{"numero_id": "bm-bmtnabi-1866-02-24-01", "volume": "bmtnabi_1866-02-24_01", "ocr_sha256": "982a2cf7bc73a715e7048e5a4608899f2160da5e877cfa2ff91c460f606d72fc", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1866/02/24_01/bmtnabi_1866-02-24_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1866-02-24-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-02-24_01#c001", "volume": "bmtnabi_1866-02-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "57", "page_fin": "57", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "57", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 491, "texte": "Inhalt.\nPariser Briefe (Theätre des Fantaisies — »Die Braut von Abydos\" von Barthe — „Leonora\" von Mercadante). —\nDas Orchester der grossen Oper — Concerte im Conservatoire, zweite Reihe — Concerts populaires). Von B. P. — Für Orgel. Ch. H.\nRinck's Präludien. Zweite Auflage. Von H. K. Nachschrift. Von L. B. — Beethoven's Werke. — Aus Florenz (drei Matineen von Jean\nBecker). — Die Gebrüder Müller in Paris.—VIII. Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich. — Tages- und Unterhaltungsblatt."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-02-24-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-02-24_01#c002", "volume": "bmtnabi_1866-02-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "57", "page_fin": "60", "image_debut": 1, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.2.2", "titre_corps": "Pariser Briefe.", "titre_sommaire": "Pariser Briefe.", "signature_source": "B. 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Es kommt\nnun nur darauf an, was in dem zierlichen Saale auf der\nBühne zum Vorschein kommt. Die Direction will, wie es\nscheint, nicht weniger als Alles, aber in engem Rahmen\ngeben; so brachte z. B. der Einweihungs-Abend nach\neiner Erscheinung der „Phantasie\", die einen Prolog de-\nclamirte, drei Stücke: eine C ein pan-\ntomimisches Ballet und eine Operette von\nDonizetti. Somit wird das neue Unternehmen weniger den\nBouffes parisiens,als den auf dem\nBoulevard du Temple Concurrenz machen. Wie lange?\nDas wissen die Götter! Doch hat es im neuen Jahre an\nder Operette: Les deux Arlequins fürs Erste ein Zugstück\ngefunden, dessen komischer Inhalt nach Art der älteren\nitaliänischen Comedia dell' arte die Lachlustigen amusirt\nund durch die Musik von Emil Jonas recht artig illustrirt\nwird.\nDie Neuigkeit des Theätre lyrique: „La fiancee d'Aby-\ndos\", ist eine Preis-Oper, welche auf einen von der Jury,\ndie über das römische Stipendium zu entscheiden hat, ge-\nlieferten Text von den Stipendiaten geschrieben werden\nmusste, von denen Adrien Barthe den Sieg errungen.\nDie ganze Einrichtung ist zopfmässig, denn was soll denn\nein junger Musiker jetzt, in Rom holen, ausser dem Segen\ndes heiligen Vaters zu seinem guten Willen, bonae volun-\ntati? Will er über Deutschland zurückreisen, so gehört\ndazu erst noch eine besondere Erlaubniss der Schiedsrich-\nter des Prix de Rome,weil das Statut bestimmt, dass das\nfranzösische Geld nur in Rom verzehrt werden darf. Also,\nder Text, in diesem Falle nicht bloss zu einer Cantate,\nsondern zu einer vieractigen Oper, wird geliefert, somit\nist denn der Componist für Missgriffe bei der Wahl nicht\nverantwortlich. Dieses Mal hat der Dichter seinen Stoff\naus Byron's Gedicht genommen; er folgt dem englischen\nRomantiker aber nur bis zur Hälfte der Handlung, Mord\nund Tod schien ihm für das liebende Paar gar zu gräss-\nlich, und so dreht er die Sache so, dass Suleika und Se-\nlim sich „kriegen\", wie es sich in einer ordentlichen Ko-\nmödie zur Befriedigung der Galerie ziemt. Wie das nach\ndem Inhalt des Gedichtes von Byron möglich sei, darüber\ngeräth ein französischer Librettist unserer Tage so leicht\nnicht in Verlegenheit. Selim wird nicht in dem Augen-\nblicke, wo er zu den Füssen Suleika's liegt, erschossen,\nsondern entflieht, sammelt eine Schar und besiegt den\ngrausamen Giaffir. Dieser hat aber seine Tochter vorher\nzur Vermählung mit einem Anderen gezwungen: allein\nSuleika's plötzlicher Tod hat das Fest unterbrochen. Selim\ndringt in den Palast, wo Giaffir, um sich an seiner Ver-\nzweiflung zu weiden, ihm die Leiche Suleika's zeigt.\nDarauf mischen beide Männer einen Gifttrank, weil ihnen\nfortan das Leben unerträglich ist; der Alte trinkt hastig,\nSelim ist glücklicher Weise etwas vorsichtiger wie Romeo,\nund als er den Becher ansetzt erwacht Suleika, denn\nsie hat durch eine getreue Sclavin nur den Duft einer\nBlume eingeathmet, der sie scbeintodt gemacht hat! Da\nhaben wir Manzenillenbaum, Byron, Shakespeare e tutti\nquantiin französischer Rüche zu einem dramatischen Ra-\ngout zurecht gemacht."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "58", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5400, "texte": "Bei alledem lässt sieh nicht läugnen, dass dem Cora-\nponisten manche Situationen, zum Theil freilich Theater-\ncoups, dargeboten werden, die musicalisch genannt wer-\nden können. Barthe hat Talent, das leuchtet aus den mei-\nsten Nummern seiner Partitur hervor, und als einen Erst-\nling, dessen Geburt noch viele äussere Hindernisse durch-\nbrechen musste, ehe er das Licht der Lampen erblickte,\nkann man die Oper als eine gute Vorbedeutung für die Zu-\nkunft des Gomponisten anerkennen. Das ist aber auch\nAlles. Dem wirklichen Erfolge—der gemachte bleibt hier\nbekanntlich nur selten aus—schadete, wie so oft, der un-\nbedachte Eifer der Freunde, die in dem Werke das Mor-\ngenroth einer neuen Sonne am dramatisch-musicalischen\nHorizonte verkündeten. Die Decorations- und Ausstat-\ntungspracht war glänzend.\nDie Italiäner brachten am 8. Januar die Oper\n„Leonora\" von Mercadante, die uns Preussen in Paris\nwie ein Carnevalsstück vorkam, nicht der Musik, sondern\ndes Stückes wegen. Kannst Du Dir etwas Romischeres\ndenken, als die italiänischen Sänger im Jahre 1866 in\nden preussischen Uniformen aus der Zeit des grossen\nFriedrich? Der dicke Scalese als Wachtmeister, der sen-\ntimental schmachtende Delle Sedie als alter, halb zerschos-\nsener General von adeligem Vollblut, Fraschini als Husa-\nren-Lieutenant— sie kamen uns alle wie Jahrmarkts-Sol-\ndaten mit hölzernen Säbeln vor. Nicht etwa von einer\nLeonore-Fidelio, oder einer Leonore-Loreley ist hier die\nRede, sondern unser guter, altpreussischer Patriot Holtei\nhat bei dieser durch italiänische Taufe nationalisirten\nLeonore Gevatter gestanden, und nichts ist daran verän-\ndert, als dass der Pastor „Bürger\" in einen Arzt „Bür-\nger\" verwandelt worden ist, wobei der Librettist durch\nBeibehaltung des Namens Bürger denn auch gelegentlich\nseine Kenntniss von Bürger's unsterblicher Ballade be-\nkundet. Nun, dass diese auf das alte Preussentbum be-\ngründete Handlung, die sich mit sehr gewöhnlicher Musik\nvier Acte hindurch schleppt, dem pariser Publicum sehr\nlangweilig vorkam, wer kann ihm das verdenken? Die\nOper soll übrigens schon seit 1844 existiren und zu ihrer\nZeit in Italien Erfolg gehabt haben, woran wir indess\nstark zweifeln möchten, denn auch die Musik ist langweilig.\nMercadante ist allerdings ein sehr achtungswerther\nMusiker und gilt, was das Wissen und das Handwerk der\nFactur betrifft, für den tüchtigsten der jetzt in Italien le-\nbenden Gomponisten. Als Director des Conservatoriums\nzu Neapel, gelehrter Contrapunktist, Vertreter der ernsten\nKunstgattungen nimmt er in seinem Vaterlande die ehren-\nvollste Stellung ein; bei allen Feierlichkeiten, welche na-\ntionale Bedeutung haben und durch die Musik verherrlicht\nwerden, glänzt sein Name, und eine Menge von Schülern\nwandert nach Neapel, um von ihm zu lernen. Trotz alle-\ndem wird sein Name durch seine Compositionen nicht auf\ndie Nachwelt kommen, wenngleich von seinen Opern II\nGiuramento, Elisa e Claudio, zu\nihrer Zeit Erfolg gehabt haben, denn es fehlt jhm der\ngöttliche Funke des Genies, er hat es nicht zu einem mu-\nsicalischen Charakter gebracht, mit Einem Worte: er ist\nkeine künstlerische Individualität. Dennoch ist sein Wir-\nken nicht ohne Einfluss auf die italiänische Musik gewesen:\ner nöthigte als Nebenbuhler Donizetti's, der ihn freilich\nan Erfindungsgabe bei Weitem überragte, diesen, seine\nPartituren etwas tiefer zu arbeiten, als er Anfangs that,\nund auch das Gegengewicht, das er gegen Verdi's Excen-\ntricität in die Wagschale legte, wird in Italien anerkannt.\nDie „Leonora\" gehört nun aber zu seinen schwächsten\nWerken, und man begreift nicht recht, was die Direction\nbewogen hat, diese dürre Pflanze, die niemals recht ge-\nsund geblüht haben kann, auf den pariser Boden zu ver-\nsetzen. Die Aufführung war theilweise gut; Signorina\nVitali, die sich in dieser Saison, wenigstens bis zur Ankunft\nder Adelina Patti, zum Liebling des Publicums gemacht\nhat, war vortrefflich, eben so Fraschini, der aber auch\nschon zu schreien beginnt, und Scalese; bei Delle Sedie\nbildete freilich das schmachtende ewige messa voce er\nkann nicht mehr anders singen—einen sonderbaren Con-\ntrast mit dem Charakter des hartherzigen Vaters, den er\ndarzustellen hatte, was bei uns Deutschen unter den Zu-\nhörern nicht wenig zur carnevalistischen Auffassung des\nGanzen beitrug.\nAm Montag den 12. Februar trat Adelina Patti\nals Linda di Chamounix zum ersten Male in dieser Saison\nwieder auf; trotz der erhöhten Preise war das Haus über-\nvoll, und die Huldigungen des Publicums, die der liebens-\nwürdigen Künstlerin dargebracht wurden, waren aufrich-\ntig, obschon sich mehrere Blätter beeifern, die Sache an-\nders darzustellen, und sich nicht entblöden, die offenbare\nWahrheit zu entstellen. Man könnte mit einer Parodie\nauf Rocco's Antwort in Fidelio sagen: „Diese Adelina\nmuss eine sehr geringe Künstlerin sein oder grosse Feinde\nhaben, denn das kommt auf Eines heraus.\" Da schwatzen\nsie von Abnahme an Schönheit und Stimme und bedauern\naus reiner Menschenliebe das „arme reiche Kind\", das so\nviel umher reisen muss und doch nichts für die wahre\nKunst und ihre Organe übrig hat! Ja, ja, wer nicht\nwüsste, wie's gemacht wird!\nIn der grossen Oper hat man neuerdings „Le Dieu\net la Bayadere\" von Scribe und Auber wieder aufgenom-\nmen, eine Nachfolgerin der „Stummen von Portici\" auch\ndarin, dass die Hauptrolle einer Oper nicht einer Sängerin,\nsondern einer Tänzerin zugetheilt ist. Die berühmte"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "59", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5351, "texte": "Taglioni mag allerdings vor sechsunddreissig Jahren\ndie erste Vorstellung fand 1830 Statt dieser Zwitter-\ngattung von Oper und Ballet einen besonderen Reiz gege-\nben haben, jetzt aber, wo dieser Nimbus fehlt, treten die\nmusicalischen Schwächen um so mehr hervor.\nWir haben im vorigen Jahre die Lage der Orchester-\nMitglieder an der grossen Oper geschildert und ihrer Pe-\ntition um bessere ökonomische Stellung erwähnt. Ab-\nschlägig darauf bescbieden, haben sie zwar keinen wirklichen\nStrike mit förmlicher Arbeitseinstellung ins Werk gesetzt,\naber seit dem 1. Januar durch Verabredung einen solchen\nMangel an Aufmerksamkeit, Präcision und Ausdruck im\nSpiel bei allen Vorstellungen, zuletzt auch in der „Africa-\nnerin\", an den Tag gelegt, dass der Minister Vaillant die\nHerren von den ersten Pulten zu sich beschieden und ihnen\neröffnet haben soll, dass sie den Wahn aufgeben müssten,\ndie Regierung werde auf dergleichen Demonstrationen\nachten; schon längst wäre eine Erhöhung des Orchester-\nBudgets um 40,000 Francs beschlossen, auch die Frage\n„studirt\" worden, und sie würde längst zur Entscheidung\ngekommen sein, wenn das Orchester nicht „die ärgerliche\nIdee gehabt hätte, das Publicum und die Presse zu Ver-\ntrauten seiner Schritte zu machen\". Wenn sie sich be-\nruhigten, so könnte die Frage von Neuem studirt werden,\nallein vor Allem müsste der ärgerliche Zustand der Dinge\nso bald wie möglich beseitigt werden, um einem bedauerns-\nwerthen Conflicte vorzubeugen. Ein Pröbchen des jetzi-\ngen Systems auch in dem Ressort der Verwaltung der\nKünste! Die Presse soll durchaus aufhören, sich in Alles\nzu mischen!\nEine überraschende Neuigkeit für die Besucher der\nConservatoire-Concerte ist jetzt nicht etwa diese oder jene\nSinfonie, sondern der Saal selbst. Endlich hat man sich\nzu theilweisem Umbau im Innern, mehr aber noch zur\ndecorativen Restauration und zur Herstellung grösserer\nBequemlichkeit und Eleganz entschlossen. Wie durch einen\nZauber hat sich das düstere, schmutzige, eingeräucherte\nLocal in einen von Gas und glänzenden Draperieen strah-\nlenden Saal mit bequemen Fauteuils und Polstersitzen\nstatt der engen hölzernen Klappbretter verwandelt, und\nwas die Hauptsache ist die Akustik hat nicht nur\nnichts verloren, sondern noch gewonnen, da bisher an\nmanchen Stellen des Zuhörerraumes der Ton der Blech-\nInstrumente zu stark nachhallte. Die Einweihung fand\ndurch Aufführung der Ouvertüre eines Zöglings des\nConservatoires, eines kleinen Lustspiels der Schüler der\nClasse der Declamation und der Cantate eines Stipendiaten\nStatt. Die Versammlung war eine glänzende. Da durch\ndie neuen Einrichtungen eine Anzahl der bekanntlich\nschmal genug zugemessenen Plätze weichen musste, so hat\ndie Concert-Gesellschaft ein zweites Abonnement eröffnet,\nwelches mit Aufnahme der schon seit einigen Jahren be-\nstehenden drei ausserordentlichen Concerte eine neue\nReihe von Aufführungen bildet, zu denen man sich, wie\nvorauszusehen war, von allen Seiten gedrängt bat, zumal\nda viele Kunstfreunde seit Jahren auf einen Sitz harrten,\nder ihnen bis jetzt nur durch Vererbung zu Tbeil werden\nkonnte.\nDas erste Concert dieser neuen Reihe brachte im Ja-\nnuar zur Eröffnung die iL-6?ttr-Sinfonie von Beethoven.\nBekanntlich dirigirt jetzt Herr Hainl die Aufführungen;\ndas prächtige Werk wurde recht schön gespielt, allein mit\ndem genommenen Tempo des reizenden Allegretto wird\nsich Niemand befreunden können; es war viel zu schnell,\nso dass namentlich die wunderschönen Mittelsätze nicht\nden Eindruck machten, den ihre bezaubernden Melodieen\nsonst niemals verfehlen können. Interessant und so gut\nwie neu war ein Gesangstück von Meyerbeer: „Adieu aux\njeunes maries\",für zwei Chöre ohne Begleitung des Or-\nchesters. Es ist vor einigen Jahren einmal in den Concer-\nten des jeunes artistes, welche Pasdeloup dirigirte, gemacht\nworden, wurde jetzt aber ganz vorzüglich gut ausgeführt\nund musste wiederholt werden. Für einen geübten Chor\nist die Aufführung leicht: der Männerchor beginnt, die\nFrauenstimmen nehmen die Melodie auf, dann vereinigen\nsich beide Chöre und schliessen mit einem eindrucksvollen\nDecrescendo bis zum Pianissimo. Die Composition hat\neinen einfacheren Charakter, als man sonst bei MeyCrbeer'-\nschen Chören gewohnt ist; es ist eine echte Serenade.\nAusserdem wurden noch der Jagd- und der Winzerchor\naus Haydn's „Jahreszeiten\", Mendelssobn's „Fingalshöhle\"\nund Weber's Freischütz-Ouverture schwungvoll ausge-\nführt. Als Merkwürdigkeit ist noch zu erwähnen, dass ein\nkritisches Blatt, die Revue et Gazette musicale, bei die-\nser Gelegenheit zum ersten Male missbilligend bemerkt,\ndass man in den geweihten Kunsthallen des Conservato-\nriums keine Oratorienmusik von Hände! zu hören be-\nkomme.\nDie Concerts populaires im Cirque Napoleon haben\nauch diesen Winter ihren erfreulichsten Verlauf. Ihr Di-\nrigent Pasdeloup versteht es, in seinen Programmen den\npariser Geschmack niemals ganz ausser Acht zu lassen\nund doch daneben sein schönes Ziel, die hiesigen Dilet-\ntanten und die Menge, die den Circus füllt, nach und\nnach für den Genuss der Werke der deutschen Meister\nheranzubilden, unablässig zu verfolgen. In dieser Saison\nhat er denn auch zum ersten Male eine Sinfonie von Gade\ngebracht, und zwar eine ganze, da die Rücksicht auf sein\nPublicum ihn freilich immer noch zwingt, oftmals nur\nFragmente zu geben, wie z. B. ebenfalls in diesem Win-\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "60", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2159, "texte": "ter das Adagio aus Rubinstein's Ocean-Sinfonie, das\naber vom Publicum sehr kalt aufgenommen wurde. Ein\nAndante von Gade hatte im vorigen Jahre ein günstigeres\nSchicksal, und so wagte es Pasdeloup jetzt mit der ganzen\nSinfonie Nr. IV. Sie ärntete mässigen Applaus, allein die\nKritik liess ihr Gerechtigkeit widerfahren und erkannte\ndem Werke ausgezeichnetes Verdienst zu, wenngleich es\nnicht geeignet sei, eine enthusiastische Theilnahme zu er-\nregen. „Man darf Gade\" sagt der Berichterstatter der\nRevue „nicht mit Mozart und Beethoven oder Vater\nHaydn zusammenstellen, er steht vielmehr Mendelssohn\nnäher, dessen noble Eleganz und poetisches Colorit er zum\nTheil repräsentirt. Seine Ideen sind fast immer in eine\nArt von Nebel gehüllt, man sehnt sich nach einem Son-\nnenstrahl: er leuchtet auch wohl ein oder das andere Mal,\naber er glänzt und erwärmt nur wenig. Einen wahren\nGenuss gewährt die ruhig schöne, fast jungfräuliche Form\ndieser Musik im Gegensatze mit den meisten anderen Pro-\nducten neuerer Zeit. Das Allegro und Scherzo haben uns\nam meisten angesprochen; im Scherzo weht ein aristokra-\ntischer Duft, das Wort im besten Sinne genommen.\"\nEine andere, nicht bloss für das hiesige Publicum\ninteressante Neuigkeit brachte Pasdeloup im Januar, die\nOuvertüre zum „Propheten\" von Meyerbeer. Der\nMeister hatte sie zu der ersten Aufführung des „Prophe-\nten\" geschrieben, musste sie aber zurücklegen, da die\nOper bekanntlich auch ohne sie schon überlang ist. Die\nOuvertüre beginnt mit dem Pauken-Thema der Intro-\nduction des dritten Actes; nach einem breiten Tutti tritt\ndie Trompete effectvoll mit dem Motiv des berühmten\nMarsches ein, und das Ganze entwickelt sich in Meyer-\nbeer's Manier in grossartiger Steigerung, wobei die Vio-\nlinen zuweilen auf die Tannhäuser-Höhe hinaufklimmen,\num einen Lichtstrahl in dem Chaos eine Weile lang fest-\nzuhalten. Es war die erste Aufführung des Werkes, und\nman kann sich denken, mit welchem Jubel es jetzt mitten\nin dem africanischen Taumel aufgenommen wurde. Woher\nPasdeloup diese Ouvertüre genommen, ob aus den Archi-\nven der grossen Oper oder aus dem Nachlasse Meyerbeer's,\nist mir nicht bekannt geworden.\n\nB. P."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-02-24-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-02-24_01#c003", "volume": "bmtnabi_1866-02-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "60", "page_fin": "61", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.2.3", "titre_corps": "Für Orgel.", "titre_sommaire": "Für Orgel.", "signature_source": "L. B", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "60", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.4", "debut_caractere": 2161, "fin_caractere_exclue": 5169, "texte": "Für Orgel.\nCh. H. Rinck’s Präludien. Zweite Auflage.\n\nDie zur Zeit erschienenen Vorspiele zu dem Rinck'-\nschen Choralbuche sind seit Jahren vergriffen, und die\nVerlagshandlung von G. D. Bädeker in Essen hat sich be-\nreit finden lassen, eine Auswahl der schönsten Nummern\naus der angegebenen Sammlung und aus dem Nachtrage\nzu dem Choralbuche zu einem wohlfeilen Preise zu ver-\nanstalten. Diese Auswahl liegt nun vor, und zwar in fünf\neinzelnen Heften (a 121/2 Sgr.), und ist von W. Greef,\ndem bekannten Herausgeber der weit verbreiteten Män-\nnergesänge, besorgt worden. Greef hat von den 269 Num-\nmern in der That die 185 werthvollsten beibehalten und\nbei der Anordnung den Fortschritt von den leichten zu\nden schwierigeren Präludien berücksichtigt. Dem gemäss\nenthalten die ersten Hefte meist so genannte freie oder\nallgemeine Präludien in den gebräuchlichen Tonarten, bei\nderen Gebrauch nur die Tonart und der lyrische Charak-\nter des Liedes in Betracht kommen, wogegen die letzteren\nHefte die schwierigeren und die alten Kirchen-Tonarten\nund vornehmlich solche Vorspiele bringen, welchen ein\nbestimmter Choral zu Grunde liegt, so dass der Cantus\nfirmus oder der Cantus figurbesonders hervortritt.\nDas störende Umwenden ist gänzlich vermieden; auch sind\nmannigfache Druckfehler und Mängel der ersten Auflage\nbeseitigt worden. Dazu hat die umsichtige Verlagshand-\nlung es an nichts fehlen lassen, hat weisseres Papier und\ndeutlichere Noten verwendet, so dass die Ausgabe die\nfrüheren weit übertrifft, ja, in Bezug auf Ausstattung nichts\nzu wünschen übrig lässt. Alles ist nicht nur höchst deut-\nlich, auch äusserst correct, so dass man vergeblich auf\neinen Fehler Jagd macht.\nWer mit uns wünscht, dass gediegene kirchliche Or-\ngelmusik immer mehr in Aufnahme kommen möge, der\nwird dieser Auflage eine weite Verbreitung wünschen;\nwer jedoch dafür hält, der alte Rinck sei ein überwunde-\nner Standpunkt, der mag durch ein sorgfältiges Studium\nder vorliegenden Hefte sich eines Besseren belehren und\neinsehen lernen, dass es nur darauf ankommt, unter sei-\nnen zahlreichen Compositionen zu sichten. Rinck ist im\nKleinen gross.\nNur in einer Beziehung entspricht die neue Ausgabe\nunserer Erwartung nicht. Es sind nämlich die den Vortrag\nbetreffenden Bezeichnungen Rinck's beibehalten worden,\nobwohl die Erfahrung längst gelehrt hat, wie sehr oft die-\nselben missverstanden werden, weil sie zu ungenau sind.\nRinck pflegt bei jedem Vorspiele drei Bemerkungen\nals Ueberschrift zu geben (Sehr feierlich Maestoso\nMit starken Stimmen), von welchen die erste sich auf den\nVortrag, die zweite auf das Tempo bezieht, und die letzte\ndie Registrirung andeutet. In letzterer Beziehung be-\nschränkt sich Rinck auf fünf Bestimmungen. Unter fünfzig\nder vorliegenden Vorspiele sollen nämlich fünfundzwanzig\nmit sanften Stimmen, acht mit einigen acht- und vierfüs-\nsigen Stimmen, zwölf mit starken Stimmen, vier mit ganz\nsanften Stimmen und eines mit voller Orgel gespielt wer-\nden. Nur ein Mal, bei Nr. 77, findet sich die Angabe:"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4180, "texte": "Mit Gedact oder Gambe 8 Fuss; und bei Nr. 145: Die\nMelodie mit 2 achtfüssigen und einer vierfüssigen Stimme\nund die Begleitung sanft.\nEin einziger Blick auf die Vorspiele von Herzog,\nAndre, Volckmar, Seeger, Hering, Flügel und anderen\nneueren Orgel-Componisten genügt, um genauere Anga-\nben zu rechtfertigen. Anstatt „Mit sanften Stimmen\", heisst\nes bei diesen ein Mal: „Principal 8 Fuss und Gambe 8 Fuss\",\nund vielleicht im Miltelsatze desselben Präludiums: „Gambe\nallein\", und dann wieder „Principal mit\"; ein ander Mal\nheisst es statt „Mit sanften Stimmen\": „Gambe 8 Fuss\nund Gedact 8 Fuss\"; auch: „Bordun 16 Fuss, Gambe\nund Gedact 8 Fuss\" (oder Gedact 4 Fuss); auch: „Gedact\n8 Fuss und Flöte 8 Fuss\"; auch: „Principal 8 Fuss al-\nlein\"; auch: „Principal 8 Fuss und Flöte 4 Fuss\". Dabei\nmerkt man bald, dass nicht, wie viele Organisten meinen,\ndas Präludium und der Choral alle Mal mit denselben\nStimmen gespielt werden sollen. Ferner unterscheiden\ndiese Componisten (namentlich Brosig) das volle Werk\nund das volle Werk ohne Mixtur, und lassen die Mixtur\nfast niemals von Anfang bis zu Ende durchschreien, wie\nsie denn auch mehrfach, sogar in demselben Stücke, wech-\nseln, um dem Orchester näher zu kommen. In den vor-\nliegenden Heften kommt dies nur ein Mal (bei Nr. 116,\nwo das Haupt-Manual /und das zweite Manual registrirt\nist) vor; Schreiber dieses fragt: Warum nicht auch bei den\nNummern 120 und 122, 131, sogar 133 wechseln?\nFlügel wechselt in manchem Präludium mit ff, f, p, pp\n(letzteres namentlich am Schlüsse) und erzielt damit schöne\nWirkung. So viel ist gewiss, je nachdem Manches der vor-\nliegenden Präludien registrirt wird, gewinnt sein Vortrag\nbedeutend. Wenn es nun zu bedenklich schien, solche Be-\nzeichnungen beizufügen, so hätte doch wenigstens in der\nVorrede etwas darüber gesagt werden müssen. Angehende\nOrganisten verfahren bekanntlich selten, wie Rinck selbst,\nder, wenn er ein Mal mit vollem Werke, fünfundzwanzig\nMal mit sanften Stimmen spielte. Sie verdoppeln gern,\nverwischen dadurch die Tonfarbe und denken selten daran,\ndass sie ein ganzes Orchester zur Verfügung und desshalb\nauch die Verpflichtung haben, jeder Einzelstimme an der\nrechten Stelle ihr Solo zu gönnen. Nur wenn dies beim\nVortrage beachtet wird, werden Rinck's Präludien sich\nnoch lange zu halten vermögen. Desshalb wäre eine Mah-\nnung unseres Erachtens wohl am Platze gewesen.\nH. K.\nNachschrift. Wir stimmen unserem geschätzten\nMitarbeiter in dem, was er oben über die zweckmässige\nRegistrirung sagt, vollkommen bei, da diese das einzige\nMiltel ist, die Unterschiede der Klang-Dynamik auf der\nOrgel geltend zu machen, indem dieses mäjestätische In-\nstrument zu kolossal ist, um von dem Hauche oder der\nkünstlerischen Hand eines Menschen beseelt zu werden,\nwie die Blas- und Geigen-Instrumente des Orchesters.\nDesswegen hat die Erfindung des Menschen eine elemen-\ntare Kraft, den Luftstrom, gezwungen, die Geigen und\nBässe (Principal- und Pedalstimmen) und die Flöten-, und\nZungenstimmen tönen zu lassen, aber er hat nicht ver-\nmocht, diesen Luftstrom für den dynamischen Ausdruck\nder nothwendigen Abschwächung und Verstärkung zu\nunterwerfen, und alle neueren Versuche, ein An- und Ab-\nschwellen des Orgeltones zu bewirken, bleiben mangelhaft\nund bringen höchstens eine, wir möchten saget), unbe-\nrechtigte sinnliche Wirkung hervor. Dagegen hat es die\ngeschickte Registrirung in der Gewalt, die Contraste des\nAusdrucks von dem zartesten Colorit des fernen sanften\nFlötentones bis zum erschütternden Klange, der dem Brau-\nsen der Elemente in Sturm und in Wogen gleicht, zu Ge-\nhör zu bringen, und ein Organist, der diese Gewalt nicht\nzu benutzen versteht, der sich nicht zum Herrn derselben\ngemacht hat durch die genaue Kenntniss der Klangfarbe\njedes Registers und geschickte Anwendung der einzelnen,\nwie auch der combinirten Stimmen, ist bei aller techni-\nschen Fertigkeit mit Händen und Füssen doch gewisser\nMaassen nur eine spielende Maschine. Wir bemerken dies\nbesonders auch für das Präludien- und Choralspiel in der\nKirche, bei welchem so viele Organisten die Würde des\nInstrumentes in die Mixturen setzen und die Accorde nicht\ngrell und schreiend genug kriegen können.\n\nL. B."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-02-24-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-02-24_01#c004", "volume": "bmtnabi_1866-02-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "61", "page_fin": "62", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.2.4", "titre_corps": "Beethoven’s Werke.", "titre_sommaire": "Beethoven’s Werke.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.5", "debut_caractere": 4182, "fin_caractere_exclue": 5173, "texte": "Beethoven’s Werke.\nDie erste vollständige, überall berechtigte Ausgabe\nvon Beethoven's Werken im Verlage von Breitkopf und\nHärtel in Leipzig ist jetzt vollendet und als ein ehrenvolles\nDenkmal für den Unternehmungsgeist und die Thätigkeit\nder Verlagshandlung anzuerkennen. Sie liegt in Partitur\nund Stimmen vollständig vor; nur einige bisher unge-\ndruckte Werke und ein Bericht über die geübte Kritik\nsollen später noch nachfolgen.\nDas Ganze ist nach den Gattungen der Werke in 24\nSerien getheilt. Jede solche Serie, z. B. die Sinfonieen,\ndie Ouvertüren, die Streich-Quartette, die Pianoforte-So-\nnaten, die Lieder u. s. w., ist, wenigstens in Partitur, als\nein Ganzes, sowohl broschirt als elegant gebunden, zu ha-\nben. Daneben ist jedes Werk, vom grössten bis zum klein-\nsten herab, auch einzeln verkäuflich. Duplirstimmen wer-\nden nach dem Bogenpreise des Ganzen zu 3 Ngr. in be-\nliebiger Anzahl abgegeben. Allerdings übersteigen die\nPreise dieser Ausgabe die der Nachdrucks-Ausgaben, er-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2417, "texte": "reichen aber oft kaum die Hälfte der Preise der berech-\ntigten Original-Ausgaben, überhaupt der gewöhnlichen\nMusicalienpreise.\nAuf die kritisch-correcte Herstellung des Ganzen ha-\nben die Herren Rietz, Reinecke, Richter, David,\nFr. Espagne in Berlin, G. Nottebohm und S. Bagge\nMühe verwandt. Autographe, alte, von Beethoven selbst\nrevidirte Copieen und erste Drucke sind von den Besitzern\nmit grosser Liberalität überlassen worden. Was kaum zu\nhoffen war: bei mehr als der Hälfte der Beethoven'schen\nWerke liegen Autographe des Meisters oder von demsel-\nben durchgesehene Abschriften zum Grunde. Compositio-\nnen, welche Beethoven zugeschrieben waren, deren Un-\nechtheit sich aber herausgestellt hatte, sind ausgeschieden,\nverschollene wieder ans Licht gezogen. Die Resultate der\nRevision treten fast bei jedem Werke hervor; in zahlrei-\nchen Fällen sind sie bedeutend, ja, überraschend. Die\nOper Fidelio, die Musik zu Egmont, das Quartett Op. 135\nsind als einzelne hervorragende Beispiele zu bezeichnen.\nDie äussere Ausstattung entspricht vollkommen den\nErwartungen, die man nach allen neueren Verlags-Arti-\nkeln der berühmten Firma davon hegen konnte.\nDer Preis der ganzen Partitur-Ausgabe, broschirt, ist\n199 Thlr. 24 Ngr., gebunden 223 Thlr. 2 Ngr.; die\nStimmen-Ausgabe kostet 159 Thlr. 12 Ngr. Eine Pracht-\nAusgabe in Partitur, im Formate der Ausgaben der Bach-\nund Händel-Gesellschaft, von welcher nur einige Exem-\nplare gedruckt sind, 300 Thlr.\nDie Preise der Haupt-Serien der Partitur-Ausga-\nben sind folgende:\nI. Serie. Sinfonieen I—9,1—9, 23 Thlr. 12 Ngr., in drei\nBänden 25 Thlr. ln S erie II sind »Die Schlacht bei\nVittoria\" 2 Thlr., Musik zu „Prometheus\" 4 Thlr. 6 Ngr.\nund zu Göthe's „Egmont\" 2 Thlr. 3 Ngr. die bedeutend-\nsten. Serie 111. Die eiif Ouvertüren 11 Thlr. 24 Ngr.\nSerie VI. Die siebenzehn Violin-Quartette (Nr. 17 die\nFuge in B) in- zwei Bänden 11 Thlr. 6 Ngr., die Stim-\nmen in vier Bänden 16 Thlr. 21 Ngr. Aus der Serie\nIX die fünf Concerte für Pianoforte und Orchester in\nEinem Bande 10 Thlr., das Trio-Concert 2 Thlr. 18 Ngr.,\ndie Phantasie mit Chor 1 Thlr. 15 Ngr.«—Serie XI. Die\nTrio's für Pianoforte, Violine und Violoncell in drei Bän-\nden, jede Stimme ein Band, 14 Thlr. Serie XII. Die\nSonaten für Pianoforte und Violine, eben so in zwei Bän-\nden, 8 Thlr. 21 Ngr. —Serie XIII. Sonaten mit Violon-\ncell, eben so, 5 Thlr. 12 Ngr. Serie XVI. Die Ciavier-\nSonaten in drei Bänden 15 Thlr."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-02-24-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-02-24_01#c005", "volume": "bmtnabi_1866-02-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "62", "page_fin": "63", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.2.5", "titre_corps": "Aus Florenz.", "titre_sommaire": "Aus Florenz.", "signature_source": "Die Redaction", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.6", "debut_caractere": 2419, "fin_caractere_exclue": 4898, "texte": "Aus Florenz.\n\nDen 16. Februar 1866.\nDie hiesige Societä del Quan deren Spitze der\nberühmte Violinist Jean Becker steht, dessen Genossen\ndie Herren Enrico Masi, Luigi Chiostri und Fede-\nrigo Hilpert sind, hat am 19. und 26. Januar und am\n2. Februar drei Matineen gegeben, welche hauptsächlich\ndem Vortrage von Werken Beethoven's gewidmet wa-\nren. In der ersten hörten wir die Serenade in D, Op. 8,\nfür Violine, Viola und Violoncell, das Quartett in Op.\n74, und das Quartett in Cis-moOp. 134. Dieses Pro-\ngramm gab Gelegenheit, die drei verschiedenen Perioden\nder Schöpfungen des deutschen Meisters mit einander zu\nvergleichen, und die bewundernswerthe Vollkommenheit\nder Ausführung bestärkte uns immer mehr in der Mei-\nnung, dass die Werke aus der dritten Periode des gros-\nsen Meisters, die von Manchem zum Ostracismus verur-\ntheilt werden, grosse Schönheiten enthalten, die allerdings,\nwenn man will, mit dem gewaltigen Fluge einer kühnen\nund zügellosen Phantasie verbunden sind.\nDie zweite Matinata brachte das Quartett in Op.\n59, die Sonate in A, Op. 47, vortrefflich ausgeführt von\nHerrn Becker und der ausgezeichneten Clavierspielerin\nJervis, und zum Schlüsse das Quartett in Es, Op. 127,\neine gewaltige, imponirende Composition voll grosser\nSchönheiten. Es bedarf nicht der Worte über die Ausfüh-\nrung, da Jedermann die hohe Begabung und Virtuosität\nder Künstler dieses Vereins, und namentlich Becker's, im\nVortrage dieser Gattung von Kammermusik kennt. Ein\nDichter würde sagen, dass der Geist Beethoven's ihn um-\nschwebe und zur Verkündung des Genius, der in diesen\nerstaunenswerthen Compositionen waltet, begeistere; wir\nbeschränken uns darauf, ihn für den grössten Quartett-\nspieler zu erklären, den man hören kann.\nDie dritte Matinata fand in dem grossen Saale der\nphilharmonischen Gesellschaft Statt. Nach dem Quartette\nin G, Op. 18, von Beethoven bewunderte die zahlreiche\nZuhörerschaft Herrn Becker als Concertspieler in einer\nbrillanten Composition von ihm über Bellini'sche Thema's.\nHerr Scholz trug die grosse Clavier-Sonate Op. 110 von\nBeethoven vor, für die sich jedoch das Publicum nicht\nrecht erwärmen konnte. Zum Schlüsse folgte das Adagio\nund Scherzo aus Mendelssohn's Quintett Op. 87; das\nAdagio musste auf allgemeines Verlangen wiederholt\nwerden. S.\nNachschrift. Wir fügen dieser Correspondenz hin-\nzu, dass Herr Jean Becker mit dem Quartett-Ver-\neine von Florenz, dessen Leistungen in diesen Blättern\nschon mehrfach rühmlichst erwähnt worden sind (vergl."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 285, "texte": "besonders „Reisebriefe aus Italien\" in Nr. 48 vom 2. De-\ncember vorigen Jahres), im Monat März eine Runstreise\ndurch Deutschland machen wird—gewiss eine höchst in-\nteressante Erscheinung, worauf wir das musicalische Pu-\nblicum aufmerksam machen.\nKöln, 20. Februar 1866.\n\nDie Redaction."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-02-24-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-02-24_01#c006", "volume": "bmtnabi_1866-02-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "63", "page_fin": "63", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.2.6", "titre_corps": "Die Gebrüder Müller in Paris.", "titre_sommaire": "Die Gebrüder Müller in Paris.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.7", "debut_caractere": 287, "fin_caractere_exclue": 2629, "texte": "Die Gebrüder Müller in Paris.\nDen 7. Februar 1866.\nGestern Abend fand in dem eleganten Concertsaale der Herren\nPleyel und Wolff die erste Soiree für Kammermusik Statt, welche\nFrau Wilhelmine Szarvady-Clauss gemeinsam mit dem Quartette\nder Gebrüder Müller veranstaltete. Dieses Unternehmen hatte in den\nReihen der hiesigen Musikfreunde deutscher wie französischer Na-\ntion die höchsten Erwartungen rege gemacht und war somit für die\nKunstwelt zu einem wahren Ereignisse geworden.\nKünstlern gegenüber wie Frau Szarvady und die Gebrüder Mül-\nler will ich mich in Lobeserhebungen nicht einlassen. Ich beschränke\nmich desshalb darauf, im Allgemeinen die Physiognomie des anwe-\nsenden Publieums wiederzuspiegeln.\nDie Spitzen der pariser musicalischen Gesellschaft waren ge-\nkommen, um Schumann, Mendelssohn, Haydn und vor Allem Beet-\nhoven von deutschen Künstlern vortragen zu hören. Musiker wie\nKritiker, die ersten Namen der Capitale, hatten sich eingefunden\nund begrüssten mit enthusiastischem Beifalle eine Auffassungs- und\nVortragsweise, die ihnen zum grossen Theile ganz neu und originel\nerschien. Der Erfolg war ein allgemein durchschlagender.\nGleich das erste Quartett von Schubert erwärmte mit seiner\nromantischen Färbung die Anwesenden und liess das Zusammenspiel\nder Gebrüder Müller in wunderbarer Weise zur Geltung kommen.\nIn gleicher Weise fanden die Mendelssohn'schen Variationen Op. 17\n(Frau Szarvady und Wilhelm Müller), wie das Haydn'sche\nD-dur-Quartett (Op. 20 Nr. 4) einstimmigen und reichsten Beifall.\nDie Krone des Abends jedoch blieb unstreitig das Trio in B-dur\n(Op. 97) von Beethoven, von Frau Szarvady und den Brüdern\nKarl und Wilhelm Müller mit vollendeter Meisterschaft vorge-\ntragen ; namentlich war es der letzte Satz, welcher durch das he-\nroisch-feurige Spiel der berühmten Virtuosin alle Welt am Schlüsse\nzur lautesten Bewunderung bewog, während oft an besonders hin-\nreissend schönen Stellen von den erhöhten Plätzen der genannten\nMusikkenner ein wie unwillkürlich ertönendes Bravo! Bravo! sich\nLuft machte.\nJedenfalls haben die Künstler alle Ursache, mit dem Erfolge\ndieses ersten Concertes sehr zufrieden zu sein, und es lässt sich\nden weiter in Aussicht genommenen „Soireen für Kammermusik\"\nder Frau Szarvady und des Müller'schen Quartettes schon heute der\ngünstigste Erfolg voraussagen.\nArthur Levysohn. (K. Z.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-02-24-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-02-24_01#c007", "volume": "bmtnabi_1866-02-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "63", "page_fin": "64", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.2.7", "titre_corps": "Achtes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters, Herrn Ferdinand Hiller.", "titre_sommaire": "Achtes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters, Herrn Ferdinand Hiller.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.7", "debut_caractere": 2631, "fin_caractere_exclue": 6435, "texte": "Achtes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters, Herrn\nFerdinand Hiller.\nDinstag, den 20. Februar 1866.\nProgramm. Erster Theil. 1. Sinfonie von J. Haydn.\n2. A-ie für Sopran aus „Hans Heiling\" von H. Marschner (Fräu-\nlein riederike Grün vom Hoftheater zu Kassel). 3. Violin-\nConcert in D-moll von L. Spohr (Herr Concertmeister Leopold\nAuer aus Düsseldorf). 4. Kyrie und Gloria aus der grossen\nMesse in Es von Franz Schubert (zum ersten Male).\nZweiter Theil. 5. Ouvertüre zu „Sakontala\" von Karl\nGoldmark (zum ersten Male). 6. Arie aus „Carlo Broschi\" von\nAuber (Fräulein Grün). —7. „Trost in Tönen\" für vierstimmigen\nChor von Jos. Brambach (zum ersten Male). B. Ouvertüre zu\n„Leonore\" Nr. 3 von Beethoven.\nDas achte Concert war eines der interessantesten in diesem\nWinter; das Programm brachte angenehmen Wechsel von Altem\nund Neuem, und die Ausführung sowohl der Solo-Vorträge als der\nChor- und Orchesterstücke war vorzüglich. Jedermann verliess den\nSaal mit Befriedigung und allen Nummern folgte lebhafter Applaus\nmit Ausnahme der Sakontala-Ouverture, welche, obwohl gründlich\nstudirt, wovon wir uns in zwei Proben selbst überzeugten, und in\nFolge dessen gut ausgeführt, das Publicum so wenig ansprach, dass\nsich beim Schlüsse derselben auch nicht eine Hand zum Beifalle\nregte. Darob wird die wiener Presse, von der uns acht Organe zu-\ngesandt worden, die sich sämmtlich in Lobpreisung des Goldmark1-\nschen Werkes überbieten, und wahrscheinlich auch die leipziger\nAllgemeine Musik-Zeitung unser Publicum und uns selbst, wie bei\nGelegenheit der Brahms'schen Serenade, als hinter dem Fortschritte\nder modernen Musik zurück und „beim alten Schlendrian\" stehen\ngeblieben bezeichnen. Wiewohl nun diese letzte Aeusserung in dem\ngenannten leipziger Blatte als eine sehr unvorsichtige von einem\nRedacteur erscheint, der erst vor Kurzem eines seiner literarischen\nKinder an der Abnehmungskrankheit verscheiden sah, wenn nicht\nein muthiger Arzt noch einen neuen Versuch zur Wiederbelebung\ngemacht hätte, so wollen wir doch reuig bekennen, dass wir der\nerwähnten Serenade Unrecht gethan haben, wenn wir sie für ein\nNormal-Product der neueren Richtung hielten, denn dafür enthält\nsie doch noch zu viel Musik. Den wahren Typus moderner Ton-\nkunst haben wir erst jetzt in der „Sakontala\" von Goldmark ken-\nnen lernen. Wir sind dadurch um zwei Erfahrungen reicher gewor-\nden, erstens in Bezug auf das, was ein Programm-Musiker heutzu-\ntage in Noten zusammenzustellen wagt, und dabei auf die Entschul-\ndigung aller unmelodischen Motive und unerträglichen Harmonieen\ndurch den beabsichtigten Ausdruck von Realitäten Anspruch\nmacht, und zweitens in Bezug auf den Zustand der heutigen Kritik,\nderen Vertreter, man kann nicht ergründen, woher, entweder von\neiner unsichtbaren Influenza, die in der Luft schwebt, an klarem\nBlicke verhindert werden, oder aus Furcht, mit der Wahrheit bei\ndem grossmäuligen Zeitgeiste anzustossen, sich in einen Schwall\nvon Redensarten hüllen, die nicht Fleisch, nicht Fisch sind. Wie\nkönnen wir, selbst die persönlichsten Sympathieen vorausgesetzt,\nan die Aufrichtigkeit von Ausdrücken glauben, wie „sternenhelle\nSommernacht, welche die sanftesten, süssesten Melodieen durch-\nzittern\" „Alles quillt primitiv aus dem Innern hervor und ath-\nmet den tropischen exotischen Zauber\" „es weht ein erfrischen-\nder Hauch von ursprünglichem Leben darin\" u. s. w. Von der\nStelle, in welcher die Violinen mit eigenthümlichen Figuren zu dem\nersten Motiv der Violoncells u. s. w. eintreten, heisst es im „Vater-\nland\" : „Wer nur einiger Maassen im Hören geübt ist, wird die\nbeiden neben einander laufenden Melodieen streng aus einander\nzu halten im Stande sein\" nun, das ist sehr leicht, denn die\nbeiden Melodieen gehen so haarsträubend aus einander, dass es"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 780, "texte": "geübten und ungeübten Ohren wehe thut und wir offen gestehen,\nbis jetzt für unmöglich gehalten zu haben, dass ein Musiker sol-\nchen Galimathias von Tönen könne drucken lassen. Wenn ich den\nGeist Beethoven's nicht zu erzürnen fürchtete, so würde ich ihn\ncitireo, um dem Autor der „Sakontala\" die erste Seite des Allegro\nassai vom Finale der neunten Sinfonie vorzuhalten, um ihm seinen\nStandpunkt einem Genius gegenüber, der allein eine solche Instru-\nmental-Polyphonie vollbringen kann, klar zu machen.\nUebrigens ist doch der Kritiker im „Vaterland\" noch der Ein-\nzige, der wenigstens aufrichtig berichtet, dass bei der Aufführung\nim philharmonischen Concerte zu Wien „ein Theil des Publi-\ncums unter Zischen ablehnte, was ein anderer mit vollem Beifalle\naufnahm\".\n(Schluss folgt.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-02-24-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-02-24_01#c008", "volume": "bmtnabi_1866-02-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "64", "page_fin": "64", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.2.8", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.8", "debut_caractere": 782, "fin_caractere_exclue": 3526, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMo fit. 23. Februar. Der gestrige Musik-Abend des Conserva-\ntoriums fand im Isabellensaale des Gürzenichs Statt, der von den\nFreunden der Anstalt ganz gefüllt war. Die Schüler und Schü-\nlerinnen, an deren Leistungen sich die Zuhörenden erfreuten, waren\ndiesmal (wohl zufälliger Weise) alle Auswärtige, aus Manchester,\nAmsterdam, Altona u. s. w. Prantl und Schloming I. zeigten sich\nals schon gewandte Solisten auf der Violine; die Damen Drescher\nund Rosenfeld als sehr mnsicalische Pianistinnen ein Beethoven'-\nscher Streich-Quartettsatz konnte mit Befriedigung gehört werden,\nund der junge Karl Heymann, der diesmal einige Stücke von seiner\nComposition vortrug, gibt auch nach dieser Seite hin die besten\nHoffnungen. Höchst angenehm wirkten ein paar Stücke von Men-\ndelssohn uud Lachner für weiblichen Chor, welche durch den Herrn\nMusik-Director Weber vortrefflich einstudirt waren. Eine Anzahl\nausgezeichnet schöner Stimmen machte sich bemerkbar, welche wir\nuns freuen werden, bald als Solistinnen begrüssen zu können.\nFräulein Übrich ist vom Könige von Hannover zur Kammer-\nsängerin ernannt worden, wird die Bühne verlassen und sich aus-\nschliesslich dem Concertgesange widmen.\nBrenden« Am 27. Januar veranstaltete das hier bestehende\nConservatorium für Musik zur Feier seines zehnjährigen Bestehens\nein Concert im Hotel de Saxe; die gebotenen Productionen gaben\nein erfreuliches Zeugniss von dem gedeihlichen Zustande dieser An-\nstalt, aus welcher bereits viele vortreffliche Künstler und Künst-\nlerinnen hervorgegangen sind. Die artistische Leitung des Conser-\nvatoriums befindet sich gegenwärtig in den Händen des Herrn Hof-\nCapellmeisters Dr. Rietz.\nDas vierte mecklenburgische Musikfest findet am 0., 4. und 5.\nJuni in Güstrow Statt. Das Programm bringt eine Hiller'sche\nComposition, das Oratorium „Paulus\", ein Stück „Schöpfung\", Leo-\nnoren-Ouverture u. s. w.\nFräulein Tietjens legte, einer besonders ehrenvollen Einla-\ndung folgend, am 13. Januar in Liverpool den Grundstein zu einem\n1800 Personen fassenden Opern- und Schauspielhause, welches be-\nreits im October eröffnet werden soll.\nFlorenz* Im Saale Niccolai hat das erste Concert der Herren\nScholz und Bazzini Statt gefunden. Sie spielten mit dem Violon-\ncellisten Sbolci das B-dur-Trio von Schubert, dann trug Herr\nScholz die E-dur-Variationen für Ciavier von Händel und eine Fuge\nvon Bach vor. Herr Bazzini spielte seine Elegie mit ausserordent-\nlichem Beifalle und auf das Verlangen der Wiederholung statt deren\nnoch ein anderes Stück. Das Concert schloss in glänzender Weise\nmit der von den Herren Scholz und Bazzini meisterhaft vorgetra-\ngenen Sonate in Ö-moll für Piano und Violine von Beethoven, welche\nden lebhaftesten Beifall hervorrief."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-02-24-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-02-24_01#c009", "volume": "bmtnabi_1866-02-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "64", "page_fin": "64", "image_debut": 8, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.2.9", "titre_corps": "Alle in dieser Musik-Zeitung besprochenen und angekündigten", "titre_sommaire": "Alle in dieser Musik-Zeitung besprochenen und angekündigten", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 8, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.8", "debut_caractere": 3528, "fin_caractere_exclue": 3784, "texte": "Alle in dieser Musik-Zeitung besprochenen und angekündigten\nMusicalien etc. sind zu erhalten in der stets vollständig assortirten\nMusicalien-Handlung und Leihanstalt von BEBNHABD BBEUEB\nin Köln, grosse Budengasse Nr. 1, so wie bei J. FB. WEBEB\nHohle Nr. 1."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "57", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nPariser Briefe (Theätre des Fantaisies — »Die Braut von Abydos\" von Barthe — „Leonora\" von Mercadante). —\nDas Orchester der grossen Oper — Concerte im Conservatoire, zweite Reihe — Concerts populaires). Von B. P. — Für Orgel. Ch. H.\nRinck's Präludien. Zweite Auflage. Von H. K. Nachschrift. Von L. B. — Beethoven's Werke. — Aus Florenz (drei Matineen von Jean\nBecker). — Die Gebrüder Müller in Paris.—VIII. Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich. — Tages- und Unterhaltungsblatt.\n\nPariser Briefe.\n\n(Schluss. S. Nr. 7.)\n(Theätre des Fantaisies „Die Braut von Abydos\" von Barthe\n„Leonorau von Mercadante Das Orchester der grossen\nOper Concerte im Conservatoire, zweite Reihe\nConcerts populaires.)\nEin neues, kleines Theater auf dem Boulevard der\nItaliäner nennt sich Theätre des Fantaisies parisiennes,\neröffnete im December vorigen Jahres in dem Saale, wo\nfrüher die Exposition nationale des beaux Arts sich be-\nfand. Die Einrichtung ist elegant und bequem, die Be-\nleuchtung glänzend, und die Gruppe von lebendigen Pflan-\nzen und Ziersträuchern zu beiden Seiten des Prosceniums\nbilden eine neue Art von Decoration, die gefällt. Es kommt\nnun nur darauf an, was in dem zierlichen Saale auf der\nBühne zum Vorschein kommt. Die Direction will, wie es\nscheint, nicht weniger als Alles, aber in engem Rahmen\ngeben; so brachte z. B. der Einweihungs-Abend nach\neiner Erscheinung der „Phantasie\", die einen Prolog de-\nclamirte, drei Stücke: eine C ein pan-\ntomimisches Ballet und eine Operette von\nDonizetti. Somit wird das neue Unternehmen weniger den\nBouffes parisiens,als den auf dem\nBoulevard du Temple Concurrenz machen. Wie lange?\nDas wissen die Götter! Doch hat es im neuen Jahre an\nder Operette: Les deux Arlequins fürs Erste ein Zugstück\ngefunden, dessen komischer Inhalt nach Art der älteren\nitaliänischen Comedia dell' arte die Lachlustigen amusirt\nund durch die Musik von Emil Jonas recht artig illustrirt\nwird.\nDie Neuigkeit des Theätre lyrique: „La fiancee d'Aby-\ndos\", ist eine Preis-Oper, welche auf einen von der Jury,\ndie über das römische Stipendium zu entscheiden hat, ge-\nlieferten Text von den Stipendiaten geschrieben werden\nmusste, von denen Adrien Barthe den Sieg errungen.\nDie ganze Einrichtung ist zopfmässig, denn was soll denn\nein junger Musiker jetzt, in Rom holen, ausser dem Segen\ndes heiligen Vaters zu seinem guten Willen, bonae volun-\ntati? Will er über Deutschland zurückreisen, so gehört\ndazu erst noch eine besondere Erlaubniss der Schiedsrich-\nter des Prix de Rome,weil das Statut bestimmt, dass das\nfranzösische Geld nur in Rom verzehrt werden darf. Also,\nder Text, in diesem Falle nicht bloss zu einer Cantate,\nsondern zu einer vieractigen Oper, wird geliefert, somit\nist denn der Componist für Missgriffe bei der Wahl nicht\nverantwortlich. Dieses Mal hat der Dichter seinen Stoff\naus Byron's Gedicht genommen; er folgt dem englischen\nRomantiker aber nur bis zur Hälfte der Handlung, Mord\nund Tod schien ihm für das liebende Paar gar zu gräss-\nlich, und so dreht er die Sache so, dass Suleika und Se-\nlim sich „kriegen\", wie es sich in einer ordentlichen Ko-\nmödie zur Befriedigung der Galerie ziemt. Wie das nach\ndem Inhalt des Gedichtes von Byron möglich sei, darüber\ngeräth ein französischer Librettist unserer Tage so leicht\nnicht in Verlegenheit. Selim wird nicht in dem Augen-\nblicke, wo er zu den Füssen Suleika's liegt, erschossen,\nsondern entflieht, sammelt eine Schar und besiegt den\ngrausamen Giaffir. Dieser hat aber seine Tochter vorher\nzur Vermählung mit einem Anderen gezwungen: allein\nSuleika's plötzlicher Tod hat das Fest unterbrochen. Selim\ndringt in den Palast, wo Giaffir, um sich an seiner Ver-\nzweiflung zu weiden, ihm die Leiche Suleika's zeigt.\nDarauf mischen beide Männer einen Gifttrank, weil ihnen\nfortan das Leben unerträglich ist; der Alte trinkt hastig,\nSelim ist glücklicher Weise etwas vorsichtiger wie Romeo,\nund als er den Becher ansetzt erwacht Suleika, denn\nsie hat durch eine getreue Sclavin nur den Duft einer\nBlume eingeathmet, der sie scbeintodt gemacht hat! Da\nhaben wir Manzenillenbaum, Byron, Shakespeare e tutti\nquantiin französischer Rüche zu einem dramatischen Ra-\ngout zurecht gemacht."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "58", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.2", "texte": "Bei alledem lässt sieh nicht läugnen, dass dem Cora-\nponisten manche Situationen, zum Theil freilich Theater-\ncoups, dargeboten werden, die musicalisch genannt wer-\nden können. Barthe hat Talent, das leuchtet aus den mei-\nsten Nummern seiner Partitur hervor, und als einen Erst-\nling, dessen Geburt noch viele äussere Hindernisse durch-\nbrechen musste, ehe er das Licht der Lampen erblickte,\nkann man die Oper als eine gute Vorbedeutung für die Zu-\nkunft des Gomponisten anerkennen. Das ist aber auch\nAlles. Dem wirklichen Erfolge—der gemachte bleibt hier\nbekanntlich nur selten aus—schadete, wie so oft, der un-\nbedachte Eifer der Freunde, die in dem Werke das Mor-\ngenroth einer neuen Sonne am dramatisch-musicalischen\nHorizonte verkündeten. Die Decorations- und Ausstat-\ntungspracht war glänzend.\nDie Italiäner brachten am 8. Januar die Oper\n„Leonora\" von Mercadante, die uns Preussen in Paris\nwie ein Carnevalsstück vorkam, nicht der Musik, sondern\ndes Stückes wegen. Kannst Du Dir etwas Romischeres\ndenken, als die italiänischen Sänger im Jahre 1866 in\nden preussischen Uniformen aus der Zeit des grossen\nFriedrich? Der dicke Scalese als Wachtmeister, der sen-\ntimental schmachtende Delle Sedie als alter, halb zerschos-\nsener General von adeligem Vollblut, Fraschini als Husa-\nren-Lieutenant— sie kamen uns alle wie Jahrmarkts-Sol-\ndaten mit hölzernen Säbeln vor. Nicht etwa von einer\nLeonore-Fidelio, oder einer Leonore-Loreley ist hier die\nRede, sondern unser guter, altpreussischer Patriot Holtei\nhat bei dieser durch italiänische Taufe nationalisirten\nLeonore Gevatter gestanden, und nichts ist daran verän-\ndert, als dass der Pastor „Bürger\" in einen Arzt „Bür-\nger\" verwandelt worden ist, wobei der Librettist durch\nBeibehaltung des Namens Bürger denn auch gelegentlich\nseine Kenntniss von Bürger's unsterblicher Ballade be-\nkundet. Nun, dass diese auf das alte Preussentbum be-\ngründete Handlung, die sich mit sehr gewöhnlicher Musik\nvier Acte hindurch schleppt, dem pariser Publicum sehr\nlangweilig vorkam, wer kann ihm das verdenken? Die\nOper soll übrigens schon seit 1844 existiren und zu ihrer\nZeit in Italien Erfolg gehabt haben, woran wir indess\nstark zweifeln möchten, denn auch die Musik ist langweilig.\nMercadante ist allerdings ein sehr achtungswerther\nMusiker und gilt, was das Wissen und das Handwerk der\nFactur betrifft, für den tüchtigsten der jetzt in Italien le-\nbenden Gomponisten. Als Director des Conservatoriums\nzu Neapel, gelehrter Contrapunktist, Vertreter der ernsten\nKunstgattungen nimmt er in seinem Vaterlande die ehren-\nvollste Stellung ein; bei allen Feierlichkeiten, welche na-\ntionale Bedeutung haben und durch die Musik verherrlicht\nwerden, glänzt sein Name, und eine Menge von Schülern\nwandert nach Neapel, um von ihm zu lernen. Trotz alle-\ndem wird sein Name durch seine Compositionen nicht auf\ndie Nachwelt kommen, wenngleich von seinen Opern II\nGiuramento, Elisa e Claudio, zu\nihrer Zeit Erfolg gehabt haben, denn es fehlt jhm der\ngöttliche Funke des Genies, er hat es nicht zu einem mu-\nsicalischen Charakter gebracht, mit Einem Worte: er ist\nkeine künstlerische Individualität. Dennoch ist sein Wir-\nken nicht ohne Einfluss auf die italiänische Musik gewesen:\ner nöthigte als Nebenbuhler Donizetti's, der ihn freilich\nan Erfindungsgabe bei Weitem überragte, diesen, seine\nPartituren etwas tiefer zu arbeiten, als er Anfangs that,\nund auch das Gegengewicht, das er gegen Verdi's Excen-\ntricität in die Wagschale legte, wird in Italien anerkannt.\nDie „Leonora\" gehört nun aber zu seinen schwächsten\nWerken, und man begreift nicht recht, was die Direction\nbewogen hat, diese dürre Pflanze, die niemals recht ge-\nsund geblüht haben kann, auf den pariser Boden zu ver-\nsetzen. Die Aufführung war theilweise gut; Signorina\nVitali, die sich in dieser Saison, wenigstens bis zur Ankunft\nder Adelina Patti, zum Liebling des Publicums gemacht\nhat, war vortrefflich, eben so Fraschini, der aber auch\nschon zu schreien beginnt, und Scalese; bei Delle Sedie\nbildete freilich das schmachtende ewige messa voce er\nkann nicht mehr anders singen—einen sonderbaren Con-\ntrast mit dem Charakter des hartherzigen Vaters, den er\ndarzustellen hatte, was bei uns Deutschen unter den Zu-\nhörern nicht wenig zur carnevalistischen Auffassung des\nGanzen beitrug.\nAm Montag den 12. Februar trat Adelina Patti\nals Linda di Chamounix zum ersten Male in dieser Saison\nwieder auf; trotz der erhöhten Preise war das Haus über-\nvoll, und die Huldigungen des Publicums, die der liebens-\nwürdigen Künstlerin dargebracht wurden, waren aufrich-\ntig, obschon sich mehrere Blätter beeifern, die Sache an-\nders darzustellen, und sich nicht entblöden, die offenbare\nWahrheit zu entstellen. Man könnte mit einer Parodie\nauf Rocco's Antwort in Fidelio sagen: „Diese Adelina\nmuss eine sehr geringe Künstlerin sein oder grosse Feinde\nhaben, denn das kommt auf Eines heraus.\" Da schwatzen\nsie von Abnahme an Schönheit und Stimme und bedauern\naus reiner Menschenliebe das „arme reiche Kind\", das so\nviel umher reisen muss und doch nichts für die wahre\nKunst und ihre Organe übrig hat! Ja, ja, wer nicht\nwüsste, wie's gemacht wird!\nIn der grossen Oper hat man neuerdings „Le Dieu\net la Bayadere\" von Scribe und Auber wieder aufgenom-\nmen, eine Nachfolgerin der „Stummen von Portici\" auch\ndarin, dass die Hauptrolle einer Oper nicht einer Sängerin,\nsondern einer Tänzerin zugetheilt ist. Die berühmte"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "59", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.3", "texte": "Taglioni mag allerdings vor sechsunddreissig Jahren\ndie erste Vorstellung fand 1830 Statt dieser Zwitter-\ngattung von Oper und Ballet einen besonderen Reiz gege-\nben haben, jetzt aber, wo dieser Nimbus fehlt, treten die\nmusicalischen Schwächen um so mehr hervor.\nWir haben im vorigen Jahre die Lage der Orchester-\nMitglieder an der grossen Oper geschildert und ihrer Pe-\ntition um bessere ökonomische Stellung erwähnt. Ab-\nschlägig darauf bescbieden, haben sie zwar keinen wirklichen\nStrike mit förmlicher Arbeitseinstellung ins Werk gesetzt,\naber seit dem 1. Januar durch Verabredung einen solchen\nMangel an Aufmerksamkeit, Präcision und Ausdruck im\nSpiel bei allen Vorstellungen, zuletzt auch in der „Africa-\nnerin\", an den Tag gelegt, dass der Minister Vaillant die\nHerren von den ersten Pulten zu sich beschieden und ihnen\neröffnet haben soll, dass sie den Wahn aufgeben müssten,\ndie Regierung werde auf dergleichen Demonstrationen\nachten; schon längst wäre eine Erhöhung des Orchester-\nBudgets um 40,000 Francs beschlossen, auch die Frage\n„studirt\" worden, und sie würde längst zur Entscheidung\ngekommen sein, wenn das Orchester nicht „die ärgerliche\nIdee gehabt hätte, das Publicum und die Presse zu Ver-\ntrauten seiner Schritte zu machen\". Wenn sie sich be-\nruhigten, so könnte die Frage von Neuem studirt werden,\nallein vor Allem müsste der ärgerliche Zustand der Dinge\nso bald wie möglich beseitigt werden, um einem bedauerns-\nwerthen Conflicte vorzubeugen. Ein Pröbchen des jetzi-\ngen Systems auch in dem Ressort der Verwaltung der\nKünste! Die Presse soll durchaus aufhören, sich in Alles\nzu mischen!\nEine überraschende Neuigkeit für die Besucher der\nConservatoire-Concerte ist jetzt nicht etwa diese oder jene\nSinfonie, sondern der Saal selbst. Endlich hat man sich\nzu theilweisem Umbau im Innern, mehr aber noch zur\ndecorativen Restauration und zur Herstellung grösserer\nBequemlichkeit und Eleganz entschlossen. Wie durch einen\nZauber hat sich das düstere, schmutzige, eingeräucherte\nLocal in einen von Gas und glänzenden Draperieen strah-\nlenden Saal mit bequemen Fauteuils und Polstersitzen\nstatt der engen hölzernen Klappbretter verwandelt, und\nwas die Hauptsache ist die Akustik hat nicht nur\nnichts verloren, sondern noch gewonnen, da bisher an\nmanchen Stellen des Zuhörerraumes der Ton der Blech-\nInstrumente zu stark nachhallte. Die Einweihung fand\ndurch Aufführung der Ouvertüre eines Zöglings des\nConservatoires, eines kleinen Lustspiels der Schüler der\nClasse der Declamation und der Cantate eines Stipendiaten\nStatt. Die Versammlung war eine glänzende. Da durch\ndie neuen Einrichtungen eine Anzahl der bekanntlich\nschmal genug zugemessenen Plätze weichen musste, so hat\ndie Concert-Gesellschaft ein zweites Abonnement eröffnet,\nwelches mit Aufnahme der schon seit einigen Jahren be-\nstehenden drei ausserordentlichen Concerte eine neue\nReihe von Aufführungen bildet, zu denen man sich, wie\nvorauszusehen war, von allen Seiten gedrängt bat, zumal\nda viele Kunstfreunde seit Jahren auf einen Sitz harrten,\nder ihnen bis jetzt nur durch Vererbung zu Tbeil werden\nkonnte.\nDas erste Concert dieser neuen Reihe brachte im Ja-\nnuar zur Eröffnung die iL-6?ttr-Sinfonie von Beethoven.\nBekanntlich dirigirt jetzt Herr Hainl die Aufführungen;\ndas prächtige Werk wurde recht schön gespielt, allein mit\ndem genommenen Tempo des reizenden Allegretto wird\nsich Niemand befreunden können; es war viel zu schnell,\nso dass namentlich die wunderschönen Mittelsätze nicht\nden Eindruck machten, den ihre bezaubernden Melodieen\nsonst niemals verfehlen können. Interessant und so gut\nwie neu war ein Gesangstück von Meyerbeer: „Adieu aux\njeunes maries\",für zwei Chöre ohne Begleitung des Or-\nchesters. Es ist vor einigen Jahren einmal in den Concer-\nten des jeunes artistes, welche Pasdeloup dirigirte, gemacht\nworden, wurde jetzt aber ganz vorzüglich gut ausgeführt\nund musste wiederholt werden. Für einen geübten Chor\nist die Aufführung leicht: der Männerchor beginnt, die\nFrauenstimmen nehmen die Melodie auf, dann vereinigen\nsich beide Chöre und schliessen mit einem eindrucksvollen\nDecrescendo bis zum Pianissimo. Die Composition hat\neinen einfacheren Charakter, als man sonst bei MeyCrbeer'-\nschen Chören gewohnt ist; es ist eine echte Serenade.\nAusserdem wurden noch der Jagd- und der Winzerchor\naus Haydn's „Jahreszeiten\", Mendelssobn's „Fingalshöhle\"\nund Weber's Freischütz-Ouverture schwungvoll ausge-\nführt. Als Merkwürdigkeit ist noch zu erwähnen, dass ein\nkritisches Blatt, die Revue et Gazette musicale, bei die-\nser Gelegenheit zum ersten Male missbilligend bemerkt,\ndass man in den geweihten Kunsthallen des Conservato-\nriums keine Oratorienmusik von Hände! zu hören be-\nkomme.\nDie Concerts populaires im Cirque Napoleon haben\nauch diesen Winter ihren erfreulichsten Verlauf. Ihr Di-\nrigent Pasdeloup versteht es, in seinen Programmen den\npariser Geschmack niemals ganz ausser Acht zu lassen\nund doch daneben sein schönes Ziel, die hiesigen Dilet-\ntanten und die Menge, die den Circus füllt, nach und\nnach für den Genuss der Werke der deutschen Meister\nheranzubilden, unablässig zu verfolgen. In dieser Saison\nhat er denn auch zum ersten Male eine Sinfonie von Gade\ngebracht, und zwar eine ganze, da die Rücksicht auf sein\nPublicum ihn freilich immer noch zwingt, oftmals nur\nFragmente zu geben, wie z. B. ebenfalls in diesem Win-\n\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "60", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.4", "texte": "ter das Adagio aus Rubinstein's Ocean-Sinfonie, das\naber vom Publicum sehr kalt aufgenommen wurde. Ein\nAndante von Gade hatte im vorigen Jahre ein günstigeres\nSchicksal, und so wagte es Pasdeloup jetzt mit der ganzen\nSinfonie Nr. IV. Sie ärntete mässigen Applaus, allein die\nKritik liess ihr Gerechtigkeit widerfahren und erkannte\ndem Werke ausgezeichnetes Verdienst zu, wenngleich es\nnicht geeignet sei, eine enthusiastische Theilnahme zu er-\nregen. „Man darf Gade\" sagt der Berichterstatter der\nRevue „nicht mit Mozart und Beethoven oder Vater\nHaydn zusammenstellen, er steht vielmehr Mendelssohn\nnäher, dessen noble Eleganz und poetisches Colorit er zum\nTheil repräsentirt. Seine Ideen sind fast immer in eine\nArt von Nebel gehüllt, man sehnt sich nach einem Son-\nnenstrahl: er leuchtet auch wohl ein oder das andere Mal,\naber er glänzt und erwärmt nur wenig. Einen wahren\nGenuss gewährt die ruhig schöne, fast jungfräuliche Form\ndieser Musik im Gegensatze mit den meisten anderen Pro-\nducten neuerer Zeit. Das Allegro und Scherzo haben uns\nam meisten angesprochen; im Scherzo weht ein aristokra-\ntischer Duft, das Wort im besten Sinne genommen.\"\nEine andere, nicht bloss für das hiesige Publicum\ninteressante Neuigkeit brachte Pasdeloup im Januar, die\nOuvertüre zum „Propheten\" von Meyerbeer. Der\nMeister hatte sie zu der ersten Aufführung des „Prophe-\nten\" geschrieben, musste sie aber zurücklegen, da die\nOper bekanntlich auch ohne sie schon überlang ist. Die\nOuvertüre beginnt mit dem Pauken-Thema der Intro-\nduction des dritten Actes; nach einem breiten Tutti tritt\ndie Trompete effectvoll mit dem Motiv des berühmten\nMarsches ein, und das Ganze entwickelt sich in Meyer-\nbeer's Manier in grossartiger Steigerung, wobei die Vio-\nlinen zuweilen auf die Tannhäuser-Höhe hinaufklimmen,\num einen Lichtstrahl in dem Chaos eine Weile lang fest-\nzuhalten. Es war die erste Aufführung des Werkes, und\nman kann sich denken, mit welchem Jubel es jetzt mitten\nin dem africanischen Taumel aufgenommen wurde. Woher\nPasdeloup diese Ouvertüre genommen, ob aus den Archi-\nven der grossen Oper oder aus dem Nachlasse Meyerbeer's,\nist mir nicht bekannt geworden.\n\nB. P.\n\nFür Orgel.\nCh. H. Rinck’s Präludien. Zweite Auflage.\n\nDie zur Zeit erschienenen Vorspiele zu dem Rinck'-\nschen Choralbuche sind seit Jahren vergriffen, und die\nVerlagshandlung von G. D. Bädeker in Essen hat sich be-\nreit finden lassen, eine Auswahl der schönsten Nummern\naus der angegebenen Sammlung und aus dem Nachtrage\nzu dem Choralbuche zu einem wohlfeilen Preise zu ver-\nanstalten. Diese Auswahl liegt nun vor, und zwar in fünf\neinzelnen Heften (a 121/2 Sgr.), und ist von W. Greef,\ndem bekannten Herausgeber der weit verbreiteten Män-\nnergesänge, besorgt worden. Greef hat von den 269 Num-\nmern in der That die 185 werthvollsten beibehalten und\nbei der Anordnung den Fortschritt von den leichten zu\nden schwierigeren Präludien berücksichtigt. Dem gemäss\nenthalten die ersten Hefte meist so genannte freie oder\nallgemeine Präludien in den gebräuchlichen Tonarten, bei\nderen Gebrauch nur die Tonart und der lyrische Charak-\nter des Liedes in Betracht kommen, wogegen die letzteren\nHefte die schwierigeren und die alten Kirchen-Tonarten\nund vornehmlich solche Vorspiele bringen, welchen ein\nbestimmter Choral zu Grunde liegt, so dass der Cantus\nfirmus oder der Cantus figurbesonders hervortritt.\nDas störende Umwenden ist gänzlich vermieden; auch sind\nmannigfache Druckfehler und Mängel der ersten Auflage\nbeseitigt worden. Dazu hat die umsichtige Verlagshand-\nlung es an nichts fehlen lassen, hat weisseres Papier und\ndeutlichere Noten verwendet, so dass die Ausgabe die\nfrüheren weit übertrifft, ja, in Bezug auf Ausstattung nichts\nzu wünschen übrig lässt. Alles ist nicht nur höchst deut-\nlich, auch äusserst correct, so dass man vergeblich auf\neinen Fehler Jagd macht.\nWer mit uns wünscht, dass gediegene kirchliche Or-\ngelmusik immer mehr in Aufnahme kommen möge, der\nwird dieser Auflage eine weite Verbreitung wünschen;\nwer jedoch dafür hält, der alte Rinck sei ein überwunde-\nner Standpunkt, der mag durch ein sorgfältiges Studium\nder vorliegenden Hefte sich eines Besseren belehren und\neinsehen lernen, dass es nur darauf ankommt, unter sei-\nnen zahlreichen Compositionen zu sichten. Rinck ist im\nKleinen gross.\nNur in einer Beziehung entspricht die neue Ausgabe\nunserer Erwartung nicht. Es sind nämlich die den Vortrag\nbetreffenden Bezeichnungen Rinck's beibehalten worden,\nobwohl die Erfahrung längst gelehrt hat, wie sehr oft die-\nselben missverstanden werden, weil sie zu ungenau sind.\nRinck pflegt bei jedem Vorspiele drei Bemerkungen\nals Ueberschrift zu geben (Sehr feierlich Maestoso\nMit starken Stimmen), von welchen die erste sich auf den\nVortrag, die zweite auf das Tempo bezieht, und die letzte\ndie Registrirung andeutet. In letzterer Beziehung be-\nschränkt sich Rinck auf fünf Bestimmungen. Unter fünfzig\nder vorliegenden Vorspiele sollen nämlich fünfundzwanzig\nmit sanften Stimmen, acht mit einigen acht- und vierfüs-\nsigen Stimmen, zwölf mit starken Stimmen, vier mit ganz\nsanften Stimmen und eines mit voller Orgel gespielt wer-\nden. Nur ein Mal, bei Nr. 77, findet sich die Angabe:"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "61", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.5", "texte": "Mit Gedact oder Gambe 8 Fuss; und bei Nr. 145: Die\nMelodie mit 2 achtfüssigen und einer vierfüssigen Stimme\nund die Begleitung sanft.\nEin einziger Blick auf die Vorspiele von Herzog,\nAndre, Volckmar, Seeger, Hering, Flügel und anderen\nneueren Orgel-Componisten genügt, um genauere Anga-\nben zu rechtfertigen. Anstatt „Mit sanften Stimmen\", heisst\nes bei diesen ein Mal: „Principal 8 Fuss und Gambe 8 Fuss\",\nund vielleicht im Miltelsatze desselben Präludiums: „Gambe\nallein\", und dann wieder „Principal mit\"; ein ander Mal\nheisst es statt „Mit sanften Stimmen\": „Gambe 8 Fuss\nund Gedact 8 Fuss\"; auch: „Bordun 16 Fuss, Gambe\nund Gedact 8 Fuss\" (oder Gedact 4 Fuss); auch: „Gedact\n8 Fuss und Flöte 8 Fuss\"; auch: „Principal 8 Fuss al-\nlein\"; auch: „Principal 8 Fuss und Flöte 4 Fuss\". Dabei\nmerkt man bald, dass nicht, wie viele Organisten meinen,\ndas Präludium und der Choral alle Mal mit denselben\nStimmen gespielt werden sollen. Ferner unterscheiden\ndiese Componisten (namentlich Brosig) das volle Werk\nund das volle Werk ohne Mixtur, und lassen die Mixtur\nfast niemals von Anfang bis zu Ende durchschreien, wie\nsie denn auch mehrfach, sogar in demselben Stücke, wech-\nseln, um dem Orchester näher zu kommen. In den vor-\nliegenden Heften kommt dies nur ein Mal (bei Nr. 116,\nwo das Haupt-Manual /und das zweite Manual registrirt\nist) vor; Schreiber dieses fragt: Warum nicht auch bei den\nNummern 120 und 122, 131, sogar 133 wechseln?\nFlügel wechselt in manchem Präludium mit ff, f, p, pp\n(letzteres namentlich am Schlüsse) und erzielt damit schöne\nWirkung. So viel ist gewiss, je nachdem Manches der vor-\nliegenden Präludien registrirt wird, gewinnt sein Vortrag\nbedeutend. Wenn es nun zu bedenklich schien, solche Be-\nzeichnungen beizufügen, so hätte doch wenigstens in der\nVorrede etwas darüber gesagt werden müssen. Angehende\nOrganisten verfahren bekanntlich selten, wie Rinck selbst,\nder, wenn er ein Mal mit vollem Werke, fünfundzwanzig\nMal mit sanften Stimmen spielte. Sie verdoppeln gern,\nverwischen dadurch die Tonfarbe und denken selten daran,\ndass sie ein ganzes Orchester zur Verfügung und desshalb\nauch die Verpflichtung haben, jeder Einzelstimme an der\nrechten Stelle ihr Solo zu gönnen. Nur wenn dies beim\nVortrage beachtet wird, werden Rinck's Präludien sich\nnoch lange zu halten vermögen. Desshalb wäre eine Mah-\nnung unseres Erachtens wohl am Platze gewesen.\nH. K.\nNachschrift. Wir stimmen unserem geschätzten\nMitarbeiter in dem, was er oben über die zweckmässige\nRegistrirung sagt, vollkommen bei, da diese das einzige\nMiltel ist, die Unterschiede der Klang-Dynamik auf der\nOrgel geltend zu machen, indem dieses mäjestätische In-\nstrument zu kolossal ist, um von dem Hauche oder der\nkünstlerischen Hand eines Menschen beseelt zu werden,\nwie die Blas- und Geigen-Instrumente des Orchesters.\nDesswegen hat die Erfindung des Menschen eine elemen-\ntare Kraft, den Luftstrom, gezwungen, die Geigen und\nBässe (Principal- und Pedalstimmen) und die Flöten-, und\nZungenstimmen tönen zu lassen, aber er hat nicht ver-\nmocht, diesen Luftstrom für den dynamischen Ausdruck\nder nothwendigen Abschwächung und Verstärkung zu\nunterwerfen, und alle neueren Versuche, ein An- und Ab-\nschwellen des Orgeltones zu bewirken, bleiben mangelhaft\nund bringen höchstens eine, wir möchten saget), unbe-\nrechtigte sinnliche Wirkung hervor. Dagegen hat es die\ngeschickte Registrirung in der Gewalt, die Contraste des\nAusdrucks von dem zartesten Colorit des fernen sanften\nFlötentones bis zum erschütternden Klange, der dem Brau-\nsen der Elemente in Sturm und in Wogen gleicht, zu Ge-\nhör zu bringen, und ein Organist, der diese Gewalt nicht\nzu benutzen versteht, der sich nicht zum Herrn derselben\ngemacht hat durch die genaue Kenntniss der Klangfarbe\njedes Registers und geschickte Anwendung der einzelnen,\nwie auch der combinirten Stimmen, ist bei aller techni-\nschen Fertigkeit mit Händen und Füssen doch gewisser\nMaassen nur eine spielende Maschine. Wir bemerken dies\nbesonders auch für das Präludien- und Choralspiel in der\nKirche, bei welchem so viele Organisten die Würde des\nInstrumentes in die Mixturen setzen und die Accorde nicht\ngrell und schreiend genug kriegen können.\n\nL. B.\n\nBeethoven’s Werke.\nDie erste vollständige, überall berechtigte Ausgabe\nvon Beethoven's Werken im Verlage von Breitkopf und\nHärtel in Leipzig ist jetzt vollendet und als ein ehrenvolles\nDenkmal für den Unternehmungsgeist und die Thätigkeit\nder Verlagshandlung anzuerkennen. Sie liegt in Partitur\nund Stimmen vollständig vor; nur einige bisher unge-\ndruckte Werke und ein Bericht über die geübte Kritik\nsollen später noch nachfolgen.\nDas Ganze ist nach den Gattungen der Werke in 24\nSerien getheilt. Jede solche Serie, z. B. die Sinfonieen,\ndie Ouvertüren, die Streich-Quartette, die Pianoforte-So-\nnaten, die Lieder u. s. w., ist, wenigstens in Partitur, als\nein Ganzes, sowohl broschirt als elegant gebunden, zu ha-\nben. Daneben ist jedes Werk, vom grössten bis zum klein-\nsten herab, auch einzeln verkäuflich. Duplirstimmen wer-\nden nach dem Bogenpreise des Ganzen zu 3 Ngr. in be-\nliebiger Anzahl abgegeben. Allerdings übersteigen die\nPreise dieser Ausgabe die der Nachdrucks-Ausgaben, er-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "62", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.6", "texte": "reichen aber oft kaum die Hälfte der Preise der berech-\ntigten Original-Ausgaben, überhaupt der gewöhnlichen\nMusicalienpreise.\nAuf die kritisch-correcte Herstellung des Ganzen ha-\nben die Herren Rietz, Reinecke, Richter, David,\nFr. Espagne in Berlin, G. Nottebohm und S. Bagge\nMühe verwandt. Autographe, alte, von Beethoven selbst\nrevidirte Copieen und erste Drucke sind von den Besitzern\nmit grosser Liberalität überlassen worden. Was kaum zu\nhoffen war: bei mehr als der Hälfte der Beethoven'schen\nWerke liegen Autographe des Meisters oder von demsel-\nben durchgesehene Abschriften zum Grunde. Compositio-\nnen, welche Beethoven zugeschrieben waren, deren Un-\nechtheit sich aber herausgestellt hatte, sind ausgeschieden,\nverschollene wieder ans Licht gezogen. Die Resultate der\nRevision treten fast bei jedem Werke hervor; in zahlrei-\nchen Fällen sind sie bedeutend, ja, überraschend. Die\nOper Fidelio, die Musik zu Egmont, das Quartett Op. 135\nsind als einzelne hervorragende Beispiele zu bezeichnen.\nDie äussere Ausstattung entspricht vollkommen den\nErwartungen, die man nach allen neueren Verlags-Arti-\nkeln der berühmten Firma davon hegen konnte.\nDer Preis der ganzen Partitur-Ausgabe, broschirt, ist\n199 Thlr. 24 Ngr., gebunden 223 Thlr. 2 Ngr.; die\nStimmen-Ausgabe kostet 159 Thlr. 12 Ngr. Eine Pracht-\nAusgabe in Partitur, im Formate der Ausgaben der Bach-\nund Händel-Gesellschaft, von welcher nur einige Exem-\nplare gedruckt sind, 300 Thlr.\nDie Preise der Haupt-Serien der Partitur-Ausga-\nben sind folgende:\nI. Serie. Sinfonieen I—9,1—9, 23 Thlr. 12 Ngr., in drei\nBänden 25 Thlr. ln S erie II sind »Die Schlacht bei\nVittoria\" 2 Thlr., Musik zu „Prometheus\" 4 Thlr. 6 Ngr.\nund zu Göthe's „Egmont\" 2 Thlr. 3 Ngr. die bedeutend-\nsten. Serie 111. Die eiif Ouvertüren 11 Thlr. 24 Ngr.\nSerie VI. Die siebenzehn Violin-Quartette (Nr. 17 die\nFuge in B) in- zwei Bänden 11 Thlr. 6 Ngr., die Stim-\nmen in vier Bänden 16 Thlr. 21 Ngr. Aus der Serie\nIX die fünf Concerte für Pianoforte und Orchester in\nEinem Bande 10 Thlr., das Trio-Concert 2 Thlr. 18 Ngr.,\ndie Phantasie mit Chor 1 Thlr. 15 Ngr.«—Serie XI. Die\nTrio's für Pianoforte, Violine und Violoncell in drei Bän-\nden, jede Stimme ein Band, 14 Thlr. Serie XII. Die\nSonaten für Pianoforte und Violine, eben so in zwei Bän-\nden, 8 Thlr. 21 Ngr. —Serie XIII. Sonaten mit Violon-\ncell, eben so, 5 Thlr. 12 Ngr. Serie XVI. Die Ciavier-\nSonaten in drei Bänden 15 Thlr.\n\nAus Florenz.\n\nDen 16. Februar 1866.\nDie hiesige Societä del Quan deren Spitze der\nberühmte Violinist Jean Becker steht, dessen Genossen\ndie Herren Enrico Masi, Luigi Chiostri und Fede-\nrigo Hilpert sind, hat am 19. und 26. Januar und am\n2. Februar drei Matineen gegeben, welche hauptsächlich\ndem Vortrage von Werken Beethoven's gewidmet wa-\nren. In der ersten hörten wir die Serenade in D, Op. 8,\nfür Violine, Viola und Violoncell, das Quartett in Op.\n74, und das Quartett in Cis-moOp. 134. Dieses Pro-\ngramm gab Gelegenheit, die drei verschiedenen Perioden\nder Schöpfungen des deutschen Meisters mit einander zu\nvergleichen, und die bewundernswerthe Vollkommenheit\nder Ausführung bestärkte uns immer mehr in der Mei-\nnung, dass die Werke aus der dritten Periode des gros-\nsen Meisters, die von Manchem zum Ostracismus verur-\ntheilt werden, grosse Schönheiten enthalten, die allerdings,\nwenn man will, mit dem gewaltigen Fluge einer kühnen\nund zügellosen Phantasie verbunden sind.\nDie zweite Matinata brachte das Quartett in Op.\n59, die Sonate in A, Op. 47, vortrefflich ausgeführt von\nHerrn Becker und der ausgezeichneten Clavierspielerin\nJervis, und zum Schlüsse das Quartett in Es, Op. 127,\neine gewaltige, imponirende Composition voll grosser\nSchönheiten. Es bedarf nicht der Worte über die Ausfüh-\nrung, da Jedermann die hohe Begabung und Virtuosität\nder Künstler dieses Vereins, und namentlich Becker's, im\nVortrage dieser Gattung von Kammermusik kennt. Ein\nDichter würde sagen, dass der Geist Beethoven's ihn um-\nschwebe und zur Verkündung des Genius, der in diesen\nerstaunenswerthen Compositionen waltet, begeistere; wir\nbeschränken uns darauf, ihn für den grössten Quartett-\nspieler zu erklären, den man hören kann.\nDie dritte Matinata fand in dem grossen Saale der\nphilharmonischen Gesellschaft Statt. Nach dem Quartette\nin G, Op. 18, von Beethoven bewunderte die zahlreiche\nZuhörerschaft Herrn Becker als Concertspieler in einer\nbrillanten Composition von ihm über Bellini'sche Thema's.\nHerr Scholz trug die grosse Clavier-Sonate Op. 110 von\nBeethoven vor, für die sich jedoch das Publicum nicht\nrecht erwärmen konnte. Zum Schlüsse folgte das Adagio\nund Scherzo aus Mendelssohn's Quintett Op. 87; das\nAdagio musste auf allgemeines Verlangen wiederholt\nwerden. S.\nNachschrift. Wir fügen dieser Correspondenz hin-\nzu, dass Herr Jean Becker mit dem Quartett-Ver-\neine von Florenz, dessen Leistungen in diesen Blättern\nschon mehrfach rühmlichst erwähnt worden sind (vergl."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "63", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.7", "texte": "besonders „Reisebriefe aus Italien\" in Nr. 48 vom 2. De-\ncember vorigen Jahres), im Monat März eine Runstreise\ndurch Deutschland machen wird—gewiss eine höchst in-\nteressante Erscheinung, worauf wir das musicalische Pu-\nblicum aufmerksam machen.\nKöln, 20. Februar 1866.\n\nDie Redaction.\n\nDie Gebrüder Müller in Paris.\nDen 7. Februar 1866.\nGestern Abend fand in dem eleganten Concertsaale der Herren\nPleyel und Wolff die erste Soiree für Kammermusik Statt, welche\nFrau Wilhelmine Szarvady-Clauss gemeinsam mit dem Quartette\nder Gebrüder Müller veranstaltete. Dieses Unternehmen hatte in den\nReihen der hiesigen Musikfreunde deutscher wie französischer Na-\ntion die höchsten Erwartungen rege gemacht und war somit für die\nKunstwelt zu einem wahren Ereignisse geworden.\nKünstlern gegenüber wie Frau Szarvady und die Gebrüder Mül-\nler will ich mich in Lobeserhebungen nicht einlassen. Ich beschränke\nmich desshalb darauf, im Allgemeinen die Physiognomie des anwe-\nsenden Publieums wiederzuspiegeln.\nDie Spitzen der pariser musicalischen Gesellschaft waren ge-\nkommen, um Schumann, Mendelssohn, Haydn und vor Allem Beet-\nhoven von deutschen Künstlern vortragen zu hören. Musiker wie\nKritiker, die ersten Namen der Capitale, hatten sich eingefunden\nund begrüssten mit enthusiastischem Beifalle eine Auffassungs- und\nVortragsweise, die ihnen zum grossen Theile ganz neu und originel\nerschien. Der Erfolg war ein allgemein durchschlagender.\nGleich das erste Quartett von Schubert erwärmte mit seiner\nromantischen Färbung die Anwesenden und liess das Zusammenspiel\nder Gebrüder Müller in wunderbarer Weise zur Geltung kommen.\nIn gleicher Weise fanden die Mendelssohn'schen Variationen Op. 17\n(Frau Szarvady und Wilhelm Müller), wie das Haydn'sche\nD-dur-Quartett (Op. 20 Nr. 4) einstimmigen und reichsten Beifall.\nDie Krone des Abends jedoch blieb unstreitig das Trio in B-dur\n(Op. 97) von Beethoven, von Frau Szarvady und den Brüdern\nKarl und Wilhelm Müller mit vollendeter Meisterschaft vorge-\ntragen ; namentlich war es der letzte Satz, welcher durch das he-\nroisch-feurige Spiel der berühmten Virtuosin alle Welt am Schlüsse\nzur lautesten Bewunderung bewog, während oft an besonders hin-\nreissend schönen Stellen von den erhöhten Plätzen der genannten\nMusikkenner ein wie unwillkürlich ertönendes Bravo! Bravo! sich\nLuft machte.\nJedenfalls haben die Künstler alle Ursache, mit dem Erfolge\ndieses ersten Concertes sehr zufrieden zu sein, und es lässt sich\nden weiter in Aussicht genommenen „Soireen für Kammermusik\"\nder Frau Szarvady und des Müller'schen Quartettes schon heute der\ngünstigste Erfolg voraussagen.\nArthur Levysohn. (K. Z.)\n\nAchtes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters, Herrn\nFerdinand Hiller.\nDinstag, den 20. Februar 1866.\nProgramm. Erster Theil. 1. Sinfonie von J. Haydn.\n2. A-ie für Sopran aus „Hans Heiling\" von H. Marschner (Fräu-\nlein riederike Grün vom Hoftheater zu Kassel). 3. Violin-\nConcert in D-moll von L. Spohr (Herr Concertmeister Leopold\nAuer aus Düsseldorf). 4. Kyrie und Gloria aus der grossen\nMesse in Es von Franz Schubert (zum ersten Male).\nZweiter Theil. 5. Ouvertüre zu „Sakontala\" von Karl\nGoldmark (zum ersten Male). 6. Arie aus „Carlo Broschi\" von\nAuber (Fräulein Grün). —7. „Trost in Tönen\" für vierstimmigen\nChor von Jos. Brambach (zum ersten Male). B. Ouvertüre zu\n„Leonore\" Nr. 3 von Beethoven.\nDas achte Concert war eines der interessantesten in diesem\nWinter; das Programm brachte angenehmen Wechsel von Altem\nund Neuem, und die Ausführung sowohl der Solo-Vorträge als der\nChor- und Orchesterstücke war vorzüglich. Jedermann verliess den\nSaal mit Befriedigung und allen Nummern folgte lebhafter Applaus\nmit Ausnahme der Sakontala-Ouverture, welche, obwohl gründlich\nstudirt, wovon wir uns in zwei Proben selbst überzeugten, und in\nFolge dessen gut ausgeführt, das Publicum so wenig ansprach, dass\nsich beim Schlüsse derselben auch nicht eine Hand zum Beifalle\nregte. Darob wird die wiener Presse, von der uns acht Organe zu-\ngesandt worden, die sich sämmtlich in Lobpreisung des Goldmark1-\nschen Werkes überbieten, und wahrscheinlich auch die leipziger\nAllgemeine Musik-Zeitung unser Publicum und uns selbst, wie bei\nGelegenheit der Brahms'schen Serenade, als hinter dem Fortschritte\nder modernen Musik zurück und „beim alten Schlendrian\" stehen\ngeblieben bezeichnen. Wiewohl nun diese letzte Aeusserung in dem\ngenannten leipziger Blatte als eine sehr unvorsichtige von einem\nRedacteur erscheint, der erst vor Kurzem eines seiner literarischen\nKinder an der Abnehmungskrankheit verscheiden sah, wenn nicht\nein muthiger Arzt noch einen neuen Versuch zur Wiederbelebung\ngemacht hätte, so wollen wir doch reuig bekennen, dass wir der\nerwähnten Serenade Unrecht gethan haben, wenn wir sie für ein\nNormal-Product der neueren Richtung hielten, denn dafür enthält\nsie doch noch zu viel Musik. Den wahren Typus moderner Ton-\nkunst haben wir erst jetzt in der „Sakontala\" von Goldmark ken-\nnen lernen. Wir sind dadurch um zwei Erfahrungen reicher gewor-\nden, erstens in Bezug auf das, was ein Programm-Musiker heutzu-\ntage in Noten zusammenzustellen wagt, und dabei auf die Entschul-\ndigung aller unmelodischen Motive und unerträglichen Harmonieen\ndurch den beabsichtigten Ausdruck von Realitäten Anspruch\nmacht, und zweitens in Bezug auf den Zustand der heutigen Kritik,\nderen Vertreter, man kann nicht ergründen, woher, entweder von\neiner unsichtbaren Influenza, die in der Luft schwebt, an klarem\nBlicke verhindert werden, oder aus Furcht, mit der Wahrheit bei\ndem grossmäuligen Zeitgeiste anzustossen, sich in einen Schwall\nvon Redensarten hüllen, die nicht Fleisch, nicht Fisch sind. Wie\nkönnen wir, selbst die persönlichsten Sympathieen vorausgesetzt,\nan die Aufrichtigkeit von Ausdrücken glauben, wie „sternenhelle\nSommernacht, welche die sanftesten, süssesten Melodieen durch-\nzittern\" „Alles quillt primitiv aus dem Innern hervor und ath-\nmet den tropischen exotischen Zauber\" „es weht ein erfrischen-\nder Hauch von ursprünglichem Leben darin\" u. s. w. Von der\nStelle, in welcher die Violinen mit eigenthümlichen Figuren zu dem\nersten Motiv der Violoncells u. s. w. eintreten, heisst es im „Vater-\nland\" : „Wer nur einiger Maassen im Hören geübt ist, wird die\nbeiden neben einander laufenden Melodieen streng aus einander\nzu halten im Stande sein\" nun, das ist sehr leicht, denn die\nbeiden Melodieen gehen so haarsträubend aus einander, dass es"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "64", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660224-01.1.8", "texte": "geübten und ungeübten Ohren wehe thut und wir offen gestehen,\nbis jetzt für unmöglich gehalten zu haben, dass ein Musiker sol-\nchen Galimathias von Tönen könne drucken lassen. Wenn ich den\nGeist Beethoven's nicht zu erzürnen fürchtete, so würde ich ihn\ncitireo, um dem Autor der „Sakontala\" die erste Seite des Allegro\nassai vom Finale der neunten Sinfonie vorzuhalten, um ihm seinen\nStandpunkt einem Genius gegenüber, der allein eine solche Instru-\nmental-Polyphonie vollbringen kann, klar zu machen.\nUebrigens ist doch der Kritiker im „Vaterland\" noch der Ein-\nzige, der wenigstens aufrichtig berichtet, dass bei der Aufführung\nim philharmonischen Concerte zu Wien „ein Theil des Publi-\ncums unter Zischen ablehnte, was ein anderer mit vollem Beifalle\naufnahm\".\n(Schluss folgt.)\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMo fit. 23. Februar. Der gestrige Musik-Abend des Conserva-\ntoriums fand im Isabellensaale des Gürzenichs Statt, der von den\nFreunden der Anstalt ganz gefüllt war. Die Schüler und Schü-\nlerinnen, an deren Leistungen sich die Zuhörenden erfreuten, waren\ndiesmal (wohl zufälliger Weise) alle Auswärtige, aus Manchester,\nAmsterdam, Altona u. s. w. Prantl und Schloming I. zeigten sich\nals schon gewandte Solisten auf der Violine; die Damen Drescher\nund Rosenfeld als sehr mnsicalische Pianistinnen ein Beethoven'-\nscher Streich-Quartettsatz konnte mit Befriedigung gehört werden,\nund der junge Karl Heymann, der diesmal einige Stücke von seiner\nComposition vortrug, gibt auch nach dieser Seite hin die besten\nHoffnungen. Höchst angenehm wirkten ein paar Stücke von Men-\ndelssohn uud Lachner für weiblichen Chor, welche durch den Herrn\nMusik-Director Weber vortrefflich einstudirt waren. Eine Anzahl\nausgezeichnet schöner Stimmen machte sich bemerkbar, welche wir\nuns freuen werden, bald als Solistinnen begrüssen zu können.\nFräulein Übrich ist vom Könige von Hannover zur Kammer-\nsängerin ernannt worden, wird die Bühne verlassen und sich aus-\nschliesslich dem Concertgesange widmen.\nBrenden« Am 27. Januar veranstaltete das hier bestehende\nConservatorium für Musik zur Feier seines zehnjährigen Bestehens\nein Concert im Hotel de Saxe; die gebotenen Productionen gaben\nein erfreuliches Zeugniss von dem gedeihlichen Zustande dieser An-\nstalt, aus welcher bereits viele vortreffliche Künstler und Künst-\nlerinnen hervorgegangen sind. Die artistische Leitung des Conser-\nvatoriums befindet sich gegenwärtig in den Händen des Herrn Hof-\nCapellmeisters Dr. Rietz.\nDas vierte mecklenburgische Musikfest findet am 0., 4. und 5.\nJuni in Güstrow Statt. Das Programm bringt eine Hiller'sche\nComposition, das Oratorium „Paulus\", ein Stück „Schöpfung\", Leo-\nnoren-Ouverture u. s. w.\nFräulein Tietjens legte, einer besonders ehrenvollen Einla-\ndung folgend, am 13. Januar in Liverpool den Grundstein zu einem\n1800 Personen fassenden Opern- und Schauspielhause, welches be-\nreits im October eröffnet werden soll.\nFlorenz* Im Saale Niccolai hat das erste Concert der Herren\nScholz und Bazzini Statt gefunden. Sie spielten mit dem Violon-\ncellisten Sbolci das B-dur-Trio von Schubert, dann trug Herr\nScholz die E-dur-Variationen für Ciavier von Händel und eine Fuge\nvon Bach vor. Herr Bazzini spielte seine Elegie mit ausserordent-\nlichem Beifalle und auf das Verlangen der Wiederholung statt deren\nnoch ein anderes Stück. Das Concert schloss in glänzender Weise\nmit der von den Herren Scholz und Bazzini meisterhaft vorgetra-\ngenen Sonate in Ö-moll für Piano und Violine von Beethoven, welche\nden lebhaftesten Beifall hervorrief.\n\nAlle in dieser Musik-Zeitung besprochenen und angekündigten\nMusicalien etc. sind zu erhalten in der stets vollständig assortirten\nMusicalien-Handlung und Leihanstalt von BEBNHABD BBEUEB\nin Köln, grosse Budengasse Nr. 1, so wie bei J. FB. WEBEB\nHohle Nr. 1."}]}