{"numero_id": "bm-bmtnabi-1864-12-03-01", "volume": "bmtnabi_1864-12-03_01", "ocr_sha256": "514e3df9aeb5ebe0a1100fd21d3bf5f9aadbc1c704d1449acf07c87e622a463a", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1864/12/03_01/bmtnabi_1864-12-03_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1864-12-03-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-12-03_01#c001", "volume": "bmtnabi_1864-12-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "385", "page_fin": "385", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "385", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 474, "texte": "Inhalt.\nDie Theorie der Tonsetzkunst. Von J. C. Hauff. - Aus New-York (Musicalische Zustände). Von F. - Stadttheater\nzu Frankfurt am Main (Theaterjahr vom 1. Nov. 1863 bis 31. Oct. 1864). - Die Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst in Holland\nDie künstlerische Ausschmückung des neuen Opernhauses in Wien. Tages- und Unterhaltungsblatt (Barmen, 11. Abonne-\nments-Concert Magdeburg, Concert-Saison Dresden, Jubiläum von F. A. Kummer Basel, Abonnements-Concerte u. s. w.)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-12-03-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-12-03_01#c002", "volume": "bmtnabi_1864-12-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "385", "page_fin": "386", "image_debut": 1, "image_fin": 2, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.2.2", "titre_corps": "Die Theorie der Tonsetzkunst.", "titre_sommaire": "Die Theorie der Tonsetzkunst.", "signature_source": "J. C. 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Der erste Theil, der gegen-\nwärtig in zwei Lieferungen vollständig erschienen ist, ent-\nhält die Harmonielehre, das Wort im weitesten Sinne\ngenommen, und in seinen zwei vorletzten Capiteln zwei\nAbhandlungen über „die Tonarten der alten Grie-\nchen und den Entwicklungsgang derselben bis auf un-\nsere Zeit\" (S. 229 242) und über „die Kirchen-\nTonarten\" (S. 243—266).\nUeber die Einrichtung, die der Verfasser seinem Buche\ngegeben, drückt er sich folgender Weise aus: „In Betreff\ndes hier gewählten Lehrganges ist zu bemerken, dass ich\ndamit denselben Weg einschlug, den ich gewöhnlich mit\nmeinen Schülern zu nehmen pflege; und ich suchte daher\nauch selbst bei den Erläuterungen der Beispiele eine ähn-\nliche Erklärungweise wie bei meinem Unterrichte festzu-\nhalten, weil mir ein für Jedermann leicht fasslicher Vor-\ntrag der geeignetste zu einem derartigen Werke schien.\nVielleicht kann mir aber eine etwas zu ausführliche Be-\nhandlung solcher Lehrgegenstände vorgeworfen werden,\nwelche nicht durchaus nöthig sind, um componiren zu\nkönnen. Da jedoch dieses Buch ein didaktisches ist, von\ndessen Inhalt der Leser kein oberflächliches, sondern ein\nvollkommenes Verständniss erhalten soll, so musste begreif-\nlicher Weise ein jeder Lehrgegenstand auf seinen Ursprung\nzurückgeführt und so viel wie möglich von Grund aus er-\nschöpft werden. Es war zum Beispiel nicht genug, die\nBenennung und den Unterschied der Intervalle im Allge-\nmeinen anzugeben, sondern auch zugleich nöthig, ihre\nmathematischen Verhältnisse zu erklären, weil man ohne\ndie Kenntniss dieser letzteren nicht leicht einen klaren Be-\ngriff von den Differenzen gewisser Intervalle bekommen\nkann, welche wohl äusserlich einander gleich zu sein schei-\nnen, ihrer inneren Beschaffenheit nach aber verschieden\nsind. Eben so habe ich auch in allen Noten-Beispielen die\nBezifferung (Generalbass-Schrift) streng beibehalten, in-\ndem dieselbe einem jeden Musiker zu wissen unentbehr-\nlich ist.\n„Das meiste Befremden mögen indessen die von mir\nsystematisch behandelten verschiedenen Gattungen von\nNonen-, Undecimen- und Terzdecimen-Accorden beson-\nders bei denjenigen Theoretikern hervorrufen, welche die-\nselben noch bloss für problematisch halten. Wiewohl nun\nkeineswegs zu läugnen ist, dass diese Accorde namentlich\nin ihrer Vollstimmigkeit nur äusserst selten vorkommen\n(weil man überhaupt sehr wenig sechs- und siebenstimmig\nschreibt), so habe ich es dennoch, als zur Sache gehörig,\nnicht umgehen wollen, ihren Gebrauch zu lehren, an wel-\nchem man aber alsdann wahrnehmen wird, dass der Grund\ndes selteneren Gebrauches solcher vielstimmigen Accorde\nweit eher in der Schwierigkeit ihrer Behandlung, als in\nihrer scharfdissonirenden Wirkung liegt.\"\nWir können heute nicht auf eine ausführliche Beur-\nteilung des Werkes eingehen, behalten uns jedoch vor,\nauf einzelne Abschnitte desselben zurück zu kommen, und\nwollen uns nur beeilen, dasselbe allen Lehrern und be-\nsonders der jüngeren Generation der Musiker und solcher\nKunstfreunde, welche sich nicht bloss mit der technischen\nAusführung von Tonstücken begnügen wollen, angelegent-\nlich zu empfehlen und unser Urtheil im Ganzen was\neinzelne Modificationen desselben nicht ausschliesst da-\n\n*) Frankfurt am Main, Druck und Verlag von H. L.\nBrönner. I. Band. 1. Lieferung 1863. 2. Lieferung 1864. Zusam-\nmen 290 S. Gr. Fol."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "386", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3192, "texte": "hin auszusprechen, dass wir diese Harmonielehre wegen\nder grossen Deutlichkeit der Erklärungen und Erläuterun-\ngen und wegen des Reichthums an Beispielen, wie ihn\nkein einziges bis dahin erschienenes theoretisches Werk\nüber Musik enthält, für sehr verdienstlich und ausser-\nordentlich zweckmässig und praktisch als Unterrichtsmittel\nfür den Lehrer und als treffliche Anleitung zum Selbst-\nstudium halten. Man kann denen, welche die Darstellung\nvielleicht hier und da zu gedehnt finden oder sonst Aus-\nstellungen daran zu machen haben, mit vollem Rechte\nentgegnen: „Was der Text nicht lehrt, das lehren die\nBeispiele\" und das ist im Grunde doch die Hauptsache.\nAuch itoüssen wir, wenn wir die Wahl haben zwischen\neiner theoretisch-speculativ-philosophisch-ästhetisch-poeti-\nschen Compositionslehre und einer in klarem Stil abge-\nfassten, auf Thatsachen und zahlreiche Muster-Beispiele\nbegründeten Theorie für den Unterricht und die Ausbil-\ndung der Schüler der Tonkunst zu vollständigem musica-\nlischen Wissen ganz entschieden der letzteren den Vor-\nzug geben, ja, sie ganz besonders willkommen heissen als\nGegenmittel gegen die überband nehmende Oberflächlich-\nkeit auf der einen und Schwärmerei in Accorden und\nformlosen Gebilden auf der anderen Seite. Denn unter\nMusikern von reifem Urtheile ist es keine Frage mehr,\ndass manche berühmte Compositionslehren der Neueren\ngar viel Schuld an dem Zutagekommen der musicalischen\nVerirrungen der Zeit tragen.\nDer Inhalt des vorliegenden ersten Theiles zerfällt in\n22 Capitel. I. Von den Intervallen. 4 Abschnitte. 11. Von\ndem Dreiklang, dessen Umkehrungen u. s. w., nebst Be-\nzifferung. 4 Abschnitte. 111. Von der harmonischen Ver-\nbindung der sieben Dreiklänge der Tonleiter. 7 Abschnitte.\nIV. Von dem Septimen-Accorde. 6 Abschnitte. V. Her-\nleitung der Accorde aus den Gesetzen der Akustik. VI.\nDur- und Jt/ö/Z-Tonarten. 3 Abschnitte. VII. Von Caden-\nzen und Schlüssen. 8 Abschnitte. VIII. Mehrdeutigkeit des\nDreiklangs. 2 Abschnitte. IX. Mehrdeutigkeit des Septimen-\nAccords. 2 Abschnitte. X. Enharmonische Mehrdeutigkeit.\n5 Abschnitte. XI. Auflösungen der Septimen-Accorde. 4\nAbschnitte. XII. Nonen-Accorde. 15 Abschnitte. XIII.\nUndecimen-Accorde. 11 Abschnitte. XIV. Terzdecimen-\nAccorde. 14 Abschnitte. XV. Von dem Vorhalte und dem\nVorschlage. 33 Abschnitte. XVI. Von den Sequenzen. 26\nAbschnitte. XVII. Von dem Orgelpunkte. 2 Abschnitte.\nXVIII. Von den Dur-und Jfoß-Tonleitern. 8 Abschnitte.\nXIX. Von den Ausweichungen und Modulationen. 6 Ab-\nschnitte. XX. Tonarten der Griechen. 3 Abschnitte. XXI.\nVon den Kirchen-Tonarten. 7 Abschnitte. XXII. Von den\nEigenschaften einer Choral-Melodie und ihrer Harmonisi-\nrung mit 163 Beispielen.\nDas Werk ist splendid gedruckt, Noten- und Typen-\ndruck gross, scharf und deutlich auf starkem Papier.\nSchade, dass ein langes Verzeichniss von Berichtigungen\nnöthig geworden, welche vor dem Gebrauche zu berück-\nsichtigen sind.\nDie folgenden Theile werden vom einfachen und\ndoppelten Contrapunkte, dem Canon, der Fuge, der\nFormenlehre und der Instr umentirung handeln\nund in Zwischenräumen von drei bis vier Monaten ver-\nöffentlicht werden. Jeder Theil kann ohne Preis-Erhöhung\nauch einzeln bezogen werden."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-12-03-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-12-03_01#c003", "volume": "bmtnabi_1864-12-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "386", "page_fin": "387", "image_debut": 2, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.2.3", "titre_corps": "Aus New-York.", "titre_sommaire": "Aus New-York.", "signature_source": "F", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 2, "page_imprimee": "386", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.2", "debut_caractere": 3194, "fin_caractere_exclue": 5075, "texte": "Aus New-York.\n\nDen 10. November 1864.\nMeinem Versprechen gemäss theile ich Ihnen Einiges\nüber unsere hiesigen musicalischen Zustände mit und werde\ndarin von Zeit zu Zeit fortfahren.\nEnde October haben die Concerte der „Philharmonie\nSociety von Brooklyn\" wieder begonnen. Diese Gesellschaft,\nunstreitig die beste für Orchester-Musik in New-York und\nBrooklyn, wenn nicht in America überhaupt, tritt jetzt ihre\nachte Season an. Das Unternehmen geht von den ange-\nsehensten Kaufleuten in Brooklyn aus: sie haben ein voll-\nständiges Orchester von sechszig Musikern und den Diri-\ngenten desselben fest angestellt, während in den meisten\nanderen Städten hier zu Lande das Orchester gewöhnlich\nnur zu gewissen Aufführungen an diesem oder jenem\nTage zusammengebracht wird; ferner berufen sie ausge-\nzeichnete Solisten für Gesang und Instrumental-Musik,\ngerade so wie die grösseren Concert-Institute in Deutsch-\nland, und honoriren sie besser, als diese. Dadurch wi'rd\ndas gebildete Publicum an gute Musik im Abonnement\ngewöhnt und lernt den Humbug herumreisender Virtuo-\nsen und Impresarios und die stümperhafte Concertgeberei\nvon Halb- oder Viertels-Virtuosen nach Verdienst würdi-\ngen. Dirigent der Concerte dieses philharmonischen Ver-\neins ist Herr Theodor Eisfeld, welcher, früher Capell-\nmeister am Hoftheater zu Wiesbaden, in diesen Tagen,\nkurz nach seiner Rückkehr von einer Reise nach Deutsch-\nland, den Charakter als Hof-Capellmeister Sr. Ho-\nheit des Herzogs von Nassau erhalten hat. Das\nOrchester zählt 20 Violinen, 8 Bratschen, 6 Violoncelle\nund 6 Contrabässe nebst vollständiger Besetzung der Blas-\ninstrumente (4 Hörner, 3 Posaunen und 1 Tuba). Sämmt-\nliche Musiker sind mit einer oder zwei Ausnahmen Deut-\nsche. Der Vorstand des Vereins ist nach americanischer\nWeise zahlreich: er besteht aus einem Präsidenten, zwei\nVice-Präsidenten, einem Schatzmeister, einem Secretär und"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "387", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3215, "texte": "zwanzig Mitgliedern des Executive Committee, die alle na-\nmentlich auf dem Programm figuriren. Das ist republira-\nnisch, aber gewiss erträglicher, als die Aufzählung der\nPatronagen von Herzogen und Herzoginnen, Marquis und\nMarquisen, Grafen u. s. w. u. s. w. auf den Concertzetteln\nin London.\nDas Eröffnungs-Concert am 29. October brachte im\nersten Theile Beethoven's Pastoral-Sinfonie, Arie Che\nfarösenza Euridicevon Gluck (Miss Adelaide Phil-\nlips), Solo für Cornet ä Piston (Herr L. Schreiber);\nim zweiten Theile Berlioz' Ouvertüre zu König Lear\n(zum ersten Male), Lied ohne Worte (neu) für Cornet\n(Herr Schreiber), Rossini's (Miss\nPhillips), Ouvertüre zur Maritana (zum ersten Male) von\nW. V. Wallace. Am Schlüsse enthält das Programm\ndie Bemerkung [die auch an manchen Orten in Deutsch-\nland und besonders in Paris nötbig wäre!]: „Um Störung\nzu vermeiden, werden die Personen, welche den Saal vor\nEnde des Concertes zu verlassen wünschen, ersucht, dies\nvor dem Anfange der letzten Ouvertüre zu thun.\"\nDas Orchester zeigte sich als ein selbst strengen For-\nderungen ganz genügendes; ich wünschte, dass Sie einmal\nhier eine Sinfonie hören könnten, Sie würden Sich gewiss\nwundern, dass in America so gut gespielt wird.\nMiss Adelaide Phillips ist eine ausgezeichnete, aus\nBoston gebürtige und in Italien ausgebildete Sängerin.\nIhre Stimme, Alt und Mezzo-Sopran umfassend, mit einem\nUmfange vom tiefen gbis zweigestrichenen ist schön,\nkräftig und gleichmässig, die Intonation untadelhaft und\ndie Coloratur correct und perlend. Herrn Schreiber\nkennen Sie in Köln und am Rheine ganz gut: er bläst\njetzt ganz ausgezeichnet und ist, seitdem König in Lon-\ndon gestorben ist, gewiss der beste jetzt lebende Trompe-\nten- und Cornetbläser. Sie würden auch in seinen Com-\npositionen einen grossen Fortschritt bemerken, sie sind\nbrillant und wirkungsvoll und gut instrumentirt.\nSie werden in dem Programm eine gewisse Einheit\noder innerlich passende Zusammenstellung der auszufüh-\nrenden Compositionen vermissen, welche bei den meisten\nConcert-Anstalten in Deutschland sichtbar ist: allein das\ngeht hier noch nicht, man will für Jeden etwas haben,\nund je mehr Nationen an einem Abende vertreten sind,\ndesto willkommener ist das Programm.\nDer Saal war übrigens durch ein glänzendes Publi-\ncum gedrängt gefüllt. Die americanischen Damen entfalten\nin diesen Concerten einen Luxus, wie man ihn kaum in\nder italiänischen Oper in Paris antrifft, aber die kostbaren\nTrachten und der Schmuck von Gold und Edelsteinen\nwerden hier durch die Schönheiten erhöht, die man in\ngrosser Anzahl sieht. Das Publicum wohnt hier auch den\nProben bei, was zu den Rechten der Abonnenten gehört,\nist aber in den Aufführungen trotzdem oder vielleicht ge-\nrade desshalb sehr aufmerksam und höchst dankbar.\nAllem Anscheine nach wird die Season für die Ton-\nkunst eine sehr gute werden, trotz Aushebungen von Hun-\nderttausenden und Schulden von Millionen. Ich habe noch\nkeinen von den vielen deutschen Musikern, die hier leben,\ngesprochen, der nicht sehr beschäftigt wäre und noch bes-\nser bezahlt würde, als früher. Bis jetzt hat der Krieg uns\nhier im Norden, was die Theilnahme an Vergnügungen\nund den Aufwand dafür betrifft, noch nichts geschadet.\n\nF."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-12-03-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-12-03_01#c004", "volume": "bmtnabi_1864-12-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "387", "page_fin": "388", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.2.4", "titre_corps": "Stadttheater zu Frankfurt am Main.", "titre_sommaire": "Stadttheater zu Frankfurt am Main.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "387", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.3", "debut_caractere": 3217, "fin_caractere_exclue": 4922, "texte": "Stadttheater zu Frankfurt am Main.\nVom 1. November 1863 bis 31. October 1864.\nIn dem abgelaufenen Theaterjahre landen 349 Vor-\nstellungen Statt. Davon waren 291 im Abonnement und\n58 ausser Abonnement, so dass die resp. Abonnenten\nda das Jahres-Abonnement nur 250 Vorstellungen\nbezeichnet 41 Vorstellungen mehr erhielten.\nAn den 349 Theaterabenden wurden gegeben: 142\nverschiedene Stücke (26 Trauerspiele und Dramen, 34\nSchauspiele, 82 Lustspiele), 39 verschiedene Opern, 5\nverschiedene Operetten, 21 verschiedene Singspiele und\nPossen.\nVon den Stücken wurden 22 zum ersten Male und\n23 neu einstudirt gegeben. Von den Opern wurde eine\nzum ersten Male und acht neu einstudirt gegeben. Von\nden Operetten wurden drei, von den Singspielen und\nGesangspossen eine zum ersten Male und drei neu\neinstudirt gegeben.\nDie sämmtlichen Vorstellungen umfassen: 127 Opern\n(6 von der italiänischen Opern-Gesellschaft des Herrn A.\nRonzi), 27 Operetten, 42 Singspiele und Possen, 43\nTrauerspiele und Dramen, 63 Schauspiele, 160 Lust-\nspiele. (1 Drama, 6 Schauspiele und 5 Lustspiele von der\npariser Schauspieler-Gesellschaft des Herrn Rousseaux\nunter Mitwirkung des Herrn Laferrifere.)\nZum ersten Male wurden aufgeführt: 1. In der Oper:\n„So machen's Alle\" (Cosl fan komische Oper in 2\nActen von W. A. Mozart. Neue Bearbeitung von Eduard\nDevrient. Die Recitative arrangirt von Wilhelm Kalliwoda.\n2. In der Operette: „Das Pensionat\", komische Operette\nin 2 Acten, Musik von Franz Suppö. „Herr und Ma-\ndame Denis\", komische Operette in 1 Act, nach dem Fran-\nzösischen von G. Ernst, Musik von J. Offenbach.— „Flotte\nBursche\", komische Operette in 1 Act von J. Braun, Mu-\nsik von Franz Supp£. 3. In der Gesangsposse: „Deutsch-\n\nn"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "388", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3404, "texte": "Arkadien\", Posse mit Gesang in 1 Act nach Grammer-\nstädter von Karl Juin.\nNeu einstudirt wurden: 1. In der Oper: Don Pas-\nquale; Rigoletto; Je toller, je besser; Der schwarze Do-\nmino; Linda von Chamounix; Semiramis; Die Montecchi\nund Capuletti; Oberon. 2. Im Singspiel und in der Ge-\nsangsposse: Rataplan; 's Lorle; Die Zillerlhaler.\nNach den Componisten geordnet wurden gegeben:\n1. An Opern: Adam: Der Poslillon 6 Mal. Auber:\nMaurer und Schlosser 3. Der schwarze Domino 2. Beet-\nhoven: Fidelio 2. Bellini: DieMontecchi und Capuletti.\nDie Nachtwandlerin. Norma 2. Die Puritaner. Boiel-\ndieu: Die weisse Frau 5. Donizetti: Linda von Cha-\nmounix 3. Lucia von Lammermoor. Don Pasquale 5. Die\nRegimentstochter 3. Flotow: Alessandro Stradella 7.\nMartha 4. Gounod: Margaretha 5. Herold: Zampa 3.\nKreutzer: Das Nachtlager in Granada 5. Lortzing:\nDie beiden Schützen 2. Czaar und Zimmermann 2.\nMarschner: Hans Heiling. Templer und Jüdin. Mehul:\nJe toller, je besser 2. Meyerbeer: Dinorah. Die Huge-\nnotten 4. Robert der Teufel 3. Mozart: Die Hochzeit\ndes Figaro 2. Don Juan 4. So machen's Alle\ntutte)7. Die Zauberflöte 4. Nicolai: Die lustigen Wei-\nber von Windsor 2. Oflenbach: Orpheus in der Un-\nterwelt 6. Rossini: Der Barbier von Sevilla 3. Semi-\nramis. Verdi: Hernani 6. Rigoletto 4. Der Troubadour 5.\nWeber: Der Freischütz 4. Oberon 3.\n2. An Operetten: Offenbach: Fortunio's Lied 5.\nHerr und Madame Denis 5. Die Schwätzerin von Sara-\ngossa 9. Supp<s: Flotte Bursche 5. Das Pensionat 3.\n3. Singspiele und Possen von: Baumann,\nBelly, Berg, Friedrich, Holtei, Juin, Kaiisch\n(Dr. Peschke 7 Mal), Langer, Nesmüller, Nestroy\n(Lumpacivagabundus 2), Pillwitz, Pohl (Sachsen in\nPreussen 5), Räder (Robert und Bertram 4), Raimund\n(Der Verschwender), Wages ('s Lorle).\nAls Concertistin trat auf Fräulein Cathinka Phrym,\nPianistin aus Athen.\nVon den Gastspielen erwähnen wir u. A.: Frau Fab-\nbri vom k. k. Hof-Operntheater zu Wien (wurde enga-\ngirt), Fräulein Artöt, Fräulein G. Schubert, Herr\nDr. Gunz vom Hoftheater zu Hannover, Herr Walter\nvom k. k. Hof-Operntheater zu Wien, Fräulein Stehle\nvom Hoftheater zu München, Herr Hrabaneck vom k. k.\nHof-Operntheater zu Wien, Signora Barbara Marchi-\nsio, Signora Carlotta Marchisio, Signor Mi n e tti.\nFerner die italiänische Opern-Gesellschaft unter der Di-\nrection des Herrn A. Ronzi (Capellmeisler Herr Orsini)\nvom kaiserlichen Theater zu Paris, und die pariser Schau-\nSpieler-Gesellschaft unter der Direction des Herrn Rous-\nseaux und Mitwirkung des Herrn Laferrifere.\nAn Autoren von recitirenden Schauspielen aller Gat-\ntungen kamen u. A. vor:\nBauernfeld 4 Mal, Benedix 15, Birch-Pfeif-\nfer 10, Brachvogel 2, Deinhardstein („Der Wit-\nwer\" ), C. De vri en t. („Der Fabricant\"), Dräxler-Man-\nfred („Marie-Anna\" 3), Feldmann 3, Freitag 4,\nGerstäcker 3, Görner 6, Goethe 8, Grillparzer\n(„Medea\"), Gutzkow 4, Hackländer („Schuldig\"),\nHalm 1, Hiltl 5, H. von Kleist 2, Kotzebue 3,\nLaube 2, Lessing 2, Malss 8 (Localpossen), von\nMeyern („Heinrich von Schwerin\" 2), Mosenthal 4,\nMoser 10, von Putlitz 4, Raupach 3, Schiller 18\n(dabei „Demetrius\" 3 Mal), Schröder („Die Läster-\nschule\" 2 Mal), Shakespeare 20, Tempeltey („Kly-\ntämnestra\"), Töpfer 9 u. s. w.\nDie Franzosen gaben 12 verschiedene Vorstellun-\ngen, darunter u. A.: A. Ponsard: l'honneur et l'argent,\nLes Memoires du Diable par\nSand: Le Marquis de Villemer, A. Dumas: Le joueur\nde Manheim, A. Dumas(ßls):\nu. s. w."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-12-03-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-12-03_01#c005", "volume": "bmtnabi_1864-12-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "388", "page_fin": "390", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.2.5", "titre_corps": "Die Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst in Holland.", "titre_sommaire": "Die Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst in Holland.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "388", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.4", "debut_caractere": 3406, "fin_caractere_exclue": 4559, "texte": "Die Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst\nin Holland.\nDie Gesellschaft hat am 18. October ihre fünfund-\ndreissigste General-Versammlung in Amsterdam unter dem\nVorsitze von Professor W. Moll und der Protocollführung\nihres General-Secretärs J. P. Heije gehalten. Wir ent-\nnehmen den Verhandlungen folgende Angaben, welche\nauch das Ausland interessiren, theils wegen der verdienst-\nlichen und nachahmungswürdigen allgemeinen Wirksam-\nkeit dieses Vereins, theils wegen der Preis-Ausschrei-\nhungen desselben, bei denen auch Ausländer concurri-\nren können.\nDer Verein zählt jetzt in fünfzehn Abtheilungen, die\nihren Sitz in verschiedenen holländischen Städten haben,\n1653 beitragende Mitglieder, darunter 103 Künstler.\nAus dem Künstler-Fonds (jetzt 26,000 Fl. Ca-\npital) wurden im Vereinsjahre 1863 —64 zehn Pensionen\nzur Unterstützung von sechs Künstler-Witwen und vier\nKünstlern gezahlt.\nDie Bibliothek besitzt an 2000 musicalische Werke\nund Manuscripte, darunter in genügender Anzahl von Sing-\nund Orchesterstimmen: 33 Oratorien, 11 Messen, 26\nPsalmen, 48 grössere und 63 kleinere Kirchen-Musik-\nstücke, 28 grössere und 42 kleinere nicht geistliche Ge-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "389", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5070, "texte": "sangwerke, 50 Opern, 30 Sinfonieen und 60 Ouvertüren.\nAlle diese Werke werden auf Verlangen an die Abihei-\nlungen zu Studien und Auflührungen verschickt. Im,\nJahre 1864 sind ferner angekauft worden: *Astorga\nStabat Mater, J. S. Bach Messe in H-moll, Bargiel\nPsalm 13, Rieb. Hol Psalm 23, Mendelssohn Psalm\n114, Reinecke Belsazar, Schumann Faust, Wüllner\nSalve Reginau. s. w.\nDer Zustand des Vermögens ist folgender: Allgemeine\nRechnung 7767 Fl. 27 Ct. Reservefonds 49,500 Fl.\nKünstlerfonds 26,000 Fl. Musikfest-Fonds 15,800\n11* Für die Bibliothek sind 1863 —64 verausgabt 474\nFl. 94 Ct.; für 1864—65 bestimmt 425 Fl. nebst 200\nFl. Geschenk des Königs für Ankauf altniederländischer\nWerke.\nAufgeführt worden sind in den verschiedenen Abthei-\nlungen im Jahre 1863 —64 Werke von Andr(s, Beet-\nhoven (7), van Bree(2)*), Cherubini, Frans Coenen,\nF. Eisner, Fesca, F<stis, Gade (4), Ed. de Hartog,\nHändel (6), Hahn, Haydn (4), Jaell, Kalliwoda,\nKlein, Lorenz, Markul), Mäbul, Mendelssohn\n(9), Mozart (5), Overweg, Richter(2), Ries, Rietz,\nRossi, Rubinstein, Schumann, Singe-\nlee, Spobr(3), Spontini, Vieuxtemps,\nWeber (4) **).\nAls Preisbewerbungen für das vorige Jahr waren vier\nSinfonieen eingegangen, von denen keine den Preis, aber\ndrei ehrenvolle Erwähnung erhielten (von E. Chaine in\nParis, Richard Hol in Utrecht, Joh. M. Coenen in\nAmsterdam).\nBis zum letzten August 1865 steht die Bewerbung\num. „Historische Skizzen aus dem Gebiete der nie-\nderländischen Tonkunst im XVI. Jahrhundert\" (im Geiste\nvon Winterfeldt's „Beiträgen zur Geschichte heiliger Ton-\nkunst\") für eine Prämie von 25 —2OO Fl. auch für Aus-\nländer (holländisch, deutsch, französisch) offen.\nNeue Preis-Aufgaben sind:\n1. Ein Verzeichniss der vornehmsten Tonkünstler und\nmusicalischen Schriftsteller, die von der frühesten Zeit bis\nAnfang des XVIII. Jahrhunderts in den nördlichen\nNiederlanden (innerhalb der Gränzen des jetzigen Kö-\nnigreichs Holland) geboren sind oder gelebt haben, mit\nAngabe ihrer Lebens-Umstände und Werke und der\nSammlungen oder Bibliotheken, wo diese gedruckt oder\nhandschriftlich zu finden sind. Prämie 100 500 Fl.\n2. Eine ausführliche Monographie über J. F. Swee-\nlinck, geboren zu Devenler 1540, dem Begründer der\ndeutschen Orgelschule, nebst möglichst vollständiger Angabe\nseiner gedruckten und handschriftlich vorhandenen Werke.\nPrämie je nach dem Quellenstudium 100 350 Fl.\nBeide Preis-Aulgaben sind auch für ausländische\nBewerber ausgeschrieben. Termin der Einsendung der\nletzte August 1866.\nAusserdem ist noch ein Preis für einheimische Com-\nponisten auf die beste Ouvertüre zu einem niederländi-\nschen oder fremden Trauerspiele ausgesetzt.\nZu dem Wettstreite, welcher für Aspiranten beiderlei\nGeschlechts zur Ausbildung für höheren Gesang-Unterricht\nausgeschrieben war und dem Obsiegenden für die zwei\nersten Jahre seiner Studien je 700, für das dritte 800\nFl. Unterstützung verschafft hätte, war keine Anmeldung\neingegangen. [Offenbar war dieses Ausschreiben eines\nder anerkennungswerthesten, indem es am schlagendsten\neine wirkliche „Beförderung der Tonkunst\" beabsichtigte\nund bewirken kann. Denn ehe dem Mangel an guten,\nkünstlerisch gebildeten Gesanglehrern nicht abgeholfen\nwird, kann auch der Gesang bei keiner Nation gedeihen.\nEs ist zu bedauern, dass die Aufforderung bis jetzt vergeb-\nlich gewesen ist. Woran liegt das? An Mangel an Talen-\nten und an Liebe zum Gesänge? Oder daran, dass in\nHolland eben so wie in anderen Ländern Jeder, der Cia-\nvier spielt oder auch nur klimpert, sich für berufen und\nvollkommen geschickt hält, auch Gesang-Unterricht geben\nzu können? Wir möchten beinahe das letzte glauben.\nWozu noch lange und gründliche Studien für einen mu-\nsicalischen Unterrichtszweig machen, der ohne alle An-\nstrengung und Pflege auch dem unwissenden Lehrer\nreichlichen Gewinn bringt, wie die Erfahrung zeigt? Die-\nselben Leute, die einen Ciavierspieler, selbst wenn er der\ntüchtigste wäre, auslachen würden, wenn er technischen\nUnterricht auf der Oboe oder der Violine gäbe, sind so\nblind gegen sich selbst, dass sie nicht einsehen, wie lächer-\nlich ihr eigenes Beginnen ist, die Behandlung des schwie-\nrigsten Instrumentes von der Welt, der menschlichen\nStimme, lehren zu wollen, ohne dieses Instrument genau\nzu kennen, geschweige denn im Stande zu sein, es in\nTheorie und Praxis selbst geschickt zu handhaben!]\nFerner hat die Versammlung beschlossen, den Ver-\nsuch zur Abhaltung eines jährlichen zweitägigen Musik-\nfestes zu machen und dazu 3500 Fl. ausgesetzt. Die\nAufführungen am ersten Tage sollen nur den Mitgliedern\naller Abtheilungen der Gesellschaft zugänglich, am zwei-\n\n*) Die cursiv gedruckten sind holländische Componisten.\n**) Hiernach darf man aber die Concert-Programme überhaupt\nin Holland nicht beurtheilen, da ausser den Aufführungen durch\ndie Abtheilungen der Gesellschaft nicht nur die grossen Städte\nHaag, Amsterdam, Rotterdam, Utrecht, sondern fast jede\nStadt ihre besonderen Abonnements-Concerte hat, in denen in der\nKegel sehr gute Musik gemacht wird und für welche die bedeutend-\nsten Virtuosen engagirt werden. Die Eedaction."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "390", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1626, "texte": "ten Tage hingegen der Eintritt auch Nicht-Mitgliedern ge-\nstattet sein.\nFür ein Concert, das am Abende der General-Ver-\nsammlung Behufs Aufführung der gekrönten und ehren-\nvoll erwähnten Musikwerke veranstaltet werden soll, wer-\nden 000 Fl. bestimmt; der Ueberschuss der Einnahme\nsoll dem Künstlerfonds zufallen.\nErwähnen wir nun noch, dass die allgemeine Casse\nder Gesellschaft auch an verschiedene Gesangschulen in\nkleineren Städten Zuschüsse zur Unterhaltung derselben\nbewilligt, so werden unsere Leser sich überzeugen, wie\nehrenwerth das Streben dieses grossen Vereins und wie\nausgebreitet seine Wirksamkeit ist.\nDie Abtheilung Amsterdam hat ausserdem auch\nseit vorigem Jahre „Volks-Concerte\" gegründet „zur\nBeförderung des Sinnes für classische Musik unter allen\nStänden\". Das erste diesjährige fand am 27. November\nim grossen Parksaale unter Leitung von Verhülst Statt\nund brachte in der ersten Abtheilung: Sinfonie in\nvon N. W. Gade; Recitativ und Arie für Bass (Lysiarl)\naus Euryanthe von C. M. von Weber (Herr Behr aus\nRotterdam); Ouvertüre zum Ballet „Prometheus\" von\nBeethoven. In der zweiten Abtheilung: Sinfonie in C\nvon Mozart; Ar ie aus Moza r t's „Figaro's Hochzeit\":\n„Dort vergiss\" u. s. w. (Herr Behr); Ouvertüre zu\n„Ruy Blas\" von Mendelssohn. Das Programm enthielt\nwie gewöhnlich ausser dem deutschen Texte der Gesang-\nstücke auch dessen metrische Uebersetzurig ins Holländi-\nsche durch Herrn J. P. Hei je, der sich in dieser Bezie-\nhung seit Jahren grosses Verdienst erworben hat; nament-\nlich scheint dieses Verfahren bei „Volks-Concerten\" dop-\npelt wünschenswert!), wenn sie ihren Zweck erreichen\nsollen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-12-03-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-12-03_01#c006", "volume": "bmtnabi_1864-12-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "390", "page_fin": "391", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.2.6", "titre_corps": "Die künstlerische Ausschmückung des neuen Opernhauses in Wien", "titre_sommaire": "Die künstlerische Ausschmückung des neuen Opernhauses in Wien", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "390", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.6", "debut_caractere": 1628, "fin_caractere_exclue": 4883, "texte": "Die künstlerische Ausschmückung des neuen Opern-\nhauses in Wien\nDie malerische und statuarische Ausschmückung der\nfür den Hof, so wie für das Publicum bestimmten Räum-\nlichkeiten des neuen Opernhauses umfassen: a) die Log-\ngia, b)die Haupttreppe, c)das Foyer, den Empfangs-\nsaal Sr. Majestät, e)den die Wartballe.\nDie Loggia ist der bedeutsamste Theil des äusseren\nlagadenbaues. Als oflen gedeckte Halle von aussen sicht-\nbar, vertritt selbe in den architektonischen Gedanken das-\nselbe, was bei einem mächtigen Tonwerke die Ouvertüre.\nDer Raum, welchen diese gedeckte, überwölbte Halle in\nder Bel-Etage einnimmt, ist ebenerdig durch die Haupt-\nAnfahrt der Logenbesucher bedingt. Ihr Zweck ist, nebst\ndem monumentalen Eindrucke ihrer äusseren Erscheinung\nbei schöner Jahreszeit den Besuchern des Foyers als Auf-\nenthaltsort zu dienen. Die malerische Ausschmückung\nfresco der Gewölbejoche (deren fünf) und der Lunetten\n(deren fünf kleinere und zwei grosse an den abschliessen-\nden Stirnwänden) ist unserem trefflichen Landsmanne\nMoriz von Schwind übertragen worden. In höchst be-\ndeutungsvoller Weise hat Schwind die Verherrlichung\nunseres grossen Mozart durch eine cyklische Darstellung\nder „Zauberflöte\" erdacht. In den fünf Bogenstellungen\nwerden die fünf Heroen deutscher Kunstbestrebungen im\nFache der Musik statuarisch dargestellt, und zwar: Mozart\nim Mittelfelde, Beethoven und Gluck ihm zur Seite, Haydn\nund Schubert neben diesen. Die abschliessenden vollen\nMauerkörper der Loggia werden bekrönt durch zwei\nGruppen: zwei Flügelpferde, geführt von den allegorischen\nGestalten der Poesie und Musik.\nDie Haupttreppe, deren Stirnwand dem Besucher\nbeim Eintritte gegenüberliegt und deren architektonische\nAnordnung im reichsten Renaissance-Style erdacht ist,\nwird durch sieben Statuen geschmückt, die sieben schönen\nKünste darstellend; drei Wandbilder geben im allegori-\nschen Sinne die Bedeutung der\nund des Ballets.\nDas Foyer enthält eine gewölbte Decke, die vermöge\nihrer Anordnung 14 Lunetten darbietet; unter diesen als\nsopra poriasind 14 Büsten der für Wien bedeutsamsten\nMusik-Componisten angebracht. In jeder Lunette wird\nbildlich die charakteristische Begabung des Meisters durch\ndie in seinen Werken gebotenen Motive versinnlicht.\nDer Empfangsaal Sr. Majestät erhält in Form eines\nan drei Wänden fortgesetzten Frieses einen durch Fresco-\nmalerei dargestellten Gedanken: die Symphonie in ihren\nverschiedenen charakteristischen musicalischen Abschnitten\ndurch passende Compositionen entwickelt.\nDer Zuschauerraum zerfällt nach dem Programme des\nzur Ausführung dieses Theiles der Ausstattung erwählten\nKünstlers Karl Rahl in zwei Haupttheile, die sich jedoch\nim Gedanken ergänzen, nämlich den Vorhang und die\nDecke. Die grosse Prosceniums-Oeffnung wird in Soffiten-\nllöhe durch ein reiches, vergoldetes Gitter abgeschlossen.\nIn der Ornamentirung dieses der Prosceniums-Rahmung\nnoch angehörenden architektonischen Elementes wird Apoll\nin der Mitte, mit der komischen und der tragischen Muse\nzur Seite, dargestellt. Hinter diesem stabilen Portale fällt\nund hebt sich der im reichen Style der Gobelins erdachte\nVorhang. Auf diesem Vorhange kommen folgende, unter\neinander in Beziehung stehende Darstellungen vor: 1. Im\n\n*).\n*) Aus dem „Botschafter\"."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "391", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 1732, "texte": "Mittelstücke die allegorische Gestalt der Musik, umgeben\nvon den vier Elementen. 2. Ueber demselben als Fries in\nder Umrahmung: a) links die Hören, den Wechsel der\nJahreszeiten darstellend; b)in der Mitte „die Geburt der\nSchönheit, von den Sterblichen im fröhlichen Tanze um-\nringt\", und c)rechts „die Grazien, welche allem Seienden\nAnmuth und Sitte verleihen\". 3. In den Flächen neben\ndem Mittelstücke auf einer Seite die lyrische, auf der an-\nderen die bacchantische Musik, unter ersterem als Fries\nin die Umrahmung die Kriegsmusik, unter letzterem, eben-\nfalls als Fries, die Trauermusik. 4. In den dazwischen lie-\ngenden Ornamenten „die vier Jahreszeiten\", und zwar so,\ndass über der lyrischen Musik der Frühling, über der\nKriegsmusik der Sommer, über der bacchantischen Musik\nder Herbst und über der Trauermusik der Winter zur\nDarstellung kommen. 5. In der Friesrahmung unter dem\nMittelstücke die Tanzmusik.\nAm Soffitto des Prosceniums im mittleren Bilde „die\nParzen\", auf beiden Seiten „das Glück\" und die „Nemesis\".\nAn der Decke des Zuschauerraumes, in den acht gros-\nsen Feldern der ringförmigen architektonischen Theilung,\nsind die durch die Musik wachgerufenen Gefühle personi-\nficirt, und zwar: die „Begeisterung\", „Liebe\", „Andacht\",\n„Ergebung\", „Heiterkeit\", „Melancholie\", „Lebenslust\"\nund „Leidenschaft\". In den acht kleineren Feldern Genien\nmit hierauf bezüglichen Instrumenten. In den Ecken, die\nsich aus dem Anschlüsse der elliptischen Form an das\nSoffitto des Prosceniums ergeben, steht an der Seite des\nGlückes „der Tag\", an der Seite der Nemesis „die Nacht\".\nDie Warthalle erhält in den Lunetten, in ornamentaler\nWeise durchgeführt., die Namen der gefeierten Künstler,\nwelche auf der wiener Bühne gewirkt haben."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1864-12-03-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1864-12-03_01#c007", "volume": "bmtnabi_1864-12-03_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "391", "page_fin": "392", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.2.7", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "O. L", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "391", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.7", "debut_caractere": 1734, "fin_caractere_exclue": 6626, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nO. L.\n** Barmen* Am 26. November fand das zweite Abonne-\nments-Concert unter Leitung des Musik-Directors Herrn A. Krause\nStatt und wurde mit Schumann's Ouvertüre zu „Manfred\" eröff-\nnet. Dieses grossartige, an Beethoven hinanreichende (?) Musikstück\nging bei dem Publicum ohne irgend ein sieht- oder hörbares Zei-\nchen von Erwärmtsein dafür vorüber, ein Umstand, der entweder\ndem geringen Vertrautsein mit der Schumann'schen Muse von Seiten\nunseres Publicums, oder der nicht zweckmässigen Anordnung des\nProgramms zuzuschreiben sein dürfte, indem man diese Ouvertüre\npicht} zur Eröffnung eines Concertes ansetzen sollte. [Sollte es nicht\nnoch einen anderen und tieferen Grund geben, wesshalb Schümanns\n„Manfred\" und noch manches Andere in seinen letzten Werken das\nPublicum nicht anspricht? In diesen beruht die Art und Weise, wie\ner sein Gedachtes durch technische Mittel ausspricht, grossentheils\nmehr auf dem Gegentheil des Natürlichen, als auf dem Natür-\nlichen selbst; aber das Räthselhafte in der Kunst ist nicht Sache\nder Zuhörer, die das Ideal des Menschlichen, nicht des Dämoni-\nschen u. s. w. im Herzen tragen. Das „In sich hinein\", was Schu-\nmann bei manchen Tonsätzen dachte und auch als Wahlspruch äus-\nserte, ist das Gegentheil der genialen Kunstschöpfung, welche aus\nsich heraus geht, um die Welt zu erobern. Vergleiche Ed. Krü-\nger über „Faust\" und „Manfred\" in Niederrh. Musik-Zeitung\nJahrg. 1862, Nr. 48, 49, 50.] - g'\nFerner brachte das Concert das selten gehörte De profundis\nvon Gluck und zwei .altdeutsche Kirchenlieder, vierstimmig von\nCalvisius und Prätorius gesetzt, beide historisch und harmo-\nnisch interessant; der Vortrag derselben hätte vielleicht etwas feiner\nsein können. Herr Concertmeister Leopold Auer aus Düssel-\ndorf spielte das Violin-Concert von Beethoven mit eigenen Ca-\ndenzen; trotz der virtuosen Richtung, welche auf eine eminente\nTechnik begründet ist, wurde Herr Auer doch auch den. künstleri-\nschen Vortrage jener grossartigen Composition gerecht und bewährte\nsich als einen Geiger von Gottes Gnaden. Nachher spielte er noch\nzwei Salonstücke von 11. Wieniawski („Legende\" und\nde Moscou)und gab auf den wiederholten stürmischen Applaus noch\nein Stück von Paganini zu. Den zweiten Theil des Concertes\nfüllte F. Schubert's grosse C-dwr-Sinfonie, deren schwung-\nvolle Ausführung vielen Beifall ärntete.\nIm nächsten (dritten) Abonnements-Concerte am 29. December\nwird Haydn's „Schöpfung\" aufgeführt und am folgenden Tage\n(den 30. December) als Extra-Concert wiederholt dem Ver-\nnehmen nach zu ermässigten Eintrittspreisen, um auch den weniger\nbemittelten Musikfreunden Gelegenheit zu geben, sich an solch\neinem Werke zu erfreuen. Die Solo-Partieen werden von Fräulein\nMelitta Alvsleben aus Dresden, Herrn Joseph Schild aus\nLeipzig und Herrn Karl Hill aus Frankfurt am Main gesungen\nwerden.\nMagdeburg;. Unsere Concert-Saison, wenn man die weni-\ngen besseren, im Laufe des Winters Statt findenden Concerte so\nnennen darf, hat begonnen „Loge\" und „Harmonia\" eröffneten\nden Beigen. Jene brachte in ihrem ersten Concerte an Orchester-\nstücken die O-moW-Sinfonie von Gade und die Athalia-Ouverture\nvon Mendelssohn, diese eine Sinfonie in D von Haydn und die\n„Leonoren-Ouverture\" von Beethoven. In der Loge hörten wir eine\njunge Sängerin, Fräulein Hedwig Scheuerlein vom Conserva-\ntorium in Leipzig, die besonders in der Concert-Arie von Mendels-\nsohn ein recht hübsches Talent erkennen liess. Der gesangliche\nTheil des Harmonia-Programmes wurde von Frau Louise Köster,\ndem Ehren-Mitgliede der königlichen Oper in Berlin, durch die\nArie: „Mich verlässt der Undankbare\" aus „Don Juan\" und die\ngrosse Arie aus „Leonore\" ausgefüllt. Es hiesse Eulen nach Athen\ntragen, wollten wir über diesen Vortrag Worte des Beifalls äussern;\ndie ungeheuren Erfolge, die Frau Köster gerade als Leonore errun-\ngen, sprechen am deutlichsten für die eminente Leistung. In beiden\nConcerten debutirte ausserdem noch ein junger Ciavier-Virtuose,\nHeir Heinrich Barth aus Potsdam. Hervorgegangen aus der\nSchule Hans von Bülow's, documentirte er sich als einen Spieler von\nausgezeichneter Technik und durchaus gebildetem Geschmacke. Im\nLogen-Concerte hörten wir das i?-moW-Concert von Hummel und\ndie Sonnambula-Phantasie von Liszt, in der Harmonia den zweiten\nSatz aus dem Finale des Henselt'schen Concertes, den Marsch aus\nder Suite in Dvon Raff und die ö-dur-Barcarole von Rubinstein.\nWir bewunderten die durchweg tadellose Klarheit in den schwierig-\nsten Passagen, und das Publicum belohnte einige besonders gelun-\ngene Stellen durch lauten Beifall mitten im Stück. Herr Barth\nscheint berufen zu sein, den bedeutendsten Ciavier-Virtuosen an die\nSeite gestellt zu werden, und wünschen wir ihm alles Glück zu\neiner ehrenvollen Laufbahn.\nDrestleil. Am 5. November wurde dahier das fünfzigjährige\nJubiläum des königlichen Kammer-Virtuosen Friedrich August"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "392", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5676, "texte": "Kummer von den Mitgliedern der k. Capelle mit einem Festmahle\ngefeiert, an welchem auch der General-Director v. Könneritz und\nder Geheime Hofrath Baer nebst zahlreichen Herren und Damen\nTheil nahmen. Bei der vorhergegangenen Feier im Theater waren\ndem Jubilar das Ritterkreuz des Albrechts-Ordens von Seiten des\nKönigs, ein prächtiger silberner Pocal von den Vorständen und Mit-\ngliedern der k. Capelle und ein Lorberkranz nebst einer Mundtasse\nvon Seiten des k. Hoftheaters überreicht worden. Kummer war am\n1. November 1814, also schon vor dem Erscheinen Weber s in\nDresden, in der Capelle angestellt worden und wird immer in der\nReihe der ersten Violoncellisten genannt werden.\nDas Abschieds-Concert der Ullman'schen Künstler-Gesellschaft\nfand am 9. November mit unvermindertem Erfolge Statt. Besonderes\nInteresse boten unter Anderem der Vortrag der Schumann'schen\nVariationen für zwei Claviere von Herrn A. Ja eil und Fräulein\nMarie Krebs.\n. * Der Concertmeister Edmund Singer in Stuttgart bat vom\nKönige von Würtemberg zu seinem 34. Geburtstage den Titel eines\nwürtembergischen Kammer-Virtuosen erhalten.\nDer Gesanglehrer und rühmlichst bekannte musicalische Schrift-\nsteller Friedrich Schmitt, welcher seit mehreren Jahren in Leip-\nzig thätig war, siedelt in den nächsten Wochen nach München über,\nwohin er als Professor des Gesang-Unterrichts an die unter Richard\nWagner's Direction zu begründende königliche Opernschule berufen\nworden ist.\n/\nVon Albert Sowinski ist eine französische Uebersetzung der\nBiographie Beethoven's von Anton Schindler erschienen.\nDer Pianist Tausig ist auf Empfehlung Richard Wagner's von\nder Frau Grossfürstin Helene von Russland als Kammer-Virtuose\nmit einem Jahrgehalte von 2000 S.-Rubel engagirt worden.\nFlot ow componirt für das Karltheater in Wien eine dreiactige\nkomische Oper, welche im nächsten Carneval zur Aufführung kom-\nmen wird.\nBasel« Hier haben am 9. October die Abonnements-Concerte\nbegonnen. Im ersten kamen Gade's „Ossiansklänge\" und Beethoven's\nSinfonie in B-dur zur Aufführung. Ferner liess sich Herr Jean\nBecker, der Violin-Virtuose, hören und trug das schöne D-moll-\nConcert von Spohr unter dem lebhaftesten Beifalle vor. Die Gesangs-\nPartieen hatte Fräulein v. Pöllnitz aus Berlin übernommen, eine\nvon Frau Viardot-Garcia unterrichtete, höchst talentvolle junge\nDame, welche für die königliche Oper daselbst mit Unterstützung\nvon Seiten des Hofes ausgebildet worden ist. Sie sang unter Ande-\nrem eine Arie mit Chor aus Gluck's „Iphigenie in Taurisu. —ln\nder fünften Soiree für Kammermusik wirkte Herr Becker bereit-\nwilligst mit, indem er die erste Violine in einem Doppel-Quartette\nvon Spohr und dem Quintette aus C-dur von Beethoven spielte.\nAusserdem trug er das Adagio aus der vierten Sonate mit Piano\nvon Bach vor.\nBern« Die Abonnements-Concerte begannen am 29. October.\nDas erste enthielt Haydn's G-cZur-Sinfonie, die Ouvertüren zum\n„Wasserträger44 und zu „Zampa\" und das Ciavier-Concert aus O-dur\nvon Beethoven, welches Herr Leopold Brassin spielte. Derselbe\ntrug auch noch die Paraphrase aus der Sommernachtstraum-Musik\nvon Liszt vor, Frau Burger-Weber Mendelssohn's Concert-Arie.\nEs werden für dieselben Abonnenten sieben Concerte unter der\nDirection des Herrn Professors Franck und drei Soireen für Kam-\nmermusik Statt finden.\nDer Componist Balfe hat England für immer verlassen und\nsich in Paris niedergelassen.\n* Arillieim, 23. November. Unsere Cäcilia-Concerte\nunter Leitung des Herrn Meyroos haben am 18. d. Mts. wieder\nbegonnen. Die leidige Mode, das erste Winter-Concert schwach zu\nbesuchen, ist nach der zahlreichen Zuhörerschaft, die am 18. den\nSaal füllte, zu urtheilen, glücklicher Weise verschwunden. Die Sin-\nfonie Nr. II von Beethoven eröffnete das Concert, wurde aber\nbesonders in den drei ersten Sätzen nicht so gut gespielt, wie wir\nneulich die vierte Sinfonie von Mendelssohn von demselben Orche-\nster ausführen hörten. Hatte es an Proben gefehlt oder störte das\nlaute Sprechen einiger Zuhörer den Dirigenten und das Orche-\nster? Mendelssohn's Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt\"\nging weit besser. Wir sind dem Vorstande sehr dankbar, dass wir\ndurch ihn in Fräulein Julie Rothenberger aus Köln eine aus-\ngezeichnete Sängerin haben kennen lernen, bei der wir wahrlich\nnicht wissen, ob wir die Frische und Schönheit ihrer Stimme, die\nCorrectheit und Feinheit des Vortrages, oder die Bescheidenheit und\nAnspruchslosigkeit, mit welcher sie auftritt, mehr bewundern sollen.\nSie sang eine Arie aus Mozart's „Figaro's Hochzeit\" und mehrere\nLieder, deren Krone der ausnehmend schöne Vortrag von Mozart's\n„Veilchen\" war, wobei wir noch die treffliche Aussprache der Sän-\ngeiin rühmen müssen. Auf die ganz begeisterten Beifallsbezeigungen\ngab sie noch Mendelssohn's „Frühlingslied\" zu. Der Violoncellist\nHerr D. de Lange erwarb durch den Vortrag eines Concertes und\ndes Souvenir de la Suisse •—* beides von Servais verdiente\nAnerkennung. 1\nBrüssel, Herr Louis Brassin ist von dem hiesigen Män-\nnei-Gesangvereine Germania zum Lhren-Mitgliede ernannt worden,\nbei welcher Gelegenheit der Verein ihm eine Serenade von schön\nausgeführten Gesängen gebracht hat.\nUnter der Leitung Anschütz' wurde das\ndort bisher unbekannte Oratorium Haydn's „Die Schöpfung\" mit\ndurchgreifendem Erfolge zur Aufführung gebracht. Unter den Solisten\nbefand sich Karl Formes. Chor und Orchester bestanden aus 400\nPersonen, grösstenteils Deutschen. Die deutsche Oper, die unter\nder Direction der Herren und Grower seit ein paar Jahren\nflorirt, eröffnete ihre Saison mit Gounod's „Faust\". Die Vorstellung\nwar, von anständigen Kräften getragen, gut studirt und ausgestattet\nund befriedigte das zahlreich gekommene Publicum."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "385", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nDie Theorie der Tonsetzkunst. Von J. C. Hauff. - Aus New-York (Musicalische Zustände). Von F. - Stadttheater\nzu Frankfurt am Main (Theaterjahr vom 1. Nov. 1863 bis 31. Oct. 1864). - Die Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst in Holland\nDie künstlerische Ausschmückung des neuen Opernhauses in Wien. Tages- und Unterhaltungsblatt (Barmen, 11. Abonne-\nments-Concert Magdeburg, Concert-Saison Dresden, Jubiläum von F. A. Kummer Basel, Abonnements-Concerte u. s. w.).\n\nDie Theorie der Tonsetzkunst.\nVon J. C. Hauff\n*).\nHerr J. C. Hauff in Frankfurt am Main, durch eine\nlangjährige erfolgreiche Thätigkeit als Theoretiker und\nLehrer der Tonkunst geschätzt, legt der musicalischen\nWelt hier in einem ausführlichen Werke die Grundsätze\nder Tonsetzkunst, nach seinen Studien und Erfahrungen\nsystematisch geordnet, vor. Der erste Theil, der gegen-\nwärtig in zwei Lieferungen vollständig erschienen ist, ent-\nhält die Harmonielehre, das Wort im weitesten Sinne\ngenommen, und in seinen zwei vorletzten Capiteln zwei\nAbhandlungen über „die Tonarten der alten Grie-\nchen und den Entwicklungsgang derselben bis auf un-\nsere Zeit\" (S. 229 242) und über „die Kirchen-\nTonarten\" (S. 243—266).\nUeber die Einrichtung, die der Verfasser seinem Buche\ngegeben, drückt er sich folgender Weise aus: „In Betreff\ndes hier gewählten Lehrganges ist zu bemerken, dass ich\ndamit denselben Weg einschlug, den ich gewöhnlich mit\nmeinen Schülern zu nehmen pflege; und ich suchte daher\nauch selbst bei den Erläuterungen der Beispiele eine ähn-\nliche Erklärungweise wie bei meinem Unterrichte festzu-\nhalten, weil mir ein für Jedermann leicht fasslicher Vor-\ntrag der geeignetste zu einem derartigen Werke schien.\nVielleicht kann mir aber eine etwas zu ausführliche Be-\nhandlung solcher Lehrgegenstände vorgeworfen werden,\nwelche nicht durchaus nöthig sind, um componiren zu\nkönnen. Da jedoch dieses Buch ein didaktisches ist, von\ndessen Inhalt der Leser kein oberflächliches, sondern ein\nvollkommenes Verständniss erhalten soll, so musste begreif-\nlicher Weise ein jeder Lehrgegenstand auf seinen Ursprung\nzurückgeführt und so viel wie möglich von Grund aus er-\nschöpft werden. Es war zum Beispiel nicht genug, die\nBenennung und den Unterschied der Intervalle im Allge-\nmeinen anzugeben, sondern auch zugleich nöthig, ihre\nmathematischen Verhältnisse zu erklären, weil man ohne\ndie Kenntniss dieser letzteren nicht leicht einen klaren Be-\ngriff von den Differenzen gewisser Intervalle bekommen\nkann, welche wohl äusserlich einander gleich zu sein schei-\nnen, ihrer inneren Beschaffenheit nach aber verschieden\nsind. Eben so habe ich auch in allen Noten-Beispielen die\nBezifferung (Generalbass-Schrift) streng beibehalten, in-\ndem dieselbe einem jeden Musiker zu wissen unentbehr-\nlich ist.\n„Das meiste Befremden mögen indessen die von mir\nsystematisch behandelten verschiedenen Gattungen von\nNonen-, Undecimen- und Terzdecimen-Accorden beson-\nders bei denjenigen Theoretikern hervorrufen, welche die-\nselben noch bloss für problematisch halten. Wiewohl nun\nkeineswegs zu läugnen ist, dass diese Accorde namentlich\nin ihrer Vollstimmigkeit nur äusserst selten vorkommen\n(weil man überhaupt sehr wenig sechs- und siebenstimmig\nschreibt), so habe ich es dennoch, als zur Sache gehörig,\nnicht umgehen wollen, ihren Gebrauch zu lehren, an wel-\nchem man aber alsdann wahrnehmen wird, dass der Grund\ndes selteneren Gebrauches solcher vielstimmigen Accorde\nweit eher in der Schwierigkeit ihrer Behandlung, als in\nihrer scharfdissonirenden Wirkung liegt.\"\nWir können heute nicht auf eine ausführliche Beur-\nteilung des Werkes eingehen, behalten uns jedoch vor,\nauf einzelne Abschnitte desselben zurück zu kommen, und\nwollen uns nur beeilen, dasselbe allen Lehrern und be-\nsonders der jüngeren Generation der Musiker und solcher\nKunstfreunde, welche sich nicht bloss mit der technischen\nAusführung von Tonstücken begnügen wollen, angelegent-\nlich zu empfehlen und unser Urtheil im Ganzen was\neinzelne Modificationen desselben nicht ausschliesst da-\n\n*) Frankfurt am Main, Druck und Verlag von H. L.\nBrönner. I. Band. 1. Lieferung 1863. 2. Lieferung 1864. Zusam-\nmen 290 S. Gr. Fol."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "386", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.2", "texte": "hin auszusprechen, dass wir diese Harmonielehre wegen\nder grossen Deutlichkeit der Erklärungen und Erläuterun-\ngen und wegen des Reichthums an Beispielen, wie ihn\nkein einziges bis dahin erschienenes theoretisches Werk\nüber Musik enthält, für sehr verdienstlich und ausser-\nordentlich zweckmässig und praktisch als Unterrichtsmittel\nfür den Lehrer und als treffliche Anleitung zum Selbst-\nstudium halten. Man kann denen, welche die Darstellung\nvielleicht hier und da zu gedehnt finden oder sonst Aus-\nstellungen daran zu machen haben, mit vollem Rechte\nentgegnen: „Was der Text nicht lehrt, das lehren die\nBeispiele\" und das ist im Grunde doch die Hauptsache.\nAuch itoüssen wir, wenn wir die Wahl haben zwischen\neiner theoretisch-speculativ-philosophisch-ästhetisch-poeti-\nschen Compositionslehre und einer in klarem Stil abge-\nfassten, auf Thatsachen und zahlreiche Muster-Beispiele\nbegründeten Theorie für den Unterricht und die Ausbil-\ndung der Schüler der Tonkunst zu vollständigem musica-\nlischen Wissen ganz entschieden der letzteren den Vor-\nzug geben, ja, sie ganz besonders willkommen heissen als\nGegenmittel gegen die überband nehmende Oberflächlich-\nkeit auf der einen und Schwärmerei in Accorden und\nformlosen Gebilden auf der anderen Seite. Denn unter\nMusikern von reifem Urtheile ist es keine Frage mehr,\ndass manche berühmte Compositionslehren der Neueren\ngar viel Schuld an dem Zutagekommen der musicalischen\nVerirrungen der Zeit tragen.\nDer Inhalt des vorliegenden ersten Theiles zerfällt in\n22 Capitel. I. Von den Intervallen. 4 Abschnitte. 11. Von\ndem Dreiklang, dessen Umkehrungen u. s. w., nebst Be-\nzifferung. 4 Abschnitte. 111. Von der harmonischen Ver-\nbindung der sieben Dreiklänge der Tonleiter. 7 Abschnitte.\nIV. Von dem Septimen-Accorde. 6 Abschnitte. V. Her-\nleitung der Accorde aus den Gesetzen der Akustik. VI.\nDur- und Jt/ö/Z-Tonarten. 3 Abschnitte. VII. Von Caden-\nzen und Schlüssen. 8 Abschnitte. VIII. Mehrdeutigkeit des\nDreiklangs. 2 Abschnitte. IX. Mehrdeutigkeit des Septimen-\nAccords. 2 Abschnitte. X. Enharmonische Mehrdeutigkeit.\n5 Abschnitte. XI. Auflösungen der Septimen-Accorde. 4\nAbschnitte. XII. Nonen-Accorde. 15 Abschnitte. XIII.\nUndecimen-Accorde. 11 Abschnitte. XIV. Terzdecimen-\nAccorde. 14 Abschnitte. XV. Von dem Vorhalte und dem\nVorschlage. 33 Abschnitte. XVI. Von den Sequenzen. 26\nAbschnitte. XVII. Von dem Orgelpunkte. 2 Abschnitte.\nXVIII. Von den Dur-und Jfoß-Tonleitern. 8 Abschnitte.\nXIX. Von den Ausweichungen und Modulationen. 6 Ab-\nschnitte. XX. Tonarten der Griechen. 3 Abschnitte. XXI.\nVon den Kirchen-Tonarten. 7 Abschnitte. XXII. Von den\nEigenschaften einer Choral-Melodie und ihrer Harmonisi-\nrung mit 163 Beispielen.\nDas Werk ist splendid gedruckt, Noten- und Typen-\ndruck gross, scharf und deutlich auf starkem Papier.\nSchade, dass ein langes Verzeichniss von Berichtigungen\nnöthig geworden, welche vor dem Gebrauche zu berück-\nsichtigen sind.\nDie folgenden Theile werden vom einfachen und\ndoppelten Contrapunkte, dem Canon, der Fuge, der\nFormenlehre und der Instr umentirung handeln\nund in Zwischenräumen von drei bis vier Monaten ver-\nöffentlicht werden. Jeder Theil kann ohne Preis-Erhöhung\nauch einzeln bezogen werden.\n\nAus New-York.\n\nDen 10. November 1864.\nMeinem Versprechen gemäss theile ich Ihnen Einiges\nüber unsere hiesigen musicalischen Zustände mit und werde\ndarin von Zeit zu Zeit fortfahren.\nEnde October haben die Concerte der „Philharmonie\nSociety von Brooklyn\" wieder begonnen. Diese Gesellschaft,\nunstreitig die beste für Orchester-Musik in New-York und\nBrooklyn, wenn nicht in America überhaupt, tritt jetzt ihre\nachte Season an. Das Unternehmen geht von den ange-\nsehensten Kaufleuten in Brooklyn aus: sie haben ein voll-\nständiges Orchester von sechszig Musikern und den Diri-\ngenten desselben fest angestellt, während in den meisten\nanderen Städten hier zu Lande das Orchester gewöhnlich\nnur zu gewissen Aufführungen an diesem oder jenem\nTage zusammengebracht wird; ferner berufen sie ausge-\nzeichnete Solisten für Gesang und Instrumental-Musik,\ngerade so wie die grösseren Concert-Institute in Deutsch-\nland, und honoriren sie besser, als diese. Dadurch wi'rd\ndas gebildete Publicum an gute Musik im Abonnement\ngewöhnt und lernt den Humbug herumreisender Virtuo-\nsen und Impresarios und die stümperhafte Concertgeberei\nvon Halb- oder Viertels-Virtuosen nach Verdienst würdi-\ngen. Dirigent der Concerte dieses philharmonischen Ver-\neins ist Herr Theodor Eisfeld, welcher, früher Capell-\nmeister am Hoftheater zu Wiesbaden, in diesen Tagen,\nkurz nach seiner Rückkehr von einer Reise nach Deutsch-\nland, den Charakter als Hof-Capellmeister Sr. Ho-\nheit des Herzogs von Nassau erhalten hat. Das\nOrchester zählt 20 Violinen, 8 Bratschen, 6 Violoncelle\nund 6 Contrabässe nebst vollständiger Besetzung der Blas-\ninstrumente (4 Hörner, 3 Posaunen und 1 Tuba). Sämmt-\nliche Musiker sind mit einer oder zwei Ausnahmen Deut-\nsche. Der Vorstand des Vereins ist nach americanischer\nWeise zahlreich: er besteht aus einem Präsidenten, zwei\nVice-Präsidenten, einem Schatzmeister, einem Secretär und"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "387", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.3", "texte": "zwanzig Mitgliedern des Executive Committee, die alle na-\nmentlich auf dem Programm figuriren. Das ist republira-\nnisch, aber gewiss erträglicher, als die Aufzählung der\nPatronagen von Herzogen und Herzoginnen, Marquis und\nMarquisen, Grafen u. s. w. u. s. w. auf den Concertzetteln\nin London.\nDas Eröffnungs-Concert am 29. October brachte im\nersten Theile Beethoven's Pastoral-Sinfonie, Arie Che\nfarösenza Euridicevon Gluck (Miss Adelaide Phil-\nlips), Solo für Cornet ä Piston (Herr L. Schreiber);\nim zweiten Theile Berlioz' Ouvertüre zu König Lear\n(zum ersten Male), Lied ohne Worte (neu) für Cornet\n(Herr Schreiber), Rossini's (Miss\nPhillips), Ouvertüre zur Maritana (zum ersten Male) von\nW. V. Wallace. Am Schlüsse enthält das Programm\ndie Bemerkung [die auch an manchen Orten in Deutsch-\nland und besonders in Paris nötbig wäre!]: „Um Störung\nzu vermeiden, werden die Personen, welche den Saal vor\nEnde des Concertes zu verlassen wünschen, ersucht, dies\nvor dem Anfange der letzten Ouvertüre zu thun.\"\nDas Orchester zeigte sich als ein selbst strengen For-\nderungen ganz genügendes; ich wünschte, dass Sie einmal\nhier eine Sinfonie hören könnten, Sie würden Sich gewiss\nwundern, dass in America so gut gespielt wird.\nMiss Adelaide Phillips ist eine ausgezeichnete, aus\nBoston gebürtige und in Italien ausgebildete Sängerin.\nIhre Stimme, Alt und Mezzo-Sopran umfassend, mit einem\nUmfange vom tiefen gbis zweigestrichenen ist schön,\nkräftig und gleichmässig, die Intonation untadelhaft und\ndie Coloratur correct und perlend. Herrn Schreiber\nkennen Sie in Köln und am Rheine ganz gut: er bläst\njetzt ganz ausgezeichnet und ist, seitdem König in Lon-\ndon gestorben ist, gewiss der beste jetzt lebende Trompe-\nten- und Cornetbläser. Sie würden auch in seinen Com-\npositionen einen grossen Fortschritt bemerken, sie sind\nbrillant und wirkungsvoll und gut instrumentirt.\nSie werden in dem Programm eine gewisse Einheit\noder innerlich passende Zusammenstellung der auszufüh-\nrenden Compositionen vermissen, welche bei den meisten\nConcert-Anstalten in Deutschland sichtbar ist: allein das\ngeht hier noch nicht, man will für Jeden etwas haben,\nund je mehr Nationen an einem Abende vertreten sind,\ndesto willkommener ist das Programm.\nDer Saal war übrigens durch ein glänzendes Publi-\ncum gedrängt gefüllt. Die americanischen Damen entfalten\nin diesen Concerten einen Luxus, wie man ihn kaum in\nder italiänischen Oper in Paris antrifft, aber die kostbaren\nTrachten und der Schmuck von Gold und Edelsteinen\nwerden hier durch die Schönheiten erhöht, die man in\ngrosser Anzahl sieht. Das Publicum wohnt hier auch den\nProben bei, was zu den Rechten der Abonnenten gehört,\nist aber in den Aufführungen trotzdem oder vielleicht ge-\nrade desshalb sehr aufmerksam und höchst dankbar.\nAllem Anscheine nach wird die Season für die Ton-\nkunst eine sehr gute werden, trotz Aushebungen von Hun-\nderttausenden und Schulden von Millionen. Ich habe noch\nkeinen von den vielen deutschen Musikern, die hier leben,\ngesprochen, der nicht sehr beschäftigt wäre und noch bes-\nser bezahlt würde, als früher. Bis jetzt hat der Krieg uns\nhier im Norden, was die Theilnahme an Vergnügungen\nund den Aufwand dafür betrifft, noch nichts geschadet.\n\nF.\n\nStadttheater zu Frankfurt am Main.\nVom 1. November 1863 bis 31. October 1864.\nIn dem abgelaufenen Theaterjahre landen 349 Vor-\nstellungen Statt. Davon waren 291 im Abonnement und\n58 ausser Abonnement, so dass die resp. Abonnenten\nda das Jahres-Abonnement nur 250 Vorstellungen\nbezeichnet 41 Vorstellungen mehr erhielten.\nAn den 349 Theaterabenden wurden gegeben: 142\nverschiedene Stücke (26 Trauerspiele und Dramen, 34\nSchauspiele, 82 Lustspiele), 39 verschiedene Opern, 5\nverschiedene Operetten, 21 verschiedene Singspiele und\nPossen.\nVon den Stücken wurden 22 zum ersten Male und\n23 neu einstudirt gegeben. Von den Opern wurde eine\nzum ersten Male und acht neu einstudirt gegeben. Von\nden Operetten wurden drei, von den Singspielen und\nGesangspossen eine zum ersten Male und drei neu\neinstudirt gegeben.\nDie sämmtlichen Vorstellungen umfassen: 127 Opern\n(6 von der italiänischen Opern-Gesellschaft des Herrn A.\nRonzi), 27 Operetten, 42 Singspiele und Possen, 43\nTrauerspiele und Dramen, 63 Schauspiele, 160 Lust-\nspiele. (1 Drama, 6 Schauspiele und 5 Lustspiele von der\npariser Schauspieler-Gesellschaft des Herrn Rousseaux\nunter Mitwirkung des Herrn Laferrifere.)\nZum ersten Male wurden aufgeführt: 1. In der Oper:\n„So machen's Alle\" (Cosl fan komische Oper in 2\nActen von W. A. Mozart. Neue Bearbeitung von Eduard\nDevrient. Die Recitative arrangirt von Wilhelm Kalliwoda.\n2. In der Operette: „Das Pensionat\", komische Operette\nin 2 Acten, Musik von Franz Suppö. „Herr und Ma-\ndame Denis\", komische Operette in 1 Act, nach dem Fran-\nzösischen von G. Ernst, Musik von J. Offenbach.— „Flotte\nBursche\", komische Operette in 1 Act von J. Braun, Mu-\nsik von Franz Supp£. 3. In der Gesangsposse: „Deutsch-\n\nn"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "388", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.4", "texte": "Arkadien\", Posse mit Gesang in 1 Act nach Grammer-\nstädter von Karl Juin.\nNeu einstudirt wurden: 1. In der Oper: Don Pas-\nquale; Rigoletto; Je toller, je besser; Der schwarze Do-\nmino; Linda von Chamounix; Semiramis; Die Montecchi\nund Capuletti; Oberon. 2. Im Singspiel und in der Ge-\nsangsposse: Rataplan; 's Lorle; Die Zillerlhaler.\nNach den Componisten geordnet wurden gegeben:\n1. An Opern: Adam: Der Poslillon 6 Mal. Auber:\nMaurer und Schlosser 3. Der schwarze Domino 2. Beet-\nhoven: Fidelio 2. Bellini: DieMontecchi und Capuletti.\nDie Nachtwandlerin. Norma 2. Die Puritaner. Boiel-\ndieu: Die weisse Frau 5. Donizetti: Linda von Cha-\nmounix 3. Lucia von Lammermoor. Don Pasquale 5. Die\nRegimentstochter 3. Flotow: Alessandro Stradella 7.\nMartha 4. Gounod: Margaretha 5. Herold: Zampa 3.\nKreutzer: Das Nachtlager in Granada 5. Lortzing:\nDie beiden Schützen 2. Czaar und Zimmermann 2.\nMarschner: Hans Heiling. Templer und Jüdin. Mehul:\nJe toller, je besser 2. Meyerbeer: Dinorah. Die Huge-\nnotten 4. Robert der Teufel 3. Mozart: Die Hochzeit\ndes Figaro 2. Don Juan 4. So machen's Alle\ntutte)7. Die Zauberflöte 4. Nicolai: Die lustigen Wei-\nber von Windsor 2. Oflenbach: Orpheus in der Un-\nterwelt 6. Rossini: Der Barbier von Sevilla 3. Semi-\nramis. Verdi: Hernani 6. Rigoletto 4. Der Troubadour 5.\nWeber: Der Freischütz 4. Oberon 3.\n2. An Operetten: Offenbach: Fortunio's Lied 5.\nHerr und Madame Denis 5. Die Schwätzerin von Sara-\ngossa 9. Supp<s: Flotte Bursche 5. Das Pensionat 3.\n3. Singspiele und Possen von: Baumann,\nBelly, Berg, Friedrich, Holtei, Juin, Kaiisch\n(Dr. Peschke 7 Mal), Langer, Nesmüller, Nestroy\n(Lumpacivagabundus 2), Pillwitz, Pohl (Sachsen in\nPreussen 5), Räder (Robert und Bertram 4), Raimund\n(Der Verschwender), Wages ('s Lorle).\nAls Concertistin trat auf Fräulein Cathinka Phrym,\nPianistin aus Athen.\nVon den Gastspielen erwähnen wir u. A.: Frau Fab-\nbri vom k. k. Hof-Operntheater zu Wien (wurde enga-\ngirt), Fräulein Artöt, Fräulein G. Schubert, Herr\nDr. Gunz vom Hoftheater zu Hannover, Herr Walter\nvom k. k. Hof-Operntheater zu Wien, Fräulein Stehle\nvom Hoftheater zu München, Herr Hrabaneck vom k. k.\nHof-Operntheater zu Wien, Signora Barbara Marchi-\nsio, Signora Carlotta Marchisio, Signor Mi n e tti.\nFerner die italiänische Opern-Gesellschaft unter der Di-\nrection des Herrn A. Ronzi (Capellmeisler Herr Orsini)\nvom kaiserlichen Theater zu Paris, und die pariser Schau-\nSpieler-Gesellschaft unter der Direction des Herrn Rous-\nseaux und Mitwirkung des Herrn Laferrifere.\nAn Autoren von recitirenden Schauspielen aller Gat-\ntungen kamen u. A. vor:\nBauernfeld 4 Mal, Benedix 15, Birch-Pfeif-\nfer 10, Brachvogel 2, Deinhardstein („Der Wit-\nwer\" ), C. De vri en t. („Der Fabricant\"), Dräxler-Man-\nfred („Marie-Anna\" 3), Feldmann 3, Freitag 4,\nGerstäcker 3, Görner 6, Goethe 8, Grillparzer\n(„Medea\"), Gutzkow 4, Hackländer („Schuldig\"),\nHalm 1, Hiltl 5, H. von Kleist 2, Kotzebue 3,\nLaube 2, Lessing 2, Malss 8 (Localpossen), von\nMeyern („Heinrich von Schwerin\" 2), Mosenthal 4,\nMoser 10, von Putlitz 4, Raupach 3, Schiller 18\n(dabei „Demetrius\" 3 Mal), Schröder („Die Läster-\nschule\" 2 Mal), Shakespeare 20, Tempeltey („Kly-\ntämnestra\"), Töpfer 9 u. s. w.\nDie Franzosen gaben 12 verschiedene Vorstellun-\ngen, darunter u. A.: A. Ponsard: l'honneur et l'argent,\nLes Memoires du Diable par\nSand: Le Marquis de Villemer, A. Dumas: Le joueur\nde Manheim, A. Dumas(ßls):\nu. s. w.\n\nDie Gesellschaft zur Beförderung der Tonkunst\nin Holland.\nDie Gesellschaft hat am 18. October ihre fünfund-\ndreissigste General-Versammlung in Amsterdam unter dem\nVorsitze von Professor W. Moll und der Protocollführung\nihres General-Secretärs J. P. Heije gehalten. Wir ent-\nnehmen den Verhandlungen folgende Angaben, welche\nauch das Ausland interessiren, theils wegen der verdienst-\nlichen und nachahmungswürdigen allgemeinen Wirksam-\nkeit dieses Vereins, theils wegen der Preis-Ausschrei-\nhungen desselben, bei denen auch Ausländer concurri-\nren können.\nDer Verein zählt jetzt in fünfzehn Abtheilungen, die\nihren Sitz in verschiedenen holländischen Städten haben,\n1653 beitragende Mitglieder, darunter 103 Künstler.\nAus dem Künstler-Fonds (jetzt 26,000 Fl. Ca-\npital) wurden im Vereinsjahre 1863 —64 zehn Pensionen\nzur Unterstützung von sechs Künstler-Witwen und vier\nKünstlern gezahlt.\nDie Bibliothek besitzt an 2000 musicalische Werke\nund Manuscripte, darunter in genügender Anzahl von Sing-\nund Orchesterstimmen: 33 Oratorien, 11 Messen, 26\nPsalmen, 48 grössere und 63 kleinere Kirchen-Musik-\nstücke, 28 grössere und 42 kleinere nicht geistliche Ge-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "389", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.5", "texte": "sangwerke, 50 Opern, 30 Sinfonieen und 60 Ouvertüren.\nAlle diese Werke werden auf Verlangen an die Abihei-\nlungen zu Studien und Auflührungen verschickt. Im,\nJahre 1864 sind ferner angekauft worden: *Astorga\nStabat Mater, J. S. Bach Messe in H-moll, Bargiel\nPsalm 13, Rieb. Hol Psalm 23, Mendelssohn Psalm\n114, Reinecke Belsazar, Schumann Faust, Wüllner\nSalve Reginau. s. w.\nDer Zustand des Vermögens ist folgender: Allgemeine\nRechnung 7767 Fl. 27 Ct. Reservefonds 49,500 Fl.\nKünstlerfonds 26,000 Fl. Musikfest-Fonds 15,800\n11* Für die Bibliothek sind 1863 —64 verausgabt 474\nFl. 94 Ct.; für 1864—65 bestimmt 425 Fl. nebst 200\nFl. Geschenk des Königs für Ankauf altniederländischer\nWerke.\nAufgeführt worden sind in den verschiedenen Abthei-\nlungen im Jahre 1863 —64 Werke von Andr(s, Beet-\nhoven (7), van Bree(2)*), Cherubini, Frans Coenen,\nF. Eisner, Fesca, F<stis, Gade (4), Ed. de Hartog,\nHändel (6), Hahn, Haydn (4), Jaell, Kalliwoda,\nKlein, Lorenz, Markul), Mäbul, Mendelssohn\n(9), Mozart (5), Overweg, Richter(2), Ries, Rietz,\nRossi, Rubinstein, Schumann, Singe-\nlee, Spobr(3), Spontini, Vieuxtemps,\nWeber (4) **).\nAls Preisbewerbungen für das vorige Jahr waren vier\nSinfonieen eingegangen, von denen keine den Preis, aber\ndrei ehrenvolle Erwähnung erhielten (von E. Chaine in\nParis, Richard Hol in Utrecht, Joh. M. Coenen in\nAmsterdam).\nBis zum letzten August 1865 steht die Bewerbung\num. „Historische Skizzen aus dem Gebiete der nie-\nderländischen Tonkunst im XVI. Jahrhundert\" (im Geiste\nvon Winterfeldt's „Beiträgen zur Geschichte heiliger Ton-\nkunst\") für eine Prämie von 25 —2OO Fl. auch für Aus-\nländer (holländisch, deutsch, französisch) offen.\nNeue Preis-Aufgaben sind:\n1. Ein Verzeichniss der vornehmsten Tonkünstler und\nmusicalischen Schriftsteller, die von der frühesten Zeit bis\nAnfang des XVIII. Jahrhunderts in den nördlichen\nNiederlanden (innerhalb der Gränzen des jetzigen Kö-\nnigreichs Holland) geboren sind oder gelebt haben, mit\nAngabe ihrer Lebens-Umstände und Werke und der\nSammlungen oder Bibliotheken, wo diese gedruckt oder\nhandschriftlich zu finden sind. Prämie 100 500 Fl.\n2. Eine ausführliche Monographie über J. F. Swee-\nlinck, geboren zu Devenler 1540, dem Begründer der\ndeutschen Orgelschule, nebst möglichst vollständiger Angabe\nseiner gedruckten und handschriftlich vorhandenen Werke.\nPrämie je nach dem Quellenstudium 100 350 Fl.\nBeide Preis-Aulgaben sind auch für ausländische\nBewerber ausgeschrieben. Termin der Einsendung der\nletzte August 1866.\nAusserdem ist noch ein Preis für einheimische Com-\nponisten auf die beste Ouvertüre zu einem niederländi-\nschen oder fremden Trauerspiele ausgesetzt.\nZu dem Wettstreite, welcher für Aspiranten beiderlei\nGeschlechts zur Ausbildung für höheren Gesang-Unterricht\nausgeschrieben war und dem Obsiegenden für die zwei\nersten Jahre seiner Studien je 700, für das dritte 800\nFl. Unterstützung verschafft hätte, war keine Anmeldung\neingegangen. [Offenbar war dieses Ausschreiben eines\nder anerkennungswerthesten, indem es am schlagendsten\neine wirkliche „Beförderung der Tonkunst\" beabsichtigte\nund bewirken kann. Denn ehe dem Mangel an guten,\nkünstlerisch gebildeten Gesanglehrern nicht abgeholfen\nwird, kann auch der Gesang bei keiner Nation gedeihen.\nEs ist zu bedauern, dass die Aufforderung bis jetzt vergeb-\nlich gewesen ist. Woran liegt das? An Mangel an Talen-\nten und an Liebe zum Gesänge? Oder daran, dass in\nHolland eben so wie in anderen Ländern Jeder, der Cia-\nvier spielt oder auch nur klimpert, sich für berufen und\nvollkommen geschickt hält, auch Gesang-Unterricht geben\nzu können? Wir möchten beinahe das letzte glauben.\nWozu noch lange und gründliche Studien für einen mu-\nsicalischen Unterrichtszweig machen, der ohne alle An-\nstrengung und Pflege auch dem unwissenden Lehrer\nreichlichen Gewinn bringt, wie die Erfahrung zeigt? Die-\nselben Leute, die einen Ciavierspieler, selbst wenn er der\ntüchtigste wäre, auslachen würden, wenn er technischen\nUnterricht auf der Oboe oder der Violine gäbe, sind so\nblind gegen sich selbst, dass sie nicht einsehen, wie lächer-\nlich ihr eigenes Beginnen ist, die Behandlung des schwie-\nrigsten Instrumentes von der Welt, der menschlichen\nStimme, lehren zu wollen, ohne dieses Instrument genau\nzu kennen, geschweige denn im Stande zu sein, es in\nTheorie und Praxis selbst geschickt zu handhaben!]\nFerner hat die Versammlung beschlossen, den Ver-\nsuch zur Abhaltung eines jährlichen zweitägigen Musik-\nfestes zu machen und dazu 3500 Fl. ausgesetzt. Die\nAufführungen am ersten Tage sollen nur den Mitgliedern\naller Abtheilungen der Gesellschaft zugänglich, am zwei-\n\n*) Die cursiv gedruckten sind holländische Componisten.\n**) Hiernach darf man aber die Concert-Programme überhaupt\nin Holland nicht beurtheilen, da ausser den Aufführungen durch\ndie Abtheilungen der Gesellschaft nicht nur die grossen Städte\nHaag, Amsterdam, Rotterdam, Utrecht, sondern fast jede\nStadt ihre besonderen Abonnements-Concerte hat, in denen in der\nKegel sehr gute Musik gemacht wird und für welche die bedeutend-\nsten Virtuosen engagirt werden. Die Eedaction."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "390", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.6", "texte": "ten Tage hingegen der Eintritt auch Nicht-Mitgliedern ge-\nstattet sein.\nFür ein Concert, das am Abende der General-Ver-\nsammlung Behufs Aufführung der gekrönten und ehren-\nvoll erwähnten Musikwerke veranstaltet werden soll, wer-\nden 000 Fl. bestimmt; der Ueberschuss der Einnahme\nsoll dem Künstlerfonds zufallen.\nErwähnen wir nun noch, dass die allgemeine Casse\nder Gesellschaft auch an verschiedene Gesangschulen in\nkleineren Städten Zuschüsse zur Unterhaltung derselben\nbewilligt, so werden unsere Leser sich überzeugen, wie\nehrenwerth das Streben dieses grossen Vereins und wie\nausgebreitet seine Wirksamkeit ist.\nDie Abtheilung Amsterdam hat ausserdem auch\nseit vorigem Jahre „Volks-Concerte\" gegründet „zur\nBeförderung des Sinnes für classische Musik unter allen\nStänden\". Das erste diesjährige fand am 27. November\nim grossen Parksaale unter Leitung von Verhülst Statt\nund brachte in der ersten Abtheilung: Sinfonie in\nvon N. W. Gade; Recitativ und Arie für Bass (Lysiarl)\naus Euryanthe von C. M. von Weber (Herr Behr aus\nRotterdam); Ouvertüre zum Ballet „Prometheus\" von\nBeethoven. In der zweiten Abtheilung: Sinfonie in C\nvon Mozart; Ar ie aus Moza r t's „Figaro's Hochzeit\":\n„Dort vergiss\" u. s. w. (Herr Behr); Ouvertüre zu\n„Ruy Blas\" von Mendelssohn. Das Programm enthielt\nwie gewöhnlich ausser dem deutschen Texte der Gesang-\nstücke auch dessen metrische Uebersetzurig ins Holländi-\nsche durch Herrn J. P. Hei je, der sich in dieser Bezie-\nhung seit Jahren grosses Verdienst erworben hat; nament-\nlich scheint dieses Verfahren bei „Volks-Concerten\" dop-\npelt wünschenswert!), wenn sie ihren Zweck erreichen\nsollen.\n\nDie künstlerische Ausschmückung des neuen Opern-\nhauses in Wien\nDie malerische und statuarische Ausschmückung der\nfür den Hof, so wie für das Publicum bestimmten Räum-\nlichkeiten des neuen Opernhauses umfassen: a) die Log-\ngia, b)die Haupttreppe, c)das Foyer, den Empfangs-\nsaal Sr. Majestät, e)den die Wartballe.\nDie Loggia ist der bedeutsamste Theil des äusseren\nlagadenbaues. Als oflen gedeckte Halle von aussen sicht-\nbar, vertritt selbe in den architektonischen Gedanken das-\nselbe, was bei einem mächtigen Tonwerke die Ouvertüre.\nDer Raum, welchen diese gedeckte, überwölbte Halle in\nder Bel-Etage einnimmt, ist ebenerdig durch die Haupt-\nAnfahrt der Logenbesucher bedingt. Ihr Zweck ist, nebst\ndem monumentalen Eindrucke ihrer äusseren Erscheinung\nbei schöner Jahreszeit den Besuchern des Foyers als Auf-\nenthaltsort zu dienen. Die malerische Ausschmückung\nfresco der Gewölbejoche (deren fünf) und der Lunetten\n(deren fünf kleinere und zwei grosse an den abschliessen-\nden Stirnwänden) ist unserem trefflichen Landsmanne\nMoriz von Schwind übertragen worden. In höchst be-\ndeutungsvoller Weise hat Schwind die Verherrlichung\nunseres grossen Mozart durch eine cyklische Darstellung\nder „Zauberflöte\" erdacht. In den fünf Bogenstellungen\nwerden die fünf Heroen deutscher Kunstbestrebungen im\nFache der Musik statuarisch dargestellt, und zwar: Mozart\nim Mittelfelde, Beethoven und Gluck ihm zur Seite, Haydn\nund Schubert neben diesen. Die abschliessenden vollen\nMauerkörper der Loggia werden bekrönt durch zwei\nGruppen: zwei Flügelpferde, geführt von den allegorischen\nGestalten der Poesie und Musik.\nDie Haupttreppe, deren Stirnwand dem Besucher\nbeim Eintritte gegenüberliegt und deren architektonische\nAnordnung im reichsten Renaissance-Style erdacht ist,\nwird durch sieben Statuen geschmückt, die sieben schönen\nKünste darstellend; drei Wandbilder geben im allegori-\nschen Sinne die Bedeutung der\nund des Ballets.\nDas Foyer enthält eine gewölbte Decke, die vermöge\nihrer Anordnung 14 Lunetten darbietet; unter diesen als\nsopra poriasind 14 Büsten der für Wien bedeutsamsten\nMusik-Componisten angebracht. In jeder Lunette wird\nbildlich die charakteristische Begabung des Meisters durch\ndie in seinen Werken gebotenen Motive versinnlicht.\nDer Empfangsaal Sr. Majestät erhält in Form eines\nan drei Wänden fortgesetzten Frieses einen durch Fresco-\nmalerei dargestellten Gedanken: die Symphonie in ihren\nverschiedenen charakteristischen musicalischen Abschnitten\ndurch passende Compositionen entwickelt.\nDer Zuschauerraum zerfällt nach dem Programme des\nzur Ausführung dieses Theiles der Ausstattung erwählten\nKünstlers Karl Rahl in zwei Haupttheile, die sich jedoch\nim Gedanken ergänzen, nämlich den Vorhang und die\nDecke. Die grosse Prosceniums-Oeffnung wird in Soffiten-\nllöhe durch ein reiches, vergoldetes Gitter abgeschlossen.\nIn der Ornamentirung dieses der Prosceniums-Rahmung\nnoch angehörenden architektonischen Elementes wird Apoll\nin der Mitte, mit der komischen und der tragischen Muse\nzur Seite, dargestellt. Hinter diesem stabilen Portale fällt\nund hebt sich der im reichen Style der Gobelins erdachte\nVorhang. Auf diesem Vorhange kommen folgende, unter\neinander in Beziehung stehende Darstellungen vor: 1. Im\n\n*).\n*) Aus dem „Botschafter\"."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "391", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.7", "texte": "Mittelstücke die allegorische Gestalt der Musik, umgeben\nvon den vier Elementen. 2. Ueber demselben als Fries in\nder Umrahmung: a) links die Hören, den Wechsel der\nJahreszeiten darstellend; b)in der Mitte „die Geburt der\nSchönheit, von den Sterblichen im fröhlichen Tanze um-\nringt\", und c)rechts „die Grazien, welche allem Seienden\nAnmuth und Sitte verleihen\". 3. In den Flächen neben\ndem Mittelstücke auf einer Seite die lyrische, auf der an-\nderen die bacchantische Musik, unter ersterem als Fries\nin die Umrahmung die Kriegsmusik, unter letzterem, eben-\nfalls als Fries, die Trauermusik. 4. In den dazwischen lie-\ngenden Ornamenten „die vier Jahreszeiten\", und zwar so,\ndass über der lyrischen Musik der Frühling, über der\nKriegsmusik der Sommer, über der bacchantischen Musik\nder Herbst und über der Trauermusik der Winter zur\nDarstellung kommen. 5. In der Friesrahmung unter dem\nMittelstücke die Tanzmusik.\nAm Soffitto des Prosceniums im mittleren Bilde „die\nParzen\", auf beiden Seiten „das Glück\" und die „Nemesis\".\nAn der Decke des Zuschauerraumes, in den acht gros-\nsen Feldern der ringförmigen architektonischen Theilung,\nsind die durch die Musik wachgerufenen Gefühle personi-\nficirt, und zwar: die „Begeisterung\", „Liebe\", „Andacht\",\n„Ergebung\", „Heiterkeit\", „Melancholie\", „Lebenslust\"\nund „Leidenschaft\". In den acht kleineren Feldern Genien\nmit hierauf bezüglichen Instrumenten. In den Ecken, die\nsich aus dem Anschlüsse der elliptischen Form an das\nSoffitto des Prosceniums ergeben, steht an der Seite des\nGlückes „der Tag\", an der Seite der Nemesis „die Nacht\".\nDie Warthalle erhält in den Lunetten, in ornamentaler\nWeise durchgeführt., die Namen der gefeierten Künstler,\nwelche auf der wiener Bühne gewirkt haben.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nO. L.\n** Barmen* Am 26. November fand das zweite Abonne-\nments-Concert unter Leitung des Musik-Directors Herrn A. Krause\nStatt und wurde mit Schumann's Ouvertüre zu „Manfred\" eröff-\nnet. Dieses grossartige, an Beethoven hinanreichende (?) Musikstück\nging bei dem Publicum ohne irgend ein sieht- oder hörbares Zei-\nchen von Erwärmtsein dafür vorüber, ein Umstand, der entweder\ndem geringen Vertrautsein mit der Schumann'schen Muse von Seiten\nunseres Publicums, oder der nicht zweckmässigen Anordnung des\nProgramms zuzuschreiben sein dürfte, indem man diese Ouvertüre\npicht} zur Eröffnung eines Concertes ansetzen sollte. [Sollte es nicht\nnoch einen anderen und tieferen Grund geben, wesshalb Schümanns\n„Manfred\" und noch manches Andere in seinen letzten Werken das\nPublicum nicht anspricht? In diesen beruht die Art und Weise, wie\ner sein Gedachtes durch technische Mittel ausspricht, grossentheils\nmehr auf dem Gegentheil des Natürlichen, als auf dem Natür-\nlichen selbst; aber das Räthselhafte in der Kunst ist nicht Sache\nder Zuhörer, die das Ideal des Menschlichen, nicht des Dämoni-\nschen u. s. w. im Herzen tragen. Das „In sich hinein\", was Schu-\nmann bei manchen Tonsätzen dachte und auch als Wahlspruch äus-\nserte, ist das Gegentheil der genialen Kunstschöpfung, welche aus\nsich heraus geht, um die Welt zu erobern. Vergleiche Ed. Krü-\nger über „Faust\" und „Manfred\" in Niederrh. Musik-Zeitung\nJahrg. 1862, Nr. 48, 49, 50.] - g'\nFerner brachte das Concert das selten gehörte De profundis\nvon Gluck und zwei .altdeutsche Kirchenlieder, vierstimmig von\nCalvisius und Prätorius gesetzt, beide historisch und harmo-\nnisch interessant; der Vortrag derselben hätte vielleicht etwas feiner\nsein können. Herr Concertmeister Leopold Auer aus Düssel-\ndorf spielte das Violin-Concert von Beethoven mit eigenen Ca-\ndenzen; trotz der virtuosen Richtung, welche auf eine eminente\nTechnik begründet ist, wurde Herr Auer doch auch den. künstleri-\nschen Vortrage jener grossartigen Composition gerecht und bewährte\nsich als einen Geiger von Gottes Gnaden. Nachher spielte er noch\nzwei Salonstücke von 11. Wieniawski („Legende\" und\nde Moscou)und gab auf den wiederholten stürmischen Applaus noch\nein Stück von Paganini zu. Den zweiten Theil des Concertes\nfüllte F. Schubert's grosse C-dwr-Sinfonie, deren schwung-\nvolle Ausführung vielen Beifall ärntete.\nIm nächsten (dritten) Abonnements-Concerte am 29. December\nwird Haydn's „Schöpfung\" aufgeführt und am folgenden Tage\n(den 30. December) als Extra-Concert wiederholt dem Ver-\nnehmen nach zu ermässigten Eintrittspreisen, um auch den weniger\nbemittelten Musikfreunden Gelegenheit zu geben, sich an solch\neinem Werke zu erfreuen. Die Solo-Partieen werden von Fräulein\nMelitta Alvsleben aus Dresden, Herrn Joseph Schild aus\nLeipzig und Herrn Karl Hill aus Frankfurt am Main gesungen\nwerden.\nMagdeburg;. Unsere Concert-Saison, wenn man die weni-\ngen besseren, im Laufe des Winters Statt findenden Concerte so\nnennen darf, hat begonnen „Loge\" und „Harmonia\" eröffneten\nden Beigen. Jene brachte in ihrem ersten Concerte an Orchester-\nstücken die O-moW-Sinfonie von Gade und die Athalia-Ouverture\nvon Mendelssohn, diese eine Sinfonie in D von Haydn und die\n„Leonoren-Ouverture\" von Beethoven. In der Loge hörten wir eine\njunge Sängerin, Fräulein Hedwig Scheuerlein vom Conserva-\ntorium in Leipzig, die besonders in der Concert-Arie von Mendels-\nsohn ein recht hübsches Talent erkennen liess. Der gesangliche\nTheil des Harmonia-Programmes wurde von Frau Louise Köster,\ndem Ehren-Mitgliede der königlichen Oper in Berlin, durch die\nArie: „Mich verlässt der Undankbare\" aus „Don Juan\" und die\ngrosse Arie aus „Leonore\" ausgefüllt. Es hiesse Eulen nach Athen\ntragen, wollten wir über diesen Vortrag Worte des Beifalls äussern;\ndie ungeheuren Erfolge, die Frau Köster gerade als Leonore errun-\ngen, sprechen am deutlichsten für die eminente Leistung. In beiden\nConcerten debutirte ausserdem noch ein junger Ciavier-Virtuose,\nHeir Heinrich Barth aus Potsdam. Hervorgegangen aus der\nSchule Hans von Bülow's, documentirte er sich als einen Spieler von\nausgezeichneter Technik und durchaus gebildetem Geschmacke. Im\nLogen-Concerte hörten wir das i?-moW-Concert von Hummel und\ndie Sonnambula-Phantasie von Liszt, in der Harmonia den zweiten\nSatz aus dem Finale des Henselt'schen Concertes, den Marsch aus\nder Suite in Dvon Raff und die ö-dur-Barcarole von Rubinstein.\nWir bewunderten die durchweg tadellose Klarheit in den schwierig-\nsten Passagen, und das Publicum belohnte einige besonders gelun-\ngene Stellen durch lauten Beifall mitten im Stück. Herr Barth\nscheint berufen zu sein, den bedeutendsten Ciavier-Virtuosen an die\nSeite gestellt zu werden, und wünschen wir ihm alles Glück zu\neiner ehrenvollen Laufbahn.\nDrestleil. Am 5. November wurde dahier das fünfzigjährige\nJubiläum des königlichen Kammer-Virtuosen Friedrich August"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "392", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18641203-01.1.8", "texte": "Kummer von den Mitgliedern der k. Capelle mit einem Festmahle\ngefeiert, an welchem auch der General-Director v. Könneritz und\nder Geheime Hofrath Baer nebst zahlreichen Herren und Damen\nTheil nahmen. Bei der vorhergegangenen Feier im Theater waren\ndem Jubilar das Ritterkreuz des Albrechts-Ordens von Seiten des\nKönigs, ein prächtiger silberner Pocal von den Vorständen und Mit-\ngliedern der k. Capelle und ein Lorberkranz nebst einer Mundtasse\nvon Seiten des k. Hoftheaters überreicht worden. Kummer war am\n1. November 1814, also schon vor dem Erscheinen Weber s in\nDresden, in der Capelle angestellt worden und wird immer in der\nReihe der ersten Violoncellisten genannt werden.\nDas Abschieds-Concert der Ullman'schen Künstler-Gesellschaft\nfand am 9. November mit unvermindertem Erfolge Statt. Besonderes\nInteresse boten unter Anderem der Vortrag der Schumann'schen\nVariationen für zwei Claviere von Herrn A. Ja eil und Fräulein\nMarie Krebs.\n. * Der Concertmeister Edmund Singer in Stuttgart bat vom\nKönige von Würtemberg zu seinem 34. Geburtstage den Titel eines\nwürtembergischen Kammer-Virtuosen erhalten.\nDer Gesanglehrer und rühmlichst bekannte musicalische Schrift-\nsteller Friedrich Schmitt, welcher seit mehreren Jahren in Leip-\nzig thätig war, siedelt in den nächsten Wochen nach München über,\nwohin er als Professor des Gesang-Unterrichts an die unter Richard\nWagner's Direction zu begründende königliche Opernschule berufen\nworden ist.\n/\nVon Albert Sowinski ist eine französische Uebersetzung der\nBiographie Beethoven's von Anton Schindler erschienen.\nDer Pianist Tausig ist auf Empfehlung Richard Wagner's von\nder Frau Grossfürstin Helene von Russland als Kammer-Virtuose\nmit einem Jahrgehalte von 2000 S.-Rubel engagirt worden.\nFlot ow componirt für das Karltheater in Wien eine dreiactige\nkomische Oper, welche im nächsten Carneval zur Aufführung kom-\nmen wird.\nBasel« Hier haben am 9. October die Abonnements-Concerte\nbegonnen. Im ersten kamen Gade's „Ossiansklänge\" und Beethoven's\nSinfonie in B-dur zur Aufführung. Ferner liess sich Herr Jean\nBecker, der Violin-Virtuose, hören und trug das schöne D-moll-\nConcert von Spohr unter dem lebhaftesten Beifalle vor. Die Gesangs-\nPartieen hatte Fräulein v. Pöllnitz aus Berlin übernommen, eine\nvon Frau Viardot-Garcia unterrichtete, höchst talentvolle junge\nDame, welche für die königliche Oper daselbst mit Unterstützung\nvon Seiten des Hofes ausgebildet worden ist. Sie sang unter Ande-\nrem eine Arie mit Chor aus Gluck's „Iphigenie in Taurisu. —ln\nder fünften Soiree für Kammermusik wirkte Herr Becker bereit-\nwilligst mit, indem er die erste Violine in einem Doppel-Quartette\nvon Spohr und dem Quintette aus C-dur von Beethoven spielte.\nAusserdem trug er das Adagio aus der vierten Sonate mit Piano\nvon Bach vor.\nBern« Die Abonnements-Concerte begannen am 29. October.\nDas erste enthielt Haydn's G-cZur-Sinfonie, die Ouvertüren zum\n„Wasserträger44 und zu „Zampa\" und das Ciavier-Concert aus O-dur\nvon Beethoven, welches Herr Leopold Brassin spielte. Derselbe\ntrug auch noch die Paraphrase aus der Sommernachtstraum-Musik\nvon Liszt vor, Frau Burger-Weber Mendelssohn's Concert-Arie.\nEs werden für dieselben Abonnenten sieben Concerte unter der\nDirection des Herrn Professors Franck und drei Soireen für Kam-\nmermusik Statt finden.\nDer Componist Balfe hat England für immer verlassen und\nsich in Paris niedergelassen.\n* Arillieim, 23. November. Unsere Cäcilia-Concerte\nunter Leitung des Herrn Meyroos haben am 18. d. Mts. wieder\nbegonnen. Die leidige Mode, das erste Winter-Concert schwach zu\nbesuchen, ist nach der zahlreichen Zuhörerschaft, die am 18. den\nSaal füllte, zu urtheilen, glücklicher Weise verschwunden. Die Sin-\nfonie Nr. II von Beethoven eröffnete das Concert, wurde aber\nbesonders in den drei ersten Sätzen nicht so gut gespielt, wie wir\nneulich die vierte Sinfonie von Mendelssohn von demselben Orche-\nster ausführen hörten. Hatte es an Proben gefehlt oder störte das\nlaute Sprechen einiger Zuhörer den Dirigenten und das Orche-\nster? Mendelssohn's Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt\"\nging weit besser. Wir sind dem Vorstande sehr dankbar, dass wir\ndurch ihn in Fräulein Julie Rothenberger aus Köln eine aus-\ngezeichnete Sängerin haben kennen lernen, bei der wir wahrlich\nnicht wissen, ob wir die Frische und Schönheit ihrer Stimme, die\nCorrectheit und Feinheit des Vortrages, oder die Bescheidenheit und\nAnspruchslosigkeit, mit welcher sie auftritt, mehr bewundern sollen.\nSie sang eine Arie aus Mozart's „Figaro's Hochzeit\" und mehrere\nLieder, deren Krone der ausnehmend schöne Vortrag von Mozart's\n„Veilchen\" war, wobei wir noch die treffliche Aussprache der Sän-\ngeiin rühmen müssen. Auf die ganz begeisterten Beifallsbezeigungen\ngab sie noch Mendelssohn's „Frühlingslied\" zu. Der Violoncellist\nHerr D. de Lange erwarb durch den Vortrag eines Concertes und\ndes Souvenir de la Suisse •—* beides von Servais verdiente\nAnerkennung. 1\nBrüssel, Herr Louis Brassin ist von dem hiesigen Män-\nnei-Gesangvereine Germania zum Lhren-Mitgliede ernannt worden,\nbei welcher Gelegenheit der Verein ihm eine Serenade von schön\nausgeführten Gesängen gebracht hat.\nUnter der Leitung Anschütz' wurde das\ndort bisher unbekannte Oratorium Haydn's „Die Schöpfung\" mit\ndurchgreifendem Erfolge zur Aufführung gebracht. Unter den Solisten\nbefand sich Karl Formes. Chor und Orchester bestanden aus 400\nPersonen, grösstenteils Deutschen. Die deutsche Oper, die unter\nder Direction der Herren und Grower seit ein paar Jahren\nflorirt, eröffnete ihre Saison mit Gounod's „Faust\". Die Vorstellung\nwar, von anständigen Kräften getragen, gut studirt und ausgestattet\nund befriedigte das zahlreich gekommene Publicum."}]}