{"numero_id": "bm-bmtnabi-1862-10-18-01", "volume": "bmtnabi_1862-10-18_01", "ocr_sha256": "299d1e3fb1c8e959174d9e86eb758dc049cf3fbc6fce8b65e3175daa14800404", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1862/10/18_01/bmtnabi_1862-10-18_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1862-10-18-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-10-18_01#c001", "volume": "bmtnabi_1862-10-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "329", "page_fin": "329", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "329", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.1", "debut_caractere": 3704, "fin_caractere_exclue": 4183, "texte": "Inhalt.\nr , v Fr«\"z Joseph Felis. II _ Londoner Briefe (Die Operntheater in der vergangenen Seesen). Von A — Der\nmusicalisclie Veretn .» Gem. - Em Conoer. Ch.rlntt.viUe in America. - Tage,- nnd ün.erh.Hnng, b lat. (Main, Mittel,h.\"\n»rnoh.r h.ngerbnnd Fr.nlern Art., - D„n„..dt, Erüffnnng dar Hofblihn, - S.rns.bnrg, J,„ Becker - Leipzig, I. 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Nr. 43.)\nJetzt war für Fetis nach seiner 'Ueberzeugung der\nAugenblick gekommen, sich eine Stellung in Paris zu\nschaffen. Er verliess Douai im Sommer 1818, ging nach\nParis, gab noch in demselben Jahre einige Phantasieen,\nPräludien und Sonaten für das Clavier heraus und beschäf-\ntigte sich fortwährend mit seinen musicalisch-literarischen\nArbeiten. In den folgenden Jahren schrieb er mehrere\nernste und komische Opern, von denen die eine oder die\nandere Erfolg hatte, andere gar nicht zur Aufführung ka-\nmen, alle aber späterhin ihn selbst nicht befriedigten.\nIm Jahre 1821 wurde er zum Professor der Compo-\nsitionsiehre am Conservatorium ernannt. Acht Monate nach\nBeginn seiner amtlichen Thätigkeit prüfte die Unterrichts-\nCommission: Paer, Lesueur, Berton, Reicha und Boieldieu\nunter dem Vorsitze von Cherubini, seine Schüler, und nach\nder Prüfung richtete Cherubini folgende Worte an ihn:\n«Mein Herr! Die Commission hat Ihre Classe mit grossem\nInteresse geprüft und bei Ihren Schülern das Streben be-\nmerkt, die verschiedenen Stimmen auf natürliche und ele-\ngante Weise melodisch zu führen, eine schwierige Kunst,\nwelche die alten Meister so gut verstanden, welche aber\ngegenwärtig im Absterben ist; mit besonderer Befriedi-\ngung gewahren wir, dass Sie darauf hinarbeiten, sie wie-\nder ins Leben zu rufen.\" Noch ehrenvoller für den Ver-\nfasser sprach sich der grosse Meister in seinem Berichte\nan die Akademie über Fetis' Tratte\nla fugueaus; das Werk wurde im Conservatorium ein-\ngeführt.\nGegen Ende des Jahres 1826 fasste Fetis den Gedan-\nken zu einem Unternehmen, welches viele von seinen\nFreunden für tollkühn und unausführbar hielten. Er be-\ntraf die Gründung einer Zeitschrift für Musik, und zwar\nnur für Musik, was bisher in Frankreich noch nie hatte\nj gelingen wollen. Nach dem ersten Plane sollte Castil-Blaze\nsich mit ihm verbinden und die Berichterstattung über\nOpern und Concerte übernehmen. Frühere Verbindlich-\nkeiten hinderten diesen indess an der Betheiligung, und\nnun entschloss sich lHetis, die Sache allein durchzuführen.\nSeine Freunde waren dagegen, weil die Aufgabe ihrer\nMeinung nach die Kräfte eines einzigen Mannes überstieg.\nTrotzdem beharrte Fetis auf seinem Entschlüsse, und die\nRevue Musicaleerschien zum ersten Male Anfang Februar\n1827 und erlebte acht Jahrgänge bis zum November\n1835. Mit Ausnahme von zehn bis zwölf Artikeln redi-\ngirte er die ersten fünf Jahrgänge allein 8000 Seiten\nin Octav. In den drei ersten Jahren lieferte er jede W7oche\n24 eng gediuckte Seiten, und vom vierten Jahre an 32\nSeiten in grösserem Format. Dabei musste er alle Opern-\nVorstellungen von Bedeutung besuchen, eben so die Con-\ncerte, die verschiedenen Musikschulen, die Werkstätten der\nInstrumentenmacher, die neuen Erscheinungen auf dem\nGebiete der Musik analysiren und beurtheilen, die Schrif-\nten über Theorie u. s. w. und alle musicalischen Journale\naus Deutschland, Italien und England lesen, einen ausge-\ndehnten Briefwechsel unterhalten u. s. w., und bei allem\ndem weder den Unterricht auf dem Conservatorium, noch\nandere begonnene Arbeiten aussetzen. Ja, es kamen zu-\nweilen noch neue hinzu, z. B. eine Beantwortung der\nPreisfrage der Akademie der Niederlande „über den Ein-\nlluss der belgischen Musiker im XIV., XV. und XVI. Jahr-\nhundert (1828, 56 S. 4.); eben so späterhin ein popu-\nläres Buch: Lu Musique Mise\n(1839). Dass nun eine so umfassende literarische Thätig-\nkeit mitunter auch sehr eilfertig betrieben ward und nach\nUmständen betrieben werden musste, soll nicht geläugnet\nwerden, wie auch nicht, dass aus dieser Eile manche Irr-\nthümer in den Sachen und manche Nachlässigkeiten im\nStil entstanden. Daneben schrieb Fetis noch obenein das"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "330", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5398, "texte": "musicalische Feuilleton für die Zeitung Le Temps und zu-\nweilen auch für den National,so dass über eine neue\nOper öfters drei verschiedene Aufsätze von ihm erschienen.\nUebrigens hat die Revue trotz ihrer Mängel\nein zahlreiches Publicum bei den Musik-Liebhabern ge-\nfunden und viel dazu beigetragen, den Geschmack an mu-\nsicalischen Schriften in Frankreich zu wecken und zu för-\ndern. Sie ist noch jetzt ein gesuchtes Bibliothekswerk, da\nsie viele Fragen ihrer Zeit ausführlich behandelt und über-\nall die Ansichten einer gewissenhaften Kritik darlegt.\nIn verschiedenen Schriften hatte Fetis schon zu zeigen\nversucht, dass die Geschichte der Musik eine fortschrei-\ntende Entwicklung in den Formen und eine Vermehrung\nder Mittel zeigt, aber dass in ihrem Object, die Empfin-\ndung anzuregen, nur Umgestaltung Statt gefunden hat. Es\nschien ihm um so nothwendiger, gerade auf diesen Punkt\nhinzuweisen, weil entgegengesetzte Vorurtheile nicht bloss\ngebildeter Weltleute, sondern auch wirklicher Künstler von\nFach d ie Tonkunst als in einem immerwährenden Fort-\nschritt begriffen betrachtet wissen wollten. Diese Ansicht\nführt unausweichbar dahin, alles, was nicht der Gegen-\nwart angehört, als verjährt und abgethan zu betrachten,\nden Glauben des Künstlers an die Wahrheit und Lebens-\nfähigkeit seiner Kunst zu erschüttern, die Empfindungen\nund Eindrücke der vergangenen Generationen für kindi-\nsche Täuschungen zu erklären und die Geschichte der Mo-\nnumente der Tonkunst zu einer Aufzählung der traurigen\nTrümmer einer vergessenen Welt zu machen. Wenn man\nin Auffindung der materiellen Mittel weiter gekommen, so\nverliert sieb, wenn man einen übertriebenen Werth auf\ndiese Mittel legt, die Ursprünglichkeit, und der natürliche\nFluss des musicalischen Gedankens und der Zustand ner-\nvöser Aufregung, in welchen man anhaltend versetzt wird,\nstumpft das Gefühl ab. Allein wie schwer hielt es, dieser\nAnsicht in Paris Eingang zu verschaffen, wo eine unauf-\nhörlich dagegen wirkende Action der Gegenwart sie be-\nkämpfte! Um damit durchzudringen, fasste Fetis den Plan\nzu seinen historischen Concerten im Jahre 1832.\nDer Erfolg zeigte, dass der Gedanke ein glücklicher war.\nDie Concerte mit Musik aus dem XVI. und XVII. Jahr-\nhundert, so wie über die Entwicklung der Oper in Italien,\nFrankreich und Deutschland, erregten eine ausserordent-\nliche Theiinahme und zeigten, dass F6tis' Ansichten über\ndie charakteristischen Eigenschaften der Tonkunst in jeder\nEpoche auf Wahrheit begründet waren. Und doch konnte\ner trotz aller Bemühungen nur eine sehr unvollkommene\nAusführung der betreffenden Musikstücke zu Stande brin-\ngen, da für die Einübung der älteren Musik Zeit und\nSchule fehlten. Aber auch so hatten sie einen beispiellosen\nErfolg. W as würden sie nicht gewirkt haben, wenn eine\nvollendete, dem jedesmaligen Geiste der Composition an-\ngemessene Ausführung zu erreichen gewesen wäre!\n(Um dieselbe Zeit hielt Fetis auch Vorlesungen über\ndie Philosophie und Geschichte der Musik. In dem selbst-\nbiographischen Artikel, aus welchem das Obige und das\nFolgende anszugsweise genommen ist, gibt er die Grund-\nzüge seines Systems der Tonkunst an, das er in zwei noch\nungedruckten Werken: Histoire general de la Musique,\nund: Philoso2ohie de la Musique, vollständig entwickelt hat.)\nGegen Ende des Jahres 1832 erhielt Fetis Anträge\nvon Seiten des Königs Leopold I. und der Regierung von\nBelgien, die Stelle als Capellmeister des Königs und als\nDirector des Conservatoriums zu Brüssel anzunehmen. Im\nMai des folgenden Jahres trat er diese Stellen an.\nSeitdem wirkt er darin durch die allgemeine Leitung\nder Anstalt des Conservatoriums, durch Unterricht in der\nCompositions-Classe, durch die Direction des Zusammen-\nspiels, der Orchester-Proben und der Concerte, und hat\nviele methodische Werke, zunächst zum Zwecke des Un-\nterrichts im Conservatorium, geschrieben, z. B. eine allge-\nmeine Musiklehre, Abhandlung über den Chorgesang,\nHandbuch für junge Componisten und Dirigenten, Me-\nthode des methodes de Piano u. s. w. Achtundzwanzig\nJahre sind (1861) seit der Uebernahme der Leitung der\nAnstalt durch Fetis verflossen. Der allgemeine Ruf dersel-\nben, die ansehnliche Zahl von bedeutenden Künstlern,\nwelche in ihr gebildet worden sind, ihr glücklicher Ein-\nfluss auf den Geschmack und die musicalische Bildung in\nBelgien sind der Lohn der Bemühungen des Directors\nwährend dieser Periode gewesen, und ausgezeichnete Leh-\nrer, die er berufen und deren Talent er zum Theil selbst\nentwickelt hat, haben ihn dabei unterstützt. Um ihm einen\ndauernden Beweis ihrer Liebe und Dankbarkeit für seine\nHingebung an die Anstalt zu geben, haben diese Collegen\nbei der Feier seiner goldenen Hochzeit am 6. October\n1856 sein Brustbild in Erz, ein Werk des berühmten\nBildhauers Wilhelm Geefs, in der Mitte des Hofes des\nv ,\nConservatoriums aufstellen lassen. Die feierliche Enthül-\nlung desselben fand unter dem Andränge eines zahlreichen\nPublicums Statt, nachdem an demselben Tage eine fünf-\nstimmige Messe von Fetis in der Kirche durch die Lehrer\nund Zöglinge des Conservatoriums ausgeführt worden war.\nDas Verzeichniss der gedruckten und ungedruckten\nWerke und Arbeiten von Fetis gibt neben dem obigen\nAbriss seines Lebens einen Beweis von der beispiellosen,\nfast unbegreiflichen Thätigkeit des bedeutenden Mannes.\nEs umfasst:\nI. von (gedruckter) Instrumental-Musik zwölf\nNummern, darunter das oben erwähnte Sextetf für Piano"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "331", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4128, "texte": "zu vier Händen, zwei Violinen, Alt und Bass; eine Con-\ncert-Ouverture und zwei Quintette für Streich-Instru-\nmente— ungerechnet 150 Uebungs- und Prüfungsstücke\nfür das Conservatorium.\n11. Sieben Opern, von denen sechs aufgeführt wor-\nden, darunter LAmant et zwei Acte (1820),\nMarie Stuart, drei Acte (1823), Le Bourgeois de Rheims,\nein Act, zur Krönungsfeier Karl's X. (1824) u. s. w.\n111 Vocal m usik (gedruckt) sechs Nummern, darun-\nter ein Miserere für drei Männerstimmen ohne Begleitung,\nein vierstimmiges Requiem zur Todtenfeier der Königin\nder Belgier (mit sechs Hörnern, vier Trompeten, drei Po-\nsaunen, Saxhorn, Tuba, Bombardon, obligater Orgel, Vio-\nloncell, Contrabass und Pauken, den 14. October 1850).\nIV.Kirche nmusik (ungedruckt), eine fünfstimmige\nMesse mit Orgel, Violoncell und Contrabass, und eine\nMenge Motetten, Litaneien w., und Lamentationes\nJeremiae (ür sechs Stimmen und Orgel.\nV.An (ungedruckter) Instrumental-Musik eine\nMenge Orgelstücke, sechszig Präludien und Fugen, zwei\nQuintette und ein Sextett für Geigen-Instrumente, ein\nQuartett für Pianoforte, eine Sinfonie u. s. w. Alle Ju-\ngendwerke sind vernichtet, folglich bei dem Verzeichnisse\nnicht berücksichtigt.\nVI. Schriftstellerische Werke über Musik,\n44 gedruckte und 15 2O ungedruckte, grösstenteils\nstarke Bände! Da die meisten oben bereits genannt sind,\nso fügen wir nur noch einige Bemerkungen hinzu.\nVon den Solfeges progressifs (Paris, M. Schlesinger)\nwird die fünfte Auflage vorbereitet. Durch Uebersetzun-\ngen last in alle Sprachen verbreitet ist die Musique ä la\nportee de tout le monde(vierte Ausgabe, bei Brandus, Pa-\nris, 1847). Die zweite Ausgabe\nselle (erste Ausgabe von 1834 an, acht Bände gr. 8.) ist\njetzt bis zum vierten Bande vorgeschritten. Der\ncomplet cle la theorie et de la Pa-\nris, Schlesinger, 1844, gr. 8. Sechste Ausgabe, 1857,\nbei Brandus in Paris. Fetis betrachtet dieses Buch und\nden Tratte du Contrepoint et für seine bedeu-\ntendsten Werke. Von den vielen Abhandlungen in den\nMemoires de l'Academie royale de Belgique dürfte die Be-\nantwortung der Frage: „Les\nconnu l'harmonie simultanee\nusage dans leur musique?\" welche auch besonders ab-\ngedruckt erschienen ist, die bedeutendste sein. Ant-\nwort fällt verneinend aus. Ausserdem war er seit 1836\nein fleissiger Mitarbeiter an der\nde Paris und ist es noch.\nVon noch nicht veröffentlichten, aber zum Druck be-\nreit liegenden Werken nennt das Verzeichniss: La Science\nde l'Orgamste,namentlich in Bezug auf die Begleitung des\nChoralgesanges nach römischem Ritus, nebst Auswahl von\nOrgelstiickon (250 Seiten davon sind bereits gedruckt).—\nPhilosophie generale de la M\nGr aduale de tempore ac de s\nnae ecelesiae, cum cantu ex co An-\ntiphonarium divinorum officioru\ntuto etc. Histoire generale de la Musique, wird sechs\nBände in 8. und zwei Bände monumentaler Werke in 4.\nfüllen. Souvenirs d'un vieux Musicien (Memoiren über\nsem eigenes Leben, seine Verbindungen mit Künstlern\nu. s. w. während sechszig Lebensjahren). Eine Ueber-\nsetzung des Tractats von Franco von Köln und eine\nSammlung der theoretischen Werke von Tinctoris. (Vgl.\nBulletin de l'Academie de Belgique. T. XII. 2. Serie,\n1861).\nFetis Gattin (Adelaide Louise Catherine), geboren\n1792, in frühester Jugend, kaum fünfzehn Jahre alt, mit\nihm vermählt, hat sich auch als musicalische Schriftstellerin\ndurch eine französische Uebersetzung von Will. C. Staf-\nford's History of Musicbekannt gemacht:\nla Musique etc. avec des note\nParis, 1832. Hiervon erschien eine deutsche Uebersetzung\nunter dem ungenauen Titel: „Felis' und Stafford's Ge-\nschichte der Musik\" u. s. w. in Weimar, 1835.\nVon seinen beiden Söhnen ist Eduard Fetis (geb.\n1812) Bibliothecar an der k. belgischen Bibliothek und\nProfessor der Aesthetik an der Akademie der schönen\nKünste zu Brüssel, auch im Auslande durch seine Feuille-\ntons über Musik und andere Künste in der Zeitung Inde-\npendance vorteilhaft bekannt. Seine Artikel sind mit XX\nunterzeichnet. Der zweite Sohn Adolph (geb. 1820) ist\nMusiker, Ciavierspieler und Componist. Seine einactige\nOperette: Le Major Schlagmann,wurde 1859 mit Bei-\nfall auf dem Theater der Bouffe aufgeführt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-10-18-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-10-18_01#c003", "volume": "bmtnabi_1862-10-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "331", "page_fin": "333", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.2.3", "titre_corps": "Londoner Briefe.", "titre_sommaire": "Londoner Briefe.", "signature_source": "A", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "331", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.3", "debut_caractere": 4130, "fin_caractere_exclue": 4768, "texte": "Londoner Briefe.\n\n[D ie' 0 p ern th ea ter in der vergangenen Season.]\nSeien Sie nicht bange, dass ich Ihre Leser und Sie\nmit der Aufzählung aller Einzelheiten, die sich alljährlich\nbei den hiesigen italiänischen Opern wiederholen, langwei-\nlen werde; ich will nur eine Nachlese auf dem Felde un-\nserer dramatischen Musik halten, welches in diesem Jahre\nden beiden Unternehmern von Coventgarden und Her Ma-\njesty's Theatre,noch mehr aber den Sängerinnen und Sän-\ngern reichliche Aernten getragen hat. Ob auch der Kunst?\nfragen Sie vielleicht. Nun, durch einzelne Aufführungen,\nia, und durch das ganze Repertoire wenigstens auch etwas\n\n[•:"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "332", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5323, "texte": "mehr, wie sonst, da der Wiederholungen der abgedrosche-\nnen Opern doch weniger waren und einige ältere, mehr\nclassische, im Ganzen gut gegeben und wiederholt staik\nbesucht wurden.\nIn Coventgarden begann man allerdings mit alten Pa-\nradeplerden, wie Norroa und Lucrezia Botgia, ohne sich\nselbst die Mühe zu geben, sie neu und glänzend heraus-\nzuputzen. Sie rnussten aber bald Weiken wie Don Gio-\nvanni, Wilhelm Teil und Barbier von Sevilla weichen,\nwelche einen Erfolg halten, der sowohl den Impiesano\nals den Dirigenten Costa in Verwunderung setzte. In der\nThat wurde jede von diesen Opern zehn bis zwölf Mal\ngegeben, so dass die gute Musik fast noch in keinem Jahre\nso vom Publicum gewürdigt worden ist, als in diesem.\nVon den neuen Sängerinnen verschwand eine Englän-\nderin mit italiänischem Namen (Gordosa) und selbst die in\nParis viel, aber freilich etwas übertrieben gefeierte Marie\nBattu vor der anmuthigen, jugendlichen, mit schöner\nStimme und Schule begabten Adelina Patti. Aus frühe-\nrer Zeit bekannte Mitglieder waren die Damen Czillag,\nPenco, Nantier-Didiee, Rudersdorf, Tagliafico und in eini-\ngen Vorstellungen Madame Miolan-Carvalho aus Paris. Zu\nden bekannten Grössen Mario, Tamberlik, Gardoni, Neri-\nBaraldi, Formes kamen Delle Sedie und der tüchtige eng-\nlische Bariton Santlev, auch laure aus Paris, leiner ein\npaar Italiäner, Nanni und Capponi, als Bässe, die aber\nnichts Besonderes leisteten.\nDer „Trovatore\" und die „Favorita\" (mit Frau Czil-\nlag als Leonora) erlebten beide nur eine Wiedel holung,\ndagegen füllte Meyerbeer's „Prophet\" mit der Czillag als\nFides und Tamberlik als Johann von Leyden die Mal das\nHaus. „Dinorah\" ging mit Mad. Miolan-Carvalho, Gar-\ndoni (Correntin) und Faure über die Bühne. Adeline Patti\ntrat zuerst in der Sonnambula auf, ihr Empfang war ein\ntobender Beifallssturm! Ihre Stimme scheint an Fülle ein\nwenig zugenommen zu haben, die Coloratur ist noch voll-\nendeter geworden, als sie im vorigen Jahre war. Den El-\nvino sang Gardoni. Mario trat in Verdi s\nchera auf, was die Blätter natürlich als das Ereigniss der\nSeason priesen! Uebrigens muss man gestehen, dass er\nim Barbiere den Grafen Almaviva noch immer vortrefflich\nsingt und spielt; aber dass er auch den Masanielio in der\nStummen, den kräftigen Volkshelden, noch gibt, ist eigent-\nlich jedem anderen als dem englischen Publicum in Co-\nventgarden gegenüber ein wahrer Hohn, den allein che\nunvertilgbare Pietät dieses Publicums gegen berühmte\nRuinen zu ertragen fähig ist. Ausser dem Schlummerliede\nund dem Abschied von seiner Fischerhütte ist dieser Ma-\nsanielio so zahm und vorsichtig bei allen Ausbrüchen sei-\nner Wuth, dass man von ihm so gut wie gar nichts ver-\nnimmt. Adelina Patti sang die Rosine im Barbier aller-\ndings mit vielem Reiz und grosser technischer Fertigkeit,\nallein sie gehört leider auch zu den Sängerinnen, welche\nzu glauben scheinen, dass Rossini nur das Skelett der Me-\nlodie gegeben und sonst nichts als Tactstriche gemacht\nhabe, zwischen die der Sänger hineinträllern könne, was\nihm beliebt. Der Witz eines Humoristen, dass sie die Par-\ntie „ä la rossignot, aber nicht „ä la Rossini\" gesungen,\nist treffend genug. Hörte Rossini selbst diese Vortrags-\nweise, so würde er wiederholen, was er sarkastisch genug\nvor Kurzem einem hohen Dilettanten, der ihm zu dem\nandauernden Erfolge seiner Musik Glück wünschte, gesagt\nhaben soll: „O, das ist noch nichts: meine Musik wird\nerst recht gefallen, wenn sie ganz verändert sein\nwird!\"\nEine neue Sängerin, Antonietta Fricci, die ich\noben zu erwähnen vergessen habe, brachte uns eine neue\nValentine in den Hugenotten, für ein Debüt ein Zeichen\nvon Kühnheit und Selbstvertrauen. Sie schlug zwar nicht\ndurch, allein sie ist schön und hat bedeutende Stimmmittel,\nderen vervollkommnete Behandlung ihr wohl eine rühm-\nliche Laufbahn eröffnen dürfte. Mario als Raoul war nur\nim vierten Acte genügend. Der deutsche Tenor Wach-\ntel, der am 7. August als Edgardo in der Lucia auftrat,\ngefiel nur zum Theil; seine schöne Stimme fand Anerken-\nnung, allein der gänzliche Mangel an Schule und Aus-\nsprache und etwas Ungebildetes in seinem ganzen Wesen\nmachten einen Erfolg unmöglich. Die hübsche Marie\nBattu sang ihre erste Partie, Gilda im Rigoletlo, unter\nsichtbarem Zittern und Zagen; in späteren Vorstellungen\nerwarb sie mit Recht Beifall.\nGrosses und dauerndes Interesse erregte Meyerbeer's\n„Robert der Teufel\" mit neuer, glänzender Ausstattung\nund folgender Besetzung: Mad. P enco (später Antonietta\nFricci)—Alice; Mad. Miolan-Carvalho (später Marie\nBattu)—Isabella; Tamberlik Robert; Bertram\nFormes; Neri-Baraldi Raimbaut. Die Oper wurde\ndrei Mal hinter einander gegeben und später auch noch\nwiederholt. Dass Fiotow's „Martha\" nicht fehlte, versteht\nsich von selbst; das erste Mal sang die Penco die Lady,\ndas andere Mal die Patti; Letztere trug den Preis davon.\n„Die letzte Rose\" trug sie in der That unbeschreiblich\nschön vor. Nach Abgang der Miolan erregte sie auch noch\nals Dinorah grossen Enthusiasmus, wie sie denn überhaupt\nder glänzendste „Stern\" der Season in Coventgarden war.\nFür Her Majesty's Theater war Fräulein Titjens die-\nser Stern. Auf dieser Bühne wurden meist dieselben Opern\ngegeben, wie auf der anderen; zu den classischen kam\naber hier noch als eine neue Zierde „Figaro's Hochzeit\"\nvon Mozart hinzu, welche im Ganzen recht gut und im"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "333", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3577, "texte": "Einzelnen ganz vorzüglich gegeben wurde. Wenn auch\nden Arien und Duetten der Preis der Aufführung gebührte,\nso wurden doch auch das herrliche Finale des ersten Actes\nund das grosse Sextett im zweiten sehr gut gesungen und\ngespielt. Fräulein Titjens entfaltete als Gräfin in den\nbeiden Arien den ganzen Zauber ihrer reichen Mittel\ndurch einen einfachen, seelenvollen Vortrag. Die englische\nSängerin Louisa Pyne, zuweilen eine etwas gar zu raffi-\nnirte Susanna, sang die F-dur-kvxe trotzdem einfach und\ninnig. Dass das Schreib-Duelt Beider wiederholt werden\nmussle, versteht sich von selbst. Der Page Gherubino fand\nin Fräulein Trebelli eine so reizende Darstellerin und\ntreffliche Sängerin (die nur-ein paar willkürliche Aende-\nrungen in der Arie Voi che sapehätte vermeiden sollen!),\ndass man die Transposition ihrer Solo-Gesangslücke dar-\nüber fast vergass oder wenigstens übersah. Gassi er war\nein lebendiger und musicalisch so sicherer Figaro, dass\nsein Spiel durch den Gesang gewisser Maassen erst recht\nillustrirt wurde; der Graf fand in dem Bariton Santley\neinen ausgezeichneten Vertreter; seine Arie:\nmentfio sospiro\", erregte und verdiente stürmischen Bei-\nfall. Unter dem übrigen Personal dieser Bühne waren die\nSängerin Carlotta Marchisio und der Tenor Giuglini\nauszuzeichnen. Letzterer trat auch als Componist mit einer\nCantate auf, die er zu seinem Benefiz gab, hat aber da-\ndurch seinen Ruhm nicht vergrössert.\nNach dem Schlüsse der beiden itaüänischen Opern\neröffnete die English Opera Association ihre Vorstellungen\nim Coventgarden-Theater. Die Gesellschaft unter dem Vor-\nsitze des Grafen von Westmoreland ist jetzt in ihr sieben-\ntes Jahr getreten; technische Directoren sind Miss Louisa\nPyne und Mr. Harrison (Tenor), das Orchester leitet der\ntüchtige Musiker Mr. Mellon. Neben Miss Pyne singt Ma-\ndemoiselle Parepa erste Sopran-Partieen; Mad. Laura Bax-\nter hat eine schöne Altstimme, ist aber noch Anfängerin;\nBariton und Bass haben in den Herren Santlev und Weiss\ngute Vertreter, der Tenor ist am schwächsten besetzt. Der\nZweck des Vereins (die Actie zu 2 L. St.) ist, englische\nOpern zu geben; das ist aber so zu verstehen, dass vor-\nzugsweise Opern mit englischem Text und mit Musik von\nenglischen oder in England nationalisirten Componisten\naufgeführt werden sollen, daneben aber auch English\nAdaptationsand Translationsaus dem Französischen, Deut-\nschen und Italiänischen, da man natürlich ohne diese „An-\npassungen und Uebersetzungen\" nur ein sehr beschränk-\ntes Repertoire haben würde.\nMit Benedicts beliebter „Lily of Kittarney\"—-Miss\nPyne als Colleen Bawn wurde die Bühne Ende August\neröffnet. Das Haus war gedrängt voll und das Publicum\nso voll Enthusiasmus, dass fast jede Nummer ge-\nrufen.wurde. Daraufkam Balfe's „Rose von Castilien\"\ndaran und dann Meyerbeer's „Dinorah\" —Miss Parepa\nmit englischem Text. Später wechselte Wallace's\n„Lurline\" mit Auber's „Kron-Diamanten\" ab. Als Lur-\nline trat eine Miss Dobson zum ersten Male auf und gefiel.\nBereits droht aber dieser eine Concurrenz\nin einer zweiten, welche denselben Zweck ankündigt\nund Her Majesty's Theatergemiethet haben soll. Als\nPrima-Donna wäre Fräulein Titjens gewonnen was\ndieses Mal freilich ein richtiger Ausdruck sein würde\nund Henry Leslie als Orchester-Dirigent engagirt. Diese\nOper will jedoch erst im December ihren Tempel öffnen.\nBedeutende Blätter, auch Musical World, eifern gegen\ndiese Concurrenz. Wer London kennt, wird auch beschei-\ndene Zweifel hegen, ob der locale Kunst-Patriotismus schon\nso weit erstarkt sei, um zwei englische Opernbühnen\nüber Wasser zu halten.\n\nA."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-10-18-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-10-18_01#c004", "volume": "bmtnabi_1862-10-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "333", "page_fin": "334", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.2.4", "titre_corps": "Der musicalische Verein in Gera.", "titre_sommaire": "Der musicalische Verein in Gera.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "333", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.5", "debut_caractere": 3579, "fin_caractere_exclue": 5122, "texte": "Der musicalische Verein in Gera.\nDas Ausland nennt jetzt mehr wie je Deutschland das\nLand der Musik; selbst Frankreich, das auf manches längst\nbei ihm Heimische mit Recht stolz, auf Vieles mit Unrecht\neitel ist, bequemt sich, nicht nur deutsche Musik zu ma-\nchen, sondern allmählich von der vorgefassten Meinung,\ndass Paris allein den Künstlerruf mache, zurückzukommen,\nund ist schon drauf und dran, anzuerkennen, dass vor Al-\nlem der Beifall und die günstige Kritik in Deutschland\ndem Künstlerrufe die Weihe gebe. Das hat nun haupt-\nsächlich die Verbreitung der Musik über ganz Deutschland\nbewirkt, und zwar der guten Musik, welche im Ganzen\ngenommen, wenn auch im Theater nicht überall, doch in\nallen Concertsälen die Herrschaft führt. Engländer und\nFranzosen erstaunen, dass man in Deutschland, welches\nkein London und kein Paris hat, ein so übereinstimmen-\ndes Urthei! über musicalische Werke und über ausübende\nKünstler findet, und dass im Allgemeinen und im Grossen\nder Geschmack von der Memel bis zum Rheine derselbe\nist. Es dürfte in dieser Beziehung von Interesse sein, we-\nnigstens den Haupt-Inhalt der Programme aller Concert-\nInstitute in Deutschland, deren Zahl freilich Legion ist, für\njedes Jahr zusammen zu stellen; es würde sich daraus die\neben ausgesprochene Behauptung rechtfertigen, zugleich\naber auch sich ergeben, dass daneben sich doch gewisse\neigentümliche Geschmacks-Physiognomieen der verschie-\ndenen Zuhörerschaften je nach den verschiedenen Gauen\nund verschiedenen Leitungen der Concert-Anstaltcn be-\nmerken lassen."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "334", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2461, "texte": "Uns veranlasst in diesem Augenblicke der Rechen-\nschafts-Bericht über die zehnjährige Thätigkeit des mu-\nsicalischen Vereins in Gera, einer kleinen hübschen Resi-\ndenzstadt in Thüringen, zu obigen Betrachtungen. Dieser\nVerein hat unter der Leitung des talentvollen Componisten\nWilhel m Tschirch, hochfürstlichen Capellmeisters da-\nselbst, während der angegebenen Periode neun Orato-\nrien, dreiundzwanzig grössere Gesangwerke mit\nOrchester und sechszehn Sinfonieen aufgeführt,\nausserdem aber auch auswärtige Künstler von Ruf zu Solo-\nVorträgen veranlasst.\nUnter den Oratorien finden wir Haydn's „Schöpfung\"\nund „Die Jahreszeiten\", Mendelssohn's „Elias\" und „Pau-\nlus\", Löwe's „Die sieben Schläfer\", Reinthaler's „Jephta\nund seine Tochter\", Händel's „Alexanderfest\", Schumann's\n»Paradies und Peri\".\nUnter den Gesangwerken mit Orchester: „Im Walde\"\nfür Solo, Chor und Orchester von Jul. Otto, Marlin Lu-\nther von Nohr (2 Mal), Die Zigeuner von J. Becher, Die\nerste Walpurgisnacht von Mendelssohn (2 Mal), Meeres-\nstille und glückliche Fahrt von Beethoven (2 Mal), Die\nGlocke von A. Romberg (2 Mal), Erlkönigs Töchter von\nGade, Lorelei-Finale von Mendelssohn,- Schön Rohtraut\nvon Schumann (für Solo, Chor und Orchester), Hymne\n(eben so) von Spohr, Der 125. Psalm von F. Hiller, Die\nHochzeit der Thetis von Löwe, Das Turnier von W. Tschirch,\n„O weint um sie\" von F. Hiller, Die nächtliche Heerschau\nvon Titl, An die Künstler von Liszt, Gesang aus Faust vom\nFürsten Radziwill, Der Morgen (für Sopran und Männer-\nchor) von Führer, An die Künstler von Mendelssohn, Pre-\nciosa von Weber, Die Flucht nach Aegypten von Berlioz,\nMeeresstille u. s. w. von Fischer, Morgengesang (für So-\npran-Solo, Chor und Orchester) von Gade, Hymne an die\nheilige Cäcilia von Spohr, Lorelei von F. Hiller, Schnitter-\nchor aus Prometheus von Liszt.\nSinfonieen wurden gegeben von Beethoven (I. [2 Mal],\nIL, IV., V. [2 Mal], 111. [2 Mal], VII., VI.), von Mozart\n{G-moll, Es),Haydn {D-dur, Spohr (Weihe der\nTöne), Mendelssohn (A-moll),W. Tschirch (symphonische\nPhantasie), Gade (B-dur),Rubinstein (Ocean).\nUnter den Ouverturen-Componisten bemerken wir\nWeber, Mendelssohn, Rossini, Gade, W. Tschirch, Mer-\ncadante (Ouvertüre über Stabat Mater von Rossini —?),\nReethoven, Schumann (Genovefa), Lindpaintner, Berlioz\n(Vehmrichter), Gluck, Herzog Eugen von Würtemberg\n(zum „Wald von Hohenelbe\"), Spontini, F. Lachner,\nSchindelmeisser, Meyerbeer (Dinorah), Richard Wagner,\nRiccius, Cherubini, Spohr."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-10-18-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-10-18_01#c005", "volume": "bmtnabi_1862-10-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "334", "page_fin": "335", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.2.5", "titre_corps": "Ein Concert in Charlotteville in America", "titre_sommaire": "Ein Concert in Charlotteville in America", "signature_source": "C. B. E", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "334", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.6", "debut_caractere": 2463, "fin_caractere_exclue": 4973, "texte": "Ein Concert in Charlotteville in America\n\n*).\nUniversity of Virginia bei Charlotteville.\nUnsere Universität wurde mit dem 1. October vor\nAusbruch des gegenwärtigen Krieges wieder eröffnet.\nEs hatten sich indess nicht viel über hundert Studenten\neingefunden, die sich jedoch nach und nach auf sechshun-\ndert und darüber vermehrten. Das Leben ist in diesem\nJahre ruhiger und langweiliger, als sonst; vergebens stehen\ndie lungernden Restaurants an den Pforten ihrer Para-\ndiese und lauern gierig, ob sich kein Schaf in ihren Fang-\nstall verirren will. Die Studenten scheinen sich verabredet\nzu haben, allen Lockungen zu widerstehen.\nUnser Leben ist Arbeiten und Schlafen, und Schlafen\nund Arbeiten. Es wäre zum Verzweifeln, wenn sich nicht\nzuweilen einmal ein Kunstreiter, Taschenspieler oder Zau-\nberer in diese Region von Schmutz und Morast verirrte.\nSo vernahmen wir denn auch vor einigen Tagen mit Be-\ngeisterung, dass die seit mehr als zwanzig Jahren be-\nrühmte Sängerin Parodi und mit ihr „die americanische\nPrima Donna assoluta\"Miss May in Charlotteville ange-\nkommen. Trotz des fürchterlichen Wetters, welches am\nConcerttage tobte, und trotz des halsbrechenden Weges\nvon der Universität nach der Stadt ermannte ich mich, zog\nmeine Jagdstiefeln an, empfahl meine Seele Gott und tappte\nim Finstern voran. Gegen Zahlung von einem Dollar er-\nhielt ich einen Stehplatz im Saale; da aber auch die Sitz-\nplätze noch sehr leer waren, ging ich nach dem Vorzim-\nmer zurück, um die Ankommenden mustern zu können.\nHier stand der Concertmeister Strakosch und liess in\nfieberhafter Bewegung die Billets aus einer Hand in die\nandere gleiten, während er durch die gepressten Lippen\ndie Worte murmelte: „Kaum hundert Dollars! Es ist zum\nkrank werden!\"\nIch tröstete ihn freundlich mit der Hoffnung auf bes-\nseres Wetter: das würde ihm morgen ein volles Haus\nbringen.\n„Gott gebe es!\" war sein Seufzer.\nIndess fuhr der Omnibus des Hotels vor, welcher die\nConcert-Gesellschaft brachte. In demselben Augenblicke\nöffnete der Himmel alle seine Schleusen und verwandelte\nden Boden in einen See. Der Wagen hielt, aber Keiner\nhatte den Muth, auszusteigen, während drinnen im Wa-\ngen ein allgemeines Fluchen und Verwünschen tobte. End-\nlich schwingt sich der Pianist todesmuthig heraus, aber, o\nSchrecken und Schmach der Künstlergrösse! in dem Augen-\n\n*) Aus dem nächstens erscheinenden Buche: „Americanische Skiz-\nzen und Zustände der Gegenwart. Yon einem höheren Officier\nder Südstaaten\" handschriftlich mitgetheilt.\nDie Redaction."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "335", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2072, "texte": "blicke liegt er auch schon der ganzen Länge nach in der\nwogenden Lache. Während er sich aufrafft und mit elasti-\nschen Sprüngen ins Trockene eilt, ertönt nun erst recht\ndie Jeremiade im Omnibus. Man ruft einige am Hause\nstehende Schwarzen an, eine Brücke zu legen, um ins\nHotel gelangen zu können, aber sie schütteln die Wollen-\nhäupter und rühren sich nicht.\nEndlich schleppt ein Mitleidiger einen gewaltigen Stein\nherbei und schleudert ihn mitten in die Pfütze, dass rings-\num der flüssige Schmutz aufspritzt. Neuer Jammer, neues\nToben, Corpo di bacco, Per bacco di diavolo und andere\nitaliänische Flüche in dem Wagenkasten! Jetzt stolpert ein\nDilettant, ein Kunst-Enthusiast, mit einem Tigerfell um-\nhüllt, heraus und versetzt Einem der Schwarzen einen\nHieb, dass derselbe heulend davonläuft. Nothgedrungen\nentschlüpfen nun auch die Uebrigen dem trockenen Be-\nhälter, schweben wie Nachteulen, die das Licht scheuen,\ndurch den Vorsaal in das Nebenzimmer, bringen dort die\nToilette so gut als möglich wieder in Ordnung und er-\nscheinen im Saale, zuletzt auch der Pianist, in Eile zu\neinem neuen und noch so ziemlich reinlichen Menschen\numgeschaffen.\nDas Concert begann; doch gleich bei den ersten Ge-\nsangstücken rief ich mit Caspar: „Samiel hilf!\" denn die\nLeistung der Parodi stand unter Null. Und wie ward mir\nvollends, als die Stimme der americanischen\nassoluta sich hören liess! Der Saal wurde mir zum Feg-\nfeuer, erst zog ich den Kragen über die Ohren, bald aber\nich mein Haupt und rettete mich zur Thür hinaus.\nDas Unwetter tobte noch ärger, und ich musste mich\nentschliessen, hier zu bleiben. Aber in dem einzigen Hotel\nder Stadt waren alle wohn- und schlafbaren Zimmer von\nder Concert-Gesellschaft und von einer grossen Zahl von\nPastoren in Beschlag genommen, welche im oberen Stock\neinen frommen Congress hielten, während unten die Welt-\nkinder den diabolischen Kunstgelüsten fröhnten.\nIch musste in Sturm und Regen nach Hause, aber ver-\nschwor mich hoch und theuer, mich nie wieder durch\neine americanische Prima Donna in Versuchung führen\nzu lassen.\n\nC. B. E."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1862-10-18-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1862-10-18_01#c006", "volume": "bmtnabi_1862-10-18_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "335", "page_fin": "336", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "335", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.7", "debut_caractere": 2074, "fin_caractere_exclue": 6378, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMainz« Der „Mittelrheinische Sängerbund\" hat sich nun defi-\nnitiv constituirt und besteht aus folgenden Vereinen mit etwa 500\n.Sängern: „Mainzer Liedertafel\", „Männer-Gesangverein\", Verein\n.„Frauenlob\", Verein „Liederkranz\", sämmtlich in Mainz, „Gesang-\nverein\" in Castel, „Harmonie\" in Alzey, „Sängerbund\" in Worms\nund „Harmonie\" in Oppenheim. Als Vorort des Bundes ist die\n.„Mainzer Liedertafel\" (Präsident Herr Notar Dr. Bruch) bestimmt.\nDas Gastspiel des Fräuleins Artot, welche im „Barbier\", „Re-\ngimentstochter\"' und „Troubadour\" auftrat, war von einem immensen\nErfolge begleitet. Das Haus war jedes Mal vollständig ausverkauft\nund jubelnder Beifall nebst vielfachen Hervorrufen begleitete die\nwirklich ausgezeichneten Leistungen der vortrefflichen Künstlerin,\nwelche sowohl in Bezug auf Kunstfertigkeit in gesanglicher Bezie-\nhung, als auf lebhafte, pikante und echt künstlerische Darstellung\nauch den strengsten Anforderungen vollkommen genügen müssen,\nund wir fühlen uns dem Director unserer Bühne, Herrn Ernst, zu\nlebhaftem Danke verpflichtet für den seltenen Genuss, den er dem\nhiesigen Publicum durch die Vorführung dieses berühmten Gastes\nzu verschaffen bemüht war. Dass derselbe dabei, trotz der 1000\nFrancs, welche Fräulein Artöt für jedes Auftreten erhielt, dennoch\nein recht gutes Geschäft machte, ist ihm recht gern zu gönnen. Dass\ndie Schwächen unserer einheimischen Künstler neben einem solchen\nStern erster Grösse um so auffallender hervortraten, ist nicht zu\nverwundern und darf auch für das Urtheil über die ferneren Lei-\nstungen der ersteren nicht maassgebend sein. Allein wiederholt müs-\nsen wir gegen das Uebereilen der Tempi uns aussprechen, welches\nauch in den oben genannten Opern sich wieder häufig und recht\nunangenehm bemerklich machte, so wie auch eine Confusion, wie\nsie bei dem Vortrage der so einfachen Tyrolienne in der „Regiments-\ntochter\" im Orchester sich bemerklich machte, hoffentlich nicht wie-\nder vorkommen wird.\n19armsfa€lt« Am 14. September wurde unsere Hofbühne\nnach viermonatlichen Ferien wieder eröffnet. Wir sind es seit Jah-\nren gewohnt, dass unser Bühnenleiter nichts darauf hält, ein tüchti-\nges Ensemble, diese Grundbedingung guter Leistungen, herzustellen\nund solches dem Institute zu erhalten. Jedes Jahr bringt eine mehr\noder minder grosse Anzahl neuer Mitglieder an die darmstädter\nBühne, Eintagsfliegen, die mit dem Schlüsse der Saison uns gewöhn-\nlich wieder verlassen, um durch Andere, zumeist nicht Bessere, er-\nsetzt zu werden. Die jetzt begonnene Saison biingt in der Opei\nallein sechs neue Mitglieder. Es sind dies die Damen Bertram-\nMeyer, Prima Donna, Rohnthal, Altistin, Himmer, jugendliche\nSängerin, Schwefelberg, Coloratursängerin und höhere Soubrette,\nund die Herren Himmer, Tenor, und Greger, hoher Bass. Im\nSchauspiel, in wTelchem der weitaus grösste lheil der Fächer un-\ngenügend oder gar nicht besetzt ist, hat man sich mit dem Engage-\nment eines jugendlichen Liebhabers, Herrn Wittmann, begnügt,\nund glaubt damit Alles gethan zu haben, um dem Stiefkinde unse-\nrer Bühne aufzuhelfen. Als Eröffnungs-Vorstellung waren, nachdem\nman lange zwischen „Fidelio\" und „Troubadour\" les extremes se\ntouchent geschwankt, endlich „Die Hugenotten\" zum Vorschein\ngekommen.\nDer vortreffliche Violin-Virtuose Jean Becker\ngab am \"24. September im grossen Saale des Bahnhofes in Kehl\nein glänzendes Concert zum Besten eines verunglückten Eisenbahn-\nBediensteten. Er wurde unterstützt durch die ausgezeichnete Pianistin\nFräulein E. Desmaisons aus Paris, die Herren Scheffer und\nSeifart und andere Künstler, so wie durch den Männer-Gesang-\nverein von Kehl. Alle vorgetragenen Piecen wurden mit dem lebhaf-\ntesten Beifalle aufgenommen, und ein grosser Theil der Bewohner\nKehls begleitete den Veranstalter des Concertes, welches eine be-\ndeutende Einnahme ergab, als Zeichen besonderer Anerkennung bis\nan seine Wohnung in Strassburg zurück.\nXjeipzig« Das erste Gewandhaus-Concert ist sehr gut ausge-\nfallen Vieuxtemps wurde mit rauschendem \"Willkommen bcgiüsst\nund nach seinen Vorträgen gerufen. Die Sängerin Fräulein Ju-\nlienne Orwil ist eine ausgezeichnete Künstlerin. Wir freuen uns,\nsie im fünften Concerte noch einmal zu hören. Am 8. d. Mts. sang\nsie im dresdener Abonneinents-Concerte unter Rietz s Direction. Sie"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "336", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5591, "texte": "geht später als Kammersängerin der Grossfürstin Helene nach Pe-\ntersburg. Die Viardot-Garcia ist ihre Lehrerin gewesen.\nDer Organist an der Nicolaikirche in Leipzig, Christian\nHermann bchellenberg, ist 46 Jahre alt gestorben. Als sein\nNachfolger wird C. F. Richter genannt.\n(Musicalische Instrumente für die Philippinen-Inseln.) Der kö-\nniglich sächsische Commissar bei der preussischen Expedition nach\nChina, Japan, Siam, Gustav Spiess aus Leipzig, em-\npfahl bei einem öffentlichen mündlichen Vortrage über die Handels-\nVerhaltnisse Ostasiens, den er am 3. d. Mts. auf Veranlassung des\norstandes für die in Leipzig anwesenden fremden Kaufleute\nhielt, als Export-Artikel nach der Insel Lupon hauptsächlich musi-\ncalische Instrumente, da nirgends in jenem Himmelsstriche so viel\nMusik gemacht werde und verhältnissmässig so gute Musik, als in\nManila und sogar auf dem Lande.\nIn Chemnitz starb am 2!). August der auch als Componist be-\nkannte Musiklehrer Adolf Bergt.\nDresden. Am 13. September ging Marschner's „Hans Hei-\nling,k in Scene. Herr Degel gab die Titelrolle in würdiger Weise,\nbesonders in lyrischen Stellen, während auf der anderen Seite mehr\ndämonisches Element zu wünschen gewesen wäre. Er ärntete übri-\ngens reichen und wohlverdienten Beifall. Dessgleichen verdiente Fräu-\nlein Alvsleben als Anna alle Anerkennung. Vortrefflich war Herr\nSchnorr von Carolsfeld als Conrad.\nAm 15. September kam „Oberon\" zur Aufführung. Frau Bürde-\nNey sang die Rezia und namentlich die grosse Arie des zweiten\nActes mit der ihr eigenen Meisterschaft. Frau Jauner-Krall als Fa-\ntime war vortrefflich, so wie auch die Herren Tichatscheck (Oberon)\ndnd fechaife (Scherasmin) in ihren Rollen nichts zu wünschen übrig\nHessen.\nAm 7. October starb in Hietzing nach längerer Krankheit die\n»'chwägeiin des Directors Carl, die verwitwete ehemalige königlich\nbaierische Hof-Schauspielerin Josephine Flerx, geborene Lang.\nSie hinterlässt einen Sohn, den bekannten Regisseur Louis Flerx,\nund drei verheirathete Töchter.\nWien. Die hiesigen Concert-Institute veröffentlichen bereits\nihre Programme für die nahende Saison und laden zum Abonnement\nein. Die Gesellschaft der Musikfreunde gedenkt in ihren vier Orche-\nster-Concerten aufzuführen: Handelns „Messias\" (am 9. November\nzur Gedächtnissfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Gesellschaft),\nferner ein „neues\" Violin-Concert von Mozart, die Eroica von Beet-\nhoven, desselben „Meeresstille und glückliche Fahrt\", Mendelssohn's\n„Lobgesang\", Schumann's „Nachtlied\", Brahm's „Serenade\" (A-dur)}\nPerfall s „Dornröschen\". In Concerten ausser dem Abonnement sollen\nausserdem zur Aufführung kommen: S. Bach's Cantate „Ich hatte\nviel Bekümmerniss\", Schuberts Oster-Cantate „Lazarus\", Cherubini's\nRequiem (C-mott) und zwei „Preis-Sinfonieen\". Die philharmoni-\nsche Gesellschaft kündigt acht Concerte in zwei Cyklen an mit fol-\ngendem Programm: S. Bach's Passacaglia, instrumentirt von H.\nEsser, Bargiel's Medea-Ouverture, Beethoven'« Leonoren-Ouverture\nNr. 3, Musik zu Egmont, dann die 2., 4. und 9. Sinfonie; Gluck's\nIphigenien-Ouvertüre, Haydn's Franz Lachner's neue\n„Suite\", Mendelssohn's Melusinen-Ouverture, A-mott-Sinfonie, Som-\nmernachtstraum-Musik und Walpurgisnacht; Mozart's JEb-Sinfonie,\nSchubert's C'-Sinfonie, Schumann's Es-Sinfonie und Ouvertüre zu\nGenovefa, Spohr's Ouvertüre „im ernsten Stil\". Die Sing-Akade-\nmie hat ihre Uebungen wieder aufgenommen und beabsichtigt, die-\nsen Winter nicht Händel's Dettinger Te Deum, sondern das Orato-\nrium „Belsazar\" aufzuführen.\nParis. Man ist hier ziemlich überrascht durch das Engagement\ndes Tenoristen Mario an der grossen Oper, wo er im Jahre 1838\nzum ersten Male als Robert auftrat, und findet es etwas kühn von\ndiesem Künstler, dass er seine früheren Parade-Rollen im Teil, Trour\nbadour, Robert, Prophet und Favorite wieder singen will. Eine an-\ndere Ueberraschung hat Herr Calzado dem pariser Publicum bereitet,\nindem er die Eintrittspreise für die italiänische Oper erhöhte.\nIn Paris starb am 2. October in einem Alter von 75 Jahren\nder Erfinder der musicalischen Sprache und Telephonie FranQois\nSudre. Die Telephonie kam im Jahre 1841 in der Marine und\nspäter auch in der Armee bei verschiedenen Gelegenheiten zur An-\nwendung. Ein offlcieller Bericht, welcher darüber erstattet wurde,\nerklärte, dass diese Erfindung „für Frankreich nützlich sei und ihm\nEhre mache\". In der Ausstellung von 1855 erhielt Sudre eine aus-\nnahmsweise Belohnung von zehntausend Francs, und in der gegen-\nwärtigen londoner Ausstellung die grosse Ehren-Medaille. Sein letz-\ntes Unternehmen war ein ideologisches Wörterbuch seiner musicali-\nschen Sprache mit der Uebersetzung in vierzehn Dialekte. Er konnte\ndieses Werk nicht mehr vollenden.\nIn Neapel starb dieser Tage Vincenz Firdo, der letzte\nSchüler Paesiello's, in einem Alter von 85 Jahren.\nEine der beiden Sängerinnen Marchisio wird sich mit dem\nGeneral Cialdini vermählen.\nliOndon. Man versichert, dass Herr Gye, der Director der\nOper in Coventgarden, in diesem Jahre nach Abzug aller enormen\nKosten, z. B. 2500 Frcs. täglich für das Orchester ohne das Hono-\nrar des Dirigenten Costa, nicht weniger als eine Million Frcs.\nals Gewinn übrig behalten hat.\nDie Damen der londoner Vocal Association haben ihrem Diri-\ngenten, dem Componisten Benedict, als Zeichen der Anerkennung\nseiner vorzüglichen Leistungen einen prachtvollen Schreibtisch sammt\nGarnitur mit einer sehr schmeichelhaften Adresse übergeben.\nBei Gelegenheit der tausendjährigen Jubelfeier in Petersburg\nwurde am 18. September das kaiserliche Conservatorium für Musik\nunter Direction von A. Rubinstein eröffnet."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "329", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.1", "texte": "Franz Joseph Fétis.\nII.\n(I. s. Nr. 43.)\nJetzt war für Fetis nach seiner 'Ueberzeugung der\nAugenblick gekommen, sich eine Stellung in Paris zu\nschaffen. Er verliess Douai im Sommer 1818, ging nach\nParis, gab noch in demselben Jahre einige Phantasieen,\nPräludien und Sonaten für das Clavier heraus und beschäf-\ntigte sich fortwährend mit seinen musicalisch-literarischen\nArbeiten. In den folgenden Jahren schrieb er mehrere\nernste und komische Opern, von denen die eine oder die\nandere Erfolg hatte, andere gar nicht zur Aufführung ka-\nmen, alle aber späterhin ihn selbst nicht befriedigten.\nIm Jahre 1821 wurde er zum Professor der Compo-\nsitionsiehre am Conservatorium ernannt. Acht Monate nach\nBeginn seiner amtlichen Thätigkeit prüfte die Unterrichts-\nCommission: Paer, Lesueur, Berton, Reicha und Boieldieu\nunter dem Vorsitze von Cherubini, seine Schüler, und nach\nder Prüfung richtete Cherubini folgende Worte an ihn:\n«Mein Herr! Die Commission hat Ihre Classe mit grossem\nInteresse geprüft und bei Ihren Schülern das Streben be-\nmerkt, die verschiedenen Stimmen auf natürliche und ele-\ngante Weise melodisch zu führen, eine schwierige Kunst,\nwelche die alten Meister so gut verstanden, welche aber\ngegenwärtig im Absterben ist; mit besonderer Befriedi-\ngung gewahren wir, dass Sie darauf hinarbeiten, sie wie-\nder ins Leben zu rufen.\" Noch ehrenvoller für den Ver-\nfasser sprach sich der grosse Meister in seinem Berichte\nan die Akademie über Fetis' Tratte\nla fugueaus; das Werk wurde im Conservatorium ein-\ngeführt.\nGegen Ende des Jahres 1826 fasste Fetis den Gedan-\nken zu einem Unternehmen, welches viele von seinen\nFreunden für tollkühn und unausführbar hielten. Er be-\ntraf die Gründung einer Zeitschrift für Musik, und zwar\nnur für Musik, was bisher in Frankreich noch nie hatte\nj gelingen wollen. Nach dem ersten Plane sollte Castil-Blaze\nsich mit ihm verbinden und die Berichterstattung über\nOpern und Concerte übernehmen. Frühere Verbindlich-\nkeiten hinderten diesen indess an der Betheiligung, und\nnun entschloss sich lHetis, die Sache allein durchzuführen.\nSeine Freunde waren dagegen, weil die Aufgabe ihrer\nMeinung nach die Kräfte eines einzigen Mannes überstieg.\nTrotzdem beharrte Fetis auf seinem Entschlüsse, und die\nRevue Musicaleerschien zum ersten Male Anfang Februar\n1827 und erlebte acht Jahrgänge bis zum November\n1835. Mit Ausnahme von zehn bis zwölf Artikeln redi-\ngirte er die ersten fünf Jahrgänge allein 8000 Seiten\nin Octav. In den drei ersten Jahren lieferte er jede W7oche\n24 eng gediuckte Seiten, und vom vierten Jahre an 32\nSeiten in grösserem Format. Dabei musste er alle Opern-\nVorstellungen von Bedeutung besuchen, eben so die Con-\ncerte, die verschiedenen Musikschulen, die Werkstätten der\nInstrumentenmacher, die neuen Erscheinungen auf dem\nGebiete der Musik analysiren und beurtheilen, die Schrif-\nten über Theorie u. s. w. und alle musicalischen Journale\naus Deutschland, Italien und England lesen, einen ausge-\ndehnten Briefwechsel unterhalten u. s. w., und bei allem\ndem weder den Unterricht auf dem Conservatorium, noch\nandere begonnene Arbeiten aussetzen. Ja, es kamen zu-\nweilen noch neue hinzu, z. B. eine Beantwortung der\nPreisfrage der Akademie der Niederlande „über den Ein-\nlluss der belgischen Musiker im XIV., XV. und XVI. Jahr-\nhundert (1828, 56 S. 4.); eben so späterhin ein popu-\nläres Buch: Lu Musique Mise\n(1839). Dass nun eine so umfassende literarische Thätig-\nkeit mitunter auch sehr eilfertig betrieben ward und nach\nUmständen betrieben werden musste, soll nicht geläugnet\nwerden, wie auch nicht, dass aus dieser Eile manche Irr-\nthümer in den Sachen und manche Nachlässigkeiten im\nStil entstanden. Daneben schrieb Fetis noch obenein das\n\nInhalt.\nr , v Fr«\"z Joseph Felis. II _ Londoner Briefe (Die Operntheater in der vergangenen Seesen). Von A — Der\nmusicalisclie Veretn .» Gem. - Em Conoer. Ch.rlntt.viUe in America. - Tage,- nnd ün.erh.Hnng, b lat. (Main, Mittel,h.\"\n»rnoh.r h.ngerbnnd Fr.nlern Art., - D„n„..dt, Erüffnnng dar Hofblihn, - S.rns.bnrg, J,„ Becker - Leipzig, I. G »nndi an,-Conen ,\n- Dresden, „Hans He.hng«, „Obern.,' - Wien, Connert-I.stiint. - P„is, Mario, Francis Sndr. t - London Herr Ovo B.ldinT"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "330", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.2", "texte": "musicalische Feuilleton für die Zeitung Le Temps und zu-\nweilen auch für den National,so dass über eine neue\nOper öfters drei verschiedene Aufsätze von ihm erschienen.\nUebrigens hat die Revue trotz ihrer Mängel\nein zahlreiches Publicum bei den Musik-Liebhabern ge-\nfunden und viel dazu beigetragen, den Geschmack an mu-\nsicalischen Schriften in Frankreich zu wecken und zu för-\ndern. Sie ist noch jetzt ein gesuchtes Bibliothekswerk, da\nsie viele Fragen ihrer Zeit ausführlich behandelt und über-\nall die Ansichten einer gewissenhaften Kritik darlegt.\nIn verschiedenen Schriften hatte Fetis schon zu zeigen\nversucht, dass die Geschichte der Musik eine fortschrei-\ntende Entwicklung in den Formen und eine Vermehrung\nder Mittel zeigt, aber dass in ihrem Object, die Empfin-\ndung anzuregen, nur Umgestaltung Statt gefunden hat. Es\nschien ihm um so nothwendiger, gerade auf diesen Punkt\nhinzuweisen, weil entgegengesetzte Vorurtheile nicht bloss\ngebildeter Weltleute, sondern auch wirklicher Künstler von\nFach d ie Tonkunst als in einem immerwährenden Fort-\nschritt begriffen betrachtet wissen wollten. Diese Ansicht\nführt unausweichbar dahin, alles, was nicht der Gegen-\nwart angehört, als verjährt und abgethan zu betrachten,\nden Glauben des Künstlers an die Wahrheit und Lebens-\nfähigkeit seiner Kunst zu erschüttern, die Empfindungen\nund Eindrücke der vergangenen Generationen für kindi-\nsche Täuschungen zu erklären und die Geschichte der Mo-\nnumente der Tonkunst zu einer Aufzählung der traurigen\nTrümmer einer vergessenen Welt zu machen. Wenn man\nin Auffindung der materiellen Mittel weiter gekommen, so\nverliert sieb, wenn man einen übertriebenen Werth auf\ndiese Mittel legt, die Ursprünglichkeit, und der natürliche\nFluss des musicalischen Gedankens und der Zustand ner-\nvöser Aufregung, in welchen man anhaltend versetzt wird,\nstumpft das Gefühl ab. Allein wie schwer hielt es, dieser\nAnsicht in Paris Eingang zu verschaffen, wo eine unauf-\nhörlich dagegen wirkende Action der Gegenwart sie be-\nkämpfte! Um damit durchzudringen, fasste Fetis den Plan\nzu seinen historischen Concerten im Jahre 1832.\nDer Erfolg zeigte, dass der Gedanke ein glücklicher war.\nDie Concerte mit Musik aus dem XVI. und XVII. Jahr-\nhundert, so wie über die Entwicklung der Oper in Italien,\nFrankreich und Deutschland, erregten eine ausserordent-\nliche Theiinahme und zeigten, dass F6tis' Ansichten über\ndie charakteristischen Eigenschaften der Tonkunst in jeder\nEpoche auf Wahrheit begründet waren. Und doch konnte\ner trotz aller Bemühungen nur eine sehr unvollkommene\nAusführung der betreffenden Musikstücke zu Stande brin-\ngen, da für die Einübung der älteren Musik Zeit und\nSchule fehlten. Aber auch so hatten sie einen beispiellosen\nErfolg. W as würden sie nicht gewirkt haben, wenn eine\nvollendete, dem jedesmaligen Geiste der Composition an-\ngemessene Ausführung zu erreichen gewesen wäre!\n(Um dieselbe Zeit hielt Fetis auch Vorlesungen über\ndie Philosophie und Geschichte der Musik. In dem selbst-\nbiographischen Artikel, aus welchem das Obige und das\nFolgende anszugsweise genommen ist, gibt er die Grund-\nzüge seines Systems der Tonkunst an, das er in zwei noch\nungedruckten Werken: Histoire general de la Musique,\nund: Philoso2ohie de la Musique, vollständig entwickelt hat.)\nGegen Ende des Jahres 1832 erhielt Fetis Anträge\nvon Seiten des Königs Leopold I. und der Regierung von\nBelgien, die Stelle als Capellmeister des Königs und als\nDirector des Conservatoriums zu Brüssel anzunehmen. Im\nMai des folgenden Jahres trat er diese Stellen an.\nSeitdem wirkt er darin durch die allgemeine Leitung\nder Anstalt des Conservatoriums, durch Unterricht in der\nCompositions-Classe, durch die Direction des Zusammen-\nspiels, der Orchester-Proben und der Concerte, und hat\nviele methodische Werke, zunächst zum Zwecke des Un-\nterrichts im Conservatorium, geschrieben, z. B. eine allge-\nmeine Musiklehre, Abhandlung über den Chorgesang,\nHandbuch für junge Componisten und Dirigenten, Me-\nthode des methodes de Piano u. s. w. Achtundzwanzig\nJahre sind (1861) seit der Uebernahme der Leitung der\nAnstalt durch Fetis verflossen. Der allgemeine Ruf dersel-\nben, die ansehnliche Zahl von bedeutenden Künstlern,\nwelche in ihr gebildet worden sind, ihr glücklicher Ein-\nfluss auf den Geschmack und die musicalische Bildung in\nBelgien sind der Lohn der Bemühungen des Directors\nwährend dieser Periode gewesen, und ausgezeichnete Leh-\nrer, die er berufen und deren Talent er zum Theil selbst\nentwickelt hat, haben ihn dabei unterstützt. Um ihm einen\ndauernden Beweis ihrer Liebe und Dankbarkeit für seine\nHingebung an die Anstalt zu geben, haben diese Collegen\nbei der Feier seiner goldenen Hochzeit am 6. October\n1856 sein Brustbild in Erz, ein Werk des berühmten\nBildhauers Wilhelm Geefs, in der Mitte des Hofes des\nv ,\nConservatoriums aufstellen lassen. Die feierliche Enthül-\nlung desselben fand unter dem Andränge eines zahlreichen\nPublicums Statt, nachdem an demselben Tage eine fünf-\nstimmige Messe von Fetis in der Kirche durch die Lehrer\nund Zöglinge des Conservatoriums ausgeführt worden war.\nDas Verzeichniss der gedruckten und ungedruckten\nWerke und Arbeiten von Fetis gibt neben dem obigen\nAbriss seines Lebens einen Beweis von der beispiellosen,\nfast unbegreiflichen Thätigkeit des bedeutenden Mannes.\nEs umfasst:\nI. von (gedruckter) Instrumental-Musik zwölf\nNummern, darunter das oben erwähnte Sextetf für Piano"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "331", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.3", "texte": "zu vier Händen, zwei Violinen, Alt und Bass; eine Con-\ncert-Ouverture und zwei Quintette für Streich-Instru-\nmente— ungerechnet 150 Uebungs- und Prüfungsstücke\nfür das Conservatorium.\n11. Sieben Opern, von denen sechs aufgeführt wor-\nden, darunter LAmant et zwei Acte (1820),\nMarie Stuart, drei Acte (1823), Le Bourgeois de Rheims,\nein Act, zur Krönungsfeier Karl's X. (1824) u. s. w.\n111 Vocal m usik (gedruckt) sechs Nummern, darun-\nter ein Miserere für drei Männerstimmen ohne Begleitung,\nein vierstimmiges Requiem zur Todtenfeier der Königin\nder Belgier (mit sechs Hörnern, vier Trompeten, drei Po-\nsaunen, Saxhorn, Tuba, Bombardon, obligater Orgel, Vio-\nloncell, Contrabass und Pauken, den 14. October 1850).\nIV.Kirche nmusik (ungedruckt), eine fünfstimmige\nMesse mit Orgel, Violoncell und Contrabass, und eine\nMenge Motetten, Litaneien w., und Lamentationes\nJeremiae (ür sechs Stimmen und Orgel.\nV.An (ungedruckter) Instrumental-Musik eine\nMenge Orgelstücke, sechszig Präludien und Fugen, zwei\nQuintette und ein Sextett für Geigen-Instrumente, ein\nQuartett für Pianoforte, eine Sinfonie u. s. w. Alle Ju-\ngendwerke sind vernichtet, folglich bei dem Verzeichnisse\nnicht berücksichtigt.\nVI. Schriftstellerische Werke über Musik,\n44 gedruckte und 15 2O ungedruckte, grösstenteils\nstarke Bände! Da die meisten oben bereits genannt sind,\nso fügen wir nur noch einige Bemerkungen hinzu.\nVon den Solfeges progressifs (Paris, M. Schlesinger)\nwird die fünfte Auflage vorbereitet. Durch Uebersetzun-\ngen last in alle Sprachen verbreitet ist die Musique ä la\nportee de tout le monde(vierte Ausgabe, bei Brandus, Pa-\nris, 1847). Die zweite Ausgabe\nselle (erste Ausgabe von 1834 an, acht Bände gr. 8.) ist\njetzt bis zum vierten Bande vorgeschritten. Der\ncomplet cle la theorie et de la Pa-\nris, Schlesinger, 1844, gr. 8. Sechste Ausgabe, 1857,\nbei Brandus in Paris. Fetis betrachtet dieses Buch und\nden Tratte du Contrepoint et für seine bedeu-\ntendsten Werke. Von den vielen Abhandlungen in den\nMemoires de l'Academie royale de Belgique dürfte die Be-\nantwortung der Frage: „Les\nconnu l'harmonie simultanee\nusage dans leur musique?\" welche auch besonders ab-\ngedruckt erschienen ist, die bedeutendste sein. Ant-\nwort fällt verneinend aus. Ausserdem war er seit 1836\nein fleissiger Mitarbeiter an der\nde Paris und ist es noch.\nVon noch nicht veröffentlichten, aber zum Druck be-\nreit liegenden Werken nennt das Verzeichniss: La Science\nde l'Orgamste,namentlich in Bezug auf die Begleitung des\nChoralgesanges nach römischem Ritus, nebst Auswahl von\nOrgelstiickon (250 Seiten davon sind bereits gedruckt).—\nPhilosophie generale de la M\nGr aduale de tempore ac de s\nnae ecelesiae, cum cantu ex co An-\ntiphonarium divinorum officioru\ntuto etc. Histoire generale de la Musique, wird sechs\nBände in 8. und zwei Bände monumentaler Werke in 4.\nfüllen. Souvenirs d'un vieux Musicien (Memoiren über\nsem eigenes Leben, seine Verbindungen mit Künstlern\nu. s. w. während sechszig Lebensjahren). Eine Ueber-\nsetzung des Tractats von Franco von Köln und eine\nSammlung der theoretischen Werke von Tinctoris. (Vgl.\nBulletin de l'Academie de Belgique. T. XII. 2. Serie,\n1861).\nFetis Gattin (Adelaide Louise Catherine), geboren\n1792, in frühester Jugend, kaum fünfzehn Jahre alt, mit\nihm vermählt, hat sich auch als musicalische Schriftstellerin\ndurch eine französische Uebersetzung von Will. C. Staf-\nford's History of Musicbekannt gemacht:\nla Musique etc. avec des note\nParis, 1832. Hiervon erschien eine deutsche Uebersetzung\nunter dem ungenauen Titel: „Felis' und Stafford's Ge-\nschichte der Musik\" u. s. w. in Weimar, 1835.\nVon seinen beiden Söhnen ist Eduard Fetis (geb.\n1812) Bibliothecar an der k. belgischen Bibliothek und\nProfessor der Aesthetik an der Akademie der schönen\nKünste zu Brüssel, auch im Auslande durch seine Feuille-\ntons über Musik und andere Künste in der Zeitung Inde-\npendance vorteilhaft bekannt. Seine Artikel sind mit XX\nunterzeichnet. Der zweite Sohn Adolph (geb. 1820) ist\nMusiker, Ciavierspieler und Componist. Seine einactige\nOperette: Le Major Schlagmann,wurde 1859 mit Bei-\nfall auf dem Theater der Bouffe aufgeführt.\n\nLondoner Briefe.\n\n[D ie' 0 p ern th ea ter in der vergangenen Season.]\nSeien Sie nicht bange, dass ich Ihre Leser und Sie\nmit der Aufzählung aller Einzelheiten, die sich alljährlich\nbei den hiesigen italiänischen Opern wiederholen, langwei-\nlen werde; ich will nur eine Nachlese auf dem Felde un-\nserer dramatischen Musik halten, welches in diesem Jahre\nden beiden Unternehmern von Coventgarden und Her Ma-\njesty's Theatre,noch mehr aber den Sängerinnen und Sän-\ngern reichliche Aernten getragen hat. Ob auch der Kunst?\nfragen Sie vielleicht. Nun, durch einzelne Aufführungen,\nia, und durch das ganze Repertoire wenigstens auch etwas\n\n[•:"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "332", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.4", "texte": "mehr, wie sonst, da der Wiederholungen der abgedrosche-\nnen Opern doch weniger waren und einige ältere, mehr\nclassische, im Ganzen gut gegeben und wiederholt staik\nbesucht wurden.\nIn Coventgarden begann man allerdings mit alten Pa-\nradeplerden, wie Norroa und Lucrezia Botgia, ohne sich\nselbst die Mühe zu geben, sie neu und glänzend heraus-\nzuputzen. Sie rnussten aber bald Weiken wie Don Gio-\nvanni, Wilhelm Teil und Barbier von Sevilla weichen,\nwelche einen Erfolg halten, der sowohl den Impiesano\nals den Dirigenten Costa in Verwunderung setzte. In der\nThat wurde jede von diesen Opern zehn bis zwölf Mal\ngegeben, so dass die gute Musik fast noch in keinem Jahre\nso vom Publicum gewürdigt worden ist, als in diesem.\nVon den neuen Sängerinnen verschwand eine Englän-\nderin mit italiänischem Namen (Gordosa) und selbst die in\nParis viel, aber freilich etwas übertrieben gefeierte Marie\nBattu vor der anmuthigen, jugendlichen, mit schöner\nStimme und Schule begabten Adelina Patti. Aus frühe-\nrer Zeit bekannte Mitglieder waren die Damen Czillag,\nPenco, Nantier-Didiee, Rudersdorf, Tagliafico und in eini-\ngen Vorstellungen Madame Miolan-Carvalho aus Paris. Zu\nden bekannten Grössen Mario, Tamberlik, Gardoni, Neri-\nBaraldi, Formes kamen Delle Sedie und der tüchtige eng-\nlische Bariton Santlev, auch laure aus Paris, leiner ein\npaar Italiäner, Nanni und Capponi, als Bässe, die aber\nnichts Besonderes leisteten.\nDer „Trovatore\" und die „Favorita\" (mit Frau Czil-\nlag als Leonora) erlebten beide nur eine Wiedel holung,\ndagegen füllte Meyerbeer's „Prophet\" mit der Czillag als\nFides und Tamberlik als Johann von Leyden die Mal das\nHaus. „Dinorah\" ging mit Mad. Miolan-Carvalho, Gar-\ndoni (Correntin) und Faure über die Bühne. Adeline Patti\ntrat zuerst in der Sonnambula auf, ihr Empfang war ein\ntobender Beifallssturm! Ihre Stimme scheint an Fülle ein\nwenig zugenommen zu haben, die Coloratur ist noch voll-\nendeter geworden, als sie im vorigen Jahre war. Den El-\nvino sang Gardoni. Mario trat in Verdi s\nchera auf, was die Blätter natürlich als das Ereigniss der\nSeason priesen! Uebrigens muss man gestehen, dass er\nim Barbiere den Grafen Almaviva noch immer vortrefflich\nsingt und spielt; aber dass er auch den Masanielio in der\nStummen, den kräftigen Volkshelden, noch gibt, ist eigent-\nlich jedem anderen als dem englischen Publicum in Co-\nventgarden gegenüber ein wahrer Hohn, den allein che\nunvertilgbare Pietät dieses Publicums gegen berühmte\nRuinen zu ertragen fähig ist. Ausser dem Schlummerliede\nund dem Abschied von seiner Fischerhütte ist dieser Ma-\nsanielio so zahm und vorsichtig bei allen Ausbrüchen sei-\nner Wuth, dass man von ihm so gut wie gar nichts ver-\nnimmt. Adelina Patti sang die Rosine im Barbier aller-\ndings mit vielem Reiz und grosser technischer Fertigkeit,\nallein sie gehört leider auch zu den Sängerinnen, welche\nzu glauben scheinen, dass Rossini nur das Skelett der Me-\nlodie gegeben und sonst nichts als Tactstriche gemacht\nhabe, zwischen die der Sänger hineinträllern könne, was\nihm beliebt. Der Witz eines Humoristen, dass sie die Par-\ntie „ä la rossignot, aber nicht „ä la Rossini\" gesungen,\nist treffend genug. Hörte Rossini selbst diese Vortrags-\nweise, so würde er wiederholen, was er sarkastisch genug\nvor Kurzem einem hohen Dilettanten, der ihm zu dem\nandauernden Erfolge seiner Musik Glück wünschte, gesagt\nhaben soll: „O, das ist noch nichts: meine Musik wird\nerst recht gefallen, wenn sie ganz verändert sein\nwird!\"\nEine neue Sängerin, Antonietta Fricci, die ich\noben zu erwähnen vergessen habe, brachte uns eine neue\nValentine in den Hugenotten, für ein Debüt ein Zeichen\nvon Kühnheit und Selbstvertrauen. Sie schlug zwar nicht\ndurch, allein sie ist schön und hat bedeutende Stimmmittel,\nderen vervollkommnete Behandlung ihr wohl eine rühm-\nliche Laufbahn eröffnen dürfte. Mario als Raoul war nur\nim vierten Acte genügend. Der deutsche Tenor Wach-\ntel, der am 7. August als Edgardo in der Lucia auftrat,\ngefiel nur zum Theil; seine schöne Stimme fand Anerken-\nnung, allein der gänzliche Mangel an Schule und Aus-\nsprache und etwas Ungebildetes in seinem ganzen Wesen\nmachten einen Erfolg unmöglich. Die hübsche Marie\nBattu sang ihre erste Partie, Gilda im Rigoletlo, unter\nsichtbarem Zittern und Zagen; in späteren Vorstellungen\nerwarb sie mit Recht Beifall.\nGrosses und dauerndes Interesse erregte Meyerbeer's\n„Robert der Teufel\" mit neuer, glänzender Ausstattung\nund folgender Besetzung: Mad. P enco (später Antonietta\nFricci)—Alice; Mad. Miolan-Carvalho (später Marie\nBattu)—Isabella; Tamberlik Robert; Bertram\nFormes; Neri-Baraldi Raimbaut. Die Oper wurde\ndrei Mal hinter einander gegeben und später auch noch\nwiederholt. Dass Fiotow's „Martha\" nicht fehlte, versteht\nsich von selbst; das erste Mal sang die Penco die Lady,\ndas andere Mal die Patti; Letztere trug den Preis davon.\n„Die letzte Rose\" trug sie in der That unbeschreiblich\nschön vor. Nach Abgang der Miolan erregte sie auch noch\nals Dinorah grossen Enthusiasmus, wie sie denn überhaupt\nder glänzendste „Stern\" der Season in Coventgarden war.\nFür Her Majesty's Theater war Fräulein Titjens die-\nser Stern. Auf dieser Bühne wurden meist dieselben Opern\ngegeben, wie auf der anderen; zu den classischen kam\naber hier noch als eine neue Zierde „Figaro's Hochzeit\"\nvon Mozart hinzu, welche im Ganzen recht gut und im"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "333", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.5", "texte": "Einzelnen ganz vorzüglich gegeben wurde. Wenn auch\nden Arien und Duetten der Preis der Aufführung gebührte,\nso wurden doch auch das herrliche Finale des ersten Actes\nund das grosse Sextett im zweiten sehr gut gesungen und\ngespielt. Fräulein Titjens entfaltete als Gräfin in den\nbeiden Arien den ganzen Zauber ihrer reichen Mittel\ndurch einen einfachen, seelenvollen Vortrag. Die englische\nSängerin Louisa Pyne, zuweilen eine etwas gar zu raffi-\nnirte Susanna, sang die F-dur-kvxe trotzdem einfach und\ninnig. Dass das Schreib-Duelt Beider wiederholt werden\nmussle, versteht sich von selbst. Der Page Gherubino fand\nin Fräulein Trebelli eine so reizende Darstellerin und\ntreffliche Sängerin (die nur-ein paar willkürliche Aende-\nrungen in der Arie Voi che sapehätte vermeiden sollen!),\ndass man die Transposition ihrer Solo-Gesangslücke dar-\nüber fast vergass oder wenigstens übersah. Gassi er war\nein lebendiger und musicalisch so sicherer Figaro, dass\nsein Spiel durch den Gesang gewisser Maassen erst recht\nillustrirt wurde; der Graf fand in dem Bariton Santley\neinen ausgezeichneten Vertreter; seine Arie:\nmentfio sospiro\", erregte und verdiente stürmischen Bei-\nfall. Unter dem übrigen Personal dieser Bühne waren die\nSängerin Carlotta Marchisio und der Tenor Giuglini\nauszuzeichnen. Letzterer trat auch als Componist mit einer\nCantate auf, die er zu seinem Benefiz gab, hat aber da-\ndurch seinen Ruhm nicht vergrössert.\nNach dem Schlüsse der beiden itaüänischen Opern\neröffnete die English Opera Association ihre Vorstellungen\nim Coventgarden-Theater. Die Gesellschaft unter dem Vor-\nsitze des Grafen von Westmoreland ist jetzt in ihr sieben-\ntes Jahr getreten; technische Directoren sind Miss Louisa\nPyne und Mr. Harrison (Tenor), das Orchester leitet der\ntüchtige Musiker Mr. Mellon. Neben Miss Pyne singt Ma-\ndemoiselle Parepa erste Sopran-Partieen; Mad. Laura Bax-\nter hat eine schöne Altstimme, ist aber noch Anfängerin;\nBariton und Bass haben in den Herren Santlev und Weiss\ngute Vertreter, der Tenor ist am schwächsten besetzt. Der\nZweck des Vereins (die Actie zu 2 L. St.) ist, englische\nOpern zu geben; das ist aber so zu verstehen, dass vor-\nzugsweise Opern mit englischem Text und mit Musik von\nenglischen oder in England nationalisirten Componisten\naufgeführt werden sollen, daneben aber auch English\nAdaptationsand Translationsaus dem Französischen, Deut-\nschen und Italiänischen, da man natürlich ohne diese „An-\npassungen und Uebersetzungen\" nur ein sehr beschränk-\ntes Repertoire haben würde.\nMit Benedicts beliebter „Lily of Kittarney\"—-Miss\nPyne als Colleen Bawn wurde die Bühne Ende August\neröffnet. Das Haus war gedrängt voll und das Publicum\nso voll Enthusiasmus, dass fast jede Nummer ge-\nrufen.wurde. Daraufkam Balfe's „Rose von Castilien\"\ndaran und dann Meyerbeer's „Dinorah\" —Miss Parepa\nmit englischem Text. Später wechselte Wallace's\n„Lurline\" mit Auber's „Kron-Diamanten\" ab. Als Lur-\nline trat eine Miss Dobson zum ersten Male auf und gefiel.\nBereits droht aber dieser eine Concurrenz\nin einer zweiten, welche denselben Zweck ankündigt\nund Her Majesty's Theatergemiethet haben soll. Als\nPrima-Donna wäre Fräulein Titjens gewonnen was\ndieses Mal freilich ein richtiger Ausdruck sein würde\nund Henry Leslie als Orchester-Dirigent engagirt. Diese\nOper will jedoch erst im December ihren Tempel öffnen.\nBedeutende Blätter, auch Musical World, eifern gegen\ndiese Concurrenz. Wer London kennt, wird auch beschei-\ndene Zweifel hegen, ob der locale Kunst-Patriotismus schon\nso weit erstarkt sei, um zwei englische Opernbühnen\nüber Wasser zu halten.\n\nA.\n\nDer musicalische Verein in Gera.\nDas Ausland nennt jetzt mehr wie je Deutschland das\nLand der Musik; selbst Frankreich, das auf manches längst\nbei ihm Heimische mit Recht stolz, auf Vieles mit Unrecht\neitel ist, bequemt sich, nicht nur deutsche Musik zu ma-\nchen, sondern allmählich von der vorgefassten Meinung,\ndass Paris allein den Künstlerruf mache, zurückzukommen,\nund ist schon drauf und dran, anzuerkennen, dass vor Al-\nlem der Beifall und die günstige Kritik in Deutschland\ndem Künstlerrufe die Weihe gebe. Das hat nun haupt-\nsächlich die Verbreitung der Musik über ganz Deutschland\nbewirkt, und zwar der guten Musik, welche im Ganzen\ngenommen, wenn auch im Theater nicht überall, doch in\nallen Concertsälen die Herrschaft führt. Engländer und\nFranzosen erstaunen, dass man in Deutschland, welches\nkein London und kein Paris hat, ein so übereinstimmen-\ndes Urthei! über musicalische Werke und über ausübende\nKünstler findet, und dass im Allgemeinen und im Grossen\nder Geschmack von der Memel bis zum Rheine derselbe\nist. Es dürfte in dieser Beziehung von Interesse sein, we-\nnigstens den Haupt-Inhalt der Programme aller Concert-\nInstitute in Deutschland, deren Zahl freilich Legion ist, für\njedes Jahr zusammen zu stellen; es würde sich daraus die\neben ausgesprochene Behauptung rechtfertigen, zugleich\naber auch sich ergeben, dass daneben sich doch gewisse\neigentümliche Geschmacks-Physiognomieen der verschie-\ndenen Zuhörerschaften je nach den verschiedenen Gauen\nund verschiedenen Leitungen der Concert-Anstaltcn be-\nmerken lassen."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "334", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.6", "texte": "Uns veranlasst in diesem Augenblicke der Rechen-\nschafts-Bericht über die zehnjährige Thätigkeit des mu-\nsicalischen Vereins in Gera, einer kleinen hübschen Resi-\ndenzstadt in Thüringen, zu obigen Betrachtungen. Dieser\nVerein hat unter der Leitung des talentvollen Componisten\nWilhel m Tschirch, hochfürstlichen Capellmeisters da-\nselbst, während der angegebenen Periode neun Orato-\nrien, dreiundzwanzig grössere Gesangwerke mit\nOrchester und sechszehn Sinfonieen aufgeführt,\nausserdem aber auch auswärtige Künstler von Ruf zu Solo-\nVorträgen veranlasst.\nUnter den Oratorien finden wir Haydn's „Schöpfung\"\nund „Die Jahreszeiten\", Mendelssohn's „Elias\" und „Pau-\nlus\", Löwe's „Die sieben Schläfer\", Reinthaler's „Jephta\nund seine Tochter\", Händel's „Alexanderfest\", Schumann's\n»Paradies und Peri\".\nUnter den Gesangwerken mit Orchester: „Im Walde\"\nfür Solo, Chor und Orchester von Jul. Otto, Marlin Lu-\nther von Nohr (2 Mal), Die Zigeuner von J. Becher, Die\nerste Walpurgisnacht von Mendelssohn (2 Mal), Meeres-\nstille und glückliche Fahrt von Beethoven (2 Mal), Die\nGlocke von A. Romberg (2 Mal), Erlkönigs Töchter von\nGade, Lorelei-Finale von Mendelssohn,- Schön Rohtraut\nvon Schumann (für Solo, Chor und Orchester), Hymne\n(eben so) von Spohr, Der 125. Psalm von F. Hiller, Die\nHochzeit der Thetis von Löwe, Das Turnier von W. Tschirch,\n„O weint um sie\" von F. Hiller, Die nächtliche Heerschau\nvon Titl, An die Künstler von Liszt, Gesang aus Faust vom\nFürsten Radziwill, Der Morgen (für Sopran und Männer-\nchor) von Führer, An die Künstler von Mendelssohn, Pre-\nciosa von Weber, Die Flucht nach Aegypten von Berlioz,\nMeeresstille u. s. w. von Fischer, Morgengesang (für So-\npran-Solo, Chor und Orchester) von Gade, Hymne an die\nheilige Cäcilia von Spohr, Lorelei von F. Hiller, Schnitter-\nchor aus Prometheus von Liszt.\nSinfonieen wurden gegeben von Beethoven (I. [2 Mal],\nIL, IV., V. [2 Mal], 111. [2 Mal], VII., VI.), von Mozart\n{G-moll, Es),Haydn {D-dur, Spohr (Weihe der\nTöne), Mendelssohn (A-moll),W. Tschirch (symphonische\nPhantasie), Gade (B-dur),Rubinstein (Ocean).\nUnter den Ouverturen-Componisten bemerken wir\nWeber, Mendelssohn, Rossini, Gade, W. Tschirch, Mer-\ncadante (Ouvertüre über Stabat Mater von Rossini —?),\nReethoven, Schumann (Genovefa), Lindpaintner, Berlioz\n(Vehmrichter), Gluck, Herzog Eugen von Würtemberg\n(zum „Wald von Hohenelbe\"), Spontini, F. Lachner,\nSchindelmeisser, Meyerbeer (Dinorah), Richard Wagner,\nRiccius, Cherubini, Spohr.\n\nEin Concert in Charlotteville in America\n\n*).\nUniversity of Virginia bei Charlotteville.\nUnsere Universität wurde mit dem 1. October vor\nAusbruch des gegenwärtigen Krieges wieder eröffnet.\nEs hatten sich indess nicht viel über hundert Studenten\neingefunden, die sich jedoch nach und nach auf sechshun-\ndert und darüber vermehrten. Das Leben ist in diesem\nJahre ruhiger und langweiliger, als sonst; vergebens stehen\ndie lungernden Restaurants an den Pforten ihrer Para-\ndiese und lauern gierig, ob sich kein Schaf in ihren Fang-\nstall verirren will. Die Studenten scheinen sich verabredet\nzu haben, allen Lockungen zu widerstehen.\nUnser Leben ist Arbeiten und Schlafen, und Schlafen\nund Arbeiten. Es wäre zum Verzweifeln, wenn sich nicht\nzuweilen einmal ein Kunstreiter, Taschenspieler oder Zau-\nberer in diese Region von Schmutz und Morast verirrte.\nSo vernahmen wir denn auch vor einigen Tagen mit Be-\ngeisterung, dass die seit mehr als zwanzig Jahren be-\nrühmte Sängerin Parodi und mit ihr „die americanische\nPrima Donna assoluta\"Miss May in Charlotteville ange-\nkommen. Trotz des fürchterlichen Wetters, welches am\nConcerttage tobte, und trotz des halsbrechenden Weges\nvon der Universität nach der Stadt ermannte ich mich, zog\nmeine Jagdstiefeln an, empfahl meine Seele Gott und tappte\nim Finstern voran. Gegen Zahlung von einem Dollar er-\nhielt ich einen Stehplatz im Saale; da aber auch die Sitz-\nplätze noch sehr leer waren, ging ich nach dem Vorzim-\nmer zurück, um die Ankommenden mustern zu können.\nHier stand der Concertmeister Strakosch und liess in\nfieberhafter Bewegung die Billets aus einer Hand in die\nandere gleiten, während er durch die gepressten Lippen\ndie Worte murmelte: „Kaum hundert Dollars! Es ist zum\nkrank werden!\"\nIch tröstete ihn freundlich mit der Hoffnung auf bes-\nseres Wetter: das würde ihm morgen ein volles Haus\nbringen.\n„Gott gebe es!\" war sein Seufzer.\nIndess fuhr der Omnibus des Hotels vor, welcher die\nConcert-Gesellschaft brachte. In demselben Augenblicke\nöffnete der Himmel alle seine Schleusen und verwandelte\nden Boden in einen See. Der Wagen hielt, aber Keiner\nhatte den Muth, auszusteigen, während drinnen im Wa-\ngen ein allgemeines Fluchen und Verwünschen tobte. End-\nlich schwingt sich der Pianist todesmuthig heraus, aber, o\nSchrecken und Schmach der Künstlergrösse! in dem Augen-\n\n*) Aus dem nächstens erscheinenden Buche: „Americanische Skiz-\nzen und Zustände der Gegenwart. Yon einem höheren Officier\nder Südstaaten\" handschriftlich mitgetheilt.\nDie Redaction."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "335", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.7", "texte": "blicke liegt er auch schon der ganzen Länge nach in der\nwogenden Lache. Während er sich aufrafft und mit elasti-\nschen Sprüngen ins Trockene eilt, ertönt nun erst recht\ndie Jeremiade im Omnibus. Man ruft einige am Hause\nstehende Schwarzen an, eine Brücke zu legen, um ins\nHotel gelangen zu können, aber sie schütteln die Wollen-\nhäupter und rühren sich nicht.\nEndlich schleppt ein Mitleidiger einen gewaltigen Stein\nherbei und schleudert ihn mitten in die Pfütze, dass rings-\num der flüssige Schmutz aufspritzt. Neuer Jammer, neues\nToben, Corpo di bacco, Per bacco di diavolo und andere\nitaliänische Flüche in dem Wagenkasten! Jetzt stolpert ein\nDilettant, ein Kunst-Enthusiast, mit einem Tigerfell um-\nhüllt, heraus und versetzt Einem der Schwarzen einen\nHieb, dass derselbe heulend davonläuft. Nothgedrungen\nentschlüpfen nun auch die Uebrigen dem trockenen Be-\nhälter, schweben wie Nachteulen, die das Licht scheuen,\ndurch den Vorsaal in das Nebenzimmer, bringen dort die\nToilette so gut als möglich wieder in Ordnung und er-\nscheinen im Saale, zuletzt auch der Pianist, in Eile zu\neinem neuen und noch so ziemlich reinlichen Menschen\numgeschaffen.\nDas Concert begann; doch gleich bei den ersten Ge-\nsangstücken rief ich mit Caspar: „Samiel hilf!\" denn die\nLeistung der Parodi stand unter Null. Und wie ward mir\nvollends, als die Stimme der americanischen\nassoluta sich hören liess! Der Saal wurde mir zum Feg-\nfeuer, erst zog ich den Kragen über die Ohren, bald aber\nich mein Haupt und rettete mich zur Thür hinaus.\nDas Unwetter tobte noch ärger, und ich musste mich\nentschliessen, hier zu bleiben. Aber in dem einzigen Hotel\nder Stadt waren alle wohn- und schlafbaren Zimmer von\nder Concert-Gesellschaft und von einer grossen Zahl von\nPastoren in Beschlag genommen, welche im oberen Stock\neinen frommen Congress hielten, während unten die Welt-\nkinder den diabolischen Kunstgelüsten fröhnten.\nIch musste in Sturm und Regen nach Hause, aber ver-\nschwor mich hoch und theuer, mich nie wieder durch\neine americanische Prima Donna in Versuchung führen\nzu lassen.\n\nC. B. E.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMainz« Der „Mittelrheinische Sängerbund\" hat sich nun defi-\nnitiv constituirt und besteht aus folgenden Vereinen mit etwa 500\n.Sängern: „Mainzer Liedertafel\", „Männer-Gesangverein\", Verein\n.„Frauenlob\", Verein „Liederkranz\", sämmtlich in Mainz, „Gesang-\nverein\" in Castel, „Harmonie\" in Alzey, „Sängerbund\" in Worms\nund „Harmonie\" in Oppenheim. Als Vorort des Bundes ist die\n.„Mainzer Liedertafel\" (Präsident Herr Notar Dr. Bruch) bestimmt.\nDas Gastspiel des Fräuleins Artot, welche im „Barbier\", „Re-\ngimentstochter\"' und „Troubadour\" auftrat, war von einem immensen\nErfolge begleitet. Das Haus war jedes Mal vollständig ausverkauft\nund jubelnder Beifall nebst vielfachen Hervorrufen begleitete die\nwirklich ausgezeichneten Leistungen der vortrefflichen Künstlerin,\nwelche sowohl in Bezug auf Kunstfertigkeit in gesanglicher Bezie-\nhung, als auf lebhafte, pikante und echt künstlerische Darstellung\nauch den strengsten Anforderungen vollkommen genügen müssen,\nund wir fühlen uns dem Director unserer Bühne, Herrn Ernst, zu\nlebhaftem Danke verpflichtet für den seltenen Genuss, den er dem\nhiesigen Publicum durch die Vorführung dieses berühmten Gastes\nzu verschaffen bemüht war. Dass derselbe dabei, trotz der 1000\nFrancs, welche Fräulein Artöt für jedes Auftreten erhielt, dennoch\nein recht gutes Geschäft machte, ist ihm recht gern zu gönnen. Dass\ndie Schwächen unserer einheimischen Künstler neben einem solchen\nStern erster Grösse um so auffallender hervortraten, ist nicht zu\nverwundern und darf auch für das Urtheil über die ferneren Lei-\nstungen der ersteren nicht maassgebend sein. Allein wiederholt müs-\nsen wir gegen das Uebereilen der Tempi uns aussprechen, welches\nauch in den oben genannten Opern sich wieder häufig und recht\nunangenehm bemerklich machte, so wie auch eine Confusion, wie\nsie bei dem Vortrage der so einfachen Tyrolienne in der „Regiments-\ntochter\" im Orchester sich bemerklich machte, hoffentlich nicht wie-\nder vorkommen wird.\n19armsfa€lt« Am 14. September wurde unsere Hofbühne\nnach viermonatlichen Ferien wieder eröffnet. Wir sind es seit Jah-\nren gewohnt, dass unser Bühnenleiter nichts darauf hält, ein tüchti-\nges Ensemble, diese Grundbedingung guter Leistungen, herzustellen\nund solches dem Institute zu erhalten. Jedes Jahr bringt eine mehr\noder minder grosse Anzahl neuer Mitglieder an die darmstädter\nBühne, Eintagsfliegen, die mit dem Schlüsse der Saison uns gewöhn-\nlich wieder verlassen, um durch Andere, zumeist nicht Bessere, er-\nsetzt zu werden. Die jetzt begonnene Saison biingt in der Opei\nallein sechs neue Mitglieder. Es sind dies die Damen Bertram-\nMeyer, Prima Donna, Rohnthal, Altistin, Himmer, jugendliche\nSängerin, Schwefelberg, Coloratursängerin und höhere Soubrette,\nund die Herren Himmer, Tenor, und Greger, hoher Bass. Im\nSchauspiel, in wTelchem der weitaus grösste lheil der Fächer un-\ngenügend oder gar nicht besetzt ist, hat man sich mit dem Engage-\nment eines jugendlichen Liebhabers, Herrn Wittmann, begnügt,\nund glaubt damit Alles gethan zu haben, um dem Stiefkinde unse-\nrer Bühne aufzuhelfen. Als Eröffnungs-Vorstellung waren, nachdem\nman lange zwischen „Fidelio\" und „Troubadour\" les extremes se\ntouchent geschwankt, endlich „Die Hugenotten\" zum Vorschein\ngekommen.\nDer vortreffliche Violin-Virtuose Jean Becker\ngab am \"24. September im grossen Saale des Bahnhofes in Kehl\nein glänzendes Concert zum Besten eines verunglückten Eisenbahn-\nBediensteten. Er wurde unterstützt durch die ausgezeichnete Pianistin\nFräulein E. Desmaisons aus Paris, die Herren Scheffer und\nSeifart und andere Künstler, so wie durch den Männer-Gesang-\nverein von Kehl. Alle vorgetragenen Piecen wurden mit dem lebhaf-\ntesten Beifalle aufgenommen, und ein grosser Theil der Bewohner\nKehls begleitete den Veranstalter des Concertes, welches eine be-\ndeutende Einnahme ergab, als Zeichen besonderer Anerkennung bis\nan seine Wohnung in Strassburg zurück.\nXjeipzig« Das erste Gewandhaus-Concert ist sehr gut ausge-\nfallen Vieuxtemps wurde mit rauschendem \"Willkommen bcgiüsst\nund nach seinen Vorträgen gerufen. Die Sängerin Fräulein Ju-\nlienne Orwil ist eine ausgezeichnete Künstlerin. Wir freuen uns,\nsie im fünften Concerte noch einmal zu hören. Am 8. d. Mts. sang\nsie im dresdener Abonneinents-Concerte unter Rietz s Direction. Sie"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "336", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18621018-01.1.8", "texte": "geht später als Kammersängerin der Grossfürstin Helene nach Pe-\ntersburg. Die Viardot-Garcia ist ihre Lehrerin gewesen.\nDer Organist an der Nicolaikirche in Leipzig, Christian\nHermann bchellenberg, ist 46 Jahre alt gestorben. Als sein\nNachfolger wird C. F. Richter genannt.\n(Musicalische Instrumente für die Philippinen-Inseln.) Der kö-\nniglich sächsische Commissar bei der preussischen Expedition nach\nChina, Japan, Siam, Gustav Spiess aus Leipzig, em-\npfahl bei einem öffentlichen mündlichen Vortrage über die Handels-\nVerhaltnisse Ostasiens, den er am 3. d. Mts. auf Veranlassung des\norstandes für die in Leipzig anwesenden fremden Kaufleute\nhielt, als Export-Artikel nach der Insel Lupon hauptsächlich musi-\ncalische Instrumente, da nirgends in jenem Himmelsstriche so viel\nMusik gemacht werde und verhältnissmässig so gute Musik, als in\nManila und sogar auf dem Lande.\nIn Chemnitz starb am 2!). August der auch als Componist be-\nkannte Musiklehrer Adolf Bergt.\nDresden. Am 13. September ging Marschner's „Hans Hei-\nling,k in Scene. Herr Degel gab die Titelrolle in würdiger Weise,\nbesonders in lyrischen Stellen, während auf der anderen Seite mehr\ndämonisches Element zu wünschen gewesen wäre. Er ärntete übri-\ngens reichen und wohlverdienten Beifall. Dessgleichen verdiente Fräu-\nlein Alvsleben als Anna alle Anerkennung. Vortrefflich war Herr\nSchnorr von Carolsfeld als Conrad.\nAm 15. September kam „Oberon\" zur Aufführung. Frau Bürde-\nNey sang die Rezia und namentlich die grosse Arie des zweiten\nActes mit der ihr eigenen Meisterschaft. Frau Jauner-Krall als Fa-\ntime war vortrefflich, so wie auch die Herren Tichatscheck (Oberon)\ndnd fechaife (Scherasmin) in ihren Rollen nichts zu wünschen übrig\nHessen.\nAm 7. October starb in Hietzing nach längerer Krankheit die\n»'chwägeiin des Directors Carl, die verwitwete ehemalige königlich\nbaierische Hof-Schauspielerin Josephine Flerx, geborene Lang.\nSie hinterlässt einen Sohn, den bekannten Regisseur Louis Flerx,\nund drei verheirathete Töchter.\nWien. Die hiesigen Concert-Institute veröffentlichen bereits\nihre Programme für die nahende Saison und laden zum Abonnement\nein. Die Gesellschaft der Musikfreunde gedenkt in ihren vier Orche-\nster-Concerten aufzuführen: Handelns „Messias\" (am 9. November\nzur Gedächtnissfeier des fünfzigjährigen Bestehens der Gesellschaft),\nferner ein „neues\" Violin-Concert von Mozart, die Eroica von Beet-\nhoven, desselben „Meeresstille und glückliche Fahrt\", Mendelssohn's\n„Lobgesang\", Schumann's „Nachtlied\", Brahm's „Serenade\" (A-dur)}\nPerfall s „Dornröschen\". In Concerten ausser dem Abonnement sollen\nausserdem zur Aufführung kommen: S. Bach's Cantate „Ich hatte\nviel Bekümmerniss\", Schuberts Oster-Cantate „Lazarus\", Cherubini's\nRequiem (C-mott) und zwei „Preis-Sinfonieen\". Die philharmoni-\nsche Gesellschaft kündigt acht Concerte in zwei Cyklen an mit fol-\ngendem Programm: S. Bach's Passacaglia, instrumentirt von H.\nEsser, Bargiel's Medea-Ouverture, Beethoven'« Leonoren-Ouverture\nNr. 3, Musik zu Egmont, dann die 2., 4. und 9. Sinfonie; Gluck's\nIphigenien-Ouvertüre, Haydn's Franz Lachner's neue\n„Suite\", Mendelssohn's Melusinen-Ouverture, A-mott-Sinfonie, Som-\nmernachtstraum-Musik und Walpurgisnacht; Mozart's JEb-Sinfonie,\nSchubert's C'-Sinfonie, Schumann's Es-Sinfonie und Ouvertüre zu\nGenovefa, Spohr's Ouvertüre „im ernsten Stil\". Die Sing-Akade-\nmie hat ihre Uebungen wieder aufgenommen und beabsichtigt, die-\nsen Winter nicht Händel's Dettinger Te Deum, sondern das Orato-\nrium „Belsazar\" aufzuführen.\nParis. Man ist hier ziemlich überrascht durch das Engagement\ndes Tenoristen Mario an der grossen Oper, wo er im Jahre 1838\nzum ersten Male als Robert auftrat, und findet es etwas kühn von\ndiesem Künstler, dass er seine früheren Parade-Rollen im Teil, Trour\nbadour, Robert, Prophet und Favorite wieder singen will. Eine an-\ndere Ueberraschung hat Herr Calzado dem pariser Publicum bereitet,\nindem er die Eintrittspreise für die italiänische Oper erhöhte.\nIn Paris starb am 2. October in einem Alter von 75 Jahren\nder Erfinder der musicalischen Sprache und Telephonie FranQois\nSudre. Die Telephonie kam im Jahre 1841 in der Marine und\nspäter auch in der Armee bei verschiedenen Gelegenheiten zur An-\nwendung. Ein offlcieller Bericht, welcher darüber erstattet wurde,\nerklärte, dass diese Erfindung „für Frankreich nützlich sei und ihm\nEhre mache\". In der Ausstellung von 1855 erhielt Sudre eine aus-\nnahmsweise Belohnung von zehntausend Francs, und in der gegen-\nwärtigen londoner Ausstellung die grosse Ehren-Medaille. Sein letz-\ntes Unternehmen war ein ideologisches Wörterbuch seiner musicali-\nschen Sprache mit der Uebersetzung in vierzehn Dialekte. Er konnte\ndieses Werk nicht mehr vollenden.\nIn Neapel starb dieser Tage Vincenz Firdo, der letzte\nSchüler Paesiello's, in einem Alter von 85 Jahren.\nEine der beiden Sängerinnen Marchisio wird sich mit dem\nGeneral Cialdini vermählen.\nliOndon. Man versichert, dass Herr Gye, der Director der\nOper in Coventgarden, in diesem Jahre nach Abzug aller enormen\nKosten, z. B. 2500 Frcs. täglich für das Orchester ohne das Hono-\nrar des Dirigenten Costa, nicht weniger als eine Million Frcs.\nals Gewinn übrig behalten hat.\nDie Damen der londoner Vocal Association haben ihrem Diri-\ngenten, dem Componisten Benedict, als Zeichen der Anerkennung\nseiner vorzüglichen Leistungen einen prachtvollen Schreibtisch sammt\nGarnitur mit einer sehr schmeichelhaften Adresse übergeben.\nBei Gelegenheit der tausendjährigen Jubelfeier in Petersburg\nwurde am 18. September das kaiserliche Conservatorium für Musik\nunter Direction von A. Rubinstein eröffnet."}]}