{"numero_id": "bm-bmtnabi-1863-08-29-01", "volume": "bmtnabi_1863-08-29_01", "ocr_sha256": "18924e50d1859c6f965fc74b8bacffb626a4e6091db0f89a2f67976b80ebc62a", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1863/08/29_01/bmtnabi_1863-08-29_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1863-08-29-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1863-08-29_01#c001", "volume": "bmtnabi_1863-08-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "273", "page_fin": "273", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 323, "texte": "Inhalt.\nMendelssohn's Briefe. I. Adolf Hesse (Nekrolog).— Nachweisung der deutschen Quelle der Melodie der Marseillaise.\nRiebard Wagner über ungarische Musik. —■ Tages- und Unterhaltungsblatt (Baden-Baden, Rosenhain's Operette Volage et\nJaloux\" Wien, Robert v. Hornsteins Operette „Page Cecilu Florenz, Preis-Ausschreiben.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1863-08-29-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1863-08-29_01#c002", "volume": "bmtnabi_1863-08-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "273", "page_fin": "276", "image_debut": 1, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.2.2", "titre_corps": "Mendelssohn’s Briefe.", "titre_sommaire": "Mendelssohn’s Briefe.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.1", "debut_caractere": 325, "fin_caractere_exclue": 4063, "texte": "Mendelssohn’s Briefe.\nI.\nDen „Reisebriefen\" von Felix Mendelssohn-\nBartholdy aus den Jahren 1830 —1832 schliesst sich\neine neue Folge unter dem Titel: „Briefe aus den Jah-\nren 1833 bis 1847\", an, herausgegeben von Paul Men-\ndelssohn-Bartholdy in Berlin und Dr. Karl Mendelssohn-\nBartholdy in Heidelberg. Als eine sehr werthvolle Zugabe\nist beigefügt: Verzeichniss der sämmtlichen Com-\npositionen von F. Mendelssohn, hauptsächlich nach\ndes Autors Original-Handschriften in chronologischer Ord-\nnung zusammengestellt von Julius Rietz.\nWem brauchen wir erst noch zu sagen, dass der ge-\nbildeten Welt und namentlich der musicalischen hier wie-\nderum eine Quelle reichen, erhebenden Genusses durch\ndie Vervollständigung des Lebensbildes eines der edelsten\nunter den hochbegabten Menschen eröffnet wird? Die\n„Reisebriefe\" sind in Jedermanns Händen, und wer aus\nihnen den Jüngling Mendelssohn innig liebgewonnen hat,\nder wird mit freudiger Hast nach dem Buche greifen, in\nwelchem der Mann in den verschiedenen Phasen seiner\nLebensverhältnisse und seiner wachsenden Thätigkeit im\nkünstlerischen Schaffen und Wirken uns entgegentritt.\nDurch diesen Gegensatz des Mannes zum Jünglinge, oder\nrichtiger: durch diese Ergänzung des einen durch den an-\nderen, ist aber auch sogleich der Grad der Theilnahme\nbedingt, den diese zweite Sammlung von Briefen erregt\nund befriedigt. Wenn in den Reisebriefen die natürliche,\nfrische Wiedergabe der Eindrücke und Erlebnisse in recht\neigentlichen Herzensergiessungen uns anzieht und zum\nMitempfinden zwingt, wenn unsere Phantasie mit dem Rei-\nsenden wandert und bei dem, was er schildert, sich un-\nwillkürlich mitbetheiligt, so fehlt es zwar in den Briefen\nder zweiten Sammlung auch keineswegs an lebendiger\nDarstellung individueller Anschauung, auch nicht an in-\nteressanten Mittheilungen, die der Schreiber wohl selbst\neinmal „Piauder- und Klatschbriele\" nennt: allein im All-\ngemeinen nehmen die Briefe doch eine nachhaltigere Be-\nachtung und Betrachtung in Anspruch, sie erfreuen nicht\nbloss, sie ziehen nicht bloss das Herz zum Herzen, sondern\nsie geben dabei auch zu denken, zu denken über Kunst\nund Leben, über die Gegensätze des inneren und äusseren\nMenschen, des Idealen und des Wirklichen, des Wollens\nund des Könnens im geistigen Schaffen und praktischen\nWirken sowohl bei dem Autor selbst als bei seinen Kunst-\nund Zeitgenossen. Freilich würde gewiss die Ausbeute und\nder Gewinn aus Mendelssohn's eigentlichen Urtheilen grös-\nser sein, wenn die Herren Herausgeber nicht so zurück-\nhaltend hätten verfahren müssen, wie es die Rücksicht auf\n\\\nLebende nach unseren socialen Verhältnissen nun einmal\ngebietet; man könnte in dieser Beziehung mit einigem\nRechte sagen, die Herausgabe der Briefe sei zu früh er-\nfolgt. Doch ist das jetzt Gegebene hinreichend, um auch\nvon dieser Seite der Sammlung für die Förderung des\nwahren Kunstverständnisses einen bedeutenden Werth zu\nverleihen. Eben so möchte sich das „zu früh\" auch in Be-\nzug auf das Biographische in dem Wunsche geltend ma-\nchen, dass uns aus manchen Perioden von Mendelssohn's\nLeben, und zwar solchen, die bei jedem talentvollen Manne\nvon bedeutendem Einflüsse auf sein inneres Leben und auf\ndas künstlerische SchafTen aus diesem heraus sind, dass\nuns aus solchen Zeitabschnitten mehr dargebracht sein\nmöchte. Die Herausgeber werden es uns nachsehen, dass\nwir diese Wünsche aussprechen, da das, was sie uns ge-\ngeben, nothwendig die Sehnsucht nach dem, was noch zu-\nrück ist, erregt hat; sie werden unsere Wünsche eben so\nnatürlich finden, als wir unsererseits ihre Zurückhaltung\ndurch die Natur der Verhältnisse gerechtfertigt annehmen.\nAuch lässt sich vermuthen, dass es selbst nicht in ihrer\nMacht gestanden habe, aus allen Quellen zu schöpfen."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "274", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4944, "texte": "Der lebhafteste Dank für die Gabe, wie sie ist, wird ihnen\nvon allen Seiten in reichem Maasse zu Theil werden.\nDie Sammlung enthält 161 Briefe von Mendelssohn\nauf 498 Seiten in 8. (Verlag von Hermann Mendelssohn\nin Leipzig. Die „Reisebriefe\" lullten 340 S.) Aus\n1833 sind sechs Briefe aus Berlin, Coblenz, Bonn\nund Düsseldorf. Der erste Brief ist vom 4. März 1833\naus Berlin*].\n1834 vierzehn aus Düsseldorf.\n1835 sieben aus Düsseldorf und drei aus Leipzig.\nAus demselben Jahre ein trefflicher Brief des Vaters aus\nBerlin.\n1836 neun aus Leipzig, Köln, Frankfurt (darunter\neiner an Ferd. Hiiier).\n1837 sieben aus Leipzig, Bingen, Frankfurt (darun-\nter zwei an F. Hiller).\n1838 dreizehn aus Leipzig und Berlin (einer an\nF. Hiller).\n1839 acht aus Leipzig, Frankfurt, Coblenz.\n1840 zwölf aus Leipzig.\n1841 neunzehn aus Leipzig und Berlin. Dabei fin-\nden sich ein Bericht des Herrn von Massow an den König\nFriedrich Wilhelm IV. wegen Mendelssohn's Anstellung\nund ein Promemoria Mendelssohn's über Errichtung\neiner Musikschule in Berlin.\n1842 fünfzehn aus Leipzig und aus der Schweiz.\nDabei ein Brief an den König Friedrich Wilhelm IV.\n1843 vierzehn aus Leipzig. Dabei einer an den\nRath der Stadt Leipzig,\n1844 acht aus Leipzig und Soden bei Frankfurt. Da-\nbei einer an den König und ein Brief vom Ritter Bunsen\nan Mendelssohn.\n1845 sechs aus Frankfurt und Leipzig. Dabei ein\nBrief des Ministers Eichhorn und einer des Geh. Cabinets-\nrathes Müller in Berlin an Mendelssohn.\n1846 neun aus Leipzig, Birmingham, London.\n1847 ei II aus Leipzig, Frankfurt, Baden, Interlaken.\nDer letzte Brief ist vom 25. October an seinen Bru-\nder Faul. Wer kann die innigste Rührung unterdrücken,\nder diese Zeilen liest, in denen keine Ahnung vom ewigen\nScheiden durchblickt: „Es geht mir Gott Lob jeden Tag\nbesser und die Krälte kommen mehr und mehr wieder;\naber die Idee, heute über acht Tage nach Wien zu reisen\n(wo er seinen „Elias\" zu dirigiren versprochen hatte), will\nmir noch gar nicht denkbar erscheinen. Wahr ist's, dass\nmeine Fortschritte von einem Tage zum anderen grösser\nund sicherer werden—auch habe ich schon hingeschrieben\nund gefragt, ob sie's nicht um acht Tage aufschieben kön-\nnen; aber, wie gesagt, ich glaube nicht recht an die Mög-\nlichkeit der ganzen Sache, und, wie mir's scheint, so werde\nich hier bleiben.\" —Ja wohl, er blieb da! Er hatte in die-\nsen Worten unbewusst eine traurige Prophezeiung ausge-\nsprochen: schon nach fünf Tagen traf ihn ein neuer An-\nfall und am 4. November erlosch sein Leben.\nAus dieser Uebersicht erhellt schon, welch eine wich-\ntige Quelle für den künftigen Biographen Mendelssohn's\nin diesen Originalien liegt. Dennoch sind die Briefe für\ndie Charakteristik Mendelssohn's, des Menschen und Künst-\nlers, weit ergiebiger, als für seine äusseren Lebensverhält-\nnisse. Von letzteren interessirt uns hier am Rheine vor-\nzugsweise das, was seinen Aufenthalt in Düsseldorf betrifft.\nAn die bekannte Theater-Regeneration im Vereine mit\nImmermann ging er, wie wir hier sehen und es auch sonst\nschon aus eigener Wahrnehmung wussten, mit voller Hin-\ngabe an die Sache: allein sie wurde ihm nur allzu bald\nverleidet. Wir lesen über seinen Austritt aus dem Unter-\nnehmen in einem Briefe an seine Mutter vom 4. Novem-\nber 1834:\n„Solch Hinversetzen nach Hause that mir dop-\npelt wohl in den letzten Wochen, wo ich über Düsseldorf\nund Kunsttreiben und Aufschwung am Rheine und neues\nStreben dermaassen wetterte und schimpfte, wie selten.\nIch war hier in eine entsetzliche Verwirrung und Hetze\nhineingerathen, und mir ging es schlimmer, als in der ge-\nschäftigsten Zeit in London. Wenn ich mich Morgens zur\nArbeit setzte, so klingelte es während jedem Tacte; —da\nkamen unzufriedene Choristen, die man anfahren, unge-\nschickte Sänger, die man einstudiren, schäbige Musicanten,\ndie man engagiren musste, und wenn es so den ganzen\nTag fortgegangen war und ich mir dann sagen musste,\ndas sei nun alles für das düsseldorfer Theater und dessen\nHeil, so wurde ich schwer ärgerlich; endlich vorgestern\nentschloss ich mich, machte einen salto vnortale, sprang aus\nder ganzen Geschichte heraus\" und bin nun wieder ein\nMensch. Freilich war es eine fatale Aufgabe, dies unserem\nTheater-Selbstherrscher, alias Bühnen-Mufti, beizubringen,\nund der kneift die Lippen über mich zusammen, als wollte\ner mich kauen, aber ich hielt dem Verwaltungsrathe eine\nkurze, sehr schöne Rede, sprach von meinen eigenen Ar-\nbeiten, an denen mir mehr läge, als am düsseldorfer Stadt-\ntheater, so viel mir auch u. s. w.; kurz, sie Hessen mich\nheraus mit der Bedingung, dass ich von Zeit zu Zeit diri-\ngiren solle, und das versprach ich, und das werde ich auch\nhalten. Ich habe längst einen Brief an Rebecka angefangen\nmit den schönsten Details über drei Wochen aus dem Le-\nben eines düsseldorfer Intendanten, aber noch immer kann\nich ihn nicht endigen, und doch verweise ich darauf.\"\n\n*) Der letzte Brief im I. Bande („Reisebriefe\") war vom 1. Juni\n1832 aus London."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "275", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5624, "texte": "Diesen Brief an seine Schwester sendet er dann unter\ndem 23. November nach, und darin heisst es dann unter\nAnderem auf sehr erbauliche und aufrichtige Weise:\n„Wie mir es zeither gegangen ist, das kann ich gar\nnicht sagen, so abscheulich, aber Du musst doch eine kleine\nKlage darüber hören, schon damit Du niemals auf den\nEinfall kommst, Theater-Director zu werden, oder einen\nder Deinigen Intendant werden zu lassen.—Gleich als ich\nwieder her kam*), wehte mich die Intendantenluft an. Im\nStatut steht: Die Intendanz besteht aus einem Intendanten\nund einem Musik-Director. Der Intendant wollte nun, ich\nsolle Musik-Intendant sein, er Schauspiel-Intendant, und\nnun sollten wir sehen, wer dem Anderen den Rang abliefe\n—darüber gab es gleich Scandal. Ich wollte nichts als diri-\ngiren und einstudiren, und das war Immermann nicht ge-\nnug. Wir wechselten verzweifelt grobe Briefe, in denen ich\nmeinen Stil sehr zusammen nehmen musste, um keine Spitze\nunerwiedert zu lassen und meinen unabhängigen Grund und\nBoden zu behaupten: aber ich glaube, ich habe Herrn\nHeyse**) Ehre gemacht. Wir verständigten uns darauf und\nzankten uns gleich wieder, weil ich nach Aachen reisen\nsollte, um eine Sängerin dort zu prüfen und zu engagiren,\nund weil ich das nicht wollte. Darauf musste ich das Or-\nchester engagiren, d. h. für jedes Mitglied zwei Contracte\nausfertigen, mich über einen Thaler Monats-Gage vorher\nbis aufs Blut streiten: dann gingen sie weg—dann ka-\nmen sie wieder und unterschrieben doch; dann wollten sie\nwieder nicht am zweiten Pulte sitzen; dann kam die Tante\neines ganz erbärmlichen Musikers, den ich nicht engagiren\nkonnte, und die Frau mit zwei unmündigen Kindern eines\nanderen Erbärmlichen, um ein gutes Wort beim Herrn\nDirector einzulegen; dann liess ich drei Kerls Probe spie-\nlen, die geigten so unter aller Würde, dass ich keinen von\nihnen annehmen konnte; dann waren siedemüthig und gin-\ngen still betrübt fort und hatten ihr Brod verloren; dann\nkam die Frau noch einmal wieder und weinte; unter dreis-\nsig Leuten war ein Einziger, der kurz sagte: „ich bin zu-\nfrieden\", und seine Contracte unterschrieb, alle Anderen\nhandelten und mäkelten erst eine Stunde, bis sie mir glaub-\nten, dass ich prix fixe hätte; mir fiel Vaters Spruch: For-\ndern und Bieten machen den Kauf! den ganzen Tag ein\naber es waren vier Tage, die jämmerlichsten, die ich er-\nlebt habe. Am vierten kam Klingemann des Morgens an\nund sah das Wesen und entsetzte sich. Inzwischen studirte\nRietz Morgen und Abend den Templer ein; der Chor be-\ntrank sich und ich musste mit Autorität reden; dann re-\nbellirten sie gegen den Regisseur und ich musste sie an-\nschreien wie ein Hausknecht; dann wurde die Beutler hei-\nser und ich bekam Angst für sie (eine mir neue Art von\nAngst, eine der eklichsten); dann führte ich Cherubini's\nRequiem in der Kirche auf; zugleich kam das erste Con-\ncert kurz, ich fasste meinen Entschluss, drei Wochen\nnach Wiedereröffnung des Theaters meinen Intendanten-\nThron zu verlassen, den ich denn auch Gott sei Dank aus-\ngeführt habe. Die übrigen Details schenke ich Dir, Du\nwirst genug Theater haben. Die Sache geht so gut, wie\nin Düsseldorf nur möglich. Rietz macht sich ausgezeichnet\ngut, fleissig, bestimmt und sehr geschickt, so dass alle Leute\nmit ihm zufrieden sind und ihn loben; wir haben an Opern\nbis jetzt gegeben: den Templer zwei Mal, den Oberon zwei\nMal, den ich dirigirte; dann Fra Diavolo, gestern den Frei-\nschützen, nun kommt die Entführung, Zauberllöte, Ochsen-\nmenuett, Dorfbarbier und Wasserträger die Opern sind\nalle ganz voll, die Schauspiele aber nicht, so dass den Actio-\nnären zuweilen ein Bisschen bange wird. Erst fünf Mit-\nglieder sind bis jetzt durchgegangen, zwei davon aus dem\nOrchester.\n„Sämmtlichen Mitgliedern wurde von dem Verwal-\ntungsrathe ein Souper gegeben, welches sehr ledern war\nund jeden Rath des Verwaltungsrathes, also auch mich,\n11 Thaler kostet, worüber ich mir alle Beileidsbezeugun-\ngen verbitte, um meine Thränen nicht aufzufrischen. Seit\nich aber aus der Geschichte bin, ist mir, als wäre ich ein\nHecht, der wieder ins Wasser kommt: die Vormittage ge-\nhören wieder mir, Abends kann ich zu Hause sitzen und\nlesen; das Oratorium (Paulus) wird mir immer mehr zu\nDank; ein Paar neue Lieder habe ich auch gemacht; im\nSingverein geht es hübsch, wir führen bald die Jahreszei-\nten mit ganzem Orchester auf; nächstens will ich sechs\nPräludien und Fugen herausgeben, wovon Du erst zwei\nkennst; das ist so ein Leben, wie ich es führen kann,\naber das Intendantenleben nicht*).\"\n\n*) Mendelssohn hatte im Interesse des Theaters eine Reise durch\neinen Theil von Deutschland gemacht, um Sänger und Sän-\ngerinnen' zu engagiren.\n**) Professor Heyse, Lehrer Mendelssohn's.\n*) Wie sein Vater diese Sache auffasste, erfahren wir aus einem\nBriefe des trefflichen Mannes, den die Herausgeber mittheilen.\nDarin lesen wir, dass Felix nach des Vaters Ansicht weder\n„in der productiven, noch in dei' administrativen dramatischen\nCarriere bereits eine, ausreichende Schule durchgemacht habe,\num gewiss wissen zu können, dass seine Abneigung dagegen\neine innere, auf Talent und Charakter gegründete sei.*' Dann\nheisst es weiter: „Die administrative veranlasst mich zu einer\nanderen Reihe von Betrachtungen, die ich Dir ans Herz legen\nwill. Jeder, der Gelegenheit und Lust hat, Dich näher und in-\nnerlicher kennen zu lernen, so wie alle die, denen Du Lust\nund Gelegenheit hast Dich deutlicher zu machen, werden Dich\nlieb gewinnen und achten. Das allein reicht aber wirklich nicht\naus, um thätig und wirksam ins Leben einzugreiten ; es wird\nvielmehr bei vorrückendem Alter, wenn Anderen und Dir jene\n\nn"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "276", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.4", "debut_caractere": 3511, "fin_caractere_exclue": 6001, "texte": "Lust und Gelegenheit ausgehen, zu Isolirung und Missmuth\nführen. Selbst das, was wir für Fehler halten, will, wenn es\nsich einmal durchgehends in der Welt festgesetzt hat, respec-\ntirt oder doch wenigstens geschont sein, und das Individuum\nverschwindet in der Welt. Das Ideal der Tugend hat der am\nwenigsten erreicht, der es am unerbittlichsten von Anderen\nfordert. Das strengste Moral-Princip ist eine Citadelle mit Aus-\nsenwerken, an deren Verteidigung man nicht gern seine Kräfte\nverschwendet, um desto sicherer sich in dem Kernwerke halten\nzu können, welches man freilich nur mit dem Leben aufgeben\nsoll. Nun hast Du Dich unläugbar bis jetzt noch nicht von\neiner gewissen Schroffheit und Heftigkeit, von einem raschen\nErgreifen und eben so raschen Loslassen trennen können und\nDir dadurch selbst in praktischer Hinsicht vielfache Hinder-\nnisse geschaffen. So muss ich Dir zum Beispiel bekennen,\ndass ich Dein Ausscheiden von der activen Theilnahme an der\nDetail-Verwaltung des düsseldorfer Theaters an und für sich\ngebilligt habe, die Art und Weise desselben aber um so weni-\nger, als Du sie freiwillig, und wenn ich es sagen soll, etwas\nunbedacht übernommen hast. Du hattest von Anfang an sehr\nrichtig Dich nicht fest binden, sondern nur das Einstudiren\nund Leiten einzelner Opern übernehmen wollen, diesem Ent-\nschlüsse gemäss auch ganz consequent einen Theater-Musik-\nDirector engagiren lassen. W7ie Du nun vor einiger Zeit hie-\nher kamst, mit. dem Auftrage, Krethi und Plethi zu engagiren,\ngefiel mir das Ding schon gar nicht; ich meinte aber, Du ha-\nbest, da Du ohnedies hieher gekommen warst, diese Besorgung\nals eine Gefälligkeit nicht verweigern können. Nun aber, bei\nDeiner Rückkehr nach Düsseldorf, und nachdem Du, sehr ver-\nnünftig, eine weitere Reise zu Engagements gleich abschlugst,\nstatt in diesem Sinne fortzufahren und alle Odiosa abzuweisen,\nlässt Du Dich damit überschütten, und da sie Dir, wie natür-\nlich, ekelhaft werden, lenkest Du nicht etwa ruhig ein und\nschaffest sie Dir nach und nach wieder vom Halse, sondern\nDu springst mit einem Male ab und zurück, gibst Dir dadurch\nunläugbar den Anschein von Unbeständigkeit und Unzuverläs-\nsigkeit, machst Dir einen Mann, den Du auf jeden Fall poli-\ntisch schonen musstest, zum entschiedenen Gegner, und höchst\nwahrscheinlich mehrere Mitglieder des Comites, unter denen\ngewiss ganz respectable Leute sind, verdriesslich und nicht zu\nbesseren Freunden. Betrachte ich diese Sache falsch, so be-\nlehre mich eines Bessern.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1863-08-29-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1863-08-29_01#c003", "volume": "bmtnabi_1863-08-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "276", "page_fin": "278", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.2.3", "titre_corps": "Adolf Hesse.", "titre_sommaire": "Adolf Hesse.", "signature_source": "Wiener Bl. f. Th. u. 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Schon in\nseinen frühesten Jahren zeigte er grosse Lust zur Musik,\ndem zufolge ihn auch sein Vater, darauf aufmerksam ge-\nworden und selbst grosser Musikfreund, schon in seinem\nsechsten Jahre in den Elementen der Musik unterrichten\nliess. Besonders zeigte er als Knabe schon Sinn für Har-\nmonie, so dass er nach kurzem Unterricht in diesem Fache\nmit dem achten Jahre bereits im Stande war, den Wochen-\nGottesdienst in der St. Elisabethkirche zu verrichten. Hier\nkann nicht unerwähnt bleiben, dass sein Vater ihm eine\nganz vollständige Orgel mit sechszehnfüssigem Pedal ge-\nbaut hatte, worauf er sich täglich und stündlich üben\nkonnte. Jedoch wurde jetzt das Bedürfniss höheren Unter-\nrichts fühlbar, und man übertrug denselben im Orgelspiel\nund in der Composition dem damaligen Musik-Director\nund ersten Organisten an St. Elisabeth, F. W. Berner,\nund im Clavierspiel dem Nachfolger Berner's, E. Köhler.\nUnter der Leitung so tüchtiger Lehrer konnte es nicht\nfehlen, dass Hesse schnelle Fortschritte machte und bereits\nim eilften Jahre sich in der Composition eines Trio's für\nClavier, Violine und Violoncell und mehrerer\nPianoforte-Variationen versuchte. Noch ist einer Reise zu\ngedenken, die sein Vater im Jahre 1818 mit dem neun-\njährigen Sohne unternahm, wo Letzterer sich in mehreren\nStädten im Clavier- und Orgelspiel Öffentlich hören liess.\nBei solchen Fortschritten nun studirte Hesse den einfachen\nund doppelten Contrapunkt, so wie die Instrumentation,\ntrat in seinem siebenzehnten Jahre bei Gelegenheit eines\nvon ihm gegebenen Concertes mit einer Ouvertüre für\ngrosses Orchester hervor und spielte zugleich Hummers\nH-moll-Concert auf dem Pianoforte. Einige Monate später\nstarb Berner, ein im Allgemeinen grosser, aber auch für\nHesse insbesondere schmerzlicher Verlust; zwar rückte er\nsogleich in die Stelle eines zweiten Organisten an St. Eli-\nsabeth, indess würde jedenfalls in seiner Künstlerlaul bahn\nein bedeutender Stillstand eingetreten sein, hätte sich nicht\nein anderer würdiger Mann unseres Hesse angenommen.\nHerr Baurath Knorr nämlich, dem Breslau nicht nur\nseine schönen, berühmten Anlagen und viele Bauten, son-\ndern auch die gründliche Wiederherstellung der grossen\nOrgelwerke verdankt, vermochte den kunstliebenden Ma-\ngistrat zur Disposition einer sehr bedeutenden Summe,\nwelche Hesse zu einer einjährigen Kunslreise Übermacht\nwurde. Auf dieser Beise, welche sich über den grössten\nTheil Deutschlands erstreckte, sammelte Hesse reiche Er-\nfahrungen; besonders war ein längerer Aufenthalt bei\nSpohr und Rink von dem bedeutendsten Erfolge. Bei\nErsterem vervollkommnete sich Hesse in der Instrumental-\nMusik, und Letzterer gab ihm viele Winke in Bezug auf\nOrgel-Composition. Von 1828 an bis 1835 hat Hesse in\njedem Jahre eine grössere Reise unternommen. In dem\nJahre 1829 bis 1830 beschäftigte ihn hauptsächlich das\nsorgfältige Studium der Werke von S. Bach; vor Allem\ngewährte ihm das Einüben der grossen Orgelfugen mit\nobligatem Pedale das grösste Vergnügen und war für die"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "277", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5475, "texte": "Stimmführung in Hesse's eigenen Compositionen vom ent-\nschiedensten Einflüsse. Im September 1831 wurde die\nReparatur der grossen Orgel an der Hauptkirche St. Bern-\nhard zu Breslau unter der Leitung des Baurathes Knorr\nvollendet. Der bisherige erste Organist wurde pensionirt\nund Hesse sofort angestellt, was ihm vom Magistrate schon\n1828 versprochen worden war. Hier nun wirkte Hesse\nseit jener Zeit im freundlichen Vereine mit seinem Colle-\ngen, dem Cantor Siegert, der mit einem ausgezeichneten\nSingvereine und Orchester alle Sonn- und Festtage den\nGottesdienst durch Aufführung der besten Werke ver-\nherrlichte.\nHesse hat eine grosse Zahl Werke geliefert: vier Sin-\nfonieen lür grosses Orchester, mehrere grössere Cantaten\nlür Chor und Orchester, vier Ouvertüren, einige Quar-\ntette, ein Clavier-Concert, ein Trio für Pianolorte, Violine\nund Violoncell (Us-dur),eine Sonate zu vier Händen, meh-\nrere Bondo's, zwei Motetten mit Orgel, ein Choralbuch\nfür Schlesien (vierstimmig mit Zwischenspielen), ein Ora-\ntorium („Tobias\") und sechsunddreissig Hefte Orgel-Com-\npositionen verschiedenen Inhalts. In letzteren hat es sich\nHesse zur Pflicht gemacht, die Würde der alten Zeit mit\nneuerer Form zu verbinden und die technische Behandlung\ndes Pedals zu erweitern. Hesse fand seine Laufbahn ge-\nwisser Maassen schon von Kindheit an vorgezeichnet, er\nhatte nicht zu wählen, und also keine Qualen um seinen\nBeruf zu bestehen. Seine Pflicht fand er vor, und als ein\nMensch von guter Erziehung, der nur den Umgang stren-\nger Meister gesucht und gefunden hatte, that er immer\nseine Pflicht, wie sie ihm vorgeschrieben war. Der Eifer\nund die Liebe für die Musik liessen seine Thätigkeit nie\nerkalten; gerade der Umstand, dass er der kirchlichen\nMusik zunächst seine Kräfte widmete, hielt ihn frühzeitig\nvon allem vagirenden Virtuosenthum fern und machte aus\nihm einen ernsten, pflichtgetreuen Mann, der consequent\nseine Plade wandelte, zu keinerlei Ausschreitungen sich\nverleiten liess und nur die einzige Befürchtung kannte,\nhinter den Erwartungen zurückzubleiben, die man von ihm\nzu hegen berechtigt war. Körperliche Anlage erleichterte\ndie oft schwere Berufstätigkeit, die er zu höherer Geltung\nbrachte, wenn es ihm auch nicht überall gelang, wo man\nstatt eines würdigen Nachfolgers von Händel und Bach\nlieber einen französischen Opern-Componisten oder Con-\ncert-Virtuosen gesehen hätte. Manche Anekdote aus Hesse's\nLeben spricht dafür, so sein Aufenthalt in Darmstadt, wo\ner den erlauchten Musik-Liebhaber, der seine grossherzog-\nliche Capelle selbst dirigirte, Ludwig von Hessen-Darm-\nstadt, nicht bewegen konnte, „sich das Gegröhle auf der\nOrgel anzuhören\". Andererseits hat es dem Verewigten an\nTriumphen nicht gefehlt, durch die er die deutsche Kunst,\nihre Einfachheit, Strenge und Erhabenheit zur höchsten\nAnerkennung brachte.\nFür den mächtigen Bau der Orgel und ihre Behand-\nlung war Hesse's Persönlichkeit wie geschaffen, und hier\nin seinem Elemente entwickelte er auch einen viel feineren\nSchwung der Phantasie, als die meisten seiner Collegen,\njene unmittelbare Inspiration, wie sie nur dem Genie eigen.\nZwar hat er auch auf dem Ciavier ganz Ausgezeichnetes\ngeleistet, aber er legte einen ängstlichen Werth auf die\ntreue und verständige Reproduction der Meisterwerke, sei-\nner eigenen Kralt in zu grosser Bescheidenheit minder ver-\ntrauend. Er war ein vorlrefllicher Lehrer des Piano, und\nmehr als das, ein Concertspieler, der vor dem ausgesuchte-\nsten Publicum sich hören lassen durfte; die Sauberkeit sei-\nnes Spiels und die Leichtigkeit, womit er Schwierigkeiten\nüberwand, hat man stets bewundert. In seinen eigenen\nCompositionen findet sich vorwiegend Sanftheit, Zartheit\nund Weichheit; sie haben jenen elegischen Zug, der sich\nganz in die Melodie versenkt und mit ihr spielt; sie sind\nim höchsten Grade kunstvoll gearbeitet, und der gelehrteste\nMusiker, der strengste Contrapunktist wird nicht ein Pünkt-\nchen an ihnen auszusetzen haben. Aber es fehlt ihnen der\nhimmelanstrebende, hohe und forlreissende Gedankenflug,\ndessen Rauschen man allerdings nur in einem Beethoven\nund Mozart hört, zu denen unser bescheidener Zeitge-\nnosse sich nicht zu erheben vermochte. Obgleich schwär-\nmerischer Verehrer der Heroen deutscher Musik, war er\nauch gegen neuere und fremde Bichlungen keineswegs in-\ntolerant.\nEs lag wohl in den Verhältnissen und in dem Tempe-\nrament Hesse's, dass er sich zu einer heroischen Begeiste-\nrung im Schaffen nicht emporschwang; er war eine mehr\ngemüthliche, joviale und behäbige Natur, ein Schlesier,\nein Breslauer in voller Bedeutung des Wortes, der an der\nScholle haftet, wo er geboren, nicht gern aus der Heimat\nherausgeht, und wo er ist, es sich auch sein lässt.\nDas ist kein Vorwurf für Hesse, Niemand kann wider seine\nNatur streiten, und auch er ging nicht aus seiner Heimat\nheraus. Mit einiger Anstrengung, mit einem höheren Ehr-\ngeiz wäre es ihm ein Leichtes gewesen, an den ersten Or-\nten Europa's eine hervorragende Stellung einzunehmen;\ner begnügte sich, in Breslau Musikstunden zu geben, und\nseine grösste Befriedigung war, wenn er einmal aus „dem\nNeste\" herauskam, an anderen Orten Lorberkränze zu\nsammeln und sie auf den Altar seiner lieben schlesischen\nHeimat niederzulegen. Wer hätte nicht gern seine Reise-\nberichte aus Paris, London, Prag u. s. w. gelesen, in de-\nnen er weniger seine Triumphe als seine Erlebnisse er-\nzählte, als wäre ihm nicht gehuldigt worden, sondern als\nhätte er sich aufgemacht im Dienste seiner Herrin, im"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "278", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 811, "texte": "Dienste der musicalischen Muse, die Welt mit dem Zauber\nalter Tonwerke neu bekannt zu machen und Blumen auf\ndie Gräber der Helden zu streuen, von denen er die schöne\nKunst gelernt, und denen er mit inniger, kindlicher Pietät,\nwiederum ein Zeichen seines echt schlesischen Charakters,\nanhing. Während sein Aeusseres nichts davon verrieth,\nwar er doch ein liebenswürdiger, heiterer Gesellschafter.\nEr war nie verheirathet.\nSo das Lebensbild Hesse's. Eines gehört noch in die\nCharakteristik: der literarische Fleiss, bei dem Hesse, An-\nderen in dieser Beziehung voraus, einen das ganze Gebiet\nder Musik umfassenden Geist bekundete. Ruhe seiner\nAsche! Das Andenken an diesen wackeren Mann und\nKünstler wird noch lange lebendig bleiben in allen, die\ndas Glück hatten, ihn kennen zu lernen.\n\n(Wiener Bl. f. Th. u. M.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1863-08-29-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1863-08-29_01#c004", "volume": "bmtnabi_1863-08-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "278", "page_fin": "279", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.2.4", "titre_corps": "Nachweisung der deutschen Quelle der Melodie der Marseillaise.", "titre_sommaire": "Nachweisung der deutschen Quelle der Melodie der Marseillaise.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "278", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.6", "debut_caractere": 813, "fin_caractere_exclue": 5141, "texte": "Nachweisung der deutschen Quelle der Melodie\nder Marseillaise.\nDie in Nr. 32 d. 81. wieder aufgenommene Erörte-\nrung über den Ursprung der Melodie zur Marseillaise ver-\nanlasst uns, auf eine in der „Gartenlaube\" vom Jahre\n1861, Nr. 16, über diesen Gegenstand gegebene Aufklä-\nrung hinzuweisen, welche, wie es scheint, in musicalischen\nKreisen nicht weiter bekannt geworden, wie sie auch un-\nseres Wissens von keiner Musik-Zeitung wiedergegeben\nwurde. Herr J. B. Ilamma, derzeit, so viel wir wissen,\nMusik-Director zu Neustadt in Rheinbaiern*), macht am\nangeführten Orte die Mittheilung, dass die Stadtkirche zu\nMeersburg am Bodensee ein Manuscript: „6 Missae\nbreves stylo elegantiori ad modernum geniimi elaboratae,\ncomp. de Iloltznnann, 1776\", besitze, welches im\nder vierten Messe aus Gdie Musik zur Marseillaise fast\nNote für Note gleich nach Melodie, Harmonie, Tact und\nTonart enthalte, so dass Rouget de Lisle, als er die Musik\nzu seinem Gedichte setzte, diese Messe vor sich gehabt,\nbeziehungsweise abgeschrieben haben müsse. HerrHamma\nhat diesen Fund während seiner früheren Anstellung als\nOrganist und Musik-Director an der Stadtkirche in Meers-\nburg gethan, an welche jene Messen vom Fürsten Dal-\nberg, der sie seinerseits aus dem Kloster Salem übernom-\nmen, übergegangen seien; er zweifelt nicht, dass das „Ori-\nginal\" (also wohl das Autograph nach Herrn Hamma's\nAnsicht) von dem Chor-Musik-Director in Meersburg auf\nVerlangen werde vorgezeigt werden. Ueber die Persön-\nlichkeit des Componisten Holtzmann gibt nun aber Herr\nHamma Aufschlüsse, welche jedenfalls irrig sind; er be-\nzeichnet ihn als jenen kurfürstlich pfälzischen Hof-Capell-\nmeister, der in Mozart's Briefen aus Mannheim an seinen\nVater erwähnt, und von dem während Mozart's Anwesen-\nheit in Paris eine geistliche Cantate aufgeführt worden sei.\nDie Messen dieses Componisten seien am Rheine, im El-\nsass, in den Bisthümern Speyer und Strassburg sehr ver-\nbreitet gewesen (wenn auch nur in Abschriften), und mö-\ngen so auch dem Dichter der Marseillaise, der wohl in\nseiner Jugend in Kirchen und Klöstern bei der Musik mit-\ngewirkt habe, bekannt geworden sein. Nun heisst aber\njener kurpfälzische Capellmeister Holzbauer, und von\neinem Holtzmann aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahr-\nhunderts ist in musicalischen Lexicis überhaupt nichts zu\nfinden. Gleichwohl wäre dies kein Hinderniss, einem wenn\nauch sonst gar nicht mehr bekannten deutschen Musiker\ndieses Namens die Autorschaft der Melodie zur Marseillaise\nzuzuschreiben, wenn nur jene Messe sich noch vorfinden\nund durch Veröffentlichung des fraglichen Theiles dersel-\nben sich der Beweis für jenen Ursprung der berühmten\nMelodie liefern liesse! Aber unglücklicher Weise ist, laut\nder Versicherung des jetzigen Chor-Directors Herrn\nSchreiber in Meersburg, von Holtzmann zwar eine an-\ndere Messe in der dortigen Kirchenmusik-Sammlung vor-\nhanden, aber keine, in welcher eine Spur von der Mar-\nseillaise-Melodie zu finden wäre, und müsste diese letztere\nvor dem Amtsantritte des Herrn Schreiber abhanden ge-\nkommen sein. Da nun Herr Hamma erst im Jahre 1861,\nviele Jahre nach seinem Abgange von Meersburg, die frag-\nliche Mittheilung veröffentlicht hat, so lässt sich vielleicht\nannehmen, dass derselbe sich seiner Zeit eine Abschrift\nvon dem besagten Credo genommen hat, auf welche seine\nneuliche Mittheilung gegründet ist. In diesem Falle wäre\nes sicherlich sehr wünschenswertb, wenn er dieselbe in\neiner Musik-Zeitung abdrucken lassen wollte. Alle Kirchen-\nmusik-Dirigenten aber, in deren Bibliotheken sich alte Mes-\nsen-Manuscripte befinden, mögen sich aufgefordert fühlen,\nnachzuforschen, ob sie nicht in einer etwaigen Messe von\nHoltzmann (oder auch Holzbauer, da ja mit dem Namen\nein Irrthum vorgegangen sein könnte) den Beweis für die\nRichtigkeit der jedenfalls höchst interessanten Mittheilung\ndes Herrn Hamma auffinden können, und bejahenden\nFalls das Resultat ihrer Nachforschungen zu veröffentlichen.\nF.\nNachschrift der Redaction. Zur Unterstützung\nder Angabe, dass die Melodie aus einer Messe herstamme,\nerinnern wir «daran, dass Castil-Blaze in dem Aufsatze vom\n\n*) Herr B. Ilamma lebt in Königsberg in Preussen und ist\nDirigent des dortigen Männer-Gesangvereins. Wir wissen aber\nnicht, ob er ein und derselbe mit dem Verfasser des Aufsatzes\nin der „Gartenlaube\" ist. Die Red actio n."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "279", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2879, "texte": "Jahre 1852, in welchem er die Nachricht mittheilt, dass\ndie Melodie ursprünglich aus einem deutschen Musik-\nstücke genommen sei, erzählt, seine Gewährsmänner hätten\nin diesem deutschen Gesänge einen „religiösen* Cha-\nrakter gefunden. (Vgl, Rhein. Musik-Zeitung, 1852. 111.\nNr. 6, S. 877.)\nGegen die Behauptungen von Fetis (vgl. Nr. 32 d. Bl.)\nist übrigens ein Verwandter de Lisle's, Herr A. Rouget\nde Lisle, Civil-Ingenieur in Paris und Mit-Redacteur des\nDictionnaire des Arts et Manufaetures, in der Revue et\nGazette Musicale(Nr. 31 und 33 vom 2. und 16. August)\naulgetreten. Zur Rechtfertigung der Autorschaft seines\nVerwandten sowohl für die Musik als für das Gedicht führt\ner mehrere Reweise aus gleichzeitigen Protocollen und\nJournalen an, welche keinen Zweifel über dasjenige, was\nNiemand bezweifelt hat, zurücklassen, nämlich dass Claude\nJoseph Rouget de Lisle schon vom Frühling 1792 an als\nDichter und Comporiist der berühmten Hymne galt. Er\nerklärt, dass Herr Heitz, Buchdrucker und Buchhändler\nin Strassburg, ein Exemplar des ersten Druckes besitze:\n„ Chant de guerre pour l'armee du Rhin, dedie au Mare-\nchal Luchner, ä Strasbourg. De l'imprimerie de Danne-\nbach, imprimeur de la municipalite.\" Diese ursprüngliche\nAusgabe ist zwar auch ohne Datum, allein dieser Mangel\nwird ersetzt durch die Anzeige und den Textabdruck der-\nselben Ausgabe in Nr. 67 der\nchesnevom 23. Juli 1792, mit dem Zusätze:\nn'est pas possible de donner ic\nsuis contente d'en donner les paroles.u Ferner bestätigt\nder Courrier de Strasbourg vom 27. October 1792 die\nmusicalische Autorschaft de Lisle's.\nDies Alles schliesst natürlich die Möglichkeit, ja, man\nkann wohl sagen: die Wahrscheinlichkeit nicht aus, dass\nder Dichter eine deutsche Melodie zu seinen Versen be-\nnutzt habe. Ist Herr J. B. Hamma im Stande, eine Ab-\nschrift jenes Credo aus der Messe von Holtzmann beizu-\nbringen, so sind wir gern erbötig, sie zu veröffentlichen.\nInteressant und charakteristisch für den Geist der Zeit\nist folgende Mittheilung, welche der Civil-Ingenieur de\nLisle aus dem Archiv des Kriegs-Ministeriums als Beweis,\ndass die Melodie schon im September 1792 (also vor\n1793!) bekannt war, beibringt.\nNach der Schlacht bei Valmy, den 20. September\n1792, schrieb der commandirende General, nachherige\nMarschall Kellermann an den, Kriegs-Minister Ervan um\ndie Erlaubniss, zur Feier des Sieges ein Te Deuni im La-\nger singen zu lassen. Der Minister übersandte ihm eine\nAbschrift der Marseillaise mit der Weisung, dass „diese\nNational-Hymne das Tedeum der Republik sei und allein\nwürdig, in das Ohr des freien Franzosen zu dringen.\" Den\n27. September schrieb Kellermann zurück: „Ich werde\nmit Vergnügen die Hymne der Marseiller, welche Sie\nIhrem Schreiben beigelegt haben, an die Stelle des Te\nDeums setzen, und werde sie feierlich mit demselben Pomp\nsingen lassen, den ich aul das Te Deum verwandt haben\nwürde.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1863-08-29-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1863-08-29_01#c005", "volume": "bmtnabi_1863-08-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "279", "page_fin": "280", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.2.5", "titre_corps": "Richard Wagner über ungarische Musik", "titre_sommaire": "Richard Wagner über ungarische Musik", "signature_source": "Richard Wagner", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "279", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.7", "debut_caractere": 2881, "fin_caractere_exclue": 5017, "texte": "Richard Wagner über ungarische Musik\n\nHerrn Cornel Abränyi, Redacteur der „Zenesseti\nLapok\" (ungarische Musik-Zeitung) in Pesth.\nGeehrter Herr Redacteur!\nMir ist während meines AufenthaJtes in Pesth von un-\nserem Freunde Remenyi Ede, mit der Empfehlung, es\nseien ungarische Studien, eine grössere Anzahl von Com-\npositionen mitgetheilt worden, die ich jetzt erst Gelegenheit\nfinde, näher kennen zu lernen, und über die ich Ihnen gern\nmeine besondere Freude mittheilen möchte. Das Thema,\nwelches hiedurch zu erweiterten Rellexionen in mir ange-\nregt wurde, ist zu umfassend, als dass ich ernstlich es bei\ndieser kurzen Mittheilung berühren möchte. Mit Anknü-\npfung an dasjenige, was ich am letzten Abende unseres\nZusammenseins vor einem grösseren Kreise von Freunden\nüber das „Nationale\" in der Musik andeutete, erlaube ich\nmir jedoch, das, was mir beim Eingeben auf die in Rede\nstehenden Compositionen culturgescbichtlich von Redeutung\nscheint, in Kürze mit Folgendem zu bezeichnen:\nMir scheinen diese Restrebungen, das ungarische Na-\ntionallied in der Weise künstlerisch auszubilden, dass es\nin unmittelbare Beziehung zu unserer entwickelten Kunst-\nmusik tritt, zu dem günstigsten Erfolge für die Entwick-\nlung und Hebung der Musik in Ungarn überhaupt bestimmt.\nSo lange ein solcher Erfolg nicht eintritt, wird bei Ihnen\nimmer ein bedenklicher, ja, verderblicher Abstand zwi-\nschen dem nationalen Elemente und der nur die Oberfläche\ndesselben berührenden Kunstmusik bestehen, und zwar in\nder Weise, dass die nationale Musik, d. h. die volkstüm-\nliche Tanz- und Liedweise, einem um so degradirenderen\nNaturalismus Preis gegeben wird, als die Kunstmusik, eben\nbloss nach ihren oberflächlicheren Producten begriffen, fast\nnur verwildernd wiederum auf jene einwirken kann. Was\nich hier meine, wird Ihnen leicht klar werden, wenn ich\nSie auf den harmonischen und rhvthmischen Reichthum,\n%)\nwelcher in der ungarischen Nationalweise wie in einem\nverdeckten Schachte verborgen liegt, aufmerksam mache\nund ihn mit der grossen Armuth, welche die italiänische\nneuere Opernmusik dem wirklich Musikgebildeten unserer\n*).\n\n*) Pesther Lloyd, Nr. 188."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "280", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2454, "texte": "Zeit so weit ab stellt, vergleiche. Nichts Traurigeres nun,\nals wenn diese Armuth den naturalistischen Trägern der\nVolksmusik sich der Art mittheilt, dass sie von ihnen auch\nder Nationalmusik entstellend eingeprägt wird! Wir wür-\nden hier denselben üblen Erfolg jeder von aussen einge-\nführten Civilisation, welcher nicht ein selbständig gepflegtes\nund entwickeltes, rein nationales Element zugleich entge-\ngentritt, ersehen, welches auf anderen Gebieten des Lebens\nund der Gesittung der Völker so widerliche Erscheinungen\nzu Tage fördert.\nWie mannigfaltig und für den Ausdruck bedeutend\ndagegen jener ursprüngliche Reichthum in der kunstge-\nrechten Behandlung der Volksmusik nicht nur wiederge-\nwonnen, sondern veredelt und weitergeführt werden kann,\ndavon eben geben mir jene mitgetheilten „Ungarischen\nStudien\" überraschend erfreuliche Belege. Ja, wie nahe\neine wirklich charakteristische, künstlerische Behandlung\ndas noch vollständig nationale Motiv an die Producte der\nvollendetsten Kunstmusik heranbringen kanp, davon gibt\nmir z. B. Nr. XIII. im zweiten Hefte der „Ungarischen\nStudien\" von Mosonyi ein Beispiel. Wer erkennt in die-\nsem Stücke, das andererseits auffallend den Typus des un-\ngarischen „Lassu\"trägt, nicht den Geist eines der phan-\ntastischsten Präludien Sebastian Bach's? In Wahrheit bie-\ntet ein Eingehen auf die harmonischen und rhythmischen\nEigentümlichkeiten gerade der ungarischen Volksmusik\nauffallende Natürlichkeits-Beweise für die Richtigkeit von\nHarmonisationen und Rhythmisirungen in der Kunstmusik,\nwelche den nur auf diesem Gebiete wiederum möglichen\n„Zöpfen\" der Theorie unbegreiflich und unzulässig er-\nscheinen.\nBetrachte ich nun die Stagnation, welche gegenwärtig\nunläugbar in der Entwicklung der eigentlichen Kunstmusik\neingetreten ist, so werde ich fast zu dem kühnen Schlüsse\nverleitet, dass Ihnen bei fortgesetzt glücklicher Entwick-\nlung Ihrer Nationalmusik es möglicher Weise vorbehalten\nsein dürfte, einen erfrischenden Einfluss wiederum auf jene\nEntwicklung zu gewinnen. Jedenfalls aber lässt sich vor-\naussehen, dass die mir vorliegenden Bestrebungen, wenn\nsie den nöthigen fördernden Eingang bei dem ungarischen\nPublicum gewinnen, eine höchst glückliche, ja, wohl die\neinzig wahrhaft erspriessliche Grundlage für die Entwick-\nlung der Musik überhaupt (derjenigen Musik, welche\nich die rein menschliche nennen möchte) bei Ihrem\nVolke bilden muss und wird.\nPenzing bei Wien, 8. August 1863.\n\nRichard Wagner."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1863-08-29-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1863-08-29_01#c006", "volume": "bmtnabi_1863-08-29_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "280", "page_fin": "280", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "280", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.8", "debut_caractere": 2456, "fin_caractere_exclue": 4957, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMan schreibt aus Baden-Baden vom 9. August: „Herr Ro-\nsenhain darf mit der Aufnahme seiner Operette Volage et Jaloux\n(Text nach Kotzebue von Sauvage) am gestrigen Abende zufrieden\nsein. Er nennt diesen dramatischen Scherz unter zwei Personen be-\nscheidener Weise ein Froverbe lyrique und bezeichnet damit den\nStandpunkt seines Werkes« Herr Rosenhain hat sein Wollen und\nKönnen in treffliches Gleichmaass zu setzen gewusst, und es ist kein\ngeringes Lob, welches wir damit aussprechen, dass in Folge dessen\nin seinem Werke Stoff und Behandlung, Sujet und Stil völlig con-\nform sind. Die Erfindung ist einfach, leicht und natürlich, aber nicht\nohne Frische, Grazie und ein recht glückliches Streben nach rhyth-\nmischer Mannigfaltigkeit, wobei allerdings der 3/4- und 2/4-Tact mit\nseiner „„Aufforderung zum Tanze\" \" wie gewöhnlich den Sieg davon-\nträgt. Die Operette besteht aus einer ziemlich ausgeführten Ouver-\ntüre, die recht gut gefallen hat, und aus sieben grösseren oder klei-\nneren Nummern, wovon zwei der Sopran, Mad. Lefebvre, zwei\nder Tenor, Herr Froment, allein zu singen hat und die übrigen\ndrei Duette sind. Die zwei heiter gehaltenen Nummern (1 und 4) für\nSopran, eine Tyrolienne und eine Walzer-Arie, verdienen entschie-\nden den Vorzug vor den mehr sentimentalen Nummern (2 und 6)\ndes Tenors, wovon die letztere uns in den Rahmen des Stückes am\nwenigsten passen will und auch am wenigsten gefiel, während alle\nübrigen Nummern von der Ouvertüre an durchgängig sehr lebhaften\nBeifall erhielten.\nWien. Robert v. Hornstein s Operette „Page Oecil\" be-\nfindet sich unter den Novitäten, welche das neue Treumann-Theater\nin allernächster Zeit bringen wird. Derselbe Componist ist mit der\nMusik zu einem grösseren Singspiele: „Die Rolandsknappen\", Text\nvon Paul Heyse, beschäftigt.\"\nDer Herzog von San demente in Florenz hat einen Preis für\neine religiöse Composition ausgeschrieben. Vineenzo Maini hat\neine Osterhymne gedichtet, welche zum Texte dienen soll. Die Com-\nposition soll vierstimmig sein, die Instrumentirung die der Mozart'-\nschen Messen für kleines Orchester. Der Stil soll in dem classischen\nGenre sein, breit und grossartig, wie der Stoff es gebietet; das Ur-\ntlieil wird durch das königliche Institut in Florenz gesprochen wer-\nden. Der Preis ist 8000 Francs. Die preisgekrönte Composition\nwird unter Direction von Geremia Sbolel zur Aufführung kom-\nmen. Die Compositionen müssen, mit einem Motto versehen, vor\ndem 31. December 1863 eingesandt sein."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "273", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nMendelssohn's Briefe. I. Adolf Hesse (Nekrolog).— Nachweisung der deutschen Quelle der Melodie der Marseillaise.\nRiebard Wagner über ungarische Musik. —■ Tages- und Unterhaltungsblatt (Baden-Baden, Rosenhain's Operette Volage et\nJaloux\" Wien, Robert v. Hornsteins Operette „Page Cecilu Florenz, Preis-Ausschreiben.)\n\nMendelssohn’s Briefe.\nI.\nDen „Reisebriefen\" von Felix Mendelssohn-\nBartholdy aus den Jahren 1830 —1832 schliesst sich\neine neue Folge unter dem Titel: „Briefe aus den Jah-\nren 1833 bis 1847\", an, herausgegeben von Paul Men-\ndelssohn-Bartholdy in Berlin und Dr. Karl Mendelssohn-\nBartholdy in Heidelberg. Als eine sehr werthvolle Zugabe\nist beigefügt: Verzeichniss der sämmtlichen Com-\npositionen von F. Mendelssohn, hauptsächlich nach\ndes Autors Original-Handschriften in chronologischer Ord-\nnung zusammengestellt von Julius Rietz.\nWem brauchen wir erst noch zu sagen, dass der ge-\nbildeten Welt und namentlich der musicalischen hier wie-\nderum eine Quelle reichen, erhebenden Genusses durch\ndie Vervollständigung des Lebensbildes eines der edelsten\nunter den hochbegabten Menschen eröffnet wird? Die\n„Reisebriefe\" sind in Jedermanns Händen, und wer aus\nihnen den Jüngling Mendelssohn innig liebgewonnen hat,\nder wird mit freudiger Hast nach dem Buche greifen, in\nwelchem der Mann in den verschiedenen Phasen seiner\nLebensverhältnisse und seiner wachsenden Thätigkeit im\nkünstlerischen Schaffen und Wirken uns entgegentritt.\nDurch diesen Gegensatz des Mannes zum Jünglinge, oder\nrichtiger: durch diese Ergänzung des einen durch den an-\nderen, ist aber auch sogleich der Grad der Theilnahme\nbedingt, den diese zweite Sammlung von Briefen erregt\nund befriedigt. Wenn in den Reisebriefen die natürliche,\nfrische Wiedergabe der Eindrücke und Erlebnisse in recht\neigentlichen Herzensergiessungen uns anzieht und zum\nMitempfinden zwingt, wenn unsere Phantasie mit dem Rei-\nsenden wandert und bei dem, was er schildert, sich un-\nwillkürlich mitbetheiligt, so fehlt es zwar in den Briefen\nder zweiten Sammlung auch keineswegs an lebendiger\nDarstellung individueller Anschauung, auch nicht an in-\nteressanten Mittheilungen, die der Schreiber wohl selbst\neinmal „Piauder- und Klatschbriele\" nennt: allein im All-\ngemeinen nehmen die Briefe doch eine nachhaltigere Be-\nachtung und Betrachtung in Anspruch, sie erfreuen nicht\nbloss, sie ziehen nicht bloss das Herz zum Herzen, sondern\nsie geben dabei auch zu denken, zu denken über Kunst\nund Leben, über die Gegensätze des inneren und äusseren\nMenschen, des Idealen und des Wirklichen, des Wollens\nund des Könnens im geistigen Schaffen und praktischen\nWirken sowohl bei dem Autor selbst als bei seinen Kunst-\nund Zeitgenossen. Freilich würde gewiss die Ausbeute und\nder Gewinn aus Mendelssohn's eigentlichen Urtheilen grös-\nser sein, wenn die Herren Herausgeber nicht so zurück-\nhaltend hätten verfahren müssen, wie es die Rücksicht auf\n\\\nLebende nach unseren socialen Verhältnissen nun einmal\ngebietet; man könnte in dieser Beziehung mit einigem\nRechte sagen, die Herausgabe der Briefe sei zu früh er-\nfolgt. Doch ist das jetzt Gegebene hinreichend, um auch\nvon dieser Seite der Sammlung für die Förderung des\nwahren Kunstverständnisses einen bedeutenden Werth zu\nverleihen. Eben so möchte sich das „zu früh\" auch in Be-\nzug auf das Biographische in dem Wunsche geltend ma-\nchen, dass uns aus manchen Perioden von Mendelssohn's\nLeben, und zwar solchen, die bei jedem talentvollen Manne\nvon bedeutendem Einflüsse auf sein inneres Leben und auf\ndas künstlerische SchafTen aus diesem heraus sind, dass\nuns aus solchen Zeitabschnitten mehr dargebracht sein\nmöchte. Die Herausgeber werden es uns nachsehen, dass\nwir diese Wünsche aussprechen, da das, was sie uns ge-\ngeben, nothwendig die Sehnsucht nach dem, was noch zu-\nrück ist, erregt hat; sie werden unsere Wünsche eben so\nnatürlich finden, als wir unsererseits ihre Zurückhaltung\ndurch die Natur der Verhältnisse gerechtfertigt annehmen.\nAuch lässt sich vermuthen, dass es selbst nicht in ihrer\nMacht gestanden habe, aus allen Quellen zu schöpfen."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "274", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.2", "texte": "Der lebhafteste Dank für die Gabe, wie sie ist, wird ihnen\nvon allen Seiten in reichem Maasse zu Theil werden.\nDie Sammlung enthält 161 Briefe von Mendelssohn\nauf 498 Seiten in 8. (Verlag von Hermann Mendelssohn\nin Leipzig. Die „Reisebriefe\" lullten 340 S.) Aus\n1833 sind sechs Briefe aus Berlin, Coblenz, Bonn\nund Düsseldorf. Der erste Brief ist vom 4. März 1833\naus Berlin*].\n1834 vierzehn aus Düsseldorf.\n1835 sieben aus Düsseldorf und drei aus Leipzig.\nAus demselben Jahre ein trefflicher Brief des Vaters aus\nBerlin.\n1836 neun aus Leipzig, Köln, Frankfurt (darunter\neiner an Ferd. Hiiier).\n1837 sieben aus Leipzig, Bingen, Frankfurt (darun-\nter zwei an F. Hiller).\n1838 dreizehn aus Leipzig und Berlin (einer an\nF. Hiller).\n1839 acht aus Leipzig, Frankfurt, Coblenz.\n1840 zwölf aus Leipzig.\n1841 neunzehn aus Leipzig und Berlin. Dabei fin-\nden sich ein Bericht des Herrn von Massow an den König\nFriedrich Wilhelm IV. wegen Mendelssohn's Anstellung\nund ein Promemoria Mendelssohn's über Errichtung\neiner Musikschule in Berlin.\n1842 fünfzehn aus Leipzig und aus der Schweiz.\nDabei ein Brief an den König Friedrich Wilhelm IV.\n1843 vierzehn aus Leipzig. Dabei einer an den\nRath der Stadt Leipzig,\n1844 acht aus Leipzig und Soden bei Frankfurt. Da-\nbei einer an den König und ein Brief vom Ritter Bunsen\nan Mendelssohn.\n1845 sechs aus Frankfurt und Leipzig. Dabei ein\nBrief des Ministers Eichhorn und einer des Geh. Cabinets-\nrathes Müller in Berlin an Mendelssohn.\n1846 neun aus Leipzig, Birmingham, London.\n1847 ei II aus Leipzig, Frankfurt, Baden, Interlaken.\nDer letzte Brief ist vom 25. October an seinen Bru-\nder Faul. Wer kann die innigste Rührung unterdrücken,\nder diese Zeilen liest, in denen keine Ahnung vom ewigen\nScheiden durchblickt: „Es geht mir Gott Lob jeden Tag\nbesser und die Krälte kommen mehr und mehr wieder;\naber die Idee, heute über acht Tage nach Wien zu reisen\n(wo er seinen „Elias\" zu dirigiren versprochen hatte), will\nmir noch gar nicht denkbar erscheinen. Wahr ist's, dass\nmeine Fortschritte von einem Tage zum anderen grösser\nund sicherer werden—auch habe ich schon hingeschrieben\nund gefragt, ob sie's nicht um acht Tage aufschieben kön-\nnen; aber, wie gesagt, ich glaube nicht recht an die Mög-\nlichkeit der ganzen Sache, und, wie mir's scheint, so werde\nich hier bleiben.\" —Ja wohl, er blieb da! Er hatte in die-\nsen Worten unbewusst eine traurige Prophezeiung ausge-\nsprochen: schon nach fünf Tagen traf ihn ein neuer An-\nfall und am 4. November erlosch sein Leben.\nAus dieser Uebersicht erhellt schon, welch eine wich-\ntige Quelle für den künftigen Biographen Mendelssohn's\nin diesen Originalien liegt. Dennoch sind die Briefe für\ndie Charakteristik Mendelssohn's, des Menschen und Künst-\nlers, weit ergiebiger, als für seine äusseren Lebensverhält-\nnisse. Von letzteren interessirt uns hier am Rheine vor-\nzugsweise das, was seinen Aufenthalt in Düsseldorf betrifft.\nAn die bekannte Theater-Regeneration im Vereine mit\nImmermann ging er, wie wir hier sehen und es auch sonst\nschon aus eigener Wahrnehmung wussten, mit voller Hin-\ngabe an die Sache: allein sie wurde ihm nur allzu bald\nverleidet. Wir lesen über seinen Austritt aus dem Unter-\nnehmen in einem Briefe an seine Mutter vom 4. Novem-\nber 1834:\n„Solch Hinversetzen nach Hause that mir dop-\npelt wohl in den letzten Wochen, wo ich über Düsseldorf\nund Kunsttreiben und Aufschwung am Rheine und neues\nStreben dermaassen wetterte und schimpfte, wie selten.\nIch war hier in eine entsetzliche Verwirrung und Hetze\nhineingerathen, und mir ging es schlimmer, als in der ge-\nschäftigsten Zeit in London. Wenn ich mich Morgens zur\nArbeit setzte, so klingelte es während jedem Tacte; —da\nkamen unzufriedene Choristen, die man anfahren, unge-\nschickte Sänger, die man einstudiren, schäbige Musicanten,\ndie man engagiren musste, und wenn es so den ganzen\nTag fortgegangen war und ich mir dann sagen musste,\ndas sei nun alles für das düsseldorfer Theater und dessen\nHeil, so wurde ich schwer ärgerlich; endlich vorgestern\nentschloss ich mich, machte einen salto vnortale, sprang aus\nder ganzen Geschichte heraus\" und bin nun wieder ein\nMensch. Freilich war es eine fatale Aufgabe, dies unserem\nTheater-Selbstherrscher, alias Bühnen-Mufti, beizubringen,\nund der kneift die Lippen über mich zusammen, als wollte\ner mich kauen, aber ich hielt dem Verwaltungsrathe eine\nkurze, sehr schöne Rede, sprach von meinen eigenen Ar-\nbeiten, an denen mir mehr läge, als am düsseldorfer Stadt-\ntheater, so viel mir auch u. s. w.; kurz, sie Hessen mich\nheraus mit der Bedingung, dass ich von Zeit zu Zeit diri-\ngiren solle, und das versprach ich, und das werde ich auch\nhalten. Ich habe längst einen Brief an Rebecka angefangen\nmit den schönsten Details über drei Wochen aus dem Le-\nben eines düsseldorfer Intendanten, aber noch immer kann\nich ihn nicht endigen, und doch verweise ich darauf.\"\n\n*) Der letzte Brief im I. Bande („Reisebriefe\") war vom 1. Juni\n1832 aus London."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "275", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.3", "texte": "Diesen Brief an seine Schwester sendet er dann unter\ndem 23. November nach, und darin heisst es dann unter\nAnderem auf sehr erbauliche und aufrichtige Weise:\n„Wie mir es zeither gegangen ist, das kann ich gar\nnicht sagen, so abscheulich, aber Du musst doch eine kleine\nKlage darüber hören, schon damit Du niemals auf den\nEinfall kommst, Theater-Director zu werden, oder einen\nder Deinigen Intendant werden zu lassen.—Gleich als ich\nwieder her kam*), wehte mich die Intendantenluft an. Im\nStatut steht: Die Intendanz besteht aus einem Intendanten\nund einem Musik-Director. Der Intendant wollte nun, ich\nsolle Musik-Intendant sein, er Schauspiel-Intendant, und\nnun sollten wir sehen, wer dem Anderen den Rang abliefe\n—darüber gab es gleich Scandal. Ich wollte nichts als diri-\ngiren und einstudiren, und das war Immermann nicht ge-\nnug. Wir wechselten verzweifelt grobe Briefe, in denen ich\nmeinen Stil sehr zusammen nehmen musste, um keine Spitze\nunerwiedert zu lassen und meinen unabhängigen Grund und\nBoden zu behaupten: aber ich glaube, ich habe Herrn\nHeyse**) Ehre gemacht. Wir verständigten uns darauf und\nzankten uns gleich wieder, weil ich nach Aachen reisen\nsollte, um eine Sängerin dort zu prüfen und zu engagiren,\nund weil ich das nicht wollte. Darauf musste ich das Or-\nchester engagiren, d. h. für jedes Mitglied zwei Contracte\nausfertigen, mich über einen Thaler Monats-Gage vorher\nbis aufs Blut streiten: dann gingen sie weg—dann ka-\nmen sie wieder und unterschrieben doch; dann wollten sie\nwieder nicht am zweiten Pulte sitzen; dann kam die Tante\neines ganz erbärmlichen Musikers, den ich nicht engagiren\nkonnte, und die Frau mit zwei unmündigen Kindern eines\nanderen Erbärmlichen, um ein gutes Wort beim Herrn\nDirector einzulegen; dann liess ich drei Kerls Probe spie-\nlen, die geigten so unter aller Würde, dass ich keinen von\nihnen annehmen konnte; dann waren siedemüthig und gin-\ngen still betrübt fort und hatten ihr Brod verloren; dann\nkam die Frau noch einmal wieder und weinte; unter dreis-\nsig Leuten war ein Einziger, der kurz sagte: „ich bin zu-\nfrieden\", und seine Contracte unterschrieb, alle Anderen\nhandelten und mäkelten erst eine Stunde, bis sie mir glaub-\nten, dass ich prix fixe hätte; mir fiel Vaters Spruch: For-\ndern und Bieten machen den Kauf! den ganzen Tag ein\naber es waren vier Tage, die jämmerlichsten, die ich er-\nlebt habe. Am vierten kam Klingemann des Morgens an\nund sah das Wesen und entsetzte sich. Inzwischen studirte\nRietz Morgen und Abend den Templer ein; der Chor be-\ntrank sich und ich musste mit Autorität reden; dann re-\nbellirten sie gegen den Regisseur und ich musste sie an-\nschreien wie ein Hausknecht; dann wurde die Beutler hei-\nser und ich bekam Angst für sie (eine mir neue Art von\nAngst, eine der eklichsten); dann führte ich Cherubini's\nRequiem in der Kirche auf; zugleich kam das erste Con-\ncert kurz, ich fasste meinen Entschluss, drei Wochen\nnach Wiedereröffnung des Theaters meinen Intendanten-\nThron zu verlassen, den ich denn auch Gott sei Dank aus-\ngeführt habe. Die übrigen Details schenke ich Dir, Du\nwirst genug Theater haben. Die Sache geht so gut, wie\nin Düsseldorf nur möglich. Rietz macht sich ausgezeichnet\ngut, fleissig, bestimmt und sehr geschickt, so dass alle Leute\nmit ihm zufrieden sind und ihn loben; wir haben an Opern\nbis jetzt gegeben: den Templer zwei Mal, den Oberon zwei\nMal, den ich dirigirte; dann Fra Diavolo, gestern den Frei-\nschützen, nun kommt die Entführung, Zauberllöte, Ochsen-\nmenuett, Dorfbarbier und Wasserträger die Opern sind\nalle ganz voll, die Schauspiele aber nicht, so dass den Actio-\nnären zuweilen ein Bisschen bange wird. Erst fünf Mit-\nglieder sind bis jetzt durchgegangen, zwei davon aus dem\nOrchester.\n„Sämmtlichen Mitgliedern wurde von dem Verwal-\ntungsrathe ein Souper gegeben, welches sehr ledern war\nund jeden Rath des Verwaltungsrathes, also auch mich,\n11 Thaler kostet, worüber ich mir alle Beileidsbezeugun-\ngen verbitte, um meine Thränen nicht aufzufrischen. Seit\nich aber aus der Geschichte bin, ist mir, als wäre ich ein\nHecht, der wieder ins Wasser kommt: die Vormittage ge-\nhören wieder mir, Abends kann ich zu Hause sitzen und\nlesen; das Oratorium (Paulus) wird mir immer mehr zu\nDank; ein Paar neue Lieder habe ich auch gemacht; im\nSingverein geht es hübsch, wir führen bald die Jahreszei-\nten mit ganzem Orchester auf; nächstens will ich sechs\nPräludien und Fugen herausgeben, wovon Du erst zwei\nkennst; das ist so ein Leben, wie ich es führen kann,\naber das Intendantenleben nicht*).\"\n\n*) Mendelssohn hatte im Interesse des Theaters eine Reise durch\neinen Theil von Deutschland gemacht, um Sänger und Sän-\ngerinnen' zu engagiren.\n**) Professor Heyse, Lehrer Mendelssohn's.\n*) Wie sein Vater diese Sache auffasste, erfahren wir aus einem\nBriefe des trefflichen Mannes, den die Herausgeber mittheilen.\nDarin lesen wir, dass Felix nach des Vaters Ansicht weder\n„in der productiven, noch in dei' administrativen dramatischen\nCarriere bereits eine, ausreichende Schule durchgemacht habe,\num gewiss wissen zu können, dass seine Abneigung dagegen\neine innere, auf Talent und Charakter gegründete sei.*' Dann\nheisst es weiter: „Die administrative veranlasst mich zu einer\nanderen Reihe von Betrachtungen, die ich Dir ans Herz legen\nwill. Jeder, der Gelegenheit und Lust hat, Dich näher und in-\nnerlicher kennen zu lernen, so wie alle die, denen Du Lust\nund Gelegenheit hast Dich deutlicher zu machen, werden Dich\nlieb gewinnen und achten. Das allein reicht aber wirklich nicht\naus, um thätig und wirksam ins Leben einzugreiten ; es wird\nvielmehr bei vorrückendem Alter, wenn Anderen und Dir jene\n\nn"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "276", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.4", "texte": "Adolf Hesse.\n(Nekrolog.)\n\nWas wir bei der ersten Mittheilung der Nachricht\nvom Tode H esse's lebhaft wünschten: diese Nachricht als\nunwahr widerrufen zu können, ist leider nicht in Erfüllung\ngegangen. Ilesse starb am 5. August in der Vollkraft des\nMannesalters; Deutschland hat einen biederen Mann, einen\ntüchtigen Künstler und einen seiner bedeutendsten Orgel-\nspieler verloren. Adolf Friedrich Hesse, geboren zu\nBreslau den 30. August 1809, war der Sohn des damali-\ngen Tischlers und Orgelbauers Friedrich Hesse. Schon in\nseinen frühesten Jahren zeigte er grosse Lust zur Musik,\ndem zufolge ihn auch sein Vater, darauf aufmerksam ge-\nworden und selbst grosser Musikfreund, schon in seinem\nsechsten Jahre in den Elementen der Musik unterrichten\nliess. Besonders zeigte er als Knabe schon Sinn für Har-\nmonie, so dass er nach kurzem Unterricht in diesem Fache\nmit dem achten Jahre bereits im Stande war, den Wochen-\nGottesdienst in der St. Elisabethkirche zu verrichten. Hier\nkann nicht unerwähnt bleiben, dass sein Vater ihm eine\nganz vollständige Orgel mit sechszehnfüssigem Pedal ge-\nbaut hatte, worauf er sich täglich und stündlich üben\nkonnte. Jedoch wurde jetzt das Bedürfniss höheren Unter-\nrichts fühlbar, und man übertrug denselben im Orgelspiel\nund in der Composition dem damaligen Musik-Director\nund ersten Organisten an St. Elisabeth, F. W. Berner,\nund im Clavierspiel dem Nachfolger Berner's, E. Köhler.\nUnter der Leitung so tüchtiger Lehrer konnte es nicht\nfehlen, dass Hesse schnelle Fortschritte machte und bereits\nim eilften Jahre sich in der Composition eines Trio's für\nClavier, Violine und Violoncell und mehrerer\nPianoforte-Variationen versuchte. Noch ist einer Reise zu\ngedenken, die sein Vater im Jahre 1818 mit dem neun-\njährigen Sohne unternahm, wo Letzterer sich in mehreren\nStädten im Clavier- und Orgelspiel Öffentlich hören liess.\nBei solchen Fortschritten nun studirte Hesse den einfachen\nund doppelten Contrapunkt, so wie die Instrumentation,\ntrat in seinem siebenzehnten Jahre bei Gelegenheit eines\nvon ihm gegebenen Concertes mit einer Ouvertüre für\ngrosses Orchester hervor und spielte zugleich Hummers\nH-moll-Concert auf dem Pianoforte. Einige Monate später\nstarb Berner, ein im Allgemeinen grosser, aber auch für\nHesse insbesondere schmerzlicher Verlust; zwar rückte er\nsogleich in die Stelle eines zweiten Organisten an St. Eli-\nsabeth, indess würde jedenfalls in seiner Künstlerlaul bahn\nein bedeutender Stillstand eingetreten sein, hätte sich nicht\nein anderer würdiger Mann unseres Hesse angenommen.\nHerr Baurath Knorr nämlich, dem Breslau nicht nur\nseine schönen, berühmten Anlagen und viele Bauten, son-\ndern auch die gründliche Wiederherstellung der grossen\nOrgelwerke verdankt, vermochte den kunstliebenden Ma-\ngistrat zur Disposition einer sehr bedeutenden Summe,\nwelche Hesse zu einer einjährigen Kunslreise Übermacht\nwurde. Auf dieser Beise, welche sich über den grössten\nTheil Deutschlands erstreckte, sammelte Hesse reiche Er-\nfahrungen; besonders war ein längerer Aufenthalt bei\nSpohr und Rink von dem bedeutendsten Erfolge. Bei\nErsterem vervollkommnete sich Hesse in der Instrumental-\nMusik, und Letzterer gab ihm viele Winke in Bezug auf\nOrgel-Composition. Von 1828 an bis 1835 hat Hesse in\njedem Jahre eine grössere Reise unternommen. In dem\nJahre 1829 bis 1830 beschäftigte ihn hauptsächlich das\nsorgfältige Studium der Werke von S. Bach; vor Allem\ngewährte ihm das Einüben der grossen Orgelfugen mit\nobligatem Pedale das grösste Vergnügen und war für die\n\nLust und Gelegenheit ausgehen, zu Isolirung und Missmuth\nführen. Selbst das, was wir für Fehler halten, will, wenn es\nsich einmal durchgehends in der Welt festgesetzt hat, respec-\ntirt oder doch wenigstens geschont sein, und das Individuum\nverschwindet in der Welt. Das Ideal der Tugend hat der am\nwenigsten erreicht, der es am unerbittlichsten von Anderen\nfordert. Das strengste Moral-Princip ist eine Citadelle mit Aus-\nsenwerken, an deren Verteidigung man nicht gern seine Kräfte\nverschwendet, um desto sicherer sich in dem Kernwerke halten\nzu können, welches man freilich nur mit dem Leben aufgeben\nsoll. Nun hast Du Dich unläugbar bis jetzt noch nicht von\neiner gewissen Schroffheit und Heftigkeit, von einem raschen\nErgreifen und eben so raschen Loslassen trennen können und\nDir dadurch selbst in praktischer Hinsicht vielfache Hinder-\nnisse geschaffen. So muss ich Dir zum Beispiel bekennen,\ndass ich Dein Ausscheiden von der activen Theilnahme an der\nDetail-Verwaltung des düsseldorfer Theaters an und für sich\ngebilligt habe, die Art und Weise desselben aber um so weni-\nger, als Du sie freiwillig, und wenn ich es sagen soll, etwas\nunbedacht übernommen hast. Du hattest von Anfang an sehr\nrichtig Dich nicht fest binden, sondern nur das Einstudiren\nund Leiten einzelner Opern übernehmen wollen, diesem Ent-\nschlüsse gemäss auch ganz consequent einen Theater-Musik-\nDirector engagiren lassen. W7ie Du nun vor einiger Zeit hie-\nher kamst, mit. dem Auftrage, Krethi und Plethi zu engagiren,\ngefiel mir das Ding schon gar nicht; ich meinte aber, Du ha-\nbest, da Du ohnedies hieher gekommen warst, diese Besorgung\nals eine Gefälligkeit nicht verweigern können. Nun aber, bei\nDeiner Rückkehr nach Düsseldorf, und nachdem Du, sehr ver-\nnünftig, eine weitere Reise zu Engagements gleich abschlugst,\nstatt in diesem Sinne fortzufahren und alle Odiosa abzuweisen,\nlässt Du Dich damit überschütten, und da sie Dir, wie natür-\nlich, ekelhaft werden, lenkest Du nicht etwa ruhig ein und\nschaffest sie Dir nach und nach wieder vom Halse, sondern\nDu springst mit einem Male ab und zurück, gibst Dir dadurch\nunläugbar den Anschein von Unbeständigkeit und Unzuverläs-\nsigkeit, machst Dir einen Mann, den Du auf jeden Fall poli-\ntisch schonen musstest, zum entschiedenen Gegner, und höchst\nwahrscheinlich mehrere Mitglieder des Comites, unter denen\ngewiss ganz respectable Leute sind, verdriesslich und nicht zu\nbesseren Freunden. Betrachte ich diese Sache falsch, so be-\nlehre mich eines Bessern.\""}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "277", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.5", "texte": "Stimmführung in Hesse's eigenen Compositionen vom ent-\nschiedensten Einflüsse. Im September 1831 wurde die\nReparatur der grossen Orgel an der Hauptkirche St. Bern-\nhard zu Breslau unter der Leitung des Baurathes Knorr\nvollendet. Der bisherige erste Organist wurde pensionirt\nund Hesse sofort angestellt, was ihm vom Magistrate schon\n1828 versprochen worden war. Hier nun wirkte Hesse\nseit jener Zeit im freundlichen Vereine mit seinem Colle-\ngen, dem Cantor Siegert, der mit einem ausgezeichneten\nSingvereine und Orchester alle Sonn- und Festtage den\nGottesdienst durch Aufführung der besten Werke ver-\nherrlichte.\nHesse hat eine grosse Zahl Werke geliefert: vier Sin-\nfonieen lür grosses Orchester, mehrere grössere Cantaten\nlür Chor und Orchester, vier Ouvertüren, einige Quar-\ntette, ein Clavier-Concert, ein Trio für Pianolorte, Violine\nund Violoncell (Us-dur),eine Sonate zu vier Händen, meh-\nrere Bondo's, zwei Motetten mit Orgel, ein Choralbuch\nfür Schlesien (vierstimmig mit Zwischenspielen), ein Ora-\ntorium („Tobias\") und sechsunddreissig Hefte Orgel-Com-\npositionen verschiedenen Inhalts. In letzteren hat es sich\nHesse zur Pflicht gemacht, die Würde der alten Zeit mit\nneuerer Form zu verbinden und die technische Behandlung\ndes Pedals zu erweitern. Hesse fand seine Laufbahn ge-\nwisser Maassen schon von Kindheit an vorgezeichnet, er\nhatte nicht zu wählen, und also keine Qualen um seinen\nBeruf zu bestehen. Seine Pflicht fand er vor, und als ein\nMensch von guter Erziehung, der nur den Umgang stren-\nger Meister gesucht und gefunden hatte, that er immer\nseine Pflicht, wie sie ihm vorgeschrieben war. Der Eifer\nund die Liebe für die Musik liessen seine Thätigkeit nie\nerkalten; gerade der Umstand, dass er der kirchlichen\nMusik zunächst seine Kräfte widmete, hielt ihn frühzeitig\nvon allem vagirenden Virtuosenthum fern und machte aus\nihm einen ernsten, pflichtgetreuen Mann, der consequent\nseine Plade wandelte, zu keinerlei Ausschreitungen sich\nverleiten liess und nur die einzige Befürchtung kannte,\nhinter den Erwartungen zurückzubleiben, die man von ihm\nzu hegen berechtigt war. Körperliche Anlage erleichterte\ndie oft schwere Berufstätigkeit, die er zu höherer Geltung\nbrachte, wenn es ihm auch nicht überall gelang, wo man\nstatt eines würdigen Nachfolgers von Händel und Bach\nlieber einen französischen Opern-Componisten oder Con-\ncert-Virtuosen gesehen hätte. Manche Anekdote aus Hesse's\nLeben spricht dafür, so sein Aufenthalt in Darmstadt, wo\ner den erlauchten Musik-Liebhaber, der seine grossherzog-\nliche Capelle selbst dirigirte, Ludwig von Hessen-Darm-\nstadt, nicht bewegen konnte, „sich das Gegröhle auf der\nOrgel anzuhören\". Andererseits hat es dem Verewigten an\nTriumphen nicht gefehlt, durch die er die deutsche Kunst,\nihre Einfachheit, Strenge und Erhabenheit zur höchsten\nAnerkennung brachte.\nFür den mächtigen Bau der Orgel und ihre Behand-\nlung war Hesse's Persönlichkeit wie geschaffen, und hier\nin seinem Elemente entwickelte er auch einen viel feineren\nSchwung der Phantasie, als die meisten seiner Collegen,\njene unmittelbare Inspiration, wie sie nur dem Genie eigen.\nZwar hat er auch auf dem Ciavier ganz Ausgezeichnetes\ngeleistet, aber er legte einen ängstlichen Werth auf die\ntreue und verständige Reproduction der Meisterwerke, sei-\nner eigenen Kralt in zu grosser Bescheidenheit minder ver-\ntrauend. Er war ein vorlrefllicher Lehrer des Piano, und\nmehr als das, ein Concertspieler, der vor dem ausgesuchte-\nsten Publicum sich hören lassen durfte; die Sauberkeit sei-\nnes Spiels und die Leichtigkeit, womit er Schwierigkeiten\nüberwand, hat man stets bewundert. In seinen eigenen\nCompositionen findet sich vorwiegend Sanftheit, Zartheit\nund Weichheit; sie haben jenen elegischen Zug, der sich\nganz in die Melodie versenkt und mit ihr spielt; sie sind\nim höchsten Grade kunstvoll gearbeitet, und der gelehrteste\nMusiker, der strengste Contrapunktist wird nicht ein Pünkt-\nchen an ihnen auszusetzen haben. Aber es fehlt ihnen der\nhimmelanstrebende, hohe und forlreissende Gedankenflug,\ndessen Rauschen man allerdings nur in einem Beethoven\nund Mozart hört, zu denen unser bescheidener Zeitge-\nnosse sich nicht zu erheben vermochte. Obgleich schwär-\nmerischer Verehrer der Heroen deutscher Musik, war er\nauch gegen neuere und fremde Bichlungen keineswegs in-\ntolerant.\nEs lag wohl in den Verhältnissen und in dem Tempe-\nrament Hesse's, dass er sich zu einer heroischen Begeiste-\nrung im Schaffen nicht emporschwang; er war eine mehr\ngemüthliche, joviale und behäbige Natur, ein Schlesier,\nein Breslauer in voller Bedeutung des Wortes, der an der\nScholle haftet, wo er geboren, nicht gern aus der Heimat\nherausgeht, und wo er ist, es sich auch sein lässt.\nDas ist kein Vorwurf für Hesse, Niemand kann wider seine\nNatur streiten, und auch er ging nicht aus seiner Heimat\nheraus. Mit einiger Anstrengung, mit einem höheren Ehr-\ngeiz wäre es ihm ein Leichtes gewesen, an den ersten Or-\nten Europa's eine hervorragende Stellung einzunehmen;\ner begnügte sich, in Breslau Musikstunden zu geben, und\nseine grösste Befriedigung war, wenn er einmal aus „dem\nNeste\" herauskam, an anderen Orten Lorberkränze zu\nsammeln und sie auf den Altar seiner lieben schlesischen\nHeimat niederzulegen. Wer hätte nicht gern seine Reise-\nberichte aus Paris, London, Prag u. s. w. gelesen, in de-\nnen er weniger seine Triumphe als seine Erlebnisse er-\nzählte, als wäre ihm nicht gehuldigt worden, sondern als\nhätte er sich aufgemacht im Dienste seiner Herrin, im"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "278", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.6", "texte": "Dienste der musicalischen Muse, die Welt mit dem Zauber\nalter Tonwerke neu bekannt zu machen und Blumen auf\ndie Gräber der Helden zu streuen, von denen er die schöne\nKunst gelernt, und denen er mit inniger, kindlicher Pietät,\nwiederum ein Zeichen seines echt schlesischen Charakters,\nanhing. Während sein Aeusseres nichts davon verrieth,\nwar er doch ein liebenswürdiger, heiterer Gesellschafter.\nEr war nie verheirathet.\nSo das Lebensbild Hesse's. Eines gehört noch in die\nCharakteristik: der literarische Fleiss, bei dem Hesse, An-\nderen in dieser Beziehung voraus, einen das ganze Gebiet\nder Musik umfassenden Geist bekundete. Ruhe seiner\nAsche! Das Andenken an diesen wackeren Mann und\nKünstler wird noch lange lebendig bleiben in allen, die\ndas Glück hatten, ihn kennen zu lernen.\n\n(Wiener Bl. f. Th. u. M.)\n\nNachweisung der deutschen Quelle der Melodie\nder Marseillaise.\nDie in Nr. 32 d. 81. wieder aufgenommene Erörte-\nrung über den Ursprung der Melodie zur Marseillaise ver-\nanlasst uns, auf eine in der „Gartenlaube\" vom Jahre\n1861, Nr. 16, über diesen Gegenstand gegebene Aufklä-\nrung hinzuweisen, welche, wie es scheint, in musicalischen\nKreisen nicht weiter bekannt geworden, wie sie auch un-\nseres Wissens von keiner Musik-Zeitung wiedergegeben\nwurde. Herr J. B. Ilamma, derzeit, so viel wir wissen,\nMusik-Director zu Neustadt in Rheinbaiern*), macht am\nangeführten Orte die Mittheilung, dass die Stadtkirche zu\nMeersburg am Bodensee ein Manuscript: „6 Missae\nbreves stylo elegantiori ad modernum geniimi elaboratae,\ncomp. de Iloltznnann, 1776\", besitze, welches im\nder vierten Messe aus Gdie Musik zur Marseillaise fast\nNote für Note gleich nach Melodie, Harmonie, Tact und\nTonart enthalte, so dass Rouget de Lisle, als er die Musik\nzu seinem Gedichte setzte, diese Messe vor sich gehabt,\nbeziehungsweise abgeschrieben haben müsse. HerrHamma\nhat diesen Fund während seiner früheren Anstellung als\nOrganist und Musik-Director an der Stadtkirche in Meers-\nburg gethan, an welche jene Messen vom Fürsten Dal-\nberg, der sie seinerseits aus dem Kloster Salem übernom-\nmen, übergegangen seien; er zweifelt nicht, dass das „Ori-\nginal\" (also wohl das Autograph nach Herrn Hamma's\nAnsicht) von dem Chor-Musik-Director in Meersburg auf\nVerlangen werde vorgezeigt werden. Ueber die Persön-\nlichkeit des Componisten Holtzmann gibt nun aber Herr\nHamma Aufschlüsse, welche jedenfalls irrig sind; er be-\nzeichnet ihn als jenen kurfürstlich pfälzischen Hof-Capell-\nmeister, der in Mozart's Briefen aus Mannheim an seinen\nVater erwähnt, und von dem während Mozart's Anwesen-\nheit in Paris eine geistliche Cantate aufgeführt worden sei.\nDie Messen dieses Componisten seien am Rheine, im El-\nsass, in den Bisthümern Speyer und Strassburg sehr ver-\nbreitet gewesen (wenn auch nur in Abschriften), und mö-\ngen so auch dem Dichter der Marseillaise, der wohl in\nseiner Jugend in Kirchen und Klöstern bei der Musik mit-\ngewirkt habe, bekannt geworden sein. Nun heisst aber\njener kurpfälzische Capellmeister Holzbauer, und von\neinem Holtzmann aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahr-\nhunderts ist in musicalischen Lexicis überhaupt nichts zu\nfinden. Gleichwohl wäre dies kein Hinderniss, einem wenn\nauch sonst gar nicht mehr bekannten deutschen Musiker\ndieses Namens die Autorschaft der Melodie zur Marseillaise\nzuzuschreiben, wenn nur jene Messe sich noch vorfinden\nund durch Veröffentlichung des fraglichen Theiles dersel-\nben sich der Beweis für jenen Ursprung der berühmten\nMelodie liefern liesse! Aber unglücklicher Weise ist, laut\nder Versicherung des jetzigen Chor-Directors Herrn\nSchreiber in Meersburg, von Holtzmann zwar eine an-\ndere Messe in der dortigen Kirchenmusik-Sammlung vor-\nhanden, aber keine, in welcher eine Spur von der Mar-\nseillaise-Melodie zu finden wäre, und müsste diese letztere\nvor dem Amtsantritte des Herrn Schreiber abhanden ge-\nkommen sein. Da nun Herr Hamma erst im Jahre 1861,\nviele Jahre nach seinem Abgange von Meersburg, die frag-\nliche Mittheilung veröffentlicht hat, so lässt sich vielleicht\nannehmen, dass derselbe sich seiner Zeit eine Abschrift\nvon dem besagten Credo genommen hat, auf welche seine\nneuliche Mittheilung gegründet ist. In diesem Falle wäre\nes sicherlich sehr wünschenswertb, wenn er dieselbe in\neiner Musik-Zeitung abdrucken lassen wollte. Alle Kirchen-\nmusik-Dirigenten aber, in deren Bibliotheken sich alte Mes-\nsen-Manuscripte befinden, mögen sich aufgefordert fühlen,\nnachzuforschen, ob sie nicht in einer etwaigen Messe von\nHoltzmann (oder auch Holzbauer, da ja mit dem Namen\nein Irrthum vorgegangen sein könnte) den Beweis für die\nRichtigkeit der jedenfalls höchst interessanten Mittheilung\ndes Herrn Hamma auffinden können, und bejahenden\nFalls das Resultat ihrer Nachforschungen zu veröffentlichen.\nF.\nNachschrift der Redaction. Zur Unterstützung\nder Angabe, dass die Melodie aus einer Messe herstamme,\nerinnern wir «daran, dass Castil-Blaze in dem Aufsatze vom\n\n*) Herr B. Ilamma lebt in Königsberg in Preussen und ist\nDirigent des dortigen Männer-Gesangvereins. Wir wissen aber\nnicht, ob er ein und derselbe mit dem Verfasser des Aufsatzes\nin der „Gartenlaube\" ist. Die Red actio n."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "279", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.7", "texte": "Jahre 1852, in welchem er die Nachricht mittheilt, dass\ndie Melodie ursprünglich aus einem deutschen Musik-\nstücke genommen sei, erzählt, seine Gewährsmänner hätten\nin diesem deutschen Gesänge einen „religiösen* Cha-\nrakter gefunden. (Vgl, Rhein. Musik-Zeitung, 1852. 111.\nNr. 6, S. 877.)\nGegen die Behauptungen von Fetis (vgl. Nr. 32 d. Bl.)\nist übrigens ein Verwandter de Lisle's, Herr A. Rouget\nde Lisle, Civil-Ingenieur in Paris und Mit-Redacteur des\nDictionnaire des Arts et Manufaetures, in der Revue et\nGazette Musicale(Nr. 31 und 33 vom 2. und 16. August)\naulgetreten. Zur Rechtfertigung der Autorschaft seines\nVerwandten sowohl für die Musik als für das Gedicht führt\ner mehrere Reweise aus gleichzeitigen Protocollen und\nJournalen an, welche keinen Zweifel über dasjenige, was\nNiemand bezweifelt hat, zurücklassen, nämlich dass Claude\nJoseph Rouget de Lisle schon vom Frühling 1792 an als\nDichter und Comporiist der berühmten Hymne galt. Er\nerklärt, dass Herr Heitz, Buchdrucker und Buchhändler\nin Strassburg, ein Exemplar des ersten Druckes besitze:\n„ Chant de guerre pour l'armee du Rhin, dedie au Mare-\nchal Luchner, ä Strasbourg. De l'imprimerie de Danne-\nbach, imprimeur de la municipalite.\" Diese ursprüngliche\nAusgabe ist zwar auch ohne Datum, allein dieser Mangel\nwird ersetzt durch die Anzeige und den Textabdruck der-\nselben Ausgabe in Nr. 67 der\nchesnevom 23. Juli 1792, mit dem Zusätze:\nn'est pas possible de donner ic\nsuis contente d'en donner les paroles.u Ferner bestätigt\nder Courrier de Strasbourg vom 27. October 1792 die\nmusicalische Autorschaft de Lisle's.\nDies Alles schliesst natürlich die Möglichkeit, ja, man\nkann wohl sagen: die Wahrscheinlichkeit nicht aus, dass\nder Dichter eine deutsche Melodie zu seinen Versen be-\nnutzt habe. Ist Herr J. B. Hamma im Stande, eine Ab-\nschrift jenes Credo aus der Messe von Holtzmann beizu-\nbringen, so sind wir gern erbötig, sie zu veröffentlichen.\nInteressant und charakteristisch für den Geist der Zeit\nist folgende Mittheilung, welche der Civil-Ingenieur de\nLisle aus dem Archiv des Kriegs-Ministeriums als Beweis,\ndass die Melodie schon im September 1792 (also vor\n1793!) bekannt war, beibringt.\nNach der Schlacht bei Valmy, den 20. September\n1792, schrieb der commandirende General, nachherige\nMarschall Kellermann an den, Kriegs-Minister Ervan um\ndie Erlaubniss, zur Feier des Sieges ein Te Deuni im La-\nger singen zu lassen. Der Minister übersandte ihm eine\nAbschrift der Marseillaise mit der Weisung, dass „diese\nNational-Hymne das Tedeum der Republik sei und allein\nwürdig, in das Ohr des freien Franzosen zu dringen.\" Den\n27. September schrieb Kellermann zurück: „Ich werde\nmit Vergnügen die Hymne der Marseiller, welche Sie\nIhrem Schreiben beigelegt haben, an die Stelle des Te\nDeums setzen, und werde sie feierlich mit demselben Pomp\nsingen lassen, den ich aul das Te Deum verwandt haben\nwürde.\"\n\nRichard Wagner über ungarische Musik\n\nHerrn Cornel Abränyi, Redacteur der „Zenesseti\nLapok\" (ungarische Musik-Zeitung) in Pesth.\nGeehrter Herr Redacteur!\nMir ist während meines AufenthaJtes in Pesth von un-\nserem Freunde Remenyi Ede, mit der Empfehlung, es\nseien ungarische Studien, eine grössere Anzahl von Com-\npositionen mitgetheilt worden, die ich jetzt erst Gelegenheit\nfinde, näher kennen zu lernen, und über die ich Ihnen gern\nmeine besondere Freude mittheilen möchte. Das Thema,\nwelches hiedurch zu erweiterten Rellexionen in mir ange-\nregt wurde, ist zu umfassend, als dass ich ernstlich es bei\ndieser kurzen Mittheilung berühren möchte. Mit Anknü-\npfung an dasjenige, was ich am letzten Abende unseres\nZusammenseins vor einem grösseren Kreise von Freunden\nüber das „Nationale\" in der Musik andeutete, erlaube ich\nmir jedoch, das, was mir beim Eingeben auf die in Rede\nstehenden Compositionen culturgescbichtlich von Redeutung\nscheint, in Kürze mit Folgendem zu bezeichnen:\nMir scheinen diese Restrebungen, das ungarische Na-\ntionallied in der Weise künstlerisch auszubilden, dass es\nin unmittelbare Beziehung zu unserer entwickelten Kunst-\nmusik tritt, zu dem günstigsten Erfolge für die Entwick-\nlung und Hebung der Musik in Ungarn überhaupt bestimmt.\nSo lange ein solcher Erfolg nicht eintritt, wird bei Ihnen\nimmer ein bedenklicher, ja, verderblicher Abstand zwi-\nschen dem nationalen Elemente und der nur die Oberfläche\ndesselben berührenden Kunstmusik bestehen, und zwar in\nder Weise, dass die nationale Musik, d. h. die volkstüm-\nliche Tanz- und Liedweise, einem um so degradirenderen\nNaturalismus Preis gegeben wird, als die Kunstmusik, eben\nbloss nach ihren oberflächlicheren Producten begriffen, fast\nnur verwildernd wiederum auf jene einwirken kann. Was\nich hier meine, wird Ihnen leicht klar werden, wenn ich\nSie auf den harmonischen und rhvthmischen Reichthum,\n%)\nwelcher in der ungarischen Nationalweise wie in einem\nverdeckten Schachte verborgen liegt, aufmerksam mache\nund ihn mit der grossen Armuth, welche die italiänische\nneuere Opernmusik dem wirklich Musikgebildeten unserer\n*).\n\n*) Pesther Lloyd, Nr. 188."}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "280", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18630829-01.1.8", "texte": "Zeit so weit ab stellt, vergleiche. Nichts Traurigeres nun,\nals wenn diese Armuth den naturalistischen Trägern der\nVolksmusik sich der Art mittheilt, dass sie von ihnen auch\nder Nationalmusik entstellend eingeprägt wird! Wir wür-\nden hier denselben üblen Erfolg jeder von aussen einge-\nführten Civilisation, welcher nicht ein selbständig gepflegtes\nund entwickeltes, rein nationales Element zugleich entge-\ngentritt, ersehen, welches auf anderen Gebieten des Lebens\nund der Gesittung der Völker so widerliche Erscheinungen\nzu Tage fördert.\nWie mannigfaltig und für den Ausdruck bedeutend\ndagegen jener ursprüngliche Reichthum in der kunstge-\nrechten Behandlung der Volksmusik nicht nur wiederge-\nwonnen, sondern veredelt und weitergeführt werden kann,\ndavon eben geben mir jene mitgetheilten „Ungarischen\nStudien\" überraschend erfreuliche Belege. Ja, wie nahe\neine wirklich charakteristische, künstlerische Behandlung\ndas noch vollständig nationale Motiv an die Producte der\nvollendetsten Kunstmusik heranbringen kanp, davon gibt\nmir z. B. Nr. XIII. im zweiten Hefte der „Ungarischen\nStudien\" von Mosonyi ein Beispiel. Wer erkennt in die-\nsem Stücke, das andererseits auffallend den Typus des un-\ngarischen „Lassu\"trägt, nicht den Geist eines der phan-\ntastischsten Präludien Sebastian Bach's? In Wahrheit bie-\ntet ein Eingehen auf die harmonischen und rhythmischen\nEigentümlichkeiten gerade der ungarischen Volksmusik\nauffallende Natürlichkeits-Beweise für die Richtigkeit von\nHarmonisationen und Rhythmisirungen in der Kunstmusik,\nwelche den nur auf diesem Gebiete wiederum möglichen\n„Zöpfen\" der Theorie unbegreiflich und unzulässig er-\nscheinen.\nBetrachte ich nun die Stagnation, welche gegenwärtig\nunläugbar in der Entwicklung der eigentlichen Kunstmusik\neingetreten ist, so werde ich fast zu dem kühnen Schlüsse\nverleitet, dass Ihnen bei fortgesetzt glücklicher Entwick-\nlung Ihrer Nationalmusik es möglicher Weise vorbehalten\nsein dürfte, einen erfrischenden Einfluss wiederum auf jene\nEntwicklung zu gewinnen. Jedenfalls aber lässt sich vor-\naussehen, dass die mir vorliegenden Bestrebungen, wenn\nsie den nöthigen fördernden Eingang bei dem ungarischen\nPublicum gewinnen, eine höchst glückliche, ja, wohl die\neinzig wahrhaft erspriessliche Grundlage für die Entwick-\nlung der Musik überhaupt (derjenigen Musik, welche\nich die rein menschliche nennen möchte) bei Ihrem\nVolke bilden muss und wird.\nPenzing bei Wien, 8. August 1863.\n\nRichard Wagner.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMan schreibt aus Baden-Baden vom 9. August: „Herr Ro-\nsenhain darf mit der Aufnahme seiner Operette Volage et Jaloux\n(Text nach Kotzebue von Sauvage) am gestrigen Abende zufrieden\nsein. Er nennt diesen dramatischen Scherz unter zwei Personen be-\nscheidener Weise ein Froverbe lyrique und bezeichnet damit den\nStandpunkt seines Werkes« Herr Rosenhain hat sein Wollen und\nKönnen in treffliches Gleichmaass zu setzen gewusst, und es ist kein\ngeringes Lob, welches wir damit aussprechen, dass in Folge dessen\nin seinem Werke Stoff und Behandlung, Sujet und Stil völlig con-\nform sind. Die Erfindung ist einfach, leicht und natürlich, aber nicht\nohne Frische, Grazie und ein recht glückliches Streben nach rhyth-\nmischer Mannigfaltigkeit, wobei allerdings der 3/4- und 2/4-Tact mit\nseiner „„Aufforderung zum Tanze\" \" wie gewöhnlich den Sieg davon-\nträgt. Die Operette besteht aus einer ziemlich ausgeführten Ouver-\ntüre, die recht gut gefallen hat, und aus sieben grösseren oder klei-\nneren Nummern, wovon zwei der Sopran, Mad. Lefebvre, zwei\nder Tenor, Herr Froment, allein zu singen hat und die übrigen\ndrei Duette sind. Die zwei heiter gehaltenen Nummern (1 und 4) für\nSopran, eine Tyrolienne und eine Walzer-Arie, verdienen entschie-\nden den Vorzug vor den mehr sentimentalen Nummern (2 und 6)\ndes Tenors, wovon die letztere uns in den Rahmen des Stückes am\nwenigsten passen will und auch am wenigsten gefiel, während alle\nübrigen Nummern von der Ouvertüre an durchgängig sehr lebhaften\nBeifall erhielten.\nWien. Robert v. Hornstein s Operette „Page Oecil\" be-\nfindet sich unter den Novitäten, welche das neue Treumann-Theater\nin allernächster Zeit bringen wird. Derselbe Componist ist mit der\nMusik zu einem grösseren Singspiele: „Die Rolandsknappen\", Text\nvon Paul Heyse, beschäftigt.\"\nDer Herzog von San demente in Florenz hat einen Preis für\neine religiöse Composition ausgeschrieben. Vineenzo Maini hat\neine Osterhymne gedichtet, welche zum Texte dienen soll. Die Com-\nposition soll vierstimmig sein, die Instrumentirung die der Mozart'-\nschen Messen für kleines Orchester. Der Stil soll in dem classischen\nGenre sein, breit und grossartig, wie der Stoff es gebietet; das Ur-\ntlieil wird durch das königliche Institut in Florenz gesprochen wer-\nden. Der Preis ist 8000 Francs. Die preisgekrönte Composition\nwird unter Direction von Geremia Sbolel zur Aufführung kom-\nmen. Die Compositionen müssen, mit einem Motto versehen, vor\ndem 31. December 1863 eingesandt sein."}]}