{"numero_id": "bm-bmtnabi-1862-03-22-01", "volume": "bmtnabi_1862-03-22_01", "ocr_sha256": "0ec3d35ece8912fe4ad5df57ad4a1c7416cf0288309c901def68c4a8b39f703e", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1862/03/22_01/bmtnabi_1862-03-22_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1862-03-22-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-03-22_01#c001", "volume": "bmtnabi_1862-03-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "89", "page_fin": "89", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "89", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 440, "texte": "Inhalt.\nPariser Briefe. 11. (Gluck's Alceste und das Publicum Joseph von M<Shul Die ita-\nliänisehe Oper). Von B. P. Aus Frankfurt am Main (Die musiealische Kritik). Von A. S. Beethoven in Gneiiendorf. Neun-\ntes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich. Tages- und Un t erh a 1 tun gs b lat t (Gotha, Frau Sämann de Pa<*a, Fräulein Hen-\nriette Garthe Frankfurt am Main, Museums-Concert, „Die Katakomben\" Amsterdam, Concert Paris, HaMvy f)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-03-22-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-03-22_01#c002", "volume": "bmtnabi_1862-03-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "89", "page_fin": "92", "image_debut": 1, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.2.2", "titre_corps": "Pariser Briefe.", "titre_sommaire": "Pariser Briefe.", "signature_source": "B. 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Allein da ich weiss,\ndass einerseits die Niederrheinische Musik-Zeitung keine\nNeuigkeits-Jägerin ist, sondern mehr auf das Was, als\nauf das Wie schnell ihrer Correspondenzen gibt, und\nandererseits mein Brief weit weniger einen Theater-Be-\nricht, als musik- und culturhistorische Bemerkungen ent-\nhalten soll, so dürfte die Zeit der Veranlassung desselben\nnicht in Betracht kommen.\nEs handelt sich nämlich um die Frage, ob es gera-\nthen sei, die Gluck'schen Opern wieder auf die Bühne, na-\nmentlich auf die Bühne der grossen pariser Oper, zu brin-\ngen. Ich sage sogleich: die Gluck'schen Opern, weil diese\nallein das altclassische Repertoire der kaiserlichen Akade-\nmie der Musik bilden.\nSeit dem Jahre 1854, in welchem dieses Opern-In-\nstitut aus Privathänden in die Verwaltung des kaiserlichen\nHauses überging, drang hier in Paris eine Partei von Mu-\nsikern und Dilettanten auf Wiederaufnahme der Gluck'-\nschen Meisterwerke. Ein Theil der Genossen dieser Partei\nwar in vollem Ernste über die tiefe Versunkenheit der\nOper empört und suchte in der Rückkehr zu Gluck ein\nMittel zur Hebung des reinen Geschmacks; ein anderer\nfiel ohne wirkliches Bewusstsein der Gründe den Eiferern\nbei, mehr von einer gewissen Coquetterie, die mit der al-\nten (retrospectiven) Musik besonders durch die Clavier-\nspieler getrieben wurde, angesteckt, als durch Ueberzeu-\ngung bewogen. Kurz, es erhob sich eine allgemeine Be-\nrufung von den Götzen des Tages an die alten Götter.\nDie Verwaltung der grossen Oper achtete nicht darauf\noder sträubte sich dagegen, während die jüngste und\nkleinste Bühne, das Theätre den Orpheus mit\nMadame Viardot brachte, der so verunstaltet auch die\nHauptrolle durch moderne Gesang-Virtuosität allen wah-\nren Verehrern Gluck's erschien dennoch um der genann-\nten Persönlichkeit willen die Menge eine Zeitlang anzog.\nAber auch nur um dieser willen! Die Viardot machte die\nVogue, nicht Gluck; von ihr musste man in jeder Gesell-\nschaft mitsprechen können, von Gluck nebenbei.\nDarauf fiel es der Direction der Conservatoire-Con-\ncerte ein, die Vogue zu benutzen und die grosse Künst-\nlerin den Abonnenten, der Auswahl des musicalischen Pu-\nblicums, ebenfalls vorzuführen. Zu dem Zwecke wurden\neinige Scenen der Alceste für sie zurechtgemacht, und der\nVortrag derselben vergrösserte den Kreis der Bewunderer\nder Sängerin theils durch ihr wirkliches Verdienst, theils\ndurch die bekannten Mittel der Reclame. Dem genauen\nBeobachter entging es aber nicht, dass nicht nur Stimmen\naus dem Publicum, sondern sogar in kritischen Blättern\nder Künstlerin besonders dadurch am meisten zu huldigen\nmeinten, dass sie hervorhoben, wie sie eine so einfache\nund alles Reizes für den jetzigen Geschmack ermangelnde\nMusik neu zu beleben verstände.\nNun hoffte die Verwaltung der grossen Oper ein Ge-\nschäft mit der Alceste machen zu können, engagirte Frau\nViardot und gewann Herrn Berlioz für die Einrichtung\nder Oper.\nDie Alceste war in Paris am 23. Februar 1776 zum\nersten Male gegeben worden. Sie erlebte 283 Vorstellun-\ngen. Im Jahre 1825 wurde sie mit Madame Branchu und\nAdolph Nourrit wieder in Scene gesetzt und im folgenden\nJahre zum Benefiz der genannten grossen Sängerin zum\nletzten Male gegeben.\nGab die jetzige Aufführung (zuerst am 21. October\nv. J.) der Oper wirklich Gluck's Alceste? Keineswegs; wir\nhörten eine neue Alceste, eine für Madame Viardot zu-\nrecht gemachte, die aus der ganz für einen hohen Sopran"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5342, "texte": "berechneten für eine tiefe Stimme umgestaltet, mit Einem\nWorte: um eine Terz transponirt worden war. Damit fiel\ndas historische Interesse, welches höchste Treue erfordert,\nhinweg und das ästhetisch-musicalische Urtheil verlor sei-\nnen richtigen Anhaltspunkt.\nDie dadurch nothwendig gewordenen Aenderungen\ntrübten oder verwischten die musicalische Physiognomie\nder Oper. Die Wirkung einiger Arien wurde geradezu\nzerstört, wenn auch bei manchen Stellen anderer nur eine\nAbschwächung des Eindrucks fühlbar war; die Instrumen-\ntirung verlor ihre Bedeutung, das Orchester wurde durch\ndie Transposition dumpf und kraftlos, die Modulationen,\nwelche durch die Vorbereitung zu den transponirten Reci-\ntativen und Arien und die Zurückführung in die ursprüng-\nliche Tonart nöthig wurden, waren keine Gluck'schen,\nsondern Berlioz'sche; kurz, man gab eine gänzlich, wenn\nauch mit grossem Geschick umgewandelte Alceste, und\nNiemand sah die Nachtheile dieser Umwandlung mehr ein,\nals Berlioz selbst, der sie geradezu ein Bouleversement der\nOper nannte.\nZu der Instrumentirung hatte Berlioz nichts hinzuge-\nthan; wohl aber waren auf seinen Rath die sämmtlichen\nStreich-Instrumente verstärkt worden, so dass das Orche-\nster 28 Violinen, 10 Bratschen, 11 Violoncello's und 9\nContrabässe zählte. Das einzige neue Blas-Instrument im\nOrchester war eine Bass-Posaune, da die Tenor-Posaunen,\nwelche bis jetzt allein in der grossen Oper angewandt\nwurden, die tiefen Töne nicht haben.\nSoll man nun die verfehlte Wirkung beim Publicum\nim Allgemeinen der gerügten Umgestaltung schuld geben?\nDas wäre gewiss eine irrige Behauptung. Für die Masse\nder Zuhörer ersetzte Mad. Viardot als treffliche Schauspie-\nlerin und als vollendete Gesangskünstlerin die von den\nKennern vermisste Sopranfarbe und Frische der Stimme,\nund alles Uebrige, namentlich auch die Chöre, kurz, die\nganze Aufführung war auf das sorgfältigste vorbereitet\nund gelang vollkommen gut. Dennoch nahm die Theil-\nnahme mit jeder folgenden Vorstellung ab, die Hoffnungen\nder ehrlichen Kritik zeigten sich als Täuschung und die\nBeclamen der anderen als Schwindel. An Redensarten über\nden Erfolg war freilich kein Mangel, aber in vielen dersel-\nben und den am besten stylisirten schimmerte dennoch die\nWahrheit durch. Oder war es Ernst, wenn z. B. Berlioz\nsagte: „Aus dem Kampfe mit der Empörung ihrer Stimme\ngegen die Partie, wie Gluck mit der Monotonie seines\nTextes, gingen Mad. Viardot und Gluck als Sieger her-\nvor\"?— Und war es wirklich bloss eine gutmüthige Täu-\nschung, wenn er einen trefflichen Einfluss auf den Ge-\nschmack und eine Zerstörung vieler Vorurtheile des pari-\nser Opern-Publicums von der Aufführung erwartete?\nFetis der Aeltere von Brüssel hat den ersten Vorstel-\nlungen der Alceste in diesem Winter auch beigewohnt.\nSein Ausspruch ist der allein richtige: „Nicht der Werth\neines classischen Meisterwerkes, das man wieder in Scene\nsetzt, kommt bei der Aufführung in Frage, denn der ist\nunbestritten, sondern die Fähigkeit des Publicums,\nihn zu verstehen und zu fühlen.\"\nWas auf der Welt soll in einer Gluck'schen Oper vier\nStunden lang das Bedürfniss von Amüsement, ruhelosem\nWechsel, Sinnlichkeit, Aufregung und Nervenreiz befrie-\ndigen, diese unheilbare Krankheit unseres Theater-Publi-\ncums? Welche Theilnahme, welche Empfänglichkeit soll\neine Zuhörerschaft classischen Werken entgegenbringen,\ndie in der Oper an das Blendwerk der Scenerie und an\ndie Theater-Coups gewöhnt ist? Die Meisten kommen nur,\num sich von den Geschäften des Tages zu zerstreuen, für\nAndere existirt die Oper nur in den üppigen Formen,\nwelche die Gaze der Tänzerinnen umhüllt, und der grösste\nTheil der Zuschauerinnen sitzt nur um ihrer selbst willen\nda, ein Schauspiel im Schauspiel.\nWas erlebte man also in der Alceste? Ich will von\nmeinen Erfahrungen schweigen: heisst es doch oft ge-\nnug hier, wir deutschen Ideologen wären niemals zu befrie-\ndigen, wir könnten die französische Nationalität auch nur\nin Bezug auf ihren Kunstgeschmack nicht unparteiisch\nwürdigen. Hören wir also, was Fetis den Parisern gerade\nins Gesicht sagt, den sie doch für einen der Ihrigen und\nfür eine Autorität anerkennen.\n„Ich sehe, dass man sich einen Erfolg vorzuspiegeln\nsucht, der durchaus nichts Reelles hat. Ich habe meine\nNachbarn und das volle Haus wohl beobachtet und auf\ndie Aeusserungen in den Corridors und den Foyers wohl\nAcht gegeben; denn mir war die Sache natürlich höchst\ninteressant. Nun, ich habe mich überzeugt, dass eine\nschreckliche Langeweile das Resultat der Aufführung war.\nUnd ein anderes war bei dem ständigen Opern-Publicum\ndurch die Vorführung eines traurigen Stoffes, einer stagni-\nrenden Handlung ohne Ausgang, einer Scene ohne Glanz,\neiner Reihe von zwanzig langen oder kurzen Chören, vie-\nlen Recitativen und dreizehn Arien gar nicht zu erwarten.\nAlle diese Musikstücke sind vollendet schön, erhaben, von\nwahrem, ergreifendem Ausdruck; aber was geht das die\nZuhörer an? „„Das ist recht schön,\"\" sagte Einer, „„aber\nes macht keinen Effect.\"41—Ich erwiederte: „„Wenn Sie\nwirklich überzeugt sind, dass das, was Sie gehört haben,\nschön ist, so ist ja der Effect da, so hat ja das Werk da-\ndurch, dass es in uns das Gefühl des Schönen erweckt,\nseinen edelsten Zweck erreicht. Was Sie Effect nennen,\nist eine rein physische Wirkung auf d?e Nerven, woran\nSie durch die heutige Musik gewöhnt sind.\"\" „„Sie"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "91", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5225, "texte": "mögen Recht haben,\"\" fuhr er fort, „„aber der Effect,\nmag er physisch sein oder nicht, ist uns einmal Bedürfnis?.\"\"\n„Andere Zuschauer machten weniger Umstände. Eine\nvornehme Dame sagte: „ „Ich habe genug von dem dum-\nmen Zeug,\"\" und ging im zweiten Acte weg. „„Das\nist ja Leichenzug und Grabgesang!\"\" rief eine andere und\nverliess die Loge; viele drückten sich in der Stille. Im\nFoyer hörte man Redensarten wie diese: „„Wir müssen\nalle Piccinisten werden, um uns für die Langeweile zu\nrächen, die wir heute ausstehen müssen.\"\" „„Das ist\nja zum Sterben ennuyant; wäre ich doch im Postillon von\nLonjumeau!\"\"\nIch füge dem nur noch hinzu, dass in den Unterhal-\ntungen an öffentlichen Orten, in geselligen Vereinen, und\nzwar in Kreisen, die mit Recht für gebildete gelten, die\nUrtheile über die Oper mehr oder weniger schroff auf das-\nselbe Ergebniss hinausliefen. Das Publicum der grossen\nOper in Paris ist nicht mehr zurechnungsfähig für die\nWürdigung eines dramatischen Kunstwerkes. Um die Al-\nceste wenigstens eine Zeitlang auf dem Repertoire zu hal-\nten, gab man zur Erheiterung des ersten Ranges und der\nSperrsitze als Zugabe das beliebte Ballet:\nInnocenis! Damit ist Alles gesagt.\nParis hat aber noch andere Zuhörerschaften, als die\nHabitue's der grossen Oper, und man darf desshalb, wie\nes in Deutschland oft mit Unrecht geschieht, die Sünden\nder blasirten Haute ciristocratie, haute finance u. s. w.\nu. s. w.den Franzosen überhaupt nicht vorwerfen. Das\nTlieätre lyriquebrachte Ende Januar d. J. Möhul's „Jo-\nseph in Aegypten\" wieder auf die Bühne, und es war\nin der That eine Freude, den wirklichen Enthusiasmus\nwahrzunehmen, den das Publicum dieses Theaters von An-\nfang bis zu Ende bekundete. Dass die Direction durch die\nWiederholungen kein Geschäft gemacht hat, lag an der\nganz ungenügenden Besetzung der Rolle Joseph's durch\neinen kleinen, dicken, runden Anfänger mit tiefer Tenor-\nstimme und gränzenloser Unbeholfenheit im Spiel. Dage-\ngen war der Bass (Jakob Herr Petit) vortrefflich. Seit\ndem Jahre 1825, in welchem die Opera comique dieses\nbiblische musicalische Drama wieder in Scene setzte (die\nerste Vorstellung hatte den 1. Februar 1807 Statt gefun-\nden), war es hier nicht gegeben worden, während es in\nDeutschland nie ganz von dem Repertoire verschwunden\nist. Die Wiederaufnahme erlebte damals (1825) über\nhundert. Vorstellungen, wie die Annalen der komischen\nOper beweisen.\nDie Verwaltung der Opera comique ist wieder in die\nHände des alten bewährten Directors Perrin gegeben, der\nmit Hülfe der 300,000 Francs Unterstützung besser zu\nwirthschaften versteht, als sein Vorgänger. Eine curiose\nNeuigkeit dieser Bühne unter der vorigen Direction\nim December vorigen Jahres) waren Les Recruteurs, eine\nOper in drei Acten mit Musik von Lefebure-Wely. Der\nComponist hat sich vom Pedal der Orgel auf die Bretter\nder Oper verirrt und hat sich trotz contrapunktischer Wen-\ndungen und damit abwechselndem Instrumentallärm nicht\ndarauf halten können. Vielleicht sollten dadurch die beiden\nHelden des Stückes, der Balletmeister Vestris und ein\nWachtmeister des Regiments Royal-Provence, charakteri-\nsirt werden. Es kommen Soldaten-Chöre in dieser Oper\nvor, gegen die gewiss kein Feind Stand hält die Zuhörer\nmussten wohl, wenn sie nicht ihr Geld umsonst bezahlt\nhaben wollten.\nEine andere Neuigkeit, die bis jetzt besseren Erfolg\nhat, ist der „Juwelier von St. James\", Musik von\nGrisar, dem Componisten des frisch melodischen\nsoir Monsieur Pantabn/\" Die erste Vorstellung fand den\n17. Februar Statt; die Oper hat mehrere Wiederholun-\ngen erlebt, wird aber doch schwerlich sich lange hallen.\nSie ist übrigens nicht neu, sondern schon 1838 auf dem\nTheater der Renaissance, das seitdem wieder eingegangen,\ngegeben worden. Die hauptsächliche Veränderung besteht\ndarin, dass die Hauptperson, der Juwelier Bernard, da-\nmals eine gesprochene Spiel-Partie, jetzt eine Tenor-Partie\ngeworden ist, und dass die „Lady Melvil\" von 1838 in\neine Marquise von Richmond umgetauft worden. Die In-\ntrigue ist unterhaltend und hat einige hübsche Situationen.\nDie Musik weis't einige Stücke von Geschmack und hüb-\nscher Mache auf, im Ganzen zeigt sie, besonders in den\ngrösseren Nummern, nichts Originelles oder gar Geniales,\nja, sie wird zuweilen, z. B. in der grossen Bravour-Arie\ndes Tenors im dritten Acte, formlos und schlotterig. Von\nden Finalen des ersten und zweiten Actes wurde vor der\nAufführung viel Lärm gemacht, aber doch lange nicht so\nviel, als sie selbst machen. Jedenfalls sind mehr Posaunen\nals Gedanken darin.\nDie Italiäner haben denn auch, um nicht im Graben\nnach alten Schätzen zurückzubleiben, eine längst verges-\nsene oder vielmehr diesseits der Alpen nie bekannt gewor-\ndene Partitur von Donizetti hervorgeholt: „11 Furioso\nall' isola San Domingo\". Ihre Wahl konnte kaum unglück-\nlicher ausfallen; denn diese im Jahre 1833 für Rom und\nGiorgio Ronconi geschriebene Oper hat wohl zu keiner\nZeit ein Publicum enthusiasmirt. Buch und Musik sind zu\ntrivial, um ein weiteres W ort darüber zu sagen. Zu er-\nklären ist die Wiederaufnahme nur dadurch, dass die\ndiesjährige Impresa in dem Bariton Delle-Sedie\neinen ausgezeichneten Sänger besitzt, der in der Rolle\ndes misanthropen Wahnsinnigen Furioso zu glänzen\nhoffte.\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1757, "texte": "Wirkliche Schätze waren dagegen die Partituren des\nMatrimonio segretound des D Mozart's Mei-\nsterwerk kommt in der Regel jedes Jahr einmal an die\nReihe, aber seit länger als zehn Jahren knüpft sich stets\ndieselbe Erscheinung daran: die Oper macht jedes Mal\nein volles Haus, und jedes Mal gehen die Zuhörer unbe-\nfriedigt aus dem Theater. Nur die wenigsten Italiäner von\nheute können Mozart singen; auch dieses Mal war eigent-\nlich nur Zerline (Mademoiselle Bat tu) ein ganz wahrer\nAbdruck des Mozart'schen Bildes, treu und gewissenhaft\nwiedergegeben, voll Reiz und Anmuth und ohne widrige\nCoquetterie. Delle-Sedie (Don Giovanni) imponirt im\nGanzen und erfreut im Einzelnen durch Stimme, Gesang\nund Spiel das Ständchen kann man nicht schmelzender\nvortragen hören; allein auch er modernisirt oft den Mo-\nzart auf neu-italiänische Weise. Alle Uebrigen hatten keine\nIdee von dem Charakter ihrer Partieen, oder wenn sie ja\nein Fünkchen davon hatten, so fehlten die Mittel zur Aus-\nführung, wie bei Zucchini (Leporello) und Mario (Don\nOttavio). Wer wird endlich einmal diesem Shatten, der\njeden Winter aus der Unterwelt wieder aufsteigt, zurufen:\n„Willst du denn ewig—singen?\" oder wenn er durchaus\nnicht eher aufhören will: „Willst du denn ewig—leben?\"\nDie Guerra, eine Anfängerin, war keine Elvira, und die\nPenco eine Donna Anna ä la Verdi. Von einem voll-\nkommenen Kunstgenüsse konnte mithin nicht die Rede\nsein. Und dennoch hält man aus und ist mit Leib und\nSeele dabei. Es geht einem, wie dem Götz von Berlichin-\ngen mit dem Rathsherrn in Nürnberg, der das Conterfei\ndes Kaisers vor der Brust trug: man möchte dreinschla-\ngen, aber die geliebten edeln Züge des Bildes, die man\nauch in der Verunstaltung erkennt, halten uns in ehr-\nfurchtsvoller Scheu.\n\nB. 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Um so angenehmer musste es überraschen, als\nmit Beginn dieses Jahres in beiden genannten Blättern un-\nbekannte Stimmen in Sachen der Kritik laut wurden, de-\nren eine wie aus fremder Zone zu kommen schien. Und\nwenn wir sogleich hinzusetzen, dass die Redaction der erst\nim vorigen Jahre ins Leben getretenen politischen Zeitung\n„Die Zeit\" zur Besprechung der Vorkommnisse auf mu-\nsicalischem Gebiete gleichfalls Raum lässt und das kritische\nGeschäft in sachkundige Hände gelegt hat, so ergibt sich\naus dieser veränderten Lage der Dinge nebst dem Ver-\ngnügen auch die Verpflichtung für uns, den ausgebreite-\nten Leserkreis dieser Musik-Zeitung auf diese neuen Ver-\nhältnisse aufmerksam zu machen. Wenn wir uns aber\nerlauben, einige charakterisirende Anmerkungen in Bezug\nauf diese kunstrichterliche Trias beizufügen, so werden\nselbe in dem Umstände ihre Rechtfertigung finden, dass\nsowohl in der Fremdartigkeit der Sache an sich, wie auch\nin der von dieser Trias bisher beobachteten Anonymität\ndie Gründe liegen möchten, warum diese Bestrebungen\ndie Aufmerksamkeit des hiesigen Publicums rege zu ma-\nchen bisher noch nicht vermocht haben. Sagen wir denn\nim Interesse unserer schönen Kunst offen heraus, was wir\nvon dieser neuen Erscheinung halten; vielleicht wirkt dies\ndahin, die altgewohnte Gleichgültigkeit, vielmehr Miss-\ntrauen, gegen die heimische Kunstkritik in etwas abzu-\nschwächen und dem Vertrauen von Seiten des Publicums\nBahn zu brechen eine Absicht, die wohl keiner Um-\nhüllung bedarf.\nGeheimbündler und Fachleute haben gemeiniglich\näussere Erkennungszeichen, die in der Regel untrüglich\nsind. Macht diese Regel in unserem Falle keine Ausnahme,\nso fliessen die kritischen Urtheile im Conversations-Blalt\naus der Feder eines in Sachen der Gesangskunst vielbe-\nwährten Mannes, der seit Kurzem zurückgezogen in Frank-\nfurts Mauern weilt. Seine bereits in zweiter Auflage er-\nschienene „Gesangschule\" ist unter allen neuester Zeit\nveröffentlichten eine der vollständigsten, geschöpft im We-\nsentlichen aus den Methoden der besten italiänischen Ge-\nsanglehrer, als Italien noch im Alleinbesitze dieser Geheim-\nnisse war. Dies erklärt es, warum dieser Beurtheiler sich\nam liebsten, auch am eindringlichsten, über die Leistungen\nim Bereiche der Gesangskunst ergeht und darüber unan-\ntastbare Bemerkungen ausspricht, was nach dem eben Ge-\nsagten wohl begreiflich ist. Möge der treffliche Mann seine\nStellung dem Chorgesange gegenüber nur nicht zu hoch\nnehmen, da von solchem Standpunkte aus selbst die Chor-\nLeistungen der berliner Sing-Akademie kaum die er-\nwünschte Anerkennung finden könnten. Möge er aber\nimmer sein „Misstrauen bezüglich der Fähigkeiten der\nheutigen Dirigenten, durch die italiänische Kunstschule in\nder erforderlichen Weise zu wirken\", wenn nöthig in den\nVordergrund seiner Referate stellen, weil gerade in Folge"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "93", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5434, "texte": "des Abgangs dieser Fähigkeiten, ja, Mangels alles issens-\nnothwendigen in Sachen des Gesanges, bei der Mehrzahl\nder heutigen Dirigenten die Dinge in Opern- und Ora-\ntorien-Musik auf so beklagenswerthe Irrwege geführt wur-\nden, auf denen wir sie sehen müssen. Selbst in der Instru-\nmental-Musik wären die üblichen Abhetzungen nicht mög-\nlich, wenn Dirigenten und Virtuosen Gefühl für die Psyche\ndes Tones und den seelischen Charakter der Melodie be-\nsässen.\nDas vollkommene Vertrautsein mit allen Theilen der\nGesangskunst bei diesem Referenten erklärt es anderer-\nseits auch, wenn seine Urtheile in Sachen der Instrumen-\ntal-Musik nicht immer auf gleich festem Grund und Boden\nberuhen; denn wer sich dem Forschen in dem weiten Be-\nreiche des Gesanges mit so viel Liebe und Eifer hingibt,\nwie er dargelegt hat, dem bleibt wenig Zeit übrig, den\nnoch ausgedehnteren Bereich der Instrumental-Musik gründ-\nlich studiren zu können; kaum wird er die Hälfte des vor-\nhandenen Materials kennen lernen. Eine Beleuchtung ver-\nschiedener von dem verehrten Fachmanne ausgesprochener\nSätze, als z. ß., dass derselbe an den Dirigenten die For-\nderung stellt, „er müsse die Tempi der einzelnen Sätze\naus dem Leben entwickeln\" (Conversations-Blatt vom 2.\nFebruar), liegt keineswegs in unserer Absicht. Es sei darum\nnur bemerkt, dass zufolge der uns zu Theii gewordenen\nLehrbegriffe das Tempo eines jeden Satzes aus der inwoh-\nnenden Charakteristik, ausserdem noch aus dessen orga-\nnischem Baue zu entnehmen ist. Dass dieser Referent die\nIrrthümer in den genommenen Tempi nicht unbeachtet\nlässt, damit übt er eine der wichtigsten Pflichten der sach-\nverständigen Kritik; denn vor Allem ist die Bewegung,\nfolgerichtig der vom Dirigenten, überhaupt von dem Vor-\ntragenden, dem Tonstücke dadurch gegebene Charakter;\ndas Dynamische und anderes Accidentielle aber erst in\nzweiter Reihe in Betracht zu ziehen. Nur die After-Kritik\nlässt das Wesentlichste ausser Betracht und hält bloss\nMusterung über piano und forte.\nWie schwer es den Gleichstrebenden werden müsse,\nmit solcher Fülle von theoretischem Wissen und prakti-\nschem Verstehen, dergleichen dem Referenten im Conver-\nsations-Blatt in Sachen des Gesanges zu Gebote stehen, zu\nconcurriren, lässt sich leicht begreifen. Darum wird nach\ndieser Richtung hin ein anderer Maassstab bei den Refe-\nrenten in „Zeit\" und Didaskalia anzulegen sein. Indess\nmuss zugestanden werden, dass die Urtheile in erstgenann-\ntem Blatte keineswegs eines gewissen Grades von Wissen-\nschaftlichkeit, demnach auch sicherer Einsicht in das Ge-\nsangswesen entbehren, in Bezug aber auf Instrumental-\nMusik entschieden prävaliren. Hierin entwickelt unser Re-\nferent so vortreffliche Ansichten und hinsichtlich des Cha-\nrakteristischen so feine Distinctionen, als habe er bei Marx\noder II an sl ick Vorträge über Aesthetik gehört. Kurz,\nseine Referate tragen das Gepräge einer wohldurchdachten\nFach-Kritik und lassen nur bedauern, dass sie in manchen\nPunkten nicht ausführlicher gehalten sind, was jedoch\ndurch den gemessenen Raum entschuldigt wird.\nDer Didaskalia-Referent hat sich bis jetzt als Zögling\nder jüngsten Epoche bekundet. Er scheint von den Grund-\nsätzen der classischen Schule wenig zu wissen; dennoch\nist er bestrebt, das Wohl der Kunst fördern zu helfen.\nNach Art einer gewissen Classe von Literaten kleidet er\nseine Sätze in die knappste Form des Ausdrucks, was sich\nzwar gut lies't, aber denn doch die Absicht des Phrasen-\nmachens zu deutlich zu erkennen gibt. Das ist jedoch der\ndidaktische Ton nicht, den die gute Kritik bevorzugen soll,\nweil er die Zeichen des Oberflächlichen, zuweilen sogar\n7 o\nvornehm Absprechenden an sich trägt und die erforder-\nlichen Nachweise schuldig bleibt. Wenn die Kritik bloss\nin solcher Weise zu Werke gehen will, so weicht sie al-\nlerdings der Mühe des Untersuchens, Prüfens aus, vergisst\njedoch, was ihre Aufgabe, ja, Pflicht ist; diese aber stets\nvorwalten zu lassen, dazu bedarf es langer Spalten nicht.\nSolche Eigenschaften machen es begreiflich, dass die Aus-\nsprüche dieses Referenten von denen der genannten Colle-\ngen stark abweichen, bei denen schon eine bessere Ueber-\neinstimmung zu wünschen wäre. Es würde der guten Sache\nkeinen Vortheil bringen, wenn dieser Beurtheiler in sol-\ncher Weise fortfahren sollte—„um die Kritik des Ausge-\nführten mit der Kritik der Ausführung nicht zu ver-\nmengen\".\nWas soll aber der Mühe Lohn sein bei so entschiede-\nnen Gegensätzen? Doch nicht das geringe Honorar, dessen\nsicherlich jeder der Herren Referenten entbehren kann.\nBisher war eine harmonische Uebereinstimmung nur in\ndem Punkte wahrzunehmen, der die Nichtbefähigung des\nPianisten und Ciavierlehrers August Buhl zum Vortrage\nclassischer, überhaupt tief gedachter und eben so empfun-\ndener Musik betraf, wobei auch Herr Malibran im Jour-\nnal de Francfort und sein deutscher Doppelgänger im\nFeuilleton der Neuen Frankfurter Zeitung kräftig mitge-\nwirkt haben. Dieser fünfstimmige Contrapunkt, dessen\nStimmen sämmtlich Realslimmen gewesen, war nach\nVersicherung eines Kunst- Veteranen seit Menschengeden-\nken das erste übereinstimmende Urtheil in der frankfurter\nmusicalischen Kritik und dürfte in diesem speciellen Falle\nals der erste kunstrichterliche Protest gegen sündhafte,\nkaum noch da gewesene Verstümmelung classischer Musik\nzu bezeichnen sein*).\n\n*) Zum Verständnisse dieses exceptionellen Falles muss bemerkt\nwerden, dass dem Pianisten Buhl vor einiger Zoit das Miss-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2966, "texte": "Diese gemeinsame That, die den Beifall aller Sach-\nverständigen erhalten und gewiss nicht ohne gute Nach-\nwirkung bleiben wird, möchte andererseits auch noch\ndeutlich gezeigt haben, zu welch bedeutendem Einflüsse\ndie musicalische Kritik in dieser tonreichen Stadt gelangen\nkönnte, wenn sie—wenigstens bei allen wichtigeren Vor-\nkommnissen ihre Urtheile in möglichster Uebereinstim-\nmung vorlegen wollte. Gerade durch dieses Mittel hat sich\ndie pariser Kunstkritik zu einer imponirenden Macht erho-\nben. Im Theater und Concerte findet sie reservirte Plätze,\nmeist immer zusammengelegt, wodurch die mündliche Ver-\nständigung der Referenten ermöglicht ist. Im Conservatoire\nsind der Presse zwei Logen für alle Concerte eingeräumt,\nderen jede sechs Zuhörern Platz gibt. [?] Dies erleichtert\nder Kritik die Arbeit, die oftmals schon zur Hälfte gelhan\nist, bevor noch die Feder angesetzt wird.\nIn unserer von tausenderlei Interessen zerklüfteten\nEpoche, die der Kunst meist feindlich entgegenstehen» ver-\nmögen getheilte Stimmen in der Kritik nichts Erspriess-\nliches mehr zu wirken. Vielleicht sind Kunst-A reopage,\nwenn auch nicht im engsten Verbände, glücklicher. Man\nversuche es damit. Eine günstige Constellation hat die\nhierzu geeigneten Elemente hier bereits vereinigt, wie vor-\nstehend gezeigt worden. Möge Frankfurt die erste Stadt\nin Deutschland sein, die mit solch harmonischem Beispiele\nvorangeht! Zur Erreichung dieses ehrenhaften Zweckes\ndürften wohl auch die respectiven Redactionen behülflich\nsein, denn es ist für gewiss anzunehmen, dass es densel-\nben nicht gleichgültig ist, ob die Bestrebungen ihrer Refe-\nrenten den Kunstzuständen von einigem Nutzen sind, oder\nob ihre Worte wirkungslos verhallen.\n\nA. S.\n\nGeschick widerfahren, von einer notorisch feilen und gewissen-\nlosen Feder eines hiesigen Kunstrichters im Conversations-Blatt\nzum ~Ehrenwächter der Solo-Sonatea ernannt zu werden ge-\nwiss ohne sein Verschulden, da er als bescheidener Mann ge-\nkannt ist. Indess scheint diese Ernennung, resp. Erhebung auf\nso hohen Posten unserem Manne doch den Sinn verrückt zu\nhaben, demnach er sich wirklich für befähigt hielt, in vier\nangekündigten Matinee's Compositionen aus dem 17,, 18. und\n19, Jahrhundert zum Vortrag zu bringen. Bereits hat derselbe\nin drei dieser Sitzungen den alten Ebner, Couperin, Scarlatti,\nJ. S. Bach und Ph. Em. Bach, dann noch Clementi (Didcme\nabbandonata), Beethoven (Sonaten, Op. 10 in 1), Op. 57 und\nOp. 81), Hummel, Mendelssohn, Thalberg und Schumann ver-\narbeitet. Haydn, Aloys Schmitt, Moscheies, Chopin, Liszt, nebst\nBeethoven (Sonate Op. 110) erwarten in der vierten Matinee\nihre Erlösung. Das heisst doch Universalität! Die Kritik\nwar leider so unhöflich, dem Tausendkünstler nur jenen Theil\nvon Ciaviermusik für seine Vorträge passend zuzuerkennen,\nder sich ausschliesslich mit der Technik begnügt. Vielleicht\ngelingt es aber Herrn Buhl, die intelligenten Zuhörer in seiner\nletzten Matinde eines Anderen zu überzeugen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-03-22-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-03-22_01#c004", "volume": "bmtnabi_1862-03-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "94", "page_fin": "95", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.2.4", "titre_corps": "Beethoven in Gneixendorf.", "titre_sommaire": "Beethoven in Gneixendorf.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.6", "debut_caractere": 2968, "fin_caractere_exclue": 5629, "texte": "Beethoven in Gneixendorf.\nUnter dieser Ueberschrift erzählt Dr. L. in der „ Deut-\nsehen Musik-Zeitung\" (Ar. 10) Einiges aus den Erinnerun-\ngen zuverlässiger Zeitgenossen Beethoven's in und bei\nGneixendorf, dein Gu'e seines säubern Herrn Bruders Jo-\nI ann (vgl. A. Schindler's Biographie, 11., S. 131). Aus\nden Aussagen des noch lebenden Michael Krenn, welcher\nBeethoven damals bediente, theilen wir unter Anderem mit:\n„Ludwig van Beethoven war nur Ein Mal, und zwar\nim Jahre 1826, etwa durch drei Mo ate, vom Schnitt bis\nnach der Lese (das wäre also in den Monaten August,\nSeptember, October), in Gneixendorf. M chael Krenn\nwurde von der Frau Gutsbesitzerin zur Bedienung des\nCompositeurs aufgenommen. In der ersteren Zeit aber hatte\ndie liüchin täglich das Bett Beethoven's zu machen. Letz-\nterer sass einmal bei seinem Tische, agirte mit den Hän-\nden, gab mit den Füssen den Tact und sang oder brummte\ndazu. Die Köchin lachte darüber; als Beethoven, sich zu-\nfällig umsehend, sie so lachen gewahrte, jagte er sie ohne\nWeiteres zum Zimmer hinaus. M. wollte mit ihr davon\nlaufen; Beethoven aberzog ihn zurück, schenkte ihm drei\nZwanziger und sagte ihm, er solle sich nicht fürchten, und\ner müsse ihm nun täglich das Bett machen und das Zim-\nmer zusammenräumen. M. Musste immer zeitlich früh\nhinaufkommen, aber meistens lange klopfen, bis Beetho-\nven ihm aufmachte. Um halb 6 Uhr pflegte Letzterer auf-\nzustehen, zu seinem Tisch sich zu setzen, mit Händen und\nFüssen den Tact zu schlagen und singend und brummend\nzu schreiben. Anfangs schlich M., wenn ihm das Lachen\ndarüber kam, zur Thür hinaus, allmählich aber gewöhnte\ner sich daran. Um halb 8 Uhr war gemeinsames Früh-\nstück; nach demselben eilte Beethoven stets ins Freie,\nschlenderte auf den Feldern herum, schrie, agirte mit den\nHänden, ging einmal sehr langsam, dann wieder sehr\nschnell, oder blieb plötzlich stehen und schrieb in eine Art\nTaschenbuch. Einmal bemerkte er, als er nach Hause ge-\nkommen, dass er dasselbe verloren. M., sagte er, laufe\nund suche meine Schriften, ich muss sie um jeden Preis\nwieder haben; sie fanden sich auch wirklich. Um halb 1\nUhr pflegte er nach Hause zum Essen zu kommen; nach\nTisch ging er in sein Zimmer, ungefähr bis 3 Uhr, dann\nlief er wieder auf den Feldern herum bis vor Sonnenunter-\ngang; denn nach demselben pflegte er nie mehr auszu-\ngehen. Um halb 8 Uhr war Nachtmahl; dann verfügte er\nsich in sein Zimmer, schrieb bis 10 Uhr und legte sich\ndann zu Bett. Zuweilen spielte Beethoven auch Ciavier;\ndoch stand dasselbe nicht in seinem Zimmer, sondern im\nSaale. Beethoven's Wohn- und Schlafzimmer, das ausser\nMichael Niemand betreten durfte, war das Eckzimmer ge-"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1749, "texte": "gen den Garten und Hof, wo gegenwärtig das Billard sich\nbefindet.\n„Während der Zeit, dass Beelhoven Morgens spaziren\nging, musste M. das Zimmer aufräumen. Da fand er meh-\nrere Mal Geld auf der Erde liegen; als er es Beethoven\nzurückgab, fragte ihn dieser, wo er es gefunden habe. M.\nMusste ihm nun den Platz zeigen, wo er es aufgelesen,\nworauf es ihm dieser zum Geschenk machte. Dies geschah\nso drei bis vier Mal; dann aber fand M. kein Geld mehr.\nAbends musste M. immer neben Beethoven sitzen und ihm\ndie Antwort auf die Fragen, die dieser an ihn gestellt, auf-\nschreiben. Meistens wurde er darüber ausgeforscht, was\nbeim Mittags- und Abendtisch über ihn gesprochen worden.\n„Eines Tages schickte die Frau des Gutsbesitzers M.\nmit 5 Fl. nach Stein, um daselbst Wein und einen Fisch\nzu kaufen. M. war unachtsam, verlor das Geld und kam\nnach 12 Uhr ganz bestürzt nach Gneixendorf zurück. Die\nGutsbesitzerin fragte ihn alsogleich, wo der Fisch sei, und\njagte ihn, als er ihr den Verlust des Geldes anzeigte, also-\ngleich davon. Beethoven fragte, als er zu Tische kam, gleich\nnach seinem M.; die Gutsbesitzerin erzählte ihm den Vor-\nfall. Da ward Beethoven furchtbar aufgebracht, gab der\nGutsbesitzerin die 5 Fl. und bestand darauf, dass M. augen-\nblicklich zurückkomme. Von dieser Zeit an ging er nicht\nmehr zu Tisch, sondern liess sich das Essen aufsein Zim-\nmer bringen, wo ihm M. auch das Frühstück bereiten\nmusste. Ueberhaupt hat nach der Aussage des Letzteren\nBeethoven auch schon vor diesem Auftritte mit seiner\nSchwägerin fast nie und auch mit seinem Bruder nur sehr\nwenig gesprochen. Noch erwähnte M., dass Beethoven ihn\nnach Wien mitnehmen wollte, was aber nach Ankunft\neiner Köchin, die, um Beethoven abzuholen, eintraf, wie-\nder unterblieb.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-03-22-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-03-22_01#c005", "volume": "bmtnabi_1862-03-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "95", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.2.5", "titre_corps": "Neuntes Gesellschasts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferdinand Hiller.", "titre_sommaire": "Neuntes Gesellschasts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Ferdinand Hiller.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.7", "debut_caractere": 1751, "fin_caractere_exclue": 4519, "texte": "Neuntes Gesellschasts-Concert in Köln im Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn\nFerdinand Hiller.\nDinstag den 18. März 1862.\nProgramm. Erster Theil. 1. Sinfonie Nr. I. in C-dur von\nBeethoven. 2. „Tenebrae factae sunt\" für Chor ohne Begleitung\nvon Michael Haydn. 3. Concert für die Violine (Gesangscene)\nvon Spohr, vorgetragen von Herrn Conceitmeister Otto von Kö-\nnigslöw. 4. Ouvertüre zu „Medea\" von Woldemar Bar-\ng i e 1 (neu).\nZweiter Theil. 5. Concert in G-moll für Pianoforte und Orchester\nvon F. M endelss oh n, vorgetragen von Herrn Fer din an d Breu-\nnung. G. Der 42. Psalm für Solo, Chor und Orchester von F.\nMendelssohn (Sopran-Solo: Fräulein Julie Rothenberger).\nDie erste Sinfonie von Beethoven, so lange nicht gehört, dass\nsie dem grössten Theile der Zuhörer anbekannt und denen, die sie\nkannten, einmal wieder sehr willkommen war, wurde recht schon\nausgeführt. Der Kirchengesang des Michael Haydn, jenes gewaltigen\nContrapuuktisten und Schöpfers von mehreren Hundert Kirchen-Mu-\nsikstücken, des genügsamen Orchester-Directors und Dom-Organisten\nin Salzburg, von wo ihn dio lockendsten Anerbietungen des Pürsten\nEsterbazy und der hohen Musikfreunde in Wien und seines älteren\nBruders Wünsche nicht wegbrachten, wurde recht gut gesungen\nund machte Eindruck. Herr von Königslöw ärntete durch den in\nseiner Art trefflichen Vortrag der Spohr'schen Gesangscene wieder-\nholten Applaus und Hervorruf: wir könuen indess nicht läu^nen,\n' O 1\ndass uns eine weniger sentimentale und mein* energische Auffassung\ndieser schönen Composition mehr zusagt. Herr Woldemar Bar-\ngiel erlangte durch seine Ouvertüre, ein grossartig concipirtes und\nimponirendes Orchesterstück, einen erfreulichen Erfolg, den der laute\nund anhaltende Applaus des Publicums bekundete.\nHerr Ferdinand Breunung entzückte die Zuhörer durch\neinen so correcten und in jeder Hinsicht der Composition gerecht\nwerden Jen Vortrag des MendelssohnIschen Concertes, dass seine Lei-\nstung eine meisterhafte genannt werden muss Sie erregte allgemei-\nnen und lebhaftesten Beifall und Hervorruf des Künstlers, der den\nvirtuosen Glanz mit der Gediegenheit des Spiels zu vereinigen weiss.\nDen Schluss machte eine Aufführung des bekannten 42. Psalms,\ndie Manches zu wünschen übrig liess. Die Composition reicht nicht\nan die Höhe hinan, auf der Mendelssohn in anderen kirchlichen Ge-\nsangstücken und vollends in den Oratorien Paulus und Elias steht.\nFräulein Rothenberger war gut bei Stimme und trug die So-\npran-Soli befriedigend vor; mit Vergnügen bemerkten wir, dass die\ntalentvolle Sängerin auf die Aussprache des Textes mehr Sorgfalt\nverwendet, als früher.\nFür das letzte Concert am Palmsonntag den 13. April wird eine\nglänzende Aufführung der Missa solemnis von Beethoven vorbe-\nreitet."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-03-22-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-03-22_01#c006", "volume": "bmtnabi_1862-03-22_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "95", "page_fin": "96", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.7", "debut_caractere": 4521, "fin_caractere_exclue": 6266, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nCaOtlia.« Die diesjährige Saison bringt uns im herzoglichen\nHoftheater schöne Genüsse, indem wir neben Frau Sämann de\nPaez, deren grossartige Gesangsleistungen in diesen Blättern be-\nreits erwähnt wurden, noch eine andere jugendliche Sängerin be-\nsitzen: Fräulein Henriette Garthe aus Köln. Sie war zuletzt\neine Schülerin Garcia's, hat auf unserer Bühne ihre theatralische\nLaufbahn begonnen und sich in kurzer Zeit den Beifall und die\nGunst des Publicums erworben. Fräulein Garthe besitzt neben mu-\nsicalischem Talente eine obgleich nicht grosse, doch sehr ange-\nnehme, wohlklingende und frische Stimme, dazu eine leichte Auf-\nfassungsgabe, welche die junge Dame befähigte, sich schnell ein\nRepertoire zu bilden. Sie hat unter Anderem die Elvira im Don\nJuan, die Constanze, Susanne, Martha, Alice, Adriano, Elisabeth\nund Agathe die beiden letztgenannten Partieen mit ganz beson-\nderem Glück gesungen. Da mit jeder neuen Rolle auch ein Zu-\nnehmen der Bühnen-Gewandtheit bemerkbar ist, so sind wir da\nFräulein Garthe bereits für nächste Saison engagirt ist zu wei-\nteren schönen Hoffnungen auf dieses Talent berechtigt.\n• Frankfurt a. 15. März. Im gestrigen Museums-Concerte\nerregte der Pianist Herr Ernst Lübeck aus Paris durch den Vor-\ntrag eines Concertes von Mendelssohn und einiger Salonstücke\nAufsehen. Er ist ein grosser Techniker und seine Behandlung des\nInstrumentes ist keine gewöhnliche. Er spielte einen Erard von vor-\nzüglicher Qualität, den er mitgebracht hatto.\nHiesige Musikfreunde, welche der zweiten Aufführung der Oper\nDie von F. Hiller am 12. d. Mts. in YViesba-\n-7)\nden beigewohnt haben, hört man sich sehr lobend darüber ausspre-\nchen und die Hoffnung hegen, dass sich der Theil des Publicums,"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4214, "texte": "der noch einer höheren Regung fähig ist, für die Behandlung sol-\ncher Stoffe, welche in unserer verderbten Zeit sehr verdienstlich ist,\ngewinnen lassen werde.\nlinde Februar verliess der ausgezeichnete Violoncellist des Ge-\nwandhaus-Orchesters und Lehrer am Conservatorium, David off,\nden Schauplatz seiner bisherigen Wirksamkeit und ging von Leipzig\nnach Petersburg zurück, um sich von dort, wie man hört, später\nnach London zu begeben. Er hinterlässt in jeder Beziehung ein sehr\nehrenvolles Andenken. Man hat ihn zugleich als einen Künstler von\nallgemeiner, sehr gründlicher Bildung kennen und würdigen gelernt.\nHof-Capellmeister Aloys Schmitt von Schwerin hat einen Ur-\nlaub erhalten, um seiner Gesundheit wegen einige Zeit nach Algier\nzu gehen.\nWie»« In der vorgestrigen fünften Privat-Abonnements Soiree\nkam unter Anderem eine Sonate für Ciavier und Violine von dem\njugendlichen Componisten J. Brüll (derselbe ist 14—15 Jahre alt)\nzur Aufführung. Sie verräth ein sehr hübsches Talent, enthält viele\nsinnige, feine Züge und verspricht für die Zukunft das Beste. Wir\nhoffen bald Gelegenheit zu finden, Näheres über diese so zarte Blüthe\nmitzutheilen, und erwähnen nur noch, dass der Componist den Cla-\nvierpart seiner Sonate selbst ausführte und sich dabei als ein bereits\nsehr gewandter und sicherer Spieler bewies. Ferner hörten wir hier\nein bisher unbekanntes, auch ungedrucktes Quintett für Oboe,\ndrei Hörner und Fagott von Beethoven ein immerhin durch\ndie Eigenthümlichkeit der Zusammenstellung interessantes Werk,\nwenn auch geistig unbedeutend. (D. M.-Z.)\nf Amsterdam, 15. März. Das zweite festliche Concert der\nMaatschappy tot Bevordering der Toonkunst fand am 22. Februar\nzum Besten der Casse der Geseifschaft Statt. Aufgeführt wurde\nHaydn's „Schöpfung\", jenes nie alternde Kunstwerk, unter Mitwir-\nkung der Frau Lemmens-Sherington aus Brüssel, der Herren\nOtto (Tenor) aus Berlin und Behr (Bass) aus Bremen. Die Aus-\nführung war im Allgemeinen befriedigend, besonders in Betreff der\nSoli. Frau Lemmens und Herr Behr wurden mit Applaus überhäuft.\nHerr Otto hatte gute Momente, erlangte aber nicht denselben Er-\nfolg; seine Stimme ist schwach, und es fehlt ihr an Tonfülle in den\nhöheren Chorden. Chor und Orchester haben freilich, wie immer,\nviel zu wünschen gelassen ; da war Unsicherheit im Tact, Man-\ngel an reiner Intonation und an Kraft, gänzliche Abwesenheit von\nfeiner Schattirung. Der Dirigent Hol ist seiner Aufgabe nicht ge-\nwachsen : an musicalische Disciplin ist nicht zu denken; er braucht\nimmer erst einige Tacte, um verständlich zu machen, was er will\ndaher jenes Schwanken, das die ganze Ausführung in Gefahr\nbringt. Die hiesige Armee im Orchester bedarf vor Allem eines\nFeldherrn voll Autorität!\nFrau Lemmens hat in allen ihren Concerten ausserordentliche\nErfolge gehabt; es ist eine gewissenhafte Künstlerin von vielem Ta-\nlent und musicalischer Bildung, besonders für classische Musik. Ein\nperlender, rein intonirter Triller, ein reizendes Colorit des mezza voce7\nein vortrefflicher Vortrag zeichnen eie aus.\nVieuxtemps gibt mit Beifall Concerte, doch schadet ihm die\nErinnerung an Kömpel, Lotto und selbst an Wieniawski; namentlich\nhat Kömpel die sonst nicht leicht zu erregenden Holländer be-\ngeistert.\nIn der letzten Sitzung für Kammermusik des Herrn F. Coe-\nnen und Genossen hörten wir das Quartett Nr. 2 von Ed. de Har-\ntog (Manuscript), das neulich in Ihrem Blatte vom 22. Februar so\ngünstig beurtheilt worden ist; auch hier hatte es vollständigen Er-\nfolg; seit langer Zeit hat kein Werk eines Holländers die Zuhörer\nso hingerissen. Die Ausführung war vortrefflich.\nMerell i' s italienische Oper macht fabelhafte Einnahmen ; Signora\nPatti, deren Talent in Belgien stark bestritten wurde, macht hier\nsehr viel Glück.\nVon Paris erhalten wir die Trauerbotschaft, dass Halevy am\n17. März gestorben ist. Er war erst im dreiundsechszigsten Lebens-\njahre, aber schon seit längerer Zeit kränklich. Am 27. Mai 1799\ngeboren, trat er ins Conservatorium zu Paris und erhielt 1819\nden grossen Preis für Composition. Seine beste Oper ist bekanntlich\n„Die Jüdinu. Im Jahre 1833 wurde er zum Mitgliede der Akademie\nder schönen Künste erwählt, die ihn 1b54 zu ihrem beständigen\nSecretär ernannte."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "89", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nPariser Briefe. 11. (Gluck's Alceste und das Publicum Joseph von M<Shul Die ita-\nliänisehe Oper). Von B. P. Aus Frankfurt am Main (Die musiealische Kritik). Von A. S. Beethoven in Gneiiendorf. Neun-\ntes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich. Tages- und Un t erh a 1 tun gs b lat t (Gotha, Frau Sämann de Pa<*a, Fräulein Hen-\nriette Garthe Frankfurt am Main, Museums-Concert, „Die Katakomben\" Amsterdam, Concert Paris, HaMvy f).\n\nPariser Briefe.\n\nII.\n[Gluck's Alceste und das Publicum Joseph von Mehul Le\nJoaillier de St. James Die italienische Oper.]\nEs ist schon einige Monate her, dass diejenige Auf-\nführung in der grossen Oper Statt fand, Welche den Stoff\nzu dem Inhalt dieser Zeilen liefert. Allein da ich weiss,\ndass einerseits die Niederrheinische Musik-Zeitung keine\nNeuigkeits-Jägerin ist, sondern mehr auf das Was, als\nauf das Wie schnell ihrer Correspondenzen gibt, und\nandererseits mein Brief weit weniger einen Theater-Be-\nricht, als musik- und culturhistorische Bemerkungen ent-\nhalten soll, so dürfte die Zeit der Veranlassung desselben\nnicht in Betracht kommen.\nEs handelt sich nämlich um die Frage, ob es gera-\nthen sei, die Gluck'schen Opern wieder auf die Bühne, na-\nmentlich auf die Bühne der grossen pariser Oper, zu brin-\ngen. Ich sage sogleich: die Gluck'schen Opern, weil diese\nallein das altclassische Repertoire der kaiserlichen Akade-\nmie der Musik bilden.\nSeit dem Jahre 1854, in welchem dieses Opern-In-\nstitut aus Privathänden in die Verwaltung des kaiserlichen\nHauses überging, drang hier in Paris eine Partei von Mu-\nsikern und Dilettanten auf Wiederaufnahme der Gluck'-\nschen Meisterwerke. Ein Theil der Genossen dieser Partei\nwar in vollem Ernste über die tiefe Versunkenheit der\nOper empört und suchte in der Rückkehr zu Gluck ein\nMittel zur Hebung des reinen Geschmacks; ein anderer\nfiel ohne wirkliches Bewusstsein der Gründe den Eiferern\nbei, mehr von einer gewissen Coquetterie, die mit der al-\nten (retrospectiven) Musik besonders durch die Clavier-\nspieler getrieben wurde, angesteckt, als durch Ueberzeu-\ngung bewogen. Kurz, es erhob sich eine allgemeine Be-\nrufung von den Götzen des Tages an die alten Götter.\nDie Verwaltung der grossen Oper achtete nicht darauf\noder sträubte sich dagegen, während die jüngste und\nkleinste Bühne, das Theätre den Orpheus mit\nMadame Viardot brachte, der so verunstaltet auch die\nHauptrolle durch moderne Gesang-Virtuosität allen wah-\nren Verehrern Gluck's erschien dennoch um der genann-\nten Persönlichkeit willen die Menge eine Zeitlang anzog.\nAber auch nur um dieser willen! Die Viardot machte die\nVogue, nicht Gluck; von ihr musste man in jeder Gesell-\nschaft mitsprechen können, von Gluck nebenbei.\nDarauf fiel es der Direction der Conservatoire-Con-\ncerte ein, die Vogue zu benutzen und die grosse Künst-\nlerin den Abonnenten, der Auswahl des musicalischen Pu-\nblicums, ebenfalls vorzuführen. Zu dem Zwecke wurden\neinige Scenen der Alceste für sie zurechtgemacht, und der\nVortrag derselben vergrösserte den Kreis der Bewunderer\nder Sängerin theils durch ihr wirkliches Verdienst, theils\ndurch die bekannten Mittel der Reclame. Dem genauen\nBeobachter entging es aber nicht, dass nicht nur Stimmen\naus dem Publicum, sondern sogar in kritischen Blättern\nder Künstlerin besonders dadurch am meisten zu huldigen\nmeinten, dass sie hervorhoben, wie sie eine so einfache\nund alles Reizes für den jetzigen Geschmack ermangelnde\nMusik neu zu beleben verstände.\nNun hoffte die Verwaltung der grossen Oper ein Ge-\nschäft mit der Alceste machen zu können, engagirte Frau\nViardot und gewann Herrn Berlioz für die Einrichtung\nder Oper.\nDie Alceste war in Paris am 23. Februar 1776 zum\nersten Male gegeben worden. Sie erlebte 283 Vorstellun-\ngen. Im Jahre 1825 wurde sie mit Madame Branchu und\nAdolph Nourrit wieder in Scene gesetzt und im folgenden\nJahre zum Benefiz der genannten grossen Sängerin zum\nletzten Male gegeben.\nGab die jetzige Aufführung (zuerst am 21. October\nv. J.) der Oper wirklich Gluck's Alceste? Keineswegs; wir\nhörten eine neue Alceste, eine für Madame Viardot zu-\nrecht gemachte, die aus der ganz für einen hohen Sopran"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "90", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.2", "texte": "berechneten für eine tiefe Stimme umgestaltet, mit Einem\nWorte: um eine Terz transponirt worden war. Damit fiel\ndas historische Interesse, welches höchste Treue erfordert,\nhinweg und das ästhetisch-musicalische Urtheil verlor sei-\nnen richtigen Anhaltspunkt.\nDie dadurch nothwendig gewordenen Aenderungen\ntrübten oder verwischten die musicalische Physiognomie\nder Oper. Die Wirkung einiger Arien wurde geradezu\nzerstört, wenn auch bei manchen Stellen anderer nur eine\nAbschwächung des Eindrucks fühlbar war; die Instrumen-\ntirung verlor ihre Bedeutung, das Orchester wurde durch\ndie Transposition dumpf und kraftlos, die Modulationen,\nwelche durch die Vorbereitung zu den transponirten Reci-\ntativen und Arien und die Zurückführung in die ursprüng-\nliche Tonart nöthig wurden, waren keine Gluck'schen,\nsondern Berlioz'sche; kurz, man gab eine gänzlich, wenn\nauch mit grossem Geschick umgewandelte Alceste, und\nNiemand sah die Nachtheile dieser Umwandlung mehr ein,\nals Berlioz selbst, der sie geradezu ein Bouleversement der\nOper nannte.\nZu der Instrumentirung hatte Berlioz nichts hinzuge-\nthan; wohl aber waren auf seinen Rath die sämmtlichen\nStreich-Instrumente verstärkt worden, so dass das Orche-\nster 28 Violinen, 10 Bratschen, 11 Violoncello's und 9\nContrabässe zählte. Das einzige neue Blas-Instrument im\nOrchester war eine Bass-Posaune, da die Tenor-Posaunen,\nwelche bis jetzt allein in der grossen Oper angewandt\nwurden, die tiefen Töne nicht haben.\nSoll man nun die verfehlte Wirkung beim Publicum\nim Allgemeinen der gerügten Umgestaltung schuld geben?\nDas wäre gewiss eine irrige Behauptung. Für die Masse\nder Zuhörer ersetzte Mad. Viardot als treffliche Schauspie-\nlerin und als vollendete Gesangskünstlerin die von den\nKennern vermisste Sopranfarbe und Frische der Stimme,\nund alles Uebrige, namentlich auch die Chöre, kurz, die\nganze Aufführung war auf das sorgfältigste vorbereitet\nund gelang vollkommen gut. Dennoch nahm die Theil-\nnahme mit jeder folgenden Vorstellung ab, die Hoffnungen\nder ehrlichen Kritik zeigten sich als Täuschung und die\nBeclamen der anderen als Schwindel. An Redensarten über\nden Erfolg war freilich kein Mangel, aber in vielen dersel-\nben und den am besten stylisirten schimmerte dennoch die\nWahrheit durch. Oder war es Ernst, wenn z. B. Berlioz\nsagte: „Aus dem Kampfe mit der Empörung ihrer Stimme\ngegen die Partie, wie Gluck mit der Monotonie seines\nTextes, gingen Mad. Viardot und Gluck als Sieger her-\nvor\"?— Und war es wirklich bloss eine gutmüthige Täu-\nschung, wenn er einen trefflichen Einfluss auf den Ge-\nschmack und eine Zerstörung vieler Vorurtheile des pari-\nser Opern-Publicums von der Aufführung erwartete?\nFetis der Aeltere von Brüssel hat den ersten Vorstel-\nlungen der Alceste in diesem Winter auch beigewohnt.\nSein Ausspruch ist der allein richtige: „Nicht der Werth\neines classischen Meisterwerkes, das man wieder in Scene\nsetzt, kommt bei der Aufführung in Frage, denn der ist\nunbestritten, sondern die Fähigkeit des Publicums,\nihn zu verstehen und zu fühlen.\"\nWas auf der Welt soll in einer Gluck'schen Oper vier\nStunden lang das Bedürfniss von Amüsement, ruhelosem\nWechsel, Sinnlichkeit, Aufregung und Nervenreiz befrie-\ndigen, diese unheilbare Krankheit unseres Theater-Publi-\ncums? Welche Theilnahme, welche Empfänglichkeit soll\neine Zuhörerschaft classischen Werken entgegenbringen,\ndie in der Oper an das Blendwerk der Scenerie und an\ndie Theater-Coups gewöhnt ist? Die Meisten kommen nur,\num sich von den Geschäften des Tages zu zerstreuen, für\nAndere existirt die Oper nur in den üppigen Formen,\nwelche die Gaze der Tänzerinnen umhüllt, und der grösste\nTheil der Zuschauerinnen sitzt nur um ihrer selbst willen\nda, ein Schauspiel im Schauspiel.\nWas erlebte man also in der Alceste? Ich will von\nmeinen Erfahrungen schweigen: heisst es doch oft ge-\nnug hier, wir deutschen Ideologen wären niemals zu befrie-\ndigen, wir könnten die französische Nationalität auch nur\nin Bezug auf ihren Kunstgeschmack nicht unparteiisch\nwürdigen. Hören wir also, was Fetis den Parisern gerade\nins Gesicht sagt, den sie doch für einen der Ihrigen und\nfür eine Autorität anerkennen.\n„Ich sehe, dass man sich einen Erfolg vorzuspiegeln\nsucht, der durchaus nichts Reelles hat. Ich habe meine\nNachbarn und das volle Haus wohl beobachtet und auf\ndie Aeusserungen in den Corridors und den Foyers wohl\nAcht gegeben; denn mir war die Sache natürlich höchst\ninteressant. Nun, ich habe mich überzeugt, dass eine\nschreckliche Langeweile das Resultat der Aufführung war.\nUnd ein anderes war bei dem ständigen Opern-Publicum\ndurch die Vorführung eines traurigen Stoffes, einer stagni-\nrenden Handlung ohne Ausgang, einer Scene ohne Glanz,\neiner Reihe von zwanzig langen oder kurzen Chören, vie-\nlen Recitativen und dreizehn Arien gar nicht zu erwarten.\nAlle diese Musikstücke sind vollendet schön, erhaben, von\nwahrem, ergreifendem Ausdruck; aber was geht das die\nZuhörer an? „„Das ist recht schön,\"\" sagte Einer, „„aber\nes macht keinen Effect.\"41—Ich erwiederte: „„Wenn Sie\nwirklich überzeugt sind, dass das, was Sie gehört haben,\nschön ist, so ist ja der Effect da, so hat ja das Werk da-\ndurch, dass es in uns das Gefühl des Schönen erweckt,\nseinen edelsten Zweck erreicht. Was Sie Effect nennen,\nist eine rein physische Wirkung auf d?e Nerven, woran\nSie durch die heutige Musik gewöhnt sind.\"\" „„Sie"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "91", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.3", "texte": "mögen Recht haben,\"\" fuhr er fort, „„aber der Effect,\nmag er physisch sein oder nicht, ist uns einmal Bedürfnis?.\"\"\n„Andere Zuschauer machten weniger Umstände. Eine\nvornehme Dame sagte: „ „Ich habe genug von dem dum-\nmen Zeug,\"\" und ging im zweiten Acte weg. „„Das\nist ja Leichenzug und Grabgesang!\"\" rief eine andere und\nverliess die Loge; viele drückten sich in der Stille. Im\nFoyer hörte man Redensarten wie diese: „„Wir müssen\nalle Piccinisten werden, um uns für die Langeweile zu\nrächen, die wir heute ausstehen müssen.\"\" „„Das ist\nja zum Sterben ennuyant; wäre ich doch im Postillon von\nLonjumeau!\"\"\nIch füge dem nur noch hinzu, dass in den Unterhal-\ntungen an öffentlichen Orten, in geselligen Vereinen, und\nzwar in Kreisen, die mit Recht für gebildete gelten, die\nUrtheile über die Oper mehr oder weniger schroff auf das-\nselbe Ergebniss hinausliefen. Das Publicum der grossen\nOper in Paris ist nicht mehr zurechnungsfähig für die\nWürdigung eines dramatischen Kunstwerkes. Um die Al-\nceste wenigstens eine Zeitlang auf dem Repertoire zu hal-\nten, gab man zur Erheiterung des ersten Ranges und der\nSperrsitze als Zugabe das beliebte Ballet:\nInnocenis! Damit ist Alles gesagt.\nParis hat aber noch andere Zuhörerschaften, als die\nHabitue's der grossen Oper, und man darf desshalb, wie\nes in Deutschland oft mit Unrecht geschieht, die Sünden\nder blasirten Haute ciristocratie, haute finance u. s. w.\nu. s. w.den Franzosen überhaupt nicht vorwerfen. Das\nTlieätre lyriquebrachte Ende Januar d. J. Möhul's „Jo-\nseph in Aegypten\" wieder auf die Bühne, und es war\nin der That eine Freude, den wirklichen Enthusiasmus\nwahrzunehmen, den das Publicum dieses Theaters von An-\nfang bis zu Ende bekundete. Dass die Direction durch die\nWiederholungen kein Geschäft gemacht hat, lag an der\nganz ungenügenden Besetzung der Rolle Joseph's durch\neinen kleinen, dicken, runden Anfänger mit tiefer Tenor-\nstimme und gränzenloser Unbeholfenheit im Spiel. Dage-\ngen war der Bass (Jakob Herr Petit) vortrefflich. Seit\ndem Jahre 1825, in welchem die Opera comique dieses\nbiblische musicalische Drama wieder in Scene setzte (die\nerste Vorstellung hatte den 1. Februar 1807 Statt gefun-\nden), war es hier nicht gegeben worden, während es in\nDeutschland nie ganz von dem Repertoire verschwunden\nist. Die Wiederaufnahme erlebte damals (1825) über\nhundert. Vorstellungen, wie die Annalen der komischen\nOper beweisen.\nDie Verwaltung der Opera comique ist wieder in die\nHände des alten bewährten Directors Perrin gegeben, der\nmit Hülfe der 300,000 Francs Unterstützung besser zu\nwirthschaften versteht, als sein Vorgänger. Eine curiose\nNeuigkeit dieser Bühne unter der vorigen Direction\nim December vorigen Jahres) waren Les Recruteurs, eine\nOper in drei Acten mit Musik von Lefebure-Wely. Der\nComponist hat sich vom Pedal der Orgel auf die Bretter\nder Oper verirrt und hat sich trotz contrapunktischer Wen-\ndungen und damit abwechselndem Instrumentallärm nicht\ndarauf halten können. Vielleicht sollten dadurch die beiden\nHelden des Stückes, der Balletmeister Vestris und ein\nWachtmeister des Regiments Royal-Provence, charakteri-\nsirt werden. Es kommen Soldaten-Chöre in dieser Oper\nvor, gegen die gewiss kein Feind Stand hält die Zuhörer\nmussten wohl, wenn sie nicht ihr Geld umsonst bezahlt\nhaben wollten.\nEine andere Neuigkeit, die bis jetzt besseren Erfolg\nhat, ist der „Juwelier von St. James\", Musik von\nGrisar, dem Componisten des frisch melodischen\nsoir Monsieur Pantabn/\" Die erste Vorstellung fand den\n17. Februar Statt; die Oper hat mehrere Wiederholun-\ngen erlebt, wird aber doch schwerlich sich lange hallen.\nSie ist übrigens nicht neu, sondern schon 1838 auf dem\nTheater der Renaissance, das seitdem wieder eingegangen,\ngegeben worden. Die hauptsächliche Veränderung besteht\ndarin, dass die Hauptperson, der Juwelier Bernard, da-\nmals eine gesprochene Spiel-Partie, jetzt eine Tenor-Partie\ngeworden ist, und dass die „Lady Melvil\" von 1838 in\neine Marquise von Richmond umgetauft worden. Die In-\ntrigue ist unterhaltend und hat einige hübsche Situationen.\nDie Musik weis't einige Stücke von Geschmack und hüb-\nscher Mache auf, im Ganzen zeigt sie, besonders in den\ngrösseren Nummern, nichts Originelles oder gar Geniales,\nja, sie wird zuweilen, z. B. in der grossen Bravour-Arie\ndes Tenors im dritten Acte, formlos und schlotterig. Von\nden Finalen des ersten und zweiten Actes wurde vor der\nAufführung viel Lärm gemacht, aber doch lange nicht so\nviel, als sie selbst machen. Jedenfalls sind mehr Posaunen\nals Gedanken darin.\nDie Italiäner haben denn auch, um nicht im Graben\nnach alten Schätzen zurückzubleiben, eine längst verges-\nsene oder vielmehr diesseits der Alpen nie bekannt gewor-\ndene Partitur von Donizetti hervorgeholt: „11 Furioso\nall' isola San Domingo\". Ihre Wahl konnte kaum unglück-\nlicher ausfallen; denn diese im Jahre 1833 für Rom und\nGiorgio Ronconi geschriebene Oper hat wohl zu keiner\nZeit ein Publicum enthusiasmirt. Buch und Musik sind zu\ntrivial, um ein weiteres W ort darüber zu sagen. Zu er-\nklären ist die Wiederaufnahme nur dadurch, dass die\ndiesjährige Impresa in dem Bariton Delle-Sedie\neinen ausgezeichneten Sänger besitzt, der in der Rolle\ndes misanthropen Wahnsinnigen Furioso zu glänzen\nhoffte.\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "92", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.4", "texte": "Wirkliche Schätze waren dagegen die Partituren des\nMatrimonio segretound des D Mozart's Mei-\nsterwerk kommt in der Regel jedes Jahr einmal an die\nReihe, aber seit länger als zehn Jahren knüpft sich stets\ndieselbe Erscheinung daran: die Oper macht jedes Mal\nein volles Haus, und jedes Mal gehen die Zuhörer unbe-\nfriedigt aus dem Theater. Nur die wenigsten Italiäner von\nheute können Mozart singen; auch dieses Mal war eigent-\nlich nur Zerline (Mademoiselle Bat tu) ein ganz wahrer\nAbdruck des Mozart'schen Bildes, treu und gewissenhaft\nwiedergegeben, voll Reiz und Anmuth und ohne widrige\nCoquetterie. Delle-Sedie (Don Giovanni) imponirt im\nGanzen und erfreut im Einzelnen durch Stimme, Gesang\nund Spiel das Ständchen kann man nicht schmelzender\nvortragen hören; allein auch er modernisirt oft den Mo-\nzart auf neu-italiänische Weise. Alle Uebrigen hatten keine\nIdee von dem Charakter ihrer Partieen, oder wenn sie ja\nein Fünkchen davon hatten, so fehlten die Mittel zur Aus-\nführung, wie bei Zucchini (Leporello) und Mario (Don\nOttavio). Wer wird endlich einmal diesem Shatten, der\njeden Winter aus der Unterwelt wieder aufsteigt, zurufen:\n„Willst du denn ewig—singen?\" oder wenn er durchaus\nnicht eher aufhören will: „Willst du denn ewig—leben?\"\nDie Guerra, eine Anfängerin, war keine Elvira, und die\nPenco eine Donna Anna ä la Verdi. Von einem voll-\nkommenen Kunstgenüsse konnte mithin nicht die Rede\nsein. Und dennoch hält man aus und ist mit Leib und\nSeele dabei. Es geht einem, wie dem Götz von Berlichin-\ngen mit dem Rathsherrn in Nürnberg, der das Conterfei\ndes Kaisers vor der Brust trug: man möchte dreinschla-\ngen, aber die geliebten edeln Züge des Bildes, die man\nauch in der Verunstaltung erkennt, halten uns in ehr-\nfurchtsvoller Scheu.\n\nB. P.\n\nAus Frankfurt am Main.\n\n[Die musicalische Kritik.]\nWenn Zufälligkeiten mancherlei Art, Jahreswechsel\nund Tod mit einbegriffen, zur Besserung von Zuständen\nund Verhältnissen mitwirken wollen, dann bewahrheitet\nsich um so gewisser der alte Spruch: Accidit in puncto,\nquod non speratur in anno. Unsere in Nr. 52 des letzten\nJahrgangs niedergelegte Schilderung der frankfurter Lo-\ncal-Kritik war von der Hoffnung auf baldige Besserung\ndieser schon seit Jahrzehenden andauernden Zustände, vor-\nnehmlich in den alten und stark verbreiteten belletristi-\nschen Blättern Conversations-Blatt und Didaskalia, nicht\nbegleitet. Um so angenehmer musste es überraschen, als\nmit Beginn dieses Jahres in beiden genannten Blättern un-\nbekannte Stimmen in Sachen der Kritik laut wurden, de-\nren eine wie aus fremder Zone zu kommen schien. Und\nwenn wir sogleich hinzusetzen, dass die Redaction der erst\nim vorigen Jahre ins Leben getretenen politischen Zeitung\n„Die Zeit\" zur Besprechung der Vorkommnisse auf mu-\nsicalischem Gebiete gleichfalls Raum lässt und das kritische\nGeschäft in sachkundige Hände gelegt hat, so ergibt sich\naus dieser veränderten Lage der Dinge nebst dem Ver-\ngnügen auch die Verpflichtung für uns, den ausgebreite-\nten Leserkreis dieser Musik-Zeitung auf diese neuen Ver-\nhältnisse aufmerksam zu machen. Wenn wir uns aber\nerlauben, einige charakterisirende Anmerkungen in Bezug\nauf diese kunstrichterliche Trias beizufügen, so werden\nselbe in dem Umstände ihre Rechtfertigung finden, dass\nsowohl in der Fremdartigkeit der Sache an sich, wie auch\nin der von dieser Trias bisher beobachteten Anonymität\ndie Gründe liegen möchten, warum diese Bestrebungen\ndie Aufmerksamkeit des hiesigen Publicums rege zu ma-\nchen bisher noch nicht vermocht haben. Sagen wir denn\nim Interesse unserer schönen Kunst offen heraus, was wir\nvon dieser neuen Erscheinung halten; vielleicht wirkt dies\ndahin, die altgewohnte Gleichgültigkeit, vielmehr Miss-\ntrauen, gegen die heimische Kunstkritik in etwas abzu-\nschwächen und dem Vertrauen von Seiten des Publicums\nBahn zu brechen eine Absicht, die wohl keiner Um-\nhüllung bedarf.\nGeheimbündler und Fachleute haben gemeiniglich\näussere Erkennungszeichen, die in der Regel untrüglich\nsind. Macht diese Regel in unserem Falle keine Ausnahme,\nso fliessen die kritischen Urtheile im Conversations-Blalt\naus der Feder eines in Sachen der Gesangskunst vielbe-\nwährten Mannes, der seit Kurzem zurückgezogen in Frank-\nfurts Mauern weilt. Seine bereits in zweiter Auflage er-\nschienene „Gesangschule\" ist unter allen neuester Zeit\nveröffentlichten eine der vollständigsten, geschöpft im We-\nsentlichen aus den Methoden der besten italiänischen Ge-\nsanglehrer, als Italien noch im Alleinbesitze dieser Geheim-\nnisse war. Dies erklärt es, warum dieser Beurtheiler sich\nam liebsten, auch am eindringlichsten, über die Leistungen\nim Bereiche der Gesangskunst ergeht und darüber unan-\ntastbare Bemerkungen ausspricht, was nach dem eben Ge-\nsagten wohl begreiflich ist. Möge der treffliche Mann seine\nStellung dem Chorgesange gegenüber nur nicht zu hoch\nnehmen, da von solchem Standpunkte aus selbst die Chor-\nLeistungen der berliner Sing-Akademie kaum die er-\nwünschte Anerkennung finden könnten. Möge er aber\nimmer sein „Misstrauen bezüglich der Fähigkeiten der\nheutigen Dirigenten, durch die italiänische Kunstschule in\nder erforderlichen Weise zu wirken\", wenn nöthig in den\nVordergrund seiner Referate stellen, weil gerade in Folge"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "93", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.5", "texte": "des Abgangs dieser Fähigkeiten, ja, Mangels alles issens-\nnothwendigen in Sachen des Gesanges, bei der Mehrzahl\nder heutigen Dirigenten die Dinge in Opern- und Ora-\ntorien-Musik auf so beklagenswerthe Irrwege geführt wur-\nden, auf denen wir sie sehen müssen. Selbst in der Instru-\nmental-Musik wären die üblichen Abhetzungen nicht mög-\nlich, wenn Dirigenten und Virtuosen Gefühl für die Psyche\ndes Tones und den seelischen Charakter der Melodie be-\nsässen.\nDas vollkommene Vertrautsein mit allen Theilen der\nGesangskunst bei diesem Referenten erklärt es anderer-\nseits auch, wenn seine Urtheile in Sachen der Instrumen-\ntal-Musik nicht immer auf gleich festem Grund und Boden\nberuhen; denn wer sich dem Forschen in dem weiten Be-\nreiche des Gesanges mit so viel Liebe und Eifer hingibt,\nwie er dargelegt hat, dem bleibt wenig Zeit übrig, den\nnoch ausgedehnteren Bereich der Instrumental-Musik gründ-\nlich studiren zu können; kaum wird er die Hälfte des vor-\nhandenen Materials kennen lernen. Eine Beleuchtung ver-\nschiedener von dem verehrten Fachmanne ausgesprochener\nSätze, als z. ß., dass derselbe an den Dirigenten die For-\nderung stellt, „er müsse die Tempi der einzelnen Sätze\naus dem Leben entwickeln\" (Conversations-Blatt vom 2.\nFebruar), liegt keineswegs in unserer Absicht. Es sei darum\nnur bemerkt, dass zufolge der uns zu Theii gewordenen\nLehrbegriffe das Tempo eines jeden Satzes aus der inwoh-\nnenden Charakteristik, ausserdem noch aus dessen orga-\nnischem Baue zu entnehmen ist. Dass dieser Referent die\nIrrthümer in den genommenen Tempi nicht unbeachtet\nlässt, damit übt er eine der wichtigsten Pflichten der sach-\nverständigen Kritik; denn vor Allem ist die Bewegung,\nfolgerichtig der vom Dirigenten, überhaupt von dem Vor-\ntragenden, dem Tonstücke dadurch gegebene Charakter;\ndas Dynamische und anderes Accidentielle aber erst in\nzweiter Reihe in Betracht zu ziehen. Nur die After-Kritik\nlässt das Wesentlichste ausser Betracht und hält bloss\nMusterung über piano und forte.\nWie schwer es den Gleichstrebenden werden müsse,\nmit solcher Fülle von theoretischem Wissen und prakti-\nschem Verstehen, dergleichen dem Referenten im Conver-\nsations-Blatt in Sachen des Gesanges zu Gebote stehen, zu\nconcurriren, lässt sich leicht begreifen. Darum wird nach\ndieser Richtung hin ein anderer Maassstab bei den Refe-\nrenten in „Zeit\" und Didaskalia anzulegen sein. Indess\nmuss zugestanden werden, dass die Urtheile in erstgenann-\ntem Blatte keineswegs eines gewissen Grades von Wissen-\nschaftlichkeit, demnach auch sicherer Einsicht in das Ge-\nsangswesen entbehren, in Bezug aber auf Instrumental-\nMusik entschieden prävaliren. Hierin entwickelt unser Re-\nferent so vortreffliche Ansichten und hinsichtlich des Cha-\nrakteristischen so feine Distinctionen, als habe er bei Marx\noder II an sl ick Vorträge über Aesthetik gehört. Kurz,\nseine Referate tragen das Gepräge einer wohldurchdachten\nFach-Kritik und lassen nur bedauern, dass sie in manchen\nPunkten nicht ausführlicher gehalten sind, was jedoch\ndurch den gemessenen Raum entschuldigt wird.\nDer Didaskalia-Referent hat sich bis jetzt als Zögling\nder jüngsten Epoche bekundet. Er scheint von den Grund-\nsätzen der classischen Schule wenig zu wissen; dennoch\nist er bestrebt, das Wohl der Kunst fördern zu helfen.\nNach Art einer gewissen Classe von Literaten kleidet er\nseine Sätze in die knappste Form des Ausdrucks, was sich\nzwar gut lies't, aber denn doch die Absicht des Phrasen-\nmachens zu deutlich zu erkennen gibt. Das ist jedoch der\ndidaktische Ton nicht, den die gute Kritik bevorzugen soll,\nweil er die Zeichen des Oberflächlichen, zuweilen sogar\n7 o\nvornehm Absprechenden an sich trägt und die erforder-\nlichen Nachweise schuldig bleibt. Wenn die Kritik bloss\nin solcher Weise zu Werke gehen will, so weicht sie al-\nlerdings der Mühe des Untersuchens, Prüfens aus, vergisst\njedoch, was ihre Aufgabe, ja, Pflicht ist; diese aber stets\nvorwalten zu lassen, dazu bedarf es langer Spalten nicht.\nSolche Eigenschaften machen es begreiflich, dass die Aus-\nsprüche dieses Referenten von denen der genannten Colle-\ngen stark abweichen, bei denen schon eine bessere Ueber-\neinstimmung zu wünschen wäre. Es würde der guten Sache\nkeinen Vortheil bringen, wenn dieser Beurtheiler in sol-\ncher Weise fortfahren sollte—„um die Kritik des Ausge-\nführten mit der Kritik der Ausführung nicht zu ver-\nmengen\".\nWas soll aber der Mühe Lohn sein bei so entschiede-\nnen Gegensätzen? Doch nicht das geringe Honorar, dessen\nsicherlich jeder der Herren Referenten entbehren kann.\nBisher war eine harmonische Uebereinstimmung nur in\ndem Punkte wahrzunehmen, der die Nichtbefähigung des\nPianisten und Ciavierlehrers August Buhl zum Vortrage\nclassischer, überhaupt tief gedachter und eben so empfun-\ndener Musik betraf, wobei auch Herr Malibran im Jour-\nnal de Francfort und sein deutscher Doppelgänger im\nFeuilleton der Neuen Frankfurter Zeitung kräftig mitge-\nwirkt haben. Dieser fünfstimmige Contrapunkt, dessen\nStimmen sämmtlich Realslimmen gewesen, war nach\nVersicherung eines Kunst- Veteranen seit Menschengeden-\nken das erste übereinstimmende Urtheil in der frankfurter\nmusicalischen Kritik und dürfte in diesem speciellen Falle\nals der erste kunstrichterliche Protest gegen sündhafte,\nkaum noch da gewesene Verstümmelung classischer Musik\nzu bezeichnen sein*).\n\n*) Zum Verständnisse dieses exceptionellen Falles muss bemerkt\nwerden, dass dem Pianisten Buhl vor einiger Zoit das Miss-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "94", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.6", "texte": "Diese gemeinsame That, die den Beifall aller Sach-\nverständigen erhalten und gewiss nicht ohne gute Nach-\nwirkung bleiben wird, möchte andererseits auch noch\ndeutlich gezeigt haben, zu welch bedeutendem Einflüsse\ndie musicalische Kritik in dieser tonreichen Stadt gelangen\nkönnte, wenn sie—wenigstens bei allen wichtigeren Vor-\nkommnissen ihre Urtheile in möglichster Uebereinstim-\nmung vorlegen wollte. Gerade durch dieses Mittel hat sich\ndie pariser Kunstkritik zu einer imponirenden Macht erho-\nben. Im Theater und Concerte findet sie reservirte Plätze,\nmeist immer zusammengelegt, wodurch die mündliche Ver-\nständigung der Referenten ermöglicht ist. Im Conservatoire\nsind der Presse zwei Logen für alle Concerte eingeräumt,\nderen jede sechs Zuhörern Platz gibt. [?] Dies erleichtert\nder Kritik die Arbeit, die oftmals schon zur Hälfte gelhan\nist, bevor noch die Feder angesetzt wird.\nIn unserer von tausenderlei Interessen zerklüfteten\nEpoche, die der Kunst meist feindlich entgegenstehen» ver-\nmögen getheilte Stimmen in der Kritik nichts Erspriess-\nliches mehr zu wirken. Vielleicht sind Kunst-A reopage,\nwenn auch nicht im engsten Verbände, glücklicher. Man\nversuche es damit. Eine günstige Constellation hat die\nhierzu geeigneten Elemente hier bereits vereinigt, wie vor-\nstehend gezeigt worden. Möge Frankfurt die erste Stadt\nin Deutschland sein, die mit solch harmonischem Beispiele\nvorangeht! Zur Erreichung dieses ehrenhaften Zweckes\ndürften wohl auch die respectiven Redactionen behülflich\nsein, denn es ist für gewiss anzunehmen, dass es densel-\nben nicht gleichgültig ist, ob die Bestrebungen ihrer Refe-\nrenten den Kunstzuständen von einigem Nutzen sind, oder\nob ihre Worte wirkungslos verhallen.\n\nA. S.\n\nGeschick widerfahren, von einer notorisch feilen und gewissen-\nlosen Feder eines hiesigen Kunstrichters im Conversations-Blatt\nzum ~Ehrenwächter der Solo-Sonatea ernannt zu werden ge-\nwiss ohne sein Verschulden, da er als bescheidener Mann ge-\nkannt ist. Indess scheint diese Ernennung, resp. Erhebung auf\nso hohen Posten unserem Manne doch den Sinn verrückt zu\nhaben, demnach er sich wirklich für befähigt hielt, in vier\nangekündigten Matinee's Compositionen aus dem 17,, 18. und\n19, Jahrhundert zum Vortrag zu bringen. Bereits hat derselbe\nin drei dieser Sitzungen den alten Ebner, Couperin, Scarlatti,\nJ. S. Bach und Ph. Em. Bach, dann noch Clementi (Didcme\nabbandonata), Beethoven (Sonaten, Op. 10 in 1), Op. 57 und\nOp. 81), Hummel, Mendelssohn, Thalberg und Schumann ver-\narbeitet. Haydn, Aloys Schmitt, Moscheies, Chopin, Liszt, nebst\nBeethoven (Sonate Op. 110) erwarten in der vierten Matinee\nihre Erlösung. Das heisst doch Universalität! Die Kritik\nwar leider so unhöflich, dem Tausendkünstler nur jenen Theil\nvon Ciaviermusik für seine Vorträge passend zuzuerkennen,\nder sich ausschliesslich mit der Technik begnügt. Vielleicht\ngelingt es aber Herrn Buhl, die intelligenten Zuhörer in seiner\nletzten Matinde eines Anderen zu überzeugen.\n\nBeethoven in Gneixendorf.\nUnter dieser Ueberschrift erzählt Dr. L. in der „ Deut-\nsehen Musik-Zeitung\" (Ar. 10) Einiges aus den Erinnerun-\ngen zuverlässiger Zeitgenossen Beethoven's in und bei\nGneixendorf, dein Gu'e seines säubern Herrn Bruders Jo-\nI ann (vgl. A. Schindler's Biographie, 11., S. 131). Aus\nden Aussagen des noch lebenden Michael Krenn, welcher\nBeethoven damals bediente, theilen wir unter Anderem mit:\n„Ludwig van Beethoven war nur Ein Mal, und zwar\nim Jahre 1826, etwa durch drei Mo ate, vom Schnitt bis\nnach der Lese (das wäre also in den Monaten August,\nSeptember, October), in Gneixendorf. M chael Krenn\nwurde von der Frau Gutsbesitzerin zur Bedienung des\nCompositeurs aufgenommen. In der ersteren Zeit aber hatte\ndie liüchin täglich das Bett Beethoven's zu machen. Letz-\nterer sass einmal bei seinem Tische, agirte mit den Hän-\nden, gab mit den Füssen den Tact und sang oder brummte\ndazu. Die Köchin lachte darüber; als Beethoven, sich zu-\nfällig umsehend, sie so lachen gewahrte, jagte er sie ohne\nWeiteres zum Zimmer hinaus. M. wollte mit ihr davon\nlaufen; Beethoven aberzog ihn zurück, schenkte ihm drei\nZwanziger und sagte ihm, er solle sich nicht fürchten, und\ner müsse ihm nun täglich das Bett machen und das Zim-\nmer zusammenräumen. M. Musste immer zeitlich früh\nhinaufkommen, aber meistens lange klopfen, bis Beetho-\nven ihm aufmachte. Um halb 6 Uhr pflegte Letzterer auf-\nzustehen, zu seinem Tisch sich zu setzen, mit Händen und\nFüssen den Tact zu schlagen und singend und brummend\nzu schreiben. Anfangs schlich M., wenn ihm das Lachen\ndarüber kam, zur Thür hinaus, allmählich aber gewöhnte\ner sich daran. Um halb 8 Uhr war gemeinsames Früh-\nstück; nach demselben eilte Beethoven stets ins Freie,\nschlenderte auf den Feldern herum, schrie, agirte mit den\nHänden, ging einmal sehr langsam, dann wieder sehr\nschnell, oder blieb plötzlich stehen und schrieb in eine Art\nTaschenbuch. Einmal bemerkte er, als er nach Hause ge-\nkommen, dass er dasselbe verloren. M., sagte er, laufe\nund suche meine Schriften, ich muss sie um jeden Preis\nwieder haben; sie fanden sich auch wirklich. Um halb 1\nUhr pflegte er nach Hause zum Essen zu kommen; nach\nTisch ging er in sein Zimmer, ungefähr bis 3 Uhr, dann\nlief er wieder auf den Feldern herum bis vor Sonnenunter-\ngang; denn nach demselben pflegte er nie mehr auszu-\ngehen. Um halb 8 Uhr war Nachtmahl; dann verfügte er\nsich in sein Zimmer, schrieb bis 10 Uhr und legte sich\ndann zu Bett. Zuweilen spielte Beethoven auch Ciavier;\ndoch stand dasselbe nicht in seinem Zimmer, sondern im\nSaale. Beethoven's Wohn- und Schlafzimmer, das ausser\nMichael Niemand betreten durfte, war das Eckzimmer ge-"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "95", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.7", "texte": "gen den Garten und Hof, wo gegenwärtig das Billard sich\nbefindet.\n„Während der Zeit, dass Beelhoven Morgens spaziren\nging, musste M. das Zimmer aufräumen. Da fand er meh-\nrere Mal Geld auf der Erde liegen; als er es Beethoven\nzurückgab, fragte ihn dieser, wo er es gefunden habe. M.\nMusste ihm nun den Platz zeigen, wo er es aufgelesen,\nworauf es ihm dieser zum Geschenk machte. Dies geschah\nso drei bis vier Mal; dann aber fand M. kein Geld mehr.\nAbends musste M. immer neben Beethoven sitzen und ihm\ndie Antwort auf die Fragen, die dieser an ihn gestellt, auf-\nschreiben. Meistens wurde er darüber ausgeforscht, was\nbeim Mittags- und Abendtisch über ihn gesprochen worden.\n„Eines Tages schickte die Frau des Gutsbesitzers M.\nmit 5 Fl. nach Stein, um daselbst Wein und einen Fisch\nzu kaufen. M. war unachtsam, verlor das Geld und kam\nnach 12 Uhr ganz bestürzt nach Gneixendorf zurück. Die\nGutsbesitzerin fragte ihn alsogleich, wo der Fisch sei, und\njagte ihn, als er ihr den Verlust des Geldes anzeigte, also-\ngleich davon. Beethoven fragte, als er zu Tische kam, gleich\nnach seinem M.; die Gutsbesitzerin erzählte ihm den Vor-\nfall. Da ward Beethoven furchtbar aufgebracht, gab der\nGutsbesitzerin die 5 Fl. und bestand darauf, dass M. augen-\nblicklich zurückkomme. Von dieser Zeit an ging er nicht\nmehr zu Tisch, sondern liess sich das Essen aufsein Zim-\nmer bringen, wo ihm M. auch das Frühstück bereiten\nmusste. Ueberhaupt hat nach der Aussage des Letzteren\nBeethoven auch schon vor diesem Auftritte mit seiner\nSchwägerin fast nie und auch mit seinem Bruder nur sehr\nwenig gesprochen. Noch erwähnte M., dass Beethoven ihn\nnach Wien mitnehmen wollte, was aber nach Ankunft\neiner Köchin, die, um Beethoven abzuholen, eintraf, wie-\nder unterblieb.\"\n\nNeuntes Gesellschasts-Concert in Köln im Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn\nFerdinand Hiller.\nDinstag den 18. März 1862.\nProgramm. Erster Theil. 1. Sinfonie Nr. I. in C-dur von\nBeethoven. 2. „Tenebrae factae sunt\" für Chor ohne Begleitung\nvon Michael Haydn. 3. Concert für die Violine (Gesangscene)\nvon Spohr, vorgetragen von Herrn Conceitmeister Otto von Kö-\nnigslöw. 4. Ouvertüre zu „Medea\" von Woldemar Bar-\ng i e 1 (neu).\nZweiter Theil. 5. Concert in G-moll für Pianoforte und Orchester\nvon F. M endelss oh n, vorgetragen von Herrn Fer din an d Breu-\nnung. G. Der 42. Psalm für Solo, Chor und Orchester von F.\nMendelssohn (Sopran-Solo: Fräulein Julie Rothenberger).\nDie erste Sinfonie von Beethoven, so lange nicht gehört, dass\nsie dem grössten Theile der Zuhörer anbekannt und denen, die sie\nkannten, einmal wieder sehr willkommen war, wurde recht schon\nausgeführt. Der Kirchengesang des Michael Haydn, jenes gewaltigen\nContrapuuktisten und Schöpfers von mehreren Hundert Kirchen-Mu-\nsikstücken, des genügsamen Orchester-Directors und Dom-Organisten\nin Salzburg, von wo ihn dio lockendsten Anerbietungen des Pürsten\nEsterbazy und der hohen Musikfreunde in Wien und seines älteren\nBruders Wünsche nicht wegbrachten, wurde recht gut gesungen\nund machte Eindruck. Herr von Königslöw ärntete durch den in\nseiner Art trefflichen Vortrag der Spohr'schen Gesangscene wieder-\nholten Applaus und Hervorruf: wir könuen indess nicht läu^nen,\n' O 1\ndass uns eine weniger sentimentale und mein* energische Auffassung\ndieser schönen Composition mehr zusagt. Herr Woldemar Bar-\ngiel erlangte durch seine Ouvertüre, ein grossartig concipirtes und\nimponirendes Orchesterstück, einen erfreulichen Erfolg, den der laute\nund anhaltende Applaus des Publicums bekundete.\nHerr Ferdinand Breunung entzückte die Zuhörer durch\neinen so correcten und in jeder Hinsicht der Composition gerecht\nwerden Jen Vortrag des MendelssohnIschen Concertes, dass seine Lei-\nstung eine meisterhafte genannt werden muss Sie erregte allgemei-\nnen und lebhaftesten Beifall und Hervorruf des Künstlers, der den\nvirtuosen Glanz mit der Gediegenheit des Spiels zu vereinigen weiss.\nDen Schluss machte eine Aufführung des bekannten 42. Psalms,\ndie Manches zu wünschen übrig liess. Die Composition reicht nicht\nan die Höhe hinan, auf der Mendelssohn in anderen kirchlichen Ge-\nsangstücken und vollends in den Oratorien Paulus und Elias steht.\nFräulein Rothenberger war gut bei Stimme und trug die So-\npran-Soli befriedigend vor; mit Vergnügen bemerkten wir, dass die\ntalentvolle Sängerin auf die Aussprache des Textes mehr Sorgfalt\nverwendet, als früher.\nFür das letzte Concert am Palmsonntag den 13. April wird eine\nglänzende Aufführung der Missa solemnis von Beethoven vorbe-\nreitet.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nCaOtlia.« Die diesjährige Saison bringt uns im herzoglichen\nHoftheater schöne Genüsse, indem wir neben Frau Sämann de\nPaez, deren grossartige Gesangsleistungen in diesen Blättern be-\nreits erwähnt wurden, noch eine andere jugendliche Sängerin be-\nsitzen: Fräulein Henriette Garthe aus Köln. Sie war zuletzt\neine Schülerin Garcia's, hat auf unserer Bühne ihre theatralische\nLaufbahn begonnen und sich in kurzer Zeit den Beifall und die\nGunst des Publicums erworben. Fräulein Garthe besitzt neben mu-\nsicalischem Talente eine obgleich nicht grosse, doch sehr ange-\nnehme, wohlklingende und frische Stimme, dazu eine leichte Auf-\nfassungsgabe, welche die junge Dame befähigte, sich schnell ein\nRepertoire zu bilden. Sie hat unter Anderem die Elvira im Don\nJuan, die Constanze, Susanne, Martha, Alice, Adriano, Elisabeth\nund Agathe die beiden letztgenannten Partieen mit ganz beson-\nderem Glück gesungen. Da mit jeder neuen Rolle auch ein Zu-\nnehmen der Bühnen-Gewandtheit bemerkbar ist, so sind wir da\nFräulein Garthe bereits für nächste Saison engagirt ist zu wei-\nteren schönen Hoffnungen auf dieses Talent berechtigt.\n• Frankfurt a. 15. März. Im gestrigen Museums-Concerte\nerregte der Pianist Herr Ernst Lübeck aus Paris durch den Vor-\ntrag eines Concertes von Mendelssohn und einiger Salonstücke\nAufsehen. Er ist ein grosser Techniker und seine Behandlung des\nInstrumentes ist keine gewöhnliche. Er spielte einen Erard von vor-\nzüglicher Qualität, den er mitgebracht hatto.\nHiesige Musikfreunde, welche der zweiten Aufführung der Oper\nDie von F. Hiller am 12. d. Mts. in YViesba-\n-7)\nden beigewohnt haben, hört man sich sehr lobend darüber ausspre-\nchen und die Hoffnung hegen, dass sich der Theil des Publicums,"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "96", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620322-01.1.8", "texte": "der noch einer höheren Regung fähig ist, für die Behandlung sol-\ncher Stoffe, welche in unserer verderbten Zeit sehr verdienstlich ist,\ngewinnen lassen werde.\nlinde Februar verliess der ausgezeichnete Violoncellist des Ge-\nwandhaus-Orchesters und Lehrer am Conservatorium, David off,\nden Schauplatz seiner bisherigen Wirksamkeit und ging von Leipzig\nnach Petersburg zurück, um sich von dort, wie man hört, später\nnach London zu begeben. Er hinterlässt in jeder Beziehung ein sehr\nehrenvolles Andenken. Man hat ihn zugleich als einen Künstler von\nallgemeiner, sehr gründlicher Bildung kennen und würdigen gelernt.\nHof-Capellmeister Aloys Schmitt von Schwerin hat einen Ur-\nlaub erhalten, um seiner Gesundheit wegen einige Zeit nach Algier\nzu gehen.\nWie»« In der vorgestrigen fünften Privat-Abonnements Soiree\nkam unter Anderem eine Sonate für Ciavier und Violine von dem\njugendlichen Componisten J. Brüll (derselbe ist 14—15 Jahre alt)\nzur Aufführung. Sie verräth ein sehr hübsches Talent, enthält viele\nsinnige, feine Züge und verspricht für die Zukunft das Beste. Wir\nhoffen bald Gelegenheit zu finden, Näheres über diese so zarte Blüthe\nmitzutheilen, und erwähnen nur noch, dass der Componist den Cla-\nvierpart seiner Sonate selbst ausführte und sich dabei als ein bereits\nsehr gewandter und sicherer Spieler bewies. Ferner hörten wir hier\nein bisher unbekanntes, auch ungedrucktes Quintett für Oboe,\ndrei Hörner und Fagott von Beethoven ein immerhin durch\ndie Eigenthümlichkeit der Zusammenstellung interessantes Werk,\nwenn auch geistig unbedeutend. (D. M.-Z.)\nf Amsterdam, 15. März. Das zweite festliche Concert der\nMaatschappy tot Bevordering der Toonkunst fand am 22. Februar\nzum Besten der Casse der Geseifschaft Statt. Aufgeführt wurde\nHaydn's „Schöpfung\", jenes nie alternde Kunstwerk, unter Mitwir-\nkung der Frau Lemmens-Sherington aus Brüssel, der Herren\nOtto (Tenor) aus Berlin und Behr (Bass) aus Bremen. Die Aus-\nführung war im Allgemeinen befriedigend, besonders in Betreff der\nSoli. Frau Lemmens und Herr Behr wurden mit Applaus überhäuft.\nHerr Otto hatte gute Momente, erlangte aber nicht denselben Er-\nfolg; seine Stimme ist schwach, und es fehlt ihr an Tonfülle in den\nhöheren Chorden. Chor und Orchester haben freilich, wie immer,\nviel zu wünschen gelassen ; da war Unsicherheit im Tact, Man-\ngel an reiner Intonation und an Kraft, gänzliche Abwesenheit von\nfeiner Schattirung. Der Dirigent Hol ist seiner Aufgabe nicht ge-\nwachsen : an musicalische Disciplin ist nicht zu denken; er braucht\nimmer erst einige Tacte, um verständlich zu machen, was er will\ndaher jenes Schwanken, das die ganze Ausführung in Gefahr\nbringt. Die hiesige Armee im Orchester bedarf vor Allem eines\nFeldherrn voll Autorität!\nFrau Lemmens hat in allen ihren Concerten ausserordentliche\nErfolge gehabt; es ist eine gewissenhafte Künstlerin von vielem Ta-\nlent und musicalischer Bildung, besonders für classische Musik. Ein\nperlender, rein intonirter Triller, ein reizendes Colorit des mezza voce7\nein vortrefflicher Vortrag zeichnen eie aus.\nVieuxtemps gibt mit Beifall Concerte, doch schadet ihm die\nErinnerung an Kömpel, Lotto und selbst an Wieniawski; namentlich\nhat Kömpel die sonst nicht leicht zu erregenden Holländer be-\ngeistert.\nIn der letzten Sitzung für Kammermusik des Herrn F. Coe-\nnen und Genossen hörten wir das Quartett Nr. 2 von Ed. de Har-\ntog (Manuscript), das neulich in Ihrem Blatte vom 22. Februar so\ngünstig beurtheilt worden ist; auch hier hatte es vollständigen Er-\nfolg; seit langer Zeit hat kein Werk eines Holländers die Zuhörer\nso hingerissen. Die Ausführung war vortrefflich.\nMerell i' s italienische Oper macht fabelhafte Einnahmen ; Signora\nPatti, deren Talent in Belgien stark bestritten wurde, macht hier\nsehr viel Glück.\nVon Paris erhalten wir die Trauerbotschaft, dass Halevy am\n17. März gestorben ist. Er war erst im dreiundsechszigsten Lebens-\njahre, aber schon seit längerer Zeit kränklich. Am 27. Mai 1799\ngeboren, trat er ins Conservatorium zu Paris und erhielt 1819\nden grossen Preis für Composition. Seine beste Oper ist bekanntlich\n„Die Jüdinu. Im Jahre 1833 wurde er zum Mitgliede der Akademie\nder schönen Künste erwählt, die ihn 1b54 zu ihrem beständigen\nSecretär ernannte."}]}