{"numero_id": "bm-bmtnabi-1862-08-02-01", "volume": "bmtnabi_1862-08-02_01", "ocr_sha256": "00d5b0242caf4191dfa1262be7e3e29909f14291f72e542567b97005cdb9964d", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1862/08/02_01/bmtnabi_1862-08-02_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1862-08-02-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-08-02_01#c001", "volume": "bmtnabi_1862-08-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "241", "page_fin": "241", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "241", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 462, "texte": "Inhalt.\nW. A. Mozart's Werke. Eine musicalische Woche in Wiesbaden (Frau Louise Dustinann Viertes Concert der Ad-\nMinistration des Cursaales Concerte des kölner Männer-Gesangvereins). Aus Baden-Baden (Concert Theater). Lully und\nRichard Wagner. Tages- und Unterhaltungsblatt (Thüringer Sängerbund Jahresbericht des Hoftheaters in Stuttgart Otto\nBach Wien, Schubert-Feier, Phantasiebilder zu Tonstücken Ehren-Honorare für Männerchor-Componisten Paris, Opernhaus)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-08-02-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-08-02_01#c002", "volume": "bmtnabi_1862-08-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "241", "page_fin": "243", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.2.2", "titre_corps": "W. A. Mozart’s Werke.", "titre_sommaire": "W. A. 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XVIII und 551 S.\nhoch Quart-Format.\nDas Buch ist dem Professor Otto Jahn gewidmet. Herr\nvon Kochel halte seine Arbeit schon vor längerer Zeit be-\ngonnen und legte die bereits vorgeschrittene Herrn Otto\nJahn vor, als dieser an seine Aufgabe ging, ohne dass\nEiner etwas von des Anderen Vorhaben wusste. In der\nWidmung sagt der Verfasser: „Da Sie mit dem Plane\nund dem Theile des von mir bereits Ausgeführten einver-\nstanden waren, traten Sie mir eine Fülle unschätzbaren\nMaterials zur Benutzung in einer Weise ab, die von keiner\nAnerkennung erreicht werden kann.\" Auch während der\nFortsetzung der Arbeit widmete Jahn ihr seine fördernde\nTheilnahme.\nDer Inhalt des Buches zerfällt, nach einem ausführ-\nlichen Vorworte, in zwei an Umfang sehr ungleiche Theile.\nDer erste enthält die Uebersicht der vollständigen\nCompositionen nach Gattung u n d Z ah 1 (S. 1 24);\nder zweite das chronologische Verzeichniss der\nvollständigen Compositionen (S. 25 496), worin\nder Schwerpunkt des Ganzen liegt. Ein Anhang (S. 497\n531) gibt das Verzeichniss der auf dem Titel angegebenen\nverlorenen u. s. w. Compositionen. Ein ausführliches Re-\ngister über Namen und Sachen und ein Register der Ge-\nsangtexte schliessen das Buch.\nDie erste Uebersicht ist sehr zweckmässig zusammen-\ngestellt, wie denn überhaupt Anordnung und Einrichtung\ndes ganzen Buches vortrefflich sind und die Leichtigkeit\nder Auffindung jeder Einzelheit nichts zu wünschen übrig\nlässt. In dieser Hinsicht hat auch die Yerlagshandlung\nAusgezeichnetes geleistet, wie sie denn auch durch die\nglänzende Ausstattung dem deutschen Meister ein würdi-\nges Denkmal geliefert hat.\nDie erste Abtheilung also enthält die Reihe der voll-\nendeten Werke jeder besonderen Gattung in fortlaufender\nkleiner Nummer, z. B. Messen Nr. 1—20, Symphonieen\nNr. 1—49 u. s. w. Die Themata sind hier nur in zwei\nTacten Notendruck nebst der Tempo-Bezeichnung auf\nEinem System gegeben. Vor jedem verweis't aber eine\ngrössere (fette) Zahl auf das chronologische Verzeichniss\nhin, z. B. Requiem 20, 626. Es gewährt also diese erste\nAbtheilung einen Blick über die Gesammt-Thätigkeit Mo-\nzart's und zugleich über seine Leistungen in jeder einzelnen\nGattung, während die Hinweisung auf die zweite Abthei-\nlung uns zeigt, was er in den verschiedenen Perioden sei-\nnes Lebens für jede Gattung gethan hat.\nWelch ein Resultat gibt diese Uebersicht! Sie weiset\nnach:\nI. Messen 20\nII. Litaneien, Vespern 8\nIII. Offertorien, Kyrie, Te Deum u. s. w 40\nIV. Orgel-Sonaten 17\nV. Cantaten mit Orchester 10\nVI. Opern, theatralische Serenaden u. dgl. .... 23\nVII. Arien, Terzette, Chöre mit Orchester .... 06\nVIII. Lieder mit Ciavier 41\nIX. Canons für 2 —12 Stimmen 23\nN. Clavier-Sonaten und Phantasieen 22"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "242", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4772, "texte": "XI. Ciavier-Variationen 16\nXII. Ciavierstücke, Rondo's u. s. w 23\nXIII. Ciaviersachen zu 4 Händen und 2 Ciavieren . 11\nXIV. Clavier-Sonaten und Variationen mit Violine . 45\nXV. Clavier-Trio's, Quartette, Quintett 11\nXVI. Violin-Duo's und Trio's 6\nXVII. Violin-Quartette (auch mit 1 Blas-Instrument) 32\nXVIII. Violin-Quintette .9\nXIX. Symphonieen 49\nXX. Divertissemente, Serenaden für verschiedene\nInstrumente 33\nXXI. Orchesterstücke, Märsche 27\nXXII. Tänze für Orchester 39\nXXIII. Concerte für verschiedene Instrumente .... 55\nzusammen 626 Werke.\nVerfolgen wir nun die Compositionen z. B. der Mes-\nsen nach den Nummern, welche auf das chronologische\nVerzeichniss hinweisen, so finden wir Nr. 1 aus dem Jahre\n1768, 2 und 3 aus 1769, 4 und 5 aus 1771, 6 und 7\naus 1772, 8 aus 1773, 9 und 10 aus 1774, 11 aus\n1775, 12, 13, 14 und 15 aus 1776, 16 aus 1777,\n17 aus 1779, 18 aus 1780, 19 aus 1783, 20\nquiem) aus 1791.\nDie Einrichtung des chronologischen Verzeichnisses\nist folgende:\n' ' • ♦ •» • n ■ fit\nDie fortlaufende Nummer von 1 626 richtet sich\nnach der Zeitfolge der Entstehung der Werke von 1761\nbis 1791. Darauf folgt die Bezeichnung des Stückes\nmit der Angabe, für welche Singstimme oder Instru-\nmente, z. B. 550: „Symphonie für 2 Violinen, Viola,\nBass, 1 Flöte, 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Hörner. Später\nsetzte Mozart selbst noch 2 Clarinetten hinzu. Componirt\n1788, 25. Juli, zu Wien. Mozart's Verzeichniss 92.\"\nDann die Themata jedes Satzes auf zwei Systemen in\n4 6 Tacten, mit Angabe der Zahl der Tacte eines jeden\nSatzes nach den Autographen; z. B. bei dieser\nSymphonie: \\. Allegro m01t0,299 Tacte. 2. 121\nTacte. 3. Menuett. Allegro.Mit Trio 84 Tacte. 4.\nAllegro assai,3o6 Tacte.— Zum Schluss Nachweisungen\nüber Äutograph, Abschriften, Ausgaben und Ar-\nrangements, nebst Anmerkungen (historische und\nästhetische, letztere grösstentheils auszugsweise nach 0.\nJahn). Z. B. (zu derselben Symphonie):\n„Äutograph. Im Besitz von C. A. Andre in Frank-\nfurt. 2 Partituren: a) ohne 2 Clarinetten, b) mit diesen.\nAndre, Verzeichniss 128. 53 Blätter mit 100 beschrie-\nbenen Seiten. Quer-Format, zwölfzeilig. Da Mozart später\n2 Clarinetten hinzusetzte, so schrieb er auf besondere Blät-\nter eine Partitur für die zwei Oboen und die\nzwei Clarinetten, indem die ersten modificirt wer-\nden musslen. Diese Blätter liegen dem Äutograph Andre\n128 bei.\"\n„Ausgaben. Partitur, Leipzig, Breitkopf und Här-\ntel (ohne Clarinetten). Stimmen ebendaselbst. Offen-\nbach, Joh. Andre. Arrangement u. s. w.\" (Hierbei\nentsteht die Frage, ob bei den jetzigen Aufführungen der\n£r-wW/-Symphonie jene „besondere Partitur der Oboen und\nClarinetten\" zur Richtschnur genommen wird, wie es durch-\naus erforderlich ist. Befinden sich die „modificirten Oboen\"\nund Clarinetten in der Stimmen-Ausgabe von Andre?)\n„Anmerkung.\" (Enthält ästhetische Würdigung\nnach Jahn und Nachricht über das von Schumann er-\nkannte Versehen im Andante.)\nHiernach wird der Leser eine vollständige Vorstellung\nvon dem erhalten, was dieser Katalog darbietet.\nDie erste Rücksicht bei der Aufnahme einer jeden\nComposition in den Katalog war, dass sie echt, dann,\ndass sie ursprünglich sei. In den meisten Fällen ist die\nEchtheit durch die vorhandenen Autographe und durch\nMozart's eigenhändiges Verzeichnisse auch durch Ausga-\nben, unter seinen Augen gemacht, erwiesen. Wo dies\nnicht der Fall ist, sind die äusseren Gründe der Beglaubi-\ngung angegeben, mussten aber natürlich durch die inne-\nren bestätigt werden. Was Zweifel übrig liess, wurde un-\nter die „zweifelhaften\" oder „untergeschobenen\" Compo-\nsitionen verwiesen.\nDer Begriff: „vollständige\", d. h. vollendete, Com-\npositionen ist nicht im strengsten Sinne zu fassen; es sind\nund gewiss mit Recht auch Werke darunter aufge-\nnommen, an welche Mozart zwar nicht die letzte Hand\ngelegt, jedoch die Hauptsätze derselben geschrieben hat.\nEs ist aber überall genau bemerkt, wie viel daran Mo-\nzart's eigene Arbeit ist.\nDie grösste Schwierigkeit machte die Bestimmung\nder Zeitfolge der Compositionen.\nDie sicheren Quellen für diese sind die eigenen Auf-\nzeichnungen Mozart's, erstens in dem von ihm selbst ge-\nführten „Verzeichniss seiner Werke vom 9. Hornung\n(Februar) 1784 bis 15. November 1791\", welches A.\nAndre 1805 und verbessert 1828, Opfenbach, bei Joh.\nAndre, herausgegeben hat; zweitens Mozart's eigenhändige\nUeberschriften auf den vorhandenen Autographen (die un-\nbeschränkte Benutzung dieser Quelle wurde dem Verfas-\nser durch Herrn Jul. bereitwilligst gestattet);\ndrittens der Briefwechsel der Familie Mozart, nebst An-\nkündigungen u. s. w. in gleichzeitigen Blättern und ähn-\nliche zerstreute, freilich nicht immer zu den ganz zuver-\nlässigen zu zählende Notizen.\nTrotz der glücklicher Weise zahlreichen verbürgten\nZeitangaben blieb doch noch eine beträchtliche Anzahl"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "243", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4112, "texte": "von Compositionen übrig, bei welchen unbestimmtere\nGründe, äussere der Beschaffenheit der Handschrift und\ninnere des Gebaltes und des Stils, zu Rathe gezogen wer-\nden mussten. Wie dies geschehen, darüber lassen wir den\nVerfasser selbst sprechen:\nEs schien zweckmässig, fünf Perioden anzunehmen,\nvon denen der Zeit nach festgestellte charakteristische\nTonstücke vorlagen.\nI. Periode. 1761 1767. Knaben-Versuche (Sym-\nphonieen Concerte Ciavierstücke).\n11. 1768 1773. Mozart, der Jüngling finta\nSemplice Mitridate Aseanio ll Sogno di\niScipione Litaneien Messen).\n111. 1774—1780. Der junge Mann (La finta giar-\ndiniera II Re Pastore Misericordias).\nIV. 1781 —1784. Der gereifte Mann (Idomeneo\nDie Entführung).\nV. 1785 —1791. Höchste/Blüthe (Haydn-Quartette\n—Figaro Don Juan— —Zauber-\nflöte Titus C-cfer-Symphoni-e\nIn jeder dieser Perioden konnte noch der Anfang, die\nMitte und der Schluss unterschieden und die gegebene\nComposition dahin eingereiht werden. lndessen ist doch\nfür die nicht authentisch festgestellten Compositionen mehr\nals ein höherer oder geringerer Grad von Wahrscheinlich-\nkeit nicht zu erreichen.\nDurch eine glückliche Fügung ist aber die ganze Zeit\nder höchsten Blüthe durch Mozart's eigenes Verzeichniss,\nund für die Zeit v o r 1784 durch seine autographen Ueber-\nschriften und auf anderen Wegen in allen bedeutend-\nsten Werken wenigstens dem Jahre nach festgestellt.\nIn dem chronologischen Verzeichnisse sind im Ganzen\n626 Tonwerke Mozart's aufgeführt. Davon fallen 179\nnach 1784, 447 vor 1784. Der Zeit nach sichere\nsind von jenen 170, von diesen 176, zusammen 346, so\ndass 280 übrig bleiben, welche der Zeit nach nicht völlig\noder gar nicht sicher gestellt sind ein Verhältniss etwa\nwie 9 : 8. Von den 280 zeitunsicheren ist über die Hälfte\nmit grosser Wahrscheinlichkeit bestimmt worden, so dass\nnur etwa für den vierten Theil sämmtlicher Compositionen\ndie Jabres-Angabe als gewagt erscheint. Allen z ei tunsi-\ncheren ist ein Sternchen als Warnungstafel vorgesetzt.\nDass der Verfasser sich durch die mangelnden be-\nstimmten Zeitangaben nicht hat hindern lassen, eine\nstetige chronologische Folge aller Tonwerke aufzustellen,\nkönnen wir nur billigen, zumal da die Sternchen vor jeder\nTäuschung bewahren.\nSehr interessant für die Entwicklung der Kunstthätig-\nkeit Mozart's ist das Verzeichniss der vorhandenen An-\nfänge von Compositionen, dem meist Autographe\nzum Grunde liegen. Dass dies durchweg der Fall sei, wie\nes im Vorwort S. XVII heisst, wird durch das Verzeichniss\nselbst nicht bestätigt, indem manche nur nach Nissen,\nJahn u. A. mit dem Zusätze: „Autograph unbekannt\",\naufgeführt sind. Es sind darunter Anfänge von 12 Messen\noder anderen Kirchenstücken; 5 Arien; 39 Sonaten, Ron-\ndo's, Duo's, Trio's, Concerten für Ciavier; 24 Trio's,\nQuartetten für Streich-Instrumente; 8 für Bläser; 10 Sin-\nfoniesätzen. Die grösste Zahl unvollständiger Autographe\nbesitzt das Mozarteum zu Salzburg.\nDas Verzeichniss der zweifelhaften Compositionen\nhat 46 Nummern, darunter aber viele, z. B. 10 Sinfonieen,\ndie nicht gedruckt und von denen nur die Themata be-\nkannt sind. Von grösseren Werken gehören bieher die\nzwei Messen in C-und Es-durin der londoner Ausgabe\nvon J. Novello, die Clavier-Sonate in die als Op.\n47 gedruckt ist, u. s. w. Der untergeschobenen\nCompositionen werden 62 angegeben; ausser vier Messen\n(in G als Nr. VII bei Simrock, als Nr. 12 bei J. Novello\n—in B bei Peters in Leipzig, bei J. Novello Nr. 7 und\nzwei Miss. brev. in C und G) sind besonders eine Menge\nvon Liedern aufgeführt.\nDas Hauptverdienst des Buches besteht in der über-\nsichtlichen Zusammenstellung. Ob der Umfang nicht hätte\nverkürzt und in Folge dessen der Preis verringert werden\nkönnen, ist eine andere Frage; beides hätte vielleicht durch\nWeglassung vieler wörtlichen Anführungen aus 0. Jahn s\n„Mozart\" bewirkt werden können, für welche eine blosse\nVerweisung auf dieses Werk genügt hätte. Neue Notizen\nfindet man nicht viele. S. 421 ist die Angabe des Kauf-\npreises, den Madame Viardot an J. Andre's Erben für die\nAutograph-Partitur des Don Juan gezahlt hat lBO Pf.\nSt. eine Ergänzung zu Jahn, IV., S. 363."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-08-02-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-08-02_01#c003", "volume": "bmtnabi_1862-08-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "243", "page_fin": "246", "image_debut": 3, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.2.3", "titre_corps": "Eine musicalische Woche in Wiesbaden.", "titre_sommaire": "Eine musicalische Woche in Wiesbaden.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "243", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.3", "debut_caractere": 4114, "fin_caractere_exclue": 4827, "texte": "Eine musicalische Woche in Wiesbaden.\n[Frau Louise Dustmann —Viertes Concert der Admini-\nstration des Cursaales Concerte des kölner Männer-\nGesang verein s.J\nNach den festlichen Tagen des „deutschen Bundes-\nschiessens\" in Frankfurt, das ein französischer Referent\ndurch le grand Tir de la diete germanique übersetzt hat,\nein artiges Missverständniss, wozu allerdings jene officielle\nBenennung Anlass geben konnte, war ein Aufenthalt in\ndem schönen Wiesbaden für Freunde der Tonkunst um\nso anziehender, als die Muse dieser schönen Kunst trotz\ndes besten Willens und Eifers von 7 800 Sängern auf\ndem frankfurter Schützenplatze doch nicht gegen die Ger-\nmania aufkommen konnte, die nicht nur als kolossale Bild-\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "244", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5388, "texte": "säule von der Kuppel des Gaben-Tempels herab mit ge-\nbieterischem Arm die Lage beherrschte, sondern auch\ngeistig dermaassen in Fleisch und Blut, in Herz und Brust\nder Festgenossen übergegangen war, dass die Gesänge,\naltdeutschen Bardieten ähnlich, mehr vaterländische Be-\ngeisterung athmeten, als harmonische Klangfülle. Indess\nwahrten sie doch, wie alles Andere bei dem grossartigen\nFeste, den volkstümlichen Charakter, und das war hin-\nreichend. Erfreuten wir uns doch auch aus demselben\nGrunde an der Hornmusik der tvroler Schützen, die durch\neine bei dergleichen Blechmusiken seltene Reinheit und\nPräcision glänzte.\nAls wir uns am fünften Schützentage aus dem wogen-\nden Meere der Volksfreuden und dem Geknatter der Büch-\nsen retteten, führte uns unser Glücksstern oder vielleicht\neine geheime Gunst der heiligen Cäcilia nach Wiesbaden.\nZwar hatten die Sänger Beck und Carrion zu unserem Be-\ndauern ihr Gastspiel so eben beendet, allein die 1 age vom 17.\nbis 23. Juli versprachen ein dreimaliges Auftreten der Frau\nLouise Dustmann-Meyer in der Oper, ein Virtuo-\nsen-Concert im Cursaalc und zwei Concerte des\nkölner Männer-Gesangvereins! War das nicht „eine\nmusicalische Woche\", die einer besonderen Heise aus wei-\nter Ferne Werth gewesen wäre? Und sie wurde uns so\nüberraschend bequem in den Weg geschoben.\nFrau Du st man n gab den Fidelio, die Valentine\nin den Hugenotten und die Donna Anna im Don Juan.\nSie gab sie, denn ihre Leistungen waren die edelsten Ga-\nben, die eine geweihte Priesterin auf dem Altare der Kunst\nniederlegen kann. Ich mag nicht sagen: sie sang diese\nPartieen, auch nicht: sie spielte diese Rollen, auch nicht:\nstellte sie dar. Ich kann nur sagen: sie war Fidelio,\nValentine, Donna Anna; sie war es, denn sie gab jenen\nGebilden der Phantasie des Dichters und Musikers Wesen\nund Leben, Wahrheit und Wirklichkeit, sie schuf aus\nihnen Gestalten, deren schönen plastischen und mimischen\nAusdruck der wunderbare Hauch der Töne, der Verkün-\nder der Seele, zum idealen erhöhte. Ich sage mit Absicht:\n„zum idealen Ausdruck\", obschon ich sehr wohl weiss,\ndass das Ideale bei einer gewissen Classe von Kunstrich-\ntern verpönt ist, die da im Realismus das Ziel der drama-\ntischen Kunst, auch wohl der Malerei, ja, selbst der Wort\nvor Wort in Töne übersetzenden Musik suchen. Dazu ver-\nführt die aller gesunden Aesthetik widersprechende Ver-\nwechslung von Naturwahrheit und Kunstwahrheit, und\nfür solche Leute haben Lessing und Winckelmann und\nHegel und Vischer umsonst geschrieben. Der Gesang ist\neine Kunst, die allen Realismus ganz und gar ausschliesst\nund ihn gründlich hassen muss, was schon die einfache Er-\nfahrung beweist, dass man den schönsten Naturgesang,\nden Schlag der Nachtigall, unmöglich in Noten setzen\nkann, und dass die getreue Nachahmung desselben durch\nden Mund des Menschen es gibt ja dergleichen Virtuo-\nsen— zur Caricatur wird. Die gesungene Empfindung,\nder gesungene Charakter, die gesungene Seele liegen\nso sehr im Gebiete des Idealen, dass es im Realen, in der\nNatur, nichts gibt, was ihnen auch nur entfernt zum Vor-\nbilde dienen könnte. Desshalb ist auch die Wirkung des\nGesanges mächtiger, als die der declamatorischen Rede,\naber bei vorhandenen natürlichen Mitteln auch nur durch\ndie Kunst zu erreichen. Die künstlerische Behandlung der\nStimme und das künstlerische Maass des Ausdrucks sind\ndie Bedingungen der idealen Wahrheit einer musicalisch-\ndramatischen Darstellung. Und gerade in dieser Beziehung\nstellen wir Frau Dustmann sehr hoch und halten sie, da\nGrössen wie die Schröder-Devrient, Johanna Wagner, die\nKöster, Grisi und Viardot von der Bühne verschwunden\noder im Begriff zu verschwinden sind, lür die beste dra-\nmatische Sängerin unserer Tage, da sich mit dem kunst-\ngebildeten, von einer umfangreichen, klangvollen und höchst\nsympathischen Stimme unterstützten Gesänge eine mimisch-\nplastische Darstellung verbindet, welche selbst da, wo\nvielleicht die Schauspielerin das künstlerische Maass,\ndas die Sängerin nie vergisst, auf einen Augenblick\nüberschreitet, doch nicht geradezu verletzt, weil sie offen-\nbar als ein Ausfluss der Genialität, nicht als ein Mittel zum\nEffect erscheint. Wir meinen damit z. B. eine etwas schrofle\nBewegung des rechten Armes bei einigen Stellen der Arie\nder Donna Anna: „Du kennst den Verräther!\" nach dem\nunnachahmlich schön vorgetragenen Recitativ der Erzäh-\nlung. Im Gesänge der Arie und in Aug' und Antlitz kann\nder sittliche Zorn und der durch diesen Zorn noch leiden-\nschaftlicher aufgeregte Schmerz um den gemordeten Vater\nnicht ergreifender ausgedrückt werden, als es durch die\ntreffliche Künstlerin geschah.\nEinen Gegensatz zu der Aufführung dramatischer\nMeisterwerke, wie Fidelio und Don Juan, bildete das Con-\ncert, welches das vierte in der Reih« derjenigen war, welche\ndie Administration des Curhauses allwöchentlich in der\nSaison zu veranstalten pflegt. Bei diesen Concerleri ist es\nnur auf Virtuosen-Leistungen abgesehen, und in die-\nser Beziehung haben sie ein gewisses Interesse, weil man\ndadurch auf die bequemste Weise eine Menge von musi-\ncaliscben Celebritäten kennen lernt, welche im Sommer\ndie Bäder am Rheine zum Zielpunkte ihrer kosmopoliti-\nschen Wanderungen wählen.\nSo halten in den drei ersten Concerten die Damen\nÜbrich aus Hannover, Fabbrini (eine italianisirteDeut-\nsche) aus Paris, die Sänger Beck und Marchesi aus\nWien, die Quartettbrüder Müller aus Meiningen, die"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "245", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5301, "texte": "Violinisten Leopold Auer aus Pesth und Leenders aus\nBrüssel, der königlich preussische Hof-Pianist von Bü-\nlow u. s. w. sich producirt. Auch Herr Pallat, ein ta-\nlentvoller, in Wiesbaden ansässiger Pianist, halte mit Er-\nfolg ein Concert gegeben.\nDas vierte Concert brachte zehn Solo-Vorträge; die\nNamen Dustmann-Meyer, Naudin, Alfred Jaell, Lotto,\nGaetano Braga standen mit grossen und mittelgrossen\nBuchstaben auf dem Programm. Frau Dustmann sang\ndie Brief-Arie aus Don Juan und drei Lieder: „Sonnen-\nschein\" von Schumann, „Haidenröslein\" von Schubert,\n„Frühlingslied\" von Mendelssohn, denen sie nach dem\nHervorruf noch ein Lied von Schumann, das Jaell beglei-\ntete, zugab. Dass sie einen Sturm von Beifall hervorrief\nund auch die Kenner entzückte, versteht sich von selbst.\nGanz unbefriedigt musste, trotz des Beifalls der Menge,\njeden Musiker der Gesang des Herrn Naudin, „ersten\nTenoristen der italiänischen Oper zu Paris\" (?), lassen.\nDieser Sänger, in Italien von französischen Eltern geboren,\nist eine Incarnation des Ungeschmacks der heutigen italiä-\nnischen Gesangweise; er kennt keinen anderen Ausdruck,\nals das schreiende forte unmittelbar neben dem leisesten\npiano,die eine Phrase forte,die andere und so geht\nes in Einem fort, wobei der Text nicht im Geringsten in\nBetracht kommt*). Da Herr Naudin im Gesänge mit hal-\nber Stimme auch nicht einmal eine halbe, sondern gar\nkeine hat oder wenigstens sie ganz und gar klanglos macht,\nso kann man sich kaum etwas Unangenehmeres neben\ndem Unmusicalischen denken. Diese Manier ist um so mehr\nzu bedauern, als Naudin doch immerhin keine üble Stimme\nin der höheren Lage hat. Dem Vernehmen nach erhielt\ner hier für den Vortrag einer Arie und zweier Romanzen\n1000 Francs! ! Ei nun! „Er war zwei Jahre in Paris!\"\nAlfred Jaell trug mit seiner überaus meisterhaften\nBehandlung des Flügels seine Sylphide,\nden Pilgerchor aus dem Tannhäuser übertragen und Cho-\npin's Berceuse vor. Lotto halte den Muth, den ersten Satz\neines Concertes von Viotti im Wiesbadener Cursaale zu\nspielen, jedoch mit eingelegter Bravour-Cadenz. Er besitzt\neine ausgezeichnete Technik, die besonders in dem\nperpetuo von Paganini glänzte, womit er am Schlüsse des\nConcertes bei dem Theile des Publicums, der den Saal\nnoch nicht verlassen hatte denn es ist hier Mode, vor\noder während der letzten Nummer wegzugehen! —, viel\nGlück machte, wie denn auch das reine Spiel dieses nicht\nenden wollenden Passagen-Gesprudeis wirklich Staunens-\nwerth war.\nDieses Concert fand am Freitag, Tags vor dem ersten\nConcerte des kölner Männer-Gesangvereins, Statt, und da\ndieser den Ertrag seiner Concerte zur Förderung des\nBaues der Thürme der neuen katholischen Kirche in Wies-\nbaden bestimmt hatte, so überwies die Curhaus-Admini-\nstration auch die Freitags-Einnahme der Kirche.\nSeit den Sängerfahrten nach England hatte der kölner\nMänner-Gesangverein den mehrfach dargebotenen\nVeranlassungen, ausserhalb Kölns aufzutreten, keine Folge\ngegeben. Als aber die Einladung an ihn erging, zur Bei-\nsteuer für den Baufonds der katholischen Kirche in Wies-\nbaden durch zwei Concerte beizutragen, so nahm er, ge-\ntreu seinem Grundsatze, das Gute durch das Schöne zu\nfördern, diese Einladung an, und seine Leistungen in den\nConcerten am 19. und 20. Juli haben bewiesen, dass\nder Verein den hohen Standpunkt künstlerischer Vollendung,\nden er erreicht hat, vortrefflich zu wahrien gewusst hat.\nDer Verein, TO BO Mitglieder stark, wurde auf dem\nBahnhofe der nassauischen Staatsbahn nach den Festklän-\ngen der herzoglichen Militärmusik vom Kirchen-Vorstande\nbewillkommt und nach dem Hotel Victoria geleitet, wo\nein gemeinschaftliches Mittagsmahl angeordnet war.\nDas Concert fand Abends im Cursaale Statt. Der Saal\nwar überfüllt, und der begeisterte Beifall erinnerte an die\nConcerte des Vereins in Hanover Square Hootns in Lon-\ndon und im Saale Herz in Paris. War doch auch hier eine\nZuhörerschaft zugegen, in der alle gebildete Nationen ver-\ntreten waren; dass aber dieses Publicum, dessen grösster\nTheil von nationalen Vorurtheilen erfüllt, nur für Virtuo-\nsen-Leistungen vorzugsweise eingenommen und dadurch\nim Geschmacke verwöhnt ist, von Anfang bis zu Ende mit\nSpannung zuhörte, dass es Compositionen wie Ferdi-\nnand Hiller's Quintette für Sopran-Solo und Männer-\nchor: „Die Fenster auf, die Herzen auf!\" „Die Lerchen\"\nund „Wie ist doch die Erde so schön!\" Kreutzer s\n„Frühlingsnahen\"—C. M. v. Webers „Schlummerlied\"\n(da capo)—Rietz's „Morgenlied\"—Franz Schuberts\n„Gondelfahrer\" —Silcher's Volkslied: „Jetzt gang'i\"\n(da capo)und Mendelssohn's: „Wem Gott will eine\nGunst erzeigen\" dass es solche Compositionen mit einem\nApplaus aufnahm, welcher die Folge des sichtbar ergrei-\nfenden und begeisternden Eindrucks der Gesänge war, das\nwar in der That ein Triumph, auf den der kölner Verein\nauch nach allen seinen Lorbern stolz sein. Es war der Zau-\nber des deutschen Liedes in seinem vollendeten Vortrage,\nder dieses».Wunder bei einem Publicum bewirkte, das kurz\nvorher noch bei Beethoven's „Fidelio\" das Theater leer\ngelassen hatte. Fräulein Julie Rothenberger aus Köln\nsang die Sopran-Soli in den Quintetten von Miller mit An-\nmuth und Sicherheit; sie hat im colorirten Vortrage bedeu-\n\n*) Vgl. die Correspondenz aus London in Nr. 30 der Nieder-\nrheinischen Musik-Zeitung vom 26. Juli d. J.\nDie Eedaction."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "246", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1753, "texte": "tende Fortschritte gemacht und sang auch die Beethoven'-\nschen Lieder: »Trocknet nicht\" und „Freudvoll und leid-\nvoll\", mit recht innigem Gefühl. Man sieht, dass das Pro-\ngramm nicht die geringste Concession an das Bade-Publi-\ncum gemacht hatte. War doch sogar nur ein einziges\nmunteres Lied: „Hüte Dich!\" von Girschner darauf,\ndessen präciser Vortrag denn auch ein stürmisches Da capo\nhervorrief. Herr A. Pütz fesselte die Zuhörer durch den\nWohllaut seines Tenors und den geschmackvollen Vortrag\ndes Solo's in dem Liede: „Mein Wunsch\". Zwischen den\nGesängen spielte Herr A. Wilhelmi aus Wiesbaden, ein\nSchüler David's, das Concert in Fis-moll von Ernst; dem\nnoch sehr jungen Manne werden fortgesetzte Studien, be-\nsonders in Bezug auf Ton und Vortrag, die Künstler-Lauf-\nbahn ebnen. ..\nNach dem Morgen-Concerte in der Kirche (Sonntag,\nden 20.) herrschte nur Eine Stimme darüber, dass man\netwas Schöneres und Ergreifenderes nicht hören könne,\nals die Gesänge von Palestrina:\nJustus und 0 hone Jesu,Mozart's Ave Schubert's\nSalve Regina,und von den deutschen Liedern religiösen\nInhalts den Chor: „An die Hoffnung\", von Schärtlieh in\nsolchem Vortrage. Und diese Stimme des einigen Urtheils\nging von Musikern aller Nationen aus, wir hörten nament-\nlich auch Ilaliäner und Franzosen sich mit wahrer Begei-\nsterung darüber aussprechen.\nUer Nachmittag vereinigte bei schönstem Wetter Alles\nauf dem Neroberg zu einem ländlichen Feste. Die zuvor-\nkommende Bereitwilligkeit des Herrn Intendanten des her-\nzoglichen Hoftheaters, unseres kölner Mitbürgers F. Hil-\nler'sOper „Die Katakomben\" am Sonntag Abend zu ge-\nben, fand leider an der Krankheit der Sängerin Frau Deetz\nein unübersteigliches Hinderniss. Die Oper wird aber im\nMonat August wieder in Scene gehen.,"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-08-02-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-08-02_01#c004", "volume": "bmtnabi_1862-08-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "246", "page_fin": "246", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.2.4", "titre_corps": "Aus Baden-Baden.", "titre_sommaire": "Aus Baden-Baden.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "246", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.6", "debut_caractere": 1755, "fin_caractere_exclue": 4836, "texte": "Aus Baden-Baden.\nNeben den seit einiger Zeit besonders flachen Virtuo-\nsen-Concerten, welche Herr Benazet seinen Gästen freilich\ngratis bietet, fand am 7. Juli ein grosses Concert Statt,\nwelches wohl eine Erwähnung in Ihrem Blatte verdient.\nDie schöne neue, hiesige evangelische Kirche (in gothischer\nBauart) kann noch immer nicht zu Ende geführt werden.\nUm ihr einen Beitrag zu verschaffen, und auch um neben\nder grossen Bevorzugung französischer Kunst und Künst-\nler der deutschen Musik einen Triumph zu bereiten, hat-\nten einige einflussreiche Dilettanten von hier (namentlich\nHerr Dr. Rentner) es unternommen, eine grössere musi'\ncaiische Aufführung zu veranstalten, und wurden in ihrem\nEifer von den Verhältnissen so sehr begünstigt, dass seit\nJahren kein Concert hier so durchschlug, wie das in Rede\nstehende. Die ganze mannheimer Capelle, Vinc. Lach-\nner an der Spitze, war dazu herübergekommen und führte\nBeethoven's und Weber's Oberon-\nOuverture kraft- und schwungvoll auf. Eine Schülerin der\nhier anwesenden Viardot, Fräulein Ouvil aus Graz, sang\nmit seltener Vollendung und reizender Stimme Beethoven's\nAdelaide und zwei Lieder von F. Hill er. Letzterer, der\nhier einen Theil seiner Ferien zubrachte, begleitete Fräul.\nOuvil und gab gegen Ende des Concertes eine geniale freie\nPhantasie zum Besten. Die Instrumental-Musik war ausser-\ndem noch durch den trefflichen Violoncellisten Cossmann\nund die Geschwister Heermann von hier vertreten, von\nwelchen der Bruder auf der Violine, die Schwester (eine\nSchülerin Krüger's) auf der Harfe sehr Erfreuliches leisten.\nEinen besonderen Reiz gab dem Ganzen die freundliche\nMitwirkung der Frau Niemann-Seebach, welche in\neinigen Declamationen das Publicum, obschon es zum gros-\nsen Theile aus Ausländern bestand, zum stürmischsten Bei-\nfalle hinriss. Das Concert, zu welchem Herr Benazet mit\ngewohnter Liberalität alles zum Local Gehörige gespendet,\nwar überfüllt und brachte der Kirche über 3000 Francs.\ns.\nAm 6. August wird das neue Theater hierselbst er-\nöffnet. Die Mitglieder dos grossherzoglichen Hoftheaters\nzu Karlsruhe werden hier Opern geben. Daneben wird\neine französische Gesellschaft Lustspiele und Operetten,\nauch grössere Opern mit Hinzuziehung von Mitgliedern\nder pariser Bühnen aufführen.\nAm 9. August wird eine neue komische Oper in\nzwei Acten: „Beatriceet Benedict\", von Hector Ber-\nlioz gegeben. Dazu „Le Chien clu Jardinier\", einactige\nOperette von Grisar (nicht neu). Es werden darin Frau\nCharton-Demeur, Montaubry, Lefort u. s. w. mitwirken.\nAm 11. wird diese Vorstellung wiederholt. Am 18. kommt\neine neue zweiactige Oper: von Reyer zur\nAufführung, die am 22. wiederholt wird. Dazwischen\nwerden deutsche Opern (acht bis Ende September) und\nfranzösische Lustspiele gegeben bis zum 1. October. Mit\ndem 1. October schliessen die Franzosen ihre Vorstellun-\ngen; die grossherzoglichen Opern-Mitglieder werden auch\nim October noch ihre Vorstellungen fortsetzen.—Für den\n9. September ist ein Concert angekündigt, in welchem\nFräulein Battü, der Sänger Massol und die Virtuosen\nSivori und Vi vi e r mitwirken werden."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-08-02-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-08-02_01#c005", "volume": "bmtnabi_1862-08-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "246", "page_fin": "247", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.2.5", "titre_corps": "Lully und Richard Wagner.", "titre_sommaire": "Lully und Richard Wagner.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "246", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.6", "debut_caractere": 4838, "fin_caractere_exclue": 5012, "texte": "Lully und Richard Wagner.\nAls wir vor zehn Jahren (Rheinische Musik-Zei-\ntung in den Artikeln I.—XI. über Wagner's „Tannhäu-\nser\", in Nr. 127 vom 4. December 1852 bis Nr. 144"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "247", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3534, "texte": "vom 2. April 1853) an vielen Stellen aussprachen, dass\nWagner's Schreibart nichts weniger als ein Fortschritt,\nsondern vielmehr ein Rückschritt zum Stile Lully's\nund zu dessen psalmodischer Weise sei, wovon uns die\nEinsicht Lully'scher Partituren auf der Conservatoire-Bi-\nbliothek zu Paris den augenscheinlichen Beweis geliefert\nhatte, wurde dies, wie so manches Andere, was heutzutage\nals neu auftaucht, wenig beachtet. Jetzt lesen wir in W. H.\nRiehl's „Cultur-Studien\" folgende Ausführung derselben\nAnsicht:\n„Lully ist, mit den Philologen zu reden, kein „ „Schul-\nAutor\"\". Formel kann man bei ihm sehr wenig lernen,\nman müsste denn aus seinen trockenen Harmonieen sich\nveranschaulichen, wie man nicht harmonisiren soll. Da-\ngegen kann Gluck's historische Grösse nicht vollauf wür-\ndigen, wer Lully nicht studirt hat. Er ist der Richard\nWa gner des achtzehnten Jahrhunderts. Seine Alceste ist,\nwie er selber sie nennt, eine Tragedie mise en musique,\nkeine Oper; sie gliedert sich nicht nach Arien, Duetten,\nEnsemble u. s. w., sondern nach fortlaufenden Scenen.\nLully singt nicht, er declamirt bloss. Das Ganze ist ein ste-\ntes obligates Recitativ, von zerbröckelten Melodiestückchen\nund etlichen Chören unterbrochen. Ich sage das Alles von\nLully; man könnte auch meinen, ich sage es von Wagner;\nes gilt für Beide. Nur die eingestreuten Märsche und Tänze\nsind wirkliche Musik und wurden populär, bei Lully und\nWa gner. An vielen Stellen ist Lully überraschend gross\nund wahr im dramatischen Ausdruck, ganz wie Wagner;\ndann fällt er aber auch wieder in die ungeheure Lange-\nweile des endlos recitirenden Dialogs zurück, ganz wie\nWagner. Die Chöre sind einfach und tragen ein Gepräge\nder Feier und Würde, welches, selbst in Einzelziigen der\nHarmonie, mitunter an die hohen Kirchen-Hymnen der\nalten Italiäner gemahnt. Dasselbe nicht geringe Lob kann\nman auch manchen Chören Wagner's nicht versagen. Lully\nopfert die musicalische Architektur dem dramatischen Aus-\ndruck; er hat Anläufe zu Melodieen, aber keine Melodie.\nLully oder Wagner?—Musik „ „setzt\"\" man; schon dieses\ncharakteristische Wort erinnert an die Architektur; wem\naber die Phantasie nicht langt, um Musik zu „ „setzen\"\",\nder, sagt er, „ „dichte\"\" Musik; Maler, welche nicht malen\nkönnen, dichten auch bisweilen Gemälde, und poesielose\nDichter malen Poesie. Es ergibt sich also bei Lully doch\nzuletzt ein zerstücktes, ungefügiges, unruhiges Ganzes, wel-\nches einen wirren, langweilenden Eindruck hätte machen\nmüssen, wenn nicht die raffinirtesten Gegensätze der Sce-\nnen und der Prunk der Ausstattung, für welchen wenig-\nstens in der Alceste (und im Tannhäuser) buchstäblich\nHimmel und Hölle in Bewegung gesetzt werden, der Phan-\ntasie der Hörer zu Hülfe gekommen wären. Lully und\nWagner sind als Musiker schwach, stärker als Tondichter,\nam stärksten aber als Regisseure.\n„Gerade jene Formlosigkeit der Lully'schen Oper war\nes, die von Gluck vernichtet ward, während er zugleich\ndas Streben nach Wahrheit der Dramatik aufnahm und\nweiter bildete. In der Form seiner Tonsätze steht Gluck\nden guten Italiänern weit näher als Lully, und Wagner\nerinnert weit mehr an Lully, als an Gluck. Würden sich\nunsere Musiker etwas eifriger historischen Studien widmen,\nso müssten sie erkennen, dass es doch nicht wohl ein so\ngrosser Fortschritt sein kann, wenn man nach fast hundert\nJahren von der inzwischen so reich entwickelten Weise\nGluck's wieder zurückspringt auf eine der Weise Lully's\nentsprechende Opernform. Man kann auch aus lauter Fort-\nschritts-Eifer ein Reactionär werden.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-08-02-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-08-02_01#c006", "volume": "bmtnabi_1862-08-02_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "247", "page_fin": "248", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "247", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.7", "debut_caractere": 3536, "fin_caractere_exclue": 5874, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\n(Für Männergesang.) Der Thüringer Sängerbund hatte\neine Compositions-Concurrenz für Männerchöre eröffnet. Es gingen\nüber hundert Werke ein. Gekrönt wurden: 1. „Der deutsche Aar\"\nvon Y. E. Becker; 2. „Jagdlied\" von Podhorsky in Prag; 3.\n„Sängers Scheidegruss\" von Neumann in Prag; 4. „Allen Deut-\nschen\" von J. F. Schmölzer in Kindberg in Steyermark; 5. „Ewge\nLiebe'* von S. Wohlfahrt in Jena; 6. „Maimorgen\" und 7. „Der\nrechte Arzt\" von Herner in Hannover; 8. „Lied\" von Wyss in\nSpeyer. Die Herren Becker und Schmölzer wurden von der Com-\nmission zu Ehren-Mitgliedern vorgeschlagen, um auch in dieser\nWeise die ehrenvolle Anerkennung auszudrücken.\n(Aus dem Jahresberichte für 1861 18G2 des Hofthea-\nters in Stuttgart.) In der Oper gelangten an 86 Abenden 42\nWerke von 23 verschiedenen Componisten zur Aufführung, und zwar\nan 81 Abenden 39 Werke von 22 Componisten, die einen Abend\nfür sich ausfüllten, an 5 Abenden 3 Operetten von 3 Componisten,\ndie nur einen Theil des Abends füllten und in Verbindung mit\neinem kleinen Lustspiel, Schauspiel oder Tanz-Divertissement gege-\nben wurden.\nIm Einzelnen wurden aufgeführt: von Auber an 11 Abenden 5\nWerke; von Mozart an 7 Abenden 4 Werke; von Meyerbeer an 7\nAbenden 3 Werke; von Flotow an 6 Abenden 2 Werke; von Lortzing\nan 6 Abenden 2 Werke; von Verdi an 6 Abenden 3 Werke; von\nGounod an 6 Abenden 1 Werk (Faust); von Rossini an 5 Abenden\n3 Werke; von Abert an 4 Abenden 2 Werke (König Enzio 3 Mal,\nAnna von Landskron 1 Mal); von an 4 Abenden 2YV erke;\nvon Offenbach an 3 Abenden 2 Werke; von Donizetti an 3 Aben-\nden 2 Werke; von an 3 Abenden 1 Werk (Die Jüdin); von\nBenedict an 3 Abenden 1 Werk (Die Kreuzfahrer); von Beethoven\nan 2 Abenden 1 Werk; von Weber an 2 Abenden 1 Werk; von\nBoieldieu an 2 Abenden 1 Werk; von Marschner an 1 Abend 1\nWerk (Hans Heiling); von Kreutzer an 1 Abend 1 Werk; von Bel-\nlini an J Abend 1- Werk; von Gläser an 1 Abend 1 Werk; von\nPressel an 1 Abend 1 Werk; von Grisar an 1 Abend 1 Werk.\nVon den 39 Opern waren neu: Gounod's „Faust\", Verdi's „Mas-\nkenball\", Abert's „Enzio\"; neu einstudirt: Auheims „Maskenball*\nund „Maurer und Schlosser\", Benedicts „Kreuzfahreru. Von den\ndrei Operetten waren neu: Offenbacli's „Lied des lortunio\"; neu\neinstudirt, übrigens mehr als ein Menschenalter lang nicht n.ehr\ngegeben: „Schatzgräber\"."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "248", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3624, "texte": "Von Schauspieldichtern waren vertreten: Shakespeare 11 Mal,\nBirch-Pfelffer 8, Benedix 8, Feldmann 7, Scribe 6, Gutzkow 5, Kau-\npach 5, Göthe 4, Schiller 4 Mal.\nOtto Bacli, kein Abkömmling der musicalischen Bach-Familie,\naber ein Bruder des k. k. österreichischen Gesandten in Rom, hat\neine Oper: „Sardanapal\", geschrieben. Den Text dazu hat er\nselbst (nach Lord Byron) yerfasst.\nUnter den Vereinen, deren Betheiligung an der vom\nSängerverein „Biedersinn\" zu veranstaltenden Schubert-Feier bis\njetzt bekannt ist, sind: der Männer-Gesangverein, der Sängerbund,\nSechshauser Gesangverein, der akademische Gesangverein, die Otta-\nkringer Liedertafel, Zion, die Vereine von Gloggnitz, St. Pölten,\nBruck an der Leitha, Ebenfurth, Liesing, Traiskirchen, Mödling,\nStockerau, Ober-Hollabrunn, Neustadt, Ybbs, Herzogenburg, Trais-\nmauer, Baden und Hainburg. Von Salzburg trifft ferner der ganze\nVerein, von Troppau eine ansehnliche Deputation, von Brünn eine\nAnzahl von 70 Sängern ein. Von den genannten Vereinen erschei-\nnen 12 mit ihren Bannern, Fahnen und sonstigen Insignien. Sämmt-\nliche Vereine begrüssen freudig die Idee, in den Mauern der Resi-\ndenz ein „nieder-österrreichisches Gesangfest\" zu veranstalten, zumal\nes gilt, den Fonds zur Errichtung eines Schubert-Denkmals\nzu bereichern.\nIn Wien sind die Aquarellen von Gabriel Max, darstellend\nPhantasiebilder zu Tonstücken, photographirt von G. Jä-\ngermeyer, erschienen (Kunst- und Industrie-Comptoir von G. Jä-\ngermeyer, Graben 618). Das ganze Heft enthält 12 Nummern und\nein Titelblatt (Liszt's Illustration zum Propheten, Nr. 3); darunter\nbefinden sich Phantasiebilder zu Beethoven's Sonate quasi Fan-\ntasia in Cis-moll, Op. 27, Sonate in Jß-dur, in F-moll, in C-dur (Op.\n14), in ö-moll (path6tique)\\ zu Schumann's „Winterzeit\" aus den\nCiavierstücken für die Jugend, zu Mendelssohn's „Christus\", zu\nzwei Liedern ohne Worte u. s. w. Das ganze Heft kostet 4ü Fl. =\n25 Tlilr., das einzelne Blatt 3 Fl. 20 Kr. = 2 Thlr.\nEhren-Honorare für Männer c hör-Comp o nisten. Herr\nRaveaux, Vorsitzender des Sängerbundes in Wien, theilt uns ein\nzweites Verzeichniss der Ehren-Honorare von 1 Fl., be-\nziehungsweise 1 Thlr., mit, welche von den Männer-Gesangvereinen,\ndie sich dazu verbunden haben, im Laufe von 1861 ]862 einge-\nsandt worden sind. Es enthält Nr. 51—128. Darunter vom Sänger-\nvereine zu Königsberg 18 Beiträge zu je 1 Thlr.4, ihm zunächst\nsteht der Verein von Würzburg mit 16 Beiträgen zu je 1 Gulden.\nAm Schlüsse des Circulaes heisst es:\n„Um unnütze Porto-Auslagen zu vermeiden, wolle man hinfort\nnur solche Ehren-Honorare nach Wien senden, welche für öster-\nreichische Componisten bestimmt sind. Da es Pflicht eines jeden\nSängerbundes ist, den auf meinen Antrag bei dem deutschen Sänger-\nfeste in Nürnberg gefassten Beschluss zur Ausführung bringen zu\nhelfen, so mögen sich Jene melden, welche die Vermittlung der\nEhren-Honorare besorgen wollen. Bisher haben sich dazu bereit er-\nklärt : der märkische Centrai-Sängerbund in Berlin, der Männer-Ge-\nsangverein zu Braunschweig, die Sängervereine zu Königsberg, Nürn-\nberg und Würzburg. Durch öffentliche Aufforderung in den Män-\nnergesangs-Zeitscliriften würden sich gewiss noch Centrai-Stellen\nbilden, wo die Honorare zusammenfliessen, um periodisch effectuirt\nzu werden; jedenfalls aber wäre es wünschenswerth, dass diese Stel-\nlen unter einander in Verkehr blieben, um eine richtige Uebersicht\nüber das Gedeihen dieser Einführung zu erlangen.\n„Raveaux, Heumarkt, Waaggasse Nr. 664 in Wien.\"\nSolaris. Am 21. Juli ist der Grundstein zu dem neuen gros-\nsen Opernhausu gelegt worden. Der Baumeister desselben heisst\nGarnier."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "241", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nW. A. Mozart's Werke. Eine musicalische Woche in Wiesbaden (Frau Louise Dustinann Viertes Concert der Ad-\nMinistration des Cursaales Concerte des kölner Männer-Gesangvereins). Aus Baden-Baden (Concert Theater). Lully und\nRichard Wagner. Tages- und Unterhaltungsblatt (Thüringer Sängerbund Jahresbericht des Hoftheaters in Stuttgart Otto\nBach Wien, Schubert-Feier, Phantasiebilder zu Tonstücken Ehren-Honorare für Männerchor-Componisten Paris, Opernhaus).\n\nW. A. Mozart’s Werke.\nDer Ruhm gewissenhafter Forschung und unermüd-\nlichen Fleisses in historischen Dingen, durch den die Deut-\nschen sich auszeichnen, hat durch den thematischen Kata-\nlog der Werke Mozart's von Dr. Ludwig Ritter von\nKochel eine neue Bestätigung erhalten. Der vollständige\nTitel desselben lautet:\nChronologisch - thema tisch es Verzeich niss\nsämmtlicher Tonwerke Wolfgang Amade\nMozart's. Nebst Angabe der verloren gegange-\nnen, unvollendeten, übertragenen, zweifelhaften\nund unterschobenen Compositionen desselben. Von\nDr. L. R. von Kochel. Leipzig, Verlag von\nBreitkopf und Härtel. 1862. XVIII und 551 S.\nhoch Quart-Format.\nDas Buch ist dem Professor Otto Jahn gewidmet. Herr\nvon Kochel halte seine Arbeit schon vor längerer Zeit be-\ngonnen und legte die bereits vorgeschrittene Herrn Otto\nJahn vor, als dieser an seine Aufgabe ging, ohne dass\nEiner etwas von des Anderen Vorhaben wusste. In der\nWidmung sagt der Verfasser: „Da Sie mit dem Plane\nund dem Theile des von mir bereits Ausgeführten einver-\nstanden waren, traten Sie mir eine Fülle unschätzbaren\nMaterials zur Benutzung in einer Weise ab, die von keiner\nAnerkennung erreicht werden kann.\" Auch während der\nFortsetzung der Arbeit widmete Jahn ihr seine fördernde\nTheilnahme.\nDer Inhalt des Buches zerfällt, nach einem ausführ-\nlichen Vorworte, in zwei an Umfang sehr ungleiche Theile.\nDer erste enthält die Uebersicht der vollständigen\nCompositionen nach Gattung u n d Z ah 1 (S. 1 24);\nder zweite das chronologische Verzeichniss der\nvollständigen Compositionen (S. 25 496), worin\nder Schwerpunkt des Ganzen liegt. Ein Anhang (S. 497\n531) gibt das Verzeichniss der auf dem Titel angegebenen\nverlorenen u. s. w. Compositionen. Ein ausführliches Re-\ngister über Namen und Sachen und ein Register der Ge-\nsangtexte schliessen das Buch.\nDie erste Uebersicht ist sehr zweckmässig zusammen-\ngestellt, wie denn überhaupt Anordnung und Einrichtung\ndes ganzen Buches vortrefflich sind und die Leichtigkeit\nder Auffindung jeder Einzelheit nichts zu wünschen übrig\nlässt. In dieser Hinsicht hat auch die Yerlagshandlung\nAusgezeichnetes geleistet, wie sie denn auch durch die\nglänzende Ausstattung dem deutschen Meister ein würdi-\nges Denkmal geliefert hat.\nDie erste Abtheilung also enthält die Reihe der voll-\nendeten Werke jeder besonderen Gattung in fortlaufender\nkleiner Nummer, z. B. Messen Nr. 1—20, Symphonieen\nNr. 1—49 u. s. w. Die Themata sind hier nur in zwei\nTacten Notendruck nebst der Tempo-Bezeichnung auf\nEinem System gegeben. Vor jedem verweis't aber eine\ngrössere (fette) Zahl auf das chronologische Verzeichniss\nhin, z. B. Requiem 20, 626. Es gewährt also diese erste\nAbtheilung einen Blick über die Gesammt-Thätigkeit Mo-\nzart's und zugleich über seine Leistungen in jeder einzelnen\nGattung, während die Hinweisung auf die zweite Abthei-\nlung uns zeigt, was er in den verschiedenen Perioden sei-\nnes Lebens für jede Gattung gethan hat.\nWelch ein Resultat gibt diese Uebersicht! Sie weiset\nnach:\nI. Messen 20\nII. Litaneien, Vespern 8\nIII. Offertorien, Kyrie, Te Deum u. s. w 40\nIV. Orgel-Sonaten 17\nV. Cantaten mit Orchester 10\nVI. Opern, theatralische Serenaden u. dgl. .... 23\nVII. Arien, Terzette, Chöre mit Orchester .... 06\nVIII. Lieder mit Ciavier 41\nIX. Canons für 2 —12 Stimmen 23\nN. Clavier-Sonaten und Phantasieen 22"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "242", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.2", "texte": "XI. Ciavier-Variationen 16\nXII. Ciavierstücke, Rondo's u. s. w 23\nXIII. Ciaviersachen zu 4 Händen und 2 Ciavieren . 11\nXIV. Clavier-Sonaten und Variationen mit Violine . 45\nXV. Clavier-Trio's, Quartette, Quintett 11\nXVI. Violin-Duo's und Trio's 6\nXVII. Violin-Quartette (auch mit 1 Blas-Instrument) 32\nXVIII. Violin-Quintette .9\nXIX. Symphonieen 49\nXX. Divertissemente, Serenaden für verschiedene\nInstrumente 33\nXXI. Orchesterstücke, Märsche 27\nXXII. Tänze für Orchester 39\nXXIII. Concerte für verschiedene Instrumente .... 55\nzusammen 626 Werke.\nVerfolgen wir nun die Compositionen z. B. der Mes-\nsen nach den Nummern, welche auf das chronologische\nVerzeichniss hinweisen, so finden wir Nr. 1 aus dem Jahre\n1768, 2 und 3 aus 1769, 4 und 5 aus 1771, 6 und 7\naus 1772, 8 aus 1773, 9 und 10 aus 1774, 11 aus\n1775, 12, 13, 14 und 15 aus 1776, 16 aus 1777,\n17 aus 1779, 18 aus 1780, 19 aus 1783, 20\nquiem) aus 1791.\nDie Einrichtung des chronologischen Verzeichnisses\nist folgende:\n' ' • ♦ •» • n ■ fit\nDie fortlaufende Nummer von 1 626 richtet sich\nnach der Zeitfolge der Entstehung der Werke von 1761\nbis 1791. Darauf folgt die Bezeichnung des Stückes\nmit der Angabe, für welche Singstimme oder Instru-\nmente, z. B. 550: „Symphonie für 2 Violinen, Viola,\nBass, 1 Flöte, 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Hörner. Später\nsetzte Mozart selbst noch 2 Clarinetten hinzu. Componirt\n1788, 25. Juli, zu Wien. Mozart's Verzeichniss 92.\"\nDann die Themata jedes Satzes auf zwei Systemen in\n4 6 Tacten, mit Angabe der Zahl der Tacte eines jeden\nSatzes nach den Autographen; z. B. bei dieser\nSymphonie: \\. Allegro m01t0,299 Tacte. 2. 121\nTacte. 3. Menuett. Allegro.Mit Trio 84 Tacte. 4.\nAllegro assai,3o6 Tacte.— Zum Schluss Nachweisungen\nüber Äutograph, Abschriften, Ausgaben und Ar-\nrangements, nebst Anmerkungen (historische und\nästhetische, letztere grösstentheils auszugsweise nach 0.\nJahn). Z. B. (zu derselben Symphonie):\n„Äutograph. Im Besitz von C. A. Andre in Frank-\nfurt. 2 Partituren: a) ohne 2 Clarinetten, b) mit diesen.\nAndre, Verzeichniss 128. 53 Blätter mit 100 beschrie-\nbenen Seiten. Quer-Format, zwölfzeilig. Da Mozart später\n2 Clarinetten hinzusetzte, so schrieb er auf besondere Blät-\nter eine Partitur für die zwei Oboen und die\nzwei Clarinetten, indem die ersten modificirt wer-\nden musslen. Diese Blätter liegen dem Äutograph Andre\n128 bei.\"\n„Ausgaben. Partitur, Leipzig, Breitkopf und Här-\ntel (ohne Clarinetten). Stimmen ebendaselbst. Offen-\nbach, Joh. Andre. Arrangement u. s. w.\" (Hierbei\nentsteht die Frage, ob bei den jetzigen Aufführungen der\n£r-wW/-Symphonie jene „besondere Partitur der Oboen und\nClarinetten\" zur Richtschnur genommen wird, wie es durch-\naus erforderlich ist. Befinden sich die „modificirten Oboen\"\nund Clarinetten in der Stimmen-Ausgabe von Andre?)\n„Anmerkung.\" (Enthält ästhetische Würdigung\nnach Jahn und Nachricht über das von Schumann er-\nkannte Versehen im Andante.)\nHiernach wird der Leser eine vollständige Vorstellung\nvon dem erhalten, was dieser Katalog darbietet.\nDie erste Rücksicht bei der Aufnahme einer jeden\nComposition in den Katalog war, dass sie echt, dann,\ndass sie ursprünglich sei. In den meisten Fällen ist die\nEchtheit durch die vorhandenen Autographe und durch\nMozart's eigenhändiges Verzeichnisse auch durch Ausga-\nben, unter seinen Augen gemacht, erwiesen. Wo dies\nnicht der Fall ist, sind die äusseren Gründe der Beglaubi-\ngung angegeben, mussten aber natürlich durch die inne-\nren bestätigt werden. Was Zweifel übrig liess, wurde un-\nter die „zweifelhaften\" oder „untergeschobenen\" Compo-\nsitionen verwiesen.\nDer Begriff: „vollständige\", d. h. vollendete, Com-\npositionen ist nicht im strengsten Sinne zu fassen; es sind\nund gewiss mit Recht auch Werke darunter aufge-\nnommen, an welche Mozart zwar nicht die letzte Hand\ngelegt, jedoch die Hauptsätze derselben geschrieben hat.\nEs ist aber überall genau bemerkt, wie viel daran Mo-\nzart's eigene Arbeit ist.\nDie grösste Schwierigkeit machte die Bestimmung\nder Zeitfolge der Compositionen.\nDie sicheren Quellen für diese sind die eigenen Auf-\nzeichnungen Mozart's, erstens in dem von ihm selbst ge-\nführten „Verzeichniss seiner Werke vom 9. Hornung\n(Februar) 1784 bis 15. November 1791\", welches A.\nAndre 1805 und verbessert 1828, Opfenbach, bei Joh.\nAndre, herausgegeben hat; zweitens Mozart's eigenhändige\nUeberschriften auf den vorhandenen Autographen (die un-\nbeschränkte Benutzung dieser Quelle wurde dem Verfas-\nser durch Herrn Jul. bereitwilligst gestattet);\ndrittens der Briefwechsel der Familie Mozart, nebst An-\nkündigungen u. s. w. in gleichzeitigen Blättern und ähn-\nliche zerstreute, freilich nicht immer zu den ganz zuver-\nlässigen zu zählende Notizen.\nTrotz der glücklicher Weise zahlreichen verbürgten\nZeitangaben blieb doch noch eine beträchtliche Anzahl"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "243", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.3", "texte": "von Compositionen übrig, bei welchen unbestimmtere\nGründe, äussere der Beschaffenheit der Handschrift und\ninnere des Gebaltes und des Stils, zu Rathe gezogen wer-\nden mussten. Wie dies geschehen, darüber lassen wir den\nVerfasser selbst sprechen:\nEs schien zweckmässig, fünf Perioden anzunehmen,\nvon denen der Zeit nach festgestellte charakteristische\nTonstücke vorlagen.\nI. Periode. 1761 1767. Knaben-Versuche (Sym-\nphonieen Concerte Ciavierstücke).\n11. 1768 1773. Mozart, der Jüngling finta\nSemplice Mitridate Aseanio ll Sogno di\niScipione Litaneien Messen).\n111. 1774—1780. Der junge Mann (La finta giar-\ndiniera II Re Pastore Misericordias).\nIV. 1781 —1784. Der gereifte Mann (Idomeneo\nDie Entführung).\nV. 1785 —1791. Höchste/Blüthe (Haydn-Quartette\n—Figaro Don Juan— —Zauber-\nflöte Titus C-cfer-Symphoni-e\nIn jeder dieser Perioden konnte noch der Anfang, die\nMitte und der Schluss unterschieden und die gegebene\nComposition dahin eingereiht werden. lndessen ist doch\nfür die nicht authentisch festgestellten Compositionen mehr\nals ein höherer oder geringerer Grad von Wahrscheinlich-\nkeit nicht zu erreichen.\nDurch eine glückliche Fügung ist aber die ganze Zeit\nder höchsten Blüthe durch Mozart's eigenes Verzeichniss,\nund für die Zeit v o r 1784 durch seine autographen Ueber-\nschriften und auf anderen Wegen in allen bedeutend-\nsten Werken wenigstens dem Jahre nach festgestellt.\nIn dem chronologischen Verzeichnisse sind im Ganzen\n626 Tonwerke Mozart's aufgeführt. Davon fallen 179\nnach 1784, 447 vor 1784. Der Zeit nach sichere\nsind von jenen 170, von diesen 176, zusammen 346, so\ndass 280 übrig bleiben, welche der Zeit nach nicht völlig\noder gar nicht sicher gestellt sind ein Verhältniss etwa\nwie 9 : 8. Von den 280 zeitunsicheren ist über die Hälfte\nmit grosser Wahrscheinlichkeit bestimmt worden, so dass\nnur etwa für den vierten Theil sämmtlicher Compositionen\ndie Jabres-Angabe als gewagt erscheint. Allen z ei tunsi-\ncheren ist ein Sternchen als Warnungstafel vorgesetzt.\nDass der Verfasser sich durch die mangelnden be-\nstimmten Zeitangaben nicht hat hindern lassen, eine\nstetige chronologische Folge aller Tonwerke aufzustellen,\nkönnen wir nur billigen, zumal da die Sternchen vor jeder\nTäuschung bewahren.\nSehr interessant für die Entwicklung der Kunstthätig-\nkeit Mozart's ist das Verzeichniss der vorhandenen An-\nfänge von Compositionen, dem meist Autographe\nzum Grunde liegen. Dass dies durchweg der Fall sei, wie\nes im Vorwort S. XVII heisst, wird durch das Verzeichniss\nselbst nicht bestätigt, indem manche nur nach Nissen,\nJahn u. A. mit dem Zusätze: „Autograph unbekannt\",\naufgeführt sind. Es sind darunter Anfänge von 12 Messen\noder anderen Kirchenstücken; 5 Arien; 39 Sonaten, Ron-\ndo's, Duo's, Trio's, Concerten für Ciavier; 24 Trio's,\nQuartetten für Streich-Instrumente; 8 für Bläser; 10 Sin-\nfoniesätzen. Die grösste Zahl unvollständiger Autographe\nbesitzt das Mozarteum zu Salzburg.\nDas Verzeichniss der zweifelhaften Compositionen\nhat 46 Nummern, darunter aber viele, z. B. 10 Sinfonieen,\ndie nicht gedruckt und von denen nur die Themata be-\nkannt sind. Von grösseren Werken gehören bieher die\nzwei Messen in C-und Es-durin der londoner Ausgabe\nvon J. Novello, die Clavier-Sonate in die als Op.\n47 gedruckt ist, u. s. w. Der untergeschobenen\nCompositionen werden 62 angegeben; ausser vier Messen\n(in G als Nr. VII bei Simrock, als Nr. 12 bei J. Novello\n—in B bei Peters in Leipzig, bei J. Novello Nr. 7 und\nzwei Miss. brev. in C und G) sind besonders eine Menge\nvon Liedern aufgeführt.\nDas Hauptverdienst des Buches besteht in der über-\nsichtlichen Zusammenstellung. Ob der Umfang nicht hätte\nverkürzt und in Folge dessen der Preis verringert werden\nkönnen, ist eine andere Frage; beides hätte vielleicht durch\nWeglassung vieler wörtlichen Anführungen aus 0. Jahn s\n„Mozart\" bewirkt werden können, für welche eine blosse\nVerweisung auf dieses Werk genügt hätte. Neue Notizen\nfindet man nicht viele. S. 421 ist die Angabe des Kauf-\npreises, den Madame Viardot an J. Andre's Erben für die\nAutograph-Partitur des Don Juan gezahlt hat lBO Pf.\nSt. eine Ergänzung zu Jahn, IV., S. 363.\n\nEine musicalische Woche in Wiesbaden.\n[Frau Louise Dustmann —Viertes Concert der Admini-\nstration des Cursaales Concerte des kölner Männer-\nGesang verein s.J\nNach den festlichen Tagen des „deutschen Bundes-\nschiessens\" in Frankfurt, das ein französischer Referent\ndurch le grand Tir de la diete germanique übersetzt hat,\nein artiges Missverständniss, wozu allerdings jene officielle\nBenennung Anlass geben konnte, war ein Aufenthalt in\ndem schönen Wiesbaden für Freunde der Tonkunst um\nso anziehender, als die Muse dieser schönen Kunst trotz\ndes besten Willens und Eifers von 7 800 Sängern auf\ndem frankfurter Schützenplatze doch nicht gegen die Ger-\nmania aufkommen konnte, die nicht nur als kolossale Bild-\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "244", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.4", "texte": "säule von der Kuppel des Gaben-Tempels herab mit ge-\nbieterischem Arm die Lage beherrschte, sondern auch\ngeistig dermaassen in Fleisch und Blut, in Herz und Brust\nder Festgenossen übergegangen war, dass die Gesänge,\naltdeutschen Bardieten ähnlich, mehr vaterländische Be-\ngeisterung athmeten, als harmonische Klangfülle. Indess\nwahrten sie doch, wie alles Andere bei dem grossartigen\nFeste, den volkstümlichen Charakter, und das war hin-\nreichend. Erfreuten wir uns doch auch aus demselben\nGrunde an der Hornmusik der tvroler Schützen, die durch\neine bei dergleichen Blechmusiken seltene Reinheit und\nPräcision glänzte.\nAls wir uns am fünften Schützentage aus dem wogen-\nden Meere der Volksfreuden und dem Geknatter der Büch-\nsen retteten, führte uns unser Glücksstern oder vielleicht\neine geheime Gunst der heiligen Cäcilia nach Wiesbaden.\nZwar hatten die Sänger Beck und Carrion zu unserem Be-\ndauern ihr Gastspiel so eben beendet, allein die 1 age vom 17.\nbis 23. Juli versprachen ein dreimaliges Auftreten der Frau\nLouise Dustmann-Meyer in der Oper, ein Virtuo-\nsen-Concert im Cursaalc und zwei Concerte des\nkölner Männer-Gesangvereins! War das nicht „eine\nmusicalische Woche\", die einer besonderen Heise aus wei-\nter Ferne Werth gewesen wäre? Und sie wurde uns so\nüberraschend bequem in den Weg geschoben.\nFrau Du st man n gab den Fidelio, die Valentine\nin den Hugenotten und die Donna Anna im Don Juan.\nSie gab sie, denn ihre Leistungen waren die edelsten Ga-\nben, die eine geweihte Priesterin auf dem Altare der Kunst\nniederlegen kann. Ich mag nicht sagen: sie sang diese\nPartieen, auch nicht: sie spielte diese Rollen, auch nicht:\nstellte sie dar. Ich kann nur sagen: sie war Fidelio,\nValentine, Donna Anna; sie war es, denn sie gab jenen\nGebilden der Phantasie des Dichters und Musikers Wesen\nund Leben, Wahrheit und Wirklichkeit, sie schuf aus\nihnen Gestalten, deren schönen plastischen und mimischen\nAusdruck der wunderbare Hauch der Töne, der Verkün-\nder der Seele, zum idealen erhöhte. Ich sage mit Absicht:\n„zum idealen Ausdruck\", obschon ich sehr wohl weiss,\ndass das Ideale bei einer gewissen Classe von Kunstrich-\ntern verpönt ist, die da im Realismus das Ziel der drama-\ntischen Kunst, auch wohl der Malerei, ja, selbst der Wort\nvor Wort in Töne übersetzenden Musik suchen. Dazu ver-\nführt die aller gesunden Aesthetik widersprechende Ver-\nwechslung von Naturwahrheit und Kunstwahrheit, und\nfür solche Leute haben Lessing und Winckelmann und\nHegel und Vischer umsonst geschrieben. Der Gesang ist\neine Kunst, die allen Realismus ganz und gar ausschliesst\nund ihn gründlich hassen muss, was schon die einfache Er-\nfahrung beweist, dass man den schönsten Naturgesang,\nden Schlag der Nachtigall, unmöglich in Noten setzen\nkann, und dass die getreue Nachahmung desselben durch\nden Mund des Menschen es gibt ja dergleichen Virtuo-\nsen— zur Caricatur wird. Die gesungene Empfindung,\nder gesungene Charakter, die gesungene Seele liegen\nso sehr im Gebiete des Idealen, dass es im Realen, in der\nNatur, nichts gibt, was ihnen auch nur entfernt zum Vor-\nbilde dienen könnte. Desshalb ist auch die Wirkung des\nGesanges mächtiger, als die der declamatorischen Rede,\naber bei vorhandenen natürlichen Mitteln auch nur durch\ndie Kunst zu erreichen. Die künstlerische Behandlung der\nStimme und das künstlerische Maass des Ausdrucks sind\ndie Bedingungen der idealen Wahrheit einer musicalisch-\ndramatischen Darstellung. Und gerade in dieser Beziehung\nstellen wir Frau Dustmann sehr hoch und halten sie, da\nGrössen wie die Schröder-Devrient, Johanna Wagner, die\nKöster, Grisi und Viardot von der Bühne verschwunden\noder im Begriff zu verschwinden sind, lür die beste dra-\nmatische Sängerin unserer Tage, da sich mit dem kunst-\ngebildeten, von einer umfangreichen, klangvollen und höchst\nsympathischen Stimme unterstützten Gesänge eine mimisch-\nplastische Darstellung verbindet, welche selbst da, wo\nvielleicht die Schauspielerin das künstlerische Maass,\ndas die Sängerin nie vergisst, auf einen Augenblick\nüberschreitet, doch nicht geradezu verletzt, weil sie offen-\nbar als ein Ausfluss der Genialität, nicht als ein Mittel zum\nEffect erscheint. Wir meinen damit z. B. eine etwas schrofle\nBewegung des rechten Armes bei einigen Stellen der Arie\nder Donna Anna: „Du kennst den Verräther!\" nach dem\nunnachahmlich schön vorgetragenen Recitativ der Erzäh-\nlung. Im Gesänge der Arie und in Aug' und Antlitz kann\nder sittliche Zorn und der durch diesen Zorn noch leiden-\nschaftlicher aufgeregte Schmerz um den gemordeten Vater\nnicht ergreifender ausgedrückt werden, als es durch die\ntreffliche Künstlerin geschah.\nEinen Gegensatz zu der Aufführung dramatischer\nMeisterwerke, wie Fidelio und Don Juan, bildete das Con-\ncert, welches das vierte in der Reih« derjenigen war, welche\ndie Administration des Curhauses allwöchentlich in der\nSaison zu veranstalten pflegt. Bei diesen Concerleri ist es\nnur auf Virtuosen-Leistungen abgesehen, und in die-\nser Beziehung haben sie ein gewisses Interesse, weil man\ndadurch auf die bequemste Weise eine Menge von musi-\ncaliscben Celebritäten kennen lernt, welche im Sommer\ndie Bäder am Rheine zum Zielpunkte ihrer kosmopoliti-\nschen Wanderungen wählen.\nSo halten in den drei ersten Concerten die Damen\nÜbrich aus Hannover, Fabbrini (eine italianisirteDeut-\nsche) aus Paris, die Sänger Beck und Marchesi aus\nWien, die Quartettbrüder Müller aus Meiningen, die"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "245", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.5", "texte": "Violinisten Leopold Auer aus Pesth und Leenders aus\nBrüssel, der königlich preussische Hof-Pianist von Bü-\nlow u. s. w. sich producirt. Auch Herr Pallat, ein ta-\nlentvoller, in Wiesbaden ansässiger Pianist, halte mit Er-\nfolg ein Concert gegeben.\nDas vierte Concert brachte zehn Solo-Vorträge; die\nNamen Dustmann-Meyer, Naudin, Alfred Jaell, Lotto,\nGaetano Braga standen mit grossen und mittelgrossen\nBuchstaben auf dem Programm. Frau Dustmann sang\ndie Brief-Arie aus Don Juan und drei Lieder: „Sonnen-\nschein\" von Schumann, „Haidenröslein\" von Schubert,\n„Frühlingslied\" von Mendelssohn, denen sie nach dem\nHervorruf noch ein Lied von Schumann, das Jaell beglei-\ntete, zugab. Dass sie einen Sturm von Beifall hervorrief\nund auch die Kenner entzückte, versteht sich von selbst.\nGanz unbefriedigt musste, trotz des Beifalls der Menge,\njeden Musiker der Gesang des Herrn Naudin, „ersten\nTenoristen der italiänischen Oper zu Paris\" (?), lassen.\nDieser Sänger, in Italien von französischen Eltern geboren,\nist eine Incarnation des Ungeschmacks der heutigen italiä-\nnischen Gesangweise; er kennt keinen anderen Ausdruck,\nals das schreiende forte unmittelbar neben dem leisesten\npiano,die eine Phrase forte,die andere und so geht\nes in Einem fort, wobei der Text nicht im Geringsten in\nBetracht kommt*). Da Herr Naudin im Gesänge mit hal-\nber Stimme auch nicht einmal eine halbe, sondern gar\nkeine hat oder wenigstens sie ganz und gar klanglos macht,\nso kann man sich kaum etwas Unangenehmeres neben\ndem Unmusicalischen denken. Diese Manier ist um so mehr\nzu bedauern, als Naudin doch immerhin keine üble Stimme\nin der höheren Lage hat. Dem Vernehmen nach erhielt\ner hier für den Vortrag einer Arie und zweier Romanzen\n1000 Francs! ! Ei nun! „Er war zwei Jahre in Paris!\"\nAlfred Jaell trug mit seiner überaus meisterhaften\nBehandlung des Flügels seine Sylphide,\nden Pilgerchor aus dem Tannhäuser übertragen und Cho-\npin's Berceuse vor. Lotto halte den Muth, den ersten Satz\neines Concertes von Viotti im Wiesbadener Cursaale zu\nspielen, jedoch mit eingelegter Bravour-Cadenz. Er besitzt\neine ausgezeichnete Technik, die besonders in dem\nperpetuo von Paganini glänzte, womit er am Schlüsse des\nConcertes bei dem Theile des Publicums, der den Saal\nnoch nicht verlassen hatte denn es ist hier Mode, vor\noder während der letzten Nummer wegzugehen! —, viel\nGlück machte, wie denn auch das reine Spiel dieses nicht\nenden wollenden Passagen-Gesprudeis wirklich Staunens-\nwerth war.\nDieses Concert fand am Freitag, Tags vor dem ersten\nConcerte des kölner Männer-Gesangvereins, Statt, und da\ndieser den Ertrag seiner Concerte zur Förderung des\nBaues der Thürme der neuen katholischen Kirche in Wies-\nbaden bestimmt hatte, so überwies die Curhaus-Admini-\nstration auch die Freitags-Einnahme der Kirche.\nSeit den Sängerfahrten nach England hatte der kölner\nMänner-Gesangverein den mehrfach dargebotenen\nVeranlassungen, ausserhalb Kölns aufzutreten, keine Folge\ngegeben. Als aber die Einladung an ihn erging, zur Bei-\nsteuer für den Baufonds der katholischen Kirche in Wies-\nbaden durch zwei Concerte beizutragen, so nahm er, ge-\ntreu seinem Grundsatze, das Gute durch das Schöne zu\nfördern, diese Einladung an, und seine Leistungen in den\nConcerten am 19. und 20. Juli haben bewiesen, dass\nder Verein den hohen Standpunkt künstlerischer Vollendung,\nden er erreicht hat, vortrefflich zu wahrien gewusst hat.\nDer Verein, TO BO Mitglieder stark, wurde auf dem\nBahnhofe der nassauischen Staatsbahn nach den Festklän-\ngen der herzoglichen Militärmusik vom Kirchen-Vorstande\nbewillkommt und nach dem Hotel Victoria geleitet, wo\nein gemeinschaftliches Mittagsmahl angeordnet war.\nDas Concert fand Abends im Cursaale Statt. Der Saal\nwar überfüllt, und der begeisterte Beifall erinnerte an die\nConcerte des Vereins in Hanover Square Hootns in Lon-\ndon und im Saale Herz in Paris. War doch auch hier eine\nZuhörerschaft zugegen, in der alle gebildete Nationen ver-\ntreten waren; dass aber dieses Publicum, dessen grösster\nTheil von nationalen Vorurtheilen erfüllt, nur für Virtuo-\nsen-Leistungen vorzugsweise eingenommen und dadurch\nim Geschmacke verwöhnt ist, von Anfang bis zu Ende mit\nSpannung zuhörte, dass es Compositionen wie Ferdi-\nnand Hiller's Quintette für Sopran-Solo und Männer-\nchor: „Die Fenster auf, die Herzen auf!\" „Die Lerchen\"\nund „Wie ist doch die Erde so schön!\" Kreutzer s\n„Frühlingsnahen\"—C. M. v. Webers „Schlummerlied\"\n(da capo)—Rietz's „Morgenlied\"—Franz Schuberts\n„Gondelfahrer\" —Silcher's Volkslied: „Jetzt gang'i\"\n(da capo)und Mendelssohn's: „Wem Gott will eine\nGunst erzeigen\" dass es solche Compositionen mit einem\nApplaus aufnahm, welcher die Folge des sichtbar ergrei-\nfenden und begeisternden Eindrucks der Gesänge war, das\nwar in der That ein Triumph, auf den der kölner Verein\nauch nach allen seinen Lorbern stolz sein. Es war der Zau-\nber des deutschen Liedes in seinem vollendeten Vortrage,\nder dieses».Wunder bei einem Publicum bewirkte, das kurz\nvorher noch bei Beethoven's „Fidelio\" das Theater leer\ngelassen hatte. Fräulein Julie Rothenberger aus Köln\nsang die Sopran-Soli in den Quintetten von Miller mit An-\nmuth und Sicherheit; sie hat im colorirten Vortrage bedeu-\n\n*) Vgl. die Correspondenz aus London in Nr. 30 der Nieder-\nrheinischen Musik-Zeitung vom 26. Juli d. J.\nDie Eedaction."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "246", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.6", "texte": "tende Fortschritte gemacht und sang auch die Beethoven'-\nschen Lieder: »Trocknet nicht\" und „Freudvoll und leid-\nvoll\", mit recht innigem Gefühl. Man sieht, dass das Pro-\ngramm nicht die geringste Concession an das Bade-Publi-\ncum gemacht hatte. War doch sogar nur ein einziges\nmunteres Lied: „Hüte Dich!\" von Girschner darauf,\ndessen präciser Vortrag denn auch ein stürmisches Da capo\nhervorrief. Herr A. Pütz fesselte die Zuhörer durch den\nWohllaut seines Tenors und den geschmackvollen Vortrag\ndes Solo's in dem Liede: „Mein Wunsch\". Zwischen den\nGesängen spielte Herr A. Wilhelmi aus Wiesbaden, ein\nSchüler David's, das Concert in Fis-moll von Ernst; dem\nnoch sehr jungen Manne werden fortgesetzte Studien, be-\nsonders in Bezug auf Ton und Vortrag, die Künstler-Lauf-\nbahn ebnen. ..\nNach dem Morgen-Concerte in der Kirche (Sonntag,\nden 20.) herrschte nur Eine Stimme darüber, dass man\netwas Schöneres und Ergreifenderes nicht hören könne,\nals die Gesänge von Palestrina:\nJustus und 0 hone Jesu,Mozart's Ave Schubert's\nSalve Regina,und von den deutschen Liedern religiösen\nInhalts den Chor: „An die Hoffnung\", von Schärtlieh in\nsolchem Vortrage. Und diese Stimme des einigen Urtheils\nging von Musikern aller Nationen aus, wir hörten nament-\nlich auch Ilaliäner und Franzosen sich mit wahrer Begei-\nsterung darüber aussprechen.\nUer Nachmittag vereinigte bei schönstem Wetter Alles\nauf dem Neroberg zu einem ländlichen Feste. Die zuvor-\nkommende Bereitwilligkeit des Herrn Intendanten des her-\nzoglichen Hoftheaters, unseres kölner Mitbürgers F. Hil-\nler'sOper „Die Katakomben\" am Sonntag Abend zu ge-\nben, fand leider an der Krankheit der Sängerin Frau Deetz\nein unübersteigliches Hinderniss. Die Oper wird aber im\nMonat August wieder in Scene gehen.,\n\nAus Baden-Baden.\nNeben den seit einiger Zeit besonders flachen Virtuo-\nsen-Concerten, welche Herr Benazet seinen Gästen freilich\ngratis bietet, fand am 7. Juli ein grosses Concert Statt,\nwelches wohl eine Erwähnung in Ihrem Blatte verdient.\nDie schöne neue, hiesige evangelische Kirche (in gothischer\nBauart) kann noch immer nicht zu Ende geführt werden.\nUm ihr einen Beitrag zu verschaffen, und auch um neben\nder grossen Bevorzugung französischer Kunst und Künst-\nler der deutschen Musik einen Triumph zu bereiten, hat-\nten einige einflussreiche Dilettanten von hier (namentlich\nHerr Dr. Rentner) es unternommen, eine grössere musi'\ncaiische Aufführung zu veranstalten, und wurden in ihrem\nEifer von den Verhältnissen so sehr begünstigt, dass seit\nJahren kein Concert hier so durchschlug, wie das in Rede\nstehende. Die ganze mannheimer Capelle, Vinc. Lach-\nner an der Spitze, war dazu herübergekommen und führte\nBeethoven's und Weber's Oberon-\nOuverture kraft- und schwungvoll auf. Eine Schülerin der\nhier anwesenden Viardot, Fräulein Ouvil aus Graz, sang\nmit seltener Vollendung und reizender Stimme Beethoven's\nAdelaide und zwei Lieder von F. Hill er. Letzterer, der\nhier einen Theil seiner Ferien zubrachte, begleitete Fräul.\nOuvil und gab gegen Ende des Concertes eine geniale freie\nPhantasie zum Besten. Die Instrumental-Musik war ausser-\ndem noch durch den trefflichen Violoncellisten Cossmann\nund die Geschwister Heermann von hier vertreten, von\nwelchen der Bruder auf der Violine, die Schwester (eine\nSchülerin Krüger's) auf der Harfe sehr Erfreuliches leisten.\nEinen besonderen Reiz gab dem Ganzen die freundliche\nMitwirkung der Frau Niemann-Seebach, welche in\neinigen Declamationen das Publicum, obschon es zum gros-\nsen Theile aus Ausländern bestand, zum stürmischsten Bei-\nfalle hinriss. Das Concert, zu welchem Herr Benazet mit\ngewohnter Liberalität alles zum Local Gehörige gespendet,\nwar überfüllt und brachte der Kirche über 3000 Francs.\ns.\nAm 6. August wird das neue Theater hierselbst er-\nöffnet. Die Mitglieder dos grossherzoglichen Hoftheaters\nzu Karlsruhe werden hier Opern geben. Daneben wird\neine französische Gesellschaft Lustspiele und Operetten,\nauch grössere Opern mit Hinzuziehung von Mitgliedern\nder pariser Bühnen aufführen.\nAm 9. August wird eine neue komische Oper in\nzwei Acten: „Beatriceet Benedict\", von Hector Ber-\nlioz gegeben. Dazu „Le Chien clu Jardinier\", einactige\nOperette von Grisar (nicht neu). Es werden darin Frau\nCharton-Demeur, Montaubry, Lefort u. s. w. mitwirken.\nAm 11. wird diese Vorstellung wiederholt. Am 18. kommt\neine neue zweiactige Oper: von Reyer zur\nAufführung, die am 22. wiederholt wird. Dazwischen\nwerden deutsche Opern (acht bis Ende September) und\nfranzösische Lustspiele gegeben bis zum 1. October. Mit\ndem 1. October schliessen die Franzosen ihre Vorstellun-\ngen; die grossherzoglichen Opern-Mitglieder werden auch\nim October noch ihre Vorstellungen fortsetzen.—Für den\n9. September ist ein Concert angekündigt, in welchem\nFräulein Battü, der Sänger Massol und die Virtuosen\nSivori und Vi vi e r mitwirken werden.\n\nLully und Richard Wagner.\nAls wir vor zehn Jahren (Rheinische Musik-Zei-\ntung in den Artikeln I.—XI. über Wagner's „Tannhäu-\nser\", in Nr. 127 vom 4. December 1852 bis Nr. 144"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "247", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.7", "texte": "vom 2. April 1853) an vielen Stellen aussprachen, dass\nWagner's Schreibart nichts weniger als ein Fortschritt,\nsondern vielmehr ein Rückschritt zum Stile Lully's\nund zu dessen psalmodischer Weise sei, wovon uns die\nEinsicht Lully'scher Partituren auf der Conservatoire-Bi-\nbliothek zu Paris den augenscheinlichen Beweis geliefert\nhatte, wurde dies, wie so manches Andere, was heutzutage\nals neu auftaucht, wenig beachtet. Jetzt lesen wir in W. H.\nRiehl's „Cultur-Studien\" folgende Ausführung derselben\nAnsicht:\n„Lully ist, mit den Philologen zu reden, kein „ „Schul-\nAutor\"\". Formel kann man bei ihm sehr wenig lernen,\nman müsste denn aus seinen trockenen Harmonieen sich\nveranschaulichen, wie man nicht harmonisiren soll. Da-\ngegen kann Gluck's historische Grösse nicht vollauf wür-\ndigen, wer Lully nicht studirt hat. Er ist der Richard\nWa gner des achtzehnten Jahrhunderts. Seine Alceste ist,\nwie er selber sie nennt, eine Tragedie mise en musique,\nkeine Oper; sie gliedert sich nicht nach Arien, Duetten,\nEnsemble u. s. w., sondern nach fortlaufenden Scenen.\nLully singt nicht, er declamirt bloss. Das Ganze ist ein ste-\ntes obligates Recitativ, von zerbröckelten Melodiestückchen\nund etlichen Chören unterbrochen. Ich sage das Alles von\nLully; man könnte auch meinen, ich sage es von Wagner;\nes gilt für Beide. Nur die eingestreuten Märsche und Tänze\nsind wirkliche Musik und wurden populär, bei Lully und\nWa gner. An vielen Stellen ist Lully überraschend gross\nund wahr im dramatischen Ausdruck, ganz wie Wagner;\ndann fällt er aber auch wieder in die ungeheure Lange-\nweile des endlos recitirenden Dialogs zurück, ganz wie\nWagner. Die Chöre sind einfach und tragen ein Gepräge\nder Feier und Würde, welches, selbst in Einzelziigen der\nHarmonie, mitunter an die hohen Kirchen-Hymnen der\nalten Italiäner gemahnt. Dasselbe nicht geringe Lob kann\nman auch manchen Chören Wagner's nicht versagen. Lully\nopfert die musicalische Architektur dem dramatischen Aus-\ndruck; er hat Anläufe zu Melodieen, aber keine Melodie.\nLully oder Wagner?—Musik „ „setzt\"\" man; schon dieses\ncharakteristische Wort erinnert an die Architektur; wem\naber die Phantasie nicht langt, um Musik zu „ „setzen\"\",\nder, sagt er, „ „dichte\"\" Musik; Maler, welche nicht malen\nkönnen, dichten auch bisweilen Gemälde, und poesielose\nDichter malen Poesie. Es ergibt sich also bei Lully doch\nzuletzt ein zerstücktes, ungefügiges, unruhiges Ganzes, wel-\nches einen wirren, langweilenden Eindruck hätte machen\nmüssen, wenn nicht die raffinirtesten Gegensätze der Sce-\nnen und der Prunk der Ausstattung, für welchen wenig-\nstens in der Alceste (und im Tannhäuser) buchstäblich\nHimmel und Hölle in Bewegung gesetzt werden, der Phan-\ntasie der Hörer zu Hülfe gekommen wären. Lully und\nWagner sind als Musiker schwach, stärker als Tondichter,\nam stärksten aber als Regisseure.\n„Gerade jene Formlosigkeit der Lully'schen Oper war\nes, die von Gluck vernichtet ward, während er zugleich\ndas Streben nach Wahrheit der Dramatik aufnahm und\nweiter bildete. In der Form seiner Tonsätze steht Gluck\nden guten Italiänern weit näher als Lully, und Wagner\nerinnert weit mehr an Lully, als an Gluck. Würden sich\nunsere Musiker etwas eifriger historischen Studien widmen,\nso müssten sie erkennen, dass es doch nicht wohl ein so\ngrosser Fortschritt sein kann, wenn man nach fast hundert\nJahren von der inzwischen so reich entwickelten Weise\nGluck's wieder zurückspringt auf eine der Weise Lully's\nentsprechende Opernform. Man kann auch aus lauter Fort-\nschritts-Eifer ein Reactionär werden.\"\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\n(Für Männergesang.) Der Thüringer Sängerbund hatte\neine Compositions-Concurrenz für Männerchöre eröffnet. Es gingen\nüber hundert Werke ein. Gekrönt wurden: 1. „Der deutsche Aar\"\nvon Y. E. Becker; 2. „Jagdlied\" von Podhorsky in Prag; 3.\n„Sängers Scheidegruss\" von Neumann in Prag; 4. „Allen Deut-\nschen\" von J. F. Schmölzer in Kindberg in Steyermark; 5. „Ewge\nLiebe'* von S. Wohlfahrt in Jena; 6. „Maimorgen\" und 7. „Der\nrechte Arzt\" von Herner in Hannover; 8. „Lied\" von Wyss in\nSpeyer. Die Herren Becker und Schmölzer wurden von der Com-\nmission zu Ehren-Mitgliedern vorgeschlagen, um auch in dieser\nWeise die ehrenvolle Anerkennung auszudrücken.\n(Aus dem Jahresberichte für 1861 18G2 des Hofthea-\nters in Stuttgart.) In der Oper gelangten an 86 Abenden 42\nWerke von 23 verschiedenen Componisten zur Aufführung, und zwar\nan 81 Abenden 39 Werke von 22 Componisten, die einen Abend\nfür sich ausfüllten, an 5 Abenden 3 Operetten von 3 Componisten,\ndie nur einen Theil des Abends füllten und in Verbindung mit\neinem kleinen Lustspiel, Schauspiel oder Tanz-Divertissement gege-\nben wurden.\nIm Einzelnen wurden aufgeführt: von Auber an 11 Abenden 5\nWerke; von Mozart an 7 Abenden 4 Werke; von Meyerbeer an 7\nAbenden 3 Werke; von Flotow an 6 Abenden 2 Werke; von Lortzing\nan 6 Abenden 2 Werke; von Verdi an 6 Abenden 3 Werke; von\nGounod an 6 Abenden 1 Werk (Faust); von Rossini an 5 Abenden\n3 Werke; von Abert an 4 Abenden 2 Werke (König Enzio 3 Mal,\nAnna von Landskron 1 Mal); von an 4 Abenden 2YV erke;\nvon Offenbach an 3 Abenden 2 Werke; von Donizetti an 3 Aben-\nden 2 Werke; von an 3 Abenden 1 Werk (Die Jüdin); von\nBenedict an 3 Abenden 1 Werk (Die Kreuzfahrer); von Beethoven\nan 2 Abenden 1 Werk; von Weber an 2 Abenden 1 Werk; von\nBoieldieu an 2 Abenden 1 Werk; von Marschner an 1 Abend 1\nWerk (Hans Heiling); von Kreutzer an 1 Abend 1 Werk; von Bel-\nlini an J Abend 1- Werk; von Gläser an 1 Abend 1 Werk; von\nPressel an 1 Abend 1 Werk; von Grisar an 1 Abend 1 Werk.\nVon den 39 Opern waren neu: Gounod's „Faust\", Verdi's „Mas-\nkenball\", Abert's „Enzio\"; neu einstudirt: Auheims „Maskenball*\nund „Maurer und Schlosser\", Benedicts „Kreuzfahreru. Von den\ndrei Operetten waren neu: Offenbacli's „Lied des lortunio\"; neu\neinstudirt, übrigens mehr als ein Menschenalter lang nicht n.ehr\ngegeben: „Schatzgräber\"."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "248", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18620802-01.1.8", "texte": "Von Schauspieldichtern waren vertreten: Shakespeare 11 Mal,\nBirch-Pfelffer 8, Benedix 8, Feldmann 7, Scribe 6, Gutzkow 5, Kau-\npach 5, Göthe 4, Schiller 4 Mal.\nOtto Bacli, kein Abkömmling der musicalischen Bach-Familie,\naber ein Bruder des k. k. österreichischen Gesandten in Rom, hat\neine Oper: „Sardanapal\", geschrieben. Den Text dazu hat er\nselbst (nach Lord Byron) yerfasst.\nUnter den Vereinen, deren Betheiligung an der vom\nSängerverein „Biedersinn\" zu veranstaltenden Schubert-Feier bis\njetzt bekannt ist, sind: der Männer-Gesangverein, der Sängerbund,\nSechshauser Gesangverein, der akademische Gesangverein, die Otta-\nkringer Liedertafel, Zion, die Vereine von Gloggnitz, St. Pölten,\nBruck an der Leitha, Ebenfurth, Liesing, Traiskirchen, Mödling,\nStockerau, Ober-Hollabrunn, Neustadt, Ybbs, Herzogenburg, Trais-\nmauer, Baden und Hainburg. Von Salzburg trifft ferner der ganze\nVerein, von Troppau eine ansehnliche Deputation, von Brünn eine\nAnzahl von 70 Sängern ein. Von den genannten Vereinen erschei-\nnen 12 mit ihren Bannern, Fahnen und sonstigen Insignien. Sämmt-\nliche Vereine begrüssen freudig die Idee, in den Mauern der Resi-\ndenz ein „nieder-österrreichisches Gesangfest\" zu veranstalten, zumal\nes gilt, den Fonds zur Errichtung eines Schubert-Denkmals\nzu bereichern.\nIn Wien sind die Aquarellen von Gabriel Max, darstellend\nPhantasiebilder zu Tonstücken, photographirt von G. Jä-\ngermeyer, erschienen (Kunst- und Industrie-Comptoir von G. Jä-\ngermeyer, Graben 618). Das ganze Heft enthält 12 Nummern und\nein Titelblatt (Liszt's Illustration zum Propheten, Nr. 3); darunter\nbefinden sich Phantasiebilder zu Beethoven's Sonate quasi Fan-\ntasia in Cis-moll, Op. 27, Sonate in Jß-dur, in F-moll, in C-dur (Op.\n14), in ö-moll (path6tique)\\ zu Schumann's „Winterzeit\" aus den\nCiavierstücken für die Jugend, zu Mendelssohn's „Christus\", zu\nzwei Liedern ohne Worte u. s. w. Das ganze Heft kostet 4ü Fl. =\n25 Tlilr., das einzelne Blatt 3 Fl. 20 Kr. = 2 Thlr.\nEhren-Honorare für Männer c hör-Comp o nisten. Herr\nRaveaux, Vorsitzender des Sängerbundes in Wien, theilt uns ein\nzweites Verzeichniss der Ehren-Honorare von 1 Fl., be-\nziehungsweise 1 Thlr., mit, welche von den Männer-Gesangvereinen,\ndie sich dazu verbunden haben, im Laufe von 1861 ]862 einge-\nsandt worden sind. Es enthält Nr. 51—128. Darunter vom Sänger-\nvereine zu Königsberg 18 Beiträge zu je 1 Thlr.4, ihm zunächst\nsteht der Verein von Würzburg mit 16 Beiträgen zu je 1 Gulden.\nAm Schlüsse des Circulaes heisst es:\n„Um unnütze Porto-Auslagen zu vermeiden, wolle man hinfort\nnur solche Ehren-Honorare nach Wien senden, welche für öster-\nreichische Componisten bestimmt sind. Da es Pflicht eines jeden\nSängerbundes ist, den auf meinen Antrag bei dem deutschen Sänger-\nfeste in Nürnberg gefassten Beschluss zur Ausführung bringen zu\nhelfen, so mögen sich Jene melden, welche die Vermittlung der\nEhren-Honorare besorgen wollen. Bisher haben sich dazu bereit er-\nklärt : der märkische Centrai-Sängerbund in Berlin, der Männer-Ge-\nsangverein zu Braunschweig, die Sängervereine zu Königsberg, Nürn-\nberg und Würzburg. Durch öffentliche Aufforderung in den Män-\nnergesangs-Zeitscliriften würden sich gewiss noch Centrai-Stellen\nbilden, wo die Honorare zusammenfliessen, um periodisch effectuirt\nzu werden; jedenfalls aber wäre es wünschenswerth, dass diese Stel-\nlen unter einander in Verkehr blieben, um eine richtige Uebersicht\nüber das Gedeihen dieser Einführung zu erlangen.\n„Raveaux, Heumarkt, Waaggasse Nr. 664 in Wien.\"\nSolaris. Am 21. Juli ist der Grundstein zu dem neuen gros-\nsen Opernhausu gelegt worden. Der Baumeister desselben heisst\nGarnier."}]}