{"numero_id": "bm-bmtnabi-1866-09-15-01", "volume": "bmtnabi_1866-09-15_01", "ocr_sha256": "cfe6e4f6d800772f059d13fbb2ea41c43a3d0e987c2f9b2f97faa4250009d9f9", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1866/09/15_01/bmtnabi_1866-09-15_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-15-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-15_01#c001", "volume": "bmtnabi_1866-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "289", "page_fin": "289", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "289", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 477, "texte": "Inhalt.\nBeethoven. Eine biographisch-bibliographische Skizze von Otto Mühlbrecht. Hat die Musik vorchristlicher Zeit\nBedeutung für die jetzige Tonkunst? Die Hoftheater in Hannover, Kassel, Wiesbaden. Theater in Köln. Tages- und Unter-\nhaltungsblatt (Leipzig, Frau Rüdersdorf Dresden, Frau Marie Bayer-Bürck München, H, von Bülow Wien, Hof-Operntheater\nBrüssel, Musikverein, Fdtis' Biographie universelle des Musiciens Paris, Compositionen von Rossini, Bühnen-Honorare u. s. w.)"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-15-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-15_01#c002", "volume": "bmtnabi_1866-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "289", "page_fin": "291", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.2.2", "titre_corps": "Beethoven.", "titre_sommaire": "Beethoven.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "289", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.1", "debut_caractere": 479, "fin_caractere_exclue": 4235, "texte": "Beethoven.\nDie Beethoven-Literatur ist wieder durch ein splendid\ngedrucktes Buch von 120 Seiten in gr. 8. vermehrt wor-\nden, welches der Verfasser, Herr Otto Mühlbrecht,\nauf dem Titel „eine biographisch-bibliographische Skizze\"\nnennt*). Es zerfällt in zwei Haupt-Abschnitte, deren erster\neine Biographie (S. 1 65), der zweite einen Katalog\nder Beethoven'schen Werke (S. 66 —115) enthält, dem\nein Anhang: „Beethoven-Literatur\", hinzugefügt ist.\nEine Bereicherung der Beethoven-Literatur ist dieses\nBuch nicht, und man kommt in Verlegenheit, wenn man\ndie Herausgabe desselben überhaupt nur rechtfertigen\nwill. Der Verfasser selbst macht uns seinen Standpunkt\nauch nur auf indirecte Weise klar. Er sagt im Vorworte:\n„Für den Musikfreund\" und nicht noch mehr für den\nKünstler? „ist es eine der interessantesten Studien,\nsich mit Beethoven in eingehender Weise zu beschäftigen;\neine Aufgabe, die in dem Grade an fesselndem Reize ge-\nwinnt, als man sich mehr und mehr in das eigentümliche\nWesen dieses grossen Geistes vertieft und sich mit seinen\nSchöpfungen vertraut macht, die ein so treues, klares Bild\nseines geistigen Lebens liefern, wie nie eine Biographie\nvon fremder Hand es zu geben im Stande ist. Eine solche\nBiographie, wenn auch verbunden mit einer Charakteristik\nseiner Werke, vermag dem Leser nimmermehr das selt-\nsame Schaffen, den genialen Entwicklungsgang Beetho-\nven's getreu zu veranschaulichen, weil (?) es dem Biogra-\nphen an glaubwürdigen Quellenschriften fehlt, aus deren\nVergleichung unter einander man in anderen Fällen leicht (?)\nsich ein annähernd treffendes Urtheil bilden kann. Dage-\ngen hat uns Beethoven selbst das reichste Material in sei-\nnen Werken hinterlassen. Seine Compositionen sind seine\nAuto-Biographie. In ihnen hat er sich selbst mit Meister-\nhand gezeichnet; da erzählt er uns offen und freimüthig\nseine Schicksale, seine Freude und Leid; in ihnen erken-\nnen wir Thatsachen und Gedanken, ziehen mit Beethoven\nhinaus in die Welt, jubeln mit ihm über die Schönheiten\nder Natur, mischen uns in das Kriegsgetümmel, durch-\nfurchen die Wogen des Meeres und beobachten das Leben\nder Menschen um uns her. Wir sehen ihn im Frühling\ndes Lebens, übersprudelnd von köstlichem Humor, dann\nzu der ernsten Thätigkeit des Mannes, der seinen Beruf\nfühlt, übergehen, bis wir ihn in schwerer Stunde, von\nSorgen gedrückt, wiederfinden und Zeuge davon sind,\nwie er kämpft und nach Freiheit des Körpers und Geistes\nringt, bis ihm der Friede wird und er zu Gott eingeht,\ndessen Verherrlichung er seine besten Kräfte gewidmet.\"\nNach diesen Redensarten sollte man in dem Buche\neine Anleitung zu dem Studium der Beethoven'schen\nWerke vermuthen, allein der Verfasser verweist nur auf\nseinen Katalog, „der dem Leser den Leitfaden zu weite-\nren eigenen Studien bietet\", und will die Biographie „nur\nals einen Commentar zum Kataloge\" betrachtet wissen.\nDies würde einen Sinn haben, wenn die Biographie die\nEntwicklung des Künstlers und die Reibe der bedingenden\nund darauf einfliessenden Lebens- und Zeitverhältnisse an\ndie fortlaufende Betrachtung seiner Werke geknüpft hätte.\nWie sie aber vorliegt, enthält sie nur eine Erzählung sei-\nnes äusseren Lebens, einen ohne alle Kritik gemachten\nAuszug aus dem Material, das in den bekannten Schriften\nvon Schindler, Marx, Lenz, Wegeier, Ries, Ulibischef\nu. s. w. vorliegt, zu welchem der Verfasser von dem Sei-\nnigen nur allgemeine, über Beethoven landläufige Phrasen\nbinzuthut, und wenn er einmal auf das innere Leben des\nGenius in dessen Werken einzugehen versucht, um einen\n„Commentar\" zum Katalog zu liefern, Blossen gibt, die\nseine Unfähigkeit zu solchen Arbeiten in arger Weise\ndarthun.\n\n*) „Beethoven und seine Werke. Eine\" u. s. w. Leipzig,\nVerlag von C. Merseburger. 1866. VI und 119 S. Gr. 8."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5246, "texte": "Ein so strenges Urtbeil, welches der Sache wegen\nausgesprochen werden muss, möge sich durch einige Be-\nlege rechtfertigen. Man höre z. B. Herrn Mühlbrecht\nS. 19:\n„So (durch die Gehaltszusicherung der bekannten drei\nKunstfreunde) in den Stand gesetzt, sich ohne alle Be-\nschränkung der Kunst widmen zu können, schuf er jene\nherrlichen Trio's und Quartette, die noch heute die Lust\naller Kenner sind. Hervorzuheben sind darunter nament-\nlich die drei russischen Quartette (Op. 59) aus dem Jahre\n1806, die Trio's Op. 70 aus dem Jahre 1808, das Quar-\ntett Op. 74 aus 1809, so wie das Sextett Op. 81. Als\nPerle der umfassenderen Instrumental-Musik, in dieser\nPeriode entstanden, glänzt in erster Reihe die 1803—4\ncomponirte heroische Sinfonie (Op. 55), die von Vielen\nfür die gelungenste Orchester-Composition Beethoven's\nüberhaupt erklärt wird, in welcher wenigstens die Eigen-\nthümlichkeiten seines Charakters und Genies den beredte-\nsten Ausdruck gefunden haben.\n„Dieser Kraftäusserung folgten 1806 und 1808 die\nB-dur- und die Op. 60 und 67, und in\ndemselben Jahre auch noch die berühmte Pastoral-Sinfo-\nnie (Op. 68), in welcher Beethoven das herrlichste land-\nschaftliche Gemälde vor unserem inneren Auge keck und\ndoch zart hinzeichnet. Das Bild ist von um so überra-\nschenderer Wirkung, als wir jeden Pinselstrich genau\nverfolgen können, ohne dass diese Malerei zu weit getrie-\nben wäre.\"\nUeber die Oper „Fidelio\" lässt sich der Verfasser,\nnachdem er die Musik zu Egmont, Prometheus, Coriolan,\nKönig Stephan, Ruinen von Athen „mehr oder weniger\naphoristische Opernversuche\" (!) genannt hat, also ver-\nnehmen:\n„Beethoven hat nur diese eine Oper geschrieben,\naber in ihr erkennen wir wiederum den Meister, der in\nallem, was er schrieb, Wahrzeichen schuf, die auf festem\nBoden wurzeln und eine Gränze bezeichnen, von der an\nman zu rechnen gewohnt ist. Wie heutzutage die Zauber-\nflöte, der Figaro und Freischütz unbedingt den ersten\nPlatz in der volksthümlichen deutschen Oper einnehmen,\nso wird auch, wenn erst der Geschmack des Publicums\naus dem unserem Jahrhundert eigenen Reinigungs-Pro-\ncesse geläutert hervorgegangen ist, der auf feineren Nuan-\ncirungen basirte und desshalb schwerer allgemein ver-\nständliche Fidelio dermaleinst eine echt volksthümliche\nOper werden. [lst das 1866 oder 1814 geschrieben?]\nDie Meisterschaft auf diesem Felde kann man zwar Mo-\nzart wohl nicht streitig machen, doch will man den Fi-\ndelio als Maassstab für eventuelle spätere Leistungen be-\ntrachten, so muss Beethoven jedenfalls eine gleiche Bega-\nbung für die Oper zuerkannt werden, wenn schon uns\nder Beweis weiterer Erfolge für das aus diesem einen Fi-\ndelio aufgestellte Prognostikon fehlt. Es liegt aber wieder\nder Grund hiervon in dem sittlich reinen Charakter Beet-\nhoven's. Nie würde er sich z. B. herbeigelassen haben,\nein Libretto, wie es den vorerwähnten Mozart'scben Opern,\nvon Don Juan gar nicht zu reden, zu Grunde liegt, ent-\nsprechend musicalisch auszudrücken. Ihm galt ja nur die\nWahrheit und das ideal Schöne, und von diesem Gesichts-\npunkte aus fasste er den Fidelio auf und schuf damit eine\nApotheose treuer, aufopfernder Gattenliebe; nicht der\nsträflichen, tändelnden, unzuverlässigen Leidenschaft, wie\nsie in den Mozart'schen Opern das Motiv ist, sondern der\ngesetzlichen, durch Gott geheiligten und erstarkten Ge-\nfühle. Das ist eine Weltanschauung, die überall und zu\nallen Zeiten unter den Bessergesinnten unerschütterlich\nbestehen bleiben wird, und die desshalb auch dem Fidelio\ndie Unvergänglichkeit sichert. Von wie wenigen Opern\nkann man das behaupten! Geht doch in den meisten Fäl-\nlen der Lug und Trug, der dem Theater zur Folie dient,\nauch auf die Componisten über, deren Streben mindestens\nauf möglichsten Bühnen-Effect gerichtet ist. Ohne diesen\nlassen sie oft tbeilnahmlos, weil der innere Gehalt fehlt.\nAlle diese auf den Sinnenreiz berechneten Ephemeri-\nden \\sicf\\ gehen, wie sie kommen; dass aber Beethoven's\nFidelio sein Jahrhundert überdauert, dafür mag uns Gluck\nals Beweis dienen, dessen Schöpfungen noch stets zu dem\nBesten gezählt werden.\"\nWiewohl wir überzeugt sind, dass der Leser an obi-\ngen Bruchstücken genug hat, so wollen wir doch zu sei-\nner Erheiterung noch hersetzen, was S. 27 über die\n„Schlacht bei Vittoria\" gesagt wird.\n„Wir sind bei der Betrachtung (?) dieser Reihe glän-\nzender Compositionen [von den Clavier-Sonaten werden in\nfolgender Ordnung: Op. 81, 26. 27, 13, 28, mit Zu-\nsätzen, wie: „eine der schönsten ist auch wohl die zweite\nCis-moll*, oder Op. 28: „die Pastoral-Sonate, ein herr-\nliches Pendant der Pastoral-Sinfonie\" u. dgl. m., nur eben\nerwähnt!] zehn Jahre in dem Leben des Meisters vorge-\nrückt und nähern uns jetzt dem Gipfelpunkte seines Ruh-\nmes, zur Zeit des wiener Congresses 1814. Vorbereitet\nwurden die Triumphe dieses Jahres durch die 1812 und\n1813 zuerst aufgeführten Sinfonieen in und\n(Op. 92, 93), diesem leuchtenden Doppelgestirn am mu-\nsicalischen Himmel, die beide schon ein starkes Gepräge\njenes Zeitgeistes tragen, der indessen erst in Op. 91, in\nder Schlacht-Sinfonie, betitelt „ „ Wellingtons Sieg, oder\ndie Schlacht bei Vittoria\"\", zur charakteristischen Dar-\nstellung kam; eine königliche Schöpfung, würdig, dem\nBeherrscher Albions gewidmet zu werden, wofür Beetho-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "291", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4631, "texte": "ven indessen nicht einmal eine einfache Danksagung von\nenglischer Seite zu Theil geworden ist.\n„Diese Sinfonie ist der echte Sohn (!) seiner Zeit. Ganz\nEuropa war in zwei Lager getheilt: Nord, Ost und Süd\nmachten Front gegen den Westen, um den gallischen\nUebermuth zu züchtigen; der Mannesmuth und die heroi-\nsche Kampfesfreudigkeit, aber daneben auch alle anderen\nentfesselten Leidenschaften schlugen zur mächtigen Lohe\nauf und vereinigten sich in dem einen Streben der Ver-\nnichtung des gehassten Corsen und seiner übermüthigen\nScharen. Es ging ein brausender Sturmwind über die Flu-\nren, dessen Ton noch beim heutigen Gescblechte ein Echo\nwachruft, wenn Zeitgenossen von damals uns erzählen von\nden grimmigen Schlachten, die sie schlagen halfen, von\ndem Massen-Angriffe, der das stolze Frankreich wie ein\nKartenhaus über den Haufen warf, von der Begeisterung,\ndie bei Jung und Alt, bei beiden Geschlechtern die Wan-\ngen färbte und das Auge mutbig blitzen liess, von dem\nVertrauen und der Zuversicht, womit Jedermann eine Bes-\nserung der Staats- und volkswirtbschaftlicben Zustände er-\nwartete, worauf man im Bewusstsein der dargebrachten\nschweren Opfer rechnete, wie man Nachts mit Bestimmt-\nheit dem Aufgange der Sonne am Morgen entgegensieht.\nDie Nationen hatten eben erst der Kriegsfurie das Haupt\nzertreten und athmeten frei und erleichtert auf. In die-\nser Zeit und in dieser Stimmung schrieb Beethoven seine\nSchlacht-Sinfonie, in deren erstem Theile, der Schlacht\nselbst, er uns ein Gemälde zeichnet, wie es Horace Vernet\nnicht sprechender verkörpert hätte. Die Intonation der\nMärsche mit dem Motiv: Marlbo\nund Ruh Britannia lässt uns die Stellung der feind-\nlichen Heere erkennen, die sich einander mehr und mehr\nnähern; Signale ertönen hüben und drüben, die ersten\nSchüsse werden von den Plänklern gewechselt, bis der\nwirbelnde Sturmmarsch der Trommeln die Regimenter\nzum Kampfe anfeuert. Jetzt entbrennt in dem Dominiren\nder Blech-Instrumente das heisseste Drängen und Weichen\neiner Schlacht. Kanonendonner wechselt mit Rottenfeuer,\ndie Hörner und Trompeten schmettern Befehle in den\nLärm, die Posaune gähnt in langen Stössen wie der Würg-\nengel, der seine Aernte hält; das ganze Orchester wird\naufgewühlt, jedes Instrument ist aufs äusserste in Anspruch\ngenommen. Noch klingt die Melodie des „ „Marlborough\"\",\ndoch nicht mehr deutlich; wir vernehmen ein Aechzen und\nStöhnen, schneidende Klagerufe durchdringen das Mord-\ngewühl, bis endlich sich die Streich-Instrumente zu einem\nSturmmarsch im Unisono vereinigen und mit erdrückender\nVehemenz den aus C-dur in Fis-moll flüchtenden Marl-\nborough überwältigen und vernichten. In dem zweiten,\nals „ „Sieges-Sinfonie\"\" bezeichneten Theile sehen wir zu\nAnlang die Gefangenen in der schüchtern verklingenden\nMarlborough-Melodie, weitaus beherrscht von dem sieges-\nfreudigen God save the läng. Dann sammelt sich in den\nsich beruhigenden Tönen das Heer der Sieger, die Ver-\nwundeten, deren man hin und wieder noch einen ächzen\nhört, mit sich führend; compacte Massen strömen in dem\nanschwellenden Orchester zusammen, und nachdem in der\nD-dur-Hymne dem Lenker der Schiachten ein Dankgebet\ngesprochen, gipfelt sich die Freude der Sieger in dem\nbrausenden Finale und findet Ausdruck in den jubelnden\nKlängen des Nationalliedes.\n„Ein Jeder, der die Sinfonie kennt, weiss, wie die\nMusik zündet, wie während der Schlacht unwillkürlich\nsich die Faust ballt und die Zähne sich fest auf einander\npressen, dass man beim Anhören dieser Musik in eine\nAufregung versetzt wird, die fast einem Abglanze jener\ndes im Kampfe selbst begriffenen Kriegers verglichen wer-\nden kann/\nWann eher wird endlich die derartige Schreiberei\nüber Beethoven ihr Ende erreichen ?!\nWas den Katalog betrifft, so wollen wir demselben\ndie Brauchbarkeit nicht bestreiten, einen Vorzug vor den\nbisher erschienenen, aus denen er zusammengetragen ist,\nkönnen wir ihm aber nicht zuerkennen; wer gründliche\nAuskunft sucht, wird sich immer hauptsächlich an AI. W.\nThayer's „chronologisches Verzeichniss\" halten müssen,\nwelches Herr Mühlbrecht in dem Vorworte, wo er doch\ndie Quellen seiner biographischen Skizze nennt, gar nicht\nerwähnt. Charakteristisch für seine katalogische Arbeit,\nin der übrigens die Namen der ersten Verleger fehlen,\nist freilich auch die Aeusserung im Vorworte (S. V): „In\ndem Kataloge sind die Verschiedenheiten in der Bezeich-\nnung mit Angabe der Gründe [?] neben einander aufge-\nführt, so dass es dem eigenen Urtheile der Verleger\nund Musiker überlassen bleibt, sich für eine oder andere\nzu entscheiden.\" Aber die Verleger sind es ja gerade,\nwelche die Confusion hauptsächlich verursacht haben!"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-15-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-15_01#c003", "volume": "bmtnabi_1866-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "291", "page_fin": "293", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.2.3", "titre_corps": "Hat die Musik vorchristlicher Zeit Bedeutung für die jetzige Tonkunst!", "titre_sommaire": "Hat die Musik vorchristlicher Zeit Bedeutung für die jetzige Tonkunst!", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "291", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.3", "debut_caractere": 4633, "fin_caractere_exclue": 5119, "texte": "Hat die Musik vorchristlicher Zeit Bedeutung für\ndie jetzige Tonkunst!\nDie Musikgeschichte hat sich in neuerer Zeit mit ver-\ndoppeltem Eifer der Forschung auf dem Gebiete der vor-\nchristlichen Musik, insbesondere jener der Griechen, ge-\nwidmet, und es sind darin neben manchem rein Hypothe-\ntischen und neben manchen bedenklichen Auslegungen\nalter Schriftsteller, neben manchem Hinweis auf Quellen,\nderen Ungetrübtheit noch zu erörtern wäre, doch viele\n[*]\n\n*) New-Yorker Musik-Zeitung."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "292", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5484, "texte": "interessante Aufschlüsse zu Tage gefördert worden. Dies\nwäre auch sehr dankenswerth, in so weit diese Aufschlüsse\nauf dem Gebiete der rein historischen Forschung verblie-\nben und in so weit sie in keine weitere Beziehung zu der\npraktischen Tonkunst unserer Zeit gebracht würden. Aber\nmanche Musikgelehrte haben die Gränze der historischen\nDarstellung nicht eingehalten, sondern lassen bei ihren\nDarstellungen die Ansicht durchschimmern, dass die ge-\nnauere Kenntniss der altgriechischen Musik und deren\nRhythmen nicht ohne Rückwirkung auf die Entwicklung\nder schaffenden Tonkunst unserer Zeit bleiben dürfte. Nur\ndiese vorgefasste Ansicht lässt es erklärlich erscheinen, dass\nder an und für sich nicht sehr fruchtbare Stoff immer von\nNeuem wieder aufgenommen und bearbeitet wird, und\ndass jeder Nachkommende für seine Arbeit das Recht der\nallein gültigen in Anspruch nimmt und auf die Vorgänger\nmit vornehmer Geringschätzung herabblickt.\nDer Zweck dieses Artikels ist nicht, eine Beurtheilung\nder angedeuteten Werke zu liefern, den Werth des einen\noder des anderen vom Standpunkte der musikgeschicht-\nlichen Forschung zu prüfen, darzulegen, in wie fern die\nin denselben aufgestellten Behauptungen richtig und stich-\nhaltig sind oder nicht: es soll hier vielmehr nur erwogen\nwerden, welche Bedeutung für die schaffende und aus-\nübende Tonkunst ihnen zuerkannt werden darf, welchen\nunmittelbaren oder mittelbaren Einfluss auf die Entwick-\nlung derselben sie auszuüben berufen und in wie weit sie\ndaher dem Fachmusiker wichtig und nothwendig sind.\nEs ist nicht zu bezweifeln, dass die Griechen, die ge-\nbildetste Nation des Alterthums, ja, vielleicht aller Zeiten,\nder Musik dieselbe Aufmerksamkeit, dasselbe Studium ge-\nwidmet haben, mit der sie die anderen Künste betrieben.\nFreilich haben die Juden sich noch mehr mit der Musik\nbeschäftigt, als jene; es gibt kein wichtiges Ereigniss in\nihrer Geschichte, bei dem nicht die Musik eine Rolle spielte;\nschon Laban wirft Jakob vor, dass er von ihm geflohen\nsei, während dass er (Laban) ihn hätte begleiten wollen mit\nMusik und Gesang; Mirjam preiset die Rettung der Juden\nam Rothen Meere durch den Siegesgesang mit Cymbeln\nund Pauken; David unterhielt vier Tausend Musiker für\nden Gottesdienst, in den Psalmen sind Namen mancher\nChorführer angeführt, und die Bezeichnung, die sich hier\nund da findet, „einLied zu singen im höheren Chor\", er-\nweiset deutlich, dass festgestellte Normen in der Ausübung\nder Tonkunst vorhanden waren. Bei der vorwiegend theo-\nkratischen Einrichtung des ganzen politischen Lebens der\nJuden und bei dem reinen Monotheismus, welcher ihr zum\nGrunde lag, war die Tonkunst auch die einzige Kunst, die\nzur entschiedenen Entwicklung gelangen konnte; die Ma-\nlerei, die Sculptur und selbst die Architektur mochte zu\nleicht dem Götzendienste verwandte Stoffe wählen, wäh-\nrend die lyrische Poesie—eine andere gab es nicht—nur\nder Verherrlichung des „einzigen\" Gottes dienen durfte\nund die Musik an sie gebunden war; dieser Punkt wird\nspäter noch einmal erörtert werden: hier ward er ange-\nführt, damit der geneigte Leser von vorn herein die Bedeu-\ntung der Tonkunst bei den Juden erwäge.\nDie Griechen, denen ein nach allen Seiten hin ent-\nwickeltes geistiges Leben bestimmt war, haben auch alle\nKünste für die verschiedenartigsten Zwecke gepflegt und\nverwendet; ihre Architektur, ihre Sculptur, ihre Poesie\nhat unvergleichliche Denkmale geschaffen, nur ihre Male-\nreien sind verloren gegangen; von ihrer Musik sind uns\nmanche Zeichen bekannt, die als das dienten, was man\nheute Noten nennt, aber keine Spur ist vorhanden, aus\nwelcher die Forschung ein Tongebilde, ein musicalisches\nKunstwerk erweisen könnte.\nUnd doch hat die Musik eine bedeutende Rolle gespielt,\nja, sie war überall, wo die Künste überhaupt wirkten, im\nDrama, wo der Chor sich in hehren Betrachtungen des\nmenschlichen Schicksals erging oder die Stimme zum Preise\neines Gottes erhob; beim Gastmahle, wo der Sänger die\nHarfe schlug und die Heldenthaten der Vorfahren pries;\nin der Schlacht, wo Tyrtäus' Lieder die Krieger entflamm-\nten; bei den Mysterien und in den öffentlichen Versamm-\nlungen; selbst die Mythe weist auf die Macht der Tonkunst\nhin: wenn Amphion Theben beim Klange der Leier baute,\nso ist dies der unzweifelhafte Beweis, dass während des\nBau es Gesang die Arbeitenden anfeuerte, dass der Ton-\nkunst sich die Steine gefügig erwiesen.\nüeberall ist also die Tonkunst in Griechenlands geisti-\ngem Leben mitthätig, und doch hinterlässt sie keine Werke,\ndie als Denkmal ihres Wirkens auf die Nachwelt über-\ngehen— die Kriege der Barbaren, die Völkerwanderungen\nzerstören Tempel, Statuen und Schriften, der Brand von\nAlexandria verzehrt unersetzliche Schätze der Wissenschaft\nund der Poesie: aber mitten unter den Gräueln, die alle\nstaatlichen und gesellschaftlichen Bande lösen, bleiben\neinige Bauten mehr oder weniger unversehrt und trotzen\ndem zernagenden Zahne der Zeit, um ein Jahrtausend spä-\nter der Kunst als Wegweiser zu dienen; einige Statuen\nentgehen der vernichtenden Wuth der Barbaren und dem\nüberfrommen Eifer der Bilderstürmer, um von späteren\nGeschlechtern als unvergängliche Muster der Schönheit be-\nwundert zu werden; einige Manuscripte werden gerettet,\nvon treuen Wächtern bewacht und einander überantwor-\ntet, um ewiges Zeugniss zu geben von den herrlichsten\nSchöpfungen des menschlichen Geistes in Epos und Drama\nund in der Philosophie: nur von der Musik bleibt nichts\nzurück, was den Beweis liefere von ihrem Wirken als"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "293", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3482, "texte": "schaffende Kunst wie ist diese fast unglaubliche,\nüberraschende Erscheinung zu erklären?\nEinfach dahin, dass die Musik bei Weitem nicht auf\nderselben Stufe der Entwicklung stand, auf der die ande-\nren Künste standen; die Theorie, das Theoretisch-Wissen-\nschaftliche derselben war in einer Weise ausgebildet, die\nwahrhaft Staunen erregt; es gehört ein immenses Gedächt-\nniss dazu, um all die „Nomoi\" und sonstigen Bezeichnun-\ngen genau zu kennen, aber die Praxis war eine dürftige.\nDer fleissigste und genaueste Forscher der altgriechischen\nMusik, Westphal, der von dem Standpunkte ausgeht, die\nGriechen hätten ein ausgebildetes Harmonie-System be-\nsessen, weiss dafür keinen anderen praktischen Beleg\nanzuführen, als eine in den Schriften des Anonymus de\nmusica enthaltene Begleitung, in welcher sich ein ge-\nbrochener befindet; zu dieser Begleitung\nhat er eine Melodie erdacht, die „vielleicht\" so klang, wie\ner sie gibt—weiter weiss er nichts anzuführen; allerdings\nweist er auf eine Masse von Schriften hin, die unzweifel-\nhaft darlegen, dass die Griechen sich ungemein viel mit\nMusik beschäftigt haben. Die grosse Anzahl theoretischer\nSchriften über eine Kunst gibt keinen anderen Beweis von\neinem anderen hohen Stande der Ausbildung derselben,\nals von dem gegenüber einer vergangenen Periode; die\nfast unglaubliche Menge musicalischer Tractate aus dem\nzwölften und dreizehnten Jahrhundert, welche durch die\nMühe und den Fleiss neuerer Forscher ans Tageslicht ge-\nfördert wurden, zeigen uns, dass damals mehr Leute mit\nMusik sich beschäftigt haben, als im Jahrhundert vorher,\naber die Tonwerke selbst, die Compositionen, die uns über-\nkommen sind aus jener Zeit, bieten mit den seltensten Aus-\nnahmen nur das antiquarische Interesse für die specielle\nMonographie, keines für den Musiker von Fach.\nAlle Versuche, die Musik der alten Griechen mit der\nneueren polyphonen in irgend eine Verbindung zu bringen,\nwerden so fruchtlos sein, als ein etwaiger Versuch, die\nSchauspielkunst unserer Zeit selbst in den Darstel-\nlungen griechischer Tragödien jenen Regeln un-\nterwerfen zu wollen, welche maassgebend waren, als\nAeschylos und Sophokles ihre Dramen dichteten. Die\nMaske, welche die griechischen Schauspieler trugen, schloss\nvon vorn herein die Mimik, also den subjectiven Ausdruck\nder Gefühle aus, ohne welche wir uns keine Darstellung\nauf der Bühne mehr denken können; die Musik der Grie-\nchen hat keine Spuren der Harmonie und Polyphonie hin-\nterlassen, ohne welche für uns kein Tonwerk existirt.\nEs ist schon einmal in diesem Artikel nachgewiesen\nworden, dass die Israeliten sich mehr mit der Musik be-\nschäftigt haben, als andere Völker, weil eben keine andere\nKunst mit ihrer ganzen Wesenheit in dem Maasse zusam-\nmenfiel; wenn jenes Volk, das durch sein politisches und\nsociales Leben ganz an die Musik gewiesen war, keine\nSpur der Melodieen jener Psalmen hinterliess, welche\ndie christliche Religion von ihnen übernommen\nund sich angeeignet hat, so ist dies anscheinend noch\nwunderbarer, als wenn von den Griechen, welche vorzugs-\nweise den plastischen Künsten und der Poesie huldigten,\nkeine Muik zurückgeblieben ist, die einen Ausgangspunkt\nneuer Entwicklung bieten könnte. Es ist hiermit nicht ge-\nsagt, dass die Forschungen jener gelehrten Kenner des\nAlterthums nicht dankenswerth sind, wohl aber ist ein\nfür alle Mal festzustellen, dass zuerst die Cultur-, dann\ndie Musikgeschichte aus den Forschungen Nutzen ziehen\nmag, die Tonkunst aber keinen daraus gewinnen kann."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-15-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-15_01#c004", "volume": "bmtnabi_1866-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "293", "page_fin": "294", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.2.4", "titre_corps": "Die Hoftheater in Hannover, Kassel, Wiesbaden.", "titre_sommaire": "Die Hoftheater in Hannover, Kassel, Wiesbaden.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 5, "page_imprimee": "293", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.5", "debut_caractere": 3484, "fin_caractere_exclue": 5312, "texte": "Die Hoftheater in Hannover, Kassel, Wiesbaden.\nDie Erwartung, welche wir in dem Artikel: „Die\nKunst und die Kleinstaaterei\", in Nr. 34 S. 267 ausspra-\nchen, dass die königlich preussische Regierung ihre Unter-\nstützung der dramatischen Kunst nicht bloss auf die Thea-\nter von Berlin beschränken werde, scheint keine unbegrün-\ndete, ja, um im diplomatischen Zeitungsstil zu reden, nicht\neinmal eine „verfrühte\" gewesen zu sein, denn die „Neue\nPreussische Zeitung\", in solchen Dingen in der Regel gut\nunterrichtet, eröffnet für die Kunst-Institute der oben ge-\nnannten ehemaligen Residenzen eine befriedigende Aus-\nsicht in folgender Mittheilung:\n„Mehrere Blätter berichten bereits über die künftige\nStellung der bisherigen Hoftheater in Hannover, Kassel\nund Wiesbaden. In Beziehung darauf hören wir aus siche-\nrer Quelle, dass darüber zur Zeit noch gar keine bestimmte\nAnordnung getroffen ist und dass solche selbstverständlich\nauch nicht eher erfolgen kann, als bis das Gesetz über die\nVereinigung Hannovers, Kurhessens, Nassau's u. s. w. mit\nPreussen erlassen ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach wer-\nden indess jene bisherigen drei Hofbühnen den genannten\nStädten erhalten bleiben, und zwar als königliche In-\nstitute und in einem gewissen, seiner Zeit näher festzu-\nstellenden Abhängigkeits-Verbältnisse zum königlichen\nTheater in Berlin, wodurch verhütet wird, dass sie der\nblossen Speculation verfallen und die künstlerische Bedeut-\nsamkeit hinter den Privat-Interessen einzelner Unternehmer\nzurückstehe. In diesem Sinne nehmen sich die königlich\npreussischen Civil-Commissare in jenen Städten der Sache\naufs freundlichste an, so dass in Kassel und Wiesbaden\ndie Vorstellungen in den bis dahin geschlossenen Theatern\nauch schon wieder begonnen haben. Grössere Schwierig-\nkeiten stellen sich in Hannover entgegen, und man hat"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "294", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2343, "texte": "daher den General-Intendanten Herrn v. Hülsen ersucht,\nvorläufig, ehe er persönlich dort zur definitiven Organi-\nsation mitwirkt, eine geeignete, mit dem Theaterwesen\nvertraute Persönlichkeit zur provisorischen Führung des\nTheaters in Hannover zu bezeichnen. Auf seinen Vorschlag\nist nun, mit Genehmigung des Ministeriums der auswärti-\ngen Angelegenheiten, Herr v. Bequignolles (früher Director\ndes Stadttbeaters in Görlitz und zuletzt Ober-Regisseur in\nWiesbaden) damit beauftragt worden, die Theater-Vor-\nstellungen in Hannover wieder in Gang zu bringen. Was\ndie von mehreren Blättern so genannte Annexion des Te-\nnoristen Herrn Nie mann in Hannover betrifft, so ist der\neigentliche Sachverhalt der, dass Herr Niemann selbst ge-\nwünscht hat, bei der königlichen Oper in Berlin einzutre-\nten. Den Kunstfreunden in Hannover, Kassel und Wies-\nbaden aber wird es gewiss zur Beruhigung dienen, dass\ndie Vereinigung mit Preussen voraussichtlich die bisheri-\ngen dortigen Hoftheater in einer der dramatischen Kunst\nwürdigen Verfassung conserviren wird.\"\nDie Einrichtung mehrerer Hoftheater in einem und\ndemselben Lande findet im Grossherzogthum Baden schon\nein vorhandenes Beispiel, indem das Theater in Mannheim\nneben dem Hoftheater in Karlsruhe ebenfalls den Titel\n„ Hoftheater\" hat und eine Unterstützung aus der Staats-\ncasse bezieht, zu welcher ein namhafter, so viel wir wissen,\nvier Mal grösserer Beitrag von der Stadt (10,000 und\n40,000 Fl.) geleistet wird. Eben so wurde das Hoftbeater\nin Wiesbaden bisher nicht bloss aus Staatsmitteln erhal-\nten, die im Gegentbeil verhältnissmässig unbedeutend wa-\nren, sondern auch aus dem Zuschüsse, den die Curhaus-\nVerwaltung gab.\nWie sich die neuen Einrichtungen nun auch gestalten\nmögen, so bleibt eine Hauptsache die Beibehaltung der\nstehenden Orchester als königliche Capellen mit königlichen\nCapellmeistern an der Spitze. Diese Capellen sind nicht nur\nfür die Oper ein nöthiger Bestandtheil, eine\nqua non,sondern auch ein Stützpunkt der Kunst und des\nclassischen Geschmacks durch die Veranstaltung von regel-\nmässigen Concerten, zu denen die Bühnen-Verwaltung\nihnen nichts als Zeit— vielleicht auch Local —zu bewilli-\ngen hat, da die übrigen Kosten sehr wohl durch Abonne-\nment bestritten werden können, welches ausserdem noch\neine Zulage zu dem Gehalte der Orchester-Mitglieder\nabwerfen dürfte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-15-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-15_01#c005", "volume": "bmtnabi_1866-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "294", "page_fin": "295", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.2.5", "titre_corps": "Theater in Köln.", "titre_sommaire": "Theater in Köln.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "294", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.6", "debut_caractere": 2345, "fin_caractere_exclue": 5204, "texte": "Theater in Köln.\nDen 8. September 1866.\nDie Directionen der Stadttbeater waren während des\nSommers in der unangenehmen Lage, welche bei jedem\nGeschäfte ein Schwanken des Entschlusses über dessen\nFortsetzung bei ungünstigen äusseren Verhältnissen er-\nzeugt. Auch die Wiederaufnahme der Theater-Vorstellun-\ngen in Köln musste bei den kriegerischen Verwicklungen,\nderen so baldiges Ende Niemand voraussehen konnte,\nschwere Bedenken erregen. Wenn nun auch Herr Ernst,\nvon seinem bekannten Unternebmungsgeiste geleitet, so-\nbald die Aussicht auf Frieden sich hellte, mit Muth ans\nWerk ging, so war doch inzwischen die Neugestaltung\neiner guten Bühnen-Gesellschaft schwieriger als je gewor-\nden, da die ganze Sommerzeit zu der persönlichen Prü-\nfung der Leistungen der Künstler an anderen Theatern\nfür den Director verloren war. Es mussten die Engage-\nments in der kürzesten Zeit vor Eröffnung des Theaters\nabgeschlossen werden, und desshalb dürfen wir bei der\nBeurtheilung der angestellten Künstler diese zwingenden\nVerhältnisse nicht vergessen.\nWas die Oper betrifft, so glauben wir nach Anhö-\nrung der bisher gegebenen drei Opern von verschiedenem\nStil Hugenotten, Troubadour, Freischütz im Allge-\nmeinen ein Urtheil aussprechen zu können, welches zu der\nErwartung befriedigender und anziehender Vorstellungen\nin diesem Winter berechtigt. Dass die ganze Aufgabe der\ndramatischen Kunst von den Theatern, die auf Privat-Un-\nternehmung beruhen, genügend gelöst werde, wird kein\nVerständiger verlangen, zumal da in dieser Beziehung\nauch die reichlich unterstützten Bühnen jetzt so ziemlich\nüberall allzu viel vermissen lassen. Es kann daher eine\nBeurtheilung der Leistungen eines Stadttheaters im Gan-\nzen und im Einzelnen nur eine relative sein, nicht eine\nabsolute, die den Maassstab von idealen Kunstforderungen\nanlegen wollte. Mögen nur die darstellenden Künstler dies\nebenfalls bedenken und auf die zuweilen überraschend aus-\nbrechenden Kundgebungen von Beifall im Publicum nicht\nein Bewusstsein ihrer Vollkommenheit begründen wollen:\ndenn erstens geht dieser Beifall auch wohl von Kunstver-\nständigen aus, welche den eben ausgesprochenen Rück-\nsichten Rechnung tragen, und zweitens zuweilen nur von\neiner Claque, welche ihre Unzurechnungsfähigkeit oft\nschon dadurch documentirt, dass sie mitten im Gesang-\nstücke bei einer etwaigen Pause schon zu lärmen anfängt,\nweil sie den Abschnitt für den Scbluss des Stückes hält.\nDer strebsame Künstler wird immer am besten tbun, der-\ngleichen rauschende Applaus-Salven namentlich im An-\nfange seines Auftretens nur für aufmunternde Kundge-\nbungen zu nehmen. Eben so wenig darf er sich aber auch\ndurch Mangel an derartigem Beifalls-Gebrause entmuthi-\ngen lassen, wenn er sich künstlerischen Strebens bewusst\nist, das freilich zuweilen mit der Täuschung über die Mit-\ntel, welche die Natur verliehen, zusammenfallen kann."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "295", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5110, "texte": "Mit Vergnügen haben wir einige der Stützen der vor-\njährigen Oper jetzt als wieder angestellt begrüsst. Wir\nrechnen dahin vor Allem Herrn Capellmeister Seidel,\ndessen Wirksamkeit um so mehr Anerkennung von Seiten\nder Kritik verdient, als sie sich der Beurtheilung durch\ndie Menge im Publicum entzieht; ferner die Herren Sän-\nger Riese und Schelper, welche beide, mit trefflichen\nStimmmitteln begabt, mit Erfolg auf der Bahn der Kunst\nfortschreiten. Ihnen haben sich der Tenorist Herr Götte\nmit zwar nicht mehr ganz frischer, aber weicher und an-\ngenehmer Stimme, dabei eine stattliche Figur von Bühnen-\nAnstand, und der Bassist Herr Krolop mit klangvollem,\nnamentlich in der Tiefe und Mittelregion kräftigem Organ\nzugesellt. Wir dürfen sie als eine gute Acquisition be-\ntrachten, machen aber Herrn Krolop darauf aufmerksam,\nauf die Aussprache mehr Fleiss zu verwenden, damit z. B.\neinsylbige Wörter, wie „Schweig!\" nicht zu „Scheweig\"\noder „Scboweig\" werden, ferner im Gesänge bei anzuer-\nkennender Fertigkeit nicht zu viel thun zu wollen, indem\nTriller in Bass-Partieen, wenn sie wirken sollen, nur in\nvorgeschriebenen oder ganz dazu geeigneten Stellen anzu-\nbringen sind; auch das Portamento von auf in der\nArie des Caspar im Freischütz (Triumph, die Rache u.s.w.)\nwar unrichtig, da nach dem Ois durchaus ein Abschnitt,\nden die Viertelpause markirt, Statt finden muss, um der\nAbsicht des Componisten zu entsprechen. Der Versuch\neines dritten Tenors in der Rolle des Max in derselben\nOper verunglückte ganz und gar: er machte im Terzett\nmit Chor im ersten Acte und am Schlüsse der grossen\nArie so auffallende Fehler, dass sie nur einem gänzlichen\nMangel an musicaliscber Bildung, kaum einer plötzlichen\nVerwirrung durch die Angst eines Debüts, zuzuschreiben\nsind.\nDass aber eine gewisse Befangenheit vom ersten Auf-\ntreten vor einem neuen Publicum unzertrennlich ist und\nauch musicalisch gebildeten und selbst routinirten Künst-\nlern so hinderlich wird, dass das Publicum dadurch leicht\nveranlasst werden kann, ihre Leistung zu unterschätzen,\ndas haben wir bei Fräulein Stork gesehen, welche es in\nihrer Antrittsrolle, der Valentine in den Hugenotten, nicht\nzu freiem Spiel und Gesang bringen konnte, wiewohl sie\nin der Partie vollkommen sicher war und eine rühmliche\nKünstler-Laufbahn an den Hoftheatern zu Wiesbaden und\nBraunschweig sie, wie man annehmen sollte, längst von\ndem so genannten Lampenfieber geheilt haben müsste.\nDennoch konnte dem aufmerksamen Beobachter, und zu-\nmal denjenigen, die Fräulein Stork schon gehört hatten,\nihr sichtbar befangenes, wir möchten beinahe sagen,\nschüchternes Wesen an dem ersten Abende ihres Auftre-\ntens nicht entgehen. Diese Sängerin ist im Besitze einer\nStimme, die allerdings zu denjenigen gehört, die nichts\nBlendendes haben und an die man sich erst gewöhnen\nmuss. Man würde ihr Unrecht thun, sie nach dem ersten\nAbende zu beurtheilen; an Höhe scheint es ihr zu fehlen,\nallein wir sind überzeugt, dass im Uebrigen Gesang und\nSpiel einen weit vortheilhafteren Eindruck machen werden,\nwenn sich Publicum und Künstlerin erst mehr mit einan-\nder befreundet haben. Das wird freilich auch bei Fräulein\nFrey der Fall sein müssen, welche als Königin in dersel-\nben Oper eine vortreffliche Coloraturfertigkeit entwickelte\nund sich auch im dramatischen Ausdruck als Leonore im\nTroubadour nicht unerfahren zeigte. Als Königin und in\nähnlichen Partieen wird sie wohltbun, ihre Mimik und\näusseren Manieren überhaupt dem noblen Charakter sol-\ncher Rollen mehr anzupassen. Im Troubadour hörten wir\nvon Fräulein Czelsko als Azucena eine volltönende, echte\nAltstimme, wie sie auf den Bühnen heutzutage selten ist.\nIn den Hugenotten und im Freischütz führte uns die\nDirection noch zwei jugendliche Sängerinnen vor, Fräulein\nv. Di 11 ne r (Page und Aennchen) und Fräulein We 11 de n\n(Agathe). Fräulein v. Dillner eroberte sogleich durch ihre\nsehr anmuthige äussere Erscheinung und den colorirten\nVortrag ihrer Pagen-Arie stürmischen Applaus, der ihr\ndann auch als Aennchen im Freischütz wiederum zu Theil\nwurde. Wir sind weit entfernt, diesen Beifall zu missbilli-\ngen, haben uns im Gegentheil ebenfalls an der lieblichen\nErscheinung und den gesanglichen Anlagen der jungen\nDame erfreut: das kann uns aber nicht hindern, Fräulein\nv. Dillner an unsere obige Bemerkung über Applaus der\nMenge zu erinnern. Wir glauben uns indess nicht zu irren,\nwenn wir annehmen, dass die bescheidene junge Künst-\nlerin, in der wir eine talentvolle Anfängerin erblicken, die\nschnell Errungene Gunst des Publicums als einen Sporn\nzu eifrigem Fortschreiten betrachten wird. Was den Ge-\nsang betrifft, so muss sie sich hauptsächlich vor dem For-\nciren der Stimme in der Höhe hüten, weil ihre Stimme\nan und für sich schon einen mehr scharf als rund und\nweich tönenden Klang hat. Fräulein Wellden zeigte sich\nin der Agathe im Spiel ganz und gar als eine Kunst-No-\nvize, aber im Gesänge machte die Einfachheit und Natür-\nlichkeit des Vortrages einen angenehmen Eindruck, den\neine Sopranstimme von nicht grosser, aber recht wohllau-\ntender Tonfülle und Egalität, aus welcher etwas werden\nkann, unterstützte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-09-15-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-09-15_01#c006", "volume": "bmtnabi_1866-09-15_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "295", "page_fin": "296", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.2.6", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "295", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.7", "debut_caractere": 5112, "fin_caractere_exclue": 5323, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\n* Leipzig, 10. September. Die berühmte Sängerin Frau\nRudersdorf, welche zu den Künstlerinnen gehört, die in London\nund auf den Musikfesten in England die deutsche Gesangkunst auch"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "296", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 6048, "texte": "in der letzten Saison wiederum glänzend vertreten haben, hat durch\nihre vortrefflichen Vorträge in den hiesigen Gewandhaus-Concerten\nim vorigen Winter einen solchen Eindruck gemacht, dass sie von\nder Direction für den November des bevorstehenden Winters für\ndrei Concerte wiederum engagirt worden ist.\nAm 1. September war ein Zeitraum von fünfundzwanzig Jah-\nren verflossen, dass die gefeierte Künstlerin Frau Marie Bayer-\nBürck dem königlichen Hoftheater zu Dresden als Mitglied an-\ngehört. Aus Anlass dieses festlichen Tages wurde der hochgeschätz-\nten Künstlerin Namens der Mitglieder des königlichen Hoftheaters\nvon einer Deputation derselben, unter einer die Jubilarin feiernden\nAnsprache des Herrn Porth, ein silberner Lorberkranz überreicht.\nDer königliche Hofpianist Herr von Bülow, welcher im Mai\nd. J. sich einige Zeit nach der Schweiz zurückzog, ist vor einigen\nTagen wieder in München eingetroffen und verbleibt nach wie\nvor in der nächsten Umgebung des Königs.\nEinige Blätter brachten die Nachricht, dass die Ab-\nsicht bestehe, das Hof-Operntheater in Pacht zu geben. Wie wir\nerfahren, ist gelegentlich der Erörterungen über Einführung mög-\nlichster Ersparnisse im Staatshaushalte auch der Aufwand des Opern-\ntheaters ins Auge gefasst und die Idee der Verpachtung angeregt\nworden. Die Schwierigkeit jedoch, die vielen in Kraft stehenden\nVerbindlichkeiten in nächster Zeit zu lösen oder einen Unternehmer\nzur Aufrechthaltung derselben zu erhalten, hat Erwägungen hervor-\ngerufen, die zum vorläufigen Fallenlassen des Projectes geführt ha-\nben. Dagegen soll die Subvention in möglichster Weise zu restrin-\ngiren und besonders den theuren Ballet-Ausstattungen ein angemes-\nsenes Ziel zu setzen beschlossen worden sein.\nBei der Fest-Vorstellung am Geburtstage Sr. Majestät\nunseres Kaisers machte es Eindruck, dass sich die Preussen wäh-\nrend Absingung der Volkshymne von den Sitzen erhoben und in\nden stürmischen Applaus mit einstimmten.\n** Rirttssel, 9. September. Man geht damit um, einen all-\ngemeinen belgischen Musikverein zu bilden, dessen Aufgabe die Ver-\nanstaltung grosser Musikfeste nach Art der niederrheinischen Feste\nsein wird. Das Ministerium des Innern bat die Sache in die Hand\ngenommen und eine Commission zu diesem Zwecke ernannt, zu\nwelcher unter dem Vorsitze des Directors des Conservatoriums,\nHerrn die Herren Samuel, Hanssens, Benoit, Soubre u. s. w.\ngehören.\nDie zweite, ausserordentlich vermehrte und berichtigte Ausgabe\nvon Fetis' Biographie universelle des Musiciens, deren Correctur\nauch der unermüdlich thätige Veteran der Musikgelehrten persönlich\nbesorgt hat, ist, wie wir schon früher angezeigt haben, nun voll-\nständig in acht grossen Octavbänden, einem jeden von 500 Seiten,\nerschienen, zum Preise von 64 Frcs. (17 Thlr. 12 Sgr.). Adresse\nder Verlagshandlung: Firmin Didot fröres, fils et Co. 56, rue Ja-\ncob, Paris.\nIPairis« Die Opinion Nationale bringt am 31. Juli in ihrem\nFeuilleton unter der Ueberschrift „Les oeuvres inedites de Rossiniu\nein Verzeichniss von Compositionen, welche Rossini grösstenteils\nin der Zeit von etwa 1857 bis Mitte 1866 in Passy (bei Paris) ge-\nschrieben haben soll. Es werden da angeführt etwa 50 Stücke ver-\nschiedener Art für Gesang mit und ohne Begleitung, grösstentheils\nüber französische und italiänische Texte; ferner mehr als 60 Stücke\nfür Ciavier allein und einige Compositionen für Ciavier mit Beglei-\ntung anderer Instrumente. Von sämmtlicben Tonstücken sind nur\nwenige bekannt oder gedruckt worden, so z. B. ein „Gesang der\nTitanenA<, welcher in Wien in einem Concerte für das Haydn-Denk-\nmal zur Aufführung gelangte; ein in der Zeitschrift „La Maitrisea\ngedrucktes 0 salutaris für vier Singstimmen u. s. w. Von den übri-\ngen machen wir folgende namhaft: eine kleine vierstimmige Messe\nmit Begleitung zweier Pianoforte und eines Harmoniums; ein\n„Canon anti-savant h trois voix, dedie aux Turcos par le Cygne de\nPesaro\" ; „Recitativo ritmato\" (Text von Dante); Hymne für\nBariton und Chor; „Choeur de chasseurs dömoerates\" für Män-\nnerstimmen, zwei Trommeln und Tamtam; „Ave Maria\" für\nFrauen- und Männerstimmen; „Echantillon melodique sur les\nnoires de la main droitefür Pianoforte; „Pr&ludey Thdme et\nVariations pour cor et piano\" \\ „ Un mot ä PaganiniElegie für\nVioline und Pianoforte; kleine Caprice „style Offenbachu für\nPianoforte; „Äfarche et reminiscences pour mon demier voyage\"\nfür Pianoforte; „Recueil semt-comique de 56 morceaux pour le\npianou u. s. w. Der letzterwähnten Sammlung Ciavierstücke (welche\nsämmtlich Ueberschriften haben, z. B. „Les figues seches\", „Präude\nconvulsifuy „ Valse antidansanteu, „Specimen de mon tempsw, „Spe-\neimen de Vavenir\" u. s. w.) ist folgende, mit Rossini's Namen un-\nterzeichnete Notiz beigefügt: „Je dedie ces Peches de vieillesse aux\npianistes de la quatrieme classe, h laquelle fai Vhonneur d'appar-\ntenir.u\nEin Beitrag zu den Bühnen-Honoraren. Der Tenorist\nVillaret ist an der grossen Oper zu Paris aufs Neue für drei\nJahre angestellt und erhält im ersten Jahre 45,000 Fr., im zweiten\n55,000, im dritten 65,000, mithin für drei Jahre 165,000 Fr (an\n44,000 Thlr.)\nDie Wagner-Brendel'sehe Frage des Aufgehens der besonderen\nKunstgattungen in die „Allkunst\" wird durch das Theater der Porte\nSt. Martin in Paris praktisch zur Entscheidung gebracht werden;\ndas genannte Theater bereitet ein Schauspiel oder ein Allspiel vor:\n„Le Voyage h Londreswelches Drama, Komödie, Vaudeville,\nZauberposse, Tanz, Musik, Malerei und Architektur in den Decora-\ntionen vereinigen wird. Ganz gut! Auf schlagendere Weise kann\nder Unsinn der erwähnten Kunst-Philosophie in ihrer Anwendung\nauf die Bühne nicht dargethan werden.\n+ :\n]!ew-YorliL« Karl Anschütz wird, wie es heisst, ein Con-\nservatorium für Musik in hiesiger Stadt errichten. Ein solches Un-\nternehmen, auf solider Basis und nicht lediglich in der Absicht er-\nrichtet, auf die leichteste Weise das meiste Geld zu verdienen,\nwürde ausserordentlich segensreich für New-York sein. Competente\nKräfte, welche als Lehrer an dem Institute beschäftigt werden könn-\nten, gibt es genug."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "289", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nBeethoven. Eine biographisch-bibliographische Skizze von Otto Mühlbrecht. Hat die Musik vorchristlicher Zeit\nBedeutung für die jetzige Tonkunst? Die Hoftheater in Hannover, Kassel, Wiesbaden. Theater in Köln. Tages- und Unter-\nhaltungsblatt (Leipzig, Frau Rüdersdorf Dresden, Frau Marie Bayer-Bürck München, H, von Bülow Wien, Hof-Operntheater\nBrüssel, Musikverein, Fdtis' Biographie universelle des Musiciens Paris, Compositionen von Rossini, Bühnen-Honorare u. s. w.)\n\nBeethoven.\nDie Beethoven-Literatur ist wieder durch ein splendid\ngedrucktes Buch von 120 Seiten in gr. 8. vermehrt wor-\nden, welches der Verfasser, Herr Otto Mühlbrecht,\nauf dem Titel „eine biographisch-bibliographische Skizze\"\nnennt*). Es zerfällt in zwei Haupt-Abschnitte, deren erster\neine Biographie (S. 1 65), der zweite einen Katalog\nder Beethoven'schen Werke (S. 66 —115) enthält, dem\nein Anhang: „Beethoven-Literatur\", hinzugefügt ist.\nEine Bereicherung der Beethoven-Literatur ist dieses\nBuch nicht, und man kommt in Verlegenheit, wenn man\ndie Herausgabe desselben überhaupt nur rechtfertigen\nwill. Der Verfasser selbst macht uns seinen Standpunkt\nauch nur auf indirecte Weise klar. Er sagt im Vorworte:\n„Für den Musikfreund\" und nicht noch mehr für den\nKünstler? „ist es eine der interessantesten Studien,\nsich mit Beethoven in eingehender Weise zu beschäftigen;\neine Aufgabe, die in dem Grade an fesselndem Reize ge-\nwinnt, als man sich mehr und mehr in das eigentümliche\nWesen dieses grossen Geistes vertieft und sich mit seinen\nSchöpfungen vertraut macht, die ein so treues, klares Bild\nseines geistigen Lebens liefern, wie nie eine Biographie\nvon fremder Hand es zu geben im Stande ist. Eine solche\nBiographie, wenn auch verbunden mit einer Charakteristik\nseiner Werke, vermag dem Leser nimmermehr das selt-\nsame Schaffen, den genialen Entwicklungsgang Beetho-\nven's getreu zu veranschaulichen, weil (?) es dem Biogra-\nphen an glaubwürdigen Quellenschriften fehlt, aus deren\nVergleichung unter einander man in anderen Fällen leicht (?)\nsich ein annähernd treffendes Urtheil bilden kann. Dage-\ngen hat uns Beethoven selbst das reichste Material in sei-\nnen Werken hinterlassen. Seine Compositionen sind seine\nAuto-Biographie. In ihnen hat er sich selbst mit Meister-\nhand gezeichnet; da erzählt er uns offen und freimüthig\nseine Schicksale, seine Freude und Leid; in ihnen erken-\nnen wir Thatsachen und Gedanken, ziehen mit Beethoven\nhinaus in die Welt, jubeln mit ihm über die Schönheiten\nder Natur, mischen uns in das Kriegsgetümmel, durch-\nfurchen die Wogen des Meeres und beobachten das Leben\nder Menschen um uns her. Wir sehen ihn im Frühling\ndes Lebens, übersprudelnd von köstlichem Humor, dann\nzu der ernsten Thätigkeit des Mannes, der seinen Beruf\nfühlt, übergehen, bis wir ihn in schwerer Stunde, von\nSorgen gedrückt, wiederfinden und Zeuge davon sind,\nwie er kämpft und nach Freiheit des Körpers und Geistes\nringt, bis ihm der Friede wird und er zu Gott eingeht,\ndessen Verherrlichung er seine besten Kräfte gewidmet.\"\nNach diesen Redensarten sollte man in dem Buche\neine Anleitung zu dem Studium der Beethoven'schen\nWerke vermuthen, allein der Verfasser verweist nur auf\nseinen Katalog, „der dem Leser den Leitfaden zu weite-\nren eigenen Studien bietet\", und will die Biographie „nur\nals einen Commentar zum Kataloge\" betrachtet wissen.\nDies würde einen Sinn haben, wenn die Biographie die\nEntwicklung des Künstlers und die Reibe der bedingenden\nund darauf einfliessenden Lebens- und Zeitverhältnisse an\ndie fortlaufende Betrachtung seiner Werke geknüpft hätte.\nWie sie aber vorliegt, enthält sie nur eine Erzählung sei-\nnes äusseren Lebens, einen ohne alle Kritik gemachten\nAuszug aus dem Material, das in den bekannten Schriften\nvon Schindler, Marx, Lenz, Wegeier, Ries, Ulibischef\nu. s. w. vorliegt, zu welchem der Verfasser von dem Sei-\nnigen nur allgemeine, über Beethoven landläufige Phrasen\nbinzuthut, und wenn er einmal auf das innere Leben des\nGenius in dessen Werken einzugehen versucht, um einen\n„Commentar\" zum Katalog zu liefern, Blossen gibt, die\nseine Unfähigkeit zu solchen Arbeiten in arger Weise\ndarthun.\n\n*) „Beethoven und seine Werke. Eine\" u. s. w. Leipzig,\nVerlag von C. Merseburger. 1866. VI und 119 S. Gr. 8."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "290", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.2", "texte": "Ein so strenges Urtbeil, welches der Sache wegen\nausgesprochen werden muss, möge sich durch einige Be-\nlege rechtfertigen. Man höre z. B. Herrn Mühlbrecht\nS. 19:\n„So (durch die Gehaltszusicherung der bekannten drei\nKunstfreunde) in den Stand gesetzt, sich ohne alle Be-\nschränkung der Kunst widmen zu können, schuf er jene\nherrlichen Trio's und Quartette, die noch heute die Lust\naller Kenner sind. Hervorzuheben sind darunter nament-\nlich die drei russischen Quartette (Op. 59) aus dem Jahre\n1806, die Trio's Op. 70 aus dem Jahre 1808, das Quar-\ntett Op. 74 aus 1809, so wie das Sextett Op. 81. Als\nPerle der umfassenderen Instrumental-Musik, in dieser\nPeriode entstanden, glänzt in erster Reihe die 1803—4\ncomponirte heroische Sinfonie (Op. 55), die von Vielen\nfür die gelungenste Orchester-Composition Beethoven's\nüberhaupt erklärt wird, in welcher wenigstens die Eigen-\nthümlichkeiten seines Charakters und Genies den beredte-\nsten Ausdruck gefunden haben.\n„Dieser Kraftäusserung folgten 1806 und 1808 die\nB-dur- und die Op. 60 und 67, und in\ndemselben Jahre auch noch die berühmte Pastoral-Sinfo-\nnie (Op. 68), in welcher Beethoven das herrlichste land-\nschaftliche Gemälde vor unserem inneren Auge keck und\ndoch zart hinzeichnet. Das Bild ist von um so überra-\nschenderer Wirkung, als wir jeden Pinselstrich genau\nverfolgen können, ohne dass diese Malerei zu weit getrie-\nben wäre.\"\nUeber die Oper „Fidelio\" lässt sich der Verfasser,\nnachdem er die Musik zu Egmont, Prometheus, Coriolan,\nKönig Stephan, Ruinen von Athen „mehr oder weniger\naphoristische Opernversuche\" (!) genannt hat, also ver-\nnehmen:\n„Beethoven hat nur diese eine Oper geschrieben,\naber in ihr erkennen wir wiederum den Meister, der in\nallem, was er schrieb, Wahrzeichen schuf, die auf festem\nBoden wurzeln und eine Gränze bezeichnen, von der an\nman zu rechnen gewohnt ist. Wie heutzutage die Zauber-\nflöte, der Figaro und Freischütz unbedingt den ersten\nPlatz in der volksthümlichen deutschen Oper einnehmen,\nso wird auch, wenn erst der Geschmack des Publicums\naus dem unserem Jahrhundert eigenen Reinigungs-Pro-\ncesse geläutert hervorgegangen ist, der auf feineren Nuan-\ncirungen basirte und desshalb schwerer allgemein ver-\nständliche Fidelio dermaleinst eine echt volksthümliche\nOper werden. [lst das 1866 oder 1814 geschrieben?]\nDie Meisterschaft auf diesem Felde kann man zwar Mo-\nzart wohl nicht streitig machen, doch will man den Fi-\ndelio als Maassstab für eventuelle spätere Leistungen be-\ntrachten, so muss Beethoven jedenfalls eine gleiche Bega-\nbung für die Oper zuerkannt werden, wenn schon uns\nder Beweis weiterer Erfolge für das aus diesem einen Fi-\ndelio aufgestellte Prognostikon fehlt. Es liegt aber wieder\nder Grund hiervon in dem sittlich reinen Charakter Beet-\nhoven's. Nie würde er sich z. B. herbeigelassen haben,\nein Libretto, wie es den vorerwähnten Mozart'scben Opern,\nvon Don Juan gar nicht zu reden, zu Grunde liegt, ent-\nsprechend musicalisch auszudrücken. Ihm galt ja nur die\nWahrheit und das ideal Schöne, und von diesem Gesichts-\npunkte aus fasste er den Fidelio auf und schuf damit eine\nApotheose treuer, aufopfernder Gattenliebe; nicht der\nsträflichen, tändelnden, unzuverlässigen Leidenschaft, wie\nsie in den Mozart'schen Opern das Motiv ist, sondern der\ngesetzlichen, durch Gott geheiligten und erstarkten Ge-\nfühle. Das ist eine Weltanschauung, die überall und zu\nallen Zeiten unter den Bessergesinnten unerschütterlich\nbestehen bleiben wird, und die desshalb auch dem Fidelio\ndie Unvergänglichkeit sichert. Von wie wenigen Opern\nkann man das behaupten! Geht doch in den meisten Fäl-\nlen der Lug und Trug, der dem Theater zur Folie dient,\nauch auf die Componisten über, deren Streben mindestens\nauf möglichsten Bühnen-Effect gerichtet ist. Ohne diesen\nlassen sie oft tbeilnahmlos, weil der innere Gehalt fehlt.\nAlle diese auf den Sinnenreiz berechneten Ephemeri-\nden \\sicf\\ gehen, wie sie kommen; dass aber Beethoven's\nFidelio sein Jahrhundert überdauert, dafür mag uns Gluck\nals Beweis dienen, dessen Schöpfungen noch stets zu dem\nBesten gezählt werden.\"\nWiewohl wir überzeugt sind, dass der Leser an obi-\ngen Bruchstücken genug hat, so wollen wir doch zu sei-\nner Erheiterung noch hersetzen, was S. 27 über die\n„Schlacht bei Vittoria\" gesagt wird.\n„Wir sind bei der Betrachtung (?) dieser Reihe glän-\nzender Compositionen [von den Clavier-Sonaten werden in\nfolgender Ordnung: Op. 81, 26. 27, 13, 28, mit Zu-\nsätzen, wie: „eine der schönsten ist auch wohl die zweite\nCis-moll*, oder Op. 28: „die Pastoral-Sonate, ein herr-\nliches Pendant der Pastoral-Sinfonie\" u. dgl. m., nur eben\nerwähnt!] zehn Jahre in dem Leben des Meisters vorge-\nrückt und nähern uns jetzt dem Gipfelpunkte seines Ruh-\nmes, zur Zeit des wiener Congresses 1814. Vorbereitet\nwurden die Triumphe dieses Jahres durch die 1812 und\n1813 zuerst aufgeführten Sinfonieen in und\n(Op. 92, 93), diesem leuchtenden Doppelgestirn am mu-\nsicalischen Himmel, die beide schon ein starkes Gepräge\njenes Zeitgeistes tragen, der indessen erst in Op. 91, in\nder Schlacht-Sinfonie, betitelt „ „ Wellingtons Sieg, oder\ndie Schlacht bei Vittoria\"\", zur charakteristischen Dar-\nstellung kam; eine königliche Schöpfung, würdig, dem\nBeherrscher Albions gewidmet zu werden, wofür Beetho-"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "291", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.3", "texte": "ven indessen nicht einmal eine einfache Danksagung von\nenglischer Seite zu Theil geworden ist.\n„Diese Sinfonie ist der echte Sohn (!) seiner Zeit. Ganz\nEuropa war in zwei Lager getheilt: Nord, Ost und Süd\nmachten Front gegen den Westen, um den gallischen\nUebermuth zu züchtigen; der Mannesmuth und die heroi-\nsche Kampfesfreudigkeit, aber daneben auch alle anderen\nentfesselten Leidenschaften schlugen zur mächtigen Lohe\nauf und vereinigten sich in dem einen Streben der Ver-\nnichtung des gehassten Corsen und seiner übermüthigen\nScharen. Es ging ein brausender Sturmwind über die Flu-\nren, dessen Ton noch beim heutigen Gescblechte ein Echo\nwachruft, wenn Zeitgenossen von damals uns erzählen von\nden grimmigen Schlachten, die sie schlagen halfen, von\ndem Massen-Angriffe, der das stolze Frankreich wie ein\nKartenhaus über den Haufen warf, von der Begeisterung,\ndie bei Jung und Alt, bei beiden Geschlechtern die Wan-\ngen färbte und das Auge mutbig blitzen liess, von dem\nVertrauen und der Zuversicht, womit Jedermann eine Bes-\nserung der Staats- und volkswirtbschaftlicben Zustände er-\nwartete, worauf man im Bewusstsein der dargebrachten\nschweren Opfer rechnete, wie man Nachts mit Bestimmt-\nheit dem Aufgange der Sonne am Morgen entgegensieht.\nDie Nationen hatten eben erst der Kriegsfurie das Haupt\nzertreten und athmeten frei und erleichtert auf. In die-\nser Zeit und in dieser Stimmung schrieb Beethoven seine\nSchlacht-Sinfonie, in deren erstem Theile, der Schlacht\nselbst, er uns ein Gemälde zeichnet, wie es Horace Vernet\nnicht sprechender verkörpert hätte. Die Intonation der\nMärsche mit dem Motiv: Marlbo\nund Ruh Britannia lässt uns die Stellung der feind-\nlichen Heere erkennen, die sich einander mehr und mehr\nnähern; Signale ertönen hüben und drüben, die ersten\nSchüsse werden von den Plänklern gewechselt, bis der\nwirbelnde Sturmmarsch der Trommeln die Regimenter\nzum Kampfe anfeuert. Jetzt entbrennt in dem Dominiren\nder Blech-Instrumente das heisseste Drängen und Weichen\neiner Schlacht. Kanonendonner wechselt mit Rottenfeuer,\ndie Hörner und Trompeten schmettern Befehle in den\nLärm, die Posaune gähnt in langen Stössen wie der Würg-\nengel, der seine Aernte hält; das ganze Orchester wird\naufgewühlt, jedes Instrument ist aufs äusserste in Anspruch\ngenommen. Noch klingt die Melodie des „ „Marlborough\"\",\ndoch nicht mehr deutlich; wir vernehmen ein Aechzen und\nStöhnen, schneidende Klagerufe durchdringen das Mord-\ngewühl, bis endlich sich die Streich-Instrumente zu einem\nSturmmarsch im Unisono vereinigen und mit erdrückender\nVehemenz den aus C-dur in Fis-moll flüchtenden Marl-\nborough überwältigen und vernichten. In dem zweiten,\nals „ „Sieges-Sinfonie\"\" bezeichneten Theile sehen wir zu\nAnlang die Gefangenen in der schüchtern verklingenden\nMarlborough-Melodie, weitaus beherrscht von dem sieges-\nfreudigen God save the läng. Dann sammelt sich in den\nsich beruhigenden Tönen das Heer der Sieger, die Ver-\nwundeten, deren man hin und wieder noch einen ächzen\nhört, mit sich führend; compacte Massen strömen in dem\nanschwellenden Orchester zusammen, und nachdem in der\nD-dur-Hymne dem Lenker der Schiachten ein Dankgebet\ngesprochen, gipfelt sich die Freude der Sieger in dem\nbrausenden Finale und findet Ausdruck in den jubelnden\nKlängen des Nationalliedes.\n„Ein Jeder, der die Sinfonie kennt, weiss, wie die\nMusik zündet, wie während der Schlacht unwillkürlich\nsich die Faust ballt und die Zähne sich fest auf einander\npressen, dass man beim Anhören dieser Musik in eine\nAufregung versetzt wird, die fast einem Abglanze jener\ndes im Kampfe selbst begriffenen Kriegers verglichen wer-\nden kann/\nWann eher wird endlich die derartige Schreiberei\nüber Beethoven ihr Ende erreichen ?!\nWas den Katalog betrifft, so wollen wir demselben\ndie Brauchbarkeit nicht bestreiten, einen Vorzug vor den\nbisher erschienenen, aus denen er zusammengetragen ist,\nkönnen wir ihm aber nicht zuerkennen; wer gründliche\nAuskunft sucht, wird sich immer hauptsächlich an AI. W.\nThayer's „chronologisches Verzeichniss\" halten müssen,\nwelches Herr Mühlbrecht in dem Vorworte, wo er doch\ndie Quellen seiner biographischen Skizze nennt, gar nicht\nerwähnt. Charakteristisch für seine katalogische Arbeit,\nin der übrigens die Namen der ersten Verleger fehlen,\nist freilich auch die Aeusserung im Vorworte (S. V): „In\ndem Kataloge sind die Verschiedenheiten in der Bezeich-\nnung mit Angabe der Gründe [?] neben einander aufge-\nführt, so dass es dem eigenen Urtheile der Verleger\nund Musiker überlassen bleibt, sich für eine oder andere\nzu entscheiden.\" Aber die Verleger sind es ja gerade,\nwelche die Confusion hauptsächlich verursacht haben!\n\nHat die Musik vorchristlicher Zeit Bedeutung für\ndie jetzige Tonkunst!\nDie Musikgeschichte hat sich in neuerer Zeit mit ver-\ndoppeltem Eifer der Forschung auf dem Gebiete der vor-\nchristlichen Musik, insbesondere jener der Griechen, ge-\nwidmet, und es sind darin neben manchem rein Hypothe-\ntischen und neben manchen bedenklichen Auslegungen\nalter Schriftsteller, neben manchem Hinweis auf Quellen,\nderen Ungetrübtheit noch zu erörtern wäre, doch viele\n[*]\n\n*) New-Yorker Musik-Zeitung."}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "292", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.4", "texte": "interessante Aufschlüsse zu Tage gefördert worden. Dies\nwäre auch sehr dankenswerth, in so weit diese Aufschlüsse\nauf dem Gebiete der rein historischen Forschung verblie-\nben und in so weit sie in keine weitere Beziehung zu der\npraktischen Tonkunst unserer Zeit gebracht würden. Aber\nmanche Musikgelehrte haben die Gränze der historischen\nDarstellung nicht eingehalten, sondern lassen bei ihren\nDarstellungen die Ansicht durchschimmern, dass die ge-\nnauere Kenntniss der altgriechischen Musik und deren\nRhythmen nicht ohne Rückwirkung auf die Entwicklung\nder schaffenden Tonkunst unserer Zeit bleiben dürfte. Nur\ndiese vorgefasste Ansicht lässt es erklärlich erscheinen, dass\nder an und für sich nicht sehr fruchtbare Stoff immer von\nNeuem wieder aufgenommen und bearbeitet wird, und\ndass jeder Nachkommende für seine Arbeit das Recht der\nallein gültigen in Anspruch nimmt und auf die Vorgänger\nmit vornehmer Geringschätzung herabblickt.\nDer Zweck dieses Artikels ist nicht, eine Beurtheilung\nder angedeuteten Werke zu liefern, den Werth des einen\noder des anderen vom Standpunkte der musikgeschicht-\nlichen Forschung zu prüfen, darzulegen, in wie fern die\nin denselben aufgestellten Behauptungen richtig und stich-\nhaltig sind oder nicht: es soll hier vielmehr nur erwogen\nwerden, welche Bedeutung für die schaffende und aus-\nübende Tonkunst ihnen zuerkannt werden darf, welchen\nunmittelbaren oder mittelbaren Einfluss auf die Entwick-\nlung derselben sie auszuüben berufen und in wie weit sie\ndaher dem Fachmusiker wichtig und nothwendig sind.\nEs ist nicht zu bezweifeln, dass die Griechen, die ge-\nbildetste Nation des Alterthums, ja, vielleicht aller Zeiten,\nder Musik dieselbe Aufmerksamkeit, dasselbe Studium ge-\nwidmet haben, mit der sie die anderen Künste betrieben.\nFreilich haben die Juden sich noch mehr mit der Musik\nbeschäftigt, als jene; es gibt kein wichtiges Ereigniss in\nihrer Geschichte, bei dem nicht die Musik eine Rolle spielte;\nschon Laban wirft Jakob vor, dass er von ihm geflohen\nsei, während dass er (Laban) ihn hätte begleiten wollen mit\nMusik und Gesang; Mirjam preiset die Rettung der Juden\nam Rothen Meere durch den Siegesgesang mit Cymbeln\nund Pauken; David unterhielt vier Tausend Musiker für\nden Gottesdienst, in den Psalmen sind Namen mancher\nChorführer angeführt, und die Bezeichnung, die sich hier\nund da findet, „einLied zu singen im höheren Chor\", er-\nweiset deutlich, dass festgestellte Normen in der Ausübung\nder Tonkunst vorhanden waren. Bei der vorwiegend theo-\nkratischen Einrichtung des ganzen politischen Lebens der\nJuden und bei dem reinen Monotheismus, welcher ihr zum\nGrunde lag, war die Tonkunst auch die einzige Kunst, die\nzur entschiedenen Entwicklung gelangen konnte; die Ma-\nlerei, die Sculptur und selbst die Architektur mochte zu\nleicht dem Götzendienste verwandte Stoffe wählen, wäh-\nrend die lyrische Poesie—eine andere gab es nicht—nur\nder Verherrlichung des „einzigen\" Gottes dienen durfte\nund die Musik an sie gebunden war; dieser Punkt wird\nspäter noch einmal erörtert werden: hier ward er ange-\nführt, damit der geneigte Leser von vorn herein die Bedeu-\ntung der Tonkunst bei den Juden erwäge.\nDie Griechen, denen ein nach allen Seiten hin ent-\nwickeltes geistiges Leben bestimmt war, haben auch alle\nKünste für die verschiedenartigsten Zwecke gepflegt und\nverwendet; ihre Architektur, ihre Sculptur, ihre Poesie\nhat unvergleichliche Denkmale geschaffen, nur ihre Male-\nreien sind verloren gegangen; von ihrer Musik sind uns\nmanche Zeichen bekannt, die als das dienten, was man\nheute Noten nennt, aber keine Spur ist vorhanden, aus\nwelcher die Forschung ein Tongebilde, ein musicalisches\nKunstwerk erweisen könnte.\nUnd doch hat die Musik eine bedeutende Rolle gespielt,\nja, sie war überall, wo die Künste überhaupt wirkten, im\nDrama, wo der Chor sich in hehren Betrachtungen des\nmenschlichen Schicksals erging oder die Stimme zum Preise\neines Gottes erhob; beim Gastmahle, wo der Sänger die\nHarfe schlug und die Heldenthaten der Vorfahren pries;\nin der Schlacht, wo Tyrtäus' Lieder die Krieger entflamm-\nten; bei den Mysterien und in den öffentlichen Versamm-\nlungen; selbst die Mythe weist auf die Macht der Tonkunst\nhin: wenn Amphion Theben beim Klange der Leier baute,\nso ist dies der unzweifelhafte Beweis, dass während des\nBau es Gesang die Arbeitenden anfeuerte, dass der Ton-\nkunst sich die Steine gefügig erwiesen.\nüeberall ist also die Tonkunst in Griechenlands geisti-\ngem Leben mitthätig, und doch hinterlässt sie keine Werke,\ndie als Denkmal ihres Wirkens auf die Nachwelt über-\ngehen— die Kriege der Barbaren, die Völkerwanderungen\nzerstören Tempel, Statuen und Schriften, der Brand von\nAlexandria verzehrt unersetzliche Schätze der Wissenschaft\nund der Poesie: aber mitten unter den Gräueln, die alle\nstaatlichen und gesellschaftlichen Bande lösen, bleiben\neinige Bauten mehr oder weniger unversehrt und trotzen\ndem zernagenden Zahne der Zeit, um ein Jahrtausend spä-\nter der Kunst als Wegweiser zu dienen; einige Statuen\nentgehen der vernichtenden Wuth der Barbaren und dem\nüberfrommen Eifer der Bilderstürmer, um von späteren\nGeschlechtern als unvergängliche Muster der Schönheit be-\nwundert zu werden; einige Manuscripte werden gerettet,\nvon treuen Wächtern bewacht und einander überantwor-\ntet, um ewiges Zeugniss zu geben von den herrlichsten\nSchöpfungen des menschlichen Geistes in Epos und Drama\nund in der Philosophie: nur von der Musik bleibt nichts\nzurück, was den Beweis liefere von ihrem Wirken als"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "293", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.5", "texte": "schaffende Kunst wie ist diese fast unglaubliche,\nüberraschende Erscheinung zu erklären?\nEinfach dahin, dass die Musik bei Weitem nicht auf\nderselben Stufe der Entwicklung stand, auf der die ande-\nren Künste standen; die Theorie, das Theoretisch-Wissen-\nschaftliche derselben war in einer Weise ausgebildet, die\nwahrhaft Staunen erregt; es gehört ein immenses Gedächt-\nniss dazu, um all die „Nomoi\" und sonstigen Bezeichnun-\ngen genau zu kennen, aber die Praxis war eine dürftige.\nDer fleissigste und genaueste Forscher der altgriechischen\nMusik, Westphal, der von dem Standpunkte ausgeht, die\nGriechen hätten ein ausgebildetes Harmonie-System be-\nsessen, weiss dafür keinen anderen praktischen Beleg\nanzuführen, als eine in den Schriften des Anonymus de\nmusica enthaltene Begleitung, in welcher sich ein ge-\nbrochener befindet; zu dieser Begleitung\nhat er eine Melodie erdacht, die „vielleicht\" so klang, wie\ner sie gibt—weiter weiss er nichts anzuführen; allerdings\nweist er auf eine Masse von Schriften hin, die unzweifel-\nhaft darlegen, dass die Griechen sich ungemein viel mit\nMusik beschäftigt haben. Die grosse Anzahl theoretischer\nSchriften über eine Kunst gibt keinen anderen Beweis von\neinem anderen hohen Stande der Ausbildung derselben,\nals von dem gegenüber einer vergangenen Periode; die\nfast unglaubliche Menge musicalischer Tractate aus dem\nzwölften und dreizehnten Jahrhundert, welche durch die\nMühe und den Fleiss neuerer Forscher ans Tageslicht ge-\nfördert wurden, zeigen uns, dass damals mehr Leute mit\nMusik sich beschäftigt haben, als im Jahrhundert vorher,\naber die Tonwerke selbst, die Compositionen, die uns über-\nkommen sind aus jener Zeit, bieten mit den seltensten Aus-\nnahmen nur das antiquarische Interesse für die specielle\nMonographie, keines für den Musiker von Fach.\nAlle Versuche, die Musik der alten Griechen mit der\nneueren polyphonen in irgend eine Verbindung zu bringen,\nwerden so fruchtlos sein, als ein etwaiger Versuch, die\nSchauspielkunst unserer Zeit selbst in den Darstel-\nlungen griechischer Tragödien jenen Regeln un-\nterwerfen zu wollen, welche maassgebend waren, als\nAeschylos und Sophokles ihre Dramen dichteten. Die\nMaske, welche die griechischen Schauspieler trugen, schloss\nvon vorn herein die Mimik, also den subjectiven Ausdruck\nder Gefühle aus, ohne welche wir uns keine Darstellung\nauf der Bühne mehr denken können; die Musik der Grie-\nchen hat keine Spuren der Harmonie und Polyphonie hin-\nterlassen, ohne welche für uns kein Tonwerk existirt.\nEs ist schon einmal in diesem Artikel nachgewiesen\nworden, dass die Israeliten sich mehr mit der Musik be-\nschäftigt haben, als andere Völker, weil eben keine andere\nKunst mit ihrer ganzen Wesenheit in dem Maasse zusam-\nmenfiel; wenn jenes Volk, das durch sein politisches und\nsociales Leben ganz an die Musik gewiesen war, keine\nSpur der Melodieen jener Psalmen hinterliess, welche\ndie christliche Religion von ihnen übernommen\nund sich angeeignet hat, so ist dies anscheinend noch\nwunderbarer, als wenn von den Griechen, welche vorzugs-\nweise den plastischen Künsten und der Poesie huldigten,\nkeine Muik zurückgeblieben ist, die einen Ausgangspunkt\nneuer Entwicklung bieten könnte. Es ist hiermit nicht ge-\nsagt, dass die Forschungen jener gelehrten Kenner des\nAlterthums nicht dankenswerth sind, wohl aber ist ein\nfür alle Mal festzustellen, dass zuerst die Cultur-, dann\ndie Musikgeschichte aus den Forschungen Nutzen ziehen\nmag, die Tonkunst aber keinen daraus gewinnen kann.\n\nDie Hoftheater in Hannover, Kassel, Wiesbaden.\nDie Erwartung, welche wir in dem Artikel: „Die\nKunst und die Kleinstaaterei\", in Nr. 34 S. 267 ausspra-\nchen, dass die königlich preussische Regierung ihre Unter-\nstützung der dramatischen Kunst nicht bloss auf die Thea-\nter von Berlin beschränken werde, scheint keine unbegrün-\ndete, ja, um im diplomatischen Zeitungsstil zu reden, nicht\neinmal eine „verfrühte\" gewesen zu sein, denn die „Neue\nPreussische Zeitung\", in solchen Dingen in der Regel gut\nunterrichtet, eröffnet für die Kunst-Institute der oben ge-\nnannten ehemaligen Residenzen eine befriedigende Aus-\nsicht in folgender Mittheilung:\n„Mehrere Blätter berichten bereits über die künftige\nStellung der bisherigen Hoftheater in Hannover, Kassel\nund Wiesbaden. In Beziehung darauf hören wir aus siche-\nrer Quelle, dass darüber zur Zeit noch gar keine bestimmte\nAnordnung getroffen ist und dass solche selbstverständlich\nauch nicht eher erfolgen kann, als bis das Gesetz über die\nVereinigung Hannovers, Kurhessens, Nassau's u. s. w. mit\nPreussen erlassen ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach wer-\nden indess jene bisherigen drei Hofbühnen den genannten\nStädten erhalten bleiben, und zwar als königliche In-\nstitute und in einem gewissen, seiner Zeit näher festzu-\nstellenden Abhängigkeits-Verbältnisse zum königlichen\nTheater in Berlin, wodurch verhütet wird, dass sie der\nblossen Speculation verfallen und die künstlerische Bedeut-\nsamkeit hinter den Privat-Interessen einzelner Unternehmer\nzurückstehe. In diesem Sinne nehmen sich die königlich\npreussischen Civil-Commissare in jenen Städten der Sache\naufs freundlichste an, so dass in Kassel und Wiesbaden\ndie Vorstellungen in den bis dahin geschlossenen Theatern\nauch schon wieder begonnen haben. Grössere Schwierig-\nkeiten stellen sich in Hannover entgegen, und man hat"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "294", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.6", "texte": "daher den General-Intendanten Herrn v. Hülsen ersucht,\nvorläufig, ehe er persönlich dort zur definitiven Organi-\nsation mitwirkt, eine geeignete, mit dem Theaterwesen\nvertraute Persönlichkeit zur provisorischen Führung des\nTheaters in Hannover zu bezeichnen. Auf seinen Vorschlag\nist nun, mit Genehmigung des Ministeriums der auswärti-\ngen Angelegenheiten, Herr v. Bequignolles (früher Director\ndes Stadttbeaters in Görlitz und zuletzt Ober-Regisseur in\nWiesbaden) damit beauftragt worden, die Theater-Vor-\nstellungen in Hannover wieder in Gang zu bringen. Was\ndie von mehreren Blättern so genannte Annexion des Te-\nnoristen Herrn Nie mann in Hannover betrifft, so ist der\neigentliche Sachverhalt der, dass Herr Niemann selbst ge-\nwünscht hat, bei der königlichen Oper in Berlin einzutre-\nten. Den Kunstfreunden in Hannover, Kassel und Wies-\nbaden aber wird es gewiss zur Beruhigung dienen, dass\ndie Vereinigung mit Preussen voraussichtlich die bisheri-\ngen dortigen Hoftheater in einer der dramatischen Kunst\nwürdigen Verfassung conserviren wird.\"\nDie Einrichtung mehrerer Hoftheater in einem und\ndemselben Lande findet im Grossherzogthum Baden schon\nein vorhandenes Beispiel, indem das Theater in Mannheim\nneben dem Hoftheater in Karlsruhe ebenfalls den Titel\n„ Hoftheater\" hat und eine Unterstützung aus der Staats-\ncasse bezieht, zu welcher ein namhafter, so viel wir wissen,\nvier Mal grösserer Beitrag von der Stadt (10,000 und\n40,000 Fl.) geleistet wird. Eben so wurde das Hoftbeater\nin Wiesbaden bisher nicht bloss aus Staatsmitteln erhal-\nten, die im Gegentbeil verhältnissmässig unbedeutend wa-\nren, sondern auch aus dem Zuschüsse, den die Curhaus-\nVerwaltung gab.\nWie sich die neuen Einrichtungen nun auch gestalten\nmögen, so bleibt eine Hauptsache die Beibehaltung der\nstehenden Orchester als königliche Capellen mit königlichen\nCapellmeistern an der Spitze. Diese Capellen sind nicht nur\nfür die Oper ein nöthiger Bestandtheil, eine\nqua non,sondern auch ein Stützpunkt der Kunst und des\nclassischen Geschmacks durch die Veranstaltung von regel-\nmässigen Concerten, zu denen die Bühnen-Verwaltung\nihnen nichts als Zeit— vielleicht auch Local —zu bewilli-\ngen hat, da die übrigen Kosten sehr wohl durch Abonne-\nment bestritten werden können, welches ausserdem noch\neine Zulage zu dem Gehalte der Orchester-Mitglieder\nabwerfen dürfte.\n\nTheater in Köln.\nDen 8. September 1866.\nDie Directionen der Stadttbeater waren während des\nSommers in der unangenehmen Lage, welche bei jedem\nGeschäfte ein Schwanken des Entschlusses über dessen\nFortsetzung bei ungünstigen äusseren Verhältnissen er-\nzeugt. Auch die Wiederaufnahme der Theater-Vorstellun-\ngen in Köln musste bei den kriegerischen Verwicklungen,\nderen so baldiges Ende Niemand voraussehen konnte,\nschwere Bedenken erregen. Wenn nun auch Herr Ernst,\nvon seinem bekannten Unternebmungsgeiste geleitet, so-\nbald die Aussicht auf Frieden sich hellte, mit Muth ans\nWerk ging, so war doch inzwischen die Neugestaltung\neiner guten Bühnen-Gesellschaft schwieriger als je gewor-\nden, da die ganze Sommerzeit zu der persönlichen Prü-\nfung der Leistungen der Künstler an anderen Theatern\nfür den Director verloren war. Es mussten die Engage-\nments in der kürzesten Zeit vor Eröffnung des Theaters\nabgeschlossen werden, und desshalb dürfen wir bei der\nBeurtheilung der angestellten Künstler diese zwingenden\nVerhältnisse nicht vergessen.\nWas die Oper betrifft, so glauben wir nach Anhö-\nrung der bisher gegebenen drei Opern von verschiedenem\nStil Hugenotten, Troubadour, Freischütz im Allge-\nmeinen ein Urtheil aussprechen zu können, welches zu der\nErwartung befriedigender und anziehender Vorstellungen\nin diesem Winter berechtigt. Dass die ganze Aufgabe der\ndramatischen Kunst von den Theatern, die auf Privat-Un-\nternehmung beruhen, genügend gelöst werde, wird kein\nVerständiger verlangen, zumal da in dieser Beziehung\nauch die reichlich unterstützten Bühnen jetzt so ziemlich\nüberall allzu viel vermissen lassen. Es kann daher eine\nBeurtheilung der Leistungen eines Stadttheaters im Gan-\nzen und im Einzelnen nur eine relative sein, nicht eine\nabsolute, die den Maassstab von idealen Kunstforderungen\nanlegen wollte. Mögen nur die darstellenden Künstler dies\nebenfalls bedenken und auf die zuweilen überraschend aus-\nbrechenden Kundgebungen von Beifall im Publicum nicht\nein Bewusstsein ihrer Vollkommenheit begründen wollen:\ndenn erstens geht dieser Beifall auch wohl von Kunstver-\nständigen aus, welche den eben ausgesprochenen Rück-\nsichten Rechnung tragen, und zweitens zuweilen nur von\neiner Claque, welche ihre Unzurechnungsfähigkeit oft\nschon dadurch documentirt, dass sie mitten im Gesang-\nstücke bei einer etwaigen Pause schon zu lärmen anfängt,\nweil sie den Abschnitt für den Scbluss des Stückes hält.\nDer strebsame Künstler wird immer am besten tbun, der-\ngleichen rauschende Applaus-Salven namentlich im An-\nfange seines Auftretens nur für aufmunternde Kundge-\nbungen zu nehmen. Eben so wenig darf er sich aber auch\ndurch Mangel an derartigem Beifalls-Gebrause entmuthi-\ngen lassen, wenn er sich künstlerischen Strebens bewusst\nist, das freilich zuweilen mit der Täuschung über die Mit-\ntel, welche die Natur verliehen, zusammenfallen kann."}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "295", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.7", "texte": "Mit Vergnügen haben wir einige der Stützen der vor-\njährigen Oper jetzt als wieder angestellt begrüsst. Wir\nrechnen dahin vor Allem Herrn Capellmeister Seidel,\ndessen Wirksamkeit um so mehr Anerkennung von Seiten\nder Kritik verdient, als sie sich der Beurtheilung durch\ndie Menge im Publicum entzieht; ferner die Herren Sän-\nger Riese und Schelper, welche beide, mit trefflichen\nStimmmitteln begabt, mit Erfolg auf der Bahn der Kunst\nfortschreiten. Ihnen haben sich der Tenorist Herr Götte\nmit zwar nicht mehr ganz frischer, aber weicher und an-\ngenehmer Stimme, dabei eine stattliche Figur von Bühnen-\nAnstand, und der Bassist Herr Krolop mit klangvollem,\nnamentlich in der Tiefe und Mittelregion kräftigem Organ\nzugesellt. Wir dürfen sie als eine gute Acquisition be-\ntrachten, machen aber Herrn Krolop darauf aufmerksam,\nauf die Aussprache mehr Fleiss zu verwenden, damit z. B.\neinsylbige Wörter, wie „Schweig!\" nicht zu „Scheweig\"\noder „Scboweig\" werden, ferner im Gesänge bei anzuer-\nkennender Fertigkeit nicht zu viel thun zu wollen, indem\nTriller in Bass-Partieen, wenn sie wirken sollen, nur in\nvorgeschriebenen oder ganz dazu geeigneten Stellen anzu-\nbringen sind; auch das Portamento von auf in der\nArie des Caspar im Freischütz (Triumph, die Rache u.s.w.)\nwar unrichtig, da nach dem Ois durchaus ein Abschnitt,\nden die Viertelpause markirt, Statt finden muss, um der\nAbsicht des Componisten zu entsprechen. Der Versuch\neines dritten Tenors in der Rolle des Max in derselben\nOper verunglückte ganz und gar: er machte im Terzett\nmit Chor im ersten Acte und am Schlüsse der grossen\nArie so auffallende Fehler, dass sie nur einem gänzlichen\nMangel an musicaliscber Bildung, kaum einer plötzlichen\nVerwirrung durch die Angst eines Debüts, zuzuschreiben\nsind.\nDass aber eine gewisse Befangenheit vom ersten Auf-\ntreten vor einem neuen Publicum unzertrennlich ist und\nauch musicalisch gebildeten und selbst routinirten Künst-\nlern so hinderlich wird, dass das Publicum dadurch leicht\nveranlasst werden kann, ihre Leistung zu unterschätzen,\ndas haben wir bei Fräulein Stork gesehen, welche es in\nihrer Antrittsrolle, der Valentine in den Hugenotten, nicht\nzu freiem Spiel und Gesang bringen konnte, wiewohl sie\nin der Partie vollkommen sicher war und eine rühmliche\nKünstler-Laufbahn an den Hoftheatern zu Wiesbaden und\nBraunschweig sie, wie man annehmen sollte, längst von\ndem so genannten Lampenfieber geheilt haben müsste.\nDennoch konnte dem aufmerksamen Beobachter, und zu-\nmal denjenigen, die Fräulein Stork schon gehört hatten,\nihr sichtbar befangenes, wir möchten beinahe sagen,\nschüchternes Wesen an dem ersten Abende ihres Auftre-\ntens nicht entgehen. Diese Sängerin ist im Besitze einer\nStimme, die allerdings zu denjenigen gehört, die nichts\nBlendendes haben und an die man sich erst gewöhnen\nmuss. Man würde ihr Unrecht thun, sie nach dem ersten\nAbende zu beurtheilen; an Höhe scheint es ihr zu fehlen,\nallein wir sind überzeugt, dass im Uebrigen Gesang und\nSpiel einen weit vortheilhafteren Eindruck machen werden,\nwenn sich Publicum und Künstlerin erst mehr mit einan-\nder befreundet haben. Das wird freilich auch bei Fräulein\nFrey der Fall sein müssen, welche als Königin in dersel-\nben Oper eine vortreffliche Coloraturfertigkeit entwickelte\nund sich auch im dramatischen Ausdruck als Leonore im\nTroubadour nicht unerfahren zeigte. Als Königin und in\nähnlichen Partieen wird sie wohltbun, ihre Mimik und\näusseren Manieren überhaupt dem noblen Charakter sol-\ncher Rollen mehr anzupassen. Im Troubadour hörten wir\nvon Fräulein Czelsko als Azucena eine volltönende, echte\nAltstimme, wie sie auf den Bühnen heutzutage selten ist.\nIn den Hugenotten und im Freischütz führte uns die\nDirection noch zwei jugendliche Sängerinnen vor, Fräulein\nv. Di 11 ne r (Page und Aennchen) und Fräulein We 11 de n\n(Agathe). Fräulein v. Dillner eroberte sogleich durch ihre\nsehr anmuthige äussere Erscheinung und den colorirten\nVortrag ihrer Pagen-Arie stürmischen Applaus, der ihr\ndann auch als Aennchen im Freischütz wiederum zu Theil\nwurde. Wir sind weit entfernt, diesen Beifall zu missbilli-\ngen, haben uns im Gegentheil ebenfalls an der lieblichen\nErscheinung und den gesanglichen Anlagen der jungen\nDame erfreut: das kann uns aber nicht hindern, Fräulein\nv. Dillner an unsere obige Bemerkung über Applaus der\nMenge zu erinnern. Wir glauben uns indess nicht zu irren,\nwenn wir annehmen, dass die bescheidene junge Künst-\nlerin, in der wir eine talentvolle Anfängerin erblicken, die\nschnell Errungene Gunst des Publicums als einen Sporn\nzu eifrigem Fortschreiten betrachten wird. Was den Ge-\nsang betrifft, so muss sie sich hauptsächlich vor dem For-\nciren der Stimme in der Höhe hüten, weil ihre Stimme\nan und für sich schon einen mehr scharf als rund und\nweich tönenden Klang hat. Fräulein Wellden zeigte sich\nin der Agathe im Spiel ganz und gar als eine Kunst-No-\nvize, aber im Gesänge machte die Einfachheit und Natür-\nlichkeit des Vortrages einen angenehmen Eindruck, den\neine Sopranstimme von nicht grosser, aber recht wohllau-\ntender Tonfülle und Egalität, aus welcher etwas werden\nkann, unterstützte.\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\n* Leipzig, 10. September. Die berühmte Sängerin Frau\nRudersdorf, welche zu den Künstlerinnen gehört, die in London\nund auf den Musikfesten in England die deutsche Gesangkunst auch"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "296", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18660915-01.1.8", "texte": "in der letzten Saison wiederum glänzend vertreten haben, hat durch\nihre vortrefflichen Vorträge in den hiesigen Gewandhaus-Concerten\nim vorigen Winter einen solchen Eindruck gemacht, dass sie von\nder Direction für den November des bevorstehenden Winters für\ndrei Concerte wiederum engagirt worden ist.\nAm 1. September war ein Zeitraum von fünfundzwanzig Jah-\nren verflossen, dass die gefeierte Künstlerin Frau Marie Bayer-\nBürck dem königlichen Hoftheater zu Dresden als Mitglied an-\ngehört. Aus Anlass dieses festlichen Tages wurde der hochgeschätz-\nten Künstlerin Namens der Mitglieder des königlichen Hoftheaters\nvon einer Deputation derselben, unter einer die Jubilarin feiernden\nAnsprache des Herrn Porth, ein silberner Lorberkranz überreicht.\nDer königliche Hofpianist Herr von Bülow, welcher im Mai\nd. J. sich einige Zeit nach der Schweiz zurückzog, ist vor einigen\nTagen wieder in München eingetroffen und verbleibt nach wie\nvor in der nächsten Umgebung des Königs.\nEinige Blätter brachten die Nachricht, dass die Ab-\nsicht bestehe, das Hof-Operntheater in Pacht zu geben. Wie wir\nerfahren, ist gelegentlich der Erörterungen über Einführung mög-\nlichster Ersparnisse im Staatshaushalte auch der Aufwand des Opern-\ntheaters ins Auge gefasst und die Idee der Verpachtung angeregt\nworden. Die Schwierigkeit jedoch, die vielen in Kraft stehenden\nVerbindlichkeiten in nächster Zeit zu lösen oder einen Unternehmer\nzur Aufrechthaltung derselben zu erhalten, hat Erwägungen hervor-\ngerufen, die zum vorläufigen Fallenlassen des Projectes geführt ha-\nben. Dagegen soll die Subvention in möglichster Weise zu restrin-\ngiren und besonders den theuren Ballet-Ausstattungen ein angemes-\nsenes Ziel zu setzen beschlossen worden sein.\nBei der Fest-Vorstellung am Geburtstage Sr. Majestät\nunseres Kaisers machte es Eindruck, dass sich die Preussen wäh-\nrend Absingung der Volkshymne von den Sitzen erhoben und in\nden stürmischen Applaus mit einstimmten.\n** Rirttssel, 9. September. Man geht damit um, einen all-\ngemeinen belgischen Musikverein zu bilden, dessen Aufgabe die Ver-\nanstaltung grosser Musikfeste nach Art der niederrheinischen Feste\nsein wird. Das Ministerium des Innern bat die Sache in die Hand\ngenommen und eine Commission zu diesem Zwecke ernannt, zu\nwelcher unter dem Vorsitze des Directors des Conservatoriums,\nHerrn die Herren Samuel, Hanssens, Benoit, Soubre u. s. w.\ngehören.\nDie zweite, ausserordentlich vermehrte und berichtigte Ausgabe\nvon Fetis' Biographie universelle des Musiciens, deren Correctur\nauch der unermüdlich thätige Veteran der Musikgelehrten persönlich\nbesorgt hat, ist, wie wir schon früher angezeigt haben, nun voll-\nständig in acht grossen Octavbänden, einem jeden von 500 Seiten,\nerschienen, zum Preise von 64 Frcs. (17 Thlr. 12 Sgr.). Adresse\nder Verlagshandlung: Firmin Didot fröres, fils et Co. 56, rue Ja-\ncob, Paris.\nIPairis« Die Opinion Nationale bringt am 31. Juli in ihrem\nFeuilleton unter der Ueberschrift „Les oeuvres inedites de Rossiniu\nein Verzeichniss von Compositionen, welche Rossini grösstenteils\nin der Zeit von etwa 1857 bis Mitte 1866 in Passy (bei Paris) ge-\nschrieben haben soll. Es werden da angeführt etwa 50 Stücke ver-\nschiedener Art für Gesang mit und ohne Begleitung, grösstentheils\nüber französische und italiänische Texte; ferner mehr als 60 Stücke\nfür Ciavier allein und einige Compositionen für Ciavier mit Beglei-\ntung anderer Instrumente. Von sämmtlicben Tonstücken sind nur\nwenige bekannt oder gedruckt worden, so z. B. ein „Gesang der\nTitanenA<, welcher in Wien in einem Concerte für das Haydn-Denk-\nmal zur Aufführung gelangte; ein in der Zeitschrift „La Maitrisea\ngedrucktes 0 salutaris für vier Singstimmen u. s. w. Von den übri-\ngen machen wir folgende namhaft: eine kleine vierstimmige Messe\nmit Begleitung zweier Pianoforte und eines Harmoniums; ein\n„Canon anti-savant h trois voix, dedie aux Turcos par le Cygne de\nPesaro\" ; „Recitativo ritmato\" (Text von Dante); Hymne für\nBariton und Chor; „Choeur de chasseurs dömoerates\" für Män-\nnerstimmen, zwei Trommeln und Tamtam; „Ave Maria\" für\nFrauen- und Männerstimmen; „Echantillon melodique sur les\nnoires de la main droitefür Pianoforte; „Pr&ludey Thdme et\nVariations pour cor et piano\" \\ „ Un mot ä PaganiniElegie für\nVioline und Pianoforte; kleine Caprice „style Offenbachu für\nPianoforte; „Äfarche et reminiscences pour mon demier voyage\"\nfür Pianoforte; „Recueil semt-comique de 56 morceaux pour le\npianou u. s. w. Der letzterwähnten Sammlung Ciavierstücke (welche\nsämmtlich Ueberschriften haben, z. B. „Les figues seches\", „Präude\nconvulsifuy „ Valse antidansanteu, „Specimen de mon tempsw, „Spe-\neimen de Vavenir\" u. s. w.) ist folgende, mit Rossini's Namen un-\nterzeichnete Notiz beigefügt: „Je dedie ces Peches de vieillesse aux\npianistes de la quatrieme classe, h laquelle fai Vhonneur d'appar-\ntenir.u\nEin Beitrag zu den Bühnen-Honoraren. Der Tenorist\nVillaret ist an der grossen Oper zu Paris aufs Neue für drei\nJahre angestellt und erhält im ersten Jahre 45,000 Fr., im zweiten\n55,000, im dritten 65,000, mithin für drei Jahre 165,000 Fr (an\n44,000 Thlr.)\nDie Wagner-Brendel'sehe Frage des Aufgehens der besonderen\nKunstgattungen in die „Allkunst\" wird durch das Theater der Porte\nSt. Martin in Paris praktisch zur Entscheidung gebracht werden;\ndas genannte Theater bereitet ein Schauspiel oder ein Allspiel vor:\n„Le Voyage h Londreswelches Drama, Komödie, Vaudeville,\nZauberposse, Tanz, Musik, Malerei und Architektur in den Decora-\ntionen vereinigen wird. Ganz gut! Auf schlagendere Weise kann\nder Unsinn der erwähnten Kunst-Philosophie in ihrer Anwendung\nauf die Bühne nicht dargethan werden.\n+ :\n]!ew-YorliL« Karl Anschütz wird, wie es heisst, ein Con-\nservatorium für Musik in hiesiger Stadt errichten. Ein solches Un-\nternehmen, auf solider Basis und nicht lediglich in der Absicht er-\nrichtet, auf die leichteste Weise das meiste Geld zu verdienen,\nwürde ausserordentlich segensreich für New-York sein. Competente\nKräfte, welche als Lehrer an dem Institute beschäftigt werden könn-\nten, gibt es genug."}]}