{"numero_id": "bm-bmtnabi-1864-03-12-01", "volume": "bmtnabi_1864-03-12_01", "ocr_sha256": "63b52e82f5239412400c038d0c47e4e9d048fdcd204ec3e56cba73605bd7d309", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1864/03/12_01/bmtnabi_1864-03-12_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1864-03-12-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-03-12_01#c001", "volume": "bmtnabi_1864-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "81", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 461, "texte": "Inhalt.\nDie Musik in Belgien und Holland, Aus Antwerpen (Concert-Aufführung), Aus Holland (Jahresbericht über\ndie Thätigkeit der Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst Volks-Concerte). Zur Charakteristik Weber s. Das Streich-Quartett.\nTages- und Unterhaltungsblatt (Köln, „Oberon\" in neuer Ausstattung Berlin, ~Die Menächmen\" Schwerin, von\nVilla bella\" Schleusingen, Warnung München, Niemann's Gastspiel Wien, Herr Bendel Gesang-Wettstreit in Lyon u. s. w.)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-03-12-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-03-12_01#c002", "volume": "bmtnabi_1864-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "81", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.2.2", "titre_corps": "Die Musik in Belgien und Holland.", "titre_sommaire": "Die Musik in Belgien und Holland.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.1", "debut_caractere": 463, "fin_caractere_exclue": 2828, "texte": "Die Musik in Belgien und Holland.\nDa wir hier am Niederrheine den westlichen Nach-\nbarn Deutschlands nahe stehen, so haben wir es von je\nher für unsere Pflicht gehalten, unsere Stellung als eine\nzwar beobachtende, aber friedlich vermittelnde zu betrach-\nten, da die politische und die Sprachgränze ja keine Grän-\nzen für die Kunst, am wenigsten für die Tonkunst, sind.\nWenn wir uns nun aruch häufig abwehrend gegen man-\nches musicalisch Unkünstlerische verhalten müssen, was\nvon jenseit der Ardennen und der Maas her mit einer\nIn vasion droht, so begünstigen wir doch weit lieber den\ninternationalen Kunstverkehr, lassen dem Guten und Schö-\nnen, das drüben gedeiht, gern Gerechtigkeit widerfahren,\nund freuen uns, wenn wir, da die politischen für Deutsch-\nland schwierig sind, wenigstens geistige Eroberungen für\ndie deutsche Tonkunst, so viel an uns ist, fördern oder\ndoch darüber berichten können.\nIn den beiden getrennten Theilen der Niederlande\nhaben diese Eroberungen der deutschen Muse der Ton-\nkunst bis jetzt sehr ungleichen Erfolg gehabt. Während\nHolland sich bereits fast ganz von dem Einflüsse Frank-\nreichs losgebunden hat, dessen einziges Denkmal früherer\nHerrschaft noch die französische Oper im Haag ist, wäh-\nrend das dortige kunstliebende Publicum nicht nur die\naltclassischen Werke deutscher Meister kennt und auf-\nführt, sondern auch die Schöpfungen der neueren, eines\nMendelssohn, Schumann, Hiller, liegt Belgien noch zum bei\nWeitem grössten Theile in den Fesseln der französischen\nMusik und des französischen Geschmacks, und zwar der\nniederen Region des letzteren, da es noch lange nicht bis\nzu der Würdigung, welche das pariser Publfcum der\ndeutschen Tonkunst, namentlich in der Instrumental-Mu-\nsik, zollt, durchgedrungen ist.\nUm so lieber begrüssen wir jeden Beginn des Fort-\nschrittes in Belgien im Geschmacke an den edleren Gattun-\ngen der Tonkunst mit Freuden und möchten gern das\nEcho der Anerkennung, welche die Bestrebungen der\nManner, die dort dafür wirken, bei uns finden, hinüber\ntönen lassen in die belgischen musicalischen Kreise, mit\nderen ausdauernder Unterstützung allein die Aufgabe je-\nner Männer durchgeführt werden kann. Wie wir neulich\naus Lüttich (in Nr. 8 d. Bl.) Erfreuliches in dieser Be-\nziehung melden konnten, so nehmen wir auch jetzt gern\neinen Bericht aus Antwerpen auf, der von ähnlichem Stre-\nben Zeugniss gibt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-03-12-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-03-12_01#c003", "volume": "bmtnabi_1864-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "81", "page_fin": "83", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.2.3", "titre_corps": "Aus Antwerpen.", "titre_sommaire": "Aus Antwerpen.", "signature_source": "S", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.1", "debut_caractere": 2830, "fin_caractere_exclue": 4102, "texte": "Aus Antwerpen.\n\nAus Antwerpen über ein Concert zu berichten, das\nkommt nicht eben häufig vor. Und wie angenehm wäre\nes, recht oft über Concerte schreiben zu können! Da\nkann man doch noch auf eigenen Füssen stehen und ein\nselbständiges Urtheil aussprechen, während dem Theater-\nKritiker bei uns höchstens eine Aehrenlese auf dem Stop-\npelfelde, das die pariser Feuilletonisten bereits bis auf den\nStumpf abgemäht haben, übrig bleibt. Sich Jahr aus, Jahr\nein mit dem Wiederkäuen dessen, was in Paris über neue\nStücke gesagt wird, beschäftigen, Mittelmässigkeiten und\nNullitäten bis an die Sterne erheben, die stereotypen\nPhrasen banaler Lobhudelei alltäglich wiederholen, das\nist die traurige Thätigkeit eines dramatischen Bericht-\nerstatters in der Provinz —ja wohl, Provinz, denn in lite-\nrarischer Beziehung ist das französische Belgien und auch\nzum Theil das vlaemische immer noch nichts Anderes ge-\ngen das orakelnde Paris, als Provinz.\nAnders ist es mit der schönen und grossen Concert-\nmusik, welche der falsche Dilettantismus der meisten\nFeuilletonisten nicht zu schätzen weiss. Sie kennen die\ngrossen Meister allenfalls dem Namen nach, und selbst die\nNamen verwechseln sie noch olt in ihrer ungenirten Nai-\nvetät. Nein, Paris ist trotz allem Geschrei, was davon ge-"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5376, "texte": "macht wird, nicht das Land der guten Musik, da man\nz. ß. gegenwärtig auf drei Opernbühnen zugleich Verdi'sche\nMachwerke bei ungeheurem Zulau! des Publicums gibt!\nEs ist ein schlechtes System, wenn Kunst-Institute zu\ndem Geschmacke der grossen Menge herabsteigen, anstatt\ndurch Vorführung classischer Werke diesen Geschmack\nallmählich zu veredeln. Wenn Belgien nun auch in dieser\nBeziehung freilich noch sehr hinter Deutschland zurück-\nsteht, so ist es doch im Vergleich zu Frankreich ausser-\nordentlich vorangeschritten, wofür wir z. B. nur die Lei-\nstungen von Sänger-Vereinen wie die Legia in Lültich,\ndie Societe des Choeursin Gent und die\nin Brüssel anführen, welche mit den Vereinen von Köln\nund Aachen wetteifern können.\nAuch Antwerpen hat seinen Theil an dem musicali-\nschen Aufschwünge Belgiens. Die hiesigen musicalischen\nKräfte kennen Sie von dem allgemeinen Künstlerfeste her,\nnur müssen Sie Sich dieselben an Zahl und Tüchtigkeit\ngesteigert denken. Unter den Vereinen, welche sich die\nVerbreitung guter Musik, angelegen sein lassen, nimmt die\n„Liedertafel\" eine bedeutende Stelle ein. Vor vier bis\nfünf Jahren ganz bescheiden begonnen, hat sie sich schnell\ndurch den Eifer und die Kunstliebe der Männer, welche\nihre Direction bilden, zu einem hohen Range erhoben,\nwas ihr jährliches Concert beweist, und namentlich das\nletzte im vorigen Monate, dessen Programm sehr sorgfäl-\ntig zusammengestellt war. Eine Vocal- und Instrumental-\nmasse von 150 Personen, unter ihnen einige und vierzig\nDamen, welche freundlich der Aufforderung zur Mitwir-\nkung entsprochen hatten und das will in Belgien viel\nsagen! bildeten die Kräfte, welche Herrn Possoz,dem\ntrefflichen Violoncellisten, als Concert-Director zur Ver-\nfügung standen.\nDas Concert eröffnete, weil von der Liedertafel aus-\ngehend, ein Männerchor von Mendelssohn ohne Beglei-\ntung von Instrumenten. Obwohl mit Applaus begrüsst,\nkonnte man doch nicht behaupten, dass er das Publicum\nwie man zu sagen pllegt gepackt hätte. Dasselbe\nwar auch mit Gluck s Ouvertüre zur Iphigenie in Aulis\nund den darauf folgenden Chören der Fall. Solche Musik\nmuss man öfter hören, um das Grossartige der Beseiste-\nO o\nrung, durch die sie geschaffen, würdigen zu können. Frei-\nlich finden unsere verwöhnten Ohren die Instrumentirung\nzu dünn und mager; dürfte man an solche historische\nMonumente rühren, so wäre es schön, wenn Meyerbeer\noder Wagner den Werken jener Epoche ihre glänzende\nInstrumentation hinzufügten*). Die Ausführung durch das\nOrchester von 60 Instrumenlalisten war sehr gut.\nDie beiden Hauptwerke des Programms waren Beet-\nhoven's Sinfonie in D-durund C. M. von Weber's\nOuvertüre und vollständige Musik zur „Preciosa\".\nDie Sinfonie, eine der schwierigsten Partituren des\nComponisten*), wurde vortrefflich ausgeführt, und der\njugendliche Dirigent debulirte damit auf sehr ehrenvolle\nWeise. Das klare und melodiöse Adagio wurde mit einer\nPräcision und Feinheit der Nuancirung vorgetragen, an\nwelche wir hier noch nicht gewöhnt sind; das Scherzo\nrief eine dreimalige Salve von Applaus hervor.\nDie zweite Abtheilung des Concertes war der Auffüh-\nrung der Musik zu „Preciosa\" mit verbindendem\nTexte gewidmet. Sämmtliche Musik- und Gesangslücke\nwaren vortrefflich einstudirt und machten ganz ausserge-\nwöhnlichen Eindruck auf das Publicum, zunächst die cha-\nrakteristische Ouvertüre mit dem Zigeunermarsch, dann\nder Chor: „Heil Preciosa\", von grossartiger Wirkung,\ndas reizende Melodrama, dessen Text mit vielem Gefühle\nvon Fräulein B. declamirt wurde, das folgende Tanzstück,\ndessen reizendes Motiv schon früher von Deutschland her-\nüber bis zu u<ts erklungen, ohne dass wir seine Quelle\nkannten, dann der Chor: „Im Wald\", mit dem Echo der\nHörner, die schöne Romanze und im Finale der liebliche\nChor: „Es blinken die Sterne\", steigerten den Enthusias-\nmus der Zuhörer aufs Höchste. Es wäre unmöglich, zu\nsagen, welcher von den Chören die Palme davongetragen.\nDiese herrliche Musik war noch niemals in Belgien\ngehört worden; die antwerpener Liedertafel hat sich die\nEhre der ersten Aufführung erworben. Die Ausführung\nwar wirklich so gut, dass, wer in Deutschland Musikfesten\noder grossen Concerten beigewohnt, wirklich an den Ge-\nnuas, den er dort gefunden, erinnert wurde, nur mit dem\nUnterschiede, dass die Zahl unseres Chorpersonals viel\ngeringer war. Glücklicher Weise nimmt der Verein der\nLiedertafel stets mehr zu, und diese gelungene Aufführung\nwird ihm gewiss viele neue Mitglieder zuführen. Ehre\nden Anstrengungen und Bemühungen des Vorstandes und\nbesonders seines Präsidenten Herrn von Franz!\nSchliesslich muss ich nur noch bitten, mein Urtheil\nnicht mit dem gewöhnlichen Enthusiasmus der Local-\nberichter zu verwechseln, vor deren Augen alles Heimi-\nsche gigantische Verhältnisse annimmt, indem sie die Dünen\nfür Alpen und die Haidestrecken für paradiesische Fluren\nansehen, wenn sie nur im Gesichtskreise ihres Ortes lie-\n\n*) Wir drucken diese Stelle mit ab, weil sie für die Stufe der\nGeschmacksrichtung des sonst ganz gut musicalischen Referenten\nund um so mehr der Mehrzahl der dortigen Dilettanten charak-\nteristisch ist. Auch in der Einleitung des Berichtes werden die Pa-\nriser unter Anderem auch desswegen getadelt, weil sie den ~Tannh-\näuser' und Gounod's „Königin von Saba\" haben durchfallen\nlassen! Die Redaction.\n*) Auch dieses bezeichnet die Zustände der Instrumental-Musik\nin Belgien. Die Redaction."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 430, "texte": "gen. Im Königreiche Mistampin konnte kein Blatt auf\neinem Baume sich regen, ohne dass das Volk dessen Be-\nwegung bewunderte; aber es gab nur einen einzigen Baum\nim ganzen Lande. Ich weiss recht gut, wie viel Weg wir\nnoch zu machen haben, aber Ihre trefflichen deutschen\nMeister werden ihn uns erleichtern, je mehr unsere Nation\nden Zauber kennen lernt, den sie nothwendig auf alle für\ndie Kunst empfänglichen Menschen ausüben.\n\nS."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-03-12-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-03-12_01#c004", "volume": "bmtnabi_1864-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "83", "page_fin": "85", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.2.4", "titre_corps": "Aus Holland.", "titre_sommaire": "Aus Holland.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.3", "debut_caractere": 432, "fin_caractere_exclue": 4923, "texte": "Aus Holland.\nWie weit Holland in Hinsicht auf musicalische Zu-\nstände dem wälschen Theile der Niederlande voransteht,\nhaben wir schon in dem Vorworte zu der Correspondenz\naus Antwerpen bemerkt. Zum Beweise geben wir in Fol-\ngendem einen Auszug aus dem Jahresberichte der Maai-\nschappij tot Bevordering der über ihre Wirk-\nsamkeit im Jahre 1863, namentlich über die durch die-\nselbe veranstalteten Musik-Aufführungen, wobei jedoch\nzu erinnern ist, dass diese nur einen Theil des überall re-\ngen Musiklebens in Holland ausmachen, da fast jede eini-\nger Maassen bedeutende Stadt ihre von der Maatschappij\nunabhängigen Concert-Institute besitzt, die durch städti-\nsche Zuschüsse, Sänger- und Orchester-Vereine und zahl-\nreiches Abonnement der Einwohner bestehen. Ueberall\nherrscht neben dem Streben, die Compositionen\nscher Künstler zur Geltung zu bringen, die deutsche Mu-\nsik vor, wie denn auch die holländischen Componisten\nohne Ausnahme der deutschen Schule angehören. Für die\nAusführung der Vocalwerke haben die Holländer vor den\nBelgiern das Vorhandensein stätiger Gesangvereine und\ndie grössere Leichtigkeit, deutsche Texte zu singen und\nzu verstehen, voraus, während sie zugleich für die Er-\nleichterung des Verständnisses an Herrn J. P. Heije in\nAmsterdam einen trefflichen und poetisch begabten IJeber-\nsetzer des Deutschen ins Holländische haben.\nIm vergangenen Jahre fanden in den Wirkungskreisen\nder verschiedenen Abtheilungen der oben genannten Ge-\nsellschaft folgende Aufführungen Statt:\nIn Amsterdam. A.Drei musikfestliche Concerte:\nI. Van Bree, Psalm 84; Rob. Schumann, Paradies und\nPeri. 11. Mozart, Davidde penitente\\ Verhülst, Psalm\n145 (theilweise); Gade, Frühlings-Botschaft; Beethoven,\nRuinen von Athen. 111. Mendelssohn, Paulus. Das\nerste Concert unter der Leitung von Rieh. Hol (gegen-\nwärtig in Utrecht), die beiden anderen unter J. Ver-\nhüls t.\nB.Sechs Volks-Concerte im Parksaale, Abends 8 Uhr,\nunter Verhülst's Dkection; Eintrittsgeld: erster Rang 1\nFl. 50 Cts., zweiter Rang 25 Cts. *2OOO Zuhörer.\nI. Weber, Oberon-Ouverture; Mozart, Sinfonie\nBeethoven, Violin-Concert Jean Ii ecke r j; .Mendelssohn,\nHoch zeitsmarsch; Beethoven, Sinfonie Nr. 5. 11. Spon-\ntini, Olympia; Mozart, Priesterchor aus der Zaubertlöte;\nMendelssohn, Sinfonie Nr. 3; Schumann, Waldklänge;\nWeber, Jägerchor (Euryanthe); Beethoven, Egmont-\nOuverture; Mendelssohn, Bacchuschor (Antigone). 111.\nHaydn, Sinfonie in D;M£hul, Arie aus Joseph 'Karl\nSchneider); Mendelssohn, Priestermarsch (Athalia); We-\nber, Freischütz-Ouverture; Mozart, Arie aus der Entfüh-\nrung (Schneider); Beethoven, Pastoral-Sinfonie.\nIV. Mozart, Sinfonie in C Jupiter); Weber, Arie für\nSopran (Frau Offermans van Hove); F. Lachner, Va-\nriationen aus der Suite für Orchester; Gade, Sinfonie Nr.\n1; Verhülst, drei Lieder von J. P. Heije (Frau Offermans);\nBeethoven, Leonoren-Ouverture. V. Beethoven, Sinfo-\nnie Nr. 8; Mendelssohn, Violin-Concert (C. Rappoldi);\nCherubini, Ouvertüre zum Wasserträger; Mendelssohn,\nScherzo aus dem Sommernachtstraum; Schumann, Sinfo-\nnie Nr. 1 ; Beethoven, Romanze für Violine Bappoldi).\nVI. Haydn, Sinfonie militaiFranchomme, Adagio\nu. s. w. für Violoncell Ch. Montigny); Mendelssohn,\nScherzo (auf Verlangen); Mozart, Ouvertüre zur Zauber-\nflöte; Verhülst, Sinfonie; F. Schubert, Ave Maria für\nVioloncell; Weber, Jubel-Ouverture.\nArn heim. I. Ein Volks-Concert der verbundenen\nSänger-Vereine. 11. Spohr, Die letzten Dinge. 111.\nReinthaler, Jephta und seine Tochter.\nEnkhuizen. I. Prüfungs-Concert der Gesangschule.\n11. Lorenz, Motetten; F. Ililler, Christnacht. 111. Bos-\nsini, Stabat Maier; Schumann, Der Rose Pilgerfahrt.\nGoes. I. Richter, Hymne; Haydn, Motette; Mozart,\nChor; Händel, Samson, 1. Theil. 11. Schubert, Mirjam's\nSiegsgesang; Händel, Samson, 2.und 3. Theil. 111.\nMendelssohn, Psalm 114; Spohr, Hymne. IV. Schu-\nmann, Vom Pagen und der Königstochter; Mendelssohn,\nHymne für Sopran mit Orgel und Chor; Gade, Comala.\nHaag. Zwei Aufführungen im Gesang-Vereine (Diri-\ngent W. F. G. Nicolai). Heusden, Kammermusik-\nAbende.\nRotterdam. I. Gade, Frühlingsbotschaft; Schumann,\nDes Sängers Fluch; Mendelssohn, Sommernachtstraum.\n11. Händel, Josua. 111. Prüfungs-Concert der Musik-\nschule (Dirigent J. Verhülst).\nZierikzee. Mozart, Hymne; Donizetti (!), Duett für\nzwei Bässe; Bach, Präludium für Alt-Solo (?); Mozart,\nFinale des ersten Actes der Zauberflöte; Mendelssohn,\nWalpurgisnacht.\nDie Maatscbappij zählte 1863 in 14 Abtheilungen\n131 Ehren-Mitglieder, 98 ausübende Musiker, 1532 ge-\n\nn"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5237, "texte": "wohnliche Mitglieder, davon die meisten in Amsterdam\n(674), Rotterdam (342), im Haag und in Arnheim.\nHierzu kommen noch 36 correspondirende und 42 Ver-\ndienst-Mitglieder und „ein aussergewöhnliches Ehren-Mit-\nglied (Se. Majestät der König)\". Mit ihr verbunden sind\nacht Singvereine mit 827 Mitgliedern, acht populäre Ge-\nsangschulen mit 672 Schülern und Schülerinnen und die\nallgemeine Musikschule in Rotterdam. Abschluss der Ein-\nnahme- und Ausgabe-Rechnung mit 8157 Fl. 83 Cts.—\nKünstlerfonds 25,300 Fl. in 21 /2 pCt., Musikfest-Fonds\n12,800 Fl., Reservefonds 48,000 Fl.\nZur Preisbewerbung um die ausgeschriebenen Aufga-\nben hat sich Niemand gemeldet. Desshalb wird für das\ngegenwärtige Jahr nur eine Aufforderung zu „freien Ein-\nsendungen\" erlassen.\nDagegen sind folgende k u ns t ges c hi ch tli c h e P r eis-\nAufgaben, besonders hervorgerufen durch Kade' s\ntreffliche Monographie über Matthäus Le Maistre,\ngestellt worden.\n1. Historische Skizzen aus dem Gebiete der nieder-\nländischen Tonkunst im XVI. Jahrhundert. Prämie je nach\nUmfang und Gehalt 25—200 Fl.\n2. Ein Verzeichniss der Tonkünstler, die bis zum Be-\nginne des XVII. Jahrhunderts in den nördlichen Nie-\nderlanden (innerhalb der Gränzen des jetzigen Königreichs\nHolland) geboren sind oder gelebt haben, mit Angabe\ndessen, was von ihrem Leben und ihren Werken bekannt ist,\nund der Sammlungen, in welchen diese Werke hand-\nschriftlich oder gedruckt zu finden sind. Prämie (wie oben)\nvon 50 250 Fl. [Das ist ein viel zu geringer Preis für\nden Aufwand an Zeit und Kosten, welchen derartige\nDurchstöberungen von Bibliotheken fordern!]\nTermin der Einsendung der Manuscripte (holländisch,\nfranzösisch, englisch oder hochdeutsch mit lateinischer\nSchrift) ist der letzte August 1864. Das Eigenthumsrecht\nverbleibt den Verfassern zwei Jahre lang nach der Zu -\nerkennung der Prämie; nach Ablauf derselben fällt es an\ndie Maatschappij.\nHeber holländische Musik feste äussert sich der Be-\nricht dahin, dass bisher die Ausgaben für dieselben stets\ndie Einnahmen überstiegen haben. Trotzdem, dass die\nMaatschappij für das Musikfest von 1860 die Summe von\n7000 Fl, zugeschossen hat, ist sie doch jetzt wieder im\nStande und gewillt, 8000 Fl. zu den Kosten eines Festes\nim Jahre 1864 beizutragen. Der Vorstand muntert mit\nWärme zur Veranstaltung von jährlichen Vereinigungen\nin enger gezogenen Kreisen auf, zum Behuf von Auffüh-\nrungen mit verbundenen Kräften, welche ein neues musi-\ncalisches Leben im ganzen Lande wecken könnten und\nMitwirkenden wie Zuhörern den Genuss an Kunstschätzen\neröffneten, die ihnen sonst ganz unzugänglich bleiben\nwürden. Ueberhaupt athmet der von dem Secretär des\nVorstandes, Herrn J. P. Heije, verfassle Bericht überall\neine echte und feurige Kunsthebe.\nEine der zweckmässigsten und, wie die Erfahrung be-\nwiesen hat, erfolgreichsten Maassregeln zur Beförderung\ndes Sinnes für die Tonkunst bei dem Volke war die Ein-\nrichtung der Volk s-Concerte in Amsterdam durch die\ndortige Abtheilung der Maatschappij. Wenn man sieht,\nwie dort in dem grossen Saale des Parks an tausend Zu-\nhörer aus den am wenigsten bemittelten Classen für 25\nCts. (4 Sgr. 3 Pf.) und andere tausend für 1 Fl. 50 Cts.\n(25 Sgr. 6 Pf.) aus allen Ständen sich zu den Plätzen\ndrängen, wie sie alle mit einer fast andächtig zu nennen-\nden Aufmerksamkeit den Tönen Haydn's, Mozart's, Beet-\nhoven's u. s. w. lauschen, so überzeugt man sich, dass man\ndem Volke nur Gutes und Bestes zu bieten braucht, um\nes zu fesseln, dass für die reinsten musicalischen Formen\nund den Geist, der sie belebt, im Ohr und Herzen des\nVolkes eine grössere Empfänglichkeit vorhanden ist, als\nman je geahnt hat. „Möge Amsterdam\" sagt der Be-\nrichterstatter— „auf dem so glanzvoll begonnenen Wege\nmuthig fortschreiten und alle Abtheilungen der Maat-\nschappij den guten Willen haben und zulängliche Mittel\nerhalten, denselben Weg zu betreten. Möchte doch ein\njeder von unseren Landsleuten von der Wahrheit durch-\ndrungen werden, dass der kleine jährliche Beitrag für die\nMitgliedschaft des Vereins zur Beförderung der Tonkunst\nkeine bessere Frucht für die Veredlung und Erhebung\ndes Sinnes der ganzen Nation tragen kann, als durch die\nEinrichtung von Volks-Concerten mit classischer Musik;\nnur sie vermag das Gemüth des Menschen mit Eindrücken\nzu erfüllen, welche es zu einem Tempel machen, worin\nkein Raum für das Unreine und Unheilige ist.\" —ln Am-\nsterdam hatten sich eine grosse Zahl von Mitgliedern und\nauch Kunstfreunden, die nicht zur Maatschappij gehörten,\nzu reichlichen ausserordentlichen Beiträgen, meistens auf\nfünf Jahre, verpflichtet, um die Einrichtung der Volks-\nConcerte und das Project einer Musikschule ins Leben zu\nrufen und Herrn Job. Verhülst an Amsterdam zu fes-\nseln. Herr Rieh. Hol wurde bei seinem Scheiden von\nAmsterdam (er ist jetzt bekanntlich Musik-Director in\nUtrecht) zum Ehren-Mitgliede der amsterdamer Abtheilung\nernannt und erhielt von dem Singvereine ein kostbares\nGeschenk von Partituren mit passender Zuschrift.\nAls ein Curiosum theilen wir schliesslich folgende\nStelle des Berichtes mit: „Der allgemeine Secretär der\nGesellschaft macht darauf aufmerksam, dass durch den\nstarken Gebrauch in den letzten Jahren Mendelssohn's\nPaulus. Reinthaler's Jephta, Schumann's Paradies und Peri,"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 311, "texte": "Spohr's Letzte Dinge so schwer gelitten haben, dass sie\nkaum noch ein oder zwei Mai Dienste thun können; be-\nsonders fügt er hinzu ist dies der Fall bei den\nFrauenstimmen, und von diesen wieder vorzugsweise\nbei den Altstimmen, eine sonderbare Erscheinung, de-\nren Grund aufzufinden noch Niemandem gelungen ist.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-03-12-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-03-12_01#c005", "volume": "bmtnabi_1864-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "85", "page_fin": "87", "image_debut": 5, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.2.5", "titre_corps": "Zur Charakteristik Weber’s", "titre_sommaire": "Zur Charakteristik Weber’s", "signature_source": "Weber", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.5", "debut_caractere": 313, "fin_caractere_exclue": 5186, "texte": "Zur Charakteristik Weber’s\n\n).\nBei seiner ersten Anwesenheit in Berlin im Jahre\n1812 fand C. M. von Weber im Hause von Meyerbeer's\nEltern eine höchst freundliche Aufnahme und bald auch\neinen Kreis von Freunden in vielen geistvollen und anre-\ngenden Männern. Sein Hauptziel war damals, seine Oper\nSylvana zur Aufführung zu bringen. Der Kammerherr\nvon Drieberg, eine für das damalige Musikleben in Berlin\nbedeutende Persönlichkeit, Schriftsteller (besonders über\ngriechische Musik) und Componist, wohnte der Probe der\nSylvana bei, die Weber nach Ueberwindung vieler Hin-\ndernisse endlich zu Stande gebracht hatte, und äusserte\nsich sehr scharf über die Oper gegen Weber selbst. Er\nsagte ihm geradezu, dass er nach Effecten hasche, die ge-\nsangliche über die instrumentale Seite des Werkes ver-\nnachlässige, die auch weitaus die brillanteste der Oper sei,\nja, oft an Unklarheit und Ueberladung'laborire, während\ndie Gesangs-Partieen den Charakter des stiefmütterlich\nBehandelten, oft sogar Vernachlässigten trügen, und fügte\ndem die dem schöpferischen Künstler schmerzlichste Be-\nhauptung hinzu, die Musikstücke der Oper sähen sich alle\nso ziemlich ähnlich und ein ermüdender Geist der Monotonie\nruhe über dem Ganzen.\nWeber war tief von dem Gehörten ergriffen. Nach\nHause gekehrt, schrieb er nieder:\n„An seinen (Drieberg's) Bemerkungen finde ich viel\nWahres. Mein Abu Hassati ist bei Weitem klarer und ge-\ndiegener, und eine neue Oper, die ich schreibe, wird ge-\nwiss höchst einfach und mit wenigem Aufwände effectuirt.\nManche Stücke, z. B. die erste Arie des Rudolph und die\nder Mechthilde, haben durch das Streichen derselben ihren\nursprünglichen musicalischen Zusammenhang verloren und\nsind nun bunt geworden u. s. w. Die Instrumentation ist\nfreilich stärker, als ich sie jetzt machen würde, aber durch-\naus nicht mehr als eine Mozart'sche beladen. Die letzten\nBemerkungen machten mich sehr traurig, weil ich ihre\nWahr- und Unwahrheit nicht beurtheilen kann. Sollte ich\nkeine Mannigfaltigkeit der Ideen besitzen, so fehlt mir of-\nfenbar Genie; und sollte ich mein ganzes Leben hindurch\nall mein Streben, all meinen Fleiss, alle raeine glühende\nLiebe einer Kunst geopfert haben, zu welcher Gott nicht\nden echten Beruf mir in die Seele gelegt hätte? Diese\nUngewissheit macht mich höchst unglücklich! Um kei-\nnen Preis möchte ich in der Mittelclasse von 1000 und\n1000 Compositeurlein stehen: kann ich nicht eine hohe,\neigene Stufe erklimmen, möchte ich lieber gar nicht leben\noder als Clavier-Professionist mein Brod mit Lectionen zu-\nsammenbetteln ; doch ich will meinem Waldspruche keine\nSchande machen: Beharrlichkeit führt zum Ziel! Ich\nwerde streng über mich wachen, und die Zeit wird mich\nund die Welt belehren, ob ich echte, treue Meinunsen\nvon Freunden redlich benutzt habe.\"*)\nWeber liess es sich nun auch nicht verdriessen, die\ndurch das Zusammenstreichen unzusammenhängend und\n„bunt,\" gewordenen Arien streng zu prüfen, und warf sie\nschliesslich ganz bei Seite, indem er die Nummern 4 und\n10 der Oper, die Recitative und Arien des Rudolph und\nder Mechthilde, in ganz neuem Stile (17. und 29. Juni\ncomponirte. Er hatte die Freude, diese Selbstverläugnung\naufs vollständigste, nicht allein durch die Wirkung der\nMusikstücke, sondern auch durch die Bemerkung belohnt\nzu sehen, dass seine Formgestaltung, seine dramatische\nAnschauung reicher geworden, seine Behandlung der Mittel\nder Meisterschaft näher gerückt sei, so dass er, nach der\nVorstellung der Sylvana wieder in seinem Stübchen sitzend,\nleichteren Herzens niederschreiben konnte:\n„Durch die neuen Arien hat die Oper sehr gewon-\nnen; erst hier ist mir die wahre Ansicht über Arienlorm\nerschienen. Die alten waren zu lang, davon gestrichen, ver-\nloren sie den echten Zusammenhang und wurden zu bunt.\nIch habe auch bemerkt, dass ich sehr über meine Manieren\nwachen muss. In meinen Melodieen-Formen sind die Vor-\nhalte zu oft und zu vorherrschend. Auch in Hinsicht der\nTempo's und des Rhythmus muss ich künftig mehf Ab-\nwechslung suchen. Hingegen fand ich die Instrumentation\ngut und sie machte Effect, ganz anders, wie in Frankfurt.\nDie Singstimmen traten schön hervor. Selbst meine Feinde\ngestehen mir Genie zu, und so will ich denn bei aller\nAnerkennung meiner Fehler doch mein Selbstver-\ntrauen nicht verlieren und muthig und vorsichtig und über\nmir wachend vorschreiten auf der Bahn der Kunst!\"\nAm 10. Juli 1812 ging die Svlvana unter Weber s\neigener Leitung in Scene, hatte Erfolg und erlebte meh-\nrere Wiederholungen.\nVon Berlin ging Weber nach Gotha zum Herzoge\nLeopold August, und von da wurde er öfter von der kunst-\n\n*) Aus dessen „Biographie von M. M. Weber'* zu Nutz und\nFrommen junger Tonkünstler mitgetheilt!\n*) In einem späteren Briefe an Rochlitz nennt er Drieberg sei-\nnen „lieben, aufrichtigen Freund\" und hatte ihn sogar um eine Be-\nurtheilung der Sylvana nach ihrer ersten Aufführung gebeten."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5447, "texte": "sinnigen Grossfürstin Maria Paulowna nach Weimar ein-\ngeladen. Von da schrieb er folgenden Brief an Prof. Lich-\ntenstein in Berlin, mit dem ihn gegenseitige Zuneigung\nund Achtung zu innigster Freundschaft verbunden hatte:\n„Weimar, den 1. November 1812.\n„Wenn ich Dir auf Deinen theuren Brief vom 5. Bbejr,8bejr,\nden ich den 10. in Gotha erhielt, nicht früher antwortete,\nso lag es bloss daran, dass ich nie eine so recht freie Mi-\nnute finden konnte, wie ich sie gern habe, wenn ich recht\nruhig aus mir heraussprecben und mit dem Bruder kosen\nwill. Auch jetzt würdest Du kaum diesen Brief bekom-\nmen, wenn ich nicht Dir einen Brief an Mad. Lautier bei-\nlegen müsste, deren genaue Adresse ich nicht weiss, und\nden ich Dich zu übergeben bitte. Sie hat mir eine uner-\nwartete Freude durch eine Zeichnung des kleinen Berges\nim Jordans Garten zu Pankow gemacht, mit dessen An-\nschauung mir manche liebliche Stunden erneut aufwachen.\nNimm mich also heute, wie ich bin; zerstreut und ver-\ndriesslich.\n„Ohne Ursache bin ich es auch nicht. Du weisst, dem\nthätigeri, gern nach bestimmten Zwecken handelnden\nManne ist nichts unerträglicher, als im Ganzen durch klein-\nliche Dinge gestört oder gedrängt zu werden. Ich habe\nso viele Arbeiten vor mir, dass es mir immer ganz wehe\nums Herz wird, wenn ich sie überschaue, und häufig er-\nzeugt dies eine gewisse peinliche Aufwallung, in der man\nam allerwenigsten etwas zu leisten im Stande ist. Ich bin\nohnedies immer so gewissenhaft und auf der Folter, wenn\nich arbeite; oft verzweifele ich an mir selbst und meinem\nGenius und glaube mich zu schwach, ein Werk nach der\nGrösse meiner Ansicht, meines Wunsches vollenden zu\nkönnen. Nur der Gedanke, dass mir das schon oft so ge-\ngangen, dass ein glücklicher Erfolg immer noch die Pein\nbelohnt habe, hält mich aufrecht. Ich habe nun vor Allem\ndie zwei drängendsten Arbeiten vorgenommen. Erstlich ein\nneues Clavier-Concert, da ich nur eines besass, und dann\neine Hymne von Rocblitz, die den 1. Januar in Leipzig auf-\ngeführt werden soll und daher spätestens im Laufe dieses\nMonats geboren sein muss. Eine Menge ekelhafter, zeit-\nraubender Arbeiten hielt mich bis jetzt auf. Das genaue\nDurchsehen der Abschriften der zum Stich bestimmten\nManuscripte. Das Aufschreiben von alten Variationen für\ndie Grossfürstin. Eine grosse italiäniscbe Scene mit Chö-\nren für den Prinzen Friedrich u. s. w., alle diese Dinge\nfressen die Zeit. Nun, da ich eben im Zuge war und das\nerste Allo. des Concerto entworfen habe, bekomme ich\neinen schleunigen Ruf von der Grossfürstin hieher. Da\ndas eine Brodt Sache ist, so muss ich folgen, dachte in\n3 4 Tagen erlöst zu sein ja, gehorsamer Diener, da\nführt der Teufel den Fürst Kurakin herbei, natürlich wird\ndem die Zeit gewidmet, und ich muss um so länger blei-\nben. Es ist zum Verzweifeln. Hier kann ich nicht arbeiten,\n\\ 1\nhabe kein Instrument u. s. w., werde überlaufen und muss\nwieder Visiten schneiden. Die Grossfürstin will gern die\nSonate unter meiner Leitung lernen, hat aber selbst schon\nöfter gesagt, sie glaube, sie lerne sie in ihrem Leben nicht\nordentlich; und wenn sie keine Grossfürstin wäre, würde\nich so frei sein, ihr vollkommen Recht zu gehen, aber\nso muss man sehen, wie weit man es bringt.\n„Das Bulletin und die Zeichnung u. s. w. haben mir\nausserordentlich viel Spass gemacht. Kielemanri's Verthei-\ndigung ist besonders excellent. Wenn ich mich bei meiner\nZurückkunft in Gotha einmal müde gearbeitet habe, wird\nauch wieder ein Bulletin erfolgen. Vor der Hand bin ich\nnicht in der Stimmung dazu. Mit voller Seele unter-\nschreibe ich, was Du über den Menschen sagst; du hast\nsehr Recht, mich zu tadeln, dass die Betrachtungen der\nJämmerlichkeit im Leben noch im Stande sind, mich zu\nverstimmen. Aber versetze Dich auch etwas in meine Lage;\nbedenke dieses ewige Alleinstehen. Rechne dazu Legionen\nder traurigsten Erfahrungen, die mitten im höchsten Glau-\nben an gute, treue Wesen mir ihren Zweifel gewaltsam\naufdrängen.\n„Deine Weigerung wegen des Abdruckes des Weber-\nspruches billige ich ganz. Doch scheinst Du mich nicht zu\nverstehen, wenn Du glaubst, ich habe ihm bloss desshalb\nPublicität gewünscht, weil es mir lieb sein müsste, etwas\nüber mich gedruckt zu sehen. Nein! Die Redaction der\nEleg. Z. bat um die Mittheilung, nachdem sie ihn gelesen,\nehe ich daran dachte, ihn dazu anzubieten. Es ist allerr\ndings ein nothwendiges Zeit-Uebel, dass man wünschen\nmuss, sich oft in jenen Litterarischen Speissezetteln als\ncurrendes Gericht, als Ragout und gar Braten mit auf-\ngeführt zu sehen; aber glaube mir* dass ich sehr darin\nunterscheide, und es mir gar nicht lieb wäre, wenn Du\nDich durch jenen leisen Wunsch veranlasst gefühlt hättest,\nwie Du mir schreibst, ein andermal etwas über mich zu\nsagen. Ich hoffe und weiss, wir verstehen uns beide. Es\nist ein herrlicher Trost für mein ganzes Wesen, dass Du\nmir sagst, seit meiner Abwesenheit herrsche ein durch\nmich veranlasster geselliger Geist unter Euch. Möge der\nHimmel dies lange erhalten. Ich denke mir immer meine\nFreunde in Berlin als Eine Familie. 0, dass ich Euch alle\neben so wiederfände, dass nichts erkühlte, nichts abstürbe\nim Gemüthe und der Liebe! Es gehört zu meinem Un-\nglück, dass ein ewiges junges Herz in meiner Brust schlägt.\nDie Wärme, der Enthusiasmus, den es bei dem Scheiden\nan dem Orte in sich trug, erhält es in gleicher Kraft, und\nden härtesten Stoss leidet es, wenn rückkehrend mit den\nalten gleichen Gefühlen, es dann nicht wieder dieselben"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1559, "texte": "Anklänge findet, sondern mancher in den Accord gehörige\nTon da höher, da tiefer geworden ist. Gott erhalte un-\nsere reine Stimmung!\n„Ich bleibe bis Ende November in Gotha. Ich glaube,\nunter uns gesagt, dass der Herzog nicht übel Lust hätte,\nmich bei sich zu behalten. Auch in Dresden könnte ich\nvielleicht eine Anstellung haben. Ob ich aber Drang dazu\nfühle, das ist eine andere Sache. Doch ich glaube, es\nwürde mir beinahe schwer werden, bei bedeutenden An-\nträgen einen Entschluss zu fassen.\n„Goethe habe ich einmal recht angenehm genossen.\nHeute ist er nach Jena gereist, um den dritten Theil sei-\nner Biographie zu schreiben. Hier kommt er nicht dazu.\nEs ist eine sonderbare Sache mit der näheren Vertraulich-\nkeit Eines grossen Geistes. Man sollte diese Herren nur\nimmer aus der Ferne anstaunen.\n„Mad. Schoppenhauer grüsst Dich und Ihren Sohn.\nSie macht ein angenehmes Haus und ist die Einzige, wo\nich öfters hingehe. Vorgestern war ich bei Falk, der mir\nviele seiner neuen Gedichte vorlas, ein Cyklus unter dem\nNamen S eest üc ke. Erlas nur vier Stunden hinter\neinander. Bei solchen Gelegenheiten wird es mir immer\nganz angst, und ich griff geschwind in meinen Busen, ob\nich es denn auch schon öfter so gemacht habe und die\nLeute, weil ich zu viel gab, abspannte? Es kann mir wohl\npassirt sein; warum sollte ich besser und klüger sein, als\nAndere?\n„Nun lebe wohl, lieber Bruder. Grüsse alle Bekann-\nten und Freunde aufs herzlichste, besonders Flemming,\ndie Koch, Wollank u. s. w., und schreibe bald wieder\ndeinem unveränderlichen treuen Bruder\n\n„Weber.“"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-03-12-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-03-12_01#c006", "volume": "bmtnabi_1864-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "87", "page_fin": "87", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.2.6", "titre_corps": "Das Streich-Quartett.", "titre_sommaire": "Das Streich-Quartett.", "signature_source": "H. Hoffmann", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.7", "debut_caractere": 1561, "fin_caractere_exclue": 2252, "texte": "Das Streich-Quartett.\nH. Hoffmann.\nErste Violine.\nJauchzend ruf' ich hinaus, was den Busen mir freudig erregt hat,\nOder zum tiefsten Schmerz findet die Seele den Laut.\nZweite Violine.\nAlso wechselt die Stimmung; doch bleibet der Freund dir verbunden.\nGib mir die Hälfte der Lust, grösser wird dir der Gewinn.\nViola.\nUnd auch dem Dritten erlaubt, dass er ernster zu euch sich geselle;\nMaassvoll tröstendes Wort richtet im Kummer euch auf.\nVioloncello.\nAlles Lebendige ruht auf ewig begründeter Ordnung;\nDavon red' ich zu euch, treu ein verbündeter Freund.\nTutti.\nFreud1 und Leid, wir sprechen es aus, selbständig ein Jeder;\nDoch wer sich selber beschränkt, mehrt noch den eigenen Werth.\nFrkf."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-03-12-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-03-12_01#c007", "volume": "bmtnabi_1864-03-12_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "87", "page_fin": "88", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.2.7", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.7", "debut_caractere": 2254, "fin_caractere_exclue": 5831, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nÄttlii# Il*l Stadttheater hat der Herr Director Ernst We-\nhe 1 s „Ob eron1, mit einer decorativen Ausstattung in Scene ge-\nsetzt, welche nicht nur hier noch nie so glänzend gesehen worden\nist, sondern auch den grössten Bühnen Ehre machen würde. Die\nIleiien Mühldorler aus Mannheim und ICülin aus Wiesbaden ha-\nben sowohl durch die Gemälde selbst, als durch die Anwendung der\nmechanischen und optischen Kunst Vortreffliches geleistet, wofür\nihnen denn auch in den bis jetzt gegebenen drei Wiederholungen\nder Oper von dem stets gedrängt vollen Hause mehrmaliger Hervor-\nruf zu TT.eil wurde.\n- £u der im April bevorstehenden Aufführung von GeibePs und\nBruch s „Lorelei\" sind die neuen Decorationen ebenfalls schon\nin Arbeit und werden von denselben Künstlern geliefert.\nAm Palmsonntag-Abend wird im Gürzenich die grosse\nMa 11 häus-P a s s i o n von Joh. Seb. Bach unter F. Hille r's\nLeitung von der Concert-Gesellschaft aufgeführt.\nIn Berlin bat Prof. Geppert eine Aufführung des Lustspiels\n„Die Menächmen\" von Plautus in lateinischer Sprache in\ndem Urania-Theater veranstaltet. Dazu wurden auch vier Oden des\nIloraz, von 1 auber t componirt, durch Akademiker gesungen.\nSehr curios! Wenn irgend etwas aus der alten Welt unseren Sitten\nund Anschauungen schnurstracks widerspricht, so ist es die antike\nKomödie.\nis\\% d'ini* Am 25. Lebruar wurde auf dem hiesigen\nHoftheater eine in zwiefacher Hinsicht merkwürdige Neuigkeit gege-\nben, erstens weil der grösste deutsche Dichter den Text geliefert,\nzweitens weil ein junger, der höheren Aristokratie angehöriger Di-\nlettant die Musik dazu geschrieben hat. „Goethe s Claudine von\nVilla bella, Musik von J. H. Franz44, lautete der Titel auf dem\nTheaterzettel. Unter dem „J. H. Franz44 ist aber Graf Hochberg,\nBruder des Fürsten von Pless in Schlesien, zu verstehen, ein junger\nMann, der in Berlin die Rechte studirt und ein tüchtiger Musiker\nist. Der Erfolg war für ein Erstlingswerk in den beiden ersten Acten\nein sehr günstiger; der dritte sprach weniger an. Der junge Com-\nponist hat sich von dem Einflüsse moderner Richtungen frei gehalten,\nund seine melodische Behandlung der lyrisch-elegischen Stücke ist\nsangbar und ansprechend und zeigt Vorliebe für Mozart und\nwas nur lobenswerth ist. Das Ganze leidet jedoch an Monotonie,\nwozu die interesselose Handlung, welche die Spannung der Zuschauer\nnicht durch drei Acte fesseln kann, das Ihrige beiträgt. [Daran\nscheiterte auch schon vor beinahe fünfzig Jahren der Erfolg einer\nsonst ganz hübschen Composition von Max Eberwein, damaligem\nCapellmeister des Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. D. Red.]\nHerr Conrad Glaser in Schleusingen veröffentlicht eine\nWarnung vor widerrechtlichem Nachdruck von Männergesängen.\nEin Lithograph druckte auf Bestellung 21 der schönsten, im Druck\nerschienenen deutschen Lieder in vier Stimmen. In diesen Heften\nbefanden sich neun Lieder aus dem Verlage Glaser s. Er erhob\nKlage, und der Angeklagte wurde des Nachdrucks schuldig erkannt\nund mit 50 Thlrn. Geldbusse bestraft, auch die Confiscation der\nLieder ausgesprochen. Der Angeklagte wollte sich vorzüglich damit\nentschuldigen, dass die Lieder im Wege der Autographie angefertigt\nseien. Das Gericht hob hervor, „dass diese Einwendung für durch-\ngreifend nicht erachtet werden könne44. Der §. 1 des Gesetzes vom\n11. Juni 1837 bestimmt: „Das Rocht, eine bereits herausgegebene\nSchrift ganz oder theilweise von Neuem abzudrucken oder auf me-\nchanischem Wege vervielfältigen zu lassen, steht nur dem Autor\noder Verleger zu.44 Es konnte keinem Zweifel unterliegen, dass die"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3533, "texte": "Autographie eine mechanische Vervielfältigung im Sinne des Ge-\nsetzes darstellt, indem durch eine mechanische Kraft von einem von\nmenschlicher Hand geschriebenen Exemplare beliebig viele andere,\ndemselben ganz gleiche hergestellt werden. Welcher Art die mecha-\nnische Kraft sei, ist dabei ganz gleichgültig. Auch die Entschuldi-\ngung des Angeklagten, nur auf Bestellung die Lieder hergestellt zu\nhaben, wurde ebenfalls zurückgewiesen, „da es seine Sache war,\neine ihm zugemuthete strafbare Handlung von der Hand zu weisen.\"\njfliiitelfteil. Von dem Gastspiele des Herrn Niemann am\nhiesigen Hoftheater Hesse sich nur sehr Vieles und dabei Uebliches\ndes Lobes berichten. Desshalb wollen wir nur den Erfolg des uns\nin stetem Andenken bleibenden Gastspiels durch die Nachricht kenn-\nzeichnen, dass Herrn Niemann zur Erinnerung an diesen Erfolg ein\nsinnreiches und ehrendes Denkzeichen zu Theil wurde. Es ist dies\nein von unserem Landsmanne, dem in weiten Kunst- und Gewerbs-\nkreisen bekannten Silberarbeiter E. Wollenweber, entworfener und\nin Silber ausgeführter Champagner-Pocal, an dessen Aussenseite\ntrefflich gearbeitete Jagdthiere sich befinden. (Herr Niemann ist be-\nkanntlich ein eben so grosser Jagdfreund, als guter Schütze.) Die\nauf dem Poeale zierlichst angebrachte Dedication lautet: „Dem\nSchützen, der im Gebiete der Kunst stets trifft und sich treffen lässt\ndem deutschen Sänger Albert Niemann zur freundlichen Erinne-\nrung an sein münchener Gastspiel im Februar 1864 von der k.\nbaierischen Hoftheater-Intendanz.\" Ausserdem hatte Herr Nie-\nmann die Ehre, von dem Könige in besonderer Audienz empfangen\nzu werden.\nDer Pianist Herr Bendel hat nicht nur ein zweites\nConcert gegeben, sondern auch bereits ein drittes angekündigt. Herr\nBendel ärntet allseitige Anerkennung für sein correctes Spiel und\nauch für seine beachtenswerthen Compositionen. Herr Taus ig\nkündigt bereits sein viertes Concert am\n%\nLiszt hat nach Beendigung seiner beiden Oratorien: „Elisa-\nbeth\" und „ Christusu, nunmehr die Composition eines dritten be-\ngonnen, dem die Legenden über das Leben des heiligen Franz von\nAssisi zu Grunde liegen. Liszt kehrt im Juni von Rom nach\nDeutschland zurück.\nGrosser Gesang-Wettstreit zu Lyon, Sonntag den 22.\nMai d. J. Alle Sängervereine aus Frankreich und den Nachbarlän-\ndern sind eingeladen. Der erste Concurs besteht im Vomblatt-\nsingen eines Quartetts. Die übrigen werden in fünf Classen ein-\ngeteilt: Division (TExcellence Division SupMeure Premiere\nDivision u. s. w. Jeder Verein singt zwei Stücke: erstens das obli-\ngatorische, welches der D. &Excellence 10 Tage, der D. Superieure\n15 Tage, den übrigen Classen vier Wochen vorher zugesandt wird.\nKein Verein darf durch ein Stück concurriren, durch welches er\nschon einmal einen Preis davon getragen hat. Da nur die Ausfüh-\nrung der Chorgesänge Gegenstand der Bewerbung ist, so bleiben\nalle Stücke mit Einzel- oder Quartett-Solo' s ausgeschlos-\nsen. (Sehr vernünftig!) Die städtische Behörde übernimmt die\nOrganisation. Die Jury's, jede von fünf Richtern, haben zu be-\nachten : 1. Reinheit der Intonation und Festhalten der Tonart. 2.\nAussprache. 6. Gesammtton. 4. Klangschönheit. 5. Gradation der\nNuancirung. 6. Vortrag und Auffassung der Composition. Ver-\nkeilung von Medaillen (deren Werth nicht angegeben ist). An-\nmeldungen bei M. Muris in Lyon.\nIn Paris will der Herzog Karl von Braunschweig von der\nTheaterfreiheit Gebrauch machen und in der Rue Beaujon ein\nTheater errichten. Man theilt bereits eine Anzahl der engagirten\nKünstlerinnen und Künstler mit."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "81", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nDie Musik in Belgien und Holland, Aus Antwerpen (Concert-Aufführung), Aus Holland (Jahresbericht über\ndie Thätigkeit der Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst Volks-Concerte). Zur Charakteristik Weber s. Das Streich-Quartett.\nTages- und Unterhaltungsblatt (Köln, „Oberon\" in neuer Ausstattung Berlin, ~Die Menächmen\" Schwerin, von\nVilla bella\" Schleusingen, Warnung München, Niemann's Gastspiel Wien, Herr Bendel Gesang-Wettstreit in Lyon u. s. w.).\n\nDie Musik in Belgien und Holland.\nDa wir hier am Niederrheine den westlichen Nach-\nbarn Deutschlands nahe stehen, so haben wir es von je\nher für unsere Pflicht gehalten, unsere Stellung als eine\nzwar beobachtende, aber friedlich vermittelnde zu betrach-\nten, da die politische und die Sprachgränze ja keine Grän-\nzen für die Kunst, am wenigsten für die Tonkunst, sind.\nWenn wir uns nun aruch häufig abwehrend gegen man-\nches musicalisch Unkünstlerische verhalten müssen, was\nvon jenseit der Ardennen und der Maas her mit einer\nIn vasion droht, so begünstigen wir doch weit lieber den\ninternationalen Kunstverkehr, lassen dem Guten und Schö-\nnen, das drüben gedeiht, gern Gerechtigkeit widerfahren,\nund freuen uns, wenn wir, da die politischen für Deutsch-\nland schwierig sind, wenigstens geistige Eroberungen für\ndie deutsche Tonkunst, so viel an uns ist, fördern oder\ndoch darüber berichten können.\nIn den beiden getrennten Theilen der Niederlande\nhaben diese Eroberungen der deutschen Muse der Ton-\nkunst bis jetzt sehr ungleichen Erfolg gehabt. Während\nHolland sich bereits fast ganz von dem Einflüsse Frank-\nreichs losgebunden hat, dessen einziges Denkmal früherer\nHerrschaft noch die französische Oper im Haag ist, wäh-\nrend das dortige kunstliebende Publicum nicht nur die\naltclassischen Werke deutscher Meister kennt und auf-\nführt, sondern auch die Schöpfungen der neueren, eines\nMendelssohn, Schumann, Hiller, liegt Belgien noch zum bei\nWeitem grössten Theile in den Fesseln der französischen\nMusik und des französischen Geschmacks, und zwar der\nniederen Region des letzteren, da es noch lange nicht bis\nzu der Würdigung, welche das pariser Publfcum der\ndeutschen Tonkunst, namentlich in der Instrumental-Mu-\nsik, zollt, durchgedrungen ist.\nUm so lieber begrüssen wir jeden Beginn des Fort-\nschrittes in Belgien im Geschmacke an den edleren Gattun-\ngen der Tonkunst mit Freuden und möchten gern das\nEcho der Anerkennung, welche die Bestrebungen der\nManner, die dort dafür wirken, bei uns finden, hinüber\ntönen lassen in die belgischen musicalischen Kreise, mit\nderen ausdauernder Unterstützung allein die Aufgabe je-\nner Männer durchgeführt werden kann. Wie wir neulich\naus Lüttich (in Nr. 8 d. Bl.) Erfreuliches in dieser Be-\nziehung melden konnten, so nehmen wir auch jetzt gern\neinen Bericht aus Antwerpen auf, der von ähnlichem Stre-\nben Zeugniss gibt.\n\nAus Antwerpen.\n\nAus Antwerpen über ein Concert zu berichten, das\nkommt nicht eben häufig vor. Und wie angenehm wäre\nes, recht oft über Concerte schreiben zu können! Da\nkann man doch noch auf eigenen Füssen stehen und ein\nselbständiges Urtheil aussprechen, während dem Theater-\nKritiker bei uns höchstens eine Aehrenlese auf dem Stop-\npelfelde, das die pariser Feuilletonisten bereits bis auf den\nStumpf abgemäht haben, übrig bleibt. Sich Jahr aus, Jahr\nein mit dem Wiederkäuen dessen, was in Paris über neue\nStücke gesagt wird, beschäftigen, Mittelmässigkeiten und\nNullitäten bis an die Sterne erheben, die stereotypen\nPhrasen banaler Lobhudelei alltäglich wiederholen, das\nist die traurige Thätigkeit eines dramatischen Bericht-\nerstatters in der Provinz —ja wohl, Provinz, denn in lite-\nrarischer Beziehung ist das französische Belgien und auch\nzum Theil das vlaemische immer noch nichts Anderes ge-\ngen das orakelnde Paris, als Provinz.\nAnders ist es mit der schönen und grossen Concert-\nmusik, welche der falsche Dilettantismus der meisten\nFeuilletonisten nicht zu schätzen weiss. Sie kennen die\ngrossen Meister allenfalls dem Namen nach, und selbst die\nNamen verwechseln sie noch olt in ihrer ungenirten Nai-\nvetät. Nein, Paris ist trotz allem Geschrei, was davon ge-"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "82", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.2", "texte": "macht wird, nicht das Land der guten Musik, da man\nz. ß. gegenwärtig auf drei Opernbühnen zugleich Verdi'sche\nMachwerke bei ungeheurem Zulau! des Publicums gibt!\nEs ist ein schlechtes System, wenn Kunst-Institute zu\ndem Geschmacke der grossen Menge herabsteigen, anstatt\ndurch Vorführung classischer Werke diesen Geschmack\nallmählich zu veredeln. Wenn Belgien nun auch in dieser\nBeziehung freilich noch sehr hinter Deutschland zurück-\nsteht, so ist es doch im Vergleich zu Frankreich ausser-\nordentlich vorangeschritten, wofür wir z. B. nur die Lei-\nstungen von Sänger-Vereinen wie die Legia in Lültich,\ndie Societe des Choeursin Gent und die\nin Brüssel anführen, welche mit den Vereinen von Köln\nund Aachen wetteifern können.\nAuch Antwerpen hat seinen Theil an dem musicali-\nschen Aufschwünge Belgiens. Die hiesigen musicalischen\nKräfte kennen Sie von dem allgemeinen Künstlerfeste her,\nnur müssen Sie Sich dieselben an Zahl und Tüchtigkeit\ngesteigert denken. Unter den Vereinen, welche sich die\nVerbreitung guter Musik, angelegen sein lassen, nimmt die\n„Liedertafel\" eine bedeutende Stelle ein. Vor vier bis\nfünf Jahren ganz bescheiden begonnen, hat sie sich schnell\ndurch den Eifer und die Kunstliebe der Männer, welche\nihre Direction bilden, zu einem hohen Range erhoben,\nwas ihr jährliches Concert beweist, und namentlich das\nletzte im vorigen Monate, dessen Programm sehr sorgfäl-\ntig zusammengestellt war. Eine Vocal- und Instrumental-\nmasse von 150 Personen, unter ihnen einige und vierzig\nDamen, welche freundlich der Aufforderung zur Mitwir-\nkung entsprochen hatten und das will in Belgien viel\nsagen! bildeten die Kräfte, welche Herrn Possoz,dem\ntrefflichen Violoncellisten, als Concert-Director zur Ver-\nfügung standen.\nDas Concert eröffnete, weil von der Liedertafel aus-\ngehend, ein Männerchor von Mendelssohn ohne Beglei-\ntung von Instrumenten. Obwohl mit Applaus begrüsst,\nkonnte man doch nicht behaupten, dass er das Publicum\nwie man zu sagen pllegt gepackt hätte. Dasselbe\nwar auch mit Gluck s Ouvertüre zur Iphigenie in Aulis\nund den darauf folgenden Chören der Fall. Solche Musik\nmuss man öfter hören, um das Grossartige der Beseiste-\nO o\nrung, durch die sie geschaffen, würdigen zu können. Frei-\nlich finden unsere verwöhnten Ohren die Instrumentirung\nzu dünn und mager; dürfte man an solche historische\nMonumente rühren, so wäre es schön, wenn Meyerbeer\noder Wagner den Werken jener Epoche ihre glänzende\nInstrumentation hinzufügten*). Die Ausführung durch das\nOrchester von 60 Instrumenlalisten war sehr gut.\nDie beiden Hauptwerke des Programms waren Beet-\nhoven's Sinfonie in D-durund C. M. von Weber's\nOuvertüre und vollständige Musik zur „Preciosa\".\nDie Sinfonie, eine der schwierigsten Partituren des\nComponisten*), wurde vortrefflich ausgeführt, und der\njugendliche Dirigent debulirte damit auf sehr ehrenvolle\nWeise. Das klare und melodiöse Adagio wurde mit einer\nPräcision und Feinheit der Nuancirung vorgetragen, an\nwelche wir hier noch nicht gewöhnt sind; das Scherzo\nrief eine dreimalige Salve von Applaus hervor.\nDie zweite Abtheilung des Concertes war der Auffüh-\nrung der Musik zu „Preciosa\" mit verbindendem\nTexte gewidmet. Sämmtliche Musik- und Gesangslücke\nwaren vortrefflich einstudirt und machten ganz ausserge-\nwöhnlichen Eindruck auf das Publicum, zunächst die cha-\nrakteristische Ouvertüre mit dem Zigeunermarsch, dann\nder Chor: „Heil Preciosa\", von grossartiger Wirkung,\ndas reizende Melodrama, dessen Text mit vielem Gefühle\nvon Fräulein B. declamirt wurde, das folgende Tanzstück,\ndessen reizendes Motiv schon früher von Deutschland her-\nüber bis zu u<ts erklungen, ohne dass wir seine Quelle\nkannten, dann der Chor: „Im Wald\", mit dem Echo der\nHörner, die schöne Romanze und im Finale der liebliche\nChor: „Es blinken die Sterne\", steigerten den Enthusias-\nmus der Zuhörer aufs Höchste. Es wäre unmöglich, zu\nsagen, welcher von den Chören die Palme davongetragen.\nDiese herrliche Musik war noch niemals in Belgien\ngehört worden; die antwerpener Liedertafel hat sich die\nEhre der ersten Aufführung erworben. Die Ausführung\nwar wirklich so gut, dass, wer in Deutschland Musikfesten\noder grossen Concerten beigewohnt, wirklich an den Ge-\nnuas, den er dort gefunden, erinnert wurde, nur mit dem\nUnterschiede, dass die Zahl unseres Chorpersonals viel\ngeringer war. Glücklicher Weise nimmt der Verein der\nLiedertafel stets mehr zu, und diese gelungene Aufführung\nwird ihm gewiss viele neue Mitglieder zuführen. Ehre\nden Anstrengungen und Bemühungen des Vorstandes und\nbesonders seines Präsidenten Herrn von Franz!\nSchliesslich muss ich nur noch bitten, mein Urtheil\nnicht mit dem gewöhnlichen Enthusiasmus der Local-\nberichter zu verwechseln, vor deren Augen alles Heimi-\nsche gigantische Verhältnisse annimmt, indem sie die Dünen\nfür Alpen und die Haidestrecken für paradiesische Fluren\nansehen, wenn sie nur im Gesichtskreise ihres Ortes lie-\n\n*) Wir drucken diese Stelle mit ab, weil sie für die Stufe der\nGeschmacksrichtung des sonst ganz gut musicalischen Referenten\nund um so mehr der Mehrzahl der dortigen Dilettanten charak-\nteristisch ist. Auch in der Einleitung des Berichtes werden die Pa-\nriser unter Anderem auch desswegen getadelt, weil sie den ~Tannh-\näuser' und Gounod's „Königin von Saba\" haben durchfallen\nlassen! Die Redaction.\n*) Auch dieses bezeichnet die Zustände der Instrumental-Musik\nin Belgien. Die Redaction."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "83", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.3", "texte": "gen. Im Königreiche Mistampin konnte kein Blatt auf\neinem Baume sich regen, ohne dass das Volk dessen Be-\nwegung bewunderte; aber es gab nur einen einzigen Baum\nim ganzen Lande. Ich weiss recht gut, wie viel Weg wir\nnoch zu machen haben, aber Ihre trefflichen deutschen\nMeister werden ihn uns erleichtern, je mehr unsere Nation\nden Zauber kennen lernt, den sie nothwendig auf alle für\ndie Kunst empfänglichen Menschen ausüben.\n\nS.\n\nAus Holland.\nWie weit Holland in Hinsicht auf musicalische Zu-\nstände dem wälschen Theile der Niederlande voransteht,\nhaben wir schon in dem Vorworte zu der Correspondenz\naus Antwerpen bemerkt. Zum Beweise geben wir in Fol-\ngendem einen Auszug aus dem Jahresberichte der Maai-\nschappij tot Bevordering der über ihre Wirk-\nsamkeit im Jahre 1863, namentlich über die durch die-\nselbe veranstalteten Musik-Aufführungen, wobei jedoch\nzu erinnern ist, dass diese nur einen Theil des überall re-\ngen Musiklebens in Holland ausmachen, da fast jede eini-\nger Maassen bedeutende Stadt ihre von der Maatschappij\nunabhängigen Concert-Institute besitzt, die durch städti-\nsche Zuschüsse, Sänger- und Orchester-Vereine und zahl-\nreiches Abonnement der Einwohner bestehen. Ueberall\nherrscht neben dem Streben, die Compositionen\nscher Künstler zur Geltung zu bringen, die deutsche Mu-\nsik vor, wie denn auch die holländischen Componisten\nohne Ausnahme der deutschen Schule angehören. Für die\nAusführung der Vocalwerke haben die Holländer vor den\nBelgiern das Vorhandensein stätiger Gesangvereine und\ndie grössere Leichtigkeit, deutsche Texte zu singen und\nzu verstehen, voraus, während sie zugleich für die Er-\nleichterung des Verständnisses an Herrn J. P. Heije in\nAmsterdam einen trefflichen und poetisch begabten IJeber-\nsetzer des Deutschen ins Holländische haben.\nIm vergangenen Jahre fanden in den Wirkungskreisen\nder verschiedenen Abtheilungen der oben genannten Ge-\nsellschaft folgende Aufführungen Statt:\nIn Amsterdam. A.Drei musikfestliche Concerte:\nI. Van Bree, Psalm 84; Rob. Schumann, Paradies und\nPeri. 11. Mozart, Davidde penitente\\ Verhülst, Psalm\n145 (theilweise); Gade, Frühlings-Botschaft; Beethoven,\nRuinen von Athen. 111. Mendelssohn, Paulus. Das\nerste Concert unter der Leitung von Rieh. Hol (gegen-\nwärtig in Utrecht), die beiden anderen unter J. Ver-\nhüls t.\nB.Sechs Volks-Concerte im Parksaale, Abends 8 Uhr,\nunter Verhülst's Dkection; Eintrittsgeld: erster Rang 1\nFl. 50 Cts., zweiter Rang 25 Cts. *2OOO Zuhörer.\nI. Weber, Oberon-Ouverture; Mozart, Sinfonie\nBeethoven, Violin-Concert Jean Ii ecke r j; .Mendelssohn,\nHoch zeitsmarsch; Beethoven, Sinfonie Nr. 5. 11. Spon-\ntini, Olympia; Mozart, Priesterchor aus der Zaubertlöte;\nMendelssohn, Sinfonie Nr. 3; Schumann, Waldklänge;\nWeber, Jägerchor (Euryanthe); Beethoven, Egmont-\nOuverture; Mendelssohn, Bacchuschor (Antigone). 111.\nHaydn, Sinfonie in D;M£hul, Arie aus Joseph 'Karl\nSchneider); Mendelssohn, Priestermarsch (Athalia); We-\nber, Freischütz-Ouverture; Mozart, Arie aus der Entfüh-\nrung (Schneider); Beethoven, Pastoral-Sinfonie.\nIV. Mozart, Sinfonie in C Jupiter); Weber, Arie für\nSopran (Frau Offermans van Hove); F. Lachner, Va-\nriationen aus der Suite für Orchester; Gade, Sinfonie Nr.\n1; Verhülst, drei Lieder von J. P. Heije (Frau Offermans);\nBeethoven, Leonoren-Ouverture. V. Beethoven, Sinfo-\nnie Nr. 8; Mendelssohn, Violin-Concert (C. Rappoldi);\nCherubini, Ouvertüre zum Wasserträger; Mendelssohn,\nScherzo aus dem Sommernachtstraum; Schumann, Sinfo-\nnie Nr. 1 ; Beethoven, Romanze für Violine Bappoldi).\nVI. Haydn, Sinfonie militaiFranchomme, Adagio\nu. s. w. für Violoncell Ch. Montigny); Mendelssohn,\nScherzo (auf Verlangen); Mozart, Ouvertüre zur Zauber-\nflöte; Verhülst, Sinfonie; F. Schubert, Ave Maria für\nVioloncell; Weber, Jubel-Ouverture.\nArn heim. I. Ein Volks-Concert der verbundenen\nSänger-Vereine. 11. Spohr, Die letzten Dinge. 111.\nReinthaler, Jephta und seine Tochter.\nEnkhuizen. I. Prüfungs-Concert der Gesangschule.\n11. Lorenz, Motetten; F. Ililler, Christnacht. 111. Bos-\nsini, Stabat Maier; Schumann, Der Rose Pilgerfahrt.\nGoes. I. Richter, Hymne; Haydn, Motette; Mozart,\nChor; Händel, Samson, 1. Theil. 11. Schubert, Mirjam's\nSiegsgesang; Händel, Samson, 2.und 3. Theil. 111.\nMendelssohn, Psalm 114; Spohr, Hymne. IV. Schu-\nmann, Vom Pagen und der Königstochter; Mendelssohn,\nHymne für Sopran mit Orgel und Chor; Gade, Comala.\nHaag. Zwei Aufführungen im Gesang-Vereine (Diri-\ngent W. F. G. Nicolai). Heusden, Kammermusik-\nAbende.\nRotterdam. I. Gade, Frühlingsbotschaft; Schumann,\nDes Sängers Fluch; Mendelssohn, Sommernachtstraum.\n11. Händel, Josua. 111. Prüfungs-Concert der Musik-\nschule (Dirigent J. Verhülst).\nZierikzee. Mozart, Hymne; Donizetti (!), Duett für\nzwei Bässe; Bach, Präludium für Alt-Solo (?); Mozart,\nFinale des ersten Actes der Zauberflöte; Mendelssohn,\nWalpurgisnacht.\nDie Maatscbappij zählte 1863 in 14 Abtheilungen\n131 Ehren-Mitglieder, 98 ausübende Musiker, 1532 ge-\n\nn"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "84", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.4", "texte": "wohnliche Mitglieder, davon die meisten in Amsterdam\n(674), Rotterdam (342), im Haag und in Arnheim.\nHierzu kommen noch 36 correspondirende und 42 Ver-\ndienst-Mitglieder und „ein aussergewöhnliches Ehren-Mit-\nglied (Se. Majestät der König)\". Mit ihr verbunden sind\nacht Singvereine mit 827 Mitgliedern, acht populäre Ge-\nsangschulen mit 672 Schülern und Schülerinnen und die\nallgemeine Musikschule in Rotterdam. Abschluss der Ein-\nnahme- und Ausgabe-Rechnung mit 8157 Fl. 83 Cts.—\nKünstlerfonds 25,300 Fl. in 21 /2 pCt., Musikfest-Fonds\n12,800 Fl., Reservefonds 48,000 Fl.\nZur Preisbewerbung um die ausgeschriebenen Aufga-\nben hat sich Niemand gemeldet. Desshalb wird für das\ngegenwärtige Jahr nur eine Aufforderung zu „freien Ein-\nsendungen\" erlassen.\nDagegen sind folgende k u ns t ges c hi ch tli c h e P r eis-\nAufgaben, besonders hervorgerufen durch Kade' s\ntreffliche Monographie über Matthäus Le Maistre,\ngestellt worden.\n1. Historische Skizzen aus dem Gebiete der nieder-\nländischen Tonkunst im XVI. Jahrhundert. Prämie je nach\nUmfang und Gehalt 25—200 Fl.\n2. Ein Verzeichniss der Tonkünstler, die bis zum Be-\nginne des XVII. Jahrhunderts in den nördlichen Nie-\nderlanden (innerhalb der Gränzen des jetzigen Königreichs\nHolland) geboren sind oder gelebt haben, mit Angabe\ndessen, was von ihrem Leben und ihren Werken bekannt ist,\nund der Sammlungen, in welchen diese Werke hand-\nschriftlich oder gedruckt zu finden sind. Prämie (wie oben)\nvon 50 250 Fl. [Das ist ein viel zu geringer Preis für\nden Aufwand an Zeit und Kosten, welchen derartige\nDurchstöberungen von Bibliotheken fordern!]\nTermin der Einsendung der Manuscripte (holländisch,\nfranzösisch, englisch oder hochdeutsch mit lateinischer\nSchrift) ist der letzte August 1864. Das Eigenthumsrecht\nverbleibt den Verfassern zwei Jahre lang nach der Zu -\nerkennung der Prämie; nach Ablauf derselben fällt es an\ndie Maatschappij.\nHeber holländische Musik feste äussert sich der Be-\nricht dahin, dass bisher die Ausgaben für dieselben stets\ndie Einnahmen überstiegen haben. Trotzdem, dass die\nMaatschappij für das Musikfest von 1860 die Summe von\n7000 Fl, zugeschossen hat, ist sie doch jetzt wieder im\nStande und gewillt, 8000 Fl. zu den Kosten eines Festes\nim Jahre 1864 beizutragen. Der Vorstand muntert mit\nWärme zur Veranstaltung von jährlichen Vereinigungen\nin enger gezogenen Kreisen auf, zum Behuf von Auffüh-\nrungen mit verbundenen Kräften, welche ein neues musi-\ncalisches Leben im ganzen Lande wecken könnten und\nMitwirkenden wie Zuhörern den Genuss an Kunstschätzen\neröffneten, die ihnen sonst ganz unzugänglich bleiben\nwürden. Ueberhaupt athmet der von dem Secretär des\nVorstandes, Herrn J. P. Heije, verfassle Bericht überall\neine echte und feurige Kunsthebe.\nEine der zweckmässigsten und, wie die Erfahrung be-\nwiesen hat, erfolgreichsten Maassregeln zur Beförderung\ndes Sinnes für die Tonkunst bei dem Volke war die Ein-\nrichtung der Volk s-Concerte in Amsterdam durch die\ndortige Abtheilung der Maatschappij. Wenn man sieht,\nwie dort in dem grossen Saale des Parks an tausend Zu-\nhörer aus den am wenigsten bemittelten Classen für 25\nCts. (4 Sgr. 3 Pf.) und andere tausend für 1 Fl. 50 Cts.\n(25 Sgr. 6 Pf.) aus allen Ständen sich zu den Plätzen\ndrängen, wie sie alle mit einer fast andächtig zu nennen-\nden Aufmerksamkeit den Tönen Haydn's, Mozart's, Beet-\nhoven's u. s. w. lauschen, so überzeugt man sich, dass man\ndem Volke nur Gutes und Bestes zu bieten braucht, um\nes zu fesseln, dass für die reinsten musicalischen Formen\nund den Geist, der sie belebt, im Ohr und Herzen des\nVolkes eine grössere Empfänglichkeit vorhanden ist, als\nman je geahnt hat. „Möge Amsterdam\" sagt der Be-\nrichterstatter— „auf dem so glanzvoll begonnenen Wege\nmuthig fortschreiten und alle Abtheilungen der Maat-\nschappij den guten Willen haben und zulängliche Mittel\nerhalten, denselben Weg zu betreten. Möchte doch ein\njeder von unseren Landsleuten von der Wahrheit durch-\ndrungen werden, dass der kleine jährliche Beitrag für die\nMitgliedschaft des Vereins zur Beförderung der Tonkunst\nkeine bessere Frucht für die Veredlung und Erhebung\ndes Sinnes der ganzen Nation tragen kann, als durch die\nEinrichtung von Volks-Concerten mit classischer Musik;\nnur sie vermag das Gemüth des Menschen mit Eindrücken\nzu erfüllen, welche es zu einem Tempel machen, worin\nkein Raum für das Unreine und Unheilige ist.\" —ln Am-\nsterdam hatten sich eine grosse Zahl von Mitgliedern und\nauch Kunstfreunden, die nicht zur Maatschappij gehörten,\nzu reichlichen ausserordentlichen Beiträgen, meistens auf\nfünf Jahre, verpflichtet, um die Einrichtung der Volks-\nConcerte und das Project einer Musikschule ins Leben zu\nrufen und Herrn Job. Verhülst an Amsterdam zu fes-\nseln. Herr Rieh. Hol wurde bei seinem Scheiden von\nAmsterdam (er ist jetzt bekanntlich Musik-Director in\nUtrecht) zum Ehren-Mitgliede der amsterdamer Abtheilung\nernannt und erhielt von dem Singvereine ein kostbares\nGeschenk von Partituren mit passender Zuschrift.\nAls ein Curiosum theilen wir schliesslich folgende\nStelle des Berichtes mit: „Der allgemeine Secretär der\nGesellschaft macht darauf aufmerksam, dass durch den\nstarken Gebrauch in den letzten Jahren Mendelssohn's\nPaulus. Reinthaler's Jephta, Schumann's Paradies und Peri,"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "85", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.5", "texte": "Spohr's Letzte Dinge so schwer gelitten haben, dass sie\nkaum noch ein oder zwei Mai Dienste thun können; be-\nsonders fügt er hinzu ist dies der Fall bei den\nFrauenstimmen, und von diesen wieder vorzugsweise\nbei den Altstimmen, eine sonderbare Erscheinung, de-\nren Grund aufzufinden noch Niemandem gelungen ist.\"\n\nZur Charakteristik Weber’s\n\n).\nBei seiner ersten Anwesenheit in Berlin im Jahre\n1812 fand C. M. von Weber im Hause von Meyerbeer's\nEltern eine höchst freundliche Aufnahme und bald auch\neinen Kreis von Freunden in vielen geistvollen und anre-\ngenden Männern. Sein Hauptziel war damals, seine Oper\nSylvana zur Aufführung zu bringen. Der Kammerherr\nvon Drieberg, eine für das damalige Musikleben in Berlin\nbedeutende Persönlichkeit, Schriftsteller (besonders über\ngriechische Musik) und Componist, wohnte der Probe der\nSylvana bei, die Weber nach Ueberwindung vieler Hin-\ndernisse endlich zu Stande gebracht hatte, und äusserte\nsich sehr scharf über die Oper gegen Weber selbst. Er\nsagte ihm geradezu, dass er nach Effecten hasche, die ge-\nsangliche über die instrumentale Seite des Werkes ver-\nnachlässige, die auch weitaus die brillanteste der Oper sei,\nja, oft an Unklarheit und Ueberladung'laborire, während\ndie Gesangs-Partieen den Charakter des stiefmütterlich\nBehandelten, oft sogar Vernachlässigten trügen, und fügte\ndem die dem schöpferischen Künstler schmerzlichste Be-\nhauptung hinzu, die Musikstücke der Oper sähen sich alle\nso ziemlich ähnlich und ein ermüdender Geist der Monotonie\nruhe über dem Ganzen.\nWeber war tief von dem Gehörten ergriffen. Nach\nHause gekehrt, schrieb er nieder:\n„An seinen (Drieberg's) Bemerkungen finde ich viel\nWahres. Mein Abu Hassati ist bei Weitem klarer und ge-\ndiegener, und eine neue Oper, die ich schreibe, wird ge-\nwiss höchst einfach und mit wenigem Aufwände effectuirt.\nManche Stücke, z. B. die erste Arie des Rudolph und die\nder Mechthilde, haben durch das Streichen derselben ihren\nursprünglichen musicalischen Zusammenhang verloren und\nsind nun bunt geworden u. s. w. Die Instrumentation ist\nfreilich stärker, als ich sie jetzt machen würde, aber durch-\naus nicht mehr als eine Mozart'sche beladen. Die letzten\nBemerkungen machten mich sehr traurig, weil ich ihre\nWahr- und Unwahrheit nicht beurtheilen kann. Sollte ich\nkeine Mannigfaltigkeit der Ideen besitzen, so fehlt mir of-\nfenbar Genie; und sollte ich mein ganzes Leben hindurch\nall mein Streben, all meinen Fleiss, alle raeine glühende\nLiebe einer Kunst geopfert haben, zu welcher Gott nicht\nden echten Beruf mir in die Seele gelegt hätte? Diese\nUngewissheit macht mich höchst unglücklich! Um kei-\nnen Preis möchte ich in der Mittelclasse von 1000 und\n1000 Compositeurlein stehen: kann ich nicht eine hohe,\neigene Stufe erklimmen, möchte ich lieber gar nicht leben\noder als Clavier-Professionist mein Brod mit Lectionen zu-\nsammenbetteln ; doch ich will meinem Waldspruche keine\nSchande machen: Beharrlichkeit führt zum Ziel! Ich\nwerde streng über mich wachen, und die Zeit wird mich\nund die Welt belehren, ob ich echte, treue Meinunsen\nvon Freunden redlich benutzt habe.\"*)\nWeber liess es sich nun auch nicht verdriessen, die\ndurch das Zusammenstreichen unzusammenhängend und\n„bunt,\" gewordenen Arien streng zu prüfen, und warf sie\nschliesslich ganz bei Seite, indem er die Nummern 4 und\n10 der Oper, die Recitative und Arien des Rudolph und\nder Mechthilde, in ganz neuem Stile (17. und 29. Juni\ncomponirte. Er hatte die Freude, diese Selbstverläugnung\naufs vollständigste, nicht allein durch die Wirkung der\nMusikstücke, sondern auch durch die Bemerkung belohnt\nzu sehen, dass seine Formgestaltung, seine dramatische\nAnschauung reicher geworden, seine Behandlung der Mittel\nder Meisterschaft näher gerückt sei, so dass er, nach der\nVorstellung der Sylvana wieder in seinem Stübchen sitzend,\nleichteren Herzens niederschreiben konnte:\n„Durch die neuen Arien hat die Oper sehr gewon-\nnen; erst hier ist mir die wahre Ansicht über Arienlorm\nerschienen. Die alten waren zu lang, davon gestrichen, ver-\nloren sie den echten Zusammenhang und wurden zu bunt.\nIch habe auch bemerkt, dass ich sehr über meine Manieren\nwachen muss. In meinen Melodieen-Formen sind die Vor-\nhalte zu oft und zu vorherrschend. Auch in Hinsicht der\nTempo's und des Rhythmus muss ich künftig mehf Ab-\nwechslung suchen. Hingegen fand ich die Instrumentation\ngut und sie machte Effect, ganz anders, wie in Frankfurt.\nDie Singstimmen traten schön hervor. Selbst meine Feinde\ngestehen mir Genie zu, und so will ich denn bei aller\nAnerkennung meiner Fehler doch mein Selbstver-\ntrauen nicht verlieren und muthig und vorsichtig und über\nmir wachend vorschreiten auf der Bahn der Kunst!\"\nAm 10. Juli 1812 ging die Svlvana unter Weber s\neigener Leitung in Scene, hatte Erfolg und erlebte meh-\nrere Wiederholungen.\nVon Berlin ging Weber nach Gotha zum Herzoge\nLeopold August, und von da wurde er öfter von der kunst-\n\n*) Aus dessen „Biographie von M. M. Weber'* zu Nutz und\nFrommen junger Tonkünstler mitgetheilt!\n*) In einem späteren Briefe an Rochlitz nennt er Drieberg sei-\nnen „lieben, aufrichtigen Freund\" und hatte ihn sogar um eine Be-\nurtheilung der Sylvana nach ihrer ersten Aufführung gebeten."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "86", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.6", "texte": "sinnigen Grossfürstin Maria Paulowna nach Weimar ein-\ngeladen. Von da schrieb er folgenden Brief an Prof. Lich-\ntenstein in Berlin, mit dem ihn gegenseitige Zuneigung\nund Achtung zu innigster Freundschaft verbunden hatte:\n„Weimar, den 1. November 1812.\n„Wenn ich Dir auf Deinen theuren Brief vom 5. Bbejr,8bejr,\nden ich den 10. in Gotha erhielt, nicht früher antwortete,\nso lag es bloss daran, dass ich nie eine so recht freie Mi-\nnute finden konnte, wie ich sie gern habe, wenn ich recht\nruhig aus mir heraussprecben und mit dem Bruder kosen\nwill. Auch jetzt würdest Du kaum diesen Brief bekom-\nmen, wenn ich nicht Dir einen Brief an Mad. Lautier bei-\nlegen müsste, deren genaue Adresse ich nicht weiss, und\nden ich Dich zu übergeben bitte. Sie hat mir eine uner-\nwartete Freude durch eine Zeichnung des kleinen Berges\nim Jordans Garten zu Pankow gemacht, mit dessen An-\nschauung mir manche liebliche Stunden erneut aufwachen.\nNimm mich also heute, wie ich bin; zerstreut und ver-\ndriesslich.\n„Ohne Ursache bin ich es auch nicht. Du weisst, dem\nthätigeri, gern nach bestimmten Zwecken handelnden\nManne ist nichts unerträglicher, als im Ganzen durch klein-\nliche Dinge gestört oder gedrängt zu werden. Ich habe\nso viele Arbeiten vor mir, dass es mir immer ganz wehe\nums Herz wird, wenn ich sie überschaue, und häufig er-\nzeugt dies eine gewisse peinliche Aufwallung, in der man\nam allerwenigsten etwas zu leisten im Stande ist. Ich bin\nohnedies immer so gewissenhaft und auf der Folter, wenn\nich arbeite; oft verzweifele ich an mir selbst und meinem\nGenius und glaube mich zu schwach, ein Werk nach der\nGrösse meiner Ansicht, meines Wunsches vollenden zu\nkönnen. Nur der Gedanke, dass mir das schon oft so ge-\ngangen, dass ein glücklicher Erfolg immer noch die Pein\nbelohnt habe, hält mich aufrecht. Ich habe nun vor Allem\ndie zwei drängendsten Arbeiten vorgenommen. Erstlich ein\nneues Clavier-Concert, da ich nur eines besass, und dann\neine Hymne von Rocblitz, die den 1. Januar in Leipzig auf-\ngeführt werden soll und daher spätestens im Laufe dieses\nMonats geboren sein muss. Eine Menge ekelhafter, zeit-\nraubender Arbeiten hielt mich bis jetzt auf. Das genaue\nDurchsehen der Abschriften der zum Stich bestimmten\nManuscripte. Das Aufschreiben von alten Variationen für\ndie Grossfürstin. Eine grosse italiäniscbe Scene mit Chö-\nren für den Prinzen Friedrich u. s. w., alle diese Dinge\nfressen die Zeit. Nun, da ich eben im Zuge war und das\nerste Allo. des Concerto entworfen habe, bekomme ich\neinen schleunigen Ruf von der Grossfürstin hieher. Da\ndas eine Brodt Sache ist, so muss ich folgen, dachte in\n3 4 Tagen erlöst zu sein ja, gehorsamer Diener, da\nführt der Teufel den Fürst Kurakin herbei, natürlich wird\ndem die Zeit gewidmet, und ich muss um so länger blei-\nben. Es ist zum Verzweifeln. Hier kann ich nicht arbeiten,\n\\ 1\nhabe kein Instrument u. s. w., werde überlaufen und muss\nwieder Visiten schneiden. Die Grossfürstin will gern die\nSonate unter meiner Leitung lernen, hat aber selbst schon\nöfter gesagt, sie glaube, sie lerne sie in ihrem Leben nicht\nordentlich; und wenn sie keine Grossfürstin wäre, würde\nich so frei sein, ihr vollkommen Recht zu gehen, aber\nso muss man sehen, wie weit man es bringt.\n„Das Bulletin und die Zeichnung u. s. w. haben mir\nausserordentlich viel Spass gemacht. Kielemanri's Verthei-\ndigung ist besonders excellent. Wenn ich mich bei meiner\nZurückkunft in Gotha einmal müde gearbeitet habe, wird\nauch wieder ein Bulletin erfolgen. Vor der Hand bin ich\nnicht in der Stimmung dazu. Mit voller Seele unter-\nschreibe ich, was Du über den Menschen sagst; du hast\nsehr Recht, mich zu tadeln, dass die Betrachtungen der\nJämmerlichkeit im Leben noch im Stande sind, mich zu\nverstimmen. Aber versetze Dich auch etwas in meine Lage;\nbedenke dieses ewige Alleinstehen. Rechne dazu Legionen\nder traurigsten Erfahrungen, die mitten im höchsten Glau-\nben an gute, treue Wesen mir ihren Zweifel gewaltsam\naufdrängen.\n„Deine Weigerung wegen des Abdruckes des Weber-\nspruches billige ich ganz. Doch scheinst Du mich nicht zu\nverstehen, wenn Du glaubst, ich habe ihm bloss desshalb\nPublicität gewünscht, weil es mir lieb sein müsste, etwas\nüber mich gedruckt zu sehen. Nein! Die Redaction der\nEleg. Z. bat um die Mittheilung, nachdem sie ihn gelesen,\nehe ich daran dachte, ihn dazu anzubieten. Es ist allerr\ndings ein nothwendiges Zeit-Uebel, dass man wünschen\nmuss, sich oft in jenen Litterarischen Speissezetteln als\ncurrendes Gericht, als Ragout und gar Braten mit auf-\ngeführt zu sehen; aber glaube mir* dass ich sehr darin\nunterscheide, und es mir gar nicht lieb wäre, wenn Du\nDich durch jenen leisen Wunsch veranlasst gefühlt hättest,\nwie Du mir schreibst, ein andermal etwas über mich zu\nsagen. Ich hoffe und weiss, wir verstehen uns beide. Es\nist ein herrlicher Trost für mein ganzes Wesen, dass Du\nmir sagst, seit meiner Abwesenheit herrsche ein durch\nmich veranlasster geselliger Geist unter Euch. Möge der\nHimmel dies lange erhalten. Ich denke mir immer meine\nFreunde in Berlin als Eine Familie. 0, dass ich Euch alle\neben so wiederfände, dass nichts erkühlte, nichts abstürbe\nim Gemüthe und der Liebe! Es gehört zu meinem Un-\nglück, dass ein ewiges junges Herz in meiner Brust schlägt.\nDie Wärme, der Enthusiasmus, den es bei dem Scheiden\nan dem Orte in sich trug, erhält es in gleicher Kraft, und\nden härtesten Stoss leidet es, wenn rückkehrend mit den\nalten gleichen Gefühlen, es dann nicht wieder dieselben"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "87", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.7", "texte": "Anklänge findet, sondern mancher in den Accord gehörige\nTon da höher, da tiefer geworden ist. Gott erhalte un-\nsere reine Stimmung!\n„Ich bleibe bis Ende November in Gotha. Ich glaube,\nunter uns gesagt, dass der Herzog nicht übel Lust hätte,\nmich bei sich zu behalten. Auch in Dresden könnte ich\nvielleicht eine Anstellung haben. Ob ich aber Drang dazu\nfühle, das ist eine andere Sache. Doch ich glaube, es\nwürde mir beinahe schwer werden, bei bedeutenden An-\nträgen einen Entschluss zu fassen.\n„Goethe habe ich einmal recht angenehm genossen.\nHeute ist er nach Jena gereist, um den dritten Theil sei-\nner Biographie zu schreiben. Hier kommt er nicht dazu.\nEs ist eine sonderbare Sache mit der näheren Vertraulich-\nkeit Eines grossen Geistes. Man sollte diese Herren nur\nimmer aus der Ferne anstaunen.\n„Mad. Schoppenhauer grüsst Dich und Ihren Sohn.\nSie macht ein angenehmes Haus und ist die Einzige, wo\nich öfters hingehe. Vorgestern war ich bei Falk, der mir\nviele seiner neuen Gedichte vorlas, ein Cyklus unter dem\nNamen S eest üc ke. Erlas nur vier Stunden hinter\neinander. Bei solchen Gelegenheiten wird es mir immer\nganz angst, und ich griff geschwind in meinen Busen, ob\nich es denn auch schon öfter so gemacht habe und die\nLeute, weil ich zu viel gab, abspannte? Es kann mir wohl\npassirt sein; warum sollte ich besser und klüger sein, als\nAndere?\n„Nun lebe wohl, lieber Bruder. Grüsse alle Bekann-\nten und Freunde aufs herzlichste, besonders Flemming,\ndie Koch, Wollank u. s. w., und schreibe bald wieder\ndeinem unveränderlichen treuen Bruder\n\n„Weber.“\n\nDas Streich-Quartett.\nH. Hoffmann.\nErste Violine.\nJauchzend ruf' ich hinaus, was den Busen mir freudig erregt hat,\nOder zum tiefsten Schmerz findet die Seele den Laut.\nZweite Violine.\nAlso wechselt die Stimmung; doch bleibet der Freund dir verbunden.\nGib mir die Hälfte der Lust, grösser wird dir der Gewinn.\nViola.\nUnd auch dem Dritten erlaubt, dass er ernster zu euch sich geselle;\nMaassvoll tröstendes Wort richtet im Kummer euch auf.\nVioloncello.\nAlles Lebendige ruht auf ewig begründeter Ordnung;\nDavon red' ich zu euch, treu ein verbündeter Freund.\nTutti.\nFreud1 und Leid, wir sprechen es aus, selbständig ein Jeder;\nDoch wer sich selber beschränkt, mehrt noch den eigenen Werth.\nFrkf.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nÄttlii# Il*l Stadttheater hat der Herr Director Ernst We-\nhe 1 s „Ob eron1, mit einer decorativen Ausstattung in Scene ge-\nsetzt, welche nicht nur hier noch nie so glänzend gesehen worden\nist, sondern auch den grössten Bühnen Ehre machen würde. Die\nIleiien Mühldorler aus Mannheim und ICülin aus Wiesbaden ha-\nben sowohl durch die Gemälde selbst, als durch die Anwendung der\nmechanischen und optischen Kunst Vortreffliches geleistet, wofür\nihnen denn auch in den bis jetzt gegebenen drei Wiederholungen\nder Oper von dem stets gedrängt vollen Hause mehrmaliger Hervor-\nruf zu TT.eil wurde.\n- £u der im April bevorstehenden Aufführung von GeibePs und\nBruch s „Lorelei\" sind die neuen Decorationen ebenfalls schon\nin Arbeit und werden von denselben Künstlern geliefert.\nAm Palmsonntag-Abend wird im Gürzenich die grosse\nMa 11 häus-P a s s i o n von Joh. Seb. Bach unter F. Hille r's\nLeitung von der Concert-Gesellschaft aufgeführt.\nIn Berlin bat Prof. Geppert eine Aufführung des Lustspiels\n„Die Menächmen\" von Plautus in lateinischer Sprache in\ndem Urania-Theater veranstaltet. Dazu wurden auch vier Oden des\nIloraz, von 1 auber t componirt, durch Akademiker gesungen.\nSehr curios! Wenn irgend etwas aus der alten Welt unseren Sitten\nund Anschauungen schnurstracks widerspricht, so ist es die antike\nKomödie.\nis\\% d'ini* Am 25. Lebruar wurde auf dem hiesigen\nHoftheater eine in zwiefacher Hinsicht merkwürdige Neuigkeit gege-\nben, erstens weil der grösste deutsche Dichter den Text geliefert,\nzweitens weil ein junger, der höheren Aristokratie angehöriger Di-\nlettant die Musik dazu geschrieben hat. „Goethe s Claudine von\nVilla bella, Musik von J. H. Franz44, lautete der Titel auf dem\nTheaterzettel. Unter dem „J. H. Franz44 ist aber Graf Hochberg,\nBruder des Fürsten von Pless in Schlesien, zu verstehen, ein junger\nMann, der in Berlin die Rechte studirt und ein tüchtiger Musiker\nist. Der Erfolg war für ein Erstlingswerk in den beiden ersten Acten\nein sehr günstiger; der dritte sprach weniger an. Der junge Com-\nponist hat sich von dem Einflüsse moderner Richtungen frei gehalten,\nund seine melodische Behandlung der lyrisch-elegischen Stücke ist\nsangbar und ansprechend und zeigt Vorliebe für Mozart und\nwas nur lobenswerth ist. Das Ganze leidet jedoch an Monotonie,\nwozu die interesselose Handlung, welche die Spannung der Zuschauer\nnicht durch drei Acte fesseln kann, das Ihrige beiträgt. [Daran\nscheiterte auch schon vor beinahe fünfzig Jahren der Erfolg einer\nsonst ganz hübschen Composition von Max Eberwein, damaligem\nCapellmeister des Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. D. Red.]\nHerr Conrad Glaser in Schleusingen veröffentlicht eine\nWarnung vor widerrechtlichem Nachdruck von Männergesängen.\nEin Lithograph druckte auf Bestellung 21 der schönsten, im Druck\nerschienenen deutschen Lieder in vier Stimmen. In diesen Heften\nbefanden sich neun Lieder aus dem Verlage Glaser s. Er erhob\nKlage, und der Angeklagte wurde des Nachdrucks schuldig erkannt\nund mit 50 Thlrn. Geldbusse bestraft, auch die Confiscation der\nLieder ausgesprochen. Der Angeklagte wollte sich vorzüglich damit\nentschuldigen, dass die Lieder im Wege der Autographie angefertigt\nseien. Das Gericht hob hervor, „dass diese Einwendung für durch-\ngreifend nicht erachtet werden könne44. Der §. 1 des Gesetzes vom\n11. Juni 1837 bestimmt: „Das Rocht, eine bereits herausgegebene\nSchrift ganz oder theilweise von Neuem abzudrucken oder auf me-\nchanischem Wege vervielfältigen zu lassen, steht nur dem Autor\noder Verleger zu.44 Es konnte keinem Zweifel unterliegen, dass die"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "88", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18640312-01.1.8", "texte": "Autographie eine mechanische Vervielfältigung im Sinne des Ge-\nsetzes darstellt, indem durch eine mechanische Kraft von einem von\nmenschlicher Hand geschriebenen Exemplare beliebig viele andere,\ndemselben ganz gleiche hergestellt werden. Welcher Art die mecha-\nnische Kraft sei, ist dabei ganz gleichgültig. Auch die Entschuldi-\ngung des Angeklagten, nur auf Bestellung die Lieder hergestellt zu\nhaben, wurde ebenfalls zurückgewiesen, „da es seine Sache war,\neine ihm zugemuthete strafbare Handlung von der Hand zu weisen.\"\njfliiitelfteil. Von dem Gastspiele des Herrn Niemann am\nhiesigen Hoftheater Hesse sich nur sehr Vieles und dabei Uebliches\ndes Lobes berichten. Desshalb wollen wir nur den Erfolg des uns\nin stetem Andenken bleibenden Gastspiels durch die Nachricht kenn-\nzeichnen, dass Herrn Niemann zur Erinnerung an diesen Erfolg ein\nsinnreiches und ehrendes Denkzeichen zu Theil wurde. Es ist dies\nein von unserem Landsmanne, dem in weiten Kunst- und Gewerbs-\nkreisen bekannten Silberarbeiter E. Wollenweber, entworfener und\nin Silber ausgeführter Champagner-Pocal, an dessen Aussenseite\ntrefflich gearbeitete Jagdthiere sich befinden. (Herr Niemann ist be-\nkanntlich ein eben so grosser Jagdfreund, als guter Schütze.) Die\nauf dem Poeale zierlichst angebrachte Dedication lautet: „Dem\nSchützen, der im Gebiete der Kunst stets trifft und sich treffen lässt\ndem deutschen Sänger Albert Niemann zur freundlichen Erinne-\nrung an sein münchener Gastspiel im Februar 1864 von der k.\nbaierischen Hoftheater-Intendanz.\" Ausserdem hatte Herr Nie-\nmann die Ehre, von dem Könige in besonderer Audienz empfangen\nzu werden.\nDer Pianist Herr Bendel hat nicht nur ein zweites\nConcert gegeben, sondern auch bereits ein drittes angekündigt. Herr\nBendel ärntet allseitige Anerkennung für sein correctes Spiel und\nauch für seine beachtenswerthen Compositionen. Herr Taus ig\nkündigt bereits sein viertes Concert am\n%\nLiszt hat nach Beendigung seiner beiden Oratorien: „Elisa-\nbeth\" und „ Christusu, nunmehr die Composition eines dritten be-\ngonnen, dem die Legenden über das Leben des heiligen Franz von\nAssisi zu Grunde liegen. Liszt kehrt im Juni von Rom nach\nDeutschland zurück.\nGrosser Gesang-Wettstreit zu Lyon, Sonntag den 22.\nMai d. J. Alle Sängervereine aus Frankreich und den Nachbarlän-\ndern sind eingeladen. Der erste Concurs besteht im Vomblatt-\nsingen eines Quartetts. Die übrigen werden in fünf Classen ein-\ngeteilt: Division (TExcellence Division SupMeure Premiere\nDivision u. s. w. Jeder Verein singt zwei Stücke: erstens das obli-\ngatorische, welches der D. &Excellence 10 Tage, der D. Superieure\n15 Tage, den übrigen Classen vier Wochen vorher zugesandt wird.\nKein Verein darf durch ein Stück concurriren, durch welches er\nschon einmal einen Preis davon getragen hat. Da nur die Ausfüh-\nrung der Chorgesänge Gegenstand der Bewerbung ist, so bleiben\nalle Stücke mit Einzel- oder Quartett-Solo' s ausgeschlos-\nsen. (Sehr vernünftig!) Die städtische Behörde übernimmt die\nOrganisation. Die Jury's, jede von fünf Richtern, haben zu be-\nachten : 1. Reinheit der Intonation und Festhalten der Tonart. 2.\nAussprache. 6. Gesammtton. 4. Klangschönheit. 5. Gradation der\nNuancirung. 6. Vortrag und Auffassung der Composition. Ver-\nkeilung von Medaillen (deren Werth nicht angegeben ist). An-\nmeldungen bei M. Muris in Lyon.\nIn Paris will der Herzog Karl von Braunschweig von der\nTheaterfreiheit Gebrauch machen und in der Rue Beaujon ein\nTheater errichten. Man theilt bereits eine Anzahl der engagirten\nKünstlerinnen und Künstler mit."}]}