{"numero_id": "bm-bmtnabi-1862-02-15-01", "volume": "bmtnabi_1862-02-15_01", "ocr_sha256": "d21da92e4e700947caef072724836f0146bef53e7db89365de4299052741d160", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1862/02/15_01/bmtnabi_1862-02-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-15-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-15_01#c001", "volume": "bmtnabi_1862-02-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "49", "page_fin": "49", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "49", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 467, "texte": "Inhalt.\nCherubini. VI. Concert des Cäcilien-Vereins zum Besten der deutschen Hülfsgesellschaften in Paris. Von A. M,\nAus Manchester (Aus einem Privatbriefe). Von E. L. Siebentes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich. Tages- und Un-\nterhaltungsblatt (Köln, Concerte im Kometensaale Barmen, IV. Abonnements-Concert Mainz, R. Wagner Wiesbaden, ..Die\nKatakomben\" von F. Hiller Gotha, Hoftheater Kassel, 111. 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Den Namen\n„geistliche Concerte\" erhielten sie mehr von der heiligen\nZeit, in welcher sie Statt landen, als von dem Inhalt ihrer\nProgramme. Nach verschiedenen Directionen kamen sie in\ndie Hände von Legros, der seit 1771 unter Mitwirkung\nvon Gluck und Piccini sie auf eine höhere Stufe brachte\nund von Ludwig XVI. die Erlaubniss erhielt, sie im Mar-\nschallssaale zu geben. Sie bestanden bis 1791. Im Jahre\n1805 versuchte die Unternehmung der italiänischen Oper\nsie wieder ins Leben zu rufen, was in den folgenden Jah-\nren in verschiedenen Localen mit wechselndem Glücke\nwiederholt wurde. Unter der Restauration übernahm die\nVerwaltung der grossen Oper die Veranstaltung der Con-\ncerts spirituels nach einem grösseren Maassstabe; allein\nes gelang nicht, ihnen den früheren Glanz wieder zu ver-\nschaffen. Sie gingen endlich in die Conservatoire-Concerte\nüber, welche in der Osterwoehe auch jetzt noch den geist-\nlichen Charakter festhalten.\nDie Concerts des Amateurs entstanden im Jahre 1775\ndurch einige Hofbeamte von Rang, welche die musicali-\nsche Direction dem Componisten Gossec übertrugen. Sie\nwurden dadurch geschichtlich bedeutend, weil in ihnen\nim Jahre 1779 zum ersten Male in Frankreich eine Sin-\nfonie von J. Haydn aufgeführt wurde, welche der pol-\nnische Violin-Virtuose Fonteski nach Paris gebracht hatte.\nIm Jahre 1780 traten an die Stelle derselben die\nde la Loge olympique.Die Königin Marie Antoinette be-\nschützte sie; auf ihre Verwendung wurde der Gesellschaft\nein Saal in den Tuilerieen zu ihren Aufführungen bewil-\nligt. Für diese Concerte schrieb J. Haydn—wie die Fran-\nzosen meinen—die sechs Sinfonieen, welche als dessen Op.\n51 mit dem Titel: Repertoire de la Loge olympique, ge-\nstochen sind; es befinden sich aber zwei früher componirte,\nOp. 33, darunter. Im Jahre 1789 lös'te sich die Gesell-\nschaft auf.\nAusser den genannten bestanden die Concerte im\nTheater Faydeau von 1796 bis 1802; andere in der\nde Cleryunter Grasset's Direction in den ersten Jahren\nunseres Jahrhunderts; neue Con im Vaux-\nhall von 1815 bis 1829.\nDie Concerte der Societe des Enfants d'Apollon, de-\nren Mitglied Cherubini war, leitet ihren Ursprung bis auf\ndas Jahr 1741 zurück und besteht noch jetzt.\nRehren wir zu Cherubini's Thätigkeit als Componist\nzurück, so finden wir, dass er seit 1820, wo er zuletzt\neinige Nummern in Blanche lieferte (vgl. S.\n33), für die Oper nichts mehr schrieb. Erst im Jahre\n1832 bewogen ihn einige Freunde, eine früher compo-\nnirte komische Oper umzuarbeiten. Es war dies die drei-\nactige Oper KonJcourgi,welche er schon 1793 (auf dem\nLande in Gaillon beim Architekten Louis s. S. 25 —)\ngeschrieben hatte. Durch den entsetzlich dummen Inhalt\ndes Buches wurde sie verurtheilt, das Licht der Welt auf\nder Bühne nicht zu erblicken. Da sie aber mehrere aller-\nliebste Musikstücke enthielt, so interessirten sich einige\nVertraute von Cherubini für die Wiederaufnahme, und\ndurch Auber's Vermittlung lieferten Scribe und Melesville"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "50", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5130, "texte": "dem Meister einen neuen Text, dessen Vorwurf sie aus\n„Tausend und eine Nacht\" nahmen. Cherubini nahm das\nBuch an, behielt aber nur einige wenige Stücke aus der\nMusik zu Konkourgi bei und schuf eine fast ganz neue\nPartitur, deren Original-Handschrift tausend Seiten zählt.\nSo entstand die Oper AU Baba ou les quarante Voleurs.\nSie wurde den 22. Juli 1833 im grossen Opernhause\nzum ersten Male gegeben. Bei allen Kennern erregte es\nErstaunen, dass ein Tondichter, dessen erste Werke die\nJahreszahl 1773 trugen, sechszig Jahre nachher noch ein\nso umfangreiches Werk voll so seltener Frische und Gluth\nder Einbildungskraft schaffen gekonnt! Herz und Kopf des\ndreiundsiebenzigjährigen Meisters waren jung geblieben\nund sein letztes dramatisches Werk zeigte neben der voll-\nsten Reife des Wissens und Gestaltens die schönsten Blü-\nthen tiefen Gefühls und jugendlicher Leidenschaft. Dass\nes sich auf dem Repertoire nicht halten konnte, war bei\neinem Publicum, das sich durch den Duft der Blumen-\nbahn, auf welche Rossini und seine Nachahmer die Oper\ngedrängt hatten, berauscht hatte, gar nicht zu verwundern.\nAli Baba war seine letzte dramatische Composition.\nAllein ganz feiern konnte ein solcher Geist und eine so\ndurch und durch musicalische Natur nicht. Aus den letz-\nten Jahren seines Lebens rühren mehrere „Solfeggien\"\nvoll schöner Melodieen her, ferner auch vier Quartette\nund ein Quintett für Geigen-Instrumente und das zweite\nRequiem. Wenn dieses Requiem auch dem ersten vierstim-\nmigen an Erhabenheit der Gedanken nachsteht, so ist es\ndoch ein bedeutendes Werk. Es ist dreistimmig für Män-\nnerstimmen componirt; Cherubini hat es in seinem sieben-\nundsiebenzigsten Lebensjahre geschrieben und hatte es zur\nAufführung bei seiner eigenen Todtenfeier bestimmt. Von\nseinen Umgebungen bestürmt, liess er in dem fünften Con-\nservatoire-Concerte, den 19. März 1837, das Dies irae\ndaraus aufführen. Es wurde auf Verlangen am 24. März\nwiederholt. Am 25. März 1838 wurde das ganze Werk\nin zwei Abtheilungen gemacht*).\nSeine letzte Arbeit scheint ein Quintett für Geigen-\nInstrumente gewesen zu sein. „Im Winter 1838\", berich-\ntet Felis, „bat er einige Musiker zu sich und legte das\nQuintett auf, das er so eben vollendet hatte. Wenn man\nauch zugab, dass die Composition die Spuren seines hohen\nAlters trug, so erkannten dennoch Alle, dass darin immer\nnoch eine Frische der Ideen herrschte, die man einem\nManne, der beinahe mit einem Fusse im Grabe stand, un-\nmöglich zugetraut hätte.\"\nIm Jahre 1841 legte er seine Stelle als Director des\nConservatoires nieder; von der Zeit an nahm seine Alters-\nschwäche schnell zu und am 15. März 1842 verschied er.\nSein Ruhm und seine Werke werden dauernder sein, als\ndas Denkmal von Erz, welches man ihm jetzt in seiner\nVaterstadt Florenz errichten wird. Das beste Bildniss von\nihm ist das in Paris nach dem Gemälde von Ingres ge-\nstochene.\nDas vollständige, von Cherubini selbst verfasste Ver-\nzeichniss seiner Compositionen ist unter dem Titel:\ndes Manuscrils autographes de la Mitsique composee par\nM. Cherubini, Paris, 1843,(36 Seiten in 8.) von Bottee\nde Toulmon veröffentlicht worden. Wir geben hier nur\neine summarische Ucbersicht der darin verzeichneten\nWerke nach den verschiedenen Gattungen.\nA. Kirchenmusik. 1. Eilf grosse Messen, wovon\nfünf in Partitur gedruckt sind. 2. Zwei Todtenmessen\n[Requiem). 3. Eine grosse Zahl\nSanctus und Agnus,die zusammen fünf Messen für die\nCapelle des Königs bildeten und von denen ein Theil ge-\ndruckt ist. 4. Oredo, achtstimmig mit Orgelbegleitung\n(die Fuge daraus gedruckt in der Harmonielehre von Che-\nrubini und in der von Felis).—5. Zwei Dixit. —6.\nficat, vierstimmig mit Orchester. 7. Miserere, eben so.\n8. Te Deum,eben so. —9. Vier Litaneien.—lo. Zwei\nLamentationen für zwei Stimmen und Orchester. 1 l.Ein\nOratorium. —l2. 38 Motetten, Hymnen u. s. w. mit gros-\nsem und kleinem Orchester. 13. 20 Antheme, vier-,\nfünf- und sechsstimmig.\nß. Weltliche Gesangmusik. 1. Dreizehn italieni-\nsche Opern. 2. 59 italienische Arien zu verschiedenen\nOpern. —3. 9 Duette eben so. —4. 5 Terzette und Quar-\ntette eben so. 5. 7 Chöre und Finale's eben so. 6.\n/\nMehrere italiänische Madrigale. - 7. Sechszehn französi-\nsche Opern (sieben davon sind nicht in Partitur erschienen\nund vier sind in Verbindung mit anderen Componisten ge-\nschrieben).— 8. Ein Ballet. —9. 17 Gesangstücke zu fran-\nzösischen Opern.—10. 17 grosse Cantaten und Gelegen-\nheitsstücke mit Orchester.— 11. 77 italiänische Notturno's,\nfranzösische Romanzen u. s. w. 12. Eine grosse Zahl\nCanons.—13. Eine grosse Zahl Solfeggien für eine, zwei,\ndrei und vier Stimmen.\nC. Instrumentalmusik. 1. Eine Sinfonie.—2. Eine\nOuvertüre für Concert. 3. Zwischenacte, Märsche und\nTänze für Orchester. 4. 15 Märsche für Regiments-\nmusik. 5. Sechs Quartette für zwei Violinen, Alt und\nVioloncello (gestochen). —6. Ein Quintett. —7. Sonate für\nzwei Orgeln. 8. Sechs Sonaten für Pianoforte (gesto-\nchen). 9. Grosse Original-Phantasie für Pianoforte.\n10. Einzelne Solostücke für verschiedene Instrumente.\n*) Dazwischen ein Violin-Solo von Habeneck, gespielt von\neinem Schüler desselben! (Elwart, u. s. wp. 187.)\n\nL. B."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-15-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-15_01#c003", "volume": "bmtnabi_1862-02-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "51", "page_fin": "52", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.2.3", "titre_corps": "Concert des Cäcilien-Vereins zum Besten der deutschen Hülfsgesellschaften in Paris", "titre_sommaire": "Concert des Cäcilien-Vereins zum Besten der deutschen Hülfsgesellschaften in Paris", "signature_source": "A. 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December\nv. J. im Saale Herz durch ein erstes „öffentliches\" Con-\ncert ein recht erfreuliches Zeichen seines Wirkens. Das\nProgramm enthielt nur drei Componisten-Namen, aber\nwelch liebe Namen für jeden wahren Musik-Liebhaber:\nHändel, Beethoven und Mendelssohn. Jeder dieser\nNamen repräsentirt nicht nur das Beste aus seiner Zeit,\nsondern gleichzeitig einen liefen Zug „deutschen\" Lebens.\nHändel den starken, wahrhaft sittlichen Glauben, Beetho-\nven das Tiefste und Edelste, was das menschliche Herz zu\ndenken — nein, zu fühlen vermag, und Mendelssohn die\nromantische, echt nordische Phantasie, Luther, Göthe und\nUhland. H err Ehmant hatte gut gewählt, denn wenn wir\njetzt leider durch unser ganzes gesellschaftliches Treiben\n— besonders in Paris — fast die Fähigkeit verlieren, uns\nbis zur Gedankenhöhe der alten Kunst-Heroen zu erhe-\n*\nben, so wird doch stets die Arie: „Ich weiss, dass mein\nErlöser lebt\", oder die unübertroffene Grösse des Halle-\nlujah-Chors jedes Herz treffen, das überhaupt noch zu be-\nwegen ist.\nDie Phantasie für Piano, Orchester und Chor von\nBeethoven ist eine der Compositionen, die mit am klarsten\nbeweisen, ein wie umfassend allseitiges Genie dieser grösste\naller Musiker besass. Grazie und Kraft, Eleganz und Tiefe,\nleichte Tändelei und erstaunenswürdige titanische Grösse\n—alles das reiht sich zum harmonischen Ganzen und bil-\ndet so eben ein „vollkommenes\" Kunstwerk. Das Thema\nist liebenswürdig, freundlich und von rührender Einfach-\nheit. Während der ersten Variationen für Flöte und Cla-\nrinetten glaubt man, das ganze Stück würde diesen sinni-\ngen Charakter behalten, aber wie erkennt man am Ende,\nwenn Clavier-Soli, Chöre und das ganze Orchester da-\nhinbrausen, welche Jupiter-Natur mit uns vorher gescherzt\nhatte!\nDie Walpurgisnacht gehört unbedingt zu den besten\nWerken Mendelssohn's. Die Ouvertüre ist überschrieben:\n„Schlechtes Welter und Uebergang zum Frühling\". Nach-\ndem das Orchester den A-moll-Kcc, gefolgt von seinem\nDominant-Accord, kräftig angeschlagen, geht die Wiriii-\nschaft in den Contrabiissen und Violoncelli los. Hu! wie\ndas heult und kracht! das werdet ihr nie verstehen, Fran-\nzöslein! da muss man an der Elbe, Weichsel oder Oder\ngelebt haben, um solch eine erste Mainacht zu begreifen.\nDie ganze Erde ächzt und stöhnt bei der Geburt des lieb-\nlichen Kindes „Frühling\". Der Frühling kommt bei uns\nnicht allmählich, französisch-höflich, angeschlichen, nein,\nwenn Eis und starrer Frost noch die ganze Erde gefangen\nhalten, dann urplötzlich saust heran der Thauwind,\nbricht das Eis der Flüsse und schmilzt die dicke Schnee-\ndecke, und dann, wenn noch der letzte Schnee liegt, stecken\nschon die Schneeglöckchen ihre weissbehaubten Köpfchen\ndurch und läuten Veilchen und Primeln aus dem Winter-\nschlafe auf. In der Ouvertüre Mendelssohn s tritt auch der\nFrühling so unerwartet ein. Das Orchester bleibt nach\nheftigen jF-efew-Accordschlägen urplötzlich still, und das\nFagott allein steigt durch den Ouartsext-Accord von\nbis in den blauen Himmel. Es fängt allerdings noch manch-\nmal an zu lärmen, aber bald besiegt des Frühlings A-dur-\nThema das Stürmen und tritt freundlich klar hervor und\nlieblich, wie der Frühling selbst. Wollen wir die ganze\nIdee der Ouvertüre nochmals zusammenfassen, so möge es\nuns erlaubt sein, zwei Verse Uhland's hieher zu setzen:\nHorch! wie brauset der Sturm und der schwellende Strom in\nder Nacht hin!\nSchaurig süsses Gefühl! lieblicher Frühling, du nah'st!\nUnd nun einige Worte über die im Ganzen trefflich\ngelungene Ausführung. Zuerst Dank und Lob dem Füh-\nrer, Herrn Ehmant. Die Chöre und das Orchester gingen\ntrefflich zusammen und der Eifer und die Aufmerksam-\nkeit sämmtlicher Damen und Herren bewies, dass Herr\nEhmant das wichtigste Geheimniss eines Directors besitzt,\nwir \"meinen, die Mitwirkenden für die Sache selbst zu\ninteressiren. Gespannteste Aufmerksamkeit, Freude am Ge-\nlingen, das lasen wir auf jedem Gesichte. Nun, meine Da-\nmen und Herren, wenn es Ihnen am Gelingen lag, so ha-\nben Sie erreicht, was Sie ersehnten, und das Publicum\nhat Ihnen durch reichlichen Beifall und stürmischen ller-\nvorruf Ihres Dirigenten deutlich genug bewiesen, dass man\nIhnen und Ihrem Dirigenten danke für den seltenen Ge-\nnuss in Paris, ein deutsches Werk deutsch und musicalisch\ntrefflich ausgeführt gehört zu haben. Wir sprechen nicht\nüber die Solisten. In einem „Gesangvereine\" sind diese\nHauptpersonen Nebenpersonen, und wir können uns vor-\nstellen, wie viel Mühe Herr Ehmant gehabt haben muss,\num überhaupt Solosänger aufzutreiben, die, wie die So-\nlisten der Walpurgisnacht es gethan, wenigstens nicht\nstörend eingriffen und das Werk anständig durchgebracht\nhaben. Da wir überhaupt von einem wahrhaft deutschen"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "52", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4367, "texte": "Concerte reden, wird es uns auch Niemand übel nehmen,\nwenn wir ob des Deutschthums von Namen, die auf ini,\ncsi und rska enden, ernstliche Zweifel hegen. Eines Soli-\nsten aber dürfen wir nicht vergessen, und dies ist unseres\ntrefflichen Lübeck. Ernst Lübeck hat seinen wohlver-\nS\ndienten grossen Erfolg den Eigenschaften zu verdanken,\ndie uns hebs!—bei den anderen so genannten grossen\nCiavier-Virtuosen so oft fehlen. Dieser Ciavierspieler im-\nponirt besonders durch sein Fertigsein (ich sage nicht:\nFertigkeit, weil ich hier um keinen Preis nicht verstan-\nden werden möchte). Nichts misslingt ihm, Alles ist voll-\nkommen klar und dadurch gross und edel. Da ist kein\narmseliges Effecthaschen. „Hier stehe ich, ich kann nicht\nanders, Gott helfe mir! Amen.\" Er trägt uns einfach\neine grosse Composition vor und ist stolz, wenn der\nBeifall eben so sehr der Composition als dem Vortrage\ngilt, denn dann ist sein Zweck erreicht. Und ist das nicht\nder wahre Zweck des Virtuosen? Was liegt uns an Tril-\nlern, Octaven, Terzen und Sextenläufen, wenn wir sehen,\ndass das ganze Stück eben nur geschrieben ist, um diese\nKunststückchen zu zeigen. Lübeck kann das alles eben so\ngut, als irgend einer, aber als ernster Künstler verschmäht\ner solchen Klingklang und wendet sein grosses Talent an,\nernste, grosse Compositionen zur Geltung zu bringen und\nuns Liebe zu den Meistern einzuflössen, deren Cultus er\nsein Talent und Leben geweiht hat. Seines ungemeinen\nErfolges in diesem Concerte erwähne ich nicht, er wird\nstets Erfolg haben—wie er ihn stets gehabt hat—, wenn\ner gute Musik einem guten Publicum vorträgt.\nBichard Lindau.\n(Ueber das oben erwähnte Concert geht uns noch ein\nanderer Bericht zu, dem wir Folgendes entnehmen:)\nVielleicht könnte ein subtiler Kritiker hier und da\nEinzelnes herausfinden, das etwas zu wünschen übrig\nHesse, aber dies wäre viel zu weit gegangen bei einem\nVereine, der letzten Samstag zum ersten Male vor die Oef-\nlentlichkeit trat, wenn doch bei Leuten von Fach, die schon\nJahre lang zusammenwirken, es mitunter auch etwas aus-\nzusetzen gibt. War doch das Ganze sehr gelungen und\nversetzte die Executanten sowohl wie das Auditorium in\njene Stimmung, die man nicht immer von musicalischen\nAuflührungen mit nach Hause nimmt. Ueberhaupt wer\nwollte da mäkeln, wenn durch dieses Concert es zur That-\nsache wird, dass die deutsche Colonie in Paris wieder um\nein Institut reicher geworden, das geeignet ist, dem deut-\nschen Volke den guten Buf seiner musicalischen Befähi-\ngung unbestrilten zu erhalten. Wir sagen: unbestritten,\ndenn es ist uns nicht bekannt, dass in Paris ein Verein\nfranzösischer Dilettanten aus bürgerlichen Kreisen von\nDamen wie Herren existirt, welcher sich die Pflege der\nclassischen Musik, wieder „ Cäcilien-Verein\", oder jeder\nanderen Musik zur Aufgabe gestellt hätte. Dem Schreiber\ndieser Zeilen gereicht es aber zur grossen Genugthuung,\ndass seine in Nr. 3 der „Pariser Zeitung\" ausgesproche-\nnen frommen Wünsche keine fromme Wünsche mehr sind,\nsondern sich nach und nach verwirklichten. Aus den ver-\nschiedenen Vereinen, welche hier das deutsche Männer-\nQuartett cultiviren, besonders aus dem „Liederkranze\",\nentwickelte sich der Keim zu dem „ Cäcilien-Vereine\",\nwelchem, nach seinem ersten öffentlichen Auftreten zu\nschliessen, eine schöne Zukunft zu prophezeien ist, und\nschon reiht sich, wie die „Pariser Zeitung\" Nr. 122 mel-\ndet, diesen älteren Vereinen ein neuer an, eine grössten-\ntheils aus Deutschen bestehende Orchester-Gesellschaft,\nwelche, wie es damals gewünscht wurde, wohl in einiger\nZeit im Stande sein wird, sich bei grösseren Concerten\nmit ihren Vorgängerinnen und Colleginnen zu verbrüdern.\nDenn wenn es auch keine leichte Aufgabe ist, Dilettanten\nzu einem wohlgeübten Orchester zu schulen, so ist dies\ndoch keineswegs eine Unmöglichkeit, und wenn es sich\num ein Concert wie das kürzlich Statt gehabte handelt, so\nwerden wohl zahlreiche Proben und tüchtige Einstudirung\ndie Routine ersetzen, welche im Vergleich zu Fachleuten\nDilettanten abgeht. Den deutschen Wohlthätigkeits-Ver-\neinen würden dann in solchen Fällen weit grössere Ein-\nnahmen zufliessen, und wenn schliesslich im Interesse der-\nselben und im Interesse der Musikfreunde der Cäcilien-\nVerein um eine baldige zweite Aufführung ersucht wird,\nso hoffen wir, dass er diesem mehrseitig geäusserten Ver-\nlangen bereitwillig entsprechen möge.\n\nA. M."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-15-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-15_01#c004", "volume": "bmtnabi_1862-02-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "52", "page_fin": "53", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.2.4", "titre_corps": "Aus Manchester.", "titre_sommaire": "Aus Manchester.", "signature_source": "E. 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Meine Stellung und ein\nbald mir gewordenes häusliches Glück bewahrten mich\nvor dieser Gefahr; allein täglich drängle sich mir mehr\nund mehr die Ueberzeugung auf, dass etwas geschehen\nmüsse, deutsche Geistes-Cultur bei meinen Landsleuten zu\nerhalten und zu befördern, sie mit dem Vaterlande in fort-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "53", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4644, "texte": "*\nwährende rege Verbindung zu bringen. Der Tag, an wel-\nchem meine Wünsche erfüllt werden \"sollten, blieb auch\nnicht fern; denn der 11. November 1859 vereinigte zum\nersten Male die hiesigen Deutschen wieder mit dem gan-\nzen deutschen Vaterlande, indem Schiller's Geburtstag aufs\nglänzendste begangen wurde. Zwei schöne Vereine waren\ndie Folge, eine Schiller-Anstalt, deren Zweck es ist,\ndeutsche Geistes-Cultur bei den hiesigen Deutschen zu er-\nhalten und Nicht-Deutschen leichter zugänglich zu machen,\nund eine Liedertafel zur Pflege deutschen Männerge-\nsanges. Erstere wurde Anfangs Juli 1860 eröffnet und\nsteht zur Genugthuung ihrer Stifter in bester Blüthe. Bei-\nnahe 400 Mitglieder (grösstentheils Deutsche) benutzen\ndas Institut, in welchem sich die besten deutschen Zeitun-\ngen (aber auch französische, spanische, italiänische, hollän-\ndische, dänische, englische), eine ansehnliche Bibliothek,\nein Conversationszimmer, ein Schachzimmer, ein literari-\nscher, ein stenographischer und ein wissenschaftlicher Club\nbefinden. Diesen Winter haben wir Vorlesungen über\nLessing, Börne, Shakespeare, Milton, Burns u. s. w. ge-\nhört und die musicalischen Deutschen zu musicalischen\nSoireen vereinigt. Die Liedertafel hat seit ihrer Stiftung\nunter der vortrefflichen Leitung des Herrn Eduard\nHecht aus Frankfurt am Main die besten Fortschritte ge-\nmacht. Auch muss ich noch erwähnen, dass aus der Schil-\nler-Anstalt zwei neue Vereine hervorgingen, ein „Turner-\nVerein\" und ein „Deutscher National-Verein\", kurzum,\ndas Treiben unter den Deutschen Manchesters ist jetzt ein\nso reges, dass man sich kaum in einem fremden Lande\nwähnt.\nDie Liedertafel gab ihr erstes öffentliches Concert\n(zum Besten des Manchester-Fonds zur Errichtung eines\nPrinz-Albert-Denkmals) am vergangenen Montag, und\nder Erfolg war ein derartiger, dass ein jedes Mitglied des\nVereins stolz darauf sein mag, demselben anzugehören;\ndenn höchst competente Richter erklären, dass sich keine\nStadt ausserhalb Deutschlands eines solchen Männer-Ge-\nsangvereins rühmen und dass die manchesterer Liedertafel\nsich mit Zuversicht den besseren deutschen Vereinen an\ndie Seite stellen kann. Der Verein zählt an sechszig Sän-\nger, und wenn wir bedenken, dass diese grösstentheils\nwenig in der Musik bewandert sind, dass sie, wie Schiller\nim „ Wallenstein\" sagt, „aus Ost und West, aus Süden\nund aus Norden zusammengeschneit und geblasen wor-\nden\", so ist es,fast ein Wunder, dass eine solche Reinheit,\neine solche Genauigkeit und so viel Wohlklang erzielt\nwerden kann. Der berühmte Tonkünstler Stephen Hel-\nler, der das Concert mit seiner Gegenwart beehrte, war\nganz ergriffen davon, und lange ist keine musicalische Auf-\nführung (und in Manchester fehlt es wahrlich an vielen\nund guten Concerten nicht) in den musicalischen Cirkeln\nund den öffentlichen Blättern so gerühmt worden. Man\nerinnerte sich dabei, was für uns sehr schmeichelhaft war,\ndes grossen Genusses, den Ihr kölner Männer-Gesangverein\nuns bei seiner leider nur einmaligen Anwesenheit hier ge-\nwährt hat. Als Zeugnisse der öffentlichen Stimme lege ich\nIhnen die Berichte aus den ersten hiesigen Blättern bei.\nWas die Ausführung betrillt, so ist den Engländern\nbesonders der Klang der deutschen Tenor-Bruststimmen\nneu. Die englischen Männer-Gesangvereine singen näm-\nlich alle Tenor-Partieen mit Kopf- oder Fistelstimme, und\ndie nur hier zu Lande existirenden männlichen Altisten\nmachen gewöhnlich die ersten Tenoristen; die Tenöre\nselbst singen die zweite Stimme, weil sie selten Höhe ge-\nnug haben.\nDas Concert fand in der Freihandels-Halle unter der\nLeitung der Herren Ed. Hecht für die Gesangsachen und\nCharles Halle, dessen Orchester engagirt war, für die\nInstrumentalstücke Statt. Letztere bestanden in den Ouver-\ntüren zu „Egmont\" von Beethoven und zu „Stradella\"\nvon Flotow; ferner wurde das Andante aus der eilften\nSinfonie von Haydn gemacht, und die Herren Halle und\nHecht spielten das Duo von Moscheies und Mendelssohn\nüber den Preciosa-Marsch für zwei Pianofortes, und Halle\nallein zwei Bravourstücke von Schubert und Weber.\nDie Liedertafel führte in mehreren Abtheilungen auf:\nSchiller's Dithyrambe von Rietz; Ouvertüre und drei\nChöre aus der Antigone von Mendelssohn und meh-\nrere Lieder, z. ß. „Der frohe Wandersmann\" und „Des\nJägers Abschied\" von Mendelssohn, „Untreue Liebe\" und\n„Lorelei\" von Silcher, „Die Capelle\" von Kreutzer, „Das\ndeutsche Vaterland\" von Reichardt u. s. w.\nUebrigens hat sich in England ein deutscher Sän-\ngerbund gebildet, der sich dem allgemeinen deutschen\nSängerbunde anschliesst. Vorort desselben ist London und\ndie Geschäftsführung ist dem londoner „Liederkranz\" an-\nvertraut.\n\nE. L."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-15-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-15_01#c005", "volume": "bmtnabi_1862-02-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "53", "page_fin": "54", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.2.5", "titre_corps": "Siebentes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferdinand Hiller.", "titre_sommaire": "Siebentes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferdinand Hiller.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "53", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.5", "debut_caractere": 4646, "fin_caractere_exclue": 5156, "texte": "Siebentes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn\nFerdinand Hiller.\nDinstag den 11. Februar 1862.\nProgramm. Erster Theil. 1. Ouvertüre zu „Alladin\" von\nKarl Reinecke (zum ersten Male). 2. Arie aus den „Jahreszei-\nten\" von J. Haydn (Fräulein Julie Rothenberger). 3. Piano-\nforte-Concert von R. Schumann (Herr Louis B ras sin). 4. Fi-\nnale dritten Actes der Oper „Armidea von Gluck (Armide: Fräu-\nlein J. Rothenberger. Die Furie des Hasses; Fräulein Gertrud"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3474, "texte": "von Conraths). 5. Ungarische Rhapsodien für das Pianoforte von\nF. Liszt (L. B ras sin). 6. Solo (Fräulein Rothenberger) und Chor\naus der Oper „Castor und Pollux\" von Rameau, 1737 (zum er-\nsten Male).\nZweiter Theil. Sinfonie Nr. VII. in A-dur von L. van\nBeethoven. '\nEintönigkeit kann man dem Programm nicht vorwerfen, aber\nauch Einheit nicht als dessen Vorzug preisen: Reinecke und Ilaydn,\nSchumann und Gluck, Rameau und Liszt, da ist an Verschiedenheit\nder Zeit und des Stils kein Mangel. Reinecke?s Ouvertüre ist ein\nrecht artiges Orchesterstück, das ohne bedeutende Originalität recht\ngut gemacht ist. Das Publicum liess es indess ohne irgend ein Bei-\nfallszeichen vorübergehen. Wie der Inhalt mit dem Titel harmo-\nnire, ist uns freilich auch nicht klar geworden; auch weiss man\nnicht, ob Oehlenschläger's Drama oder bloss Alladin als Märchen\ndas Programm bildet, wie neulich Michel Angelo bei Gade, Dante\nbei Liszt u. s. w. Das Finale aus Gluck's „Armide\" machte keinen\nrechten Eindruck; zu dem dramatischen Ausdruck des Gesanges der\nGluck'schen Heroinen gehören grosse Stimmen und eine vollkom-\nmene Reife der musicalischen und ästhetischen Bildung; das Erstere\nbesitzen die beiden jugendlichen Sängerinnen nicht, und das Zweite\nist von ihnen trotz ihres schönen Talentes und eifrigen Studiums\nnoch nicht zu verlangen. Im Verhältnisse der Mittel leisteten Beide\nErfreuliches, bis auf den Mangel an deutlicher Aussprache, der um\nso unbegreiflicher ist, als die Lehrer beider Damen (Herr Kammer-\nsänger Koch und Herr Professor Böhme) darauf sehr hohen Werth\nlegen und die grösste Sorgfalt beim Unterricht darauf verwenden.\nFräulein Rothenberger sang ausser der Partie der Armide noch die\nArie: „Welche Labung für die Sinne\", von Haydn (freilich auch\nkeine Concert-Arie) und das kleine Solo in Rameau's Chor, Beides\nmit recht lieblicher, besonders in der Höhe leicht und wohlklingend\nansprechender Stimme und gutem Vortrage, da sie sich auf diesem\nlyrischen Gebiete weit heimischer fühlte, als auf dem tragischen.\nDie Chöre der Furien waren auch etwas matt; recht schön aber der\nliebliche Chor von Rameau.\nDer Glanzpunkt des Abends wären die Vorträge des eminenten\nPianisten Louis B ras sin. Er spielte das Scliumann'sche Concert\nmit grossem Verständnisse, vollendeter Technik und in edler Vor-\ntragsweise, und erregte (Jurch den Glanz der Ausführung der Liszt'-\nschen Rhapsodien Erstaunen. Den ganz ungewöhnlichen Erfolgen,\ndie er im Auslande, namentlich in Paris und Brüssel, gehabt und\nvon denen auch in diesen Blättern schon öfter die Rede gewesen,\nreihte sich hier ein eben so glänzender an, an welchem wir um so\ngrösseren Antheil nahmen, als Brassin sich die Gediegenheit eines\ndeutschen Künstlers bewahrt hat, wie er denn auch besonders durch\nseine Propaganda der Sehumann\\schen Ciaviermusik in Belgien sich\nein sehr anerkennungswerthes Verdienst um die vaterländische Ton-\nkunst erworben hat. Es ist keine Frage, dass er einen hohen Rang\nunter den neueren Ciavier-Virtuosen erreicht hat; zugleich macht\nseine ruhige Haltung am Piano auch bei den schwierigsten und feu-\nrigsten Stellen einen wohlthuenden Eindruck.\nFür die zweite Abtheilung des Concertes war uns die prächtige\nvon Beethoven vorbehalten, und wir konnten uns\ndem hohen Genüsse mit voller Begeisterung hingeben, da sie uns\nin einer ganz vorzüglichen Ausführung, die namentlich in deilijdrei\nletzten Sätzen ihre Vollkommenheit erreichte, vorgeführt wurde.\nDas achte Concert findet am 25. Februar Statt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-02-15-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-02-15_01#c006", "volume": "bmtnabi_1862-02-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "54", "page_fin": "56", "image_debut": 6, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.6", "debut_caractere": 3476, "fin_caractere_exclue": 6422, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nRollt« Die populären Concerte im Kometensaale des Herrn\nDickopf unter Leitung des Herrn Joh. Peters haben auch in die-\nsem Winter erfreulichen Fortgang. In dem Benefiz-Concerte de»\nHerrn Dirigenten am 7. d. Mts. gab die Capelle sehr lobenswerthe\nBeweise von genauem uud ausdrucksvollem Zusammenspiel in den\nOuvertüren von Beethoven (Leonore), Weber (Freischütz), Rossini\n(Teil) und der C-mollS\\x\\ior\\\\G von Beethoven, und es war für das\nOrchester und das Publicum ehrenvoll, dass bei dem Andante die\ngespannteste Stille herrschte und am Schlüsse ein rauschender Ap-\nplaus ausbrach»\n* Barineil« Das vierte Abonnements-Concert brachte\ndie Sinfonie in C-moll von Niels W. Gade und das recht brav\nvon Herrn Franz Seiss gespielte Yiolin-Concert von David. Die\nzweite Abtheilung war dem Andenken Heinrich Mar sehne r's\ngeweiht. Es ging ihr ein Prolog: ~Dem Verewigten\", gedichtet und\ngesprochen von Karl Siebel, voraus, worauf die Ouvertüre zum\n„Vampyr\", die Introduction zur Oper „Templer und Jüdin\", zwei\nLieder (aus Siebel's „Liederheft vom Rhein\") und zum Schluss das\nVorspiel zur Oper „Hans Heiling\" folgten. Die Ausführung war\nüberall befriedigend. Die Soli wurden von Fräulein Hermine\nMann und den Herren J. Petack aus Elberfeld und C. Berg-\nstein aus Aachen gesungen.\nMainz» Richard Wagner ist seit einigen Tagen hier ange-\nkommen und beabsichtigt sich in unserer Nähe am Rheine nieder-\nzulassen. Wie wir erfahren, hat er die Wiederaufnahme der seit\nlänger unterbrochenen musicalischen Ausführung seiner Nibelungen-\nStücke vor, wovon das nächst vorliegende die Vollendung des drit-\nten Stückes, „Der junge Siegfried\", begreift. Wir können auch ver-\nsichern, dass, obwohl dieser Stoff von heroisch-heiterem Charakter\nist, dennoch wohl viel fehlt, ihm die Bezeichnung einer komischen\nOper ertheilen zu können, mit deren Ausführung verschiedenen irri-\ngen Gerüchten nach R. Wagner sich gegenwärtig befassen will.\nDie Proben zu F. Hillens Oper „Die Kata-\nkomben\" sind vollendet; die Generai-Probe findet Freitag den 14.\nStatt, die erste Aufführung Samstag den 15. Februar,\n* • i ;: v • ■ ... •' - t •\nDas Hoftheater in Gotha, von dem Theater-Baumeister Ed.\nTitz aus Berlin ganr£ neu hergestellt, wurde am 10. Januar eröff-\nnet und soll an zweckmässiger Einrichtung und eleganter Ausstat-\ntung mit den schönsten deutschen Theatern wetteifern.\nffiLassel« Das Programm des dritten Abonnements-Concertes\nder Mitglieder des Hof-Orchest.ers enthielt: Ouvertüre zur Oper „Der\nVampyr\" von Marschner, Arie der Anna aus „Hans Heiling\" von\nH. Marschner (Fräulein Erhardt), Quintett für Pianoforte, Flöte,\nClarinette, Horn und Fagott (C-mollJ von L. Spohr, vorgetragen von\nden Herren Alfred Jaell, königlich hannoverscher Hof-Pianist\nWeisse, Neff, Schormann und Liebeskind, Chor für Frauenstimmen\naus Blanche de Provence von Cherubini, Violin-Coneert von Mendels-\nsohn, vorgetragen von Herrn Wipplinger, zwei Lieder im Volkstöne"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 7530, "texte": "für gemischten Chor von Rob. Schumann und drei Salon-Piecen für\nPianoforte, vorgetragen von Herrn Alfred Jaell. 11. Theil: Sinfonie\nNr. 4 in B-dur von Niels Gade.\nHerr Jaell spielte die angeführten Ciaviersachen auf einem vor-\ntrefflichen Erard'schen Flügel mit der ihm eigenen Eleganz und Si-\ncherheit, und Herr Wipplinger brachte das Mendelssohn'sche Violin-\nConcert in so ausgezeichneter Weise zu Gehör, dass mau seine nur\nwenige Tage nach dem Concerte erfolgte Ernennung zum Concert-\nmeister nur als eine wohlverdiente Auszeichnung des in jeder Weise\nso tüchtigen Künstlers betrachten kann. Die Leitung des ganzen\nConcertes durch Herrn Hof-Capellmeister Reiss war in jeder Bezie-\nhung vortrefflich.\nff 5. Februar. Durch seine heutige Aufführung\nder Mozart'schen Figaro-Ouverture und der dem Altmeister Spohr\ngewidmeten vierten Sinfonie von Gade (B-dur) widerlegte der hiesige\nOrchester-Verein die vorübergehend aufgetauchten Befürchtungen\neines allmählichen Erlahmens seiner jugendlichen Kraft und Munter-\nkeit. Die genannten, 'mit anerkennenswerther Präcision und Wärme\nproducirten Compositionen bildeten den Gipfel des Concertes. Auf\nden Vorstufen begegneten wir einer willkommenen Reminiscenz,\nHummel's Adagio und Rondo in B-dur mit Orchester für Ciavier,\ndessen Partie der Lenker des Vereins, Herr Musik-Director Klein,\ngefällig übernommen hatte, zur Freude des Publicums, das mit ge-\nrechtem Danke, irren wir nicht, den lange vorenthaltenen Genuss\nerkannte, den Vertreter der Chopin'schen Schule unter uns einmal\nwieder öffentlich an seinem Instrumente zu hören. Matf vermuthet,\nes gebühre vielleicht einiger Antheil an dem Entschlüsse des Spielers\nden Vorzügen des gespielten Concertflügels, eines lobenswerthen Er-\ngeugnisses der Pianoforte-Fabrik und Orgel-Werkstatt der vereinig-\nten Gebrüder Röhl fing hierselbst. Auf die Verbesserung seines\nInventars an Blas-Instiumenten ist der Orchester-Verein eifrig be-\ndacht. Unvermeidliche Schwächen in der Besetzung und dem Ver-\nhältnisse der Bleche zu den Saiten, welche namentlich bei der das\nConcert eröffnenden Ouvertüre zu „Nero\" von Reissiger (C-moll)\nfühlbar blieben die Temperatur des Saales wich des milden Wet-\nters ungeachtet von der äusseren einiger Maassen ab und schien die\nReinheit der Stimmung zu beeinträchtigen —: sie lassen sich be-\nkanntlich auf verschiedene Weise decken oder mindern. Die Wahl\ndes Programms hat ausser der allgemeinen Wichtigkeit eine beson-\ndere für Institute wie der so strebsame Verein, und es würde schwer-\nlich zum Nachtheil seiner Erfolge die Erwartung sich bestätigen, zu\nwelcher dem Vernehmen nach man immer noch berechtigt ist, dass\nderselbe die so warm von Leipzig und Berlin aus anempfohlenen\nSinfonieen von Karl Philipp Emanuel Bach seinem Uebungs Reper-\ntoire i\\nd den ErÖffnungstheilen seiner künftigen Concerte einverlei-\nben wird. Das HummeFsche Ciavierstück in der Mitte des heutigen\nEröffnungstheiles zwischen den beiden Ouvertüren zu „Nero\" und\n„Figaro\" ward eingefasst von zweistimmigen und einstimmigen Lied-\ngesängen freundlicher Mitglieder aus dem Damenkranze des hiesigen\nGesangvereins.\nFlotow' s neueste Composition besteht in der begleitenden Mu-\nsik zu Putlitz* historischer Tragödie:.. Wilhelm von Oranien in\nWhitehali\".\nIn Würzburg starb am 5. Januar der Hofrath und Professor\nDr. Fröhlich, Gründer und langjähriger Leiter des dortigen Mu-\nsik-Instituts und als eifriger Förderer guter Musik auch in weiteren\nKreisen bekannt, im Alter von 82 Jahren.\nl2. Januar. Die gestrige Production unserer Lie-\ndertafel kann sowohl in Bezug auf die Vocal- wie Instrumental-Vor-\nträge zu einer der gelungensten gerechnet werden. Dieselbe begann\nmit der herrlichen Cantate „An das Vaterland\", Gedicht von Müller\nvon Königswinter, componirt von F. Hiller, dessen imposantes und\noft überwältigendes Tongebilde in inniger Harmonie mit dem Texte\nbeim nürnberger Sängerleste mit grösstem Enthusiasmus aufgenom-\nmen wurde und im deutschen Liederwalde für alle Zeiten grünen\nund blühen wird. Ijnsere Liedertafel bewährte durch intelligenten\nund lebensfrischen Vortrag dieses Ton Werkes, so wie der weiteren\nChörej bestehend aus einem Volksliede, gleichfalls von Hiller, dann\n„Geh zur Ruh ** von Neeb und „Sturmesmythe'\" von Lachner ihren\nalten Ruf und längst anerkannte Vorzüge. Die Chöre, in allen Stim-\nmen sehr zahlreich besetzt, entwickelten Kraft und Sicherheit in den\nEinsätzen. Im Allgemeinen macht sieh in unserer Stadt, veranlasst\ndurch die mit so grossem Beifalle aufgenommenen und gediegenen\nLeistungen der unter Leitung des Herrn Hiinn stehenden Gesell-\nschaft, ein bedeutender Aufschwung im Reiche der Töne bemerkbar.\n$1 Seift« Als Pendant zur vorjährigen Concert-Aufführung der\nSchubert'sehen Oper „Der häusliche Krieg\" beabsichtigt dem Ver-\nnehmen nach die ..Gesellschaft der Musikfreunde\", im März in ähn-\nlicher Form abermals eine Schubert'sehe Oper, und zwar ..Alfons\nund Estrella\", vorzuführen, deren Original-Partitur (Autograph) sie\nzu erwerben erst kürzlich so glücklih war.\nIn dem letzten Concerte der Sophien-Akademie\nwurde die C hri stn ach t-Cantate von A. v. Platen, componirt von\nFerd. Hill er, mit grossem Beifalle aufgeführt.\n*** Utrecht, Unser erstes Stadt-Concert fand diesen\nWinter etwas spät, erst am 18. Januar, Statt, Dank den Umtrieben\neiner gewissen Partei, welche das seit länger als zweihundert Jah-\nren bestehende Collegium musicum mit dem Sinnspruche Amat alta\nsilentia Musa (was hier so viel bedeutet, als: ..es macht nicht viel\nLärmens von sich selbst\") gern in den Hintergrund drängen möchte.\nEs begann mit der Sinfonia eroica von Beethoven, welche\nunter der bewährten, eben so umsichtigen und sicheren, als durch\nrichtige Auffassung des Geistes classischer Musik ausgezeichneten\nDirection des Herrn J. H. Kufferath auf treffliche Weise ausge-\nführt wurde und nach jedem Satze einen lebhaften Applaus hervor-\nrief. Dennoch steigerte sich die Aufmerksamkeit und Präzision des\nOrchesters noch mehr bei dem Vortrage des herrlichen Violin-Con-\ncertes Nr. 11 von Spohr durch August Kömpel, so dass die\nAusführung dieses Concertes in jeder Hinsicht eine vollkommene\nLeistung war. Das Publicum war ausser sich ; Hervorruf mit Trom-\npeten- und Paukenschall wurde dem Künstler zu Theil. Nach dem\nmeisterhaften Vortrage der Variationen von Vieuxtemps spielte\ner, um dem stürmischen .Dacapo-Rufe zu genügen, die letzte Va-\nriation noch einmal und, da das Publicum sich noch nicht beru-\nhigte, eine Fuge von Bach, die wir zwar schon einige Male von\nberühmten Violinisten gehört hatten, aber so trefflich, wie jetzt,\nnoch nie. In einer Soiree bei Herrn Kufferath hat sich Herr Kömpel\nauch als ein ganz ausgezeichneter Quartettspieler bewährt.\nIn Dordrecht hatten wir am 8. Januar Herrn Kömpel gehört,\nwo er Beeth oven's Violin-Concert spielte und dadurch einen un-\ngemeinen Eindruck machte. Durch die brillante Ausführung einer\nschwierigen, aber sehr effectvollen Toccata von F. Hill er, deren\nClavier-Begleitung der Componist für Kömpel instrumentirt hatte,\nerregte derselbe ebenfalls Erstaunen und stürmischen Hervorruf.\nEinen Rath möchten wir aber noch du ich Ihr geschätztes Blatt\nden Künstlern ertheilen, die Holland besuchen. Jedes Land hat\nseine Sitten und Gewohnheiten und seine tonangebenden Gesellschaf-\nten. Der fremde Künstler muss, wenn er neben dem Beifalle auch\nGeld verdienen will, in Amsterdam zuerst in Felix Meritis, im\nHaag zuerst in den Diligentia-Concerten (Dirigent Verhülst), in\nUtrecht zuerst in den Stadt-Concerten (Dirigent Kufferath) auf-\ntreten. Quod est notandum.\ns."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3566, "texte": "** liOlftdoit« Ernst Pauer hat hier in der ersten Hälfte des\nWinters sechs historische Concerte von Pian ofo rte-M u-\nsik gegeben, welche ein so grosses Interesse erregt haben, dass eine\nzweite Reihe derselben gegenwärtig im Werke ist. Er theilte zu die-\nsem Zwecke die Erscheinungen der Clavicrmusik in vier Perioden:\nI. Von 1620—1720. 11. Von 1720—1780. 111. Von 1780 1820. IV.\nVon 1620 1860 und trug in jeder Sitzung drei, auch wohl vier\nStücke aus jeder Periode vor. Diese Einrichtung war eine sehr\nglückliche, da sie vor Eintönigkeit bewahrte und in jedem Concerte\nauf der Stelle sichere Anhaltspunkte zur Vergleichung der Stilarten\nund Beobachtung der Entwicklung der Claviermusik und der Cla-\nvier-Technik darbot. Die Programme sind sehr interessant. Z. B.\ndas erste: I. Toccata und Variationen von Frescobaldi, Sonate in\nB von Kulinau, 2 Rondeaux von Couperin. 11. Suite von Händel,\ndas italiänische Concert von J S. Bach, Fuge in F-dur von Krebs.\n111. Rondo in A-moll von Mozart, Capriccio von A. E. Müller, Va-\nriationen in F von Beethoven. IV. Phantasie über den „Wanderer\"\nvon F. Schubert. Duo von Herz, Benediction dans la Solitude und\nPaganini's „Glöckchen\" von Liszt. Zweite Sitzung: I. Frohber-\nger, Purcell, Rameau. 11. J. S. Bach, C. Ph. Em. Bach (Sonate in\nC-mollj, J. Haydn (Sonate in E-moll). 111. Clementi, Tomascheck,\nHummel, Field. IV. Onslow, Chopin, Thalberg. Im Ganzen scheint\nuns Beethoven zu wenig vertreten. Von den älteren Stücken waren\nuns J. S. Bach's Transcriptionen von sechs Violin-Con-\ncerten Vivaldi's, des berühmten Violinisten (f 1743), für das Cla-\nvichord unbekannt; Herr Pauer spielte davon das Concert Nr. 3 in\nD-moll in der dritten Sitzung. Eben so eine Sonate in Es (Nr. 6)\nvon Cherubini. Von den Componisten der neuesten Periode kamen\nausser den bereits vorher genannten Stücke von Taubert, Henselt,\nRubinstein, Mendelssohn, F. Hiller, St. Heller, Willmers, Bennett,\nSchumann, SchulholF, Kirchner, Mayer, Bertini, Littolf, Wollenhaupt\nvor wobei die ernste grössere Gattung der Sonate u. s. w. etwas\nvernachlässigt scheint.\nBerichtigung.\nHerr Redacteur!\nIn Nr. 4 Ihres Blattes ist eine Notiz aus Wien enthalten, die\nso von Unwahrheiten strotzt, dass es überhaupt nicht der Mühe\nwerth ist, sie zu beantworten Damit Sie aber erkennen mögen, wie\nes mit dieser Correspondenz steht, so gebe ich Ihnen zu wissen,\ndass nicht nur die Gesellschaft der Musikfreunde (wie Sie aus der\nCopie in der Beilage ersehen wollen), sondern die oberste Hoftheater-\nDirection mir zur Veranstaltung meines Concertes die artistischen\nMittel mit grosser Bereitwilligkeit an die Hand gaben, und Ihr Cor-\nrespondent VeritaSy welcher 3ich erlaubte, die Gesellschaft der Mu-\nsikfreunde wegen ihrer Bewilligung zu Rede zu stellen, die ent-\nschiedenste Zurückweisung von Seiten dieser Gesellschaft erfahren\nmusste.\nWien, den 29. Januar 18( 2.\nL. A. Ze 11 ne r.\nWir haben keinen Anstand genommen, obige Entgegnung aufzu-\nnehmen, obgleich wir bei unserer Unbekanntschaft mit den wiener\nZuständen und Persönlichkeiten gar nicht wissen, ob unser Herr\nCorrespondent in seinem Schreiben vom 19. v. Mts. die „historische\nKammermusik-Production\" vom 2. Februar gemeint bat, deren\nProgramm uns erst heute zugegangen. Wir bezeugen übrigens, dass\nin der Copie eines Schreibens der Direction der Gesellschaft der\nMusikfreunde die fragliche Autorisation an Herrn L. A. Zellner ge-\ngeben und sogar ausdrücklich verlangt wird, dass diese Bewilligung\nder Mitwirkung von vier Schülerinnen des Conservatoriums „in den\nAnnoncen des Concerts bemerkt werdeu.\nDie Redaction."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "49", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nCherubini. VI. Concert des Cäcilien-Vereins zum Besten der deutschen Hülfsgesellschaften in Paris. Von A. M,\nAus Manchester (Aus einem Privatbriefe). Von E. L. Siebentes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich. Tages- und Un-\nterhaltungsblatt (Köln, Concerte im Kometensaale Barmen, IV. Abonnements-Concert Mainz, R. Wagner Wiesbaden, ..Die\nKatakomben\" von F. Hiller Gotha, Hoftheater Kassel, 111. Abonnements-Concert Osnabrück, Orchester-Verein Würzburg).\n\nCherubini.\n\nVI.\n(S. Nr. 48 und 52 v. J., Nr. 1, 4 und 5. d. J.)\nDie Conservatoire-Concerte sprangen übrigens nicht\nwie die gerüstete Minerva aus dem Haupte des Jupiter,\nsie hatten ihre Vorgänger gehabt und bildeten nur die\nhöchste Stufe der Entwicklung der öffentlichen Concert-\nmusik in Paris.\nDie Concerts spirituels wurden schon im Jahre 1725\nvon Anne Danican Philidor, einem Verwandten des be-\nrühmten Componisten Andre Philidor, gegründet. Er war\nliammermusicus in der Capelle des Königs Ludwig's XV.\nund erhielt das Privilegium, in den Tuilerieen während\nder beiden Osterwochen und an grossen Feiertagen, wo\ndie Oper geschlossen war, Concerte zu geben. Den Namen\n„geistliche Concerte\" erhielten sie mehr von der heiligen\nZeit, in welcher sie Statt landen, als von dem Inhalt ihrer\nProgramme. Nach verschiedenen Directionen kamen sie in\ndie Hände von Legros, der seit 1771 unter Mitwirkung\nvon Gluck und Piccini sie auf eine höhere Stufe brachte\nund von Ludwig XVI. die Erlaubniss erhielt, sie im Mar-\nschallssaale zu geben. Sie bestanden bis 1791. Im Jahre\n1805 versuchte die Unternehmung der italiänischen Oper\nsie wieder ins Leben zu rufen, was in den folgenden Jah-\nren in verschiedenen Localen mit wechselndem Glücke\nwiederholt wurde. Unter der Restauration übernahm die\nVerwaltung der grossen Oper die Veranstaltung der Con-\ncerts spirituels nach einem grösseren Maassstabe; allein\nes gelang nicht, ihnen den früheren Glanz wieder zu ver-\nschaffen. Sie gingen endlich in die Conservatoire-Concerte\nüber, welche in der Osterwoehe auch jetzt noch den geist-\nlichen Charakter festhalten.\nDie Concerts des Amateurs entstanden im Jahre 1775\ndurch einige Hofbeamte von Rang, welche die musicali-\nsche Direction dem Componisten Gossec übertrugen. Sie\nwurden dadurch geschichtlich bedeutend, weil in ihnen\nim Jahre 1779 zum ersten Male in Frankreich eine Sin-\nfonie von J. Haydn aufgeführt wurde, welche der pol-\nnische Violin-Virtuose Fonteski nach Paris gebracht hatte.\nIm Jahre 1780 traten an die Stelle derselben die\nde la Loge olympique.Die Königin Marie Antoinette be-\nschützte sie; auf ihre Verwendung wurde der Gesellschaft\nein Saal in den Tuilerieen zu ihren Aufführungen bewil-\nligt. Für diese Concerte schrieb J. Haydn—wie die Fran-\nzosen meinen—die sechs Sinfonieen, welche als dessen Op.\n51 mit dem Titel: Repertoire de la Loge olympique, ge-\nstochen sind; es befinden sich aber zwei früher componirte,\nOp. 33, darunter. Im Jahre 1789 lös'te sich die Gesell-\nschaft auf.\nAusser den genannten bestanden die Concerte im\nTheater Faydeau von 1796 bis 1802; andere in der\nde Cleryunter Grasset's Direction in den ersten Jahren\nunseres Jahrhunderts; neue Con im Vaux-\nhall von 1815 bis 1829.\nDie Concerte der Societe des Enfants d'Apollon, de-\nren Mitglied Cherubini war, leitet ihren Ursprung bis auf\ndas Jahr 1741 zurück und besteht noch jetzt.\nRehren wir zu Cherubini's Thätigkeit als Componist\nzurück, so finden wir, dass er seit 1820, wo er zuletzt\neinige Nummern in Blanche lieferte (vgl. S.\n33), für die Oper nichts mehr schrieb. Erst im Jahre\n1832 bewogen ihn einige Freunde, eine früher compo-\nnirte komische Oper umzuarbeiten. Es war dies die drei-\nactige Oper KonJcourgi,welche er schon 1793 (auf dem\nLande in Gaillon beim Architekten Louis s. S. 25 —)\ngeschrieben hatte. Durch den entsetzlich dummen Inhalt\ndes Buches wurde sie verurtheilt, das Licht der Welt auf\nder Bühne nicht zu erblicken. Da sie aber mehrere aller-\nliebste Musikstücke enthielt, so interessirten sich einige\nVertraute von Cherubini für die Wiederaufnahme, und\ndurch Auber's Vermittlung lieferten Scribe und Melesville"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "50", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.2", "texte": "dem Meister einen neuen Text, dessen Vorwurf sie aus\n„Tausend und eine Nacht\" nahmen. Cherubini nahm das\nBuch an, behielt aber nur einige wenige Stücke aus der\nMusik zu Konkourgi bei und schuf eine fast ganz neue\nPartitur, deren Original-Handschrift tausend Seiten zählt.\nSo entstand die Oper AU Baba ou les quarante Voleurs.\nSie wurde den 22. Juli 1833 im grossen Opernhause\nzum ersten Male gegeben. Bei allen Kennern erregte es\nErstaunen, dass ein Tondichter, dessen erste Werke die\nJahreszahl 1773 trugen, sechszig Jahre nachher noch ein\nso umfangreiches Werk voll so seltener Frische und Gluth\nder Einbildungskraft schaffen gekonnt! Herz und Kopf des\ndreiundsiebenzigjährigen Meisters waren jung geblieben\nund sein letztes dramatisches Werk zeigte neben der voll-\nsten Reife des Wissens und Gestaltens die schönsten Blü-\nthen tiefen Gefühls und jugendlicher Leidenschaft. Dass\nes sich auf dem Repertoire nicht halten konnte, war bei\neinem Publicum, das sich durch den Duft der Blumen-\nbahn, auf welche Rossini und seine Nachahmer die Oper\ngedrängt hatten, berauscht hatte, gar nicht zu verwundern.\nAli Baba war seine letzte dramatische Composition.\nAllein ganz feiern konnte ein solcher Geist und eine so\ndurch und durch musicalische Natur nicht. Aus den letz-\nten Jahren seines Lebens rühren mehrere „Solfeggien\"\nvoll schöner Melodieen her, ferner auch vier Quartette\nund ein Quintett für Geigen-Instrumente und das zweite\nRequiem. Wenn dieses Requiem auch dem ersten vierstim-\nmigen an Erhabenheit der Gedanken nachsteht, so ist es\ndoch ein bedeutendes Werk. Es ist dreistimmig für Män-\nnerstimmen componirt; Cherubini hat es in seinem sieben-\nundsiebenzigsten Lebensjahre geschrieben und hatte es zur\nAufführung bei seiner eigenen Todtenfeier bestimmt. Von\nseinen Umgebungen bestürmt, liess er in dem fünften Con-\nservatoire-Concerte, den 19. März 1837, das Dies irae\ndaraus aufführen. Es wurde auf Verlangen am 24. März\nwiederholt. Am 25. März 1838 wurde das ganze Werk\nin zwei Abtheilungen gemacht*).\nSeine letzte Arbeit scheint ein Quintett für Geigen-\nInstrumente gewesen zu sein. „Im Winter 1838\", berich-\ntet Felis, „bat er einige Musiker zu sich und legte das\nQuintett auf, das er so eben vollendet hatte. Wenn man\nauch zugab, dass die Composition die Spuren seines hohen\nAlters trug, so erkannten dennoch Alle, dass darin immer\nnoch eine Frische der Ideen herrschte, die man einem\nManne, der beinahe mit einem Fusse im Grabe stand, un-\nmöglich zugetraut hätte.\"\nIm Jahre 1841 legte er seine Stelle als Director des\nConservatoires nieder; von der Zeit an nahm seine Alters-\nschwäche schnell zu und am 15. März 1842 verschied er.\nSein Ruhm und seine Werke werden dauernder sein, als\ndas Denkmal von Erz, welches man ihm jetzt in seiner\nVaterstadt Florenz errichten wird. Das beste Bildniss von\nihm ist das in Paris nach dem Gemälde von Ingres ge-\nstochene.\nDas vollständige, von Cherubini selbst verfasste Ver-\nzeichniss seiner Compositionen ist unter dem Titel:\ndes Manuscrils autographes de la Mitsique composee par\nM. Cherubini, Paris, 1843,(36 Seiten in 8.) von Bottee\nde Toulmon veröffentlicht worden. Wir geben hier nur\neine summarische Ucbersicht der darin verzeichneten\nWerke nach den verschiedenen Gattungen.\nA. Kirchenmusik. 1. Eilf grosse Messen, wovon\nfünf in Partitur gedruckt sind. 2. Zwei Todtenmessen\n[Requiem). 3. Eine grosse Zahl\nSanctus und Agnus,die zusammen fünf Messen für die\nCapelle des Königs bildeten und von denen ein Theil ge-\ndruckt ist. 4. Oredo, achtstimmig mit Orgelbegleitung\n(die Fuge daraus gedruckt in der Harmonielehre von Che-\nrubini und in der von Felis).—5. Zwei Dixit. —6.\nficat, vierstimmig mit Orchester. 7. Miserere, eben so.\n8. Te Deum,eben so. —9. Vier Litaneien.—lo. Zwei\nLamentationen für zwei Stimmen und Orchester. 1 l.Ein\nOratorium. —l2. 38 Motetten, Hymnen u. s. w. mit gros-\nsem und kleinem Orchester. 13. 20 Antheme, vier-,\nfünf- und sechsstimmig.\nß. Weltliche Gesangmusik. 1. Dreizehn italieni-\nsche Opern. 2. 59 italienische Arien zu verschiedenen\nOpern. —3. 9 Duette eben so. —4. 5 Terzette und Quar-\ntette eben so. 5. 7 Chöre und Finale's eben so. 6.\n/\nMehrere italiänische Madrigale. - 7. Sechszehn französi-\nsche Opern (sieben davon sind nicht in Partitur erschienen\nund vier sind in Verbindung mit anderen Componisten ge-\nschrieben).— 8. Ein Ballet. —9. 17 Gesangstücke zu fran-\nzösischen Opern.—10. 17 grosse Cantaten und Gelegen-\nheitsstücke mit Orchester.— 11. 77 italiänische Notturno's,\nfranzösische Romanzen u. s. w. 12. Eine grosse Zahl\nCanons.—13. Eine grosse Zahl Solfeggien für eine, zwei,\ndrei und vier Stimmen.\nC. Instrumentalmusik. 1. Eine Sinfonie.—2. Eine\nOuvertüre für Concert. 3. Zwischenacte, Märsche und\nTänze für Orchester. 4. 15 Märsche für Regiments-\nmusik. 5. Sechs Quartette für zwei Violinen, Alt und\nVioloncello (gestochen). —6. Ein Quintett. —7. Sonate für\nzwei Orgeln. 8. Sechs Sonaten für Pianoforte (gesto-\nchen). 9. Grosse Original-Phantasie für Pianoforte.\n10. Einzelne Solostücke für verschiedene Instrumente.\n*) Dazwischen ein Violin-Solo von Habeneck, gespielt von\neinem Schüler desselben! (Elwart, u. s. wp. 187.)\n\nL. B."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "51", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.3", "texte": "Concert des Cäcilien-Vereins\nzum Besten der deutschen Hülfsgesellschaften\nin Paris\n\n*) Dieser Berieht erscheint durch Zufall zwar etwas verspätet;\nda der Inhalt aber keineswegs bloss ein augenblickliches, son-\ndern ein dauerndes Interesse in Bezug auf die deutsche\nMusik in Paris hat, die dort zum ersten Male durch einen\nVerein von Deutschen ausgeführt wird, so wird er auch\njetzt noch den Lesern willkommen sein. — Das Comite für die\nConcerte des Cäcilien-Vereins besteht aus den Herren Bei,\nde Clermönt, Ewald, Lindner, Maus, Baron von\nSeebacb. Die Redaction.\n[*J\n\n*1\nDer Cäcilien-Verein unter Leitung seines tüchtigen,\njungen Dirigenten Ehmant gab uns am 28. December\nv. J. im Saale Herz durch ein erstes „öffentliches\" Con-\ncert ein recht erfreuliches Zeichen seines Wirkens. Das\nProgramm enthielt nur drei Componisten-Namen, aber\nwelch liebe Namen für jeden wahren Musik-Liebhaber:\nHändel, Beethoven und Mendelssohn. Jeder dieser\nNamen repräsentirt nicht nur das Beste aus seiner Zeit,\nsondern gleichzeitig einen liefen Zug „deutschen\" Lebens.\nHändel den starken, wahrhaft sittlichen Glauben, Beetho-\nven das Tiefste und Edelste, was das menschliche Herz zu\ndenken — nein, zu fühlen vermag, und Mendelssohn die\nromantische, echt nordische Phantasie, Luther, Göthe und\nUhland. H err Ehmant hatte gut gewählt, denn wenn wir\njetzt leider durch unser ganzes gesellschaftliches Treiben\n— besonders in Paris — fast die Fähigkeit verlieren, uns\nbis zur Gedankenhöhe der alten Kunst-Heroen zu erhe-\n*\nben, so wird doch stets die Arie: „Ich weiss, dass mein\nErlöser lebt\", oder die unübertroffene Grösse des Halle-\nlujah-Chors jedes Herz treffen, das überhaupt noch zu be-\nwegen ist.\nDie Phantasie für Piano, Orchester und Chor von\nBeethoven ist eine der Compositionen, die mit am klarsten\nbeweisen, ein wie umfassend allseitiges Genie dieser grösste\naller Musiker besass. Grazie und Kraft, Eleganz und Tiefe,\nleichte Tändelei und erstaunenswürdige titanische Grösse\n—alles das reiht sich zum harmonischen Ganzen und bil-\ndet so eben ein „vollkommenes\" Kunstwerk. Das Thema\nist liebenswürdig, freundlich und von rührender Einfach-\nheit. Während der ersten Variationen für Flöte und Cla-\nrinetten glaubt man, das ganze Stück würde diesen sinni-\ngen Charakter behalten, aber wie erkennt man am Ende,\nwenn Clavier-Soli, Chöre und das ganze Orchester da-\nhinbrausen, welche Jupiter-Natur mit uns vorher gescherzt\nhatte!\nDie Walpurgisnacht gehört unbedingt zu den besten\nWerken Mendelssohn's. Die Ouvertüre ist überschrieben:\n„Schlechtes Welter und Uebergang zum Frühling\". Nach-\ndem das Orchester den A-moll-Kcc, gefolgt von seinem\nDominant-Accord, kräftig angeschlagen, geht die Wiriii-\nschaft in den Contrabiissen und Violoncelli los. Hu! wie\ndas heult und kracht! das werdet ihr nie verstehen, Fran-\nzöslein! da muss man an der Elbe, Weichsel oder Oder\ngelebt haben, um solch eine erste Mainacht zu begreifen.\nDie ganze Erde ächzt und stöhnt bei der Geburt des lieb-\nlichen Kindes „Frühling\". Der Frühling kommt bei uns\nnicht allmählich, französisch-höflich, angeschlichen, nein,\nwenn Eis und starrer Frost noch die ganze Erde gefangen\nhalten, dann urplötzlich saust heran der Thauwind,\nbricht das Eis der Flüsse und schmilzt die dicke Schnee-\ndecke, und dann, wenn noch der letzte Schnee liegt, stecken\nschon die Schneeglöckchen ihre weissbehaubten Köpfchen\ndurch und läuten Veilchen und Primeln aus dem Winter-\nschlafe auf. In der Ouvertüre Mendelssohn s tritt auch der\nFrühling so unerwartet ein. Das Orchester bleibt nach\nheftigen jF-efew-Accordschlägen urplötzlich still, und das\nFagott allein steigt durch den Ouartsext-Accord von\nbis in den blauen Himmel. Es fängt allerdings noch manch-\nmal an zu lärmen, aber bald besiegt des Frühlings A-dur-\nThema das Stürmen und tritt freundlich klar hervor und\nlieblich, wie der Frühling selbst. Wollen wir die ganze\nIdee der Ouvertüre nochmals zusammenfassen, so möge es\nuns erlaubt sein, zwei Verse Uhland's hieher zu setzen:\nHorch! wie brauset der Sturm und der schwellende Strom in\nder Nacht hin!\nSchaurig süsses Gefühl! lieblicher Frühling, du nah'st!\nUnd nun einige Worte über die im Ganzen trefflich\ngelungene Ausführung. Zuerst Dank und Lob dem Füh-\nrer, Herrn Ehmant. Die Chöre und das Orchester gingen\ntrefflich zusammen und der Eifer und die Aufmerksam-\nkeit sämmtlicher Damen und Herren bewies, dass Herr\nEhmant das wichtigste Geheimniss eines Directors besitzt,\nwir \"meinen, die Mitwirkenden für die Sache selbst zu\ninteressiren. Gespannteste Aufmerksamkeit, Freude am Ge-\nlingen, das lasen wir auf jedem Gesichte. Nun, meine Da-\nmen und Herren, wenn es Ihnen am Gelingen lag, so ha-\nben Sie erreicht, was Sie ersehnten, und das Publicum\nhat Ihnen durch reichlichen Beifall und stürmischen ller-\nvorruf Ihres Dirigenten deutlich genug bewiesen, dass man\nIhnen und Ihrem Dirigenten danke für den seltenen Ge-\nnuss in Paris, ein deutsches Werk deutsch und musicalisch\ntrefflich ausgeführt gehört zu haben. Wir sprechen nicht\nüber die Solisten. In einem „Gesangvereine\" sind diese\nHauptpersonen Nebenpersonen, und wir können uns vor-\nstellen, wie viel Mühe Herr Ehmant gehabt haben muss,\num überhaupt Solosänger aufzutreiben, die, wie die So-\nlisten der Walpurgisnacht es gethan, wenigstens nicht\nstörend eingriffen und das Werk anständig durchgebracht\nhaben. Da wir überhaupt von einem wahrhaft deutschen"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "52", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.4", "texte": "Concerte reden, wird es uns auch Niemand übel nehmen,\nwenn wir ob des Deutschthums von Namen, die auf ini,\ncsi und rska enden, ernstliche Zweifel hegen. Eines Soli-\nsten aber dürfen wir nicht vergessen, und dies ist unseres\ntrefflichen Lübeck. Ernst Lübeck hat seinen wohlver-\nS\ndienten grossen Erfolg den Eigenschaften zu verdanken,\ndie uns hebs!—bei den anderen so genannten grossen\nCiavier-Virtuosen so oft fehlen. Dieser Ciavierspieler im-\nponirt besonders durch sein Fertigsein (ich sage nicht:\nFertigkeit, weil ich hier um keinen Preis nicht verstan-\nden werden möchte). Nichts misslingt ihm, Alles ist voll-\nkommen klar und dadurch gross und edel. Da ist kein\narmseliges Effecthaschen. „Hier stehe ich, ich kann nicht\nanders, Gott helfe mir! Amen.\" Er trägt uns einfach\neine grosse Composition vor und ist stolz, wenn der\nBeifall eben so sehr der Composition als dem Vortrage\ngilt, denn dann ist sein Zweck erreicht. Und ist das nicht\nder wahre Zweck des Virtuosen? Was liegt uns an Tril-\nlern, Octaven, Terzen und Sextenläufen, wenn wir sehen,\ndass das ganze Stück eben nur geschrieben ist, um diese\nKunststückchen zu zeigen. Lübeck kann das alles eben so\ngut, als irgend einer, aber als ernster Künstler verschmäht\ner solchen Klingklang und wendet sein grosses Talent an,\nernste, grosse Compositionen zur Geltung zu bringen und\nuns Liebe zu den Meistern einzuflössen, deren Cultus er\nsein Talent und Leben geweiht hat. Seines ungemeinen\nErfolges in diesem Concerte erwähne ich nicht, er wird\nstets Erfolg haben—wie er ihn stets gehabt hat—, wenn\ner gute Musik einem guten Publicum vorträgt.\nBichard Lindau.\n(Ueber das oben erwähnte Concert geht uns noch ein\nanderer Bericht zu, dem wir Folgendes entnehmen:)\nVielleicht könnte ein subtiler Kritiker hier und da\nEinzelnes herausfinden, das etwas zu wünschen übrig\nHesse, aber dies wäre viel zu weit gegangen bei einem\nVereine, der letzten Samstag zum ersten Male vor die Oef-\nlentlichkeit trat, wenn doch bei Leuten von Fach, die schon\nJahre lang zusammenwirken, es mitunter auch etwas aus-\nzusetzen gibt. War doch das Ganze sehr gelungen und\nversetzte die Executanten sowohl wie das Auditorium in\njene Stimmung, die man nicht immer von musicalischen\nAuflührungen mit nach Hause nimmt. Ueberhaupt wer\nwollte da mäkeln, wenn durch dieses Concert es zur That-\nsache wird, dass die deutsche Colonie in Paris wieder um\nein Institut reicher geworden, das geeignet ist, dem deut-\nschen Volke den guten Buf seiner musicalischen Befähi-\ngung unbestrilten zu erhalten. Wir sagen: unbestritten,\ndenn es ist uns nicht bekannt, dass in Paris ein Verein\nfranzösischer Dilettanten aus bürgerlichen Kreisen von\nDamen wie Herren existirt, welcher sich die Pflege der\nclassischen Musik, wieder „ Cäcilien-Verein\", oder jeder\nanderen Musik zur Aufgabe gestellt hätte. Dem Schreiber\ndieser Zeilen gereicht es aber zur grossen Genugthuung,\ndass seine in Nr. 3 der „Pariser Zeitung\" ausgesproche-\nnen frommen Wünsche keine fromme Wünsche mehr sind,\nsondern sich nach und nach verwirklichten. Aus den ver-\nschiedenen Vereinen, welche hier das deutsche Männer-\nQuartett cultiviren, besonders aus dem „Liederkranze\",\nentwickelte sich der Keim zu dem „ Cäcilien-Vereine\",\nwelchem, nach seinem ersten öffentlichen Auftreten zu\nschliessen, eine schöne Zukunft zu prophezeien ist, und\nschon reiht sich, wie die „Pariser Zeitung\" Nr. 122 mel-\ndet, diesen älteren Vereinen ein neuer an, eine grössten-\ntheils aus Deutschen bestehende Orchester-Gesellschaft,\nwelche, wie es damals gewünscht wurde, wohl in einiger\nZeit im Stande sein wird, sich bei grösseren Concerten\nmit ihren Vorgängerinnen und Colleginnen zu verbrüdern.\nDenn wenn es auch keine leichte Aufgabe ist, Dilettanten\nzu einem wohlgeübten Orchester zu schulen, so ist dies\ndoch keineswegs eine Unmöglichkeit, und wenn es sich\num ein Concert wie das kürzlich Statt gehabte handelt, so\nwerden wohl zahlreiche Proben und tüchtige Einstudirung\ndie Routine ersetzen, welche im Vergleich zu Fachleuten\nDilettanten abgeht. Den deutschen Wohlthätigkeits-Ver-\neinen würden dann in solchen Fällen weit grössere Ein-\nnahmen zufliessen, und wenn schliesslich im Interesse der-\nselben und im Interesse der Musikfreunde der Cäcilien-\nVerein um eine baldige zweite Aufführung ersucht wird,\nso hoffen wir, dass er diesem mehrseitig geäusserten Ver-\nlangen bereitwillig entsprechen möge.\n\nA. M.\n\nAus Manchester.\n\n(Aus einem Privatbriefe.)\nDen 5. Februar 1862.\nSie ersehen hieraus, dass ich im Januar 1853\nnach Manchester übersiedelte. Damals sah es hier für\njunge Deutsche erbärmlich aus; nichts wurde gelhan, sie\ndeutsch zu erhalten, sie waren sich ganz selbst überlassen,\ndenn es hielt schwer, in Familiencirkel, die ihrer Erziehung\nund dem deutschen Geiste entsprachen, eingeführt zu wer-\nden, und daher kam es denn, dass Mancher verloren ging,\nweil er seine Mussestunden nicht auf heilbringende Weise\nzu verbringen Gelegenheit fand. Meine Stellung und ein\nbald mir gewordenes häusliches Glück bewahrten mich\nvor dieser Gefahr; allein täglich drängle sich mir mehr\nund mehr die Ueberzeugung auf, dass etwas geschehen\nmüsse, deutsche Geistes-Cultur bei meinen Landsleuten zu\nerhalten und zu befördern, sie mit dem Vaterlande in fort-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "53", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.5", "texte": "*\nwährende rege Verbindung zu bringen. Der Tag, an wel-\nchem meine Wünsche erfüllt werden \"sollten, blieb auch\nnicht fern; denn der 11. November 1859 vereinigte zum\nersten Male die hiesigen Deutschen wieder mit dem gan-\nzen deutschen Vaterlande, indem Schiller's Geburtstag aufs\nglänzendste begangen wurde. Zwei schöne Vereine waren\ndie Folge, eine Schiller-Anstalt, deren Zweck es ist,\ndeutsche Geistes-Cultur bei den hiesigen Deutschen zu er-\nhalten und Nicht-Deutschen leichter zugänglich zu machen,\nund eine Liedertafel zur Pflege deutschen Männerge-\nsanges. Erstere wurde Anfangs Juli 1860 eröffnet und\nsteht zur Genugthuung ihrer Stifter in bester Blüthe. Bei-\nnahe 400 Mitglieder (grösstentheils Deutsche) benutzen\ndas Institut, in welchem sich die besten deutschen Zeitun-\ngen (aber auch französische, spanische, italiänische, hollän-\ndische, dänische, englische), eine ansehnliche Bibliothek,\nein Conversationszimmer, ein Schachzimmer, ein literari-\nscher, ein stenographischer und ein wissenschaftlicher Club\nbefinden. Diesen Winter haben wir Vorlesungen über\nLessing, Börne, Shakespeare, Milton, Burns u. s. w. ge-\nhört und die musicalischen Deutschen zu musicalischen\nSoireen vereinigt. Die Liedertafel hat seit ihrer Stiftung\nunter der vortrefflichen Leitung des Herrn Eduard\nHecht aus Frankfurt am Main die besten Fortschritte ge-\nmacht. Auch muss ich noch erwähnen, dass aus der Schil-\nler-Anstalt zwei neue Vereine hervorgingen, ein „Turner-\nVerein\" und ein „Deutscher National-Verein\", kurzum,\ndas Treiben unter den Deutschen Manchesters ist jetzt ein\nso reges, dass man sich kaum in einem fremden Lande\nwähnt.\nDie Liedertafel gab ihr erstes öffentliches Concert\n(zum Besten des Manchester-Fonds zur Errichtung eines\nPrinz-Albert-Denkmals) am vergangenen Montag, und\nder Erfolg war ein derartiger, dass ein jedes Mitglied des\nVereins stolz darauf sein mag, demselben anzugehören;\ndenn höchst competente Richter erklären, dass sich keine\nStadt ausserhalb Deutschlands eines solchen Männer-Ge-\nsangvereins rühmen und dass die manchesterer Liedertafel\nsich mit Zuversicht den besseren deutschen Vereinen an\ndie Seite stellen kann. Der Verein zählt an sechszig Sän-\nger, und wenn wir bedenken, dass diese grösstentheils\nwenig in der Musik bewandert sind, dass sie, wie Schiller\nim „ Wallenstein\" sagt, „aus Ost und West, aus Süden\nund aus Norden zusammengeschneit und geblasen wor-\nden\", so ist es,fast ein Wunder, dass eine solche Reinheit,\neine solche Genauigkeit und so viel Wohlklang erzielt\nwerden kann. Der berühmte Tonkünstler Stephen Hel-\nler, der das Concert mit seiner Gegenwart beehrte, war\nganz ergriffen davon, und lange ist keine musicalische Auf-\nführung (und in Manchester fehlt es wahrlich an vielen\nund guten Concerten nicht) in den musicalischen Cirkeln\nund den öffentlichen Blättern so gerühmt worden. Man\nerinnerte sich dabei, was für uns sehr schmeichelhaft war,\ndes grossen Genusses, den Ihr kölner Männer-Gesangverein\nuns bei seiner leider nur einmaligen Anwesenheit hier ge-\nwährt hat. Als Zeugnisse der öffentlichen Stimme lege ich\nIhnen die Berichte aus den ersten hiesigen Blättern bei.\nWas die Ausführung betrillt, so ist den Engländern\nbesonders der Klang der deutschen Tenor-Bruststimmen\nneu. Die englischen Männer-Gesangvereine singen näm-\nlich alle Tenor-Partieen mit Kopf- oder Fistelstimme, und\ndie nur hier zu Lande existirenden männlichen Altisten\nmachen gewöhnlich die ersten Tenoristen; die Tenöre\nselbst singen die zweite Stimme, weil sie selten Höhe ge-\nnug haben.\nDas Concert fand in der Freihandels-Halle unter der\nLeitung der Herren Ed. Hecht für die Gesangsachen und\nCharles Halle, dessen Orchester engagirt war, für die\nInstrumentalstücke Statt. Letztere bestanden in den Ouver-\ntüren zu „Egmont\" von Beethoven und zu „Stradella\"\nvon Flotow; ferner wurde das Andante aus der eilften\nSinfonie von Haydn gemacht, und die Herren Halle und\nHecht spielten das Duo von Moscheies und Mendelssohn\nüber den Preciosa-Marsch für zwei Pianofortes, und Halle\nallein zwei Bravourstücke von Schubert und Weber.\nDie Liedertafel führte in mehreren Abtheilungen auf:\nSchiller's Dithyrambe von Rietz; Ouvertüre und drei\nChöre aus der Antigone von Mendelssohn und meh-\nrere Lieder, z. ß. „Der frohe Wandersmann\" und „Des\nJägers Abschied\" von Mendelssohn, „Untreue Liebe\" und\n„Lorelei\" von Silcher, „Die Capelle\" von Kreutzer, „Das\ndeutsche Vaterland\" von Reichardt u. s. w.\nUebrigens hat sich in England ein deutscher Sän-\ngerbund gebildet, der sich dem allgemeinen deutschen\nSängerbunde anschliesst. Vorort desselben ist London und\ndie Geschäftsführung ist dem londoner „Liederkranz\" an-\nvertraut.\n\nE. L.\n\nSiebentes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn\nFerdinand Hiller.\nDinstag den 11. Februar 1862.\nProgramm. Erster Theil. 1. Ouvertüre zu „Alladin\" von\nKarl Reinecke (zum ersten Male). 2. Arie aus den „Jahreszei-\nten\" von J. Haydn (Fräulein Julie Rothenberger). 3. Piano-\nforte-Concert von R. Schumann (Herr Louis B ras sin). 4. Fi-\nnale dritten Actes der Oper „Armidea von Gluck (Armide: Fräu-\nlein J. Rothenberger. Die Furie des Hasses; Fräulein Gertrud"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "54", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.6", "texte": "von Conraths). 5. Ungarische Rhapsodien für das Pianoforte von\nF. Liszt (L. B ras sin). 6. Solo (Fräulein Rothenberger) und Chor\naus der Oper „Castor und Pollux\" von Rameau, 1737 (zum er-\nsten Male).\nZweiter Theil. Sinfonie Nr. VII. in A-dur von L. van\nBeethoven. '\nEintönigkeit kann man dem Programm nicht vorwerfen, aber\nauch Einheit nicht als dessen Vorzug preisen: Reinecke und Ilaydn,\nSchumann und Gluck, Rameau und Liszt, da ist an Verschiedenheit\nder Zeit und des Stils kein Mangel. Reinecke?s Ouvertüre ist ein\nrecht artiges Orchesterstück, das ohne bedeutende Originalität recht\ngut gemacht ist. Das Publicum liess es indess ohne irgend ein Bei-\nfallszeichen vorübergehen. Wie der Inhalt mit dem Titel harmo-\nnire, ist uns freilich auch nicht klar geworden; auch weiss man\nnicht, ob Oehlenschläger's Drama oder bloss Alladin als Märchen\ndas Programm bildet, wie neulich Michel Angelo bei Gade, Dante\nbei Liszt u. s. w. Das Finale aus Gluck's „Armide\" machte keinen\nrechten Eindruck; zu dem dramatischen Ausdruck des Gesanges der\nGluck'schen Heroinen gehören grosse Stimmen und eine vollkom-\nmene Reife der musicalischen und ästhetischen Bildung; das Erstere\nbesitzen die beiden jugendlichen Sängerinnen nicht, und das Zweite\nist von ihnen trotz ihres schönen Talentes und eifrigen Studiums\nnoch nicht zu verlangen. Im Verhältnisse der Mittel leisteten Beide\nErfreuliches, bis auf den Mangel an deutlicher Aussprache, der um\nso unbegreiflicher ist, als die Lehrer beider Damen (Herr Kammer-\nsänger Koch und Herr Professor Böhme) darauf sehr hohen Werth\nlegen und die grösste Sorgfalt beim Unterricht darauf verwenden.\nFräulein Rothenberger sang ausser der Partie der Armide noch die\nArie: „Welche Labung für die Sinne\", von Haydn (freilich auch\nkeine Concert-Arie) und das kleine Solo in Rameau's Chor, Beides\nmit recht lieblicher, besonders in der Höhe leicht und wohlklingend\nansprechender Stimme und gutem Vortrage, da sie sich auf diesem\nlyrischen Gebiete weit heimischer fühlte, als auf dem tragischen.\nDie Chöre der Furien waren auch etwas matt; recht schön aber der\nliebliche Chor von Rameau.\nDer Glanzpunkt des Abends wären die Vorträge des eminenten\nPianisten Louis B ras sin. Er spielte das Scliumann'sche Concert\nmit grossem Verständnisse, vollendeter Technik und in edler Vor-\ntragsweise, und erregte (Jurch den Glanz der Ausführung der Liszt'-\nschen Rhapsodien Erstaunen. Den ganz ungewöhnlichen Erfolgen,\ndie er im Auslande, namentlich in Paris und Brüssel, gehabt und\nvon denen auch in diesen Blättern schon öfter die Rede gewesen,\nreihte sich hier ein eben so glänzender an, an welchem wir um so\ngrösseren Antheil nahmen, als Brassin sich die Gediegenheit eines\ndeutschen Künstlers bewahrt hat, wie er denn auch besonders durch\nseine Propaganda der Sehumann\\schen Ciaviermusik in Belgien sich\nein sehr anerkennungswerthes Verdienst um die vaterländische Ton-\nkunst erworben hat. Es ist keine Frage, dass er einen hohen Rang\nunter den neueren Ciavier-Virtuosen erreicht hat; zugleich macht\nseine ruhige Haltung am Piano auch bei den schwierigsten und feu-\nrigsten Stellen einen wohlthuenden Eindruck.\nFür die zweite Abtheilung des Concertes war uns die prächtige\nvon Beethoven vorbehalten, und wir konnten uns\ndem hohen Genüsse mit voller Begeisterung hingeben, da sie uns\nin einer ganz vorzüglichen Ausführung, die namentlich in deilijdrei\nletzten Sätzen ihre Vollkommenheit erreichte, vorgeführt wurde.\nDas achte Concert findet am 25. Februar Statt.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nRollt« Die populären Concerte im Kometensaale des Herrn\nDickopf unter Leitung des Herrn Joh. Peters haben auch in die-\nsem Winter erfreulichen Fortgang. In dem Benefiz-Concerte de»\nHerrn Dirigenten am 7. d. Mts. gab die Capelle sehr lobenswerthe\nBeweise von genauem uud ausdrucksvollem Zusammenspiel in den\nOuvertüren von Beethoven (Leonore), Weber (Freischütz), Rossini\n(Teil) und der C-mollS\\x\\ior\\\\G von Beethoven, und es war für das\nOrchester und das Publicum ehrenvoll, dass bei dem Andante die\ngespannteste Stille herrschte und am Schlüsse ein rauschender Ap-\nplaus ausbrach»\n* Barineil« Das vierte Abonnements-Concert brachte\ndie Sinfonie in C-moll von Niels W. Gade und das recht brav\nvon Herrn Franz Seiss gespielte Yiolin-Concert von David. Die\nzweite Abtheilung war dem Andenken Heinrich Mar sehne r's\ngeweiht. Es ging ihr ein Prolog: ~Dem Verewigten\", gedichtet und\ngesprochen von Karl Siebel, voraus, worauf die Ouvertüre zum\n„Vampyr\", die Introduction zur Oper „Templer und Jüdin\", zwei\nLieder (aus Siebel's „Liederheft vom Rhein\") und zum Schluss das\nVorspiel zur Oper „Hans Heiling\" folgten. Die Ausführung war\nüberall befriedigend. Die Soli wurden von Fräulein Hermine\nMann und den Herren J. Petack aus Elberfeld und C. Berg-\nstein aus Aachen gesungen.\nMainz» Richard Wagner ist seit einigen Tagen hier ange-\nkommen und beabsichtigt sich in unserer Nähe am Rheine nieder-\nzulassen. Wie wir erfahren, hat er die Wiederaufnahme der seit\nlänger unterbrochenen musicalischen Ausführung seiner Nibelungen-\nStücke vor, wovon das nächst vorliegende die Vollendung des drit-\nten Stückes, „Der junge Siegfried\", begreift. Wir können auch ver-\nsichern, dass, obwohl dieser Stoff von heroisch-heiterem Charakter\nist, dennoch wohl viel fehlt, ihm die Bezeichnung einer komischen\nOper ertheilen zu können, mit deren Ausführung verschiedenen irri-\ngen Gerüchten nach R. Wagner sich gegenwärtig befassen will.\nDie Proben zu F. Hillens Oper „Die Kata-\nkomben\" sind vollendet; die Generai-Probe findet Freitag den 14.\nStatt, die erste Aufführung Samstag den 15. Februar,\n* • i ;: v • ■ ... •' - t •\nDas Hoftheater in Gotha, von dem Theater-Baumeister Ed.\nTitz aus Berlin ganr£ neu hergestellt, wurde am 10. Januar eröff-\nnet und soll an zweckmässiger Einrichtung und eleganter Ausstat-\ntung mit den schönsten deutschen Theatern wetteifern.\nffiLassel« Das Programm des dritten Abonnements-Concertes\nder Mitglieder des Hof-Orchest.ers enthielt: Ouvertüre zur Oper „Der\nVampyr\" von Marschner, Arie der Anna aus „Hans Heiling\" von\nH. Marschner (Fräulein Erhardt), Quintett für Pianoforte, Flöte,\nClarinette, Horn und Fagott (C-mollJ von L. Spohr, vorgetragen von\nden Herren Alfred Jaell, königlich hannoverscher Hof-Pianist\nWeisse, Neff, Schormann und Liebeskind, Chor für Frauenstimmen\naus Blanche de Provence von Cherubini, Violin-Coneert von Mendels-\nsohn, vorgetragen von Herrn Wipplinger, zwei Lieder im Volkstöne"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "55", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.7", "texte": "für gemischten Chor von Rob. Schumann und drei Salon-Piecen für\nPianoforte, vorgetragen von Herrn Alfred Jaell. 11. Theil: Sinfonie\nNr. 4 in B-dur von Niels Gade.\nHerr Jaell spielte die angeführten Ciaviersachen auf einem vor-\ntrefflichen Erard'schen Flügel mit der ihm eigenen Eleganz und Si-\ncherheit, und Herr Wipplinger brachte das Mendelssohn'sche Violin-\nConcert in so ausgezeichneter Weise zu Gehör, dass mau seine nur\nwenige Tage nach dem Concerte erfolgte Ernennung zum Concert-\nmeister nur als eine wohlverdiente Auszeichnung des in jeder Weise\nso tüchtigen Künstlers betrachten kann. Die Leitung des ganzen\nConcertes durch Herrn Hof-Capellmeister Reiss war in jeder Bezie-\nhung vortrefflich.\nff 5. Februar. Durch seine heutige Aufführung\nder Mozart'schen Figaro-Ouverture und der dem Altmeister Spohr\ngewidmeten vierten Sinfonie von Gade (B-dur) widerlegte der hiesige\nOrchester-Verein die vorübergehend aufgetauchten Befürchtungen\neines allmählichen Erlahmens seiner jugendlichen Kraft und Munter-\nkeit. Die genannten, 'mit anerkennenswerther Präcision und Wärme\nproducirten Compositionen bildeten den Gipfel des Concertes. Auf\nden Vorstufen begegneten wir einer willkommenen Reminiscenz,\nHummel's Adagio und Rondo in B-dur mit Orchester für Ciavier,\ndessen Partie der Lenker des Vereins, Herr Musik-Director Klein,\ngefällig übernommen hatte, zur Freude des Publicums, das mit ge-\nrechtem Danke, irren wir nicht, den lange vorenthaltenen Genuss\nerkannte, den Vertreter der Chopin'schen Schule unter uns einmal\nwieder öffentlich an seinem Instrumente zu hören. Matf vermuthet,\nes gebühre vielleicht einiger Antheil an dem Entschlüsse des Spielers\nden Vorzügen des gespielten Concertflügels, eines lobenswerthen Er-\ngeugnisses der Pianoforte-Fabrik und Orgel-Werkstatt der vereinig-\nten Gebrüder Röhl fing hierselbst. Auf die Verbesserung seines\nInventars an Blas-Instiumenten ist der Orchester-Verein eifrig be-\ndacht. Unvermeidliche Schwächen in der Besetzung und dem Ver-\nhältnisse der Bleche zu den Saiten, welche namentlich bei der das\nConcert eröffnenden Ouvertüre zu „Nero\" von Reissiger (C-moll)\nfühlbar blieben die Temperatur des Saales wich des milden Wet-\nters ungeachtet von der äusseren einiger Maassen ab und schien die\nReinheit der Stimmung zu beeinträchtigen —: sie lassen sich be-\nkanntlich auf verschiedene Weise decken oder mindern. Die Wahl\ndes Programms hat ausser der allgemeinen Wichtigkeit eine beson-\ndere für Institute wie der so strebsame Verein, und es würde schwer-\nlich zum Nachtheil seiner Erfolge die Erwartung sich bestätigen, zu\nwelcher dem Vernehmen nach man immer noch berechtigt ist, dass\nderselbe die so warm von Leipzig und Berlin aus anempfohlenen\nSinfonieen von Karl Philipp Emanuel Bach seinem Uebungs Reper-\ntoire i\\nd den ErÖffnungstheilen seiner künftigen Concerte einverlei-\nben wird. Das HummeFsche Ciavierstück in der Mitte des heutigen\nEröffnungstheiles zwischen den beiden Ouvertüren zu „Nero\" und\n„Figaro\" ward eingefasst von zweistimmigen und einstimmigen Lied-\ngesängen freundlicher Mitglieder aus dem Damenkranze des hiesigen\nGesangvereins.\nFlotow' s neueste Composition besteht in der begleitenden Mu-\nsik zu Putlitz* historischer Tragödie:.. Wilhelm von Oranien in\nWhitehali\".\nIn Würzburg starb am 5. Januar der Hofrath und Professor\nDr. Fröhlich, Gründer und langjähriger Leiter des dortigen Mu-\nsik-Instituts und als eifriger Förderer guter Musik auch in weiteren\nKreisen bekannt, im Alter von 82 Jahren.\nl2. Januar. Die gestrige Production unserer Lie-\ndertafel kann sowohl in Bezug auf die Vocal- wie Instrumental-Vor-\nträge zu einer der gelungensten gerechnet werden. Dieselbe begann\nmit der herrlichen Cantate „An das Vaterland\", Gedicht von Müller\nvon Königswinter, componirt von F. Hiller, dessen imposantes und\noft überwältigendes Tongebilde in inniger Harmonie mit dem Texte\nbeim nürnberger Sängerleste mit grösstem Enthusiasmus aufgenom-\nmen wurde und im deutschen Liederwalde für alle Zeiten grünen\nund blühen wird. Ijnsere Liedertafel bewährte durch intelligenten\nund lebensfrischen Vortrag dieses Ton Werkes, so wie der weiteren\nChörej bestehend aus einem Volksliede, gleichfalls von Hiller, dann\n„Geh zur Ruh ** von Neeb und „Sturmesmythe'\" von Lachner ihren\nalten Ruf und längst anerkannte Vorzüge. Die Chöre, in allen Stim-\nmen sehr zahlreich besetzt, entwickelten Kraft und Sicherheit in den\nEinsätzen. Im Allgemeinen macht sieh in unserer Stadt, veranlasst\ndurch die mit so grossem Beifalle aufgenommenen und gediegenen\nLeistungen der unter Leitung des Herrn Hiinn stehenden Gesell-\nschaft, ein bedeutender Aufschwung im Reiche der Töne bemerkbar.\n$1 Seift« Als Pendant zur vorjährigen Concert-Aufführung der\nSchubert'sehen Oper „Der häusliche Krieg\" beabsichtigt dem Ver-\nnehmen nach die ..Gesellschaft der Musikfreunde\", im März in ähn-\nlicher Form abermals eine Schubert'sehe Oper, und zwar ..Alfons\nund Estrella\", vorzuführen, deren Original-Partitur (Autograph) sie\nzu erwerben erst kürzlich so glücklih war.\nIn dem letzten Concerte der Sophien-Akademie\nwurde die C hri stn ach t-Cantate von A. v. Platen, componirt von\nFerd. Hill er, mit grossem Beifalle aufgeführt.\n*** Utrecht, Unser erstes Stadt-Concert fand diesen\nWinter etwas spät, erst am 18. Januar, Statt, Dank den Umtrieben\neiner gewissen Partei, welche das seit länger als zweihundert Jah-\nren bestehende Collegium musicum mit dem Sinnspruche Amat alta\nsilentia Musa (was hier so viel bedeutet, als: ..es macht nicht viel\nLärmens von sich selbst\") gern in den Hintergrund drängen möchte.\nEs begann mit der Sinfonia eroica von Beethoven, welche\nunter der bewährten, eben so umsichtigen und sicheren, als durch\nrichtige Auffassung des Geistes classischer Musik ausgezeichneten\nDirection des Herrn J. H. Kufferath auf treffliche Weise ausge-\nführt wurde und nach jedem Satze einen lebhaften Applaus hervor-\nrief. Dennoch steigerte sich die Aufmerksamkeit und Präzision des\nOrchesters noch mehr bei dem Vortrage des herrlichen Violin-Con-\ncertes Nr. 11 von Spohr durch August Kömpel, so dass die\nAusführung dieses Concertes in jeder Hinsicht eine vollkommene\nLeistung war. Das Publicum war ausser sich ; Hervorruf mit Trom-\npeten- und Paukenschall wurde dem Künstler zu Theil. Nach dem\nmeisterhaften Vortrage der Variationen von Vieuxtemps spielte\ner, um dem stürmischen .Dacapo-Rufe zu genügen, die letzte Va-\nriation noch einmal und, da das Publicum sich noch nicht beru-\nhigte, eine Fuge von Bach, die wir zwar schon einige Male von\nberühmten Violinisten gehört hatten, aber so trefflich, wie jetzt,\nnoch nie. In einer Soiree bei Herrn Kufferath hat sich Herr Kömpel\nauch als ein ganz ausgezeichneter Quartettspieler bewährt.\nIn Dordrecht hatten wir am 8. Januar Herrn Kömpel gehört,\nwo er Beeth oven's Violin-Concert spielte und dadurch einen un-\ngemeinen Eindruck machte. Durch die brillante Ausführung einer\nschwierigen, aber sehr effectvollen Toccata von F. Hill er, deren\nClavier-Begleitung der Componist für Kömpel instrumentirt hatte,\nerregte derselbe ebenfalls Erstaunen und stürmischen Hervorruf.\nEinen Rath möchten wir aber noch du ich Ihr geschätztes Blatt\nden Künstlern ertheilen, die Holland besuchen. Jedes Land hat\nseine Sitten und Gewohnheiten und seine tonangebenden Gesellschaf-\nten. Der fremde Künstler muss, wenn er neben dem Beifalle auch\nGeld verdienen will, in Amsterdam zuerst in Felix Meritis, im\nHaag zuerst in den Diligentia-Concerten (Dirigent Verhülst), in\nUtrecht zuerst in den Stadt-Concerten (Dirigent Kufferath) auf-\ntreten. Quod est notandum.\ns."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "56", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620215-01.1.8", "texte": "** liOlftdoit« Ernst Pauer hat hier in der ersten Hälfte des\nWinters sechs historische Concerte von Pian ofo rte-M u-\nsik gegeben, welche ein so grosses Interesse erregt haben, dass eine\nzweite Reihe derselben gegenwärtig im Werke ist. Er theilte zu die-\nsem Zwecke die Erscheinungen der Clavicrmusik in vier Perioden:\nI. Von 1620—1720. 11. Von 1720—1780. 111. Von 1780 1820. IV.\nVon 1620 1860 und trug in jeder Sitzung drei, auch wohl vier\nStücke aus jeder Periode vor. Diese Einrichtung war eine sehr\nglückliche, da sie vor Eintönigkeit bewahrte und in jedem Concerte\nauf der Stelle sichere Anhaltspunkte zur Vergleichung der Stilarten\nund Beobachtung der Entwicklung der Claviermusik und der Cla-\nvier-Technik darbot. Die Programme sind sehr interessant. Z. B.\ndas erste: I. Toccata und Variationen von Frescobaldi, Sonate in\nB von Kulinau, 2 Rondeaux von Couperin. 11. Suite von Händel,\ndas italiänische Concert von J S. Bach, Fuge in F-dur von Krebs.\n111. Rondo in A-moll von Mozart, Capriccio von A. E. Müller, Va-\nriationen in F von Beethoven. IV. Phantasie über den „Wanderer\"\nvon F. Schubert. Duo von Herz, Benediction dans la Solitude und\nPaganini's „Glöckchen\" von Liszt. Zweite Sitzung: I. Frohber-\nger, Purcell, Rameau. 11. J. S. Bach, C. Ph. Em. Bach (Sonate in\nC-mollj, J. Haydn (Sonate in E-moll). 111. Clementi, Tomascheck,\nHummel, Field. IV. Onslow, Chopin, Thalberg. Im Ganzen scheint\nuns Beethoven zu wenig vertreten. Von den älteren Stücken waren\nuns J. S. Bach's Transcriptionen von sechs Violin-Con-\ncerten Vivaldi's, des berühmten Violinisten (f 1743), für das Cla-\nvichord unbekannt; Herr Pauer spielte davon das Concert Nr. 3 in\nD-moll in der dritten Sitzung. Eben so eine Sonate in Es (Nr. 6)\nvon Cherubini. Von den Componisten der neuesten Periode kamen\nausser den bereits vorher genannten Stücke von Taubert, Henselt,\nRubinstein, Mendelssohn, F. Hiller, St. Heller, Willmers, Bennett,\nSchumann, SchulholF, Kirchner, Mayer, Bertini, Littolf, Wollenhaupt\nvor wobei die ernste grössere Gattung der Sonate u. s. w. etwas\nvernachlässigt scheint.\nBerichtigung.\nHerr Redacteur!\nIn Nr. 4 Ihres Blattes ist eine Notiz aus Wien enthalten, die\nso von Unwahrheiten strotzt, dass es überhaupt nicht der Mühe\nwerth ist, sie zu beantworten Damit Sie aber erkennen mögen, wie\nes mit dieser Correspondenz steht, so gebe ich Ihnen zu wissen,\ndass nicht nur die Gesellschaft der Musikfreunde (wie Sie aus der\nCopie in der Beilage ersehen wollen), sondern die oberste Hoftheater-\nDirection mir zur Veranstaltung meines Concertes die artistischen\nMittel mit grosser Bereitwilligkeit an die Hand gaben, und Ihr Cor-\nrespondent VeritaSy welcher 3ich erlaubte, die Gesellschaft der Mu-\nsikfreunde wegen ihrer Bewilligung zu Rede zu stellen, die ent-\nschiedenste Zurückweisung von Seiten dieser Gesellschaft erfahren\nmusste.\nWien, den 29. Januar 18( 2.\nL. A. Ze 11 ne r.\nWir haben keinen Anstand genommen, obige Entgegnung aufzu-\nnehmen, obgleich wir bei unserer Unbekanntschaft mit den wiener\nZuständen und Persönlichkeiten gar nicht wissen, ob unser Herr\nCorrespondent in seinem Schreiben vom 19. v. Mts. die „historische\nKammermusik-Production\" vom 2. Februar gemeint bat, deren\nProgramm uns erst heute zugegangen. Wir bezeugen übrigens, dass\nin der Copie eines Schreibens der Direction der Gesellschaft der\nMusikfreunde die fragliche Autorisation an Herrn L. A. Zellner ge-\ngeben und sogar ausdrücklich verlangt wird, dass diese Bewilligung\nder Mitwirkung von vier Schülerinnen des Conservatoriums „in den\nAnnoncen des Concerts bemerkt werdeu.\nDie Redaction."}]}