{"numero_id": "bm-bmtnabi-1865-08-26-01", "volume": "bmtnabi_1865-08-26_01", "ocr_sha256": "99c4d9b3679bb9d3766615f955d20920fb7c02a7757f2e577da30e36f837c571", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1865/08/26_01/bmtnabi_1865-08-26_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1865-08-26-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1865-08-26_01#c001", "volume": "bmtnabi_1865-08-26_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "265", "page_fin": "265", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "265", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 388, "texte": "Inhalt.\nGriechische Musik (R. Westphal: Harmonik und Melopöie der Griechen Geschichte der älten und mittelalterlichen\nMusik). Schluss. Von E. Krüger. Einige Briefe von Beethoven. Jahres-Uebersicht der Theater in München. Tages- und Un-\nterhaltungsblatt (Bielefeld, Fräulein Frida Schönheim Musik-Director Lassen Hamburg, Preis-Ausschreiben Wien, Sympho-\nnie-Concerte OfFenbach's Tochter)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1865-08-26-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1865-08-26_01#c002", "volume": "bmtnabi_1865-08-26_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "265", "page_fin": "268", "image_debut": 1, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.2.2", "titre_corps": "Griechische Musik.", "titre_sommaire": "Griechische Musik.", "signature_source": "E. Krüger", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "265", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.1", "debut_caractere": 390, "fin_caractere_exclue": 3964, "texte": "Griechische Musik.\n\n(Schluss. S. Nr. 33.)\nDie Geschichte der Tonleitern, wie sie nun\nWestphal vollständig darlegt, entspricht dem langgefühl-\nten Redürfnisse, das in der confüsen, beinahe jeder Zeit\nanders lautenden Nomenclatur sich unbefriedigt fühlte.\nHier ist vornehmlich das 3., 5. und 7. Capitel der Hm.,\nvon Tonarten, Transpositionen und Stimmungen, reich an\nneuen Belehrungen. Eine Frage jedoch bleibt auch hier\nunerledigt: die nach dem Wie des ovatrjfia te'Xeiov.\nWas die Alten O. TeX nennen, wissen wir freilich; wie\nes sich darstelle, sagen weder Griechen, noch Neuere. Ist\nes ein System auf dem Papier, eine Doctrin? Dafür\nscheint zu sprechen Bacchius Sen. P. 15, wo er das Dia-\ngramm beschreibt, des Systemes tabellarisch gezeichnetes\nExempel, vn odeiyfxa inin\n%Q(iufj,ed*ct, Iva tcc trj dxofj dvglrjnta TIQO ocp&aX-\n[MÖv tolg [iccvfravovoi ln diesem Falle\nwäre eine flüssige Praxis selbst dem begabten Virtuosen\nschwierig, weil das Durcheinander-Rechnen von\nund &£öig mit den verzwickten Namen sammtChroma und\nChroe ein halbes Leben fordern würde, ehe ein ordentlicher\nClarinettist (ctvlfjtrjg) seiner sämmtlichen Scalen gewiss\nwäre, da es ja laut Hm. 215 zu den Rudimenten ge-\nhört, jene tabellarische Uebersicht sehr tüchtig im\nKopfe zu haben. Zwar sagt Aristox. P. 39 mit unge-\nwohntem Humor, es sei der Componist einer phrygischen\nMelodie keineswegs verpflichtet, auch zu wissen, was phry-\ngische Melodie sei: aber er würde gewiss übel vermerkt\nhaben, wenn jener naturalistische Nichtwisser erhebliche\nSchnitzer machte gegen die Tonart.—lst aber ein instru-\nmental wirkliches O. xtfkvorhanden gewesen,\ndann nimmt es Wunder, nirgend weder in Wort noch\nBild einer fünfzehnsaitigen Xvga TZEVtsxaidexccxoQdog\nzu begegnen, die als Normal-Ciaviatur alle Tonarten pla-\nstiscb abbildete. Westphal Hm. 95 zeigt, dass das Dode-\nkachord dem O. das Hendekachord dem\nO. ovvrjfifievoventspreche; ob beide als Instrumente\nvorkommen, ist nicht gewiss; ein o. Te'Xeiov oder dia-\nixovoder dfxerccßoXovist sicherlich auf den gang-\nbaren Instrumenten nicht zu finden. R. Volkmann gibt\nin seiner Ausgabe des Plutarch S. 157 eine\ninteressante Uebersicht der Instrumente, und da finden\nsich unter den zwar unchronologisch, aber vollständig\naufgezählten Lyren alle denkbaren von 3 bis 40 Saiten,\nnur keine fünfzehnsaitige. Uns aber bleibt undenkbar,\nselbst die bekannte Reihenfolge:\nHypodor. AHcdefga .. . .\nMixolyd. .Hcdefgah . .\nLydius . . c d e f g a h c . . u. s. w.\nohne Instrument deutlich zu imaginiren; aber ein sol-\nches vorausgesetzt, würde sich fragen, wie die abweichen-\nden Töne ovvrjfifi. und die&vyfi. abcd'—hcd'e dar-\ngestellt seien, was uns auf dem Ciavier leicht fasslich, auf\nverschiedenen Instrumenten erst durch Wissenschaft\nbegreiflich würde. In der orchestischen Composition,\nheisst es Hm. 158, bewegten sich Flöten beider Systeme\novvtjfifj,. und dw£. getrennt neben einander; und\ndoch wäre auch auf Flöten ein O. xeksiov durch Neben-\nklappen tqvTirniaxa. ngogS-eta darstellbar gewesen.\nWir können hier nur sagen Non liquet, was auch West-\nphal Hm. 108, 5 zugesteht.\nUeber die absolute Tonhöhe der alten Tonleitern\nwäre erwünscht, genauer unterrichtet zu sein, um sowohl\ndie spärlichen Musikreste, als auch die von Plato und Spä-\nteren geschilderten Tonart-Charaktere anschaulich sich\nanzueignen. Wären uns nun von den antiken Instrumenten\noder Tonberechnungen solche erhalten, die den Ton x.\ndvvafiiv angäben, so würde vielleicht hieraus auch auf\ndas übrige Tonwesen ein Licht fallen. Da dergleichen bis-\nher nicht gefunden, so lassen wir uns genügen an den"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "266", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5318, "texte": "geistreichenCombinationen, die nach Beilermann's Vor-\ngang (Tonleitern d. Gr., S. 54 56) auch Westphal\nals das bis jetzt erreichbarste Wahrscheinliche annimmt\n(Hm. 189). Der Gang dieser Hypothesen ist folgender:\n1) Unsere Uebertragung der antiken Scalen in moderne\nNoten beginnt mit der in griechisch.er Tonschrift unge-\nfärbten, d. h. ohne # u»d mit ursprünglichem\nAlphabet geschriebenen Tonart: das ist nach Alypius' und\nGaudentius' Noten-Tabellen die hypplydische Moll-\nScala; nach ihr werden dann die übrigen gefärbten, deren\nStellung zur hypolydischen genau überliefert ist, ermessen.\n2) Die hypo dorische, von allen die tiefste, steht einen\nDitonos (grosse Terz) tiefer, als jene. 3) Demnach nehmen\nwir beim Uebertragen unsere ungefärbte Moll-Scala\nA— äals hypolydische an, also ihr nachfolgend •/als\nhypodorische, und so fort alle übrigen. 4) Die absolute\nTonhöhe des Hypodorischen wird sodann erschlossen aus\nPtolem. harm. 2, 11, wo gezeigt ist, dass für Melodieen\ndes Gesammtchors ein mittlerer Tonumfang nothwendig\nsei, welchen alle Sänger, Männer und Knaben, beherr-\nschen. Als solcher mittlere Tonumfang wird nun für Män-\nner d— d, für Knaben die höhere Octave desselben To-\nnes angenommen. 5) Da aber die ungefärbte Tonart der\nSchrift nach f—f laute, so müsse man die absolute\nHöhe eine kleine Terz tiefer annehmen, der allgemeinen\nSangbarkeit halber.\nZwingend sind diese Schlüsse nicht, schon desshalb\nnicht, weil die unversetzte oder ungefärbte bei\nuns A—a ist, der Hypothese gemäss aber unser F—f\nsein soll. Auch darüber, ob die allgemein sangbare Octave\nallen Völkern gleichmässig zu stellen (vgl. Bellermann Ano-\nnymus P. 9, W. Hm. 189), rechten wir nicht, obgleich\nuns scheint, dass die Germanen durchgängig grösseren\nTonumfang, aber tiefere Mittelhöhe haben, als die meisten\nanderen Völker. Dagegen erregt uns beim Lesen aller\nUebertragungen Sorge, wie sich selbst gelehrte Leser, ge-\nschweige ungelehrte Künstler, in den mannigfach wech-\nselnden lonangaben Orientiren mögen, da derselbe Name\nLydisch, Dorisch, Hypolydisch u. s. w. nicht nur bei ver-\nschiedenen, sondern bei denselben Lehrern auf verschie-\ndene Stufen angewandt wird. Denn wenn auch die Trans-\npositionen [xqoti oi)natürlich unterschiedene Töne xcctcc\ndvvafiiv fordern, so sollte doch die S-eoig Eines To-\nnes in jedem Falle stetig durchgehalten werden. Nun er-\nscheint es wunderlich, dass die ihre regelmässige\nIntervallen-Succession umkehren dürfen, wie Westphal\nGesch. 12 und 14 tbut: denn S. 12 ist die Folge lyd.\nphr. dor. = c, d, e, S. 14 = motu contrario d, c, b\ntransp. c, d, cl Aber diese harte Nuss lässt sich vermöge\ndes verwickelten Calculus der Transpositionen vielleicht\nZerbeissen; schlimmer ist, denselben Modus xata, freoiv\nauf verschiedenen Stufen zu erblicken, z. B. den Grund-\nton vn. {itowvdes m. lydius Hm. 214, tab. II =\nS. 212 = c,wozu die Erläuterung S. 213 einen kraus-\nbärtigen Schlüssel gibt. Vollends unbegreiflich aber ist die\ndoppelte Anwendung der Vorsätze hypo und byper.\nDie regelmässige, den antiken und mittelalterlichen ge-\nmeinsame Benennung braucht die Worte quartenweise,\nalso dass z. B. lyd c,hypolyd hyperlyd sei; diese\nKOLVQivia xataT«T Qcc^oQÖabeschreibt Westphal Hm.\n188 nach Aristid. 25. Hiernach ist richtig gesagt Hm.\n151 —152: hypodor. F, dor. hyperdor. dessglei-\nchen Hm. 176, 185 und Gesch. 17. Umgekehrt aber ist\nhypo und hyper quintenweise verstanden Hm. 106,\nwo dor. a, hypodor. d; Gesch. 23 dor. e, hypod. A;—\nlyd. c, hypol. F. Eine Lösung dieses Widerspruches fin-\nden wir nicht.\nWir mussten diese Missstände erwähnen, da sie nicht\nbloss dem gemeinen Verstände, sondern auch dem philo-\nlogischen Musiker, der ein mehr als antiquarisches Interesse\n(Gesch. 4) an der Sache hinzu bringt, das ohnehin trockene\nGeschäft dieser unermüdlichen Scalenlehre erschweren,\nwo wir nach langem Umtreiben in unnatürlichen und ver-\nkehrten Namen (Hm. 213, vgl. auch 337, 8) endlich doch\ngeringe Frucht davontragen. Wir nehmen daraus neben\nmancher tauben Nuss das bessere Ergebniss, dass die Grie-\nchen ihrer fröhlichen und seligen Kunst mit Ernst oblagen,\nweit ernstlicher, als Viele, die, in der höheren Kunst der\nneuen Welt erwachsen, des mühevollen Weges nicht ge-\nwahr werden, der unsere leichteren Ziele vorbereiten\nmusste.\n/ \\\nWenden wir uns zu dem erfreulicheren Theile der\nWestphal'schen Darstellungen, dem für die Kunstge-\nschichte errungenen Neuen. Schon das ehrliche Geständ-\nniss, dass die antiken Systeme Manches enthalten, wo man\nfragen darf: cui bono?—dass die allzu feinen Unterschiede\nder Intervalle bis zu kleineren als Vierteltönen selbst bei\nder staunenswerthen Scharfhörigkeit der Griechen nur ein\nvorübergehendes Interesse, keine typische Runstgestalt er-\nwirken, indem nur Virtuosen, nicht hohe Künstler wie\nPindar und Seinesgleichen solche Kunststücke benutzen,\ndaher dieselben bald verloren gegangen; dies Alles gereicht\nuns zu wahrem Tröste, Hm. 26, vgl. Gesch. 234. Und\nwenn die sorgfältig geführten Rechnungen Hm. §. 25—26\nnach Ptolemäus allerdings zeigen, dass doch Methode in\ndem Wahnsinne war, so bleibt uns, wie der Verfasser zu-\ngesteht, das T krhogdieser Methode dennoch ein verschlos-\nsenes Buch, ein Bild zu Sais, dessen heidnischen Schleier\ndie neue Welt zerrissen.—Ferner ist der historische Fort-\nschritt der Ton-Systeme mit ausgezeichneter Sorgfalt und"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "267", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5403, "texte": "Klarheit durchgeführt und der Vieldeutigkeit mancher\nNamen und Theoreme, die schon mehr als Einem ernst-\nlich Suchenden die ganze Sache verleidet haben, gründlich\nabgeholfen. Sodann achten wir für Gewinn, dass die No-\ntenschrift Semantik oder Parasemantik hier zu einer\nkritischen Säuberung geführt ist, welche die wichtigsten\nFragen, wenn auch theilweise hypothetisch (z. B. Hm.\n275, 282), doch zu einstweiliger Beruhigung erledigt.\nFerner dass die fieOtj, das heisst der Grundton, den\nSchluss der Melodie ausmache und jedes vollständige\njutlog mit Consonanz schliesse (Hm. 109, 112), ist\nzwar nicht für uns überraschend, aber belehrend für die,\nso noch heute auf speculativem Wege andere Möglichkei-\nten ersinnen wollen, als die tausendjährigen Grundgesetze\nder Schluss-Consonanz und des Diatonon, die sie nur dess-\nhalb hassen, weil sie pythagorisch sind, daher alt, daher\nunfortschrittig, daher zu exstirpiren, wie von G. Weber\nbis zu den Allerneuesten mebrmal versucht ist*).\nDie wichtigste Neuerung aber ist die oben erwähnte\nHerstellung des harmonischen Dreiklangs im Alterthume;\ndiese ist im ersten, dem harmonischen Buche ausführlicher\nbehandelt, 111. §. 10, 11, S. 111 —123. Wir erkennen\ndaraus die Wirklichkeit harmonischer Begleittöne**) und\ndie Angabe der dazu möglichen S. 115, 116; von da\naber zur Wirklichkeit der vollen Dreiklänge geht der Weg\nfreilich durch kühne Sprünge, S. 118, 120, 123, zu dem\nErgebnisse, welches der Verfasser selbst Hm. 25, 21;\n117, 11 als hypothetisches bezeichnet. Im zweiten, dem\nGeschichtbuche, wird dieser Gewinn verwerthet und sehr\nschön dargestellt an der lydischen Tonart, welche S. 29\nauf dem Grundtone f construirt wird, woraus mit Heran-\nziehung von PI. Rep. 3, 398 und Arist. Rep. 8, 5 durch\nAbänderung in so genannte Nebenscalen sich das Ergeb-\nniss herausstellt, es sei:\nAvdiotl äveifievr} s. %akaqä ('Ytokvdiöti) ge-\nbraucht als fieorj = Grundton\nAvdiotl ovvtovog, ov gebraucht\nals rgirrjdie&vyfi. = Terz A.\nAvdiox lschlechthin gesagt, gebraucht als Ober-\nquinte oder Dominante 0.\nDie Beweisführung ist künstlich und unseren Lesern\ngenau anzusehen nicht erlassen, damit sie selbst sowohl\ndieser Hypothese als ihren Consequenzen gerecht werden\nund wo nicht ein prächtiges Harmoniegebäude, doch die\nGrundlagen dazu dem Griechenthume zuerkennen.\nUeberhaupt geht es auf diesem dunkelen Wege ohne\nHypothesen nicht an, und es wird ihre Gültigkeit, bevor\nzwingende historische Zeugnisse beigebracht werden, nur\ndurch die innere Wahrscheinlichkeit und, wie bei man-\nchen Natur-Phänomenen, durch die Uebereinstimmung\nder Ergebnisse unter einander sich festsetzen. Zuweilen\ngehen die kritischen Gänge zu solchen Zielen sehr ver-\nwickelt, wie namentlich bei der Betrachtung des Mixo-\nlydischen, einer bis zum späteren Mittelalter immer\nwunderlichen, fast heimatlosen Tonart, wo uns die Be-\nweise für die Verbindung und Beziehung dieser Tonart\nzu anderen, besser verständlichen, Hm. 65, 87,78, Gesch.\n29, 38, 172, 181, allzu kühn und keineswegs zwingend\nerschienen. Ueber manches Andere kann man leichteren\nMuthes hinweggehen, z. B. die Vermuthung der Claviatur\nan der Hydraulis, Hm. 160 nach Vitruv 10, 13; die\nErklärung des J6va£,Gesch. 89, als Stimme oder Stimm-\nstock (franz. ame) der Lyra unter den Steg [fiäyag, jua-\nyädiov, Xvqiov) zu stellen, damit dieser „nicht unter\nder Kraft der angespannten Saiten den dünnen Resonanz-\nboden eindrücke\", passt wohl auf die bei Westphal ver-\nzeichneten antiken Bilder der Lyra und Kithara, wo die\nSaiten dem Resonanzboden parallel laufen; wenn aber\nandere Bilder die Saiten vertical auf den Steg stellen,\nin welchem Falle ein Saitendruck nach unten unmög-\nlich ist, so fragt man natürlich: Sollten diese (uns aus\nden Clavier-Pedal-Lyren bekannten) Bilder alle unecht\nsein ?\nVieles Andere, theils Preiswürdige, theils noch immer\nFragliche, scheuen wir uns hier zu besprechen, da die\nkunstreichen Erörterungen keinen Auszug dulden und die\nschwereren Fragepunkte ganze Abhandlungen fordern\nwürden. Nur hindeuten wollen wir auf die gelungenen\nExpositionen über die Fortschritte der Akustik, Hm. Cap.\nVII, die geistreiche Deutung eines Fragments in Beller-\nmann's Anonymus, G. 113, die originelle Auffassung des\nRhythmus von Beethoven's Adelaide, G. 124, die wir je-\ndoch in Beethoven's Idee nicht begründet halten*).\n\n*) Vgl. Gr. gel. Anz. 1862, S. 444, 447; 1863, S. 57.\n**) Unbequem und dem heutigen Gebrauche fremd ist die un-\nserem Verfasser übliche Benennung Accord für jeden Zusammen-\nklang, da wir gewohnt sind, das Wort nur für mehr als zwei\nzusammenklingende Töne zu sagen.\n*) Wie auch in anderen rhythmischen Thesen unseres Verfas-\nsers uns Widerwärtiges berührt, z. B. die zwar der Tradition ge-\nmässe, aber dem Kunstgeiste unangemessene rationale Berechnung\nirrationaler Grössen worauf sich unter Anderem auch die Voraus-\nsetzung stützt, es wäre alle altgriechische nur buchstäblich\ndem Wort-Rhythmus entsprechend; dies wird schon widerlegt durch\ndie Längen- und Pausenzeichen über den Noten, welche im Falle\nvollkommener Deckung überflüssig wären. Bei so exaetem Verstände\nüberrascht desto wunderbarer die treffliche, echt antik klingende\nUebertragung eines Chors aus der Braut von Messina. Metr. T. I.\np. XXX. Der Verfasser.\nDem gelehrten Herrn Recensenten lag das eben erschienene\nBuch Westphal's: „System der antiken Rhythmik\", Breslau,\nF. E. C. Leuckart, 1865, XII und 195 S. 8., wahrscheinlich noch\nn"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "268", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2765, "texte": "Ueber das Verhältniss beider Bücher zu einander ist\nzu sagen, dass sie sich wechselweise ausdeuten und jedes\nfür sich schwer zu verstehen ist. Das ältere Harmoniebuch\nist gelehrter, bringt die kritischen Forschungen in aller\nBreite und wird nur von musikkundigen Gelehrten mit\nNutzen gebrautht werden können. Das spätere Geschicht-\nbuch ist conciser, bei minderer kritischer Weitläufigkeit\nan Ergebnissen fasslicher; doch ist der Gelehrsamkeit auch\nhier so viel, dass es niemals eine bequeme Lecture für\nden gebildeten Kunstfreund werden kann, zumal hier so\nviele Originalstellen unübersetzt eingefügt sind, wo man-\ncher Gebildete ausrufen wird:\nDem Bedürfnisse breiterer Verständlichkeit sollte man aber\ndoch nicht alles Becht absprechen, wie fast zu entnehmen\naus Gesch., Vorrede, P. VI. Es wäre schlimm, wenn alle\nGeschichtswerke nur für Gelehrte bestimmt bleiben sollten;\nauch würde der versprochene Uebergang zur mittelalter-\nlichen Geschichte entweder, in gleichem Tone gehalten,\nnoch unlesbarer werden, oder, in leichterer Sprache ge-\nschrieben, die Einheit des Planes gefährden. Freilich wis-\nsen wir schon vom Vater Haydn: „Ach, wie schwer ist's,\nleicht zu schreiben!\" aber wir wissen auch aus H. Bel-\nler mann's Contrapunkt, wie man trotz aller Gelehrsam-\nkeit auch für ungelehrte Künstler verständlich sprechen\nmag. Der Verfasser möge nicht übel aufnehmen, wenn\nwir zu den Vorzügen seines Buches auch diesen hinzuwün-\nschen, und auf die verheissene Fortsetzung desselben seine\nFreunde nicht zu lange warten lassen.\nDie Correctur des Geschichtsbuches ist sorgfältig,\nnur einzelnes Störende dürfen wir nicht unerwähnt lassen.\nEs ist zu lesen: S. 51, 2 unten —125, 11 und\nmehrmals Epodos, statt Epodon; —213, 14 c, statt\n216, 12 4:5, statt 45; 77, 11 unten Me.takatatropa;\nausserdem 30, 14 157, 13 und öfter kleine, statt\nverminderte Septime; —196, 7 und Schlussnote statt\n225, 16 kleinen Ganzton. - Im Harmonie-\nbuche sind ausser den angezeigten noch mehrere Errata\nstehen geblieben, was durch den grösseren Umfang und\ndie häufigeren Tabellen sich entschuldigt. Es ist zu lesen:\n62, 2 3 „wieder ein Ganz ton\"; 97, 5 Hendeka-\nchord; 102 in der Scala ist das obere beizufügen;\n106 sind die Namen der fit'oai XCCTCC freoiv der 5. und\n6. Notenzeile umzutauschen in statt J <?; 131, 16\nArist. pr. 19, 48 (wie 71, 5 richtig geschrieben steht);\n136, zweite Ziffernreihe 221, statt y ; 158, erste Tonleiter\ngcs cts, statt ges es', 270, 1 Notirung, statt Motivirung;\n273, 22 C,statt E\\ 274 Tabelle: Bassschlüssel,\nstatt Baritonschlüssel; 284 Notenzeile 4 : NZ. 6 :\nE; 370, 13 nicht, statt mit; 371, 6 Concentusl\n\nnicht vor. Wir ersuchen ihn freundlichst, auch diese neueste Schrift\nWestphal's in den Kreis seiner Beurtheilungen zu ziehen.\nDie Redaction.\n\nE. Krüger."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1865-08-26-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1865-08-26_01#c003", "volume": "bmtnabi_1865-08-26_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "268", "page_fin": "271", "image_debut": 4, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.2.3", "titre_corps": "Einige Briefe von Beethoven", "titre_sommaire": "Einige Briefe von Beethoven", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "268", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.4", "debut_caractere": 2767, "fin_caractere_exclue": 5031, "texte": "Einige Briefe von Beethoven\n*).\n41\n**).\nLieber Meyer!\nIch bitte den Hrn. von-Seyfried zu ersuchen dass er\nheute meine Oper dirigirt, ich will sie heute selbst in der\nFerne ansehen und anhören, wenigstens wird dadurch\nmeine Geduld nicht so auf die Probe gesetzt, als so nahe-\nbei meine Musik verhuntzen zu hören. Ich kann nicht\nanders glauben, als dass es mir zu Fleiss geschieht,—von\nden blasenden Instrumenten will ich nichts sagen, aber\n• Lass alle pp. cresc., alle decresc. und alle/, ff.\naus meiner Oper ausstreichen, sie werden doch alle nicht\ngemacht. Mir vergeht alle Lust, weiter etwas zu schreiben,\nwenn ich's so hören soll. Morgen oder übermorgen\nhohle ich Dich ab zum Essen, ich bin heute wieder übel.\nDein Freund Beethoven.\nWenn die Oper übermorgen sollte gemacht werden,\nso muss Morgen wieder Probe im Zimmer davon seyn,\nsonst geht es alle Tage schlechter.\n48\n***).\nFür heute dürfte es wohl zu spät werden ich habe\nDeine Schrift von den E— nicht können eben zurück-\nerhalten bis jetzt, indem der H— wieder einige items\nund aber und alldieweilen anbringen wollte ich bitte\nDich, das ganze sich immer auf die wahre mir ange-\nmessene Ausübung meiner Kunst sich beziehen\nzu lassen, alsdann wirst Du am meisten meinem Herzen\nund Kopf zu willen schreiben. Die Einleitung ist, was ich\nin Westphalen habe, 600 Ducaten in Gold, 150 Ducaten\n\n*) Die Sammlung der „Briefe Beethoven's\" von Dr. L.\nNohl (vgl. Niederrh. Musik-Ztg. Nr. 31 vom 5. August d. J.) ent-\nhält im Verhältnisse zu der Gesammtzahl nicht viele, welche zum\nersten Male gedruckt erscheinen, darunter aber recht interessante,\nvon denen wir einige mittheilen.\n**) Nach einer Original-Abschrift des Herrn Prof. Dr. Eduard\nHanslick in Wien. Meyer, der Mann von Mozart's ältester\nSchwägerin Josepha, Witwe Hofer, war bei der ersten Aufführung\ndes Fidelio am 20. November 1805 und auch später Sänger des\nPizarro. f\n***) £)ieses Blatt von Beethoven's Hand aus der Autographen-\nSammlung des Herrn von Prokesch-Osten in Gmunden, der\ndiesen ersten Abdruck bereitwilligst gestattete, bezieht sich auf die\nBerufung Beethoven's nach Kassel durch den König Jerome von\nWestfalen. Bekanntlich sicherten der Erzherzog Rudolf, Fürst Kinsky\nund Fürst Lobkowitz darauf dem Meister ein Jahresgehalt von\n4000 Gldn. zu."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "269", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5300, "texte": "Reisegeld und nichts dafür zu thun als die Concerte des\nKönigs [Jerome] zu dirigiren, welche kurz und eben nicht\noft sind nicht einmal bin ich verbunden eine Oper die\nich schreibe, zu dirigiren aus allem erhellt, dass ich\ndem wichtigsten Zwecke meiner Kunst grosse Werke zu\nschreiben ganz obliegen zu können auch ein Orchester\nzu meiner Disposition\nNB. Der Titel als Mitglied eines Mitgliedes des Thea-\nters bleibt weg —es kann nichts als Verdruss hervorbrin-\ngen in Rücksicht der Kaiserlichen Dienste so\nglaube ich, muss dieser Punkt delikat behandelt werden\n—jedoch nichts weniger als bey dem Verlangen des Titels\nKaiserl. Kapellmeister, sondern nur in Bücksicht dessen\neinmal durch ein Gehalt vom Hofe im Stande zu seyn Ver-\nzicht auf die Summe zu thun, welche mir jetzt die Herren\n[Erzherzog Rudolf, Fürst Kinsky und Fürst Lobkowitz]\nbezahlen, so glaube ich, dass dieses am besten ausgedrückt\nwird durch dass ich hoffe und dass es mein höchster\nWunsch sei einmal in Kaiserliche Dienste zu treten, ich\ngleich (Verzicht thun werde auf so) so viel weniger anneh-\nmen werde, nemlich: als die Summe beträgt die ich von\nseiner kaiserlichen Majestät erhalte\nNB. Morgen um 12 Uhr brauchen wir's, weil wir\nalsdann zum Kynsky gehen müssen ich hoffe Dich heute\nzu sehen.\n59.\nAn Ha mmer-Pu r gs t a 11 *).\nBeinahe beschämt durch Ihr Zuvorkommen und Ihre\nGüte, mir Ihre noch unbekannte schriftstellerische Schätze\nim Manuscript mitzütheilen, danke ich Euer Wohlgeboren\ninnigst dafür, indem ich beide Singspiele zurückstelle;\nüberhäuft in meinem künstlerischen Beruf gerade jetzt ist\nmir unmöglich, mich besonders über das indische Sing-\nspiel weiter zu verbreiten; sobald es meine Zeit zulässt,\nwerde ich Sie einmal besuchen, um mich über diesen Ge-\ngenstand sowohl als auch über das Oratorium die Sünd-\nfluth mit Ihnen zu besprechen. Bechnen Sie mich all-\nzeit unter die wahren Verehrer Ihrer grossen Verdienste.\nEuer Wohlgeboren mit Hochachtung ergebenster Diener\nBeethoven.\n61.\nAn die Baronin von Drossdick*).\nSie erhalten hier, verehrte Therese, das Versprochene,\nund wären nicht die triftigsten Hindernisse gewesen, so\nerhielten Sie noch mehr, uro Ihnen zu zeigen, dass ich im-\nmer mehr meinen Freunden leiste als ich ver-\nspreche. Ich hoffe und zweifle nicht daran, dass Sie sich\neben so schön beschäftigen als angenehm unterhalten\nletzteres doch nicht zu sehr, damit man auch noch unser\ngedenke. —Es wäre wohl zuviel gebaut auf Sie oder mei-\nnen W erth zu hoch angesetzt, wenn ich Ihnen zuschriebe\n»die Menschen sind .nicht nur zusammen wenn sie bev-\nsammen sind, auch der Entfernte, der Abgeschiedene lebt\nbei uns.\" Wer wollte der flüchtigen Alles im Leben leicht\nbehandelnden T. so etwas zuschreiben?\nVergessen Sie doch ja nicht in Ansehung Ihrer Be-\nschäftigung das Ciavier oder überhaupt die Musik im Gan-\nzen genommen. Sie haben so schönes Talent dazu, warum\nes nicht ganz kultiviren? Sie die für Alles Schöne und Gute\nsoviel Gefühl haben, warum wollen Sie dieses nicht an-\nwenden, um in einer so schönen Kunst auch das Vollkom-\nmenere zu erkennen, das selbst auf uns immer wieder\nzurückstrahlt?\nIch lebe sehr einsam und still. Obscbon hier und da\nmich Lichter aufwecken möchten, so ist doch eine unaus-\nfüllbare Lücke, seit Sie alle fort von hier sind, in mir ent-\nstanden, worüber selbst meine Kunst, die mir sonst so ge-\ntreu ist, noch keinen Triumph hat erhalten können. Ihr\nGlavier ist bestellt und Sie werden es bald haben. Wel-\nchen Unterschied werden Sie gefunden haben in der Be-\nhandlung des an jenem Abend erfundenen Themas und\nso wie ich es Ihnen letztlich niedergeschrieben habe! Er-\nklären Sie sich das selbst, doch nehmen Sie ja den Punsch\nnicht zu Hülfe. Wie glücklich sind Sie, dass Sie schon\nso früh aufs Land konnten! Erst am Bten kann ich diese\nGlückseligkeit gemessen. Kindlich freue ich mich darauf,\nwie froh bin ich einmal in Gebüschen, Wäldern, unter\nBäumen, Kräutern, Felsen wandeln zu können, kein Mensch\nkann das Land so lieben wie ich. Geben doch Wälder,\nBäume, Felsen den Wiederhall, den der Mensch wünscht!\nBald erhalten Sie einige andere Compositionen von\nmir, wobei Sie sich nicht zu sehr über Schwierigkeiten\n\n*) Dieser berühmte Orientalist hatte, wie ich aus Schindlers\nBeethoven-Nachlass (Gr. M. Nr. 41) ersehe, da Beethoven „einen\nindischen Chor religiösen Sinnes gewünscht habe\", bei der Ueber-\nsendung seines „persischen Singspiels, das mehr idealisch als musi-\ncalisch gedichtet worden sei\", und des Oratoriums bemerkt: „doch\nsollten Sie auch das Ganze nicht glücklich ausgeführt finden, so bin\nich doch überzeugt, dass die Tonkunst nur durch Beethoven's Ge-\nnius zu empören und Sündfluthen zu besänftigen vermag\". Das\nOriginal des Billets befindet sich im Besitze des Herrn Petter in\nWien. Das muthmaassliche Datum ist das Jahr 1809.\n*) Das Original des Briefes hatte Herr Hofmusiker Bär mann\nin München von der Adressatin selbst geschenkt erhalten, darauf es\ndieser auf ihren Wunsch zur Ansicht zugesandt, allein dasselbe nicht\nzurückerhalten, weil die Frau von Drossdick kurz nachher starb.\nIhren schriftlichen Nachlass erbte ihr guter Freund, der bekannte\nComponist Schachner in London. Herr Bärmann hatte nur eine\ngetreue Copie zurückbehalten, nach der unser Text ist. Für das\nDatum des Briefes habe ich bis jetzt einen Anhaltspunkt noch nicht\ngefunden."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "270", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5146, "texte": "klagen sollen. Haben Sie Göthes Wilhelm Meister\ngelesen, den von Schlegel übersetzten Shake-\nspeare? Auf dem Lande hat man so viele Müsse, es wird\nIhnen vielleicht angenehm sein, wenn ich Ihnen diese\nWerke schicke. Der Zufall fügt es, dass ich einen Be-\nkannten in Ihrer Gegend habe, vielleicht sehen Sie mich\nan einem frühen Morgen auf eine halbe Stunde bey Ihnen,\nund wieder fort. Sie sehen, dass ich Ihnen die kürzeste\nLangeweile bereiten will.\nEmpfehlen Sie mich dem Wohlwollen Ihres Vaters,\nIhrer Mutter, obschon ich mit Recht noch keinen Anspruch\ndarauf machen kann, ebenfalls dem der Base M. [Ma-\nthilde]. Leben Sie nun wohl, verehrte T., ich wünsche\nIhnen Alles was im Leben gut und schön ist, erinnern Sie\nsich meiner und gern vergessen Sie das Tolle seyn\nSie überzeugt, Niemand kann Ihr Leben froher, glücklicher\nwissen wollen als ich und selbst dann, wenn Sie gar kei-\nnen Antheil nehmen\nan Ihrem ergebensten Diener und Freund\nBeethoven.\nNB. Es wäre wohl sehr hübsch von Ihnen, in einigen\nZeilen mir zu sagen, worin ich Ihnen hier dienen kann?\n71.\nLieben Freunde*), ich gab mir die Mühe bloss hier-\nmit um recht beziffern zu können und dereinst Andere an-\nzuführen. Was Fehler angeht, so brauchte ich wegen mir\nselbst beinahe dieses nie zu lernen, ich hatte von Kindheit\nan ein solch zartes Gefühl dass ich es ausübte ohne zu\nwissen dass es so sein müsse oder anders sein könne.\n84.\nAn Zmeskall**).\nLieber Z. erst gestern erhalte ich schriftlich, dass der\nErzherzog seinen Antheil in Einlösungsscheinen bezahlt,\nich bitte Sie nun mir ohngefähr den Inhalt aufzuschrei-\nben, wie Sie Sonntag sagten, und wir es am besten glaub-\nten, um zu den andern 2 zu schicken, man will mir ein\nZeugniss geben, dass der Erzherzog in E. S. bezahlt, ich\nglaube aber, dass dieses unnöthig, um so mehr, da die\nHofleute trotz aller anscheinenden Freundschaft für mich\näussern, dass meine Forderungen nicht gerecht wären!!!!!\nO Himmel hilf mir tragen; ich bin kein Herkules, der dem\nAtlas die Welt helfen tragen kann oder gar statt seiner.\nErst gestern habe ich ausführlich gehört, wie schön\nHerr Baron von Kraft von mir bei Zisius gesprochen, ge-\nurtheilt, lassen Sie das gut sein lieber Z., lange wirds\nnicht mehr währen, dass ich die schimpfliche Art hier zu\nleben weiter fortsetze, die Kunst die verfolgte, findet über-\nall eine Freistadt; erfand doch Dädalus eingeschlossen im\nLabyrinthe die Flügel, die ihn oben hinaus in die Luft\nemporgehoben, o auch ich werde sie finden diese Flügel.\nGanz Ihr Beethoven.\nWenn Sie Zeit haben, schicken Sie mir das vorver-\nlangte Formular noch diesen Morgen,—für nichts, wahr-\nscheinlich für nichts zu erhalten, mit höfischen Worten\nhingebalten, ist diese Zeit so schon verlohren worden.\n94.\nAn die Fürstin Kinsky in Prag*).\nVerehrte Fürstin!\nDa der Fürstliche Rath erklärte, dass meine Sache\nerst nach einer Wahl eines Vormundes könne vorgenom-\nmen werden, ich nun aber höre, dass Ihre Durchlaucht\nselbst die Vormundschaft in höchst eigener Person über-\nnommen haben, Sie aber Niemanden sprechen, so lege ich\nhier schriftlich meine gehorsamste Bitte an Sie bei, und\nbitte zugleich um eine sehr baldige Beförderung; denn\nleicht werden Sie sich vorstellen können, wenn man einmal\nauf etwas sicher rechnet, es schmerzlich ist, solches so lange\nentbehren zu müssen, um so mehr, da ich einen unglück-\nlichen kranken Bruder samt seiner Familie gänzlich unter-\nstützen muss**), und mich ohne Rücksicht meiner selbst\nganz ausgegeben, indem ich hoffen konnte, durch die Er-\nhebung meines Gehalts wenigstens meines Lebens Unter-\nhalt zu bestreiten. Wie wahrhaftig übrigens meine Forde-\nrungen sind, können Sie daraus sehen, dass ich die 60\nDucaten, welche der Hochselige Fürst mir in Prag auf\nAbschlag derselben gegeben, getreulich angegeben, indem\n\n*) Nach dem Original des Herrn Bank-Vorstehers Ott-Ustri\nin Zürich. Dasselbe steht auf einem Notenblatt (Quer-Folio), das die\nSeitenzahl 22 trägt, also offenbar aus einem grösseren Hefte geris-\nsen ist. Auf der anderen Seite (21) befindet sich von Beethoven's\nHand geschrieben eine Anweisung über den Gebrauch der Quarte\nbei Vorhalten, nebst fünf Noten-Beispielen. Also wird das Blatt wohl\naus einem jener Hefte sein, sich Beethoven aus verschiedenen\nLehrbüchern zusammenschrieb, um danach den Erzherzog Rudolf zu\nunterrichten. Desshalb habe ich jene Aeusserung Beethoven's gerade\nhieher gestellt.\n**) 19. Februar 1812. Bekanntlich war im Jahre 1811 das Fi-\nnanz-Patent in Oesterreich erschienen, wonach der Werth des Geldes\nauf ein Fünftel herabgesetzt wurde. Dies traf auch das Gehalt, das\nBeethoven von Erzherzog Rudolf, Fürst Kinsky und Fürst Lobko-\nwitz bezog. Der erstere liess seinen vollen Antheil sogleich auf Ein-\nlösungsscheine stellen. Lobkowitz folgte auf Beethoven's Ersuchen\nbald nach, nur mit Kinsky gab es durch dessen Tod später bedeu-\nte ade Schwierigkeiten.\n*) Das Original im Besitze des Herrn Dr. Schebeck in Prag,\nder auch die Copie selbst besorgt hat.\n**) Vgl. den Brief an Ries vom 22. November 1815: „Er hatte\neinige Jahre die Lungensucht, und um ihm das Leben leichter zu\nmachen, kann ich wohl das, was ich gegeben, auf 10,000 Fl. W. W.\nanschlagen.\""}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "271", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3594, "texte": "der Fürstliche Rath selbst sagte, dass ich diese erhaltene\nSumme hätte verschweigen können, da vom Hochseeligen\nFürsten weder ihm noch dem Kassier etwas darüber zu\nwissen gemacht worden.\nVerzeihen Sie mir Ihnen in dieser Sache beschwerlich\nfallen zu müssen, allein die Noth gebeut es mir, in einigen\nTägen werde ich mir die Freiheit nehmen mich deswegen\nbei dem Fürstlichen Herrn Rath oder wo Sie mir es*sonst\ndie Gnade haben werden, mir es anzuzeigen, anfragen.—\nVerehrte Durchlauchtige Fürstin\nIhr Ergebener Diener\nLudwig van Beethoven.\n124.\nMein werther Zmeskall!*)\n, • '\nMit Schrecken sehe ich erst heute, dass ich den An-\ntrag wegen einem Oratorium für die Gesellsch. der Musik-\nfreunde der Oester. Kaiserstaaten zu schreiben noch nicht\nbeantwortet habe.\nDer Tod meines Bruders vor 2 Monaten, die mir da-\ndurch zugefallene Vormundschaft über meinen Neffen ist\nmit vielerlei andern Verdriesslichkeiten und Ereignissen\ndie Ursache meines so spät kommenden Schreibens. Unter-\ndessen ist das Gedicht von H. v. Seyfried schon angefan-\ngen, und ich werde ebenfalls bald dasselbe in Musik setzen.\nDass mir der Auftrag sehr ehrenvoll ist, brauche ich Ihnen\nwohl nicht zu sagen; das versteht sich von selbst und werde\nich suchen, mich desselben, so sehr es mir immer meine\nschwachen Kräfte erlauben, so würdig als möglich zu ent-\nledigen.\nIn Rücksicht der Kunstmittel, was die Aus-\nführung betrifft, werde ich zwar Rücksicht nehmen, wün-\nsche aber nicht, dass es mir nicht vergönnt sein soll, von\nden hierin bereits eingeführten abzugehen.\nIch hoffe, mich hierüber verständlich ausgedrückt zu haben.\nDa man durchaus wissen will, welches Honorar ich ver-\nlange, so frage ich auch an, ob die Gesellschaft 400 Du-\ncaten in Gold wenigstens einem solchen Werke wird an-\ngemessen finden. Ich bitte die Gesellschaft noch einmal\num Verzeihung wegen Verspätung meiner Antwort, indes-\nsen haben Sie wenigstens, lieber Freund, meine Bereit-\nwilligkeit, dieses Werk zu schreiben, auch schon mündlich\nberichtet, welches mich einigermaassen beruhigt**).\nMein werther Z.\nIhr Beethoven.\n\n*) Nach der Copie in der Fischhof sehen Hdschr. auf der ber-\nliner Bibliothek Das Datum ergibt sich aus der Erwähnung des\nTodes des Bruders als etwa Januar 1816. Der Antrag war am 9.\nNovember 1815 gemacht worden.\n**) Die Fischhof'sche Hdschr. fügt hinzu: „Die Stelle in Rück-\nSicht der Kunst mittel u. s. w. bedarf einer Erläuterung. Herr\nY. Z. hatte zugleich die Weisung erhalten, den genialen Tonsetzer,\nder auf die Schwierigkeit der Ausführung seiner Werke wenig Rück-\nsicht nahm, aufmerksam zu machen, dass er auf die Grösse des Or-\nchesters, welches sich bei den grossen Concerten auf 700 Köpfe be-\nlief, nothwendig werde Rücksicht nehmen müssen. Da sich die Ge-\nsellschaft nur den ausschliessenden Gebrauch für ein Jahr, nicht\ndas Eigenthum selbst bedingen wollte und überdies die besondere\nHonorirung des Gedichtes übernommen hatte, auch ihre Geldmittel\nzu Rathe ziehen musste, erwiederte sie dem Tonsetzer, dass sie be-\nreit sei, ihm für den bedungenen Gebrauch 200 Ducatcn in Gold zu\nzahlen. B. war, ohne die geringste Einwendung zu machen, zufrie-\nden und erhielt nach seinem Wunsche einen Vorschuss, dessen Em-\npfang er 1819 bestätigte. B. nahm das zuerst gewählte Gedicht je-\ndoch nicht in Arbeit; er wünschte ein anderes. Die Gesellschaft\nliess ihm ganz freie Wahl. Herr Bernard übernahm es, ein neues\nzu liefern. B. vereinigte sich mit ihm über den Gegenstand, aber\nHerr Bernard, mit anderen Geschäften überhäuft, konnte es nur\nstückweise liefern. B. aber wollte nicht anfangen, bis er das Ganze\nvor sich hätte.\""}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1865-08-26-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1865-08-26_01#c004", "volume": "bmtnabi_1865-08-26_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "271", "page_fin": "272", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.2.4", "titre_corps": "Jahres-Uebersicht der Theater in München.", "titre_sommaire": "Jahres-Uebersicht der Theater in München.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "271", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.7", "debut_caractere": 3596, "fin_caractere_exclue": 5332, "texte": "Jahres-Uebersicht der Theater in München.\nDas mit dem letzten Juni abgelaufene Theaterjahr\nzeichnete sich aus durch die weil ausgedehntere Berück-\nsichtigung des classischen Drama's und die entschiedene\nBegünstigung der Wagner'sehen Oper. Beide haben\nihren Entstehungsgrund in der Vorliebe, welche der junge\nKönig lür diese beiden Geschmacksrichtungen hegt und\nbethätigt. Die erste dieser Erscheinungen fand ihren Aus-\ndruck hauptsächlich in dem viermonatlichen Gastspiele des\nFräuleins Jariauschek, zufolge dessen nicht weniger als\n21 classische Dramen („Iphigenia\", „Phädra\", „Medea\",\n„Brunhilde\", „Graf Essex\", „Macbeth\", „Maria Stuart\",\n„Götz von Berlichingen\", „Braut von Messina\", „Emilia\nGalotti\", „Wintermärchen\", „Cabale und Liebe\", „Jung-\nfrau von Orleans\", „Don Carlos\", „Torquato Tasso\",\n„Richard III.\", „Antigone\", „Die Piccolomini\" , „Wallen-\nstein's Tod\", „Egmont\" und „Sappho\"), und zwar sechs\ndavon zwei Mal zur Aulführung gelangten. Ausserdem ging\ndaraus die unverkennbare Intention hervor, die Dichtungen\ndieser Gattung besser als bisher und möglichst unverkürzt\nzur Darstellung zu bringen; so wurden z. B. in völlig un-\nverkürzter Form „Don Carlos\" und die Wallenstein-Tri-\nlogie gegeben.\nVon den 142 Opern, Singspielen und Balletten ge-\nhörten etwa zwei Drittel der deutschen und ein Drittel der\nausländischen Production an. Es wurden zur Aufführung\ngebracht: 12 Mal Mozart („Figaro's Hochzeit\" 4 Mal,\n„Der Schauspiel-Director\" 3, „Don Juan\", „Titus\" je 2,\n„Die Zauberflöte\" 1 Mal); Meyerbeer („Der Prophet\"\n5, „Die Hugenotten\" 4, „Der Nordstern\" 3 Mal); 10\nMal Wagner („Tristan und Isolde\" 4, „Tannhäuser\",\n„Der fliegende Holländer\", je 3 Mal, „Musicalische Auf-\nführung Wagner'scher Gesangstücke\" 1 Mal); Lortzing"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "272", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 979, "texte": "(„Der Waffenschmied\" 7, „Czaar und Zimmermann\" 2,\n„Der Wildschütz\" 1 Mal); 9 Mal Weber („Der Frei-\nschütz\" 6, „Oberon\" 3 Mal); 7 Mal Gounod, „Faust\";\n6 Mal A über („Die Stumme von Portici\", „Derscbwarze\nDomino\" je 2, „Des Teufels Antheil\", „Maurer und\nSchlosser\" je 1 Mal); 5 Mal Schenk, „Der Dorfbar-\nbier\" ;Boieldieu („Rothkäppchen\" 4, „Die weisseDame\"\n1 Mal); Maillart, „DasGlöckcben des Eremiten\"; 4 Mal\nFlotow, „Martha\"; Donizetti („Die Tochter des Regi-\nments\" 3, „Lucrezia Borgia\" 1 Mal); 3 Mal Gluck („Or-\npheus und Eurydice\" 2, „Iphigenia in Aulis\" 1 Mal);\nConradi, „Rübezahl\"; Herold, „Zampa\"; Cheru-\nbini, „Der Wasserträger\"; Verdi, „Der Troubadour\";\n2 Mal Kreutzer, „Das Nachtlager in Granada\"; Ni co-\nlai, „Die lustigen Weiber von Windsor\"; David, „Lalla\nRookh\"; M£hul, „Joseph in Aegypten\"; Schubert, „Der\nhäusliche Krieg\"; Grisar, „GuteNacht, Herr Pantalon\";\n„Die Jüdin\"; Bellini, „Norma\".\nAn namhaften Balletten gingen überhaupt 19 Vor-\nstellungen über die Bühne."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1865-08-26-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1865-08-26_01#c005", "volume": "bmtnabi_1865-08-26_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "272", "page_fin": "272", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.2.5", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "272", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.8", "debut_caractere": 981, "fin_caractere_exclue": 4023, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nBielefeld. Der hiesige Musikverein hat Fräulein Frida\nSchön heim als Concertsängerin auf zwei Jahre angestellt. Die\njunge Künstlerin, bereits in Berlin eine Schülerin des hiesigen Mu-\nsik-Directors Alb. Hahn, hat diesen Sommer in den Bädern Oeyn-\nhausen und Pyrmont mit der Pianistin Frau Hahn mit grossem\nBeifalle concertirt.\nDer Componist Lassen hat seine Stellung als Musik-Director\nam Weimarer Hoftheater verlassen.\nIm Hinblicke auf den Mangel an brauchbaren und wirksamen\nneuen Bühnenstücken hat die Direction des hamburger\neinen Preis von 50 Stück hamburger Ducaten für das beste, ihr\neingesandte, den unten bemerkten Bedingungen entsprechende Origi-\nnal-Lustspiel und einen Preis von ebenfalls 50 Stück hamburger\nDucaten für das beste bürgerliche Original-Schauspiel ausgesetzt.\nJedes dieser Stücke muss in der Darstellung einen so genannten\nTheaterabend, also mit Einschluss der Zwischenacte einen Zeitraum\nvon drei Stunden ausfüllen und sowohl den ästhetischen wie den\ntheatralischen Anforderungen möglichst Genüge leisten. Die Einsen-\ndung hat spätestens bis zum 16. November d. J. zu erfolgen. Jedes\nManuscript muss ein Motto tragen und ist ihm ein mit gleichlauten-\ndem Motto versehenes, verschlossenes Couvert mit dem Namen und\nWohnorte des Verfassers beizufügen. Die Entscheidung soll unpar-\nteiischen und erfahrenen Männern überwiesen werden, und auch für\nJen Fall, dass keines der eingesandten Stücke des ersten Preises\nwürdig erschiene, dennoch das gelungenste derselben ein Accessit\nvon 25 Stück hamburger Ducaten erhalten. Ausserdem werden den\nIterren Verfassern für jede Wiederholung eines Preisstückes fünf\nProcent von der Netto-Einnahme als Tantieme zugesichert.\nWien. Die Symphonie-Concerte, welche Herr Carlberg im\nlilumensaale veranstaltet, haben am 1. August ihren Anfang genom-\nmen. Herr Carlberg dirigirt ziemlich gut, nur etwas unruhig; das\nOrchester scheint gute Elemente zu enthalten und kann, wenn es\nsich erst eingespielt haben wird, recht Anerkennenswerthes leisten.\nDas Unternehmen ist an sich ein lobenswerthes, denn da der Ein-\ntritt nur 30 Kr. beträgt, so kann auch der wenig Bemittelte gute\nMusik hören und seinen Geschmack ausbilden. Für jeden Abend\nwird sich aber schwerlich ein Publicum finden, welches an so ern-\nster Musik Gefallen findet.\nDie besonders an älteren Opern reichhaltige musicalische Biblio-\nthek des verstorbenen Barons Prandau ist in den Besitz des Herrn\nRudolf Hirsch übergegangen. Der neue Besitzer, der stets bereit\nist, Kunstfreunden mit zwei seiner Sammlungen dienlich zu sein,\nnimmt in seiner Wohnung, Heinrichshof, täglich zwischen 3—4 Uhr\nVerkaufs-Angebote für Musicalien jeder Art entgegen.\nDie Verheirathung der Tochter Offenbach's mit Herrn Karl\nComte wurde in Etretat unter Beisein vieler literarischer und\nkünstlerischer Celebritäten nach protestantischem Ritus gefeiert.\nOpfenbach schrieb zu diesem Anlasse eine kirchliche Musik für drei\nStimmen mit Orgel und Ciavier. Die Sänger waren Fräulein Wert-\nheimber, die Herren Roger und Guyot."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "265", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nGriechische Musik (R. Westphal: Harmonik und Melopöie der Griechen Geschichte der älten und mittelalterlichen\nMusik). Schluss. Von E. Krüger. Einige Briefe von Beethoven. Jahres-Uebersicht der Theater in München. Tages- und Un-\nterhaltungsblatt (Bielefeld, Fräulein Frida Schönheim Musik-Director Lassen Hamburg, Preis-Ausschreiben Wien, Sympho-\nnie-Concerte OfFenbach's Tochter).\n\nGriechische Musik.\n\n(Schluss. S. Nr. 33.)\nDie Geschichte der Tonleitern, wie sie nun\nWestphal vollständig darlegt, entspricht dem langgefühl-\nten Redürfnisse, das in der confüsen, beinahe jeder Zeit\nanders lautenden Nomenclatur sich unbefriedigt fühlte.\nHier ist vornehmlich das 3., 5. und 7. Capitel der Hm.,\nvon Tonarten, Transpositionen und Stimmungen, reich an\nneuen Belehrungen. Eine Frage jedoch bleibt auch hier\nunerledigt: die nach dem Wie des ovatrjfia te'Xeiov.\nWas die Alten O. TeX nennen, wissen wir freilich; wie\nes sich darstelle, sagen weder Griechen, noch Neuere. Ist\nes ein System auf dem Papier, eine Doctrin? Dafür\nscheint zu sprechen Bacchius Sen. P. 15, wo er das Dia-\ngramm beschreibt, des Systemes tabellarisch gezeichnetes\nExempel, vn odeiyfxa inin\n%Q(iufj,ed*ct, Iva tcc trj dxofj dvglrjnta TIQO ocp&aX-\n[MÖv tolg [iccvfravovoi ln diesem Falle\nwäre eine flüssige Praxis selbst dem begabten Virtuosen\nschwierig, weil das Durcheinander-Rechnen von\nund &£öig mit den verzwickten Namen sammtChroma und\nChroe ein halbes Leben fordern würde, ehe ein ordentlicher\nClarinettist (ctvlfjtrjg) seiner sämmtlichen Scalen gewiss\nwäre, da es ja laut Hm. 215 zu den Rudimenten ge-\nhört, jene tabellarische Uebersicht sehr tüchtig im\nKopfe zu haben. Zwar sagt Aristox. P. 39 mit unge-\nwohntem Humor, es sei der Componist einer phrygischen\nMelodie keineswegs verpflichtet, auch zu wissen, was phry-\ngische Melodie sei: aber er würde gewiss übel vermerkt\nhaben, wenn jener naturalistische Nichtwisser erhebliche\nSchnitzer machte gegen die Tonart.—lst aber ein instru-\nmental wirkliches O. xtfkvorhanden gewesen,\ndann nimmt es Wunder, nirgend weder in Wort noch\nBild einer fünfzehnsaitigen Xvga TZEVtsxaidexccxoQdog\nzu begegnen, die als Normal-Ciaviatur alle Tonarten pla-\nstiscb abbildete. Westphal Hm. 95 zeigt, dass das Dode-\nkachord dem O. das Hendekachord dem\nO. ovvrjfifievoventspreche; ob beide als Instrumente\nvorkommen, ist nicht gewiss; ein o. Te'Xeiov oder dia-\nixovoder dfxerccßoXovist sicherlich auf den gang-\nbaren Instrumenten nicht zu finden. R. Volkmann gibt\nin seiner Ausgabe des Plutarch S. 157 eine\ninteressante Uebersicht der Instrumente, und da finden\nsich unter den zwar unchronologisch, aber vollständig\naufgezählten Lyren alle denkbaren von 3 bis 40 Saiten,\nnur keine fünfzehnsaitige. Uns aber bleibt undenkbar,\nselbst die bekannte Reihenfolge:\nHypodor. AHcdefga .. . .\nMixolyd. .Hcdefgah . .\nLydius . . c d e f g a h c . . u. s. w.\nohne Instrument deutlich zu imaginiren; aber ein sol-\nches vorausgesetzt, würde sich fragen, wie die abweichen-\nden Töne ovvrjfifi. und die&vyfi. abcd'—hcd'e dar-\ngestellt seien, was uns auf dem Ciavier leicht fasslich, auf\nverschiedenen Instrumenten erst durch Wissenschaft\nbegreiflich würde. In der orchestischen Composition,\nheisst es Hm. 158, bewegten sich Flöten beider Systeme\novvtjfifj,. und dw£. getrennt neben einander; und\ndoch wäre auch auf Flöten ein O. xeksiov durch Neben-\nklappen tqvTirniaxa. ngogS-eta darstellbar gewesen.\nWir können hier nur sagen Non liquet, was auch West-\nphal Hm. 108, 5 zugesteht.\nUeber die absolute Tonhöhe der alten Tonleitern\nwäre erwünscht, genauer unterrichtet zu sein, um sowohl\ndie spärlichen Musikreste, als auch die von Plato und Spä-\nteren geschilderten Tonart-Charaktere anschaulich sich\nanzueignen. Wären uns nun von den antiken Instrumenten\noder Tonberechnungen solche erhalten, die den Ton x.\ndvvafiiv angäben, so würde vielleicht hieraus auch auf\ndas übrige Tonwesen ein Licht fallen. Da dergleichen bis-\nher nicht gefunden, so lassen wir uns genügen an den"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "266", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.2", "texte": "geistreichenCombinationen, die nach Beilermann's Vor-\ngang (Tonleitern d. Gr., S. 54 56) auch Westphal\nals das bis jetzt erreichbarste Wahrscheinliche annimmt\n(Hm. 189). Der Gang dieser Hypothesen ist folgender:\n1) Unsere Uebertragung der antiken Scalen in moderne\nNoten beginnt mit der in griechisch.er Tonschrift unge-\nfärbten, d. h. ohne # u»d mit ursprünglichem\nAlphabet geschriebenen Tonart: das ist nach Alypius' und\nGaudentius' Noten-Tabellen die hypplydische Moll-\nScala; nach ihr werden dann die übrigen gefärbten, deren\nStellung zur hypolydischen genau überliefert ist, ermessen.\n2) Die hypo dorische, von allen die tiefste, steht einen\nDitonos (grosse Terz) tiefer, als jene. 3) Demnach nehmen\nwir beim Uebertragen unsere ungefärbte Moll-Scala\nA— äals hypolydische an, also ihr nachfolgend •/als\nhypodorische, und so fort alle übrigen. 4) Die absolute\nTonhöhe des Hypodorischen wird sodann erschlossen aus\nPtolem. harm. 2, 11, wo gezeigt ist, dass für Melodieen\ndes Gesammtchors ein mittlerer Tonumfang nothwendig\nsei, welchen alle Sänger, Männer und Knaben, beherr-\nschen. Als solcher mittlere Tonumfang wird nun für Män-\nner d— d, für Knaben die höhere Octave desselben To-\nnes angenommen. 5) Da aber die ungefärbte Tonart der\nSchrift nach f—f laute, so müsse man die absolute\nHöhe eine kleine Terz tiefer annehmen, der allgemeinen\nSangbarkeit halber.\nZwingend sind diese Schlüsse nicht, schon desshalb\nnicht, weil die unversetzte oder ungefärbte bei\nuns A—a ist, der Hypothese gemäss aber unser F—f\nsein soll. Auch darüber, ob die allgemein sangbare Octave\nallen Völkern gleichmässig zu stellen (vgl. Bellermann Ano-\nnymus P. 9, W. Hm. 189), rechten wir nicht, obgleich\nuns scheint, dass die Germanen durchgängig grösseren\nTonumfang, aber tiefere Mittelhöhe haben, als die meisten\nanderen Völker. Dagegen erregt uns beim Lesen aller\nUebertragungen Sorge, wie sich selbst gelehrte Leser, ge-\nschweige ungelehrte Künstler, in den mannigfach wech-\nselnden lonangaben Orientiren mögen, da derselbe Name\nLydisch, Dorisch, Hypolydisch u. s. w. nicht nur bei ver-\nschiedenen, sondern bei denselben Lehrern auf verschie-\ndene Stufen angewandt wird. Denn wenn auch die Trans-\npositionen [xqoti oi)natürlich unterschiedene Töne xcctcc\ndvvafiiv fordern, so sollte doch die S-eoig Eines To-\nnes in jedem Falle stetig durchgehalten werden. Nun er-\nscheint es wunderlich, dass die ihre regelmässige\nIntervallen-Succession umkehren dürfen, wie Westphal\nGesch. 12 und 14 tbut: denn S. 12 ist die Folge lyd.\nphr. dor. = c, d, e, S. 14 = motu contrario d, c, b\ntransp. c, d, cl Aber diese harte Nuss lässt sich vermöge\ndes verwickelten Calculus der Transpositionen vielleicht\nZerbeissen; schlimmer ist, denselben Modus xata, freoiv\nauf verschiedenen Stufen zu erblicken, z. B. den Grund-\nton vn. {itowvdes m. lydius Hm. 214, tab. II =\nS. 212 = c,wozu die Erläuterung S. 213 einen kraus-\nbärtigen Schlüssel gibt. Vollends unbegreiflich aber ist die\ndoppelte Anwendung der Vorsätze hypo und byper.\nDie regelmässige, den antiken und mittelalterlichen ge-\nmeinsame Benennung braucht die Worte quartenweise,\nalso dass z. B. lyd c,hypolyd hyperlyd sei; diese\nKOLVQivia xataT«T Qcc^oQÖabeschreibt Westphal Hm.\n188 nach Aristid. 25. Hiernach ist richtig gesagt Hm.\n151 —152: hypodor. F, dor. hyperdor. dessglei-\nchen Hm. 176, 185 und Gesch. 17. Umgekehrt aber ist\nhypo und hyper quintenweise verstanden Hm. 106,\nwo dor. a, hypodor. d; Gesch. 23 dor. e, hypod. A;—\nlyd. c, hypol. F. Eine Lösung dieses Widerspruches fin-\nden wir nicht.\nWir mussten diese Missstände erwähnen, da sie nicht\nbloss dem gemeinen Verstände, sondern auch dem philo-\nlogischen Musiker, der ein mehr als antiquarisches Interesse\n(Gesch. 4) an der Sache hinzu bringt, das ohnehin trockene\nGeschäft dieser unermüdlichen Scalenlehre erschweren,\nwo wir nach langem Umtreiben in unnatürlichen und ver-\nkehrten Namen (Hm. 213, vgl. auch 337, 8) endlich doch\ngeringe Frucht davontragen. Wir nehmen daraus neben\nmancher tauben Nuss das bessere Ergebniss, dass die Grie-\nchen ihrer fröhlichen und seligen Kunst mit Ernst oblagen,\nweit ernstlicher, als Viele, die, in der höheren Kunst der\nneuen Welt erwachsen, des mühevollen Weges nicht ge-\nwahr werden, der unsere leichteren Ziele vorbereiten\nmusste.\n/ \\\nWenden wir uns zu dem erfreulicheren Theile der\nWestphal'schen Darstellungen, dem für die Kunstge-\nschichte errungenen Neuen. Schon das ehrliche Geständ-\nniss, dass die antiken Systeme Manches enthalten, wo man\nfragen darf: cui bono?—dass die allzu feinen Unterschiede\nder Intervalle bis zu kleineren als Vierteltönen selbst bei\nder staunenswerthen Scharfhörigkeit der Griechen nur ein\nvorübergehendes Interesse, keine typische Runstgestalt er-\nwirken, indem nur Virtuosen, nicht hohe Künstler wie\nPindar und Seinesgleichen solche Kunststücke benutzen,\ndaher dieselben bald verloren gegangen; dies Alles gereicht\nuns zu wahrem Tröste, Hm. 26, vgl. Gesch. 234. Und\nwenn die sorgfältig geführten Rechnungen Hm. §. 25—26\nnach Ptolemäus allerdings zeigen, dass doch Methode in\ndem Wahnsinne war, so bleibt uns, wie der Verfasser zu-\ngesteht, das T krhogdieser Methode dennoch ein verschlos-\nsenes Buch, ein Bild zu Sais, dessen heidnischen Schleier\ndie neue Welt zerrissen.—Ferner ist der historische Fort-\nschritt der Ton-Systeme mit ausgezeichneter Sorgfalt und"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "267", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.3", "texte": "Klarheit durchgeführt und der Vieldeutigkeit mancher\nNamen und Theoreme, die schon mehr als Einem ernst-\nlich Suchenden die ganze Sache verleidet haben, gründlich\nabgeholfen. Sodann achten wir für Gewinn, dass die No-\ntenschrift Semantik oder Parasemantik hier zu einer\nkritischen Säuberung geführt ist, welche die wichtigsten\nFragen, wenn auch theilweise hypothetisch (z. B. Hm.\n275, 282), doch zu einstweiliger Beruhigung erledigt.\nFerner dass die fieOtj, das heisst der Grundton, den\nSchluss der Melodie ausmache und jedes vollständige\njutlog mit Consonanz schliesse (Hm. 109, 112), ist\nzwar nicht für uns überraschend, aber belehrend für die,\nso noch heute auf speculativem Wege andere Möglichkei-\nten ersinnen wollen, als die tausendjährigen Grundgesetze\nder Schluss-Consonanz und des Diatonon, die sie nur dess-\nhalb hassen, weil sie pythagorisch sind, daher alt, daher\nunfortschrittig, daher zu exstirpiren, wie von G. Weber\nbis zu den Allerneuesten mebrmal versucht ist*).\nDie wichtigste Neuerung aber ist die oben erwähnte\nHerstellung des harmonischen Dreiklangs im Alterthume;\ndiese ist im ersten, dem harmonischen Buche ausführlicher\nbehandelt, 111. §. 10, 11, S. 111 —123. Wir erkennen\ndaraus die Wirklichkeit harmonischer Begleittöne**) und\ndie Angabe der dazu möglichen S. 115, 116; von da\naber zur Wirklichkeit der vollen Dreiklänge geht der Weg\nfreilich durch kühne Sprünge, S. 118, 120, 123, zu dem\nErgebnisse, welches der Verfasser selbst Hm. 25, 21;\n117, 11 als hypothetisches bezeichnet. Im zweiten, dem\nGeschichtbuche, wird dieser Gewinn verwerthet und sehr\nschön dargestellt an der lydischen Tonart, welche S. 29\nauf dem Grundtone f construirt wird, woraus mit Heran-\nziehung von PI. Rep. 3, 398 und Arist. Rep. 8, 5 durch\nAbänderung in so genannte Nebenscalen sich das Ergeb-\nniss herausstellt, es sei:\nAvdiotl äveifievr} s. %akaqä ('Ytokvdiöti) ge-\nbraucht als fieorj = Grundton\nAvdiotl ovvtovog, ov gebraucht\nals rgirrjdie&vyfi. = Terz A.\nAvdiox lschlechthin gesagt, gebraucht als Ober-\nquinte oder Dominante 0.\nDie Beweisführung ist künstlich und unseren Lesern\ngenau anzusehen nicht erlassen, damit sie selbst sowohl\ndieser Hypothese als ihren Consequenzen gerecht werden\nund wo nicht ein prächtiges Harmoniegebäude, doch die\nGrundlagen dazu dem Griechenthume zuerkennen.\nUeberhaupt geht es auf diesem dunkelen Wege ohne\nHypothesen nicht an, und es wird ihre Gültigkeit, bevor\nzwingende historische Zeugnisse beigebracht werden, nur\ndurch die innere Wahrscheinlichkeit und, wie bei man-\nchen Natur-Phänomenen, durch die Uebereinstimmung\nder Ergebnisse unter einander sich festsetzen. Zuweilen\ngehen die kritischen Gänge zu solchen Zielen sehr ver-\nwickelt, wie namentlich bei der Betrachtung des Mixo-\nlydischen, einer bis zum späteren Mittelalter immer\nwunderlichen, fast heimatlosen Tonart, wo uns die Be-\nweise für die Verbindung und Beziehung dieser Tonart\nzu anderen, besser verständlichen, Hm. 65, 87,78, Gesch.\n29, 38, 172, 181, allzu kühn und keineswegs zwingend\nerschienen. Ueber manches Andere kann man leichteren\nMuthes hinweggehen, z. B. die Vermuthung der Claviatur\nan der Hydraulis, Hm. 160 nach Vitruv 10, 13; die\nErklärung des J6va£,Gesch. 89, als Stimme oder Stimm-\nstock (franz. ame) der Lyra unter den Steg [fiäyag, jua-\nyädiov, Xvqiov) zu stellen, damit dieser „nicht unter\nder Kraft der angespannten Saiten den dünnen Resonanz-\nboden eindrücke\", passt wohl auf die bei Westphal ver-\nzeichneten antiken Bilder der Lyra und Kithara, wo die\nSaiten dem Resonanzboden parallel laufen; wenn aber\nandere Bilder die Saiten vertical auf den Steg stellen,\nin welchem Falle ein Saitendruck nach unten unmög-\nlich ist, so fragt man natürlich: Sollten diese (uns aus\nden Clavier-Pedal-Lyren bekannten) Bilder alle unecht\nsein ?\nVieles Andere, theils Preiswürdige, theils noch immer\nFragliche, scheuen wir uns hier zu besprechen, da die\nkunstreichen Erörterungen keinen Auszug dulden und die\nschwereren Fragepunkte ganze Abhandlungen fordern\nwürden. Nur hindeuten wollen wir auf die gelungenen\nExpositionen über die Fortschritte der Akustik, Hm. Cap.\nVII, die geistreiche Deutung eines Fragments in Beller-\nmann's Anonymus, G. 113, die originelle Auffassung des\nRhythmus von Beethoven's Adelaide, G. 124, die wir je-\ndoch in Beethoven's Idee nicht begründet halten*).\n\n*) Vgl. Gr. gel. Anz. 1862, S. 444, 447; 1863, S. 57.\n**) Unbequem und dem heutigen Gebrauche fremd ist die un-\nserem Verfasser übliche Benennung Accord für jeden Zusammen-\nklang, da wir gewohnt sind, das Wort nur für mehr als zwei\nzusammenklingende Töne zu sagen.\n*) Wie auch in anderen rhythmischen Thesen unseres Verfas-\nsers uns Widerwärtiges berührt, z. B. die zwar der Tradition ge-\nmässe, aber dem Kunstgeiste unangemessene rationale Berechnung\nirrationaler Grössen worauf sich unter Anderem auch die Voraus-\nsetzung stützt, es wäre alle altgriechische nur buchstäblich\ndem Wort-Rhythmus entsprechend; dies wird schon widerlegt durch\ndie Längen- und Pausenzeichen über den Noten, welche im Falle\nvollkommener Deckung überflüssig wären. Bei so exaetem Verstände\nüberrascht desto wunderbarer die treffliche, echt antik klingende\nUebertragung eines Chors aus der Braut von Messina. Metr. T. I.\np. XXX. Der Verfasser.\nDem gelehrten Herrn Recensenten lag das eben erschienene\nBuch Westphal's: „System der antiken Rhythmik\", Breslau,\nF. E. C. Leuckart, 1865, XII und 195 S. 8., wahrscheinlich noch\nn"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "268", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.4", "texte": "Ueber das Verhältniss beider Bücher zu einander ist\nzu sagen, dass sie sich wechselweise ausdeuten und jedes\nfür sich schwer zu verstehen ist. Das ältere Harmoniebuch\nist gelehrter, bringt die kritischen Forschungen in aller\nBreite und wird nur von musikkundigen Gelehrten mit\nNutzen gebrautht werden können. Das spätere Geschicht-\nbuch ist conciser, bei minderer kritischer Weitläufigkeit\nan Ergebnissen fasslicher; doch ist der Gelehrsamkeit auch\nhier so viel, dass es niemals eine bequeme Lecture für\nden gebildeten Kunstfreund werden kann, zumal hier so\nviele Originalstellen unübersetzt eingefügt sind, wo man-\ncher Gebildete ausrufen wird:\nDem Bedürfnisse breiterer Verständlichkeit sollte man aber\ndoch nicht alles Becht absprechen, wie fast zu entnehmen\naus Gesch., Vorrede, P. VI. Es wäre schlimm, wenn alle\nGeschichtswerke nur für Gelehrte bestimmt bleiben sollten;\nauch würde der versprochene Uebergang zur mittelalter-\nlichen Geschichte entweder, in gleichem Tone gehalten,\nnoch unlesbarer werden, oder, in leichterer Sprache ge-\nschrieben, die Einheit des Planes gefährden. Freilich wis-\nsen wir schon vom Vater Haydn: „Ach, wie schwer ist's,\nleicht zu schreiben!\" aber wir wissen auch aus H. Bel-\nler mann's Contrapunkt, wie man trotz aller Gelehrsam-\nkeit auch für ungelehrte Künstler verständlich sprechen\nmag. Der Verfasser möge nicht übel aufnehmen, wenn\nwir zu den Vorzügen seines Buches auch diesen hinzuwün-\nschen, und auf die verheissene Fortsetzung desselben seine\nFreunde nicht zu lange warten lassen.\nDie Correctur des Geschichtsbuches ist sorgfältig,\nnur einzelnes Störende dürfen wir nicht unerwähnt lassen.\nEs ist zu lesen: S. 51, 2 unten —125, 11 und\nmehrmals Epodos, statt Epodon; —213, 14 c, statt\n216, 12 4:5, statt 45; 77, 11 unten Me.takatatropa;\nausserdem 30, 14 157, 13 und öfter kleine, statt\nverminderte Septime; —196, 7 und Schlussnote statt\n225, 16 kleinen Ganzton. - Im Harmonie-\nbuche sind ausser den angezeigten noch mehrere Errata\nstehen geblieben, was durch den grösseren Umfang und\ndie häufigeren Tabellen sich entschuldigt. Es ist zu lesen:\n62, 2 3 „wieder ein Ganz ton\"; 97, 5 Hendeka-\nchord; 102 in der Scala ist das obere beizufügen;\n106 sind die Namen der fit'oai XCCTCC freoiv der 5. und\n6. Notenzeile umzutauschen in statt J <?; 131, 16\nArist. pr. 19, 48 (wie 71, 5 richtig geschrieben steht);\n136, zweite Ziffernreihe 221, statt y ; 158, erste Tonleiter\ngcs cts, statt ges es', 270, 1 Notirung, statt Motivirung;\n273, 22 C,statt E\\ 274 Tabelle: Bassschlüssel,\nstatt Baritonschlüssel; 284 Notenzeile 4 : NZ. 6 :\nE; 370, 13 nicht, statt mit; 371, 6 Concentusl\n\nnicht vor. Wir ersuchen ihn freundlichst, auch diese neueste Schrift\nWestphal's in den Kreis seiner Beurtheilungen zu ziehen.\nDie Redaction.\n\nE. Krüger.\n\nEinige Briefe von Beethoven\n*).\n41\n**).\nLieber Meyer!\nIch bitte den Hrn. von-Seyfried zu ersuchen dass er\nheute meine Oper dirigirt, ich will sie heute selbst in der\nFerne ansehen und anhören, wenigstens wird dadurch\nmeine Geduld nicht so auf die Probe gesetzt, als so nahe-\nbei meine Musik verhuntzen zu hören. Ich kann nicht\nanders glauben, als dass es mir zu Fleiss geschieht,—von\nden blasenden Instrumenten will ich nichts sagen, aber\n• Lass alle pp. cresc., alle decresc. und alle/, ff.\naus meiner Oper ausstreichen, sie werden doch alle nicht\ngemacht. Mir vergeht alle Lust, weiter etwas zu schreiben,\nwenn ich's so hören soll. Morgen oder übermorgen\nhohle ich Dich ab zum Essen, ich bin heute wieder übel.\nDein Freund Beethoven.\nWenn die Oper übermorgen sollte gemacht werden,\nso muss Morgen wieder Probe im Zimmer davon seyn,\nsonst geht es alle Tage schlechter.\n48\n***).\nFür heute dürfte es wohl zu spät werden ich habe\nDeine Schrift von den E— nicht können eben zurück-\nerhalten bis jetzt, indem der H— wieder einige items\nund aber und alldieweilen anbringen wollte ich bitte\nDich, das ganze sich immer auf die wahre mir ange-\nmessene Ausübung meiner Kunst sich beziehen\nzu lassen, alsdann wirst Du am meisten meinem Herzen\nund Kopf zu willen schreiben. Die Einleitung ist, was ich\nin Westphalen habe, 600 Ducaten in Gold, 150 Ducaten\n\n*) Die Sammlung der „Briefe Beethoven's\" von Dr. L.\nNohl (vgl. Niederrh. Musik-Ztg. Nr. 31 vom 5. August d. J.) ent-\nhält im Verhältnisse zu der Gesammtzahl nicht viele, welche zum\nersten Male gedruckt erscheinen, darunter aber recht interessante,\nvon denen wir einige mittheilen.\n**) Nach einer Original-Abschrift des Herrn Prof. Dr. Eduard\nHanslick in Wien. Meyer, der Mann von Mozart's ältester\nSchwägerin Josepha, Witwe Hofer, war bei der ersten Aufführung\ndes Fidelio am 20. November 1805 und auch später Sänger des\nPizarro. f\n***) £)ieses Blatt von Beethoven's Hand aus der Autographen-\nSammlung des Herrn von Prokesch-Osten in Gmunden, der\ndiesen ersten Abdruck bereitwilligst gestattete, bezieht sich auf die\nBerufung Beethoven's nach Kassel durch den König Jerome von\nWestfalen. Bekanntlich sicherten der Erzherzog Rudolf, Fürst Kinsky\nund Fürst Lobkowitz darauf dem Meister ein Jahresgehalt von\n4000 Gldn. zu."}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "269", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.5", "texte": "Reisegeld und nichts dafür zu thun als die Concerte des\nKönigs [Jerome] zu dirigiren, welche kurz und eben nicht\noft sind nicht einmal bin ich verbunden eine Oper die\nich schreibe, zu dirigiren aus allem erhellt, dass ich\ndem wichtigsten Zwecke meiner Kunst grosse Werke zu\nschreiben ganz obliegen zu können auch ein Orchester\nzu meiner Disposition\nNB. Der Titel als Mitglied eines Mitgliedes des Thea-\nters bleibt weg —es kann nichts als Verdruss hervorbrin-\ngen in Rücksicht der Kaiserlichen Dienste so\nglaube ich, muss dieser Punkt delikat behandelt werden\n—jedoch nichts weniger als bey dem Verlangen des Titels\nKaiserl. Kapellmeister, sondern nur in Bücksicht dessen\neinmal durch ein Gehalt vom Hofe im Stande zu seyn Ver-\nzicht auf die Summe zu thun, welche mir jetzt die Herren\n[Erzherzog Rudolf, Fürst Kinsky und Fürst Lobkowitz]\nbezahlen, so glaube ich, dass dieses am besten ausgedrückt\nwird durch dass ich hoffe und dass es mein höchster\nWunsch sei einmal in Kaiserliche Dienste zu treten, ich\ngleich (Verzicht thun werde auf so) so viel weniger anneh-\nmen werde, nemlich: als die Summe beträgt die ich von\nseiner kaiserlichen Majestät erhalte\nNB. Morgen um 12 Uhr brauchen wir's, weil wir\nalsdann zum Kynsky gehen müssen ich hoffe Dich heute\nzu sehen.\n59.\nAn Ha mmer-Pu r gs t a 11 *).\nBeinahe beschämt durch Ihr Zuvorkommen und Ihre\nGüte, mir Ihre noch unbekannte schriftstellerische Schätze\nim Manuscript mitzütheilen, danke ich Euer Wohlgeboren\ninnigst dafür, indem ich beide Singspiele zurückstelle;\nüberhäuft in meinem künstlerischen Beruf gerade jetzt ist\nmir unmöglich, mich besonders über das indische Sing-\nspiel weiter zu verbreiten; sobald es meine Zeit zulässt,\nwerde ich Sie einmal besuchen, um mich über diesen Ge-\ngenstand sowohl als auch über das Oratorium die Sünd-\nfluth mit Ihnen zu besprechen. Bechnen Sie mich all-\nzeit unter die wahren Verehrer Ihrer grossen Verdienste.\nEuer Wohlgeboren mit Hochachtung ergebenster Diener\nBeethoven.\n61.\nAn die Baronin von Drossdick*).\nSie erhalten hier, verehrte Therese, das Versprochene,\nund wären nicht die triftigsten Hindernisse gewesen, so\nerhielten Sie noch mehr, uro Ihnen zu zeigen, dass ich im-\nmer mehr meinen Freunden leiste als ich ver-\nspreche. Ich hoffe und zweifle nicht daran, dass Sie sich\neben so schön beschäftigen als angenehm unterhalten\nletzteres doch nicht zu sehr, damit man auch noch unser\ngedenke. —Es wäre wohl zuviel gebaut auf Sie oder mei-\nnen W erth zu hoch angesetzt, wenn ich Ihnen zuschriebe\n»die Menschen sind .nicht nur zusammen wenn sie bev-\nsammen sind, auch der Entfernte, der Abgeschiedene lebt\nbei uns.\" Wer wollte der flüchtigen Alles im Leben leicht\nbehandelnden T. so etwas zuschreiben?\nVergessen Sie doch ja nicht in Ansehung Ihrer Be-\nschäftigung das Ciavier oder überhaupt die Musik im Gan-\nzen genommen. Sie haben so schönes Talent dazu, warum\nes nicht ganz kultiviren? Sie die für Alles Schöne und Gute\nsoviel Gefühl haben, warum wollen Sie dieses nicht an-\nwenden, um in einer so schönen Kunst auch das Vollkom-\nmenere zu erkennen, das selbst auf uns immer wieder\nzurückstrahlt?\nIch lebe sehr einsam und still. Obscbon hier und da\nmich Lichter aufwecken möchten, so ist doch eine unaus-\nfüllbare Lücke, seit Sie alle fort von hier sind, in mir ent-\nstanden, worüber selbst meine Kunst, die mir sonst so ge-\ntreu ist, noch keinen Triumph hat erhalten können. Ihr\nGlavier ist bestellt und Sie werden es bald haben. Wel-\nchen Unterschied werden Sie gefunden haben in der Be-\nhandlung des an jenem Abend erfundenen Themas und\nso wie ich es Ihnen letztlich niedergeschrieben habe! Er-\nklären Sie sich das selbst, doch nehmen Sie ja den Punsch\nnicht zu Hülfe. Wie glücklich sind Sie, dass Sie schon\nso früh aufs Land konnten! Erst am Bten kann ich diese\nGlückseligkeit gemessen. Kindlich freue ich mich darauf,\nwie froh bin ich einmal in Gebüschen, Wäldern, unter\nBäumen, Kräutern, Felsen wandeln zu können, kein Mensch\nkann das Land so lieben wie ich. Geben doch Wälder,\nBäume, Felsen den Wiederhall, den der Mensch wünscht!\nBald erhalten Sie einige andere Compositionen von\nmir, wobei Sie sich nicht zu sehr über Schwierigkeiten\n\n*) Dieser berühmte Orientalist hatte, wie ich aus Schindlers\nBeethoven-Nachlass (Gr. M. Nr. 41) ersehe, da Beethoven „einen\nindischen Chor religiösen Sinnes gewünscht habe\", bei der Ueber-\nsendung seines „persischen Singspiels, das mehr idealisch als musi-\ncalisch gedichtet worden sei\", und des Oratoriums bemerkt: „doch\nsollten Sie auch das Ganze nicht glücklich ausgeführt finden, so bin\nich doch überzeugt, dass die Tonkunst nur durch Beethoven's Ge-\nnius zu empören und Sündfluthen zu besänftigen vermag\". Das\nOriginal des Billets befindet sich im Besitze des Herrn Petter in\nWien. Das muthmaassliche Datum ist das Jahr 1809.\n*) Das Original des Briefes hatte Herr Hofmusiker Bär mann\nin München von der Adressatin selbst geschenkt erhalten, darauf es\ndieser auf ihren Wunsch zur Ansicht zugesandt, allein dasselbe nicht\nzurückerhalten, weil die Frau von Drossdick kurz nachher starb.\nIhren schriftlichen Nachlass erbte ihr guter Freund, der bekannte\nComponist Schachner in London. Herr Bärmann hatte nur eine\ngetreue Copie zurückbehalten, nach der unser Text ist. Für das\nDatum des Briefes habe ich bis jetzt einen Anhaltspunkt noch nicht\ngefunden."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "270", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.6", "texte": "klagen sollen. Haben Sie Göthes Wilhelm Meister\ngelesen, den von Schlegel übersetzten Shake-\nspeare? Auf dem Lande hat man so viele Müsse, es wird\nIhnen vielleicht angenehm sein, wenn ich Ihnen diese\nWerke schicke. Der Zufall fügt es, dass ich einen Be-\nkannten in Ihrer Gegend habe, vielleicht sehen Sie mich\nan einem frühen Morgen auf eine halbe Stunde bey Ihnen,\nund wieder fort. Sie sehen, dass ich Ihnen die kürzeste\nLangeweile bereiten will.\nEmpfehlen Sie mich dem Wohlwollen Ihres Vaters,\nIhrer Mutter, obschon ich mit Recht noch keinen Anspruch\ndarauf machen kann, ebenfalls dem der Base M. [Ma-\nthilde]. Leben Sie nun wohl, verehrte T., ich wünsche\nIhnen Alles was im Leben gut und schön ist, erinnern Sie\nsich meiner und gern vergessen Sie das Tolle seyn\nSie überzeugt, Niemand kann Ihr Leben froher, glücklicher\nwissen wollen als ich und selbst dann, wenn Sie gar kei-\nnen Antheil nehmen\nan Ihrem ergebensten Diener und Freund\nBeethoven.\nNB. Es wäre wohl sehr hübsch von Ihnen, in einigen\nZeilen mir zu sagen, worin ich Ihnen hier dienen kann?\n71.\nLieben Freunde*), ich gab mir die Mühe bloss hier-\nmit um recht beziffern zu können und dereinst Andere an-\nzuführen. Was Fehler angeht, so brauchte ich wegen mir\nselbst beinahe dieses nie zu lernen, ich hatte von Kindheit\nan ein solch zartes Gefühl dass ich es ausübte ohne zu\nwissen dass es so sein müsse oder anders sein könne.\n84.\nAn Zmeskall**).\nLieber Z. erst gestern erhalte ich schriftlich, dass der\nErzherzog seinen Antheil in Einlösungsscheinen bezahlt,\nich bitte Sie nun mir ohngefähr den Inhalt aufzuschrei-\nben, wie Sie Sonntag sagten, und wir es am besten glaub-\nten, um zu den andern 2 zu schicken, man will mir ein\nZeugniss geben, dass der Erzherzog in E. S. bezahlt, ich\nglaube aber, dass dieses unnöthig, um so mehr, da die\nHofleute trotz aller anscheinenden Freundschaft für mich\näussern, dass meine Forderungen nicht gerecht wären!!!!!\nO Himmel hilf mir tragen; ich bin kein Herkules, der dem\nAtlas die Welt helfen tragen kann oder gar statt seiner.\nErst gestern habe ich ausführlich gehört, wie schön\nHerr Baron von Kraft von mir bei Zisius gesprochen, ge-\nurtheilt, lassen Sie das gut sein lieber Z., lange wirds\nnicht mehr währen, dass ich die schimpfliche Art hier zu\nleben weiter fortsetze, die Kunst die verfolgte, findet über-\nall eine Freistadt; erfand doch Dädalus eingeschlossen im\nLabyrinthe die Flügel, die ihn oben hinaus in die Luft\nemporgehoben, o auch ich werde sie finden diese Flügel.\nGanz Ihr Beethoven.\nWenn Sie Zeit haben, schicken Sie mir das vorver-\nlangte Formular noch diesen Morgen,—für nichts, wahr-\nscheinlich für nichts zu erhalten, mit höfischen Worten\nhingebalten, ist diese Zeit so schon verlohren worden.\n94.\nAn die Fürstin Kinsky in Prag*).\nVerehrte Fürstin!\nDa der Fürstliche Rath erklärte, dass meine Sache\nerst nach einer Wahl eines Vormundes könne vorgenom-\nmen werden, ich nun aber höre, dass Ihre Durchlaucht\nselbst die Vormundschaft in höchst eigener Person über-\nnommen haben, Sie aber Niemanden sprechen, so lege ich\nhier schriftlich meine gehorsamste Bitte an Sie bei, und\nbitte zugleich um eine sehr baldige Beförderung; denn\nleicht werden Sie sich vorstellen können, wenn man einmal\nauf etwas sicher rechnet, es schmerzlich ist, solches so lange\nentbehren zu müssen, um so mehr, da ich einen unglück-\nlichen kranken Bruder samt seiner Familie gänzlich unter-\nstützen muss**), und mich ohne Rücksicht meiner selbst\nganz ausgegeben, indem ich hoffen konnte, durch die Er-\nhebung meines Gehalts wenigstens meines Lebens Unter-\nhalt zu bestreiten. Wie wahrhaftig übrigens meine Forde-\nrungen sind, können Sie daraus sehen, dass ich die 60\nDucaten, welche der Hochselige Fürst mir in Prag auf\nAbschlag derselben gegeben, getreulich angegeben, indem\n\n*) Nach dem Original des Herrn Bank-Vorstehers Ott-Ustri\nin Zürich. Dasselbe steht auf einem Notenblatt (Quer-Folio), das die\nSeitenzahl 22 trägt, also offenbar aus einem grösseren Hefte geris-\nsen ist. Auf der anderen Seite (21) befindet sich von Beethoven's\nHand geschrieben eine Anweisung über den Gebrauch der Quarte\nbei Vorhalten, nebst fünf Noten-Beispielen. Also wird das Blatt wohl\naus einem jener Hefte sein, sich Beethoven aus verschiedenen\nLehrbüchern zusammenschrieb, um danach den Erzherzog Rudolf zu\nunterrichten. Desshalb habe ich jene Aeusserung Beethoven's gerade\nhieher gestellt.\n**) 19. Februar 1812. Bekanntlich war im Jahre 1811 das Fi-\nnanz-Patent in Oesterreich erschienen, wonach der Werth des Geldes\nauf ein Fünftel herabgesetzt wurde. Dies traf auch das Gehalt, das\nBeethoven von Erzherzog Rudolf, Fürst Kinsky und Fürst Lobko-\nwitz bezog. Der erstere liess seinen vollen Antheil sogleich auf Ein-\nlösungsscheine stellen. Lobkowitz folgte auf Beethoven's Ersuchen\nbald nach, nur mit Kinsky gab es durch dessen Tod später bedeu-\nte ade Schwierigkeiten.\n*) Das Original im Besitze des Herrn Dr. Schebeck in Prag,\nder auch die Copie selbst besorgt hat.\n**) Vgl. den Brief an Ries vom 22. November 1815: „Er hatte\neinige Jahre die Lungensucht, und um ihm das Leben leichter zu\nmachen, kann ich wohl das, was ich gegeben, auf 10,000 Fl. W. W.\nanschlagen.\""}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "271", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.7", "texte": "der Fürstliche Rath selbst sagte, dass ich diese erhaltene\nSumme hätte verschweigen können, da vom Hochseeligen\nFürsten weder ihm noch dem Kassier etwas darüber zu\nwissen gemacht worden.\nVerzeihen Sie mir Ihnen in dieser Sache beschwerlich\nfallen zu müssen, allein die Noth gebeut es mir, in einigen\nTägen werde ich mir die Freiheit nehmen mich deswegen\nbei dem Fürstlichen Herrn Rath oder wo Sie mir es*sonst\ndie Gnade haben werden, mir es anzuzeigen, anfragen.—\nVerehrte Durchlauchtige Fürstin\nIhr Ergebener Diener\nLudwig van Beethoven.\n124.\nMein werther Zmeskall!*)\n, • '\nMit Schrecken sehe ich erst heute, dass ich den An-\ntrag wegen einem Oratorium für die Gesellsch. der Musik-\nfreunde der Oester. Kaiserstaaten zu schreiben noch nicht\nbeantwortet habe.\nDer Tod meines Bruders vor 2 Monaten, die mir da-\ndurch zugefallene Vormundschaft über meinen Neffen ist\nmit vielerlei andern Verdriesslichkeiten und Ereignissen\ndie Ursache meines so spät kommenden Schreibens. Unter-\ndessen ist das Gedicht von H. v. Seyfried schon angefan-\ngen, und ich werde ebenfalls bald dasselbe in Musik setzen.\nDass mir der Auftrag sehr ehrenvoll ist, brauche ich Ihnen\nwohl nicht zu sagen; das versteht sich von selbst und werde\nich suchen, mich desselben, so sehr es mir immer meine\nschwachen Kräfte erlauben, so würdig als möglich zu ent-\nledigen.\nIn Rücksicht der Kunstmittel, was die Aus-\nführung betrifft, werde ich zwar Rücksicht nehmen, wün-\nsche aber nicht, dass es mir nicht vergönnt sein soll, von\nden hierin bereits eingeführten abzugehen.\nIch hoffe, mich hierüber verständlich ausgedrückt zu haben.\nDa man durchaus wissen will, welches Honorar ich ver-\nlange, so frage ich auch an, ob die Gesellschaft 400 Du-\ncaten in Gold wenigstens einem solchen Werke wird an-\ngemessen finden. Ich bitte die Gesellschaft noch einmal\num Verzeihung wegen Verspätung meiner Antwort, indes-\nsen haben Sie wenigstens, lieber Freund, meine Bereit-\nwilligkeit, dieses Werk zu schreiben, auch schon mündlich\nberichtet, welches mich einigermaassen beruhigt**).\nMein werther Z.\nIhr Beethoven.\n\n*) Nach der Copie in der Fischhof sehen Hdschr. auf der ber-\nliner Bibliothek Das Datum ergibt sich aus der Erwähnung des\nTodes des Bruders als etwa Januar 1816. Der Antrag war am 9.\nNovember 1815 gemacht worden.\n**) Die Fischhof'sche Hdschr. fügt hinzu: „Die Stelle in Rück-\nSicht der Kunst mittel u. s. w. bedarf einer Erläuterung. Herr\nY. Z. hatte zugleich die Weisung erhalten, den genialen Tonsetzer,\nder auf die Schwierigkeit der Ausführung seiner Werke wenig Rück-\nsicht nahm, aufmerksam zu machen, dass er auf die Grösse des Or-\nchesters, welches sich bei den grossen Concerten auf 700 Köpfe be-\nlief, nothwendig werde Rücksicht nehmen müssen. Da sich die Ge-\nsellschaft nur den ausschliessenden Gebrauch für ein Jahr, nicht\ndas Eigenthum selbst bedingen wollte und überdies die besondere\nHonorirung des Gedichtes übernommen hatte, auch ihre Geldmittel\nzu Rathe ziehen musste, erwiederte sie dem Tonsetzer, dass sie be-\nreit sei, ihm für den bedungenen Gebrauch 200 Ducatcn in Gold zu\nzahlen. B. war, ohne die geringste Einwendung zu machen, zufrie-\nden und erhielt nach seinem Wunsche einen Vorschuss, dessen Em-\npfang er 1819 bestätigte. B. nahm das zuerst gewählte Gedicht je-\ndoch nicht in Arbeit; er wünschte ein anderes. Die Gesellschaft\nliess ihm ganz freie Wahl. Herr Bernard übernahm es, ein neues\nzu liefern. B. vereinigte sich mit ihm über den Gegenstand, aber\nHerr Bernard, mit anderen Geschäften überhäuft, konnte es nur\nstückweise liefern. B. aber wollte nicht anfangen, bis er das Ganze\nvor sich hätte.\"\n\nJahres-Uebersicht der Theater in München.\nDas mit dem letzten Juni abgelaufene Theaterjahr\nzeichnete sich aus durch die weil ausgedehntere Berück-\nsichtigung des classischen Drama's und die entschiedene\nBegünstigung der Wagner'sehen Oper. Beide haben\nihren Entstehungsgrund in der Vorliebe, welche der junge\nKönig lür diese beiden Geschmacksrichtungen hegt und\nbethätigt. Die erste dieser Erscheinungen fand ihren Aus-\ndruck hauptsächlich in dem viermonatlichen Gastspiele des\nFräuleins Jariauschek, zufolge dessen nicht weniger als\n21 classische Dramen („Iphigenia\", „Phädra\", „Medea\",\n„Brunhilde\", „Graf Essex\", „Macbeth\", „Maria Stuart\",\n„Götz von Berlichingen\", „Braut von Messina\", „Emilia\nGalotti\", „Wintermärchen\", „Cabale und Liebe\", „Jung-\nfrau von Orleans\", „Don Carlos\", „Torquato Tasso\",\n„Richard III.\", „Antigone\", „Die Piccolomini\" , „Wallen-\nstein's Tod\", „Egmont\" und „Sappho\"), und zwar sechs\ndavon zwei Mal zur Aulführung gelangten. Ausserdem ging\ndaraus die unverkennbare Intention hervor, die Dichtungen\ndieser Gattung besser als bisher und möglichst unverkürzt\nzur Darstellung zu bringen; so wurden z. B. in völlig un-\nverkürzter Form „Don Carlos\" und die Wallenstein-Tri-\nlogie gegeben.\nVon den 142 Opern, Singspielen und Balletten ge-\nhörten etwa zwei Drittel der deutschen und ein Drittel der\nausländischen Production an. Es wurden zur Aufführung\ngebracht: 12 Mal Mozart („Figaro's Hochzeit\" 4 Mal,\n„Der Schauspiel-Director\" 3, „Don Juan\", „Titus\" je 2,\n„Die Zauberflöte\" 1 Mal); Meyerbeer („Der Prophet\"\n5, „Die Hugenotten\" 4, „Der Nordstern\" 3 Mal); 10\nMal Wagner („Tristan und Isolde\" 4, „Tannhäuser\",\n„Der fliegende Holländer\", je 3 Mal, „Musicalische Auf-\nführung Wagner'scher Gesangstücke\" 1 Mal); Lortzing"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "272", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18650826-01.1.8", "texte": "(„Der Waffenschmied\" 7, „Czaar und Zimmermann\" 2,\n„Der Wildschütz\" 1 Mal); 9 Mal Weber („Der Frei-\nschütz\" 6, „Oberon\" 3 Mal); 7 Mal Gounod, „Faust\";\n6 Mal A über („Die Stumme von Portici\", „Derscbwarze\nDomino\" je 2, „Des Teufels Antheil\", „Maurer und\nSchlosser\" je 1 Mal); 5 Mal Schenk, „Der Dorfbar-\nbier\" ;Boieldieu („Rothkäppchen\" 4, „Die weisseDame\"\n1 Mal); Maillart, „DasGlöckcben des Eremiten\"; 4 Mal\nFlotow, „Martha\"; Donizetti („Die Tochter des Regi-\nments\" 3, „Lucrezia Borgia\" 1 Mal); 3 Mal Gluck („Or-\npheus und Eurydice\" 2, „Iphigenia in Aulis\" 1 Mal);\nConradi, „Rübezahl\"; Herold, „Zampa\"; Cheru-\nbini, „Der Wasserträger\"; Verdi, „Der Troubadour\";\n2 Mal Kreutzer, „Das Nachtlager in Granada\"; Ni co-\nlai, „Die lustigen Weiber von Windsor\"; David, „Lalla\nRookh\"; M£hul, „Joseph in Aegypten\"; Schubert, „Der\nhäusliche Krieg\"; Grisar, „GuteNacht, Herr Pantalon\";\n„Die Jüdin\"; Bellini, „Norma\".\nAn namhaften Balletten gingen überhaupt 19 Vor-\nstellungen über die Bühne.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nBielefeld. Der hiesige Musikverein hat Fräulein Frida\nSchön heim als Concertsängerin auf zwei Jahre angestellt. Die\njunge Künstlerin, bereits in Berlin eine Schülerin des hiesigen Mu-\nsik-Directors Alb. Hahn, hat diesen Sommer in den Bädern Oeyn-\nhausen und Pyrmont mit der Pianistin Frau Hahn mit grossem\nBeifalle concertirt.\nDer Componist Lassen hat seine Stellung als Musik-Director\nam Weimarer Hoftheater verlassen.\nIm Hinblicke auf den Mangel an brauchbaren und wirksamen\nneuen Bühnenstücken hat die Direction des hamburger\neinen Preis von 50 Stück hamburger Ducaten für das beste, ihr\neingesandte, den unten bemerkten Bedingungen entsprechende Origi-\nnal-Lustspiel und einen Preis von ebenfalls 50 Stück hamburger\nDucaten für das beste bürgerliche Original-Schauspiel ausgesetzt.\nJedes dieser Stücke muss in der Darstellung einen so genannten\nTheaterabend, also mit Einschluss der Zwischenacte einen Zeitraum\nvon drei Stunden ausfüllen und sowohl den ästhetischen wie den\ntheatralischen Anforderungen möglichst Genüge leisten. Die Einsen-\ndung hat spätestens bis zum 16. November d. J. zu erfolgen. Jedes\nManuscript muss ein Motto tragen und ist ihm ein mit gleichlauten-\ndem Motto versehenes, verschlossenes Couvert mit dem Namen und\nWohnorte des Verfassers beizufügen. Die Entscheidung soll unpar-\nteiischen und erfahrenen Männern überwiesen werden, und auch für\nJen Fall, dass keines der eingesandten Stücke des ersten Preises\nwürdig erschiene, dennoch das gelungenste derselben ein Accessit\nvon 25 Stück hamburger Ducaten erhalten. Ausserdem werden den\nIterren Verfassern für jede Wiederholung eines Preisstückes fünf\nProcent von der Netto-Einnahme als Tantieme zugesichert.\nWien. Die Symphonie-Concerte, welche Herr Carlberg im\nlilumensaale veranstaltet, haben am 1. August ihren Anfang genom-\nmen. Herr Carlberg dirigirt ziemlich gut, nur etwas unruhig; das\nOrchester scheint gute Elemente zu enthalten und kann, wenn es\nsich erst eingespielt haben wird, recht Anerkennenswerthes leisten.\nDas Unternehmen ist an sich ein lobenswerthes, denn da der Ein-\ntritt nur 30 Kr. beträgt, so kann auch der wenig Bemittelte gute\nMusik hören und seinen Geschmack ausbilden. Für jeden Abend\nwird sich aber schwerlich ein Publicum finden, welches an so ern-\nster Musik Gefallen findet.\nDie besonders an älteren Opern reichhaltige musicalische Biblio-\nthek des verstorbenen Barons Prandau ist in den Besitz des Herrn\nRudolf Hirsch übergegangen. Der neue Besitzer, der stets bereit\nist, Kunstfreunden mit zwei seiner Sammlungen dienlich zu sein,\nnimmt in seiner Wohnung, Heinrichshof, täglich zwischen 3—4 Uhr\nVerkaufs-Angebote für Musicalien jeder Art entgegen.\nDie Verheirathung der Tochter Offenbach's mit Herrn Karl\nComte wurde in Etretat unter Beisein vieler literarischer und\nkünstlerischer Celebritäten nach protestantischem Ritus gefeiert.\nOpfenbach schrieb zu diesem Anlasse eine kirchliche Musik für drei\nStimmen mit Orgel und Ciavier. Die Sänger waren Fräulein Wert-\nheimber, die Herren Roger und Guyot."}]}