{"numero_id": "bm-bmtnabi-1866-05-05-01", "volume": "bmtnabi_1866-05-05_01", "ocr_sha256": "3bfd6d84e7bd05a6fc5ccca9e9d260bbf679bf472bc5c316196204b8ab86425d", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1866/05/05_01/bmtnabi_1866-05-05_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1866-05-05-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-05-05_01#c001", "volume": "bmtnabi_1866-05-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "137", "page_fin": "137", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 467, "texte": "Inhalt.\nMendelssohn's Musik zur Antigone für die Concert-Aufführung ohne Declamation eingerichtet. Aus London (Schluss.\nKammermusik Strauss Joachim Concerte Schumann's Sinfonie in Es). Von C. Ans Wiesbaden (Die Sinfonie-Concerte\nim Winter. Die Gebrüder Thern, Pianisten). Von JS. Für G-esang. Friedrich Riegel, Lieder im Volkstone bei dem Ciavier zu singen.\nOp. 12. Von E. Krüger. Tages- und Unterhaltungsblatt (Wien, „Africanerinu Neapel, „ Virginia\" Paris u. s. w)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-05-05-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-05-05_01#c002", "volume": "bmtnabi_1866-05-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "137", "page_fin": "140", "image_debut": 1, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.2.2", "titre_corps": "Mendelssohn’s Musik zur Antigone für die Concert-Aufführung ohne Declamation eingerichtet.", "titre_sommaire": "Mendelssohn’s Musik zur Antigone für die Concert-Aufführung ohne Declamation eingerichtet.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.1", "debut_caractere": 469, "fin_caractere_exclue": 4228, "texte": "Mendelssohn’s Musik zur Antigone\nfür die Concert-Aufführung ohne Declamation\neingerichtet.\nDer Gedanke des Königs Friedrich Wilhelm IV., den\nChor der antiken Tragödie singend auftreten zu lassen,\nfand bekanntlich durch Mendelssohn eine Verwirklichung\nin der Composition der Chöre von zwei Tragödien des\nSophokles, der „Antigone\" und des „Oedipus auf Kolo-\nnos\". Wenn überhaupt für den Chor in der Tragödie\ndie Anschauungs- und Gefühlsweise der modernen Welt\nempfänglich werden soll, so kann das gewiss nur durch\ndie Musik geschehen. Ein recitirender Vortrag des Chors\ndurch Zusammensprechen oder durch Vertheilung der\nSprecherrollen an Einzelne ist in erster Weise kaum kunst-\ngemäss erreichbar und wird im besten Falle durch Mono-\ntonie ermüdend, und die Vertheilung an Einzelne ist eine\nAuflösung der Bedeutung des Chors, da man von auftre-\ntenden Individuen persönliche Empfindungen zu hören er-\nwartet, nicht allgemeine Betrachtungen, welche den Ein-\ndruck der Handlung auf die Gesammtheit der Zeugen\nderselben aussprechen. Der verunglückte Versuch, den\nSchiller damit in der „Braut von Messina\" gemacht hat,\nist Beweises genug dafür. Soll also der antike Chor uns\nim neunzehnten Jahrhundert in irgend eindringlicher Ge-\nstalt vorgeführt werden, so kann dies nur durch den Ge-\nsang geschehen, weil wir bei diesem an Einheit in der\nVielstimmigkeit gewöhnt sind. Die musicalische\nHülle des Textes hat um so weniger etwas Auffallendes\nfür uns, weil der Chor der Tragödie sich erstens in Re-\nflexionen ergeht, denen allgemein gültige sittliche An-\nschauungen im Gegensatze zu einseitiger Leidenschaft zu\nGrunde liegen, zweitens sich auch zu Hymnen und Anru-\nfungen der Götter erhebt. Von beiden haben wir aber\nin unseren Oratorien und Opern bis auf die Schauspiele\nmit Chören und auf die Melodramen herab Beispiele genug.\nSo wenig als es uns auffällt, wenn in dem romantischen\nSchauspiele„Preciosa\" der Chor seine Gesänge anstimmt,\neben so wenig würde die antik gehaltene „Iphigenie\" von\nGoethe durch Chöre an der Macht des Eindrucks verlieren.\nMit der Composition der Sophokleischen Chöre durch\nMendelssohn sind wir also vollkommen einverstanden; we-\nniger damit, dass er die Anwendung der Instrumental-\nmusik weiter als zur Begleitung der Chöre ausgedehnt\nund einige Stellen des Dialogs melodramatisch behandelt\nhat; dazu scheint uns das harmonische Element mit sei-\nnem modernen Gefühls-Ausdrucke zu sehr im Wider-\nspruche mit dem griechischen Drama zu stehen. Denn\ndieses stellt mit seinem Fatalismus die menschlichen Ge-\nfühle und Charaktere erst in die zweite Linie, die unwi-\nderstehliche Macht des Schicksals aber in die erste, wo-\ndurch das Tragische ein durch grauenvolle Begebenheiten\nin Folge der Vorherbestimmung, dem religiösen Glauben\nder Griechen gemäss, für sie erschütterndes wurde. Wir\naber verlangen die Entwicklung des Geschickes der dra-\nmatischen Personen vorzugsweise aus ihrem Charakter\ndargestellt zu schauen und verfolgen hauptsächlich ihre\nSeelenbewegungen. Dadurch wird für uns das Tragische,\ndas sie trifft, ein ganz anderes, als es bei den Griechen\nwar. In dieser Gefühlsweise wurzelt aber auch unsere\nganze Musik: sie hat nur für diese Art tragischer Erschüt-\nterung, in der zugleich eine gewisse Versöhnung liegt,\nAusdruck; für das Grauen des vorherbestimmten Ver-\nhängnissvollen hat sie keinen; das griechische Gespenst\ndes Schicksals in seinem vernichtenden Schritte über die\nBühne unserem Verständnisse und Gefühle näher zu brin-\ngen, vermag sie nicht.\nDagegen haben die gesungenen Chöre zur Antigone\nund zum Oedipus bei den Statt gefundenen Aufführungen\nbewiesen, wie richtig die Ansicht des Königs war und wie\nangemessen und geistvoll Mendelssohn die schwierige Auf-\ngabe gelöst hat. Es ist keine Frage, dass diese Compo-"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5035, "texte": "sitiooen den Eindruck jener Aufführungen einer griechischen\nTragödie in hohem Grade verstärkt haben; viele der Zu-\nschauer gingen nach der ersten Aufführung der „Anti-\ngene\" im königlichen Schlosstheater so weit, die Wirkung\nderselben hauptsächlich der Musik beizumessen und\ndoch war das eingeladene Publicum ein sehr gewähltes\nund meist classisch gebildetes; ja, wir erinnern uns sehr\ngut, dass sogar der Senior unserer Philologen, der Ueber-\nsetzer der Antigone, August Böckh, sich gegen uns in\nähnlicher Weise äusserte.\nSollen nun aber diese schönen Compositionen unbe-\nnutzt bleiben, weil an die Aufführungen der beiden Tra-\ngödien auf unseren Bühnen nicht zu denken ist? Dürfen\nsie, Meisterstücke für den Männergesang, der bekanntlich\nkeinen Ueberfluss an Meisterstücken hat, der Vergessen-\nheit anheim fallen? Gewiss nicht. Man hat desshalb ver-\nsucht, sie für Concert-Aufführungen einzurichten und da-\nbei so genannte verbindende Gedichte benutzt. Der ge-\nwöhnliche Fehler der meisten von diesen Gedichten ist\nihre zu grosse Länge; ihre Verfasser glauben in der Re-\ngel, dem Publicum die ganze Handlung des betreffenden\nDrama's vorerzählen zu müssen: allein dieses Verfahren\nwird leicht langweilig und folglich dem Eindrucke der\nMusik eher nachtheilig als förderlich*). Ein zweiter Miss-\ngriff ist dabei die Aufnahme des Melodramatischen, da\ndieses nur auf der Bühne und bei der Rede der dramati-\nschen Person selbst, niemals aber bei der Wiedergabe\nderselben durch einen Erzähler wirken kann. Ferner\nkommt nicht bloss die Schwierigkeit, den Inhalt des\nDrama's in angemessener Form und Kürze wiederzuge-\nben, in Betracht, sondern auch dieser Inhalt selbst in Be-\nzug auf die Theilnahme, die er bei dem Publicum unserer\nZeit erregen kann. Hieher gehört denn besonders, was\noben über die Verschiedenheit der modernen und der an-\ntiken Auffassung des Tragischen bemerkt worden ist. In\ndieser Beziehung dürfte ein verbindendes Gedicht beim\n„Oedipus\" eher auf eine rührende Wirkung rechnen\nkönnen, als bei der „Antigone\"; die Erscheinung eines\nruhelosen, blinden königlichen Greises als Bettler, dem\ndie Tochter, seine Führerin und einzige Stütze im Elend,\nentrissen wird, derEdelmuth des Theseus, der diese Toch-\nter wieder befreit und dem blinden Vater zurückgibt, end-\nlich der versöhnende Tod des Königs sind Peripetieen,\ndie, weil allgemein menschlichen Empfindungen entspre-\nchend, auch unser Gemüth tief berühren. Dagegen beruht\nin der „Antigone\" die Begründung des Tragischen auf\nder religiösen Ansicht über die Bestattung der Todten und\nüber die Heiligkeit der Handlung der Schwesterliebe, mitbin\nauf specifisch griechischem Glauben, der uns zu fern liegt,\num uns im Innern zu ergreifen.—Endlich ist der Vortrag\neines verbindenden Gedichtes zwischen der Musik eine\nschwierige und missliche Sache, indem nicht bloss ein\nschönes Organ und eine gewöhnliche Schauspieler-Routine\ndazu gehört, sondern auch ein vollständiges Verständniss\nund Eingehen in den Geist der antiken Tragödie.\nNach alledem sind wir der Meinung, dass Mendels-\nsohn's treff liche Musik zu den griechischen Dramen im\nConcertsaale am meisten Eindruck machen werde, wenn\nsie oratorienartig als eine Reihe von Chören auf-\ngeführt wird, zu deren Verständniss der im Programm\ngedruckte Text derselben und kurze Andeutungen der\ndramatischen Handlung genügen.\nZur „Antigone\" schlagen wir eine Einrichtung vor,\nnach welcher das Programm folgender Maassen lauten\nwürde:\nMendelssohn's Musik zu Sophokles' Antigone.\n(Den Chor in zwei Abtheilungen bilden Männer aus dem\nVolke der Thebaner.)\nInstrumental-Einleitung.\nNr. I. Maestoso.\n(Die Thebaner feiern die Befreiung ihrer Stadt durch die Niederlage\nder sieben Fürsten vor Theben und den Tod des Polyneikes, der\ndiese gegen die Stadt und seinen Bruder Eteokles geführt hat.)\nStrahl des Helios! schönstes Licht,\nDas der siebenthorigen Stadt Thebe's\nNimmer zuvor erschien, du strahlest endlich\nDes gold'nen Tags Aufblick herrlich herauf.\n(u. s. w.)\nRecitati v.\nDenn die Sieben, um sieben der Thore gestellt,\nMann wider Mann, sie Hessen die Wehr u. s. w.\nDoppelcbor.\nAber die namenverleihende Nike kam\n(u. s. w. bis:)\nVoran hebe sich Bacchus, Theben erschütternd*).\nNr. 11. Andante con moto.\n(Der König Kreon verbietet bei Lebensstrafe, den Leichnam des\nPolyneikes zu bestatten. Ein Wächter meldet, dass dem Verbote\nTrotz geboten und der Leiche das Todtenopfer von unbekannter\nHand gespendet sei. Der Chor vernimmt den Frevel mit\nErstaunen.)\n\n*) Zu Mendelssohn's Musik zum „Oedipus auf Kolonos\"\nhaben wir in Nr. 6 des Jahrgangs 1863 ein Gedicht abdrucken\nlassen, das wenigstens auf den Vorzug der Kürze Anspruch machen\nkann, indem es nur aus 130 fünffüssigen Jamben besteht.\n*) Nr. I. (einschliesslich des Chor-Recitativs) bis zum\nSchlüsse in C-dur. S. 21 (Clavier-Auszug bei Kistner in Leipzig).\nDas folgende So 10-Recitativ bleibt weg. Das Chor-Recitativ wird\nohne bestimmtes Tempo, aber im Tacte gesungen. Diese und die\nfolgenden Anmerkungen unter dem Texte betreffen die musica-\nlische Einrichtung und den Dirigenten."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3931, "texte": "4\nVieles Gewaltige lebt und nichts ist\nGewaltiger, als der Mensch\n(u. s. w. bis:)\nNicht an meinen Heerd gelange,\nNoch in meinen Rath solch ein Frevler*).\nNr. 111. Moderato.\n(Antigone, des Polyneikes Schwester, bekennt sich zu der That,\ndie sie gegen das Verbot aus Liebe zu dem Bruder begangen. Der\nKönig verurtheilt sie zum Tode.)\nIhr Seligen, deren Geschick\nNie kostet' Unheil!\nWem sein Wohnhaus Götter erschütterten,\nNiemals lässt der Fluch ihn u. s. w.\nAllegro co\nWer mag deine Gewalt, o Zeus,\nKühn aufhalten in frevlem Hochmuth!\n(u. s. w. bis:)\nNur flüchtige Zeit\nWandeln wir frei von Leide**).\nNr. IV. Adagio non troppo.\n(Des Königs Sohn Hämon beschwört den Vater, der Mitleidsstimme\ndes Volkes zu folgen und ihm selbst Antigone, seine verlobte Braut,\nzurückzugeben. Auf Kreon's Weigerung scheidet er in Zorn vom\nVater, der ihn nie wiedersehen solle.)\nO, Eros, Allsieger im Kampf!\n(u. s. w. bis:)\nIm Blick der holdseligen Braut\nWaltet der Sehnsucht Macht siegreich,\nDie in dem Rath der höchsten Gesetze thront,\nUnd es gewinnt im Spiele\nDen Sieg Aphrodite kampflos.\nAllegro m\nAntigone wird herbeigeführt, um in ein Felsengrab eingeschlossen\nzu werden.)\nAllegro moderato (G-moll).\nAuch mich führt schon, was ich anseh'n muss,\nWeit über die Bahn des Gesetzes hinaus;\nNicht länger bezwing' ich der Thränen Erguss,\nDa ich sehe, wie nun Antigone dort\nIn das Alles verschlingende Grab eilt***).\nDoch würdig des Ruhms und mit Lobe geschmückt,\nWandelt sie hin dort in der Todten Gemach,\nNicht zehrende Krankheit raffte sie hin,\nNoch traf sie ein Schwert, das Rache gezückt;\nNach eigener Wahl, und lebend, allein\nVon den Sterblichen geht sie zum Hades*).\nNr. V. Allegro serioso.\nAuch der Danae Reiz musste des Himmels\nLichtstrahl einst mit der Nacht tauschen\n(u. s. w. bis:)\nDoch auch sie bestürmte die Macht\nDer uralten Moira, Tochter.\nNr. VI. Allegro\n(Der blinde Seher Teiresias weissagt dem Könige Unheil. Kreon\nentschliesst sich, Antigone's Felsengrab zu öffnen und eilt dahin.\nDas Volk ruft in feurigem Hymnus Bacchus, den Schutzgott Thebens,\nan, zur Rettung der Stadt aus grauser Noth zu erscheinen.)\nVielnamiger! Wonn' und Stolz der Kadmosjungfrau,\nDu des stark erdonnernden Zeus Geschlecht!\n(u. s. w.)\nAllegro assai vivace.\nHör' uns, Baccheus!\n(u. s. w. bis zum Schlüsse S. 75.)\nNr. VII. Andante\n(Aber der Gott ist ohnmächtig gegen das Schicksal: Antigone ist\ntodt, Härnon hat sie nicht überleben wollen, und auch die Königin,\nKreon's Gattin, hat sich den Tod gegeben. Kreon erscheint mit der\nLeiche seines Sohnes.)\nHier kommt er ja selbst, der Gebieter, heran,\nIn den Armen das laut redende Denkmal\nNicht fremden Vergeh'ns, nein, eigener Schuld,\nWenn mir es zu sagen vergönnt ist**).\n(Kreon bricht in verzweiflungsvolle Klagen aus und wünscht sich\nden Tod.)\n*) Hier geht der Anschluss von der Fermate\n(S. 49 oben) auf die zwei letzten Tacte des Melodrams Nr. Y, S. 54\nworauf ohne Pause Nr. V, AI-\nlegro serioso, JE-moll: „Auch der Danae Reiz\", u. s. w. eintritt, bis\nzum Schlüsse S. 62. Alles Melodramatische von S. 49 bis 54\neinschliesslich bleibt weg.\n**) Hier folgen die 10 Tacte Nachspiel (S. 77), deren letzter mit\nschliesst, darauf die Fermate auf\nS. 82, und von da an unmittelbar verbunden (mit Ausfall der Zwi-\nschenreden Kreon's) das Allegro moderato und der Schlusschor.\nDass hier vier Seiten Melodram wiederum überschlagen werden, ist\nbei der Concert-Aufführung um so nöthiger, als es hier darauf a,x\\-\nkommt, nach der gewaltigen Wirkung des Bacchus-Chors für alles\nFolgende noch einen musicalischen Eindruck in dem Concertsaal\nzu retten, und das ist nur durch bedeutende Kürzungen möglich.\n\n*) Den Schluss bildet der gebrochene -4-cZwr-Accord S. 30. Das\nfolgende Recitativ S. 31 und das Melodram 11. b, S. 32 bleiben\nweg.\n**) Den Schluss bildet der JP-moZZ-Accord S. 43. Das darauf\nfolgende Recitativ fällt aus.\n***) Mit Auslassung der zehn Tacte Melodram schliesst sich\ndie Wiederholung des G-moll (S. 48) an.\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 436, "texte": "Das bringt die Zukunft: was verlangt die Gegenwart?\nFür jene sorgt ja, wem dafür zu sorgen ziemt.\nErflehe nichts, Herr! Gibt es doch für Sterbliche\nNiemals Erlösung aus der vorbestimmten Noth!\nAndante con moto maestoso.\nViel köstlicher ist, als Glückesgenuss,\nDer bedächtige Sinn; stets hege darum\nVor dem Göttlichen Scheu!\nDer Vermessene büsst das vermessene Wort\nMit schwerem Gericht; dann lernt er\nWohl noch weise zu werden im Alter."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-05-05-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-05-05_01#c007", "volume": "bmtnabi_1866-05-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "140", "page_fin": "141", "image_debut": 4, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.2.3", "titre_corps": "Aus London.", "titre_sommaire": "Aus London.", "signature_source": "C", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.4", "debut_caractere": 438, "fin_caractere_exclue": 4867, "texte": "Aus London.\n\n(Schluss. S. Nr. 17.)\n(Kammermusik Strauss . Joachim Concerte\nSchumann's Sinfonie in Es.)\nDie Concerte haben in diesem Jahre früher begonnen,\nals man es sonst hier gewohnt ist; im Februar waren\nschon die Sacred Harmonie Society, Ella's Populär Mon-\nday Coneerts und Anfang März auch die Philharmonie So-\nciety in Thätigkeit. Die Concerte im Krystallpalaste un-\nter der Direction von Manns haben den ganzen Winter\nhindurch jeden Samstag Statt gefunden. Sie wurden stark\nbesucht; die Programme bringen Ouvertüren, Sinfonieen,\nConcerte (z. B. Spohr's Gesangscene, von Ludwig\nStrauss gespielt, Beethoven's von Fräu-\nlein Zimmermann mit grossem Erfolg vorgetragen) und\neinzelne Solo-Gesangstücke. Manns ist ein sehr guter Di-\nrigent, das Orchester aber hat für den grossen Raum\nund auch im Verhältnisse zu den Bläsern zu wenig Saiten-\nInstrumente.\nDie Sacred Harmonie Socie unter Costa's Direction\ngab zuerst „Die Jahreszeiten\" von Haydn und dann Men-\ndelssohn's „Elias\" zwei Mal, beides schon im Februar.\nIn der zweiten Aufführung trat Miss Parepa nach ihrer\nRückkehr aus den Vereinigten Staaten von Nordamerica\nzum ersten Male wieder auf; Weiss sang den Propheten.\nDie National Choral Society des Herrn G. W. Martin\nbegann mit Mendelssohn's „Lobgesang\" und Rossini's\nStabat mater;in beiden glänzte ebenfalls Miss Parepa;\nneben ihr erregte eine junge Altistin, Miss Franklein, Auf-\nmerksamkeit. Henry Leslie's Verein in St. James Hall\ntrat auch schon im Februar in Thätigkeit; das zweite Con-\ncert desselben brachte mit wenigen Ausnahmen nur geist-\nliche Vocalmusik von Palestrina, Leonardo Leo, Cheru-\nbini, Mendelssohn.\nEinen der edelsten und durch keine conventioneilen\nZuthaten, die in anderen Vereinen namentlich zu Gunsten\nenglischer Componisten vorkommen, gestörten Genuss ge-\nwähren nach wie vor die von Ella seit Jahren veranstal-\nteten Concerte für Kammermusik. Sie haben ein so star-\nkes Abonnement, dass in jeder Woche zwei Sitzungen,\nein Morgen-Concert (um 3 Uhr) und ein Abend-Concert\n(um 8 Uhr) Statt findet. Bis zu Joachim's Ankunft spielte\nStrauss die erste Violine, wirkte aber seitdem auch noch\nzuweilen in der Partie der Viola mit, was denn mit Piatti\nam Violoncell und Ries an der zweiten Violine ein vortreff-\nliches Ganzes gab. Joachim trat zum ersten Male in der\nSitzung am 12. Februar auf. Der Saal war erstickend\nvoll. Die Sitzung begann mit Mozart's Quintett in G-moll\nStrauss spielte die erste Viola, was vom Publicum\nhoch aufgenommen wurde. Ich bemerke für deutsche Le-\nser besonders, dass Joachim mit einem Quintett von\nMozart auftrat, also mit einer von jenen Compositionen,\nwelche die neuere Schule zurücksetzt, da ich\nsie auf den Programmen der zahlreichen deutschen Ver-\neine für Kammermusik, mit Ausnahme von Köln, nirgend\nfinde. Sie machte hier einen unbeschreiblichen Eindruck.\nAusserdem spielte Joachim mit Madame Arabella Goddard\ndie Sonate in Gr von Beethoven, Op. 96, die den Beschluss\nmachte. Die berühmte Pianistin trug ferner die Fuge in\nE-moll aus einer Suite von Händel und nach dem Hervor-\nund Dacaporufe auch die bekannten Variationen von Hän-\ndel, ausserdem noch die Fuge in E-moll von Mendelssohn\nOp. 35 vor. In anderen Sitzungen wechselte Herr Halle\nmit Madame Goddard ab.\nDer Enthusiasmus für Joachim in diesen Sitzungen\nund in den grösseren Gesellschafts-Concerten, wo er Con-\ncerte von Spohr und Viotti—aber so viel ich weiss, nicht\ndas von Beethoven gespielt bat, ist dieses Jahr noch\nhöher gestiegen, als früher. Die Kritik in den öffentlichen\nBlättern behauptet, er habe noch nie sich als so vollende-\nten Meister gezeigt. Ich ,sage nichts dagegen, nur meine\nich, dass es Einem bei solchen Meistern gewöhnlich so\nvorkommt, als wären die Leistungen, die man eben zuletzt\nvon ihnen hört, ihre besten. „In Bach und Beethoven,\nHaydn und Mozart, Spohr und Mendelssohn, wie im alten\nTartini ist er gleicher Weise zu Hause, gleich herrlich,\ngleich gross* sagt Musical World mit Recht von ihm.\nEine Ausführung, wie ich sie noch nie gehört habe, war\nunter Anderem der Vortrag des Quartetts in Cis-moll von\nBeethoven (am 10. März) durch Joachim, Ries, Bla-\ngrove (Viola) und Piatti! Und was spielte Joachim in\nderselben Sitzung? Aus Spohr's „Salon-Duetten\" die\nBarcarole und Scherzo mit Clavierbegieitung! Hervorge-\nrufen, gab er eine Sarabande mit Variationen von J. S.\nBach zu. Den Schluss machte Beethoven's so genannte\nKreutzer-Sonate (Piano Madame Goddard), die beiden"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5194, "texte": "Künstlern eine rauschende Ovation einbrachte. Dazwischen\nsang die sehr brave Sängerin Miss Patey zwei Vocalstücke.\nIn dieser Art sind die Programme dieser Concerte gewöhn-\nlich abgefasst; ein Vorzug derselben liegt in dem Vermei-\nden von Monotonie in dem Charakter der Compositionen\nund in der steten Berücksichtigung des guten, wenn auch\neinfachen Alten neben dem Neuen, d. h. dem Grossarti-\ngen von Beethoven und dem Formvollendeten von Men-\ndelssohn denn weiter zu uns Lebenden herab verstei-\ngen sie sich nicht; selbst Schumann findet nur in seinen\nCiaviersachen, wenn sie Frau Schumann vorträgt (in die-\nser Season wird sie dem Vernehmen nach nicht hieher-\nkommen), einen Theil des Publicums für sich; für seine\ngrösseren Compositionen ist der Boden noch keineswegs\nurbar. Dagegen hörten wir z. B. das Clavier-Trio in G\nvon Haydn, das Clavier-Quartett in G-moll von Mozart\nu. s. w., und immer von den genannten grossen Künstlern\nausgeführt. Nach Joachim's Abreise ist Strauss wieder an\nseine Stelle getreten.\nZur Charakteristik der Gesellschafts-Concerte füge\nich noch einige Angaben aus ihren Programmen bei. In\nder älteren philharmonischen Gesellschaft diri-\ngirt Sterndale Bennet, in der neuen Dr. Wylde.\nDie erstere begann am Montag den 5. März ihre\nConcerte mit der Aufführung von Schumann's „Para-\ndies und Peri\". Ich komme später darauf zurück.\nSie brachte ferner in den bis jetzt gefolgten vier Concer-\nten Sinfonie in G von Haydn, Mendelssohn [A-dur), Vio-\nlin-Concert in A-mollvon Viotti (Joachim), Clavier-Con-\ncert in Es-durvon Beeethoven (W. G. Cusius, ein engli-\nscher Componist, Violinist und Pianist!), Ouvertüren zur\nEuryanthe, Fingalshöhle von Mendelssohn, Sinfonie in\nC-moll von Beethoven, Violin-Concert in D-dur von Mo-\nzart (Strauss, mit drei sehr hübschen Cadenzen). Eine\ndeutsche Sängerin, Fräulein Übrich („mit hoher Empfeh-\nlung von dem Hofe zu Hannover zu uns gekommen\"\nschreibt Musical World),trat in demselben Concerte auf\nund hatte grossen Erfolg, wie der lebhafte Applaus be-\nwies; die Wahl ihrer Gesangstücke bekundete ein reich-\nhaltiges Repertoire, nämlich die Adler-Arie aus der\n„Schöpfung\", die Garten-Arie der Susanna aus „Figaro's\nHochzeit\" und Lieder von Mendelssohn und Taubert; sie\nführte Alles mit schöner, ausgiebiger Stimme und ange-\nmessenem Vortrage aus, besonders die Arie von Mozart\nund das „Winterlied\" von Mendelssohn.\nDie neue philharmonische Gesellschaft eröffnete\nihren Reigen am Mittwoch den 18. April mit einem pom-\npösen, aber allzu reichen und folglich zu langen Pro-\ngramm, was selbst die Engländer fühlten, obschon sie\nsonst weit länger Musik aushalten können, als wir Deut-\nsehen. Noch merkwürdiger als die Länge die Kühn-\nheit, mit Schumann's Sinfonie in Es zu beginnen, die\nzum ersten Male zur Aufführung kam. Soll dies eine An-\ndeutung sein, dass das Institut auch die neuere Schule be-\nrücksichtigen wolle, so soll sie uns willkommen sein; nur\nhätten wir gewünscht, dass dann zu diesem Zwecke nicht\ngerade die schwer auszuführende und schwer zu verste-\nhende Sinfonie von Schumann gewählt worden wäre, welche\nja selbst in Deutschland keine grosse Anzahl von Ver-\nehrern hat. Daher waren denn auch hier die Stimmen\nüber diese Composition sehr getheilt. Ausser diesem\nWerke enthielt das Programm noch die Sinfonie in A-dur\nvon Mendelssohn, die Ouvertüren von Meyerbeer zu\n„Struensee\" und von Beethoven zu den „Geschöpfen\ndes Prometheus\", das Concert für Clarinette in\nvon Weber und fünf Opern-Arien, vier für Sopran (Ma-\ndame Sherrington und Demeric-Lablache) und eine für\nBass (Signor Bossi)! Die beste Ausführung wurde der\nMendelssohn'schen Sinfonie zu Theil. Im nächsten Con-\ncerte wird Spohr's „Die Weihe der Töne\" gegeben.\nEine jüngere Gesellschaft, die\nLondon, begann das achte Jahr ihres Bestehens unter\nAlfred Mellon's Direction mit einem Concerte im An-\nfange des März, welches die Ouvertüren von Berlioz zu\n„König Lear\", von Mendelssohn zum „Sommernachts-\ntraum\" und von Marsebner zum „Vampyr\" brachte; Frl.\nAgnes Zimmermann, Ihre Landsmännin, spielte das Ca-\npriccio in E-durvon Bennett ganz vorzüglich und wurde\ngerufen. Eine Scene für Sopran von Rubin st ein konnte\nauch durch den Vortrag der Miss Parepa keinen Eindruck\nauf die Zuhörer machen. ln dem zweiten Concerte den\n11. April wurde ausser den Ouvertüren zu „Egmont\"\nund zum „Freischütz\" eine neue Sinfonie in von Ar-\nthur S. Sullivan aufgeführt, die bereits in den Concer-\nten im Krystallpalaste mit Erfolg gegeben worden war.\nDas gewöhnlich schwer zu befriedigende Publicum der\nMusical Society,da es hauptsächlich nur aus Musikern,\nLehrern, Akademikern und musicalisch gebildeten Dilet-\ntanten besteht, bezeigte grosse Theilnahme für das Werk,\nnahm es mit entschiedenem Beifalle auf und rief Herrn\nSullivan hervor. Ich konnte das Concert nicht besuchen;\ndie Sinfonie Sullivan's, der sich zuerst durch seine Musik\nzu Shakespeare's „Sturm\" hier einen Namen gemacht\nhat, soll in Mendelssohn's Art und Weise geschrieben sein,\nso dass, wenn dem also ist, Sullivan keine Ausnahme von\njener Richtung aller jüngeren englischen Componisten\nmachen würde, welche ihnen durch den beispiellosen\nMendelssohn-Cultus, der in England herrscht, fast aufge-\ndrungen wird.\n\nC."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-05-05-01-c008", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-05-05_01#c008", "volume": "bmtnabi_1866-05-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "142", "page_fin": "142", "image_debut": 6, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.2.4", "titre_corps": "Aus Wiesbaden.", "titre_sommaire": "Aus Wiesbaden.", "signature_source": "S", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4561, "texte": "Aus Wiesbaden.\nS.\n(Die Sinfonie-Concerte im Winter. Die Gebrüder Thern,\nPianisten.)\nDen 1. Mai 1866.\nWiesbaden ist eine Stadt des Fortschrittes, wenn auch\nMancher hierbei an die unheilvollen Rückschritte denken\nmag, die von Einzelnen am grünen Tische gemacht wer-\nden können. Es bringt uns jedes Jahr neue Prachtgebäude,\nneue Verschönerungen in den Cursaal-Anlagen, neu ent-\nstandene Stadtviertel, neu angelegte Promenaden, und erst\nin diesen Tagen ist uns als das Allerneueste ein Schiller-\nDenkmal beschert worden. Aber auch von einem Fort-\nschritte auf musicalischem Gebiete haben wir heute\nVeranlassung, Ihnen Kunde zu geben. Die Leistungen un-\nserer grössten Virtuosen kennen zu lernen, hatten und ha-\nben wir durch die grossen Concerte der Curhaus-Admi-\nnistration jeden Sommer Gelegenheit genug; allein die\nSchöpfungen unserer grössten Componisten kennen zu ler-\nnen, dazu fand sich im Sommer nie und im Winter nur\nin ganz vereinzelten Fällen Gelegenheit. Wenn wir Ihnen\ndaher berichten, dass wir im Laufe des Winters sechs\nSinfonie-Concerte gehabt haben, so ist es unsere erste\nPflicht, desjenigen zu gedenken, welchem wir diesen mu-\nsicalischen Fortschritt zu verdanken haben, unseres streb-\nsamen und genialen Capellmeisters Jahn, der schon vor-\nher sich das Verdienst erworben hatte, zwei Gluck'sche\nOpern (Iphigenia in Aulis und Armide) zum ersten Male\nauf die Wiesbadener Bühne zu bringen. In diesen sechs\nSinfonie-Concerten, für die ein besonderes Abonnement\nim Theater eröffnet worden und die Bühne als Orchester-\nPodium benutzt war, wurden mit den Kräften des Opern-\nPersonals und Orchesters folgende grössere Werke gehört:\n1. Die Sinfonieen Es-dur von Haydn, C-dur mit der Fuge\nvon Mozart, A-durund C-mollvon Beethoven, von\nSchubert, B-dur von Schumann. 2. Die Ouvertüren zu\nCoriolan von Beethoven, Melusine von Mendelssohn, Lo-\ndoiska und Anakreon von Cherubini, Ossian von Gade,\nPrometheus von Beethoven, Waldmeisters Brautfahrt von\nGoltermann, Faust von Spohr und die Introduction zu\nTristan und Isolde von Wagner. 3. Die Vocalwerke:\nDes Sängers Fluch von Schumann, Früblings-Phantasie\nvon Gade, Scenen aus Orpheus von Gluck, Chor aus\nBlanche de Provence von Cherubini, das Finale aus Titus\nvon Mozart, Meeresstille und glückliche Fahrt von Beet-\nhoven.—4. Die Clavier-Concerte F-moll von Weber (Herr\nLudwig), A-moll von Schumann (Herr Pallat) und ein\nDoppel-Concert für zwei Pianoforte von Thern (vorgetra-\ngen von dessen beiden Söhnen Willi und Louis Thern\naus Pesth).\nDas Unternehmen ist als ein gelungenes zu bezeich-\nnen, denn mit jedem Concerte steigerte sich die Theil-\nnabme des Publicums, und allen Concertnummern folgte\nbei der vortrefflichen Ausführung enthusiastischer Beifall.\nWas aber unser Orchester bei sorgfältiger Leitung zu lei-\nsten vermag, zeigte sich am deutlichsten bei der Auffüh-\nrung von Schumann's B-dur-Sinfonie, die man nach dem\nLJrtheile aller Musikverständigen kaum vollendeter hören\nkann.\nBei dieser Gelegenheit halten wir es für unsere Pflicht,\ndes jugendlichen Künstlerpaares Erwähnung zu thun, das,\nvon Ungarn kommend, nach einem längeren Verweilen in\nLeipzig, im letzten Sinfonie-Goncerte bei seinem ersten\nAuftreten am Rheine sieb durch den Vortrag des oben\nerwähnten Doppel-Concertes seines Vaters (Professors am\npesther Conservatorium) die Herzen Aller gewonnen hat.\nVon dem Eindruck dieses allgemein bewunderten Zusam-\nmenspiels auf zwei Flügeln kann man sich nur dann einen\nBegriff machen, wenn man wahrnimmt, dass dabei drei\nFactoren in seltener Uebereinstimmung zusammenwirken,\nnämlich gleiche musicalische Begabung und höchste tech-\nnische Fertigkeit jedes einzelnen Spielers, dann bei der\ngrössten Gleichheit in der äusseren Erscheinung (durch\nwelche man auf dieselbe Gleichheit der Temperamente zu\nschliessen gezwungen wird) das von frühester Kindheit an\ngepflegte Zusammenspiel, ohne welches die hier erreichte\nEinheit bei dem Vortrage der grossartigen Passagen nicht\ndenkbar ist, und endlich der Umstand, dass der Vater\nnicht nur eigene Schöpfungen von gediegenem Charakter\nin dieser Form geliefert, sondern auch Tonwerke wie\nBeethoven's Sonaten Op. 109 und 111 in meisterhafter\nBearbeitung für zwei Instrumente übertragen hat. Dem\nVernehmen nach wird diese Künstlerfamilie, welcher von\nLeipzig her schon ein grosser Ruf voranging, den Sommer\nhier verweilen und dann nach Paris gehen.\nWenn je ein Concert-Cyklus in würdevoller Weise\nzum Abschlüsse gelangte, so war es hier der Fall durch\ndas Auftreten der Gebrüder Thern und durch die glanz-\nvolle Aufführung der Schumann'schen B-dur-Sinfonie."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-05-05-01-c009", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-05-05_01#c009", "volume": "bmtnabi_1866-05-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "142", "page_fin": "143", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.2.5", "titre_corps": "Für Gesang.", "titre_sommaire": "Für Gesang.", "signature_source": "E. Krüger", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.6", "debut_caractere": 4563, "fin_caractere_exclue": 4909, "texte": "Für Gesang.\n\nFriedrich Riegel, Lieder im Volkstone bei dem\nCiavier zu singen. Op. 12. München, Pustet,\n1866. 32 S. in Quarto.\nEine willkommene Gabe für fröhliche und beschei-\ndene Sänger, die sich am Singen selbst erfreuen, und we-\nder brünstiger Fieberhitze bedürfen, noch Kerzenlicht im\nConcertsaale, um der Töne froh zu werden. Für öffentliche"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2969, "texte": "Schaustellung und journalistische Ekstase sind sie nicht\ngeeignet: ihr Lob ist, im Kämmerlein, im Garten und auf\nden Fluren zu Hause zu sein, Klang und Wiederklang zu\nwecken. Dergleichen Melodieen, die sich im ehrlichen\nDiatonon bewegen und in fasslichen Rhythmen einher-\ngehen, die nicht gesucht, sondern gefunden sind, haben\nwir heuer so wenige, dass sie schon darum Aufmerksam-\nkeit erwecken, ja, selbst Neugierige anziehen mögen. Gehen\neinige darunter gar zu plan und eben einher, ist einige\nMal die Liedform gar zu knapp auf eine einzige acht-\ntactige Periode eingeschränkt —, so mag man auch dieses\nhinnehmen als Zeugniss einer innigen Seele, die nicht rei-\nzen und erobern, sondern des Lebens beste Güter gemes-\nsen und spenden will in gleicbgesinntem Kreise. Dieser\ngleichgesinnte Kreis ist nicht die Horde der Musik-Enthu-\nsiasten, aber vielleicht doch eine grössere Mehrheit, als\nman beim ersten Anblicke glaubt weissagen zu müssen.\nHeraus heben wir folgende einzelne: S. 19, Brentano's\n„Es sang vor langen Jahren\", alterthümlichen Klanges,\nknapp gehalten, innig und mildwarmer Melodie, mit eben\nso einfacher, aber sehr schöner Begleitung. S. 26, Stö-\nber's „Es steht ein Haus am Rheine\". S. 24, Geibel's\n„In meinem Garten die Nelken\". S. 22, Beck's baieri-\nsche Volks-Hymne, recht frisch und hallend, auch mehr-\nstimmig zn brauchen, aber nicht so gut für Mönchschor,\nals für grossen Chor; freilich die in margine mit empfoh-\nlene zweite Unterlage von HofFmann's „Deutschland über\nAlles\" für Nichtbaiern zu singen ist gefährlich, weil\nzu HofFmann's Liede schon das unvergleichliche Kaiserlied\nvon Haydn den singenden Nichtbaiern und anderweitigen\nAusländern im Ohr sitzt, die einzige volksthüralieh-politi-\nsehe Melodie von grossem Chorklange, die wir besitzen,\nderen Tonkraft alle Particular-Farbenlieder von schwarz-\nweisser, gelb-weisser, blau-weisser, grünweisser u. s. w.\nTünche weit überläuft. S. 12, HofFmann's „Irgend im\nWalde\", ist sehr anmuthend, trotz der unbequemen, ob-\nwohl rationalen Periode zu Anfang.— S. 14, das mütter-\nliche „Wiegenlied\", singt tausend Mal Gesungenes, aber\nin neuer, wohl ansprechender Weise, ein vollkommenes\nBild edler Einfalt.— S. 16, EichendorfF's „Reiselied\", ist\nein schönes Lied in Waldesrast zu singen. S. 19, Mo-\nsen's „Trompeter an der Katzbach\", in alterthümlichem\nVolkstone, hat mit Brentano's Lied S. 19 den sonderba-\nren Anfang gemein, der dem Wort-Accent zu widerspre-\nchen scheint; offenbar wird die erste Sylbe leichter, die\nzweite schwerer zu singen sein, als der Tactstrich andeutet.\nDie Ciavierbegleitung ist leicht, nicht inhaltsleer, löb-\nlich auch darum, weil sie nicht durchaus unentbehrlich\nist (ausser etwa S. 24, 26), also die hübschen Lieder auch\nim Walde und auf der Flur ohne Marterkasten ausführbar\nsind.— Riegel's geistliche Compositionen, manchen\nunserer Leser noch unbekannt, die zu den gesundesten\nund wahrhaftesten unserer Zeit gehören, hoffen wir ein\nandermal zu besprechen.\n\nE. Krüger."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-05-05-01-c010", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-05-05_01#c010", "volume": "bmtnabi_1866-05-05_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "143", "page_fin": "144", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.7", "debut_caractere": 2971, "fin_caractere_exclue": 6304, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nWien. Die dritte „Africanerin\", Fräulein Stehle, hat die\nErwartungen, die man an sie zu stellen gelernt hat, vollkommen er-\nfüllt. Das bedeutsame Moment dieser Leistung liegt in der Schärfe,\nmit der die Empfindungen der Leidenschaft sowohl durch den ge-\nsanglichen und sprachlichen Ausdruck, wie durch die Darstellung\nzur Offenbarung gelangen. Fräulein Stehle entwickelt einen Grad\nvon Temperament in dieser Rolle, welchem gegenüber andere Lei-\nstungen statuarischer Natur erscheinen. Und dennoch lässt sich we-\nder dem Ausdrucke noch dem Spiel des Fräuleins Stehle irgend\neine Uebertreibung zur Last legen; die Künstlerin besitzt dafür ein\nenorm sicheres Gefühl, das sie bewahrt, die Gränze des ästhetisch\nGeziemenden zu überschreiten. Die nicht immer haarscharfe Into-\nnation ist zwar ein Schatten, der den Glanz dieser hochinteressan-\nten Leistung stellenweise trübt; das Bedeutende, Originelle der Ge-\nsammthaltung tritt indessen so überwiegend in den Vordergrund,\ndass man diese Makel um so eher hinnehmen kann, als sie nun\neinmal in der Individualität der Künstlerin zu liegen scheint (?).\nStürmische Beifallsbezeigungen und drei- bis viermaliger Hervorruf\nwurden ihr zu Theil. Die gleichen Wirkungen erzielte Fräulein\nStehle mit der zweiten Vorstellung der Rolle. Herrn Beckes\nNelusco hat uns arm an Lob gemacht; der Zuhörer ist in solchen\nFällen besser daran, als der Schriftsteller, denn er kann allabend-\nlich seinem Beifalle nach Herzenslust freien Lauf lassen, und hat\nnicht zu besorgen, dass ihm der Leser zuruft: Freund, das alles\nhaben wir ja schon gelesen! Herrn Walter's Vasco wird von\neinigen Seiten für zu wenig energisch gehalten. Es ist sonderbar,\ndass man mit zwei Ellen misst. Bei den Italiänern bewundert man\ndie Mässigung und sagt mit Recht —, das sei Gesang. Den deut-\nschen Sänger aber lässt man nicht gelten, wenn er nicht stets mit\nvoller Lunge arbeitet! (Z. Bl.)\nNeapel; 15. April. Am 7. April ist in San Carlo Merca-\ndante' s Oper „ Virginiamit beispiellosem Erfolge und Kundge-\nbungen des Beifalls, wie sie nur in Italien möglich sind, zum ersten\nMale gegeben worden. Zum Beweise diene die Thatsache, dass die\nDarsteller einzeln und zusammen dreiundfünfzig Mal gerufen\nwurden. Der Componist, der ebenfalls stürmisch gerufen wurde, war\nnicht anwesend, da er durch sein Alter und Unwohlsein ans Zimmer\ngefesselt war; man zog nach seiner Wohnung und brachte ihm\ndort Glückwünsche und Serenaden. Der Dichter des Libretto, Cam-\nmarano, ist schon vor neun Jahren gestorben; er hat Alfieri's Tra-\ngödie gleichen Namens zum Muster genommen. Die Oper hat drei\nActe, die Hauptrollen sind ein Sopran, zwei Tenöre und ein Ba-\nriton. Sowohl die. Arien als die Ensemblestücke, Duette, Terzett\nund Sextett, erregten rauschenden Applaus, eben so ein Doppelchor\nim ersten Acte, eine Orgie der Decemvirn und ihrer Anhänger, und\ndazu im Gegensatze ein Chor des Volkes, das den Tod des Den-\ntatus beklagt.\nMercadante ist 1797 in der Provinz Bari geboren und kam\nschon in seinem zwölften Jahre nach Neapel; er ist also in seinem\nsiebenzigsten Lebensjahre. Von der grossen Anzahl seiner Opern\nhaben Elisa» 6 Ola/UDIOY II GiuTOjinQuito und LQ JDUC illustvi Hivali\nden grössten Erfolg gehabt. Schon in den vierziger Jahren litt er\nan einem gefährlichen Augenübel, wodurch er das eine Auge ver-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5647, "texte": "lor, so dass er seine Musik am Ciavier in die Feder dictirte. Im\nJahre 1840 wurde er zum Director des Conservatoriums in Neapel\nernannt, welche Stelle er noch bekleidet; seit 1862 ist er aber lei-\nder gänzlich erblindet.\nParis, 30. April. Felicien David ist von seiner Reise\nnach Petersburg zurückgekehrt; das russische Klima scheint ihm\naber nicht zuträglich gewesen zu sein, denn seine Gesundheit\nscheint sehr angegriffen.\nDie Revue et Gazette musicalÜ bringt bei Gelegenheit der Be-\nsprechung von F. Hiller's Soiree bei Erard einen kurzen Lebens-\nabriss desselben und fügt hinzu, dass der berühmte Meister die Zu-\nhörerschaft am Abende des 23. d. Mts. am Schlüsse der Soiree auf\nallgemeines Verlangen noch durch eine phantasie- und geistreiche\nImprovisation erfreut habe. [ln der Correspondenz aus Paris in\nNr. 17. d. 81. ist der Name der dort genannten Sängerin (statt\nGouri) Gouvy zu lesen.]\nAm 28. April war der Jahrestag der ersten Aufführung der\n„Africanerin\". Man hatte nicht versäumt, dies bekannt zu machen,\nund das Haus war gedrängt voll.\nDie Abschieds-Vorstellung von Adelina Patti am 26. April,\nderen Ertrag zu ihrem Vortheil bestimmt war, hatte das Theater mit\neiner glänzenden Zuhörerschaft überfüllt, ein Beweis, wie ohn-\nmächtig die systematisch durch einige Blätter, namentlich die France\nmusicale, betriebene Herabsetzung der Künstlerin gewesen! Die Ein-\nnahme betrug nicht weniger als 19,000 Frcs. Fräulein Patti sang\nin drei Abtheilungen die Hauptscenen der Norma (Don Pasquale),\nder Lucia und der Violetta (Traviata). Der Enthusiasmus, den sie\nerregte, und die nie gesehene Fülle von Blumenbouquets und Krän-\nzen, die ihr zugeworfen wurden, ist nicht zu beschreiben.\nDie Concert-Gesellschaft hat die zweite Reihe ihrer Concerte\nim Conservatoire am 22. April auf eine würdige Weise geschlossen.\nDas Programm brachte Weber's und dessen Finale\naus der „Euryanthe\" mit Madame Vandenheuvel-Duprez, Beethoven's\nPastoral-Sinfonie, Haydn's „Gott erhalte Franz den Kaiser\" in der\nbekannten Ausführung durch sämmtliche Saiten-Instrumente, und\nMendelssohnV 98. Psalm.\nZu einem Compositions-Concurs von Gesangstücken für Män-\nnerchor, den der Seine-Präfect ausgeschrieben, waren •275 Chöre\neingegangen! Die Commission hat 23 davon ausgewählt und der\nMedaille nach drei Abstufungen von 300, 200 und 100 Frcs. für\nwerth erklärt.\nIn voriger Woche ist die ausgezeichnete musicalische Bibliothek\ndes verstorbenen Professors Farrenc versteigert worden. Am mei-\nsten hat sich das Conservatorium von Brüssel an dem Ankaufe be-\ntheiligt; Seltenheiten und einige gute Werke wurden anständig be-\nzahlt, andere gingen für ein Spottgeld weg.\nLoildoil; 28. April. Das erste Auftreten von Pauline\nLucca als Margarethe in Gounod's „Faust\" war ein Festabend\nfür das Coventgarden-Theater. Man war einstimmig der Meinung,\ndass die liebenswürdige Künstlerin in Spiel und Gesang, was für\nletzteren besonders der Vortrag des Walzers vor dem Spiegel be-\nwies, grosse Fortschritte gemacht habe. Mario sang den Faust. Die\nAusstattung: Faust's Laboratorium, die Marktscene, der Garten, der\nDom, die Apotheose Alles reich und malerisch. ln Her Ma-\njesty's Theatre gab Fräulein Tietjens ihre Margarethe, d. h. auf\neigenthümliche, aber vortreffliche Weise, und das Ensemble war\nbesser, als in Coventgarden: Faust, Gardoni; Mephistopheles, Gas-\nsier; Valentin, Santley; Siebel, Fräulein Bettelheim. Fräulein\nLiehtmay tritt heute Abend als Leonore im „Trovatoreu auf.\nUeber den Brand des Pike'schen Opernhauses in\nCincinnati entnehmen wir cincinnatiner Blättern folgende Bemer-\nkungen. Herr Pike, welcher jetzt ungefähr vierzig Jahre alt ist,\nkam im Jahre 1843 von New-York in unsere Stadt. Ohne nähere\nFreunde und ohne bedeutende Mittel begann er ein Schnittwaaren-\nGeschäft. Späterhin begab er sich in das Branntweinbrennerei-Ge-\nschäft, in welchem er den Grund zu seinem Reichthum e legte. Der\nGedanke, sich durch Gründung eines Musentempels das Andenken\nseiner Mitbürger zu erwerben, veranlasste den unternehmenden\nMann, zur Ausführung eines grossartigen Vorhabens zu schreiten.\nDer Prachtbau wurde mit einem Kostenaufwande von ungefähr\n350,000 Dollars aufgeführt. Das Capital soll sich aber niemals ver-\nzinst haben. Das Feuer entstand am Schlüsse des „Sommernachts-\ntraums\" ; dass eine Gas-Explosion Statt fand, ist schwer zu bezwei-\nfeln und wird von Mehreren, welche sich zur Zeit in der Nähe des\nGebäudes befanden, bestätigt. Die Flammen griffen mit unbeschreib-\nlicher Geschwindigkeit und Gewalt um sich, und es war augen-\nscheinlich, dass an eine Rettung des Gebäudes nicht zu denken war.\nWeithin über die benachbarten Strassen-Vierecke flogen brennende\nStücke des Theerdaches und Hessen das Schrecklichste für die Si-\ncherheit des ganzen Stadttheils befürchten. Der Verlust beläuft sich\nden Zeitungen nach auf mehr als zwei und eine halbe Million, wo-\nvon kaum der zehnte Theil versichert ist. Herr Pike selbst verliert\nungefähr eine Million. Als er dem Feuer zusah, stahl ihm ein Dieb\nsein Portemonnaie mit mehreren Hundert Dollars. Als Herr Pike\nes bemerkte, sagte er sehr ruhig: „Wenn so viel fort ist, kann das\nauch noch gehen.\" Er wird übrigens sofort wieder bauen, aber kein\nOpernhaus, sondern einen grossen Geschäfts-Bazar. Dagegen haben\nSpeculanten die Absicht, ein Opernhaus zu errichten, welches nicht\nnur an Pracht mit dem früheren Opernhause wetteifern, sondern in\nmanchen Stücken wesentliche Verbesserungen enthalten wird. Die\nBühne, das Parquet und der Balcon werden sich im Erdgeschoss\nbefinden, und die Ausgänge werden so gemacht werden, dass ein\nvollständig besetztes Haus innerhalb vier Minuten im Falle der Ge-\nfahr geräumt werden kann."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "137", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nMendelssohn's Musik zur Antigone für die Concert-Aufführung ohne Declamation eingerichtet. Aus London (Schluss.\nKammermusik Strauss Joachim Concerte Schumann's Sinfonie in Es). Von C. Ans Wiesbaden (Die Sinfonie-Concerte\nim Winter. Die Gebrüder Thern, Pianisten). Von JS. Für G-esang. Friedrich Riegel, Lieder im Volkstone bei dem Ciavier zu singen.\nOp. 12. Von E. Krüger. Tages- und Unterhaltungsblatt (Wien, „Africanerinu Neapel, „ Virginia\" Paris u. s. w).\n\nMendelssohn’s Musik zur Antigone\nfür die Concert-Aufführung ohne Declamation\neingerichtet.\nDer Gedanke des Königs Friedrich Wilhelm IV., den\nChor der antiken Tragödie singend auftreten zu lassen,\nfand bekanntlich durch Mendelssohn eine Verwirklichung\nin der Composition der Chöre von zwei Tragödien des\nSophokles, der „Antigone\" und des „Oedipus auf Kolo-\nnos\". Wenn überhaupt für den Chor in der Tragödie\ndie Anschauungs- und Gefühlsweise der modernen Welt\nempfänglich werden soll, so kann das gewiss nur durch\ndie Musik geschehen. Ein recitirender Vortrag des Chors\ndurch Zusammensprechen oder durch Vertheilung der\nSprecherrollen an Einzelne ist in erster Weise kaum kunst-\ngemäss erreichbar und wird im besten Falle durch Mono-\ntonie ermüdend, und die Vertheilung an Einzelne ist eine\nAuflösung der Bedeutung des Chors, da man von auftre-\ntenden Individuen persönliche Empfindungen zu hören er-\nwartet, nicht allgemeine Betrachtungen, welche den Ein-\ndruck der Handlung auf die Gesammtheit der Zeugen\nderselben aussprechen. Der verunglückte Versuch, den\nSchiller damit in der „Braut von Messina\" gemacht hat,\nist Beweises genug dafür. Soll also der antike Chor uns\nim neunzehnten Jahrhundert in irgend eindringlicher Ge-\nstalt vorgeführt werden, so kann dies nur durch den Ge-\nsang geschehen, weil wir bei diesem an Einheit in der\nVielstimmigkeit gewöhnt sind. Die musicalische\nHülle des Textes hat um so weniger etwas Auffallendes\nfür uns, weil der Chor der Tragödie sich erstens in Re-\nflexionen ergeht, denen allgemein gültige sittliche An-\nschauungen im Gegensatze zu einseitiger Leidenschaft zu\nGrunde liegen, zweitens sich auch zu Hymnen und Anru-\nfungen der Götter erhebt. Von beiden haben wir aber\nin unseren Oratorien und Opern bis auf die Schauspiele\nmit Chören und auf die Melodramen herab Beispiele genug.\nSo wenig als es uns auffällt, wenn in dem romantischen\nSchauspiele„Preciosa\" der Chor seine Gesänge anstimmt,\neben so wenig würde die antik gehaltene „Iphigenie\" von\nGoethe durch Chöre an der Macht des Eindrucks verlieren.\nMit der Composition der Sophokleischen Chöre durch\nMendelssohn sind wir also vollkommen einverstanden; we-\nniger damit, dass er die Anwendung der Instrumental-\nmusik weiter als zur Begleitung der Chöre ausgedehnt\nund einige Stellen des Dialogs melodramatisch behandelt\nhat; dazu scheint uns das harmonische Element mit sei-\nnem modernen Gefühls-Ausdrucke zu sehr im Wider-\nspruche mit dem griechischen Drama zu stehen. Denn\ndieses stellt mit seinem Fatalismus die menschlichen Ge-\nfühle und Charaktere erst in die zweite Linie, die unwi-\nderstehliche Macht des Schicksals aber in die erste, wo-\ndurch das Tragische ein durch grauenvolle Begebenheiten\nin Folge der Vorherbestimmung, dem religiösen Glauben\nder Griechen gemäss, für sie erschütterndes wurde. Wir\naber verlangen die Entwicklung des Geschickes der dra-\nmatischen Personen vorzugsweise aus ihrem Charakter\ndargestellt zu schauen und verfolgen hauptsächlich ihre\nSeelenbewegungen. Dadurch wird für uns das Tragische,\ndas sie trifft, ein ganz anderes, als es bei den Griechen\nwar. In dieser Gefühlsweise wurzelt aber auch unsere\nganze Musik: sie hat nur für diese Art tragischer Erschüt-\nterung, in der zugleich eine gewisse Versöhnung liegt,\nAusdruck; für das Grauen des vorherbestimmten Ver-\nhängnissvollen hat sie keinen; das griechische Gespenst\ndes Schicksals in seinem vernichtenden Schritte über die\nBühne unserem Verständnisse und Gefühle näher zu brin-\ngen, vermag sie nicht.\nDagegen haben die gesungenen Chöre zur Antigone\nund zum Oedipus bei den Statt gefundenen Aufführungen\nbewiesen, wie richtig die Ansicht des Königs war und wie\nangemessen und geistvoll Mendelssohn die schwierige Auf-\ngabe gelöst hat. Es ist keine Frage, dass diese Compo-"}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "138", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.2", "texte": "sitiooen den Eindruck jener Aufführungen einer griechischen\nTragödie in hohem Grade verstärkt haben; viele der Zu-\nschauer gingen nach der ersten Aufführung der „Anti-\ngene\" im königlichen Schlosstheater so weit, die Wirkung\nderselben hauptsächlich der Musik beizumessen und\ndoch war das eingeladene Publicum ein sehr gewähltes\nund meist classisch gebildetes; ja, wir erinnern uns sehr\ngut, dass sogar der Senior unserer Philologen, der Ueber-\nsetzer der Antigone, August Böckh, sich gegen uns in\nähnlicher Weise äusserte.\nSollen nun aber diese schönen Compositionen unbe-\nnutzt bleiben, weil an die Aufführungen der beiden Tra-\ngödien auf unseren Bühnen nicht zu denken ist? Dürfen\nsie, Meisterstücke für den Männergesang, der bekanntlich\nkeinen Ueberfluss an Meisterstücken hat, der Vergessen-\nheit anheim fallen? Gewiss nicht. Man hat desshalb ver-\nsucht, sie für Concert-Aufführungen einzurichten und da-\nbei so genannte verbindende Gedichte benutzt. Der ge-\nwöhnliche Fehler der meisten von diesen Gedichten ist\nihre zu grosse Länge; ihre Verfasser glauben in der Re-\ngel, dem Publicum die ganze Handlung des betreffenden\nDrama's vorerzählen zu müssen: allein dieses Verfahren\nwird leicht langweilig und folglich dem Eindrucke der\nMusik eher nachtheilig als förderlich*). Ein zweiter Miss-\ngriff ist dabei die Aufnahme des Melodramatischen, da\ndieses nur auf der Bühne und bei der Rede der dramati-\nschen Person selbst, niemals aber bei der Wiedergabe\nderselben durch einen Erzähler wirken kann. Ferner\nkommt nicht bloss die Schwierigkeit, den Inhalt des\nDrama's in angemessener Form und Kürze wiederzuge-\nben, in Betracht, sondern auch dieser Inhalt selbst in Be-\nzug auf die Theilnahme, die er bei dem Publicum unserer\nZeit erregen kann. Hieher gehört denn besonders, was\noben über die Verschiedenheit der modernen und der an-\ntiken Auffassung des Tragischen bemerkt worden ist. In\ndieser Beziehung dürfte ein verbindendes Gedicht beim\n„Oedipus\" eher auf eine rührende Wirkung rechnen\nkönnen, als bei der „Antigone\"; die Erscheinung eines\nruhelosen, blinden königlichen Greises als Bettler, dem\ndie Tochter, seine Führerin und einzige Stütze im Elend,\nentrissen wird, derEdelmuth des Theseus, der diese Toch-\nter wieder befreit und dem blinden Vater zurückgibt, end-\nlich der versöhnende Tod des Königs sind Peripetieen,\ndie, weil allgemein menschlichen Empfindungen entspre-\nchend, auch unser Gemüth tief berühren. Dagegen beruht\nin der „Antigone\" die Begründung des Tragischen auf\nder religiösen Ansicht über die Bestattung der Todten und\nüber die Heiligkeit der Handlung der Schwesterliebe, mitbin\nauf specifisch griechischem Glauben, der uns zu fern liegt,\num uns im Innern zu ergreifen.—Endlich ist der Vortrag\neines verbindenden Gedichtes zwischen der Musik eine\nschwierige und missliche Sache, indem nicht bloss ein\nschönes Organ und eine gewöhnliche Schauspieler-Routine\ndazu gehört, sondern auch ein vollständiges Verständniss\nund Eingehen in den Geist der antiken Tragödie.\nNach alledem sind wir der Meinung, dass Mendels-\nsohn's treff liche Musik zu den griechischen Dramen im\nConcertsaale am meisten Eindruck machen werde, wenn\nsie oratorienartig als eine Reihe von Chören auf-\ngeführt wird, zu deren Verständniss der im Programm\ngedruckte Text derselben und kurze Andeutungen der\ndramatischen Handlung genügen.\nZur „Antigone\" schlagen wir eine Einrichtung vor,\nnach welcher das Programm folgender Maassen lauten\nwürde:\nMendelssohn's Musik zu Sophokles' Antigone.\n(Den Chor in zwei Abtheilungen bilden Männer aus dem\nVolke der Thebaner.)\nInstrumental-Einleitung.\nNr. I. Maestoso.\n(Die Thebaner feiern die Befreiung ihrer Stadt durch die Niederlage\nder sieben Fürsten vor Theben und den Tod des Polyneikes, der\ndiese gegen die Stadt und seinen Bruder Eteokles geführt hat.)\nStrahl des Helios! schönstes Licht,\nDas der siebenthorigen Stadt Thebe's\nNimmer zuvor erschien, du strahlest endlich\nDes gold'nen Tags Aufblick herrlich herauf.\n(u. s. w.)\nRecitati v.\nDenn die Sieben, um sieben der Thore gestellt,\nMann wider Mann, sie Hessen die Wehr u. s. w.\nDoppelcbor.\nAber die namenverleihende Nike kam\n(u. s. w. bis:)\nVoran hebe sich Bacchus, Theben erschütternd*).\nNr. 11. Andante con moto.\n(Der König Kreon verbietet bei Lebensstrafe, den Leichnam des\nPolyneikes zu bestatten. Ein Wächter meldet, dass dem Verbote\nTrotz geboten und der Leiche das Todtenopfer von unbekannter\nHand gespendet sei. Der Chor vernimmt den Frevel mit\nErstaunen.)\n\n*) Zu Mendelssohn's Musik zum „Oedipus auf Kolonos\"\nhaben wir in Nr. 6 des Jahrgangs 1863 ein Gedicht abdrucken\nlassen, das wenigstens auf den Vorzug der Kürze Anspruch machen\nkann, indem es nur aus 130 fünffüssigen Jamben besteht.\n*) Nr. I. (einschliesslich des Chor-Recitativs) bis zum\nSchlüsse in C-dur. S. 21 (Clavier-Auszug bei Kistner in Leipzig).\nDas folgende So 10-Recitativ bleibt weg. Das Chor-Recitativ wird\nohne bestimmtes Tempo, aber im Tacte gesungen. Diese und die\nfolgenden Anmerkungen unter dem Texte betreffen die musica-\nlische Einrichtung und den Dirigenten."}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "139", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.3", "texte": "4\nVieles Gewaltige lebt und nichts ist\nGewaltiger, als der Mensch\n(u. s. w. bis:)\nNicht an meinen Heerd gelange,\nNoch in meinen Rath solch ein Frevler*).\nNr. 111. Moderato.\n(Antigone, des Polyneikes Schwester, bekennt sich zu der That,\ndie sie gegen das Verbot aus Liebe zu dem Bruder begangen. Der\nKönig verurtheilt sie zum Tode.)\nIhr Seligen, deren Geschick\nNie kostet' Unheil!\nWem sein Wohnhaus Götter erschütterten,\nNiemals lässt der Fluch ihn u. s. w.\nAllegro co\nWer mag deine Gewalt, o Zeus,\nKühn aufhalten in frevlem Hochmuth!\n(u. s. w. bis:)\nNur flüchtige Zeit\nWandeln wir frei von Leide**).\nNr. IV. Adagio non troppo.\n(Des Königs Sohn Hämon beschwört den Vater, der Mitleidsstimme\ndes Volkes zu folgen und ihm selbst Antigone, seine verlobte Braut,\nzurückzugeben. Auf Kreon's Weigerung scheidet er in Zorn vom\nVater, der ihn nie wiedersehen solle.)\nO, Eros, Allsieger im Kampf!\n(u. s. w. bis:)\nIm Blick der holdseligen Braut\nWaltet der Sehnsucht Macht siegreich,\nDie in dem Rath der höchsten Gesetze thront,\nUnd es gewinnt im Spiele\nDen Sieg Aphrodite kampflos.\nAllegro m\nAntigone wird herbeigeführt, um in ein Felsengrab eingeschlossen\nzu werden.)\nAllegro moderato (G-moll).\nAuch mich führt schon, was ich anseh'n muss,\nWeit über die Bahn des Gesetzes hinaus;\nNicht länger bezwing' ich der Thränen Erguss,\nDa ich sehe, wie nun Antigone dort\nIn das Alles verschlingende Grab eilt***).\nDoch würdig des Ruhms und mit Lobe geschmückt,\nWandelt sie hin dort in der Todten Gemach,\nNicht zehrende Krankheit raffte sie hin,\nNoch traf sie ein Schwert, das Rache gezückt;\nNach eigener Wahl, und lebend, allein\nVon den Sterblichen geht sie zum Hades*).\nNr. V. Allegro serioso.\nAuch der Danae Reiz musste des Himmels\nLichtstrahl einst mit der Nacht tauschen\n(u. s. w. bis:)\nDoch auch sie bestürmte die Macht\nDer uralten Moira, Tochter.\nNr. VI. Allegro\n(Der blinde Seher Teiresias weissagt dem Könige Unheil. Kreon\nentschliesst sich, Antigone's Felsengrab zu öffnen und eilt dahin.\nDas Volk ruft in feurigem Hymnus Bacchus, den Schutzgott Thebens,\nan, zur Rettung der Stadt aus grauser Noth zu erscheinen.)\nVielnamiger! Wonn' und Stolz der Kadmosjungfrau,\nDu des stark erdonnernden Zeus Geschlecht!\n(u. s. w.)\nAllegro assai vivace.\nHör' uns, Baccheus!\n(u. s. w. bis zum Schlüsse S. 75.)\nNr. VII. Andante\n(Aber der Gott ist ohnmächtig gegen das Schicksal: Antigone ist\ntodt, Härnon hat sie nicht überleben wollen, und auch die Königin,\nKreon's Gattin, hat sich den Tod gegeben. Kreon erscheint mit der\nLeiche seines Sohnes.)\nHier kommt er ja selbst, der Gebieter, heran,\nIn den Armen das laut redende Denkmal\nNicht fremden Vergeh'ns, nein, eigener Schuld,\nWenn mir es zu sagen vergönnt ist**).\n(Kreon bricht in verzweiflungsvolle Klagen aus und wünscht sich\nden Tod.)\n*) Hier geht der Anschluss von der Fermate\n(S. 49 oben) auf die zwei letzten Tacte des Melodrams Nr. Y, S. 54\nworauf ohne Pause Nr. V, AI-\nlegro serioso, JE-moll: „Auch der Danae Reiz\", u. s. w. eintritt, bis\nzum Schlüsse S. 62. Alles Melodramatische von S. 49 bis 54\neinschliesslich bleibt weg.\n**) Hier folgen die 10 Tacte Nachspiel (S. 77), deren letzter mit\nschliesst, darauf die Fermate auf\nS. 82, und von da an unmittelbar verbunden (mit Ausfall der Zwi-\nschenreden Kreon's) das Allegro moderato und der Schlusschor.\nDass hier vier Seiten Melodram wiederum überschlagen werden, ist\nbei der Concert-Aufführung um so nöthiger, als es hier darauf a,x\\-\nkommt, nach der gewaltigen Wirkung des Bacchus-Chors für alles\nFolgende noch einen musicalischen Eindruck in dem Concertsaal\nzu retten, und das ist nur durch bedeutende Kürzungen möglich.\n\n*) Den Schluss bildet der gebrochene -4-cZwr-Accord S. 30. Das\nfolgende Recitativ S. 31 und das Melodram 11. b, S. 32 bleiben\nweg.\n**) Den Schluss bildet der JP-moZZ-Accord S. 43. Das darauf\nfolgende Recitativ fällt aus.\n***) Mit Auslassung der zehn Tacte Melodram schliesst sich\ndie Wiederholung des G-moll (S. 48) an.\n[*]"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "140", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.4", "texte": "Das bringt die Zukunft: was verlangt die Gegenwart?\nFür jene sorgt ja, wem dafür zu sorgen ziemt.\nErflehe nichts, Herr! Gibt es doch für Sterbliche\nNiemals Erlösung aus der vorbestimmten Noth!\nAndante con moto maestoso.\nViel köstlicher ist, als Glückesgenuss,\nDer bedächtige Sinn; stets hege darum\nVor dem Göttlichen Scheu!\nDer Vermessene büsst das vermessene Wort\nMit schwerem Gericht; dann lernt er\nWohl noch weise zu werden im Alter.\n\nAus London.\n\n(Schluss. S. Nr. 17.)\n(Kammermusik Strauss . Joachim Concerte\nSchumann's Sinfonie in Es.)\nDie Concerte haben in diesem Jahre früher begonnen,\nals man es sonst hier gewohnt ist; im Februar waren\nschon die Sacred Harmonie Society, Ella's Populär Mon-\nday Coneerts und Anfang März auch die Philharmonie So-\nciety in Thätigkeit. Die Concerte im Krystallpalaste un-\nter der Direction von Manns haben den ganzen Winter\nhindurch jeden Samstag Statt gefunden. Sie wurden stark\nbesucht; die Programme bringen Ouvertüren, Sinfonieen,\nConcerte (z. B. Spohr's Gesangscene, von Ludwig\nStrauss gespielt, Beethoven's von Fräu-\nlein Zimmermann mit grossem Erfolg vorgetragen) und\neinzelne Solo-Gesangstücke. Manns ist ein sehr guter Di-\nrigent, das Orchester aber hat für den grossen Raum\nund auch im Verhältnisse zu den Bläsern zu wenig Saiten-\nInstrumente.\nDie Sacred Harmonie Socie unter Costa's Direction\ngab zuerst „Die Jahreszeiten\" von Haydn und dann Men-\ndelssohn's „Elias\" zwei Mal, beides schon im Februar.\nIn der zweiten Aufführung trat Miss Parepa nach ihrer\nRückkehr aus den Vereinigten Staaten von Nordamerica\nzum ersten Male wieder auf; Weiss sang den Propheten.\nDie National Choral Society des Herrn G. W. Martin\nbegann mit Mendelssohn's „Lobgesang\" und Rossini's\nStabat mater;in beiden glänzte ebenfalls Miss Parepa;\nneben ihr erregte eine junge Altistin, Miss Franklein, Auf-\nmerksamkeit. Henry Leslie's Verein in St. James Hall\ntrat auch schon im Februar in Thätigkeit; das zweite Con-\ncert desselben brachte mit wenigen Ausnahmen nur geist-\nliche Vocalmusik von Palestrina, Leonardo Leo, Cheru-\nbini, Mendelssohn.\nEinen der edelsten und durch keine conventioneilen\nZuthaten, die in anderen Vereinen namentlich zu Gunsten\nenglischer Componisten vorkommen, gestörten Genuss ge-\nwähren nach wie vor die von Ella seit Jahren veranstal-\nteten Concerte für Kammermusik. Sie haben ein so star-\nkes Abonnement, dass in jeder Woche zwei Sitzungen,\nein Morgen-Concert (um 3 Uhr) und ein Abend-Concert\n(um 8 Uhr) Statt findet. Bis zu Joachim's Ankunft spielte\nStrauss die erste Violine, wirkte aber seitdem auch noch\nzuweilen in der Partie der Viola mit, was denn mit Piatti\nam Violoncell und Ries an der zweiten Violine ein vortreff-\nliches Ganzes gab. Joachim trat zum ersten Male in der\nSitzung am 12. Februar auf. Der Saal war erstickend\nvoll. Die Sitzung begann mit Mozart's Quintett in G-moll\nStrauss spielte die erste Viola, was vom Publicum\nhoch aufgenommen wurde. Ich bemerke für deutsche Le-\nser besonders, dass Joachim mit einem Quintett von\nMozart auftrat, also mit einer von jenen Compositionen,\nwelche die neuere Schule zurücksetzt, da ich\nsie auf den Programmen der zahlreichen deutschen Ver-\neine für Kammermusik, mit Ausnahme von Köln, nirgend\nfinde. Sie machte hier einen unbeschreiblichen Eindruck.\nAusserdem spielte Joachim mit Madame Arabella Goddard\ndie Sonate in Gr von Beethoven, Op. 96, die den Beschluss\nmachte. Die berühmte Pianistin trug ferner die Fuge in\nE-moll aus einer Suite von Händel und nach dem Hervor-\nund Dacaporufe auch die bekannten Variationen von Hän-\ndel, ausserdem noch die Fuge in E-moll von Mendelssohn\nOp. 35 vor. In anderen Sitzungen wechselte Herr Halle\nmit Madame Goddard ab.\nDer Enthusiasmus für Joachim in diesen Sitzungen\nund in den grösseren Gesellschafts-Concerten, wo er Con-\ncerte von Spohr und Viotti—aber so viel ich weiss, nicht\ndas von Beethoven gespielt bat, ist dieses Jahr noch\nhöher gestiegen, als früher. Die Kritik in den öffentlichen\nBlättern behauptet, er habe noch nie sich als so vollende-\nten Meister gezeigt. Ich ,sage nichts dagegen, nur meine\nich, dass es Einem bei solchen Meistern gewöhnlich so\nvorkommt, als wären die Leistungen, die man eben zuletzt\nvon ihnen hört, ihre besten. „In Bach und Beethoven,\nHaydn und Mozart, Spohr und Mendelssohn, wie im alten\nTartini ist er gleicher Weise zu Hause, gleich herrlich,\ngleich gross* sagt Musical World mit Recht von ihm.\nEine Ausführung, wie ich sie noch nie gehört habe, war\nunter Anderem der Vortrag des Quartetts in Cis-moll von\nBeethoven (am 10. März) durch Joachim, Ries, Bla-\ngrove (Viola) und Piatti! Und was spielte Joachim in\nderselben Sitzung? Aus Spohr's „Salon-Duetten\" die\nBarcarole und Scherzo mit Clavierbegieitung! Hervorge-\nrufen, gab er eine Sarabande mit Variationen von J. S.\nBach zu. Den Schluss machte Beethoven's so genannte\nKreutzer-Sonate (Piano Madame Goddard), die beiden"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "141", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.5", "texte": "Künstlern eine rauschende Ovation einbrachte. Dazwischen\nsang die sehr brave Sängerin Miss Patey zwei Vocalstücke.\nIn dieser Art sind die Programme dieser Concerte gewöhn-\nlich abgefasst; ein Vorzug derselben liegt in dem Vermei-\nden von Monotonie in dem Charakter der Compositionen\nund in der steten Berücksichtigung des guten, wenn auch\neinfachen Alten neben dem Neuen, d. h. dem Grossarti-\ngen von Beethoven und dem Formvollendeten von Men-\ndelssohn denn weiter zu uns Lebenden herab verstei-\ngen sie sich nicht; selbst Schumann findet nur in seinen\nCiaviersachen, wenn sie Frau Schumann vorträgt (in die-\nser Season wird sie dem Vernehmen nach nicht hieher-\nkommen), einen Theil des Publicums für sich; für seine\ngrösseren Compositionen ist der Boden noch keineswegs\nurbar. Dagegen hörten wir z. B. das Clavier-Trio in G\nvon Haydn, das Clavier-Quartett in G-moll von Mozart\nu. s. w., und immer von den genannten grossen Künstlern\nausgeführt. Nach Joachim's Abreise ist Strauss wieder an\nseine Stelle getreten.\nZur Charakteristik der Gesellschafts-Concerte füge\nich noch einige Angaben aus ihren Programmen bei. In\nder älteren philharmonischen Gesellschaft diri-\ngirt Sterndale Bennet, in der neuen Dr. Wylde.\nDie erstere begann am Montag den 5. März ihre\nConcerte mit der Aufführung von Schumann's „Para-\ndies und Peri\". Ich komme später darauf zurück.\nSie brachte ferner in den bis jetzt gefolgten vier Concer-\nten Sinfonie in G von Haydn, Mendelssohn [A-dur), Vio-\nlin-Concert in A-mollvon Viotti (Joachim), Clavier-Con-\ncert in Es-durvon Beeethoven (W. G. Cusius, ein engli-\nscher Componist, Violinist und Pianist!), Ouvertüren zur\nEuryanthe, Fingalshöhle von Mendelssohn, Sinfonie in\nC-moll von Beethoven, Violin-Concert in D-dur von Mo-\nzart (Strauss, mit drei sehr hübschen Cadenzen). Eine\ndeutsche Sängerin, Fräulein Übrich („mit hoher Empfeh-\nlung von dem Hofe zu Hannover zu uns gekommen\"\nschreibt Musical World),trat in demselben Concerte auf\nund hatte grossen Erfolg, wie der lebhafte Applaus be-\nwies; die Wahl ihrer Gesangstücke bekundete ein reich-\nhaltiges Repertoire, nämlich die Adler-Arie aus der\n„Schöpfung\", die Garten-Arie der Susanna aus „Figaro's\nHochzeit\" und Lieder von Mendelssohn und Taubert; sie\nführte Alles mit schöner, ausgiebiger Stimme und ange-\nmessenem Vortrage aus, besonders die Arie von Mozart\nund das „Winterlied\" von Mendelssohn.\nDie neue philharmonische Gesellschaft eröffnete\nihren Reigen am Mittwoch den 18. April mit einem pom-\npösen, aber allzu reichen und folglich zu langen Pro-\ngramm, was selbst die Engländer fühlten, obschon sie\nsonst weit länger Musik aushalten können, als wir Deut-\nsehen. Noch merkwürdiger als die Länge die Kühn-\nheit, mit Schumann's Sinfonie in Es zu beginnen, die\nzum ersten Male zur Aufführung kam. Soll dies eine An-\ndeutung sein, dass das Institut auch die neuere Schule be-\nrücksichtigen wolle, so soll sie uns willkommen sein; nur\nhätten wir gewünscht, dass dann zu diesem Zwecke nicht\ngerade die schwer auszuführende und schwer zu verste-\nhende Sinfonie von Schumann gewählt worden wäre, welche\nja selbst in Deutschland keine grosse Anzahl von Ver-\nehrern hat. Daher waren denn auch hier die Stimmen\nüber diese Composition sehr getheilt. Ausser diesem\nWerke enthielt das Programm noch die Sinfonie in A-dur\nvon Mendelssohn, die Ouvertüren von Meyerbeer zu\n„Struensee\" und von Beethoven zu den „Geschöpfen\ndes Prometheus\", das Concert für Clarinette in\nvon Weber und fünf Opern-Arien, vier für Sopran (Ma-\ndame Sherrington und Demeric-Lablache) und eine für\nBass (Signor Bossi)! Die beste Ausführung wurde der\nMendelssohn'schen Sinfonie zu Theil. Im nächsten Con-\ncerte wird Spohr's „Die Weihe der Töne\" gegeben.\nEine jüngere Gesellschaft, die\nLondon, begann das achte Jahr ihres Bestehens unter\nAlfred Mellon's Direction mit einem Concerte im An-\nfange des März, welches die Ouvertüren von Berlioz zu\n„König Lear\", von Mendelssohn zum „Sommernachts-\ntraum\" und von Marsebner zum „Vampyr\" brachte; Frl.\nAgnes Zimmermann, Ihre Landsmännin, spielte das Ca-\npriccio in E-durvon Bennett ganz vorzüglich und wurde\ngerufen. Eine Scene für Sopran von Rubin st ein konnte\nauch durch den Vortrag der Miss Parepa keinen Eindruck\nauf die Zuhörer machen. ln dem zweiten Concerte den\n11. April wurde ausser den Ouvertüren zu „Egmont\"\nund zum „Freischütz\" eine neue Sinfonie in von Ar-\nthur S. Sullivan aufgeführt, die bereits in den Concer-\nten im Krystallpalaste mit Erfolg gegeben worden war.\nDas gewöhnlich schwer zu befriedigende Publicum der\nMusical Society,da es hauptsächlich nur aus Musikern,\nLehrern, Akademikern und musicalisch gebildeten Dilet-\ntanten besteht, bezeigte grosse Theilnahme für das Werk,\nnahm es mit entschiedenem Beifalle auf und rief Herrn\nSullivan hervor. Ich konnte das Concert nicht besuchen;\ndie Sinfonie Sullivan's, der sich zuerst durch seine Musik\nzu Shakespeare's „Sturm\" hier einen Namen gemacht\nhat, soll in Mendelssohn's Art und Weise geschrieben sein,\nso dass, wenn dem also ist, Sullivan keine Ausnahme von\njener Richtung aller jüngeren englischen Componisten\nmachen würde, welche ihnen durch den beispiellosen\nMendelssohn-Cultus, der in England herrscht, fast aufge-\ndrungen wird.\n\nC."}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "142", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.6", "texte": "Aus Wiesbaden.\nS.\n(Die Sinfonie-Concerte im Winter. Die Gebrüder Thern,\nPianisten.)\nDen 1. Mai 1866.\nWiesbaden ist eine Stadt des Fortschrittes, wenn auch\nMancher hierbei an die unheilvollen Rückschritte denken\nmag, die von Einzelnen am grünen Tische gemacht wer-\nden können. Es bringt uns jedes Jahr neue Prachtgebäude,\nneue Verschönerungen in den Cursaal-Anlagen, neu ent-\nstandene Stadtviertel, neu angelegte Promenaden, und erst\nin diesen Tagen ist uns als das Allerneueste ein Schiller-\nDenkmal beschert worden. Aber auch von einem Fort-\nschritte auf musicalischem Gebiete haben wir heute\nVeranlassung, Ihnen Kunde zu geben. Die Leistungen un-\nserer grössten Virtuosen kennen zu lernen, hatten und ha-\nben wir durch die grossen Concerte der Curhaus-Admi-\nnistration jeden Sommer Gelegenheit genug; allein die\nSchöpfungen unserer grössten Componisten kennen zu ler-\nnen, dazu fand sich im Sommer nie und im Winter nur\nin ganz vereinzelten Fällen Gelegenheit. Wenn wir Ihnen\ndaher berichten, dass wir im Laufe des Winters sechs\nSinfonie-Concerte gehabt haben, so ist es unsere erste\nPflicht, desjenigen zu gedenken, welchem wir diesen mu-\nsicalischen Fortschritt zu verdanken haben, unseres streb-\nsamen und genialen Capellmeisters Jahn, der schon vor-\nher sich das Verdienst erworben hatte, zwei Gluck'sche\nOpern (Iphigenia in Aulis und Armide) zum ersten Male\nauf die Wiesbadener Bühne zu bringen. In diesen sechs\nSinfonie-Concerten, für die ein besonderes Abonnement\nim Theater eröffnet worden und die Bühne als Orchester-\nPodium benutzt war, wurden mit den Kräften des Opern-\nPersonals und Orchesters folgende grössere Werke gehört:\n1. Die Sinfonieen Es-dur von Haydn, C-dur mit der Fuge\nvon Mozart, A-durund C-mollvon Beethoven, von\nSchubert, B-dur von Schumann. 2. Die Ouvertüren zu\nCoriolan von Beethoven, Melusine von Mendelssohn, Lo-\ndoiska und Anakreon von Cherubini, Ossian von Gade,\nPrometheus von Beethoven, Waldmeisters Brautfahrt von\nGoltermann, Faust von Spohr und die Introduction zu\nTristan und Isolde von Wagner. 3. Die Vocalwerke:\nDes Sängers Fluch von Schumann, Früblings-Phantasie\nvon Gade, Scenen aus Orpheus von Gluck, Chor aus\nBlanche de Provence von Cherubini, das Finale aus Titus\nvon Mozart, Meeresstille und glückliche Fahrt von Beet-\nhoven.—4. Die Clavier-Concerte F-moll von Weber (Herr\nLudwig), A-moll von Schumann (Herr Pallat) und ein\nDoppel-Concert für zwei Pianoforte von Thern (vorgetra-\ngen von dessen beiden Söhnen Willi und Louis Thern\naus Pesth).\nDas Unternehmen ist als ein gelungenes zu bezeich-\nnen, denn mit jedem Concerte steigerte sich die Theil-\nnabme des Publicums, und allen Concertnummern folgte\nbei der vortrefflichen Ausführung enthusiastischer Beifall.\nWas aber unser Orchester bei sorgfältiger Leitung zu lei-\nsten vermag, zeigte sich am deutlichsten bei der Auffüh-\nrung von Schumann's B-dur-Sinfonie, die man nach dem\nLJrtheile aller Musikverständigen kaum vollendeter hören\nkann.\nBei dieser Gelegenheit halten wir es für unsere Pflicht,\ndes jugendlichen Künstlerpaares Erwähnung zu thun, das,\nvon Ungarn kommend, nach einem längeren Verweilen in\nLeipzig, im letzten Sinfonie-Goncerte bei seinem ersten\nAuftreten am Rheine sieb durch den Vortrag des oben\nerwähnten Doppel-Concertes seines Vaters (Professors am\npesther Conservatorium) die Herzen Aller gewonnen hat.\nVon dem Eindruck dieses allgemein bewunderten Zusam-\nmenspiels auf zwei Flügeln kann man sich nur dann einen\nBegriff machen, wenn man wahrnimmt, dass dabei drei\nFactoren in seltener Uebereinstimmung zusammenwirken,\nnämlich gleiche musicalische Begabung und höchste tech-\nnische Fertigkeit jedes einzelnen Spielers, dann bei der\ngrössten Gleichheit in der äusseren Erscheinung (durch\nwelche man auf dieselbe Gleichheit der Temperamente zu\nschliessen gezwungen wird) das von frühester Kindheit an\ngepflegte Zusammenspiel, ohne welches die hier erreichte\nEinheit bei dem Vortrage der grossartigen Passagen nicht\ndenkbar ist, und endlich der Umstand, dass der Vater\nnicht nur eigene Schöpfungen von gediegenem Charakter\nin dieser Form geliefert, sondern auch Tonwerke wie\nBeethoven's Sonaten Op. 109 und 111 in meisterhafter\nBearbeitung für zwei Instrumente übertragen hat. Dem\nVernehmen nach wird diese Künstlerfamilie, welcher von\nLeipzig her schon ein grosser Ruf voranging, den Sommer\nhier verweilen und dann nach Paris gehen.\nWenn je ein Concert-Cyklus in würdevoller Weise\nzum Abschlüsse gelangte, so war es hier der Fall durch\ndas Auftreten der Gebrüder Thern und durch die glanz-\nvolle Aufführung der Schumann'schen B-dur-Sinfonie.\n\nFür Gesang.\n\nFriedrich Riegel, Lieder im Volkstone bei dem\nCiavier zu singen. Op. 12. München, Pustet,\n1866. 32 S. in Quarto.\nEine willkommene Gabe für fröhliche und beschei-\ndene Sänger, die sich am Singen selbst erfreuen, und we-\nder brünstiger Fieberhitze bedürfen, noch Kerzenlicht im\nConcertsaale, um der Töne froh zu werden. Für öffentliche"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "143", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.7", "texte": "Schaustellung und journalistische Ekstase sind sie nicht\ngeeignet: ihr Lob ist, im Kämmerlein, im Garten und auf\nden Fluren zu Hause zu sein, Klang und Wiederklang zu\nwecken. Dergleichen Melodieen, die sich im ehrlichen\nDiatonon bewegen und in fasslichen Rhythmen einher-\ngehen, die nicht gesucht, sondern gefunden sind, haben\nwir heuer so wenige, dass sie schon darum Aufmerksam-\nkeit erwecken, ja, selbst Neugierige anziehen mögen. Gehen\neinige darunter gar zu plan und eben einher, ist einige\nMal die Liedform gar zu knapp auf eine einzige acht-\ntactige Periode eingeschränkt —, so mag man auch dieses\nhinnehmen als Zeugniss einer innigen Seele, die nicht rei-\nzen und erobern, sondern des Lebens beste Güter gemes-\nsen und spenden will in gleicbgesinntem Kreise. Dieser\ngleichgesinnte Kreis ist nicht die Horde der Musik-Enthu-\nsiasten, aber vielleicht doch eine grössere Mehrheit, als\nman beim ersten Anblicke glaubt weissagen zu müssen.\nHeraus heben wir folgende einzelne: S. 19, Brentano's\n„Es sang vor langen Jahren\", alterthümlichen Klanges,\nknapp gehalten, innig und mildwarmer Melodie, mit eben\nso einfacher, aber sehr schöner Begleitung. S. 26, Stö-\nber's „Es steht ein Haus am Rheine\". S. 24, Geibel's\n„In meinem Garten die Nelken\". S. 22, Beck's baieri-\nsche Volks-Hymne, recht frisch und hallend, auch mehr-\nstimmig zn brauchen, aber nicht so gut für Mönchschor,\nals für grossen Chor; freilich die in margine mit empfoh-\nlene zweite Unterlage von HofFmann's „Deutschland über\nAlles\" für Nichtbaiern zu singen ist gefährlich, weil\nzu HofFmann's Liede schon das unvergleichliche Kaiserlied\nvon Haydn den singenden Nichtbaiern und anderweitigen\nAusländern im Ohr sitzt, die einzige volksthüralieh-politi-\nsehe Melodie von grossem Chorklange, die wir besitzen,\nderen Tonkraft alle Particular-Farbenlieder von schwarz-\nweisser, gelb-weisser, blau-weisser, grünweisser u. s. w.\nTünche weit überläuft. S. 12, HofFmann's „Irgend im\nWalde\", ist sehr anmuthend, trotz der unbequemen, ob-\nwohl rationalen Periode zu Anfang.— S. 14, das mütter-\nliche „Wiegenlied\", singt tausend Mal Gesungenes, aber\nin neuer, wohl ansprechender Weise, ein vollkommenes\nBild edler Einfalt.— S. 16, EichendorfF's „Reiselied\", ist\nein schönes Lied in Waldesrast zu singen. S. 19, Mo-\nsen's „Trompeter an der Katzbach\", in alterthümlichem\nVolkstone, hat mit Brentano's Lied S. 19 den sonderba-\nren Anfang gemein, der dem Wort-Accent zu widerspre-\nchen scheint; offenbar wird die erste Sylbe leichter, die\nzweite schwerer zu singen sein, als der Tactstrich andeutet.\nDie Ciavierbegleitung ist leicht, nicht inhaltsleer, löb-\nlich auch darum, weil sie nicht durchaus unentbehrlich\nist (ausser etwa S. 24, 26), also die hübschen Lieder auch\nim Walde und auf der Flur ohne Marterkasten ausführbar\nsind.— Riegel's geistliche Compositionen, manchen\nunserer Leser noch unbekannt, die zu den gesundesten\nund wahrhaftesten unserer Zeit gehören, hoffen wir ein\nandermal zu besprechen.\n\nE. Krüger.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nWien. Die dritte „Africanerin\", Fräulein Stehle, hat die\nErwartungen, die man an sie zu stellen gelernt hat, vollkommen er-\nfüllt. Das bedeutsame Moment dieser Leistung liegt in der Schärfe,\nmit der die Empfindungen der Leidenschaft sowohl durch den ge-\nsanglichen und sprachlichen Ausdruck, wie durch die Darstellung\nzur Offenbarung gelangen. Fräulein Stehle entwickelt einen Grad\nvon Temperament in dieser Rolle, welchem gegenüber andere Lei-\nstungen statuarischer Natur erscheinen. Und dennoch lässt sich we-\nder dem Ausdrucke noch dem Spiel des Fräuleins Stehle irgend\neine Uebertreibung zur Last legen; die Künstlerin besitzt dafür ein\nenorm sicheres Gefühl, das sie bewahrt, die Gränze des ästhetisch\nGeziemenden zu überschreiten. Die nicht immer haarscharfe Into-\nnation ist zwar ein Schatten, der den Glanz dieser hochinteressan-\nten Leistung stellenweise trübt; das Bedeutende, Originelle der Ge-\nsammthaltung tritt indessen so überwiegend in den Vordergrund,\ndass man diese Makel um so eher hinnehmen kann, als sie nun\neinmal in der Individualität der Künstlerin zu liegen scheint (?).\nStürmische Beifallsbezeigungen und drei- bis viermaliger Hervorruf\nwurden ihr zu Theil. Die gleichen Wirkungen erzielte Fräulein\nStehle mit der zweiten Vorstellung der Rolle. Herrn Beckes\nNelusco hat uns arm an Lob gemacht; der Zuhörer ist in solchen\nFällen besser daran, als der Schriftsteller, denn er kann allabend-\nlich seinem Beifalle nach Herzenslust freien Lauf lassen, und hat\nnicht zu besorgen, dass ihm der Leser zuruft: Freund, das alles\nhaben wir ja schon gelesen! Herrn Walter's Vasco wird von\neinigen Seiten für zu wenig energisch gehalten. Es ist sonderbar,\ndass man mit zwei Ellen misst. Bei den Italiänern bewundert man\ndie Mässigung und sagt mit Recht —, das sei Gesang. Den deut-\nschen Sänger aber lässt man nicht gelten, wenn er nicht stets mit\nvoller Lunge arbeitet! (Z. Bl.)\nNeapel; 15. April. Am 7. April ist in San Carlo Merca-\ndante' s Oper „ Virginiamit beispiellosem Erfolge und Kundge-\nbungen des Beifalls, wie sie nur in Italien möglich sind, zum ersten\nMale gegeben worden. Zum Beweise diene die Thatsache, dass die\nDarsteller einzeln und zusammen dreiundfünfzig Mal gerufen\nwurden. Der Componist, der ebenfalls stürmisch gerufen wurde, war\nnicht anwesend, da er durch sein Alter und Unwohlsein ans Zimmer\ngefesselt war; man zog nach seiner Wohnung und brachte ihm\ndort Glückwünsche und Serenaden. Der Dichter des Libretto, Cam-\nmarano, ist schon vor neun Jahren gestorben; er hat Alfieri's Tra-\ngödie gleichen Namens zum Muster genommen. Die Oper hat drei\nActe, die Hauptrollen sind ein Sopran, zwei Tenöre und ein Ba-\nriton. Sowohl die. Arien als die Ensemblestücke, Duette, Terzett\nund Sextett, erregten rauschenden Applaus, eben so ein Doppelchor\nim ersten Acte, eine Orgie der Decemvirn und ihrer Anhänger, und\ndazu im Gegensatze ein Chor des Volkes, das den Tod des Den-\ntatus beklagt.\nMercadante ist 1797 in der Provinz Bari geboren und kam\nschon in seinem zwölften Jahre nach Neapel; er ist also in seinem\nsiebenzigsten Lebensjahre. Von der grossen Anzahl seiner Opern\nhaben Elisa» 6 Ola/UDIOY II GiuTOjinQuito und LQ JDUC illustvi Hivali\nden grössten Erfolg gehabt. Schon in den vierziger Jahren litt er\nan einem gefährlichen Augenübel, wodurch er das eine Auge ver-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "144", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660505-01.1.8", "texte": "lor, so dass er seine Musik am Ciavier in die Feder dictirte. Im\nJahre 1840 wurde er zum Director des Conservatoriums in Neapel\nernannt, welche Stelle er noch bekleidet; seit 1862 ist er aber lei-\nder gänzlich erblindet.\nParis, 30. April. Felicien David ist von seiner Reise\nnach Petersburg zurückgekehrt; das russische Klima scheint ihm\naber nicht zuträglich gewesen zu sein, denn seine Gesundheit\nscheint sehr angegriffen.\nDie Revue et Gazette musicalÜ bringt bei Gelegenheit der Be-\nsprechung von F. Hiller's Soiree bei Erard einen kurzen Lebens-\nabriss desselben und fügt hinzu, dass der berühmte Meister die Zu-\nhörerschaft am Abende des 23. d. Mts. am Schlüsse der Soiree auf\nallgemeines Verlangen noch durch eine phantasie- und geistreiche\nImprovisation erfreut habe. [ln der Correspondenz aus Paris in\nNr. 17. d. 81. ist der Name der dort genannten Sängerin (statt\nGouri) Gouvy zu lesen.]\nAm 28. April war der Jahrestag der ersten Aufführung der\n„Africanerin\". Man hatte nicht versäumt, dies bekannt zu machen,\nund das Haus war gedrängt voll.\nDie Abschieds-Vorstellung von Adelina Patti am 26. April,\nderen Ertrag zu ihrem Vortheil bestimmt war, hatte das Theater mit\neiner glänzenden Zuhörerschaft überfüllt, ein Beweis, wie ohn-\nmächtig die systematisch durch einige Blätter, namentlich die France\nmusicale, betriebene Herabsetzung der Künstlerin gewesen! Die Ein-\nnahme betrug nicht weniger als 19,000 Frcs. Fräulein Patti sang\nin drei Abtheilungen die Hauptscenen der Norma (Don Pasquale),\nder Lucia und der Violetta (Traviata). Der Enthusiasmus, den sie\nerregte, und die nie gesehene Fülle von Blumenbouquets und Krän-\nzen, die ihr zugeworfen wurden, ist nicht zu beschreiben.\nDie Concert-Gesellschaft hat die zweite Reihe ihrer Concerte\nim Conservatoire am 22. April auf eine würdige Weise geschlossen.\nDas Programm brachte Weber's und dessen Finale\naus der „Euryanthe\" mit Madame Vandenheuvel-Duprez, Beethoven's\nPastoral-Sinfonie, Haydn's „Gott erhalte Franz den Kaiser\" in der\nbekannten Ausführung durch sämmtliche Saiten-Instrumente, und\nMendelssohnV 98. Psalm.\nZu einem Compositions-Concurs von Gesangstücken für Män-\nnerchor, den der Seine-Präfect ausgeschrieben, waren •275 Chöre\neingegangen! Die Commission hat 23 davon ausgewählt und der\nMedaille nach drei Abstufungen von 300, 200 und 100 Frcs. für\nwerth erklärt.\nIn voriger Woche ist die ausgezeichnete musicalische Bibliothek\ndes verstorbenen Professors Farrenc versteigert worden. Am mei-\nsten hat sich das Conservatorium von Brüssel an dem Ankaufe be-\ntheiligt; Seltenheiten und einige gute Werke wurden anständig be-\nzahlt, andere gingen für ein Spottgeld weg.\nLoildoil; 28. April. Das erste Auftreten von Pauline\nLucca als Margarethe in Gounod's „Faust\" war ein Festabend\nfür das Coventgarden-Theater. Man war einstimmig der Meinung,\ndass die liebenswürdige Künstlerin in Spiel und Gesang, was für\nletzteren besonders der Vortrag des Walzers vor dem Spiegel be-\nwies, grosse Fortschritte gemacht habe. Mario sang den Faust. Die\nAusstattung: Faust's Laboratorium, die Marktscene, der Garten, der\nDom, die Apotheose Alles reich und malerisch. ln Her Ma-\njesty's Theatre gab Fräulein Tietjens ihre Margarethe, d. h. auf\neigenthümliche, aber vortreffliche Weise, und das Ensemble war\nbesser, als in Coventgarden: Faust, Gardoni; Mephistopheles, Gas-\nsier; Valentin, Santley; Siebel, Fräulein Bettelheim. Fräulein\nLiehtmay tritt heute Abend als Leonore im „Trovatoreu auf.\nUeber den Brand des Pike'schen Opernhauses in\nCincinnati entnehmen wir cincinnatiner Blättern folgende Bemer-\nkungen. Herr Pike, welcher jetzt ungefähr vierzig Jahre alt ist,\nkam im Jahre 1843 von New-York in unsere Stadt. Ohne nähere\nFreunde und ohne bedeutende Mittel begann er ein Schnittwaaren-\nGeschäft. Späterhin begab er sich in das Branntweinbrennerei-Ge-\nschäft, in welchem er den Grund zu seinem Reichthum e legte. Der\nGedanke, sich durch Gründung eines Musentempels das Andenken\nseiner Mitbürger zu erwerben, veranlasste den unternehmenden\nMann, zur Ausführung eines grossartigen Vorhabens zu schreiten.\nDer Prachtbau wurde mit einem Kostenaufwande von ungefähr\n350,000 Dollars aufgeführt. Das Capital soll sich aber niemals ver-\nzinst haben. Das Feuer entstand am Schlüsse des „Sommernachts-\ntraums\" ; dass eine Gas-Explosion Statt fand, ist schwer zu bezwei-\nfeln und wird von Mehreren, welche sich zur Zeit in der Nähe des\nGebäudes befanden, bestätigt. Die Flammen griffen mit unbeschreib-\nlicher Geschwindigkeit und Gewalt um sich, und es war augen-\nscheinlich, dass an eine Rettung des Gebäudes nicht zu denken war.\nWeithin über die benachbarten Strassen-Vierecke flogen brennende\nStücke des Theerdaches und Hessen das Schrecklichste für die Si-\ncherheit des ganzen Stadttheils befürchten. Der Verlust beläuft sich\nden Zeitungen nach auf mehr als zwei und eine halbe Million, wo-\nvon kaum der zehnte Theil versichert ist. Herr Pike selbst verliert\nungefähr eine Million. Als er dem Feuer zusah, stahl ihm ein Dieb\nsein Portemonnaie mit mehreren Hundert Dollars. Als Herr Pike\nes bemerkte, sagte er sehr ruhig: „Wenn so viel fort ist, kann das\nauch noch gehen.\" Er wird übrigens sofort wieder bauen, aber kein\nOpernhaus, sondern einen grossen Geschäfts-Bazar. Dagegen haben\nSpeculanten die Absicht, ein Opernhaus zu errichten, welches nicht\nnur an Pracht mit dem früheren Opernhause wetteifern, sondern in\nmanchen Stücken wesentliche Verbesserungen enthalten wird. Die\nBühne, das Parquet und der Balcon werden sich im Erdgeschoss\nbefinden, und die Ausgänge werden so gemacht werden, dass ein\nvollständig besetztes Haus innerhalb vier Minuten im Falle der Ge-\nfahr geräumt werden kann."}]}