{"numero_id": "bm-bmtnabi-1866-09-08-01", "volume": "bmtnabi_1866-09-08_01", "ocr_sha256": "988ec27c85e807f4a1ad72566dc20016711189efc6a9ee8f85837629fc4c57c1", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1866/09/08_01/bmtnabi_1866-09-08_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-08-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-08_01#c001", "volume": "bmtnabi_1866-09-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "281", "page_fin": "281", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "281", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 441, "texte": "Inhalt.\nDie Musik in Holland. 11. Von L. B. Das Conservatorium der Musik in Köln. Musicalische Zustände in Leipzig.\nVon Dr. Oscar Paul. (Schluss.) Aus Wien (Musik- und Theater-Zustände). Von B. Tages- und Unterhaltungsblatt\n(Mainz, Theater Wiesbaden, Concerte Berlin, Fräulein Garthe Leipzig, Theaterbau Wien, Theater, Dr. Otto Bach, Conserva-\ntorium der Musik, Richard Wagner's „Rienzi\" Alfred Jaell London, Fräulein Tietjens Berichtigung)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-08-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-08_01#c002", "volume": "bmtnabi_1866-09-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "281", "page_fin": "283", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.2.2", "titre_corps": "Die Musik in Holland.", "titre_sommaire": "Die Musik in Holland.", "signature_source": "L. 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Der Concertsaal ist weder so geräumig, noch so\nschön, wie die Säle in Amsterdam, und das Publicum\nzeichnet sich nicht vortheilbaft vor anderen holländischen\nZuhörerschaften aus; sein Geschmack und sein Benehmen\nscheinen im Gegentheil von der Influenza der Residenz\nangesteckt zu sein wenigstens in neuerer Zeit, wie aus\ndem Urtheile eines baager Correspondenten in der\ncilia\" hervorgeht, welcher die Haltung seiner Mitbürger\nalso charakterisirt: »Dass unser Publicum in den Dili-\ngentia-Concerten die in der Mehrzahl sehr guten, zuweilen\nvortrefflichen Ausführungen von Orchesterwerken ohne\nirgend ein Zeichen von Befriedigung vorübergehen lässt,\nist eine oft gerügte Thatsache; dass es sich aber Ton-\nkünstlern wie Joachim und Stockhausen gegenüber eben\nso gleichgültig verhält, ist doch gar zu arg. Man spart we-\nder Mühe noch Kosten, um die wunderlichen haag'schen\nConcertbesucher mit dem Besten und Edelsten, das die\nKunst bietet, bekannt zu machen, und sie interessiren sich\ngerade so viel dafür,\n„„als wenn's ein Korb voll Nüsse wär'u\",\nja, man geht selbst so weit, aufzustehen und den Saal zu\nverlassen, ehe noch der letzte Ton von der Schluss-Num-\nmer des Künstlers verklungen ist! Wer solch einen musi-\ncalischen Genuss nicht zu würdigen weiss, den kann man\nnur bedauern: nur ist es schlimm, dass wir dadurch im\nAuslande in so Übeln Credit kommen, dass grosse\nKünstler ein Publicum nicht mehr berücksichtigen wer-\nden, welches mittelmässige Salon-Talente, wie die Violon-\ncellistin de Try, besser aufnimmt, als einen Joachim und\nStockhausen.\" Bei einer anderen Gelegenheit, einem\nConcerte, welches sogar von der Vereins-Abtheilung zur\nBeförderung der Tonkunst ausging, heisst es: „Bei aller\nAchtung vor dem Talente des Contrabassisten Bottesini\nund aller Geneigtheit für den jugendlichen Violinisten\nde Graan und den noch jugendlicheren Pianisten Haymann\nvon der Musikschule zu Köln kann man doch für eine\nsolche Olla potridavon Salonnummern, wie das Programm\nlieferte, selbst von einem haag'schen Publicum keine grosse\nTheilnahme, noch dazu bei erhöhten Preisen, erwarten.\"\nNun, um so ehrenwerther ist es, dass der Vorstand\nder Diligentia-Concerte und ihr Dirigent Verhulst (der\nvon Amsterdam zu den Proben und Concerten herüber-\nkommt) in ihren sieben Winter-Concerten an der classi-\nschen Musik festhalten. Sie brachten z. B. Sinfonieen: Nr.\n11, IV und VI von Beethoven, Gade Nr. VII in\nReinthaler, Mendelssohn A-moll,Haydn Ouver-\ntüren von Cherubini, Beethoven, Mendelssohn, Weber und\nBennet. Auch die Vereins-Abtheilung zur Beförderung\nder Tonkunst nahm ihre Revanche durch das Concert am\n18. April d. J., in welchem Mozart's Sinfonie in (von\ndrei«Sätzen), Weber's Euryanthe-Ouverture und Bargiel's\nOuvertüre „Prometheus\" aufgeführt wurden. Ausserdem\nbrachte sie im Februar ein neues Vocalwerk von W. F. G.\nNicolai: „Scbiller's Glocke\", für Soli, Chor und Orche-\nster*), und Schubert's „Mirjam's Siegsgesang\" mit Instru-\nmentirung von van Eyken zur Aufführung. Ueber Bar-\n\n*) Vergl. Niederrh. Musik-Ztg., 1866, Nr. 11, S. 85."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "282", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5278, "texte": "giel's Ouvertüre sprach sich die Kritik sehr günstig aus;\nder Componist, der selbst dirigirte, erhielt lebhafte Bei-\nfallsbezeigungen. Die Herren Auer, Wilhelmi und Ernst\nPauer spielten auch in der Diligentia.\nEinen neuen Verein für Kammermusik hat der aus-\ngezeichnete Pianist van der Does mit tüchtigen Vertre-\ntern des Geigen-Quartetts gegründet; in sechs Sitzungen\nwurden Werke von Haydn, Mozart, Beethoven, F. Schu-\nbert, Schumann u. s. w. ausgeführt.\nDie königliche Musikschule zählt unter der Direction\nvon Nicolai für Pianoforte 4 Lehrer, für Violine 3, für\nVioloncell 1, für Contrabass 1, für Flöte, Clarinette,\nOboe, Fagot, Horn, Trompete und Posaune je 1, Solo-\ngesang 1, Elementarciasse und Chorgesang 1; Theorie,\nCompositionslehre, Zusammenspiel und Orgelspiel: der\nDirector. Eine merkwürdige Einrichtung ist die, dass\nder Unterricht in allen Fächern und auf allen Instrumen-\nten kostenfrei ist, mit Ausnahme des Unterrichts im Cia-\nvier- und Orgelspiel und im Chorgesange; für die beiden\nerstgenannten Fächer zahlt der Schüler 40 Fl., für das\nletzte 10 Fl. jährlich: jedoch werden die Clavierschüler,\ndie sich der Musik widmen wollen, wenn sie einige Jahre'\nhindurch Talent und Fortschritte gezeigt haben, in die\nGratis-Classen befördert. Der Cursus ist auf sechs Jahre\ngestellt: an früher abgehende Schüler werden keine voll-\nständigen Entlassungs-Zeugnisse ausgegeben.\nDie französische Oper findet im Allgemeinen ziemlich\nzahlreichen Besuch; die Gewohnheit der Haager, auch im\ngewöhnlichen Leben viel in französischer Sprache mit\neinander zu verkehren, trägt dazu bei. So lange sich die\nGesellschaft an komische Opern hält, zumal aus der älte-\nren Schule, leistet sie manches Gute, aber die Aufführung\neiner grossen Oper ist nicht wohl zu ertragen: der Chor\nnamentlich ist unter aller Kritik. Trotzdem ist die „ Afri-\ncanerin\" doch in Scene gesetzt worden und die Direction\nhat alles Mögliche dabei gethan. Obwohl Manches auf die\nimmer noch mangelhafte Aufführung zu schreiben sein\nmag, ist doch das Urtheil eines baag'schen Kritikers über\nMeyerbeer's nachgelassenes Werk charakteristisch für\nunsere Behauptung, dass der musicalische Geschmack in\nHolland auf einer ganz anderen Stufe stehe, als in Frank-\nreich und Belgien. Er äussert sich sehr scharf über Buch\nund Musik der Oper und meint, dass man durch die Auf-\nführungen derselben Meyerbeer's Nachruhm gefährdet\nhabe. Er vermisst darin alles, was seinen früheren Opern\nErfolg verschafft habe, auch das zwar verwerfliche, aber\nfrüher glücklichere Raffinement auf den Effect. Das Werk\nsei arm an Melodie, wimmele von Trivialitäten und von\nReminiscenzen aus den älteren Opern des Componisten.\nDie Begeisterung für das Präludium der Saiten-Instru-\ndem fünften Acte sei die beste Kritik der aus-\nserdem langweiligen Musik, denn im „Robert\" oder in\nden „Hugenotten\" würde es kaum bemerkt worden sein\nu. s. w. u. s. w.\nDie Universitätsstadt Utrecht bat Stadt-Concerte\n(iCollegium musicum Ultrajectinum), Studenten-Concerte,\nwozu auch Familien eingeladen werden, einen Kammer-\nmusik-Cirkel und einen Singverein. An der Spitze des Mu-\nsiklebens steht Herr Richard Hol, ein tüchtiger Musiker\nund talentvoller Componist.\nDie Stadt-Concerte brachten an Sinfonieen: Gouvv\nF-dur, Beethoven F-durVIII, Mendelssohn Schu-\nmann Es-duv,an Ouvertüren: Schumann Genofeva, Ros-\nsini Teil, Meyerbeer Struensee u. w. An Neuigkeiten:\nConcert-Ouverture von H. A. Meyroos (in Arnheim), Con-\ncert-Ouverture von C. Coenen (in Utrecht); und von äl-\nteren Werken holländischer Componisten Ouvertüre von\nJ. B. van Bree, Ouvertüre zu Vondel's Trauerspiel „Gis-\nbrecht van Amstel\" von Verhulst. Die Solisten waren die-\nselben, wie in den anderen Städten, Joachim an der Spitze.\nIn den Studenten-Concerten kamen Ouvertüren von\nGade, Beethoven, Bargiel und die Sinfonie in von\nGade vor. In einem Concerte zu Ehren des Jubilars\nConcertmeisters Dahmen kam Maurer's für vier und\nMeeves' Concertante für zwei Violinen (von Schülern Dah-\nmen's gespielt) zum Vortrage. Der Singverein führte\nin seinem Concerte den XII. Psalm von J. H. Kufferath,\nBeethoven's elegischen Gesang, „Der blinde König\", Bal-\nlade von Uhland, für Solo, Chor und Orchester compo-\nnirt von Richard Hol, und Mendelssohn's „Walpurgis-\nnacht\" auf.\nDer Kammermusik-Verein der Herren Hol, Coenen,\nCraeyvanger, Dahmen, Haak und Bekker hielt fünf Sitzun-\ngen. Die erste brachte Beethoven's Violin-Quartett Op. 59\nNr. 3 und Gade's Octett; dazwischen Beethoven's Sonate\nfür Pianoforte und Violoncell Op. 5 Nr. 2 und J. Raff's\nSonate für Pianoforte und Violine Op. 73. Ueber die\nletzte bemerkte man, dass trotz des vorzüglichen Vortrags\nder Herren Hol und Coenen man doch unangenehm durch\ndie sich überstürzenden harmonischen Wendungen des\nWerkes berührt wurde, welches dem musicalischen Leser\nder Partitur interessant sein kann, den Hörer aber eher\nabspannt, als ihm Genuss gewährt. Wir bemerken neben-\nbei, dass Herr Hol auch durch einen Aufsatz in der „Ca-\ncilia\", worin er mit ritterlichem Muthe eine Lanze für\nLiszt's Oratorium „Die heilige Elisabeth\" bricht, sich als\neinen Begünstiger der neuesten Schule gezeigt hat.\nAuch die Universitätsstadt Leiden hat ihre Studen-\nten-Concerte („Sempre crescendo\"), wozu ebenfalls Fa-\nmilien aus der Stadt eingeladen werden. Es fanden deren"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "283", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3352, "texte": "neun in der vorigen Saison unter der Direction des Herrn\nA. J. Wetrens, der auch als Solo-Violinist auftrat (Beet-\nhoven's Concert, erster Satz), Statt. Man gab Sinfonieen\nvon Mozart G-moll, von Haydn (drei), Beethoven Eroica,\nC-moll und Pastorale, Mendelssohn A-moll, Gade C-moll\nund mehrere classische Ouvertüren. Das Orchester bedarf\nübrigens noch sehr der Vervollständigung. Unter den\nSolisten fehlte Joachim nicht; ausser mehreren holländi-\nschen Künstlern spielten auch die Herren Wilhelmy (Vio-\nlinist) und Pallat, Pianist (Ük-£?wr-Concert von Beethoven)\naus Wiesbaden, mit grossem Beifalie.\nAusserdem haben noch viele Städte ihre jährlichen\nWinter-Concerte, die mit mehr oder weniger zahlreichen\nKräften ausgeführt werden. Dahin gehören z. B. Middel-\nburg, wo der Singverein in einem Concerte Hiller's „Ge-\nsang der Geister über den Wassern\" und dessen „Lore-\nlei\", Schumann's „Zigeunerleben\" und Chöre aus der\n„Schöpfung\" und aus dem „Elias\" brachte; Delft, mit\nBeethoven's A-dur- und Mozart's jßk-dfwr-Sinfonie und\nOuvertüren von Beethoven (Op. 115), Weber, Gade,\nSterndale-Bennett; Dortrecht, Arnheim, Deventer\nu. s. w.\nVon den Virtuosen, die ausser Joachim die Saison\nillustrirten, erwähnen wir noch vorzugsweise die Gebrüder\nMüller, die in allen genannten Städten gespielt und überall\neine vorzügliche und höchst ehrenvolle Aufnahme gefun-\nden haben.\nFügen wir aus dem Repertoire der deutschen\nOper in Rotterdam während, derselben Saison hinzu,\ndass Mozart 13, Meyerbeer 8, Gounod 5, Flotow 7,\nTbooft 7, Beethoven 6, Cherubini 5 (darunter „Medea\"),\nRossini 5, Lortzing 5, Weber 4, Mehul 4, Hal£vy 3,\nWagner 3, Lindpaintner 1, Verdi 3 und Donizetti 1 Mal\nvorkamen, so spricht das entschiedene Vorherrschen clas-\nsischer Opern, wobei die Actionäre des Theaters ihre\nRechnung fanden, ebenfalls deutlich für den Sinn der\nHolländer für gute Musik.\nDer in dem obigen Repertoire genannte W. F.\nThooft ist ein mit bedeutendem Talente begabter hollän-\ndischer Musiker, dessen frühere Iristrumental-Compositio-\nnen Aufmerksamkeit erregten und Beifall fanden, den wir\nnach dem, was wir davon kennen gelernt haben, für voll-\nkommen verdient halten. Er ist der erste holländische\nComponist, der sich an eine Oper gewagt hat. Sie hat\nden Titel „Aleida von Holland\", Text von E. Pasque.\nDer Titel lässt eine historische Handlung erwarten; diese\nErwartung wird aber getäuscht, indem die Handlung\neinen oft in Balladen und Schauspielen da gewesenen Stoff\nin die Zeit der Kreuzzüge versetzt und den Personen hol-\nländische Namen gibt. Wenn nach dem Urlheile der rot-\nterdamer Kritik in der „Cacilia\" das Buch auch nirgends\ndem Componisten Veranlassung zur Begeisterung darbie-\ntet, so verräth es doch Bühnen-Routine und enthält, mit\nAusnahme des ersten Actes, der etwas monoton ist, eine\nlebendig fortschreitende und spannende Handlung. Der\nMusik wird Mangel an Originalität in den Melodieen und\nUebertreibung der Klang-Effecte des Orchesters vorge-\nworfen, indess wird die Kenntniss und Geschicklichkeit,\nauch die gelungene Rücksicht auf das Bühnenmässige bei\ndem Componisten anerkannt. Herr Thooft wurde nach\njedem Acte und am Schlüsse der Vorstellung gerufen, und\ndie Oper, zum ersten Male am 10. März gegeben, füllte\nin sieben Vorstellungen das Haus, wozu allerdings der\nLocal-Patriotismus das Seinige beigetragen haben mag,\nwie man uns schreibt.\n\nL. B."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-08-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-08_01#c003", "volume": "bmtnabi_1866-09-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "283", "page_fin": "284", "image_debut": 3, "image_fin": 4, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.2.3", "titre_corps": "Das Conservatorium der Musik in Köln.", "titre_sommaire": "Das Conservatorium der Musik in Köln.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "283", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.3", "debut_caractere": 3354, "fin_caractere_exclue": 5127, "texte": "Das Conservatorium der Musik in Köln.\nDas Conservatorium in Köln entwickelt unter der Lei-\ntung eines der grössten Componisten der Gegenwart, des\nCapellmeisters Ferdinand Hiller, eine von Jahr zu Jahr\nfruchtbarere Thätigkeit in der gründlichen musicalischen\nAusbildung seiner Zöglinge, welche in technischer, wie in\ntheoretischer und ästhetischer Beziehung, der Richtung\nauf das Gediegene und echt Künstlerische durch das ein-\nträchtige und von gleichem Geiste beseelte Wirken eines\nVereins von trefflichen Lehrern zugeführt werden. Es ist\ndaher natürlich, dass der Ruf der Anstalt weit über die\nGränzen der deutseben Lande gedrungen ist, so dass sie\nvon Schülern und Schülerinnen aus America, England,\nHolland, Russland besucht wird. Einen besonders erfreu-\nlichen EinOuss hat aber das Conservatorium auf die Er-\nziehung tüchtiger Musiker für unser näheres Vaterland,\nfür die rheinischen Provinzen. Wohl hat man in unserer\nZeit, welche allerdings bei wissenschaftlichen und künst-\nlerischen Bestrebungen oft mehr in die Breite, als in die\nTiefe geht, den Conservatorien der Musik den Vorwurf\ngemacht, dass sie das musicalische Proletariat sowohl im\nAusüben als im Unterrichten beförderten. Was die Aus-\nübung betrifft, so ist es gerade die handwerksmässige Ab-\nrichtung für den nothdürftigen Broderwerb durch Musik,\ndie sich z. B. am deutlichsten bei den Sängern durch den\nallgemein gerügten Mangel an technischer Schule und\nmusicalischer' Bildung zeigt, welcher die Conservatorien\nentgegentreten, und was das Proletariat der Musiklehrer\nangeht, so widerspricht die Erfahrung einer Vermehrung\ndesselben durch die Conservatorien, wenn die Zeugnisse,\nwie an der hiesigen Anstalt, erst nach absolvirtem vollstän-\ndigem Cursus und mit strenger Gewissenhaftigkeit ertheilt\n\n[*J"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "284", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4650, "texte": "werden. Wir haben hier die Wahrnehmung vor Augen,\ndass unser Conservatorium den rheinischen Orchestern in\nKöln und Aachen gar manche ihrer tüchtigsten Mitglieder\nzugeführt hat, abgesehen davon, dass z. B. in der neuesten\nZeit der junge Ludwig einer der ersten Geiger geworden\nist. In Rücksicht auf Musik-Unterricht sind z. B. Herr\nBrambach, städtischer Musik-Director in Bonn, die Herren\nHompesch und Hülle, die am Conservatorium angestellt\nsind, aus demselben hervorgegangen, und von Privatleh-\nrern, die sich hier niedergelassen haben, sind u. A. Fräu-\nlein Niethen für Gesang, Fräulein Bruch, Fräulein Werres,\nHerr Schrattenbolz für Ciavier als empfehlenswerth durch\nFähigkeit und allgemeine musicalische Bildung, welche sie\ndem Conservatorium verdanken, zu nennen.\nDie diesjährigen Prüfungen, in den drei letzten Tagen\ndes vorigen Monats abgehalten, fanden so zu sagen bei\noffenen Thüren Statt, und die Leistungen waren im All-\ngemeinen derartig, dass auch ein grösseres und anspruch-\nvolleres Publicum, als dasjenige war, welches durch seine\nAnwesenheit die Tbeilnahme an der Anstalt und ihren\nZöglingen bekundete, seine Freude daran gehabt haben\nwürde. Im Ciavier- und im Violinspiel zeigte sich nicht\nallein das Resultat einer guten Schule, sondern bei einer\nAnzahl von Schülern und Schülerinnen echte Begabung\nfür Musik. Adolf Blomberg aus Westfalen und Karl Hay-\nmann aus Amsterdam, beide noch Knaben, berechtigen\nzu den schönsten Hoffnungen. Letzterer, der auch zur\nComposition hervorragende Anlagen zeigt, bewies durch\nden Vortrag des Es-dur-Concertes von Beethoven, dass er\ndem wahren Künstlerthume schon nahe steht. Karl Ed-\nwards, ein junger Engländer, der in sein Vaterland zu-\nrückkehrt, bewährte sich durch den Vortrag einer der\ngrossen Fugen von Bach als einen tüchtigen Organisten\nund würdigen Schüler des Herrn Musik-Directors und\nDom-Organisten Franz Weber. Julius Janitsch aus Darm-\nstadt spielte ein Violoncell-Solo (Lehrer Herr A. Schmit),\nwelches sein früherer Mitschüler, der talentvolle Leonhard\nWolff aus Crefeld, für ihn componirt hatte, mit vollem\nTone und hübschem Vortrage.\nUnter den jungen Geigern zeigten sich einige vielver-\nsprechende Talente. Wir nennen den noch sehr jugend-\nlichen Richartz aus Düsseldorf, die Brüder Schloming aus\nAltona, Joseph Schwarz und Ludwig Hoitz aus der Rhein-\nprovinz. Die beiden letzteren treten in die Orchester von\nDüsseldorf und Köln ein.\nUnter den Pianistinnen dürfen Fräulein Anna Drescher\naus Giessen (Classe des Herrn Gernsheim), welche das\nSchumann'sche Concert mit technischer und musicalischer\nBeherrschung des Instrumentes vortrug, Fräulein Michiels\naus Düsseldorf (Classe des Herrn Seiss) und Fräulein Bo-\nwinkelmann aus Köln nicht unerwähnt bleiben.\nGanz besonders interessant waren die Leistungen der\nClassen der Herren von Königslöw, Japha und Schmit im\nZusammenspiel. Wir hörten eine Anzahl auserlesener Com-\npositionen von Bach an bis auf die Koryphäen der neueren\nZeit. Unter Herrn von Königslöw's Leitung trugen die\njungen Schüler das Octett von Mendelssohn in sehr befrie-\ndigender Weise vor, und bei jedem neuen Satze übernahm\nein anderer junger Geiger die erste Violinstimme, während\nsein Vorgänger an die Bratsche trat. Ausserdem kamen\nSonaten und Trio's von Beethoven, Hauptmann, Schu-\nmann, Hiller, Gade u. s. w. zu Gehör.\nAm Freitag den 31. August beschlossen die Vorträge\nder Gesang-Schülerinnen der Frau Professorin Mathilde\nMarchesi die Prüfungen. Die Leistungen sowohl im Chor-\ngesange (aus Iphigenie von Gluck und „Die Liebe\" von\nRossini) als im Solo- und Ensemble-Gesänge bewiesen,\ndass die Nachfolge des Herrn Professors Böhme, der aus\nGesundheits-Rücksichten seine vortreffliche Wirksamkeit\nam Conservatorium aufgegeben hatte, in vorzügliche Hände\nübergegangen war, wesshalb es uns doppelte Freude\nmacht, die ausgezeichneten Leistungen der Frau Marchesi\nin dem hohen Grade anzuerkennen, wie sie es verdienen.\nDer Vortrag von 23 Gesangstücken hinter einander, ob-\nwohl für eine Prüfung offenbar zu viel, fesselte trotzdem\ndas Interesse bis zu Ende. Ein günstiges Geschick hat der\nAnstalt eine Anzahl recht angenehmer, zum Theil sehr\nschöner Stimmen zugeführt; unter den 12 —l5 jungen\nSchülerinnen haben wir fast keine einzige Stimme gefun-\nden, der man nicht gern zugehört hätte. Besonderes In-\nteresse erregten durch Stimme und fortgeschrittene Ge-\nsangbildung vorzugsweise Fräulein Hayne aus London,\nferner die Fräulein Bodinus, Ehmans, Kirchner, Rocholl,\nKneip, Bowinkelmann u. s. w. An allen jungen Damen\nwar Liebe zur Sache und lobenswerthe Benutzung der\nAnleitungen einer so vorzüglichen Künstlerin und Lehrerin,\nwie Frau Marchesi, wahrzunehmen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-08-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-08_01#c004", "volume": "bmtnabi_1866-09-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "284", "page_fin": "286", "image_debut": 4, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.2.4", "titre_corps": "Musicalische Zustände in Leipzig.", "titre_sommaire": "Musicalische Zustände in Leipzig.", "signature_source": "Oscar Paul", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 4, "page_imprimee": "284", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.4", "debut_caractere": 4652, "fin_caractere_exclue": 5055, "texte": "Musicalische Zustände in Leipzig.\nVon Dr. Oscar Paul.\n(Schluss. S. Nr. 24, 26 und 35.)\nIndem wir noch die beiden zu milden Zwecken im\nSaale des Gewandhauses Statt gefundenen Concerte, a) das\nArmen-Concert und b) das Orchester-Pensions-\nfonds-Concert, als unserem musicalischen Leben auch\nin materieller Hinsicht besonders erspriesslich erwähnen,\nfügen wir hinzu, dass der bei uns sehr geschätzte Barito-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "285", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5449, "texte": "nist aus Köln, Herr Marchesi, mit seiner Gattin zwei\nhistorische Concerte im Gewandhaussaale veranstaltete,\nwelche ihrer Form nach in der musicalischen Welt hin-\nlänglich bekannt geworden sind.\nAuch unser in Mitteldeutschland so gefeierte Pauli-\nner-Verein, welchen der allgemein beliebte, mit tüch-\ntigem Wissen und Können ausgerüstete akademische Mu-\nsik-Director Herr Dr. Langer zu einer in diesen Blättern\nschon öfter gerühmten musicalischen Höhe emporgehoben\nhat, veranstaltete daselbst am 11. Februar zur alljähr-\nlichen Stiftungsfeier ein sehr besuchtes und interessantes\nConcert. Das einsichtsvoll zusammengestellte Programm\ndes beregten Concertes enthielt im ersten Theile zwei\ndurch geschickte Factur wirksame Compositionen, den\n„93. Psalm\" für Männerstimmen mit Orchester von Ferd.\nHiller und „Meeresstille und glückliche Fahrt\" von Ru-\nbinstein, worauf das herrliche, mit romantischem Duft\ndurchzogene Lied Franz Schubert's, „Der Gondelfahrer\",\nfolgte und auf stürmisches Verlangen wiederholt werden\nmusste. Eine erfreuliche Abwechslung trat durch die\nprächtigen Clavier-Vorträge des hannoverschen Kammer-\nPianisten Herrn Labor und durch den sympathischen\nGesang des Fräuleins Asminda Übrich ein. Ersterer\nspielte mit schönem Tone und individueller Auffassung drei\nreizende Stücke von Chopin, Moscheies und Heller, und\nLetztere zündete besonders mit der technisch fein ausge-\narbeiteten Reproduction des Taubert'schen Liedes: „Ich\nmuss nun einmal singen\", nachdem sie ein Mendelssohn'-\nsches Hirtenlied geschmackvoll zur Geltung gebracht hatte.\nVon den zunächst darauf folgenden zwei Liedern, „Auszug\"\nvon Weinwurm (eine frische Composition) und „'sHerz\",\nVolkslied, eingerichtet von Silcher, musste das letztere\nwiederholt werden, wobei zu bemerken ist, dass die bei-\nden letzten Verse von einem ungenannten Mitgliede des\nVereins mit genauer Anschliessung an den innigen, herzi-\ngen Volkston in wirksamer Weise gedichtet sind. Sehr\ngelungen erschien uns das neue Werk „Im Herbst\" nach\nAnakreon, für Männerchor und Orchester componirt von\nGeorg Vierling, dessen Talent, gepaart mit vorzüglicher\nFachkenntniss, schon oft zur Würdigung Veranlassung\ngab. Die noble Gestaltung und treffliche Instrumentation\nbrachten dem selbst dirigirenden Componisten gerechtfer-\ntigten Hervorruf ein, der gewiss auch Herrn C. J. Bram-\nbach zu Theil geworden wäre, wenn derselbe sein tüchtig\ngearbeitetes Werk voll interessanter Züge, welches den\nzweiten Theil ausfüllte, selbst dirigirt hätte. Dasselbe führt\nden Titel „Velleda\", Text von Gustav Pfarrius, und behan-\ndelt einen Stoff aus den Kriegen zwischen Römern und Ger-\nmanen im ersten Jahrhundert nach Christus. Ausgestattet\nmit kräftigen Chören und dramatisch gehaltenen Solo-\nscenen, deren musicalische Erfindung zwar nicht originel,\naber frisch und gesund ist, muss das Werk bei so gelun-\ngener Ausführung, wie die in Rede stehende, eine durch-\nschlagende Wirkung erzielen. Während die von Fräulein\nBrenner durchgeführte „Claudia\" und der von Herrn\nWulfes gesungene „Führer der Deutschen\" genügten,\nglänzte Herr Wiedemann mit seiner natürlich-schönen\nund gut geschulten Stimme als „Cerealis\", und Fräulein\nAsminda Übrich entfaltete in der Partie der „Velleda\"\ndie bereits gewürdigten Vorzüge ihrer schätzbaren Künst-\nlerschaft, obwohl einige Stellen nicht mit vollkommen hin-\nreichender dramatischer Kraft interpretirt wurden.\nDas zweite Concert-Institut, der Musik verein „Eu-\nterpe\", wird von Herrn von Bernuth dirigirt, und es\nfinden die zehn Concerte desselben im Saale der Buch-\nhändler-Börse Statt. In voriger Saison hat dieses Concert-\nInstitut einen höheren Aufschwung genommen, weil einige\ntüchtige Kräfte des Gewandhaus-Orchesters mitwirkten\nund mehrere hervorragende Solisten von auswärts zur\nTheilnahme an verschiedenen Aufführungen gewonnen\nwurden. Ob dieser Aufschwung nur vorübergehend war,\nmuss uns die künftige Saison zeigen; jedenfalls werden\nwir dann der Wahrheit getreu die Stellung der Euterpe\nin unserem Musikleben genauer charakterisiren können.\nVon den gemischten Chorvereinen heben wir nur den\nRiedel'sehen Verein für Kirchenmusik hervor, welcher\nüber alle anderen Chorvereine unserer Stadt in letzterer\nZeit den Sieg davon getragen hat. Wie wir schon an an-\nderen Orten aussprechen konnten, bat sich der Riedel'sche\nVerein durch die treffliche Aufführung der grossen D-dur-\nMesse Op. 123 von Beethoven (am 2. März) ein Verdienst\nerworben, welches nicht hoch genug anerkannt werden\nkann. Wer die Schwierigkeiten kennt, unter denen die\nReproduction eines so gewaltigen Werkes auch bei gün-\nstigen Verhältnissen nur zu ermöglichen ist, wird eben so\nden Eifer und den Fleiss der einzelnen Mitglieder, wie die\nGewissenhaftigkeit und bewundernswerthe Energie des\nDirigenten, Herrn Riedel, hochzuschätzen wissen, und\ngewiss sind alle Musiker und Musikfreunde, welche in der\ngefüllten Tbomaskircbe der Aufführung beiwohnten, mit\nunserem hier ausgesprochenen Danke einverstanden, da\ndie gewaltige Universal-Scböpferkraft des grossen Beetho-\nven mit wahrer Begeisterung für die gute Sache interpre-\ntirt wurde. Es ist ja auch nach dem eigenen Ausspruche\ndes Schöpfers sein grösstes und gelungenstes Werk, was\nwie Lenz richtig sagt dahin zu verstehen ist, dass\nes der in seinem Innern lebenden Ideenwelt am nächsten\nkam; und schon aus diesem Grunde ist dasselbe der\nsicherste harmonische, melodische, rhythmische und inten-\ntionelle Schlüssel Beethoven'schen Geistes überhaupt. Be-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "286", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4473, "texte": "züglich der durchaus gelungenen Wiedergabe fügen wir\ndie kurzen Notizen hinzu, dass die Chöre durch Präcision\nim Einsetzen, durch sichere Beherrschung der technischen\nSchwierigkeiten und durch verständnissvolle Auffassung\nder Feinheiten und mächtigen Steigerungen den Kern\nder Partitur in wirksamster Weise hervortreten Hessen.\nNicht minder trugen die ausgezeichneten Solisten zum\nVerständnisse der erhabenen Schöpfung bei, indem Frau\nJauner-Krall (Sopran), Frau Krebs-Michalesi (Alt),\nbeide aus Dresden, Herr Schild (Tenor) aus Leipzig und\nHerr Schulze (Bass) aus Hamburg ein Solo-Quartett her-\nstellten, wie es in solcher vollendeten Abrundung wohl\nselten gefunden werden dürfte. Es ist schwer, einer ein-\nzelnen Kraft den Vorzug zu geben, wesshalb wir allen\nSolisten die gleiche hohe Anerkennung zollen. Auch im\nInstrumentalkörper war jedes einzelne Giied an seinem\nrechten Platze, und wenn wir schliesslich noch die Aus-\nführung des mit vorzüglicher Meisterschaft von Concert-\nmeister David gespielten Violin-Solo's hervorheben, so\nglauben wir im Hinblicke auf die schöne Aufführung,\nwelche uns als eine der bedeutendsten in dieser ganzen\nSaison erschienen ist, unsere Schuldigkeit gethan zu haben.\nZum Besten verwundeter und invalider Krieger, so\nwie hiesiger Familien, welche durch den Krieg hülfsbe-\ndürftig geworden sind, veranstaltete am Sonntag den 5.\nAugust in der Nicolaikirche derselbe Verein ein Kirchen-\nConcert, welches sich dem Allerbesten anreiht, was über-\nhaupt unser Leipzig in musicalischer Beziehung geboten\nhat. Die einsichtsvolle Zusammenstellung des Programms,\nauf welchem verschiedene Schulen in abwechselnder und\ninteressanter Ordnung vertreten waren, und die ausge-\nzeichnete Ausführung sämmtlicher Nummern übertraf in\nWahrheit alle Erwartungen, indem die trefflichen Künst-\nlerinnen und Künstler wejteiferten, den edlen Zweck auch\ndurch die edelsten Mittel zu erreichen. Frau Krebs-Mi-\ncha lesi, deren tiefe Altstimme von köstlicher Wirkung\nwar, brachte im Vereine mit unserem neu engagirten\nCellisten Herrn dessen edler Ton und gediegene\nTechnik sehr anzuerkennen sind, den Psalm für Alt-Solo\nvon Marcello zu vollkommenster Geltung, so wie dieselbe\nbedeutende Künstlerin auch durch den eminenten Geiger\nHerrn Concertmeister Auer aus Düsseldorf beim Vortrage\nder herrlichen Arie »Agnus Dei\"aus der „Hohen Messe\"\nBach's in vorzüglicher Weise unterstützt wurde. Herr\nAuer selbst, welcher in Rücksicht auf seine Jugend als\neine phänomenale Erscheinung zu begrüssen ist, entfaltete\nin der Wiedergabe eines Adagio von Spohr und eines\nAdagio von L. van Beethoven eine wirklich bewunderns-\nwerthe Künstlerschaft, welche sich so mit seinen herr-\nlichen Naturgaben verschmolz, dass die Gränzen für beide\nauch dem strengsten Kunstrichter kaum mehr erkennbar\nsein dürften. Unsere gefeierte leipziger Sängerin Frau\nFlinsch-Orwil sang mit bekannter Meisterschaft und\nder ihr eigenen Wärme und Innigkeit die Händel'sche\nArie: „Er weidet seine Herde\" (aus dem Messias), so wie\nauch unser trefflicher Tenor Herr Schild die Mendels-\nsohn'sche Arie: „So ihr mich von ganzem Herzen suchet\"\n(aus dem Elias), mit edlem Ausdrucke und technisch-mu-\nsicalischer Herrschaft zu Gehör brachte. Auf gleiche Weise\nist der auch als Begleiter vortreffliche Orgel-Virtuose Herr\nThomas hervorzuheben, dessen sichere, gediegene Tech-\nnik und tüchtige Meisterschaft in der Registrirung beim\nVortrage des Präludiums und der Fuge E-moll von J. S.\nBach, so wie der G-moll-Fuge von demselben Meister\nglänzend hervortraten.\nDie noch im Ensemble mitwirkenden Damen Fräulein\nClara Heinemeyer, Fräulein Clara Schmidt, Fräu-\nlein Clara Martini und Herr Rafalsky trugen eben\nso zum Gelingen des Ganzen bei, wie die wohlgeschulten\nChöre, indem „Ecce quomodo\"von Palestrina,\nmater\" von Nanini, „Ein feste Burg\" von Calvisius, „Gott,\nzu Dir im Himmel droben\" von Claudin le jeune, „Es ist\nein Ros' entsprungen\" von Michael Prätorius mit den fein-\nsten Nuancirungen und in weihevoller Weise zur Auffüh-\nrung kamen. Dem rastlos thätigen und umsichtigen Diri-\ngenten Herrn Karl Riedel, dessen mühevolles Wirken\ndurch die überaus grosse Theilnahme des Publicums be-\nlohnt wurde, und sämmtlicben Ausführenden sei hiermit\nfür die Vollbringung einer guten That der wärmste Dank\ndargebracht.\nUeber unsere Opern-Verhältnisse, welche sich unter\nder Direction des Herrn von Witte sehr günstig gestal-\ntet haben, und über das Conservatorium werden wir in\neinem besonderen Artikel das Nöthigste anführen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-08-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-08_01#c005", "volume": "bmtnabi_1866-09-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "286", "page_fin": "287", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.2.5", "titre_corps": "Aus Wien.", "titre_sommaire": "Aus Wien.", "signature_source": "R", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "286", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.6", "debut_caractere": 4475, "fin_caractere_exclue": 5052, "texte": "Aus Wien.\n\nDen 1. September 1866.\nNach langer Unterbrechung komme ich einmal wie-\nder mit einem Berichte über hiesige Musik- und Theater-\nZustände, die in letzterer Zeit wahrlich sehr unerquicklich\nwaren.\nHalten wir eine Rundschau, so finden wir, dass unser\nHof-Burgtheater in seinem Personale noch bedeutende\nLücken aufweist. Werden diese bald auszufüllen sein?\nDas Hof-Operntheater krankt eben auch an demselben\nUebel, welchem bei dem gegenwärtigen Ersparungs-System\nauch nicht so bald abgeholfen wird. Ob aber wirklich\netwas erspart wird, möchten wir sehr in Zweifel ziehen,"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4254, "texte": "da die Direction der Hofoper sicherlich wieder allerlei\nExperimente machen wird, die mehr kosten werden, als\neine vernünftige Ergänzung des Fehlenden.\nVon den Vorstadt-Bühnen florirt nur das Theater an\nder Wien; während die Josephstädter Bühne seit dem\nBankerotte des Directors Fürst geschlossen blieb und die\nMitglieder im Thalia-Theater so zu sagen auf Theilung\nspielen, hat auch das Carl-Theater den ganzen Sommer\nüber schlechte Geschäfte gemacht. Ein so entschiedener\nRückschritt einer Bühne, wie ihn uns das Carl-Theater\nzeigte, dürfte schwerlich irgendwo aufzuweisen sein, und\nmit Vergnügen sehen wir dem entgegen, was die neue\nDirection uns bieten wird. Herr Strampfer an der\nWien machte, wenn man die Verhältnisse während der\nKriegs-Epoche berücksichtigt, mit der französischen Aus-\nstattungs-Komödie „Prinzessin Hirschkuh\" brillante Ein-\nnahmen und dürfte der einzige Director sein, der nicht\nbedeutend verloren hat. Diese Komödie, die mit unend-\n-7 #\nlichem Aufwände von Costumes und Decorationen in Scene\ngesetzt ist, wird nun schon mehr als achtzig Mal hinter\neinander ohne die geringste Unterbrechung fortgeleiert\nund soll erst nächster Tage für kurze Zeit ad acta gelegt\nwerden! Die Streitfrage zwischen Strampfer und Treu-\nmann wegen des Besitzes des Carl-Theaters, in die durch\nTreumann's Rücktritt dann Ascher verwickelt wurde, ist\nendlich gelöst. Um diese Sache zu ordnen, musste Offen-\nbach von Paris herkommen. Herr Strampfer trat zurück,\nHerr Ascher wurde Director und Herr Treumann zieht\nsich ins Privatleben zurück, doch vernimmt man unter der\nHand, dass er im Laufe des Winters durch einen Monat\nbei Ascher gastiren wird. Möge es Ascher gelingen, das\nTheater der Leopoldstadt wieder zu heben; er hat den\nLiebling des dortigen Publicums, den Komiker Knaak, der\nseit Herbst v. J. „an der Wien\" war, wieder engagirt.\nFräulein Geistinger, welche einen Contract mit\ndem Carl-Theater abgeschlossen hatte, bleibt nun „an der\nWien\". Herr Offenbach hat mit beiden Directionen Con-\ntracte geschlossen, und werden hinfort bei Strampfer nur\nsolche Opern, welche einen ganzen Abend füllen, gege-\nben, deren nächste „Der Blaubart\" ist, zu welcher der\nComponist selbst die Proben hier leitete. Diese komische\nOper dürfte einen grossen Erfolg haben. Das Libretto der\nHerren Mailhac und Halevy ist vom Capellmeister Julius\nHopp trefflich bearbeitet worden. Witzig und reich an\nAbwechslung, bietet dasselbe viel Interessantes, beson-\nders da Mutter Censur diesmal gar nicht die Schere an-\nlegte. Die Musik ist melodiös und pikant. Offenbach darf\ndiese Schöpfung zu seinen besten zählen. Mit der hiesigen\nBesetzung ist er sehr zufrieden, und wunderte sich, dass\ndie Oper, deren Aufführung erst für Ende September be-\nstimmt war, schon so eingeübt ist, dass sie jetzt gegeben\nwerden könnte. Ob derselbe zur ersten Aufführung wie-\nder bieher kommen wird, ist noch nicht bestimmt.\nDas Harmonie-Theater ist wenige Monate nach sei-\nner Eröffnung wieder geschlossen worden, weil es zu\nviele Directoren hatte. Wäre dieses junge Institut in einer\ntüchtigen Hand gewesen, es hätte reussiren müssen, denn\nes konnte gute Einnahmen bei sehr geringen Ausgaben\nmachen. Es soll jedoch im Laufe des nächsten Monats\nwieder eröffnet werden.\nIm October stehen uns zwei Monster-Concerte bevor,\nan denen sich alle hiesigen Gesangvereine betheiligen. Die\nim Jahre 1859 von Herrn Raveaux angeregte Idee einer\ngrossartigen Production zum Besten verstümmelter Solda-\nten, welche damals ein so glänzendes Resultat lieferte,\nward diesmal von Herrn Hof-Capellmeister Herbeck an-\ngeregt und wird unter dessen Leitung die Production Statt\nfinden. Ein schön zusammengestelltes Programm, fleissiges\nStudiren und die tüchtige Führung des bewährten Diri-\ngenten bürgen für den Erfolg. Möge nur auch die Theil-\nnahme eine grosse sein. Wenn wir nun noch notiren\nwollen, dass die hier weilenden sächsischen Militärmusik-\nCapellen, obwohl sie hinter den österreichischen zurück-\nstehen, doch allenthalben gute Aufnahme fanden und gern\ngehört wurden, dass dieselben hier viel Geld verdient ha-\nben und meist ungern von hier fortgehen, so haben wir\nziemlich alles berührt, was auf unser musicalisches Leben\nBezug hat. Wir hoffen, nächstens mehr über Concert-\nMusik berichten zu können.\n\nR."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-08-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-08_01#c006", "volume": "bmtnabi_1866-09-08_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "287", "page_fin": "288", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.7", "debut_caractere": 4256, "fin_caractere_exclue": 5584, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMainz. In der am 27. August Statt gehabten ordentlichen\nGeneral-Versammlung der hiesigen Theater-Actien-Gesellschaft wurde\nder Vorschlag des Ausschusses, die Leitung unserer Bühne für die\nkommende Saison dem bisherigen Ober-Regisseur Herrn Behr in\nKöln auf seine eigene Rechnung und Gefahr zu übertragen, geneh-\nmigt, und wird danach Herr Behr die Aufgabe haben, unter den\nobwaltenden schwierigen Verhältnissen den festgefahrenen Thespis-\nkarren wieder in Gang zu bringen. Derselbe besitzt jedoch den Ruf\neines routinirten und energischen Praktikers im Directionsfache,\nund es steht daher zu hoffen, dass es ihm gelingen wird, billigen\nErwartungen des Theater-Publicums zu entsprechen. Der Stadt ge-\ngenüber bleibt jedoch der Ausschuss der Actionäre verantwortlich.\nHerr Behr erhält das Haus und eine Directorial-Wohnung frei und\n8000 Fl. jährlich Subvention.\nieslmden* Ein einziges Concert hat am 29. Juni im\nCursaale Statt gehabt, und mit diesem wird wohl die Reihe jener\nlangjährigen Kundgebungen auf dem Gebiete der Kunst abgeschlos-\nsen sein, da die Fortexistenz der dermaligen Verhältnisse des Cur-\nsaales in Frage steht. In dem genannten Concerte wirkten mit:\nH. Vieuxtemps, der Tenorist Walter aus Wien, Fräulein Tipka, die\nfrühere Coloratursängerin unserer Bühne,, und Frau Kastner-Escu-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "288", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5791, "texte": "dier. Vieuxtemps spielte sein Viftlin-Concert in D-moll, seine Airs\nnegres de VArkansas und mit Fr. Kastner ein Duo für Piano und\nVioline über Motive aus Oberon. Ausserdem wurden im Cur-\nhause einige Privat-Concerte gegeben, darunter drei Quartett-Soireen\nder Gebrüder Müller, die sieb dahier häuslich niedergelassen ha-\nben. Interessant war die Mitwirkung des jugendlichen Brüderpaares\nWilli und Louis Thern aus Pestb, welche Duo's für zwei Piano's\nvortrugen. Schon im letzten der Sinfonie-Concerte der verflossenen\nSaison hatte das Künstlerpaar, welches sich bei dieser Gelegenheit\nhier zum ersten Male einführte, grosses Aufsehen erregt. Ihre Be-\ndeutung besteht nicht allein darin, dass jeder Einzelne ein Virtuose\nauf dem Piano ist, sondern hauptsächlich in dem bezaubernden Zu-\nsammenspiel beider. Die beiden jungen Künstler stehen unter der\nLeitung ihres Vaters, des Professors Thern vom Conservatorium\nin Pesth. Die Meisterschaft dieses Lehrers bewährt sich nicht nur\nin der Leitung und Ausbildung seiner Söhne, sondern auch in sei-\nnen eigenen Compositionen, wie ebenfalls in den trefflichen Arran-\ngements. (Südd. M.-Z.)\nFräulein Garthe vom hannoverschen Theater ist im berliner\nOperntheater als Fidelio und als Margarethe aufgetreten und hat\nsehr freundliche Aufnahme gefunden.\nUngeachtet der ungünstigen Zeitverhältnisse ist der Bau des\nneuen Theaters in Leipzig nicht unterbrochen worden. Die Haupt-\nfront ist nach dem Augustusplatze gerichtet und bildet der ganze\nBau eigentlich eine Gruppe von drei Gebäuden, welche zusammen\neine Fläche von 51,980 Quadratfuss bedecken, wobei aber der von\ndem Terrassenbau, den Veranden u. s. w. eingenommene Baum\nnoch nicht mitgerechnet ist. Das höhere Mittelgebäude ist das\neigentliche Theater. Es hat 160 Fuss Breite und 300 Fuss Länge*\nVier geräumige Treppenhäuser vermitteln den Eingang in die Zu-\nschauerräume. Das Auditorium selbst fasst in Parquet, Parterre,\nParterre-Logen und vier Rängen, wovon der zweite nur durch Lo-\ngen gebildet wird, wie sie sich auch im ersten befinden, in Summa\n2000 Personen. Die Form des Zuschauerraumes ist die in der Neu-\nzeit am meisten bewährte eines Halbkreises, mit angesetztem, sich\nwenig verjüngendem, aber tiefen Proscenium. Die Bühne ist so\ngeräumig, dass auch grosse Volksscenen und Kämpfe mit zahlrei-\nchem Personale darauf in Scene gesetzt werden können; sie misst\n7566 Quadratfuss. Die Bühnenöffnung ist 51 Fuss breit und 48\nFuss hoch. Der Bühnenraum selbst aber ist Behufs ungebrochener\nAufziehung der Hinter- und Zwischen-Gardinen über 100 Fuss hoch,\nund unter ihm befinden sich 86 Fuss hohe Bäume für Versenkun-\ngen, Maschinenräume u. dgl.\nC. H. Bitter hat bei Bote und Bock in Berlin „sechs deutsche\nLieder\" von J. S. Bach mit Clavierbegleitung von Vincenz Lach-\nner herausgegeben.\nWien. Als Helden-Tenor für das Hof-Opern-Theater wurde\nHerr Nachbauer definitiv engagirt; er tritt im Frühjahre seine\nStelle an. Herr Ferenczy verlässt sodann das Hof-Operntheater.\nHerr Dr. Otto Bach aus Wien ist als Capellmeister am Stadt-\ntheater in Augsburg engagirt worden.\nAus Wien wird der Bedaction der Leipz. Allg. Mus. Ztg. ge-\nschrieben: „Die Prüfungen am hiesigen Conservatorium der Musik\nhaben den ganzen Juli hindurch, trotz der kolossalen Wirren und\ngrossen Beunruhigung, Statt gefunden, so z. B. am 4. Juli (!) die\nPrüfung in der Theorie (Prof. Sechter). Ein Artikel über diese Pro-\nduetionen in der wiener „„Presse\"\" vom 7. August zeigt, dass man\nhier wenig Lust hat, die jetzige Ueberlegenheit Norddeutschlands\nauch in Beziehung auf die musicalischen Lehranstalten anzuerken-\nnen; das klingt immer noch, als ob Wien die gesammte Kunst\ngepachtet hätte, als ob die Pflege der deutschen Kunst vor Allem\nin Wien zu Hause wäre, während die Thatsachen doch auch hierin\nvernehmlich genug sprechen. „„Wien allein\"\", so heisst es dort,\n„„ist die Wiege des nationalen (?) Musiklebens.Und weiter: „„Un-\nsere Violinen und Piano's möchten leicht in einem Wettkampfe (mit\nBerlin, Leipzig, München sammt Paris) die Rolle des Zündnadelge-\nwehrs übernehmen!\"\" O arge Verblendung! nicht zu sehen, dass in\nder Kunst, wie im Kriege, der Geist entscheidet, die Tüchtigkeit\nund der Gemeinsinn, nicht der glänzende Schein. Mehr wie Schein\nist aber der ganze Prunk unseres Conservatoriums mit seinen fünfte-\nhalb Hundert oberflächlich gebildeten Schülern doch nicht! So lange\nman sich bei uns hierüber Täuschungen und der alten Ueberhebung\nüber die „„norddeutschen\"\" Bestrebungen hingibt, ist wenig Aus-\nsicht auf Besserung vorhanden.\"\nRichard Wagner's „Rienzi\" geht demnächst in Wien in\nScene; der Componist ist eingeladen worden, die Oper bei der er-\nsten Aufführung zu dirigiren. Derselbe soll an einer neuen Oper,\n„Friedrich von Hohenstaufen\" arbeiten.\nAlfred Jaell bringt nach seiner Verheirathung die Flitterwo-\nchen, oder wie die höflicheren Franzosen sagen, den Honigmonat,\nin der Schweiz in Interlaken zu.\nljondon* Fräulein Tietjens hat mit einigen anderen Mit-\ngliedern der Oper Mapleson's diesem Unternehmer zu einer Tour\nnach Irland und den Fabrik-Districten von England ihre Theilnahme\nzugesagt, um dem Herbst und Winter nicht die Zinsen ihres Stimm-\nCapitals zu schenken. Am 15. d. Mts. wird die Gesellschaft ein\nConcert in Liverpool geben und am 17. die Opern-Vorstellungen\nin Dublin beginnen, die nach drei Wochen in Liverpool, Manche-\nster, Bradford u. s. w. fortgesetzt werden sollen. Kunst und Hand-\nwerk, oder Handwerk der Kunst??\nBerichtigung. In unserem Aufsatze in Nr. 34 über den Text\nzu J. S. Bach's „Trauer-Ode\" u. s. w. haben wir S. 269 eine\nBearbeitung dieses Textes, welche die Leipziger Allgem. Musicalische\nZeitung in Nr. 21 brachte, erwähnt. Der Verfasser dieser gelunge-\nnen Arbeit ist Herr F. Hüffer in Münster, dessen Namen wir in\nder L. A. M. Z. übersehen hatten. Die Redaction."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "281", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nDie Musik in Holland. 11. Von L. B. Das Conservatorium der Musik in Köln. Musicalische Zustände in Leipzig.\nVon Dr. Oscar Paul. (Schluss.) Aus Wien (Musik- und Theater-Zustände). Von B. Tages- und Unterhaltungsblatt\n(Mainz, Theater Wiesbaden, Concerte Berlin, Fräulein Garthe Leipzig, Theaterbau Wien, Theater, Dr. Otto Bach, Conserva-\ntorium der Musik, Richard Wagner's „Rienzi\" Alfred Jaell London, Fräulein Tietjens Berichtigung).\n\nDie Musik in Holland.\n\n11.\n(I. S. Nr. 35.)\nDie Stadt Haag (s'Gravenhage) hat einen Concert-\nVerein Diligentia,eine Abtheilung der Gesellschaft zur\nBeförderung der Tonkunst, eine königliche Musikschule,\neinen Kammermusik-Verein und eine französische Oper\n—Musik die Hülle und die Fülle. Man würde aber irren,\nwenn man diesen Reichthum durch den Sitz des Hofes\nund der Regierung erklären wollte; die äusseren musica-\nlischen Verhältnisse sind, mit Ausnahme der Musikschule,\ndie eine Staats-Anstalt ist und vom Ministerium des Innern\nressortirt, ganz dieselben, wie in den übrigen Städten von\nHolland. Der Concertsaal ist weder so geräumig, noch so\nschön, wie die Säle in Amsterdam, und das Publicum\nzeichnet sich nicht vortheilbaft vor anderen holländischen\nZuhörerschaften aus; sein Geschmack und sein Benehmen\nscheinen im Gegentheil von der Influenza der Residenz\nangesteckt zu sein wenigstens in neuerer Zeit, wie aus\ndem Urtheile eines baager Correspondenten in der\ncilia\" hervorgeht, welcher die Haltung seiner Mitbürger\nalso charakterisirt: »Dass unser Publicum in den Dili-\ngentia-Concerten die in der Mehrzahl sehr guten, zuweilen\nvortrefflichen Ausführungen von Orchesterwerken ohne\nirgend ein Zeichen von Befriedigung vorübergehen lässt,\nist eine oft gerügte Thatsache; dass es sich aber Ton-\nkünstlern wie Joachim und Stockhausen gegenüber eben\nso gleichgültig verhält, ist doch gar zu arg. Man spart we-\nder Mühe noch Kosten, um die wunderlichen haag'schen\nConcertbesucher mit dem Besten und Edelsten, das die\nKunst bietet, bekannt zu machen, und sie interessiren sich\ngerade so viel dafür,\n„„als wenn's ein Korb voll Nüsse wär'u\",\nja, man geht selbst so weit, aufzustehen und den Saal zu\nverlassen, ehe noch der letzte Ton von der Schluss-Num-\nmer des Künstlers verklungen ist! Wer solch einen musi-\ncalischen Genuss nicht zu würdigen weiss, den kann man\nnur bedauern: nur ist es schlimm, dass wir dadurch im\nAuslande in so Übeln Credit kommen, dass grosse\nKünstler ein Publicum nicht mehr berücksichtigen wer-\nden, welches mittelmässige Salon-Talente, wie die Violon-\ncellistin de Try, besser aufnimmt, als einen Joachim und\nStockhausen.\" Bei einer anderen Gelegenheit, einem\nConcerte, welches sogar von der Vereins-Abtheilung zur\nBeförderung der Tonkunst ausging, heisst es: „Bei aller\nAchtung vor dem Talente des Contrabassisten Bottesini\nund aller Geneigtheit für den jugendlichen Violinisten\nde Graan und den noch jugendlicheren Pianisten Haymann\nvon der Musikschule zu Köln kann man doch für eine\nsolche Olla potridavon Salonnummern, wie das Programm\nlieferte, selbst von einem haag'schen Publicum keine grosse\nTheilnahme, noch dazu bei erhöhten Preisen, erwarten.\"\nNun, um so ehrenwerther ist es, dass der Vorstand\nder Diligentia-Concerte und ihr Dirigent Verhulst (der\nvon Amsterdam zu den Proben und Concerten herüber-\nkommt) in ihren sieben Winter-Concerten an der classi-\nschen Musik festhalten. Sie brachten z. B. Sinfonieen: Nr.\n11, IV und VI von Beethoven, Gade Nr. VII in\nReinthaler, Mendelssohn A-moll,Haydn Ouver-\ntüren von Cherubini, Beethoven, Mendelssohn, Weber und\nBennet. Auch die Vereins-Abtheilung zur Beförderung\nder Tonkunst nahm ihre Revanche durch das Concert am\n18. April d. J., in welchem Mozart's Sinfonie in (von\ndrei«Sätzen), Weber's Euryanthe-Ouverture und Bargiel's\nOuvertüre „Prometheus\" aufgeführt wurden. Ausserdem\nbrachte sie im Februar ein neues Vocalwerk von W. F. G.\nNicolai: „Scbiller's Glocke\", für Soli, Chor und Orche-\nster*), und Schubert's „Mirjam's Siegsgesang\" mit Instru-\nmentirung von van Eyken zur Aufführung. Ueber Bar-\n\n*) Vergl. Niederrh. Musik-Ztg., 1866, Nr. 11, S. 85."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "282", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.2", "texte": "giel's Ouvertüre sprach sich die Kritik sehr günstig aus;\nder Componist, der selbst dirigirte, erhielt lebhafte Bei-\nfallsbezeigungen. Die Herren Auer, Wilhelmi und Ernst\nPauer spielten auch in der Diligentia.\nEinen neuen Verein für Kammermusik hat der aus-\ngezeichnete Pianist van der Does mit tüchtigen Vertre-\ntern des Geigen-Quartetts gegründet; in sechs Sitzungen\nwurden Werke von Haydn, Mozart, Beethoven, F. Schu-\nbert, Schumann u. s. w. ausgeführt.\nDie königliche Musikschule zählt unter der Direction\nvon Nicolai für Pianoforte 4 Lehrer, für Violine 3, für\nVioloncell 1, für Contrabass 1, für Flöte, Clarinette,\nOboe, Fagot, Horn, Trompete und Posaune je 1, Solo-\ngesang 1, Elementarciasse und Chorgesang 1; Theorie,\nCompositionslehre, Zusammenspiel und Orgelspiel: der\nDirector. Eine merkwürdige Einrichtung ist die, dass\nder Unterricht in allen Fächern und auf allen Instrumen-\nten kostenfrei ist, mit Ausnahme des Unterrichts im Cia-\nvier- und Orgelspiel und im Chorgesange; für die beiden\nerstgenannten Fächer zahlt der Schüler 40 Fl., für das\nletzte 10 Fl. jährlich: jedoch werden die Clavierschüler,\ndie sich der Musik widmen wollen, wenn sie einige Jahre'\nhindurch Talent und Fortschritte gezeigt haben, in die\nGratis-Classen befördert. Der Cursus ist auf sechs Jahre\ngestellt: an früher abgehende Schüler werden keine voll-\nständigen Entlassungs-Zeugnisse ausgegeben.\nDie französische Oper findet im Allgemeinen ziemlich\nzahlreichen Besuch; die Gewohnheit der Haager, auch im\ngewöhnlichen Leben viel in französischer Sprache mit\neinander zu verkehren, trägt dazu bei. So lange sich die\nGesellschaft an komische Opern hält, zumal aus der älte-\nren Schule, leistet sie manches Gute, aber die Aufführung\neiner grossen Oper ist nicht wohl zu ertragen: der Chor\nnamentlich ist unter aller Kritik. Trotzdem ist die „ Afri-\ncanerin\" doch in Scene gesetzt worden und die Direction\nhat alles Mögliche dabei gethan. Obwohl Manches auf die\nimmer noch mangelhafte Aufführung zu schreiben sein\nmag, ist doch das Urtheil eines baag'schen Kritikers über\nMeyerbeer's nachgelassenes Werk charakteristisch für\nunsere Behauptung, dass der musicalische Geschmack in\nHolland auf einer ganz anderen Stufe stehe, als in Frank-\nreich und Belgien. Er äussert sich sehr scharf über Buch\nund Musik der Oper und meint, dass man durch die Auf-\nführungen derselben Meyerbeer's Nachruhm gefährdet\nhabe. Er vermisst darin alles, was seinen früheren Opern\nErfolg verschafft habe, auch das zwar verwerfliche, aber\nfrüher glücklichere Raffinement auf den Effect. Das Werk\nsei arm an Melodie, wimmele von Trivialitäten und von\nReminiscenzen aus den älteren Opern des Componisten.\nDie Begeisterung für das Präludium der Saiten-Instru-\ndem fünften Acte sei die beste Kritik der aus-\nserdem langweiligen Musik, denn im „Robert\" oder in\nden „Hugenotten\" würde es kaum bemerkt worden sein\nu. s. w. u. s. w.\nDie Universitätsstadt Utrecht bat Stadt-Concerte\n(iCollegium musicum Ultrajectinum), Studenten-Concerte,\nwozu auch Familien eingeladen werden, einen Kammer-\nmusik-Cirkel und einen Singverein. An der Spitze des Mu-\nsiklebens steht Herr Richard Hol, ein tüchtiger Musiker\nund talentvoller Componist.\nDie Stadt-Concerte brachten an Sinfonieen: Gouvv\nF-dur, Beethoven F-durVIII, Mendelssohn Schu-\nmann Es-duv,an Ouvertüren: Schumann Genofeva, Ros-\nsini Teil, Meyerbeer Struensee u. w. An Neuigkeiten:\nConcert-Ouverture von H. A. Meyroos (in Arnheim), Con-\ncert-Ouverture von C. Coenen (in Utrecht); und von äl-\nteren Werken holländischer Componisten Ouvertüre von\nJ. B. van Bree, Ouvertüre zu Vondel's Trauerspiel „Gis-\nbrecht van Amstel\" von Verhulst. Die Solisten waren die-\nselben, wie in den anderen Städten, Joachim an der Spitze.\nIn den Studenten-Concerten kamen Ouvertüren von\nGade, Beethoven, Bargiel und die Sinfonie in von\nGade vor. In einem Concerte zu Ehren des Jubilars\nConcertmeisters Dahmen kam Maurer's für vier und\nMeeves' Concertante für zwei Violinen (von Schülern Dah-\nmen's gespielt) zum Vortrage. Der Singverein führte\nin seinem Concerte den XII. Psalm von J. H. Kufferath,\nBeethoven's elegischen Gesang, „Der blinde König\", Bal-\nlade von Uhland, für Solo, Chor und Orchester compo-\nnirt von Richard Hol, und Mendelssohn's „Walpurgis-\nnacht\" auf.\nDer Kammermusik-Verein der Herren Hol, Coenen,\nCraeyvanger, Dahmen, Haak und Bekker hielt fünf Sitzun-\ngen. Die erste brachte Beethoven's Violin-Quartett Op. 59\nNr. 3 und Gade's Octett; dazwischen Beethoven's Sonate\nfür Pianoforte und Violoncell Op. 5 Nr. 2 und J. Raff's\nSonate für Pianoforte und Violine Op. 73. Ueber die\nletzte bemerkte man, dass trotz des vorzüglichen Vortrags\nder Herren Hol und Coenen man doch unangenehm durch\ndie sich überstürzenden harmonischen Wendungen des\nWerkes berührt wurde, welches dem musicalischen Leser\nder Partitur interessant sein kann, den Hörer aber eher\nabspannt, als ihm Genuss gewährt. Wir bemerken neben-\nbei, dass Herr Hol auch durch einen Aufsatz in der „Ca-\ncilia\", worin er mit ritterlichem Muthe eine Lanze für\nLiszt's Oratorium „Die heilige Elisabeth\" bricht, sich als\neinen Begünstiger der neuesten Schule gezeigt hat.\nAuch die Universitätsstadt Leiden hat ihre Studen-\nten-Concerte („Sempre crescendo\"), wozu ebenfalls Fa-\nmilien aus der Stadt eingeladen werden. Es fanden deren"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "283", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.3", "texte": "neun in der vorigen Saison unter der Direction des Herrn\nA. J. Wetrens, der auch als Solo-Violinist auftrat (Beet-\nhoven's Concert, erster Satz), Statt. Man gab Sinfonieen\nvon Mozart G-moll, von Haydn (drei), Beethoven Eroica,\nC-moll und Pastorale, Mendelssohn A-moll, Gade C-moll\nund mehrere classische Ouvertüren. Das Orchester bedarf\nübrigens noch sehr der Vervollständigung. Unter den\nSolisten fehlte Joachim nicht; ausser mehreren holländi-\nschen Künstlern spielten auch die Herren Wilhelmy (Vio-\nlinist) und Pallat, Pianist (Ük-£?wr-Concert von Beethoven)\naus Wiesbaden, mit grossem Beifalie.\nAusserdem haben noch viele Städte ihre jährlichen\nWinter-Concerte, die mit mehr oder weniger zahlreichen\nKräften ausgeführt werden. Dahin gehören z. B. Middel-\nburg, wo der Singverein in einem Concerte Hiller's „Ge-\nsang der Geister über den Wassern\" und dessen „Lore-\nlei\", Schumann's „Zigeunerleben\" und Chöre aus der\n„Schöpfung\" und aus dem „Elias\" brachte; Delft, mit\nBeethoven's A-dur- und Mozart's jßk-dfwr-Sinfonie und\nOuvertüren von Beethoven (Op. 115), Weber, Gade,\nSterndale-Bennett; Dortrecht, Arnheim, Deventer\nu. s. w.\nVon den Virtuosen, die ausser Joachim die Saison\nillustrirten, erwähnen wir noch vorzugsweise die Gebrüder\nMüller, die in allen genannten Städten gespielt und überall\neine vorzügliche und höchst ehrenvolle Aufnahme gefun-\nden haben.\nFügen wir aus dem Repertoire der deutschen\nOper in Rotterdam während, derselben Saison hinzu,\ndass Mozart 13, Meyerbeer 8, Gounod 5, Flotow 7,\nTbooft 7, Beethoven 6, Cherubini 5 (darunter „Medea\"),\nRossini 5, Lortzing 5, Weber 4, Mehul 4, Hal£vy 3,\nWagner 3, Lindpaintner 1, Verdi 3 und Donizetti 1 Mal\nvorkamen, so spricht das entschiedene Vorherrschen clas-\nsischer Opern, wobei die Actionäre des Theaters ihre\nRechnung fanden, ebenfalls deutlich für den Sinn der\nHolländer für gute Musik.\nDer in dem obigen Repertoire genannte W. F.\nThooft ist ein mit bedeutendem Talente begabter hollän-\ndischer Musiker, dessen frühere Iristrumental-Compositio-\nnen Aufmerksamkeit erregten und Beifall fanden, den wir\nnach dem, was wir davon kennen gelernt haben, für voll-\nkommen verdient halten. Er ist der erste holländische\nComponist, der sich an eine Oper gewagt hat. Sie hat\nden Titel „Aleida von Holland\", Text von E. Pasque.\nDer Titel lässt eine historische Handlung erwarten; diese\nErwartung wird aber getäuscht, indem die Handlung\neinen oft in Balladen und Schauspielen da gewesenen Stoff\nin die Zeit der Kreuzzüge versetzt und den Personen hol-\nländische Namen gibt. Wenn nach dem Urlheile der rot-\nterdamer Kritik in der „Cacilia\" das Buch auch nirgends\ndem Componisten Veranlassung zur Begeisterung darbie-\ntet, so verräth es doch Bühnen-Routine und enthält, mit\nAusnahme des ersten Actes, der etwas monoton ist, eine\nlebendig fortschreitende und spannende Handlung. Der\nMusik wird Mangel an Originalität in den Melodieen und\nUebertreibung der Klang-Effecte des Orchesters vorge-\nworfen, indess wird die Kenntniss und Geschicklichkeit,\nauch die gelungene Rücksicht auf das Bühnenmässige bei\ndem Componisten anerkannt. Herr Thooft wurde nach\njedem Acte und am Schlüsse der Vorstellung gerufen, und\ndie Oper, zum ersten Male am 10. März gegeben, füllte\nin sieben Vorstellungen das Haus, wozu allerdings der\nLocal-Patriotismus das Seinige beigetragen haben mag,\nwie man uns schreibt.\n\nL. B.\n\nDas Conservatorium der Musik in Köln.\nDas Conservatorium in Köln entwickelt unter der Lei-\ntung eines der grössten Componisten der Gegenwart, des\nCapellmeisters Ferdinand Hiller, eine von Jahr zu Jahr\nfruchtbarere Thätigkeit in der gründlichen musicalischen\nAusbildung seiner Zöglinge, welche in technischer, wie in\ntheoretischer und ästhetischer Beziehung, der Richtung\nauf das Gediegene und echt Künstlerische durch das ein-\nträchtige und von gleichem Geiste beseelte Wirken eines\nVereins von trefflichen Lehrern zugeführt werden. Es ist\ndaher natürlich, dass der Ruf der Anstalt weit über die\nGränzen der deutseben Lande gedrungen ist, so dass sie\nvon Schülern und Schülerinnen aus America, England,\nHolland, Russland besucht wird. Einen besonders erfreu-\nlichen EinOuss hat aber das Conservatorium auf die Er-\nziehung tüchtiger Musiker für unser näheres Vaterland,\nfür die rheinischen Provinzen. Wohl hat man in unserer\nZeit, welche allerdings bei wissenschaftlichen und künst-\nlerischen Bestrebungen oft mehr in die Breite, als in die\nTiefe geht, den Conservatorien der Musik den Vorwurf\ngemacht, dass sie das musicalische Proletariat sowohl im\nAusüben als im Unterrichten beförderten. Was die Aus-\nübung betrifft, so ist es gerade die handwerksmässige Ab-\nrichtung für den nothdürftigen Broderwerb durch Musik,\ndie sich z. B. am deutlichsten bei den Sängern durch den\nallgemein gerügten Mangel an technischer Schule und\nmusicalischer' Bildung zeigt, welcher die Conservatorien\nentgegentreten, und was das Proletariat der Musiklehrer\nangeht, so widerspricht die Erfahrung einer Vermehrung\ndesselben durch die Conservatorien, wenn die Zeugnisse,\nwie an der hiesigen Anstalt, erst nach absolvirtem vollstän-\ndigem Cursus und mit strenger Gewissenhaftigkeit ertheilt\n\n[*J"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "284", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.4", "texte": "werden. Wir haben hier die Wahrnehmung vor Augen,\ndass unser Conservatorium den rheinischen Orchestern in\nKöln und Aachen gar manche ihrer tüchtigsten Mitglieder\nzugeführt hat, abgesehen davon, dass z. B. in der neuesten\nZeit der junge Ludwig einer der ersten Geiger geworden\nist. In Rücksicht auf Musik-Unterricht sind z. B. Herr\nBrambach, städtischer Musik-Director in Bonn, die Herren\nHompesch und Hülle, die am Conservatorium angestellt\nsind, aus demselben hervorgegangen, und von Privatleh-\nrern, die sich hier niedergelassen haben, sind u. A. Fräu-\nlein Niethen für Gesang, Fräulein Bruch, Fräulein Werres,\nHerr Schrattenbolz für Ciavier als empfehlenswerth durch\nFähigkeit und allgemeine musicalische Bildung, welche sie\ndem Conservatorium verdanken, zu nennen.\nDie diesjährigen Prüfungen, in den drei letzten Tagen\ndes vorigen Monats abgehalten, fanden so zu sagen bei\noffenen Thüren Statt, und die Leistungen waren im All-\ngemeinen derartig, dass auch ein grösseres und anspruch-\nvolleres Publicum, als dasjenige war, welches durch seine\nAnwesenheit die Tbeilnahme an der Anstalt und ihren\nZöglingen bekundete, seine Freude daran gehabt haben\nwürde. Im Ciavier- und im Violinspiel zeigte sich nicht\nallein das Resultat einer guten Schule, sondern bei einer\nAnzahl von Schülern und Schülerinnen echte Begabung\nfür Musik. Adolf Blomberg aus Westfalen und Karl Hay-\nmann aus Amsterdam, beide noch Knaben, berechtigen\nzu den schönsten Hoffnungen. Letzterer, der auch zur\nComposition hervorragende Anlagen zeigt, bewies durch\nden Vortrag des Es-dur-Concertes von Beethoven, dass er\ndem wahren Künstlerthume schon nahe steht. Karl Ed-\nwards, ein junger Engländer, der in sein Vaterland zu-\nrückkehrt, bewährte sich durch den Vortrag einer der\ngrossen Fugen von Bach als einen tüchtigen Organisten\nund würdigen Schüler des Herrn Musik-Directors und\nDom-Organisten Franz Weber. Julius Janitsch aus Darm-\nstadt spielte ein Violoncell-Solo (Lehrer Herr A. Schmit),\nwelches sein früherer Mitschüler, der talentvolle Leonhard\nWolff aus Crefeld, für ihn componirt hatte, mit vollem\nTone und hübschem Vortrage.\nUnter den jungen Geigern zeigten sich einige vielver-\nsprechende Talente. Wir nennen den noch sehr jugend-\nlichen Richartz aus Düsseldorf, die Brüder Schloming aus\nAltona, Joseph Schwarz und Ludwig Hoitz aus der Rhein-\nprovinz. Die beiden letzteren treten in die Orchester von\nDüsseldorf und Köln ein.\nUnter den Pianistinnen dürfen Fräulein Anna Drescher\naus Giessen (Classe des Herrn Gernsheim), welche das\nSchumann'sche Concert mit technischer und musicalischer\nBeherrschung des Instrumentes vortrug, Fräulein Michiels\naus Düsseldorf (Classe des Herrn Seiss) und Fräulein Bo-\nwinkelmann aus Köln nicht unerwähnt bleiben.\nGanz besonders interessant waren die Leistungen der\nClassen der Herren von Königslöw, Japha und Schmit im\nZusammenspiel. Wir hörten eine Anzahl auserlesener Com-\npositionen von Bach an bis auf die Koryphäen der neueren\nZeit. Unter Herrn von Königslöw's Leitung trugen die\njungen Schüler das Octett von Mendelssohn in sehr befrie-\ndigender Weise vor, und bei jedem neuen Satze übernahm\nein anderer junger Geiger die erste Violinstimme, während\nsein Vorgänger an die Bratsche trat. Ausserdem kamen\nSonaten und Trio's von Beethoven, Hauptmann, Schu-\nmann, Hiller, Gade u. s. w. zu Gehör.\nAm Freitag den 31. August beschlossen die Vorträge\nder Gesang-Schülerinnen der Frau Professorin Mathilde\nMarchesi die Prüfungen. Die Leistungen sowohl im Chor-\ngesange (aus Iphigenie von Gluck und „Die Liebe\" von\nRossini) als im Solo- und Ensemble-Gesänge bewiesen,\ndass die Nachfolge des Herrn Professors Böhme, der aus\nGesundheits-Rücksichten seine vortreffliche Wirksamkeit\nam Conservatorium aufgegeben hatte, in vorzügliche Hände\nübergegangen war, wesshalb es uns doppelte Freude\nmacht, die ausgezeichneten Leistungen der Frau Marchesi\nin dem hohen Grade anzuerkennen, wie sie es verdienen.\nDer Vortrag von 23 Gesangstücken hinter einander, ob-\nwohl für eine Prüfung offenbar zu viel, fesselte trotzdem\ndas Interesse bis zu Ende. Ein günstiges Geschick hat der\nAnstalt eine Anzahl recht angenehmer, zum Theil sehr\nschöner Stimmen zugeführt; unter den 12 —l5 jungen\nSchülerinnen haben wir fast keine einzige Stimme gefun-\nden, der man nicht gern zugehört hätte. Besonderes In-\nteresse erregten durch Stimme und fortgeschrittene Ge-\nsangbildung vorzugsweise Fräulein Hayne aus London,\nferner die Fräulein Bodinus, Ehmans, Kirchner, Rocholl,\nKneip, Bowinkelmann u. s. w. An allen jungen Damen\nwar Liebe zur Sache und lobenswerthe Benutzung der\nAnleitungen einer so vorzüglichen Künstlerin und Lehrerin,\nwie Frau Marchesi, wahrzunehmen.\n\nMusicalische Zustände in Leipzig.\nVon Dr. Oscar Paul.\n(Schluss. S. Nr. 24, 26 und 35.)\nIndem wir noch die beiden zu milden Zwecken im\nSaale des Gewandhauses Statt gefundenen Concerte, a) das\nArmen-Concert und b) das Orchester-Pensions-\nfonds-Concert, als unserem musicalischen Leben auch\nin materieller Hinsicht besonders erspriesslich erwähnen,\nfügen wir hinzu, dass der bei uns sehr geschätzte Barito-"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "285", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.5", "texte": "nist aus Köln, Herr Marchesi, mit seiner Gattin zwei\nhistorische Concerte im Gewandhaussaale veranstaltete,\nwelche ihrer Form nach in der musicalischen Welt hin-\nlänglich bekannt geworden sind.\nAuch unser in Mitteldeutschland so gefeierte Pauli-\nner-Verein, welchen der allgemein beliebte, mit tüch-\ntigem Wissen und Können ausgerüstete akademische Mu-\nsik-Director Herr Dr. Langer zu einer in diesen Blättern\nschon öfter gerühmten musicalischen Höhe emporgehoben\nhat, veranstaltete daselbst am 11. Februar zur alljähr-\nlichen Stiftungsfeier ein sehr besuchtes und interessantes\nConcert. Das einsichtsvoll zusammengestellte Programm\ndes beregten Concertes enthielt im ersten Theile zwei\ndurch geschickte Factur wirksame Compositionen, den\n„93. Psalm\" für Männerstimmen mit Orchester von Ferd.\nHiller und „Meeresstille und glückliche Fahrt\" von Ru-\nbinstein, worauf das herrliche, mit romantischem Duft\ndurchzogene Lied Franz Schubert's, „Der Gondelfahrer\",\nfolgte und auf stürmisches Verlangen wiederholt werden\nmusste. Eine erfreuliche Abwechslung trat durch die\nprächtigen Clavier-Vorträge des hannoverschen Kammer-\nPianisten Herrn Labor und durch den sympathischen\nGesang des Fräuleins Asminda Übrich ein. Ersterer\nspielte mit schönem Tone und individueller Auffassung drei\nreizende Stücke von Chopin, Moscheies und Heller, und\nLetztere zündete besonders mit der technisch fein ausge-\narbeiteten Reproduction des Taubert'schen Liedes: „Ich\nmuss nun einmal singen\", nachdem sie ein Mendelssohn'-\nsches Hirtenlied geschmackvoll zur Geltung gebracht hatte.\nVon den zunächst darauf folgenden zwei Liedern, „Auszug\"\nvon Weinwurm (eine frische Composition) und „'sHerz\",\nVolkslied, eingerichtet von Silcher, musste das letztere\nwiederholt werden, wobei zu bemerken ist, dass die bei-\nden letzten Verse von einem ungenannten Mitgliede des\nVereins mit genauer Anschliessung an den innigen, herzi-\ngen Volkston in wirksamer Weise gedichtet sind. Sehr\ngelungen erschien uns das neue Werk „Im Herbst\" nach\nAnakreon, für Männerchor und Orchester componirt von\nGeorg Vierling, dessen Talent, gepaart mit vorzüglicher\nFachkenntniss, schon oft zur Würdigung Veranlassung\ngab. Die noble Gestaltung und treffliche Instrumentation\nbrachten dem selbst dirigirenden Componisten gerechtfer-\ntigten Hervorruf ein, der gewiss auch Herrn C. J. Bram-\nbach zu Theil geworden wäre, wenn derselbe sein tüchtig\ngearbeitetes Werk voll interessanter Züge, welches den\nzweiten Theil ausfüllte, selbst dirigirt hätte. Dasselbe führt\nden Titel „Velleda\", Text von Gustav Pfarrius, und behan-\ndelt einen Stoff aus den Kriegen zwischen Römern und Ger-\nmanen im ersten Jahrhundert nach Christus. Ausgestattet\nmit kräftigen Chören und dramatisch gehaltenen Solo-\nscenen, deren musicalische Erfindung zwar nicht originel,\naber frisch und gesund ist, muss das Werk bei so gelun-\ngener Ausführung, wie die in Rede stehende, eine durch-\nschlagende Wirkung erzielen. Während die von Fräulein\nBrenner durchgeführte „Claudia\" und der von Herrn\nWulfes gesungene „Führer der Deutschen\" genügten,\nglänzte Herr Wiedemann mit seiner natürlich-schönen\nund gut geschulten Stimme als „Cerealis\", und Fräulein\nAsminda Übrich entfaltete in der Partie der „Velleda\"\ndie bereits gewürdigten Vorzüge ihrer schätzbaren Künst-\nlerschaft, obwohl einige Stellen nicht mit vollkommen hin-\nreichender dramatischer Kraft interpretirt wurden.\nDas zweite Concert-Institut, der Musik verein „Eu-\nterpe\", wird von Herrn von Bernuth dirigirt, und es\nfinden die zehn Concerte desselben im Saale der Buch-\nhändler-Börse Statt. In voriger Saison hat dieses Concert-\nInstitut einen höheren Aufschwung genommen, weil einige\ntüchtige Kräfte des Gewandhaus-Orchesters mitwirkten\nund mehrere hervorragende Solisten von auswärts zur\nTheilnahme an verschiedenen Aufführungen gewonnen\nwurden. Ob dieser Aufschwung nur vorübergehend war,\nmuss uns die künftige Saison zeigen; jedenfalls werden\nwir dann der Wahrheit getreu die Stellung der Euterpe\nin unserem Musikleben genauer charakterisiren können.\nVon den gemischten Chorvereinen heben wir nur den\nRiedel'sehen Verein für Kirchenmusik hervor, welcher\nüber alle anderen Chorvereine unserer Stadt in letzterer\nZeit den Sieg davon getragen hat. Wie wir schon an an-\nderen Orten aussprechen konnten, bat sich der Riedel'sche\nVerein durch die treffliche Aufführung der grossen D-dur-\nMesse Op. 123 von Beethoven (am 2. März) ein Verdienst\nerworben, welches nicht hoch genug anerkannt werden\nkann. Wer die Schwierigkeiten kennt, unter denen die\nReproduction eines so gewaltigen Werkes auch bei gün-\nstigen Verhältnissen nur zu ermöglichen ist, wird eben so\nden Eifer und den Fleiss der einzelnen Mitglieder, wie die\nGewissenhaftigkeit und bewundernswerthe Energie des\nDirigenten, Herrn Riedel, hochzuschätzen wissen, und\ngewiss sind alle Musiker und Musikfreunde, welche in der\ngefüllten Tbomaskircbe der Aufführung beiwohnten, mit\nunserem hier ausgesprochenen Danke einverstanden, da\ndie gewaltige Universal-Scböpferkraft des grossen Beetho-\nven mit wahrer Begeisterung für die gute Sache interpre-\ntirt wurde. Es ist ja auch nach dem eigenen Ausspruche\ndes Schöpfers sein grösstes und gelungenstes Werk, was\nwie Lenz richtig sagt dahin zu verstehen ist, dass\nes der in seinem Innern lebenden Ideenwelt am nächsten\nkam; und schon aus diesem Grunde ist dasselbe der\nsicherste harmonische, melodische, rhythmische und inten-\ntionelle Schlüssel Beethoven'schen Geistes überhaupt. Be-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "286", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.6", "texte": "züglich der durchaus gelungenen Wiedergabe fügen wir\ndie kurzen Notizen hinzu, dass die Chöre durch Präcision\nim Einsetzen, durch sichere Beherrschung der technischen\nSchwierigkeiten und durch verständnissvolle Auffassung\nder Feinheiten und mächtigen Steigerungen den Kern\nder Partitur in wirksamster Weise hervortreten Hessen.\nNicht minder trugen die ausgezeichneten Solisten zum\nVerständnisse der erhabenen Schöpfung bei, indem Frau\nJauner-Krall (Sopran), Frau Krebs-Michalesi (Alt),\nbeide aus Dresden, Herr Schild (Tenor) aus Leipzig und\nHerr Schulze (Bass) aus Hamburg ein Solo-Quartett her-\nstellten, wie es in solcher vollendeten Abrundung wohl\nselten gefunden werden dürfte. Es ist schwer, einer ein-\nzelnen Kraft den Vorzug zu geben, wesshalb wir allen\nSolisten die gleiche hohe Anerkennung zollen. Auch im\nInstrumentalkörper war jedes einzelne Giied an seinem\nrechten Platze, und wenn wir schliesslich noch die Aus-\nführung des mit vorzüglicher Meisterschaft von Concert-\nmeister David gespielten Violin-Solo's hervorheben, so\nglauben wir im Hinblicke auf die schöne Aufführung,\nwelche uns als eine der bedeutendsten in dieser ganzen\nSaison erschienen ist, unsere Schuldigkeit gethan zu haben.\nZum Besten verwundeter und invalider Krieger, so\nwie hiesiger Familien, welche durch den Krieg hülfsbe-\ndürftig geworden sind, veranstaltete am Sonntag den 5.\nAugust in der Nicolaikirche derselbe Verein ein Kirchen-\nConcert, welches sich dem Allerbesten anreiht, was über-\nhaupt unser Leipzig in musicalischer Beziehung geboten\nhat. Die einsichtsvolle Zusammenstellung des Programms,\nauf welchem verschiedene Schulen in abwechselnder und\ninteressanter Ordnung vertreten waren, und die ausge-\nzeichnete Ausführung sämmtlicher Nummern übertraf in\nWahrheit alle Erwartungen, indem die trefflichen Künst-\nlerinnen und Künstler wejteiferten, den edlen Zweck auch\ndurch die edelsten Mittel zu erreichen. Frau Krebs-Mi-\ncha lesi, deren tiefe Altstimme von köstlicher Wirkung\nwar, brachte im Vereine mit unserem neu engagirten\nCellisten Herrn dessen edler Ton und gediegene\nTechnik sehr anzuerkennen sind, den Psalm für Alt-Solo\nvon Marcello zu vollkommenster Geltung, so wie dieselbe\nbedeutende Künstlerin auch durch den eminenten Geiger\nHerrn Concertmeister Auer aus Düsseldorf beim Vortrage\nder herrlichen Arie »Agnus Dei\"aus der „Hohen Messe\"\nBach's in vorzüglicher Weise unterstützt wurde. Herr\nAuer selbst, welcher in Rücksicht auf seine Jugend als\neine phänomenale Erscheinung zu begrüssen ist, entfaltete\nin der Wiedergabe eines Adagio von Spohr und eines\nAdagio von L. van Beethoven eine wirklich bewunderns-\nwerthe Künstlerschaft, welche sich so mit seinen herr-\nlichen Naturgaben verschmolz, dass die Gränzen für beide\nauch dem strengsten Kunstrichter kaum mehr erkennbar\nsein dürften. Unsere gefeierte leipziger Sängerin Frau\nFlinsch-Orwil sang mit bekannter Meisterschaft und\nder ihr eigenen Wärme und Innigkeit die Händel'sche\nArie: „Er weidet seine Herde\" (aus dem Messias), so wie\nauch unser trefflicher Tenor Herr Schild die Mendels-\nsohn'sche Arie: „So ihr mich von ganzem Herzen suchet\"\n(aus dem Elias), mit edlem Ausdrucke und technisch-mu-\nsicalischer Herrschaft zu Gehör brachte. Auf gleiche Weise\nist der auch als Begleiter vortreffliche Orgel-Virtuose Herr\nThomas hervorzuheben, dessen sichere, gediegene Tech-\nnik und tüchtige Meisterschaft in der Registrirung beim\nVortrage des Präludiums und der Fuge E-moll von J. S.\nBach, so wie der G-moll-Fuge von demselben Meister\nglänzend hervortraten.\nDie noch im Ensemble mitwirkenden Damen Fräulein\nClara Heinemeyer, Fräulein Clara Schmidt, Fräu-\nlein Clara Martini und Herr Rafalsky trugen eben\nso zum Gelingen des Ganzen bei, wie die wohlgeschulten\nChöre, indem „Ecce quomodo\"von Palestrina,\nmater\" von Nanini, „Ein feste Burg\" von Calvisius, „Gott,\nzu Dir im Himmel droben\" von Claudin le jeune, „Es ist\nein Ros' entsprungen\" von Michael Prätorius mit den fein-\nsten Nuancirungen und in weihevoller Weise zur Auffüh-\nrung kamen. Dem rastlos thätigen und umsichtigen Diri-\ngenten Herrn Karl Riedel, dessen mühevolles Wirken\ndurch die überaus grosse Theilnahme des Publicums be-\nlohnt wurde, und sämmtlicben Ausführenden sei hiermit\nfür die Vollbringung einer guten That der wärmste Dank\ndargebracht.\nUeber unsere Opern-Verhältnisse, welche sich unter\nder Direction des Herrn von Witte sehr günstig gestal-\ntet haben, und über das Conservatorium werden wir in\neinem besonderen Artikel das Nöthigste anführen.\n\nAus Wien.\n\nDen 1. September 1866.\nNach langer Unterbrechung komme ich einmal wie-\nder mit einem Berichte über hiesige Musik- und Theater-\nZustände, die in letzterer Zeit wahrlich sehr unerquicklich\nwaren.\nHalten wir eine Rundschau, so finden wir, dass unser\nHof-Burgtheater in seinem Personale noch bedeutende\nLücken aufweist. Werden diese bald auszufüllen sein?\nDas Hof-Operntheater krankt eben auch an demselben\nUebel, welchem bei dem gegenwärtigen Ersparungs-System\nauch nicht so bald abgeholfen wird. Ob aber wirklich\netwas erspart wird, möchten wir sehr in Zweifel ziehen,"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "287", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.7", "texte": "da die Direction der Hofoper sicherlich wieder allerlei\nExperimente machen wird, die mehr kosten werden, als\neine vernünftige Ergänzung des Fehlenden.\nVon den Vorstadt-Bühnen florirt nur das Theater an\nder Wien; während die Josephstädter Bühne seit dem\nBankerotte des Directors Fürst geschlossen blieb und die\nMitglieder im Thalia-Theater so zu sagen auf Theilung\nspielen, hat auch das Carl-Theater den ganzen Sommer\nüber schlechte Geschäfte gemacht. Ein so entschiedener\nRückschritt einer Bühne, wie ihn uns das Carl-Theater\nzeigte, dürfte schwerlich irgendwo aufzuweisen sein, und\nmit Vergnügen sehen wir dem entgegen, was die neue\nDirection uns bieten wird. Herr Strampfer an der\nWien machte, wenn man die Verhältnisse während der\nKriegs-Epoche berücksichtigt, mit der französischen Aus-\nstattungs-Komödie „Prinzessin Hirschkuh\" brillante Ein-\nnahmen und dürfte der einzige Director sein, der nicht\nbedeutend verloren hat. Diese Komödie, die mit unend-\n-7 #\nlichem Aufwände von Costumes und Decorationen in Scene\ngesetzt ist, wird nun schon mehr als achtzig Mal hinter\neinander ohne die geringste Unterbrechung fortgeleiert\nund soll erst nächster Tage für kurze Zeit ad acta gelegt\nwerden! Die Streitfrage zwischen Strampfer und Treu-\nmann wegen des Besitzes des Carl-Theaters, in die durch\nTreumann's Rücktritt dann Ascher verwickelt wurde, ist\nendlich gelöst. Um diese Sache zu ordnen, musste Offen-\nbach von Paris herkommen. Herr Strampfer trat zurück,\nHerr Ascher wurde Director und Herr Treumann zieht\nsich ins Privatleben zurück, doch vernimmt man unter der\nHand, dass er im Laufe des Winters durch einen Monat\nbei Ascher gastiren wird. Möge es Ascher gelingen, das\nTheater der Leopoldstadt wieder zu heben; er hat den\nLiebling des dortigen Publicums, den Komiker Knaak, der\nseit Herbst v. J. „an der Wien\" war, wieder engagirt.\nFräulein Geistinger, welche einen Contract mit\ndem Carl-Theater abgeschlossen hatte, bleibt nun „an der\nWien\". Herr Offenbach hat mit beiden Directionen Con-\ntracte geschlossen, und werden hinfort bei Strampfer nur\nsolche Opern, welche einen ganzen Abend füllen, gege-\nben, deren nächste „Der Blaubart\" ist, zu welcher der\nComponist selbst die Proben hier leitete. Diese komische\nOper dürfte einen grossen Erfolg haben. Das Libretto der\nHerren Mailhac und Halevy ist vom Capellmeister Julius\nHopp trefflich bearbeitet worden. Witzig und reich an\nAbwechslung, bietet dasselbe viel Interessantes, beson-\nders da Mutter Censur diesmal gar nicht die Schere an-\nlegte. Die Musik ist melodiös und pikant. Offenbach darf\ndiese Schöpfung zu seinen besten zählen. Mit der hiesigen\nBesetzung ist er sehr zufrieden, und wunderte sich, dass\ndie Oper, deren Aufführung erst für Ende September be-\nstimmt war, schon so eingeübt ist, dass sie jetzt gegeben\nwerden könnte. Ob derselbe zur ersten Aufführung wie-\nder bieher kommen wird, ist noch nicht bestimmt.\nDas Harmonie-Theater ist wenige Monate nach sei-\nner Eröffnung wieder geschlossen worden, weil es zu\nviele Directoren hatte. Wäre dieses junge Institut in einer\ntüchtigen Hand gewesen, es hätte reussiren müssen, denn\nes konnte gute Einnahmen bei sehr geringen Ausgaben\nmachen. Es soll jedoch im Laufe des nächsten Monats\nwieder eröffnet werden.\nIm October stehen uns zwei Monster-Concerte bevor,\nan denen sich alle hiesigen Gesangvereine betheiligen. Die\nim Jahre 1859 von Herrn Raveaux angeregte Idee einer\ngrossartigen Production zum Besten verstümmelter Solda-\nten, welche damals ein so glänzendes Resultat lieferte,\nward diesmal von Herrn Hof-Capellmeister Herbeck an-\ngeregt und wird unter dessen Leitung die Production Statt\nfinden. Ein schön zusammengestelltes Programm, fleissiges\nStudiren und die tüchtige Führung des bewährten Diri-\ngenten bürgen für den Erfolg. Möge nur auch die Theil-\nnahme eine grosse sein. Wenn wir nun noch notiren\nwollen, dass die hier weilenden sächsischen Militärmusik-\nCapellen, obwohl sie hinter den österreichischen zurück-\nstehen, doch allenthalben gute Aufnahme fanden und gern\ngehört wurden, dass dieselben hier viel Geld verdient ha-\nben und meist ungern von hier fortgehen, so haben wir\nziemlich alles berührt, was auf unser musicalisches Leben\nBezug hat. Wir hoffen, nächstens mehr über Concert-\nMusik berichten zu können.\n\nR.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nMainz. In der am 27. August Statt gehabten ordentlichen\nGeneral-Versammlung der hiesigen Theater-Actien-Gesellschaft wurde\nder Vorschlag des Ausschusses, die Leitung unserer Bühne für die\nkommende Saison dem bisherigen Ober-Regisseur Herrn Behr in\nKöln auf seine eigene Rechnung und Gefahr zu übertragen, geneh-\nmigt, und wird danach Herr Behr die Aufgabe haben, unter den\nobwaltenden schwierigen Verhältnissen den festgefahrenen Thespis-\nkarren wieder in Gang zu bringen. Derselbe besitzt jedoch den Ruf\neines routinirten und energischen Praktikers im Directionsfache,\nund es steht daher zu hoffen, dass es ihm gelingen wird, billigen\nErwartungen des Theater-Publicums zu entsprechen. Der Stadt ge-\ngenüber bleibt jedoch der Ausschuss der Actionäre verantwortlich.\nHerr Behr erhält das Haus und eine Directorial-Wohnung frei und\n8000 Fl. jährlich Subvention.\nieslmden* Ein einziges Concert hat am 29. Juni im\nCursaale Statt gehabt, und mit diesem wird wohl die Reihe jener\nlangjährigen Kundgebungen auf dem Gebiete der Kunst abgeschlos-\nsen sein, da die Fortexistenz der dermaligen Verhältnisse des Cur-\nsaales in Frage steht. In dem genannten Concerte wirkten mit:\nH. Vieuxtemps, der Tenorist Walter aus Wien, Fräulein Tipka, die\nfrühere Coloratursängerin unserer Bühne,, und Frau Kastner-Escu-"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "288", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660908-01.1.8", "texte": "dier. Vieuxtemps spielte sein Viftlin-Concert in D-moll, seine Airs\nnegres de VArkansas und mit Fr. Kastner ein Duo für Piano und\nVioline über Motive aus Oberon. Ausserdem wurden im Cur-\nhause einige Privat-Concerte gegeben, darunter drei Quartett-Soireen\nder Gebrüder Müller, die sieb dahier häuslich niedergelassen ha-\nben. Interessant war die Mitwirkung des jugendlichen Brüderpaares\nWilli und Louis Thern aus Pestb, welche Duo's für zwei Piano's\nvortrugen. Schon im letzten der Sinfonie-Concerte der verflossenen\nSaison hatte das Künstlerpaar, welches sich bei dieser Gelegenheit\nhier zum ersten Male einführte, grosses Aufsehen erregt. Ihre Be-\ndeutung besteht nicht allein darin, dass jeder Einzelne ein Virtuose\nauf dem Piano ist, sondern hauptsächlich in dem bezaubernden Zu-\nsammenspiel beider. Die beiden jungen Künstler stehen unter der\nLeitung ihres Vaters, des Professors Thern vom Conservatorium\nin Pesth. Die Meisterschaft dieses Lehrers bewährt sich nicht nur\nin der Leitung und Ausbildung seiner Söhne, sondern auch in sei-\nnen eigenen Compositionen, wie ebenfalls in den trefflichen Arran-\ngements. (Südd. M.-Z.)\nFräulein Garthe vom hannoverschen Theater ist im berliner\nOperntheater als Fidelio und als Margarethe aufgetreten und hat\nsehr freundliche Aufnahme gefunden.\nUngeachtet der ungünstigen Zeitverhältnisse ist der Bau des\nneuen Theaters in Leipzig nicht unterbrochen worden. Die Haupt-\nfront ist nach dem Augustusplatze gerichtet und bildet der ganze\nBau eigentlich eine Gruppe von drei Gebäuden, welche zusammen\neine Fläche von 51,980 Quadratfuss bedecken, wobei aber der von\ndem Terrassenbau, den Veranden u. s. w. eingenommene Baum\nnoch nicht mitgerechnet ist. Das höhere Mittelgebäude ist das\neigentliche Theater. Es hat 160 Fuss Breite und 300 Fuss Länge*\nVier geräumige Treppenhäuser vermitteln den Eingang in die Zu-\nschauerräume. Das Auditorium selbst fasst in Parquet, Parterre,\nParterre-Logen und vier Rängen, wovon der zweite nur durch Lo-\ngen gebildet wird, wie sie sich auch im ersten befinden, in Summa\n2000 Personen. Die Form des Zuschauerraumes ist die in der Neu-\nzeit am meisten bewährte eines Halbkreises, mit angesetztem, sich\nwenig verjüngendem, aber tiefen Proscenium. Die Bühne ist so\ngeräumig, dass auch grosse Volksscenen und Kämpfe mit zahlrei-\nchem Personale darauf in Scene gesetzt werden können; sie misst\n7566 Quadratfuss. Die Bühnenöffnung ist 51 Fuss breit und 48\nFuss hoch. Der Bühnenraum selbst aber ist Behufs ungebrochener\nAufziehung der Hinter- und Zwischen-Gardinen über 100 Fuss hoch,\nund unter ihm befinden sich 86 Fuss hohe Bäume für Versenkun-\ngen, Maschinenräume u. dgl.\nC. H. Bitter hat bei Bote und Bock in Berlin „sechs deutsche\nLieder\" von J. S. Bach mit Clavierbegleitung von Vincenz Lach-\nner herausgegeben.\nWien. Als Helden-Tenor für das Hof-Opern-Theater wurde\nHerr Nachbauer definitiv engagirt; er tritt im Frühjahre seine\nStelle an. Herr Ferenczy verlässt sodann das Hof-Operntheater.\nHerr Dr. Otto Bach aus Wien ist als Capellmeister am Stadt-\ntheater in Augsburg engagirt worden.\nAus Wien wird der Bedaction der Leipz. Allg. Mus. Ztg. ge-\nschrieben: „Die Prüfungen am hiesigen Conservatorium der Musik\nhaben den ganzen Juli hindurch, trotz der kolossalen Wirren und\ngrossen Beunruhigung, Statt gefunden, so z. B. am 4. Juli (!) die\nPrüfung in der Theorie (Prof. Sechter). Ein Artikel über diese Pro-\nduetionen in der wiener „„Presse\"\" vom 7. August zeigt, dass man\nhier wenig Lust hat, die jetzige Ueberlegenheit Norddeutschlands\nauch in Beziehung auf die musicalischen Lehranstalten anzuerken-\nnen; das klingt immer noch, als ob Wien die gesammte Kunst\ngepachtet hätte, als ob die Pflege der deutschen Kunst vor Allem\nin Wien zu Hause wäre, während die Thatsachen doch auch hierin\nvernehmlich genug sprechen. „„Wien allein\"\", so heisst es dort,\n„„ist die Wiege des nationalen (?) Musiklebens.Und weiter: „„Un-\nsere Violinen und Piano's möchten leicht in einem Wettkampfe (mit\nBerlin, Leipzig, München sammt Paris) die Rolle des Zündnadelge-\nwehrs übernehmen!\"\" O arge Verblendung! nicht zu sehen, dass in\nder Kunst, wie im Kriege, der Geist entscheidet, die Tüchtigkeit\nund der Gemeinsinn, nicht der glänzende Schein. Mehr wie Schein\nist aber der ganze Prunk unseres Conservatoriums mit seinen fünfte-\nhalb Hundert oberflächlich gebildeten Schülern doch nicht! So lange\nman sich bei uns hierüber Täuschungen und der alten Ueberhebung\nüber die „„norddeutschen\"\" Bestrebungen hingibt, ist wenig Aus-\nsicht auf Besserung vorhanden.\"\nRichard Wagner's „Rienzi\" geht demnächst in Wien in\nScene; der Componist ist eingeladen worden, die Oper bei der er-\nsten Aufführung zu dirigiren. Derselbe soll an einer neuen Oper,\n„Friedrich von Hohenstaufen\" arbeiten.\nAlfred Jaell bringt nach seiner Verheirathung die Flitterwo-\nchen, oder wie die höflicheren Franzosen sagen, den Honigmonat,\nin der Schweiz in Interlaken zu.\nljondon* Fräulein Tietjens hat mit einigen anderen Mit-\ngliedern der Oper Mapleson's diesem Unternehmer zu einer Tour\nnach Irland und den Fabrik-Districten von England ihre Theilnahme\nzugesagt, um dem Herbst und Winter nicht die Zinsen ihres Stimm-\nCapitals zu schenken. Am 15. d. Mts. wird die Gesellschaft ein\nConcert in Liverpool geben und am 17. die Opern-Vorstellungen\nin Dublin beginnen, die nach drei Wochen in Liverpool, Manche-\nster, Bradford u. s. w. fortgesetzt werden sollen. Kunst und Hand-\nwerk, oder Handwerk der Kunst??\nBerichtigung. In unserem Aufsatze in Nr. 34 über den Text\nzu J. S. Bach's „Trauer-Ode\" u. s. w. haben wir S. 269 eine\nBearbeitung dieses Textes, welche die Leipziger Allgem. Musicalische\nZeitung in Nr. 21 brachte, erwähnt. Der Verfasser dieser gelunge-\nnen Arbeit ist Herr F. Hüffer in Münster, dessen Namen wir in\nder L. A. M. Z. übersehen hatten. Die Redaction."}]}