{"numero_id": "bm-bmtnabi-1862-07-26-01", "volume": "bmtnabi_1862-07-26_01", "ocr_sha256": "77a3e54f57b6b5d302cb15ab2639648e147838b094dee1cb8aa331528c41280d", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1862/07/26_01/bmtnabi_1862-07-26_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1862-07-26-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-07-26_01#c001", "volume": "bmtnabi_1862-07-26_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "233", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 411, "texte": "Inhalt.\nDas Händel-Fest im Krystall-Palaste zu Sydenham. 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Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln, Kölner Männer-Gesangverein, Kölner Sänger-\nbund Wesel, Preis-Medaille Amalie Bidtf Miska Hauser Stuttgart, Schluss der Saison Dresden, Weber-Denkmal Das\nmärkische Volks-Gesangfest Wien, Wagner's „Tristan und Isolde\" Paris, Opern)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-07-26-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-07-26_01#c002", "volume": "bmtnabi_1862-07-26_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "233", "page_fin": "235", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.2.2", "titre_corps": "Das Händel-Fest im Krystall-Palaste zu Sydenham.", "titre_sommaire": "Das Händel-Fest im Krystall-Palaste zu Sydenham.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.1", "debut_caractere": 413, "fin_caractere_exclue": 4195, "texte": "Das Händel-Fest im Krystall-Palaste zu Sydenham.\nDas Händel-Fest, welches alle drei Jahre gefeiert wird,\nbegann am 24. Juni im Krystall-Palaste mit der Auffüh-\nrung des „Messias\". Es war unstreitig die grossartigste\nmusicalische Feier, die noch je erlebt worden ist. An allen\ndrei Festtagen vereinigte sie jedes Mal 3635 Mitwirkende\nund 18 20,000 Zuhörer. Diebesten Vocal-und Instru-\nmentalkräfte aus London und 120 anderen Städten Eng-\nlands füllten die kolossale Tonbühne, und die Zuhörer-\nschaft repräsentirte ganz Europa. Trotz der vier- bis\nfünfstündigen Dauer des Oratoriums blieb doch die Auf-\nmerksamkeit des Publicums bis zu Ende gespannt, und\ndurch die neuen baulichen Einrichtungen, deren Haupt-\nBestandtheil ein ungeheurer Schalldeckel ist, hatte man\nes in der That erreicht, dass wenigstens für zwei Dritt-\ntheile der Zuhörer kein Ton verloren ging. Man kann\ndreist behaupten, dass Händel's Meisterwerk noch nie mit\nso viel Würde und Hoheit und imponirender Kraft aufge-\nführt worden ist. Das Orchester übertraf alle Erwartungen.\nWir wollen nicht behaupten, dass die Aufführung eine\nganz fehlerlose gewesen, das wäre Uebertreibung: aber\nim Ganzen war ihr Eindruck ein gewaltiger, den kein\nMisslingen störte. Die Klangfülle des Orchesters, die sich\ngleich in der Ouvertüre offenbarte, bildete das mächtigste\nElement des Effectes, zumal wenn sich die riesige Orgel\nmit ihm vereinigte.\nIn dem ersten Theile war der Chor: „Denn ein Kind\nist uns geboren\", das prächtigste Stück; im zweiten mach-\nten: „Wer ist der König der Ehren\" der Chor: „Der\nHerr gab das Wort\", blieb unbegreiflicher Weise weg—,\nund dann das grosse Halleluja eine Wirkung, die mit\nnichts zu vergleichen ist, was man je gehört hat. Und\nwelch ein imposantes Schauspiel war es, als bei den ersten\nAccorden sich die Tausende alle zusammen von ihren\nSitzen erhoben, wie es bei diesem Hymnus hier stets ge-\nschiebt, und auch dem Auge die feierliche Begeisterung\nkund thaten, welche ihre Seele füllte! Die Ueberzeugung,\ndass Händel seine Chöre auf Massen berechnet hat, ist\nnoch nie so tief in jedes Zuhörers Brust gedrungen, als\nbei diesen Ausführungen im Krystall-Palaste.\nDie Soli waren ausgezeichnet. Miss Parepa und Fräu-\nlein Tietjens sangen die Sopran-Partieen; Fräulein Tiet-\njens erhob sich durch den Vortrag der Arie: „Ich weiss,\ndass mein Erlöser lebt\", zu wahrhaft künstlerischer Höhe.\nDie Bass-Soli waren zwischen Beiletti und Weiss ge-\ntheilt; Sims Reeves trug die ganze Tenor-Partie vor;\nsein Vortrag der Passion erreichte das Ideal des vollkom-\nmen schönen Ausdrucks.\nDer zweite Festtag war für eine Auswahl aus Wer-\nken Händel's bestimmt worden eine Neuerung im Ver-\ngleich der Programme der beiden früheren Feste. Wir\nwollen sie nicht gerade missbilligen; jedoch ist es mit der-\ngleichen „miscellaneons seledion\"in England eine gefähr-\nliche Sache, sie artet gar zu leicht in ein planloses Aller-\nlei aus, und das Fest-Comite wird sich wohl vorsehen\nmüssen, dass es dem Verlangen der grossen Menge nicht\nzu viel nachgibt bei Festen, welche der Hort der Auffüh-\nrungen von ganzen Werken sind.\nEs konnte keine schönere Eröffnung geben, als den\nChor: »Wir preisen Dich, o Gott!\" aus dem Dettinger\nTe Deum von 1743. Es folgten mehrere Nummern aus\n„Samson\", auch Sologesänge, in denen besonders die Da-\nmen Sainton-Dolby und Tietjens glänzten, letztere\nnamentlich durch die Arie: „Let the bright Seraphim\",\nin welcher sie mit der obligaten Trompete wetteiferte, die\nvon Harper ganz ausgezeichnet geblasen wurde. Das\nPublicum ruhte nicht eher, bis diese Nummer wiederholt\nwurde. Im „Messias\" hatte sich der Dirigent Costa mit\nRecht gegen die Unsitte des Dacapo-Rufens gestemmt und\nihr nicht nachgegeben; jetzt aber liess er sich, wahrschein-\nlich aus Galanterie gegen die beiden Virtuosen, zur Wie-"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5304, "texte": "derholung herab. Die Arie des Riesen Harapha, der als\nein zweiter Goliath die Israeliten verhöhnt, war uns in-\nteressant, weil man sie in Deutschland nicht hört. Belletti\nsang sie mit schöner, voller Stimme, ist aber mehr Mei-\nster des italiänischen blumigen Stils, als des heroischen\nAusdrucks.\nDarauf kam eine Auswahl aus „Judas Maccabäus\",\ndie sich auf ein paar Chöre und die kriegerische Arie des\nJudas beschränkten, welche Sims Reeves mit mehr\nFeuer, als man sonst an ihm gewohnt ist, vortrug. Der\nunmittelbar sich anschliessende Chor machte eine unge-\nheure Wirkung und erregte einen Applaus, der in diesen\nRäumen und von dieser Menschenmenge ausgehend, sich\nin der That wie ein durch die Wipfel des Waldes rau-\nschender Sturm anhörte.—Es folgten aus dem Oratorium\n„Saul\" ein herrlicher Chor, dann der Trauermarsch. Un-\nmittelbar darauf errang Fräulein Tietjens durch die\ngrosse Arie aus der „Ode am Cäcilien-Tage\" einen Tri-\numph, namentlich durch das lange gehaltene hohe a, wo-\nbei einem nicht, wie bei vielen anderen Sängerinnen, vor\nAngst der eigene Athem auszugehen drohte. Ein Chor aus\n„Herkules\" machte nicht den Eindruck, den er verdiente,\nwiewohl die Composition gegen den vorangegangenen Chor\naus der Cäcilien-Ode allerdings etwas abfiel. In Verbin-\ndung damit hatte man die Arie: „Revenge! Timotheus\ncries\", aus dem „Alexanderfest\" gebracht, mit welcher\nBelletti Fiasco machte, erstens weil er den Geist solcher\nMusik nicht zu fassen versteht, und zweitens weil das Or-\nchester dabei durchweg roh und unruhig war.\nAus dem „Salomon\" kam vereinzelt der so genannte\n„Nachtigallen-Chor\" an die Reihe, das Juwel in diesem\nschönen, mit Unrecht zu wenig aufgeführten Oratorium.\nDas Pianissimo war freilich schwer mit solchen Massen,\nwie sie hier vereinigt waren, zu erreichen; indess gelang\nes doch an einigen Stellen recht gut. Dem lauten Dacapo-\nRufe fügte sich Costa, diesmal wohl mit Recht, weil er\nden Leistungen des ganzen Chors galt.\n„Acis und Galatea\" lieferte drei Nummern: die merk-\nwürdige Sopran-Arie (mit dem Solo der kleinen Flöte),\nwelche Frau Lemmens-Sherrington sang, eine Tenor-\nArie und den grossen malerischen Chor: „ Wretched lo-\nversu, welcher trotz der nicht überall vorwurfsfreien Aus-\nführung grossen Erfolg hatte.\nDer dritte Theil enthielt die Ouvertüre zu „Samson\",\neine Arie aus „Judas Maccabäus\" und verschiedene Dop-\npelchöre. Die Fuge der Ouvertüre konnte in der mangel-\nhaften Ausführung keineswegs befriedigen. Der erste Dop-\npelchor war der „Deborah\" entnommen: „Immortal Lord\nof earth and skies\",ein prächtiges Stück, dessen würdige\nAusführung ein Glanzpunkt des ganzen Concertes war;\ndie Unisono-Stellen, die sich einander antworten, machten\nmit den gewaltigen Massen jeder einzelnen Stimme eine\nerschütternde Wirkung. Nach der Sopran-Arie (Madame\nLemmens) folgte die ganze herrliche Festscene aus dem\ndritten 1 heile des „Salomon\", in welcher der König von\nIsrael der Königin von Saba die Pracht seines Tempels\nund seiner Sängerchöre zeigt. Die einleitenden Soli sang\nMadame Sainton-Dolby vortrefflich, und die Reihe von\nChören bildete ein längeres Ganzes, das neben dem vielen\nStückwerk einen sehr befriedigenden Eindruck machte.\nDie Sopran-Arie aus Josua: „0 hält' ich Jubal's\nLeier\" (Fräulein Tietjens) und der unsterbliche Empfangs-\nchor des Siegers: „See, the be-\nschlossen das Concert. In Deutschland wird, so viel wir\nuns erinnern, der dreistimmige Satz dieses Chors (2 So-\nprane, 1 Alt) gewöhnlich vom' ganzen Chor angestimmt:\nHändel hat ihn aber für drei Solostimmen geschrieben, und\nwenn diese so zu besetzen sind, wie es hier der Fall war,\nnämlich durch Fräulein Tietjens, Madame Lemmens-Sher-\nrington und Sainton-Dolby, so ist die Wirkung des Con-\ntrastes und der Steigerung vom Solo- zum Chorgesang\neine unbeschreiblich herrliche.\nAus diesem Berichte wird man ersehen, wie sehr wir\nein Hecht hatten, vor der Gefahr des Eindringens des ene-\nu O\nlischen Geschmacks für ein Mischmasch-Concert auch auf\ndas grosse Händel-Fest zu warnen. Trotzdem, dass alle\nMusikstücke dieses zweiten Concerts von Händel waren, lässt\nsich doch ein planloses Zusammenwürfeln von so vielen\nGesängen von ganz verschiedenem Inhalt und Charakter\nauf keine Weise rechtfertigen; es ist gewiss der eigent-\nlichen Bedeutung und Würde des Festes nicht angemessen.\nWir sind nicht so pedantisch, drei grosse Oratorien hinter\neinander für unerlässlich zu halten: allein die drei Theile\ndes zweiten Abends könnten doch jeder ein Ganzes bil-\nden; das dürfte sicher der ernsten Feier des Andenkens\nan den unsterblichen Meister mehr entsprechen, als ein\nRagout von einzelnen Ingredienzien aus seinen sämmtlichen\nWerken.\nDas letzte Concert, Freitag den 27. Juni, „Israel in\nAegypten\", hatte, Alles in Allem genommen, den gröss-\nten Erfolg von allen dreien, sowohl als musicalische Kunst-\nleistung, als in Bezug auf die Einnahme. Im Gegensatze\nzu den oben gemachten Bemerkungen ziemt es der Un-\nparteilichkeit, das ehrenvollste Urtheil über die andauernd\nungestörte Aufmerksamkeit auszusprechen, mit welcher\ndieses Oratorium, das aus fast lauter Chören besteht, an-\ngehört wurde, und zwar von einem so zahlreichen Publi-\ncum, dass das Oratorium erst eine halbe Stunde später,\nals bestimmt war, beginnen konnte, ehe die Tausende,\ndie herbeiströmten, ihre Plätze eingenommen hatten. In"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "235", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4571, "texte": "dieser Beziehuug hat also der Geschmack doch einen be-\ndeutenden Fortschritt gemacht. Schon bei Lebzeiten Hän-\ndel's fand „Israel in Aegypten\", ein Werk, das wir jetzt\nzu den grösslen und gewaltigsten von Händel zählen, nicht\ndie verdiente Anerkennung, und es ist erst dreizehn Jahre\nher, dass die Sacred Harmonie den Muth hatte,\ndieses Oratorium ganz und so, wie es der Meister geschrie-\nben hatte, aufzuführen, ohne Arien und Duette einzuschie-\nben und viele Chöre des erhabenen Werkes der Einnahme\nzu Liebe auf dem Altare des Mammons zu opfern. Der\nEindruck, den die jetzige Aufführung machte, war ein sehr\nerfreulicher Beweis des Fortschrittes der Empfänglichkeit\nder Engländer für grosse classische Massenmusik. Die\nersten Chöre gingen nicht vorzüglich gut; aber Wärme\nund Feuer nahmen bei den Scharen auf dem Berge Sinai\nder Tonbühne von Stunde zu Stunde so zu, dass die Lei-\nstung der Gesammtkräfte an diesem letzten Tage die\nhöchste und in Wirklichkeit ein Triumph war. Der Chor:\n„He gave them hailstones\" wurde so ungestüm encore ge-\nrufen, dass Costa nachgeben mussle, und die Pracht-\ngesänge des zweiten Theiles, vor Allem: „Das Ross und\nden Reiter\", schlugen mit unwiderstehlicher Gewalt durch.\nDas „dreijährige Händel-Fest\" {The Handel Trien-\nnial Festival), wie jetzt der officielle Titel heisst, steht\nnun durch die Resultate der diesmaligen Feier für die\nZukunft mit Sicherheit fest. Die Erfahrung eines dreima-\nligen Versuches ist vollständig dafür. Jedoch war eigent-\nlich nur die erste Feier (im Jahre 1857) ein Versuch; die\nzweite (im Jahre 1859) bekundete schon einen bedeuten-\nden Fortschritt, die dritte (1862) einen glänzenden Erfolg.\nDass die Aufführungen noch Manches zu wünschen übrig\nHessen, braucht kaum gesägt zu werden, weil jeder Kun-\ndige das von selbst weiss; aber im Angesicht des Ganzen\nmuss bei Vernünftigen die am Einzelnen mäkelnde Kritik\nverstummen. Von der Tonfülle des Orchesters kann man\nsich, ohne sie gehört zu haben, kaum eine Vorstellung\nmachen, auch wenn man vernimmt, dass das Fundament\ndesselben 138 Contrabässe und Violoncelle bildeten! Den\nHauptstamm des Chors hatte die Sacred Harmonie Society\ngeliefert; um ihn herum waren die Sänger aus 122 Städten,\ndarunter 32 Kathedral- oder Collegiatstädte, gruppirt.\nUnd das ganze kolossale Werk war das Resultat eines\nPrivat-Unternehmens, an dessen Spitze Mr. Bowley\nals General Manager stand, ein Mann von grossem Geiste\nund unermüdlicher Thätigkeit. In welchem Lande der\nWelt, ausser in England, wäre Aehnliches möglich ?\nDas grösste Verdienst um das Zustandekommen hat\nübrigens die Sacred Harmonie von welcher auch\nim Jahre 1856 der Gedanke einer Erneuerung der frü-\nheren grossen Aufführungen zum Andenken an Händel\nausging, ursprünglich in der Absicht, die hundertjährige\nErinnerungsfeier im Jahre 1859 (Händel starb 1759 zu\nbegehen. Daraus erwuchs das erste Fest von 1857 im\nIvrystall-Palaste; die damalige Tonbühne fasste 2500 Mit-\nwirkende und war offen. Im Jahre 1859 wurde sie ver-\ngrössert und theilweise geschlossen, so dass 4000 Perso-\nnen darauf Raum haben konnten; jetzt ist sie vollständig\nunter ein Dach gebracht, welches als ein Meisterstück der\nZimmerarbeit von allen Sachverständigen anerkannt wird.\nDie Kosten dieses Orchesterbaues von seinem Anfange bis\njetzt betragen 12,000 Pf. St.\nEin „Mitgetheilt\" in Musical World (Nr. 27) gibt die\nEinnahme-Uebersicht der drei Feste folgender Maassen an:\n„Es mag etwas voreilig sein, den pecuniären Ertrag\ndes Händel-Festes von 1862 schon jetzt zu berechnen;\nwir werden aber nicht fehl greifen, wenn wir ihn zu\n25,000 Pf. St. ansetzen. Im Jahre 1857 betrug die Ein-\nnahme 23,372 Pf., im Jahre 1859 34,913 Pf.,—macht\nfür alle drei Feste eine Tolalsumme von nahezu 70,000\nPf. St.\n„Von dieser Totalsumme wird die\nSociety einen Ueberschuss über ihre Auslagen von 9- bis\n10,000 Pf. haben, ausser einem bedeutenden Anwachs\nihres Musicalien-Vorraths. Die Company des Krystall-Pa-\nlastes bringt als Gewinn in Rechnung für 1857 8700\nPf., für 1859 11,500 Pf. Der Ueberschuss vom diesjäh-\nrigen Feste wird zwischen 7—Booo Pf. betragen, welche\nnach Abzug der Kosten für die Bedachung des Orchesters\nzu 5000 Pf. angeschlagen einen Ueberschuss von\n2—3000 Pf. übrig lassen werden, so dass die Krystall-\nPalast-Compagnie ungefähr 23,000 Pf. im Ganzen als\nreinen Gewinn hat, ausser dem Besitz der neuen, vollstän-\ndig ausgebauten grossen Tonbühne.\n„Dagegen darf man den Ueberschuss von 9—10,000\nPf. für die Sacred Harmonie nicht als reinen Ge-\nwinn annehmen, da die grossen Chorproben seit 1857\neine bedeutende Summe gekostet haben.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-07-26-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-07-26_01#c003", "volume": "bmtnabi_1862-07-26_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "235", "page_fin": "240", "image_debut": 3, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.2.3", "titre_corps": "Aus London.", "titre_sommaire": "Aus London.", "signature_source": "A", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "235", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.3", "debut_caractere": 4573, "fin_caractere_exclue": 5073, "texte": "Aus London.\n\n[Opern — Meyerbeer's „Robert der Teufel\" iu beiden Theatern —\nConcerte.]\nDen 5. Juli 18G2.\nWir haben wie gewöhnlich auch in dieser Season\nwieder zwei grosse italiänische Opern, aber weder eine\nenglische, noch eine deutsche. Indess hat es doch jetzt den\nAnschein, als sollte es mit der englischen Ernst werden,\nda am 18. Juni die erste General-Versammlung der Äctio-\nnäre der English Opera Association in St. James' Hall Statt\nfand. Präsident ist der Graf von Westmoreland; unter den\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "236", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5368, "texte": "Theilnehraern finden sich die Namen von Davison (Re-\ndacteur der Musical World),Balfe, G. Wood (Firma Cra-\nmer & Beale), John Barnett, Benedict, Ch. Beale, Glover,\nLemmens, Macfarren, Osborne, Pierson, Santley, Wallace\nu. s. w. Nun, wir wollen sehen, ob etwas Gutes zu Stande\nkommt; der Moment ist jedenfalls gut gewählt, da der\nmusicalische Patriotismus sehr im Aufflammen ist, wozu\nbesonders auch der Erfolg von Benedict's „Lilie von Kil-\nlarney\", die auf englischen Text componirt ist, beigetra-\ngen hat.\nUnterdessen wetteifern die beiden Unternehmer der\nitaliänischen Opern, Mapleson, eine neue Manager-\nGrösse, in Her Majesty'sTheatre, und Gye, der be-\nwährte Administrator, in Coventgmit einander und\nsetzen oft eine und dieselbe Oper in Scene, um dem Pu-\nblicum ihre verschiedenen Kräfte zum Vergleich vorzufüh-\nren, so z. B. „Die Hugenotten\", „Robert der Teufel\",\n„Don Giovanni\" u. s. w.\nDie Vorstellungen von Meyerbeer's „Robert\" waren\ngewisser Maassen die ersten in England, obgleich rein\nhistorisch genommen ihnen einige frühere vorangegangen\nsind. Aber in welcher Gestalt und unter welchen Verhält-\nnissen! Gleich nach dem ungeheuren Erfolg des „Robert\"\nin Paris machte sich ein damaliger Impresario in London\ndaran, ihn auch dort in Scene zu setzen. Da er die Par-\ntitur nicht erhalten konnte, verschaffte er sich einen Cla-\nvier-Auszug und liess diesen von Bishop instrumen-\ntiren, und so ging der „Robert\" nicht mit Meyerbeer's,\nsondern mit Bishop's Orchester in London zum ersten\nMale in Scene! Doch das ist noch nicht Alles. Im Jahre\n1847 gab ihn Lumley in Ihrer Majestät Theater, und in\ndieser Vorstellung trat Jenny Lind als Alice zum ersten\nMale in England auf; um dieser neuen Erscheinung mehr\nRelief zu geben, reducirte man die Rolle der Prinzessin\nIsabella so gut wie auf Null. Erst im Jahre 1852 brachte\ndas Coventgarden-Theater die wirkliche Oper, wie sie ge-\nschrieben ist, aber bald darauf verzehrte der Brand alle\nDecorationen und Costüme, und so war es wiederum auf\nzehn Jahre mit der Oper vorbei. In Betracht dieser Ge-\nschichte der Oper „Robert\" in London kann man also mit\nRecht sagen, dass die Vorstellungen am 14. Juni in\nMajesty's Theatre und am 19. Juni in Coventgarden die\nersten für London waren. Wer die italiänischen Opern in\nLondon und den handwerksmässigen Betrieb der Sache\nkennt, für den wird auch das ein Beweis sein, wie sehr\nman „Robert\" als eine neue Oper betrachtete, dass man\nProben, sogar mehrere Proben davon hielt!\nHerr Mapleson war zuerst mit seinem Robert fertig.\nMan sagt ihm naibh, dass er nur zwei hier so genannte\nExtra-Proben dafür gehalten habe; das merkte man auch\nan den Chören, die noch weniger als mittelmässig waren,\nnicht aber am Orchester. Auch die Scenerie und die Com-\nparsen- und Balletcorps-Staffage machte sich nicht viel\nbesser, als in einer General-Probe im Costüme, wiewohl\nein paar Decorationen recht schön waren.\nDas war aber alles Nebensache für Herrn Mapleson,\ndenn er wussle, dass er Fräulein Tietjens hatte, Fräu-\nlein Tietjens als Alice, als Alice zum ersten Male in Lon-\ndon. Das war ihm genug und er hatte im Grunde Recht:\ndenn die Leistung der deutschen Sängerin war im lyrischen\nwie im dramatischen Gesänge und in der Darstellung eine\nso hinreissende, dass sie die ganze Oper trug und die Auf-\nführung über alle Mängel hinweg verherrlichte. Von der\nschlichten Einfachheit des normannischen Landmädchens,\nwelche ihr reizender Vortrag der ersten Arie: „\nelle\", darstellte, erhob sie sich nach und nach zu der Hel-\ndin, die, vom Glauben durchglüht, die Rettung Robert's\nvom ewigen Verderben bewirkt. Wenn sie das Terzett\nohne Begleitung durch die reinste Intonation von der Welt\nhielt, wobei die hohen Töne wie das edelste Metall bis\nzur letzten Schwingung entzückten, so war doch das\nSchluss-Terzelt wohl das Schönste, was Meyerbeer\nnächst dem Duett im vierten Acte der Hugenotten geschrie-\nben hat eine künstlerische Leistung von so ausgezeich-\nneter Art, dass Niemand dem überwältigenden Eindruck\nderselben widerstehen konnte. Sie bewirkte vorzüglich,\ndass in der folgenden Woche (die erste Vorstellung fiel\nauf einen Samstag) die Oper vier Mal wiederholt wurde\nund seitdem noch bei jeder Aufführung ein volles Haus\nmachte. Den Ruhm, den die Künstlerin sich schon durch\nihre Valentine in den „Hugenotten\" erworben hatte, hat\nihre Darstellung der Alice noch bedeutend vermehrt.\nDen Robert sang, da der vortreffliche Tenor Giuglini\nschon seit einiger Zeit krank war, Armandi, Vialetti den\nBertram, der ihm etwas zu tief liegt, Bettini den Ram-\nbaldo (Raimbaut) recht gut, und Carlotta Marchisio die\nIsabella mit der anmuthigen technischen Fertigkeit, die ihr\neigen ist, obwohl einige scharfsehende Kritiker bemerken\nwollten, dass—sie ist jetzt nämlich Madame Caselli—dass\ngewisse Umstände zwar für die Ihrigen sehr interessant\nsein möchten, bei einer jungen Prinzessin aber, für die\nzwei fürstliche Ritter eine Lanze oder gar sich den Hals\nbrechen wollen, doch etwas zu auffallend wären.\nVergleichen wir nun die Vorstellung in Coventgarden,\nwas allerdings recht interessant ist, mit der eben geschil-\nderten, so lässt sich zuvörderst nicht verkennen, dass die\nBühne durch Räumlichkeit, Scenerie, Decorationen, zahl-\nreichen Chor, grösseres Ballet-Personal u. s. w. weit mehr\nbieten kann, als im anderen Theater zu geben möglich\nwar. Es schien auch, als wenn der Aufführung, welche in"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "237", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5496, "texte": "allen diesen Dingen glänzend und sehr wohl vorbereitet\nwar, viele Proben vorangegangen wären, wenigstens für\ndas grosse Ensemble, wenn auch nicht für die Solisten,\ndie hier zu Lande Proben als altväterischen Brauch ver-\nschmähen. Aber auch die Besetzung der Rollen war in\nmehrerer Beziehung vorzüglich, namentlich was die Män-\nner betrifft; denn Madame Penco war keine Alice, und\nMadame Carvalho-Miolan als Isabella zwar in der\nTechnik wie immer vortrefflich, aber für den grossen\ndramatischen Ausdruck in der Scene mit Robert nicht\ngeschaffen. Dagegen überragte Formes seinen Doppel-\ngänger als Bertram ins Ungemessene; die Bemerkung\nder hiesigen Kritik, dass seine Darstellung seit der ersten\nGründung der italiänischen Oper in London eine der wirk-\nsamsten, malerisch und charakteristisch schönsten ist, welche\ndas musicalische Drama aufzuweisen hat, unterschreiben\nwir vollkommen. Und Tamberlik als Robert dazu, der\nebenfalls als Sänger und Schauspieler*) vollkommen ist,\nda können Sie urtheilen, ob mein Ausspruch, dass die Män-\nnerrollen am besten besetzt waren, gerecht ist.\nDie Aufführung des Don Giovanni in Her Majesiy's\nTheatre war dem steigenden Rufe der dortigen Gesell-\nschaft günstig. Freilich ist Gassi er zu alt für einen Don\nJuan, allein er singt immer noch mit kräftiger Stimme und\ngutem Vortrage. Interessant war das Debüt der englischen\nSängerin Miss Louisa Pyne als Zerlina. Da man beson-\nders in den letzten Jahren den Unternehmern es so oft\nzum Vorwurf macht, dass sie die einheimischen Talente\nvernachlässigen, so wurde die junge Künstlerin enthu-\nsiastisch aufgenommen, was sie übrigens auch durch eine\ncorrecte- und anmuthige Leistung rechtfertigte. Fräulein\nTietjens war vortrefflich als Donna Anna; Elvira (Fräu-\nlein Louise Michal, eine Schwedin, aber keine Lind)\nliess Manches vermissen, was zur befriedigenden Darstel-\nlung dieser leider so oft vernachlässigten Rolle gehört.\nDagegen war Giuglini's Vortrag der beiden Arien des\nDon Ottavio ein wahrhaft künstlerisch vollendeter.\nCoventgarden hat an Adelina Patti und Marie\nBattu zwei reizende jugendliche Sängerinnen. Sie haben\nfrische Stimmen, wahre Künstler-Natur und eine ziemlich\ngute, wenn auch noch nicht vollkommene Schule, und sind\ndabei so schön und jung, dass nur ein londoner Publicum,\ndas in der Pietät einzig in seiner Art ist, es ertragen kann,\nwenn neben ihnen der kaum noch vernehmbare Mario\nden Geliebten vorstellt, für den sie schwärmen! Sogar den\nRaoul, den Helden, den Hort des protestantischen Heeres\njn den „Hugenotten\", soll uns Mario veranschaulichen,\nund das Publicum lässt es sich gutmüthig gefallen. In der\n„Lucia\" sang glücklicher Weise Wachtel den Edgardo\nneben der Patti. Noch ein anderer Tenor, Naudin, in\nItalien von französischen Eltern geboren, sang auf dem\nTheater Ihrer Majestät den Trovatore. Er trat für Giuglini\nauf, der Anfangs, wie schon erwähnt, unwohl war, und\nes ging ihm von Paris eine grosse Reclame voraus. Seine\nStimme ist nicht schlecht, doch auch nicht schön; sein\nVortrag aber eine wahrhaft lächerliche Caricatur der aller-\nneuesten italiänischen Gesangs-Manier. Er ist, seit Giuglini\nwieder aufgetreten, nach dem Continent zurückgekehrt.\nDie Menge von Virtuosen aller Art, die London über-\nfüllen, auch nur namentlich aufzuführen, wäre schon ein\nDing der Unmöglichkeit, geschweige denn, über ihre Pro-\nductionen zu berichten. Es ist gerade so, als wenn sie auch\neine internationale Ausstellung bildeten. Die gefeiertsten\nvon den aus der hochgehenden Elut auftauchenden sind\nDeutsche: Joachim, Laub, J#ell, Thalberg.\nJoachim ist immer noch die hervorragendste Erschei-\nnung im musicalischen London; Laub wird ihm indess\nnach und nach beinahe gleichgestellt und im Vortrage\nweicher, elegischer Musikstücke von manchen Kreisen so-\ngar vorgezogen. Alfred Jaell hat ganz ausserordentliche\nErfolge gehabt, die er nicht bloss seiner unübertrefflichen\nTechnik und dem eben so markigen als wunderbar zarten\nAnschlage verdankt, sondern vorzüglich der Art und Weise,\nwie er die classischen Clavier-Compositionen spielt. Es\nscheint in der That, als wäre Jaell der specifischen Vir-\ntuosen-Productionen überdrüssig geworden, denn er führte\nhier nur selten und nur in gewissen Kreisen dergleichen\nvor; dagegen hat er sich mit Liebe in die Meisterwerke\nder alten und neuen Zeit vertieft und gibt sie mit einer\nsolchen Wahrheit, so tiefer Durchdringung ihres Geistes,\necht künstlerischem Maasshalten und in Folge dessen mit\nso gediegenem Glänze wieder, dass man kaum glauben\nwürde, er sei derselbe Virtuose, der vor mehreren Jahren\nfast nur durch brillantes Spiel die Menge blendete, wenn\nman nicht jeden Augenblick fühlte, wie sehr die unge-\nheure technische Sicherheit den edlen Vortrag der classi-\nschen Compositionen unterstützt. Er hat hier zwei Mal in\nden Concerten der philharmonischen Gesellschaft, drei Mal\nin Ella's Musical Union, dann im Krystall-Palaste, in dem\nMonster-Concert in Her Majesty's Theatre und in einer\nMenge von grossen Concerten und von Morgen- und Abend-\nsitzungen für Kammermusik gespielt. Wir hörten von ihm\ndie Concerte in C-moll und in JEs-dur und die Phantasie\nmit Chor von Beethoven, das G-moll-Concert von Mendels-\nsohn; bei Ella das Quintett von Violine Joachim,\nVioloncell Piatti u. s. w.), welches eine enthusiastische Auf-\nnahme fand, das C-moll-Tnovon Mendelssohn, die An-\n\n*) Nur nicht als Ottavio im Don Juan, aus dem er gar nichts\nzu machen weiss und ihn nur als Concertsänger vor den Lam-\npen freilich sehr schön singt. Die Redaction."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "238", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5388, "texte": "dante-Variationen aus der Kreutzer gewidmeten Sonate\nvon Beethoven mit Joachim. Von diesem Vortrage war\ndas aristokratische, sonst eben nicht zu enthusiastischem\nApplaus geneigte Publicum in Ella's so hingerissen,\ndass es nicht nachüess mit Applaudiren, bis die beiden\nKünstler das Finale aus derselben Sonate zugaben, und\ndies geschah, nachdem (es war das Benefiz-Concert von\nElla am 1. Juli) bereits ein Quartett von Mendelssohn,\ndas Septett von Beethoven, das Clavier-Septett von Hum-\nmel, das Andante und die Variationen für zwei Flügel von\nSchumann (vorgetragen von Jaell und Rubinstein) und\nmehrere Gesangstücke da gewesen waren.\nAn Solostücken trug Jaell Stücke von Bach, Händel,\nChopin und einige moderne Bravoursachen von Liszt und\nvon seiner eigenen Composition vor. Im August wird er\nhieher zurückkehren, da er mit Laub und der Sängerin\nAdelina Patti zu einer zweimonatlichen Kunstreise\ndurch England und Schottland engagirt ist. Auch bei sei-\nner jetzigen Anwesenheit halte er den Einladungen von\nManchester und Dublin gefolgt und dort mit demselben\nErfolge gespielt, wie hier.\nJaell's Erfolge waren um so ehrenvoller, als neben\nihm Thalberg, der Veteran im Heere der modernen\nPianisten, einen ausgedehnten Kreis von Freunden und Be-\nwunderern anzog, wie seine frühere Popularität erwarten\nliess, zumal bei Jedem, der die Pietät der Engländer für\nVeteranen kennt. Aber Thalberg verdient auch die begei-\nsterte Aufnahme, die ihm hier eben wieder so wie vor\nfünfzehn Jahren geworden ist. Das Geheimniss, wodurch\ner jetzt in Paris und hier seine Erfolge erreicht, besteht\nnicht in einem auffallenden Fortschritt seines Spiels oder\nin der Vorführung einiger neuen Compositionen, die uns\nnicht sehr geeignet scheinen, dazu mitzuwirken, sondern\ndarin, dass er eben nichts Anderes als Thalberg sein will,\nThalberg, wie er war, wie er aber auch noch jetzt ist,\neine eminente Specialität seiner Gattung. Wenn die ersten\nPianisten unserer Zeit, eine Clara Schumann, Szarvady-\nClauss, Arabella Goddard, Jaell, Rubinstein u. A. ihre\nEhre darein setzen und mit Recht—, das Beste aus der\nganzen Ciaviermusik von Scarlatti und Bach bis auf Ro-\nbert Schumann zu spielen und jedes in seinem Geiste,\nso bleibt Thalberg dabei, nur seine Sachen zu spielen,\nund hat dabei den Vortheil, dass er seinen eigenen Geist\nniemals falsch auffassen kann. Dass seine Aufgabe dadurch\neine viel leichtere wird, als diejenige, welche sich die an-\nderen Kunstgenossen gestellt haben, ist klar; eben so klar\naber auch, dass die Lösung derselben nur eine Frage der\nVirtuosität, wenn auch im besten Sinne, nicht aber der\nTonkunst ist. Thalberg zeigt uns jetzt allerdings, dass seine\nvon der heutigen musicalischen Welt vergessenen Phan-\ntasieen über Thema's aus Don Juan, Moses, der Stummen\nvon Portici u. s. w. auch jetzt wieder entzücken, weil er\nsie spielt, und weil sie in der That von keinem Anderen\nso gespielt oder vielmehr so gesungen und accompagnirt\nwerden können, wie von ihm. Wir erkennen ihm also mit\nvoller Hingebung den Preis der vollendeten Behandlung\nseines Instrumentes zu und die Bewunderung, die eine\neminente Virtuosen-Individualität verdient; wir lassen auch\ngern den Zauber über uns walten, den sie ausübt: aber\nwir können sie unmöglich über die Künstler stellen, deren\nGeist sich von Bach, Mozart, Beethoven, Mendelssohn und\nallen Besten die Schwingen leiht, um das Herrliche und\nGrosse ihrer Schöpfungen im Dienste der heiligen Ton-\nkunst immer wieder von Neuem ins Leben zu rufen und\ndurch die Welt als fruchtbare Keime des wahren Schö-\nnen zu tragen.\nThalberg gibt jetzt, wie sonst, seine Concerte allein,\nspielt gewöhnlich neun bis zehn Stücke, alle von seiner\nComposition. Nur eine einzige fremde hat er bis jetzt (in\nden drei Matineen) in sein Repertoire aufgenommen, eine\nTarantella von— -—Rossini! Bekanntlich macht sich jetzt\nRossini den Spass, Ciavierstücke zu componiren; eines die-\nser Erzeugnisse des Zeitvertreibs des italiänischen Meisters\nist denn auch diese an sich selbst sehr mittelmässige Ta-\nrantella, die er dem berühmten Pianisten als „Manuscript\"\ngeschenkt hat, „das niemals veröffentlicht werden soll\",\nwie auf den Anschlagszetteln mit kolossalen Buchstaben\ngedruckt zu lesen ist—eine Reclame, deren Thalberg nicht\nbedarf und die seiner und noch mehr des Componisten\ndes „Wilhelm Teil\" unwürdig ist. Nur für das vierte Mor-\ngen-Concert (am 7. Juli) ist der Vortrag der Sonate von\nBeethoven (an Kreutzer) mit Joachim angekündigt, ob\naus Kunstsinn und Verehrung für Beethoven, oder um,\nwie in den anderen Rossini's Namen, so jetzt den Namen\ndes Löwen der Season auf dem Programm zu haben,\ndürfte schwer zu entscheiden sein. Uebrigens macht Thal-\nberg viel Geld; seine Preise sind für die ganze Reihe von\nvier Matineen Subscription 3 Pf. 3 Shill. (21 Thlr.); nu-\nmerirte Plätze für einzelne Matineen 21 Shill. (7 Thlr.!),\nfür nicht numerirte 10 Shill. 6 P. (3 Thlr. 15 Sgr.)\nund nicht nur der Saal von Hanover Square Booms war\nbesetzt, sondern in der dritten auch die Nebensäle und\nGänge.\nVon der Concertsucht der Engländer und dem noch\närgeren Drange der Künstler, sie zu befriedigen, kann\nman sich im Auslande gar keine Vorstellung machen —•\nfreilich leider! auch nicht von dem Gelde, das für die\nTheilnahme an musicalischen Genüssen hier zu Gebote\nsteht. Ein leerer oder nur\" durch freie Entres gefüllter\nConcertsaal ist hier eine unerhörte Seltenheit; darin unter-"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "239", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5359, "texte": "scheidet sich London sehr zu seinem Vortheil von Paris,\nwo jeder Künstler -Geld zusetzt, und von den grossen\nStädten in Deutschland, wo allein die stehenden Abonne-\nments-Concerte ihr Publicum haben. Ich wünschte Ihnen\neinmal eine solche Einnahme, wie sie neulich der musica-\nlische Berichterstatter der Morn Howard Glover,\nder auch ein geschätzter Componist ist, in seinem Jahres-\nConcerte gehabt hat. Aber es wurde auch etwas für das\nviele Geld geliefert nicht weniger als fünfundvierzig\nNummern! Das Concert fing um halb zwei Uhr an, das\nist richtig, ich kann's beeiden: aber wann es aus war,\nbin ich ausser Stande, zu sagen; denn so grosse Fort-\nschritte meine Ohren hier in der Ausdauer auch schon ge-\nmacht haben, so musste ich sie doch vor der drohenden\nAbtödtung retten und den Saal nach Abwicklung der\nHälfte der Productionen verlassen. Glover hat durch seine\nenglische Operette Once too („Einmal zu oft\") in\nder letzten Season einen Erfolg gehabt, den er mit Bene-\ndicts Lilly of Killarneytheilte. Einige Stücke aus jener\nOperette und aus seiner grösseren Oper „Ruy Blas\" ka-\nmen zu Anfang vor; dann folgten in dieser MusicalExhi-\nbition die Producte der Damen Tieljens, Trebelli, Sherring-\nton, Geschwister Marchisio, Sainton-Dolby; der Sänger\nSims-Reeves, Reichardt, Formes, Santley, Giuglini, Gas-\nsier, Belletti, der Instrumentalisten Sainton, Pratten (Flö-\ntist), Lavigne (Oboist), Lazarus (Clarinettist), Joachim,\nAguilar, Benedict, Halle u. s. w. u. s. w.\nUnd nun vollends das Jahres-Concert von Jul. Be-\nnedict, welches zu versäumen eine Schande für jeden\nMusikfreund aus der londoner Aristokratie wäre! Dieses\nMal, am 30. Juni, waren 15—1600 Zuhörer in St.\nJames' Hall dabei versammelt (ein Sitz auf den Sopha's\nund dem Balcon eine Guinee, numerirte Plätze 10 Shill.\n6P. = 3 Thlr. 20 Sgr., nicht numerirte 5 Shill., Gale-\nrie 3 Shill.). Die Tonbühne füllte ein vollständiges grosses\nOrchester und 200 Mitglieder des Gesangvereins von Be-\nnedict. Ferner waren dazu aufgeboten:\n1. Die Sängerinnen Tietjens, Trebelli, Marchisio, Guer-\nrabella, Pyne, Sherrington, Parepa, Lemaire, Gillies, Ge-\norgi, Liebhardt (aus Wien). —2. Die Sänger Reeves, Bet-\ntini, Reichardt, Santley, Giraldoni, Gassier, Belletti, Weiss,\nFormes.— 3. Die Instrumentalisten Vivier, Piatti, Ascher,\nBenedict, Thomas, Aptommas (beide letztere Harfenisten),\nJoachim. Ausserdem ein Dutzend Pianisten zum Begleiten\nund zwei Orchester-Dirigenten: Benedict und Mellon.\nDas Concert begann um 2 Uhr. Ich war so glücklich\ngestellt, dass ich zuweilen Luft schöpfen konnte; als ich\naber um 6 Uhr 10 Minuten mich ganz entfernte, waren\nnoch zwei grosse Gesangnummern und Mozart's Figaro-\nOuverture übrig! Interessant war die Aufführung der vier\nCompositionen zur Eröffnung der Ausstellung: MeyCr-\nbeer's Marsch-Ouverture, Sterndale-Bennett's Inau-\ngurations-Ode, Auber's Marsch (d. h. Ouvertüre\nMarcia) und Verdi's Cantate. Meyerbeer's Ouvertüre\nwurde sehr gestört durch das Geräusch der nachkommen-\nden und ihre Plätze suchenden Zuhörer. Aufmerksamer\nwurde Bennett's Ode angehört. Nach etwa zwei Stunden\nfolgte yerdi's Cantate, die zwar für den angegebenen\nZweck geschrieben, aber bekanntlich, jedoch aus immer\nnoch unbekannten Gründen, bei der Feierlichkeit der Er-\nöffnung nicht aufgeführt worden war, und kurz darauf\nAuber's marschartiger Orchestersatz. Ob nun der Vor-\ntrag der Solo-Partie durch Fräulein Tietjens oder der\nwirkliche Gehalt der Composition Grund dazu gab (was\nich nach einmaligem Hören nicht entscheiden mag), Ver-\ndi's Cantate gefiel mir am besten von den vier Gelegen-\nheitsstücken.\nVon Benedict's Compositionen kamen mehrere Stücke\naus älteren Opern, ferner vier Nummern aus der „Lilie\nvon Killarney\" und einige vierstimmige Gesänge für vollen\nChor, auch unter diesen jedoch nur eine neue Composition\nvor. Ferner trat er als Pianist und Componist auf mit dem\nAndante und Scherzo aus einer neuen Sonate in E-moll\nfür Piano und Violine ein recht deutlicher Beweis, dass\nman bei solchen Concerten hier nur Stückwerk zu geben\nwagt!—und dann mit zwei kleinen Salonstücken für Cia-\nvier und Violoncell. Zu Partnern hatte er sich keine Ge-\nringeren als Joachim und Piatti gewählt. Zum Schlüsse\nspielte er noch mit Ascher eine brillante Phantasie für\nzwei Flügel, welche Letzterer über Thema's aus Bossini's\n„Teil\" für dieses Concert gemacht hatte.\nMan wird ausrufen: „Nun, damit war es doch wohl\ngewiss genug!\" Nein! Ich übergehe aber die übrigen\n16—20 Nummern mit Stillschweigen und erwähne nur\nnoch des Charakteristischen wegen, dass Fräulein Lieb-\nhardt das Lied „Morgen-Fensterin\" von Proch im öster-\nreichischen Dialekt sang, und Vivier die Tenor-Romanze\naus der „Favoritin\" auf dem Horn blies!\nAuch Molique gibt alljährlich ein Concert, bleibt\naber der edleren Richtung treu, die er stets vertreten, und\nwird immer noch sehr geschätzt in London, obwohl er\nsich nicht zu Concessionen an den Geschmack der Menge\nherablässt, die freilich ihr Geld lieber zu den musicalischen\nRagoutköchen und Pastetchenbäckern hinträgt, als zu einer\nFirma, wo es nur gute und kräftige Kost gibt. Trotzdem\nwar der Saal von Hanover Square (am 13. v. Mts.) recht\nhübsch gefüllt. Es gab aber nicht mehr als etwa zehn bis\nzwölf Nummern, darunter drei Compositionen von Molique\nselbst: ein Violin-Quartett (Op. 42 in Z»), ein Duo con-\ncertant für Ciavier und Violine, vorgetragen von Anna"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "240", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 837, "texte": "Molique und Joachim, und drei „Melodieen\", die er selbst\nspielte. Seine Tochter, eine junge, vortreffliche Pianistin,\nliess sich nicht durch den gewaltigen Geiger verdunkeln\nund spielte auch noch Beethoven's Sonate in D-moll mit\ngrossem und wohlverdientem Beifall.\nVon dem besten Geiste beseelt und in der edelsten\nRichtung wirken ferner Halle und Pauer in ihren Piano-\nforte-Matineen, die auch in dieser Season sehr besucht sind.\nUeber das Concert zum Vortheil des in Nizza weilen-\nden Ernst habe ich in Ihrem Blatte schon eine Notiz ge-\nlesen. Ich füge nur hinzu, dass dasselbe das 99. von den\nMonday Populär Concerts war (seit ihrer Stiftung im Fe-\nbruar 1859). Das hundertste und letzte in dieser Season\nfindet übermorgen, am 7. Juli, Statt. Sie wissen, dass\ndiese Concerte zwar „populäre\" heissen, aber treffliche\nMusik bringen.\n\nA."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-07-26-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-07-26_01#c004", "volume": "bmtnabi_1862-07-26_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "240", "page_fin": "240", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.2.4", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "240", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.8", "debut_caractere": 839, "fin_caractere_exclue": 5307, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nKöln* Ueber die mit ausserordentlichem Erfolge gegebenen\nConcerte des kölner Männer-Gesangvereins in Wiesbaden\nam 19. und 20. Juli zum Besten des Baufonds der dortigen katho-\nlischen Kirche berichten wir in der nächsten Nummer»\nMo In* Der „Kol ner Sängerbund\" hat in seiner General-\nVersammlung vom 9. Juli 1862 einstimmig folgenden Bescliluss ge-\nfasst: „Für jede Composition, welche bei einem Concerte, einer Lie-\ndertafel, Sängerfahrt oder sonstigen öffentlichen Aufführung des Köl-\nner Sängerbundes zum ersten Male zum Vortrage gelangt, soll\ndem betreffenden Componisten ein Ehrensold von Einem Preussi-\nsclien Thaler nebst Begleitschreiben portofrei zugesandt werden.\"\nBei der Welt-Ausstellung in London hat in der (16.) Classe\nder musicalischen Instrumente Gerhard Adam in We-\nsel, Inhaber der bedeutendsten Pianoforte-Farik in der preussischen\nRheinprovinz, die Medaille für Concertflügel grossen Formats,\nals in jeder Beziehung ausgezeichnet, erhalten.\nDie treffliche Violinistin Fräulein Amalie Bidö hat in Schwal-\nbach und Wiesbaden mit grossem Beifall gespielt.\nMiska Hauser, der weltbekannte Violin-Virtuose, der kürzlich\nvom Könige Victor Emanuel zum Ritter des heiligen Mauritius- und\nLazarus-Ordens ernannt wurde, weilt gegenwärtig in Wiesbaden.\nlieipzig. An die Stelle des Herrn v. Bronsart, der die Direc-\ntion der Euterpe-Concerte in Leipzig aufgegeben hat, ist der Pianist\nBlassmann aus Dresden getreten.\nStuttgart* Den Scliluss unserer Saison bildete eine Auffüh-\nrung des Vereins für classische Kirchenmusik, dessen Programm\ndiesmal aus lauter Compositionen neuerer Meister bestand, von Men-\ndelssohn, Hauptmann, F. Schneider und R. Franz. Unter den Orgel-\nstücken waren eine B-, A-, C-, H-Fuge von Schumann, dann eine\nIFantasie von Ritter interessant. Da sowohl die Organisten als auch\nfast sämmtliche Solisten ihre Studien im hiesigen Conservatorium\nvollendet haben, so war die Aufführung nicht nur für den treff-\nlichen Verein und seinen hochverdienten Dirigenten, Herrn Professor\nFaisst, sondern auch für genannte Anstalt sehr ehrenvoll, welche\nüberdies gerade durch den Besuch eines schätzbaren Gastes, des\nkölner Capellmeisters Ferd. Hiller, erfreut ward. Derselbe hatte\nGelegenheit, in einer schnell improvisirten Aufführung die besten\nLeistungen in Ciavier, Gesang und Violine kennen zu lernen, und\ndie Urtheile eines solchen Kenners waren für das Institut sehr\nschmeichelhaft. (Südd. M.-Z.)\nDas Comite zur Errichtung des Weber-Denkmals in Dres-\nden hat seinen Rechnungs-Abschluss eröffnet. Die Gesammt-Ein-\nnahmen betrugen 11,071 Thlr., wovon 10,979 Thlr. für das Monu-\nment verausgabt wurden. Die grössten Beiträge lieferten das berli-\nner Hoftheater mit 2771£ Thlr. und der dresdener Stadtrath mit\n1000 Thlr. Von deutschen Bühnen lieferten ausserdem Beiträge durch\nBenefiz-Vorstellungen: Nürnberg, Dresden, München, Weimar, Karls-\nruhe, Königsberg, Hannover und Meiningen. Der Kaiser von Oester-\nreich und der Fürst von Sondershausen Hessen dem Comite Ge-\nschenke zufliessen; ausserdem fanden an mehreren Orten Benefiz-\nConcerte, Vorlesungen, Sammlungen u. s. w. Statt.\nDas zehnte märkische Volks-Gesangfest hat unter der Leitung\ndes königlichen Musik-Directors Herrn Mücke am 29. und 30. Juni\nin Neustadt-Eberswalde in sehr gelungener Weise Statt ge-\nfunden. 56 Vereine waren durch 2000 Sänger vertreten, darunter\nBerlin allein mit 32 Vereinen.\nWien. Wagner's „Tristan und Isolde\" soll denn doch im\nOperntheater zur Aufführung kommen. Der Componist soll sich näm-\nlich herbeilassen, auf Herrn Ander's ausdrücklichen „Wunsch\" solche\nAenderungen in der Tenor-Partie vorzunehmen, dass wenigstens der\nVerlust eines Menschenlebens bei der Aufführung nicht zu besorgen\nsein wird. Ob wir Herrn Ander für diesen „Wunsch\" dankbar sein\nsollen, wird erst die „Zukunft\" zeigen. (W. Ree.)\nPftl*i£* In den ersten Tagen des August wird Auber's\n„Stumme von Portici\" nach langer Ruhe wieder in Scene gehen mit\nMadame Vandenhövel-Duprez als Elvira, Mademoiselle Livry als\nFenella, Michot als Masaniello.\nHerr Calzado hat die jugendliche Sängerin Adelina Patti für\ndie italiänische Oper vom 15. November bis Februar engagirt. Sie\nwird acht Mal in jedem Monat singen»\nPergolese's berühmte komische Oper: rLa Serva padronau,\nwelche im Jahre 1754 (erste Vorstellung am 14. August durch die\nitaliänischen Komödianten) die Veranlassung zu einer Revolution\ndes Geschmacks wurde, wird gegenwärtig in der Opera comique\neinstudirt."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "233", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nDas Händel-Fest im Krystall-Palaste zu Sydenham. Aus London (Opern Meyerbeer's „Robert der Teufel\" in\nbeiden Theatern Concerte). Von A. Tages- und Unterhaltungsblatt (Köln, Kölner Männer-Gesangverein, Kölner Sänger-\nbund Wesel, Preis-Medaille Amalie Bidtf Miska Hauser Stuttgart, Schluss der Saison Dresden, Weber-Denkmal Das\nmärkische Volks-Gesangfest Wien, Wagner's „Tristan und Isolde\" Paris, Opern).\n\nDas Händel-Fest im Krystall-Palaste zu Sydenham.\nDas Händel-Fest, welches alle drei Jahre gefeiert wird,\nbegann am 24. Juni im Krystall-Palaste mit der Auffüh-\nrung des „Messias\". Es war unstreitig die grossartigste\nmusicalische Feier, die noch je erlebt worden ist. An allen\ndrei Festtagen vereinigte sie jedes Mal 3635 Mitwirkende\nund 18 20,000 Zuhörer. Diebesten Vocal-und Instru-\nmentalkräfte aus London und 120 anderen Städten Eng-\nlands füllten die kolossale Tonbühne, und die Zuhörer-\nschaft repräsentirte ganz Europa. Trotz der vier- bis\nfünfstündigen Dauer des Oratoriums blieb doch die Auf-\nmerksamkeit des Publicums bis zu Ende gespannt, und\ndurch die neuen baulichen Einrichtungen, deren Haupt-\nBestandtheil ein ungeheurer Schalldeckel ist, hatte man\nes in der That erreicht, dass wenigstens für zwei Dritt-\ntheile der Zuhörer kein Ton verloren ging. Man kann\ndreist behaupten, dass Händel's Meisterwerk noch nie mit\nso viel Würde und Hoheit und imponirender Kraft aufge-\nführt worden ist. Das Orchester übertraf alle Erwartungen.\nWir wollen nicht behaupten, dass die Aufführung eine\nganz fehlerlose gewesen, das wäre Uebertreibung: aber\nim Ganzen war ihr Eindruck ein gewaltiger, den kein\nMisslingen störte. Die Klangfülle des Orchesters, die sich\ngleich in der Ouvertüre offenbarte, bildete das mächtigste\nElement des Effectes, zumal wenn sich die riesige Orgel\nmit ihm vereinigte.\nIn dem ersten Theile war der Chor: „Denn ein Kind\nist uns geboren\", das prächtigste Stück; im zweiten mach-\nten: „Wer ist der König der Ehren\" der Chor: „Der\nHerr gab das Wort\", blieb unbegreiflicher Weise weg—,\nund dann das grosse Halleluja eine Wirkung, die mit\nnichts zu vergleichen ist, was man je gehört hat. Und\nwelch ein imposantes Schauspiel war es, als bei den ersten\nAccorden sich die Tausende alle zusammen von ihren\nSitzen erhoben, wie es bei diesem Hymnus hier stets ge-\nschiebt, und auch dem Auge die feierliche Begeisterung\nkund thaten, welche ihre Seele füllte! Die Ueberzeugung,\ndass Händel seine Chöre auf Massen berechnet hat, ist\nnoch nie so tief in jedes Zuhörers Brust gedrungen, als\nbei diesen Ausführungen im Krystall-Palaste.\nDie Soli waren ausgezeichnet. Miss Parepa und Fräu-\nlein Tietjens sangen die Sopran-Partieen; Fräulein Tiet-\njens erhob sich durch den Vortrag der Arie: „Ich weiss,\ndass mein Erlöser lebt\", zu wahrhaft künstlerischer Höhe.\nDie Bass-Soli waren zwischen Beiletti und Weiss ge-\ntheilt; Sims Reeves trug die ganze Tenor-Partie vor;\nsein Vortrag der Passion erreichte das Ideal des vollkom-\nmen schönen Ausdrucks.\nDer zweite Festtag war für eine Auswahl aus Wer-\nken Händel's bestimmt worden eine Neuerung im Ver-\ngleich der Programme der beiden früheren Feste. Wir\nwollen sie nicht gerade missbilligen; jedoch ist es mit der-\ngleichen „miscellaneons seledion\"in England eine gefähr-\nliche Sache, sie artet gar zu leicht in ein planloses Aller-\nlei aus, und das Fest-Comite wird sich wohl vorsehen\nmüssen, dass es dem Verlangen der grossen Menge nicht\nzu viel nachgibt bei Festen, welche der Hort der Auffüh-\nrungen von ganzen Werken sind.\nEs konnte keine schönere Eröffnung geben, als den\nChor: »Wir preisen Dich, o Gott!\" aus dem Dettinger\nTe Deum von 1743. Es folgten mehrere Nummern aus\n„Samson\", auch Sologesänge, in denen besonders die Da-\nmen Sainton-Dolby und Tietjens glänzten, letztere\nnamentlich durch die Arie: „Let the bright Seraphim\",\nin welcher sie mit der obligaten Trompete wetteiferte, die\nvon Harper ganz ausgezeichnet geblasen wurde. Das\nPublicum ruhte nicht eher, bis diese Nummer wiederholt\nwurde. Im „Messias\" hatte sich der Dirigent Costa mit\nRecht gegen die Unsitte des Dacapo-Rufens gestemmt und\nihr nicht nachgegeben; jetzt aber liess er sich, wahrschein-\nlich aus Galanterie gegen die beiden Virtuosen, zur Wie-"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "234", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.2", "texte": "derholung herab. Die Arie des Riesen Harapha, der als\nein zweiter Goliath die Israeliten verhöhnt, war uns in-\nteressant, weil man sie in Deutschland nicht hört. Belletti\nsang sie mit schöner, voller Stimme, ist aber mehr Mei-\nster des italiänischen blumigen Stils, als des heroischen\nAusdrucks.\nDarauf kam eine Auswahl aus „Judas Maccabäus\",\ndie sich auf ein paar Chöre und die kriegerische Arie des\nJudas beschränkten, welche Sims Reeves mit mehr\nFeuer, als man sonst an ihm gewohnt ist, vortrug. Der\nunmittelbar sich anschliessende Chor machte eine unge-\nheure Wirkung und erregte einen Applaus, der in diesen\nRäumen und von dieser Menschenmenge ausgehend, sich\nin der That wie ein durch die Wipfel des Waldes rau-\nschender Sturm anhörte.—Es folgten aus dem Oratorium\n„Saul\" ein herrlicher Chor, dann der Trauermarsch. Un-\nmittelbar darauf errang Fräulein Tietjens durch die\ngrosse Arie aus der „Ode am Cäcilien-Tage\" einen Tri-\numph, namentlich durch das lange gehaltene hohe a, wo-\nbei einem nicht, wie bei vielen anderen Sängerinnen, vor\nAngst der eigene Athem auszugehen drohte. Ein Chor aus\n„Herkules\" machte nicht den Eindruck, den er verdiente,\nwiewohl die Composition gegen den vorangegangenen Chor\naus der Cäcilien-Ode allerdings etwas abfiel. In Verbin-\ndung damit hatte man die Arie: „Revenge! Timotheus\ncries\", aus dem „Alexanderfest\" gebracht, mit welcher\nBelletti Fiasco machte, erstens weil er den Geist solcher\nMusik nicht zu fassen versteht, und zweitens weil das Or-\nchester dabei durchweg roh und unruhig war.\nAus dem „Salomon\" kam vereinzelt der so genannte\n„Nachtigallen-Chor\" an die Reihe, das Juwel in diesem\nschönen, mit Unrecht zu wenig aufgeführten Oratorium.\nDas Pianissimo war freilich schwer mit solchen Massen,\nwie sie hier vereinigt waren, zu erreichen; indess gelang\nes doch an einigen Stellen recht gut. Dem lauten Dacapo-\nRufe fügte sich Costa, diesmal wohl mit Recht, weil er\nden Leistungen des ganzen Chors galt.\n„Acis und Galatea\" lieferte drei Nummern: die merk-\nwürdige Sopran-Arie (mit dem Solo der kleinen Flöte),\nwelche Frau Lemmens-Sherrington sang, eine Tenor-\nArie und den grossen malerischen Chor: „ Wretched lo-\nversu, welcher trotz der nicht überall vorwurfsfreien Aus-\nführung grossen Erfolg hatte.\nDer dritte Theil enthielt die Ouvertüre zu „Samson\",\neine Arie aus „Judas Maccabäus\" und verschiedene Dop-\npelchöre. Die Fuge der Ouvertüre konnte in der mangel-\nhaften Ausführung keineswegs befriedigen. Der erste Dop-\npelchor war der „Deborah\" entnommen: „Immortal Lord\nof earth and skies\",ein prächtiges Stück, dessen würdige\nAusführung ein Glanzpunkt des ganzen Concertes war;\ndie Unisono-Stellen, die sich einander antworten, machten\nmit den gewaltigen Massen jeder einzelnen Stimme eine\nerschütternde Wirkung. Nach der Sopran-Arie (Madame\nLemmens) folgte die ganze herrliche Festscene aus dem\ndritten 1 heile des „Salomon\", in welcher der König von\nIsrael der Königin von Saba die Pracht seines Tempels\nund seiner Sängerchöre zeigt. Die einleitenden Soli sang\nMadame Sainton-Dolby vortrefflich, und die Reihe von\nChören bildete ein längeres Ganzes, das neben dem vielen\nStückwerk einen sehr befriedigenden Eindruck machte.\nDie Sopran-Arie aus Josua: „0 hält' ich Jubal's\nLeier\" (Fräulein Tietjens) und der unsterbliche Empfangs-\nchor des Siegers: „See, the be-\nschlossen das Concert. In Deutschland wird, so viel wir\nuns erinnern, der dreistimmige Satz dieses Chors (2 So-\nprane, 1 Alt) gewöhnlich vom' ganzen Chor angestimmt:\nHändel hat ihn aber für drei Solostimmen geschrieben, und\nwenn diese so zu besetzen sind, wie es hier der Fall war,\nnämlich durch Fräulein Tietjens, Madame Lemmens-Sher-\nrington und Sainton-Dolby, so ist die Wirkung des Con-\ntrastes und der Steigerung vom Solo- zum Chorgesang\neine unbeschreiblich herrliche.\nAus diesem Berichte wird man ersehen, wie sehr wir\nein Hecht hatten, vor der Gefahr des Eindringens des ene-\nu O\nlischen Geschmacks für ein Mischmasch-Concert auch auf\ndas grosse Händel-Fest zu warnen. Trotzdem, dass alle\nMusikstücke dieses zweiten Concerts von Händel waren, lässt\nsich doch ein planloses Zusammenwürfeln von so vielen\nGesängen von ganz verschiedenem Inhalt und Charakter\nauf keine Weise rechtfertigen; es ist gewiss der eigent-\nlichen Bedeutung und Würde des Festes nicht angemessen.\nWir sind nicht so pedantisch, drei grosse Oratorien hinter\neinander für unerlässlich zu halten: allein die drei Theile\ndes zweiten Abends könnten doch jeder ein Ganzes bil-\nden; das dürfte sicher der ernsten Feier des Andenkens\nan den unsterblichen Meister mehr entsprechen, als ein\nRagout von einzelnen Ingredienzien aus seinen sämmtlichen\nWerken.\nDas letzte Concert, Freitag den 27. Juni, „Israel in\nAegypten\", hatte, Alles in Allem genommen, den gröss-\nten Erfolg von allen dreien, sowohl als musicalische Kunst-\nleistung, als in Bezug auf die Einnahme. Im Gegensatze\nzu den oben gemachten Bemerkungen ziemt es der Un-\nparteilichkeit, das ehrenvollste Urtheil über die andauernd\nungestörte Aufmerksamkeit auszusprechen, mit welcher\ndieses Oratorium, das aus fast lauter Chören besteht, an-\ngehört wurde, und zwar von einem so zahlreichen Publi-\ncum, dass das Oratorium erst eine halbe Stunde später,\nals bestimmt war, beginnen konnte, ehe die Tausende,\ndie herbeiströmten, ihre Plätze eingenommen hatten. In"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "235", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.3", "texte": "dieser Beziehuug hat also der Geschmack doch einen be-\ndeutenden Fortschritt gemacht. Schon bei Lebzeiten Hän-\ndel's fand „Israel in Aegypten\", ein Werk, das wir jetzt\nzu den grösslen und gewaltigsten von Händel zählen, nicht\ndie verdiente Anerkennung, und es ist erst dreizehn Jahre\nher, dass die Sacred Harmonie den Muth hatte,\ndieses Oratorium ganz und so, wie es der Meister geschrie-\nben hatte, aufzuführen, ohne Arien und Duette einzuschie-\nben und viele Chöre des erhabenen Werkes der Einnahme\nzu Liebe auf dem Altare des Mammons zu opfern. Der\nEindruck, den die jetzige Aufführung machte, war ein sehr\nerfreulicher Beweis des Fortschrittes der Empfänglichkeit\nder Engländer für grosse classische Massenmusik. Die\nersten Chöre gingen nicht vorzüglich gut; aber Wärme\nund Feuer nahmen bei den Scharen auf dem Berge Sinai\nder Tonbühne von Stunde zu Stunde so zu, dass die Lei-\nstung der Gesammtkräfte an diesem letzten Tage die\nhöchste und in Wirklichkeit ein Triumph war. Der Chor:\n„He gave them hailstones\" wurde so ungestüm encore ge-\nrufen, dass Costa nachgeben mussle, und die Pracht-\ngesänge des zweiten Theiles, vor Allem: „Das Ross und\nden Reiter\", schlugen mit unwiderstehlicher Gewalt durch.\nDas „dreijährige Händel-Fest\" {The Handel Trien-\nnial Festival), wie jetzt der officielle Titel heisst, steht\nnun durch die Resultate der diesmaligen Feier für die\nZukunft mit Sicherheit fest. Die Erfahrung eines dreima-\nligen Versuches ist vollständig dafür. Jedoch war eigent-\nlich nur die erste Feier (im Jahre 1857) ein Versuch; die\nzweite (im Jahre 1859) bekundete schon einen bedeuten-\nden Fortschritt, die dritte (1862) einen glänzenden Erfolg.\nDass die Aufführungen noch Manches zu wünschen übrig\nHessen, braucht kaum gesägt zu werden, weil jeder Kun-\ndige das von selbst weiss; aber im Angesicht des Ganzen\nmuss bei Vernünftigen die am Einzelnen mäkelnde Kritik\nverstummen. Von der Tonfülle des Orchesters kann man\nsich, ohne sie gehört zu haben, kaum eine Vorstellung\nmachen, auch wenn man vernimmt, dass das Fundament\ndesselben 138 Contrabässe und Violoncelle bildeten! Den\nHauptstamm des Chors hatte die Sacred Harmonie Society\ngeliefert; um ihn herum waren die Sänger aus 122 Städten,\ndarunter 32 Kathedral- oder Collegiatstädte, gruppirt.\nUnd das ganze kolossale Werk war das Resultat eines\nPrivat-Unternehmens, an dessen Spitze Mr. Bowley\nals General Manager stand, ein Mann von grossem Geiste\nund unermüdlicher Thätigkeit. In welchem Lande der\nWelt, ausser in England, wäre Aehnliches möglich ?\nDas grösste Verdienst um das Zustandekommen hat\nübrigens die Sacred Harmonie von welcher auch\nim Jahre 1856 der Gedanke einer Erneuerung der frü-\nheren grossen Aufführungen zum Andenken an Händel\nausging, ursprünglich in der Absicht, die hundertjährige\nErinnerungsfeier im Jahre 1859 (Händel starb 1759 zu\nbegehen. Daraus erwuchs das erste Fest von 1857 im\nIvrystall-Palaste; die damalige Tonbühne fasste 2500 Mit-\nwirkende und war offen. Im Jahre 1859 wurde sie ver-\ngrössert und theilweise geschlossen, so dass 4000 Perso-\nnen darauf Raum haben konnten; jetzt ist sie vollständig\nunter ein Dach gebracht, welches als ein Meisterstück der\nZimmerarbeit von allen Sachverständigen anerkannt wird.\nDie Kosten dieses Orchesterbaues von seinem Anfange bis\njetzt betragen 12,000 Pf. St.\nEin „Mitgetheilt\" in Musical World (Nr. 27) gibt die\nEinnahme-Uebersicht der drei Feste folgender Maassen an:\n„Es mag etwas voreilig sein, den pecuniären Ertrag\ndes Händel-Festes von 1862 schon jetzt zu berechnen;\nwir werden aber nicht fehl greifen, wenn wir ihn zu\n25,000 Pf. St. ansetzen. Im Jahre 1857 betrug die Ein-\nnahme 23,372 Pf., im Jahre 1859 34,913 Pf.,—macht\nfür alle drei Feste eine Tolalsumme von nahezu 70,000\nPf. St.\n„Von dieser Totalsumme wird die\nSociety einen Ueberschuss über ihre Auslagen von 9- bis\n10,000 Pf. haben, ausser einem bedeutenden Anwachs\nihres Musicalien-Vorraths. Die Company des Krystall-Pa-\nlastes bringt als Gewinn in Rechnung für 1857 8700\nPf., für 1859 11,500 Pf. Der Ueberschuss vom diesjäh-\nrigen Feste wird zwischen 7—Booo Pf. betragen, welche\nnach Abzug der Kosten für die Bedachung des Orchesters\nzu 5000 Pf. angeschlagen einen Ueberschuss von\n2—3000 Pf. übrig lassen werden, so dass die Krystall-\nPalast-Compagnie ungefähr 23,000 Pf. im Ganzen als\nreinen Gewinn hat, ausser dem Besitz der neuen, vollstän-\ndig ausgebauten grossen Tonbühne.\n„Dagegen darf man den Ueberschuss von 9—10,000\nPf. für die Sacred Harmonie nicht als reinen Ge-\nwinn annehmen, da die grossen Chorproben seit 1857\neine bedeutende Summe gekostet haben.\"\n\nAus London.\n\n[Opern — Meyerbeer's „Robert der Teufel\" iu beiden Theatern —\nConcerte.]\nDen 5. Juli 18G2.\nWir haben wie gewöhnlich auch in dieser Season\nwieder zwei grosse italiänische Opern, aber weder eine\nenglische, noch eine deutsche. Indess hat es doch jetzt den\nAnschein, als sollte es mit der englischen Ernst werden,\nda am 18. Juni die erste General-Versammlung der Äctio-\nnäre der English Opera Association in St. James' Hall Statt\nfand. Präsident ist der Graf von Westmoreland; unter den\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "236", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.4", "texte": "Theilnehraern finden sich die Namen von Davison (Re-\ndacteur der Musical World),Balfe, G. Wood (Firma Cra-\nmer & Beale), John Barnett, Benedict, Ch. Beale, Glover,\nLemmens, Macfarren, Osborne, Pierson, Santley, Wallace\nu. s. w. Nun, wir wollen sehen, ob etwas Gutes zu Stande\nkommt; der Moment ist jedenfalls gut gewählt, da der\nmusicalische Patriotismus sehr im Aufflammen ist, wozu\nbesonders auch der Erfolg von Benedict's „Lilie von Kil-\nlarney\", die auf englischen Text componirt ist, beigetra-\ngen hat.\nUnterdessen wetteifern die beiden Unternehmer der\nitaliänischen Opern, Mapleson, eine neue Manager-\nGrösse, in Her Majesty'sTheatre, und Gye, der be-\nwährte Administrator, in Coventgmit einander und\nsetzen oft eine und dieselbe Oper in Scene, um dem Pu-\nblicum ihre verschiedenen Kräfte zum Vergleich vorzufüh-\nren, so z. B. „Die Hugenotten\", „Robert der Teufel\",\n„Don Giovanni\" u. s. w.\nDie Vorstellungen von Meyerbeer's „Robert\" waren\ngewisser Maassen die ersten in England, obgleich rein\nhistorisch genommen ihnen einige frühere vorangegangen\nsind. Aber in welcher Gestalt und unter welchen Verhält-\nnissen! Gleich nach dem ungeheuren Erfolg des „Robert\"\nin Paris machte sich ein damaliger Impresario in London\ndaran, ihn auch dort in Scene zu setzen. Da er die Par-\ntitur nicht erhalten konnte, verschaffte er sich einen Cla-\nvier-Auszug und liess diesen von Bishop instrumen-\ntiren, und so ging der „Robert\" nicht mit Meyerbeer's,\nsondern mit Bishop's Orchester in London zum ersten\nMale in Scene! Doch das ist noch nicht Alles. Im Jahre\n1847 gab ihn Lumley in Ihrer Majestät Theater, und in\ndieser Vorstellung trat Jenny Lind als Alice zum ersten\nMale in England auf; um dieser neuen Erscheinung mehr\nRelief zu geben, reducirte man die Rolle der Prinzessin\nIsabella so gut wie auf Null. Erst im Jahre 1852 brachte\ndas Coventgarden-Theater die wirkliche Oper, wie sie ge-\nschrieben ist, aber bald darauf verzehrte der Brand alle\nDecorationen und Costüme, und so war es wiederum auf\nzehn Jahre mit der Oper vorbei. In Betracht dieser Ge-\nschichte der Oper „Robert\" in London kann man also mit\nRecht sagen, dass die Vorstellungen am 14. Juni in\nMajesty's Theatre und am 19. Juni in Coventgarden die\nersten für London waren. Wer die italiänischen Opern in\nLondon und den handwerksmässigen Betrieb der Sache\nkennt, für den wird auch das ein Beweis sein, wie sehr\nman „Robert\" als eine neue Oper betrachtete, dass man\nProben, sogar mehrere Proben davon hielt!\nHerr Mapleson war zuerst mit seinem Robert fertig.\nMan sagt ihm naibh, dass er nur zwei hier so genannte\nExtra-Proben dafür gehalten habe; das merkte man auch\nan den Chören, die noch weniger als mittelmässig waren,\nnicht aber am Orchester. Auch die Scenerie und die Com-\nparsen- und Balletcorps-Staffage machte sich nicht viel\nbesser, als in einer General-Probe im Costüme, wiewohl\nein paar Decorationen recht schön waren.\nDas war aber alles Nebensache für Herrn Mapleson,\ndenn er wussle, dass er Fräulein Tietjens hatte, Fräu-\nlein Tietjens als Alice, als Alice zum ersten Male in Lon-\ndon. Das war ihm genug und er hatte im Grunde Recht:\ndenn die Leistung der deutschen Sängerin war im lyrischen\nwie im dramatischen Gesänge und in der Darstellung eine\nso hinreissende, dass sie die ganze Oper trug und die Auf-\nführung über alle Mängel hinweg verherrlichte. Von der\nschlichten Einfachheit des normannischen Landmädchens,\nwelche ihr reizender Vortrag der ersten Arie: „\nelle\", darstellte, erhob sie sich nach und nach zu der Hel-\ndin, die, vom Glauben durchglüht, die Rettung Robert's\nvom ewigen Verderben bewirkt. Wenn sie das Terzett\nohne Begleitung durch die reinste Intonation von der Welt\nhielt, wobei die hohen Töne wie das edelste Metall bis\nzur letzten Schwingung entzückten, so war doch das\nSchluss-Terzelt wohl das Schönste, was Meyerbeer\nnächst dem Duett im vierten Acte der Hugenotten geschrie-\nben hat eine künstlerische Leistung von so ausgezeich-\nneter Art, dass Niemand dem überwältigenden Eindruck\nderselben widerstehen konnte. Sie bewirkte vorzüglich,\ndass in der folgenden Woche (die erste Vorstellung fiel\nauf einen Samstag) die Oper vier Mal wiederholt wurde\nund seitdem noch bei jeder Aufführung ein volles Haus\nmachte. Den Ruhm, den die Künstlerin sich schon durch\nihre Valentine in den „Hugenotten\" erworben hatte, hat\nihre Darstellung der Alice noch bedeutend vermehrt.\nDen Robert sang, da der vortreffliche Tenor Giuglini\nschon seit einiger Zeit krank war, Armandi, Vialetti den\nBertram, der ihm etwas zu tief liegt, Bettini den Ram-\nbaldo (Raimbaut) recht gut, und Carlotta Marchisio die\nIsabella mit der anmuthigen technischen Fertigkeit, die ihr\neigen ist, obwohl einige scharfsehende Kritiker bemerken\nwollten, dass—sie ist jetzt nämlich Madame Caselli—dass\ngewisse Umstände zwar für die Ihrigen sehr interessant\nsein möchten, bei einer jungen Prinzessin aber, für die\nzwei fürstliche Ritter eine Lanze oder gar sich den Hals\nbrechen wollen, doch etwas zu auffallend wären.\nVergleichen wir nun die Vorstellung in Coventgarden,\nwas allerdings recht interessant ist, mit der eben geschil-\nderten, so lässt sich zuvörderst nicht verkennen, dass die\nBühne durch Räumlichkeit, Scenerie, Decorationen, zahl-\nreichen Chor, grösseres Ballet-Personal u. s. w. weit mehr\nbieten kann, als im anderen Theater zu geben möglich\nwar. Es schien auch, als wenn der Aufführung, welche in"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "237", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.5", "texte": "allen diesen Dingen glänzend und sehr wohl vorbereitet\nwar, viele Proben vorangegangen wären, wenigstens für\ndas grosse Ensemble, wenn auch nicht für die Solisten,\ndie hier zu Lande Proben als altväterischen Brauch ver-\nschmähen. Aber auch die Besetzung der Rollen war in\nmehrerer Beziehung vorzüglich, namentlich was die Män-\nner betrifft; denn Madame Penco war keine Alice, und\nMadame Carvalho-Miolan als Isabella zwar in der\nTechnik wie immer vortrefflich, aber für den grossen\ndramatischen Ausdruck in der Scene mit Robert nicht\ngeschaffen. Dagegen überragte Formes seinen Doppel-\ngänger als Bertram ins Ungemessene; die Bemerkung\nder hiesigen Kritik, dass seine Darstellung seit der ersten\nGründung der italiänischen Oper in London eine der wirk-\nsamsten, malerisch und charakteristisch schönsten ist, welche\ndas musicalische Drama aufzuweisen hat, unterschreiben\nwir vollkommen. Und Tamberlik als Robert dazu, der\nebenfalls als Sänger und Schauspieler*) vollkommen ist,\nda können Sie urtheilen, ob mein Ausspruch, dass die Män-\nnerrollen am besten besetzt waren, gerecht ist.\nDie Aufführung des Don Giovanni in Her Majesiy's\nTheatre war dem steigenden Rufe der dortigen Gesell-\nschaft günstig. Freilich ist Gassi er zu alt für einen Don\nJuan, allein er singt immer noch mit kräftiger Stimme und\ngutem Vortrage. Interessant war das Debüt der englischen\nSängerin Miss Louisa Pyne als Zerlina. Da man beson-\nders in den letzten Jahren den Unternehmern es so oft\nzum Vorwurf macht, dass sie die einheimischen Talente\nvernachlässigen, so wurde die junge Künstlerin enthu-\nsiastisch aufgenommen, was sie übrigens auch durch eine\ncorrecte- und anmuthige Leistung rechtfertigte. Fräulein\nTietjens war vortrefflich als Donna Anna; Elvira (Fräu-\nlein Louise Michal, eine Schwedin, aber keine Lind)\nliess Manches vermissen, was zur befriedigenden Darstel-\nlung dieser leider so oft vernachlässigten Rolle gehört.\nDagegen war Giuglini's Vortrag der beiden Arien des\nDon Ottavio ein wahrhaft künstlerisch vollendeter.\nCoventgarden hat an Adelina Patti und Marie\nBattu zwei reizende jugendliche Sängerinnen. Sie haben\nfrische Stimmen, wahre Künstler-Natur und eine ziemlich\ngute, wenn auch noch nicht vollkommene Schule, und sind\ndabei so schön und jung, dass nur ein londoner Publicum,\ndas in der Pietät einzig in seiner Art ist, es ertragen kann,\nwenn neben ihnen der kaum noch vernehmbare Mario\nden Geliebten vorstellt, für den sie schwärmen! Sogar den\nRaoul, den Helden, den Hort des protestantischen Heeres\njn den „Hugenotten\", soll uns Mario veranschaulichen,\nund das Publicum lässt es sich gutmüthig gefallen. In der\n„Lucia\" sang glücklicher Weise Wachtel den Edgardo\nneben der Patti. Noch ein anderer Tenor, Naudin, in\nItalien von französischen Eltern geboren, sang auf dem\nTheater Ihrer Majestät den Trovatore. Er trat für Giuglini\nauf, der Anfangs, wie schon erwähnt, unwohl war, und\nes ging ihm von Paris eine grosse Reclame voraus. Seine\nStimme ist nicht schlecht, doch auch nicht schön; sein\nVortrag aber eine wahrhaft lächerliche Caricatur der aller-\nneuesten italiänischen Gesangs-Manier. Er ist, seit Giuglini\nwieder aufgetreten, nach dem Continent zurückgekehrt.\nDie Menge von Virtuosen aller Art, die London über-\nfüllen, auch nur namentlich aufzuführen, wäre schon ein\nDing der Unmöglichkeit, geschweige denn, über ihre Pro-\nductionen zu berichten. Es ist gerade so, als wenn sie auch\neine internationale Ausstellung bildeten. Die gefeiertsten\nvon den aus der hochgehenden Elut auftauchenden sind\nDeutsche: Joachim, Laub, J#ell, Thalberg.\nJoachim ist immer noch die hervorragendste Erschei-\nnung im musicalischen London; Laub wird ihm indess\nnach und nach beinahe gleichgestellt und im Vortrage\nweicher, elegischer Musikstücke von manchen Kreisen so-\ngar vorgezogen. Alfred Jaell hat ganz ausserordentliche\nErfolge gehabt, die er nicht bloss seiner unübertrefflichen\nTechnik und dem eben so markigen als wunderbar zarten\nAnschlage verdankt, sondern vorzüglich der Art und Weise,\nwie er die classischen Clavier-Compositionen spielt. Es\nscheint in der That, als wäre Jaell der specifischen Vir-\ntuosen-Productionen überdrüssig geworden, denn er führte\nhier nur selten und nur in gewissen Kreisen dergleichen\nvor; dagegen hat er sich mit Liebe in die Meisterwerke\nder alten und neuen Zeit vertieft und gibt sie mit einer\nsolchen Wahrheit, so tiefer Durchdringung ihres Geistes,\necht künstlerischem Maasshalten und in Folge dessen mit\nso gediegenem Glänze wieder, dass man kaum glauben\nwürde, er sei derselbe Virtuose, der vor mehreren Jahren\nfast nur durch brillantes Spiel die Menge blendete, wenn\nman nicht jeden Augenblick fühlte, wie sehr die unge-\nheure technische Sicherheit den edlen Vortrag der classi-\nschen Compositionen unterstützt. Er hat hier zwei Mal in\nden Concerten der philharmonischen Gesellschaft, drei Mal\nin Ella's Musical Union, dann im Krystall-Palaste, in dem\nMonster-Concert in Her Majesty's Theatre und in einer\nMenge von grossen Concerten und von Morgen- und Abend-\nsitzungen für Kammermusik gespielt. Wir hörten von ihm\ndie Concerte in C-moll und in JEs-dur und die Phantasie\nmit Chor von Beethoven, das G-moll-Concert von Mendels-\nsohn; bei Ella das Quintett von Violine Joachim,\nVioloncell Piatti u. s. w.), welches eine enthusiastische Auf-\nnahme fand, das C-moll-Tnovon Mendelssohn, die An-\n\n*) Nur nicht als Ottavio im Don Juan, aus dem er gar nichts\nzu machen weiss und ihn nur als Concertsänger vor den Lam-\npen freilich sehr schön singt. Die Redaction."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "238", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.6", "texte": "dante-Variationen aus der Kreutzer gewidmeten Sonate\nvon Beethoven mit Joachim. Von diesem Vortrage war\ndas aristokratische, sonst eben nicht zu enthusiastischem\nApplaus geneigte Publicum in Ella's so hingerissen,\ndass es nicht nachüess mit Applaudiren, bis die beiden\nKünstler das Finale aus derselben Sonate zugaben, und\ndies geschah, nachdem (es war das Benefiz-Concert von\nElla am 1. Juli) bereits ein Quartett von Mendelssohn,\ndas Septett von Beethoven, das Clavier-Septett von Hum-\nmel, das Andante und die Variationen für zwei Flügel von\nSchumann (vorgetragen von Jaell und Rubinstein) und\nmehrere Gesangstücke da gewesen waren.\nAn Solostücken trug Jaell Stücke von Bach, Händel,\nChopin und einige moderne Bravoursachen von Liszt und\nvon seiner eigenen Composition vor. Im August wird er\nhieher zurückkehren, da er mit Laub und der Sängerin\nAdelina Patti zu einer zweimonatlichen Kunstreise\ndurch England und Schottland engagirt ist. Auch bei sei-\nner jetzigen Anwesenheit halte er den Einladungen von\nManchester und Dublin gefolgt und dort mit demselben\nErfolge gespielt, wie hier.\nJaell's Erfolge waren um so ehrenvoller, als neben\nihm Thalberg, der Veteran im Heere der modernen\nPianisten, einen ausgedehnten Kreis von Freunden und Be-\nwunderern anzog, wie seine frühere Popularität erwarten\nliess, zumal bei Jedem, der die Pietät der Engländer für\nVeteranen kennt. Aber Thalberg verdient auch die begei-\nsterte Aufnahme, die ihm hier eben wieder so wie vor\nfünfzehn Jahren geworden ist. Das Geheimniss, wodurch\ner jetzt in Paris und hier seine Erfolge erreicht, besteht\nnicht in einem auffallenden Fortschritt seines Spiels oder\nin der Vorführung einiger neuen Compositionen, die uns\nnicht sehr geeignet scheinen, dazu mitzuwirken, sondern\ndarin, dass er eben nichts Anderes als Thalberg sein will,\nThalberg, wie er war, wie er aber auch noch jetzt ist,\neine eminente Specialität seiner Gattung. Wenn die ersten\nPianisten unserer Zeit, eine Clara Schumann, Szarvady-\nClauss, Arabella Goddard, Jaell, Rubinstein u. A. ihre\nEhre darein setzen und mit Recht—, das Beste aus der\nganzen Ciaviermusik von Scarlatti und Bach bis auf Ro-\nbert Schumann zu spielen und jedes in seinem Geiste,\nso bleibt Thalberg dabei, nur seine Sachen zu spielen,\nund hat dabei den Vortheil, dass er seinen eigenen Geist\nniemals falsch auffassen kann. Dass seine Aufgabe dadurch\neine viel leichtere wird, als diejenige, welche sich die an-\nderen Kunstgenossen gestellt haben, ist klar; eben so klar\naber auch, dass die Lösung derselben nur eine Frage der\nVirtuosität, wenn auch im besten Sinne, nicht aber der\nTonkunst ist. Thalberg zeigt uns jetzt allerdings, dass seine\nvon der heutigen musicalischen Welt vergessenen Phan-\ntasieen über Thema's aus Don Juan, Moses, der Stummen\nvon Portici u. s. w. auch jetzt wieder entzücken, weil er\nsie spielt, und weil sie in der That von keinem Anderen\nso gespielt oder vielmehr so gesungen und accompagnirt\nwerden können, wie von ihm. Wir erkennen ihm also mit\nvoller Hingebung den Preis der vollendeten Behandlung\nseines Instrumentes zu und die Bewunderung, die eine\neminente Virtuosen-Individualität verdient; wir lassen auch\ngern den Zauber über uns walten, den sie ausübt: aber\nwir können sie unmöglich über die Künstler stellen, deren\nGeist sich von Bach, Mozart, Beethoven, Mendelssohn und\nallen Besten die Schwingen leiht, um das Herrliche und\nGrosse ihrer Schöpfungen im Dienste der heiligen Ton-\nkunst immer wieder von Neuem ins Leben zu rufen und\ndurch die Welt als fruchtbare Keime des wahren Schö-\nnen zu tragen.\nThalberg gibt jetzt, wie sonst, seine Concerte allein,\nspielt gewöhnlich neun bis zehn Stücke, alle von seiner\nComposition. Nur eine einzige fremde hat er bis jetzt (in\nden drei Matineen) in sein Repertoire aufgenommen, eine\nTarantella von— -—Rossini! Bekanntlich macht sich jetzt\nRossini den Spass, Ciavierstücke zu componiren; eines die-\nser Erzeugnisse des Zeitvertreibs des italiänischen Meisters\nist denn auch diese an sich selbst sehr mittelmässige Ta-\nrantella, die er dem berühmten Pianisten als „Manuscript\"\ngeschenkt hat, „das niemals veröffentlicht werden soll\",\nwie auf den Anschlagszetteln mit kolossalen Buchstaben\ngedruckt zu lesen ist—eine Reclame, deren Thalberg nicht\nbedarf und die seiner und noch mehr des Componisten\ndes „Wilhelm Teil\" unwürdig ist. Nur für das vierte Mor-\ngen-Concert (am 7. Juli) ist der Vortrag der Sonate von\nBeethoven (an Kreutzer) mit Joachim angekündigt, ob\naus Kunstsinn und Verehrung für Beethoven, oder um,\nwie in den anderen Rossini's Namen, so jetzt den Namen\ndes Löwen der Season auf dem Programm zu haben,\ndürfte schwer zu entscheiden sein. Uebrigens macht Thal-\nberg viel Geld; seine Preise sind für die ganze Reihe von\nvier Matineen Subscription 3 Pf. 3 Shill. (21 Thlr.); nu-\nmerirte Plätze für einzelne Matineen 21 Shill. (7 Thlr.!),\nfür nicht numerirte 10 Shill. 6 P. (3 Thlr. 15 Sgr.)\nund nicht nur der Saal von Hanover Square Booms war\nbesetzt, sondern in der dritten auch die Nebensäle und\nGänge.\nVon der Concertsucht der Engländer und dem noch\närgeren Drange der Künstler, sie zu befriedigen, kann\nman sich im Auslande gar keine Vorstellung machen —•\nfreilich leider! auch nicht von dem Gelde, das für die\nTheilnahme an musicalischen Genüssen hier zu Gebote\nsteht. Ein leerer oder nur\" durch freie Entres gefüllter\nConcertsaal ist hier eine unerhörte Seltenheit; darin unter-"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "239", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.7", "texte": "scheidet sich London sehr zu seinem Vortheil von Paris,\nwo jeder Künstler -Geld zusetzt, und von den grossen\nStädten in Deutschland, wo allein die stehenden Abonne-\nments-Concerte ihr Publicum haben. Ich wünschte Ihnen\neinmal eine solche Einnahme, wie sie neulich der musica-\nlische Berichterstatter der Morn Howard Glover,\nder auch ein geschätzter Componist ist, in seinem Jahres-\nConcerte gehabt hat. Aber es wurde auch etwas für das\nviele Geld geliefert nicht weniger als fünfundvierzig\nNummern! Das Concert fing um halb zwei Uhr an, das\nist richtig, ich kann's beeiden: aber wann es aus war,\nbin ich ausser Stande, zu sagen; denn so grosse Fort-\nschritte meine Ohren hier in der Ausdauer auch schon ge-\nmacht haben, so musste ich sie doch vor der drohenden\nAbtödtung retten und den Saal nach Abwicklung der\nHälfte der Productionen verlassen. Glover hat durch seine\nenglische Operette Once too („Einmal zu oft\") in\nder letzten Season einen Erfolg gehabt, den er mit Bene-\ndicts Lilly of Killarneytheilte. Einige Stücke aus jener\nOperette und aus seiner grösseren Oper „Ruy Blas\" ka-\nmen zu Anfang vor; dann folgten in dieser MusicalExhi-\nbition die Producte der Damen Tieljens, Trebelli, Sherring-\nton, Geschwister Marchisio, Sainton-Dolby; der Sänger\nSims-Reeves, Reichardt, Formes, Santley, Giuglini, Gas-\nsier, Belletti, der Instrumentalisten Sainton, Pratten (Flö-\ntist), Lavigne (Oboist), Lazarus (Clarinettist), Joachim,\nAguilar, Benedict, Halle u. s. w. u. s. w.\nUnd nun vollends das Jahres-Concert von Jul. Be-\nnedict, welches zu versäumen eine Schande für jeden\nMusikfreund aus der londoner Aristokratie wäre! Dieses\nMal, am 30. Juni, waren 15—1600 Zuhörer in St.\nJames' Hall dabei versammelt (ein Sitz auf den Sopha's\nund dem Balcon eine Guinee, numerirte Plätze 10 Shill.\n6P. = 3 Thlr. 20 Sgr., nicht numerirte 5 Shill., Gale-\nrie 3 Shill.). Die Tonbühne füllte ein vollständiges grosses\nOrchester und 200 Mitglieder des Gesangvereins von Be-\nnedict. Ferner waren dazu aufgeboten:\n1. Die Sängerinnen Tietjens, Trebelli, Marchisio, Guer-\nrabella, Pyne, Sherrington, Parepa, Lemaire, Gillies, Ge-\norgi, Liebhardt (aus Wien). —2. Die Sänger Reeves, Bet-\ntini, Reichardt, Santley, Giraldoni, Gassier, Belletti, Weiss,\nFormes.— 3. Die Instrumentalisten Vivier, Piatti, Ascher,\nBenedict, Thomas, Aptommas (beide letztere Harfenisten),\nJoachim. Ausserdem ein Dutzend Pianisten zum Begleiten\nund zwei Orchester-Dirigenten: Benedict und Mellon.\nDas Concert begann um 2 Uhr. Ich war so glücklich\ngestellt, dass ich zuweilen Luft schöpfen konnte; als ich\naber um 6 Uhr 10 Minuten mich ganz entfernte, waren\nnoch zwei grosse Gesangnummern und Mozart's Figaro-\nOuverture übrig! Interessant war die Aufführung der vier\nCompositionen zur Eröffnung der Ausstellung: MeyCr-\nbeer's Marsch-Ouverture, Sterndale-Bennett's Inau-\ngurations-Ode, Auber's Marsch (d. h. Ouvertüre\nMarcia) und Verdi's Cantate. Meyerbeer's Ouvertüre\nwurde sehr gestört durch das Geräusch der nachkommen-\nden und ihre Plätze suchenden Zuhörer. Aufmerksamer\nwurde Bennett's Ode angehört. Nach etwa zwei Stunden\nfolgte yerdi's Cantate, die zwar für den angegebenen\nZweck geschrieben, aber bekanntlich, jedoch aus immer\nnoch unbekannten Gründen, bei der Feierlichkeit der Er-\nöffnung nicht aufgeführt worden war, und kurz darauf\nAuber's marschartiger Orchestersatz. Ob nun der Vor-\ntrag der Solo-Partie durch Fräulein Tietjens oder der\nwirkliche Gehalt der Composition Grund dazu gab (was\nich nach einmaligem Hören nicht entscheiden mag), Ver-\ndi's Cantate gefiel mir am besten von den vier Gelegen-\nheitsstücken.\nVon Benedict's Compositionen kamen mehrere Stücke\naus älteren Opern, ferner vier Nummern aus der „Lilie\nvon Killarney\" und einige vierstimmige Gesänge für vollen\nChor, auch unter diesen jedoch nur eine neue Composition\nvor. Ferner trat er als Pianist und Componist auf mit dem\nAndante und Scherzo aus einer neuen Sonate in E-moll\nfür Piano und Violine ein recht deutlicher Beweis, dass\nman bei solchen Concerten hier nur Stückwerk zu geben\nwagt!—und dann mit zwei kleinen Salonstücken für Cia-\nvier und Violoncell. Zu Partnern hatte er sich keine Ge-\nringeren als Joachim und Piatti gewählt. Zum Schlüsse\nspielte er noch mit Ascher eine brillante Phantasie für\nzwei Flügel, welche Letzterer über Thema's aus Bossini's\n„Teil\" für dieses Concert gemacht hatte.\nMan wird ausrufen: „Nun, damit war es doch wohl\ngewiss genug!\" Nein! Ich übergehe aber die übrigen\n16—20 Nummern mit Stillschweigen und erwähne nur\nnoch des Charakteristischen wegen, dass Fräulein Lieb-\nhardt das Lied „Morgen-Fensterin\" von Proch im öster-\nreichischen Dialekt sang, und Vivier die Tenor-Romanze\naus der „Favoritin\" auf dem Horn blies!\nAuch Molique gibt alljährlich ein Concert, bleibt\naber der edleren Richtung treu, die er stets vertreten, und\nwird immer noch sehr geschätzt in London, obwohl er\nsich nicht zu Concessionen an den Geschmack der Menge\nherablässt, die freilich ihr Geld lieber zu den musicalischen\nRagoutköchen und Pastetchenbäckern hinträgt, als zu einer\nFirma, wo es nur gute und kräftige Kost gibt. Trotzdem\nwar der Saal von Hanover Square (am 13. v. Mts.) recht\nhübsch gefüllt. Es gab aber nicht mehr als etwa zehn bis\nzwölf Nummern, darunter drei Compositionen von Molique\nselbst: ein Violin-Quartett (Op. 42 in Z»), ein Duo con-\ncertant für Ciavier und Violine, vorgetragen von Anna"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "240", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620726-01.1.8", "texte": "Molique und Joachim, und drei „Melodieen\", die er selbst\nspielte. Seine Tochter, eine junge, vortreffliche Pianistin,\nliess sich nicht durch den gewaltigen Geiger verdunkeln\nund spielte auch noch Beethoven's Sonate in D-moll mit\ngrossem und wohlverdientem Beifall.\nVon dem besten Geiste beseelt und in der edelsten\nRichtung wirken ferner Halle und Pauer in ihren Piano-\nforte-Matineen, die auch in dieser Season sehr besucht sind.\nUeber das Concert zum Vortheil des in Nizza weilen-\nden Ernst habe ich in Ihrem Blatte schon eine Notiz ge-\nlesen. Ich füge nur hinzu, dass dasselbe das 99. von den\nMonday Populär Concerts war (seit ihrer Stiftung im Fe-\nbruar 1859). Das hundertste und letzte in dieser Season\nfindet übermorgen, am 7. Juli, Statt. Sie wissen, dass\ndiese Concerte zwar „populäre\" heissen, aber treffliche\nMusik bringen.\n\nA.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nKöln* Ueber die mit ausserordentlichem Erfolge gegebenen\nConcerte des kölner Männer-Gesangvereins in Wiesbaden\nam 19. und 20. Juli zum Besten des Baufonds der dortigen katho-\nlischen Kirche berichten wir in der nächsten Nummer»\nMo In* Der „Kol ner Sängerbund\" hat in seiner General-\nVersammlung vom 9. Juli 1862 einstimmig folgenden Bescliluss ge-\nfasst: „Für jede Composition, welche bei einem Concerte, einer Lie-\ndertafel, Sängerfahrt oder sonstigen öffentlichen Aufführung des Köl-\nner Sängerbundes zum ersten Male zum Vortrage gelangt, soll\ndem betreffenden Componisten ein Ehrensold von Einem Preussi-\nsclien Thaler nebst Begleitschreiben portofrei zugesandt werden.\"\nBei der Welt-Ausstellung in London hat in der (16.) Classe\nder musicalischen Instrumente Gerhard Adam in We-\nsel, Inhaber der bedeutendsten Pianoforte-Farik in der preussischen\nRheinprovinz, die Medaille für Concertflügel grossen Formats,\nals in jeder Beziehung ausgezeichnet, erhalten.\nDie treffliche Violinistin Fräulein Amalie Bidö hat in Schwal-\nbach und Wiesbaden mit grossem Beifall gespielt.\nMiska Hauser, der weltbekannte Violin-Virtuose, der kürzlich\nvom Könige Victor Emanuel zum Ritter des heiligen Mauritius- und\nLazarus-Ordens ernannt wurde, weilt gegenwärtig in Wiesbaden.\nlieipzig. An die Stelle des Herrn v. Bronsart, der die Direc-\ntion der Euterpe-Concerte in Leipzig aufgegeben hat, ist der Pianist\nBlassmann aus Dresden getreten.\nStuttgart* Den Scliluss unserer Saison bildete eine Auffüh-\nrung des Vereins für classische Kirchenmusik, dessen Programm\ndiesmal aus lauter Compositionen neuerer Meister bestand, von Men-\ndelssohn, Hauptmann, F. Schneider und R. Franz. Unter den Orgel-\nstücken waren eine B-, A-, C-, H-Fuge von Schumann, dann eine\nIFantasie von Ritter interessant. Da sowohl die Organisten als auch\nfast sämmtliche Solisten ihre Studien im hiesigen Conservatorium\nvollendet haben, so war die Aufführung nicht nur für den treff-\nlichen Verein und seinen hochverdienten Dirigenten, Herrn Professor\nFaisst, sondern auch für genannte Anstalt sehr ehrenvoll, welche\nüberdies gerade durch den Besuch eines schätzbaren Gastes, des\nkölner Capellmeisters Ferd. Hiller, erfreut ward. Derselbe hatte\nGelegenheit, in einer schnell improvisirten Aufführung die besten\nLeistungen in Ciavier, Gesang und Violine kennen zu lernen, und\ndie Urtheile eines solchen Kenners waren für das Institut sehr\nschmeichelhaft. (Südd. M.-Z.)\nDas Comite zur Errichtung des Weber-Denkmals in Dres-\nden hat seinen Rechnungs-Abschluss eröffnet. Die Gesammt-Ein-\nnahmen betrugen 11,071 Thlr., wovon 10,979 Thlr. für das Monu-\nment verausgabt wurden. Die grössten Beiträge lieferten das berli-\nner Hoftheater mit 2771£ Thlr. und der dresdener Stadtrath mit\n1000 Thlr. Von deutschen Bühnen lieferten ausserdem Beiträge durch\nBenefiz-Vorstellungen: Nürnberg, Dresden, München, Weimar, Karls-\nruhe, Königsberg, Hannover und Meiningen. Der Kaiser von Oester-\nreich und der Fürst von Sondershausen Hessen dem Comite Ge-\nschenke zufliessen; ausserdem fanden an mehreren Orten Benefiz-\nConcerte, Vorlesungen, Sammlungen u. s. w. Statt.\nDas zehnte märkische Volks-Gesangfest hat unter der Leitung\ndes königlichen Musik-Directors Herrn Mücke am 29. und 30. Juni\nin Neustadt-Eberswalde in sehr gelungener Weise Statt ge-\nfunden. 56 Vereine waren durch 2000 Sänger vertreten, darunter\nBerlin allein mit 32 Vereinen.\nWien. Wagner's „Tristan und Isolde\" soll denn doch im\nOperntheater zur Aufführung kommen. Der Componist soll sich näm-\nlich herbeilassen, auf Herrn Ander's ausdrücklichen „Wunsch\" solche\nAenderungen in der Tenor-Partie vorzunehmen, dass wenigstens der\nVerlust eines Menschenlebens bei der Aufführung nicht zu besorgen\nsein wird. Ob wir Herrn Ander für diesen „Wunsch\" dankbar sein\nsollen, wird erst die „Zukunft\" zeigen. (W. Ree.)\nPftl*i£* In den ersten Tagen des August wird Auber's\n„Stumme von Portici\" nach langer Ruhe wieder in Scene gehen mit\nMadame Vandenhövel-Duprez als Elvira, Mademoiselle Livry als\nFenella, Michot als Masaniello.\nHerr Calzado hat die jugendliche Sängerin Adelina Patti für\ndie italiänische Oper vom 15. November bis Februar engagirt. Sie\nwird acht Mal in jedem Monat singen»\nPergolese's berühmte komische Oper: rLa Serva padronau,\nwelche im Jahre 1754 (erste Vorstellung am 14. August durch die\nitaliänischen Komödianten) die Veranlassung zu einer Revolution\ndes Geschmacks wurde, wird gegenwärtig in der Opera comique\neinstudirt."}]}