{"numero_id": "bm-bmtnabi-1866-11-24-01", "volume": "bmtnabi_1866-11-24_01", "ocr_sha256": "5fd348145dfdfa115d8cb9f05ea6f9d4bb3b00866f7978d8dc4e6bae8ea00a3a", "source_tei": "", "source_mets": "https://github.com/pulibrary/BlueMountain/blob/main/metadata/periodicals/bmtnabi/issues/1866/11/24_01/bmtnabi_1866-11-24_01.mets.xml", "url_numero": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01", "articles": [{"article_id": "bm-bmtnabi-1866-11-24-01-c001", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-11-24_01#c001", "volume": "bmtnabi_1866-11-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "369", "page_fin": "369", "image_debut": 1, "image_fin": 1, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.2.1", "titre_corps": "Inhalt.", "titre_sommaire": "Inhalt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "369", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.1", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 483, "texte": "Inhalt.\nCarl Maria von Weber als Schriftsteller. I. Aus Brüssel (Musicalische Zustände in den Niederlanden). —Stadttheater\nin Frankfurt a. M. (Theaterjahr 1865—1866). Drittes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich. Aus Regensburg (Concert-\nSaison). Tages- und Unterhaltungsblatt (Düsseldorf, zweites Concert des Allgemeinen Musikvereins. Barmen, Orchester-\nVerein. Berlin, Dr. Albert Lindner. Leipzig, Oper „Astorga\". A. B. Marx' Nachlass. Wien, Unterstützungsverein, —u. s. w.)."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-11-24-01-c002", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-11-24_01#c002", "volume": "bmtnabi_1866-11-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "369", "page_fin": "371", "image_debut": 1, "image_fin": 3, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.2.2", "titre_corps": "Carl Maria von Weber als Schriftsteller", "titre_sommaire": "Carl Maria von Weber als Schriftsteller", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "369", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.1", "debut_caractere": 485, "fin_caractere_exclue": 4186, "texte": "Carl Maria von Weber als Schriftsteller\n*)•\nI.\nDer unlängst erschienene letzte Band der Biographie\nC. M. von Weber's enthält die vierte Abtheilung dieses,\nvon dem Standpunkt des Verfassers aus betrachtet, höchst\nanerkennenswerthen Beitrages zur Musikgeschichte oder\nrichtiger gesagt zur Geschichte der Tonkünstler. Wir\nverweisen auf die Besprechungen des ersten Bandes,\nJahrgang 1863 dieser Zeitung Nr. 51 und 52, wie 1864\nNr 3, des zweiten Bandes, 1865 1 und 3, ferner\nden Artikel „Persönliche Verhältnisse grosser Meister zu\neinander\", 1865, Nr. 7, der in Beziehung zu diesem\nWerke steht und bringen nur flüchtig in Erinnerung,\nwas der Verfasser in der Vorrede, Band I. sagt. Nachdem\ner sich dort kurz über die „deutscher Gründlichkeit vor-\nzüglich anmuthende\" Tendenz ausgesprochen, welche\nChrysander bei Händel's und mehr noch Thayer bei\nBeethoven's Lebensbeschreibungen leitet „und derselben\nihre vollste und höchste Berechtigung\" zugesprochen,\nschreibt er letztere in nicht minderem Maasse der von\nihm gewählten Form zu, welche das Lebensbild als ein\nenger umrahmtes aber fest abgeschlossenes, gerundetes\nBild gibt und vom Leser verlangt, „dass er das ihm vor\nAugen gestellte Portrait eines Lebens, auf Treue und\nGlauben für treu und redlich gemalt und ähnlich nehme\".\nDer Biograph sah für die Aufgabe seiner Arbeit an:\n„alle darstellbaren Ereignisse im Leben seines Vaters in\nsteter Beziehung zu der Schöpfung seiner Werke und\nwiederum von deren Wirkung auf die Aussenwelt, aber\nohne Versuche zu kritischer Beleuchtung oder Darstellung\nderselben\". So klar und fest, wie er die Gränzen sich\nvorgezeichnet, sind sie freilich nicht von ihm inne gehalten.\nAn mehreren Orten sind der Feder kritische Beleuch-\ntungen denn doch unvermerkt entflossen, und es scheint\nnach den nicht misszuverstehenden Worten der Vorrede,\ndass deren Dasein dem Schreiber bei Abfassung der letz-\nteren nicht gegenwärtig gewesen. Bezüglich des Liedes,\ndes Männergesanges, der Oper u. a. m. begegnen wir\nsogar breiteren Auslassungen von so umfassender Natur,\ndass wir zwar keine kritische Behandlung des Stoffes\ndarin erkennen mögen, doch aber ein Bild von des Ver-\nfassers Standpunkt zur Musik hinreichend deutlich darin\nwiederfinden. Ihm sei hieraus kein Vorwurf gemacht.\nDen grossen Verdiensten gegenüber namentlich, welche\ndie gewissenhafte Ausführung des Pensums für sich in\nAnspruch nehmen, genüge es, einfach darauf hinzuweisen.\nEs erscheint uns sogar Pflicht der warmen Anerkennung\nfür die treue Arbeit des Sohnes, der mit bewunderns-\nkt\nwerther Objectivität den Manen seiner Mutter ein Opfer\nungeschminkter Wahrheit dediciren konnte, diese kriti-\nschen Spazirgänge nicht in den Bereich der Besprechung\nzu ziehen; denn so wird sein Standpunkt, glauben wir,\nin seinem Sinne unsererseits gewahrt und nicht verrückt,\nindem er zeitweilig auf das principiel ausgeschiedene Ge-\nbiet hinausgeschoben wird.\nWir bescheiden uns bei diesen wenigen Worten über\ndas ganze Werk, die im Hinblick auf das an den oben\nangeführten Stellen Gesagte, dem wir vollständig beistim-\nmen, fast überflüssig erscheinen möchten; zu denen wir\nuns indessen gedrängt fühlten, um dem Leser unseren\nStandpunkt zum Ganzen nicht schuldig zu bleiben; da\nwir ihm den letzten Band anzukündigen die Freude haben.\nÜeber diesen sagt die Vorrede des 1. Bandes, Seite\nXVI: „Die vierte Abtheilung besteht aus Weber's eigenen\nhinterlassenen Schriften, von denen schon 1828 Theodor\nHell eine bei Arnold erschienene Ausgabe veranstaltet\nhat. Diese nach den Manuscripten berichtigt, anders ge-\nordnet, hier vermehrt, dort vermindert, bilden den dritten\n\n*) Carl Maria von Weber. Ein Lebensbild von Max Maria\nvon Weber, Dritter Band. Leipzig, bei Ernst Keil. 1866."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "370", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.2", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5342, "texte": "Band.\" Dieses ist alles, was wir über die Anlage er-\nfahren; denn die Schriften erscheinen ohne Vorrede. Sollte\nhier der Verfasser im „ Abschliessen\" nicht zu weit ge-\ngangen sein? Die Berichtigung nach den Manuscripten,\neine lästige Collatur-Arbeit, ist sicher nur mit Dank aufzu-\nnehmen und hat ohne Zweifel auch mit grosser Gewissen-\nhaftigkeit Statt gefunden. Die chronologische Ordnung ist\nin so fern auch nur zu billigen, als eine solche den Leser\ndie schriftstellerische Thätigkeit Weber's in ihrer natür-\nlichen Entwicklung bequem überschauen lässt.' Auch die\nVermehrung begrüssen wir freudig; denn alles aus der\nFeder Weber's Geflossene ist, so weit dieser Band es\nuns bringt, ein Jedes in seiner Beziehung lesenswerth.\nZwei Fragen wünschten wir jedoch gern beantwortet.\nErstens: was ist von der Verminderung betroffen und\nwarum? Zweitens: wie weit hat die Vermehrung Statt\ngefunden, befinden sich noch literarische Erbstücke im\nBesitz des Sohnes, und wessbalb werden uns diese zurück-\ngehalten? Bei dem vielen farblosen, oft ganz sinn- und\ntendenzlos zusammengeklecksten Beschreibsel unseres bil-\nligen Druckpapiers, wird es einem ordentlich wohl ums\nHerz bei der originellen, klaren, überall von Fachkennt-\nniss zeugenden, oft auch schriftstellerisch höchst bedeuten-\nden Schreibweise des Freischütz-Componisten, dass wir\nnicht leicht zu viel davon hätten, zumal da der ganze\nBand nur 304 Seiten zählt. An seinem Arbeitstische fällt\nder Schriftsteller gar zu leicht seiner Schreibseligkeit\nzum Opfer und die künstlerische Beschränkung, welche\nMax Maria von Weber sich auferlegte, da er eine jede\nAbschweifung vermied, hat dem Werk einen angenehmen,\nwie er selbst sagt, fast romanhaften Fluss gege-\nben; ein Nachtrag, der in Kürze dem Leser einen Blick\ngestattete sowohl in die Quellen, welche den beiden ersten\nBänden eine so inhaltsreiche Bedeutung verleihen konnten,\nals in die Redaction des vorliegenden, wäre mit Dankbar-\nkeit entgegenzunehmen.\nDer Inhalt zerfällt in: I. Vermischte Aufsätze, dies sind\nzum grössten Theile in Zeitungen veröffentlichte Artikel,\ndaneben einige Briefe, Ideen und Notizen. 11. Fragmente\neines Romans, bestehend aus 2 Entwürfen, einigen aus-\ngeführten Capiteln und* aphoristischen Kleinigkeiten,\nferner einem Anhang von kaum drei Seiten, der uns\neinige recht gelungene Gelegenheits-Reime bietet.\nDer erste Artikel entstand 1809 in Stuttgart, da\nWeber Secretär des Herzogs von Würtemberg (Bruders\ndes regierenden Königs) war. Das Jahr 1810, in Vog-\nler's Lehre mit Meyerbeer und Gänsbacher zu Darmstadt\nverlebt, bringt von dort und auf Anregung von Kunstrei-\nsen nach Aschaffenburg, Mannheim, Frankfurt und an-\nderen Orten, sechs Aufsätze. Aus 1811 datiren trotz der\nKunstreisen nach Mannheim, Giessen, Aschaffenburg,\nWürzburg, Bamberg, Nürnberg, Augsburg, München\nund Wiesbaden, ferner nach der Schweiz und nach Prag\n11 Arbeiten, 12 aus dem Jahre 1812. In Dresden be-\ngonnen, gab ihm dieses Jahr der schriftstellerischen An-\nregung mehr, als irgend ein anderes. Sein Umgang in\nLeipzig, der Verleger Kühnel, der Redacteur Mahlmann,\nAdvocat Müller und Dr. Aug. Kuhn, der Privat-Docent\nAmadeus Wondt und Prediger Fink, alle drangen in ihn,\nsein literarisches Talent zu cultiviren und nicht ohne Er-\nfolg; allein eine Einladung Emil Leopold August's von\nSachsen-Gotha entfernte ihn nicht nur aus der schrift-\nstellerischen Atmosphäre, sie brachte ihn auch schnell in\ndas Fahrwasser seines praktischen Musikstromes zurück.\nWährend seines Aufenthaltes in Weimar, Dresden, Berlin\nund Gotha fand sich die Mussezeit zu 12 Artikeln. Die\nfolgenden Jahre verschlangen durch anstrengende Amts-\ntätigkeit als Musik-Director der Oper zu Prag jeden Au-\ngenblick der Buhe; die nächsten Schriftstücke sind von\n1815, 2 aus München, 4 aus Prag datirend. Das folgende\nJahr, von dem er nur das erste Dritttheil in Prag ver-\nlebte, bringt von daher noch eine Reihe von Concert-Re-\nferaten und Kleinigkeiten aus Berlin, wo er trotz der\nKälte, die der Hof und dessen Kreise ihm bezeigten, auf\ndem Gipfel seines Ruhmes angelangt schien. Die mit\n1817 angetretene Stellung als königl. Capellmeister in\nDresden regte eine neue Seite seiner schriftstellerischen\nThätigkeit an, indem er sein Talent zum Nutzen seiner\nAmts-Wirksamkeit mithelfen lassen mochte. Abgesehen\nvon ein paar Briefen, einigen Arbeiten auf von aussen her\neingegangene Bestellungen, ferner mehreren Reliquien\nbringt die Sammlung nur noch einleitende Artikel für\nneue Werke und deren Schöpfer. Schon seit 1820\n(11. 380) modificirte sich Weber's Ansicht von der Bild-\nbarkeit des Publicums durch kritische und erläuternde\nAufsätze aus der Feder ausübender Künstler. So gab er\n(Mitte 1820 etwa) trotz der glänzendsten Anerbietungen,\nwelche Job. Schikh in Wien und Arnold in Dresden ihm\nmachten, es auf, sich ferner als Schiftstelier in die Oeffent-\nlichkeit zu begeben.\nDieses ist im Ueberblick, ganz äusserlicb betrachtet,\ndie Autoren-Laufbahn Weber's, wie sie aus dem 3. Band\nmit Benutzung der Daten, welche die beiden ersten geben,\nsich darstellt.\nWir schliessen hieran einige Bemerkungen.\nDie in Band 111. abgedruckten Schriftstücke Webers\nsind einfach mit einem Datum versehen, von dem es da-\nhingestellt ist, ob es das Datum der Entstehung nach dem\nTagebuche, das er führte, oder das des Erscheinens im\nDrucke ist. Natürlich abgesehen von den Stücken, die"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "371", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.3", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 4296, "texte": "nicht gedruckt worden sind. Ausserdem bringen die bei-\nden ersten Bände „Chronologisch geordnete Notizen über\nsämmtliche gedruckte und ungedruckte musicalische und\nliterarische Arbeiten Carl Maria von Weber's\". Die ersten\nvon 1798 bis 1817, von denen der Verfasser des Lebens-\nbild es Nachrichten gesammelt hat; doch rührt nur Er-\nmittlung und Zusammenstellung der Werke, nicht die mu-\nsicalische Bezeichnung vom Sohne her. Diese ist von Jahns,\ndem geschätzten Gesanglehrer in Berlin, einem grossen\nVerehrer Weber's, der auch die Notizen des zweiten\nBandes von 1817 26 zusammengestellt hat. In Folge\ndieses Umstandes ist die Fassung der letzteren eine we-\nsentlich andere in so fern, als der Zusammenhang mit dem\nLebensbilde aufhört, auf welches in den ersten Notizen\nwiederholt in interessanter Weise zurückgeführt wird.\nDiese Notizen enthalten Titel, Datum der Arbeit (also der\nEntstehung?) und Bemerkungen. Die Vorbemerkung:\n„Nur die Werke, deren Bezeichnung mit gothischer\nSchrift gedruckt ist, sind veröffentlicht\" bezieht sich nur\nauf die musicalischen Arbeiten.\nBei einem Vergleiche des Inhaltes, den der 3. Band\nbietet, mit diesen Notizen stellt sich nun Folgendes heraus.\nZuerst sind die Titel häufig anders gewählt. Z. B.\nBand 1., Seite 560 steht: 23. Juli. „Ueber Max Helfen-\nstein und das Ballet Gessner. Musik von Steuner\" ; Band\n111. dagegen: „Ueber das Ballet, der Dichter G. u. s. w.\"\nHat man anzunehmen, dass es doppelte Titel gegeben oder\ngar zwei Arbeiten, oder dass in der zweiten etwas wegge-\nlassen und darum der Titel geändert wurde? Das sind\noffene Fragen, deren wir mehrere in Folge verschiedener\nTitel anführen könnten.\nDann fehlt vieles in den Notizen Angeführte. Oben\nschon thaten wir dessen Erwähnung. Ein Theil hiervon\nfindet sich im Lebensbilde vor; doch ist es umständlich\nund zeitraubend dieses aufzufinden: denn Band 111. und\ndie Jähns'schen Notizen weisen selten, die Notizen in\nBand I. auch nicht der Regel nach darauf hin. Dagegen\nenthält Band 111. 2 Nummern, deren vorher nicht Erwäh-\nnung gethan: ein Schreiben an die Direction des drama-\nturgischen Wochenblattes zu Berlin vom 20. December\n1816 und eines an den Kaufmann Fränzl in München.\nEin Princip haben wir in den Auslassungen der Titel\nnachstehend nicht gefunden, es muss ein solches also durch\nden Inhalt der betreffenden Sachen an die Hand gegeben\nworden sein. Doch bleibt dieses nur eine Vermuthung\nunsererseits. Es fehlen neben anderen z. B. „Ansicht der\ngegenwärtigen Kunst- und Literatur-Zustände von Stutt-\ngart, 1809\" „Meine Biographie\" für Paris 1810 ge-\nschrieben „Plan zur neuen Musik-Zeitung, 1811\"\nBrief an den Herzog Emil Leopold August von Gotha,\n1818\" „Anrede des Simson an seine Delila\", 1819\n„Ueber seine Preciosa-Musik\", 1820. Schriftstelle-\nrische Arbeiten, die ihrem Titel nach einem jeden, der\nan Weber auch in dieser Beziehung Antheil nimmt, von\nWerth sein dürften.\nFerner bemerkten wir ein sehr häufiges Differiren\nin den Daten zwischen den Notizen und Band 111. Es\nsind uns mehr als 20 Fälle aufgestossen. Der Artikel\n„Ueber das Hausgesinde, Oper von Fischer\" z. B. ist\nnach Jähns (Band II.) am 18. Januar 1817 „veröffent-\nlicht\". (In Weber's Notizen Band I. ist das „Datum der\nArbeit\" angegeben). Band 111. bringt den Artikel vom\n13. her und nennt den 18. als Tag der bevorstehenden\nAufführungen.\nOhne Zweifel wird das vor den Notizen des ersten\nBandes angekündigte „Chronologisch-thematische Ver-\nzeichniss der sämmtlichen Tonwerke Carl Maria von\nWeber's nebst Erläuterungen\" von Jähns hierüber in\neinem Anhange etwa ebenfalls Licht verbreiten.\nBei der hohen Achtung, die wir vor dem Verfasser\ndes Lebensbildes haben, der uns durch sein Werk eine\nwesentliche Bereicherung der Musik-Literatur geboten,\nglaubten wir uns um so mehr verpflichtet, uns offen aus-\nzusprechen.\nHiermit schliesst die Besprechung des Antheils, den\nWeber, der Sohn hat, ab. Da derselbe aber nur äusserer\nNatur ist, so können wir den Gegenstand damit nicht für\nerledigt ansehen. Es liegen uns Schriften der verschieden-\nsten Art von Carl Maria von-Weber trotz der Fortlassun-\ngen in reichster Auswahl und, wie wir nicht zweifeln,\nhöchst sorgfältiger Revision vor; unsere Aufgabe soll es\nnun sein, von der Schale zum Kern eindringend, Weber's\ndes Vaters schriftstellerische Arbeiten selbst zu würdigen."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-11-24-01-c003", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-11-24_01#c003", "volume": "bmtnabi_1866-11-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "371", "page_fin": "373", "image_debut": 3, "image_fin": 5, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.2.3", "titre_corps": "Aus Brüssel.", "titre_sommaire": "Aus Brüssel.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 3, "page_imprimee": "371", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.3", "debut_caractere": 4298, "fin_caractere_exclue": 4915, "texte": "Aus Brüssel.\nDen 18. November 1866.\nDie Niederrheinische Musik-Zeitung hat in einem\nfrüheren Jahrgang einen Artikel über die musicalischen\nZustände in den Niederlanden gebracht, in welchem der\nbelgische Theil derselben gegen den holländischen in Be-\nzug auf Gesammt-Aufführungen von Instrumental- und\nVocal-Musik als weit zurückgeblieben dargestellt wurde.\nWir fassen unter dem Namen der Niederlande, unbe-\nkümmert um die heutigen politischen Gränzmarken, das\nganze musicalische Gebiet zusammen, welches durch die\n„niederländische Schule\" in der Geographie und Ge-\nschichte der Musik zusammen gehört, und obwohl in\n\nn"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "372", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.4", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 5330, "texte": "früheren Jahrhunderten die grösseren Meister aus dem\nsüdlichen Theile stammten, so lässt sich doch keineswegs in\nAbrede stellen, dass, wenn in der neueren Zeit auch\ndie Zahl der belgischen Componisten vielleicht grösser,\nals die der holländischen ist, doch die Richtung des mu-\nsicalischen Geschmackes und in Folge derselben die Theil-\nnahme für classische Musik, wie sie sieb bei Oratorien und\nSinfonieen bekundet, in Holland bei Weitem mehr verbrei-\ntet ist, als in Belgien. Bei Betrachtung der Thatsache\ndrängt sich die Frage auf, woher diese Verschiedenheit?\nSind die Belgier von der Natur etwa mit geringeren mu-\nsicalischen Anlagen begabt, als die Holländer? Durchaus\nnicht, denn das Gegentheil beweisen die vielen trefflichen\nInstrumental-Virtuosen, namentlich Violinisten, die ja so-\ngar eine besondere Schule gebildet haben, ferner einige\nbedeutende Sängerinnen, von denen wir nur Fräulein\nArt6t zu nennen brauchen, endlich die Männergesang-\nvereine, welche sich in jüngster Zeit dermaassen vervoll-\nkommnet haben, dass sie manchen berühmten deutschen\nGesellschaften, die auf ihren Lorbern ruhen, nicht nur\ngleichkommen, sondern, nach dem Urtheil deutscher Mu-\nsiker, selbstin der PräcisionundNuancirung, als unverkenn-\nbaren Errungenschaften der Lust an der Sache und des\nandauernden Fleisses, jene übertreffen.\nWenn also die Verschiedenheit der musicalischen\nRichtung nicht in dem specifischen Unterschied der musi-\ncalischen Organisation beider Nationen liegt, so müssen\nwir sie in dem allgemeinen Charakter der beiden Natio-\nnen und in äusseren Umständen suchen. Da wird es denn\nnicht schwer, das Vorwiegen des deutschen Elements bei\nden Holländern, des französischen bei den Belgiern als\nverantwortlich für die allgemeinen Richtungen in Kunst\nund Wissenschaft, ja, in der Cultur des Geistes über-\nhaupt, bei beiden zu erkennen, woraus denn ganz natür-\nlich der Einfluss auf den Geschmack in der Tonkunst sich\nherleitet. So lange die belgische musicalische Kritik ihre\nStudien nur in Paris macht und eben so sehr das soge-\nnannt geistreiche, im Grunde aber nur die Oberfläch-\nlichkeit und Unwissenheit übertünchende Colorit der pa-\nriser Feuilletons als Muster betrachtet, so lange überhaupt\nBrüssel es sich zur Ehre rechnet, das ganze gesellige Le-\nben mit allen Kunstgenüssen, die es verschönern, nach\npariser Schablone zu gestalten, so lange wird auch die\nTonkunst in ihren edleren Gattungen eben so wenig in die\nMasse der Gebildeten dringen, wie dies genau be-\ntrachtet auch in Frankreich der Fall ist.\nAber es gibt, abgesehen von der Nachahmung des\nFremden, im eigenen Volk und Staat Verhältnisse und\nEinrichtungen, welche das Gedeihen der Tonkunst und\ndes allgemeinen Sinnes für dieselbe bedingen; ihr Vor-\nhandensein fördert, ihr Mangel hemmt den Fortschritt im\nGeschmack. Der Staat kann in dieser Beziehung weniger\nhülfreich einschreiten, als man gewöhnlich glaubt und\nvon ihm verlangt: der Einfluss der Conservatorien ist für\ndie Geschmacksbildung im Volke sehr gering. Hier hat\nder Associationsgeist einen weit ausgedehnteren Wir-\nkungskreis, wenn er allgemeine Musik- und Gesangschu-\nlen, sei's in Verbindung mit den wissenschaftlichen, sei's\nspecielle, ins Leben ruft, die letzteren nämlich nicht mit\ndem Zweck der Ausbildung der Schüler zu Virtuosen,\nsondern zu musicalisch empfänglichen Menschen. An sol-\nchen Schulen hat z. ß. Holland keinen Mangel; sie sind\nmit ein Hauptziel der Thätigkeit der grossen Gesellschaft\nzur Beförderung der Tonkunst. In Belgien fehlen sie so\ngut wie ganz.\nNoch wichtiger sind aber, weil für die musicalische\nErziehung der Erwachsenen bestimmt, die musicalischen\nVereine aller Art, Gesang-, Orchester- und aus und mit ihnen\ngebildete Concert-Vereine. In dieser Hinsicht kann sich\nBelgien gar nicht mit Holland vergleichen; ausser den\nMänner-Gesangvereinen, welche, wie oben erwähnt, in\nden letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht haben,\nsind Gesangvereine für vollen Chor von Frauen- und\nMännerstimmen gar nicht vorhanden, und während in\nHolland jede einiger Maassen bemittelte Stadt ihre Abon-\nnements-Concerte Jahr aus Jahr ein hat, können wir in\nBelgien nur von sehr spärlichen Versuchen ähnlicher In-\nstitute sprechen, denn die Concerte der Conservatorien zu\nBrüssel und Lüttich sind durch ihre auffallend geringe\nZahl mehr ein Beweis für, als gegen die ausgesprochene\nThatsache.\nWir begrüssen daher zwei Institute, welche -die\nneueste Zeit hier in Brüssel hervorgerufen hat, mit freu-\ndigem Willkommen, weil wir darauf die Hoffnung auf\neine neue Aera unseres Musiklebens begründen zu dürfen\nglauben. Es sind dies die Concerts populaires und\ndie Regeneration des Dam e n-Gesan g verei ns.\nDie Concerts populaires hat Herr Adolph Samuel\nim vorigen Winter begründet. Sie fanden sogleich eine\nsehr aufmunterndeTheilnahme, und das Publicum hat die\nErinnerung daran so gut bewahrt, dass die diesjährige\nEröffnung derselben ein allgemeines Hinzuströmen von\nZuhörern aller Stände veranlasste. Ganz Brüssel war am\nSonntag den 11., Mittags, im Theater des Circus, wobei\nbesonders zu bemerken ist, dass die oberen Galerieen\ndicht mit Arbeitern besetzt waren.\nHerr Samuel, der bei seinem Erscheinen mit lebhaf-\ntem Applaus begrüsst wurde, hat ein Orchester gebildet,\nwelches schon jetzt hohen Anforderungen entspricht: Zahl\nund Klang der Streich-Instrumente sind grösser als im"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "373", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.5", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3492, "texte": "vorigen Jahr, das Metall ist nicht zu scharf; die meisten\nLobsprüche dürften aber den Holz-Blasinstrumenten ge-\nbühren. Das ganze Orchester ist aus dem Conservatorium\nhervorgegangen. Das Concert eröffnete Beethoven's\nOuvertüre „Zur Weihe des Hauses\" Op. 124. Das\nWerk, hier so gut wie neu, wurde vortrefflich ausgeführt,\nindess hatte wohl der grösste Theil der Zuhörerschaft bei\ndem Namen des Meisters eine Tonschöpfung zu hören er-\nwartet, welche, wie dessen andere Ouvertüren, mehr\ngeeignet, wäre, das ganze Publicum hinzureissen. Es folg-\nten drei allerliebste Tonbildchen von J. S. Bach, deren\nWahl eine Bourree und Gavotte nebst der italiänischen\nArie für die Violine sehr wohl geeignet war, den\nehrwürdigen Alten in die moderne Gesellschaft einzufüh-\nren; Herr Colyns erwarb rauschenden Beifall durch den\nVortrag der Arie. Die Ausführung des Adagio und\nLento aus Mendelssohn's Quintett in durch sämmt-\nliche Streich-Instrumente war eine Concession an den\nRespect der Brüsseler vor allem dem, was in Paris Effect\nmacht: der Vortrag gelang gut und das Auch' is son\npiitore war gerechtfertigt. Der für Orchester instrumen-\ntirte türkische Marsch aus einer Ciaviersonate von Mozart,\nden man, wenn ich nicht irre, zu Paris in die „Entfüh-\nrung aus dem Serail\" eingelegt bat, entzückte das Publi-\ncum und musste wiederholt werden. Den Schluss der\nersten Abtheilung machte die Ouvertüre zu Hamlet von\nAlexander Stadtfeld, einem talentvollen, in jungen\nJahren verstorbenen Componisten, der sich viele Sympa-\nthieen hier erworben hatte. Das Werk, welches Felis\nvor sechs Jahren zum ersten Male kurz nach Stadtfeld's\nTode um die Kosten des Begräbnisses zu bestreiten !\naufführte, erregte auch jetzt wieder den grossen Bei-\nfall, den es durch fantasiereiche Erfindung und effectvolle\nArbeit verdient.\nDie zweite Abtheilung des Concertes füllte die Suite\nNr. 1 für Orchester von Joachim Raff.] In einem der vor-\njährigen Concerte hatten das Adagietto und Scherzo aus\ndieser Suite allgemeinen Beifall gefunden, was wohl Herrn\nSamuel bestimmt hat, jetzt das ganze Werk vorzuführen.\nDie genannten Sätze und auch der Marsch hatten densel-\nben Erfolg wie früher; die Introduction und die darauf\nfolgende Fuge wurden ebenfalls sehr gut ausgeführt und\nerhielten bei allen Kennern den Tribut der Achtung,\nwelchen die vorzügliche Arbeit verdient.\nSie sehen, mit welchem Tact Herr Samuel in richti-\nger Kenntniss seines Publicums, dasselbe allmälig zu dem\nGeschmack an grösseren Tonwerken zu führen sucht, und\nwenn ein ruhiger Beobachter die Aufmerksamkeit bemerkt\nhat, mit welcher das ganze Haus nach dem Dacaporuf\ndes türkischen Marsches die Suite von Raff anhörte, so\nwird er das Verfahren des Dirigenten vollkommen billigen.\nDer Cercle musical des Dames de Bruxelles ist ein\nVerein, der seit einem Jahre besteht und gegenwärtig\nHerrn Ferdinand Kufferath zu seinem Dirigenten\ngewählt hat. Die Wahl dieses ausgezeichneten Künstlers\nist ein Beweis, dass der Verein eine ernste musicalische\nRichtung verfolgen will, und die Annahme der Wahl\ndurch Herrn Kufferath ist uns eine Bürgschaft für die\nZukunft und die fortan echt künstlerische Tendenz des\nVereins. Wir wollen hoffen, dass sich den musicalischen\nDamen . bald ein Chor musicalischer Herren anschliesst,\nund auf diese Weise ein vollständiger Chorverein gebildet\nwerde, welcher den lang gehegten und jetzt wieder in\nden Vorgrund getretenen Wunsch der Veranstaltung von\nMusikfesten nach Art der rheinischen hauptsächlich zu\nverwirklichen im Stande wäre."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-11-24-01-c004", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-11-24_01#c004", "volume": "bmtnabi_1866-11-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "373", "page_fin": "374", "image_debut": 5, "image_fin": 6, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.2.4", "titre_corps": "Stadt-Theater zu Frankfurt a. M.", "titre_sommaire": "Stadt-Theater zu Frankfurt a. 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A. vor: Ben edix\n30 Mal, Bireh-Pfeiffer 10, Goethe 4, Gutzkow\n3. Kotzebue 11, Lessing 4, Puttlitz 11, Schiller\n6, Shakespeare 8 Mal und 1 Mal der alte Terentius:\nDer Winkelschreiber, bearbeitet von A dolphi.\nAn Opern wurden aufgeführt: Adam: Der Postil-\nlion 2 Mal. Auber: Maurer und Schlosser 4, Beetho-\nven: Fidelio 4, Bellini: Norma, Boieldieu: Johann\nvon Paris 3, Die weisse Frau 3, Cherubini: Der\nWasserträger, Donizetti: Beiisar, Lucrezia Borgia 3,\nFlotow: Alessandro Stradella 3, Martha 4, Gounod:\nMargarethe, Halevy: Die Jüdin, Herold: Zampa,\nKreutzer: Das Nachtlager in Granada 3, Lortzing:\nDie beiden Schützen 4, Czaar und Zimmermann 5, Der\nWaffenschmied 5, Maillart: Das Glöckchen des Eremi-\nten, Marschner: Templer und Jüdin 2, Mehul: Jakob\nund seine Söhne in Aegypten 3, Mendelssohn-Bar-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "374", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.6", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 614, "texte": "tholdy: Loreiey (Fragment) 3, Meyerbeer: Die Afri-\ncanerin, neu, 20, Die Hugenotten 2, Der Prophet, Ro-\nbert der Teufel, Mozart: Die Hochzeit des Figaro 2,\nIdomeneus, Don Juan 4, So machen's Alle (Cosi fantutie)\n2, Zaide 2, Die Zauberflöte 4, Nicolai: Die lustigen\nWeiber von Windsor 2, Offenbach: Orpheus, Ros-\nsini: Der Barbier von Sevilla 2, Teil 2,Schubert: Der\nhäusliche Krieg 3, Spohr: Jessonda 3, Verdi: Her-\nnani 3, Der Troubadour 6, Violetta, neu, 4, Weber:\nDer Freischütz 4, Oberon 2 Mal.\nAn Operetten: Mendelssohn-Bartholdy: Die\nHeimkehr aus der Fremde, Offenbach: 16 Mal.\nSchenk: Der Dorfbarbier 3 Mal."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-11-24-01-c005", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-11-24_01#c005", "volume": "bmtnabi_1866-11-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "374", "page_fin": "375", "image_debut": 6, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.2.5", "titre_corps": "Drittes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters, Herrn Ferdinand Hiller, Dinstag, den 20. November 1866.", "titre_sommaire": "Drittes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich, unter Leitung des städtischen Capellmeisters, Herrn Ferdinand Hiller, Dinstag, den 20. November 1866.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 6, "page_imprimee": "374", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.6", "debut_caractere": 616, "fin_caractere_exclue": 6254, "texte": "Drittes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters, Herrn\nFerdinand Hiller,\nDinstag, den 20. November 1866.\nSollte man glauben, dass es im Reiche der Musik mitunter eben\nso herginge, wie in der Politik! Männer, welche stets viel auf die\nöffentliche Meinung gaben, auf die Stimme der Organe derselben\nhörten, ja, sich bis zu einer gewissen Opposition im guten Sinne\nbekannten sobald sie ins Ministerium treten, hangen sie der\nLehre vom beschränkten Unterthanen-Verstande an! Kaum haben\nwir in redlicher Pflichterfüllung unserer Danaiden-Arbeit die An-\nhäufung von sechs Nummern im ersten Theile des zweiten Concer-\ntes, die Einschachtelung von unpassenden Solostücken, die Verkür-\nzung eines Werkes von drei Sätzen zu zweien gerügt, als man uns\nim dritten Concerte »in Paroli biegt und wiederum ein classisches\nMeisterwerk, wie Spohr's Violin-Concert in G-dur, verstümmelt auf's\nProgramm setzt! Die Frage wird erlaubt sein, was uns denn für\nden dritten Satz des Violin-Concertes und zwar gespielt von\neinem Meister, wie Otto von Königslöw Ersatz bieten sollte?\nBenedikts Ouvertüre oder die Gesangleistung einer Schülerin des\nConservatoriums? War denn für das Auftreten der Fräulein Hayne\npericulum in mora% Sollte es eine Gunst sein, so kann die junge\nSängerin sagen: „Himmel, schütze mich vor meinen Freunden!\"\nDenn eine Anfängerin neben einem unerreichbaren Meister des Ge-\nsanges, wie Stockhausen, und einem eben so unübertrefflichen Sänger auf\nder Violine, wie Königslöw, zum ersten Male auftreten zu lassen,\nist wahrlich keine Begünstigung eines jungen Talentes.\nDas Concert begann mit der Aufführung der unvollendeten Sin-\nfonie Nr. 2. von Norbert Burgmüller, einem mehr als interes-\nsanten, bedeutendes Talent für melodische Erfindung, klare Arbeit\nund ausgezeichnete Verwendung der Blas-Instrumente bekundendem\nWerke, das zwar nichts von dem heroischen, dramatischen Schwung\nder Beethoven'schen Sinfonieen hat, aber durch sein weiches, gefühls-\nwarmes, echt romantisches Colorit namentlich in den beiden ersten\nSätzen gar sehr anzieht. Auch der dritte Satz, das Scherzo, ist\noriginel und voll frischen Lebens ; allein durch die beiden ersten\nzieht sich ein Hauch von lyrischer Poesie, wie er nur einer hoch-\nbegabten Brust entströmt. Das Publicum wusste, wie es schien,\nnicht recht, was es aus dieser Musik machen sollte: der Name\n„Sinfonie\" mochte die Mehrzahl vielleicht etwas Anderes, mehr\nCharakteristisches, haben erwarten lassen. Norbert Burgmüller\n(man merke wohl auf den Vornamen, denn die Verwechselung mit\ndem pariser Vielschreiber Friedrich Burgmüller wäre eine\nBeleidigung für Norbert!) war der Sohn von August Friedrich\nBurgmüller, der von 1806 bis zu seinem Todesjahr 1824\nMusik-Director in Düsseldorf und einer der Begründer und ersten\nDirigenten unserer niederrheinischen Musikfeste war. Norbert, 1810\nin Düsseldorf geboren, wurde schon in seinem 26, Jahre, den 7.\nMai 1836 zu Aachen, dessen Bäder ihre Heilkraft an seiner zer-\nrütteten Gesundheit nicht mehr bewähren konnten, ein Opfer des\nTodes. Es war vorzüglich Mendelssohn, der die musicalische Welt\nüber den Werth der Werke und den Nachlass des zu früh Dahinge-\nschiedenen belehrte, unter dessen Compositionen für Pianoforte be-\nsonders ein Concert, die Sonate Op. 8 und die Rhapsodie Op. 13\nhervorragen, so wie mehrere innige Lieder.\nHerrn Julius Stockhausen hörten wir dieses Mal in drei ver-\nschiedenen Vorträgen: einer italienischen Arie von Rossini, drei\ndeutschen Liedern und der oratorischen Partie des Druiden in Men-\ndelssohn's „Walpurgisnacht\", und hatten somit den grossen Genuss,\ndie Meisterschaft dieses Sängers der Sänger in allen Gattungen zu\nbewundern. So oft wir Stockhausen hören, tritt uns bei der Hoff-\nnungslosigkeit der Aussichten für den Gesang in der jetzigen Gene-\nration doch immer noch als ein Trost die Ueberzeugung entgegen,\ndass das Ideal eines vollendeten Kunstgesanges auch heute doch noch\nerreicht werden kann; denn er verwirklicht doch in der That die\nhöchste Vorstellung, welche sich ein Musiker von vollkommenem\nGesang machen kann, auf jegliche Weise, mag es technische, wohl\nverstanden: geistig durchdrungene technische Virtuosität im figurirten\nStyle betreffen, oder die edelste, nach dem verschiedenen Charakter\ndes Stückes in verschiedenem Stimmklang ausgeprägte Tonbildung,\noder Vortrag im höheren Sinne, in so fern er die Poesie des Dich-\nters mit der Poesie der Töne vermählt und vom Erhaben-Dramati-\nschen bis zum einfach Idyllischen, ja, Humoristischen herab den\nrechten Ausdruck für jedes findet; überall tritt uns mit seinen\nTönen die Wahrheit der Empfindung und des gewollten Eindrucks\nentgegen und lässt uns in Zweifel über die Gränzen der Kunst und\nder Natur, so sehr verschwinden sie in einander. Die für eine tiefe\nStimme fabelhaft abgerundete Coloratur in der Arie aus der „Diebi-\nschen Elster\" von Rossini musste Staunen erregen, wogegen der\ncharakteristische Vortrag der Schumann'schen Lieder („Der Schatz-\ngräber\" und „Die beiden Grenadiere\") und der heroisch zuversicht-\nliche Aufschwung des Druiden zu der Ueberzeugung: „Dein Licht,\nwer kann es rauben!\" die Seele des Zuhörers bewegte. Und den-\nnoch feierten der Sänger und das Einfach-Schöne den grössten\nTriumph in dem wunderbar ergreifenden deutschen Volksliede:\n„Grüss sie viel tausend Mal!\"\nDenken wir uns aber in den Saal am Dinstag Abend zurück,\nso lebt in uns noch eine andere Erinnerung auf, welche die Sphä-\nrenklänge wieder weckt, die aus einem mit Saiten überspannten\nseelenlosen Körper uns in Ohr und Gemüth drangen. Die mensch-\nliche Stimme bewegt der lebendige Hauch aus der fühlenden Brust"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "375", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.7", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 2509, "texte": "des Sängers: aber unbegreiflicher ist die Macht des Willens, durch\ndie ein Künstler, wie Königslöw, seine Seele dem todten Körper\ndes Instrumentes vermählt. Hier waltet ein unerklärbarer Zauber\nob, und wir stehen dabei vor einem Wunder der Klanglehre, das\nkeine Wissenschaft erklären und keine Theorie lehren kann. Nun,\ndiese wunderbare Einwirkung des Geistes auf die Materie hat uns\nseit lange nicht so ergriffen, wie durch das Spiel Königslöw's, den\nwir mit nicht genug Stolz den Unsrigen nennen, und der wieder\neinmal durch den Vortrag des Spohr'schen Concertes gezeigt hat,\nV\ndass er auf der Höhe der Kunst steht und in seiner jetzt erreichten\nMeisterschaft den grössten Violinisten unserer Zeit ebenbürtig ist.\nDas Adagio und Allegro das Programm zwang zu dieser Folge\nerregte denn auch einen so unwillkürlich ausbrechenden allgemei-\nnen Sturm von Beifall, wie man ihn selten hört.\nZwischen solchen Heroen der Kunst hatte Fräulein Hayne\neinen schweren Stand; ihr Gesang wurde indess vom Publicum mit\nsehr wohlwollendem Applaus aufgenommen. Frl. Hayne, eine junge\nEngländerin, Schülerin des hiesigen Conservatoriums, hat eine sehr\nangenehme und wohllautende Sopranstimme; ihr Tonansatz ist gut,\nebenso die Egalität der Töne, von denen nur einer oder zwei noch\nder Milderung bedürfen. Die Arie in B-dur: „Nun baut die Flur\"\naus Haydn's „Schöpfung\", erfordert aber freilich einen\ndem eine Anfängerin unmöglich gewachsen sein kann, da es selbst\nfür eine durchgebildete Künstlerin keine leichte Aufgabe ist, die\neinfach hohe Schönheit der Melodie wiederzugeben. Wollen wir\nauch nicht die feineren Nuancen des verschiedenen Ausdrucks der\nN -\nFülle, der Anmuth, der Erhabenheit in der Schilderung der Natur\nverlangen, auch abgesehen von dem in der Figur der Sechszehntel\nganz ungehörigen Anhalten des hohen so dürfen wir doch den\nentschiedenen Tadel des Schlusses nicht zurückhalten, bei welchem\ndie Sängerin durch Wiederholung der Worte: „Hier sprosst\" auf\ndie Fermate von es, dann das Abbrechen dieser Fermate und den\nZusatz zweier Achtel anstatt der Verbindung des es mit den abstei-\ngenden Tönen diese wunderschöne Cadenz ganz und gar ver-\nunstaltete.\nDie Ouvertüre zu Shakespeare's „Sturm\" von Benedikt wurde\nkalt aufgenommen, wogegen wir auch keineswegs protestiren wollen.\nDie zweite Abtheilung füllte, wie schon erwähnt, die Aufführung\nder „Ersten Walpurgisnacht\", dieses genialen, jugendfrischen Werkes\nvon Mendelssohn, das, wie immer, seinen, besonders am Schluss,\nerhebenden Eindruck nicht verfehlte."}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-11-24-01-c006", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-11-24_01#c006", "volume": "bmtnabi_1866-11-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "375", "page_fin": "375", "image_debut": 7, "image_fin": 7, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.2.6", "titre_corps": "Aus Regensburg.", "titre_sommaire": "Aus Regensburg.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "375", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.7", "debut_caractere": 2511, "fin_caractere_exclue": 6439, "texte": "Aus Regensburg.\nDen 10. November 1866.\nDie diesjährige Concert-Saison wurde den 3. November durch\neine Soiree für Kammermusik, veranstaltet von unserem tüchtigen\nViolinspieler und Coneertmeister Berr, inaugurirt, und zwar in\neiner Weise, dass, wenn wir dieselbe als ein Augurium für die\nwährend des Winters zu erwartenden musicalischen Productionen\nansehen wollen, wir uns auf Kunstgenüsse vorbereiten dürfen, deren\nVorzüglichkeit mit Recht darauf Anspruch macht, in ihrem gedie-\ngenen Blatte besprochen zu werden. Die Wahl des Anfangsstückes,\ndes grossen Beethoven'schen Trio's aus D-dur Op. 70, bekundete,\ndass die Ausführenden, nicht allein der angekündigten Soiree den\nStempel der Classicität aufdrücken wollten, sondern dass sie auch\ndie Kraft in sich fühlten, dem grossen Werke gerecht zu werden.\nUnd in der That, sie rechtfertigten dieses Vertrauen in sich durch\neine glänzende Production des Tonwerkes. Hr. Capellmeister Rietz\nvom hiesigen Theater, ein Sohn des dresdener Hof-Capellmeisters,\nbewährte sich, wie er als Dirigent der Oper schon gethan, auch\nals vortrefflicher Ciavierspieler, der, die technischen Schwierigkeiten\nmit Leichtigkeit überwindend, dem Geiste sein Recht nicht verküm-\nmert und durch Correctheit des Spieles den begleitenden Stimmen\ndie Schwierigkeit erleichtert und ihnen den Raum gewährt, den sie\nzu ihrer eigenen vollen Entwicklung bedürfen. Herr Beer als\nViolinspieler und ein verdienstvoller Dilletant als Violoncellist lösten\nihre grosse Aufgabe mit nicht minderer Virtuosität, als Herr Rietz,\nund so hörten wir dieses Trio in einer, der Herrlichkeit der Com-\nposition entsprechenden Ausführung, an welcher jeder Verehrer\nBeethoven's Freude gehabt hätte. Und unser Publicum? es\nstaunte oder begriff nicht kurz es war kälter als ein November-\ntag, und der Applaus Einzelner schwirrte wie ängstliche Vöglein\ndurch den stillen Saal, der überdies nur sehr mässig besetzt war.\nHatte doch der löbliche Musikverein nichts Eiligeres zu thun, als\nnach Ankündigung der Berr'scben Soiree auch seinerseits eine\nmusicalische Unterhaltung für denselben Abend anzuberaumen. Die\n2. Nummer, eine Arie (für Altstimme) aus Rossini's „Seiniramis\"\nmachte nach dem kollosalen Trio allerdings einen eigentümlichen\nEffect, denn sie versetzte den Hörer in eine ganz andere Sphäre\nmusicalischer Eindrücke, und in so fern möchten wir der Wahl\nnicht ganz unsern Beifall geben; dagegen erfreute uns die Ausfüh-\nrung aufs herzlichste. Die geehrte Dilettantin, im Besitze einer um-\nfangreichen schönen Altstimme trug diese Arie in einer nach allen\nRichtungen vortrefflichen Weise vor, und wenn wir ihre Stimme\nund ihre Gefühlsrichtung mehr für den getragenen Gesang geeignet\nerklären, so werfen wir damit gewiss keinen Stein auf die von uns\nnicht in solcher Weise erwartete Rundung der Coloratur, die einer\nso vollen Altstimme ihre besonderen Schwierigkeiten darbietet. In\nden von ihr noch vorgetragenen Liedern von Schubert und Schu-\nmann entzückte sie uns wahrhaft, und wir danken ihr ganz beson-\nders für ihre freundliche Mitwirkung, so wie wir diesen Dank auch\ngegen den obenerwähnten Violoncellisten aussprechen, der ein Adagio\nvon Goltermann reizend vortrug. Ueberhaupt glauben wir die vir-\ntuose Mitwirkung zweier Dilettanten an diesem Abende besonders\nhervorheben zu müssen, und bedauern nur, dass ein dritter, ein\nvortrefflicher Bariton, durch Heiserkeit verhindert war, seine Zusage\nder Mitwirkung zu erfüllen. Herr Berr spielte mit grosser Virtuosi-\ntät ein Violin-Concert von Dr. J. Rietz und eine Fantasie von\nDavid. Ersteres, für uns neu, begrüssen wir als eine vortreffliche\nComposition ob es ein Vorwurf ist, wenn wir sagen im Mendels-\nsohn'schen Geiste? Gewiss nicht. Möge Herr Berr uns ferner solche\nGenüsse darbieten, unbekümmert um in den Weg geworfene Hin-\ndernisse, oder um die diesmal im Publicum obwaltende Kälte, zu-\nmal da sehr oft überreicher Applaus der Mittelmässigkeit gespen-\ndet wird. (a)*"}]}, {"article_id": "bm-bmtnabi-1866-11-24-01-c007", "article_bluemountain": "bmtnabi_1866-11-24_01#c007", "volume": "bmtnabi_1866-11-24_01", "ocr_source": "OCR Blue Mountain (ALTO), transcription TEI : lignes lb/@facs", "texte_sans_correction": true, "page_debut": "375", "page_fin": "376", "image_debut": 7, "image_fin": 8, "pages_selon": "pagination imprimée relevée dans le METS Blue Mountain (ORDERLABEL) ; [n] = page sans folio restituée", "url_article": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.2.7", "titre_corps": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "titre_sommaire": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.", "signature_source": "", "controle": "bornes données par la structure logique METS/ALTO de Blue Mountain (blocs ALTO de chaque constituant)", "pages": [{"page_pdf": 7, "page_imprimee": "375", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.7", "debut_caractere": 6441, "fin_caractere_exclue": 6844, "texte": "Tages- und Unterhaltungs-Blatt.\nDüsseldorf*. Der Allgemeine Musik-Verein gab am Don-\nnerstag, den 15. November, sein zweites Concert unter Leitung des\nMusik-Directors Herrn Julius Tausch im grossen Saale der städti-\nschen Tonhalle. Zur Aufführung kam Händel's Judas Maccabäus\nnach der Bearbeitung von Lindpaintner. Die Soli sangen die Frl.\nJulie Eothenberger aus Köln, Frl. Adele Asmann aus Barmen, Herr"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "376", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.8", "debut_caractere": 0, "fin_caractere_exclue": 3351, "texte": "August Ruff aus Köln (Judas Maccabäus), Herr Kammersänger\nKoch aus Köln, Herr Karl Othmer (Bass). Die Orgelbegleitung hatte\nHerr Musik-Director F. Weber aus Köln freundlichst übernommen.\nB&rilien, 14. Oct.*) Trotz Krieg und Cholera hat sich\nhier im Laufe des Sommers eine neue Musik-Gesellschaft „Der Or-\nchester-Verein\" gebildet oder eigentlich neu organisirt, die am\n2. d. M. in einer ersten öffentlichen Production durch Vorführung\nder Beethoven'schen Prometheus-Ouverture und einer Haydn'schen\nSinfonie unter Leitung von Anton Krause recht erfreuliche Zeichen\nihrer Wirksamkeit geben konnte. Die Kammermusik hat denn auch\ngestern Abend in einer von den talentvollen Geschwistern Francisca\nund Ottilie Friese aus Crefeld veranstalteten Soiree, welche durch\nGesang-Vorträge des Fräuleins Adele Asmann unterstützt wurde,\nihren Einzug gehalten, so dass wir musicalisch angeregt unseren\ngrossen Winter-Concerten entgegen gehen können, über die wir\nseiner Zeit gern berichten werden.\nDas mit dem ersten Staatspreise von 1000 Thalern gekrönte\nSchauspiel: „Brutus und Collatinus,\" von Dr. Albert Lindner in\nRudolstadt, ist von der königlichen Bühne in Berlin zur Darstellung\ngenommen worden. Es wird demnach dem Publicum Gelegenheit\ngeboten, von den eingereichten Dramen dasjenige kennen zu lernen,\nwelches von der Prüfungs-Commission als das beste anerkannt wor-\nden ist. Von demselben Dichter rührt ein kürzlich vollendetes\nSchauspiel her: „Stauf und Weif.\" Es behandelt den Kampf\nBarbarossa's.\nLeipzig. Am 29. October fand hier die erste Aufführung\nder Oper „Astorga\" von J. J. Abert unter der persönlichen Lei-\ntung des Componisten Statt. Die Besetzung der Hauptrollen war\nfolgende: Astorga, Hr. Gross; Eleonore, Frl. Blaczek; Angioletta,\nFrau Dumont; Balbazes, Hr. Thelen. Solisten, wie Orchester und\nChöre lösten ihre Aufgabe mit Lust und Liebe, so dass die Auffüh-\nrung eine im Ganzen abgerundete und bis auf einige Kleinigkeiten\ntadellose genannt werden darf; auch die Inscenirung konnte im All-\ngemeinen befriedigen. Die Aufnahme des Componisten und seines\nWerkes von Seiten des Publicums war eine äusserst freundliche, so\ndass Hr. Abert mit dem ersten Erfolge seiner Oper ausserhalb Stutt-\ngart wohl zufrieden sein kann. (S.-D. M. Z.)\nAus dem Nachlasse des verstorbenen Professors A. B. Marx\nerscheint demnächst unter dem Titel: „Das Ideal und die Gegen-\nwart\", die letzte bedeutsame Arbeit des geistvollen Theoretikers der\nMusik. Diese Schrift stellt sich die Aufgabe, in den vier grossen,\ndie Welt bewegenden Richtungen, der Kunst, der Religion, der\nWissenschaft und der Politik, geschichtlich die Idealität und die\nAbwendung vom Ideal nachzuweisen, und geht bis auf unsere Zeit.\nSie stellt die schwankenden Begriffe von Idealität und Realität fest,\nbeweist die Idealitätlosigkeit der Jetztzeit, in der Kunst besonders\neingehend auf Richard Wagner und Meyerbeer, in der Wissenschaft\nauf die Materialisten etc., so dass dieselbe einem gebildeten Leser-\nkreise jedenfalls eine höchst anziehende literarische Erscheinung\nsein wird.\nTOrien. Der Unterstützungsverein der philosophischen Facul-\ntät beabsichtigt, Sophokles' „Antigone\" aufzuführen.\nWien* Die Gattin des k. k. Kammer- und Hofopernsängers\nDr. Karl Schmid ist am 17. November nach langem schmerzlichen\nKrankenlager in der Blüthe ihrer Jahre gestorben.\n*) Durch Zufall verspätet. D. Red."}]}], "pages_ocr_originales": [{"page_pdf": 1, "page_imprimee": "369", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.1", "texte": "Inhalt.\nCarl Maria von Weber als Schriftsteller. I. Aus Brüssel (Musicalische Zustände in den Niederlanden). —Stadttheater\nin Frankfurt a. M. (Theaterjahr 1865—1866). Drittes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich. Aus Regensburg (Concert-\nSaison). Tages- und Unterhaltungsblatt (Düsseldorf, zweites Concert des Allgemeinen Musikvereins. Barmen, Orchester-\nVerein. Berlin, Dr. Albert Lindner. Leipzig, Oper „Astorga\". A. B. Marx' Nachlass. Wien, Unterstützungsverein, —u. s. w.).\n\nCarl Maria von Weber als Schriftsteller\n*)•\nI.\nDer unlängst erschienene letzte Band der Biographie\nC. M. von Weber's enthält die vierte Abtheilung dieses,\nvon dem Standpunkt des Verfassers aus betrachtet, höchst\nanerkennenswerthen Beitrages zur Musikgeschichte oder\nrichtiger gesagt zur Geschichte der Tonkünstler. Wir\nverweisen auf die Besprechungen des ersten Bandes,\nJahrgang 1863 dieser Zeitung Nr. 51 und 52, wie 1864\nNr 3, des zweiten Bandes, 1865 1 und 3, ferner\nden Artikel „Persönliche Verhältnisse grosser Meister zu\neinander\", 1865, Nr. 7, der in Beziehung zu diesem\nWerke steht und bringen nur flüchtig in Erinnerung,\nwas der Verfasser in der Vorrede, Band I. sagt. Nachdem\ner sich dort kurz über die „deutscher Gründlichkeit vor-\nzüglich anmuthende\" Tendenz ausgesprochen, welche\nChrysander bei Händel's und mehr noch Thayer bei\nBeethoven's Lebensbeschreibungen leitet „und derselben\nihre vollste und höchste Berechtigung\" zugesprochen,\nschreibt er letztere in nicht minderem Maasse der von\nihm gewählten Form zu, welche das Lebensbild als ein\nenger umrahmtes aber fest abgeschlossenes, gerundetes\nBild gibt und vom Leser verlangt, „dass er das ihm vor\nAugen gestellte Portrait eines Lebens, auf Treue und\nGlauben für treu und redlich gemalt und ähnlich nehme\".\nDer Biograph sah für die Aufgabe seiner Arbeit an:\n„alle darstellbaren Ereignisse im Leben seines Vaters in\nsteter Beziehung zu der Schöpfung seiner Werke und\nwiederum von deren Wirkung auf die Aussenwelt, aber\nohne Versuche zu kritischer Beleuchtung oder Darstellung\nderselben\". So klar und fest, wie er die Gränzen sich\nvorgezeichnet, sind sie freilich nicht von ihm inne gehalten.\nAn mehreren Orten sind der Feder kritische Beleuch-\ntungen denn doch unvermerkt entflossen, und es scheint\nnach den nicht misszuverstehenden Worten der Vorrede,\ndass deren Dasein dem Schreiber bei Abfassung der letz-\nteren nicht gegenwärtig gewesen. Bezüglich des Liedes,\ndes Männergesanges, der Oper u. a. m. begegnen wir\nsogar breiteren Auslassungen von so umfassender Natur,\ndass wir zwar keine kritische Behandlung des Stoffes\ndarin erkennen mögen, doch aber ein Bild von des Ver-\nfassers Standpunkt zur Musik hinreichend deutlich darin\nwiederfinden. Ihm sei hieraus kein Vorwurf gemacht.\nDen grossen Verdiensten gegenüber namentlich, welche\ndie gewissenhafte Ausführung des Pensums für sich in\nAnspruch nehmen, genüge es, einfach darauf hinzuweisen.\nEs erscheint uns sogar Pflicht der warmen Anerkennung\nfür die treue Arbeit des Sohnes, der mit bewunderns-\nkt\nwerther Objectivität den Manen seiner Mutter ein Opfer\nungeschminkter Wahrheit dediciren konnte, diese kriti-\nschen Spazirgänge nicht in den Bereich der Besprechung\nzu ziehen; denn so wird sein Standpunkt, glauben wir,\nin seinem Sinne unsererseits gewahrt und nicht verrückt,\nindem er zeitweilig auf das principiel ausgeschiedene Ge-\nbiet hinausgeschoben wird.\nWir bescheiden uns bei diesen wenigen Worten über\ndas ganze Werk, die im Hinblick auf das an den oben\nangeführten Stellen Gesagte, dem wir vollständig beistim-\nmen, fast überflüssig erscheinen möchten; zu denen wir\nuns indessen gedrängt fühlten, um dem Leser unseren\nStandpunkt zum Ganzen nicht schuldig zu bleiben; da\nwir ihm den letzten Band anzukündigen die Freude haben.\nÜeber diesen sagt die Vorrede des 1. Bandes, Seite\nXVI: „Die vierte Abtheilung besteht aus Weber's eigenen\nhinterlassenen Schriften, von denen schon 1828 Theodor\nHell eine bei Arnold erschienene Ausgabe veranstaltet\nhat. Diese nach den Manuscripten berichtigt, anders ge-\nordnet, hier vermehrt, dort vermindert, bilden den dritten\n\n*) Carl Maria von Weber. Ein Lebensbild von Max Maria\nvon Weber, Dritter Band. Leipzig, bei Ernst Keil. 1866."}, {"page_pdf": 2, "page_imprimee": "370", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.2", "texte": "Band.\" Dieses ist alles, was wir über die Anlage er-\nfahren; denn die Schriften erscheinen ohne Vorrede. Sollte\nhier der Verfasser im „ Abschliessen\" nicht zu weit ge-\ngangen sein? Die Berichtigung nach den Manuscripten,\neine lästige Collatur-Arbeit, ist sicher nur mit Dank aufzu-\nnehmen und hat ohne Zweifel auch mit grosser Gewissen-\nhaftigkeit Statt gefunden. Die chronologische Ordnung ist\nin so fern auch nur zu billigen, als eine solche den Leser\ndie schriftstellerische Thätigkeit Weber's in ihrer natür-\nlichen Entwicklung bequem überschauen lässt.' Auch die\nVermehrung begrüssen wir freudig; denn alles aus der\nFeder Weber's Geflossene ist, so weit dieser Band es\nuns bringt, ein Jedes in seiner Beziehung lesenswerth.\nZwei Fragen wünschten wir jedoch gern beantwortet.\nErstens: was ist von der Verminderung betroffen und\nwarum? Zweitens: wie weit hat die Vermehrung Statt\ngefunden, befinden sich noch literarische Erbstücke im\nBesitz des Sohnes, und wessbalb werden uns diese zurück-\ngehalten? Bei dem vielen farblosen, oft ganz sinn- und\ntendenzlos zusammengeklecksten Beschreibsel unseres bil-\nligen Druckpapiers, wird es einem ordentlich wohl ums\nHerz bei der originellen, klaren, überall von Fachkennt-\nniss zeugenden, oft auch schriftstellerisch höchst bedeuten-\nden Schreibweise des Freischütz-Componisten, dass wir\nnicht leicht zu viel davon hätten, zumal da der ganze\nBand nur 304 Seiten zählt. An seinem Arbeitstische fällt\nder Schriftsteller gar zu leicht seiner Schreibseligkeit\nzum Opfer und die künstlerische Beschränkung, welche\nMax Maria von Weber sich auferlegte, da er eine jede\nAbschweifung vermied, hat dem Werk einen angenehmen,\nwie er selbst sagt, fast romanhaften Fluss gege-\nben; ein Nachtrag, der in Kürze dem Leser einen Blick\ngestattete sowohl in die Quellen, welche den beiden ersten\nBänden eine so inhaltsreiche Bedeutung verleihen konnten,\nals in die Redaction des vorliegenden, wäre mit Dankbar-\nkeit entgegenzunehmen.\nDer Inhalt zerfällt in: I. Vermischte Aufsätze, dies sind\nzum grössten Theile in Zeitungen veröffentlichte Artikel,\ndaneben einige Briefe, Ideen und Notizen. 11. Fragmente\neines Romans, bestehend aus 2 Entwürfen, einigen aus-\ngeführten Capiteln und* aphoristischen Kleinigkeiten,\nferner einem Anhang von kaum drei Seiten, der uns\neinige recht gelungene Gelegenheits-Reime bietet.\nDer erste Artikel entstand 1809 in Stuttgart, da\nWeber Secretär des Herzogs von Würtemberg (Bruders\ndes regierenden Königs) war. Das Jahr 1810, in Vog-\nler's Lehre mit Meyerbeer und Gänsbacher zu Darmstadt\nverlebt, bringt von dort und auf Anregung von Kunstrei-\nsen nach Aschaffenburg, Mannheim, Frankfurt und an-\nderen Orten, sechs Aufsätze. Aus 1811 datiren trotz der\nKunstreisen nach Mannheim, Giessen, Aschaffenburg,\nWürzburg, Bamberg, Nürnberg, Augsburg, München\nund Wiesbaden, ferner nach der Schweiz und nach Prag\n11 Arbeiten, 12 aus dem Jahre 1812. In Dresden be-\ngonnen, gab ihm dieses Jahr der schriftstellerischen An-\nregung mehr, als irgend ein anderes. Sein Umgang in\nLeipzig, der Verleger Kühnel, der Redacteur Mahlmann,\nAdvocat Müller und Dr. Aug. Kuhn, der Privat-Docent\nAmadeus Wondt und Prediger Fink, alle drangen in ihn,\nsein literarisches Talent zu cultiviren und nicht ohne Er-\nfolg; allein eine Einladung Emil Leopold August's von\nSachsen-Gotha entfernte ihn nicht nur aus der schrift-\nstellerischen Atmosphäre, sie brachte ihn auch schnell in\ndas Fahrwasser seines praktischen Musikstromes zurück.\nWährend seines Aufenthaltes in Weimar, Dresden, Berlin\nund Gotha fand sich die Mussezeit zu 12 Artikeln. Die\nfolgenden Jahre verschlangen durch anstrengende Amts-\ntätigkeit als Musik-Director der Oper zu Prag jeden Au-\ngenblick der Buhe; die nächsten Schriftstücke sind von\n1815, 2 aus München, 4 aus Prag datirend. Das folgende\nJahr, von dem er nur das erste Dritttheil in Prag ver-\nlebte, bringt von daher noch eine Reihe von Concert-Re-\nferaten und Kleinigkeiten aus Berlin, wo er trotz der\nKälte, die der Hof und dessen Kreise ihm bezeigten, auf\ndem Gipfel seines Ruhmes angelangt schien. Die mit\n1817 angetretene Stellung als königl. Capellmeister in\nDresden regte eine neue Seite seiner schriftstellerischen\nThätigkeit an, indem er sein Talent zum Nutzen seiner\nAmts-Wirksamkeit mithelfen lassen mochte. Abgesehen\nvon ein paar Briefen, einigen Arbeiten auf von aussen her\neingegangene Bestellungen, ferner mehreren Reliquien\nbringt die Sammlung nur noch einleitende Artikel für\nneue Werke und deren Schöpfer. Schon seit 1820\n(11. 380) modificirte sich Weber's Ansicht von der Bild-\nbarkeit des Publicums durch kritische und erläuternde\nAufsätze aus der Feder ausübender Künstler. So gab er\n(Mitte 1820 etwa) trotz der glänzendsten Anerbietungen,\nwelche Job. Schikh in Wien und Arnold in Dresden ihm\nmachten, es auf, sich ferner als Schiftstelier in die Oeffent-\nlichkeit zu begeben.\nDieses ist im Ueberblick, ganz äusserlicb betrachtet,\ndie Autoren-Laufbahn Weber's, wie sie aus dem 3. Band\nmit Benutzung der Daten, welche die beiden ersten geben,\nsich darstellt.\nWir schliessen hieran einige Bemerkungen.\nDie in Band 111. abgedruckten Schriftstücke Webers\nsind einfach mit einem Datum versehen, von dem es da-\nhingestellt ist, ob es das Datum der Entstehung nach dem\nTagebuche, das er führte, oder das des Erscheinens im\nDrucke ist. Natürlich abgesehen von den Stücken, die"}, {"page_pdf": 3, "page_imprimee": "371", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.3", "texte": "nicht gedruckt worden sind. Ausserdem bringen die bei-\nden ersten Bände „Chronologisch geordnete Notizen über\nsämmtliche gedruckte und ungedruckte musicalische und\nliterarische Arbeiten Carl Maria von Weber's\". Die ersten\nvon 1798 bis 1817, von denen der Verfasser des Lebens-\nbild es Nachrichten gesammelt hat; doch rührt nur Er-\nmittlung und Zusammenstellung der Werke, nicht die mu-\nsicalische Bezeichnung vom Sohne her. Diese ist von Jahns,\ndem geschätzten Gesanglehrer in Berlin, einem grossen\nVerehrer Weber's, der auch die Notizen des zweiten\nBandes von 1817 26 zusammengestellt hat. In Folge\ndieses Umstandes ist die Fassung der letzteren eine we-\nsentlich andere in so fern, als der Zusammenhang mit dem\nLebensbilde aufhört, auf welches in den ersten Notizen\nwiederholt in interessanter Weise zurückgeführt wird.\nDiese Notizen enthalten Titel, Datum der Arbeit (also der\nEntstehung?) und Bemerkungen. Die Vorbemerkung:\n„Nur die Werke, deren Bezeichnung mit gothischer\nSchrift gedruckt ist, sind veröffentlicht\" bezieht sich nur\nauf die musicalischen Arbeiten.\nBei einem Vergleiche des Inhaltes, den der 3. Band\nbietet, mit diesen Notizen stellt sich nun Folgendes heraus.\nZuerst sind die Titel häufig anders gewählt. Z. B.\nBand 1., Seite 560 steht: 23. Juli. „Ueber Max Helfen-\nstein und das Ballet Gessner. Musik von Steuner\" ; Band\n111. dagegen: „Ueber das Ballet, der Dichter G. u. s. w.\"\nHat man anzunehmen, dass es doppelte Titel gegeben oder\ngar zwei Arbeiten, oder dass in der zweiten etwas wegge-\nlassen und darum der Titel geändert wurde? Das sind\noffene Fragen, deren wir mehrere in Folge verschiedener\nTitel anführen könnten.\nDann fehlt vieles in den Notizen Angeführte. Oben\nschon thaten wir dessen Erwähnung. Ein Theil hiervon\nfindet sich im Lebensbilde vor; doch ist es umständlich\nund zeitraubend dieses aufzufinden: denn Band 111. und\ndie Jähns'schen Notizen weisen selten, die Notizen in\nBand I. auch nicht der Regel nach darauf hin. Dagegen\nenthält Band 111. 2 Nummern, deren vorher nicht Erwäh-\nnung gethan: ein Schreiben an die Direction des drama-\nturgischen Wochenblattes zu Berlin vom 20. December\n1816 und eines an den Kaufmann Fränzl in München.\nEin Princip haben wir in den Auslassungen der Titel\nnachstehend nicht gefunden, es muss ein solches also durch\nden Inhalt der betreffenden Sachen an die Hand gegeben\nworden sein. Doch bleibt dieses nur eine Vermuthung\nunsererseits. Es fehlen neben anderen z. B. „Ansicht der\ngegenwärtigen Kunst- und Literatur-Zustände von Stutt-\ngart, 1809\" „Meine Biographie\" für Paris 1810 ge-\nschrieben „Plan zur neuen Musik-Zeitung, 1811\"\nBrief an den Herzog Emil Leopold August von Gotha,\n1818\" „Anrede des Simson an seine Delila\", 1819\n„Ueber seine Preciosa-Musik\", 1820. Schriftstelle-\nrische Arbeiten, die ihrem Titel nach einem jeden, der\nan Weber auch in dieser Beziehung Antheil nimmt, von\nWerth sein dürften.\nFerner bemerkten wir ein sehr häufiges Differiren\nin den Daten zwischen den Notizen und Band 111. Es\nsind uns mehr als 20 Fälle aufgestossen. Der Artikel\n„Ueber das Hausgesinde, Oper von Fischer\" z. B. ist\nnach Jähns (Band II.) am 18. Januar 1817 „veröffent-\nlicht\". (In Weber's Notizen Band I. ist das „Datum der\nArbeit\" angegeben). Band 111. bringt den Artikel vom\n13. her und nennt den 18. als Tag der bevorstehenden\nAufführungen.\nOhne Zweifel wird das vor den Notizen des ersten\nBandes angekündigte „Chronologisch-thematische Ver-\nzeichniss der sämmtlichen Tonwerke Carl Maria von\nWeber's nebst Erläuterungen\" von Jähns hierüber in\neinem Anhange etwa ebenfalls Licht verbreiten.\nBei der hohen Achtung, die wir vor dem Verfasser\ndes Lebensbildes haben, der uns durch sein Werk eine\nwesentliche Bereicherung der Musik-Literatur geboten,\nglaubten wir uns um so mehr verpflichtet, uns offen aus-\nzusprechen.\nHiermit schliesst die Besprechung des Antheils, den\nWeber, der Sohn hat, ab. Da derselbe aber nur äusserer\nNatur ist, so können wir den Gegenstand damit nicht für\nerledigt ansehen. Es liegen uns Schriften der verschieden-\nsten Art von Carl Maria von-Weber trotz der Fortlassun-\ngen in reichster Auswahl und, wie wir nicht zweifeln,\nhöchst sorgfältiger Revision vor; unsere Aufgabe soll es\nnun sein, von der Schale zum Kern eindringend, Weber's\ndes Vaters schriftstellerische Arbeiten selbst zu würdigen.\n\nAus Brüssel.\nDen 18. November 1866.\nDie Niederrheinische Musik-Zeitung hat in einem\nfrüheren Jahrgang einen Artikel über die musicalischen\nZustände in den Niederlanden gebracht, in welchem der\nbelgische Theil derselben gegen den holländischen in Be-\nzug auf Gesammt-Aufführungen von Instrumental- und\nVocal-Musik als weit zurückgeblieben dargestellt wurde.\nWir fassen unter dem Namen der Niederlande, unbe-\nkümmert um die heutigen politischen Gränzmarken, das\nganze musicalische Gebiet zusammen, welches durch die\n„niederländische Schule\" in der Geographie und Ge-\nschichte der Musik zusammen gehört, und obwohl in\n\nn"}, {"page_pdf": 4, "page_imprimee": "372", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.4", "texte": "früheren Jahrhunderten die grösseren Meister aus dem\nsüdlichen Theile stammten, so lässt sich doch keineswegs in\nAbrede stellen, dass, wenn in der neueren Zeit auch\ndie Zahl der belgischen Componisten vielleicht grösser,\nals die der holländischen ist, doch die Richtung des mu-\nsicalischen Geschmackes und in Folge derselben die Theil-\nnahme für classische Musik, wie sie sieb bei Oratorien und\nSinfonieen bekundet, in Holland bei Weitem mehr verbrei-\ntet ist, als in Belgien. Bei Betrachtung der Thatsache\ndrängt sich die Frage auf, woher diese Verschiedenheit?\nSind die Belgier von der Natur etwa mit geringeren mu-\nsicalischen Anlagen begabt, als die Holländer? Durchaus\nnicht, denn das Gegentheil beweisen die vielen trefflichen\nInstrumental-Virtuosen, namentlich Violinisten, die ja so-\ngar eine besondere Schule gebildet haben, ferner einige\nbedeutende Sängerinnen, von denen wir nur Fräulein\nArt6t zu nennen brauchen, endlich die Männergesang-\nvereine, welche sich in jüngster Zeit dermaassen vervoll-\nkommnet haben, dass sie manchen berühmten deutschen\nGesellschaften, die auf ihren Lorbern ruhen, nicht nur\ngleichkommen, sondern, nach dem Urtheil deutscher Mu-\nsiker, selbstin der PräcisionundNuancirung, als unverkenn-\nbaren Errungenschaften der Lust an der Sache und des\nandauernden Fleisses, jene übertreffen.\nWenn also die Verschiedenheit der musicalischen\nRichtung nicht in dem specifischen Unterschied der musi-\ncalischen Organisation beider Nationen liegt, so müssen\nwir sie in dem allgemeinen Charakter der beiden Natio-\nnen und in äusseren Umständen suchen. Da wird es denn\nnicht schwer, das Vorwiegen des deutschen Elements bei\nden Holländern, des französischen bei den Belgiern als\nverantwortlich für die allgemeinen Richtungen in Kunst\nund Wissenschaft, ja, in der Cultur des Geistes über-\nhaupt, bei beiden zu erkennen, woraus denn ganz natür-\nlich der Einfluss auf den Geschmack in der Tonkunst sich\nherleitet. So lange die belgische musicalische Kritik ihre\nStudien nur in Paris macht und eben so sehr das soge-\nnannt geistreiche, im Grunde aber nur die Oberfläch-\nlichkeit und Unwissenheit übertünchende Colorit der pa-\nriser Feuilletons als Muster betrachtet, so lange überhaupt\nBrüssel es sich zur Ehre rechnet, das ganze gesellige Le-\nben mit allen Kunstgenüssen, die es verschönern, nach\npariser Schablone zu gestalten, so lange wird auch die\nTonkunst in ihren edleren Gattungen eben so wenig in die\nMasse der Gebildeten dringen, wie dies genau be-\ntrachtet auch in Frankreich der Fall ist.\nAber es gibt, abgesehen von der Nachahmung des\nFremden, im eigenen Volk und Staat Verhältnisse und\nEinrichtungen, welche das Gedeihen der Tonkunst und\ndes allgemeinen Sinnes für dieselbe bedingen; ihr Vor-\nhandensein fördert, ihr Mangel hemmt den Fortschritt im\nGeschmack. Der Staat kann in dieser Beziehung weniger\nhülfreich einschreiten, als man gewöhnlich glaubt und\nvon ihm verlangt: der Einfluss der Conservatorien ist für\ndie Geschmacksbildung im Volke sehr gering. Hier hat\nder Associationsgeist einen weit ausgedehnteren Wir-\nkungskreis, wenn er allgemeine Musik- und Gesangschu-\nlen, sei's in Verbindung mit den wissenschaftlichen, sei's\nspecielle, ins Leben ruft, die letzteren nämlich nicht mit\ndem Zweck der Ausbildung der Schüler zu Virtuosen,\nsondern zu musicalisch empfänglichen Menschen. An sol-\nchen Schulen hat z. ß. Holland keinen Mangel; sie sind\nmit ein Hauptziel der Thätigkeit der grossen Gesellschaft\nzur Beförderung der Tonkunst. In Belgien fehlen sie so\ngut wie ganz.\nNoch wichtiger sind aber, weil für die musicalische\nErziehung der Erwachsenen bestimmt, die musicalischen\nVereine aller Art, Gesang-, Orchester- und aus und mit ihnen\ngebildete Concert-Vereine. In dieser Hinsicht kann sich\nBelgien gar nicht mit Holland vergleichen; ausser den\nMänner-Gesangvereinen, welche, wie oben erwähnt, in\nden letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht haben,\nsind Gesangvereine für vollen Chor von Frauen- und\nMännerstimmen gar nicht vorhanden, und während in\nHolland jede einiger Maassen bemittelte Stadt ihre Abon-\nnements-Concerte Jahr aus Jahr ein hat, können wir in\nBelgien nur von sehr spärlichen Versuchen ähnlicher In-\nstitute sprechen, denn die Concerte der Conservatorien zu\nBrüssel und Lüttich sind durch ihre auffallend geringe\nZahl mehr ein Beweis für, als gegen die ausgesprochene\nThatsache.\nWir begrüssen daher zwei Institute, welche -die\nneueste Zeit hier in Brüssel hervorgerufen hat, mit freu-\ndigem Willkommen, weil wir darauf die Hoffnung auf\neine neue Aera unseres Musiklebens begründen zu dürfen\nglauben. Es sind dies die Concerts populaires und\ndie Regeneration des Dam e n-Gesan g verei ns.\nDie Concerts populaires hat Herr Adolph Samuel\nim vorigen Winter begründet. Sie fanden sogleich eine\nsehr aufmunterndeTheilnahme, und das Publicum hat die\nErinnerung daran so gut bewahrt, dass die diesjährige\nEröffnung derselben ein allgemeines Hinzuströmen von\nZuhörern aller Stände veranlasste. Ganz Brüssel war am\nSonntag den 11., Mittags, im Theater des Circus, wobei\nbesonders zu bemerken ist, dass die oberen Galerieen\ndicht mit Arbeitern besetzt waren.\nHerr Samuel, der bei seinem Erscheinen mit lebhaf-\ntem Applaus begrüsst wurde, hat ein Orchester gebildet,\nwelches schon jetzt hohen Anforderungen entspricht: Zahl\nund Klang der Streich-Instrumente sind grösser als im"}, {"page_pdf": 5, "page_imprimee": "373", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.5", "texte": "vorigen Jahr, das Metall ist nicht zu scharf; die meisten\nLobsprüche dürften aber den Holz-Blasinstrumenten ge-\nbühren. Das ganze Orchester ist aus dem Conservatorium\nhervorgegangen. Das Concert eröffnete Beethoven's\nOuvertüre „Zur Weihe des Hauses\" Op. 124. Das\nWerk, hier so gut wie neu, wurde vortrefflich ausgeführt,\nindess hatte wohl der grösste Theil der Zuhörerschaft bei\ndem Namen des Meisters eine Tonschöpfung zu hören er-\nwartet, welche, wie dessen andere Ouvertüren, mehr\ngeeignet, wäre, das ganze Publicum hinzureissen. Es folg-\nten drei allerliebste Tonbildchen von J. S. Bach, deren\nWahl eine Bourree und Gavotte nebst der italiänischen\nArie für die Violine sehr wohl geeignet war, den\nehrwürdigen Alten in die moderne Gesellschaft einzufüh-\nren; Herr Colyns erwarb rauschenden Beifall durch den\nVortrag der Arie. Die Ausführung des Adagio und\nLento aus Mendelssohn's Quintett in durch sämmt-\nliche Streich-Instrumente war eine Concession an den\nRespect der Brüsseler vor allem dem, was in Paris Effect\nmacht: der Vortrag gelang gut und das Auch' is son\npiitore war gerechtfertigt. Der für Orchester instrumen-\ntirte türkische Marsch aus einer Ciaviersonate von Mozart,\nden man, wenn ich nicht irre, zu Paris in die „Entfüh-\nrung aus dem Serail\" eingelegt bat, entzückte das Publi-\ncum und musste wiederholt werden. Den Schluss der\nersten Abtheilung machte die Ouvertüre zu Hamlet von\nAlexander Stadtfeld, einem talentvollen, in jungen\nJahren verstorbenen Componisten, der sich viele Sympa-\nthieen hier erworben hatte. Das Werk, welches Felis\nvor sechs Jahren zum ersten Male kurz nach Stadtfeld's\nTode um die Kosten des Begräbnisses zu bestreiten !\naufführte, erregte auch jetzt wieder den grossen Bei-\nfall, den es durch fantasiereiche Erfindung und effectvolle\nArbeit verdient.\nDie zweite Abtheilung des Concertes füllte die Suite\nNr. 1 für Orchester von Joachim Raff.] In einem der vor-\njährigen Concerte hatten das Adagietto und Scherzo aus\ndieser Suite allgemeinen Beifall gefunden, was wohl Herrn\nSamuel bestimmt hat, jetzt das ganze Werk vorzuführen.\nDie genannten Sätze und auch der Marsch hatten densel-\nben Erfolg wie früher; die Introduction und die darauf\nfolgende Fuge wurden ebenfalls sehr gut ausgeführt und\nerhielten bei allen Kennern den Tribut der Achtung,\nwelchen die vorzügliche Arbeit verdient.\nSie sehen, mit welchem Tact Herr Samuel in richti-\nger Kenntniss seines Publicums, dasselbe allmälig zu dem\nGeschmack an grösseren Tonwerken zu führen sucht, und\nwenn ein ruhiger Beobachter die Aufmerksamkeit bemerkt\nhat, mit welcher das ganze Haus nach dem Dacaporuf\ndes türkischen Marsches die Suite von Raff anhörte, so\nwird er das Verfahren des Dirigenten vollkommen billigen.\nDer Cercle musical des Dames de Bruxelles ist ein\nVerein, der seit einem Jahre besteht und gegenwärtig\nHerrn Ferdinand Kufferath zu seinem Dirigenten\ngewählt hat. Die Wahl dieses ausgezeichneten Künstlers\nist ein Beweis, dass der Verein eine ernste musicalische\nRichtung verfolgen will, und die Annahme der Wahl\ndurch Herrn Kufferath ist uns eine Bürgschaft für die\nZukunft und die fortan echt künstlerische Tendenz des\nVereins. Wir wollen hoffen, dass sich den musicalischen\nDamen . bald ein Chor musicalischer Herren anschliesst,\nund auf diese Weise ein vollständiger Chorverein gebildet\nwerde, welcher den lang gehegten und jetzt wieder in\nden Vorgrund getretenen Wunsch der Veranstaltung von\nMusikfesten nach Art der rheinischen hauptsächlich zu\nverwirklichen im Stande wäre.\n\nStadt-Theater zu Frankfurt a. M.\nIn dem abgelaufenen Theaterjahre vom 1. November\n1865 bis 31. October 1866 fanden 329 Vorstellungen\nStatt, und zwar 114 verschiedene Stücke (14 Trauer-\nspiele, 19 Schauspiele, 81 Lustspiele), 43 Opern, 7 Ope-\nretten, 26 Vaudeviiles und Gesangspossen. Von den\nStücken wurden 21 zum ersten Male und 21 neu einstu-\ndirt gegeben. Von den Opern wurden 3 zum ersten\nMale und 3 neu einstudirt gegeben. Von den Operetten\nwurden 3 neu einstudirt, von den Vaudeviiles und Ge-\nsangspossen 4 zum ersten Male und 6 neu einstudirt ge-\ngeben. Geschlossen blieb das Theater an 36 Tagen.\nVon dramatischen Dichtern kamenu. A. vor: Ben edix\n30 Mal, Bireh-Pfeiffer 10, Goethe 4, Gutzkow\n3. Kotzebue 11, Lessing 4, Puttlitz 11, Schiller\n6, Shakespeare 8 Mal und 1 Mal der alte Terentius:\nDer Winkelschreiber, bearbeitet von A dolphi.\nAn Opern wurden aufgeführt: Adam: Der Postil-\nlion 2 Mal. Auber: Maurer und Schlosser 4, Beetho-\nven: Fidelio 4, Bellini: Norma, Boieldieu: Johann\nvon Paris 3, Die weisse Frau 3, Cherubini: Der\nWasserträger, Donizetti: Beiisar, Lucrezia Borgia 3,\nFlotow: Alessandro Stradella 3, Martha 4, Gounod:\nMargarethe, Halevy: Die Jüdin, Herold: Zampa,\nKreutzer: Das Nachtlager in Granada 3, Lortzing:\nDie beiden Schützen 4, Czaar und Zimmermann 5, Der\nWaffenschmied 5, Maillart: Das Glöckchen des Eremi-\nten, Marschner: Templer und Jüdin 2, Mehul: Jakob\nund seine Söhne in Aegypten 3, Mendelssohn-Bar-"}, {"page_pdf": 6, "page_imprimee": "374", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.6", "texte": "tholdy: Loreiey (Fragment) 3, Meyerbeer: Die Afri-\ncanerin, neu, 20, Die Hugenotten 2, Der Prophet, Ro-\nbert der Teufel, Mozart: Die Hochzeit des Figaro 2,\nIdomeneus, Don Juan 4, So machen's Alle (Cosi fantutie)\n2, Zaide 2, Die Zauberflöte 4, Nicolai: Die lustigen\nWeiber von Windsor 2, Offenbach: Orpheus, Ros-\nsini: Der Barbier von Sevilla 2, Teil 2,Schubert: Der\nhäusliche Krieg 3, Spohr: Jessonda 3, Verdi: Her-\nnani 3, Der Troubadour 6, Violetta, neu, 4, Weber:\nDer Freischütz 4, Oberon 2 Mal.\nAn Operetten: Mendelssohn-Bartholdy: Die\nHeimkehr aus der Fremde, Offenbach: 16 Mal.\nSchenk: Der Dorfbarbier 3 Mal.\n\nDrittes Gesellschafts-Concert in Köln im Gürzenich,\nunter Leitung des städtischen Capellmeisters, Herrn\nFerdinand Hiller,\nDinstag, den 20. November 1866.\nSollte man glauben, dass es im Reiche der Musik mitunter eben\nso herginge, wie in der Politik! Männer, welche stets viel auf die\nöffentliche Meinung gaben, auf die Stimme der Organe derselben\nhörten, ja, sich bis zu einer gewissen Opposition im guten Sinne\nbekannten sobald sie ins Ministerium treten, hangen sie der\nLehre vom beschränkten Unterthanen-Verstande an! Kaum haben\nwir in redlicher Pflichterfüllung unserer Danaiden-Arbeit die An-\nhäufung von sechs Nummern im ersten Theile des zweiten Concer-\ntes, die Einschachtelung von unpassenden Solostücken, die Verkür-\nzung eines Werkes von drei Sätzen zu zweien gerügt, als man uns\nim dritten Concerte »in Paroli biegt und wiederum ein classisches\nMeisterwerk, wie Spohr's Violin-Concert in G-dur, verstümmelt auf's\nProgramm setzt! Die Frage wird erlaubt sein, was uns denn für\nden dritten Satz des Violin-Concertes und zwar gespielt von\neinem Meister, wie Otto von Königslöw Ersatz bieten sollte?\nBenedikts Ouvertüre oder die Gesangleistung einer Schülerin des\nConservatoriums? War denn für das Auftreten der Fräulein Hayne\npericulum in mora% Sollte es eine Gunst sein, so kann die junge\nSängerin sagen: „Himmel, schütze mich vor meinen Freunden!\"\nDenn eine Anfängerin neben einem unerreichbaren Meister des Ge-\nsanges, wie Stockhausen, und einem eben so unübertrefflichen Sänger auf\nder Violine, wie Königslöw, zum ersten Male auftreten zu lassen,\nist wahrlich keine Begünstigung eines jungen Talentes.\nDas Concert begann mit der Aufführung der unvollendeten Sin-\nfonie Nr. 2. von Norbert Burgmüller, einem mehr als interes-\nsanten, bedeutendes Talent für melodische Erfindung, klare Arbeit\nund ausgezeichnete Verwendung der Blas-Instrumente bekundendem\nWerke, das zwar nichts von dem heroischen, dramatischen Schwung\nder Beethoven'schen Sinfonieen hat, aber durch sein weiches, gefühls-\nwarmes, echt romantisches Colorit namentlich in den beiden ersten\nSätzen gar sehr anzieht. Auch der dritte Satz, das Scherzo, ist\noriginel und voll frischen Lebens ; allein durch die beiden ersten\nzieht sich ein Hauch von lyrischer Poesie, wie er nur einer hoch-\nbegabten Brust entströmt. Das Publicum wusste, wie es schien,\nnicht recht, was es aus dieser Musik machen sollte: der Name\n„Sinfonie\" mochte die Mehrzahl vielleicht etwas Anderes, mehr\nCharakteristisches, haben erwarten lassen. Norbert Burgmüller\n(man merke wohl auf den Vornamen, denn die Verwechselung mit\ndem pariser Vielschreiber Friedrich Burgmüller wäre eine\nBeleidigung für Norbert!) war der Sohn von August Friedrich\nBurgmüller, der von 1806 bis zu seinem Todesjahr 1824\nMusik-Director in Düsseldorf und einer der Begründer und ersten\nDirigenten unserer niederrheinischen Musikfeste war. Norbert, 1810\nin Düsseldorf geboren, wurde schon in seinem 26, Jahre, den 7.\nMai 1836 zu Aachen, dessen Bäder ihre Heilkraft an seiner zer-\nrütteten Gesundheit nicht mehr bewähren konnten, ein Opfer des\nTodes. Es war vorzüglich Mendelssohn, der die musicalische Welt\nüber den Werth der Werke und den Nachlass des zu früh Dahinge-\nschiedenen belehrte, unter dessen Compositionen für Pianoforte be-\nsonders ein Concert, die Sonate Op. 8 und die Rhapsodie Op. 13\nhervorragen, so wie mehrere innige Lieder.\nHerrn Julius Stockhausen hörten wir dieses Mal in drei ver-\nschiedenen Vorträgen: einer italienischen Arie von Rossini, drei\ndeutschen Liedern und der oratorischen Partie des Druiden in Men-\ndelssohn's „Walpurgisnacht\", und hatten somit den grossen Genuss,\ndie Meisterschaft dieses Sängers der Sänger in allen Gattungen zu\nbewundern. So oft wir Stockhausen hören, tritt uns bei der Hoff-\nnungslosigkeit der Aussichten für den Gesang in der jetzigen Gene-\nration doch immer noch als ein Trost die Ueberzeugung entgegen,\ndass das Ideal eines vollendeten Kunstgesanges auch heute doch noch\nerreicht werden kann; denn er verwirklicht doch in der That die\nhöchste Vorstellung, welche sich ein Musiker von vollkommenem\nGesang machen kann, auf jegliche Weise, mag es technische, wohl\nverstanden: geistig durchdrungene technische Virtuosität im figurirten\nStyle betreffen, oder die edelste, nach dem verschiedenen Charakter\ndes Stückes in verschiedenem Stimmklang ausgeprägte Tonbildung,\noder Vortrag im höheren Sinne, in so fern er die Poesie des Dich-\nters mit der Poesie der Töne vermählt und vom Erhaben-Dramati-\nschen bis zum einfach Idyllischen, ja, Humoristischen herab den\nrechten Ausdruck für jedes findet; überall tritt uns mit seinen\nTönen die Wahrheit der Empfindung und des gewollten Eindrucks\nentgegen und lässt uns in Zweifel über die Gränzen der Kunst und\nder Natur, so sehr verschwinden sie in einander. Die für eine tiefe\nStimme fabelhaft abgerundete Coloratur in der Arie aus der „Diebi-\nschen Elster\" von Rossini musste Staunen erregen, wogegen der\ncharakteristische Vortrag der Schumann'schen Lieder („Der Schatz-\ngräber\" und „Die beiden Grenadiere\") und der heroisch zuversicht-\nliche Aufschwung des Druiden zu der Ueberzeugung: „Dein Licht,\nwer kann es rauben!\" die Seele des Zuhörers bewegte. Und den-\nnoch feierten der Sänger und das Einfach-Schöne den grössten\nTriumph in dem wunderbar ergreifenden deutschen Volksliede:\n„Grüss sie viel tausend Mal!\"\nDenken wir uns aber in den Saal am Dinstag Abend zurück,\nso lebt in uns noch eine andere Erinnerung auf, welche die Sphä-\nrenklänge wieder weckt, die aus einem mit Saiten überspannten\nseelenlosen Körper uns in Ohr und Gemüth drangen. Die mensch-\nliche Stimme bewegt der lebendige Hauch aus der fühlenden Brust"}, {"page_pdf": 7, "page_imprimee": "375", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.7", "texte": "des Sängers: aber unbegreiflicher ist die Macht des Willens, durch\ndie ein Künstler, wie Königslöw, seine Seele dem todten Körper\ndes Instrumentes vermählt. Hier waltet ein unerklärbarer Zauber\nob, und wir stehen dabei vor einem Wunder der Klanglehre, das\nkeine Wissenschaft erklären und keine Theorie lehren kann. Nun,\ndiese wunderbare Einwirkung des Geistes auf die Materie hat uns\nseit lange nicht so ergriffen, wie durch das Spiel Königslöw's, den\nwir mit nicht genug Stolz den Unsrigen nennen, und der wieder\neinmal durch den Vortrag des Spohr'schen Concertes gezeigt hat,\nV\ndass er auf der Höhe der Kunst steht und in seiner jetzt erreichten\nMeisterschaft den grössten Violinisten unserer Zeit ebenbürtig ist.\nDas Adagio und Allegro das Programm zwang zu dieser Folge\nerregte denn auch einen so unwillkürlich ausbrechenden allgemei-\nnen Sturm von Beifall, wie man ihn selten hört.\nZwischen solchen Heroen der Kunst hatte Fräulein Hayne\neinen schweren Stand; ihr Gesang wurde indess vom Publicum mit\nsehr wohlwollendem Applaus aufgenommen. Frl. Hayne, eine junge\nEngländerin, Schülerin des hiesigen Conservatoriums, hat eine sehr\nangenehme und wohllautende Sopranstimme; ihr Tonansatz ist gut,\nebenso die Egalität der Töne, von denen nur einer oder zwei noch\nder Milderung bedürfen. Die Arie in B-dur: „Nun baut die Flur\"\naus Haydn's „Schöpfung\", erfordert aber freilich einen\ndem eine Anfängerin unmöglich gewachsen sein kann, da es selbst\nfür eine durchgebildete Künstlerin keine leichte Aufgabe ist, die\neinfach hohe Schönheit der Melodie wiederzugeben. Wollen wir\nauch nicht die feineren Nuancen des verschiedenen Ausdrucks der\nN -\nFülle, der Anmuth, der Erhabenheit in der Schilderung der Natur\nverlangen, auch abgesehen von dem in der Figur der Sechszehntel\nganz ungehörigen Anhalten des hohen so dürfen wir doch den\nentschiedenen Tadel des Schlusses nicht zurückhalten, bei welchem\ndie Sängerin durch Wiederholung der Worte: „Hier sprosst\" auf\ndie Fermate von es, dann das Abbrechen dieser Fermate und den\nZusatz zweier Achtel anstatt der Verbindung des es mit den abstei-\ngenden Tönen diese wunderschöne Cadenz ganz und gar ver-\nunstaltete.\nDie Ouvertüre zu Shakespeare's „Sturm\" von Benedikt wurde\nkalt aufgenommen, wogegen wir auch keineswegs protestiren wollen.\nDie zweite Abtheilung füllte, wie schon erwähnt, die Aufführung\nder „Ersten Walpurgisnacht\", dieses genialen, jugendfrischen Werkes\nvon Mendelssohn, das, wie immer, seinen, besonders am Schluss,\nerhebenden Eindruck nicht verfehlte.\n\nAus Regensburg.\nDen 10. November 1866.\nDie diesjährige Concert-Saison wurde den 3. November durch\neine Soiree für Kammermusik, veranstaltet von unserem tüchtigen\nViolinspieler und Coneertmeister Berr, inaugurirt, und zwar in\neiner Weise, dass, wenn wir dieselbe als ein Augurium für die\nwährend des Winters zu erwartenden musicalischen Productionen\nansehen wollen, wir uns auf Kunstgenüsse vorbereiten dürfen, deren\nVorzüglichkeit mit Recht darauf Anspruch macht, in ihrem gedie-\ngenen Blatte besprochen zu werden. Die Wahl des Anfangsstückes,\ndes grossen Beethoven'schen Trio's aus D-dur Op. 70, bekundete,\ndass die Ausführenden, nicht allein der angekündigten Soiree den\nStempel der Classicität aufdrücken wollten, sondern dass sie auch\ndie Kraft in sich fühlten, dem grossen Werke gerecht zu werden.\nUnd in der That, sie rechtfertigten dieses Vertrauen in sich durch\neine glänzende Production des Tonwerkes. Hr. Capellmeister Rietz\nvom hiesigen Theater, ein Sohn des dresdener Hof-Capellmeisters,\nbewährte sich, wie er als Dirigent der Oper schon gethan, auch\nals vortrefflicher Ciavierspieler, der, die technischen Schwierigkeiten\nmit Leichtigkeit überwindend, dem Geiste sein Recht nicht verküm-\nmert und durch Correctheit des Spieles den begleitenden Stimmen\ndie Schwierigkeit erleichtert und ihnen den Raum gewährt, den sie\nzu ihrer eigenen vollen Entwicklung bedürfen. Herr Beer als\nViolinspieler und ein verdienstvoller Dilletant als Violoncellist lösten\nihre grosse Aufgabe mit nicht minderer Virtuosität, als Herr Rietz,\nund so hörten wir dieses Trio in einer, der Herrlichkeit der Com-\nposition entsprechenden Ausführung, an welcher jeder Verehrer\nBeethoven's Freude gehabt hätte. Und unser Publicum? es\nstaunte oder begriff nicht kurz es war kälter als ein November-\ntag, und der Applaus Einzelner schwirrte wie ängstliche Vöglein\ndurch den stillen Saal, der überdies nur sehr mässig besetzt war.\nHatte doch der löbliche Musikverein nichts Eiligeres zu thun, als\nnach Ankündigung der Berr'scben Soiree auch seinerseits eine\nmusicalische Unterhaltung für denselben Abend anzuberaumen. Die\n2. Nummer, eine Arie (für Altstimme) aus Rossini's „Seiniramis\"\nmachte nach dem kollosalen Trio allerdings einen eigentümlichen\nEffect, denn sie versetzte den Hörer in eine ganz andere Sphäre\nmusicalischer Eindrücke, und in so fern möchten wir der Wahl\nnicht ganz unsern Beifall geben; dagegen erfreute uns die Ausfüh-\nrung aufs herzlichste. Die geehrte Dilettantin, im Besitze einer um-\nfangreichen schönen Altstimme trug diese Arie in einer nach allen\nRichtungen vortrefflichen Weise vor, und wenn wir ihre Stimme\nund ihre Gefühlsrichtung mehr für den getragenen Gesang geeignet\nerklären, so werfen wir damit gewiss keinen Stein auf die von uns\nnicht in solcher Weise erwartete Rundung der Coloratur, die einer\nso vollen Altstimme ihre besonderen Schwierigkeiten darbietet. In\nden von ihr noch vorgetragenen Liedern von Schubert und Schu-\nmann entzückte sie uns wahrhaft, und wir danken ihr ganz beson-\nders für ihre freundliche Mitwirkung, so wie wir diesen Dank auch\ngegen den obenerwähnten Violoncellisten aussprechen, der ein Adagio\nvon Goltermann reizend vortrug. Ueberhaupt glauben wir die vir-\ntuose Mitwirkung zweier Dilettanten an diesem Abende besonders\nhervorheben zu müssen, und bedauern nur, dass ein dritter, ein\nvortrefflicher Bariton, durch Heiserkeit verhindert war, seine Zusage\nder Mitwirkung zu erfüllen. Herr Berr spielte mit grosser Virtuosi-\ntät ein Violin-Concert von Dr. J. Rietz und eine Fantasie von\nDavid. Ersteres, für uns neu, begrüssen wir als eine vortreffliche\nComposition ob es ein Vorwurf ist, wenn wir sagen im Mendels-\nsohn'schen Geiste? Gewiss nicht. Möge Herr Berr uns ferner solche\nGenüsse darbieten, unbekümmert um in den Weg geworfene Hin-\ndernisse, oder um die diesmal im Publicum obwaltende Kälte, zu-\nmal da sehr oft überreicher Applaus der Mittelmässigkeit gespen-\ndet wird. (a)*\n\nTages- und Unterhaltungs-Blatt.\nDüsseldorf*. Der Allgemeine Musik-Verein gab am Don-\nnerstag, den 15. November, sein zweites Concert unter Leitung des\nMusik-Directors Herrn Julius Tausch im grossen Saale der städti-\nschen Tonhalle. Zur Aufführung kam Händel's Judas Maccabäus\nnach der Bearbeitung von Lindpaintner. Die Soli sangen die Frl.\nJulie Eothenberger aus Köln, Frl. Adele Asmann aus Barmen, Herr"}, {"page_pdf": 8, "page_imprimee": "376", "url_page": "https://bluemountain.princeton.edu/bluemtn/?a=d&d=bmtnabi18661124-01.1.8", "texte": "August Ruff aus Köln (Judas Maccabäus), Herr Kammersänger\nKoch aus Köln, Herr Karl Othmer (Bass). Die Orgelbegleitung hatte\nHerr Musik-Director F. Weber aus Köln freundlichst übernommen.\nB&rilien, 14. Oct.*) Trotz Krieg und Cholera hat sich\nhier im Laufe des Sommers eine neue Musik-Gesellschaft „Der Or-\nchester-Verein\" gebildet oder eigentlich neu organisirt, die am\n2. d. M. in einer ersten öffentlichen Production durch Vorführung\nder Beethoven'schen Prometheus-Ouverture und einer Haydn'schen\nSinfonie unter Leitung von Anton Krause recht erfreuliche Zeichen\nihrer Wirksamkeit geben konnte. Die Kammermusik hat denn auch\ngestern Abend in einer von den talentvollen Geschwistern Francisca\nund Ottilie Friese aus Crefeld veranstalteten Soiree, welche durch\nGesang-Vorträge des Fräuleins Adele Asmann unterstützt wurde,\nihren Einzug gehalten, so dass wir musicalisch angeregt unseren\ngrossen Winter-Concerten entgegen gehen können, über die wir\nseiner Zeit gern berichten werden.\nDas mit dem ersten Staatspreise von 1000 Thalern gekrönte\nSchauspiel: „Brutus und Collatinus,\" von Dr. Albert Lindner in\nRudolstadt, ist von der königlichen Bühne in Berlin zur Darstellung\ngenommen worden. Es wird demnach dem Publicum Gelegenheit\ngeboten, von den eingereichten Dramen dasjenige kennen zu lernen,\nwelches von der Prüfungs-Commission als das beste anerkannt wor-\nden ist. Von demselben Dichter rührt ein kürzlich vollendetes\nSchauspiel her: „Stauf und Weif.\" Es behandelt den Kampf\nBarbarossa's.\nLeipzig. Am 29. October fand hier die erste Aufführung\nder Oper „Astorga\" von J. J. Abert unter der persönlichen Lei-\ntung des Componisten Statt. Die Besetzung der Hauptrollen war\nfolgende: Astorga, Hr. Gross; Eleonore, Frl. Blaczek; Angioletta,\nFrau Dumont; Balbazes, Hr. Thelen. Solisten, wie Orchester und\nChöre lösten ihre Aufgabe mit Lust und Liebe, so dass die Auffüh-\nrung eine im Ganzen abgerundete und bis auf einige Kleinigkeiten\ntadellose genannt werden darf; auch die Inscenirung konnte im All-\ngemeinen befriedigen. Die Aufnahme des Componisten und seines\nWerkes von Seiten des Publicums war eine äusserst freundliche, so\ndass Hr. Abert mit dem ersten Erfolge seiner Oper ausserhalb Stutt-\ngart wohl zufrieden sein kann. (S.-D. M. Z.)\nAus dem Nachlasse des verstorbenen Professors A. B. Marx\nerscheint demnächst unter dem Titel: „Das Ideal und die Gegen-\nwart\", die letzte bedeutsame Arbeit des geistvollen Theoretikers der\nMusik. Diese Schrift stellt sich die Aufgabe, in den vier grossen,\ndie Welt bewegenden Richtungen, der Kunst, der Religion, der\nWissenschaft und der Politik, geschichtlich die Idealität und die\nAbwendung vom Ideal nachzuweisen, und geht bis auf unsere Zeit.\nSie stellt die schwankenden Begriffe von Idealität und Realität fest,\nbeweist die Idealitätlosigkeit der Jetztzeit, in der Kunst besonders\neingehend auf Richard Wagner und Meyerbeer, in der Wissenschaft\nauf die Materialisten etc., so dass dieselbe einem gebildeten Leser-\nkreise jedenfalls eine höchst anziehende literarische Erscheinung\nsein wird.\nTOrien. Der Unterstützungsverein der philosophischen Facul-\ntät beabsichtigt, Sophokles' „Antigone\" aufzuführen.\nWien* Die Gattin des k. k. Kammer- und Hofopernsängers\nDr. Karl Schmid ist am 17. November nach langem schmerzlichen\nKrankenlager in der Blüthe ihrer Jahre gestorben.\n*) Durch Zufall verspätet. D. Red."}]}