" von Reinthaler fanden so rei-\nchen Beifall, dass die Tagespresse dringlichst eine weitere\nVerwendung von Frauenchören in den Privat-Concerten\nwünscht. Zu bedauern war, dass durch Unwohlsein der So-\nlistin Frl.Lessiak aus Leipzig Hiller's „Klagelied Heloisen's\",\ndas einem Theile unseres Publicums durch eine Auffüh-\nrung im Künstler-Vereine noch in angenehmer Erinnerung"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "39", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.7", "texte": "ist, ausfallen musste. Fräulein Lessiak sang trotz hörbarer\nErkältung die grosse Dejanira-Arie: „Wo flieh' ich hin\",\naus Händel's Herakles. Unter diesen Umständen wollen\nwir ein Urtheil über die Künstlerin zurückhalten; wir\nzweifeln jedoch, ob diese durch und durch in jähem\nWechsel dramatischer Gegensätze gehaltene lange und\nschwierige Arie im Concerte am Platze ist.\nDie Harfenspielerin Fräulein Eichberg aus Stuttgart\nverdient als jugendliches, angenehmes Talent Empfehlung,\nobwohl noch Vieles zu einer durchgebildeten Künstlerin\nfehlt. Gäbe es nur für die Harfe hörenswerlhere Compo-\nsitionen, als Godefroid's Fantais und Parish-\nAlvar's Danse des Fees!\nIn einem der nächsten Concerte erwartet uns eine\nneue Sinfonie von C. Reinthaler, welcher unsere Musik-\nfreunde natürlich mit grosser Spannung entgegen sehen.\n\nWl.\n\nSechstes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn\nFerdinand Hiller.\nDinstag den 28. Januar 1862.\nProgramm. I. Theil. 1. Ouvertüre zu Figaro1 s Hochzeit von\nMozart. 2. Arie für Sopran aus der Oper „Der Zweikampf\" von\nHerold (Fräulein Henriette Röhn aus Mannheim). 3. Violin-\nConcert von F. Mendelssohn (Herr J. de Monasterio aus Ma-\ndrid). 4. „Frühlingsbotsehaft\" für Chor und Orchester von Niels\nW. Gade. 5. Ouvertüre „Michel Angelo\" von Gade (zum ersten\nMale).\n11. Theil. 6. Sinfonie in B-dur (Nr. 4) von Gade. 7. Fan-\ntaisie espagnole für die Violine von J. de Monasterio. 8. Finale\naus der Oper „Lorelei\" von F. Mendelssohn.\nWie man sieht, war das sechste Concert hauptsächlich ein Eh-\nren-Concert für Niels W. Gade, der uns die Freude machte, in\nKöln einige Tage zu verweilen und seine im Programm genannten\nWerke selbst zu dirigiren. Wie wahr und natürlich empfunden wehte\nuns aus dem Gesangstück „Frühlingsbotschaft\" von Geibel das\nGefühl des Frühlings aus allen Melodieen des Chors, aus allen Tö-\nnen der Instrumente entgegen! Als Gade ans Pult trat, um dieses\nreizende Stück zu dirigiren, wurde er vom Chor, Orchester und Pu-\nblicum mit rauschendem Applaus empfangen, in den die Fanfare der\nTrompeten und Pauken einfiel.\nSchon am Vorabende des Concertes hatte der kölner Männer-\nGesangverein eine öffentliche Liedertafel zu Ehren Gade's ver-\nanstaltet, der, zu den besten Componisten für mehrstimmigen Män-\nnergesang gehörend, dem Vereine einige seiner schönsten Lieder ge-\nwidmet hat. Nach dem vortrefflichen Vortrage der Lieder: „Gondel-\nfahrt\", „Wanderlied\", „Warnung vor dem Rhein\", begrüsste Herr\nProfessor Vack, Präsident des Vereins, den Ehrengast, und die\nzahlreiche Versammlung an 250 Personen stimmte brausend\nin das Hoch auf den Gefeierten ein. Dann wurden Rietz' „Morgen-\nLied\", „Lotosblume\", Hiller's , Goldne Zeit\" und das\nVolkslied: „Jetzt gang' i ans Brünnele\", alle, aber besonders das\nletztere, mit solcher Meisterschaft gesungen, dass unser Gast ganz\ndavon ergriffen war und dem Vereine und dessen Dirigenten Franz\nWeber auf herzlichste Weise seinen Dank aussprach. Noch zwei\nLieder von Gade: „Die Rose\" und „Das Reh\", erklangen, und zum\nSchlüsse Mendelssohns Chor: „Der frohe Wandersmann\", dem Herr\nA. Pütz nach seiner Weise einige Strophen von humoristischen\nReimsprüchen auf den Namen „Gade\" in einer bekannten, von Brumm-\nstimmen begleiteten Melodie anfügte. Das Fest währte in heiterer\nGeselligkeit bis lange nach Mitternacht.\nIm Concerte dirigirte Gade ferner zum Schlüsse der ersten Ab-\ntheilung sein neues Orchesterstück: „Michel Angelo\", und zur\nEröffnung der zweiten seine Sinfonie in B-dur (Nr. 4).\nDie Ouvertüre glaubten wir zu einem Drama geschrieben, das\nwir nicht kannten; allein dies ist nicht der Fall, sondern der Com-\nponist hat die Ueberschrift „Michel Angelo\" nur als ein Motto, als\nein Programm darüber gesetzt. Wir können auch nach Anhörung\ndieses Orchesterstückes unsere Ansicht über dergleichen Musik, die\nihren Inhalt nicht aus ihrem eigenen Wesen schöpft, sondern ihn\nvon aussen her nimmt, oder wenigstens hernehmen will, nicht än-\ndern. Aber auch abgesehen von dem historisch-psychologischen Vor-\nwurf dieses Stückes, schien uns der rein musicalische Werth nicht\nso hoch zu stehen, wie in den früheren sinfonischen Arbeiten Gade's,\nden wir aufrichtig gesagt in dem Aufwand von Kraft-Klän-\ngen kaum wieder erkannt haben. Wann werden unsere Componisten\ndie Posaunen auf das Maass zurück führen, welches Mozart und\nauch Beethoven noch zu wahren wussten ? Ihre höchst charakteristi-\nsche und ergreifende Wirkung geht ganz verloren, wenn sie einem\nvom Anfang bis zum Ende ins Ohr dröhnen.\nDagegen feierte Gade durch die schöne B-dur-Sinfonie einen\nwahren Triumph; jeder Satz, namentlich aber das Andante, das rei-\nzende, höchst originelle Scherzo und das frisch und feurig dahin\nrauschende Finale regten das Publicum zu dem lebhaftesten Applaus\nauf, der am Schlüsse in den Hervorruf des Componisten unter dem\nSchall der Trompeten und Pauken als eine von der allgemeinen\nStimme geforderte Ovation ausbrach. Ist es aber zu läugnen, dass\nsie, abgesehen von ihrem übrigen Werthe, von ihren anmuthigen\nMotiven und der reizenden Instrumentirung, hauptsächlich der Klar-\nheit und Durchsichtigkeit des Tongewebes diese Aufnahme ver-\ndankte und überall verdanken wird, wo der Sinn des Publicums\nsich noch an dem wahren Musicalisch-Schönen erfreut und nicht an\nnervenpackender, weltschmerzlicher Aufregung Gefallen findet?\nAber nicht nur der Norden hatte einen Künstler gesandt, unser\ndiesmaliges Concert zu verherrlichen, auch von Südwesten her er-\nschien der Vertreter eines Landes, aus welchem seit langen Jahren\nkein musicalisches Licht zu uns gedrungen war, Herr J. de Mo-\nnasterio aus Spanien.\n/\nDieser junge Mann besitzt alle Eigenschaften, die zu der siche-\nren Erwartung berechtigen, dass er binnen Kurzem einen bedeuten-\nden Rang unter den Tonkünstlern einnehmen wird. Schon jetzt ist\ner ein Meister auf der Violine; sein Ton ist schön und voll, so-\nwohl im Adagio als im Allegro, auch bei den schwierigsten Passa-\ngen, seine technische Fertigkeit vollkommen; sein ganzes Spiel hat\netwas Geniales, das unwillkürlich einnimmt und fesselt. Der Vortrag"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "40", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620201-01.1.8", "texte": "des Concertcs von Mendelssohn zeigte die genannten Vorzüge\nin hellem Lichte und offenbarte zugleich die echte Künstlernatur\ndurch die Art und Weise der Auffassung und des Ausdrucks, der,\nohne In ein übertriebenes Tempo rubato zu verfallen, doch eben so\nweit entfernt blieb von metronomischem Einerlei als von virtuoser\nEffecthascherei. Es war eine wahre Ueberraschung für die Zuhörer,\nan einem Südländer diese Verläugnung der Subjectivität als Vir-\ntuose und im Gegensatz derselben das gediegene Versenken in das\ndarzustellende Object, in das musicalische Kunstwerk wahrzuneh-\nmen. Stürmischer Beifall und Hervorruf wurden ihm zu Theil, wie\ndas überall nicht ausbleiben wird auf der Reise durch Deutschland,\ndie er von hier aus anzutreten denkt.\nVon seiner Composition hörten wir ein grosses Concert und eine\n~maurische Elegie\" in der musicalischen Gesellschaft, eine Phantasie\nüber spanische Melodieen am Concert-Abende und eine andere in\neiner Matinee bei Herrn Capellmeister Hiller. In allen diesen Musik-\nstücken offenbart sich ein glückliches Talent und, namentlich in\nden beiden zuerst genannten, ein gelungenes Streben nach gediege-\nnem Inhalt.\nHerr Monasterio hat seine Studien auf dem Conservatorium zu\nBrüssel gemacht, wo de Beriot hauptsächlich sein Lehrer war; ge-\ngenwärtig ist er Mitglied der Capelle der Königin von Spanien und\nProfessor der ersten Violinelasse am Conservatorium zu Madrid.\nEin dritter Glanzpunkt an dem Concert-Abende des Dinstags war\ndie Sängerin Fräulein Henriette Röhn vom Hoftheater zu Mann-\nheim. Wir hatten schon im December v. J. Gelegenheit, diese aus-\ngezeichnete Künstlerin in den Concerten bei der Jubelfeier des Ge-\nsangvereins in Elberfeld zu bewundern (vgl. Nr. 50 d. vor. Jahrg.).\nIhr hiesiges Auftreten machte in der Arie aus Herold's Zweikampf,\neiner nicht ganz glücklichen Wahl, obwohl sie der Sängerin Gele-\ngenheit gab, ihre Kunstfertigkeit zu zeigen, allerdings auch grossen\nEindruck, allein erregte doch nicht in demselben Grade, wie in El-\nberfeld, die Begeisterung der Zuhörer. Die hiesige tiefere Orchester-\nstimmung genirte, wie es schien, die nicht daran gewöhnte Künst-\nlerin, während man sich freute, endlich einmal in dem Gürzenich\neine frische, jugendkräftige Stimme zu hören, welche den Saal bis\nin seine fernsten Ecken ausfüllte. Denn mit Ausnahme der Frau\nRübsamen-Veith war uns das seit Jahren nicht geboten worden.\nZum Schluss des Concertes fand die Aufführung des Finales von\nMe n del ss oh n's „Lorelei\" Statt, und in dieser wurde der Solo-\nPartie durch Fräulein Röhn eine so mächtig wirkende, dramatisch\nausdrucksvolle und über Chor und Orchester, ohne dass die Stimme\njemals auch nur entfernter Weise zum Schrei wurde, emporragende\nDurchführung, dass wir sehr wohl begreifen, welche Triumphe die\ni « f\nKünstlerin auf der Bühne feiern muss.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nN.\nKöln. Am zweiten Musik-Abende des Conservato-\nriums (vgl. Nr. 49 d. vorjähr. Jahrg.) hörten wir eine Arie von\nBach mit Violoncell, die Scene „Ah perfidolL von Beethoven, eine\nAlt-Arie von Mozart, zwei Lieder von F. Hiller und ein dreistimmi-\nges Ave verum von Cherubini von den Gesangschülerinnen vorge-\ntragen; einen hübsch ausgeführten Quintettsatz für Bogen-Instru-\nmente von Mozart und ein Rondeau für Violine von de Beriot; an\nCiaviermusik einen Concertsatz [C-dur) von Mozart, einen Sonaten-\nsatz mit Violine von Mendelssohn und den dritten nnd vierten Sa in\nder mit Violine von Beethoven — alle diese Ciavier-\nstücke von jungen Damen ausgeführt, welche alle drei, besonders\naber diejenige, welche die zwei Sätze der Beethoven'schen Sonate\nvortrug, ein recht erfreuliches Talent zeigten.\nAm 24. Januar hat der Verein der Serapions-\nbrüder vor einer gewählten Zuhörerschaft eine Operette: „Das\nIncognito\" oder „Der Fürst wider Willen\", von Ihrem geist-\nvollen Mitbürger Hermann Kipper aufgeführt. Die Vorstellung\nwar vortrefflich, und das Werk hatte einen vollständigen Erfolg in\ndoppelter Hinsicht, sowohl durch das Libretto, als durch die Musik.\nDie Handlung sprudelt über von heiterem Humor und verräth eine\ngrosse Bühnenkenntniss. Die Musik ist allerliebst, coquett, naiv und\noriginel, sie bekundet ein bedeutendes Talent und feinen Geschmack.\nUnter den lautesten Beifallsrufen erklärte der Präsident des Vereins\nden bescheidenen Autor der Operette (in Text und Musik), der bei\nder Vorstellung anwesend war, zum Ehren-Mitgliede des Vereins. —\nIn dem Concerte, welches der Vorstellung vorausging, erfreute uns\nHerr de Monasterio, dessen Talent seiner liebenswürdigen Ge-\nfälligkeit gleichkommt, durch den Vortrag von zwei Phantasieen für\ndie Violine von seiner Composition. Es ist keine Frage, dass dieser\njunge Künstler durch seine vorzüglichen Eigenschaften als Virtuose\nund Musiker in Deutschland grossen Erfolg haben wird."}]}